Zeitz

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Geschrieben von goldorak 31/03/2009 @ 13:11

Tags : zeitz, sachsen-anhalt, deutschland, christian zeitz, handballspieler, handball, sport

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Zeitz

Wappen der Stadt Zeitz

Zeitz ist eine Stadt im Süden von Sachsen-Anhalt. Sie gehört zum Burgenlandkreis und liegt im Tal der Weißen Elster zwischen Gera im Süden und Leipzig im Norden. Von 1652 bis 1718 war Zeitz Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Zeitz. Als Residenz diente das Schloss Moritzburg. In der Stadt liegt das Deutsche Kinderwagenmuseum. Die Altstadt wird von heute zugänglichen Bierlager-Katakomben unterzogen.

Zeitz liegt an der Weißen Elster, etwa 40 Kilometer südlich von Leipzig und 25 Kilometer nördlich von Gera. Die Stadt gliedert sich in die Unterstadt an der Elster und die Oberstadt am und auf dem Berg.

Angrenzende Gemeinden sind Bergisdorf, Döbris, Droßdorf, Elsteraue, Geußnitz, Gleina, Grana, Nonnewitz, Theißen und Wittgendorf.

Als Ortsteile von Zeitz sind Aue, Aylsdorf, Hainichen, Rasberg und Zangenberg ausgewiesen.

Die durchschnittliche Lufttemperatur in Zeitz beträgt 9,0 °C, der jährliche Niederschlag 564 Millimeter.

Das Gebiet um Zeitz gehörte dem Reich der Thüringer an. Im Jahr 531 kam es bei Burgscheidungen (Unstrut) zu einer Schlacht zwischen sächsisch-fränkischen und thüringischen Heeren, in deren Folge das Thüringerreich in das Frankenreich eingegliedert wurde. In diesem nunmehr nahezu menschenleeren Siedlungsraum siedelten sich slawische Bauern an. Vermutlich befand sich das Stammeszentrum des Kleinstammbezirkes Puonzowa an der Stelle des heutigen Klosters Posa.

König Heinrich I. (* 876; † 936) ließ an der Stelle der heutigen Moritzburg eine Burg errichten, welche es ermöglichte, die slawische Bevölkerung zu kontrollieren.

Auf der Synode von Ravenna im Jahr 967 wurde Zeitz erstmalig urkundlich als Cici erwähnt (es sind aus anderen Dokumenten mehr als 30 weitere Namensvariationen bekannt), als Kaiser Otto I. (* 912; † 973) und Papst Johannes XIII., zum Zweck der Christianisierung der slawischen Bevölkerung und weiterhin zur Festigung der deutschen Herrschaft, die Gründung des Erzbistums Magdeburg sowie des Bistums Merseburg, des Bistums Meißen und des Bistums Zeitz beschlossen.

Die Vorarbeit zur Gründung des Bistums leistete seit 950 der Mönch Boso aus dem Benediktinerkloster St. Emmeram durch eine „unablässige“ Missionierung der ansässigen Slawen.

Im Dezember 968 wurde Hugo I. (968-979) als erster Zeitzer Bischof geweiht. Zeitz wurde Bischofssitz. Der Bischof erhielt 976 von Kaiser Otto II. die Stadt Zeitz als Geschenk.

1028-1032 wurde aufgrund des permanenten Bestrebens der Ekkehardinger mit päpstlicher Genehmigung der Bischofssitz von Zeitz nach Naumburg verlegt. Dies änderte sich Ende des 13. Jahrhunderts, als die Bischöfe erneut Zeitz zu ihrem Wohnsitz wählten, jedoch weiterhin in Naumburg gewählt und ernannt wurden. Mit dem Tod des Bischofs Julius von Pflug 1564 wurde das Bistum, nach circa 600 Jahren Bestand, aufgelöst. An die Zeit des Mittelalters erinnert heute vor allem die in Teilen sehr gut erhaltene städtische Befestigungsanlage mit Stadtmauer und dazugehörigen Wehranlagen sowie mehreren Stadtmauertürmen.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burganlage mehrfach belagert und die Bischofsburg schließlich Ende 1644 durch schwedische Truppen zerstört.

Durch das Testament Kurfürst Johann Georgs I. von Sachsen aus dem Jahr 1652 wurde die Aufteilung von Kursachsen unter seine vier Söhne festgelegt. Dadurch entstanden die Sekundogenitur-Herzogtümer Sachsen-Merseburg, Sachsen-Weißenfels und Sachsen-Zeitz. Damit entstand folgende Erbfolge: der älteste Sohn, der spätere Großvater Augusts des Starkens, übernahm die Erblande sowie die Kurwürde und verblieb damit mit seiner Residenz in Dresden. Der jüngste Sohn, Moritz, übernahm 1653 zunächst die Administration über das Stift Naumburg-Zeitz. 1656 verstarb sein Vater und er übernahm, gemäß dem Testament, die Regierung des Herzogtums Sachsen-Zeitz.

Auf den Grundmauern der zerstörten Bischofsburg wurde, unter Leitung des fürstlich-sächsischen Landbaumeisters Moritz Richter (* 1620; † 1667), später von seinem Sohn Johann Moritz Richter, die barocke Residenz Moritzburg an der Elster erbaut. Die Bauzeit betrug 21 Jahre, vom 19. März 1657 bis 1678. Weiterhin wurde in dieser Zeit viele barocke Bauwerke errichtet, die noch heute das Stadtbild prägen. Das Palais Brühl 11 wurde von Veit Ludwig von Seckendorff bewohnt, der Kanzler unter Herzog Moritz war. Er ließ das Gebäude im barocken Stil umbauen und erweitern. 1718 starb der einzige Sohn Herzog Moritz', Herzog Moritz Wilhelm. Damit fiel, nach nur 69 Jahren, gemäß den Auflagen des Testaments Johann Georgs I., das Herzogtum Sachsen-Zeitz an das Kurhaus Dresden zurück. Nach den Napoleonischen Kriegen kam auf Beschluss des Wiener Kongresses 1814/15 fast das gesamte Stiftsgebiet an Preußen. Zeitz wird Sitz eines preußischen Landkreises.

1843 wurde die erste Dampfmaschine in Betrieb genommen, und 1855 die Zeitzer Eisengießerei und Maschinenfabrik AG (ZEMAG) gegründet, die sich mit Braunkohleveredlungsverfahren und dafür den Bau von Tellertrocknern, Brikettpressen und Verladeanlagen befasste, denn um die Stadt Zeitz herum befand sich ein Gürtel von unzähligen Braunkohlengruben im Untertage- und im Tagebaubetrieb, die die Rohkohle förderten und als Brennstoff aufbereiteten. Von 1946 bis 1953 wurde der Betrieb als Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) unter sowjetischer Direktion zur Erfüllung von Reparationsleistungen geführt. Ab 1954 als VEB ZEMAG Zeitz begann eine starke Entwicklung, die in der Folge auch zur Produktion von Seilbaggern und Raupendrehkranen führte. 1858 wurde die Zuckerfabrik Zeitz erbaut, um in einem modernen Verfahren aus Zuckerrüben Weißzucker zu produzieren. 1859 erhielt Zeitz Anschluss an die Eisenbahn von Weißenfels nach Gera, 1872 nach Altenburg, 1873 nach Leipzig und schließlich 1879 nach Camburg. Weitere Gießereien wie die Eisen- und Stahlgießerei Oswald Kunsch in Zeitz-Rasberg und die Eisengießerei Hoffmann wurden gegründet. 1889 wurde die Brikettfabrik Herrmannschacht gegründet, die bis 1959 arbeitete und heute noch als Industriedenkmal erhalten ist und durch einen Verein gepflegt wird. Sie ist zugleich die älteste erhaltene Brikettfabrik der Welt.

Ab 1904 begann in Zeitz der zügige Ausbau einer Elektroenergieversorgung auf der Basis eines zunächst 220/440Volt-Dreileiter-Gleichstromnetzes, welches eine Modernisierung der Antriebe in Industrie und Handwerk sowie viele Unternehmensneugründungen zur Folge hatte.

Die Zeitzer Klavierindustrie mit zeitweise 30 verschiedenen Fabriken hatte einen großen Bekanntheitsgrad. Die bekanntesten waren F. Geissler, Schmidt&Suppe, Gerbstädt,Morenz&Schemelli, C.Steudel, Liebig, Hoelling&Spangenberg, Krietzsch und Hupfer&Co. Pianomechaniken dazu kamen von den Firmen A. Kummer, Dinger&Söhne und Pfeiffer&Bartsch. Daneben wurden bei den Firmen Fahr und Schneider&Heysel Tonmöbel, bei der Firma Pucklitzsch Kunstmöbel, bei der Firma Homberg Intarsien-und Kleinmöbel und bei der Firma Clingestein Furniere für die Klaviere und Möbel hergestellt.

Auch die Zeitzer Holzwaren- und Kinderwagenindustrie wurde über die Stadt hinaus bekannt. Bedeutend war in der Zeit der Bildung dieses Industriezweiges der Stellmachermeister Ernst Albert Naether, der die Firma E. A. Naether gründete. Weitere Firmen dieses Industriezweiges in Zeitz waren Opel&Kühne, Haesselbarth&Storm, Saxonia (Eduard Pfeiffer), Feiner, Germania, Gärtner und Wünsch&Pretzsch (Phönix). Die Räderfertigung erfolgte durch die Firma Scharre. Nach 1945 wurde nach Alliiertenrecht die Firma Naether enteignet und durch Beschluss der damaligen Regierungsstellen der DDR die VVB Kinderfahrzeuge aus den Firmen Naether, Opel, Saxonia (Eduard Pfeiffer) und Feiner gebildet. Aus dieser ging in der weiteren Entwicklung der VEB ZEKIWA hervor, der ein bedeutender Exportbetrieb in Zeitz wurde.

Die große Nachfrage nach Batterien zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde von der Batterieelementefabrik Uhrbach&Reinhold und von der Batterie- und Rückstrahlerfabrik Etzold&Baeßler gestillt. Metallwaren stellte die Metallwarenfabrik Bescherer her, die mit ihrer Dampfmaschine eine Drahtseilbahn am Wendischen Berg in Zeitz antrieb. Diese Drahtseilbahn transportierte ab 1877 mit den zwei gegenläufigen Wagen die Fuhrwerke und Personen den Berg mit einer Steigung von 9,6 % hinauf in die Oberstadt oder hinunter in die Unterstadt. Sie war zu ihrer Zeit eine Sensation in Deutschland, Konstruktion und Bau der ersten Standseilbahn Deutschlands wurden von dem Zeitzer Baumeister Tretrop ausgeführt. Kesselbau wurde von der Firma Dampfkesselbau Schumann betrieben, die Firma Göcker stellte Werkzeugmaschinen her. Lederwarenfabrikation betrieben die Firma Scholle und die Firma Moll.

Lebensmittelbetriebe waren die Unternehmen Max Emmerling (Herstellung von Nährzwieback und Nudelteigwaren), W.R.Clingestein (Essig- u. Spritfabrik) und Fröhlich&Co. (Konservierung von Gemüse und Herstellung von Essigessenz). Aus einer Vielzahl von Bierbrauereien ging die Brauerei Oettler als größte und modernste Brauerei hervor, die auch der Konkurrenz der Köstritzer Schwarzbierbrauerei und der Riebeck-Brauerei aus Leipzig im Kampf um den Zeitzer Biermarkt standhielt. Limonaden wurden in der Firma Nägler und der Firma Büchner hergestellt. Süßwarenherstellung betrieben die Betriebe Oehler und Oehmig & Weidlich. Die Firma Oehler wurde nach 1952 in VEB Zetti übergeführt und erreichte einen großen Bekanntheitsgrad in Europa. Die Firma Thieme stellte Seifen her. Nach 1952 in VEB Zitza umbenannt, wurde der Betrieb mit Haartönungsprodukten im Ostblock bekannt. Farben und Lacke wurden von der Firma Hugo Lenssen produziert. Ihre Erzeugnisse fanden unter anderem als Anstriche der deutschen Luftschiffe Verwendung, aus diesem Grunde gab es mehrfach Zwischenlandungen eines Graf-Zeppelin-Luftschiffes auf dem Feld an der Wilhelmshöhe.

Die wahrscheinlich älteste Firma in Zeitz ist die Stoff-und Kattundruckerei Scheube&Brehme, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Besitz der Familien war und bis 1972 privat und nach der Verstaatlichung durch die DDR als VEB Wäscheunion bis 1990 produzierte. Wäschedrucke in modernen Druckverfahren waren ein Exportartikel besonders in das westliche Ausland.

In den drei Filmtheatern Capitol, Metropol und Zentralhalle konnte die Zeitzer Bevölkerung seit Beginn des 20. Jahrhunderts die neusten Kinofilme sehen. Bis 1990 existierte noch die Zentralhalle und das Capitol bis 1996. In der Zeit von 1956 bis 1990 wurde die Zentralhalle "Theater der Freundschaft" genannt, wohl aus der Tatsache heraus, dass dieses Kino von 1947 bis 1955 Offiziersclub der sowjetischen Besatzungsarmee war und dann an die Stadt Zeitz in allerdings ruiniertem Zustand zurückgegeben wurde.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden 1934/35 im Gewandhaus, in dem die Gestapo ihren Sitz hatte, politische Gegner aus den Arbeiterorganisationen sowie unliebsame Kritiker des Regimes interniert und misshandelt. In den Jahren 1937/38 wurde im Nordosten von Zeitz vom BRABAG-Konzern ein Hydrierwerk zur Herstellung von Treibstoffen in Vorbereitung des von der NS-Regierung geplanten Weltkrieges gebaut. Während der NS-Diktatur wurde in Rehmsdorf und Gleina (beide bei Zeitz) das Außenlager Wille eingerichtet, das dem Konzentrationslager Buchenwald unterstellt war. Von dort wurden allein in den vier Hydrieranlagen der Brabag von Ende Mai bis Oktober 1944 nahezu 10.000 KZ-Häftlinge eingesetzt, um die Zerstörungen der alliierten Bombenangriffe zu beseitigen und so die Produktion wieder anzufahren. Die meisten von ihnen waren ungarische Juden, unter ihnen Imre Kertész, der im Brabag-Werk in Tröglitz arbeitete. Zivile Ingenieure der Unternehmen, die so genannten „Werksbeauftragten“, koordinierten die Arbeit der Häftlinge am Ort. Eine Produktion konnte aber kaum noch durchgeführt werden, da diese kriegswichtige Produktion durch immer wieder neue Bombenangriffe der alliierten Bomberverbände unterbunden wurde. Der Literaturnobelpreisträger Imre Kertész selbst schildert seine damaligen Erfahrungen in seinem autobiographischen Werk „Roman eines Schicksallosen“. Bei den Bombenangriffen auf das Hydrierwerk durften die eingesetzten KZ-Häftlinge die Schutzanlagen (Bunker) nicht betreten (die Schutzanlagen waren nur den zivilen Beschäftigten und den Wachmannschaften vorbehalten), was immer wieder zahllose Opfer forderte. Die Angriffe der Bomberverbände trafen viele Häuser in der Stadt Zeitz durch Bombenfehlabwürfe, wenn die Nebelschwaden der Nebelbatterien zur Tarnung des Hydrierwerkes durch den fehlenden Wind die Stadt Zeitz verhüllten und diese dadurch ebenfalls zum Ziel der Bomben machten. In der Stadt Zeitz, in den Orten Alt-Tröglitz, Rehmsdorf, Torna, Göbitz und Könderitz waren hohe Sachschäden und viele Todesopfer die Folge.

1950 wurde die seit 1901 kreisfreie Stadt Zeitz in den Kreis Zeitz eingegliedert, der ab 1952 dem neu gegründeten Bezirk Halle angehörte. Bis 1989/90 bildete die Stadt einen industriellen Mittelpunkt. Ab Mitte der 1950er Jahre entstanden in der Stadt zahlreiche Neubaugebiete, wie der Stadtteil Völkerfreundschaft. Im Jahr 1965 begann die Erschließung des Wohnbaugebietes Zeitz-Ost, der erste Stadtteil mit Fernheizung aus einem zentralen Heizwerk.

Parallel zu der verordneten Baupolitik der Staatsführung der DDR verfiel die Zeitzer Altstadt zunehmend in einem nicht mehr denkmalpflegerisch zu vertretenden Maß. Ein Prozess, der seit den frühen 1970er Jahren bis 1990 seinen Höhepunkt mit Flächenabbrüchen erreichte. Mittelalterlich geprägte Straßen wie der Brühl, die Rothe- und Scharrenstraße, das „Wochenbett“ zwischen Brühl und Steinstraße, die Domherrenstraße und die Besenstraße wurden fast vollständig ihrer historischen Bausubstanz beraubt und sind heute nur noch als Fragment erhalten und stellen einen massiven städtebaulichen Missstand dar.

Am 18. August 1976 verbrannte sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz aus Protest gegen das politische System der DDR und die Politik der evangelischen Kirche in der DDR zur Staatsführung öffentlich vor der Michaeliskirche. Sein Freitod führte zu einem Umdenken der Kirchenführung, in einem Hirtenbrief wurden danach neue kritische Standpunkte der evangelischen Kirche gegenüber der DDR-Staatsführung in allen Gemeinden verlesen. Zum Gedenken an Oskar Brüsewitz steht vor der Michaeliskirche seit 1990 eine Gedenksäule.

Die Deindustrialisierung nach der Wiedervereinigung überstand von den hier genannten Firmen lediglich die Zeitzer Zuckerfabrik, die von Südzucker übernommen wurde sowie die Zeitzer Schokoladenmanufaktur Zetti. Durch diesen Strukturwandel kam es ab 1990 zu einem massiven Beschäftigungsverlust. Die Stadt verlor mehr als ein Viertel ihrer Einwohner. Die Sozialstruktur ist in Zeitz durch hohe Arbeitslosigkeit gekennzeichnet.

1994 wurde der Kreis Zeitz Teil des neuen Burgenlandkreises, wodurch die ortsansässige Kreisverwaltung aufgelöst wurde. 1996 entstand auf dem Gebiet des historischen Stadtteils Domfreiheit, der von Flächenabbrüchen der Jahre 1972 bis 1988 geprägt war, das „Brühl-Center“ mit Kino und verschiedenen Verkaufseinrichtungen.

Die Stadt Zeitz war 2004 Ausrichter der 1. Landesgartenschau Sachsen-Anhalts. Deshalb wurde die gesamte Anlage und der Schlosspark um die Moritzburg neu gestaltet und die einstige ehemalige herzogliche Orangerie in der Schloßstraße saniert und rekonstruiert. Industrieruinen wie die ehemalige Brauerei Oettler und der ehemalige Zeitzer Betriebsteil des VEB Wäscheunion Mittweida (vormals Scheube & Brehme) sowie Wohngebäude innerhalb des Landesgartenschau-Areals wurden abgerissen. Das Gelände wird heute als Schlosspark Moritzburg für Veranstaltungen und Konzerte genutzt. Weitere Zeitzer Sehenswürdigkeiten, die im Vorfeld der Landesgartenschau saniert wurden, sind: das Albrechtsche Palais von 1782/83, das Badehaus, die Ölmühle sowie das barocke Gerberhaus Nikolaistraße 6, das zugleich letzter baulicher Zeuge des einstigen Altstadtviertels Klein-Venedig am Mühlgraben ist.

Durch den fortschreitenden Einwohnerrückgang werden im Rahmen des Stadtumbaus Ost Wohnblöcke, die in Plattenbaumontage im Stadtteil Zeitz Ost errichtet wurden, aber auch Gebäude aus gründerzeitlichen Stadtvierteln verstärkt abgerissen.

Trotz zahlreicher Sanierungs- und Rekonstruktionsmaßnahmen im Altstadtbereich nach 1990 ist das Gesamtbild der Zeitzer Altstadt weiterhin von stadtbildprägenden Abrissflächen und Ruinen gekennzeichnet, die sich vor allem im Übergang zwischen Unter- und Oberstadt befinden. In ihrer Bausubstanz stark beeinträchtigte oder gefährdete Altstadtviertel sind der Brühl, die Rothe- und Scharrenstraße, die Rahnestraße mit ihren Häusern aus mehreren Jahrhunderten, aber auch die Kalkstraße und der Nikolaiplatz. Von Leerstand und Verfall sind auch gründerzeitliche Straßenviertel wie die Freiligrathstraße und Schützenstraße geprägt. Der durch Verfall und unsachgemäße Eingriffe in die Denkmalsubstanz seit Jahren stark gefährdete Barockbau Nikolaiplatz 9, ein Gebäude mittelalterlichen Ursprungs mit Kreuzgratgewölbe, das in der Zeit des Zeitzer Herzogtums um 1680 sein heutiges Aussehen erhielt, beherbergte im 19. Jahrhundert das Zeitzer Inquisitoriat, im 20. Jahrhundert das Café Weitze beziehungsweise HOG Café Brühl und stellt zugleich die städtebauliche Eingangssituation für die Auffahrt zur Zeitzer Oberstadt dar.

Ein historisches Gebäude der Altstadt Zeitz, das zwar denkmalpflegerisch umsorgt wird, aber in seiner umfassenden Sanierung und Rekonstruktion noch nicht fertig gestellt wurde, ist der aufwändige Renaissancebau Rahnestraße 16 (im Volksmund „Baenschhaus“), der einer dendrochronologischen Untersuchung zufolge um 1565 entstand und derzeit nur als notgesichert vor weiterem Verfall gilt.

Oberbürgermeister der Stadt Zeitz war von 1990 bis 2008 Dieter Kmietczyk (parteilos), geboren 1949, der 1989/90 aus der Bürgerbewegung gegen die bestehenden Verhältnisse in der DDR hervorging. Bei der Stichwahl 2008 unterlag er seinem Mitbewerber Ulf Altmann (CDU), der das Amt am 1. Juli 2008 übernahm. Am 30. Oktober 2008 erklärte Altmann seinen Rücktritt, nachdem es zu „persönlichen Angriffen“ gegen seine Person gekommen sein soll. Am 1. November übernahm die Leiterin des Wirtschaftsförderungsamtes Rainhilde Beret kommissarisch die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters.

Als Flagge führt die Stadt Zeitz die Farben Grün (RAL 6024), Silber (Weiß) (RAL 9016) und Rot (RAL 3020).

Zeitz besitzt mit dem Theater im CAPITOL ein privates Schauspielhaus in der Judenstraße. Hier finden das ganze Jahr über Theateraufführungen, Live-Konzerte, Lesungen oder Kabarettabende statt. Weiterhin finden in der Kulturvilla Kolorit diverse Kulturveranstaltungen, darunter auch Theateraufführungen statt.

2004 wurde das Theater Kürbiskern im Franziskanerkloster gegründet. Es zeigt Theaterstücke in kleiner Besetzung für Erwachsene und Kinder.

Im Zeitzer Dom ruht Georgius Agricola, der Vater der Mineralogie und bekannter Wissenschaftler, dessen Hauptwerk sich mit der Metallkunde befasst. Der Bau selbst ist frühromanischen Ursprungs (11. Jahrhundert). Vom ottonischen Vorgängerbau haben sich die Säulen der Krypta und weitere Reste im Kreuzgangbereich erhalten.

Im Untergrund der Altstadt befindet sich ein ausgedehntes und in weiten Teilen für Touristen zugängliches mittelalterliches Gangsystem, das durch den Verein "Unterirdisches Zeitz e.V." erforscht, gesichert, saniert und betreut wird. Attraktionen sind hier, neben verschiedenen ausgestellten Funden, Gänge, die teils mehrfach über- und untereinander verlaufen, unterirdische Brunnen, früher teils zum Gondeln genutzte wasserführende Stollen und eine Veranstaltungstonne. Das Zeitzer Gangsystem ist noch längst nicht vollständig erkundet und gibt bei innerstädtischen Bauarbeiten immer wieder neue Geheimnisse preis. Ein Besuch verspricht ein Erlebnis der besonderen Art.

Am Südrand der Altstadt gelegen befindet sich das etwa zur Mitte des 13. Jahrhunderts angelegte Franziskanerkloster mit einem noch weitgehend mittelalterlichen Baubestand. Die Gebäude werden seit einigen Jahren restauriert und wieder instand gesetzt. Die Instandsetzungsarbeiten werden dabei von den Bauhistorikern Yngve Jan Holland und Andreas Potthoff bauhistorisch betreut.

Die Museumsbibliothek „Ernst Ortlepp“ umfasst etwa 30.000 Bände Bücher aus sechs Jahrhunderten. Zu den bedeutendsten Werken gehört die Meißnische Land- und Bergchronik des Petrus Albinus, richtigerweise Peter Weiß, welche 1589 in Dresden gedruckt wurde. Diese Chronik stellt eine wichtige Quelle zum Leben Georgius Agricola dar. Weiterhin befinden sich seltene Drucke und bedeutende Handschriften des Dichters Ernst Ortlepp im Bestand.

Die Lutheridenbibliothek ist eine Sammlung von 300 Werken, die der Stadtbibliothek Zeitz von den Luthernachkommen übergeben wurde. Die Sammlung, welche seit 1998 in Zeitz verwahrt wird, enthält unter anderem wertvolle Schriften, Münzen, Graphiken, Fotos, Urkunden, Periodika und Archivmaterial, darunter teils einmalige Bücher.

Der Fußballverein 1. FC Zeitz stand 1963 in der DDR unter der Bezeichnung BSG Chemie Zeitz im Finale des FDGB-Pokal. Aktuell spielt der 1. FC Zeitz in der Landesliga.

Bekannte Zeitzer Fußballspieler, die in der DDR-Nationalmannschaft spielten, waren Manfred Kaiser (in den 1950er Jahren) und Bernd Bauchspieß (in den 1960er Jahren). Der bekannteste Fußballer der Stadt ist Jörg Böhme, der beim FC Schalke 04 zum Nationalspieler wurde und mit der Deutschen Fußballnationalmannschaft 2002 Vizeweltmeister wurde.

Des Weiteren ist Zeitz Heimat von vielen Vereinen und bietet ein vielfältiges Breitensportangebot. Neben Tennisanlagen, verschiedenen Sportstadien und Schwimmmöglichkeiten gibt es Turn- und Fitnesseinrichtungen sowie Reit- und Schießanlagen.

Bekannt ist die Stadt für die Schokoladenfabrik Zetti (unter anderem Knusperflocken und Bambina) und die Kinderwagen der Firma Zekiwa, die heute nicht mehr in Zeitz produziert werden.

Die Zuckerverarbeitung der Südzucker AG, die 1993 anstelle der seit 1858 bestehenden Zuckerfabrik Zeitz neu gebaut wurde, zählt zu den modernsten Zuckerverarbeitungsanlagen Europas. Die Kraft-und Wärmeerzeugung in diesem Unternehmen erfolgt auf der Basis einer Rohbraunkohlenfeuerung in einem modernen Wirbelschicht-Dampferzeuger. Die Rohbraunkohle wird aus den nahe gelegenen Tagebauen der MIBRAG angeliefert.

Die Südzucker Bioethanol GmbH hat im April 2005 am Standort Zeitz die größte Bioethanolanlage Europas in Betrieb genommen. Jährlich werden dort aus 700.000 Tonnen Weizen 260.000 Kubikmeter Bioethanol produziert. Darüber hinaus werden rund 260.000 Tonnen des Eiweißfuttermittels DDGS produziert, das vorwiegend an die Mischfutterindustrie abgesetzt wird. Zusätzlich werden jährlich rund 30.000 Megawattstunden Strom in das öffentliche Netz eingespeist.

Zeitz liegt am Kreuzungspunkt der Bundesstraße 2 (Leipzig–Gera) mit den Bundesstraßen 91 (Zeitz−Weißenfels) und 180 (Naumburg−Altenburg). Weitere Straßen verbinden Zeitz mit Droyßig, Crossen, Breitenbach, Tröglitz und Könderitz.

Zeitz liegt an der Bahnstrecke Leipzig–Gera–Saalfeld. Weitere Bahnstrecken führen nach Weißenfels, Naumburg, Altenburg (Reisezugbedienung eingestellt) und Camburg (stillgelegt).

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Christian Zeitz

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Christian Zeitz (* 18. November 1980 in Heidelberg) ist ein deutscher Handballspieler.

Das Handballspielen hat Christian Zeitz beim TSV Östringen erlernt und schon als Jugendspieler kristallisierte er sich als talentierter Ausnahmespieler heraus. Im Alter von 18 Jahren bekam er Einsatzzeit in der 1. Mannschaft (2. Bundesliga). Ein Jahr nach der Fusion des TSV Östringen mit der TSG Kronau zur SG Kronau/Östringen wechselte Zeitz zum THW Kiel in die erste Bundesliga, wo er heute noch spielt. Besonders bekannt ist Christian Zeitz wegen seiner unkonventionellen Spielweise, die ihm die Bezeichnung als „Straßenhandballer“ einbrachte. Er ist bekannt für seinen wuchtigen „linken Hammer“. Beim THW Kiel trägt er die Trikotnummer 20 und in der Nationalmannschaft die 14.

Zeitz ist von Beruf Auszubildender Reiseverkehrskaufmann. Die Ausbildung erfolgt im Reisebüro des THW Kiel. Er hat zwei ältere Brüder (Holger und Jürgen).

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Landkreis Zeitz

Der Landkreis Zeitz ist ein ehemaliger Landkreis im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt, in dessen südöstlichstem Teil er sich befand. Kreissitz war die Stadt Zeitz, die zwischen 1901 und 1950 kreisfrei war. Zwischen 1952 und 1990 existierte er als Kreis Zeitz.

Nachdem auf dem Wiener Kongress große Teile des Königreich Sachsen dem Königreich Preußen zugesprochen wurden, ordnete dieses die Neuerwerbungen der mit Verordnung vom 30. April 1815 gebildeten Provinz Sachsen zu. Die Neueinteilung der unteren Verwaltungsbehörden erfolgte im Laufe des Jahres 1816. Dabei wurde das Amt Zeitz des ehemals kursächsischen Stifts Naumburg-Zeitz in seiner seit dem Mittelalter überlieferten Abgrenzung zunächst dem Regierungsbezirk Merseburg zugewiesen und ab 1. Oktober 1816 als neuer Kreis Zeitz festgelegt.

Zum 1. April 1901 wurde die Stadt Zeitz ausgegliedert und damit kreisfrei. Zur Unterscheidung wird der Kreis daher seit dieser Zeit der Landkreis Zeitz genannt. Keine dauerhafte Änderung ergab sich für unser Gebiet aus der zum 1. Juli 1944 verordneten Auflösung der Provinz Sachsen, deren Regierungsbezirk Merseburg zur neuen Provinz Halle-Merseburg mutierte. Am 1. Januar 1945 bestand der Landkreis Zeitz aus 78 Gemeinden.

Nach Kriegsende gehörten der Stadt- und der Landkreis Zeitz zur von der sowjetischen Besatzungsmacht gebildeten Provinz Sachsen-Anhalt, die 1947 - nach Auflösung des preußischen Staates - in Land Sachsen-Anhalt umbenannt wurde. Zum 1. Juli 1950 wurde der Stadtkreis Zeitz aufgelöst und wieder mit dem Landkreis zum Kreis Zeitz vereinigt. Zugleich wurden 20 Gemeinden aus dem Landkreis Weißenfels in den Kreis Zeitz umgegliedert, der seinerseits die 2 Orte Bröckau und Hohenkirchen an den Landkreis Altenburg (Thüringen) abgeben musste.

Seit der Neueinteilung der Verwaltung in der DDR zum 26. Juli 1952 gehörte der im Kern fast unveränderte Kreis Zeitz zum Bezirk Halle. Es wurden nur 2 Gemeinden (Deuben und Döbris) an den Kreis Hohenmölsen, 3 (Goldschau, Löbitz und Wettaburg) an den Kreis Naumburg und 6 (Kämmeritz, Lindau, Nautschütz, Schkölen, Krossen/Elster und Silbitz) an den Kreis Eisenberg (Thüringen) abgegeben. Bis auf die letzten 2 Gemeinden gehörten alle zu den erst 2 Jahre zuvor neu erhaltenen Gebietsteilen des Kreises Weißenfels.

Zum 1. Januar 1956 wurde die Gemeinde Bröckau vom Kreis Schmölln (Bezirk Leipzig) wieder dem Kreis Zeitz angegliedert, zu dem sie bereits bis 1950 gehört hatte. Zum 1. Januar 1957 wurde die Gemeinde Goldschau wieder vom Kreis Naumburg zurückgegliedert.

1973 wird Zipsendorf nach Meuselwitz eingemeindet und wechselt damit in den Kreis Altenburg.

Seither blieb der Umfang des Kreises unverändert bis zur Kreisreform von 1994. Durch Eingemeindungen folgten aber zahlreiche Veränderungen im Bestand der Gemeinden.

Zum 3. Oktober trat das Ländereinführungs-Gesetz vom 22. Juli 1990 in Kraft. Damit entstand zugleich mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland das Land Sachsen-Anhalt neu. 1994 wurde der Kreis Zeitz Teil des neu gegründeten Burgenlandkreises, Sitz: Naumburg (Saale). Bei seiner Auflösung umfasste der Kreis Zeitz noch 38 selbständige Gemeinden, von denen zwei (Zeitz und Osterfeld) die Bezeichnung "Stadt" führten.

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1. FC Zeitz

Logo der BSG Chemie Zeitz (1989-1991)

Der 1. FC Zeitz ist ein Fußballverein aus der Stadt Zeitz in Sachsen-Anhalt. Der heutige Verein spielte unter dem Namen BSG Chemie Zeitz zwei Spielzeiten in der obersten DDR-Fußballklasse DDR-Oberliga.

Der Verein geht zurück auf den 1910 gegründeten 1. FC Sportvereinigung Zeitz von 1910. Lange Zeit war der Verein hinter dem Zeitzer BC von 1903 nur die Nummer zwei in der Stadt. Erst nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 errang der Verein mit dem Aufstieg in die Gauliga Mitte die sportliche Vormachtstellung in der Stadt, da er den zahlreichen Arbeitersportlern offener gegenüberstand als der ZBC. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurden alle Sportvereine aufgelöst und als inoffizieller Nachfolger der Sportvereinigung Zeitz wurde 1946 die Sportgemeinschaft (SG) Zeitz gegründet. Diese nannte sich 1948 in SG Rot-Weiß Zeitz um und schloss sich nur wenig später wie alle anderen Zeitzer Sportgruppen der ZSG Zeitz an. Nach einer Fusion mit der SG Smola Zeitz im Jahr 1949 erfolgte eine Umbenennenung in ZSG Gasolin Zeitz und am 20. Dezember 1949 in ZSG Hydrierwerk Zeitz. Als 1950 die ökonomische Basis der Sportgemeinschaften auf Betriebssportgemeinschaften (BSG) umgestellt wurde, traten die Zeitzer endgültig als BSG Chemie Zeitz auf. Nach der Wende wurde die BSG Chemie Zeitz aufgelöst und in den eingetragenen Verein SG Chemie Zeitz überführt. Die Fußballabteilung des Vereins gründete am 5. Mai 1994 unter dem Namen 1. FC Zeitz einen eigenständigen Verein.

In der Vorkriegszeit spielte der Verein meist unterklassig und kämpfte mit dem Zeitzer BC um die Vormachtstellung in der Stadt. 1940 stieg die Mannschaft in die Gauliga auf, welche damals die höchste deutsche Fußball-Spielklasse war und erreichte dort einmal den fünften und einmal den sechsten Platz.

Nach dem Krieg erreichte die Mannschaft 1950 das Finale um die Landesmeisterschaft in Sachsen-Anhalt und unterlag dort gegen die BSG EHW Thale mit 1:3. Nach der folgenden Spielklassenreform wurde die Mannschaft in die zweitklassige DDR-Liga eingeteilt, welche zu der Zeit in zwei Staffeln ausgetragen wurde. Bereits im ersten Jahr belegten die Zeitzer hinter Wismut Aue den zweiten Platz. In den folgenden Jahren erreichte die BSG Chemie meist Platzierungen im Mittelfeld der Tabelle und konnte sich 1955 für die eingleisige DDR-Liga qualifizieren. 1958 stiegen die Zeitzer als Staffelsieger in die DDR-Oberliga auf. Die beiden Stürmer Bernd Bauchspieß und Herbert Krontal trugen mit insgesamt 32 Toren maßgeblich zu diesem Erfolg bei. In ihrer ersten Oberligasaison 1959 belegte die Mannschaft einen achtbaren neunten Tabellenplatz, bevor sie nach der zweiten Saison 1960 wieder in die DDR-Liga abstieg. In beiden Spielzeiten wurde Bernd Bauchspieß Torschützenkönig der DDR-Oberliga. Nachdem ihm 1959 18 Treffer gelangen, erzielte er eine Saison später sogar 25 Tore in 26 Spielen.

In den folgenden Jahren spielte Chemie Zeitz nur noch zweitklassig, sowie kurze Zeit auch in der drittklassigen Bezirksliga. 1963 stand die Mannschaft im Finale um den DDR-Fußballpokal (FDGB-Pokal), das gegen Motor Zwickau 0:3 verloren ging. 1973 erreichten die Zeitzer nach ihrem Staffelsieg in der Liga die Aufstiegsrunde zur Oberliga, schafften den Aufstieg aber nicht. Ab 1982 spielte Zeitz nur noch in der Bezirksliga.

Derzeit spielt die Mannschaft in der Landesliga Sachsen-Anhalt, welche die sechsthöchste Spielklasse ist.

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Industriepark Zeitz

Der Industriepark in Zeitz befindet sich südlichen Sachsen-Anhalt im Dreiländereck zu Thüringen und Sachsen. Die ZSG Zeitzer Standortgesellschaft mbH hat den alten Industriestandort seit Mitte der 90er Jahre zu einem Chemie- und Industriepark ausgebaut.

Im Jahr 1938 wurde auf dem Gelände durch die Braunkohlen-Benzin-AG das Hydrierwerk Zeitz in Betrieb genommen. In dem Hydrierwerk wurden aus Braunkohle Treibstoffe, Schmieröle, Paraffin, Schwefel, Phenole und Treibgas hergestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hydrierwerk durch zahlreiche Bombenangriffe zerstört. Dabei gelangten große Mengen an Mineralölkohlenwasserstoffe und Benzol in den Untergrund. Die Folge ist ein wirtschaftlich nicht behebbarer Grundwasserschaden. Nachdem zweiten Weltkrieg wurde das Werk wieder aufgebaut und 1974 durch eine Ölraffinerie erweitert. Nach der Wende 1990 wurde die Produktion auf dem Standort eingestellt.

Die durch die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg in den Untergrund gelangten Mineralölkohlenwasserstoffe und Benzol haben das Grundwasser nachhaltig kontaminiert. Nach Untersuchungen des Umweltbundesamtes sind dabei alle Grundwasserleiter in dem Gebiet betroffen. Auf 40% der alten Werkfläche wird die Geringfügigkeitsschwelle für Benzol und MKW-Konzentrationen von 1 µl/l um mehr als das 100-fache überschritten. Die durchschnittliche Benzolkonzentration der Grundwasserbrunnen beträgt rund 35 ml/l. Die Grundwasserkontamination hat sich leicht ausgebreitet. Die nordöstliche und östliche Werksgrenze ist bereits erreicht und auch teilweise überschritten. Ein Grund der bisher geringen Schadstoffausbreitung könnten die aktuellen grundwasserhydraulischen Verhältnisse sowie biologischer Abbau im Abstrombereich sein. Die Sanierung der Grundwasserkontamination ist mit verhältnismäßigen Mitteln nicht möglich. Daher empfiehlt das Umweltbundesamt Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen.

Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ betreibt an diesem Standort drei Versuchsanlangen zur Dekontamination von Böden mit leicht flüchtigen Kohlenwasserstoffen. Dabei kommen verschiedene Techniken zum Einsatz. Dies wären Bodenerwärmung mit Wasserdampf oder Radiowellen, sowie eine Anlage zum biologischen Abbau der Schadstoffe.

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Source : Wikipedia