Zürich

3.4317569223665 (4081)
Geschrieben von bishop 25/02/2009 @ 13:31

Tags : zürich, schweiz, ausland

Inhaltsverzeichnis
  1. Zürich
  2. Zoo Zürich
  3. S-Bahn Zürich
Neueste Nachrichten
Aktien Zürich am Mittag etwas fester - Finanzwerte gesucht - FOCUS Online
ZÜRICH (Dow Jones)--Beflügelt von den Kursgewinnen bei Finanzwerten zeigen sich die Kurse an der Börse in Zürich am Mittwochmittag mit einer etwas festeren Tendenz. Der SMI gewinnt bis 12.05 Uhr MESZ 0,5% bzw 28 Punkte auf 5.349....
Supercomputer mit heißem Wasser gekühlt - Heise Newsticker
Bild: IBM Zürich Als Experiment bezeichnen die ETH Zürich und IBM ihr Vorhaben, einen Supercomputer mit Heißwasserkühlung zu bauen. Der Rechner, den die Forscher bereits Aquasar getauft haben, soll am Computational Science and Engineering-Labor des...
DGAP-News: Transglobal Energy Resources AG: Einladung zur ... - FOCUS Online
Juni 2009 TRANSGLOBAL ENERGY RESOURCES AG, ZÜRICH Einladung zur ausserordentlichen Generalversammlung Montag, 29. Juni 2009, 9.00 Uhr in den Räumlichkeiten der Alfa Treuhand- und Revisions AG, Teufenerstrasse 12, 1. Stock, 9000 St. Gallen Traktanden: 1...
Gletscherforschung: Schweizer Gletscher schrumpfen - FOCUS Online
Von FOCUS-Online-Autorin Inka Reichert Mit einem neuen Messverfahren lieferten Glaziologen an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich genaue Berechnungen über das tatsächliche Eisvolumen der Schweizer Gletscher. Demnach entspricht das heute...
EUROPA DOMAIN REGISTRIERUNG Zürich ? Warnung an PromoMasters Kunden - Erfassung und Verbreitung von Pressemitteilungen aus allen Branchen (Pressemitteilung)
Kunden haben mich benachrichtigt, dass Sie einen Anruf von der EUROPA DOMAIN REGISTRIERUNG in CH-8050 Zürich (www.edr-gmbh.ch sowie www.edr-gmbh.com) erhalten haben. In den unerwünschten Anrufen wurde von Herrn Kessler (E-Mails liegen vor) eine Frist...
Roger Liebi übernimmt SVP der Stadt Zürich - NZZ Online
Roger Liebi übernimmt das Ruder bei der SVP der Stadt Zürich. (Bild: NZZ / Christoph Ruckstuhl) Roger Liebi übernimmt das Ruder bei der SVP der Stadt Zürich. (Bild: NZZ / Christoph Ruckstuhl) Roger Liebi ist am Dienstag einstimmig zum neuen Präsidenten...
Zürich lockt die Rückversicherer - Handelszeitung Online
Die Münchener Rück profitiert von der Schwäche ihrer Konkurrentin Swiss Re und siedelt ihre Tochter Neue Rück jetzt in Zürich an. Im Kampf um die besten Talente ziehen immer mehr Branchenriesen in die Schweizer Metropole. Die News hat für Aufsehen...
Anerkennung für selbstbewussten Auftritt – Zürich zurückhaltend - Thurgauer Zeitung
Der Kanton Zürich hält sich zurück. «Ruck-zuck im Thurgau» oder «Der Thurgau bringt Sie voll in Schwung»: Mit solchen Botschaften in eigener Sache wirbt der Kanton Thurgau in seiner jüngsten Image-Kampagne auf Plakaten im Nachbarkanton Zürich....
Velofahrer prallt in Zürich gegen offene Autotüre - NZZ Online
Ein 52-jähriger Velofahrer ist am Dienstagmittag bei einem Unfall in Zürich mittelschwer verletzt worden. Laut einer Sprecherin der Stadtpolizei Zürich war ein 76-jähriger Automobilist um 11 Uhr 50 auf der Pelikanstrasse Richtung Bahnhofstrasse...
Erstmals Hirnoperation mit Ultraschall durchgeführt - derStandard.at
Zürich - An der Universitäts-Kinderklinik Zürich sind weltweit erstmals zehn Patienten mit Hochenergie-Ultraschall erfolgreich am Gehirn operiert worden. Dieses vollständig nicht-invasive, also nicht in den Körper eindringende Operationsverfahren...

Zürich

Wappen von Zürich

Zürich (französisch/englisch: Zurich, italienisch: Zurigo, rätoromanisch: Turitg, zürichdeutsch: Züri) ist die grösste Stadt der Schweiz und Hauptort des Kantons Zürich. Die Kernstadt – eine politische Gemeinde, die seit 1989 auch mit dem Bezirk Zürich deckungsgleich ist – zählt rund 380'000 Einwohner; in der Agglomeration leben 1,08 Mio. Menschen. Die Metropolitanregion, die grosse Teile des östlichen und zentralen Schweizer Mittellandes umfasst, hat 1,68 Mio. Einwohner. Zürich ist das wichtigste wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum der Schweiz. Laut einer Studie aus dem Jahr 2007 ist es die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität.

Zürich liegt im östlichen Schweizer Mittelland, an der Limmat am Ausfluss des Zürichsees, in einem von Hügeln umschlossenen Becken. Das aus dem alt-römischen Stützpunkt Turīcum entstandene Zürich wurde 1262 freie Reichsstadt und 1351 Mitglied der Eidgenossenschaft. Die Stadt des Reformators Ulrich Zwingli erlebte im Industriezeitalter ihren Aufstieg zur Wirtschaftsmetropole der Schweiz.

Zürich ist mit seinem Hauptbahnhof, dem grössten Bahnhof der Schweiz, und dem Flugdrehkreuz Zürich-Kloten ein kontinentaler Verkehrsknotenpunkt und dank der ansässigen Grossbanken und Versicherungen (u. a. UBS, Credit Suisse, Zürich Versicherung und Swiss Re) ein internationaler Finanzplatz. Die Stadt wird darum zu den Global Cities gezählt. Überdurchschnittlich viele Medienunternehmen, darunter das Schweizer Fernsehen, haben hier ihren Sitz. Dank seiner Lage am Zürichsee, seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt und einem vielseitigen Kulturangebot und Nachtleben ist es zudem ein Zentrum des Schweizer Tourismus.

In Anspielung auf geographische und historische Gegebenheiten wird Zürich gelegentlich und informell auch als die «Limmatstadt» oder die «Zwinglistadt» bezeichnet. Ihre Einwohner werden Zürcher genannt (bzw. Stadtzürcher zur Differenzierung mit den übrigen Einwohnern des Kantons).

Zürich liegt auf 408 m ü. M. am unteren (nördlichen) Ende des Zürichsees, eingebettet zwischen den Höhen von Uetliberg im Westen und Zürichberg im Osten. Die Altstadt erstreckt sich beidseits der Limmat, die hier dem See entströmt, zunächst nordwärts fliesst und dann in einem Bogen allmählich nach Westen abbiegt. Noch heute ist die westliche Abgrenzung der einstigen Stadt anhand des Schanzengrabens gut zu erkennen. Dieses künstliche Fliessgewässer wurde im Rahmen des Baus der dritten Stadtbefestigung im 17. und 18. Jahrhundert angelegt. Damals wurde ein Teil des Wassers aus dem See abgeleitet und in einem Graben ausserhalb der Bastionen und Bollwerke wieder zurück zur Limmat geführt. Der grösste Teil dieses Schanzengrabens ist noch heute erhalten, doch wird das Wasser jetzt nicht mehr direkt in die Limmat, sondern beim Hauptbahnhof in die Sihl geleitet. Beim Platzspitz wenig unterhalb der Altstadt mündet die Sihl als bedeutendster Nebenfluss in die Limmat.

Das Gemeindegebiet der Stadt Zürich nimmt eine Fläche von 91.88 km² ein, wovon 4.1 km² auf den Zürichsee entfallen. Es umfasst einen Abschnitt des nördlichen Schweizer Mittellandes. Das Limmattal bildet den wichtigsten Natur- und Siedlungsraum von Zürich. Es ist in Richtung Südost-Nordwest orientiert, wobei der flache Talboden eine Breite von zwei bis drei Kilometern aufweist. Die kanalisierte und teilweise begradigte Limmat fliesst dabei nicht etwa in der Mitte des Tales, sondern stets entlang dem rechten (nordöstlichen) Talrand. Mit 392 m ü. M. wird an der Limmat bei Oberengstringen der niedrigste Punkt des Gemeindegebietes erreicht.

Auf seiner Westseite wird das Limmattal von den bewaldeten Höhen der Albiskette, des Uetlibergs und des Buechhogers flankiert, auf denen die westliche Gemeindegrenze verläuft. Der Uetliberg, Hausberg der Stadt, bildet mit 869 m ü. M. die höchste Erhebung der näheren Umgebung. Sein Gipfel kann mit der Uetlibergbahn leicht erreicht werden. Von der Plattform des Aussichtsturmes bietet sich ein eindrückliches Panorama auf Stadt und den See sowie bei klarer Sicht bis zu den Alpen. Nach Süden reicht der Gemeindeboden in das untere Sihltal.

Nordöstlich an das Limmattal schliesst eine Hügelkette an, welche die Wasserscheide zwischen der Limmat und der Glatt markiert. Von Nordwesten nach Südosten nimmt die Höhe der zumeist waldbedeckten Kuppen zu: Hönggerberg (541 m ü. M.), Käferberg (mit Waidberg, 571 m ü. M.), Zürichberg (676 m ü. M.) und Adlisberg (701 m ü. M.). Zwischen dem Käferberg und dem Zürichberg befindet sich mit dem vollständig überbauten Sattel des Milchbucks (rund 470 m ü. M.) ein wichtiger Übergang vom Limmat- ins Glattal.

Der nördlichste Gemeindeteil erstreckt sich in die Ebene des Glattals und in die Senke, welche die Verbindung zwischen dem Glattal und dem Furttal herstellt. Auch ein Teil des Katzensees (Naturschutzgebiet) sowie der Büsisee, die beide durch den Katzenbach zur Glatt entwässert werden, gehören zum Stadtgebiet.

In geologischer Hinsicht liegt Zürich im Molassebecken des Schweizer Mittellandes. Das Becken wurde im Lauf des Tertiärs mit dem Abtragungsschutt der entstehenden Alpen aufgefüllt, wobei sich die Sedimente in verschiedene Schichten unterteilen lassen. Ablagerungen unter marinen Bedingungen werden als Meeresmolasse, solche unter fluviatilen Bedingungen als Süsswassermolasse bezeichnet.

Von Bedeutung für das Gebiet von Zürich ist die Obere Süsswassermolasse, die in der Zeit vor etwa 16 bis 5 Millionen Jahren abgelagert wurde. Sie setzt sich aus einer Wechsellagerung von harten Sandsteinbänken und weichen Mergelschichten zusammen und tritt insbesondere am Uetliberg sowie an den Hügeln östlich der Stadt zutage. Mittels einer Tiefenbohrung würde man im Untergrund von Zürich eine mehr als 1000 m mächtige Schicht von Molasseablagerungen finden, bevor man auf die Sedimente der Jurazeit stossen würde.

Die entscheidende landschaftliche Überprägung erhielt die Region von Zürich durch den Vorstoss des Rhein-Linth-Gletschers während der verschiedenen Eiszeiten. Durch den Gletscher wurden bereits existierende Talmulden vertieft und erweitert sowie neue Täler geschaffen. Das Limmattal und das Glattal sind mit Schottern des Eiszeitalters sowie mit weiteren Sedimenten der Nacheiszeit aufgefüllt. Noch am deutlichsten sichtbar sind die Spuren der Würm-Vergletscherung. Während des sogenannten Stadiums von Zürich (etwa 20000 Jahre vor heute) entstand der Moränenwall, der den Zürichsee im Norden abschliesst. Er wird durch den Höhenrücken zwischen dem See und dem Sihltal, durch die Höhe beim Lindenhof in der Altstadt und durch das Burghölzli markiert, während das Sihltal den Schmelzwasserstrom am Rand des Gletschers aufnahm.

Zürich liegt im Bereich der gemässigten Klimazone. Prägend für das Klima von Zürich sind einerseits die Winde aus westlichen Richtungen, die oft Niederschlag heranführen, andererseits die Bise (Ost- oder Nordostwind), welche meist mit Hochdrucklagen verbunden ist, aber in allen Jahreszeiten kühlere Witterungsphasen bringt als im Mittel zu erwarten wären. Der in den Alpentälern und am Alpenrand wichtige Föhn zeigt im Normalfall keine speziellen klimatischen Auswirkungen auf Zürich.

Die Jahresmitteltemperatur an der Messstation der MeteoSchweiz in Zürich (auf 556 m ü. M. am Hang des Zürichbergs und damit 150 m über dem Niveau des Stadtzentrums gelegen) beträgt 8.5 °C, wobei im Januar mit –0.5 °C die kältesten und im Juli mit 17.6 °C die wärmsten Monatsmitteltemperaturen gemessen werden. Im Mittel sind hier 88 Frosttage, und 26 Eistage zu erwarten. Sommertage gibt es im Jahresmittel 30, während normalerweise drei Hitzetage zu verzeichnen sind. Diese Werte sind relativ niedrig im Vergleich zu anderen Mittellandstationen, was sich aufgrund der Höhenlage der Station erklären lässt. Im Limmattal sind im Jahresmittel deutlich mehr Sommertage und Hitzetage zu erwarten. Die Messstation Zürich weist im Mittel 1482 Sonnenstunden pro Jahr auf. Die 1136 mm Niederschlag fallen über das ganze Jahr verteilt, wobei im Sommerhalbjahr und speziell während der drei Sommermonate aufgrund der konvektiven Niederschläge höhere Mengen gemessen werden als im Winter.

Das Limmattal ist fast lückenlos überbaut (Wohn- und Industriegebiete, Gewerbezonen). Ebenfalls dicht bebaut sind die sonnenexponierten und bevorzugten Wohnlagen am Zürichberg und am Waidberg sowie die unteren Hangabschnitte auf der westlichen Talseite am Uetliberg. Über den Milchbuck reicht die Bebauung in das Glattal und die angrenzenden Gebiete.

Zu den grünen Lungen der Stadt zählen die ausgedehnten Waldgebiete von Adlisberg, Zürichberg, Käferberg, Hönggerberg und Uetliberg. Bedeutende Grünanlagen befinden sich auch entlang dem Seeufer (Zürichhorn und Enge). Ferner wird das bebaute Gebiet durch Parkanlagen und Gärten aufgelockert. Grössere zusammenhängende landwirtschaftlich genutzte Flächen liegen im Bereich von Affoltern und Seebach.

Von der Gesamtfläche der Stadt Zürich (ohne Seeanteil) wurden bei der Erhebung im Jahr 1996 45.4 % Siedlungen, Industrie und Gewerbe, 15.5 % dem Verkehr, 26.5 % dem Wald, 11 % der Landwirtschaft und 1.2 % Gewässern zugeschrieben. Von der als Bauzone ausgeschiedenen Fläche war 2004 rund 93 % überbaut.

In der Regel sind die Grenzen der Stadtkreise deckungsgleich mit den vor 1893 existierenden Gemeindegrenzen. Allerdings wurden in Abhängigkeit von der jeweiligen Grösse entweder mehrere Gemeinden zu einem Kreis zusammengefasst oder im Fall von Aussersihl eine Gemeinde in zwei Kreise aufgeteilt. Ferner gab es im Lauf der Zeit verschiedene kleinere Grenzbereinigungen.

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Zürich: Regensdorf, Rümlang, Opfikon und Wallisellen im Norden, Dübendorf, Fällanden und Maur im Osten, Zollikon, Kilchberg (ZH) und Adliswil im Süden sowie Stallikon, Uitikon, Schlieren und Oberengstringen im Westen.

Im Unterschied zu den meisten anderen schweizerischen Grossstädten stieg Zürich im Frühmittelalter in den Rang einer Stadt auf. In Turicum gab es zwar bereits zur Römerzeit eine Zollstation und ein Kastell, die zugehörige Siedlung kann aber noch nicht als Stadt bezeichnet werden. Das frühmittelalterliche, alemannische Zürich war eng verbunden mit dem Herzogtum Schwaben und zwei bedeutenden geistlichen Stiftungen der deutschen Könige, dem Grossmünster und dem Fraumünster, die dem Kult um die Stadtpatrone Felix und Regula geweiht waren. Nach dem Zerfall der zentralen Gewalt im Herzogtum Schwaben und dem Aussterben der Zähringer 1262 konnte sich Zürich den Status der Reichsunmittelbarkeit sichern. Der Titel einer Reichsstadt bedeutete de facto die Unabhängigkeit der Stadt. De jure löste sich Zürich jedoch erst 1648 von der Oberhoheit des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches.

Im Innern wurden die Geschicke Zürichs seit der Zunftrevolution durch Bürgermeister Rudolf Brun im Jahr 1336 durch den Stadtadel und die Handwerkervereinigungen (Zünfte) gemeinsam geleitet (Brunsche Zunftverfassung). 1351 schloss sich Zürich zur Sicherung seiner Unabhängigkeit gegen das aufstrebende süddeutsche Adelsgeschlecht der Habsburger der schweizerischen Eidgenossenschaft an und wurde zusammen mit Bern zum Vorort dieses Staatenbundes. Der wohl bis heute wichtigste Beitrag Zürichs zur Weltgeschichte war die Reformation von Ulrich Zwingli. Unter seiner geistigen Führung wurde seit 1519 Zürich zum reformierten Rom an der Limmat. Auch die Täuferbewegung nahm ihren Ausgangspunkt in Zürich.

In ihrem Umland eroberte und erwarb Zürich bedeutende Territorien, die der Stadt bis 1798 politisch untergeordnet waren. Mit dem Untergang der freien Republik der Stadt Zürich nach dem Einmarsch der Franzosen in die Schweiz ging die Stadt zusammen mit dem ehemaligen Untertanenland im neuen Kanton Zürich auf. Im beginnenden 19. Jahrhundert kam es zwar zu einer kurzfristigen Restauration der städtischen Vorherrschaft im Kanton, die jedoch von kurzer Dauer war. Zürich ist seitdem nunmehr der Hauptort des gleichnamigen Kantons Zürich.

Der Aufstieg Zürichs zum wirtschaftlichen Zentrum der Schweiz begann bereits mit der Textilindustrie im 18. und 19. Jahrhundert. Unter der politischen und wirtschaftlichen Führung der Liberalen, insbesondere von Alfred Escher, wurde die führende Rolle Zürichs ab 1846 durch die Gründung von zahlreichen Banken und Versicherungen auch auf den Finanz- und Dienstleistungssektor ausgedehnt. Seit dem Niedergang der Zürcher Industrie in der Nachkriegszeit hat die Bedeutung dieses Sektors noch zugenommen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann ein bis in die 1970er-Jahre andauernder Bauboom, der Zürich von einer Kleinstadt zur Grossstadt mit all ihren Problemen wachsen liess. Das stürmische Wachstum beschränkte sich zuerst auf einen Um- und Neubau des Zentrums, erfasste aber zunehmend auch die umliegenden ländlichen Gemeinden. In zwei Eingemeindungswellen wurden 1893 und 1935 20 Landgemeinden mit der alten Stadtgemeinde zusammengefasst. Die Errichtung eines «Millionenzürich» scheiterte jedoch bis heute. Während nämlich ursprünglich die Finanzstärke der Stadt bzw. die leeren Kassen der Vororte Motor der freiwilligen Stadterweiterungen waren, sind heute die verbleibenden Vororte finanziell eher besser gestellt als die Stadt. Dies schlägt sich insbesondere in den Steuersätzen nieder.

Im 20. Jahrhundert stand Zürich politisch im Bann der Arbeiterbewegung. Schon vor dem Landesstreik 1918 war in Zürich die Konfrontation zwischen Bürgertum und Arbeiterschaft besonders heftig ausgefallen, da Zürich grosse Industriebetriebe mit tausenden von Arbeitern aufwies, aber auch eine Hochburg des Grossbürgertums war. In der Zwischenkriegszeit wurde das Rote Zürich zu einem Aushängeschild für die Regierungsfähigkeit der Sozialdemokratie. Trotzdem wurde gerade in Zürich 1939 die als Landi bekannt gewordene Landesausstellung zu einem Symbol für den Zusammenhalt und den Widerstandswillen der Schweiz im Zeichen der Geistigen Landesverteidigung gegen Hitlerdeutschland. Schliesslich wurde 1943 der Zürcher Stadtpräsident Ernst Nobs als erster Sozialdemokrat in den Bundesrat gewählt. In der Nachkriegszeit blieb Zürich Sammelbecken und Bühne für Protestbewegungen, wie 1968 anlässlich der Globus-Krawalle und 1980 für die Jugendunruhen. Noch heute ist der 1. Mai in Zürich jährlich von Auseinandersetzungen des autonomen «Schwarzen Blockes» mit der Polizei gekennzeichnet.

Ein Problem der Stadt war lange auch die offene Drogenszene. In der Mitte der 1980er Jahre wurde der Platzspitz weltweit als Needlepark bekannt. Er wurde am 5. Februar 1992 zwangsgeräumt und abgeriegelt, daraufhin verschob sich die Drogenszene an den stillgelegten Bahnhof Letten.

Das Areal des stillgelegten Bahnhofs Letten bot ab 1992 die Kulisse für die grösste offene Drogenszene Europas. Mehrere tausend Drogenabhängige aus dem In- und Ausland lebten hier oder besorgten sich ihren Stoff. Hundertschaften von Polizisten nahmen des Öfteren in der Anwesenheit von Kamerateams Razzien vor und versuchten so den Markt auszutrocknen. Diese Versuche blieben erfolglos und so wurde der Letten am 14. Februar 1995 polizeilich geräumt. Auswärtige Drogenabhängige wurden grösstenteils an ihre Herkunftsgemeinden respektive Wohnortgemeinden zurückgeführt, ausländische Abhängige zwangsausgeschafft. Die Reste der Drogenszene verlagerten sich zunehmend ins Gebiet entlang der Langstrasse. Zur Entschärfung der Situation trug dabei sehr stark der Versuch der staatlichen Heroinabgabe bei, so dass sich nicht umgehend eine neue Szene bildete. Heute ist die staatliche Drogenabgabe gesetzlich verankert und vom Volk per Referendum abgesegnet.

Die Langstrasse ist ein Zentrum des Zürcher Nachtlebens. Seit der Auflösung der offenen Drogenszenen wurde das Viertel zur Jahrtausendwende hin auch zum Zentrum des Drogenhandels. Die Kriminalitätsrate im Langstrassenquartier ist zwar weiterhin relativ hoch, jedoch verbesserte sich die Situation dank verschiedener Projekte der öffentlichen Hand. Heute hat sich die Situation stabilisiert und der Stadtteil ist zu einer festen Grösse im Kultur- und Nachtleben Zürichs geworden. Nach wie vor ist die Stadt aber Anziehungspunkt für Drogenkonsumenten aus den Nachbarkantonen.

In den 1980er Jahren war Zürich in einem Teufelskreis zwischen der Nachfrage nach mehr Bürofläche in der Innenstadt, der Stadtflucht und der drohenden Verslumung ganzer Stadtkreise wegen der Drogenprobleme gefangen. Massnahmen zur Attraktivitätssteigerung der Innenstadt wie die Verkehrsbefreiung des Niederdorfs konnten nicht verhindern, dass die Innenstadt Zürichs immer unattraktiver wurde. Veränderungen schienen unmöglich – 1986 brachte die damalige Baudirektorin Ursula Koch mit ihrem berühmtgewordenen Satz «Zürich ist gebaut» die Perspektivlosigkeit der Politik in Bezug auf die weitere Zukunft Zürichs zum Ausdruck. Erst Mitte der 1990er Jahre konnte die Blockade überwunden werden, zuerst durch eine neue Bau- und Zonenordnung 1996 und die Liberalisierung des Gastgewerbegesetzes 1997. Besonders letzteres wirkte enorm belebend auf das Nachtleben Zürichs und liess innerhalb kürzester Zeit unzählige neue und innovative Restaurants, Bars und Diskotheken aus dem Boden schiessen. 1998 konnte unter dem neuen Baudirektor Elmar Ledergerber (seit 2002 Stadtpräsident) die jahrelang nur langsam vorankommende Neugestaltung der Industriebrachen in Zürich-West und in Oerlikon beschleunigt werden, so dass sich bis heute an beiden Standorten trendige und moderne neue Stadtquartiere entwickeln konnten. Zürich wurde durch diese plötzlich rasante Modernisierung wieder zu einer pulsierenden Metropole, für die sich das Schlagwort «Downtown Switzerland» etabliert hat.

Das von Silber und Blau schräg geteilte Wappen entstand im 14. Jahrhundert und wurde aus den blau-weiss gestreiften städtischen Bannern abgeleitet, die wohl im 13. Jahrhundert zum ersten Mal auftauchen als Zürich zur freien Reichsstadt wurde. Zur Unterscheidung vom Kanton Zürich, der das gleiche Wappen verwendet, wird der städtische Schild von einer Mauerkrone gekrönt. Das Wappentier der Stadt Zürich, der «Zürileu», ist der Löwe. Traditionellerweise wird der Schild im Vollwappen von zwei stehenden Löwen gehalten, die in der Heraldik als Zeichen für Mut, Kraft, Stärke, Kühnheit und Tapferkeit gelten.

Heute benutzen der Kanton und die Stadt Zürich dasselbe Wappen. Während das Vollwappen des Kantons Zürich einen Löwen mit einem Schwert auf der linken Seite (das Schwert als Symbol für den Krieg und die Staatsgewalt) sowie einen Löwen mit einem Palmwedel auf der rechten Seite (der Palmwedel als Friedenssymbol) zeigt, sind auf dem Vollwappen der Stadt als Wappenträger zwei stilisierte Löwen dargestellt. Zudem liegt über dem Wappen eine Mauerkrone. Dieses wird seit Ende 2005 als einheitliches Logo für alle städtischen Ämter (einige wenige Ausnahmen vorbehalten) verwendet.

Offiziell leben in der Stadt rund 370'062 Personen (Stand Ende 2006). 30.0 % der in Zürich gemeldeten Einwohner, das sind 110'960 Personen, besitzen keinen Schweizer Pass. Unter den Ausländern haben Personen aus Deutschland (17.4 %, 21'846) den grössten Anteil, gefolgt von Staatsangehörigen Italiens und Serbiens.

In Zürich leben viele zugezogene Personen aus anderen Kantonen. Aufgrund lokal und regional unterschiedlicher Steuersätze wird die Anmeldung auf Stadtgebiet häufig vermieden.

In der Agglomeration Zürich leben gegenwärtig 1,08 Millionen Personen; in der Metropolitanregion Zürich (inkl. Winterthur, Baden, Brugg, Schaffhausen, Frauenfeld, Uster/Wetzikon, Rapperswil-Jona und Zug) sind es rund 1.68 Millionen.

Die Einwohner von Zürich werden als Zürcher und nicht als Züricher bezeichnet.

Die Amts- und Verkehrssprache Deutsch, welche im alltäglichen Umgang überwiegend als Zürichdeutsch gesprochen wird, benutzen gemäss der Volkszählung 2000 77.7 % der Einwohner als Hauptsprache. Unter den zahlreichen weiteren verwendeten Hauptsprachen sind Italienisch (4.7 %), die Sprachen des ehemaligen Jugoslawiens (2.4 %), Spanisch (2.2 %) und Französisch (2.1 %) am weitesten verbreitet.

Seit der Reformation unter Huldrych Zwingli galt Zürich als ein Zentrum und Hochburg des Protestantismus in der Schweiz. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts jedoch ging der Anteil der Reformierten aufgrund der fortschreitenden Säkularisierung und vermehrter Einwanderung von Personen verschiedenster Religionen stetig zurück. Heute sind die Katholiken mit 33.3 Prozent die grösste Religionsgruppe, erst an zweiter Stelle folgt die Reformierte Landeskirche mit 32.1 Prozent. Rund 12'000 Personen gehören der christlich-orthodoxen Konfession an.

Nebst den bereits genannten religiösen Strömungen gibt es in Zürich auch eine Vielzahl von freikirchlichen Gemeinden und kleineren Glaubensgemeinschaften. So existieren Versammlungsorte der folgenden Gemeinschaften: Baptistengemeinde, Chrischona-Gemeinde, Evangelisch-methodistische Kirche, Evangelische Täufergemeinde, Freie Evangelische Gemeinde, Freie Missionsgemeinde, Heilsarmee, GvC, ICF Movement und verschiedene freie Gemeinden. Im weiteren gibt es die neuapostolischen Kirche deren internationaler Hauptsitz in Zürich-Schwamendingen liegt.

Ein starkes Wachstum in der Stadt verzeichnet die islamische Gemeinde: Die Anzahl Muslime stieg in 10 Jahren um mehr als das doppelte von rund 9'000 auf 20'000 Personen (Stand: 2000) an. Die jüdische Gemeinde in Zürich ist die grösste der Schweiz: Um die 5'000 Juden leben in Zürich.

Immer mehr Zürcher bezeichnen sich zudem als konfessionslos; der Anteil der Konfessionslosen (16.8 Prozent) und derjenigen ohne Angabe einer Konfession (5.2 Prozent) war im Jahr 2000 zusammen bei 22 Prozent..

Im Oktober 2007 waren laut dem statistischen Amt 5'462 Personen in der Stadt Zürich als arbeitslos gemeldet. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 2.6 %.. Der vergleichsweise niedrigen Arbeitslosigkeit steht eine grössere Zahl an Sozialhilfebezügern gegenüber: Rund 4 % der Stadtbevölkerung bzw. 14'000 Personen leben direkt oder indirekt von der Sozialhilfe (Stand: 2006).

Die Legislative der Stadt Zürich ist der Gemeinderat mit 125 Mitgliedern, die seit 2006 nach dem Proporzverfahren nach der «doppeltproportionalen Divisormethode mit Standardrundung» («doppelter Pukelsheim») gewählt werden. Mit diesem Wahlverfahren sollen Verzerrungen in den kleinen Wahlkreisen und eine Bevorzugung der grossen Parteien verhindert werden. Eine Partei muss dabei aber in mindestens einem Wahlkreis fünf Prozent der Stimmen erhalten, um bei der Verteilung der Sitze berücksichtigt zu werden. Die Fünf-Prozent-Hürde war in dem System ursprünglich nicht vorgesehen. Sie soll eine zu starke Zersplitterung der Parteienlandschaft verhindern.

Das Stadtgebiet ist in neun Wahlkreise aufgeteilt. Die Zahl der Personen, die in einem Wahlkreis wohnhaft sind, wird durch einen Zuteilungs-Divisor geteilt und zur nächstgelegenen ganzen Zahl gerundet. Das Ergebnis bezeichnet die Zahl der Sitze, die im betreffenden Wahlkreis zu vergeben sind. Der Zuteilungs-Divisor wird so festgelegt, dass 125 Sitze vergeben werden.

Der Gemeinderat tagt jeden Mittwochabend im Zürcher Rathaus.

Der Stadtrat als Kollegialbehörde mit neun Mitgliedern ist die Exekutive der Stadt Zürich. Seine Hauptaufgabe ist die Leitung der Stadtverwaltung. Die stimmberechtigten Zürcherinnen und Zürcher wählen den Stadtrat alle vier Jahre nach dem Majorzwahlverfahren. Die letzten Wahlen fanden am 12. Februar 2006 statt. Stadtpräsident ist seit 2002 Elmar Ledergerber. Die vom Stadtschreiber geleitete Stadtkanzlei unterstützt den Stadtrat in administrativen Belangen.

Die verschiedenen Ämter und Abteilungen der Stadtverwaltung sind über die ganze Stadt Zürich verstreut in den sog. «Amtshäusern». Kurz vor dem Ersten Weltkrieg bestand ein Projekt von Gustav Gull, das die Zusammenfassung aller Amtsstellen in einem grossen Rathausneubau an der Limmat um und über der Uraniastrasse vorsah. Dieses Projekt wurde nur teilweise verwirklicht (Amtshäuser I, II und III), so dass sie zusammen mit dem Stadthaus den wachsenden Raumbedürfnissen der Stadtverwaltung nicht mehr genügten. Seit einigen Jahren ist die Stadtverwaltung bemüht, die Amtsstellen wieder zu konzentrieren. Zu diesem Zweck hat die Stadtverwaltung 2001 das Hochhaus Werd erworben und bis 2005 zum Verwaltungszentrum Werd umgebaut.

Als Kantonshauptstadt ist Zürich auch Sitz des Parlaments, der Regierung und Verwaltung des Kantons Zürich. Die kantonale Legislative – der Kantonsrat – tagt wie der Stadtzürcher Gemeinderat im Rathaus am Limmatquai. Die kantonale Verwaltung ist am Walcheplatz und am Neumühlequai domiziliert (Verwaltungsgebäude Walche und Caspar-Escher-Haus). Zusätzlich befindet sich die kantonale Judikative – das kantonale Obergericht, das Geschworenen-, das Handels- und das Kassationsgericht – in der Stadt Zürich (am Hirschengraben und am Grossmünsterplatz). Das Bezirksgericht des Bezirks Zürich, mit rund 400 Angestellten das grösste Gericht im Kanton Zürich, ist in verschiedenen Gebäuden an der Badenerstrasse untergebracht, mehrheitlich im sog. Bezirksgebäude.

Zürich gilt als das Wirtschaftszentrum der Schweiz. Der gesamte Wirtschaftsraum in und um Zürich wird auch als Greater Zurich Area bezeichnet. International zeichnet er sich insbesondere durch niedrige Steuersätze und einer hohen Lebensqualität aus, weshalb auch einige internationale Konzerne einen Sitz in Zürich haben. Aufgrund ihrer internationalen wirtschaftlichen Bedeutung wird die Stadt Zürich oft zu den Global Cities gezählt.

Die Wirtschaft ist sehr stark auf den Dienstleistungssektor ausgerichtet, in dem knapp 90 % der Zürcher Beschäftigten tätig sind. Im Industriesektor sind rund 10 % tätig und in der Landwirtschaft sind es heute weniger als 1 %. Bei einer erwerbstätigen Wohnbevölkerung von 200'110 (Stand: Volkszählung 2000) weist die Stadt 318'543 Arbeitsplätze vor. Die Mehrheit der Beschäftigten (56 %) waren Zupendler aus anderen Gemeinden. Neben den rund 178'000 Zupendelnden gibt es rund 39'000 aus der Stadt Wegpendelnde.

Die wichtigste Branche in Zürich ist der Finanzdienstleistungssektor, der am Paradeplatz sein Zentrum hat. Die beiden Grossbanken UBS, die weltweit grösste Vermögensverwalterin, und Credit Suisse, die Schweizerische Nationalbank, die Zürcher Kantonalbank, die traditionsreiche Privatbank Julius Bär sowie etliche kleinere Bankinstitute haben ihren Sitz in der Stadt. Auch über 100 Auslandbanken sind in Zürich vertreten. Auf dem Bankenplatz Zürich sind rund 45'000 Personen beschäftigt, knapp die Hälfte aller Bankangestellten der Schweiz. Eine grosse Bedeutung hat das Privatkundengeschäft, da über 25 % der weltweit grenzüberschreitend angelegten Vermögenswerte in Zürich verwaltet werden (schweizweit sind es rund einen Drittel). Auch die Börse Swiss Exchange spielt international eine wesentliche Rolle und verstärkt die Bedeutung des Finanzplatzes Zürich. Sie gehört zu den technologisch führenden Börsen der Welt. Im Weiteren repräsentiert Zürich weltweit den drittgrössten Versicherungsmarkt. Swiss Re, die weltweit grösste Rückversicherung, und Swiss Life, der grösste Lebensversicherungskonzern der Schweiz, haben ihre Hauptsitze in Zürich. Eine weitere Versicherungsgesellschaft von internationaler Bedeutung ist die Zurich Financial Services. Der gesamte Finanzdienstleistungssektor generiert nahezu 50 % der Steuereinnahmen der Stadt Zürich.

Als zweitwichtigste Branche folgen die unternehmensbezogenen Dienstleistungen wie Rechts- und Unternehmensberatung, Informatik oder Immobilienverwaltung. Zu erwähnen ist etwa das Unternehmen IBM Schweiz, das in Rüschlikon ein bedeutendes Forschungslabor betreibt. Seit 2004 betreibt zudem Google in Zürich das europäische Forschungszentrum. Auf dem ehemaligen Areal der Hürlimann AG soll der zweitgrösste Standort des Unternehmens nach Mountain View entstehen.

Durch den Strukturwandel hat die Bedeutung der produzierenden Industrie und der Bauwirtschaft abgenommen. Allerdings haben immer noch bedeutende Industriefirmen Niederlassungen in der Stadt Zürich, so zum Beispiel Siemens. Der Elektrotechnikkonzern ABB hat zudem seinen Hauptsitz in Zürich.

Aus den übrigen Branchen sind insbesondere zu erwähnen: der grösste Schweizer Detailhandels-Konzern Migros, der weltgrösste Schokoladenproduzent Barry Callebaut, die beiden grössten Automobilhändler AMAG Gruppe und Emil Frey Gruppe, sowie der grösste Schweizer Reisekonzern Kuoni.

Nicht zuletzt dank der kulturellen Vielfalt in Zürich ist auch der Tourismus in den letzten Jahren ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden. Jedes Jahr kommen rund 9 Mio. Tagestouristen sowie 2 Mio. Übernachtungsgäste nach Zürich. Eine Mehrheit davon ist jedoch auch geschäftlich in Zürich.

Für die Stromversorgung ist das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) verantwortlich, das 14 eigene Kraftwerke besitzt. Die Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser stellt die Wasserversorgung Zürich (WVZ) sicher. EWZ und WVZ sind kommunale Unternehmen und der Stadtverwaltung unterstellt.

Das Trinkwasser stammt heute zu rund 70 % aus dem Zürichsee, 15 % davon ist Grundwasser und 15 % Quellwasser. Mit rund 1‘200 Brunnen ist Zürich eine der brunnenreichsten Städte der Welt. Aus allen öffentlichen Brunnen fliesst Trinkwasser. Das Brunnenwasser stammt entweder aus dem normalen Leitungsnetz der Wasserversorgung oder – bei rund 400 Brunnen – aus dem speziellen Quellwassernetz. Diese Notwasserversorgung beruht auf einem von der übrigen Wasserversorgung unabhängigen Netz, welches mit Quellwasser aus dem Sihl- und Lorzetal und von Stadtquellen gespeist wird. Neben den 80 Notwasserbrunnen aus Bronze, die 1973 vom Innenarchitekten Alf Aebersold entworfen worden und in der ganzen Stadt verteilt sind, sind rund 300 weitere Brunnen an das separate Quellwassernetz angeschlossen. Viele Jahrhunderte lang waren die öffentlichen Brunnen von zentraler Bedeutung für die Trinkwasserversorgung Zürichs. Heute dienen sie in erster Linie der Verschönerung der Stadt.

Im Polizeidepartement sind städtische Aufgabengebiete zusammengefasst, die mit Sicherheit zu tun haben; vor allem die Dienstabteilungen Stadtpolizei Zürich und Schutz und Rettung Zürich. Schutz und Rettung Zürich ist die grösste zivile Rettungsorganisation der Schweiz, in der seit 2000 fast alle Hilfsdienst- und Rettungsdienstorganisationen (z. B. Zürcher Sanität, Feuerwehr, Zivilschutz) zusammengefasst sind. Kantonale und Bundesaufgaben werden ebenfalls wahrgenommen.

Zürich ist im Jahr 2008/09 zum siebten Mal in Folge für weltbeste Lebensqualität ausgezeichnet worden. In der Studie «Worldwide Quality of Living Survey 2007» untersuchte die renommierte Beratungsfirma Mercer 215 Grossstädte anhand von 39 Kriterien, darunter Freizeit, Erholung, Sicherheit, Sauberkeit, politische und ökonomische Stabilität, sowie medizinische Versorgung. Zürich befindet sich dabei in der Wertung knapp vor Wien, Genf und Vancouver.

In einer Studie der Globalization and World Cities Research Group an der englischen Loughborough University landete Zürich in der Kategorie der Beta-Weltstädte auf dem ersten Rang, zusammen mit San Francisco, Sydney und Toronto.

Zürich besitzt die Auszeichnung "Energiestadt Gold" für eine nachhaltige Energiepolitik. Die offiziellen Gebäude im Eigentum der Stadt Zürich werden in der Regel nach Minergie gebaut.

Um die Lebensqualität für Geringverdiener auch im Hinblick auf den Wohnungsmarkt zu verbessern, hat die Stadt Zürich die Stiftungen Wohnungen für kinderreiche Familien und Alterswohnungen der Stadt Zürich gegründet.

Mehrere grosse Schweizer Medienhäuser haben ihren Hauptsitz in Zürich, darunter die tamedia an der Werdstrasse, Ringier an der Dufourstrasse und der NZZ-Verlag an der Falkenstrasse. Die Stadt ist darum einer der wichtigsten Medienstandorte der Deutschschweiz. Dieser Status wird durch die grosse Zahl vorhandener elektronischer Medien weiter verstärkt.

Im Quartier Leutschenbach, nördlich des Bahnhofs Oerlikon, befinden sich sowohl die zahlreichen Sendestudios als auch die Verwaltung des öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehens (SF).

Das Regionalfernsehen TeleZüri, das zwischenzeitlich als Tele 24 die ganze Schweiz versorgte, hat seinen Sitz auf dem Steinfelsareal beim Escher-Wyss-Platz. In Schlieren werden die privaten TV-Sender Star TV und U1 TV sowie 3+ produziert.

Ein Teil des öffentlich-rechtlichen Schweizer Radio DRS befindet sich in Zürich. Im Stadtteil Unterstrass werden die Radioprogramme von DRS 1 und DRS 3 sowie das Regionaljournal der Region Zürich/Schaffhausen produziert. Die anderen Nachrichtensendungen werden hingegen aus Bern übertragen.

Verschiedene lokale Radiosender (Radio 24 an der Limmatstrasse, Energy Zürich im Seefeld, Radio LoRa und Radio 1) sind ebenfalls in der Stadt Zürich beheimatet. Daneben sorgen unter dem Jahr zahlreiche Eventradios (CSD Radio (Mai/Juni), Radio Streetparade (Juli/August) und rundfunk.fm (August/September)) für Abwechslung im Äther.

Die Printmedien-Landschaft hat in den letzten fünfzig Jahren eine starke Konzentration erfahren. Heute erscheinen in Zürich drei grosse Tageszeitungen mit überregionaler Bedeutung: Die international renommierte und traditionell bürgerlich-liberale Neue Zürcher Zeitung (NZZ), der linksliberale Tages-Anzeiger des tamedia-Verlags sowie die nationale Boulevard-Zeitung Blick aus dem Hause Ringier. Dazu kommen deren Sonntagsausgaben: die NZZ am Sonntag, die SonntagsZeitung und der SonntagsBlick.

Nur werktags erscheinen die morgendlichen Gratiszeitungen 20 Minuten, .ch und NEWS sowie der Blick am Abend. Ebenfalls als Gratiszeitung wird das Tagblatt der Stadt Zürich – in seiner Funktion als städtisches Amtsblatt – mittwochs an die Haushalte geliefert. Hinzu kommen die kostenlos verteilten, wöchentlich erscheinenden Quartierzeitungen Zürich 2, Zürich West, Züriberg und Zürich Nord sowie (als Beilage zum Tagblatt der Stadt Zürich) Die Vorstadt und Quartierecho.

Nicht mehr herausgegeben werden u.a. Die Tat, die dem Migros-Konzern nahestand, die Züri-Woche sowie die kurzlebigen Gratisblätter ZürichExpress (erschien 1999–2003), Metropol (2000–2002) und heute (2006–2008).

Aus den grossen Verlagshäusern in der Stadt entstammen zahlreiche weitere Publikationen. Zu den wichtigsten gehören die Wirtschaftszeitschrift Bilanz, das Nachrichtenmagazin Weltwoche sowie die Frauenzeitschrift Annabelle.

Die Stadt Zürich besitzt Anschlüsse an alle wichtigen Schweizer Autobahnen. Über die A1 gelangt man direkt nach Genf oder St. Gallen, mit der A3 hat man Anschluss nach Basel und Chur und die A4 verbindet Winterthur via Zürich mit Luzern.

Trotz oder gerade wegen der guten Anschlüsse kommt es in Zürich regelmässig zu Verkehrsüberlastungen. Seit 1985 ist als Gegenmassnahme die Nordumfahrung der Stadt in Betrieb, welche aber auch schon wieder an ihre Kapazitätsgrenzen stösst. Zu täglichen Staus kommt es zudem auf der ursprünglich als Provisorium errichteten Westtangente (1972), einer innerstädtischen Verbindung der beiden Autobahnenden der A1 und A3, die teilweise mitten durch Wohnquartiere führt. Die Inbetriebnahme des Uetlibergtunnels bzw. der Westumfahrung Zürich (2009) und die geplante Erweiterung des Gubristtunnels (ca. 2012) sollen hier Abhilfe schaffen. Des weiteren steht der Bau eines sogenannten Stadttunnels in der Diskussion, welcher die ganze Stadt unterqueren und so die drei Autobahnen nach Bern/Basel (A1), Chur (A3) und Winterthur (A1/A4) unterirdisch verbinden würde.

Mit dem Hauptbahnhof Zürich besitzt Zürich den grössten und wichtigsten Verkehrsknoten der Schweiz. Auf 16 Haupt- und 10 S-Bahn-Gleisen werden die Züge aus den Regionen der Schweiz und fast alle internationale Züge wie EuroCity, Cisalpino, TGV, ICE und CityNightLine abgefertigt. Täglich verkehren von hier aus 870 nationale und internationale Verbindungen.

Das ÖPNV-Angebot der Stadt Zürich wird mehrheitlich durch die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) erbracht. Die VBZ sind Betreiber von 13 Tram-, sechs Trolleybus- und 18 Autobus-Linien auf dem Gebiet der Stadt Zürich. Hinzu kommen neun Quartierbus-Linien sowie das Polybähnli, die Seilbahn Rigiblick und die Dolderbahn. Weitere 32 Autobus-Linien betreiben die VBZ in der Agglomeration Zürich. Das gesamte Streckennetz der VBZ umfasst in der Stadt Zürich ca. 300 Kilometer.

Im Dezember 2006 wurde im Norden Zürichs die erste Etappe der Glattalbahn eröffnet. Eine weiterer Abschnitt dieser Strassenbahn bindet ab 2008 den Flughafen sowie die zwischen Flughafen und Stadt liegenden aufstrebenden Gemeinden direkt an das Tramnetz der Stadt Zürich an.

Diverse U-Bahn-Projekte sind vorwiegend aus finanziellen Gründen bisher gescheitert.

Seit 1990 ergänzt das durch die SBB betriebene S-Bahn-Netz den Nahverkehr und verbindet die Aussengemeinden mit der Stadt Zürich. Auf dem Gebiet der Stadt werden neben dem Hauptbahnhof als Drehscheibe 12 weitere Bahnhöfe von den S-Bahn-Linien bedient. Darunter befindet sich auch der für seine moderne Architektur preisgekrönte Bahnhof Zürich Stadelhofen. Alle Betreiber sind Mitglied im Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), weswegen sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel innerhalb der Tarifverbundgrenzen mit demselben Ticket befahren werden können.

Auf dem gesamten Zürichsee verkehren Kursschiffe der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft (ZSG). Vom Bürkliplatz aus bedienen die Schiffe die beiden Anlegestellen Wollishofen und Zürichhorn, welche sich auf Stadtgebiet befinden. Von dort aus fahren die Schiffe weiter zu den Anlegestellen in den Zürichsee-Gemeinden.

Die Rundfahrt der Limmatschiffe führt auf der Limmat vom Landesmuseum aus bis zum Bürkliplatz und weiter nach Wollishofen und Zürichhorn. Zusätzlich wird mit den Limmatschiffen auch die Haltestelle Hafen Enge bedient.

Wie alle anderen Anbieter im Kanton Zürich ist auch die ZSG Mitglied im Zürcher Verkehrsverbund.

Der Flughafen Zürich (früher Flughafen Zürich-Kloten) ist der mit Abstand wichtigste Flughafen der Schweiz und zählt zu den grössten Flughäfen in Europa. Er wird durch die Unique (Flughafen Zürich AG) betrieben. Der nördlich der Stadt Zürich gelegene Flughafen dient als Drehkreuz der Fluggesellschaften Swiss (Swiss International Air Lines und Swiss European Air Lines) und Deutsche Lufthansa (dritter Hub) und ist Heimatflughafen der Fluggesellschaften Belair, Edelweiss Air und Helvetic Airways, sowie Sitz der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega). Der Flughafenkopf liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Kloten, das gesamte Flughafenareal erstreckt sich darüber hinaus auf die Gemeinden Opfikon-Glattbrugg, Rümlang, Oberglatt und Winkel.

Die Stadt Zürich gliedert sich in die sieben Schulkreise Glattal, Letzi, Limmattal, Schwamendingen, Uto, Waidberg und Zürichberg. Jeder Schulkreis ist jeweils in kleinere Schuleinheiten aufgeteilt, in welchen die Schulen, Kindergärten und Horte eines geographisch begrenzten Gebietes zusammengefasst sind. Das Netz der Schuleinheiten ist sehr feinmaschig und so haben die meisten Schüler einen relativ kurzen Schulweg innerhalb ihres Quartieres. Die Volksschule, d. h. die Schule, die die obligatorische Schulzeit von neun Jahren abdeckt, ist in Abschnitte von jeweils drei Jahren unterteilt, die Unter-, Mittel- und Oberstufe. Dementsprechend existieren innerhalb einer Schuleinheit Unter-, Mittel- und Oberstufen-Schulhäuser. In den international gebräuchlichen Schulstufen-Einteilungen entspricht die Unter- und Mittelstufe der Primarstufe, die Oberstufe der Sekundarstufe I.

Die meisten Kinder wechseln nach der Primarschule prüfungsfrei in die dreijährige Sekundarschule. Die Gemeinden bzw. Schulkreise haben dabei die Wahl aus zwei Organisationsformen, die Dreiteilige oder die Gegliederte Sekundarschule. Die Dreiteilige Sekundarschule umfasst die Abteilungen A, B und C, die auf unterschiedlichen Anforderungsstufen geführt werden. A ist die anspruchsvollste Stufe. Die Schulkreise Uto, Letzi, Waidberg, Zürichberg, Glattal und Schwamendingen führen eine dreiteilige Sekundarschule. An der Gegliederten Sekundarschule werden Stammklassen und Niveaugruppen gebildet. Dieses Modell führt in der Stadt Zürich nur der Schulkreis Limmattal. Die Oberstufenschule K+S steht musikalisch, tänzerisch oder sportlich besonders begabten Jugendlichen offen.

Nach einer bestandenen Aufnahmeprüfung besteht nach der 6. Klasse der Primarschule auch die Möglichkeit in die Unterstufe des Gymnasiums (Progymnasium) einzutreten. Das sog. Langzeitgymnasium (6 Jahre) wird in der Stadt Zürich an den Kantonsschulen Rämibühl (Real- und Literargymnasium), Hohe Promenade, Freudenberg, Wiedikon und Oerlikon angeboten.

Nach dem Abschluss der Sekundarstufe I stehen je nach Leistungsniveau verschiedene weiterführende Anschlussmöglichkeiten auf der Sekundarstufe II offen. Die Schüler können sowohl nach zwei als auch nach drei Jahren (nach bestandener Aufnahmeprüfung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Französisch) ins Kurzgymnasium (4 Jahre) an einer Kantonsschule (Gymnasium, umgangssprachlich Gymi), in die Handelsmittelschule, Informatikmittelschule (beide 3 Jahre mit anschliessendem Praktikumsjahr) oder in eine Diplommittelschule wechseln. Die Schüler des Langzeitgymnasiums können nach zwei Jahren das Schulprofil wechseln und auch in ein Kurzgymnasium der Sekundarstufe II übertreten. Es gibt in Zürich 13 Gymnasien, darunter die Kantonsschule Rämibühl und die Kantonsschule Enge sowie die Kantonsschule Stadelhofen. Wer nach der Sekundarstufe I eine Berufslehre beginnt, besucht eine entsprechende Berufsschule. Für leistungsstarke Lehrlinge steht der Besuch einer Berufsmittelschule offen. Die Schulen der Sekundarstufe II werden vom Kanton Zürich betrieben.

Zürich ist der bedeutendste Hochschulstandort der Schweiz. Insbesondere die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH), gegründet 1855, und die Universität Zürich, gegründet 1833, haben internationale wie nationale Bedeutung. Die prominenten Hauptgebäude der beiden Hochschulen befinden sich über der rechtsseitigen Altstadt auf der sog. «Zürcher Akropolis», die das Stadtbild massgeblich prägt. Das Hochschulquartier im Kreis 1 entlang der Rämistrasse ist Standort zahlreicher universitärer Institute und Fakultätsgebäude sowie des Universitätsspitals. Die ETH betreibt auf dem Hönggerberg und die Universität im Irchelpark und in Oerlikon grosse Zweigstellen. Während die ETH hauptsächlich vom Bund finanziert wird, ist die Universität eine kantonale Institution. Die Zentralbibliothek Zürich ist eine selbständige Stiftung des Kantons und der Stadt; sie ist gleichzeitig Stadt-, Kantons- und Universitätsbibliothek.

Seit 1995/98 auf eidgenössischer bzw. kantonaler Ebene die gesetzlichen Grundlagen für die Schaffung von Fachhochschulen geschaffen wurden, haben sich verschiedene kantonale und private Hochschulen im berufsbildenden Sektor zur Zürcher Fachhochschule (ZFH) zusammengeschlossen. In der Stadt Zürich angesiedelt sind die Hochschulen für Angewandte Psychologie, Künste, Soziale Arbeit, Technik, Wirtschaft sowie für Pädagogik.

Die meisten Sehenswürdigkeiten Zürichs sind in und um die Altstadt gruppiert und deswegen am Einfachsten zu Fuss oder mit kurzen Fahrten in Tram oder Bus erreichbar. Neben Gebäuden und Denkmäler ist auch die Lage Zürichs am Zürichsee ein Blick wert. Am Bellevue oder am Bürkliplatz bietet sich bei gutem Wetter ein schöner Blick auf den See und die Alpen. Beide Seeufer mit ihren Promenaden und Parkanlagen sind dann jeweils Anziehungspunkte für viele Einheimische und Touristen.

Der Zürcher Hausberg Üetliberg ist mit der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) zu erreichen, die ab dem Hauptbahnhof verkehrt.

Die Hauptsehenswürdigkeit Zürichs ist die gut erhaltene Altstadt links und rechts der Limmat. Eine Besichtigung beginnt am besten beim Central-Platz gegenüber dem Hauptbahnhof, führt zum Bellevue-Platz am See, wo die Limmat überquert wird, via Münsterplatz zur Bahnhofstrasse, via Urania zum Lindenhof, via Peterskirche zurück zum Rathaus, von wo man über das Limmatquai wieder zum See oder zurück zum Bahnhof gelangen kann.

In der rechtsseitigen Altstadt sind das alte Rathaus im Renaissance-Stil, das romanische Grossmünster, Ausgangspunkt der Reformation unter Zwingli, sowie die Zunfthäuser entlang des Limmatquais besonders hervorzuheben. Ein Turm des Grossmünsters ist zugänglich und bietet eine gute Aussicht über die Altstadt. Weiter kann im Stadtarchiv am Neumarkt ein Modell der mittelalterlichen Stadt Zürich besichtigt werden, an der Spiegelgasse 14 findet sich das zeitweilige Domizil von Lenin. Am Zähringerplatz steht neben der Zentralbibliothek die gotische Predigerkirche mit dem Predigerchor, der allerdings von der Kirche abgetrennt und mit Zwischenböden unterteilt ist. Am besten erschliessen sich die Sehenswürdigkeiten bei einem Bummel durch das Niederdorf und das Oberdorf. Im Niederdorf finden sich besonders viele Bierstuben, Imbissbuden und Kaffees.

Die Altstadt links der Limmat bietet ebenfalls sehenswerte Gassen mit mittelalterlichen Häusern. Bemerkenswert sind die Fraumünsterkirche wegen ihrer Fenster von Marc Chagall und des ausgemalten Kreuzgangs von Paul Bodmer sowie die Peterskirche, die das grösste Turmzifferblatt Europas (Durchmesser: 8,7 Meter) aufweist. Die gotische Augustinerkirche, die nach der Reformation als Kornlager verwendet wurde, ist seit 1873 Pfarrkirche der Christkatholischen Kirche. Weiter interessant sind der Lindenhof, von dem sich ein schöner Ausblick auf die rechtsseitige Altstadt bietet. Aus neuerer Zeit stammen die städtischen Amtshäuser, die im frühen 20. Jahrhundert von Gustav Gull erbaut wurden.

Rund um die Altstadt liegt die Stadt des 19. Jahrhunderts. International besonders bekannt ist die Bahnhofstrasse, die vom Hauptbahnhof zum See führt. Sie ist von grossbürgerlichen Häusern und neueren Geschäftsbauten flankiert. Hier finden sich traditionellerweise zahlreiche Banken, exklusive Boutiquen und Bijouterien. Sehenswert ist insbesondere der Paradeplatz an der oberen Bahnhofstrasse mit dem dominanten Hauptsitz der Grossbank Credit Suisse von 1873 und dem Stammhaus der berühmten Confiserie Sprüngli. Auch der Hauptbahnhof selbst ist wegen seiner erhaltenen alten Bahnhofshalle ein Blick wert. Vor dem Bahnhof befindet sich das Denkmal für Alfred Escher, einem Schweizer Wirtschaftspionier und Initiator des Gotthardbahnbaus. Auf der gegenüberliegenden Seite des Bahnhofs liegt das schlossartige Gebäude des schweizerischen Landesmuseums und dahinter der Platzspitz-Park zwischen den Flüssen Sihl und Limmat. An der Bärengasse in der Nähe des Paradeplatzes findet sich ferner eine Filiale des Landesmuseums zur Geschichte der Stadt Zürich und beim Münsterhof das Zunfthaus zur Meisen mit der Porzellan- und Fayencensammlung. Am Seeufer findet sich der Sitz der Schweizerischen Nationalbank und zahlreiche repräsentative Bauten aus der Jahrhundertwende. Der Schweizer Architekt Emil Schmid errichtete folgende Gebäude in Zürich: das Bürgerasyl, das Wohn- und Geschäftshaus Kappelerhof an der Bahnhofstrasse, die Quaibrücke und das eidgenössische Postgebäude. Der herrschaftliche Palais Henneberg am Alpenquai (erbaut 1896–1900, abgebrochen 1969), wurde sein erstes Bauwerk im Stil des Neubarocks. Dazwischen liegt das Zürcher Kongresshaus, einer der bedeutendsten Bauten der Schweizer Moderne der Dreissiger Jahre, das nach dem Willen der Stadtregierung aber durch ein neues, grösseres Gebäude ersetzt werden soll.

Über der rechtsseitigen Altstadt liegt das Hochschulquartier. Hier dominieren die Hauptgebäude der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) von Gottfried Semper und der Universität. Vom Central-Platz kann man mit der Polybahn, auf die sog. Polyterrasse hochfahren, von wo sich ein besonders spektakulärer Ausblick über ganz Zürich bietet. Zahlreiche Institutsgebäude im Umkreis der Hauptgebäude sind ebenfalls sehenswert, besonders die Sternwarte von Semper und das alte Chemiegebäude der ETH. In der Nähe der ETH liegt die katholische Liebfrauenkirche mit bemerkenswerter Innenausstattung im neoromanischen Stil. Folgt man von der Universität der Rämistrasse Richtung Heimplatz, der im Volksmund «Pfauen» genannt wird, gelangt man zum Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität, in dessen Innenhof 2005 ein Bibliotheksbau von Santiago Calatrava eröffnet wurde. Am Heimplatz selbst findet sich das Schauspielhaus, ein Theater mit internationaler Ausstrahlung und das Kunsthaus, mit wechselnden Ausstellungen und einer permanent zugänglichen Sammlung mit Schwerpunkten Picasso, Munch, Monet, Giacometti und Chagall. Am Hirschengraben liegt die Häusergruppe Neuberg mit einer sehenswerten Empire-Ausstattung.

Im Vergleich zu anderen Städten gibt es in Zürich wenige Hochhäuser. Bis in die 1950er-Jahre gab es in Zürich kein einziges privates Hochhaus. Anschliessend wurden zurückhaltend einige Hochhäuser bewilligt. Sehenswerte Bauten der Moderne aus den 50er und 60er Jahren finden sich zwischen Bahnhofsstrasse und Schanzengraben an der Sihlporte sowie in der Nähe des Bahnhofs Enge die Schulanlage der Kantonsschulen Freudenberg/Enge. Schwerpunkt aktueller Architektur ist das alte Industriequartier Zürich-West zwischen Langstrasse und Hardbrücke. In diesem Trendquartier finden sich auch zahlreiche Szeneclubs sowie die Schiffbauhalle des Schauspielhauses.

Der Zoo am Zürichberg bietet als Hauptattraktion die Masoala-Regenwald-Halle, die als solches einmalig ist in Europa. Von den diversen Stadtparks sind insbesondere der (neue) Botanische Garten der Universität und der Chinagarten, ein Geschenk der Partnerstadt Kunming am Ufer des Zürichsees sehenswert. Etwas versteckt liegt der Rosengarten des Muraltenguts in der Enge. Im gleichen Quartier findet sich auch der Belvoirpark, der zu den frühesten Landschaftsgärten der Region zählt und mit seiner Aussicht auf den See, die Stadt und die Berge unter den Zürcher Parks besonders hervorzuheben ist. Direkt daneben findet sich das Museum Rietberg in der Villa Wesendonck und Park-Villa Rieter mit Schwerpunkt auf asiatischer und islamischer Kunst.

Die Stadt weist zudem neben kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten bereits wenige Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums ausgedehnte Grünflächen mit ursprünglicher Vegetation auf, die sich auch für anspruchsvolle Bergwanderungen eignen. An der Albiskette findet sich die Fallätsche, ein Erosionstrichter, der langsam wieder mit Vegetation überwuchert wird, aber dennoch immer wieder mit grösseren Abbrüchen von sich reden macht. Ein erwähnenswerter Wanderpfad ist zum Beispiel der Denzlerweg an den Abhängen des Uetlibergs, welcher durch dichten Wald vom Kolbenhof in fast direkter Linie zum Uto-Kulm führt und den Besucher die nahe Grossstadt in kurzer Zeit vergessen lässt. Auf der anderen Seeseite finden sich ebenso Wanderwege, ein Beispiel dafür ist der Pfad von der Rehalp zur Trichtenhausener Mühle.

Die Ausflugsziele in der Region Zürich sind zahlreich: etwa der Rheinfall in Schaffhausen, die Höllgrotten in Baar, das Fotomuseum, die Sammlungen von Oskar Reinhart, die Villa Flora sowie das Kunstmuseum oder das Technorama in Winterthur, das Grand Casino Baden, die längste Holzbrücke der Schweiz oder das mittelalterliche Schloss in Rapperswil.

Die Stadt Zürich ist ein wichtiges Zentrum des Schweizer Kunst- und Kulturschaffens. Einen Teil ihres kulturellen Aufschwungs verdankt Zürich zahlreichen Malern, Komponisten und Schriftstellern, die sich in der Stadt aufgehalten und ihre Prägung hinterlassen haben: unter anderen Max Frisch, James Joyce, Thornton Wilder, Hermann Hesse und Thomas Mann. In Zürich, genauer im Cabaret Voltaire, entstand 1916 die künstlerische und literarische Strömung Dadaismus. Seit 2005 wird in der Film-Hauptstadt der Schweiz – über 65 % der Filmproduktionsfirmen sind in und um Zürich angesiedelt – das Zurich Film Festival mit breiter Unterstützung der Medienbranche durchgeführt.

Typisch für Zürich ist die Galeriendichte: An der Rämistrasse in der Innenstadt befinden sich Galerien wenige Schritte voneinander entfernt. Zusammen mit London und New York hat sich Zürich zu einer bedeutenden Drehscheibe für zeitgenössische Kunst entwickelt. Alleine in der Kernstadt befinden sich über 50 Museen, von denen sich rund 14 der Kunst widmen, und mehr als 100 Galerien. Im Kunsthaus Zürich, dem Museum für bildende Kunst, findet man eine bedeutende Sammlung von Gemälden, Skulpturen, Fotographien und Videokunst wie beispielsweise von Edvard Munch, Alberto Giacometti und anderer moderner und zeitgenössischer Künstler. Das Museum Rietberg ist eines der international führenden Zentren für aussereuropäische Kunst. Wenige Schritte vom Hauptbahnhof Zürich entfernt beherbergt das Schweizerische Landesmuseum – ein über 100-jähriges schlossartiges Gebäude – die grösste kulturgeschichtliche Sammlung der Schweiz. Erwähnenswert ist auch das kleine Museum des Stadtarchivs am Neumarkt, wo ein Modell der Stadt Zürich im 18. Jahrhundert zu sehen ist.

Aber auch ausserhalb von Museen und Galerien ist in Zürich Kunst zu finden: zum Beispiel die Giacometti-Halle in der Polizei-Hauptwache, die Chorfenster von Marc Chagall in der Fraumünster-Kirche, die Heureka-Installation von Jean Tinguely am Zürichsee, der «L’Ange Protecteur» von Niki de Saint Phalle an der Decke der Zürcher Hauptbahnhofshalle, die Granitskulptur von Max Bill an der Bahnhofstrasse oder das futuristische Bahnhofsareal Stadelhofen von Santiago Calatrava.

Zürich weist eine grosse Anzahl von Theatern und Konzertlokalen auf. International bekannt sind das Opernhaus Zürich, die Tonhalle und das Schauspielhaus Zürich. Dazu kommen der Schiffbau und die zahlreichen Kleintheater. Bekannte Konzertlokale sind das Volkshaus am Helvetiaplatz, die Rote Fabrik in Wollishofen und das X-Tra Limmathaus am Limmatplatz. Für Grossveranstaltungen werden das Hallenstadion in Oerlikon oder das Stadion Letzigrund genutzt. Von wachsender Bedeutung ist zudem die Maag Music Hall im Industriequartier.

Traditionelle Veranstaltungen in Zürich sind das Sechseläuten sowie das Knabenschiessen. Das Sechseläuten findet jedes Jahr Ende April statt. Mittelpunkt des Festes ist ein Umzug der Zünfte und das Abbrennen des «Bööggs», des personifizierten Winters. Beim Knabenschiessen, welches Mitte September durchgeführt wird, machen rund 5'000 Jugendliche den Schützenkönig unter sich aus. Beide Anlässe finden an einem Montag statt und sind in der Stadt Zürich offizielle Feiertage.

International bekannt ist auch die Streetparade, die grösste House- und Techno-Parade der Welt. Die Streetparade findet jeweils Anfang August statt und zieht rund eine Million Menschen in die Limmatstadt.

Ebenfalls im Sommer finden das Langstrassenfest, das Caliente-Festival, das Werdinsel Openair auf der Werdinsel statt.

Alle drei Jahre (zuletzt 2007) findet das Zürifäscht, das mit Abstand grösste Schweizer Volksfest statt. Es lockt während drei Tagen bis zu drei Millionen Menschen an das Zürcher Seebecken.

Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien feiern die Schulkinder in den frühesten Morgenstunden seit Jahrhunderten lärmend den Schulsilvester. Ebenfalls am Silvester findet der Silvesterzauber Zürcher Hoteliers statt, die grösste Neujahrsparty der Schweiz.

Bekannte Kunst- und Kulturveranstaltungen in Zürich sind die Zürcher Festspiele, das Zürcher Theaterspektakel oder das Zurich Film Festival.

In Zürich finden auch jedes Jahr zahlreiche Messen und Ausstellungen statt. Zu den bekanntesten Messen zählen die Züspa, die Orbit-iEX, die Fespo, die Giardina und die Expovina.

In unregelmässigen Abständen stellt die City Vereinigung von den Mitgliedern gesponserte Figuren in der ganzen Stadt auf. Die Mitglieder lassen ihre Figuren von Künstlern gestalten. Oft wird die Gestaltung an das Geschäftsfeld des Sponsors angepasst, manchmal werden auch Wortspiele umgesetzt oder mehrere Figuren als Serie gestaltet. Nachdem die Stadt Zürich bei der ersten Aktion 1986 mit Figuren ihres Wappentieres, dem Löwen, verziert wurde folgten 1999 Kühe, 2001 Sitzbänke und 2005 schliesslich Teddybären. Die Figuren stehen jeweils während des Sommers in der Innenstadt (und an Aussenstationen wie dem Flughafen Zürich). Nach Ende der Aktion werden jeweils diejenigen Figuren, welche von den Sponsoren nicht behalten werden, in einer Auktion versteigert. Laut dem Präsidenten der Zürcher City-Vereinigung (Robert Ober) war die Teddy-Aktion die letzte dieser Art, wohl weil sie auch viele negative Reaktionen wie verstümmelte, in Brand gesetzte oder entführte Teddys zur Folge hatte. 2009 wird Zürich zur «Gartencity». Dabei werden in der ganzen Stadt von Künstlern gestaltete Töpfe mit Pflanzen aufgestellt.

Zürich bietet ein vielfältiges Nachtleben mit 500 Bars, Nachtclubs und Diskotheken und weisst die höchste Clubdichte der Schweiz auf. Zu den beliebtesten Ausgeh-Quartieren zählen das Niederdörfli, das Langstrassequartier und Zürich-West. Während den Sommermonaten wird das breite Angebot zudem mit diversen Openair-Kinos, -Veranstaltungen und -Bars unter freiem Himmel ergänzt. Neben Konzerten von Internationalen Stars finden regelmässig zahlreiche regionale Anlässe statt wie beispielsweise die Veranstaltung rundfunk.fm im Landesmuseum.

Kultstatus geniessen die sog. «Badi-Bars» in den städtischen Badeanlagen. Zu den bekanntesten zählen das Rimini, die Barfussbar, das Seebad Enge sowie der Obere Letten.

Zürichs Shopping-Angebot ist breit gefächert. Internationalen Modemarken finden sich vor allem an der Bahnhofstrasse, lokale, urbane Zürich-Labels im Langstrassenquartier. Grosse Einkaufszentrem auf Stadtgebiet sind das Sihlcity in Wiedikon mit rund 80 Geschäften und der Letzipark in Altstetten. In den Shops am Flughafen und im Hauptbahnhof Zürich beziehungsweise im Shopville kann auch am Wochenende eingekauft werden.

Die Zürcher Bahnhofstrasse hat wesentlich zum Ruf Zürichs als Einkaufsparadies beigetragen. Im ehemaligen Fröschengraben finden sich heute internationale Marken-, Juwelier- und Uhrengeschäfte sowie Kaufhäuser. Je weiter man der Bahnhofstrasse vom Bahnhof Richtung See folgt, desto exklusiver werden die Boutiquen mit noblen Kleidermarken, Accessoires, Schmuck und Uhren. Hier reihen sich Geschäfte wie Louis Vuitton, Prada, Hugo Boss und Gucci aneinander.

Neben internationalen Mode- und Luxusmarken finden sich in Zürich zahlreiche Läden und Ateliers mit urbanen Zürich-Labels. Zürichs Kreativwirtschaft wächst stetig. Heute finden sich rund 4’000 kreative Betriebe in der Stadt. Zu erwähnen sind zum Beispiel die «Socken im Abo» von Blacksocks, Taschen aus recycelten LKW-Planen von FREITAG oder einen Kaffee am runden Tischchen im Schuhladen im Schuh Café. Das Langstrassenquartier in Zürich-West ist das Zentrum des kreativen Schaffens. In Zürichs buntestem und vielfältigstem Viertel, zum Beispiel in der Ankerstrasse, lassen sich in den Läden Kleider, Hüte, Schuhe, Accessoires, Schmuck, Möbel und verschiedenste Gebrauchsgegenstände finden. Hier findet man insgesamt 70 Labels. Viele Ateliers haben aber auch ihren eigenen kleinen Laden, so auch Collenberg/Ponicanova, das Label Beige oder Lilli Tulipan. Und natürlich die international bekannten Zürich-Labels wie FREITAG, Alprausch, Navyboot und Fabric Frontline.

Im November findet im Kongresshaus jeweils die Blickfang statt, eine Designmesse für Möbel, Mode und Schmuck.

Kontraste zur Bahnhofstrasse und dem Langstrassenquartier sind das Handwerksquartier Schipfe sowie die Flaniermeilen des Nieder- und Oberdorfs. Die Schipfe zählt zu den ältesten Stadtquartieren und ist das Quartier der Handwerker geblieben. Hier nehmen sich die Künstler Zeit, ihre Kunden persönlich zu beraten. Und im Zentrum der Altstadt, im Ober- und Niederdorf, finden sich viele Trendshops, aber auch Tradionsgeschäfte wie Schwarzenbach Kolonialwaren mit 140-jähriger Familientradition.

Zürich besitzt neben privaten sehr viele städtisch geförderte Sportanlagen, welche vom Sportamt unterhalten werden. Dieses ist dem Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich untergeordnet. Die Aufgabe des Sportamts ist die Sportförderung, die Bereitstellung von Sportanlagen für das öffentliche Publikum, die Durchführung des obligatorischen Schwimmunterrichts (Schulsport) und die Aufklärung der Bevölkerung über Sportmöglichkeiten, Sportanlagen, Sportvereine und Sportveranstaltungen.

Die beiden Fussballvereine Grasshopper-Club Zürich und FC Zürich spielen beide in der Super League, der höchsten Spielklasse im schweizerischen Fussball. Während der Grasshopper-Club Rekordmeister (27 gewonnene Meisterschaften) und Rekordsieger im Schweizer Cup (18 Cupsiege) ist, war der FC Zürich zuletzt erfolgreicher und gewann in der Saison 2006/07 seine elfte Meisterschaft. Mit YF Juventus, Seefeld Zürich und Red Star Zürich spielen zurzeit drei weitere Stadtzürcher Vereine in der 1. Liga, der dritthöchsten Spielklasse.

Im Eishockey stellt Zürich mit den ZSC Lions eine Mannschaft in der obersten Liga. Der amtierende Schweizer Meister gewann sechsmal die Schweizer Meisterschaft und in den Jahren 2001 und 2002 den IIHF Continental Cup. In der Saison 2008/09 konnten sie zudem die erstmals durchgeführte Champions Hockey League gewinnen. Mit den GCK Lions spielt ein weiterer Verein in der Nationalliga B. Die beiden Vereine haben sich 1997 zusammengeschlossen.

Mit der Handball-Sektion kann der polysportive Grasshopper-Club Zürich eine weitere sehr erfolgreiche Sektion vorweisen. Sie spielt in der Swiss Handball League und ist mit 21 Titeln im Handball ebenfalls Rekordmeister. Ab der Saison 2007/2008 spielen die Spitzenvereine Kadetten Schaffhausen und der Grasshopper-Club in einer Allianz. Den dadurch frei gewordenen Platz übernahm das 2. Team von GC unter dem Namen Grasshopper-Club Zürich Espoirs. Der amtierende Meister im Schweizer Handball ist ebenfalls ein Stadtzürcher Verein: Der ZMC Amicitia Zürich wurde 1931 als HC Amicitia gegründet und ist heute einer der grössten Handballclubs der Schweiz. Er holte sich 2008 seinen vierten Titel.

Der LC Zürich ist einer der grössten und erfolgreichsten Schweizer Leichtathletikvereinen. Er wurde 1922 als Leichtathletik-Sektion des FC Zürich gegründet, ist seit 1934 jedoch ein eigenständiger Verein. In weniger beachteten Sportarten haben insbesondere der Volleyballverein VBC Voléro Zürich, der American-Football-Verein Zurich Renegades und der Challengers Baseball Club Zürich einige internationale Erfolge aufzuweisen.

Das wohl berühmteste Stadion in Zürich ist das Hallenstadion in Oerlikon. Das Heimstadion des Eishockeyclubs ZSC Lions steht unter Denkmalschutz, wurde innen aber umgebaut und im August 2005 neu eröffnet. Daneben befindet sich die Offene Rennbahn Zürich-Oerlikon. Weitere Stadien sind der Hardturm, Heimstadion des Fussballteams Grasshopper-Club Zürich (GC) und der Letzigrund, Heimstadion des Fussballclubs Zürich (FCZ). Für beide Fussballstadien bewilligte das Stimmvolk im Hinblick auf die Europameisterschaft 2008 einen Neubau.

Für Aufsehen im Sport-Zürich sorgte zuletzt vor allem der sogenannte Stadion-Streit, der dazu führte, dass der Neubau des ursprünglich als Stadion für die Europameisterschaft 2008 vorgesehenen Hardturms, der auf dem Dach einer kommerziellen Überbauung Platz nehmen soll, wegen Einsprachen von Nachbarn und Umweltverbänden ins Stocken kam. Deshalb wurde im Oktober 2005 mit dem EM-konformen und fristgerechten Umbau des Letzigrundes, des zweiten grossen Zürcher Fussballstadions, begonnen.

Die Stadt Zürich besitzt die grösste Dichte an Schwimmanlagen in Europa. 25 öffentliche Bäder, aufgeteilt in sieben Hallen-, sieben Frei-, fünf Fluss- und sechs See- bzw. Strandbäder, zählt Zürich innerhalb der Stadtgrenze, darunter das Freibad Letzigraben, das heute nach seinem Erbauer auch Max-Frisch-Bad genannt wird. Hinzu kommen 17 weitere Schulschwimmanlagen. Über zwei Millionen (Stand: 2006) Besucher benützen die öffentlichen Bäder jährlich.

Der Weltfussballverband FIFA hat seinen Sitz in Zürich. Am 29. Mai 2007 wurde im Quartier Hottingen in der Nähe des Zoos der neue Hauptsitz der FIFA eingeweiht. Der luxuriöse Bau kostete 240 Millionen Franken und wurde von der Architektin Tilla Theus entworfen. Derzeitiger Präsident ist der Schweizer Joseph S. Blatter.

Die Internationale Eishockey-Föderation (IIHF) hat ihren Sitz ebenfalls in Zürich. Sie feiert im Jahr 2008 wie auch der Schweizerische Eishockeyverband ihr 100-Jahr-Jubiläum. Die Schweizerische Post gibt zu dem runden Geburtstag eine Sondermarke im Wert von einem Franken zu Ehren der beiden Verbände heraus. Amtierender Präsident der IIHF ist René Fasel.

Zürich war einer von sechs Spielorten der Fussball-Weltmeisterschaft 1954 und einer von acht Spielorten der Fussball-Europameisterschaft 2008. Im Hallenstadion fanden ausserdem 1939, 1953 und 1998 Spiele der Eishockey-Weltmeisterschaft statt, auch 2009 wird es wieder als Spielort benutzt.

Von 1984 bis 1997 fand jeweils das Hallen-Tennisturnier «Zurich Open» für Frauen statt. Ursprünglich in der Saalsporthalle beheimatet, zog es von 1997 bis 2004 aufgrund des Platzmangels nach Kloten in den Schluefweg. Dort hiess das Turnier dann seit 1998 «Swisscom Challenge». 2005 kehrte die Veranstaltung unter dem Motto the girls are back in town nach Zürich in das renovierte Hallenstadion zurück. Bereits 51 Mal (seit 1954) wurde das «Zürcher Sechstagerennen» im Hallenstadion durchgeführt (dieses wurde 2001 aufgrund von Zuschauermangel aufgegeben, 2006 jedoch wieder neu lanciert). Darüber hinaus findet im Hallenstadtion das CSI Zürich, ein internationales Hallenspringturnier, und Art on Ice, eine bedeutende Eislaufgala, statt.

Seit 1928 wird alljährlich im August im Letzigrund die «Weltklasse Zürich», ein Leichtathletik-Meeting der Serie der IAAF Golden League ausgetragen. Auf der Landiwiese starten jährlich die besten Athleten aus den Bereichen Snowboard, Freeski, FMX-Bike und Skateboard beim freestyle.ch. Zu den bekannten Laufveranstaltungen in Zürich gehören der Zürcher Silvesterlauf, ein Volks- und Strassenlauf, sowie der Zürich-Marathon, der seit 2003 durchgeführt wird. Mit dem Ironman Switzerland findet die wichtigste Triathlon-Veranstaltung der Schweiz in Zürich statt. Für die besten Athleten werden auch Startplätze für den Ironman Hawaii vergeben.

Die Meisterschaft von Zürich, auch Züri Metzgete genannt, ist ein traditionsreiches Eintages-Strassenrennen, das seit 1914 durchgeführt wird. 2007 musste das Rennen jedoch abgesagt werden, weil nicht genügend Sponsoren verpflichtet werden konnten.

Einige bedeutende Theologen wirkten in Zürich, insbesondere während der Reformationszeit. Ulrich Zwingli galt als Führer der Zürcher Reformation und die Täuferbewegung nahm ebenfalls ihren Ursprung in Zürich mit Felix Manz und Konrad Grebel. Im 18. Jahrhundert wurde Johann Heinrich Pestalozzi in Zürich geboren, der sich einen Namen als Pädagoge, sowie Schul- und Sozialreformer machte. Des weiteren wurden der Schriftsteller Johann Jakob Breitinger und der Dichter, Verleger und Kupferstecher Salomon Gessner in Zürich geboren. Georg Büchner ist in Zürich begraben. Richard Wagner und Michail Bakunin, in ihrer Heimat verfolgt, suchten Zuflucht in Zürich. Von 1861 bis 1876 war ein Schriftsteller Staatsschreiber von Zürich, der geborene Zürcher Gottfried Keller. Während der Weltkriege haben viele bedeutende Persönlichkeiten in Zürich im Exil gelebt, so zweimal James Joyce, der hier auch seine letzte Ruhestätte fand. Lenin, der führende Kopf der Oktoberrevolution, lebte als Exilant während des Ersten Weltkriegs in der Spiegelgasse 14. Viele Intellektuelle, Psychologen, Theaterschaffende, Schriftsteller und bildende Künstler fanden hier vorübergehend Schutz vor Verfolgung oder Asyl und wurden eingebürgert, wie etwa Leopold Lindtberg und Therese Giehse. Die Schriftsteller Thomas Mann und Bertolt Brecht flohen nach dem Zweiten Weltkrieg vor McCarthy nach Zürich. Eine Vielzahl bedeutender Wissenschaftler hat zudem an den Zürcher Hochschulen studiert oder gelehrt. So hat beispielsweise Albert Einstein an der ETH Zürich studiert und war an beiden Zürcher Hochschulen als Professor tätig.

Weitere bedeutende Personen, die entweder aus der Stadt Zürich stammen oder längere Zeit dort gewirkt haben, sind in der Liste der Persönlichkeiten der Stadt Zürich aufgeführt.

Die Rechtsform des Ehrenbürgerrechtes ist im zürcherischen Recht im Prinzip nicht bekannt. Auf Gewohnheitsrecht kann sich jedoch das Kloster Einsiedeln berufen. Seit der 2. Hälfte des 13. Jahrhundert wird der Abt von Einsiedeln aufgrund der Burgrechtsverträge des Klosters mit der Stadt Zürich zum Stadtbürger auf Lebenszeit. 1866 wurde das Bürgerrecht in ein Ehrenbürgerrecht umgewandelt. Jeder Abt von Einsiedeln wird seitdem Ehrenbürger Zürichs.

Zum Seitenanfang



Zoo Zürich

Zoo Zürich um 1930, Aufnahme von Walter Mittelholzer

Der Zoo Zürich ist der zoologische Garten von Zürich in der Schweiz. Er wurde 1929 eröffnet und liegt etwas oberhalb der Stadt auf dem Zürichberg.

Die Geschichte des Zoo Zürich begann damit, dass der ehemalige Aussenminister Abessiniens, der gebürtige Schweizer Alfred Ilg der Stadt im Jahr 1902 zwei Löwen schenkte, als Dank für die Ausbildung, die er an der ETH geniessen konnte. Ein Zwinger für die Löwen scheiterte an der Finanzierung. Mangels eines geeigneten Zwingers kamen die Tiere deshalb zuerst in einen provisorischen Käfig zum Bildhauer Urs Eggenschwyler am Milchbuck (Zürich), 1903 in den Tierpark Hagenbeck und 1905 in den Zoo Basel, wo sie bis zu ihrem Tod lebten.

Tierliebhaber gründeten 1925 die Tiergarten-Gesellschaft Zürich, die sich das Ziel gesetzt hatte, endlich einen Zoo Wirklichkeit werden zu lassen. Der Verein mit 3000 Mitgliedern konnte bald darauf auf der Allmend Fluntern ein grosses Stück Land mit einer Gastwirtschaft erwerben. So erfolgte am 28. Oktober 1928 der Spatenstich, während Vertreter der neu gegründeten Genossenschaft Zoologischer Garten (die Betreiberin des Zoos) damit begannen, verschiedene Tiere zu erwerben.

Am 7. September 1929 wurde die neue Zooanlage eröffnet. Sie bestand damals aus einem Hauptgebäude mit Volièren, Aquarien, Terrarien, Affenkäfigen und Elefantenstallung, einem Bärengraben, einem Raubtierhaus sowie einem Kleinaffenhaus. Dazwischen lagen zahlreiche Gehege für weitere heimische und exotische Säugetiere mit einfachen Ställen.

Eine Woche nach der Eröffnung am 15. September wurden bereits 20'835 Besucher gezählt; eine Zahl, die bis heute nur ein Mal übertroffen wurde. Die ersten Jahre waren für den Zoo nicht einfach. Maul- und Klauenseuche, Wirtschaftskrise, aussergewöhnlich kalte Winter und der Zweite Weltkrieg setzten dem Zoo stark zu. Wiederholt war er auf Kredite von Stadt und Kanton angewiesen. Mit der Zurschaustellung von fremdländischen Menschen und Zirkussen versuchte man, die Leute in den Zoo zu locken. Für negative Schlagzeilen sorgten der Ausbruch eines Schwarzen Panthers, der im Spätherbst 1933 für 10 Wochen verschollen blieb und eines Leoparden, dem 1936 die Flucht gelang.

In der Gründungszeit des Zoos stand das Ausstellen von Tiere im Vordergrund. Von Anfang an wurden aber auch auf Information gesetzt. Dies war und ist heute noch eine Begründung für die Unterstützung durch den Staat. 1954 wurden Beschriftungstafeln mit kurzen Informationen zur Tierart eingeführt (sogenannte Hediger-Tafeln). Viele Zoos haben diese Praxis übernommen.

Seit 2000 unterstützt ein Team von rund 180 Freiwilligen die Zoobetreiber, die dessen Ziele gemäss der im Rahmen des Weltverbandes der Zoos und Aquarien (WAZA) erarbeiteten Naturschutzstrategie an die Besucher weiter geben.

Nach den Anfangsjahren wurde der Zoo ausgebaut: Das Gelände wurde erweitert, ein Afrikahaus für Nilpferde und Nashörner wurde gebaut, hinzu kamen ein grosses Affenhaus und ein neue Behausung für die Elefanten. 1989 wurde das schon seit dem Gründungsjahr 1929 bestehende und baufällige Hauptgebäude erneuert. Acht Jahre zuvor trat die neue eidgenössische Tierschutzverordnung in Kraft. Da diverse Käfige zu klein waren, musste man sich von einigen Arten trennen.

1955 besuchten erstmals mehr als eine halbe Million Menschen den Zoo. Die Zahlen blieben während der nächsten 30 Jahre etwa konstant. Seit den 1980er-Jahren nimmt die Zahl der Besucher laufend zu mit Spitzen in Jahren mit Elefantengeburten (Komali 1984 und Panang 1989). Dieser Erfolg beruht unter anderem auch auf dem Masterplan 2030, der mit dem Bau neuer Anlagen für eine artgerechtere Tierhaltung sorgen soll.

In den bereits neu erstellten Gehegen (u.a. Bärenanlage 1995, Himalaya-Anlage 2001 und Masoala-Regenwaldhalle 2003) können die Besucher die Tiere in einer natürlichen Umgebung beobachten. Der alte Besucherrekord vom Eröffnungstag 1929 wurde erst am 31. August 2002 übertroffen, als 28'724 Personen anlässlich der Eröffnung des Zoolinos den Zoo besuchten. Im Jahr 2003 waren es bereits mehr als 1.6 Millionen Besucher, 2007 sogar 1.76 Millionen Besucher – mit der Masoalahalle war ein Besuch auch bei Kälte und Regen lohnend. Im Jubiläumsjahr 2004 wurde mit 1.87 Millionen Personen die bisher höchste Zahl registriert. Am 16. Juli 2005 kamen 30'968 Besucher in den Zoo, um bei der Eröffnung der Naturwerkstatt dabei zu sein.

Dank der gestiegenen Eigenfinanzierung − allein 2007 wurden CHF 12 Millionen durch Eintritte eingenommen – nahm der Anteil an öffentlichen Geldern im Budget des Zoos laufend ab. 1999 wurde die Genossenschaft Zoologischer Garten Zürich in die Aktiengesellschaft Zoo Zürich umgewandelt.

Im Jahr 2006 nimmt der Zoo Zürich eine Fläche von fast 15 Hektar ein – die sich bis 2020 auf 28 Hektar erhöhen wird –, auf der rund 4000 Tiere verteilt auf 345 Arten leben, die Arten- und Individuenzahl wurde in den letzten Jahren zu Gunsten von grösseren Gehegen verringert. Der Zoo zählt zu den meist besuchten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Zürich. Direktor ist seit dem Jahr 1991 Dr. Alex Rübel. Das Unternehmen beschäftigt über 100 Leute, deren Gehälter den grössten Teil der täglichen Ausgaben von SFr. 51'100 (Stand 2004) ausmachen.

Der Zoo Zürich sieht sich heute insbesondere als Naturschutzzentrum. Es werden nicht mehr möglichst viele, möglichst exotische Tiere ausgestellt, statt dessen soll bedrohten Tierarten ein Überleben ermöglicht werden. Jede neue Anlage im Zoo ist mit einem Naturschutz-Projekt verbunden. Der Zoo möchte zwischen Natur, Tier und Mensch vermitteln und die Bevölkerung entsprechend weiterbilden (gemäss dem Motto «Wer Tiere kennt, wird Tiere schützen»). So sollen auch die für die Projekte notwendigen finanziellen Mittel aufgetrieben werden. Alle Neubauten im Zoo werden privat bzw. über den Förderverein, die Tiergarten-Gesellschaft Zürich (TGZ), finanziert.

Um diese Ziele zu erreichen, wurden mit mehreren Sponsoren Verträge abgeschlossen. Der Zoo vermietet Räumlichkeiten für Feste und betreibt mehrere Restaurants in- und ausserhalb des Geländes.

Der Zoo verschreibt sich immer mehr der Wissenschaft und Erhaltung gefährdeter Tierarten. Er nimmt an rund 40 Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) teil. Im Rahmen der Erhaltungszucht werden in Zürich unter anderem Sibirischer Tiger, Schneeleoparden, Fischotter, Arabische Oryx, Indische Löwen, Asiatische Elefanten, Kappengibbon, Löwenäffchen, Gelbbrust-Kapuzineraffen und Banteng-Wildrind gehalten, die sich zumeist erfolgreich vermehren. Die Aufzucht von Galápagos-Riesenschildkröten ist für Europa einmalig. Für diese Schildkrötenart, die Kappengibbons und Blaue Pfeilgiftfrösche führt der Zoo Zürich die Zuchtbücher im Rahmen der Erhaltungszuchtprogramme.

Im Zürcher Zoo leben rund 345 Tierarten aus sechs Kontinenten, wobei sich der Park in naher Zukunft ausschliesslich auf Tierarten beschränken will, die aus Afrika, Madagaskar, Eurasien und Südamerika stammen. Es werden nur Tierarten gehalten, denen der Zoo artgerechte und verhaltenstypische Anlagen bieten kann. Aus diesem Grund wurden mehrere Arten mit grossen Bewegungs- und Platzansprüchen abgegeben, so zum Beispiel die Eisbären nach Frankreich und im Sommer 2006 die Schimpansen nach Gelsenkirchen. Um Zuchterfolge garantieren zu können, werden von jeder Tierart mindestens ein weibliches und ein männliches Exemplar gehalten.

Die 1995 eröffnete Bärenanlage bietet auf mehr als 2500 m² den Brillenbären und Nasenbären einen naturgetreuen Lebensraum. Die Tiere teilen sich die Anlage. Mehrere Gräben bieten aber die Möglichkeit, die einzelnen Tierarten voneinander zu trennen und ermöglichen den Tierpflegern das Füttern und Reinigen.

Rund um einen grossen Teich leben und brüten zahlreiche eurasische Vögel (u.a. Enten, Gänse und Jungfernkraniche). Die meisten Störche sind Wildtiere, die im Winter mit ihren Artgenossen nach Süden ziehen – einige verbringen auch die kalte Jahreszeit im Zoo. Die Europäischen Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) können manchmal beim Sonnenbaden beobachtet werden. Der Besucher kann auf einem Steg durch die Anlage gehen.

Die Bewohner dieser Anlage sind Beutegreifer aus dem Himalaya. Zu ihnen zählen Sibirische Tiger, Mongolische Wölfe, Schneeleoparden und Kleine Pandas. Den verschiedenen Tierarten stehen grosse Anlagen zur Verfügung, die ihre natürlichen Lebensräume abbilden. Der Nachwuchs bei beiden Katzenarten und den Wölfen ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Gehege den Bedürfnissen der Tiere entsprechen.

Der Streichelzoo wurde auf dem Gelände eines alten Bauernhofs errichtet und bietet den Besuchern die Möglichkeit, hautnahen Kontakt mit einheimischen Nutz- und Haustieren wie Schweinen, Gänsen, Hühnern, Ziegen oder Meerschweinchen zu pflegen. Eine Höhle führt in das Gehege von Präriehunden und erlaubt – durch eine Scheibe getrennt – die Beobachtung dieser Tiere.

Die im Sommer 2005 eröffnete Naturwerkstatt dient als Schulungsräumlichkeit, um Stadt-Kindern Bauernhof- und Wildtiere, die im Siedlungsraum leben, näher zu bringen. Ein Schwerpunktthema des Hauses sind die heimischen Fledermäuse, deren verletzte Artgenossen hier von der Stiftung Fledermausschutz gepflegt werden.

Im Sommer 2003 wurde eine Regenwaldhalle eröffnet. Das europaweit in dieser Grösse einmalige Regenwaldhaus bildet ein Stück des madagassischen Masoala-Regenwaldes in der Schweiz ab. Die ausschliesslich aus Madagaskar stammenden Pflanzenarten entwickeln sich dank einem lichtdurchlässigem Dach aus einer Spezialfolie und spezieller Technik erfreulich gut. Die vier Lagen Folie sind zusammen nur ein Millimeter dünn. Zwischen die ersten drei Lagen pumpt ein computergesteuerter Kompressor Luft und reguliert den Druck automatisch. Aufgeblasen ist der Folienmantel einen Meter dick. Dabei lässt er fast das ganze Sonnenlicht ungehindert passieren. Die vierte Folie sorgt für Schutz gegen Hagel und Schnee und ist dabei so stabil, dass Zoomitarbeiter problemlos auf ihr spazieren können. Die Tiere (gehalten werden 42 Tierarten, unter anderem Lemuren, Makis, Chamäleons, Flughunde, Aldabra-Riesenschildkröten, Vögel, Geckos, Frösche, Echsen und Insekten) können sich in der Halle, die eine Fläche von gut einem Hektar besitzt, frei bewegen. Die Besucher müssen auf den Wegen bleiben. Das Berühren der Pflanzen (mehr als 20'000 aus 92 Familien) ist verboten. Rasches Wachstum der Pflanzen und reger Nachwuchs bei den Tieren zeugen davon, dass der künstliche Regenwald ihnen gut bekommt. Erstmals gelang ausserhalb Madagaskars die Aufzucht der gefährdeten Vogelart Mähnenibis (Lophotibis cristata), erstmals in Gefangenschaft die Aufzucht von Blaukopf-Erdracken (Atelornis pittoides). Die Eingriffe der Revierpfleger in die Pflanzenwelt werden möglichst minimal gehalten. Die Tiere müssen hingegen gefüttert werden, da die Pflanzen und Insekten der Halle kein ausreichendes Nahrungsangebot darstellen.

Der Halle ist ein Informationszentrum angegliedert, das über Madagaskar, Masoala, die Zerstörung des Regenwaldes und die Bedeutung des Tropischen Regenwaldes informiert. Ein Terrarium zeigt Echsen, die in der Halle teilweise nicht leicht zu entdecken sind, ein anderes madagassische Hundskopfboas. Ein grosses Aquarium bildet ein Stück Korallenriff vor Masoala ab. Mit 2% der Einnahmen des Zoo-Restaurants und den im Informationszentrum gesammelten Spenden unterstützt der Zoo Zürich Naturschutz-Projekte im Masoala-Nationalpark.

Mit Kosten von 52 Millionen Franken, die zum grossen Teil durch private Spenden finanziert wurden, ist diese Ökosystem-Halle das grösste Projekt, das der Zürcher Zoos bisher verwirklicht hat. Sie gehört zu den Hauptattraktionen des Parks und sorgte dafür, dass die Besucherzahlen im Eröffnungsjahr auf ca. 1.5 Million anstiegen.

Die im Sommer 2006 eröffnete Löwenanlage für Asiatische Löwen bildet einen Ausschnitt aus dem Gir-Forest-Nationalpark in Indien nach, dem letzten Zufluchtsort dieser Löwen in freier Wildbahn. Die Raubkatzen bewohnen ein ca. 1850 Quadratmeter grosses Gelände, das von Laubbäumen, Wasserläufen und Lavafelsen durchzogen ist. Dieses teilen sie sich mit Asiatischen Zwergkrallenottern. Der Anlage angeschlossen ist ein Informationszentrum, das auf die akute Bedrohung der Grosskatzen hinweisen soll.

Die neuste Anlage im Zoo ist dem äthiopischen Hochland nachempfunden. Bewohner der Anlage sind Dscheladas, Nubische Steinböcke und Klippschliefer. Ebenfalls zur Anlage gehört ein Informationszentrum.

Die Anlage für die Asiatischen Elefanten entspricht heute nicht mehr den internationalen Zoostandards und den Bedürfnissen dieser anspruchsvollen Tiere. Im Jahr 2005 musste die Innenanlage erweitert werden, weil zwei Elefantenkühe trächtig waren und der Platz für zwei zusätzliche Jungtiere nicht ausgereicht hätte. Die Elefantenjungen kamen am 3. Mai respektive 24. Juli desselben Jahres zur Welt. Bis 2012 soll eine komplett neue, tier- und naturgerecht Anlage errichtet werden, deren Fläche die derzeitige um das drei- bis vierfache übertreffen wird.

Zürich ist einer der führenden Zoos in Europa betreffend Zucht von Asiatischen Elefanten. Bisher wurden acht Jungtiere auf dem Zürichberg geboren, wobei aktuell drei davon noch im Zoo leben. Diese Zuchterfolge liegen sicherlich auch am Zucht- und Leitbullen der Herde: Maxi ist der Vater von elf Jungen.

Im Exotarium – dem eigentlichen Hauptgebäude – befinden sich zahlreiche Terrarien und Aquarien, in denen verschiedene Fische, Amphibien und Reptilien, die hauptsächlich aus dem südamerikanischen Kontinent stammen. Bei den Besuchern besonders beliebt sind die Philippinen-Krokodile und die Königspinguine. Im Winter bewohnen Letztere eine grosse Aussenanlage (im Sommer das Quartier der Humboldt-Pinguine) und veranstalten bei Temperaturen unter 10° C täglich zusammen mit ihren Pflegern eine Parade durch den Zoo. Im Hauptgebäude haben auch die Flamingos ihr Winterquartier sowie die Tapire, die Capybaras und die Ameisenbären die in den letzten Jahren wiederholt Nachwuchs hatten.

Der Zoo liegt oberhalb der Stadt auf dem Zürichberg im Quartier Fluntern. Das Gelände war ursprünglich ein Restaurationsbetrieb mit Blick auf den Säntis (daher der Name des ersten Zoorestaurants – Säntisblick – in dem später auch die Wärterbehausungen untergebracht waren) und eine grosse Wiese, auf der zu Gründungszeiten diverse Haus- und Huftiere weideten.

Die exponierte Lage auf 600 m ü.M. bereitete vor allem am Anfang Probleme, als die meisten Unterkünfte für die Tiere noch nicht beheizt waren und das Gebiet noch nicht an die Wasserversorgung angeschlossen war. Heute bietet das Gebiet am Stadtrand zwischen Wiesen und Wäldern den wesentlichen Vorteil, dass dem Zoo noch einige Hektar Fläche für Erweiterungen zur Verfügung stehen.

Der Zoo ist von geräumigen und naturnah gestalteten Anlagen geprägt. Die Pflanzen werden je nach Gehege einem anderen Ökosystem zugeordnet.

Der Park liegt am Hang und besitzt eine nicht unwesentliche Steigung, welche heute durch breite, asphaltierte Wege überwunden werden kann. Einzig die Natur- und Trampelpfade sind für Rollstühle und Kinderwagen unpassierbar.

Den Besuchern stehen Bänke und Picknicktische zur Verfügung. Speziell für die Kinder gibt es eine grosse Anzahl von Spielmöglichkeiten. Zudem können kostenlos zweiplätzige Wägelchen ausgeliehen werden, um müde Kinder herumzufahren. Jedes grössere Warmhaus bietet getrennte, rollstuhlgängige Toiletten sowie Wickeltische und Sanitätsräume. An beiden Zooeingängen gibt es einen Souvenirshop und einen Informationsstand.

Der Zoo ist mit den Tramlinien 6 und 5 aus der Zürcher Innenstadt zu erreichen, wobei die Linie 5 nur sonntags bis zur Endstation Zoo fährt. Zusätzlich stehen zwei Busverbindungen zur Verfügung: Die Linie 751 fährt von Fluntern bis Zoo/Forrenweid und weiter zum Bahnhof Stettbach. Die Linie 39 verbindet den Zürichberg mit Zürich-Nord.

Für Autos stehen Parkplätze zur Verfügung, die aber an publikumsreichen Tagen nicht ausreichen. An Sonn- und Feiertagen steht den Besuchern ein Pendelbus zu einem etwas weiter entfernten Parkplatz zur Verfügung.

Da die Tramhaltestelle 300 Meter vom Eingang entfernt ist, werden verschiedene andere Möglichkeiten diskutiert, wie der Zoo besser erschlossen werden könnte. Im Laufe der Jahre wurden einige Konzepte erarbeitet, welche die Anfahrt zum Zoo vereinfachen oder das Auto ersetzen sollten: eine zusätzliche S-Bahn-Station bei den Dreiwiesen zwischen Stadelhofen und Stettbach, ein Parkhaus Zoo, eine Seilbahn aus Stettbach und eine Verlängerung der Tramgleise bis zum Zooeingang bzw. bis zur Masoala-Halle. Eine Tramverlängerung wurde in der Volksabstimmung vom 30. November 2008 von den Stimmbürgern des Kantons Zürich deutlich abgelehnt. Die Seilbahn zum Bahnhof Stettbach kam wiederholt ins Gespräch und wird momentan geplant. Andere Ideen wurden bislang als nicht realisierbar eingestuft.

Der Zoo bewirkte 1952 in Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich beim öffentlichen Verkehr die Umbenennung der Tramstation von Allmend Fluntern zu Zoo sowie 2003 den Bau der neuen Station Zoo/Forrenweid der Buslinie 751.

Der Zürcher Zoo beteiligt sich an verschiedenen Projekten in Madagaskar, die den Schutz und den Erhalt der einzigarigen Flora und Fauna der Insel zum Ziel haben. Insbesondere soll langfristig der Schutz des Masoala Nationalpark sichergestellt werden. Mit jährlich rund 100'000 Schweizer Franken aus Spenden und zwei Prozent des Umsatzes des Masoala-Shops und Masoala-Restaurants trägt der Zoo Zürich massgeblich zum Budget des Parks bei.

Der Zoo züchtet im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes erfolgreich Fischotter. In regelmässigen Abständen können Jungtiere an Partner des Zuchtprogrammes abgegeben werden. Ausserdem unterstützt er die Stiftung Pro Lutra, die sich die Rettung und Wiederansiedlung der Fischotter in der Schweiz zum Ziel gesetzt hat.

Der Zoo beherbergt auf seinem Gelände die Stiftung Fledermausschutz. Diese betreut eine Fledermausausstellung und nimmt das ganze Jahr verletzte und verwaiste Fledermäuse zur Pflege in einer Fledermaus-Pflegestation auf.

Für die Galapagos-Riesenschildkröten führt der Zoo das Europäische Zuchtbuch. Zusammen mit der Abgabe eines Grossteils der über 50 im Zoo Zürich geborenen Jungtiere soll damit eine Zoopopulation der in der Natur gefährdeten Art aufgebaut werden. Die Geschäftsstelle des Vereins Freunde der Galapagos-Inseln (Schweiz) liegt ebenfalls auf dem Zoogelände.

Seit der Eröffnung der neuen Tigeranlage im Jahr 2002 arbeitet der Zoo mit der Tigris-Foundation zusammen, um den Bestand der Amurtiger in Russland zu sichern. Die Ausrüstung der Reservatswächter, die Aufklärung der Bevölkerung, die Wiederaufforstung der abgebrannten Wälder und Entschädigungszahlugen an Viehhalter für gerissene Haustiere gehören dabei zu den Hauptaufgaben.

Der Zoo beteiligt sich auch am Erhaltungszuchtprogramm der Arabischen Oryx-Antilope und hat einige Tiere an die Auswilderungsprogramme im Oman und in Saudi Arabien abgegeben.

Im Jahr 1992 wurde ein neues Konzept für die Entwicklung des Zoos während der nächsten 20 Jahre festgehalten. Die Fläche des Zoos sollte mehr als verdoppelt, die Artenzahl der Tiere aber beibehalten und praktisch jedes Gehege sollte umgestaltet werden. Man wollte nicht mehr Tierarten zur Schau stellen, sondern Ökosysteme zeigen. Diese sollten Lebensräume aus Eurasien, Südamerika und Afrika beziehungsweise Madagaskar zeigen – der Zoo wurde geographisch aufgeteilt. Die einzelnen Anlagen sollen einen naturnahen Lebensraum darstellen, der den Besuchern nur wenig Einblicke lässt und den Tieren die Möglichkeit bietet, sich zurückzuziehen.

Zusätzlich konnte der Zoo die Telekommunikationsfirma Sunrise als Kommunikationspartnerin für sich gewinnen, was ihm beispielsweise ermöglichte, die Zoobesucher per SMS über die Geburt eines Elefantenjungen zu informieren und eine Webcam auf seiner Homepage einzurichten.

Der Zoo betreibt stark Werbung, besonders wenn es darum geht, Spenden für neue Projekte zu sammeln. So wurde im Jahr 2005 zum Beispiel während der Sammelaktion für das neue Löwengehege ein TV-Spot produziert, in dem ein Nilpferd, dem der Schweizer Musiker Marc Sway seine Stimme lieh, eine Coverversion des bekannten Songs The Lion Sleeps Tonight sang. Auch sind immer wieder diverse Reklametafeln, die auf neue Anlagen und Spendenaktionen hinweisen, in der ganzen Metropolregion Zürich zu sehen.

Der Zoo lädt lokale Medienberichterstatter zu monatlichen Veranstaltungen ein, bei denen jeweils ein Tier oder ein Thema präsentiert wird. Die lokalen Medien nehmen diese Informationen gerne auf und berichten auch sonst immer wieder über die Ereignisse im Tierpark. 2004 produzierte das Schweizer Fernsehen eine fünfteilige Dokumentationsserie über den Alltag und gewährte einen Blick hinter die Kulissen.

Seit dem Jahr 1999 besitzt der Zoo eine eigene Website, die regelmässig überarbeitet wird und viele Informationen über den Zoo und seine Tiere bereithält.

Die Tiergarten Gesellschaft Zürich, oder einfach nur TGZ, ist der offizielle Förderverein des Zoos und umfasst einen Mitgliederstab von 30'000 (Stand Mai 2006) Zoofreunden, die vor allem bei der Finanzierung der Ausbauprojekte helfen.

Sie wurde am 3. April 1925 gegründet und war eigentlich dazu ausersehen, den neu entstehenden Zoologischen Garten der Stadt zu leiten und zu führen. Als dann 1928 vor allem aus finanziellen Gründen die Genossenschaft Zoologischer Garten entstand, lautete deren Artikel 1 ihrer Statuten: «Unter dem Namen Zoologischer Garten Zürich hat sich mit Sitz in Zürich eine Genossenschaft auf unbestimmte Dauer gebildet, mit dem Zweck auf dem Gebiete der Stadt Zürich einen zoologischen Garten zu errichten und zu betreiben.» Als Folge richtete die TGZ ihre Ziele neu aus und verschrieb sich fortan der Förderung des Zoos, in dem sie im Laufe der Zeit durch immer wieder neue Aktionen Geld und Spenden für den Tiergarten sammelten. Der Name jedoch blieb bis heute bestehen.

Die TGZ ist Mitherausgeberin des Zoo Journals und des Schweizerischen Zookalenders. Bis ins Jahr 1999 richtete sie ebenfalls den Zoofrühshoppen aus, eine Wohltätigkeitveranstaltung, die immer am ersten Sonntagmorgen während des Gastspiels des Circus Knie in Zürich stattfand.

Zum Seitenanfang



S-Bahn Zürich

Streckennetz der S-Bahn Zürich

Die S-Bahn Zürich wurde am 27. Mai 1990 als erstes flächendeckendes S-Bahn-System der Schweiz auf dem Gebiet des Kantons Zürich und den angrenzenden Regionen eröffnet. Die Planung und Umsetzung des Angebots erfolgt durch die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) als marktverantwortliches Unternehmen im Auftrag des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV), der für die Leistungsbestellung und Finanzierung zuständig ist. Die Fahrleistungen erbringen mehrere Bahngesellschaften. Auf einer Streckennetzlänge von 380 Kilometern werden 171 Stationen und Bahnhöfe von 28 S-Bahnlinien bedient. Im Jahr 2007 verkehrten 355’653 Passagiere täglich auf der S-Bahn Zürich.

Aufgrund wachsender Passagierzahlen erweitert der Zürcher Verkehrsverbund mit jedem Fahrplanwechsel einzelne Fahrleistungen, während das Liniennetz im Rahmen sogenannter Teilergänzungen vergrössert wird. Mit dem aktuellen Grossbauprojekt der Durchmesserlinie vom Bahnhof Zürich Altstetten, durch den neuen unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse, unter dem Zürcher Hauptbahnhof, und dem 4,8 Kilometer langem Weinbergtunnel zum Bahnhof Zürich Oerlikon, erhoffen sich die SBB schnellere Verbindungen und eine Steigerung der Kapazitäten der S-Bahn und des Fernverkehrs rund um dem Zürcher Eisenbahnknoten.

Die S-Bahn Zürich unterscheidet sich in ihrem Betriebskonzept von vielen anderen S-Bahnen. Der Begriff S-Bahn bezeichnet in der Literatur eine Stadt-Bahn oder auch eine Schnellbahn, die auf einer eigenen Trasse verkehren. In Zürich wurde aus Platz- und Kostengründen bereits vor der Bauplanung der S-Bahn die Verwendung des bestehenden Netzes beschlossen. Beim Ausbau einiger Strecken und Bahnhöfe hatte man bereits mit dem «Projekt 1954» die Trasseen von Personen- und Güterverkehr getrennt.

Das Grundgerüst bilden seit der Einführung der S-Bahn Zürich Linien mit Halt an allen Stationen im Halbstundentakt. In stark nachgefragten Korridoren überlagern sich zwei Linien und ergeben so von den Aussengemeinden bis nach Zürich den Viertelstundentakt, jedoch mit dem Vorteil, dass direkte Durchmesserverbindungen zu zwei anderen Strecken zur Verfügung stehen (Beispiel: Im Limmattal verkehren die S3 und die S12 im Halbstundentakt, womit dem Fahrgast beispielsweise ab Dietikon alle 15 Minuten eine Fahrgelegenheit nach Zürich HB zur Verfügung steht. Gleichzeitig besteht alle 30 Minuten eine umsteigefreie Verbindung nach Winterthur mit der S12 oder nach Pfäffikon ZH mit der S3).

Einige peripherer gelegene Gebiete werden mit S-Bahn-Schnellzügen mit dem Stadtzentrum verbunden, wobei diese Bahnen in den Aussengebieten an allen Bahnhöfen halten, im Nahbereich der Stadt jedoch nur noch an ausgewählten Stationen.).

Das Betriebskonzept der S-Bahn Zürich bietet also viele Direktverbindungen zwischen Regionen und gleichzeitig einen dichten Takt Richtung Zentrum. Der Nachteil dieser Betriebsform ist die sehr komplexe Betriebsabwicklung, welche zusammen mit Trassenkonflikten mit dem Fernverkehr manchmal einen exakten Viertelstundentakt verhindert, so dass sich etwa zwischen Zürich HB und Thalwil ein ungewohnter 12/18-Takt ergibt.

Die S-Bahn-Tageslinien verkehren von 5:30 bzw. 6:00 Uhr morgens bis 24:00 bzw. 01:00 Uhr abends.

Im Dezember 2002 wurde vom Zürcher Verkehrsverbund das Nachtnetz ins Angebot aufgenommen. Das Nachtnetz, welches in ähnlicher Form zuvor bereits in der Stadt Zürich bestand, setzt sich aus Nachtbussen und erstmals auch Nacht-S-Bahnen zusammen, die jeweils während den Wochenendnächten sowie an Spezialanlässen im Raume Zürich verkehren. Die Nacht-S-Bahnen tragen zur Unterscheidung vom eigentlichen S-Bahnnetz SN-Liniennummern. Aktuell verkehren neun S-Bahnlinien und 39-Buslinien im Nachtnetz, die meisten Linien mindestens im Zweistundentakt.

Für die Benützung des Nachtnetzes ist zum Fahrausweis auch ein fünf Franken teurer Nachtzuschlag erforderlich. Besitzer einer zkbnightcard bezahlen diesen Nachtzuschlag nicht.

Die Linien des S-Bahnnetzes Zürich werden von sechs verschiedenen Bahngesellschaften betrieben, wohingegen die alleinige Marktverantwortung bei den Schweizerischen Bundesbahnen liegt. Die Eisenbahngesellschaft Thurbo, eine Tochter der SBB, betreibt die grösstenteils in der Ostschweiz verkehrenden Linien S22, S26, S29, S30, S33, S35 und S41, die Südostbahn (SOB) betreibt die im Raum Pfäffikon SZ verkehrenden Linien S13 und S40; die Thurbo verwendet in der Regel GTW, die SOB FLIRT-Triebzüge. Die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) betreibt die Linien S4 und S10, die vom eigenen Tunnelbahnhof beim Zürcher Hauptbahnhof in Richtung Uetliberg beziehungsweise ins Sihltal verkehren. Zwischen Dietikon und Bremgarten verkehrt die S17, die von der Bremgarten-Dietikon-Bahn betrieben wird. Die restlichen Linien werden von der SBB bedient.

Als Unikum betreibt die Forchbahn (FB) die Strecke zwischen dem Zürich Stadelhofer Bahnhof via Forch nach Esslingen ZH, die grösstenteils als Strassenbahn, im Gegensatz zu den anderen Betreibern, auf eigenem Trassee verkehrt. Sie ist als S18 im Liniennetz der S-Bahn Zürich eingetragen.

Vorreiter der S-Bahn Zürich war der sogenannte Goldküstenexpress. Am 26. Mai 1968 verkehrte zwischen Zürich und Rapperswil SG via Meilen der erste Goldküstenexpress. Sein Fahrplan war starr, im Halbstundentakt und reduzierte die Reisezeit zwischen Rapperswil und Zürich erheblich. Seinen Namen hat der «Goldküstenexpress» aus dem Volksmund, da das rechte Zürichseeufer oft auch einfach Goldküste genannt wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchsen die ehemaligen Weindörfer entlang der 1894 erbauten Bahnlinie rasant. Die langsam zu Wohngemeinden mutierenden Städte verzeichneten schnell einen Zuwachs an Pendler in Richtung Zürich, so dass die Kapazitäten der damals verkehrenden Zügen den Pendlermengen nicht mehr gewachsen waren. Die Klagen der Pendler verstärkten sich zudem, weil der Zug nach Zürich zu lange brauchte und anfällig für Verspätungen war.

Aus einem 1954 angefertigten Gesamtkonzept für die langfristige Entwicklung der Bahn im Kanton Zürich entwickelte sich 1957 das Projekt für den Ausbau der 36 Kilometer langen Linie am rechten Seeufer. Weder der Personen- noch der Güterfernverkehr verkehrten auf dieser Strecke; die Einführung einer überregionalen Linie ohne Behinderungen war daher möglich. Zwischen Küsnacht und Herrliberg, sowie zwischen Stäfa und Uerikon baute man zwei Doppelspurinseln sowie neue Bahnhöfe. Die entscheidende Frage war die Finanzierung. Da der Ausbau der Goldküstenstrecke lediglich den lokalen Bedürfnissen und vor allem der Zürcher Siedlungspolitik diente, sahen die Schweizerischen Bundesbahnen keine Mehrerträge in diesem Projekt. Die SBB sah daher eine Kostenbeteiligung des Kantons Zürich vor – ein damals völlig neuartiger Vorschlag, da das Eisenbahngesetz eine Beteiligung des Kantons beziehungsweise des Bundes in normalem Falle nicht vorsah. Durch die Einführung eines neuen Gesetzes, das dieses Problem löste, einigten sich die SBB und der Kanton darauf, dass die betreffenden Gemeinden je fünf Millionen Franken beisteuern. Die Kosten des Gesamtprojekts wurden auf 72 Millionen Franken geschätzt.

Das auffälligste Merkmal waren die dreiteiligen, weinroten RABDe 12/12 Triebwagen. Futuristisch waren die technischen Merkmale; war er doch damals der erste Schweizer Triebwagen, der über eine enorm hohe Beschleunigungs- und Bremsleistung verfügte, was ihm sogleich zu dem Übernamen «Mirages» verhalf. Zu diesen futuristischen Eigenschaften verfügte die Mirage zudem über automatisch schliessende Türen, was kurze Haltezeiten und eine Verringerung der Fahrzeiten ermöglichte. Mit der Mirage wurde der Sichtwagenbetrieb eingeführt. Abteile waren mit gelben Tafeln mit der Aufschrift «Regio» beschriftet. Jene Wagen waren für Sichtabonnementsbesitzer reserviert und wurden vom Zugspersonal nur stichprobenweise kontrolliert.

Die Reisezeit verkürzte sich nach der Einführung des Goldküstenexpress zwischen dem Zürcher Bahnhof Stadelhofen nach Rapperswil von über 60 Minuten auf rund 40 Minuten. Heute beträgt die Reisezeit mit der S 7-Linie 35 Minuten.

Anfangs der 50er-Jahre präsentierte ein Initiativkomitee, dem auch der Bahnspezialist Adolf Weber angehörte, der Öffentlichkeit ein Projekt namens «Untergrundbahn Zürich». Das Projekt umfasste ein 107 Kilometer langes U-Bahnnetz mit 158 Stationen, und sollte voraussichtlich 800 Millionen bis eine Milliarde kosten. Diese Idee wurde auf Grund hoher Kosten bald verworfen. Am 30. Mai 1959 reichten einige Stimmberechtigte zwei Motionen beim Stadtrat von Zürich ein. Die erste bat den Stadtrat 200'000 Franken für die Ausarbeitung einer Studie zur Verwirklichung zweier Untergrundbahnlinien von Enge–Kloten und Altstetten–Tiefenbrunnen zu gewähren. Da diese in die Kompetenzen des Stadtrates fiel, lehnte dieser die Motion ab. Die zweite Motion beauftragte den Stadtrat das Verkehrsproblem so zu lösen, dass auf gemeinwirtschaftlicher Basis die Gründung einer Betriebsgesellschaft für die Zürcher Untergrundbahn vollzogen werden kann. Da der Stadtrat bereits eine Studie mit derselben Linienführung durchgeführt hat, empfahl er den Stimmberechtigten diese Motion abzulehnen. Im darauffolgenden Abstimmungskampf bezeichneten mehrere Seiten das Vorhaben als «unrealistisch und überrissen», da Zürich nicht die nötige Grösse für eine U-Bahn habe und die Anlagekosten zu hoch seien. Die Abstimmung am 14. Februar 1960 fiel mit 69,8 % Neinstimmen klar gegen den Vorschlag aus.

Basierend auf neuen Erarbeitungen und einem neuen Verkehrsgesetz, das eine Förderung des regionalen öffentlichen Verkehrs forderte, präsentierte die Behördendelegation für den Regionalverkehr 1967 ein U- und S-Bahnprojekt. Vom Zürcher Flughafen her sollte eine U-Bahnlinie über Glattbrugg–Oerlikon–Hirschenwiesen–Central–Hauptbahnhof–Stauffacher–Altstetten nach Dietikon führen. Die auf eigenem Trassee verlaufende Strecke sollte zwischen Opfikon und Oerlikon oberirdisch verlaufen. Der zweite Teil der Vorlage war das «Zürichbergsystem», eine Schnellbahn vom Zürcher Hauptbahnhof durch einen neu zu bauenden Zürichbergtunnel nach Dietlikon. Durch den Bau des unterirdischen Bahnhofs Museumstrasse erhoffte sich der Regierungsrat eine Entlastung der Zürcher Hauptbahnhofs. Am 20. Mai 1973 wurde das Gesamtpaket U- und S-Bahn mit einem ebenso hohem Neinanteil abgelehnt.

Im Abstimmungskampf gab es kaum Stimmen gegen die S-Bahn. Hingegen entzündeten sich am U-Bahnprojekt heftige siedlungs- und gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen. SP-Kantonsrat Franz Schumacher wertete den Volksentscheid als Nein zum Wirtschaftswachstum und meinte, das Nein der Abstimmung habe nur der U-Bahn gegolten.

Da in einer Agglomeration wie Zürich dem öffentlichen Verkehr eine zentrale Bedeutung zugesprochen wurde, und die Schiene die erforderlichen Kapazitäten bereitstellen könnten, war eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Kanton Zürich und den Schweizerischen Bundesbahnen – die den Grossteil der Eisenbahnstrecken besassen, erforderlich. Die SBB konnte mit den eigenen Mitteln nicht so viel investieren, wie es für die Lösung des Pendlerproblems erforderlich war. Der Kanton Zürich war andererseits nicht in der Lage, die geforderte Mobilität zu gewährleisten, wenn die Anlagen und Leistungen der SBB nicht ausgebaut würden.

Der erste Schritt zu einer Zusammenarbeit wurde 1978 mit der Abstimmung über die Einrichtung eines Verkehrsfonds getätigt. In diesem Fond würden jährlich 40 Millionen Franken eingezahlt werden, die dann als finanzielles Fundament der S-Bahn verwendet würden. Die Linienführung der heutigen S-Bahn wurde in einer Kantonsratsdebatte am 19. Juni 1978 festgelegt. Dabei stand die Frage «Ost oder West» offen. Die Westvariante forderte die Anschliessung des nördlichen Teils des Kantons via Oerlikon, die Ostvariante forderte den Bau des Zürichbergtunnels. Der Kantonsrat entschied in der darauffolgenden Abstimmung mit 85 gegen 36 Stimmen für die Variante Ost.

Am 29. November 1981 wurde über den Bau einer S-Bahn abgestimmt. Dabei bewilligten die Zürcher Stimmbürger/innen mit einer Zweidrittelmehrheit einen Kredit von über 520 Millionen Franken für den Bau des Kernstücks der S-Bahn.

Die Neubaustrecke führt vom Hauptbahnhof durch den Hirschengrabentunnel nach Stadelhofen, wo die Linie nach Tiefenbrunnen abzweigt, und weiter durch den Zürichbergtunnel nach Stettbach (neuer Bahnhof in Tieflage) mit Anschluss an die bestehenden Bahnlinien in Dietlikon und Dübendorf. Unter dem bestehenden Hauptbahnhof, der als Kopfbahnhof gebaut ist, wurde ein neuer unterirdischer Bahnhofsteil mit vier Durchgangsgleisen gebaut (auch Bahnhof Museumstrasse genannt). Das ermöglichte die Verknüpfung bestehender Vorortslinien zu attraktiven Durchmesserlinien. Der Bahnhof Stadelhofen wurde zur architektonisch preisgekrönten Station umgebaut. Ebenfalls erweitert wurde der Bahnhof Hardbrücke ausserhalb der Neubaustrecke, so dass auch die Züge in Richtung Altstetten halten können. Gleichzeitig mit dem Bau des S-Bahn-Kernstücks wurde auch die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn vom Bahnhof Selnau bis zum Hauptbahnhof verlängert.

Am 27. Mai 1990 wurde die S-Bahn in Betrieb genommen. Die wichtigsten Linien verkehrten bereits im Halbstundentakt, weitere sollten folgen. Auf den gleichen Termin nahm der ZVV seine Arbeit auf. Zum ersten Mal war es möglich, mit nur einem Billet auf der S-Bahn, in Schnellzügen und in Bussen und Trams zu fahren.

Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Anfangs zwar noch mit «Anlaufschwierigkeiten», erhöhte sich die Zahl der Passagiere zusehends. Seit Eröffnung der S-Bahn bis heute hat das Reisevolumen um ca. 60 Prozent zugenommen. In mehreren Etappen wurde das Angebot auf dem 380 Kilometer umfassenden Schienennetz ausgebaut, kamen morgens und abends Spezialzüge hinzu, welche nur in grösseren Orten halten.

Die chronisch überfüllten Züge auf der S12 zwischen Dietikon und Zürich machten Ausbauten im Limmattal notwendig. Mit dem Ausbau auf vier Spuren zwischen Dietikon und Killwangen wurde eine Entflechtung von S-Bahn und Fernverkehr sowie Güterverkehr möglich. Die neue Linie S3 ergänzt seither die S12 zu einem Viertelstundentakt. Dank Doppelspurinseln im Knonaueramt konnte auf der S9 der Halbstundentakt eingeführt werden.

Mit der zweiten Teilergänzung wurde am rechten Zürichseeufer ein dichter Viertelstundentakt eingeführt (S6 und S16, S7 neu als beschleunigte S-Bahn). Zwischen Schlieren und Dietikon wurde die neue Haltestelle Glanzenberg eröffnet.

Auf Dezember 2002 wurde das S-Bahn-Angebot mit Nachtlinien ergänzt. Die sogenannten SN-Linien waren nach der Einführung bereits so gut ausgelastet, dass das Nachtnetz im Jahr 2007 bereits zum vierten Mal in Folge die gesamten Betriebskosten decken konnte. Im Jahr 2007 betrugen die Betriebskosten insgesamt 6,2 Millionen Franken. Die SN-Züge fahren in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag, wodurch auf gewissen Linien von Freitagmorgen bis Sonntagabend ein durchgehender 24-Stunden-Betrieb gewährleistet ist.

Mit der bis 2007 laufenden dritten Ausbauetappe wurde der Viertelstundentakt auf dem S-Bahn-Netz weiter ausgebaut. Am 12. Dezember 2004 (zeitgleich mit der Inbetriebnahme der ersten Etappe von Bahn 2000) wurde die Linie S3 von Dietikon durch den Heitersbergtunnel nach Aarau verlängert; bei Mellingen wurde eine neue Haltestelle eröffnet. Am 10. Dezember 2006 nahm nach Fertigstellung von Ausbauten im Oberland die Linie S15 zwischen Rapperswil und Birmensdorf ihren Betrieb auf. Nach Abschluss weiterer Ausbauten im Knonaueramt wurde sie am 9. Dezember 2007 von Birmensdorf bis nach Affoltern am Albis verlängert. Im Süden der Stadt Zürich wurde die Sihltalbahn auf Doppelspur ausgebaut.

Auf den ländlichen Zulauflinien um Winterthur (S33 nach Schaffhausen, S35 nach Wil und bei der S41 bis nach Bülach) wird der Halbstundentakt angeboten. Die S8 wurde von Winterthur bis Weinfelden verlängert. Sie ergänzt auf diesem Abschnitt die S30, so dass zwei Verbindungen pro Stunde bestehen. Zudem wurde die S16 stündlich über Winterthur beschleunigt nach Schaffhausen verlängert, wobei sie zwischen Winterthur und Schaffhausen nur in Andelfingen und Neuhausen am Rheinfall hält. Um zudem der Stadtentwicklung um Winterthur Rechnung zu tragen, wurde an der Bahnlinie Winterthur−Wil neu der Bahnhof Winterthur-Hegi eröffnet.

Gegenwärtig werden pro Jahr zwischen 75 und 85 Millionen Passagiere befördert, im Einzugsgebiet nutzen gut 70 Prozent der Anwohner das dichtmaschige S-Bahn-Netz.

Es ist vorgesehen, in der Agglomeration Zürich den Viertelstundentakt weiter auszubauen. Ausserdem sollen weitere neue Gebiete in den Nachbarkantonen Aargau, St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau und Schwyz erschlossen werden.

Bereits erfolgreich die Volksabstimmung passiert hat das Projekt für einen zweiten Durchgangsbahnhof unter dem Zürcher Hauptbahnhof (auch Bahnhof Löwenstrasse genannt) und eine anschliessende Tunnelstrecke unter dem Weinberg nach Oerlikon, welche sowohl von Fernverkehrs- wie auch S-Bahn-Zügen benutzt werden soll. Zeitlich abgestimmt auf die Eröffnung der Durchmesserlinie ist eine vierte Teilergänzung der S-Bahn geplant. Sie soll in den Jahren 2013 bis 2015 fertiggestellt werden.

Für diese Angebotsverbesserungen sind wieder diverse Ausbauten notwendig, so zwei zusätzliche Gleise im Bahnhof Oerlikon, ein Überholgleis in Pfäffikon SZ und Anpassungen an diversen Bahnhöfen. Im Korridor Flughafen–Winterthur sind im Rahmen des Projekts Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB) Ausbauten für den Fernverkehr geplant, die weitere Anpassungen für die S-Bahn nötig machen.

Als 1981 der Bau der S-Bahn Zürich beschlossen wurde, kam die Frage auf, welches Rollmaterial verwendet werden sollte. Da sich Doppelstockfahrzeuge im Vorstadtverkehr der Nederlandse Spoorwegen und der SNCF bewährten, entschieden sich die SBB zum ersten Mal für die Verwendung von Doppelstockzügen. Den Kriterien, unter anderem waren hohes Beschleunigungsvermögen, niedrige Unterhaltskosten und ein Gepäckabteil von mindestens 10 m2 gefordert, entsprach von 59 geprüften Fahrzeugen eine rund hundert Meter lange Komposition mit einer Lokomotive Re 450, einem doppelstöckigen Steuerwagen Bt mit 2. Klasssitzen, einem doppelstöckigem Gemischtwagen mit 1.  und 2. Klassabteilen AB und einem mit reinen 2. Klasswagen am besten. Für die Beschaffung dieser Wagen waren SLM, ABB und SWP ausgewählt worden. Damit der Ein- und Ausstieg schneller geht, beschloss man die Bahnsteige auf 55 cm zu erhöhen. So konnten die Fahrgäste auch bereits vom Bahnsteig die Belegung beider Stockwerke besser einschätzen. 1989 erstmals im Betrieb, konnten die 130 km/h schnellen doppelstöckigen S-Bahn-Züge erstmals im Frühjahr 1990 ihren fahrplanmässigen Dienst aufnehmen.

Die erste Generation der Doppelstock-Pendelzügen, oft auch mit DPZ abgekürzt, sind nach wie vor das Flaggschiff der S-Bahn Zürich. Sie werden auf den meisten Linien verwendet. In Hauptverkehrszeiten werden maximal drei Kompositionen zu einem Zug von 300 Metern Länge zusammengekoppelt.

Die neuen Doppelstocktriebzüge (DTZ) RABe 514 wurden 2003 bei der Siemens Transportation Systems bestellt und konnten 2006 erstmals ausgeliefert werden. Mit den Niederflureinstiegen ist der DTZ rollstuhltauglich. Sie sind die zweite Generation der Doppelstockzügen der S-Bahn Zürich und sollen bis Ende 2009 für die S-Bahn Zürich produziert werden. Sie verkehrten versuchsweise vorerst auf der S14; im Liniendienst werden sie auf der S7, S8 und auf der S15 eingesetzt, weitere Linien sollen später ebenfalls einzelne Fahrzeuge dieses Typs erhalten.

Die mit RBe 540-Triebwagen gebildeten Pendelzüge bestehen aus gelegentlich bis zu sechs zwischen zwei RBe 540 eingereihten A- und B-Einheitswagen, des (umgebauten) Typs EW I und EW II. Diese Anordnung in Form eines «Sandwiches» ermöglicht Energie zu sparen und zugleich höhere Leistung zu gewinnen. Anlässlich der Hauptrevision R4 wurden die Triebwagen modernisiert. Nebst einer Lackierung im Farbschema des Neuen Pendlerzugs, erhielten sie eine neue Inneneinrichtung und Aussenschwingtüren.

In den ersten Jahren der S-Bahn verkehrten auf den meisten S-Bahn-Linien Züge dieses Typs. Sie wurden nach und nach analog zur RABDe 510 durch neu beschaffte Doppelstock-Pendelzüge ersetzt. Aufgrund des chronischen Fahrzeugmangels sind diese Kompositionen weiterhin täglich anzutreffen, hauptsächlich auf der S15, S16, auf den peripheren Nebenstrecken und bei Einschaltzügen.

Da die RABDe 510-Triebzüge in den 1960ern Jahren als Vorgänger der Stadtbahn Zürich zwischen Zürich und Rapperswil verkehrte, trugen diese Triebzüge den Spitznamen «Goldküstenexpress». Eine Komposition bestand aus zwei 2. Klasswagen an den Enden sowie einem Zwischenwagen mit Erster Klasse und einem Gepäckabteil. Da alle Achsen dieser Fahrzeuge angetrieben werden, und die Triebzüge zudem über hohe Leistungen verfügen, kann der Zug schnell auf die Höchstgeschwindigkeit von 125 km/h beschleunigen. Zur hohen Beschleunigungsleistung kam auch ein hohes Bremsvermögen hinzu.

Anfangs noch auf einigen Strecken anzutreffen, verkehrte die RABDe 510 bis zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008 nur noch zeitweise als S16, S21, S24 beziehungsweise auch in anderen Regionen der Schweiz. Mit der Auslieferung der zweiten Serie der RABe 514, wurden die RABDe 510-Triebzüge 2008 aus dem S-Bahnverkehr zurückgezogen, und werden heute als Reservekompositionen verwendet.

Zu den Hauptverkehrszeiten werden – hauptsächlich bei den Einschaltzügen – zusätzliche, lokbespannte Züge eingesetzt. Periphere, wenig frequentierten Linien wie die S22 und S41 werden von der Thurbo mit GTWs bedient.

Am 27. Juni 2008 bestellte die SBB bei Stadler Rail insgesamt 50 jeweils sechsteilige doppelstöckige Triebzüge der Bauart DOSTO. Diese sollen ab 2011 in Dienst gestellt werden. Insgesamt werden die Züge 414 Sitzplätze in der 2. Klasse und 112 Sitzplätze in der 1. Klasse bieten und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreichen.

Den alltäglichen Betrieb des Rollmaterial der S-Bahn Zürich stellen eine Reihe von Abstell- und Unterhaltsanlagen sicher. Naheliegend sind die Anlagen im Zürcher Vorfeld, die bis zur weitgehenden Stilllegung der Hauptwerkstätte Zürich auch in der Lage waren, ganze Revisionen durchzuführen. Heute wird noch der Grossunterhalt in Zürich ausgeführt, wofür neben der ehemaligen HW auch die neue Unterhaltsanlage Herdern zur Verfügung steht, für grosse Revisionsarbeiten werden dagegen die DPZ und die 540-Pendel im Areal der HW zerlegt und für die Überführung nach Olten (Wagen) respektive Yverdon-les-Bains (Triebfahrzeuge) umgruppiert. Neben den freien Abstellflächen wird von den DPZ in Zürich ausserdem das Depot G (zusammen mit den ICN), als Abstellanlage verwendet.

Zweiter zentraler Standort ist die eigens für die DPZ erstellte Abstell- und Unterhaltsanlage Oberwinterthur, die einen beträchtlichen Teil der DPZ-Flotte beherbergt. Aufgrund der chronischen Platznot in Zürich ist der DPZ-spezifische Unterhalt in Oberwinterthur untergebracht, so auch beispielsweise die Gruppen für die Behebung von Schäden durch Vandalismus (beschädigte Polster, Graffiti). Aufgrund der hohen Netzauslastung und der knappen Fahrzeugreserve wird in Oberwinterthur praktisch rund um die Uhr gearbeitet, so sind in Randstunden und teilweise die ganze Nacht hindurch Verschiebungen ganzer Fahrzeugflotten zwischen Herdern und Oberwinterthur zu beobachten.

Weitere grössere Abstellanlagen befinden sich beim Bahnhof Brugg und in Rapperswil-Jona, wobei einzelne Fahrzeuge auch an Linienendpunkten abgestellt werden. Da sämtliche dieser Standorte nur über offene Abstellflächen verfügen, sind diese nicht selten Quelle versprayter Fahrzeuge.

Seit ihrer Inbetriebnahme wurden Zugs-Kompositionen der S-Bahn nur in wenige Unfälle verwickelt.

Zu einem verhängnisvollen Brand kam es, als am 16. April 1991 in einem Personenwagen EW I auf der Tunnelstrecke zwischen dem Hauptbahnhof Zürich und Stadelhofen von Vandalen Feuer gelegt wurde. Da jemand die Notbremse zog, entstand im Hirschengrabentunnel rasch starker Rauch. 52 der Passagiere, die nur schwer den Ausgang des Tunnels fanden, wurden verletzt. Die Gefahr, die durch das Ziehen der Notbremse auf Tunnelstrecken entsteht, kam erst damals ins Bewusstsein der Schweizer Öffentlichkeit.

Ein schweres Unglück ereignete sich am 8. August 1992, als ein Zug der Linie S5 den Bahnhof Zürich Oerlikon verliess. Gleichzeitig durchquerte ein Intercity, welcher auf der Strecke Romanshorn–Genf unterwegs war, mit an die 70 km/h den Bahnhof. Die Kollision war unabwendbar: Der IC wurde seitlich aufgeschlitzt, wobei er teilweise entgleiste. Eine Person starb, acht weitere wurden zum Teil schwer verletzt.

Am 2. Februar 1999 starb beim Bahnhof Zürich Wiedikon ein Postbeamter im entgleisten Gepäckwagen eines Interregios Zürich-Luzern, als eine auf dem Nachbargleis Richtung Zürich fahrende S-Bahn in den Interregio prallte.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia