Wismar

3.3623188406004 (2070)
Geschrieben von robby 11/04/2009 @ 08:09

Tags : wismar, mecklenburg-vorpommern, deutschland

Neueste Nachrichten
Massive Sachbeschädigung an Pkw in Wismar - MVregio
24.05.2009: Wismar/MVregio Am 24.05.2009, 02:13 Uhr, wurde von Anwohnern der Ernst-Scheel-Straße in der Wismarer Altstadt mitgeteilt, dass unbekannte Täter die Seitenspiegel von dort geparkten Pkw abtreten würden. Im genannten Bereich wurden insgesamt...
NWM-Sport Kurz notiert - Lübecker Nachrichten
Fußball: Zwei Highlights stehen in Wismar an. In Vorbereitung der neuen Saison trifft der FC Anker am 14. Juli auf Zweitligist FC Hansa Rostock und am 25. Juli auf Erstligist Hannover 96. Fußball: Im Vorfeld des am 3. Juli in Wismar geplanten...
Karstadt-Mitarbeiter demonstrieren für ihre Jobs - Ostsee Zeitung
Wismar/Berlin (OZ/ddp/dpa) Die Mitarbeiter des Karstadt-Stammhauses in Wismar sammeln seit Montag in großem Rahmen Unterschriften für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Zuvor hatten sie Angaben des Geschäftsführers bereits Stammkunden und ihr familiären...
Nachgefragt: Bei Dr.Kathrin Möller, Projektleiterin phantechnikum - Schwerin-News
1990 erfolgte dann der Umzug in den Marstall und 2002 entschied eine Mehrheit des Vereines „Technisches Landesmuseum MV“, der Trägerverein des Museums, den Standort nach Wismar zu verlegen. Das phantechnikum, dessen Grundsteinlegung am 11....
Der Retter - Ostsee Zeitung
Noch bevor beide 1986 in Wismar heirateten, kam Sohn Enrico zur Welt. Der heute 24-Jährige kickte bis zur A-Jugend ebenfalls bei Hansa und arbeitet heute in einem Hamburger Nobel-Hotel. Die Familie steht bei Zachhuber an erster Stelle....
Sie sind hier: Home > Pressemitteilung: Call for Papers - 4 ... - Informationsdienst Wissenschaft (Pressemitteilung)
Kongress Multimediatechnik in Wismar. Ziel dieses Kongresses ist es, Forschern und Entwicklern aus dem Bereich multimedialer Technologien die Möglichkeit zu geben, die Ergebnisse ihrer Arbeit im Rahmen einer wissenschaftlichen Veranstaltung zu...
Grundsteinlegung für Phantechnikum - Erlebniszentrum in Wismar - MVregio
18.05.2009: Wismar/MVregio Heute wurde in Wismar der Grundstein für das Technische Landesmuseum, dem Phantechnikum, gelegt. Es wird in dem Stabsgebäude einer ehemaligen Kasernenanlage errichtet. Dazu wird auch ein gläserner Neubauriegel in den...
BPOL-HRO: Güterwaggons in Wismar entgleist - news aktuell (Pressemitteilung)
Rostock (ots) - Am heutigen Mittag sind in Wismar, am Bahnübergang Poeler Str. 2 Güterwaggons, beladen mit Schienen, entgleist. Die Rangiereinheit, bestehend aus 18 Güterwagen (358 m lang) sollte zu einem Güterzug zusammen gestellt werden....
Weitere Staatshilfen beschlossen - Täglicher Hafenbericht
Die Wadan-Werften in Wismar und Rostock sollen weitere staatliche Hilfe bekommen. Vier Wochen nach dem Antrag der in russischem Besitz befindlichen Werften stimmte der Lenkungsausschuss der Bundesregierung der Unterstützung zu....
Wismar: Grundstein für Windanlagenfabrik gelegt - NDR Online
Am Seehafen Wismar sollen ab August Teile für Windräder gebaut werden. Der Windkraftanlagenhersteller Kenersys Europe aus Nordrhein-Westfalen legte am Dienstag den Grundstein für die Produktionshalle. Nach Angaben von Marketingchef Jochen Weick will...

Wismar

Wappen der Stadt Wismar

Die Hansestadt Wismar liegt an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns am südlichen Ende der durch die Insel Poel geschützten Wismarbucht. Die kreisfreie Stadt ist eines der 18 Mittelzentren des Landes.

Am 27. Juni 2002 wurde ihre Altstadt zusammen mit der von Stralsund unter der Bezeichnung Historische Altstädte Stralsund und Wismar in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Die Stadt liegt an der Südspitze der gleichnamigen Wismarbucht an der Ostsee. Hier münden das Flüsschen Köppenitzbach und die im Gründungsjahrhundert künstliche geschaffene Stadtgrube, gespeist aus dem Mühlenteich, in die Hafenbecken zur Ostsee. Der 1577 von Tilemann Stella, dem herzoglichem Hofbaumeister, begonnene Kanalausbau, zunächst Viechelnsche Fahrt genannt (erst ab dem 19. Jahrhundert bürgerte sich der Name Wallensteingraben ein), fließt östlich der Altstadt in die Ostsee. Der Kanal hatte einen Höhenunterschied von 38 Metern zu überwinden und erwies sich als unwirtschaftlich und versandete in der Folge. Trotzdem bestehen bis heute Kanalpläne, zuletzt 2008 durch eine Machbarkeitsstudie, die die Kreisverwaltung Nordwestmecklenburg in Auftrag geben wollte. Doch die notwendigen Mittel zum Bau und Unterhalt der umstrittenen Wasserstraße zur Ostsee fehlten. Im Stadtgebiet befinden sich mehrere kleinere und zwei größere stehende Gewässer, der Mühlenteich und der Viereggenhöfer Teich.

Die Urkundenlage zum Namen der Hansestadt Wismar lässt, auch nach neuesten Forschungen, keine Eindeutigkeit zu. Genannt wird unter anderem die Ableitung von Wismaria oder Ort des Vysěmêr oder Visemêr, dem angeblichen Lokator des Ortes. Der Ortsname änderte sich von 1229 Wyssemaria, 1230 Wissemaria bis 1237, 1246 hin zu Wismaria.. Demgegenüber wird der Name Wismar schon 1147 durch die 20 Jahre später entstandene Knytlinga-Sage erwähnt, als der dänische König Sven Grade in „Wizmar Havn“ – der Wismarer Bucht – landete. Dies ist nicht glaubwürdig, da es sich höchstens um einen Ankerplatz handelte. Auch der dänische König Waldemar landete 1164 in "Wismar Havn". Die auf beide Ereignisse zurückzuführende nachweisbare Fälschung der Urkunde vom 4. Januar 1211, wonach Kaiser Otto IV "den lieben Bürger zu Schwerin eine beliebige Anzahl von kleineren Schiffen und zwei größeren Schiffen im Hafen von Wismar zu halten gestattet" .

Der Name der Stadt Wismar ist nicht eindeutig, auch wenn man die Urkunde von 1167 , also rund 60 Jahre vor Stadtgründung heranzieht. Hierbei handelte es sich um eine Urkunde von Heinrich dem Löwen zur Bestätigung der Festlegung der Grenzen des Bistums Ratzeburg, wo zum ersten mal der Name Wismar als aqua que Wissemara dicitur, ad aquem Wissemaram als östliche Grenze des Bistums erwähnt wird. Es ist ein kleiner Flusslauf östlich Wismars. Letztendlich datiert die urkundliche Erwähnung (es ist eine Kopie des im 13. Jahrhundert durch einen Stadtbrand verloren gegangenen Urkundenbuchs Wismar) der Stadt Wismar aus dem Jahr 1229 als Fürst Johann „seinen lieben Bürgern (man spricht nur von Bürgern, wenn eine Stadt (Civita) vorhanden) ein Stück Land zwischen der Köppernitz und ... überläßt“. Erwähnt wird dies auch in der Kirchbergschen Chronik von der „un dy stad zur Wysmar“.

Der Name für die planmäßige Besiedlung des dreikuppigen Hügels an der südlichen Wismar-Bucht, der heutigen Hansestadt Wismar, leitet sich nach Ansicht des ausgewiesenen Hanse- und Wismarforscher Friedrich Techen, dem mecklenburgischen Altmeister der Geschichte Friedrich Schlie und Friedrich Schildt vom Namen des östlich der Stadt gelegenen Baches der aqua Wisemaraa ab. Das dort vermutete Dorf Alt Wismar kann eventuell nur als Ansiedlung angesehen werden, die später in die neue Stadt und dann auch erst das alte Wismar genannt wurde, überging. Die aqua wissemaraa gab es nachweislich und auch den Ort Alt Wismar (siehe Urkunde von 1167). Zwei Bezeichnungen deuten auf diesen Ort hin: Das 1868 abgerissene Altwismartor im Osten der Stadt und die heutige Altwismarstraße in Richtung Osten. Schwerlich kann man da Viysemar, den Lokator, als einzigen Nachweis für den Stadtnamen Wismar angeben, wobei der Name Wismar 1147 und 1167, Jahrzehnte früher auftaucht und der erwähnte Lokator sicherlich noch nicht anwesend war.

Die Region um die heutige Hansestadt Wismar ist schon auf Grund der günstigen Lage Jahrtausende altes Besiedlungsgebiet, was durch Ausgrabungen und Funde der letzten Jahre belegt ist. Bis zum Ende des 10. Jahrhunderts war die Region um die Wismarbucht von den wendischen oder slawischen Obodriten bewohnt, die nahe Wismar beim heutigen Dorf Mecklenburg und in der Burg Ilow östlich von Wismar ihren Hauptsitz oder Wohnsitz hatten.

Das nördlich von Wismar am Salzhaff gelegene Dorf Alt Gaarz wurde durch eine willkürliche, auf keine wissenschaftliche Basis gründende Entscheidung mit Verleihung des Stadtrechts am 1. April 1938 in Rerik umbenannt. Damit sollte der alte Handelsplatz Reric der Wikinger dokumentiert und gleichzeitig die Weltanschauung der Nationalsozialisten demonstriert werden (siehe auch Kühlungsborn). Neuerliche Funde an der Wismarer Bucht, wie etwa von Münzen aus den Jahren um 900 n. Chr. und auch der Fund der Poeler Kogge, lassen vermuten, dass das 808 n. Chr. zerstörte Reric im 8. Jahrhundert ein bedeutender wikingischer Fernhandelsplatz an der Ostsee war, dessen Rolle Haithabu übernahm, das sich eben in der nördlichen Wismarer Bucht befand.

Der Name „Wismar“ ist erstmals für das Jahr 1147 durch die 20 Jahre später entstandene Knytlinga-Sage erwähnt, als der dänische König Sven Grade in „Wizmar Havn“ – der Wismarer Bucht – landete. Der Name "Hafen" ist hier irreführend. Es könnte sich, wenn die Sage stimmt, nur um einen Ankerplatz handeln, der sich in der Nähe des "aqua wissemara" befand. Der Name der Stadt "Wismar" ist nicht eindeutig, auch wenn man die Urkunde von 1167, also rund 60 Jahre vor Stadtgründung, heranzieht. Hierbei handelte es sich um eine Urkunde , von Heinrich dem Löwen zur Bestätigung der Festlegung der Grenzen des Bistums Ratzeburg, wo zum ersten Mal urkundlich belegt der Name Wismar als aqua que Wissemara dicitur, ad aquem Wissemaram als östliche Grenze des Bistum erwähnt wird. Es ist ein kleiner Flusslauf östlich Wismars.

Die am 4.Januar 1211 in Capua ausgestellte Urkunde, wonach Kaiser Otto IV „den lieben Bürger zun Schwerin eine beliebige Anzahl von kleineren Schiffen und zwei größeren Schiffen im Hafen von Wismar zu halten gestattet“,beruht auf einer Fälschung, die durch eine falsche Abschrift der Urkunde von 1167 entstanden ist. Letztendlich datiert die urkundliche Erwähnung (es ist eine Kopie des im 13. Jahrhundert durch einen Stadtbrand verloren gegangenen Urkundenbuchs Wismar) der Stadt Wismar aus dem Jahr 1229 als Fürst Johann „seinen lieben Bürgern (man spricht nur von Bürgern, wenn eine Stadt (Civita) vorhanden) ein Stück Land zwischen der Köppernitz und ... überläßt“. Erwähnt wird dies auch in der Kirchbergschen Chronik von der „un dy stad zur Wysmar“.

Hypothetisch wird angenommen (da keine bekannte Urkunde dies belegen kann), dass der Name der durch die planmäßige Besiedlung der späteren Hansestadt Wismar, sich von dem östlich der Stadt gelegenen Fluss aqua wissemare oder wie es deutlicher zum Ausdruck kommt, der Wissemaraa herleitet. Das Wort Aa bedeutet noch heute im skandinavischen Raum Fluss oder Bach.

Die Stadtgründung der heutigen Stadt Wismar geht vermutlich auf den Fürsten Heinrich Borwin I., Herr zu Mecklenburg, zurück. Das Stadtgründungsjahr wird auf 1226 geschätzt. Die hier angesiedelten Menschen stammten – ihren Familiennamen nach – wohl aus Holstein, Westfalen, Niedersachsen und der Mark. 1229 wurde die Stadt Wismar erstmals urkundlich erwähnt. Kurz darauf wird in Wismar das Lübische Stadtrecht eingeführt, welches im Jahre 1266 durch den Mecklenburgischen Fürsten Heinrich I. bestätigt wurde. Die ursprünglich einzeln gelegenen Siedlungen um St. Marien und St. Nikolai wuchsen bis 1238 zusammen. Durch den unverminderten Zuzug von Siedlern kam ab 1250 die „Neustadt“ um St. Georgen hinzu. Wismar wurde Sitz zweier Bettelordensniederlassungen: So kamen 1251/52 die Franziskaner, 1292/93 die Dominikaner in die Stadt. 1276 war die erste Siedlungsphase beendet. Wismar errichtete eine alle Viertel umschließende Stadtmauer, deren Lage auch heute die Begrenzung der Altstadt darstellt.

Schon einige Jahre nach der Stadtgründung wird Wismar Mitglied der Hanse. Im Jahre 1280 bildete Wismar, das an der Hansischen Ostseestraße lag, zusammen mit Stralsund, Rostock, Lübeck und Hamburg den Wendischen Städtebund und die Stadt wurde im Mittelalter ein wichtiges Mitglied der Hanse. Die hanseatische Tradition der Stadt ist bis heute deutlich spürbar. In bewusster Anlehnung daran trägt Wismar seit dem 18. Januar 1990 auch wieder den Titel Hansestadt. Von 1238 bis 1250 wurde die Wismarer Neustadt gebaut, und Wismar erreichte seine bis ins 18. Jahrhundert gültige Ausdehnung.

Fürst Johann I. von Mecklenburg verlegte 1257 seine Residenz von der Burg Mecklenburg auf den Weberkamp vor der Stadt. Am 6. September 1259 schlossen sich die Städte Rostock, Lübeck und Wismar zusammen, um gemeinsam gegen die Seeräuber zu kämpfen; mit dem 1283 folgenden Rostocker Landfrieden stabilisiert sich die Zusammenarbeit der Städte des Wendischen Viertels der Hanse weiter. Die Stadt blieb als bedeutendste Stadt im Fürstentum bis zum Jahr 1358 Residenzstadt der mecklenburgischen Fürsten. Im Jahr 1267 kam es zu einem ersten großen Stadtbrand. Die reiche Hansestadt wurde nun mit vielen Backsteinhäusern wiederaufgebaut. Das gestiegene Selbstbewusstsein der Stadt spiegelte sich im Aufstand 1310 gegen den Landesherren Henrich II. von Mecklenburg wider. Der Auslöser war die Weigerung Wismars, die Hochzeit dessen Tochter Mechthild mit dem Herzog Otto zu Braunschweig-Lüneburg in der Stadt durchzuführen. Aber schon 1311 musste sich Wismar dem Herzog unterwerfen.

1350 erreichte der Schwarze Tod die Stadt, und mehr als 2.000 Einwohner erlagen der Krankheit. In den kriegerischen Auseinandersetzungen der Hanse mit Dänemark steht Wismar mit den Städten des Wendischen Viertels. Kurz nach dem Frieden von Stralsund besuchte Kaiser Karl IV. Im jahr 1375 von Lübeck kommend die Stadt und erhielt einen ehrenvollen Empfang. Der Verlust der schwedischen Krone durch die Mecklenburger brachte die mecklenburgischen Hansestädte Wismar und Rostock erstmals in Konflikt mit den übrigen Hansestädten, die eher gegen die Mecklenburger Herzöge und den Kaiser mit Königin Margarethe von Dänemark hielten. Der Konflikt wurde als Kaperkrieg geführt, die von den Mecklenburgern für Private ausgestellten Kaperbriefe waren die Geburtsstunde der Vitalienbrüder.

Anfang des 15. Jahrhunderts kam es zu innerstädtischen Unruhen. Die Handwerksämter begehrten unter ihrem Anführer Claus Jesup auf und setzten einen Neuen Rat ein, der sich gegen das Patriziat und die Fernhändler jedoch dauerhaft nicht halten konnte. Die Unruhen eskalierten 1427 nach der Niederlage der hansischen Flotte erneut, und in Wismar wurden der Flottenführer wie auch der Bürgermeister Johann Bantzkow auf dem Richtblock des Marktplatzes hingerichtet.

Die Reformation ging in Wismar von den Franziskanern aus. Der Mönch des Grauen Klosters Heinrich Never übernahm frühzeitig die neue Lehre. Während sich das Schwarze Kloster noch einige Zeit über die Reformation hinaus halten konnte, wurde das Graue Kloster um 1540 zur Schule, wenige Jahre später zur Lateinschule.

Der Kanalbau der Viechelner Fahrt, heute Wallensteingraben genannt, wurde 1594 als Wasserstraße zum Schweriner See und zur Elbe in Betrieb genommen, verfiel kurz darauf jedoch schon wieder, da er in der politisch unruhigen Zeit nicht genug gepflegt und unterhalten wurde.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Wismar 1632 von Schweden besetzt und fiel im Westfälischen Frieden 1648 zusammen mit der Insel Poel und dem Amt Neukloster als kaiserliches Lehen an die schwedische Krone. Ab 1653 war die Stadt Sitz des Obertribunals, des höchsten Gerichtshofs für die schwedischen Gebiete südlich der Ostsee, zu denen bis 1712 auch das Herzogtum Verden und bis 1815 Schwedisch-Pommern gehörten.

Im Schonischen Krieg wurde Wismar von dänischen Truppen am 13. Dezember 1675 angegriffen und bis November 1680 von den Dänen besetzt.Am 23.November 1680 zog der schwedische Graf Königsmarck als Vertreter des schwedischen Königs in die Stadt und Wismar wurde wieder ein Teil Schwedens. Anschließend bauten die Schweden Wismar zu einer der stärksten Seefestungen Europas aus. So wurde die Hafeneinfahrt über die Festungsanlage auf der Insel Walfisch gesichert. Im Dezember 1711 wurde vor den Toren der Stadt das Gefecht bei Lübow geschlagen, nachdem Wismar seit August desselben Jahres von einem dänischen Korps blockiert wurde. Die Stadtbefestigungen wurden nach der schwedischen Niederlage im Nordischen Krieg wieder geschleift, nachdem Wismar am 19. April 1716 im Pommernfeldzug 1715/1716 von preußisch-dänischen Truppen eingenommen worden war.

Die schwedische Herrschaft über Wismar endete de facto 1803, als das Königreich die Stadt für 99 Jahre an das Herzogtum Mecklenburg-Schwerin verpfändete. Endgültig fielen sie und die umliegenden Gebiete aber erst 1903 an Deutschland zurück, als Schweden vertraglich auf die Einlösung des Pfandes verzichtete.

Die Wismarer feiern jedes Jahr im Spätsommer das Schwedenfest, noch vor dem Hafenfest die größte Veranstaltung des Jahres in der Stadt.

1848 wurde eine Eisenbahnlinie nach Schwerin gebaut, 1883 nach Rostock und 1887 nach Karow.

Seit Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden politische Gegner und anders unerwünschte Menschen wie die in der Stadt lebenden Juden verfolgt, in die Emigration getrieben und ermordet. Der beliebte jüdische Arzt Dr. Leopold Liebenthal, nach dem seit 1961 eine Straße benannt ist, starb drei Wochen nach dem Novemberpogrom von 1938. Während des Zweiten Weltkrieges mussten Kriegsgefangene sowie ungezählte Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern rüstungswichtige Zwangsarbeit verrichten: u.a. in der Triebwagen- und Waggonfabrik und in den Dornier-Flugzeugwerken. 36 Opfer der Zwangsarbeit sind auf dem Friedhof an der Schweriner Straße begraben. Am Ende des Krieges litt Wismar unter schweren Bombenangriffen. Viele historische Gebäude trugen schwere Schäden davon. Die Georgenkirche und die Marienkirche sowie das diese umgebende gotische Viertel wurden schwer zerstört.

Ab 1952 gehörte Wismar nach der Auflösung der Länder in der DDR zum Bezirk Rostock.

Wismar stieg aufgrund staatlicher Vorgaben in der DDR zum zweiten Hafen der DDR nach Rostock auf. Der Hafen spezialisierte sich auf den Umschlag von Massengütern. Auch die starke Werftindustrie geht auf die Gründung eines Schiffsreparaturbetriebes der Roten Armee zurück. Beide Richtungsvorgaben der wirtschaftlichen Entwicklung haben auch die Deutsche Wiedervereinigung mit Modifikationen überlebt. Wismars Hafen beherbergt heute eines der größten europäischen Holz-Cluster Europas und die Werft gehört mit der neuen Schiffbauhalle zu den modernsten ihrer Art.

Die Bürger Wismars besannen sich nach der politischen Wende in der DDR ihrer hanseatischen Wurzeln und in der Ratssitzung des damaligen Rates der Stadt Wismar vom 18. Januar 1990 wurde beschlossen, dass die Stadt ab sofort den offiziellen Namen "Hansestadt Wismar" trägt.

Nach dem Ende der DDR wurde Wismars historischer Stadtkern ab 1991 im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert. Seit dem Jahr 2002 ist Wismars Altstadt zusammen mit Stralsund UNESCO-Weltkulturerbe mit dem Namen Historische Altstädte Stralsund und Wismar. Wismar gründete zusammen mit Stralsund die Deutsche Stiftung Welterbe.

Politischen Planungen zufolge sollte Wismar mit der Kreisgebietsreform 2009 in einem künftigen Landkreis Westmecklenburg mit der Kreisstadt Schwerin aufgehen. Das Landesverfassungsgericht Greifswald stellte jedoch fest, dass die Paragrafen zur Bildung der neuen Großkreise unvereinbar mit der Landesverfassung sind. Auch nach neuen Planungen wird Wismar die Kreisfreiheit mit einer Kreisgebietsreform einbüßen.

Im Jahre 1989 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt Wismar mit über 58.000 ihren historischen Höchststand. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch wieder stark gesunken. Seit der Wende in der DDR hat die Stadt wegen der hohen Arbeitslosigkeit und des Geburtenrückgangs bis 2005 etwa 13.000 Einwohner verloren. Ende September 2005 lebten in Wismar nach Fortschreibung des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern 45.502 Menschen mit Hauptwohnsitz.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (1) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Die Stadtvertreterversammlung trägt auf Grund ihrer hanseatischen Tradition den Namen Bürgerschaft.

Bei den letzten Kommunalwahlen am 13. Juni 2004 gewann die SPD mit 37,5 % die relative Mehrheit der Stimmen und somit die meisten Sitze (14) in der Bürgerschaft. Die CDU vereinte 22,58 % (9 Sitze) auf sich, Die Linke 17,49 % (7), die Liberale Liste (FDP) 11,48 % (4). Bündnis 90/Die Grünen & Alternative Jugendliga erreichten überraschend einen gemeinsamen Stimmanteil von 5,66 % und Einzelbewerber Wilfried Boldt kam auf 2,6 %.

Das Wappen wurde am 30. Juni 1994 durch das Innenministerium anerkannt und unter der Nr. 27 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Weiterhin heißt es dort über das Signet: „Das frühere, ehemalige Wappen der Stadt Wismar – gespalten, rechts in Gold ein halber herschauender schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone, geöffnetem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und abgerissenem Halsfell am Spalt; links vier Querbänder gleicher Breite von Silber und Rot – darf als Wappenzeichen (Signet) weiterverwendet werden“.

Die Farben der Hansestadt Wismar sind laut gültiger Hauptsatzung der Bürgerschaft Silber (Weiß)-Rot. Die Flagge der Hansestadt Wismar zeigt die Stadtfarben abwechselnd in sechs Längsstreifen gleicher Breite.

Ursprünglich war dies im Mittelalter die Seeflagge der Wismarer Schiffe und die Stadtflagge hatte mit den gleichen Farben jedoch nur vier Streifen, was sich auch im offiziellem Wappen der Stadt widerspiegelt.

Wismar unterhält Städtepartnerschaften mit Kemi in Finnland seit 1959, Lübeck in Schleswig-Holstein seit 1987, Calais in Frankreich seit 1966, Aalborg in Dänemark seit 1961 und Kalmar in Schweden seit 2002. Außerdem besteht eine Städtefreundschaft mit Halden in Norwegen seit 1991.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich in der Altstadt. Zu nennen sind der Marktplatz (einem der größten Norddeutschlands und exakt 100 mal 100 Meter groß) mit dem klassizistischen Rathaus aus den Jahren 1817 bis 1819, die im Renaissancestil gehaltene Wismarer Wasserkunst und das bekannte Bürgerhaus Alter Schwede sowie das Stadtgeschichtliche Museum Schabbellhaus. Hinter dem Rathaus am Rudolph-Karstadt-Platz in der Fußgängerzone befindet sich das Stammhaus des Warenhauskonzerns Karstadt. Das Gebäude im heutigen Aussehen stammt aus dem Jahr 1908, Umbau 1931. Sehenswert ist das historische Treppenhaus und das kleine Museum im Erdgeschoss.

Bemerkenswert ist auch der Fürstenhof aus der Backsteinrenaissance, reich verziert mit Terrakotten aus der Werkstatt des Lübecker Künstlers Statius von Düren. Im Fürstenhof befindet sich heute das örtliche Amtsgericht.

Blickpunkte sind auch der historische Alte Hafen mit dem Wassertor, dem letzten erhaltenem Stadttor Wismars und der südlichen Ostseeküste, und der Nachbau der Poeler Kogge im Wismarer Hafen. Ebenfalls zu den mittelalterlichen Zeugen der Hansestadt gehört der letzte erhaltene Wehrturm der Stadtbefestigung, der 1685 zum Wasserturm ausgebaut wurde. Sehenswert sind weiterhin das Ensemble der Landesgartenschau von 2002 mit Aussichtsturm, der Tierpark und das Technische Landesmuseum.

Als Weltkulturerbe steht die Hansestadt seit Mai 2002 zusammen mit der Altstadt der Hansestadt Stralsund unter dem besonderen Schutz der UNESCO.

Die Wadan Yards MTW Wismar ist die mit Abstand größte Arbeitgeberin Wismars. Die Schiffsbauwerft beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter, einen Teil davon in einem der größten überdachten Trockendocks Deutschlands, das mit 72 m Höhe und 395 m Länge erheblich das Stadtbild prägt.

Im Stadtgebiet Haffeld (Wismar-Nord) besitzt die Hansestadt eines der modernsten Holzverarbeitungszentren Europas. Dort sind Klausner Nordic Timber / Holzwerke Nord sowie EGGER Holzwerkstoffe Wismar angesiedelt. Auf dem Areal sind rund 1.000 Arbeitsplätze entstanden.

Schon seit 2001 forscht, entwickelt und produziert die zur Centrosolar-Gruppe gehörende SOLARA Sonnenstromfabrik Wismar im Bereich der Photovoltaik. Zum Programm gehören sowohl PV-Netzverbundanlagen als auch PV-Inselsysteme.

Im März 2008 wurde ein neues Fertigungswerk errichtet. Hier werden jährlich von rund 360 Mitarbeiter Solarmodule im Wert von 400 Millionen Euro hergestellt.

Der Bahnhof Wismar liegt nordöstlich der Altstadt. Er wird von zwei stündlich verkehrenden Regional-Express-Linien der Deutschen Bahn AG angefahren.

In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof befindet sich der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB). Hier treffen sich alle Stadt- und Regionalbuslinien.

Der Stadtbusverkehr wird vom stadteigenen Entsorgungs- und Verkehrsbetrieb Wismar (EVB) – Linien A bis G – sowie vom privaten Regionalbusunternehmen Bus-Betriebe Wismar GmbH (BBW) – Linie 242 – erbracht. Zur Anwendung kommt der Tarif für den Stadtverkehr Wismar.

Der Regionalbusverkehr wird von den Unternehmen Bus-Betriebe Wismar GmbH (BBW), Peter Schmidt & Co Personenbeförderungs GmbH sowie Grevesmühlener Busbetriebe GmbH (GBB) erbracht. Tariflich integriert sind diese in die Verkehrsgemeinschaft Westmecklenburg (VWM).

Wismar besitzt einen Seehafen mit Bedeutung vor allem für Massengüter und massenhafte Stückgüter. Hauptgutarten sind Rund- und Schnittholz, Stahl und Schrott, Torf, Baustoffe und über die Ende der 1990er Jahre komplett neu gebaute Massengutanlage Kali und Salz.

Der historische Alte Hafen ist wirtschaftlich nicht von Bedeutung; stattdessen stellt er einen der attraktivsten Orte Wismars dar. Er ist Heimathafen der Rekonstruktion der Poeler Kogge und Spielort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Für Segler und Sportbootfahrer bietet Wismar eine gute Infrastruktur. Nah dem Stadtzentrum der bereits genannte Alte Hafen mit für größere Yachten geeigneten Kaianlagen, der Westhafen mit vielen Liegenplätzen für Boote aller Größenordnungen und der südlich des Überseehafens gelegene Wasserwanderrastplatz. Nördlich der MTW-Werft liegt der wegen des engen Fahrwassers und des beschränkten Tiefgangs für kleinere Boote geeignete Segelhafen. Etwas außerhalb des Stadtzentrums befindet sich der Yachthafen Wendorf im gleichnamigen Stadtteil.

Wismar ist über die A 20 nach Rostock und nach Lübeck sowie die A 14 (teilweise im Bau, voraussichtlich Mitte 2009 fertig gestellt) nach Schwerin, die sich im Autobahnkreuz Wismar kreuzen, in das deutsche Autobahnnetz eingebunden. Der Hafen ist an das bundesweite Eisenbahnnetz angeschlossen. Etwa 60 Prozent aller Güter werden per Eisenbahn an- oder abtransportiert.

Nach der endgültigen Eingliederung der Außenstelle (ehem. Helene-Weigel-Gymnasium) des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums zum Haupthaus in der Dahlmannstraße wird dies neben dem Geschwister-Scholl-Gymnasium (Große Stadtschule) weiter bestehen. Nach einigen Jahren rückläufiger Schülerzahlen in den Einstiegsklassen war dieser Schritt notwendig geworden, der nun endgültig vollzogen wurde.

Durch Schüler- und Lehrertransfers innerhalb der Schulwochen kann eine größere Bandbreite an Kursen in der Oberstufe geboten werden.

Die schwindenden Schülerzahlen betreffen auch Wismars Regionalschulen (Real- und Hauptschulen). Die Schülerinnen und Schüler sind derzeit auf die Ostsee-Schule (Wendorf), Bertolt-Brecht-Schule (Friedenshof) und auf die Integrierte Gesamtschule (IGS) Johann-Wolfgang-von-Goethe (Altstadt) verteilt. Eine Regionale Schule in Wismar-Nordost fehlt seit der Schließung der John-Brinckman-Schule (Kagenmarkt).

In Wismar gibt es mit Wismar TV einen Stadtsender, in dem neben Ratgebersendungen, Berichten von Veranstaltungen in der Stadt auch Werbesendungen produziert werden.

In Wismar erscheint die Ostsee-Zeitung mit einer Regionalausgabe. Daneben erscheinen mehrere kostenlose Anzeigenblätter. Dazu gehören der "Markt", der Ostsee Anzeiger (ehemals Wismarer Anzeiger), der Blitz, die Wismar-Zeitung und der Stadtanzeiger.

Zum Seitenanfang



Kreis Wismar

Kirche in Dorf Mecklenburg

Der Kreis Wismar war ein Kreis im Bezirk Rostock in der DDR.

Der mecklenburgische Kreis gehörte nach der Auflösung der Länder am 25. Juli 1952 dem neu gebildeten Bezirk Rostock an. Der nordöstliche Teil des Kreises fiel dabei an den neu entstandenen Kreis Bad Doberan, Teile des südöstlichen Kreisgebietes an den neuen Kreis Sternberg, kleinere Gebietsteile im Westen kamen aus dem Kreis Grevesmühlen hinzu. Der Kreis kam am 3. Oktober 1990 in das neu gegründete Bundesland Mecklenburg-Vorpommern innerhalb des Beitrittsgebietes zur Bundesrepublik Deutschland. Am 12. Juni 1994 wurde der Kreis (seit 1990 als Landkreis bezeichnet) aufgelöst und bildete zusammen mit den ebenfalls aufgelösten Kreisen Grevesmühlen und Gadebusch sowie Teilen der ehemaligen Kreise Schwerin und Sternberg den bis heute existierenden Landkreis Nordwestmecklenburg.

Der Kreis Wismar im Westen des Bezirkes Rostock bildete einen Kragen um den Stadtkreis Wismar und grenzte im Westen an den Kreis Grevesmühlen, im Südwesten an den Kreis Schwerin-Land, im Südosten an den Kreis Sternberg, im Osten an den Kreis Bützow und im Nordosten an den Kreis Bad Doberan.

Die Grundmoränenlandschaft des Kreisgebietes ist eine Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit. Durch Gletschervorstöße entstanden Endmoränenhügel, die im Fuchberg 104 m ü. NN und im Windmühlenbergberg 102 m ü. NN erreichen. Der Kreis Wismar umfasste den stark gegliederten Abschnitt der Wismarbucht als südlichsten Bereich der Ostsee und die 36 km² große Insel Poel. Im Süden hatte der Kreis einen Anteil am Schweriner See, in den Südosten reichte die Mecklenburgische Seenplatte hinein (Neuklostersee, Großer Wariner See). Der so genannte Wallensteingraben zwischen Ostsee und Schweriner See ist der im 17. Jahrhundert unvollendet gebliebene Versuch, die schon seit dem 15. Jahrhundert geplante Viechelnsche Fahrt als schiffbaren Kanal auszubauen.

Im Kreis war die Agrarwirtschaft (Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben) vorherrschend, die Verarbeitung der Produkte erfolgte in den Betrieben der Stadt Wismar. Viele Beschäftigte aus dem Kreisgebiet arbeiteten in der Hafenstadt, insbesondere in der Mathias-Thesen-Werft mit über 6.000 Mitarbeitern. Der Tourismus spielte eine große Rolle auf der Insel Poel und den Stränden an Eggers Wiek und Wohlenberger Wiek, aber auch an den Seen im Süden und Südosten des Kreises.

Der Kreis wurde von drei Fernverkehrsstraßen erschlossen: der F 105 (Rostock-Wismar-Lübeck), der F 106 (Wismar-Schwerin) und der F 192 (Wismar-Sternberg), die alle sternförmig auf Wismar zuliefen. Die Bahnlinien Wismar-Lübeck bzw. Wismar-Schwerin und die Strecke Wismar-Rostock durchquerten das Kreisgebiet, die Bahnlinie Wismar-Sternberg war von untergeordneter Bedeutung (heute stillgelegt).

Zum Seitenanfang



Nikolaikirche (Wismar)

Südansicht der Nikolaikirche

Die Kirche St. Nikolai von Wismar wurde von 1381 bis 1487 als Kirche der Seefahrer und der Fischer erbaut und gilt als Meisterwerk der Spätgotik im nordeuropäischen Raum. Die Nikolaikirche ist als Teil der Wismarer Altstadt seit 2002 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes verzeichnet.

Das Bauwerk ist eine dreischiffige Basilika mit Einsatzkapellen, Chorumgang und Kapellenkranz und wurde im Stil der norddeutschen Backsteingotik errichtet. Sowohl dem nördlichen als auch dem südlichen Seitenschiff gliedern sich querhausartige Vorhallen an, die jedoch nicht direkt mit dem Hauptschiff verbunden sind und auch nicht dessen Höhe erreichen. Der Bau orientiert sich im Wesentlichen an der Ratskirche St. Marien von Wismar, die ebenso wie St. Nikolai die Urform der Lübecker Marienkirche aufgreift.

Der ursprüngliche Turm hatte eine Höhe von 120 m. Im Jahre 1703 zerstörte ein Sturm den Spitzhelm des Turms. Teile des Spitzhelmes durchschlugen das Dach des Hauptschiffes und richteten große Zerstörungen an der Inneneinrichtung an.

Der gewaltige Baukörper von St. Nikolai bildet mit seinem hohen Kirchenschiff einen markanten Punkt in der Stadtsilhouette Wismars, zusammen mit den anderen beiden großen Kirchen St. Marien und St. Georgen.

Das Innere der Nikolaikirche ist geprägt vom Zusammenspiel sakraler Baukunst aus verschiedenen Epochen. Während die Architektur des Raumes und der Gebäudeteile gotisch sind, ist die Ausstattung weitgehend barock. Eine Renovierung und Neueinziehung der Gewölbe 1867 haben dazu geführt, dass nur noch einzelne Elemente der Originalfassung erhalten sind. Die Renovierung der zerstörten Ausstattungselemente erfolgte dann im Barockstil. Erwähnenswert sind ebenfalls die spätgotischen Wandmalereien.

Viele Teile der reichhaltigen Ausstattung stammen ursprünglich aus ehemaligen oder zerstörten Wismarer Kirchen. So wurde in der südlichen Vorhalle das Hochaltarretabel und das Triumphkreuz von 1430 aus St. Georgen untergebracht. Es war mit zehn Metern Breite bei geöffneten Flügeln das größte seiner Art im gesamten Ostseeraum. Auch in der Nordhalle befinden sich Relikte der Ausstattung von St. Marien und St. Georgen. Das gotische Gestühl im Chorumgang stammt ebenfalls aus St. Georgen.

Der Hauptaltar wurde 1774 gebaut und ist ein großartiges Zeugnis des Spätbarock. Interessant ist, dass der Sockel des Altaraufsatzes das Abendmahl darstellt. Die Spitze des Altars bildet eine triumphierende Christusstatue.

Die Orgel wurde erst 1985 eingebaut. Vorher befand sich die ab 1787 erbaute Orgel in der Freiberger Nikolaikirche in Sachsen. Das reichverzierte Instrument wurde von Johann Gottlob Mende geschaffen und verfügt über zwei Manuale und 28 Register.

Das Hauptschiff der Kirche St. Nikolai ist mit 37 Metern Gewölbehöhe das vierthöchste Kirchenschiff Deutschlands, wobei die Marienkirche in Lübeck nur um 1,5 m höher ist als die Nikolaikirche .

Die zusätzliche zur ohnehin schon großen Gewölbehöhe des Hauptschiffes, enorme Betonung der Vertikalen mit hohen und dicht gestellten Arkaden zu den Seitenschiffen und kürzeren Fenstern im Obergaden, verleiht dem Innenraum eine herausragende Höhenwirkung. Dazu bei trägt ebenso die relativ geringe Breite des Hauptschiffes von nur 10,50 m (Höhe 37 m), wodurch der Raum beinah schachtartig erscheint und die Blicke unweigerlich in die unerreichbaren Höhen des zeltförmigen Kreuzrippengewölbes schweifen lässt.

In Deutschland sind nur drei andere Kirchenschiffe höher. Der Kölner Dom mit 43,4 m, das Ulmer Münster mit 41,5 m, und die Marienkirche Lübeck mit 38,5 m sind noch höher als die Nikolaikirche. Die höchste Gewölbehöhe überhaupt besitzt die unvollendete Kathedrale von Beauvais (48,5 m), nördlich von Paris.

Anders als bei anderen großen Sakralbauten der Spätgotik in Norddeutschland (z.B. Georgenkirche (Wismar), Marienkirche (Stralsund)) wurde bei St. Nikolai nach wie vor großen Wert auf die Präsenz des Strebewerks gelegt.

Daher sind äußerlich vor allem die 16 Strebebögen auffällig, die dem hochaufragenden Mittelschiff nicht nur die notwendige Stabilität geben, sondern auch als Zierde des Gebäudes dienen.

Der Giebel der Südhalle weist einen für die Backsteingotik ungewöhnlich reichen Schmuck auf. Er ist durch Motivfriese gegliedert, die im Backstein eingefügt sind. Die einzelnen Figuren stellen die Mutter Gottes, den heiligen Nikolaus, Drachen, Löwen, Menschenköpfe dar. Oberhalb der Motivfriese befindet sich eine der Sonne nachempfundene Rosette aus Backstein.

Eben dieser reichverzierte Giebel ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Backsteingotik keineswegs, auf Grund des Baumaterials, künstlerischen Einschränkungen unterlag.

Diese Tatsache beweist, dass die Baumeister der Backsteingotik absichtlich eine allgemein eher schlichte und nüchterne Wirkung ihrer Bauwerke erreichen wollten. Das klare Gesamtbild des ganzen Baukörpers mit seiner prägnanten Struktur sollte in den Vordergrund treten, ohne den überreichen Schmuck, wie etwa bei den hochgotischen Kathedralen Frankreichs.

Dieser Giebel stellt zwar eine Ausnahme dar, zeigt jedoch das eigentliche Potential der Backsteinbauweise.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia