Windows Vista

3.3956975227975 (1534)
Geschrieben von bishop 25/03/2009 @ 22:10

Tags : windows vista, windows, betriebssysteme, computer, high-tech

Neueste Nachrichten
Microsoft veröffentlicht Service Pack 2 für Windows Vista und ... - Heise Newsticker
Das bereits vor einem Monat fertiggestellte Service Pack 2 für Windows Vista und Server 2008 steht ab sofort zum freien Download bereit, unter anderem als Standalone-Paket. Damit lassen sich Vista und der Server in den Sprachen Englisch, Französisch,...
Windows Windows/Vista/XP/2000 - ZDNet.de
AVG LinkScanner läuft unter Windows Windows, Vista, XP, 2000, die Dateigröße beträgt 14,40 MByte und das letzte Update wurde am 25. Mai 2009 in die ZDNet-Download-Datenbank aufgenommen. Bewertet hat die ZDNet-Redaktion das Programm mit 4 von 5 Sternen....
US-Produzenten planen Twitter-Promi-TV - Spiegel Online
Bis Ende Juni bekommt Windows Vista ein neues Zwischen-Update: Das Service Pack 2 (SP2) enthält alle Aktualisierungen des Systems seit dem SP1, das im März 2008 bereitgestellt wurde. Beim kritischen Thema Geschwindigkeit wirft das Computermagazin "c't"...
Windows 7: Offizielle Informationen zu Preisen im Juni - PC Games Hardware
Im Juni soll es erste offizielle Informationen zur Preisgestaltung von Windows 7 geben. Einige OEM-Partner wurden bereits im April informiert. Erste Preis-Informationen im Juni - Windows 7 soll teurer als Windows Vista und XP werden....
TuneUp Utilities 2009 erhält Vista-Zertifizierung - supportmet
TuneUp Utilities 2009 erhält von Microsoft die Zertifizierung für Windows Vista. Damit haben jetzt Benutzer von Windows Vista die Garantie, dass sie ihren PC mit der aktuellen Version des Programms beschleunigen, säubern, reparieren und anpassen können...
Windows Vista Service Pack 2 als Download erhältlich - PC Games
Mit dem Service Pack 2 (SP2) für Windows Vista bringt Microsoft das Betriebssystem auf den neuesten Stand. Das Service Pack 2 für Windows Vista ist ab sofort bei unserer Schwesterseite PC Games Hardware als kostenloser Download erhältlich....
Windows Windows/Vista/XP/2000 - ZDNet.de
Chaos Intellect läuft unter Windows Windows, Vista, XP, 2000, die Dateigröße beträgt 6,13 MByte und das letzte Update wurde am 20. Mai 2009 in die ZDNet-Download-Datenbank aufgenommen. Die ZDNet-Redaktion hat das Programm noch nicht bewertet....
High Impact eMail 5 Platinum 5 - ZDNet.de
High Impact eMail 5 Platinum läuft unter Windows XP SP 2, XP Professional, XP Home Edition, Vista Home Premium, Vista Home Basic, Vista Business, Vista 32-bit, Windows, Vista, XP, die Dateigröße beträgt 258,61 MByte und das letzte Update wurde am 25....
Windows Windows/Vista/XP/2000 - ZDNet.de
Sansa Firmware Updater läuft unter Windows Windows, Vista, XP, 2000, die Dateigröße beträgt 346,81 KByte und das letzte Update wurde am 24. Mai 2009 in die ZDNet-Download-Datenbank aufgenommen. Die ZDNet-Redaktion hat das Programm noch nicht bewertet....
Windows Windows/Vista/XP/NT/ME/98/2000 - ZDNet.de
DSH Radiobase läuft unter Windows Windows, Vista, XP, NT, ME, 98, 2000, die Dateigröße beträgt 13,24 MByte und das letzte Update wurde am 24. Mai 2009 in die ZDNet-Download-Datenbank aufgenommen. Die ZDNet-Redaktion hat das Programm noch nicht bewertet...

Microsoft Windows Vista

Das Logo von Windows Vista

Windows Vista (engl. für „Aussicht, Ausblick“, ursprünglich vom Lateinischen videre, „sehen“) ist das derzeit aktuelle Betriebssystem von Microsoft, welches am 30. Januar 2007 veröffentlicht wurde.

Windows Vista wurde als Nachfolger von Windows XP mit der Versionsnummer NT 6.0 entwickelt. Erstmals wurde Windows Longhorn (der interne Arbeitsname von Windows Vista), noch vor der Veröffentlichung von Windows XP, von Microsoft im Sommer 2001 angekündigt. Damals war es als Zwischenschritt zwischen XP und der übernächsten Version (damals Blackcomb, danach auch Vienna oder heute Windows 7 genannt) gedacht und sollte bereits Ende 2003 erscheinen. Dies verzögerte sich jedoch immer weiter, so dass die Entwicklungsarbeit an der Version für Unternehmen am 8. November 2006 abgeschlossen wurde, während die Entwicklung der Version für Privatanwender noch einige Wochen weiter lief. Verfügbar wurde Windows Vista im November 2006 für Unternehmen und Entwickler bzw. am 30. Januar 2007 für Privatkunden.

Aufgrund der Verzögerungen hatte Microsoft kurzfristig auch Shorthorn in Planung, eine Zwischenversion zwischen Windows XP und Longhorn. Diese Zwischenversion wurde dann aber verworfen, um Longhorn schneller fertigzustellen. Einige Eigenschaften von Shorthorn wurden jedoch in das Service Pack 2 für Windows XP integriert.

Einer der Gründe für die Verzögerungen sind viele Funktionen, die ursprünglich erst für Blackcomb geplant waren, jedoch schon in Vista implementiert wurden. Andererseits fielen zunächst vorgesehene Funktionen und Neuerungen weg, so wurde die eigentlich für Vista geplante assoziative Dateiverwaltung WinFS erst auf einen Zeitpunkt nach Veröffentlichung von Vista verschoben, um, so Microsoft, die Entwicklung von Vista in einer „vernünftigen Zeitspanne“ abzuschließen, später dann aber ganz aufgegeben. Auch war ursprünglich geplant, unter dem Namen Next-Generation Secure Computing Base in Windows Vista eine Trusted-Computing-Umgebung einzuführen. Als Folge von Entwicklungsproblemen und massivem Protest wurde dieser Plan jedoch wieder verworfen.

Die Entwicklung führte somit in eine Sackgasse und wurde Mitte 2004 auf Basis des Serverproduktes Windows Server 2003 neu begonnen.

Seit dem 30. August 2005 veröffentlichte Microsoft monatliche „Community Technical Previews“ für MSDN-Abonnenten und ausgewählte Betatester.

Zum ersten Mal für eine Windows-Version gab es ab dem 8. Juni 2006 einen öffentlichen Betatest, genannt „Customer Preview Program“. Hierbei war ein Download der Beta 2 von Windows Vista möglich. In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli 2006 wurde die Downloadmöglichkeit ohne vorherige Ankündigung wieder eingestellt, da laut Microsoft die Anzahl an „Testern“ (= Registrierungen) groß genug war. Auch der erste Release Candidate (RC1) von Windows Vista war ab dem 6. September 2006 öffentlich verfügbar. Insbesondere waren Neuerungen im Bereich der Sicherheit zu finden, außerdem wurden Fehler bereinigt. Am 7. Oktober 2006 folgte der „Release Candidate 2“ (RC2, Build 5744) als letzte öffentliche Version.

Weitere Versionen wurden hauptsächlich intern getestet. Bekannt ist insbesondere noch der Build 5808, der am 22. Oktober 2006 an einige Tester verteilt wurde. Der Versionssprung könnte durch das Hinzufügen der letzten unveröffentlichten Funktionen (Systemtöne, Startlogo etc.) zu erklären sein.

Am 8. November 2006 wurde die endgültige Version für Unternehmen erstellt. Sie trägt, wie die Version für Privatkunden, die Build-Nummer 6000.

Nach einer Schätzung des US-amerikanischen Wirtschaftsmagazins BusinessWeek hatte Microsoft fünf Jahre lang rund 10.000 Angestellte für das Projekt eingesetzt und etwa 10 Milliarden Dollar in die Entwicklung investiert. Microsoft selbst beziffert die Kosten für die Entwicklung auf 6 Milliarden Dollar.

Es existieren sechs verschiedene Versionen von Windows Vista, die sich alle auf identischen DVDs befinden. Die Installationsroutine erkennt anhand des Produktschlüssels (engl.: „product key“), welche Version installiert werden soll. Die Versionen unterscheiden sich im Funktionsumfang und im Preis.

Bis auf Windows Vista Starter (ehemals „Windows Starter 2007“) sind alle Versionen in einer 32-Bit- und einer 64-Bit-Version erhältlich. Windows Vista besitzt im Gegensatz zu Windows XP x64, das nur eine rudimentäre 64-Bit-Version als Zwischenlösung besaß, eine verbesserte AMD64-Unterstützung.

Die Versionen für den europäischen Markt unterscheidet Microsoft (wie schon bei Windows XP) noch als „N-Editionen“. Die EU-Wettbewerbskommission hatte Microsoft vorgeschrieben, auf eine Bündelung des Betriebssystems mit dem Windows Media Player zu verzichten, um Konkurrenten im Multimediabereich nicht zu benachteiligen.

Die wohl populärste Neuerung in Vista ist Aero (abgeleitet vom griechischen Begriff für „Luft“, sowie laut Microsoft ein Backronym für „Authentic, Energetic, Reflective, Open“), die neue vektorbasierte Benutzeroberfläche von Windows. Im sogenannten Aero-Glass-Modus bietet sie dem Benutzer Anwendungsfenster mit Schattenwurf, halbtransparenten Rahmen sowie flüssige Animationen beim Minimieren, Wiederherstellen, Schließen und Öffnen. Diese Oberfläche ist nicht in der Starter-Edition und Home-Basic-Version enthalten. Um die Funktionen optimal nutzen zu können, muss ein sogenannter „WDDM“ (Windows Display Driver Model)-Treiber für die entsprechende Hardware installiert werden, der allerdings noch nicht für alle Grafikkarten verfügbar ist. Microsoft vertritt hierbei wie üblich die Position, dass der Hardwarehersteller für den Treiber verantwortlich ist. Viele Hardwarehersteller haben ihre Absichten, WDDM nachträglich in ihre Treiber zu integrieren, nicht eindeutig offengelegt.

Zudem gibt es mit .NET Framework 3.0 eine neue, auf .NET basierende Programmierschnittstelle für Windows, welche die „Win32“-API ablösen und Anwendungsprogrammierern Zugriff auf die neuen Funktionen von Windows Vista ermöglichen soll. Damit sich .NET Framework 3.0 schneller durchsetzt und akzeptiert wird, hat Microsoft auch Versionen für die Vista-Vorgänger Windows XP und Windows Server 2003 herausgegeben. Den Kern von. NET Framework 3.0 bilden die vier Bestandteile Windows Presentation Foundation (WPF), Windows Communication Foundation (WCF), Windows Workflow Foundation (WF) und Windows CardSpace. Zusätzlich verwendet Vista das neu erstellte CNG für kryptographische Aufgaben.

Die Suche wurde komplett überarbeitet, so dass Suchergebnisse nun sofort anzeigt werden, im Gegensatz zur Suchfunktion von Windows XP, bei der mehrere Minuten bis zur Anzeige von Suchergebnissen vergehen können. Die Windows-Vista-Suche ermöglicht das nachträgliche Hinzufügen von mehreren Filtern, um die Suche stetig zu verfeinern (zum Beispiel „Datei enthält das Wort 'Beispiel'“). In Windows Vista ist in das Startmenü außerdem ein Suchfeld eingebaut, das zum schnelleren Start von Anwendungen dienen und das Auffinden von Dokumenten und E-Mails erleichtern soll. Suchanfragen können, wie die Intelligenten Ordner unter Mac OS X, gespeichert werden und dann als virtuelle Ordner fungieren, indem beim Öffnen eines solchen Ordners die entsprechende Suchanfrage automatisch ausgeführt wird und deren Ergebnisse als normaler Ordner dargestellt werden. Die Vista-Suche basiert auf einer erweiterten und verbesserten Version des Indizierungs-Dienstes für die Windows-XP-Suche.

Darüber hinaus verfügt Vista über eine verbesserte Benutzerkontensteuerung, die das Arbeiten ohne Administrator-Rechte erleichtern soll, um die Sicherheit zu erhöhen. Der Anwender arbeitet mit einem eingeschränkten Benutzerkonto und bekommt lediglich für Administrationsaufgaben vorübergehend höhere Rechte, wie dies bei Mac OS X und diversen Linux-Distributionen seit längerem üblich ist.

Die Unterstützung von DirectSound 3D-Hardwarebeschleunigung wird entfernt, als Ersatz wird auf eine Software-Emulation zurückgegriffen, bei dem die Soundeffekte von der CPU gemischt bzw. erzeugt werden. Dadurch verlieren alle Computerprogramme wie z. B. Spiele, die DirectSound 3D verwenden, die Möglichkeit, direkt auf die Audio-Hardware zuzugreifen und erweiterte 3D-Effekte der Soundhardware, wie zum Beispiel EAX, zu benutzen (außer man emuliert diese Effekte per Software). Zudem steigt die Systemauslastung leicht. DirectSound 3D als solches und DirectSound 3D-Soundeffekte werden weiterhin unterstützt. Außerdem ist 3D-Beschleunigung noch durch die freie OpenAL-Schnittstelle möglich.

Microsoft Minianwendungen sind kleine spezialisierte Hilfs-Applikationen, die entweder auf dem Desktop oder in einer Sidebar eingebunden werden können und beispielsweise Informationen über Nachrichten, das Wetter und Ähnliches anzeigen. Diese sind vergleichbar mit den Dashboard Widgets unter Mac OS X.

Eltern können festlegen, wann, wie lange und mit welchen Programmen ihre Kinder den Computer benutzen dürfen. Auch die Einschränkung des Internetzugriffs ist möglich. Schließlich beinhaltet die neue Funktion auch die Möglichkeit, die Nutzung des Computers zu überwachen.

Ein neues E-Mail-Programm („Microsoft Windows Mail“) ersetzt das bisher in Windows verwendete Outlook Express. Windows Mail enthält einen integrierten Spam-Filter, welcher schon von Beginn an völlig selbstständig filtern kann. Dieser wird monatlich über Microsoft Update aktualisiert. Auch der Internet Explorer, jetzt „Microsoft Windows Internet Explorer“ genannt, ist in Version 7.0 vorhanden. Weitere neue Anwendungen sind die Spiele Schach-Giganten, Mahjongg-Giganten und Lila Land, das Sicherungsprogramm Windows Backup (ersetzt das alte NTBackup), Windows Kalender (mit WebDAV-Unterstützung), Notizzettel, „Windows Collaboration“ (Codename) und Windows Defender (Schutz vor Malware).

Unter dem Namen XML Paper Specification (XPS, vormals „Metro“) ist Microsofts geräteunabhängiges Dokumentenformat integriert, das auf XML basiert. Es ist in vielerlei Hinsicht ähnlich zu Adobe Systems' PDF. XPS soll Benutzern erlauben, Dateien ohne das Originalprogramm, mit dem sie erstellt wurden, zu betrachten, zu drucken und zu archivieren. XPS wird unter Windows Vista als Standardformat für die Druckausgabe dienen und soll in Zukunft auch von Druckern direkt unterstützt werden.

Das Hilfesystem wurde unter dem Namen AP Help neu entwickelt. Dieses basiert auf XML und soll Inhalte völlig anders darstellen als von den bekannten HTMLHelp-Dateien gewohnt.

Vista wird außerdem mit einer neuen Version der Grafik-API DirectX in der Version 10 ausgeliefert. Diese Schnittstelle bietet vor allem einen besseren Zugriff und ermöglicht eine schnellere Ausführung der Grafikfunktionen und zeichnet sich durch eine geringe Erweiterung der Effektpalette aus. Diese Version ist nur für Windows Vista verfügbar.

ReadyBoost, SuperFetch und ReadyDrive (Unterstützung von Hybrid-Festplatten) sollen den Start von Programmen und des Betriebssystems beschleunigen. Zudem wurde das Dateisystem NTFS aktualisiert, so dass es unter anderem atomare Operationen auf Dateisystemebene unterstützt. Vista unterstützt das Lesen und Schreiben von DVD-RAM per Drag & Drop (→ Universal Disk Format) und kann WebDAV-Ordner im Explorer einbinden (beides ist unter Windows XP nur mit Zusatzsoftware möglich).

Der TCP/IP-Stack wurde komplett neu konstruiert. Er unterstützt damit mehrere physikalische Prozessoren. In Teststudien wurde eine Steigerung um den Faktor 3 gemessen.

Im Unterschied zur 32 Bit-Version ist die 64 Bit-Version in der Lage, wesentlich mehr Arbeitsspeicher verwalten zu können und somit die bisher geltende 4 GB-Grenze zu überspringen. Mechanismen mit denen auch die 32 Bit-Version mehr als 4 GB Arbeitsspeicher nutzen kann, wurden anders als in Microsoft Windows Server 2008 nicht ergänzt. Jede Vista-Version kann jedoch nur verschiedene Mengen von Arbeitsspeicher verwalten: Vista Home Basic unterstützt beispielsweise nur 8 GB RAM, Vista Home Premium 16 GB und Vista Business, Enterprise und Ultimate 128 GB RAM. Zum Ausführen der 64 bit-Version ist ein Prozessor vonnöten, der die x86-64-Technologie unterstützt, und somit im Stande ist, 64 bit-Code auszuführen. Solche Prozessoren sind zum Beispiel alle AMD Athlon 64 und Phenom-Modelle, die 600er-Serie des Pentium 4, wie auch einige Intel Atom-Modelle und der Intel Core 2 Duo.

Windows Vista 64 führt sowohl 32 Bit- als auch 64 Bit-Anwendungen gleichzeitig aus. Dafür wird ein WOW64-Emulationslayer verwendet. 16 Bit-Anwendungen werden hingegen nicht mehr unterstützt; das 16 Bit-Subsystem für alte MS-DOS- und Win16-Programme, welches auf dem Virtual 8086 Mode basierte, entfällt in der 64 Bit-Version ersatzlos. Systemnahe 32 Bit-Programme wie Virenscanner und Defragmentierungsprogramme können mit der 64 Bit-Version nicht verwendet werden, ebenso müssen Treiber im 64 Bit-Format vorliegen, sowie eine digitale Signatur besitzen.

Neu an Vista ist das Windows Anytime Upgrade genannte Vertriebsmodell, hierbei können mit dem gleichen Datenträger mehrere unterschiedliche Lizenzen, in Abhängigkeit von der Lizenznummer verwendet werden. Das Medium ist nicht mehr auf eine Lizenz oder Lizenznummer zugeschnitten. Lediglich die 32-Bit- und 64-Bit-Versionen haben unterschiedliche Medien, die sich durch die Farbe der Hüllen (grün bzw. blau) unterscheiden.

Im Februar 2008 stellte Microsoft das erste Service Pack für Vista fertig, das am 18. März 2008 der allgemeinen Öffentlichkeit in den Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch, Japanisch und Spanisch zum Herunterladen bereitgestellt wurde. Das Service Pack 1 wird als Komplettpaket in einer jeweils rund 430 MB großen 32- und einer rund 730 MB großen 64-Bit-Variante sowie als etwa 50 MB großes Paket über Windows Update angeboten. Die Erstellung von eigenen Installationspaketen mit integriertem Service Pack soll laut Microsoft offiziell nicht möglich sein.

Für die über die Update-Funktion beziehbare Version wird die Installation aller zuvor veröffentlichten Patches vorausgesetzt. Falls die Update-Funktion bestimmte Treiber vorfindet, die als nicht mit Service Pack 1 kompatibel bekannt sind, wird ein Update für den betroffenen Computer nicht angeboten. Systeme, auf denen zusätzliche Windows-Sprachpakete installiert sind, werden ebenfalls vom Update ausgeschlossen, solange zu einer der installierten Sprachen noch keine Service-Pack-1-Version verfügbar ist.

Neben bis dato erschienenen Patches beinhaltet das Service Pack 1 eine Unterstützung des BIOS-Nachfolgers EFI, und die Treiberbibliothek wird mit dem Service Pack 1 auf etwa 80.000 Komponenten erweitert. Außerdem wird das für Speicherkarten konzipierte und mit Windows Mobile 6.0 eingeführte Datenträgerformat exFAT unterstützt und das Festplattenverschlüsselungssystem verbessert.

Auf Druck der Google Inc. besteht nach der Installation des Service Packs die Möglichkeit, jedes beliebige Desktop-Suchprogramm als Standard zu definieren.

Microsoft verschärft zudem die Produktaktivierung von Vista und macht unter anderem zwei bekannte Methoden zu deren Umgehung unbrauchbar. Wie weit dies wirksam ist, ist umstritten. Andererseits wird auf Druck der OEM-Partner und Unternehmenskunden die Sanktionierung von nicht aktivierten Windows-Lizenzen abgemildert indem der Modus der reduzierten Funktionalität abgeschafft wurde.

Der Service Pack 2 soll laut Microsoft im ersten Halbjahr 2009 erscheinen.

Der Speicherverbrauch auf der Festplatte und im Arbeitsspeicher steigt gegenüber dem Vorgänger Windows XP deutlich, was für einige Kritik gesorgt hat. Die Umweltorganisation Greenpeace befürchtet so einen starken Anstieg des weltweiten Elektronikabfalls, da Windows Vista wegen der hohen Systemanforderungen auf vielen älteren Desktop-PCs nicht laufen wird und eine breite Zahl von Benutzern daher zu einem Neukauf bewegt wird. Eine Steigerung der Verkäufe um mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr wird erwartet. Greenpeace empfiehlt in diesem Zusammenhang, den eigenen PC aufzurüsten statt neu zu kaufen oder auf Windows Vista ganz zu verzichten. Bei der 64-Bit-Version verdoppelt sich der Speicherverbrauch vieler Maschinenbefehle und Adressen in Programmen durch 64-Bit-Wortbreite zusätzlich, was jedoch ein allgemeines Merkmal der 64-Bit-Architektur ist. Daten wie Musik und Texte bleiben davon jedoch unberührt.

Konkret gibt Microsoft als Systemanforderungen einen Prozessor mit 800 MHz (empfohlen: 1 GHz), 512 MB RAM (empfohlen: 1 GB, bei der 64-Bit-Version jeweils das doppelte) und eine Festplatte mit 20 GB (empfohlen: 40 GB) an. Die Grafikkarten-Voraussetzungen hängen von den drei Grafikmodi und der Auflösung ab. Dabei werden im Modus „Classic“ keine weiteren Anforderungen gestellt, in den Aero-Modi müssen jedoch noch weitere Voraussetzungen erfüllt werden. Laut Microsoft erfüllt jeder Anfang 2007 verkaufte Mittelklasse-PC die Mindestanforderungen von Windows Vista.

Die Zeitschrift c’t berichtete, die Qualität der Übersetzung falle gegenüber anderen Microsoft-Produkten deutlich ab, da viele Texte und Dialoge verwirrend, uneinheitlich oder durch Wortschöpfungen (etwa „blocken“ statt „blockieren“) unverständlich seien.

Trotz des angekündigten hohen Sicherheitsstandards demonstrierte die aus Polen stammende Forscherin Joanna Rutkowska erstmalig am 21. Juli 2006 auf der SyScan-Konferenz in Singapur eine Möglichkeit, in einer früheren Beta-Version von Vista Sicherheitsmechanismen zu umgehen; sie nutzte hierbei Methoden von Rootkits und der Virtualisierung. Dabei machte sich die Forscherin eine Lücke in der Treiberüberprüfung zunutze. Inzwischen ist dieser Angriff nicht mehr erfolgreich, Rutkowska kritisierte Microsoft jedoch dafür, den einfachsten Weg gewählt zu haben, anstatt das Problem zu beseitigen.

Das Online-Magazin Silicon.de berichtet von Problemen mit der Audio-Architektur. Viele Soundkarten-Hersteller können die Audio-Schnittstellen nur unter Verwendung von Emulations-Techniken ansprechen. Der Hersteller Creative Labs bestätigt auf seiner Website unter anderem generelle Aussetzer bei der Tonwiedergabe, Probleme mit Mehrkanalsystemen und Direct Sound 3D.

Das 16-Bit-Subsystem der 32-Bit-Version von Windows Vista schränkt DPMI-Programme (innerhalb der NTVDM) auf die Nutzung von 32 MB Arbeitsspeicher ein. Der Vorgänger Windows XP besaß diese Einschränkung nicht. Die 64-Bit-Version enthält gar kein 16-Bit-Subsystem.

Für die beiden Heimanwender-Versionen Home Basic und Home Premium galt zunächst die Beschränkung, dass diese generell nicht in einer virtuellen Maschine eingesetzt werden durften, wie zum Beispiel unter Parallels, das auf einem Apple-Rechner den simultanen Betrieb von Windows und OS X ermöglicht. Diese Möglichkeit war erst in den teureren Business- oder Ultimate-Lizenzen enthalten. Als Erklärung für das Verbot gibt Microsoft an, dass die Virtualisierung nur für Geschäftskunden von Belang sei. Ende Januar 2008 hob Microsoft diese Regelung jedoch auf.

Ende März 2006 hat die Europäische Union Microsoft mit einem Verkaufsstopp gedroht, falls weiterhin die Auflagen der EU (etwa die Offenlegung der Kommunikationsschnittstellen des Betriebssystems und der Bürosoftware) nicht beachtet würden.

Um den negativen Kritiken über Vista entgegen zu treten, entschloss sich Microsoft das „Mojave Experiment“ zu starten. Bei diesem Experiment wurden Probanden, die noch nie Vista benutzt hatten, zunächst über ihre Meinung zu Windows Vista befragt. Danach wurde ihnen „Windows Mojave“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein optisch im Design nur unwesentlich verändertes Windows Vista, das als solches nicht mehr erkennbar ist und den Probanden als neuartiges Betriebssystem vorgestellt wurde. Im Ergebnis bewertete die Mehrheit der Probanden Mojave als deutlich besser als Vista.

Allgemein wird Windows Vista in den Medien ein eher geringer Erfolg beschieden, Microsoft selbst bezeichnet die Verkaufszahlen jedoch als positiv. Das System wurde laut Angaben des Herstellers im ersten Verkaufsjahr 2007 mehr als 100 Mio. Mal verkauft. In diesem Zeitraum wurden weltweit 271 Millionen PCs und Notebooks verkauft. Im Vergleich verkaufte Microsoft im ersten Verkaufsjahr 2002 von Windows XP 67 Millionen Exemplare. Im Jahr 2002 gab es weltweit 132 Millionen verkaufte PCs.

Analysten des IT-Marktforschungsinstituts Gartner Inc. meinen gar, Windows und damit Microsoft kollabiere. Microsoft habe auf den Markt nicht reagiert. Windows sei überlastet mit Code-Altlasten aus zwei Jahrzehnten. Weitere Gründe seien zu lange Entwicklungszyklen, zu wenig Innovation. Zudem gebe es ernsthafte Konkurrenz unter anderem durch Open-Source-Software, was Windows irrelevant mache, wenn Microsoft nicht gegensteuert. Auch Webanwendungen und kleine, auf bestimmte Funktionen ausgerichtete Geräte wie z. B. iPhone, Spielkonsolen, EeePC grüben Windows das Wasser ab. Windows, wie man es heute kenne, müsse ersetzt werden durch eine stark modulare Version, sonst sei Microsoft „weg vom Fenster“. Jedoch seien schnelle Änderungen bei Microsoft kaum zu erwarten.

Gianfranco Lanci, Präsident des PC-Herstellers Acer, kritisierte im Juli 2007, dass es im Gegensatz zu früheren Windows-Versionen keine Impulse zum Kauf von neuen PCs gegeben habe.

Das US-Verkehrsministerium hat im Januar 2007 seinen Mitarbeitern eine Aufrüstung auf Windows Vista, Office 2007 und Internet Explorer 7 untersagt. Als Begründung wird angegeben, dass kein Anwendungsszenario (weder aus technischer noch ökonomischer Sicht) für einen Einsatz von Vista spreche. Dagegen gebe es viele Gründe, die gegen ein Upgrade auf Microsoft Vista sprechen. Microsoft will in einer ersten Reaktion den Zuständigen des Ministeriums die Software noch einmal erklären.

Ein ähnliches Verbot wurde im US-Luftfahrtministerium (FAA) erlassen. Auch viele andere Unternehmen haben den Umstieg bisher verschoben. Ende Juni 2008 wurde unter anderem von Intel, General Motors und Daimler erklärt, Windows Vista ganz zu überspringen.

Ende Februar 2008 hat Microsoft angekündigt, die Preisempfehlungen für Windows Vista teilweise deutlich zu senken, begründet wird dies mit dem Versuch, weitere Kunden zu einem Update auf Vista zu bewegen. Im April wurden Pläne für eine Marketingoffensive in Höhe von mindestens 300 Millionen Dollar bekannt, die neben Vista auch das Online- und Handygeschäft von Microsoft fördern soll. Ein Konzerninsider wird mit den Worten zitiert „Kunden sollen PCs kaufen, nicht obwohl Windows drauf ist, sondern weil Windows drauf ist“. Die schlechte Resonanz auf das unfertige System vor SP1, die Performanceeinbußen, die Unbenutzbarkeit auf Mini-Notebooks und nicht zuletzt die wachsende Linux- und Mac-Konkurrenz werden als weitere Gründe für diesen Schritt gesehen.

Zum Seitenanfang



Microsoft Windows NT

Windows NT ist ein Betriebssystem der Firma Microsoft. Seit seiner Version 5.0 wird das Kürzel NT nicht mehr in der Vermarktung, sondern nur noch intern verwendet.

Die Entwicklung an Windows NT begann, als die Allianz zwischen IBM und Microsoft zur Produktion von OS/2 aufbrach.

Leiter des NT-Projekts wurde David N. Cutler. Er war maßgeblich an der Entwicklung des Betriebssystems VMS beteiligt gewesen und galt als einer der renommiertesten Entwickler von Betriebssystemen überhaupt. Microsoft warb ihn und Mitglieder seines Teams von DEC ab und setzte sie auf die Entwicklung eines neuen Betriebssystems an. Diese Abwerbung beantwortete DEC mit einer Klage, die Microsoft durch die Zahlung von 150 Millionen Dollar und die Zusage, mit Windows NT auch Alpha-Prozessoren zu unterstützen, beilegen konnte.

Cutler setzte sich zwei wesentliche Ziele für Windows NT. Ihm ging es darum, Zuverlässigkeit zu erreichen – eine abstürzende Anwendung sollte nicht mehr das gesamte System zum Absturz bringen können. Diese Stabilität war unter Betriebssystemen wie VMS längst üblich. Auch wichtig war Portabilität – Windows NT sollte auf allen modernen Computerarchitekturen lauffähig sein. Außerdem sollte Windows NT, ähnlich wie es der Mach-Kernel konnte, als Basis für verschiedene Betriebssysteme gleichzeitig dienen und so z. B. Windows-, MS-DOS-, OS/2- und POSIX-Programme gleichzeitig ablaufen lassen können. Der Arbeitstitel während der Entwicklung hieß demnach auch Portasys.

Nach Aussage des früheren Microsoft-Mitarbeiters Mark Lucovsky stand NT ursprünglich für N-Ten. Dies war der Codename für den in Entwicklung befindlichen Prozessor Intel i860. Er war als Plattform für NT gedacht, lag jedoch nicht bei Microsoft vor. Deshalb wurde auf einem Emulator entwickelt. Zu Vermarktungszwecken wurde das Kürzel später in New Technology umgedeutet.

Die erste ausgelieferte Version hatte die Versionsnummer 3.1. So sollte ein Bezug zu Windows 3.1 hergestellt werden, das die gleiche grafische Benutzeroberfläche besaß.

Nach Windows NT 4.0 wurde das Kürzel NT und die Versionsnummer im Produktnamen fallen gelassen. Die Nachfolgeversionen werden Windows 2000, Windows XP, Windows Server 2003, Windows Vista und Windows Server 2008 genannt. Alle geben in der Umgebungsvariablen OS als Betriebssystem Windows_NT an. Windows 2000 weist noch im Startbildschirm mit dem Text „Auf NT-Technologie basierend“ auf die Verwandtschaft hin.

Cutler hatte seine zwei Primärziele erreicht: Das neue Betriebssystem war stabil, lief aufgrund seiner modularen Entwicklung auf mehreren Plattformen (MIPS und x86, später auch PowerPC und Alpha) und bot verschiedenen Programmarten Unterstützung. Es liefen sowohl 16-Bit-Windows-3.x-Programme als auch Programme für das neue 32-Bit-Windows-NT-API sowie textbasierte OS/2-Software und POSIX-1.0-kompatible Programme. Über die Jahre fand hier allerdings wieder eine Rückentwicklung statt. Die OS/2- und POSIX-Versionen wurden zunächst nicht weiter gepflegt und später entfernt. Die Versionen für PowerPC, MIPS und Alpha wurden eingestellt, dafür kamen später IA-64- und x64-Versionen hinzu.

In den ersten NT-Versionen läuft das GDI zusammen mit den anderen Subsystemen auf Ring 3 der Intel-Privilegstufe außerhalb des Kernel-Bereichs. Dadurch ist der Betriebssystemkern selbst vor Abstürzen in den Programmen geschützt. Ab NT 4.0 läuft das Grafiksubsystem aus Geschwindigkeitsgründen teilweise direkt im Betriebssystemkern, womit Fehler in Grafiktreibern moderne Windows-NT-Versionen zum Absturz bringen können. Windows Vista verwendet mit dem neuen Grafiktreiber-Modell allerdings wieder Userspace-Treiber.

Windows NT besitzt einen modularen Aufbau. Die unterste Ebene bildet die Hardwareabstraktionsschicht (engl. Hardware Abstraction Layer, abgekürzt HAL). Darauf bauen der eigentliche Betriebssystem-Kern (ein Hybridkernel) und die Subsysteme auf. Der Betriebssystemkern kümmert sich um die Vergabe des Arbeitsspeichers und der Rechenzeit. Auf den Kern setzen die Subsysteme auf. Dem Win32-Subsystem kommt dabei die größte Bedeutung zu, da es sich auch um den Aufbau der grafischen Benutzeroberfläche kümmert und die Signale der Eingabegeräte verarbeitet. In den Enterprise- und Ultimate-Editionen von Windows Vista sind die Microsoft Windows Services for UNIX in Form eines POSIX-kompatiblen Subsystems für UNIX-basierte Applikationen enthalten.

Aus Kompatibilitäts- und Geschwindigkeitsgründen, vor allem für Spiele, entwickelte Microsoft die DOS-basierte Betriebssystemlinie Windows 3.x/9x neben NT zunächst weiter. Erst mit Windows XP wurde die DOS-basierte Linie aufgegeben, wobei Windows XP einen reinen NT-Betriebssystemkern hat.

Bereits die erste Windows-NT-Version war vollständig von MS-DOS losgelöst. Aus Gründen der Abwärtskompatibilität konnten allerdings ältere 16-Bit-DOS-Programme wie beispielsweise der MS-DOS-Kommandozeileninterpreter Command.com in einer Virtual DOS Machine ausgeführt werden. Programme, die direkt (also ohne das Subsystem von Windows) auf die Hardware zugreifen, werden aus Sicherheitsgründen nicht mehr ausgeführt. Zusätzlich stand dem Anwender ein weiterentwickelter, vollständig 32-Bit-fähiger Kommandozeileninterpreter namens cmd.exe zur Verfügung. Außerdem unterstützte Windows NT bereits in der Version 3.1 das Dateisystem NTFS (New Technology File System) und verfügt seit jeher über einen 32-Bit-Kernel.

Zum Seitenanfang



Microsoft Windows

Microsoft Windows ist ein Markenname für Betriebssysteme der Firma Microsoft. Ursprünglich war Microsoft Windows eine grafische Erweiterung des Betriebssystems MS-DOS (wie beispielsweise auch GEM oder PC/GEOS), inzwischen wurde dieser Entwicklungszweig zu Gunsten der Windows-NT-Produktlinie aufgegeben und Windows bezeichnet das Betriebssystem als Ganzes.

Windows-Betriebssysteme sind sowohl für den Desktop als auch für Server verfügbar; daneben existieren Varianten, die für Embedded Devices, wie zum Beispiel PDAs, zugeschnitten sind.

Die Windows-Betriebssysteme sind mit einem geschätzten Marktanteil von knapp 90 Prozent Marktführer im Bereich der PC-Betriebssysteme, wodurch die Firma Microsoft ein Quasi-Monopol hält. Diese Tatsache führte in Vergangenheit zu einer Vielzahl von Gerichtsverfahren, welche die Ausnutzung dieser Marktstellung zum Inhalt hatten.

Das Schaubild stellt einzelne Hauptversionen des Betriebssystems Microsoft Windows anhand der Erscheinungsdaten und aufgegliedert in die Produktlinien auf einer Zeittafel angeordnet dar und soll dem Überblick dienen.

Die 16-Bit-Versionen von Microsoft Windows basierten ursprünglich vollständig auf MS-DOS und benutzten es für alle Systemzugriffe. Microsoft Windows stellte lediglich eine Erweiterung in Form einer grafischen Benutzeroberfläche dar. Das änderte sich mit Windows 3.x allmählich, insbesondere durch die Einführung der 32-Bit-Zugriffe und des Win32s-Subsystems. Die Win32s-Komponente stellte in Windows 3.1x einen Teilsatz des Win32-API aus Windows NT bereit, wodurch einige für Windows 95 oder Windows NT entwickelte Programme damit funktionierten. Zwischen Windows-Programmen auf älteren Windows-Versionen (einschließlich Windows 3.x) ist nur kooperatives Multitasking verfügbar. Mit Windows for Workgroups wurde eine Version mit integrierter Netzwerkfähigkeit veröffentlicht. Der Namenszusatz wurde ab Windows 95 und in allen Windows-NT-Versionen wieder fallen gelassen.

Microsoft Windows 1.0, Codename „Interface Manager“, ist die erste Version und, nach dessen Vorstellung auf der COMDEXX am 10. November 1983, im August 1985 veröffentlicht worden. Die Marketing-Abteilung entschied sich, nachdem die Entwickler immer von Fenstern sprachen, das System, welches die erste grafische Benutzeroberfläche von Microsoft für DOS darstellt, in „Windows“ umzubenennen.

Microsoft Windows 2.0 wurde im November 1987 veröffentlicht und beinhaltete unter anderem Verbesserungen an der grafischen Benutzeroberfläche. Erstmals wurde auch eine Windows-Version von Microsoft Word und Microsoft Excel veröffentlicht.

Microsoft Windows 3.0 wurde am 22. Mai 1990 veröffentlicht. Windows 3.1, welches am 1. März 1992 folgte, war die erste kommerziell erfolgreiche Version eines Microsoft-Betriebssystems. Mit Windows for Workgroups 3.1, Codename „Sparta“, erschien im Oktober 1992 das erste rudimentär netzwerkfähige Windows, mit Version 3.11 unterstützte Windows for Workgroups schließlich auch TCP/IP.

Die sogenannte Windows-9x-Linie basiert auf MS-DOS, besitzt aber einen eigenen 32-Bit-Betriebssystemkern, der nach dem Systemstart die Systemzugriffe mittels sogenannter VxDs (Virtual Device Driver, virtuelle Gerätetreiber) steuert. Das Win32-API war zu dem Zeitpunkt nichts vollkommen neues, da Windows NT 3.1 und Windows NT 3.5 bereits auf dem Markt waren. Windows 95 war aber die erste Windows-Version für Heimanwender, die diese benutzte.

Windows 9x bringt sein eigenes angepasstes DOS mit, während frühere DOS-basierte Windows-Versionen ein vorinstalliertes DOS voraussetzten. Der Start von Windows ist dabei (außer in Windows Me, für das es inoffizielle Patches gab) mittels eines Eintrags in die textbasierte Datei MSDOS.SYS verhinderbar, so dass Windows wie in früheren Versionen manuell durch das DOS-Programm WIN.COM gestartet werden kann. Microsoft wollte dem Benutzer zwar suggerieren, MS-DOS existiere nicht mehr eigenständig, allerdings war das MS-DOS-Betriebssystem aus jedem Windows 9x auch vollständig ohne Windows lauffähig. Windows 9x besitzt eine eingeschränkte Unterstützung für präemptives Multitasking und Speicherschutz.

Der Begriff „Windows 9x“ leitet sich aus den nun spezielleren Namen (anstatt nur Versionsnummern) her, die in den meisten DOS-basierten Windows-Versionen 4.x mit einer Neun beginnen. Aus diesem Schema stößt nur Windows Me hervor, es wird aber trotzdem mit den sehr verwandten anderen Versionen zusammengefasst.

Microsoft Windows 95, Codename „Chicago“, ist am 15. August 1995 erschienen. In den beiden Folgejahren erschienen Windows 95b und Windows 95c. Das System wird seit Januar 2002 von Microsoft offiziell nicht mehr unterstützt.

Microsoft Windows 98, Codename „Memphis“, erschien am 30. Juni 1998 als Evolutionsstufe von Windows 95. Windows 98 enthält hauptsächlich Internet-Erweiterungen wie den integrierten Internet Explorer 4.0 sowie Multimedia-Erweiterungen. Nach Windows 95 ist Windows 98 das zweiterfolgreichstes System, die offizielle Unterstützung wurde im Jahr 2006 eingestellt. Mitte 1999 erschien Windows 98 Second Edition (englisch für zweite Ausgabe) welche als überarbeitete Version unter Anderem das Service Pack 1, den Internet Explorer 5 sowie einige Verbesserungen im Bereich Multimedia und USB mitbrachte.

Microsoft Windows Millennium Edition (Me), Codename „Georgia“, ist im August/September 2000 erschienen. Auch hier wurden hauptsächlich kosmetische Änderungen und Multimedia-Verbesserungen vorgenommen, das Betriebssystem brachte beispielsweise eine verbesserte Version des Windows Media Players mit. Ein Tool zur Systemwiederherstellung mit dem das System auf einem automatischen oder vom Benutzer ausgewählten Zeitpunkt zurückgesetzt werden kann ist, ähnlich wie in Windows XP, enthalten. Ferner wurde der Schutz von Systemdateien verbessert; es ist, im Gegensatz zu Vorgängerversionen, aufgrund der System File Protection (SFP) nicht mehr möglich, eben diese zu löschen. Durch das Programm „Komprimierte Ordner“ wird das Erstellen und Entpacken von ZIP-Archiven direkt unterstützt. Darüber hinaus enthält Windows Me noch diverse neue Funktionen, die die Wartezeit auf Windows XP verkürzen sollten.

Die Microsoft Windows NT-Serie besitzt einen eigenen Kernel. Das Kürzel NT steht für New Technology (sinngemäß und korrekt übersetzt „neue Technik“). Der Name stand zunächst für ein von Microsoft und IBM gemeinsam entwickeltes Betriebssystems OS/2, welches nur in den 16-bit-Versionen (Versionsnummern 1.x) gemeinsam entwickelt, aber getrennt vermarktet wurde. Mit dem Entwicklungsschritt zu den 32-bit-Versionen (2.x) trennte sich Microsoft von IBM, um das Betriebssystem als Windows NT in Konkurrenz zu OS/2 getrennt von IBM weiter zu entwickeln. Vor allem in den NT-Versionen der 3.x-Reihe konnte der Benutzer mit Fehlermeldungen oder Hilfetexten konfrontiert werden, in denen von OS/2 die Rede, aber Windows NT gemeint war.

NT stand ursprünglich für N-Ten (N10), einen Emulator, auf welchem das System von Microsoft in der Anfangsphase betrieben wurde.

Windows NT ist für verschiedene Prozessorarchitekturen konzipiert und wurde ursprünglich für Intel-386-, MIPS-, PowerPC- und Alpha-Prozessoren angeboten. Diese breit angelegte Unterstützung wurde allerdings im Laufe der Zeit immer mehr ausgedünnt. Seit der XP-Einführung (Ende 2001) wurden praktisch nur noch x86-basierte Systeme unterstützt; die frühere Entwicklung von Versionen von NT für die Alpha-Architektur von DEC und weiteren wurde nach und nach eingestellt. Mit den Ankündigungen von AMD und Intel, zukünftig 64-bit-Prozessoren fertigen zu wollen, begann bei Microsoft die Entwicklung entsprechender Betriebssystemvarianten. Mitte 2005 stellte Microsoft dann auf seiner betriebseigenen Veranstaltung „WinHEC 2005“ in Seattle seine neuen Produkte Microsoft Windows XP Professional x64 Edition, Microsoft Windows Server 2003 x64 Standard Edition, Microsoft Windows Server 2003 x64 Enterprise Edition und Microsoft Windows Server 2003 x64 Datacenter Edition vor.

MS-DOS wird bei Bedarf emuliert, weitgehend namens- und funktionsgleiche Befehle sind als Laufzeitumgebung verfügbar, und weitere DOS-Programme können weiter verwendet werden, solange sie keinen direkten Zugriff auf die Hardware erfordern. Spiele laufen daher meist gar nicht oder wenn, dann nur ohne Ton und Joystick-Unterstützung. Abhilfe schaffen DOS-Emulatoren wie z. B. DOSBox.

NT besitzt präemptives Multitasking mit Speicherschutz. Direkte Hardwarezugriffe von Programmen sind (im Gegensatz zur DOS-Linie) durch die strikte Durchsetzung eines Schichtenmodells nicht erlaubt. Beginnend mit Microsoft Windows 2000 wurden die NT-Linie und die Konsumentenvariante von Microsoft Windows vereinheitlicht und in eine gemeinsame Produktlinie überführt. Mit der XP-Version kann die Zusammenführung „unsicherer Multimedia-Versionen, DOS-basiert“ und „sicherer NT-Versionen ohne Multimedia“ als abgeschlossen betrachtet werden.

Microsoft Windows NT 3.1 ist im Jahr 1993 in zwei unterschiedlichen Varianten erschienen.

Microsoft Windows NT 3.5, Codename „Daytona“, ist im September 1994 erschienen und stellt eine Weiterentwicklung von Windows NT 3.1 dar. Die Oberfläche entspricht der von Windows 3.1. Da DOS-basierende Windowssysteme noch vorherrschten, wurde, im Vergleich zur Windows NT 3.1, vor allem die Kompatibilität zu Windows-95-Programmen verbessert. Windows NT 3.5 erschien zunächst vergleichsweise fehlerbehaftet, die überarbeitete Version 3.51 erschien letztendlich im Juni 1995. Windows NT 3.5 wurde in zwei unterschiedliche Varianten verkauft.

Microsoft Windows NT 4.0, Codename „Cairo“, ist am 29. August 1996 erschienen. Anders als Windows NT 3.x ist Windows NT 4.0 mit der selben Benutzeroberfläche wie Windows 95 erschienen - lediglich mit dem Unterschied, dass diese auf dem NT-Kernel basiert. Windows NT 4.0 gilt aus diesem Grund als stabiler als Windows 95, seit Januar 2002 wird aber auch dieses System von Microsoft nicht mehr unterstützt. Zunächst wurde Windows NT 4.0, wie auch Windows NT 3.x, in zwei Varianten veröffentlicht, in den Jahren 1996 und 1998 wurden schließlich zwei weitere Varianten des Betriebssystems veröffentlicht.

Microsoft Windows 2000 ist im Februar 2000 erschienen und trägt die NT-Version 5.0. Windows 2000 bietet eine verbesserte Unterstützung von Geräten und ist in insgesamt vier unterschiedliche Varianten erschienen. Die Server-Varianten wurden speziell auf unterschiedliche Unternehmensgrößen hin konzipiert, bietet erstmals Active Directory und sollten die Windows-NT-4.0-Server ablösen.

Microsoft Windows XP, Codename „Whistler“, ist am 25. Oktober 2001 erschienen und trägt die NT-Version 5.1. Windows XP ist das bisher am besten verkaufte Windows-Betriebssystem und vereint erstmals die großen Produktschienen „Privat“ und „Unternehmen“. Erneuert wurde in Windows XP insbesondere die Benutzerführung und die Integration von Multimedia und Internet wurde weiter vorangetrieben. Die Entwicklungszweige „Neptune“ und „Odyssey“ wurden mit Windows XP vereint.

Für heftige Diskussionen sorgte die neue Produktaktivierung welche das Verwenden von sogenannten „Raubkopien“ verhindern sollte. Microsoft wird hierbei die als problematisch angesehene Vorgehensweise hinsichtlich des Datenschutzes der Benutzer vorgeworfen.

Bei dem im September 2004 veröffentlichten „Service Pack 2“ wurde das Hauptaugenmerk auf die Verbesserung der Netzwerksicherheit gelegt. Das Service Pack 3, das zugleich das letzte für Windows XP darstellen soll, sollte am 29. April 2008 veröffentlicht werden, aufgrund von Kompatibilitätsproblem im Zusammenhang mit dem Microsoft Retail Management System erfolgte die Veröffentlichung letztendlich jedoch erst am 6. Mai gleichen Jahres.Neben den Aktualisierungen seit Service Pack 1 beherbergt das Update verschiedene weitere aktualisierte Programme. Das Update erlaubt darüber hinaus die Verwendung von Windows XP als Gastsystem unter Microsofts im Herbst 2008 erschienenen Virtualisierungslösung Hyper-V. Das Service Pack 3 optimiert darüber hinaus die Geschwindigkeit des Systems, wurde aber ausschließlich für die Varianten der 32-bit Architektur veröffentlicht.

Eine Besonderheit sind die N-Versionen (Home Edition N und Professional N) welche aufgrund eines europäischen Rechtsstreits, welcher die Ausnutzung der Quasi-Monopol-Stellung von Microsoft zum Inhalt hatte, ohne vorinstallierten Windows Media Player ausgeliefert werden. Die N-Versionen sind ausschließlich in der Europäischen Union erhältlich. Windows XP Professional x64 Edition ist eine speziell auf die 64-Bit-Architektur zugeschnittene Variante des Betriebssystems und basiert auf Microsoft Windows Server 2003 x64. Von Windows XP sind insgesamt sechs unterschiedliche Varianten erschienen.

Darüber hinaus wurden zwei weitere Systeme entwickelt welche auf den Betriebssystemkern von Windows XP aufbauen, sich aber deutlicher von den Ursprungsvarianten unterscheiden.

Microsoft Windows Server 2003 ist im Jahr 2003 als Server-Variante von Windows XP erschienen und trägt die NT-Version 5.2. Die x64-Varianten (x64 Standard Edition, x64 Enterprise Edition und x64 Datacenter Edition) sind speziell auf die 64-Bit-Architektur zugeschnittene Varianten des Betriebssystems. Von Windows Server 2003 sind insgesamt fünf unterschiedliche Varianten erschienen.

Microsoft Windows Vista, Codename „Longhorn“, ist am 30. November 2006 für Unternehmen und am 30. Januar 2007 für Privatanwender erschienen und trägt die NT-Version 6.0. Nach einer ersten Alphaversion Anfang 2002 wurde der Veröffentlichungstermin mehrfach verschoben, dennoch konnten nicht alle ursprünglich geplanten Funktionen verwirklicht werden (beispielsweise die Dateisystemerweiterung WinFS). Die grafische Benutzerschnittstelle wurde überarbeitet und bietet die Modi Aero Basic und Aero Glass.

Alle Produktvarianten sind so wohl als Versionen für die 32-Bit-Architektur als auch als Versionen für die 64-Bit-Architektur erschienen. Neben den von Windows XP bekannten N-Versionen (Home Basic N und Business N) ohne vorinstallierten Windows Media Player existieren auch K-Versionen (Home Basic K und Business K) welche ohne vorinstallierten Windows Media Player und Windows Messenger ausgeliefert werden. Anders als die N-Versionen, welche ausschließlich in der Europäischen Union erhältlich sind, sind die K-Versionen ausschließlich in Korea erhältlich. Die Starter-Variante von Windows Vista wurde in Europa nicht veröffentlicht. Insgesamt sind zehn unterschiedliche Varianten erschienen.

Windows Vista TV Pack 2008, Codename „Fiji“, stellt eine überarbeitete Version des Windows Media Centers dar und ist im August 2008 für Windows Vista erschienen. Das Paket ist nur für OEM-Kunden verfügbar, verlangt nach dem Service Pack 1 von Windows Vista und enthält die Unterstützung neuer digitaler TV-Standards.

Microsoft Windows 7, Codenamen „Vienna“ und „Blackcomb“, wurde im Jahre 2000 unter dem Codenamen „Blackcomb“ angekündigt und sollte Windows XP ablösen. Unter anderem sollte Windows Blackcomb erkennen, wie ein eingetippter Satz abgeschlossen werden sollte. 2001 entschied Microsoft sich jedoch, vermutlich im Hinblick auf technische Möglichkeiten, zwischen Windows XP und Blackcomb eine weitere Version von Windows zu veröffentlichen, die später Windows Vista genannt wurde. 2006 änderte man außerdem den Codenamen von Blackcomb zu „Vienna“.

Mit dem Erscheinen von Windows Vista und der Ablösung des bisherigen Windows-Entwicklungsleiters Jim Allchin durch Steven Sinofsky wurde der Name im Februar 2007 von Vienna in Windows 7 geändert. Eine neue Windows-Version soll jetzt alle drei Jahre erscheinen. Offiziell sollte Windows 7 nicht vor Januar 2010 auf den Markt kommen, jüngeren Berichten zufolge aber setzt Microsoft das Release-Datum in seinem internen Kalender bereits auf den Juni 2009.

Eine erste Vorab-Version wurde am 28. Oktober 2008 an die Teilnehmer der PDC verteilt. Am 9. Januar 2009 stellte Microsoft die erste öffentliche Beta-Version zum freien Download zur Verfügung. Aufgrund des großen Andrangs auf das geplante Kontingent von 2,5 Millionen Downloads waren die Microsoft-Server zwischenzeitlich jedoch überlastet. Seither gilt das Kontingent von 2,5 Mio. Downloads als aufgehoben.

Die CE-Linie wurde für mobile Geräte wie Pocket PCs, Smartphones und PDAs konzipiert und stellt eine eigene Produktlinie dar. Neben den hier aufgelisteten Versionen existieren weitere Versionen für einzelne Gerätetypen und Hauptprozessoren.

Oft als Beta von Windows 95b oder Windows 96 bezeichnet, war Nashville tatsächlich nur eine Technologie-Vorschau, aus der später unter anderem der Active Desktop des Internet Explorers 4.0 hervorging. Die Bezeichnung Windows 96 geht auf den Deinstallationseintrag in der Systemregistrierung zurück, den Nashville hinterlässt, wenn man es als Update für Windows 95 installiert. Da es in Nashville keine weiteren Referenzen zu Windows 96 gibt und die einzig bekannte Beta-Version auch nie für den Gebrauch außerhalb Microsofts gedacht war, lässt sich über den Sinn dieses Eintrags nur spekulieren.

Windows Neptune sollte die Heimanwenderversion zu Windows 2000 werden, wurde aber zugunsten von Windows XP aufgegeben. Von Neptune erschien lediglich eine Alpha-Version am 27.12.1999. Als "Ersatz" kam dann im Jahre 2000 Windows Me. Geplanter Nachfolger von Neptune sollte Odyssey werden; es erschien aber nie eine Testversion, und das Projekt wurde mit dem Erscheinen von Windows Me eingestellt.

Weil Programmierer moderner Malware vor allem an sensiblen Daten von Endbenutzern interessiert sind, stellt Windows hier mit seiner Monopolstellung im Anwenderbereich für sie ein beliebtes Ziel dar.

Da zur Zeit der Entwicklung von Windows NT die heutige Relevanz des Internets nicht absehbar war, vernachlässigte Microsoft die Internet-Sicherheit. Darüber hinaus wurde Windows bis Windows Server 2003 standardmäßig mit deaktivierten Sicherheitsoptionen ausgeliefert, auch angreifbare (wenn auch nützliche) Dienste waren aktiviert. Im Juni 2005 hat Bruce Schneiers Counterpane Internet Security berichtet, dass sie mehr als 1000 neue Viren und Würmer für Windows-Systeme in den letzten sechs Monaten gesichtet hätten.

Microsoft hat die Sicherheitsprobleme um die Jahrtausendwende zugegeben und gab bekannt, dass dem Thema Sicherheit fortan höchste Bedeutung zugemessen werde. Das dringend benötigte System für automatische Updates wurde erstmals mit Windows 2000 eingeführt. Das Ergebnis war, dass das Service Pack 2 für Windows XP und das Service Pack 1 für Windows Server 2003 sehr viel schneller von den Kunden installiert wurden, als es sonst der Fall gewesen wäre. Microsoft verteilt Sicherheitspatches über sein Windows Update System normalerweise einmal im Monat (Patch Day).

Spätestens seit dem in den Medien sehr präsenten Computerwurm W32.Blaster und seinen Derivaten im Jahr 2003 hat Microsoft bei Windows Vista den zentralen Fokus auf die Internet-Sicherheit gelegt. Dies hatte zum Erfolg, dass bei Vista nach seiner Einführung deutlich weniger Sicherheitslücken aufgedeckt werden konnten als bei Windows XP, bekannten Linux-Distributionen sowie Mac OS X Die zusätzliche Sicherheit wird vor allem auf die neu entwickelte Benutzerkontensteuerung zurück geführt, zieht jedoch auch Einschränkungen beim Bedienkomfort nach sich.

Eine Studie von Kevin Mitnick und der Firma Avantgarde aus dem Jahre 2004 führte zu dem Ergebnis, dass ein ungeschütztes Windows-XP-System ohne Sicherheitsaktualisierungen im Internet nur vier Minuten ohne Kompromittierung durchhält. Die AOL National Cyber Security Alliance Online Safety Study von Oktober 2004 hat festgestellt, dass 80 % aller Windows-Systeme von zumindest einem Spyware-/Adware-Programm infiziert waren. Die am häufigsten empfohlenen Strategien zur Erhöhung der Sicherheit von Windows-Produkten beinhalten die Verwendung von Hard- oder Software-Firewalls, Antivirus- und Antispyware-Produkten sowie die regelmäßige Aktualisierung des Betriebssystems mit Microsoft Update.

Auf Windows-Betriebssystemen können in der Regel nur Windows-Programme ausgeführt werden. Bei einigen Ausgaben der Windows-Versionen mit NT-Kernel ist zwar auch das POSIX-Subsystem enthalten, dieses ist aber in der Praxis bedeutungslos, da wichtige POSIX-Elemente wie symbolische Links und eine POSIX-kompatible Shell fehlen. POSIX-kompatible Anwendungen können oft gar nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand auf Windows-Betriebssysteme portiert werden.

Kernel-Mode-Treiber für Windows Vista in der 64-Bit-Version müssen signiert sein, um beim Systemstart automatisch geladen werden zu können.

Manche der mit Windows ausgelieferten Zusatzprogramme wie z. B. der Webbrowser werden in der Regel so tief in das System integriert, dass ein Auswechseln dieser Komponenten erschwert wird.

Der Begriff Window (Fenster) als Bezeichnung für ein Software-Oberflächenelement geht zurück auf das in den frühen 1970er Jahren im Xerox PARC entwickelte WIMP-Paradigma (Window, Icon, Menu, Pointing-device) für den Aufbau von Benutzerschnittstellen. Microsoft Windows ist eines von vielen Systemen, die dieses Paradigma umsetzen.

Um den Begriff „Windows“ als Markennamen gibt es andauernden Streit, da er beschreibenden Charakter hat, für eine Funktion des Betriebssystems (nämlich Programme in Fenstern laufen zu lassen), und daher auch andere den Begriff in ihren Produkten verwenden wollen. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man möglichst immer den vollständigen Markennamen Microsoft Windows verwenden.

Microsoft konnte mit seinen Betriebssystemen im Laufe der 1990er Jahre eine Vorrangstellung auf dem Desktop-Markt erreichen und bildet seitdem ein Quasi-Monopol. Alternativen stellen die freien Open-Source-Betriebssysteme Linux und BSD sowie das (in seinen wichtigsten Komponenten) nicht freie Mac OS X dar. Ein Hauptkritikpunkt an Windows war die unbefriedigende Stabilität, die sich mit dem Durchsetzen der NT-Basis für Endbenutzer jedoch deutlich verbessert hat (Windows XP Home / geplant „Neptune“ als Windows 2000 Home).

Weiter werden wie zum Beispiel von Analysten des IT-Marktforschungsinstituts Gartner die fehlende Modularität, ein veralteter und ausufernder Programmcode, zu lange Entwicklungszyklen und zu geringe Innovationen bemängelt.

Zum Seitenanfang



Microsoft Windows XP

„Luna“-Desktop von Windows XP

Windows XP (interner Codename in der Entwicklungsphase: Whistler) ist ein Betriebssystem von Microsoft. XP steht dabei für „eXPerience“ (engl. für Erfahrung, Erlebnis).

Windows XP (Windows NT Version 5.1) kam am 25. Oktober 2001 auf den Markt und ist der technische Nachfolger von Windows 2000 (Windows NT Version 5.0) mit Windows-NT-Betriebssystemkern. Zusätzlich löste es Windows Me der MS-DOS-Linie in der Version „Home Edition“ als Produkt für Heimanwender und Privatnutzer ab. Die MS-DOS-Linie wurde daraufhin von Microsoft eingestellt.

Anders als in den vorherigen Windows-NT-Versionen gibt es keine Server-Variante von Windows XP. Die Serverprodukte zu Windows XP sind in der separaten Windows-Server-2003-Produktfamilie zusammengefasst. Die einzelnen Server-Versionen gliedern sich dabei in Standard Edition, Enterprise Edition, Datacenter Edition, Web Edition und Small Business Server, wobei die Datacenter Edition ausschließlich als OEM-Lizenz in Verbindung mit entsprechender Hardware erhältlich ist.

Die für Benutzer auffälligste Neuheit in Windows XP war die Benutzeroberfläche „Luna“, die im Auslieferungszustand eine farbenfrohere Desktop-Oberfläche bietet als bei älteren Windows; es steht aber wahlweise auch eine leicht modifizierte Version der Oberfläche aus Windows 2000 zur Verfügung („klassische Darstellung“).

Wie bei Computersystemen üblich, werden häufig Sicherheitslücken und Fehler entdeckt, welche oft schon kurz nach dem Bekanntwerden von Angreifern direkt (z. B. Cracker) oder indirekt (z. B. Virenprogrammierer) ausgenutzt werden, um anfällige Systeme für eigene Zwecke zu missbrauchen oder anderweitig zu manipulieren oder außer Funktion zu setzen.

Um Benutzern das Installieren entsprechender Sicherheitsaktualisierungen zu erleichtern, stellt der Hersteller seit Windows ME eine Funktion zur automatischen Aktualisierung per Internet (automatische Aktualisierungen) zur Verfügung. Dies erweitert die bisherige Strategie der Verbreitung von Service Packs und Hotfixes durch manuelles Herunterladen. Der automatische Prozess erleichtert und erhöht die Verteilung entsprechender Aktualisierungen und kann in drei Stufen angepasst werden (Bestätigung des Downloads, Bestätigung der Installation, vollautomatisch), kann aber vollständig deaktiviert werden.

Das Service Pack 1 für Windows XP, welches vor allem alle bis dahin veröffentlichten Sicherheitspatches in einem einzelnen Paket vereinte, wurde am 9. September 2002 veröffentlicht. Hardwareseitig kamen der standardmäßige Support von Festplattengrößen jenseits von 137 GB (zuvor war eine manuelle Aktivierung des Supports in der Registry notwendig) sowie die uneingeschränkte Nutzung der USB-2.0-Schnittstelle hinzu.

Microsofts Unterstützung für Windows XP mit installiertem SP1 oder SP1a lief zum 10. Oktober 2006 aus. Ab diesem Datum will Microsoft für Windows XP keinerlei Sicherheitsaktualisierungen mehr ausliefern. Anwendern wird empfohlen, das Service Pack 2 für Windows XP zu installieren.

Das Service Pack 2 wurde am 9. August 2004 öffentlich verfügbar gemacht und zielte vor allem auf eine verbesserte Systemsicherheit ab. Ursprünglich sollte das Service Pack 2 schon im Juni 2004 von Microsoft herausgegeben werden, es stellte sich aber heraus, dass noch einige Bugfixes zu leisten waren, was die Veröffentlichung um zwei Monate verzögerte. Zum ersten Mal fügte Microsoft mit einem Service Pack Windows XP neue Funktionen hinzu, wie etwa eine überarbeitete Windows Firewall, die Unterstützung für die Datenausführungsverhinderung, mehr Software zur Unterstützung drahtloser Netze und einen Pop-up-Blocker für den Internet Explorer. Durch das neu hinzugekommene „Sicherheitscenter" können eine Vielzahl von Personal Firewalls und Antivirenprogrammen überwacht und die Funktion „automatische Updates“ eingerichtet werden. Das Service Pack 2 enthält neben einer exklusiven, fehlerbereinigten Version 6.0 SP2 des Internet Explorers auch neue APIs, die Drittanbietern von Virenscannern und Personal Firewalls eine verbesserte Interaktion mit dem System bieten sollen.

Das Service Pack 3, das zugleich das letzte für Windows XP sein soll, sollte am 29. April 2008 veröffentlicht werden. Es gab jedoch ein Kompatibilitätsproblem mit Microsofts Dynamics Retail Management System (RMS), sodass es erst am 6. Mai über das Microsoft Download Center und Windows Update verfügbar wurde. Um das Servicepack für RMS-Kunden nutzbar zu machen, muss man zuvor einen speziellen Patch installieren, der momentan noch bei Microsoft angefordert werden muss. Die Nutzer von Microsofts kostenpflichtigem MSDN sowie Nutzer mit Volumenlizenzverträgen hatten schon vorab die Möglichkeit, sich das Service Pack 3 herunterzuladen.

Bei der 313 MB umfassenden Update-Datei handelt es sich um eine Sammlung aller Software-Aktualisierungen und Fehlerbereinigungen die seit dem Service Pack 1 entwickelt wurden. (Bei Download über Windows Update hat das Service Pack nur eine Größe von ca. 70 MB, da ausschließlich für die laufende Windows-Version benötigte Dateien heruntergeladen werden müssen.) Daher ist das Service Pack 1 auch Voraussetzung für die Installation des SP3, nicht aber für die Slipstream-Integration in eine Installationsquelle. Zusätzlich zu den Aktualisierungen seit SP1 beinhaltet das Service Pack 3 auch einige weitere aktualisierte Programme, wie den Background Intelligent Transfer Service (BITS) 2.5, Windows Installer 3.1, Management-Console (MMC) 3.0 und die Core XML Services 6.0 (Programmaktualisierungen des Internet Explorers 7 und Media Players sind nicht enthalten). Das Update erlaubt die Verwendung von Windows XP als Gastsystem in Microsofts Virtualisierungssystem Hyper-V. Das Service Pack 3 bringt eine messbar verbesserte Systemgeschwindigkeit mit sich. Ebenfalls enthalten ist eine Clientkomponente für das von Windows Server 2008 bereitgestellte NAP-System. Weiterhin wird nun die Erkennung von „Black-Hole“-Routern unterstützt. Das Sicherheits-Center wartet zusätzlich mit besseren Beschreibungen auf und es wurde ein Windows-Kryptographie-Modul (FIPS) implementiert welches im Kernel-Modus läuft. Nach der Installation des Service Pack 3 verschwindet die Möglichkeit, die Adresse-Symbolleiste in die Taskbar einzubinden. Microsoft sah sich nach eigenen Angaben zu diesem Schritt gezwungen, da regulierende Behörden dies gefordert hätten. Microsoft empfiehlt, auf die Windows Desktop Search umzusteigen.

Einige Nutzergruppen stellen die öffentlich verfügbaren Systemaktualisierungen (z. B. Sicherheitsaktualisierungen) gebündelt als sogenannte inoffizielle Service-Packs zur Verfügung. Eine Verteilung durch Dritte kann sicherheitstechnische Risiken erhöhen, etwa durch die Gefahr einer Infektion mit Malware. Der Hersteller versucht, diesen Verteilungsweg durch entsprechende Vertragsformulierungen einzudämmen, allerdings ist die rechtliche Wirksamkeit solcher Klauseln ungewiss. Dies hängt vor allem vom Privat- und Verbraucherschutzrecht des jeweiligen Landes ab.

Ein prinzipielles Problem ist, dass zur Markteinführung und in den ersten Jahren von Windows XP viele Anwendungen nicht speziell für Windows XP (Windows 2000, Windows NT) entwickelt wurden, sondern vom Konzept und von der Realisierung her noch aus Win9x-Tagen stammen. Daher funktionierten sie oft nicht, wenn der angemeldete Anwender nicht alle Administrator-Berechtigungen hatte. Heute gibt es nur noch wenige neue Anwendungen, die sich nicht vollständig mit einem „eingeschränkten Benutzerkonto“ benutzen lassen. Für die systemweite Installation von Programmen ist aber trotzdem ein Administratorkonto notwendig, dies ist jedoch sowieso eine typische Administratoraufgabe, welche auch bei anderen Mehrbenutzer-Betriebssystemen (von AIX über BSD und Linux bis ZETA) besondere Berechtigungen erfordern kann, wenn hierfür Teile des Betriebssystems, dessen Konfiguration oder Einstellungen anderer Benutzer modifiziert werden müssen. Auf Administratorenrechte kann bei der Installation eines Programms nur verzichtet werden, wenn ausschließlich in das Benutzer-Profil des angemeldeten Benutzers installiert wird und dies von der zu installierenden Software auch unterstützt wird.

Neben Spielen sind noch einige spezialisierte Büroanwendungen von international weniger bekannten Unternehmen sowie Schulsoftware nicht ohne weitere Konfiguration ohne Administratorrechte benutzbar, ein bekanntes Beispiel dafür ist „Lexware Quicksteuer 2005“. Ähnlich wie bei PC-Spielen kann man sich auch hier behelfen; so muss dem Eingeschränkten Benutzer Schreibzugriff auf den Ordner gestattet werden, in dem Lexware die Datenbank für Quicksteuer einrichtet, sowie auf den Ordner, in dem Projekte gespeichert werden. Dies ist bei der Windows XP Home Edition nur nach einem Windows-Neustart im abgesicherten Modus möglich, bei Windows XP Professional kann es hingegen jeder Benutzer der Administratorengruppe.

Werden jedoch alle Anwendungen im Sicherheitskontext eines Administratorkontos ausgeführt, so hat auch Schadsoftware (Viren, Würmer, Trojaner, Spyware, Adware usw.) alle Möglichkeiten, Veränderungen am System vorzunehmen. Oftmals werden diese Veränderungen so umgesetzt, dass der Anwender des befallenen Computers diese gar nicht bemerkt (z. B. wird eine Schadsoftware als System-Dienst eingerichtet und dann automatisch ständig ausgeführt). Dann kann die Schadsoftware beispielsweise den befallenen Computer verwenden, um ferngesteuert durch ihren Autor andere Systeme anzugreifen. Man spricht davon, dass der Computer zum Zombie wird. So werden z. B. die meisten Spam-E-Mails von solchen Bots aus versendet, ohne dass der Besitzer das auch nur ahnt.

Es handelt sich hierbei aber nicht um ein prinzipielles Problem. Unter Windows XP (auch Windows 2000 und Windows NT) kann man sehr detailliert Berechtigungen auf Dateien und weitere Systemobjekte (z. B. Registry-Keys, Pipes etc.) vergeben.

Für Windows XP wurde das Windows-2000-System für Intel-Prozessoren als Grundlage übernommen. Es sollte darüber hinaus aber auch die alten DOS-basierten Windows-Versionen ersetzen. Daher mussten Möglichkeiten geschaffen werden, weitere ältere, nicht unter Windows NT lauffähige Programme auszuführen und insbesondere kontrollierte Zugriffe von Anwenderprogrammen auf die Grafik zu ermöglichen.

Microsoft hatte die DirectX-Routinen entwickelt, die in das System integriert wurden. Diese ermöglichen die Umgehung der Systemservices und des Mikrokernels und damit einen Direktzugriff insbesondere auf die Grafikhardware. Der Programmierer kann daher Anwendungen, insbesondere Spiele, unabhängig von der eigentlichen Hardware entwickeln, die Geschwindigkeit ist aber trotzdem vergleichbar mit derjenigen auf den alten Systemen.

Eine weitere Ergänzung ist ein Kompatibilitätsmodus genanntes Personality, der bei Bedarf Routinen aus älteren Systemen emuliert. Damit soll das Ausführen von Programmen ermöglicht werden, die an Vorgängerversionen angepasst wurden.

Andere Anwendungen nehmen den vollen Speicherschutz von Windows in Anspruch. Das System ist daher vergleichsweise zuverlässig und stabil.

Windows XP formatiert Partitionen, wie schon Windows 2000, standardmäßig mit dem Dateisystem NTFS. Für große Festplatten ist es möglich, die Verwaltung im Modus mit 48-bit-LBA zu aktivieren. Es ist auch in der Lage, mit FAT-Partitionen umzugehen.

Um Software-Piraterie einzudämmen, verwendete Microsoft bei Windows XP erstmals das System der Produktaktivierung. Bei diesem Verfahren tauscht das Betriebssystem im Zuge der Installation bestimmte Daten mit dem Softwarehersteller (in diesem Fall also Microsoft) aus, bevor eine dauerhafte Verwendung der Software gestattet wird. Die ausgetauschten Daten enthalten u. a. Informationen über die verwendete Hardware. Falls sich diese Daten jemals ändern, zum Beispiel durch Austausch oder Erweiterung von Hardware-Komponenten, könnte das Betriebssystem seine Funktion verweigern, bis erneut eine Aktivierung vorgenommen wurde.

Mittlerweile wurde bekannt, dass die Aktivierung bei Notebooks, deren Hardware nicht ohne weiteres geändert werden kann, einige dieser Angaben nicht enthält.

Windows XP mangelt es nach Ansicht vieler Experten an Transparenz und Sicherheit. Viele Betriebssystemkomponenten mussten bereits durch Aktualisierungen ausgetauscht werden. Die genauen Abläufe sind oft auch für Fachleute unverständlich, unter anderem weil sich das System ob seiner „Eigenarbeit“ nicht sehr kommunikativ verhält. Microsoft begründet dies häufig damit, zu viele Informationen würden den unerfahrenen Benutzer verwirren.

Microsoft versucht außerdem seit geraumer Zeit durch Studien zu belegen, wie transparent sich die Produktaktivierung verhält und wie sie funktioniert. Der deutsche TÜViT hat die Anonymität des Aktivierungsverfahrens „bestätigt“, wobei TÜViT gerade an entscheidender Stelle nicht selbst nachprüfte, sondern den Angaben seines Auftraggebers Glauben schenkte.

Eine gewisse Berühmtheit in Insiderkreisen erlangte auch die mit der Buchstabenkombination „FCKGW“ beginnende Seriennummer, die zusammen mit illegalen Kopien des Betriebssystems bereits 35 Tage vor dessen offizieller Veröffentlichung im Umlauf war. Mit Hilfe dieser Seriennummer ließen sich die ersten Versionen von Windows XP gänzlich ohne Produktaktivierung installieren. In neueren Versionen wird diese Seriennummer als ungültig erkannt. Auch lassen sich damit keine Aktualisierungen durchführen.

Ungültige Seriennummern werden beim Windows Update durch ein ActiveX-Applet namens Windows Genuine Advantage (WGA) zurückgewiesen. Da in alternativen Browsern kein ActiveX unterstützt wird, musste man in der Vergangenheit hierzu die ausführbare Datei GenuineCheck.exe herunterladen. Sie generierte eine Nummer, die man im Download Center und bei Windows Updates eingeben musste. Diese Nummer wurde aus der Seriennummer und einem Code, der in den Systemeigenschaften einzusehen ist, errechnet. Diese Methode wurde von Softwarepiraten schnell geknackt, indem der windowseigene Kompatibilitätsmodus genutzt wurde. Dieses Verfahren wurde durch die ausführbare Datei legitcheck.hta ersetzt, die manuell heruntergeladen und ausgeführt werden muss. Mit ihr entfällt nunmehr die manuelle Eingabe einer Nummer.

Gecrackte „Corporate Edition“-Versionen werden aber auch heute noch inklusive Updates und den neuesten Microsoft-Programmen regelmäßig als illegale Downloads über das Internet verbreitet.

Wie einige Microsoft-Produkte steht auch Windows XP unter der Kritik, man würde mit dem Kauf eines Microsoft-Produktes einen „Quasi-Monopolisten“ unterstützen. Tatsächlich ist die Dominanz von Windows auf dem Betriebssystem-Markt unübersehbar, was zur Folge hat, dass man in vielen Anwendungsgebieten von Computern auf Microsoft-Produkte angewiesen ist und häufig Windows XP oder andere Windows-Betriebssysteme – zumindest sekundär – einsetzen muss.

Gerade Windows XP fiel durch die Integration vieler Benutzeranwendungen, für die es einen gedeihenden Drittanbieter-Markt gab oder gibt, unter starke Kritik und teilweise auch strenge Beobachtung. Solche Anwendungen sind zum Beispiel Media Player (Windows Media Player), Instant Messenger (Windows Messenger) oder die enge Bindung an das Microsoft-Passport-Netzwerk, das in der Fachwelt teilweise als ein Sicherheitsrisiko und eine potentielle Bedrohung der Privatsphäre angesehen wird. Dies wird ebenso als eine Fortführung von Microsofts traditionell wettbewerbsbeschränkendem Verhalten angesehen.

Obwohl die jüngste Kritik vor allem diese drei Programme im Blick hatte, waren auch in früheren Windows-Versionen – beispielsweise Windows 95 – schon Komponenten so in das System integriert, dass sie mit herkömmlichen Mitteln nicht mehr trennbar waren (Unmöglichkeit der Deinstallation) und laut Microsoft auch überhaupt nicht mehr getrennt werden konnten. Vor allem der Webbrowser (Internet Explorer, siehe auch Browserkrieg) fiel dabei oft in Kritik, aber auch der graphische Dateimanager (Windows Explorer) oder der TCP/IP-Stack.

Microsoft argumentiert zudem, dass solche Systemwerkzeuge nicht mehr Spezialanforderungen bedienen, sondern in den Bereich allgemeinen Interesses gerückt seien und damit ihre Existenzberechtigung als allgemeine Komponenten des Betriebssystems verdienen würden. Als Bestätigung dieser Auffassung findet sich zudem fast kein anderes Betriebssystem, welches nicht ebenfalls Systemwerkzeuge integriert hat.

Ebenso werden Neuentwicklungen für Windows von Microsoft teilweise nur für neuere Windows-Betriebssysteme verfügbar gemacht, obwohl diese technisch auch für ältere Windows-Versionen möglich wären, zum Beispiel DirectX oder die .NET-Laufzeitumgebung. Andererseits gibt es keinen Hersteller von Betriebssystemen, der Ergänzungen und Erweiterungen stets für alle älteren Versionen herausgibt. Apple beispielsweise unterstützt stets nur die aktuelle und die vorangegangene Version von Mac OS X.

Microsoft erfüllte manchmal nur notdürftig Gerichtsanordnungen bezüglich gebündelter Software durch Veröffentlichung von speziellen Downgrades oder Versionen ohne den betreffenden Software-Teil. Es wird dabei kritisiert, dass Microsoft diese Komponenten häufig nicht vollständig entfernt hat, auch wenn das technisch möglich gewesen wäre. Microsoft rechtfertigte diesen Schritt mit der Tatsache, dass Schlüsselfunktionen von Windows von dieser Software abhängen würden, so das HTML-Hilfesystem oder der Windows-Desktop.

Ein weiterer Kritikpunkt an Windows XP und seinen Komponenten ist die Übermittlung von Daten an den Hersteller. Windows XP sendet auch dann, wenn der Laie alle grafischen Bedienmöglichkeiten nutzt, regelmäßig Daten an Microsoft. Laut Microsoft handelt es sich dabei um Daten, deren Art veröffentlicht sei, Kritiker bezweifeln dies jedoch. Keine Studie überprüfte bisher, welchen Inhalt diese in verschlüsselter Form übertragenen Datenpakete tatsächlich haben. Kritiker befürchten, dass kaum nur die Daten übermittelt werden, die Microsoft offiziell angibt; dafür seien die Pakete nach der Meinung mancher schlicht zu groß. Gegen eine Darstellung des Spiegels und des Heise-Verlags im Jahre 2002, dass beispielsweise der Windows Media Player die genutzten Medieninhalte an Microsoft-Server übermittle, protestierte Microsoft nicht öffentlich.

Windows XP wurde seit seinem Erscheinen häufig mit dem freien Betriebssystem Linux verglichen. Es wurde argumentiert, dass die Anforderungen an die Hardware zu hoch und die von Microsoft herausgegebenen Mindestanforderungen unrealistisch für ein produktives Arbeiten seien. Heute hat die Hardware-Entwicklung diese Aussage eingeholt, da selbst Billig-Rechner mit soviel Leistung ausgestattet sind wie 2002 nur die teuersten Desktop-Rechner. Tatsächlich wird daher neben Linux auch Windows XP auf vielen Mini-Notebooks eingesetzt, auf denen der Windows-XP-Nachfolger Vista wegen dessen höherer Hardware-Anforderung nicht brauchbar wäre.

Ein oft bemängeltes Kuriosum ist, dass sogar Windows XP bei der Installation in manchen Fällen noch ein Diskettenlaufwerk voraussetzt, so dass für moderne Rechner ohne Diskettenlaufwerk eine angepasste Installations-CD oder der Nachkauf eines Diskettenlaufwerks erforderlich sein kann. Besonders bekannt ist der Fall, dass Windows bei der Installation Treiber von Fremdanbietern für moderne Festplatten-Controller (etwa SATA) oder spezielle Festplatten von Diskette nachladen muss, wenn sich diese Treiber nicht auf der Installations-CD befinden.

Ursprünglich wollte Microsoft die Auslieferung im Januar 2008 stoppen, da aber der Nachfolger Microsoft Windows Vista zu hohe Hardwareanforderungen an preisgünstige PCs stellt und diese immer mehr mit Linux-Varianten ausgestattet werden, verlängerte der Konzern die Auslieferung bis zum 30. Juni 2008 und für Subnotebooks bis 2010. Der Vollsupport wird im April 2009 und die Bereitstellung von Sicherheitspatches im April 2014 eingestellt. Für Geschäftskunden werden auch nach April 2009 kostenpflichtige Serviceverträge (Support für Fehlerbehebungen) angeboten. Allerdings ist die Nutzung von Windows XP trotz des Verkaufsstops heute (Dezember 2008) mit 66% Marktanteil immer noch weiter verbreitet als Windows Vista mit 20%.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia