Wiesbaden

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Geschrieben von robby 26/02/2009 @ 01:23

Tags : wiesbaden, hessen, deutschland

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Wiesbaden

Lage der Landeshauptstadt Wiesbaden in Hessen

Wiesbaden ist die Landeshauptstadt des deutschen Bundeslandes Hessen und mit seinen 15 Thermal- und Mineralquellen eines der ältesten Kurbäder Europas.

In dieser zweitgrößten Stadt des Landes wohnen zusammen mit den in Wiesbaden stationierten US-amerikanischen Soldaten und ihren Familienangehörigen, die bei den Volkszählungen nicht berücksichtigt werden, knapp 287.000 Menschen. Der Großraum Wiesbaden, neben der eigentlichen Stadt hauptsächlich aus dem angrenzenden Rheingau-Taunus-Kreis, den Städten Eppstein, Hochheim am Main, Hofheim am Taunus und den Gemeinden Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg bestehend, zählt ca. 570.000 Einwohner. Wiesbaden bildet eines der neun Oberzentren des Landes Hessen und zählt ebenso wie Frankfurt am Main, Mainz, Darmstadt, Offenbach am Main und Hanau zu den Kernstädten des Rhein-Main-Gebiets.

In römischer Zeit gab es in der heutigen Innenstadt eine Siedlung, die 121 unter dem Namen Aquae Mattiacorum erstmals Erwähnung findet (lat.: „Die Wasser der Matthiaker“, daher die Aufschrift auf dem Wiesbadener Kurhaus „Aquis Matthiacis“, das heißt „den Wassern der Mattiaker geweiht“). Der Name bezieht sich auf den hier ansässigen chattischen Stamm der Mattiaker. Aquae Mattiacorum war Hauptort der Civitas Mattiacorum. Einhard, der Biograf Karls des Großen, erwähnt um 828/830 Wisibada, die früheste Überlieferung des Namens Wiesbaden.

Das Wappen der Stadt Wiesbaden zeigt in Blau drei (Oben zwei, unten eine) goldene Lilien, auch Fleur-de-Lis genannt. Die Stadtflagge ebenso wie das Wappen ein blaues Tuch mit den drei goldenen Lilien, welche im 16. Jahrhundert erstmals in den Stadtsiegeln auftauchten und französischer Herkunft sein sollen. Die drei Lilien sind auch im Familienwappen der Bourbonen und deshalb auch im Wappen Spaniens enthalten.

Die Stadtfarben blau/gelb stammen noch aus der Zeit des Herzogtums Nassau, deren Residenz Wiesbaden lange Zeit war. Die heutige Form des Wappens wurde 1906 amtlich festgelegt.

Wiesbaden liegt mit seinen südlichen Stadtteilen am rechten Ufer des Rheins gegenüber der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz und zwar dort, wo der Rhein seine Hauptrichtung von Süden kommend nach Westen ändert. Im Norden der Stadt erstreckt sich das Mittelgebirge Taunus mit seinem in nordöstlicher Richtung verlaufenden Hauptkamm. Die Innenstadt liegt, 5 Kilometer vom Rhein entfernt, in einer weiten Talmulde zwischen den Taunushöhen im Norden, der Bierstadter Höhe und dem Hainerberg im Osten, dem Mosbacher Berg im Süden und dem Schiersteiner Berg im Westen, einem Taunusausläufer aus Richtung Kohlheck. Nur eine schmale Senke an der Ostflanke des Mosbacher Bergs öffnet sich zum Rhein hin, in denen die Gleisanlagen des Hauptbahnhofs und die Mainzer Straße liegen. Durch diese Senke entwässert die Salzbach zusammen mit dem Wellritzbach, dem Kesselbach, dem Schwarzbach und dem Dambach den Talkessel der Innenstadt und damit auch, wie der Name schon besagt, den Abfluss der vielen Thermal- und Mineralquellen des Quellenviertels. Oberhalb der Innenstadt ist die Salzbach unter dem Nebennamen Rambach eher bekannt. Von der Mainzer Straße im Salzbachtal abgesehen führen alle Wege aus der Innenstadt nach Osten, Süden und Westen zunächst deutlich bergauf. Nach Norden führen alle Wege ohnehin in kilometerlangen Steigungen über den Taunushauptkamm. Der höchste Punkt des Stadtgebietes mit 608 m über NN liegt in der Nähe des Gipfels der Hohen Wurzel auf dem Rheinhöhenweg, tiefster Punkt ist die Hafeneinfahrt von Schierstein mit 83 m über NN. Die Innenstadt (Schlossplatz) liegt auf 115 m über NN.

Das Stadtgebiet hat eine Größe von 204 Quadratkilometern, misst von Nord nach Süd 17,6 Kilometer und von West nach Ost 19,7 Kilometer. Im Norden wird es von ausgedehnten Waldgebieten (27,4 % des Stadtgebietes), im Westen und am Main von Weinbergen und im Osten von landwirtschaftlich genutzten Flächen (31,1 %) umgeben. Von der 79 Kilometer langen Stadtgrenze bildet der Rhein 10,3 Kilometer.

Ihre Lage in der Gebirgsmulde am Südfuß des Taunus, im Norden und Westen durch den Höhenzug geschützt, verleiht Wiesbaden ein mildes Klima: Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9,8 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 638 Liter pro Quadratmeter, und die durchschnittliche Sonnenscheindauer im Jahr liegt bei 1.565 Stunden. Wiesbaden zählt damit zu den wärmsten deutschen Städten. Durch die Lage in einer Talmulde und ungünstig platzierte Hochhäuser ist der Luftaustausch in der Innenstadt jedoch eingeschränkt.

Das Stadtgebiet von Wiesbaden ist in 26 Ortsbezirke aufgeteilt. Jeder Ortsbezirk hat einen Ortsbeirat unter dem Vorsitz eines Ortsvorstehers oder einer Ortsvorsteherin. Von den 26 Bezirken zählen sechs zur Kernstadt Wiesbaden-Alt, die übrigen 20 wurden für die seit 1926 eingegliederten Gemeinden gebildet. Zu den einzelnen Ortsbezirken gehören teilweise auch Siedlungen und Wohnplätze mit eigenem Namen. Den ehemals rechtsrheinischen Mainzer Vororten Amöneburg, Kastel und Kostheim (kurz: AKK) wurde nach Eingliederung in das Wiesbadener Stadtgebiet 1945 wegen der ungewissen Zukunft dieser Regelung ein Sonderstatus zuerkannt, der sich seitdem namentlich auf den Gemeindehaushalt auswirkt.

Diese drei Faktoren führten dazu, dass die Wiesbadener Innenstadt heute ein sehr einheitliches Erscheinungsbild bietet, dessen Gebäude fast alle dem Klassizismus, Historismus und Jugendstil zuzurechnen sind (siehe auch Kurarchitektur). Ende des 19. Jahrhunderts wurden großzügige Wohngebiete mit aufwendigen Fassaden und Alleen angelegt (wie zum Beispiel das Rheingauviertel und das Feldherrnviertel, das Dichterviertel und das Gebiet um die Wiesbadener Ringstraße). Durch ihren Ruf als Weltkurstadt entstanden in der Innenstadt zudem viele repräsentative öffentliche Gebäude wie das Kurhaus (1907), das Hessische Staatstheater (1894), die Marktkirche (1853 bis 1862) und die Ringkirche (1894), sowie ausgedehnte Parkanlagen wie der Kurpark, der Warme Damm, die Reisinger-Anlagen und das Bowling Green. Heute gilt Wiesbaden deshalb als Musterbeispiel des Historismus. Auf Initiative des Vorsitzenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Gottfried Kiesow, hat die Stadt sich deshalb im Jahre 2005 auch für den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes beworben.

Je weiter man sich von der Innenstadt entfernt, desto mehr wird das Bild der Altbauten durch Häuser der Nachkriegszeit verdrängt, die im Rahmen der Stadterweiterung entstanden sind.

Im Südosten der Innenstadt (um Gustav-Stresemann-Ring und Berliner Straße) entstanden seit den 1950er Jahren moderne Verwaltungsgebäude. Bemerkenswert ist, dass sich in der Kernstadt Wiesbaden so gut wie keine Industrie- oder ausgedehnte Gewerbegebiete befinden. Eine Ausnahme bildet lediglich der Bereich um die Mainzer Straße, welcher mit dem Hochhaus „Mainzer 75“, diversen Autohäusern, ehemaligen Fabriken und Restaurants von Fast-Food-Ketten sowie Elektronikmärkten eines der wenigen Gewerbegebiete in der Nähe der Wiesbadener Innenstadt darstellt. Die Bebauung dieses Gebietes war in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts einem tiefgreifenden Wandel unterworfen durch Aufgabe von Betriebsstätten, deren Abbruch und eine anschließende Neubebauung durch andere Nutzer. Abgerissen wurden etwa die Gebäude der Entsorgungsbetriebe, die am Dyckerhoff-Steinbruch einen Neubau-Komplex bezogen haben, und die Gebäude der ehemaligen Gartenbauzentrale (hier ist im Jahr 2009 die Fertigstellung eines Behördenzentrums für Stadtverwaltung und Gerichtsbehörden zu erwarten). Auch das Schlachthof-Gelände wurde nahezu vollständig dem Erdboden gleichgemacht, nachdem der Schlachthof Ende 1990 geschlossen und die letzten Betriebe des Fleischgroßmarktes 1994 umgesiedelt worden waren. Es befinden sich dort neben dem Kongress-Parkplatz für die Rhein-Main-Hallen nur noch zwei Gebäude, die als Kulturzentrum genutzt werden.

Außerhalb der Innenstadt finden sich ehemals selbständige Städte und Gemeinden, die zum Teil mittlerweile mit der Kernstadt verwachsen sind (Dotzheim, Schierstein, Biebrich, Bierstadt, Sonnenberg und Rambach). Die Stadtteile Kastel und Kostheim haben dabei kleinstadtähnlichen Charakter. Die Vororte im Osten (Naurod, Auringen, Breckenheim, Medenbach, Kloppenheim, Heßloch, Igstadt, Nordenstadt, Erbenheim und Delkenheim) besitzen einen dörflichen Charakter. Frauenstein ist neben Dotzheim der einzige Vorort im Westen.

Infolge der Bautätigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg ist nicht nur die Bebauung der Kernstadt und der Stadtteile erweitert worden, sondern es sind auch einige Baugebiete in räumlicher Trennung von den vorhandenen Ortskernen entstanden. Darunter fallen beispielsweise die Siedlungen der in Wiesbaden stationierten US-Armee (Siedlung Hainerberg im Südosten der Kernstadt sowie Crestview im Westen und Aukamm im Nordwesten von Bierstadt), aber auch die ab 1964 entstandene Trabantensiedlung Klarenthal, für die ein eigener Ortsbezirk eingerichtet wurde und die damit den Rang eines Stadtteils einnimmt. Weitere solche einzeln gelegene und im amtlichen Stadtplan als Siedlung bezeichnete Wohnviertel sind: Eigenheim im Westen und Heidestock im Osten von Sonnenberg, An den Fichten und Wolfsfeld nördlich von Bierstadt, der Erbsenacker südlich von Naurod, Am Roten Berg bei Auringen, Hochfeld bei Erbenheim, Gräselberg im Nordwesten und Parkfeld, Selbsthilfe und Rosenfeld im Westen von Biebrich, Freudenberg im Norden von Schierstein, Talheim und Sauerland im Südosten, Märchenland und Schelmengraben im Westen und Kohlheck im Norden von Dotzheim. Nicht zuletzt ist auch die Bebauung am Flugplatz Erbenheim neben der Domäne Mechtildshausen auf freiem Feld zwischen Erbenheim und Delkenheim entstanden.

Die Haupt-Industriegebiete befinden sich in den südlichen Stadtteilen am Rhein, wie in den ehemaligen Rheinufer- und Hafenorten Schierstein und Biebrich sowie den AKK-Vororten. Neu entstanden sind Gewerbegebiete an der Äppelallee zwischen Schierstein und Biebrich, am Unteren Zwerchweg in der Nähe des Deponiegeländes sowie am Petersweg in Mainz-Kastel. Auch in den östlichen Stadtteilen Erbenheim, Nordenstadt und Delkenheim haben sich wegen der Nähe zur Bundesautobahn 66 einige Gewerbegebiete entwickelt.

Die Geschichte von Wiesbaden beginnt spätestens in der Antike. Schon den Römern waren die heißen Quellen der Stadt bekannt. Sie ließen in ihrer Nähe um 6 bis 15 nach Christus eine Befestigung errichten. Die Quellen wurden erstmals 77 nach Christus im Werk Naturalis historia von Plinius dem Älteren beschrieben. Es entstand eine römische Siedlung mit dem Namen Aquae Mattiacorum. Die Siedlung war der Hauptort des römischen Verwaltungsbezirks Civitas Mattiacorum in der Provinz Germania Superior.

Im Jahre 828/830 erwähnte Einhard, der Biograf Karls des Großen, erstmals den Namen Wisibada (das Bad in den Wiesen). Zu dieser Zeit war hier ein Hauptort des Königssondergaues.

Um 1170 erwarben Nassauer Grafen Reichsbesitz in und um das heutige Wiesbadener Stadtgebiet. Im Jahr 1296 stiftete König Adolf von Nassau das Kloster Klarenthal.

Mit der Ernennung von Wolf Denthener zum evangelisch-lutherischen Pfarrer wurde 1543 die Reformation in Wiesbaden eingeführt.

Von 1609 bis 1610 wurde das Alte Rathaus erbaut, das älteste noch heute existierende Gebäude in Wiesbaden. 1744 wurde das Schloss Biebrich Hauptresidenz des Hauses Nassau, 1806 wurde Wiesbaden Regierungssitz und Hauptstadt des Herzogtums Nassau. Als herzogliche Residenz erlebte Wiesbaden in den folgenden Jahrzehnten eine ungeahnte städtebauliche Entwicklung (Historisches Fünfeck, altes Kurhaus, Stadtschloss).

Nach dem Deutschen Krieg zwischen Preußen und Österreich wurde Nassau 1866 von Preußen annektiert. Aus dem Herzogtum wurde 1867 der Regierungsbezirk Wiesbaden gebildet und Wiesbaden war Sitz des Mainkreises, später nach dessen Teilung Sitz des Landkreises Wiesbaden, blieb selbst aber kreisfreie Stadt. Wenngleich Wiesbaden den Status als Residenzstadt verloren hatte, wurde die Stadt als Kurbad, Kongressstadt und Verwaltungssitz weiter ausgebaut und erlebte einen großen Aufschwung. Das Nizza des Nordens wurde regelmäßig von Kaiser Wilhelm II. zur Sommerfrische besucht und bald als Kaiserstadt bezeichnet. Im Gefolge des kaiserlichen Hofstaats kamen zahlreiche Adlige, Künstler und wohlhabende Unternehmer in die Stadt und ließen sich dort nieder. Zahlreiche repräsentative Bauten entstanden, darunter das Kurhaus Wiesbaden mit seiner Spielbank und das Hessische Staatstheater an der Wilhelmstraße.

Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts auf über 100.000 Einwohner wurden umfangreiche Stadterweiterungen notwendig. Es entstanden zahlreiche neue Stadtgebiete mit repräsentativen Gebäuden im Stil des Klassizismus, Historismus und Jugendstils. Wiesbaden wurde in dieser Zeit durch Millionärsfamilien und Großfirmen, die sich ansiedelten, zur Stadt mit den meisten Millionären Deutschlands.

Mit Ende des Ersten Weltkriegs endete Wiesbadens Zeit als populäre Kurstadt. 1918 wurde sie von der französischen Armee besetzt, und 1921 wurde das Wiesbadener Abkommen über die deutschen Reparationszahlungen an Frankreich geschlossen. 1925 wurde Wiesbaden Hauptquartier der britischen Rheinarmee und blieb es bis zum Abzug der Besatzungsmächte aus dem Rheinland 1930.

Seit 1933 wurden in der Stadt mehrere Dienststellen des NS-Regimes angesiedelt, darunter im Oktober 1936 das Generalkommando des XII. Armeekorps. In der Reichspogromnacht, am Morgen des 10. November 1938, wurde die 1869 von Philipp Hoffmann im maurischen Stil erbaute große Synagoge am Michelsberg zerstört.

Während des „Dritten Reiches“ wurden insgesamt etwa 1200 Wiesbadener Juden deportiert und ermordet. Dabei wurden einige Wohnhäuser in der Innenstadt als sogenannte „Judenhäuser“ genutzt, in denen Juden zwangseinquartiert wurden, bevor man sie zum Gelände des damaligen Schlachthof transportierte. Dieser, in unmittelbarer Nähe zum Wiesbadener Hauptbahnhof gelegen, war dann die letzte Station vor der Deportation.

Der Wiesbadener Ludwig August Theodor Beck war am 20. Juli 1944 am Attentat auf Hitler beteiligt und bezahlte dies mit seinem Leben. Ihm zu Ehren verleiht die Stadt jährlich den Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage. Martin Niemöller, Widerstandskämpfer, Mitgründer des Pfarrernotbundes und Ehrenbürger von Wiesbaden, hielt in der Marktkirche die letzte Predigt vor seiner Verhaftung.

Im Zweiten Weltkrieg blieb Wiesbaden von den alliierten Bombenangriffen weitgehend verschont. Der schwere Bombenangriff in der Nacht vom 2. auf 3. Februar 1945 verfehlte aufgrund der schlechten Wetterlage die geplante Wirkung. Am 28. März 1945 wurde Wiesbaden von US-amerikanischen Truppen besetzt. Die rechtsrheinischen Mainzer Vororte Amöneburg, Kastel und Kostheim wurden durch Anordnung der Militärregierung dem Stadtkreis Wiesbaden zugeordnet, welches eine Ursache der heutigen Rivalität zwischen Mainz und Wiesbaden wurde.

General Dwight D. Eisenhower gründete das Land Groß-Hessen und Wiesbaden wurde am 12. Oktober 1945 durch die Organisationsverfügung Nr. 1 der Militärregierung von Groß-Hessen dessen Hauptstadt. Dabei blieb es auch nach der Gründung des Landes Hessen am 1. Dezember 1946, dem Tag der Volksabstimmung über die Verfassung des Landes Hessen, denn in der Verfassung wird keine Hauptstadt bestimmt.

Ab dem Jahre 1948 gehörte die US-Air-Base bei Wiesbaden-Erbenheim zu den acht Versorgungsflughäfen, die über eine Luftbrücke nach West-Berlin in der Zeit der sowjetischen Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 mit Lebensmitteln versorgten.

Im Jahr 1957 wurden die Rhein-Main-Hallen als Messezentrum eröffnet und in den 1960er-Jahren erstanden erste Hochhaussiedlungen am Gräselberg, in Klarenthal und am Schelmengraben. Nach dem sich das ZDF 1961 für Mainz als Hauptsitz entschieden hatte, dort aber noch Räumlichkeiten fehlten, wurde Wiesbaden provisorischer Verwaltungssitz des neuen Fernsehsenders.

Der Verlauf der Einwohnerentwicklung von Wiesbaden zeigt, dass sich die Einwohnerzahl im 19. Jahrhundert, eingeleitet durch die Erhebung zur herzoglich-nassauischen Residenzstadt, etwa alle 20 Jahre verdoppelte. Von 1800 bis 1905 wuchs die Bevölkerung von 2.239 Einwohnern auf 100.953 Einwohner. Damit erreichte Wiesbaden den Status einer Großstadt. Die danach zu verzeichnende Stagnation des Wachstums wurde durch eine erste Welle von Eingemeindungen 1926 und 1928 beendet. Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 wuchs die Stadt auf 170.354 Einwohner. Dies war durch die wirtschaftlich günstige Lage am Rhein und der Nähe zum Ruhrgebiet begünstigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg strömten viele Menschen in die relativ wenig zerstörte Stadt. 1956 wurden schon 244.994 Einwohner gezählt. In den nächsten 20 Jahren wuchs die Einwohnerzahl nur noch geringfügig auf 250.592. Sie erhielt nur noch einen Schub durch die Eingemeindungen von 1977 und erreichte die Zahl von 274.464 im Jahr 1980. Entgegen dem seitdem in deutschen Großstädten zu beobachtenden Trend zum Schrumpfen der Einwohnerzahl konnte Wiesbaden seine Einwohnerzahl halten mit 274.865 Einwohnern im Jahr 2005. Dazu beigetragen hat auch der Bau immer neuer Wohnviertel in den Stadtteilen.

Im Jahre 2002 betrug der Anteil der Einwohner ohne deutschen Pass 17,5 % und lag damit deutlich niedriger als die jeweiligen Anteile in Frankfurt (26,4 %) und in Offenbach (31,2 %). Allerdings ist der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Wiesbaden seit 1980 (11,3 %) um etwa 55 % gestiegen.

Die ersten Eingemeindungen waren die von Biebrich, Schierstein und Sonnenberg am 1. Oktober 1926. Dadurch wurde Wiesbaden zu einer Stadt am Rhein. Schon am 1. April 1928 wurden 9 weitere Gemeinden aus dem Landkreis Wiesbaden eingemeindet, der gleichzeitig aufgelöst wurde. Die restlichen Städte und Gemeinden des Landkreises wurden Bestandteil des neu gegründeten Main-Taunus-Kreises. Als Kriegsfolge wurden am 10. August 1945 Mainz-Kastel, Mainz-Amöneburg und Mainz-Kostheim zu Stadtteilen von Wiesbaden. Von diesen drei Orten war Wiesbaden seit dem Wiener Kongress durch eine Landesgrenze getrennt, die Landesgrenze zwischen Nassau bzw. Preußen einerseits und Hessen andererseits. Es handelt sich auch sonst um keine der üblichen Eingemeindungen, da die Stadt Wiesbaden in diesen Stadtteilen nicht einfach die Rechtsnachfolge der Stadt Mainz angetreten hat. Die Wasserrechte zur Trinkwassergewinnung etwa sind bei Mainz geblieben und auch an den Eigentumsverhältnissen von städtischen Grundstücken hat sich nichts geändert. Die letzten Eingemeindungen betrafen 6 Gemeinden des Main-Taunus-Kreises am 1. Januar 1977.

Das Gebiet der heutigen Stadt Wiesbaden gehörte ursprünglich zum Bistum Mainz. 1543 wurde durch das damalige nassauische Herrscherhaus die Reformation eingeführt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch gab es seit dem 18. Jahrhundert auch reformierte Gemeindeglieder. 1817 wurde in Herzogtum Nassau die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden durchgeführt. Sie gehörten somit zur Evangelischen Landeskirche in Nassau, die 1934 beziehungsweise 1945/1946 mit der Evangelischen Landeskirche in Hessen (Darmstadt) zusammengeschlossen wurde. Innerhalb dieser Landeskirche gehören die Gemeindeglieder zum Dekanat Wiesbaden der Propstei Süd-Nassau. Als Reaktion auf die Union 1817 entstanden Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirchengemeinden, die ihren lutherischen Glauben im Gottesdienst und Lehre leben wollten. So auch in Wiesbaden. Die Evangelisch-Lutherische Christuskirchengemeinde Wiesbaden gehört heute zum Kirchenbezirk Hessen-Süd der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Seit dem 18. Jahrhundert gab es auch vereinzelt wieder römisch-katholische Gemeindeglieder in Wiesbaden, die anfangs der Kirche in Frauenstein eingepfarrt waren. Seit 1791 konnten sie auch in Wiesbaden wieder öffentlich Gottesdienst feiern und 1801 erhielten sie ihr eigenes Bethaus. Später bauten sie sich wieder eigene Kirchen. Sie gehören zur Diözese Limburg, die 1827 für das damalige Herzogtum Nassau neu gegründet wurde. Innerhalb des Bistums Limburg gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Wiesbaden (mit Ausnahme der ehemals zur Stadt Mainz gehörigen Gemeinden, welche zum Bistum Mainz gehören) zur gleichnamigen Region Wiesbaden.

Die jüdische Gemeinde in Wiesbaden konnte im Jahr 1869 ihre prächtige Wiesbadener Synagoge, die im maurischen Stil erbaut worden war, auf dem Michelsberg einweihen. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden Wiesbadener Juden in Wehen auf dem dortigen jüdischen Friedhof beigesetzt. In der Nacht der Novemberpogrome 1938 wurde auch diese Synagoge zerstört. Heute erinnern nur noch Gedenktafeln und ein nachgezeichneter Grundriss auf der Straße. Doch schon im Dezember 1946 wurde eine neue Gemeinde gegründet. Das neue Gotteshaus der jüdischen Gemeinde befindet sich in der Nähe der Polizeistation in der Friedrichstraße in einem stark gesicherten Hinterhof. Am Stadtrand existiert ein jüdischer Friedhof. Durch den Zuwachs aus Osteuropa hat die Gemeinde heute über 700 Mitglieder.

Der Verwaltungsaufbau der Landeshauptstadt Wiesbaden richtet sich nach der Hessischen Gemeindeordnung und der Hauptsatzung vom 24. März 1969, zuletzt geändert am 12. Juli 2006. Danach besteht die Stadtverordnetenversammlung als oberstes Organ der kommunalen Selbstverwaltung aus 81 von den Bürgern der Stadt gewählten Stadtverordneten. Der Magistrat als ausführendes Organ besorgt die laufende Verwaltung der Stadt und besteht aus dreizehn ehrenamtlichen und bis zu sechs hauptamtlichen Stadträten und Stadträtinnen sowie dem Oberbürgermeister als dem Vorsitzenden und dem Bürgermeister als seinem Vertreter (die Stelle ist seit der Wahl von Bürgermeister Dr. Helmut Müller zum Oberbürgermeister vakant). Die Hauptsatzung regelt die Einteilung der Stadt in 26 Ortsbezirke und auch die Grenzen der fünf in Wiesbaden-Alt gebildeten Ortsbezirke sowie die Größe der von den Bürgern zu wählenden Ortsbeiräte. Zudem wird ein Ausländerbeirat mit 31 Mitgliedern eingerichtet.

An der Spitze der Stadt Wiesbaden standen über viele Jahrhunderte der Schultheiß und die Schöffen des Stadtgerichts. Ihnen standen zwei Bürgermeister zur Seite, welche das eigentliche Organ der Selbstverwaltung darstellten. Seit dem 15. Jahrhundert traten die Bürgermeister oftmals als eigentliche Stadtvorstände in Erscheinung, wurden dann aber wieder vom Schultheiß abgelöst. 1775 erhielt das Stadtgericht durch Fürst Karl Wilhelm von Nassau den Ehrentitel Stadtrat. Dieser stellte später jedoch die staatliche Polizeidirektion dar.

Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden ist seit 2. Juli 2007 Dr. Helmut Müller (CDU). Seine Amtsvorgänger sind in nachfolgender Liste aufgeführt. Derzeitige Stadtverordnetenvorsteherin ist Angelika Thiels (CDU). Wobei noch zu erwähnen wäre, dass die SPD vor der Oberbürgermeisterwahl 2007 vergessen hat, ihren Kandidaten Ernst-Ewald Roth anzumelden.

Wiesbaden ist seit 1953 Patenstadt der heimatvertriebenen Karlsbader.

Insgesamt haben etwa 12.000 Unternehmen vom Handwerksbetrieb bis zu größeren Konzernen ihren Sitz in Wiesbaden.

Wiesbaden ist unter anderem berühmt für seine vielen kochsalzhaltigen Thermalquellen, die für vielfältige Kuren genutzt werden. In erster Linie werden sie bei rheumatischen Erkrankungen und Katarrhen der Atmungsorgane eingesetzt. Die Anwendung erfolgt in erster Linie durch Badekuren und Bewegungstherapie sowie durch Trinkkuren und Schwimmen im Thermalwasser.

In der Innenstadt gibt es 14 heiße Quellen mit Temperaturen zwischen 46 und 66 °C. Mit einer Ergiebigkeit von etwa 2 Millionen Litern täglich ist Wiesbaden das zweitergiebigste deutsche Heilbad (zum Vergleich: an erster Stelle steht Aachen mit 3,5 Millionen Litern täglich ). Schon seit der Zeit der Römer sind in der Stadt Bäder in Betrieb, und bis heute sind einige Quellen öffentlich zugänglich, wie zum Beispiel der Kochbrunnen (66 °C), der mit alleine fast 500.000 Litern täglich die ergiebigste Quelle ist. Das römisch-irische Kaiser-Friedrich-Bad wird durch die Adlerquelle (64,4 °C, 167 l pro Minute) versorgt. Daneben gibt es private Badehäuser, heute in der Regel Hotels, die Thermalbäder betreiben (Badehaus Rose, Schwarzer Bock, Goldenes Ross, Bären und Nassauer Hof). Neben dem Kochbrunnen gibt es noch einige weitere öffentliche Trinkhallen wie den Bäckerbrunnen (49 °C, 65 l pro Minute) und Wiesbadens 15. Quelle, den Faulbrunnen (14–17 °C, 27 l pro Minute), der seinen Namen Schwefelverbindungen mit ihrem typischen Geruch verdankt, aber wegen seiner geringen Temperatur nicht als Therme bezeichnet wird.

Besucher wie Johann Wolfgang von Goethe, Fjodor Dostojewski, Richard Wagner, Johannes Brahms oder Alexej von Jawlensky haben wegen der Quellen und der Spielbank in Wiesbaden Station gemacht.

Nach dem Ersten Weltkrieg, als Wiesbaden seinen Ruf als Weltkurstadt verlor, wurde der bis dahin vorherrschende Kurbetrieb als Amüsementbetrieb auf die klinifizierte Kur umgestellt. Heute gibt es zahlreiche Kur- und Spezialkliniken. Von allgemeinmedizinischen Krankenhäusern bis zu kosmetischen Privatkliniken sind es insgesamt 18 an der Zahl. Die bekannteste ist sicher die Deutsche Klinik für Diagnostik. Am 2. April 1970 eröffnete sie in der Nähe des neuen Kurviertels. Dieses neue Kurviertel gruppiert sich um das städtische Thermalbad im Aukammtal, das über eine Fernleitung aus dem Quellenviertel mit Thermalwasser versorgt wird. Dort liegen große Kurkliniken wie die Aukamm-Klinik und die Klinik am Bingert. Daneben gibt es zahlreiche Spezial- und Privatkliniken.

Die großen allgemeinmedizinischen Krankenhäuser sind die Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) in der Nähe des Dotzheimer Neubauviertels Schelmengraben, das St. Josefs-Hospital im Osten und die Asklepios Paulinen Klinik im Südwesten der Innenstadt.

Der Reichtum Wiesbadens an Thermal- und Mineralquellen bedingte zugleich einen Mangel an gutem Trinkwasser innerhalb der Mauern des mittelalterlichen Wiesbadens. Die Brunnen in der Stadt gaben nur warmes und salziges Wasser. Trinkwasser musste von Brunnen aus der Feldgemarkung in die Stadt geholt werden. Der Marktbrunnen auf dem Schlossplatz wurde 1564/66 errichtet, als man eine Wasserleitung aus ausgehöhlten Baumstämmen von einem der Feldbrunnen in die Stadt gelegt hatte. Der Erhaltungsaufwand für die fäulnisanfällige Leitung überstieg jedoch die finanziellen Möglichkeiten der Bürger, so dass die Wasserqualität dieses ersten Laufbrunnens innerhalb der Stadtmauern meistens zu wünschen übrig ließ, wenn er nicht ohnehin versiegte. Nach den Verheerungen des dreißigjährigen Krieges, dauerte es noch Jahrzehnte, bis der Marktbrunnen wieder floss. Im Jahr 1753 wurde der Marktbrunnen in der heute bekannten Form von den Bürgern neu errichtet, allerdings noch immer mit einer hölzernen und damit reparaturanfälligen Zuleitung von 3.060 Schuh Länge (872,1 Meter).

Im Jahr 1810 endlich wurden gusseiserne Röhren der Michelbacher Hütte verlegt. An den Kosten hierfür hatte die Stadtkasse 15 Jahre lang abzuzahlen. 1821 wurde dem steigenden Wasserbedarf der wachsenden Stadt mit einer Leitung vom Kisselborn Rechnung getragen, um weitere neun Laufbrunnen zu speisen. Weitere Brunnen wurden gefasst und in die Stadt geleitet, jedoch konnte dies den Wasserbedarf der aufstrebenden Stadt nicht zufriedenstellend decken, zumal in Trockenjahren.

Schließlich wurden in den Jahren 1875 bis 1910 mit vier bergmännischen Tiefstollen von 11,5 Kilometern Gesamtlänge die wasserführenden Quarzitadern des Taunuskamms erbohrt (Münzbergstollen, Schläferskopfstollen, Kreuzstollen und Kellerskopfstollen). Diese Stollen endlich boten eine krisensichere Wasserversorgung bei bester Trinkwasserqualität. Sie können zusammen maximal 22.000 m³ täglich liefern.

Parallel dazu wurden schon weitere Bezugsquellen gesucht und in den Rheinauen bei Schierstein auch gefunden. In mehreren Ausbaustufen entstand hier seit 1901 das Wasserwerk Schierstein. Seit 1961 liefert es als Rheinwasser-Aufbereitungswerk Trinkwasser aus Rheinwasser. Dieses wird über zwei Düker aus der am wenigsten belasteten Strommitte entnommen und einer mehrstufigen Vorbehandlung unterzogen, bevor es über eine Reihe von 30 Schluckbrunnen in das Grundwasser eingespeist und nach einer sechwächigen Bodenpassage und 180 Meter weiter südlich in einer Reihe von Entnahmebrunnen in Trinkwasserqualität wieder zu Tage gefördert wird. Das Wasserwerk Schierstein kann mit einer Tageskapazität von 40.000 m³ fast die Hälfte des Wiesbadener Trinkwassers liefern.

Als drittes Standbein der Wasserversorgung besteht seit 1969 ein Anschluss an das Hessische Ried über eine Fernleitung von 55 Kilometer Länge zum Wasserwerk Jägersburger Wald bei Einhausen. Von hier werden bis 20.000 m³ täglich geliefert.

Die Wasserversorgung Wiesbadens obliegt der ESWE Versorgungs AG als städtischem Unternehmen.

Landwirtschaft wird in nahezu allen Außenbezirken der Stadt betrieben. Der größte landwirtschaftliche Betrieb ist die Domäne Mechtildshausen bei Erbenheim.

Weinrechtlich ist das Stadtgebiet Teil des Rheingaus, des größten hessischen Weinanbaugebietes, dessen Kerngebiet als Landschaft Rheingau westlich der Stadt liegt, aber auch östlich von Wiesbaden wächst noch Rheingauer Wein. Wein wird auf ca. 222 Hektar Rebfläche angebaut in den Stadtteilen Frauenstein (75 Hektar), Dotzheim (10 Hektar), Schierstein (60 Hektar) und Kostheim (73 Hektar) sowie auf der zur Innenstadt gehörenden Einzellage Neroberg (4 Hektar).

Frauenstein grenzt mit den Weinlagen Herrnberg, Homberg und Marschall direkt an den Rheingau. Der Dotzheimer Wein wächst in der Lage Judenkirch (mitunter findet sich auf den Flaschenetiketten die Schreibweise Judenkirsch). In Schierstein gelegen sind der Dachsberg und die Hölle. In Kostheim heißen die Lagen St. Kiliansberg, Steig und Weiß Erd. Die Rebflächen werden von vielen mittelständischen Winzern bewirtschaftet. Der Neroberg, der vom Weingut der Landeshauptstadt Wiesbaden bewirtschaftet wurde, ist seit dem Jahr 2005 an die Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach verpachtet.

Während der Rheingauer Weinwoche wird der Schlossplatz am alten Rathaus und das Dern'sche Gelände für ein paar Tage nach Selbstdarstellung des Veranstalters zur „größten Weintheke der Welt“, wenn Weingüter aus allen Weinbaugemeinden des Rheingaus ihre Weine und Sekte dem Publikum ausschenken.

Mit der Henkell & Söhnlein Sektkellereien KG hat ein namhafter Erzeuger von Deutschem Sekt seinen Hauptsitz und Produktionsstandort in Wiesbaden.

Das kulturelle und vor allem das gastronomische Leben in Wiesbaden wird von Wein und Sekt stärker geprägt als in anderen deutschen Großstädten.

Die Stadt Wiesbaden ist gut an das deutsche Verkehrsnetz angeschlossen. Durch das südliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn A 66 aus dem Rheingau in Richtung Frankfurt am Main. Von ihr zweigen am Schiersteiner Kreuz die A 643 nach Mainz und an der Anschlussstelle Mainzer Straße die A 671 nach Hochheim am Main ab. Im Osten berührt die Bundesautobahn 3 das Stadtgebiet. Auf dieser Autobahn sind über das Wiesbadener Kreuz Köln und der Flughafen Frankfurt erreichbar. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 54, B 262, B 263, B 417 und B 455.

Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen Busse der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH sowie andere in ihrem Auftrag tätige Unternehmen. Die Busspur ist eine Wiesbadener Erfindung. Von hier aus verbreitete sie sich über die ganze Welt. Wiesbaden war die erste deutsche Stadt und erste Großstadt der Welt, welche im Jahr 1929 den innerstädtischen Verkehrsbetrieb von Straßenbahnen auf Busse umstellte. Im Jahre 1955 wurde der Straßenbahnbetrieb endgültig eingestellt (siehe Straßenbahn Wiesbaden). Wiesbaden ist damit heute die größte deutsche Stadt, die weder eine Straßenbahn noch eine U-Bahn hat.

Vor einigen Jahren wurde eine Wiesbadener Stadtbahn als Ergänzung zum Busliniennetz als Idee eingebracht. Dieses Projekt fand sowohl Befürworter als auch Gegner. Derzeit wird das Projekt von der Mehrheit im Stadtparlament abgelehnt, sodass alle diesbezüglichen Planungen eingefroren sind.

Wiesbaden ist an das S-Bahn-Netz Rhein-Main angeschlossen. Der Hauptbahnhof ist Endhaltestelle der S-Bahn-Linien S 1, S 8 und S 9 aus Richtung Frankfurt am Main. Außerdem führt von Wiesbaden aus die rechte Rheinstrecke über Rüdesheim am Rhein bis nach Koblenz sowie die Ländchesbahn über die Vororte Erbenheim, Igstadt und Auringen/Medenbach nach Niedernhausen mit Anschluss nach Limburg an der Lahn. Weiterhin ist Wiesbaden seit der Fertigstellung der Neubaustrecke Rhein-Main–Köln an das ICE-Netz angeschlossen und damit seit 2002 wieder ein Fernbahnhof. Alle Linien im Wiesbadener und Mainzer Stadtgebiet sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) zu benutzen. Für Verbindungen aus dem und in das Gebiet des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbunds (RNN) kann auch dieser Tarif bis Wiesbaden angewendet werden.

In Wiesbaden befindet sich die Nerobergbahn, eine mit Wasser betriebene Standseilbahn.

In der Nähe der Stadt gelegen ist das Funkfeuer WBD einer internationalen Luftstraße.

Wiesbaden liegt an den Bundeswasserstraßen Rhein und Main. Es verfügt in Schierstein über einen Hafen, während in Biebrich nur an der Kaimauer angelegt werden kann. Im Sommerhalbjahr verkehren Schiffe verschiedener Personenschifffahrtsgesellschaften. Gegenüber von Gustavsburg liegt im Main die Kostheimer Schleuse, die Schleuse mit dem höchsten Fahrzeugaufkommen in Europa. Der ehemalige Floßhafen in einem Nebenarm der Mainmündung, der die Maaraue vom Festland trennt, wurde noch bis in die 1960er für die Flößerei genutzt und leidet stark unter Verschlammung. Heute liegen hier eine schwimmende Halle für die Patrouillenboote der Wasserschutzpolizeistation auf der Maaraue sowie diverse kleinere private Boote.

Der Tourismus, verbunden mit der Funktion als Kur-, Kongress- und Landeshauptstadt, bietet einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor, auch wenn er kein bestimmendes Element darstellt. Die Übernachtungszahlen liegen bei 962.000 Übernachtungen jährlich. Zum Vergleich: Berlin: 11,33 Millionen. Frankfurt am Main: 3,93 Millionen. Bremen: 1,04 Millionen. Heidelberg: 0,83 Millionen.

Es stehen in 67 Hotels und Pensionen ca. 6.200 Betten zur Verfügung. Die Jugendherberge am Elsässer Platz ist eine der größten in Deutschland und hat 220 Betten. Hinzu kommen noch drei Campingplätze mit 6.400 Gästen beziehungsweise 11.800 Übernachtungen jährlich.

Die Rheingauer Riesling-Route führt von Flörsheim-Wicker über Hochheim kommend durch das südliche Stadtgebiet in den Rheingau bis Lorchhausen. Der Rheinsteig, der neue Wanderweg von Wiesbaden-Biebrich nach Bonn, berührt alle Burgen auf der rechten Seite des Mittelrheins. In Wiesbaden beginnt die Bäderstraße. Sie führt über Bad Schwalbach und Schlangenbad nach Bad Ems an der Lahn.

Über das Sommerhalbjahr, immer an Sonn- und Feiertagen, erschließt die Nassauische Touristikbahn auf der 1983 stillgelegten Aartalbahn nach Bad Schwalbach und Hohenstein mit musealen Fahrzeugen den Taunus für Ausflügler und Wanderer. Erreichbar sind vom Bahnhof Wiesbaden-Dotzheim aus derzeit die Stationen Chausseehaus, Eiserne Hand, Hahn-Wehen, Bleidenstadt, Bad Schwalbach, Breithardt und Hohenstein.

Die Route der Industriekultur Rhein-Main umfasst die Talsohle (Industriegeschichte zwischen Neroberg und Salzbachtal) und die Flussroute (Industriegeschichte zwischen Schierstein und Mainz-Kostheim).

Die Deutsche Fachwerkstraße verläuft durch das westliche Stadtgebiet: von Hochheim über Eltville nach Idstein und Limburg an der Lahn.

In Wiesbaden haben zahlreiche Medienunternehmen ihren Sitz. Beispielhaft sei hier der Standort Unter den Eichen genannt, von wo aus das ZDF von 1964 bis 1984 gesendet hat. Heute ist hier noch die Taunusfilm GmbH angesiedelt, in der zahlreiche Fernsehproduktionen durchgeführt werden, sowie der Fachbereich 9 der Fachhochschule Wiesbaden, an der man den Studiengang Medienwirtschaft absolvieren kann. Seit 2002 befindet sich dort auch der nichtkommerzielle Lokalsender Radio Rheinwelle.

Wiesbaden ist aber auch als Sitz von Filmverbänden und -institutionen von überregionaler Bedeutung. So befindet sich die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO) ebenso in der hessischen Landeshauptstadt wie die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) oder die Filmbewertungsstelle (FBW). Ebenso die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, die einen Großteil des deutschen Filmerbes verwaltet, pflegt und erhält sowie das Archiv des Deutschen Filminstitutes.

Direkt im Wiesbadener Landtag unterhält der Hessische Rundfunk ein Fernseh- und Hörfunkstudio. Außerdem ist in der Nähe die Redaktion des TV-Politmagazins „de facto“ untergebracht. Nicht weit vom Landtag entfernt betreibt der private Radiosender Hit Radio FFH sein Regionalstudio.

Seit dem 20. Februar 2007 sendet der Stadtsender TV-Wiesbaden, ein Regionalprogramm in Wiesbaden.

In Wiesbaden erscheinen die Tageszeitungen Wiesbadener Kurier und Wiesbadener Tagblatt.

In Wiesbaden ist eine Fachhochschule, die Fachhochschule Wiesbaden, beheimatet. Diese wurde 1971 durch Zusammenschluss von Ingenieurschulen in Geisenheim, Idstein und Rüsselsheim sowie der Werkkunstschule Wiesbaden gegründet und ist eine Fachhochschule des Landes Hessen. Von den insgesamt circa 8.500 Studenten der FH fallen etwa 5.500 dem Standort Wiesbaden zu.

An der direkt am Hauptcampus der FH angesiedelten Verwaltungsfachhochschule gibt es weitere 770 Studenten.

Die European Business School hat im Frühjahr 2008 ihren Sitz von Oestrich-Winkel nach Wiesbaden verlegt. Die Geschäftsräume der privaten Hochschule im Universitätsrang befinden sich nun in der Söhnleinstraße im Stadtteil Schierstein. Außerdem beabsichtigt die EBS, eine juristische Fakultät zu gründen, um den Status der Volluniversität zu erlangen. Damit würde Wiesbaden erstmals Universitätsstandort. Bislang ist Wiesbaden die nach Einwohnern größte Stadt und neben Schwerin die einzige Landeshauptstadt in der Bundesrepublik Deutschland ohne eine solche Bildungseinrichtung.

Neben den Universitäten in Frankfurt, Mainz und Darmstadt ist in Idstein die Hochschule Fresenius angesiedelt.

Die Größe des Bildungsangebotes zeigt sich in den über hundert staatlichen und privaten Schulen. Neben 40 Grundschulen gibt es 23 berufsbildende Schulen, 12 Gymnasien, 7 Realschulen, 7 Hauptschulen, 9 Sonderschulen und 7 Gesamtschulen.

Wiesbaden als Teil des Rhein-Main-Gebietes ist in erster Linie eine Dienstleistungsstadt, auch aufgrund des hohen Verwaltungsanteils als Landeshauptstadt.

Mit der Nassauischen Sparkasse hat seit dem Jahr 1840 eine der größten und traditionsreichsten deutschen Sparkassen mit über 2.000 Mitarbeitern ihren Stammsitz in Wiesbaden. Die aus der Nassauischen Brandversicherungsanstalt von 1767 und den Hessen-Nassauischen Versicherungsanstalten hervorgegangene Zweigniederlassung Wiesbaden der SV SparkassenVersicherung ist mit 800 Mitarbeitern der zweitgrößte Standort des neuen Unternehmens neben der Zentrale in Stuttgart. Größter privater Arbeitgeber der Stadt ist mit rund 3.900 Mitarbeitern die R+V Versicherung, die neben anderen Adressen für ihre Konzernzentrale in Wiesbaden am Kureck ein Hochhaus gebaut hatte. Im Jahr 2008 legte das Unternehmen den Grundstein für ein Bürogebäude mit 1.300 Arbeitsplätzen in der John-F.-Kennedy-Straße. Nach Fertigstellung im Jahr 2011 sollen auch die Mitarbeiter vom Kureck hierher umziehen. Daneben finden sich hier bekannte Firmen wie DBV-Winterthur Versicherungen, CSC Ploenzke AG oder Ferrari Deutschland (Schierstein).

Der Anteil der verarbeitenden Industrie ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen, er macht mittlerweile etwas weniger als ein Drittel der Wiesbadener Wirtschaftsleistung aus.

Zu erwähnen sind Abbott (Delkenheim), Kion Group (Kostheim) oder Federal Mogul (Schierstein). Der schwedische SCA-Konzern hat den traditionellen Standort der Zellstoff Waldhof (Markenname Zewa) in Mainz-Kostheim übernommen und produziert dort weiterhin Hygiene-Papiere. Erbenheim und Delkenheim sind Standorte der Smiths Heimann GmbH, einem international führenden Unternehmen für Röntgenprüfsysteme, die auf Flughäfen eingesetzt werden. Ein Tochterunternehmen des Bilfinger Berger-Konzerns, die Bilfinger Berger Ingenieurbau GmbH, hat ihre Hauptverwaltung in Wiesbaden. Wiesbaden war auch Standort eines der Vorläuferunternehmen des Konzerns, der Julius Berger Tiefbau AG.

Am Rhein liegen traditionsreiche Industriestandorte wie das Dyckerhoff-Betriebsgelände mit benachbart gelegenen Steinbruch, der nach und nach als Mülldeponie verfüllt wird (Amöneburg) und der etwa einen Quadratkilometer große von der InfraServ Wiesbaden betriebene Industriepark Kalle-Albert (Biebrich und Amöneburg), in dem sich neben dem Stammwerk der Kalle-Gruppe die SE Tylose Deutschland und etwa 80 weitere Unternehmen niedergelassen haben. Unweit dieses Industrieparkes ist die Hauptverwaltung des SGL Carbon angesiedelt, einem der führenden Graphit-Hersteller.

Des Weiteren ist Wiesbaden Sitz zahlreicher anderer Organisationen, wie des Karl-Bräuer-Instituts des Bundes der Steuerzahler, der Gesellschaft für deutsche Sprache oder der SCHUFA. Von den im Landtag vertretenen Parteien haben die CDU, die SPD, die FDP und Bündnis90/DIE GRÜNEN ihre Landesgeschäftstellen in Wiesbaden eingerichtet.

Seit 1949 ist Wiesbaden Landeshauptstadt des Bundeslandes Hessen; hier sind alle Verfassungsorgane des Landes Hessen mit Ausnahme des Hessischen Rechnungshofes angesiedelt. Dazu gehören der Hessische Landtag und die Hessische Landesregierung mit der Hessischen Staatskanzlei als Sitz des Hessischen Ministerpräsidenten und die acht Landesministerien. Nicht zuletzt haben hier der Hessische Staatsgerichtshof als Verfassungsgericht und der Hessische Datenschutzbeauftragte ihren Sitz.

Wiesbaden wurde Sitz von Bundesbehörden: 1951 wurde mit dem Bundeskriminalamt die erste Bundesbehörde in Wiesbaden gegründet. 1956 wurde das Hochhausgebäude für das Statistische Bundesamt in der Nähe des Wiesbadener Hauptbahnhofes fertig gestellt. Im Jahre 2003 entbrannte ein Streit zwischen Politikern und Bürgerinitiativen um den damals geplanten Umzug des Bundeskriminalamtes nach Berlin, welcher jedoch nicht verwirklicht wurde. Nach dem Aufbau der Bundeswehr wurde Wiesbaden Standort einer Wehrbereichsverwaltung.

Ferner haben auch das Landespolizeipräsidium, das Hessische Landeskriminalamt, Das Polizeipräsidium Westhessen, die Hessische Polizeischule, das Präsidium für Technik, Logistik und Verwaltung, das Hessische Bereitschaftspolizeipräsidium, das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen, das Hessische Statistische Landesamt, das Hessische Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation, das Hessische Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen, das Hessische Hauptstaatsarchiv, das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie und einige Außenstellen des Regierungspräsidiums Darmstadt ihren Sitz in der Stadt.

In Wiesbaden gibt es ein Amtsgericht und Landgericht in dem historischen Gebäude in der Gerichtsstraße 2, eine Staatsanwaltschaft, ein Verwaltungsgericht, Arbeitsgericht und Sozialgericht. In der Holzstraße befindet sich eine Justizvollzugsanstalt für den Jugendstrafvollzug.

Zwei Kommunale Spitzenverbände haben ihren Sitz in Wiesbaden: der Hessische Städtetag und der Hessische Landkreistag. An Selbstverwaltungskörperschaften der Berufsstände finden sich hier Ingenieurkammer Hessen, die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen, die Handwerkskammer Wiesbaden, deren Bezirk vom Main-Kinzig-Kreis im Osten bis zum Rheingau-Taunus-Kreis im Westen reicht und die Industrie- und Handelskammer Wiesbaden für den Bereich Wiesbaden, Hochheim und Rheingau-Taunus-Kreis. Als eine der gesetzlichen Unfallversicherungen hat die Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung ihre Hauptverwaltung in Wiesbaden.

Die Feuerwehr der Stadt Wiesbaden ist eine Berufsfeuerwehr und als solche für die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr in der Stadt zuständig. Sie beschäftigt 302 Beamte, die sich in 49 Mann starke Schichten auf drei Feuerwachen im Stadtgebiet verteilen, hinzu kommen 600 ehrenamtliche Kräfte in den 20 Freiwilligen Feuerwehren und über 360 Nachwuchskräfte in den Jugendfeuerwehren. Daneben existieren in Wiesbaden sechs Werkfeuerwehren mit insgesamt 107 Beschäftigten, die jedoch nicht zur Feuerwehr Wiesbaden gehören.

Mehrere Gebiete der innenstadtnahen Außenbezirke werden bzw. wurden als US-Militärstützpunkt genutzt. Auf dem Gelände des Militärflugplatzes Erbenheim befindet sich das Hauptquartier der 1. US-Panzerdivision, das 58. Heeresfliegerregiment und die 205. Brigade des militärischen Geheimdienstes. Außer auf dem Airfield gibt es derzeit in Wiesbaden noch Militärdienststellen im Amelia Earhart Complex. Dort residiert das "U.S. Army Corps of Engineers - Europe". Ferner gibt es im Stadtgebiet noch die Mainz-Kastel Storage Station und den American Arms Office Tower.

Nachdem die Zentrale des American Forces Network im Mai 2004 aus Frankfurt/Main nach Mannheim in die Coleman Barracks umgezogen ist, hat man auf dem Airfield ein regionales Studio eingerichtet (AFN-Hessen), um die in Wiesbaden und Umgebung stationierten Soldaten mit Rundfunk und Nachrichten zu versorgen.

Als Wohngebiete für die amerikanischen Streitkräfte des Militärflugplatzes Erbenheim dienen auch heute noch die nordöstliche gelegenen US-amerikanischen Housings Aukamm, Crestview und Hainerberg Village.

Im Wiesbadender Camp Lindsey war bis 1973 das Europa-Hauptquartier der US Air Force beheimatet. Aus dem Camp Lindsey, dem Camp Pieri in Dotzheim, und dem US-Militärhospital in der südwestlichen Innenstadt sind die US-Amerikaner 1993 abgezogen.

Die Stadtplanung unterzog diese ehemaligen Kasernen einer Konversion mit dem Ziel einer künftigen zivilen Nutzung. Nach dem Abzug der Amerikaner aus Camp Lindsey, dem heutigen Europaviertel, finden sich dort heute einer der drei Wiesbadener Standorte des Bundeskriminalamts, die Volkshochschule sowie mehrere städtische Behörden, unter anderem das Einwohnermeldeamt sowie Gewerbeflächen und eine Vielzahl neu gebauter moderner Eigentumswohnungen. In den Gebäuden des Camp Pieri befindet sich heute eines der Studierendenwohnheime der Fachhochschule. Das US-Hospital wurde zu einem Behördenzentrum für Behörden mit bestimmten Anforderungen an die äußere Sicherheit wie Polizei, Staatsanwaltschaft und Verfassungsschutz.

Siehe auch Liste der Sehenswürdigkeiten von Wiesbaden.

Als Mittelpunkt der historischen Altstadt innerhalb des Historischen Fünfecks bildet der Schloßplatz die Keimzelle des mittelalterlichen Wiesbadens und ein Ensemble von historischen Gebäuden. Hier stehen das älteste erhaltene Gebäude der Innenstadt, das Alte Rathaus, erbaut 1608 bis 1610, das heute als Standesamt dient, sowie das von Georg von Hauberrisser 1884 bis 1887 errichtete Neue Rathaus.

Die Nordseite des Platzes dominiert das ehemalige Stadtschloss der Nassauischen Herzöge aus den Jahren 1837 bis 1842, dessen erhaltene historischen Innenräume im Kontrast zu seinem schlichten Äußeren stehen. Während Wiesbadens Zeit als Weltkurstadt nutzte Kaiser Wilhelm II. das Stadtschloss bei seinen zahlreichen Aufenthalten als Wohnsitz. Heute ist hier der Hessische Landtag untergebracht. Der zugehörige Plenarsaal befindet sich im Innenhof.

Die 1853 bis 1862 von Carl Boos erbaute evangelische Marktkirche mit ihren fünf Türmen, von denen der 98 m hohe Hauptturm bis heute das höchste Gebäude der Stadt ist, wurde als „Nassauer Landesdom“ nach dem Vorbild von Schinkels Fiedrichswerderscher Kirche in Berlin als größter Backsteinbau Nassaus erbaut.

Den östlichen rechtwinkligen Abschluss des Schloßplatzes bildete die 1898 bis 1901 von Felix Genzmer erbaute Höhere Töchterschule. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, ebenso wie der Hauptgiebel des Neuen Rathauses. Südlich von Neuem Rathaus und Marktkirche befindet sich der historische Marktkeller, der von der Marktsäule gekrönt wird.

Am östlichen Rand des Historischen Fünfecks verläuft die elegante Wilhelmstraße. Neben noblen Geschäften und Cafés stehen hier das Landesmuseum, der Nassauische Kunstverein, der sich auf junge zeitgenössische Kunst spezialisiert, das 1813 bis 1817 erbaute Erbprinzenpalais (heute Industrie- und Handelskammer) und die Villa Clementine, die 1888 Schauplatz des Wiesbadener Prinzenraubs wurde und später Kulisse für die Verfilmung von Thomas Manns „Buddenbrooks“ war. Das jährlich Anfang Juni ausgerichtete Wilhelmstraßenfest (offiziell: „Theatrium“) gilt als größtes Straßenfest Deutschlands.

An der Ostseite der Wilhelmstraße wurde 1860 der Landschaftspark Warmer Damm angelegt. An der östlich von ihm verlaufenden Paulinenstraße steht die Söhnlein-Villa, die wegen ihres Washingtoner Vorbilds auch „Weißes Haus“ genannt wird.

Am nördlichen Ende der Wilhelmstraße befindet sich das so genannte Kureck. Mittelpunkt ist das Bowling Green, eine rechteckige Grünfläche mit zwei imposanten Kaskadenbrunnen, die von einem hufeisenförmigen Gebäudeensemble umschlossen wird: Den Blickfang im Osten bildet das 1905 bis 1907 von Friedrich von Thiersch erbaute Kurhaus, in dem unter anderem die Spielbank untergebracht ist. Hinter dem Kurhaus erstreckt sich der ca. 6,5 Hektar große, nach Vorbild englischer Gärten angelegte Kurpark. Im Norden des Bowling Greens stehen die Kurhauskolonnaden, mit 129 m Länge die längste Säulenhalle Europas. Ihr gegenüber die Theaterkolonnaden mit dem 1894 eröffneten Hessischen Staatstheater. Auf der anderen Seite der Wilhelmstraße, gegenüber dem Bowling Green, befindet sich ein Denkmal für Kaiser Friedrich III. sowie das Nobelhotel Nassauer Hof.

Ganz in der Nähe des Bowling Greens liegt der Kranzplatz mit dem Kochbrunnentempel. Der Kochbrunnen ist mit einer Förderleistung von ca. 500.000 Liter/Tag und einer Temperatur von 67 °C die ergiebigste Wiesbadener Thermalquelle. In der ehemaligen Trinkhalle am Westrand des Platzes befindet sich heute ein Restaurant. Um den Platz gruppierten sich einige der Wiesbadener Grandhotels: so des älteste Hotel Deutschlands, der bereits 1486 gegründete „Schwarze Bock“, das ehemalige „Palasthotel“ – es war das erste überhaupt mit Zimmertelefon – sowie das „Hotel Rose“, in dem seit September 2004 die Hessische Staatskanzlei residiert.

Unweit des Kranzplatzes steht das historische Kaiser-Friedrich-Bad von 1913, ein römisch-irisches Bad, das von den Thermalquellen mit Wasser beliefert wird, sowie das Römertor, an dem Reste der römischen Heidenmauer erhalten sind.

Die Adolfsallee sowie deren Verlängerung, die Adolfsstraße, führt von Süden auf den klassizistischen Luisenplatz mit dem Waterloo-Obelisk als Denkmal für die nassauischen Gefallenen der Schlacht bei Waterloo im Jahre 1815. In der Sichtachse des Platzes steht an seinem Kopfende die katholische St. Bonifatius-Kirche in neogotischem Stil mit ihren beiden 68 m hohen Türmen. Sie wurde von 1844 bis 1849 erbaut. Am Luisenplatz, unter dem 1984 eine Tiefgarage gebaut und der dann nach historischem Vorbild wieder angelegt wurde, ist auch der Sitz des Hessischen Kultusministeriums.

Am Südrand des Luisenplatzes verläuft die Rheinstraße nach Westen auf die 1892 bis 1894 von Johannes Otzen erbaute Ringkirche mit ihrem 65 m hohem Zwillingsturm zu. In diesem Bau wurde erstmals das revolutionäre „Wiesbadener Programm“ umgesetzt, welches für den evangelischen Kirchenbau in Deutschland bis zum Ersten Weltkrieg richtungsweisend war. An der Rheinstraße steht auch die Hessische Landesbibliothek mit 600.000 Bänden und historischem Lesesaal, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie die Hauptverwaltung der Nassauischen Sparkasse.

Die Bahnhofstraße verbindet das Neue Rathaus und die Marktkirche am Schlossplatz mit dem Hauptbahnhof. Der Kopfbahnhof mit zehn Gleisen und seinem 40 m hohen Uhrturm in rotem Sandstein entstand 1904 bis 1906 im Stil des Neobarock. Am Bahnhof beginnt auch die um 1900 angelegte, baumbestandene und mit prächtigen Fassaden versehene Ringstraße. An deren Ecke zur Moritzstraße steht das Landeshaus, welches heute das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung beherbergt.

Vom nördlich der Innenstadt gelegenen Nerotal aus erreicht man mit der 1888 erbauten Nerobergbahn – einer durch Wasserballast betriebenen Standseilbahn – den 245 m hohen Hausberg der Stadt Wiesbaden, den Neroberg. Hier erhebt sich neben dem Städtischen Weingut die Russische Kirche (im Volksmund auch „Griechische Kapelle“ genannt) mit ihren vergoldeten Kuppeln. Vom Neroberg mit seinem Monopteros und dem Opelbad bietet sich eine schöne Aussicht auf die Innenstadt bis hin zum Rhein.

Auf der Taunus-Anhöhe Platte liegt das ehemalige klassizistische Jagdschloss Platte, das Herzog Wilhelm I. Anfang des 19. Jahrhunderts errichten ließ. 1945 wurde es bei einem Luftangriff zerstört. Als gesicherte Ruine und mit einem gläsernen Wetterschutzdach versehen, wird es heute als Veranstaltungsort für Feste genutzt.

Die Burg Sonnenberg im Stadtteil Sonnenberg stammt aus dem 13. Jahrhundert und erhebt sich auf einem Felsen inmitten eines engen Tals. Von ihrem Turm aus kann man gut die größtenteils noch erhaltene Stadtmauer von Sonnenberg erkennen.

Aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt die als achteckiger Zentralbau ausgeführte barocke Dorfkirche von Naurod am nordöstlichen Rand des Wiesbadener Stadtgebietes.

Die Nikolauskirche im Stadtteil Bierstadt, eine romanische Saalkirche mit Turm aus dem 12. Jahrhundert, ist die älteste Kirche Wiesbadens.

Im Stadtteil Mainz-Kastel ist im Museum Römischer Ehrenbogen das Fundament des „Germanicus-Bogens“ zu sehen. Dieser Ehrenbogen war im Jahr 19 n. Chr. zum Gedenken an den Feldherrn Germanicus Julius Caesar, Sohn des Drusus, erbaut worden und war über 20 m hoch und mehr als 12 m breit. Am Kasteler Rheinufer steht die aus dem frühen 19. Jahrhundert stammende Festung Reduit. Sie beherbergt das Museum Castellum mit Exponaten aus mehreren Epochen der Lokalgeschichte, unter anderem aus der Römerzeit. Im Norden Kastels liegt der Ende des 15. Jahrhunderts als Teil der Kasteler Landwehr errichtete Rundturm der Erbenheimer Warte.

Die Mosbacher Sande, nach dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich benannt, sind Fundstätte etwa 600.000 Jahre alter Eiszeittiere. Ein Teil der Fundstätte liegt im gesperrten Gelände des Dyckerhoff-Steinbruchs im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Amöneburg. Der Mosbacher Löwe (Panthera leo fossilis) gilt als größter Löwe Europas.

Das barocke Biebricher Schloss entstand 1700 bis 1750 direkt am Rheinufer in Wiesbaden-Biebrich. Das Residenzschloss der Nassauischen Herzöge liegt am Südende des 50 ha großen Schlossparks, der im Stil englischer Landschaftsgärten mit einem Teich und der Mosburg als künstlicher Ruine angelegt wurde. Hier findet jedes Jahr zu Pfingsten das traditionelle Pfingst-Reitturnier (Dressur- und Springreiten) statt.

Der Schiersteiner Hafen in Wiesbaden-Schierstein mit seiner Regattastrecke bietet eine schöne Hafenpromenade mit mediterranem Flair. Beim alljährlich im Juli stattfindenden Hafenfest mit abschließendem Feuerwerk wird auch ein Drachenboot-Rennen ausgerichtet. Unweit des Hafens steht in den engen Gassen des alten Ortskerns die barocke Christophoruskirche.

Die Nassauische Touristikbahn unterhält auf einem Teilabschnitt der zwischen dem Bahnhof Wiesbaden Ost und Diez stillgelegten Strecke der Aartalbahn vom Heimatbahnhof Wiesbaden-Dotzheim aus einen Museumsbahnbetrieb. Die Strecke ist in Hessen als Kulturdenkmal eingestuft und steht unter Denkmalschutz. Sie gilt vom Bahnhof Wiesbaden Ost bis zur Landesgrenze bei Aarbergen-Rückershausen mit 40 Bahn-Kilometern als längstes (technisches) Baudenkmal Hessens.

Seit 800 Jahren steht auf einem Felsen in der Ortsmitte von Frauenstein die gleichnamige Burgruine mit einem erhaltenen Bergfried.

Am nordwestlichen Stadtrand von Wiesbaden, schon im Waldgebiet des Taunus, ist der Tier- und Pflanzenpark Fasanerie ein beliebtes Ausflugsziel. Von hier aus sind auch Wanderungen auf den Schläferskopf mit seinem Aussichtsturm möglich.

Das am 16. Oktober 1894 von Kaiser Wilhelm II. feierlich eröffnete heutige Hessische Staatstheater ist das bedeutendste Theater der Stadt. Mit 600 Mitarbeitern bietet es auf insgesamt fünf Bühnen 20 Neuinszenierungen im Jahr. Alljährlich finden hier bereits seit 1896 die Internationalen Maifestspiele statt. Im Jahr 2004 fanden sich zu 886 Aufführungen über 300.000 Besucher ein. Dies bedeutete im Großen Haus eine Auslastung von ca. 75 %.

Die Rhein-Main-Hallen an der Ecke Wilhelmstraße/Rheinstraße, die 1957 eröffnet und in den letzten Jahren umfangreichen Modernisierungen unterzogen wurden, bilden häufig den Rahmen für Messen (zum Beispiel die jährlich stattfindende Verbrauchermesse „HAFA“), Konzerte, Kongresse und sonstige Veranstaltungen. Hier fand auch schon der bekannte von der Deutschen Sporthilfe ausgerichtete Ball des Sports statt. Insgesamt sind es ca. 100 Veranstaltungen mit 400.000 Besuchern im Jahr.

Das Kurhaus, in dem auch die Spielbank untergebracht ist, beherbergt zwei Festsäle, in denen vor allem im größeren Friedrich-von-Thiersch-Saal ein breit gefächertes Kulturangebot dargeboten wird.

Weitere bekannte Veranstaltungsorte sind das Pariser Hoftheater, der Tattersall, das Thalhaus und das Kulturzentrum Schlachthof.

Außerdem befindet sich in Wiesbaden eine der ältesten Tanzschulen in Deutschland, die Tanzschule Bier, welche 1897 gegründet wurde und somit die älteste Tanzschule im Rhein-Main-Gebiet ist.

Die Museumslandschaft Wiesbadens bietet einige interessante Höhepunkte. Größtes Museum der Stadt, gleichzeitig Hessisches Landesmuseum, ist das Museum Wiesbaden. Es besitzt eine Kunstsammlung, eine Naturhistorische Sammlung und eine Sammlung Nassauischer Altertümer. Letztere soll den Grundstock für ein in den nächsten Jahren geplantes Stadtmuseum Wiesbaden bilden. Zu den bedeutendsten Exponaten des Museums zählt ein umfassendes Werk des russischen Künstlers Alexej von Jawlensky und eine der ältesten Insektensammlungen mit Schmetterlingen von Maria Sibylla Merian.

Sehenswert sind darüber hinaus das Erfahrungsfeld der Sinne im Schloss Freudenberg, das Frauenmuseum, einige Heimatmuseen in den Ortsteilen, das Deutsch-Jüdische Museum (Aktives Museum Spiegelgasse), das Museum der Burg Sonnenberg sowie die Freilichtmuseen mit römischen Ausgrabungsstücken am Römertor.

Die Stadt beherbergt mehrere große Bibliotheken. Dazu zählen die Bibliothek des Statistischen Bundesamtes, die größte Spezialbibliothek für Statistik in Deutschland, die Hessische Landesbibliothek mit ca. 600.000 Bänden, das Hessische Hauptstaatsarchiv, welches unter anderem historisch bedeutende Akten der hessischen Landesministerien aufbewahrt, das Stadtarchiv und eine Musikbibliothek. Außerdem verfügt Wiesbaden über eine zentrale Stadtbibliothek, 8 Stadtteilbibliotheken und zwei Fahrbibliotheken („Bücherbus“) mit insgesamt rund 160.000 Büchern und elektronischen Medien.

Die Villa Clementine an der Wilhelmstraße wird als Literaturhaus genutzt. Hier hat der Presseclub Wiesbaden seinen Sitz und es werden Lesungen und andere Literarische Veranstaltungen angeboten.

Der Fußballverein SV Wiesbaden spielte lange im hochklassigen Amateurfußball. Seine Heimspiele trägt der SVW im Stadion an der Berliner Straße aus. Weitere wichtige Fußballvereine Wiesbadens sind die SG Germania Wiesbaden, der Türkische SV Wiesbaden, der FV Biebrich 02, der FSV Schierstein 08 sowie der etliche Sparten umfassende Großverein TuS Dotzheim. Die SpVgg. Nassau Wiesbaden ist eine Hochburg des Wiesbadener Jugendfußballs. Die FVgg. Kastel 06 spielte in den Jahren 1963/1964, 1974/1975 und von 1979 bis 1983 in der drittklassigen Amateurliga bzw. Amateur-Oberliga Hessen.

Seit der der Saison 2007/2008 trägt der aus dem rund zehn Kilometer von Wiesbaden entfernt liegenden Taunusstein nach Wiesbaden umgezogene SV Wehen Wiesbaden seine Spiele der 2. Fußball-Bundesliga in der neugebauten Brita-Arena aus.

Die Damenmannschaft des 1. VC Wiesbaden spielt derzeit in der ersten, die Herren des TuS Eintracht Wiesbaden in der zweiten Volleyball-Bundesliga.

Mit der ersten Herren-Mannschaft der Judoka vom Judo Club Wiesbaden 1922 e.V. ist Wiesbaden seit mehreren Jahrzehnten in der ersten Bundesliga vertreten.

Mit den Wiesbaden Phantoms verfügt Wiesbaden über ein Footballteam, welches in der zweiten Bundesliga Süd spielt.

Das wahrscheinlich wichtigste sportliche Ereignis ist das alljährlich stattfindende Pfingst-Reitturnier im Biebricher Schlosspark.

2007 wurde in Wiesbaden erstmals und mit der Ironman 70.3 ausgetragen. Die Veranstaltung wurde 2008 wiederholt.

In Wiesbaden gibt es außerdem mehrere Schützenvereine. Aus dem Schützenverein Biebrich 1864 stammen beispielsweise einige Olympiateilnehmer und Sieger. Auch kommen aus diesem Verein die derzeitigen Gau-Meister für Jugend und Junioren im Bereich Pistolenschützen. Der Judo-Club Wiesbaden 1922 e.V. (der zu den drei ersten Judovereinen in Deutschland gehörte) stellt neben diversen Erfolgen im Jugendbereich auch eine Männermannschaft in der 1. Judo-Bundesliga und auch Abteilungen wie Ju-Jutsu sind international und national sehr erfolgreich.

Seit der Saison 2007/2008 trägt auch der nahegelegene, ehemalige Deutsche Meister im Hallenhandball, die SG Wallau-Massenheim Aufsteiger in die 2. Bundesliga Süd, ihre Heimspiele in der Halle "Elsässer Platz" aus.

Zudem gibt es auf dem Neroberg einen Hochseilgarten, den Kletterwald Neroberg. Er bietet 3 Parcours sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene.

Am Fastnachtssamstag findet in den Vororten Kastel und Kostheim ein Fastnachtsumzug statt, am Fastnachtssonntag folgt dann der große Umzug durch die Wiesbadener Innenstadt, der regelmäßig eine sechsstellige Besucherzahl anzieht. Am Rosenmontag gibt es dann im Vorort Frauenstein noch einen Umzug. Neben den Umzügen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer karnevalistischer Veranstaltungen.

Die Wiesbadener Veranstaltungssaison beginnt Ende März/Anfang April mit goEast, einem Festival des mittel- und osteuropäischen Films. Dieses wurde im Jahr 2001 vom Deutschen Filminstitut gegründet, um Filme unserer östlichen Nachbarn dem deutschen Zuschauer näher zubringen. Hauptorte der Vorführungen sind das Festivalkino Caligari und die Villa Clementine.

Im Mai trägt das Hessische Staatstheater die Internationalen Maifestspiele aus, die bereits im Jahr 1896 das erste Mal stattfanden. Vorbild waren damals die Richard-Wagner-Festspiele von Bayreuth. Ebenfalls im Mai beginnt mit dem Äppelblütefest im Stadtteil Naurod die Freiluftsaison. Hierbei handelt es sich um ein traditionelles Apfelblütenfest, bei dem in Höfen entlang der Hauptstraße hauptsächlich Apfelwein ausgeschenkt wird. Begleitet wird dies von mehreren Festzelten und Fahrgeschäften.

Der sportlich-gesellschaftliche Höhepunkt findet dann an Pfingsten im Schlosspark zu Biebrich statt: das Internationale Reit- und Springturnier, bei dem regelmäßig alle Größen des internationalen Reitsports vertreten sind. Parallel wird auf dem Kranzplatz in der Innenstadt in direkter Nachbarschaft zur Hessischen Staatskanzlei das Kranzplatzfest ausgerichtet.

Der Sommer beginnt mit einer Großveranstaltung: am zweiten Juniwochenende wird die Wilhelmstraße Schauplatz des Theatriums, welches im Volksmund nur Wilhelmstraßenfest genannt wird. Der offizielle Name leitet sich ab aus „Theater“ und lat. „atrium“ = „im Freien“. Es handelt sich hierbei um das größte Straßenfest Deutschlands, bei dem an Samstag und Sonntag ca. 400.000 Besucher kommen. Neben kulinarischen Spezialitäten gibt es Musik auf sechs Bühnen. Das Wilhelmstraßenfest gibt es seit 1977.

Im Juli wird die Uferpromenade in Schierstein zur Aussichtsplattform für das Drachenbootrennen im Rahmen des Schiersteiner Hafenfests. Im Juli/August werden zusammen mit der Stadt Mainz zum Teil mit gemeinsamen Touren die Skate Nights ausgetragen.

Ein weiterer Höhepunkt ist dann im August die Rheingauer Weinwoche (umgangssprachlich nur als "Weinfest" bezeichnet) auf dem Schlossplatz und Dern'schen Gelände. Auf der „Längsten Weintheke der Welt“ wird an über 100 Ständen ausschließlich Rheingauer Wein ausgeschenkt. Ende August veranstaltet der Schlachthof das alternative Festival Folklore 008 in unmittelbarer Nachbarschaft des Hauptbahnhofes. Es löst das sehr beliebte Festival im Park von Schloss Freudenberg „Folklore im Garten“ ab, welches mit Musik und einem Markt für Kunsthandwerk aufwarten konnte.

Am letzten Wochenende im August wird im Hessischen Staatstheater mit einem Theaterfest die neue Spielzeit eröffnet. Bei freiem Eintritt darf hinter den Kulissen aufregende Theaterluft geschnuppert werden.

Im September initiiert der Nassauische Kunstverein unter dem Namen „ZusammenKunst“ den gemeinsamen Saisonstart aller Wiesbadener Museen und Galerien.

Im November findet das exground filmfest in den Kinos der Stadt statt. Ebenfalls im November zeigt die Verbrauchermesse „Hafa“ (= „Hessens aktuelle Familien-Ausstellung“) in den Rhein-Main-Hallen Neues für den Verbraucher. Ende November findet das Internationale Jazzfestival "Just Music" statt.

Ab dem vierten Donnerstag im Oktober bildet der Elsässer Platz im Westend die Bühne für den „Andreasmarkt“. Dieses älteste Wiesbadener Volksfest lässt sich bis in das Jahr 1350 zurückverfolgen.

Der Wiesbadener Weihnachtsmarkt, „Sternschnuppenmarkt“ genannt, ist seit einigen Jahren wieder auf dem Schlossplatz und Dern'schen Gelände angesiedelt.

An Silvester gibt es schließlich eine große Feier mit Feuerwerk und Musikuntermalung auf dem Bowling Green vor dem Kurhaus.

Die Stadt Wiesbaden hat seit 1892 24 Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen. Zu den bekanntesten zählen Wilhelm von Opel, Sohn von Adam Opel, dem Gründer des gleichnamigen Automobilherstellers (Verleihung 1933), Georg August Zinn, hessischer Ministerpräsident von 1951 bis 1969 (Verleihung 1966), Martin Niemöller, Theologe und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus (Verleihung 1975) und der Chemiker Wilhelm Fresenius (Verleihung 1985). Daneben wurden auch einige ehemalige Oberbürgermeister mit dem Titel geehrt, darunter Georg Krücke (1955), Georg Buch (1968) und Rudi Schmitt (1995).

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Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Inschrift im Giebel

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden ist ein Fünf-Sparten-Theater. Das Theater verfügt über die vier Bühnen Großes Haus (1041 Plätze), Kleines Haus (328 Plätze), Studio (89 Plätze) und die externe Spielstätte Wartburg (seit 2003). Es hat ca. 600 Beschäftigte.

Der Bau des Wiesbadener Theaters wurde als Neues königliches Hoftheater maßgeblich durch Kaiser Wilhelm II. initiiert und gefördert. Es wurden, nach einem beschränkten Architekturwettbewerb, zu dem neben Manfred Semper, einem Sohn des berühmten Gottfried Semper, auch Professor Georg Frentzen aus Aachen eingeladen wurde, die damals in ganz Europa bekannten Wiener Theaterarchitekten Ferdinand Fellner d. J. und Hermann Helmer engagiert, die das Gebäude 1892/1894 für 1,8 Mio. Goldmark im Stil des Neobarocks errichteten. Vorbilder für das neue Haus waren die Theater in Prag, Wien und Zürich. Am 16. Oktober 1894 wurde das neue Haus nach nur 22 Monaten Bauzeit im Beisein des Kaisers feierlich eröffnet. Auf dessen Wunsch wurde auch 1902 an der Ostseite des ehedem spiegelbildlich aufgebauten Theaters für 600.000 Mark ein Foyer angefügt, das die Pracht des Zuschauerraums noch übertraf. Ergänzt wurde diese erste Erweiterung durch eine Probebühne, den Malersaal und diverse Werkstätten an der Südseite der Kolonnaden. Gebaut wurden diese Bereiche von dem damaligen Wiesbadener Stadtbaumeister Felix Genzmer.

Nach dem ersten Weltkrieg erfolgte die Umbenennung in Preußisches Staatstheater.

Am 18. März 1923 kam es zu einem Bühnenbrand, in Folge dessen u. a. die Kuppel des Bühnenturmes vollständig zerstört wurde. Die Kuppel wurde aus Kostengründen ohne die ursprünglich vorhandenen Verzierungen nur vereinfacht wieder aufgebaut und das Theater nach 9 Monaten am 20. Dezember 1923 wieder eröffnet.

Die Trägerschaft wechselte nach der Spielzeit 1932 vom Land Preußen zur Stadt Wiesbaden. Damit verbunden war eine erneute Umbenennung in Nassauisches Landestheater.

Während des 2. Weltkrieges wurde in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 1945 die Nordseite des Theaters durch Bombentreffer stark beschädigt. Den Bomben zum Opfer gefallen sind die ursprünglich reich verzierte Kassenhalle, der Säulenportikus mit einer fünften von Panthern gezogenen Streitwagenskulptur sowie die Decke des Zuschauerraums. Die beschädigten Gebäudeteile wurden in der Nachkriegszeit nur sehr vereinfacht wieder aufgebaut. Das Deckenbild des Zuschauerraums wurde in diesem Zusammenhang zeitgenössisch neu gestaltet.

Nach einem erneuten Wechsel der Trägerschaft zu dem neu geschaffenen Land Hessen im Jahr 1946 und einer zeitweiligen Nutzung des Großen Hauses durch die US-Streitkräfte konnte der Spielbetrieb erst 1947 als Großhessisches Staatstheater und später als Hessisches Staatstheater Wiesbaden wieder aufgenommen werden.

In der Spielzeit 1949/50 wurde das prunkvolle Foyer baulich vom Theater abgetrennt und zum Spielcasino umfunktioniert. Diese Trennung wurde erst zu den Maifestspielen 1956 wieder aufgehoben.

1975 bis 1978 wurde der Zuschauerraum aufwendig saniert und teilweise nach historischem Vorbild rekonstruiert (Deckengemälde, Farbgebung, Stuckapplikationen etc.). Weiterhin wurde die Technik modernisiert und unter der Leitung des Architekten Professor Hardt-Waltherr Hämer aus Berlin ein großer Anbau für Proberäume, Werkstätten, Intendanz und Verwaltung an der Südostecke des Theaters angefügt. Die Außenansicht des Foyers ist seitdem zum größten Teil den Blicken der Öffentlichkeit entzogen.

Das Wiesbadener Staatstheater wurde im neobarocken Stil errichtet. Der Haupteingang befindet sich in der Mitte der Theaterkolonnaden, die zusammen mit den gegenüber liegenden Kurhauskolonnaden das sogenannte Bowling Green flankieren. An der Stirnseite dieses Platzes befindet sich das Wiesbadener Kurhaus.

Die Rückseite des Theaters wurde als Schauseite ausgeführt. Hier befindet sich ein klassischer Säulenportikus mit einem aus Savonniere-Kalkstein geschaffenen Relief im Giebel, gestaltet von Professor Hermann Volz aus Karlsruhe. Die Giebel-Inschrift, welche erst 1905 angebracht wurde, zitiert aus Schillers Gedicht "Die Künstler": Der Menschheit Würde ist in Eure Hand gegeben. Bewahret sie!

Das Giebelfeld zeigt in der Mitte sitzend die Kunst oder Poesie, zu ihrer Rechten lehnt die poetische, weibliche Verkörperung der Trauer, zu ihren Füßen spielt Scherz in Gestalt einer mit einer Narrenmütze bekleideten Putte. Die Gruppe links zeigt einen sterbenden Helden, halb auf dem Schoß der Parze liegend, die seinen Lebensfaden durchschneidet, was die Tragödie symbolisiert. Die Gruppe rechts zeigt das Lustspiel in Form eines sich küssenden Liebespaars, das von einem kleinen Amor belauscht wird, während ein schön gewachsener Faun ein Tamburin schlägt.

Die Giebelspitze bekrönte einst ein Genius, der eine Fackel hochhielt. Er wurde, wie die auf den Giebelschenkeln exponierten Sphinxe und die beiden vier Meter hohen Skulpturengruppen dahinter, vom Wiener Bildhauer Franz Vogel, einem Schüler des Bildhauers Edmund von Hellmer, modelliert. Bei der linken (westlichen) Skulpturengruppe ist die Muse der Musik mit Lyra, einer Sphinx und einem Knaben dargestellt. Beim östlichen Pendant bläst sie eine Posaune, trägt die Maske des Romus in der Hand und wird von einem Panther sowie einem Putto begleitet.

Die Eckrisalite des Bühnenbaus werden von Quadrigen ähnlichen Panthergespannen überragt, die den figürlichen Hauptschmuck der Seitenfronten bilden. Geschaffen wurden die vier aus Zinkblech getriebenen, ursprünglich mit einer Kupferschicht überzogenen Gruppen von dem Berliner Bildhauer Prof. Gustav Eberlein. Sie zeigen in verschiedenen Varianten die den Thyrusstab schwingende Muse Euterpe in einem von drei Panthern gezogenen Streitwagen. Ein fünftes Gespann thronte bis 1945 auf dem zerstörten Eingangsportikus.

Die vier zum Teil beschädigten Nischenfiguren der Südfassade unterhalb des Giebels stellen Drama, Gesang, Musik und Tanz dar. Sie wurden von dem Stuttgarter Bildhauer Theodor Bausch geschaffen.

Vor dem Portikus breitet sich ein Landschaftspark (Warmer Damm) aus. Ein von dem Bildhauer Joseph Uphues geschaffenes Denkmal des Dichters Friedrich Schiller steht seit 1905 direkt vor der nur der Ästhetik dienenden Auffahrt.

Die Deckengemälde in Zuschauerraum und Foyer schuf der Wiesbadener Maler Kaspar Kögler, der für seine Leistungen mit dem Roten-Adler-Orden 4. Klasse ausgezeichnet wurde. Die Deckenmalereien im Zuschauerraum bestehen aus zwei Bildern, einem kleinen über der Bühnenöffnung und dem großen Plafond, in dessen Mitte sich die Kronleuchteröffnung befindet. Das kleine Bild stellt die entfesselte aufschwebende Phantasie dar, das große Bild enthält eine die Stadt Wiesbaden charakterisierende Allegorie. Rechts sitzt auf einem Brunnenaufbau, der, an die nassauischen Zeiten erinnernd, von der alten Marktbrunnensäuler mit dem Löwen überragt ist, eine Frauengestalt mit rosenumkränzter Mauerkrone auf dem Haupt und einen Lilienzweig in der Hand. Vor ihr, aus dem Brunnen entqualmenden Dampfwolken schwebt die Nymphe des Brunnens, zwei ihr zustrebenden Kindern die dampfende Schale reichend. Ein darüber schwebender Knabe mit einem Waldstrauß, Waidhorn und Armbrust erinnert an die Wälder Wiesbadens und Umgebung. Dann schließen sich auf Wolken die Künste an, vor allem die Musik, dann Schauspiel und Tanz und auf der gegenüberliegenden Seite die Malerei und Architektur. Unter diesen befindet sich eine Putte mit geschichtlichem Emblem: ein römisches Feldzeichen und die deutsche Kaiserkrone. Darunter, gegenüber der Brunnengruppe grüßt der Rheingott zur Stadt. Neben ihm sitzt eine verschleierte, mit Efeu bekränzte Frauengestalt, welche die Sage darstellt. Über dem Ganzen schwebt ein Adler mit ausgespannten Flügeln und der preußischen Krone auf dem Kopf, welcher einen Genius trägt, was als Versinnbildlichung der Protektorschaft des Königs über das Theater im speziellen und der Stadt Wiesbaden im weiteren Sinne zu verstehen ist. Das Deckenbild, aus dem der Rheingott und zahlreiche Putten plastisch herausragen, fasst ein ausgeschweifter Barockrahmen ein. Vervollständigt wird das Plafond durch die wiederhergestellten Medaillons in den Stichkappen. Die Bildnisse zeigen die Musiker Wagner, Beethoven, Mozart, Weber und Gluck, die Schriftsteller Shakespeare, Goethe, Schiller, Gotthold Ephraim Lessing und Molière, sowie die Büste Apollos.

Ein Originalausstattungsteil ist der 6m hohe, 4,80m breite und ca. 900kg schwere Kronleuchter in der Deckenmitte. Es handelt sich um einen im Neobarockstil aus vergoldetem Messing gefertigten Lüster mit 121 Brennstellen und prismatisch geschliffenen Gläsern im Unterkorb.

Kaiser Wilhelm II. besaß eine eigene Einfahrt für seine Kutsche, (die sog. "Kaiserfahrt"), in der er seine Loge von der Wilhelmstraße durch den Keller direkt erreichen konnte. Das von dem der Loge vorgelagerten Empfangsraum zu erreichende Ankleidezimmer des Kaisers (heute ein Teil der Seitenbühne), wurde in seiner Ausstattung dem entsprechenden Raum der kaiserlichen Yacht "Hohenzollern" ganz genau nachgebildet.

Das Foyergebäude wurde von Genzmer hinter der Theaterkolonnade an der Ostseite des Zuschauerhauses angebaut. Äußerlich passt es sich durch die Übernahme dekorativer Gestaltungselemente und durch die Sandsteinverkleidung der Fassade des Theaterbaues an. In ihm sind Longitudinal- und Zentralbau im Stil spätbarocker Architektur zusammengefasst. Die dreigeschossige Halle wird von einer überkuppelten Kappengewölbedecke überdacht und ist, mit Ausnahme der Ostseite von offenen Wandelgängen umgeben. Da diese ebenfalls an der Ostseite nur zweigeschossig ausgeführt wurden, konnte man hier zwei Aussichtsterrassen schaffen und der Halle auch Tageslicht zuführen.

Der Zugang zum Foyer erfolgt für die Besucher des Parketts und des ersten Ranges des Theaters direkt über die Umgänge. Die Besucher des zweiten Rangs hatten nur die Möglichkeit, durch die in die Stichkappen der Gewölbedecke eingelassenen halbrunden Öffnungen das Geschehen im Foyersaal von oben zu betrachten. Die Besucher des dritten Ranges hatten gemäß den hierarchischen Regeln der damaligen Zeit keinen Zugang bzw. Einblick in das Foyer.

An der Westseite der Halle führt eine prunkvolle doppelläufige geschwungene Treppenanlage vom Austritt des ersten Ranges in das Erdgeschoss. Über der Treppe ist ein mit der Königskrone und dem preußischen Adler versehener roter Baldachin angebracht. Links und rechts davon liegen zwei den Frieden und den Ruhm darstellende Frauengestalten, die der Krone Palmwedel und Lorbeerkranz entgegenhalten.

Das in Öl auf Leinwand angelegte Deckengemälde der Gewölbedecke hat die Beglückung und Erhebung der Menschheit durch die vom Himmel hinabsteigende Kunst zum Inhalt. In der Mitte des von Rokokostuck umsäumten Gemäldes ist eine ovale Kristallleuchterschale angebracht, von der vergoldete stukkatierte Lorbeergebinde ausgehen, die das Gemälde in einzelne Abschnitte aufteilen. Das Hauptbild über dem Büffet zeigt die Kunst als weibliche Gestalt, mit einer blumengeschmückten Leier am Himmel erscheinend. Sie ist von Blumen streuenden Putten umgeben. In den anschließenden Bildern links und rechts davon eilen die Menschen in griechischer Tracht gekleidet der Kunst entgegen bzw. haben ihr einen Altar errichtet. In den darauf folgenden Bildern sind die Versinnbildlichungen von Schauspiel, Musik und Tanz zu erkennen und in den Schlußbildern die bildenden Künste wie Bildhauerei, Malerei und Architektur.

Der moderne Anbau aus den Jahren 1975 bis 1978 wurde in Kontrast zum Altbau als Beton-Flachdachbau mit großen Glasfassaden und mit einer Bleiverkleidung ausgeführt.

Pro Jahr gibt es mehr als 30 Neuinszenierungen in Oper, Schauspiel und Ballett. Es wird von klassischen Werken über Stücke der dramatischen Gegenwartsliteratur bis zum modernen Musiktheater alles angeboten. Bis zu vier Vorstellungen können pro Tag gegeben werden, da alle vier Bühnen parallel bespielt werden können.

Als Besonderheit bietet das Staatstheater auch jungen Menschen ein breites Spektrum an Inszenierungen. Es ist bundesweit eines der wenigen Staatstheater mit eigenem professionellem Ensemble, das sich ausschließlich der Inszenierung von Kinder- und Jugendtheater widmet. Das sogenannte "Junge Staatstheater" erarbeitet dabei sehr häufig eigene Fassungen bekannter, auch zeitgenössische Kindergeschichten.

Weiterhin gibt es noch das "Jugendclub-Theater", gegründet 1988 durch den damaligen Chefdramaturgen des Schauspiels, Michael Schlicht. Der "Jugend-Club" bietet talentierten Jugendlichen die Möglichkeit, sich im Theater "auszuprobieren". Jedes Jahr findet dazu ein Casting statt, bei dem neue Ensemble-Mitglieder für das jeweils vorgesehene Stück, bis auf eine Ausnahme (Totenfloß von Harald Mueller 1993 in der Regie von Reinhardt Friese) immer ein Musical, ausgesucht werden. Es folgen dann professionelle Proben, bei denen besonders auf Gesang, Tanz und Schauspiel eingegangen wird. Die erfolgreichen Inszenierungen sprechen für sich und so hat sich der Jugendclub in den über 17 Jahren seines Bestehens unter der Leitung von Frank Schuster (1988-1990), Reinhardt Friese (1990-2000) und Iris Limbarth (seit 2000) zur festen Institution in der Jugend-Theater-Szene entwickelt.

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SV Wehen Wiesbaden

Wehen Wiesbaden gegen Köln 4:3

Der SV Wehen Wiesbaden (Name des Gesamtvereins: SV Wehen 1926 - Taunusstein e.V.) ist ein hessischer Fußballverein, der in Taunusstein-Wehen beheimatet ist und mittlerweile im benachbarten Wiesbaden ansässig ist. Bis 2007 trat die Fußballabteilung als SV Wehen - Taunusstein an.

Der Verein wurde am 1. Januar 1926 mit 39 Mitgliedern gegründet und nahm den Spielbetrieb in der Wiesbadener C-Klasse auf. 1927 wurde mit dem Bau des Stadions auf dem Wehener Halberg begonnen. 1933 wurde der Verein aufgelöst und nach Beendigung des NS-Regimes im Jahre 1946 durch Karl Bender wiedergegründet. Der SV Wehen spielte nun in der B-Klasse Wiesbaden. 1955 wurde die erste Jugendmannschaft aufgebaut. 1957 wurde der SV Wehen Meister, 1958 und '59 Vizemeister. 1960 erreichte der SVW zweite weitere Erfolge, nämlich den Gewinn des Kreis- und Bezirkspokals. 1965 schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die A-Klasse Wiesbaden. Mit einem Punkteverhältnis von 54:0 und einem Torverhältnis von 117:15 stellte der SV Wehen einen bundesweiten Rekord auf.

1966 wurde der SV Wehen in den hessischen Landessportbund aufgenommen. 1968 stieg der Verein in die Bezirksliga auf und erreichte das Kreispokalendspiel, welches die Mannschaft jedoch gegen den FC Bierstadt verlor. 1971 stieg der SV Wehen in die A-Klasse Wiesbaden ab. Mit acht Mannschaften, in denen 120 Jugendliche spielten, wies der Verein 1975 die größte Jugendmannschaft des Untertaunus auf. 1976 vergrößerte sich die Jugendabteilung um weitere 30 Jugendliche, und das Sportfeld am Halberg wurde erweitert.

Mit dem Einstieg von Heinz Hankammer 1979 als Hauptsponsor und Präsident begann der Aufstieg des SV Wehen. 1983 stieg der Verein erneut in die Bezirksliga auf, diesmal hielt er sich mit einer kurzen Unterbrechung 1985 bis ins Jahr 1987, in dem er es in die Landesliga schaffte.

Mit der Landesliga-Meisterschaft 1989 kam es zu einem weiteren Aufstieg in die Oberliga. Von 1992 bis 1994 spielte der Verein in der Hauptrunde des DFB-Pokals. 1996 gelang der Aufstieg in die Regionalliga, 2003 und 2004 erreichte der Verein jeweils den siebten Tabellenplatz der Regionalliga Süd, 2005 wurde der Aufstieg in die 2. Bundesliga nur knapp verpasst. 2006 erreichte der Verein erneut den dritten Tabellenplatz in der Regionalliga Süd und stellte mit Maximilian Nicu auch den Torschützenkönig. In der Spielzeit 2006/07 gelang dann durch den 2:0-Sieg beim FK Pirmasens nach 81 Jahren Vereinsbestehen der erstmalige Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zu den weiteren Erfolgen zählt der Gewinn des Hessenpokals in den Jahren 1988, 1996 und 2000.

Seit der Saison 2007/08 trägt die Mannschaft ihre Heimspiele nicht mehr im Wehener Stadion am Halberg aus, da das Stadion nicht den Anforderungen der Deutschen Fußballiga (DFL) entspricht. Man entschied sich gegen die Erweiterung des Stadions am Halberg und für einen Stadion-Neubau in Wiesbaden, die Brita-Arena. Da das Stadion nicht zum Beginn der Saison 2007/08 fertiggestellt werden konnte, wurde die ersten Saisonspiele in der Commerzbank-Arena in Frankfurt ausgetragen.

Seit der Umsiedlung nach Wiesbaden nennt sich der Verein SV Wehen Wiesbaden. Die Profifußball-Abteilung wurde in die neugegründete SV Wehen 1926 Wiesbaden GmbH mit Sitz in Wiesbaden ausgegliedert. Von einer zunächst vorgesehenen offiziellen Umbenennung des Gesamtvereins durch die Mitgliederversammlung nahm das Präsidium vorerst Abstand. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich dennoch seit Dezember 2007 in Wiesbaden, so dass der SVWW zwar juristisch noch seinen Sitz in Taunusstein hat, faktisch jedoch in Wiesbaden ansässig ist. Als Bekenntnis zum neuen Standort kann auch das neue, seit 2007 verwendete Logo gewertet werden, das neben dem zweiten "W" für Wiesbaden auch die drei Lilien - das Wappen der Landeshauptstadt - zeigt.

Einer der Gründe für den Umzug in das 15 km entfernte Wiesbaden war die Infrastruktur. Die am östlichen Stadtrand gelegene Brita-Arena ist einfach und schnell mit dem Zug und dem Bus zu erreichen. Der Hauptbahnhof Wiesbaden ist in fünf Minuten Fußweg zu erreichen, und ausreichend Parkplätze sind ebenfalls vorhanden. Das Stadion am Halberg in Wehen hingegen bot nur wenige Parkplätze und konnte nur schlecht per Bus erreicht werden; einen Bahnhof gibt es in Taunusstein nicht. Dementsprechend waren auch die Zuschauerzahlen in Wehen sehr gering gewesen (in der Saison 2005/06 im Schnitt 650 und 2006/07 1.062 Zuschauer), und so wollte man durch den Umzug in die Landeshauptstadt auch ein breiteres Publikum ansprechen, was auch gelungen ist: Der Zuschauerschnitt erhöhte sich in der ersten Zweitligasaison seit dem Umzug nach Wiesbaden auf 9.490, und von einem Großteil der fußballinteressierten Wiesbadener Bevölkerung wird der SVWW mittlerweile als Wiesbadener Mannschaft akzeptiert. Die neue Popularität des SVWW wurde zum einen durch den guten Saisonstart begünstigt, zum anderen profitierte der Verein auch von der fehlenden innerstädtischen Konkurrenz, insbesondere dem Absturz des Traditionsvereins SV Wiesbaden in die siebte Liga.

Der Start in die erste Zweitligasaison verlief für die Hessen durchaus erfolgreich. Keines der ersten vier Saisonspiele in der Commerzbankarena wurde verloren. Nach der Hälfte der Hinrunde befand sich das Team in der Spitzengruppe der Liga. Nach dem Umzug in die Wiesbadener Brita-Arena begann eine Phase schlechter Ergebnisse: Das Eröffnungsspiel verlor man 1:2 gegen den Erstligisten Borussia Dortmund, und auch in den kommenden sechs Heimspielen konnte der SVWW nicht gewinnen. In der ersten Zweitligasaison wurden nur drei Siege und vier Unentschieden im neuen Stadion verbucht. Wegen der guten Auswärtsbilanz erreichte der SVWW jedoch am Saisonende den achten Tabellenplatz.

Zudem stellte der SV Wehen Wiesbaden zwei Rekorde des deutschen Profifußballs auf: Am 8. Spieltag im Spiel gegen den 1. FC Köln schoss Ronny König den schnellsten Hattrick (in 7 Minuten) in der Geschichte der 2. Fußball-Bundesliga, und am 9. Spieltag erzielte Benjamin Siegert im Spiel gegen Greuther Fürth das schnellste Tor (nur 8 Sekunden nach Anpfiff) im deutschen Profifußball überhaupt.

In der Saison 2008/09 erwischte der SVWW einen schlechten Start und überwinterte in der 2. Bundesliga auf dem vorletzten Tabellenplatz. Trainer Christian Hock wurde daraufhin entlassen und durch Wolfgang Frank ersetzt. Erfolgreicher verlief die Spielzeit jedoch im DFB-Pokal, wo der SV Wehen Wiesbaden das Viertelfinale erreichen konnte und dort beim Hamburger SV antreten muss.

Zu Beginn der Spielzeit 2007/'08, also dem ersten Profifußballjahr des SV Wehen Wiesbaden, besaß der Verein nur einen offiziellen Fanclub: Die Halbergtramps. Derzeit hat der SV Wehen Wiesbaden 15 offizielle Fanclubs. Seit der Saison 2008/09 existiert ferner das Fanzine 12zwölf 08nullacht 07nullsieben.

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Source : Wikipedia