Weisel

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Geschrieben von goldorak 17/04/2009 @ 14:11

Tags : weisel, rheinland-pfalz, deutschland

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Weisel (Rhein-Lahn-Kreis)

Wappen der Gemeinde Weisel

Weisel ist eine Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Loreley im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz.

Der Höhenrücken um Weisel ist unbewaldet und wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Der Gemeindewald liegt größtenteils im Norden und Nordosten jenseits des Harbachs. Im Norden wird die Gemarkung begrenzt von dem Krummebach, einem linken Zufluss des Forstbachs, der bei Sankt Goarshausen in den Rhein mündet. Im Südosten reicht sie bis zur ehemaligen Schiefergrube Glückauf im oberen Tiefenbachtal, das über Sauerthal zur Wisper bei Lorch am Rhein führt. Im Süden endet die Gemarkung, zwei Kilometer vom Rhein entfernt, im oberen Blüchertal und schließt noch den Victoriastollen, der dem Schieferabbau diente, und den Heiligenberg mit ein.

Die tiefsten Lagen des Gemeindegebietes sind im Süden das Holzbachtal unterhalb des Victoriastollens mit 280 Meter und im Norden das Forstbachtal vor der Heppenhofmühle mit 290 Meter. Die höchste Stelle ist im Osten mit 444 Meter dort, wo der Gemeindewald den Weiseler Höhenrücken bedeckt.

Bornich, die Loreleygemeinde, liegt zwei Kilometer weiter westlich, Dörscheid und Kaub liegen im Südwesten in jeweils drei Kilometer Entfernung, Rettershain liegt drei Kilometer weiter im Nordosten. Mit Lipporn im Nordosten und Reitzenhain im Norden, beide etwa vier Kilometer entfernt, bestehen zwar kurze gemeinsame Grenzen, jedoch keine direkte Straßenverbindung.

An der Grenze des ehemaligen Kurpfälzer Gebietes lag früher die Burg Heppenheft. Die Urahnen dieses Rittergeschlechtes, das von 1123 bis 1453 bestand, waren die Herren von Wisilo, die möglicherweise dem Dorf Weisel den Namen gegeben haben.

Weisel wurde erstmals 1275 erwähnt. Es gehörte gemeinsam mit Dörscheid und Kaub zum Besitz der Herren von Falkenstein, bis ihnen Ludwig der II von der Pfalz 1277 und 1289 diesen abkaufte. Weisel erhielt am 23. März 1324 zusammen mit Caub von Kaiser Ludwig dem Bayer die Stadtrechte. 1372 brannte Kurfürst Ruprecht I. das Dorf in einer Fehde nieder.

Die im Jahre 1613 wütende Pest rottete fast das gesamte Dorf aus. Anschließend brachte der Dreißigjährige Krieg großes Leid und Verwüstung über die Region. Von 1620 bis 1649 wechselten mehrfach die Besitzer. Spanien, Schweden und Frankreich übernahmen die Herrschaft. Im Jahr 1650 lebten hier noch 37 Familien. Das Dorf bestand aus 31 Häusern und 23 Scheunen. Als Viehbestand zählte man 1 Pferd, 61 Ochsen und 45 Kühe.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben furchtbare Brände das Dorf heimgesucht. 1810 wurden bei einer solchen Katastrophe 63 Gebäude (dies waren die Hälfte des Dorfes) in Schutt und Asche gelegt.

Ein weiterer Rückschlag für die Bevölkerung war Blüchers Rheinübergang in der Neujahrsnacht 1813/1814, als dieser nach der Völkerschlacht bei Leipzig Napoleon verfolgte, um ihn später bei Waterloo zu besiegen. Ca. 50.000 Soldaten zogen mit 15.000 Pferden plündernd durch Weisel. Der Schaden wurde auf 30.000 Gulden geschätzt. Die dreitägige Belagerung brachte aber nicht nur materielle Schäden, sondern Blüchers Truppen schleppten auch das Fleckfieber ein, an dem in der folgenden Zeit über 70 Menschen starben. Durch den Wiener Kongress kam der Ort bald darauf zum Königreich Preußen. Im Jahr 1838 zählte man im Dorf 128 Wohnhäuser, und 200 Einwohner.

Auch die beiden Weltkriege brachten über Weisel großes Leid. Viele Gebäude wurden durch Bomben und Granaten zerstört. 98 Dorfbewohner mussten hierbei ihr Leben lassen - 17 bleiben vermisst. Nach der amerikanischen Besatzung gegen Ende des 2. Weltkrieges gehörte Weisel anschließend der französischen Zone an. Versorgungsschwierigkeiten, Wohnungsnot und die Unterbringung zahlreicher Flüchtlinge aus den Ostgebieten stellten die Bevölkerung vor große Probleme. 1946 kam Weisel durch die Verordnung der französischen Militärregierung zum neu gegründeten Bundesland Rheinland-Pfalz.

Seit 1972 gehört es mit 16 weiteren Ortschaften der Verbandsgemeinde Loreley mit Verwaltungssitz in St. Goarshausen an.

Das Wappen der Gemeinde Weisel zeigt ein silbernes Andreaskreuz auf blauem Grund. Das Andreaskreuz ist das Symbol des Kirchenpatrons St. Andreas und weist auf die Verbindung zur Bacharacher Kirche, ehemals zugehörig zum Kölner St. Andreas-Stift, hin. Die Farben Silber und Blau rühren von der über 500jährigen Zugehörigkeit zur Kurpfalz her. Das aktuelle Wappen der Gemeinde wurde am 18. August 1937 durch den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau verliehen.

Auf den stark bewaldeten Taunushöhen um Weisel kann man herrlich durch die Wiesen und Wälder wandern, dazu sind eine Vielzahl von Wanderwegen ausgewiesen. Die Rekonstruktion eines keltischen Hügelgrabes (Tumulus) kann besichtigt werden.

Auf Freunde der Technik aus alten Zeiten warten das Motorradmuseum und das "kleine Feuerwehrmuseum".

Mehrere Vereine befassen sich im Dorf mit Musik. Es gibt den Evangelischen Posaunenchor Weisel, den Spielmannszug Weisel, den Männergesangverein und den Frauenchor. Des Weiteren hat sich über die Grenzen von Weisel hinaus die A-cappella-Gruppe "Die Singenden Feuerwehrmänner" einen Namen gemacht.

Architektonisch fallen in Weisel vor allem das aus roten Backsteinen errichtete Rathaus, die evangelische Andreaskirche, die katholische Kapelle und die Fachwerkbauten im Ortskern auf. Typisch sind die mit Schiefer verkleideten Fassaden und die mit Schiefer gedeckten Dächer.

Wahrzeichen der Gemeinde war die „alte Linde“, ein jahrhunderte alter Lindenbaum, in Weisel auch "Lennebaam" genannt. Am 27. Juli 2005 brach in den Abendstunden ein Unwetter über Weisel herein, das der Lindenbaum nicht überstanden hat. Es steht nur noch ein gut 2 Meter hoher Stumpf des einstmals ca. 40 Meter hohen Baums.

Der Turnverein Weisel ist der Verein mit der größten Mitgliederzahl in Weisel. Es wird eine Vielzahl verschiedener Sportarten angeboten. Der Turnverein verfügt über eine erfolgreiche Leichtathletikabteilung und eine große Faustballabteilung mit einer Herrenmannschaft, die in der Faustballbundesliga spielt.

Jährlich finden zwei große Feste statt: der Weiseler Markt (letztes Wochenende im Mai) und die Oktoberkerb (drittes Wochenende im Oktober).

Bis vor wenigen Jahren noch lebten die Menschen hier von der Landwirtschaft und dem Schieferbergbau. Die Forstwirtschaft im Gemeindewald ist für die Gemeinde eine wichtige Einnahmequelle.

Weisel ist aus drei Richtung über Landstraßen erreichbar. Die L 339 führt von Südwesten, von der Bundesstraße 42 ausgehend, vom Rhein durch Kaub und das Blüchertal nach Weisel und über den Höhenrücken weiter nach Osten zur L 337, die über Rettershain die Verbindung nach Nastätten im Norden und über Ransel nach Lorch im Süden herstellt. Ferner bietet die L 338 von Weisel aus eine Verbindung nach Nordwesten über Bornich zur Loreley und nach Sankt Goarshausen. Schließlich ist noch Dörscheid im Südwesten über die K 99 erreichbar. Die nächste Bahnstation ist der Bahnhof Kaub auf der Rechten Rheinstrecke.

Mehrere Betriebe sind im Bereich Forsttechnik und Holzverwertung tätig. Neben größeren Betrieben im Bereich Maschinenbau und Elektrotechnik, deren Erzeugnisse und Entwicklungen auch international von Bedeutung sind, gibt es in Weisel auch kleinere Handwerksbetriebe, darunter Dachdecker, Bauunternehmen und Maler. Mehrere Gewerbebetriebe, Bäcker, Metzger und Gemischtwaren sorgen für eine Grundversorgung der Einwohner. Auch im Bereich Gastronomie gibt es mehrere Angebote.

Die Gemeindebücherei bietet allen Bürgerinnen und Bürgern aus Weisel und der Region ca. 2000 Bücher, Audio-, Video- und Datenmedien, sowie Zeitschriften, zur Ausleihe. Die Bücherei ist im Rathaus untergebracht.

In Weisel leben zur Zeit Menschen aus 20 verschiedenen Nationen. In den 37 Straßen gibt es 366 Häuser. 68,3 % der Einwohner sind Protestanten, knappe 18 % Katholiken. 38,8 % der Bürger sind ledig (davon 19,6 % männlich, und 19,2 % weiblich). Verheiratet sind 50 %. Es gibt 565 Familien.

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Kaub

Wappen der Stadt Kaub

Die Stadt Kaub am Rhein gehört zur Verbandsgemeinde Loreley im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz (Deutschland). Kaub hat knapp 1000 Einwohner und ist international bekannt durch die im Rhein gelegene Burg Pfalzgrafenstein.

Kaub liegt am rechten Ufer des Rheins bei Stromkilometer 546 und damit genau in der Mitte zwischen Mainz (Stromkilometer 500) und Koblenz (Stromkilometer 592). Die Stadt ist eingezwängt zwischen dem Rheinufer und den steil aufragenden Felsabhängen des Rheinischen Schiefergebirges, in die der Fluss sich eingeschnitten hat. Bei Kaub haben der Holzbach und der Volkenbach mit großem Gefälle zwei Täler in die den Rhein begleitenden Steilhänge geschnitten. Auf dem dazwischen gelegenen Bergrücken der Kauber Platte trägt ein Felssporn die Burg Gutenfels.

Im Rhein in Höhe des Volkenbachtals ist auf einer kleinen Felseninsel die Zollburg Pfalzgrafenstein errichtet. Ein Kilometer oberhalb dieser Felseninsel und mit dieser durch ein Leitwerk verbunden, beginnt der Kauber Werth. Wenige hundert Meter weiter stromaufwärts in Höhe des Bacharacher Werth endet das Niedertal am Rheinufer, kenntlich an zwei dort stehenden Wohngebäuden. Der steil ansteigende Talgrund des Niedertals war für Jahrhunderte die Grenze zwischen der Kurpfalz und dem Rheingau. Nach dem Zweiten Weltkrieg war hier die Zonengrenze zwischen der Französischen Besatzungszone, zu der Kaub gehörte, und der Amerikanischen Besatzungszone. Zugleich wurde das Niedertal zur Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen. Stromabwärts gehört auch noch der Roßstein gegenüber von Oberwesel zu Kaub.

Zwischen dem Blüchertal, durch das der Holzbach fließt, und dem Niedertal erstreckt sich der Kauber Stadtwald zwischen Weisel und Sauerthal hindurch 5 Kilometer weit bis kurz vor die Ortslage von Ransel. In diesem Gebiet liegen mehrere aufgegebene Schiefergruben. Im Stadtwald liegt die höchste Erhebung von Kaub mit einer Höhe von 425 Meter.

Die Stadtgrenze von Kaub liegt auf einer Länge von 8 Kilometer in der Fahrrinne des Rheins. Am gegenüberliegenden Ufer grenzt Kaub im Süden an Bacharach und im Norden an Oberwesel. Am Rheinufer in Höhe des Urbachtals hat Kaub eine ganz kurze gemeinsame Grenze mit Sankt Goarshausen. Dann folgen im Norden als Nachbarorte die Höhengemeinden Dörscheid und Weisel. Im Osten gibt es eine gemeinsame Grenze mit dem Lorcher Stadtteil Ransel und mit Sauerthal. Abgeschlossen wird die Reihe der Nachbarorte im Süden mit dem Lorcher Stadtteil Lorchhausen.

983 wird Kaub als "cuba villula" erstmals anlässlich der Veroneser Schenkung im Besitz des Mainzer Erzbischofs erwähnt, der aber den Besitz nicht halten kann. 1257 wird der Rheinzoll in Kaub erstmals erwähnt. 1277 verkauft Philipp II. von Falkenstein-Münzenberg den Ort (damals schon befestigt) und die Burg Gutenfels mit den Zollrechten an den Pfalzgrafen Ludwig den Strengen. Nach dem Bau der Burg Pfalzgrafenstein (ab 1326/27) wird Kaub neben Bacharach die bedeutendste Zollstelle der Pfalzgrafen.

Unter König Ludwig dem Bayern erhielt Kaub Stadtrechte. Zu dieser Zeit wurde die Stadtbefestigung um das vor der alten Stadtmauer liegende Markt- und Bäckerviertel herum erweitert. Das im Süden gelegene Zöllerviertel wurde 1485-87 befestigt.

1504 versuchte Landgraf Wilhelm von Hessen einen Eroberungszug mit 39-tägiger erfolgloser Belagerung der Burg Gutenfels. In diese Zeit gehört die Legende um Elslein von Kaub, die Tochter des lokalen Geschützgießermeisters, die als Soldat verkleidet den heimatlichen Truppen den richtigen Weg wies. Eine Gedenktafel am Amtshaus rekapituliert, dass Kaub trotz 900 verschossener Steinkugeln, denen 830 gusseiserne Kugeln gegenüberstanden, am Ende kurpfälzisch blieb. Dies änderte sich nicht bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803.

1804 kam Kaub an das Haus Nassau, dessen Gebiete 1806 zum Herzogtum Nassau erhoben wurden. Nach der Annexion durch Preußen war der Ort von 1866 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau und kam danach zum Land Rheinland-Pfalz.

Neben dem Zoll erhielt Kaub seine Bedeutung im Laufe der Zeit vor allem durch den Weinbau und den Schieferabbau sowie bis zur Mitte der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts durch die Schifffahrt und den Lotsendienst. Die Kauber Lotsenstation war die größte am Rhein. Der Kauber Schiefer hatte die beste Qualität im Oberen Mittelrheintal. Der Abbau wurde mittlerweile eingestellt; das verfallene Bergwerk Erbstollen von 1837 liegt hinter dem Diebsturm.

Große Stadtbrände wie zum Beispiel 1846, 1848 und 1910 haben viel des alten Baubestandes vernichtet. Dennoch bietet Kaub noch sehenswerte Gebäude, deren Entstehung bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht.

Auf ihrem Marsch nach Frankreich nach der Völkerschlacht bei Leipzig in den Befreiungskriegen sammelte sich die Schlesische Armee unter dem Kommando von Feldmarschall Blücher im Dezember 1813 auf der rechten Rheinseite auf einer Breite von Mannheim bis Neuwied. Das Zentrum der Armee mit Blücher und den Korps Yorck und Langeron sammelte sich im Raum Kaub auf dem Taunus. In der Neujahrsnacht 1814 setzten die Kauber Lotsen eine Vorhut und erste Truppen in Nachen über den Rhein, während russische Pioniere eine Brücke aus Leinwandpontons bauten. Zur selben Zeit überquerten das Korps Sacken den Rhein bei Mannheim und das Korps St. Priest zwischen Neuwied und der Lahnmündung mit Schwerpunkt Koblenz.

Schon vor dem Jahr 1876 waren an dem Steilhang oberhalb der Stadt Felsbewegungen festgestellt worden, die die Planung von Schutzmaßnahmen notwendig machten. Deren Kosten waren auf 150,000 Mk. berechnet worden und die Maßnahmen sollten auf mehrere Jahre verteilt umgesetzt werden.

Durch anhaltende Regenfälle in den ersten beiden Märzwochen 1876 führten im Deutschen Reich fast sämtliche Flüsse, auch der Rhein, Hochwasser. Zudem hat durch den anhaltenden Starkregen an einer Stelle des unteren Berggehänges, die man bisher von technischer Seite für fest und außerhalb der Bewegung stehend angesehen hatte, der Wasserdruck aus dem Berginneren am 10. März 1876 das Gerölle des Schiefergebirges auf einer Breite von 65 bis 85 Meter losgelöst. Dieses riss auf dem Weg nach unen die angelegten Schutzmauern mit fort und verschüttete am Fuß des Berges 5 Vorderhäuser in der Hochstraße und 3 Hinterhäuser in der Rheinstraße. Dieser Bergsturz kostete 25 Menschen das Leben.

Zur dauerhaften Hangsicherung und zur Beseitigung der in Bewegung gewesenen Felsentrümmer und Schuttmassen wurden Gesamtkosten von 540,000 Mk. veranschlagt.

Bei der Alliierten Rheinlandbesetzung nach Ende des Ersten Weltkriegs wurden am rechten Rheinufer um Koblenz und Mainz zwei Brückenköpfe mit einem Radius von 30 Kilometer gebildet, zwischen denen um Kaub ein schmaler Flaschenhals unbesetzt blieb, der sich als Freistaat Flaschenhals 1919 bis 1923 selbst verwaltete, da er von fast allen Verbindungen zum Gebiet der Weimarer Republik abgeschnitten war.

Kaub liegt an der rechtsrheinischen Bahnstrecke, die in der Hauptsache dem Güterverkehr dient. Im Personenverkehr halten in Kaub Regionalzüge. Die Bundesstraße 42 führt zwischen Stadtmauer und Rhein an Kaub vorbei. Wichtige Passagierschiffe, wie zum Beispiel die der Köln-Düsseldorfer fahren Kaub an. Eine Auto-Schnellfähre verbindet Kaub mit dem linken Rheinufer (B 9).

Kaub profitiert von moderatem Tourismus mit wenigen Hotels, Gasthöfen, Pensionen und Ferienappartements abseits vom Strom der internationalen Gäste am Rhein, die sich auf den Rheingau und die Loreley konzentrieren und in der Regel mit dem Schiff an Kaub vorbei fahren. Auch viele Autotouristen an der Bundesstraße 42 frequentieren Kaub nur als Durchgangsort.

Dominierende touristische Themen sind Blücher und das Elslein. Nach Blücher sind einige Cafés und Restaurants benannt. Ein zeitgenössisches Elslein wird alljährlich zum Winzerfest gekürt, ungeachtet der Tatsache, dass das legendäre Elslein nichts mit dem Wein zu tun hatte.

Der Weinbau in Kaub wird innerhalb des Anbaugebiets Mittelrhein unter der Großlage "Herrenberg" subsumiert. Die Einzellagen heißen Rossstein, Backofen, Rauschelay, Blüchertal, Burg Gutenfels, Pfalzgrafenstein, Herrenberg. Die steilsten Rebhänge rund um die Burg Gutenfels werden seit 2008 neu bepflanzt, eingestürzte Mauerteile mussten umfangreich saniert werden. Die Lage lag über Jahre brach und verwilderte zusehends, was dem Landschaftsbild sehr abträglich war. Weitere Rebflächen liegen nördlich des Ortes, die von Familienweingütern mit ca. 60 % Riesling, 30 % Spätburgunder und 10 % anderen Rebsorten bewirtschaftet werden. Dabei werden Prädikatsstufen bis zur Beerenauslese insbesondere aus der Sorte Riesling erzielt. Neben der Weinproduktion erzeugen die ortsansässigen Betriebe auch Weinbrand und Tresterbrand.

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Dörscheid

Wappen der Gemeinde Dörscheid

Dörscheid ist eine Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Loreley im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Dörscheid liegt rechtsrheinisch in 340 Meter Höhe hoch über den Steilhängen des Rheintals, der nur 750 Meter entfernt vorbei strömt, auf den Taunushöhen oberhalb von Kaub. Die Entfernung zum Loreleyfelsen beträgt ca. vier Kilometer (Luftlinie).

Kaub liegt einen Kilometer entfernt im Süden, Weisel drei Kilometer weiter östlich und nach Bornich sind es zwei Kilometer Luftlinie Richtung Norden. Dadurch, dass der Dörscheider Gemeindewald als Exklave östlich von Weisel liegt, hat Dörscheid noch Lipporn und Lorch am Rhein zum Nachbarn.

Um das 9. Jahrhundert n. Chr. wurde die landschaftlich exponierte Rheinhöhe gegenüber dem alten Oberwesel besiedelt. Hieraus entwickelte sich das heutige Dörscheid. Sein Name blieb durch die Jahrhunderte kaum verändert, denn schon um 1250 wird es als "Derscheid" urkundlich erwähnt. Der Name wechselte von Derscheid, nach Niedern- und Obernderscheit, Obernderst und Niedernderst, Nidder- und Altdörscheid (1640), danach nur noch ein Ort: Derscheid(t), Dörschied, Dörscheid (s. u.).

Doch die meisten Pfarrherren hielten es nicht lange auf der schlecht dotierten Stelle und in einem Pfarrhaus, in dem sie selbst noch ein Schulunterricht halten mussten. Das erforderliche Kapital zur Errichtung eines neuen Pfarrhauses im Jahr 1738 brachte der damalige Pfarrer Abegg zusammen, indem er vor allem in Holland predigend über Land zog, und um milde Gaben für sein Vorhaben bat. So wundert es wenig, dass mancher Pfarrer sich wenigstens des Lehreramts entledigte. Da ohnehin nur von Martini bist Fastnacht unterrichtet wurde, warben sie für die deshalb so genannte Dingschule Gehilfen an, oftmals „ausgediente Soldaten, verdorbene Handwerksleute“, oder Personen, die wegen körperlichen Gebrechen keine sonstigen Arbeiten verrichten konnten. „Was mag das für ein Unterricht gewesen sein!“ schreibt rückblickend Lehrer Reichard im Jahre 1846. Außerdem berichtet er von Analphabetismus und weit verbreitetem Aberglaube unter den Dörscheidern, die noch immer "geheime Künste" fürchteten und bei Krankheiten alte Weiber mit ihren Sprüchen heranzögen.

Erst Karl Wilhelm Pfarrius, zweiter der in drei Generationen in Dörscheid amtierenden Pfarrer, erreichte die endgültige Trennung von Schul- und Pfarramt, und „unter dem 12. Dezember 1810 hat ein herzoglich-nassauisches hochwürdiges Consistorium in Wiesbaden für gut befunden, die bisherige Winterschule in Derscheidt zu einer beständigen Schule umzuschaffen.“ Dazu erwarb die Gemeinde für 450 Gulden von dem Kauber Amtmann ein Haus, in dem Schulsaal und Lehrerwohnung untergebracht wurden. Aus Platzgründen mussten die 40 Schüler ab 1860 in das drei Jahre vorher erbaute Rathaus umziehen, was zu mancherlei Verdruss führte, da der Gemeindesaal auch für nichtschulische Veranstaltungen gebraucht wurde. Als die Schülerzahl in den zwanziger Jahren auf über 60 anwuchs, beschloss man zwar einen Schulbau, der jedoch wegen der Finanzlage verschoben wurde. So erhielt Dörscheid erst 1964 das lang ersehnte Schulhaus für seine 46 Schüler. Dies war die letzte durch den Kreis errichtete „Zwergschule“. Seit dem 1. August 1972 besuchen alle Kinder die Loreleyschule in St. Goarshausen-Heide.

Die Einwohnerzahl Dörscheids wuchs von 268 im Jahr 1808 kontinuierlich auf 409 im Jahre 1895. Diese Zahl hat die Gemeinde nach einem zwischenzeitlichen Rückgang auch heute wieder erreicht. Wie überall haben die Traditionell vorherrschenden Erwerbszweige Landwirtschaft und Weinbau an Bedeutung verloren. Neben vier Gewerbebetrieben wirtschaften nur noch zwei Vollerwerbslandwirte in Dörscheid. Auch der Weinbau auf rund 20 Hektar flurbereinigter Anbaufläche wird überwiegend im Nebenerwerb betrieben. Hier entwickelt der gebietstypische Riesling seine ganz besondere Frucht und Würze, so dass Dörscheider Wein zu den von Kennern geschätzten Spezialitäten gehört. Eine Besonderheit ist auch die „Schwedenschanze“, ein Höhenrücken nahe Dörscheid, der Aussicht bietet auf 34 Ortschaften in Hunsrück, Taunus und Rheintal.

Schild durch silbernen Flachsparren geteilt; oben gespalten; oben rechts von Blau und Silber schräg rechts gerautet, oben links in Blau ein rotbewehrter und - gezungter rotgekrönter goldener Löwe, von goldenen Schindeln begleitet; unten in Grün eine silberne Weintraube mit zwei silbernen Blättern und einem waagerechten Wellenband. Das Wappen wurde am 28. Juni 1985 genehmigt.

In der oberen Wappenhälfte verweisen einerseits die blau-silbernen Rauten auf die über 500-jährige Zugehörigkeit Dörscheids zur Kurpfalz, andererseits der Löwe auf das Herzogtum Nassau, das während seiner 60-jährigen Landeshoheit das ganze "Ländchen" prägte. Das Motiv der unteren Wappenhälfte charakterisiert Dörscheid als Weinbau treibende Gemeinde.

Dörscheid liegt am Rheinsteig und wird daher gerne von Wanderern besucht. Von mehreren Aussichtspunkten aus hat man einen herrlichen Blick auf den Hunsrück und auf die Verbandsgemeinde Loreley, bei gutem Wetter auf bis zu 34 Gemeinden und auf den Rhein. Es gibt derzeit drei gastronomische Betriebe im Dorf, für das leibliche Wohl der Wanderer ist also gesorgt.

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Bienenkönigin

Ei in Weiselzelle 69a.jpg

Die Bienenkönigin, auch Weisel oder Stockmutter genannt, ist das einzige geschlechtsreife weibliche Tier im Volk der Honigbienen. Ihr Hinterleib ist im Vergleich zu den der beiden anderen Phänotypen Drohn und Arbeiterin deutlich länger. In diesem sind mehrere voll entwickelte Eischläuche (Ovarien) vorhanden. Die Aufgabe der Königin ist ausschließlich das Legen von Eiern zum Erhalt des Bienenvolks. Wie die Arbeiterinnen hat die Königin zwar auch einen Stachel, setzt diesen aber nur vor dem Hochzeitsflug – zum Töten von Rivalinnen – ein.

Bienenköniginnen entstehen entweder, weil sich das Bienenvolk über das Schwärmen vermehren (teilen) will, oder weil die bisherige Königin durch Tod oder aus Altersgründen ersetzt werden soll. Letzteres wird dann Nachschaffung genannt.

Die Entwicklung erfolgt, wie auch die der Arbeitsbienen, aus befruchteten Eiern. Im Gegensatz zu den Larven der Arbeiterinnen werden Königinnen aber über die gesamte Dauer des Larvenstadiums mit einem von den Ammenbienen in speziellen Kopfdrüsen erzeugten Futtersaft, dem Gelée Royale ernährt und in eigenen, senkrecht (statt waagrecht) ausgerichteten Weiselzellen aufgezogen. Diese werden von den Stockbienen entweder auf der Wabe durch Umbau erstellt (Nachschaffungszellen), oder extra an den Wabenunterkanten angesetzt (Schwarmzellen).

Junge Königinnen fliegen im Alter von ein bis zwei Wochen einmal oder auch mehrfach zur Paarung mit insgesamt etwa 12 Drohnen aus. Bei diesen Hochzeitsflügen an sogenannten Drohnensammelplätzen nehmen sie den Samen der Drohnen in ihrer Samenblase auf. Dieser reicht für eine Lebenszeit von bis zu vier Jahren. Geht der Samenvorrat zu Ende, legt die Königin vermehrt unbefruchtete Eier, aus denen sich Drohnen entwickeln. Während der Vegetationszeit, wenn frische Brut vorhanden ist, wird eine solche Königin vom Volk durch Nachschaffung ersetzt.

Die Volksstärke eines Bienenvolkes schwankt im Jahreslauf. Bei den Bienen der gemäßigten Klimaregionen hat sie im zeitigen Frühjahr ihr Minimum und erreicht etwa zur Sonnenwende ihr Maximum. Bei den individuenstarken Rassen der Westlichen Honigbiene, z.B. der Buckfast-Biene, können das 50.000 Tiere sein. Zeitlich hierzu passend beginnt die Königin nach einer Winterpause, etwa Mitte/Ende Februar (Nordhalbkugel) mit dem Eierlegen und erreicht gegen Ende Mai Spitzenwerte von bis zu 2.000 Eier am Tag - mehr als ihr eigenes Körpergewicht.

Neben ihrer Hauptaufgabe, dem Eierlegen während der Vegetationszeit, gibt die Königin auch über ihre Mandibeln die sogenannte Königinnensubstanz ab. Dies ist ein Pheromon, das die anderen Weibchen, die Arbeitsbienen, in ihrer Geschlechtlichkeit hemmt und für das Wohlbefinden des ganzen Insektenstaates sorgt.

So merken die Bienen z.B. am Fehlen dieser Pheromone innerhalb kurzer Zeit, dass ihre Königin gestorben, oder durch einen imkerlichen Eingriff verloren gegangen ist. Passiert dies zu einer Zeit, in der Brut vorhanden ist, so fangen die Bienen an, einige Brutzellen von jungen Arbeiterinnenlarven zu Weiselzellen umzubauen und darin durch die andere Ernährung neue Königinnen als Ersatz nachzuziehen.

Bedrohlich für ein Bienenvolk ist der Verlust der Königin außerhalb der eigentlichen Brutzeit. In so einem Falle ist entweder gar keine Brut vorhanden, sodass auch keine neue Königin nachgeschafft werden konnte, oder es konnte zwar eine junge Königin aus der Brut nachgezogen werden, diese wurde aber aufgrund des Fehlens von Drohnen nicht begattet. Im ersten Fall fangen nach einiger Zeit einige Arbeitsbienen, sogenannte Afterweisel, an, Eier zu legen oder, im zweiten Fall, legt die junge Königin nach meistens drei bis vier Wochen nur unbefruchtete Eier. In beiden Fällen entsteht ausschließlich Drohnenbrut (männliche Parthenogenese), woran das Bienenvolk dann aufgrund der fehlenden Volkserneuerung - also fehlende diploide Arbeiterinnen - zugrunde geht.

Eine Ausnahme stellt die Kapbiene A.m. capensis dar. Fehlt die ursprüngliche Königin, so fangen nach etwa drei Tagen ein paar Arbeiterinnen an, unbefruchtete Eier zu legen, aus denen dann aber - und dies ist das Besondere - hauptsächlich Arbeiterinnen entstehen (weibliche Parthenogenese). Aus diesen Eiern können sogar wieder Königinnen aufgezogen werden.

Aus unterschiedlichen Gründen, insbesondere zur Altersbestimmung und der schnellen Identifikation im Bienenstock, markieren Imker gelegentlich ihre Jungköniginnen mit einem aufgeklebten Opalith-Farbplättchen (auch nummeriert), Zeichenfarbe oder Zeichenstift auf dem Rückenpanzer.

Die Jahresfarben sind international einheitlich und wiederholen sich alle fünf Jahre (modulo 5) in der gleichen Reihenfolge, beginnend mit der Farbe Weiss.

Die Bienenkönigin, der Bienenstaat und der Honig spielen im Werk des Joseph Beuys eine wichtige Rolle. Der Honig steht zum Teil für seine symbolische Wirkung für die sozialen Strukturen innerhalb des Bienenstaat, sowie auch der Honig als Substanz der Gedanken.

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Königin (Insekt)

Königin mit Arbeiterinnen der Schwarzen Wegameise (Lasius niger)

Die Königin ist bei staatenbildenden, sozial lebenden Insekten das Weibchen, das meist allein die Eier legt und oft die Kolonie gründet. Sie ist meist größer als die Arbeiterinnen und Drohnen (männliche Insekten). Die Königin ist morphologisch auf das Eierlegen spezialisiert, und kann viele Arbeiten wie Nestbau nicht oder nur schlechter als die Arbeiterinnen ausführen. Die meisten Königinnen besitzen gegenüber normalen Arbeiterinnen stark vergrößerte Ovarien.

Die Königin spielt damit eine zentrale Rolle im sozialen Gefüge. Über Pheromone beeinflusst sie das Verhalten der anderen Insekten.

Die Bienenköniginnen, auch Weisel und Stockmutter genannt, werden im Larvenstadium mit dem extrem nahrhaften Gelée Royale gefüttert, diese Nahrung wird für das außergewöhnliche Wachstum verantwortlich gemacht.

Bei Hummeln ist noch nicht völlig geklärt, warum aus einigen Eiern zum Herbst hin Königinnen schlüpfen. Es scheint hier Unterschiede zwischen den einzelnen Hummelarten zu geben.

Bei den Ameisen gibt es je nach Art eine Königin (Monogynie) oder aber mehrere Königinnen (Polygynie). Die funktionale Rolle der Königin wird meist durch ein ein gynomorphes Weibchen, seltener durch eine intermorphe oder ergatomorphe Form übernommen.

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Source : Wikipedia