Wandern

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Geschrieben von daneel 09/04/2009 @ 04:07

Tags : wandern, freizeit

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Wandern

Bergwanderung

Wandern ist eine Form des Gehens und eine Sportart oder Freizeitbeschäftigung, die in der Natur ausgeübt wird.

Wandern ist besonders in den Ländern, die an die Alpen grenzen, sehr beliebt, und ein zentraler Wirtschaftsfaktor des Sommertourismus, aber nicht an Berge gebunden. In Europa sind alle landschaftlich reizvollen Regionen weitgehend durch gewartete und markierte Wanderwege erschlossen.

Man unterscheidet zwischen zweckfreiem und zweckgebundenem Wandern. Zweckfreie Wanderungen dienen dem Selbstzweck, der Erbauung oder Ertüchtigung, während zweckgebundenes Wandern früher Gründe hatte wie Forschung, Arbeitssuche, Walz, Flucht oder Handel, oder in weiterem Sinne militärische Märsche.

Als erster historisch dokumentierter „zweckfreier“ Wanderer gilt der Italiener Francesco Petrarca, der 1336 mit seinem Bruder den Mont Ventoux (1.900 m) bestieg. Über viele Jahrhunderte nach ihm sind nur wenige weitere Wanderungen dieser Art dokumentiert. Doch war der Begriff des Wanderers auch in Deutschland im Mittelalter bekannt. 1353 werden in einem Vertrag zwischen Balduin von Luxemburg, Erzbischof von Trier, und Wilhelm von Gennep, Erzbischof von Köln, über die Raubritterburg Daun in der Eifel Kaufleute, Pilger, Wandeler und gemeine Leut erwähnt, die aus der Burg überfallen wurden (LHAK Best. 1A Nr. 7079). Erst mit der Aufklärung, namentlich mit Albrecht von Hallers Gedicht Die Alpen (1729) und Jean-Jacques Rousseaus Julie ou la Nouvelle Héloïse (1761), kam beim Bildungsbürgertum eine neue Naturbegeisterung auf.

Die neue Art der Fortbewegung, das Wandern, wurde zum Symbol der aufklärerischen Emanzipation des Bürgertums vom Adel. Aufrecht im Gang blickte man nun in die Welt und beobachtete Volk und Natur ungetrübt von Kutschenfenstern. Unzählige aufklärerische Wanderer erkundeten im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts Europa zu Fuß und schrieben ihre Erkenntnisse möglichst objektiv nieder. Dabei lag ein besonderes Augenmerk auf den sozialen und politischen Gegebenheiten der durchwanderten Gebiete. Als schillerndstes Beispiel gilt oftmals der Leipziger Johann Gottfried Seume, der 1801 zu einer Fußreise nach Sizilien aufbrach und nach neun Monaten über Paris nach Leipzig zurückkehrte.

Anschließend an die Aufklärung übernahmen die Romantiker das Wandern und prägten sein Bild bis heute. Im Unterschied zu den Aufklärern war ihr Blick nicht mehr auf die sozialen und politischen Gegebenheiten gerichtet, sondern primär auf die Landschaft als Spiegel des eigenen Inneren. Sie suchten die Einsamkeit, um in ihr den Kosmos in sich selber zu finden.

Harz, Rügen und die Sächsische Schweiz waren damals die Lieblingsziele der Romantiker. Deren wilde unberührte Natur in Verbindung mit Wasser entsprach genau ihren Vorstellungen. Es entstanden unzählige Skizzen, Gemälde und Kupferstiche. Schließlich machten die Künstler die Regionen durch ihre Bilder so bekannt, dass es bei den wohlhabenden Herrschaften bald zum gutem Ton gehörte, diese Landschaft selbst zu sehen. Wer es sich leisten konnte wurde mit Sänften zu den Aussichten getragen, denn die damalige Kleidung, gerade die der Frauen, war alles andere als wandertauglich. Rückblickend betrachtet war dies der Anfang vom Tourismus in Deutschland.

Im 19. Jahrhundert wurden zunehmend weniger Städte erwandert, sondern man ließ sich in Kutschen oder mit der Eisenbahn zu den Ausgangspunkten in der Natur bringen, wo man auf immer mehr vorgegebenen Strecken lief. Wurden die Aufklärer noch angefeindet oder abschätzig angeschaut, so machten die Romantiker das Wandern salonfähig. Leider gerieten mit dem Einzug der Eisenbahnlinien viele dieser damaligen Wanderwege in Vergessenheit. In der Sächsischen Schweiz wurde sehr intensiv anhand von historischen Bildern der Wegeverlauf von Dresden ins Elbsandsteingebirge rekonstruiert. Heute ist der Wanderweg als Malerweg erwanderbar.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer zunehmenden Institutionalisierung des Wanderns durch Wandervereine und Gebirgsvereine. Diese meist bürgerlichen und heimatverbundenen Vereine leisteten Pionierarbeit in der Erschließung der Natur durch Wanderwege, Wegweiser, Karten, Schutzhütten und Aussichtstürme. 1864 wurde mit dem Badischen Schwarzwaldverein der erste deutsche Mittelgebirgsverein gegründet, 1896 nach einem Bergwanderunfall die erste Bergrettungsstelle weltweit im österreichischen Mürzzuschlag (Bundesland Steiermark).

1883 in Fulda gegründet, ist der Deutsche Wanderverband die Dachorganisation der Gebirgs- und Wandervereine in Deutschland. Seine Mitgliedsorganisationen markieren und betreuen ehrenamtlich ca. 200.000 km Wanderwege. Im Verband sind 58 Gebietsvereine mit insgesamt 600.000 Mitgliedern organisiert. Zu den Satzungsaufgaben gehören neben der Wegearbeit und der Pflege des Wanderns auch Naturschutz-, Jugend-, Familien- und Kulturarbeit.

Die 1895 in Wien gegründeten Naturfreunde ermöglichten erstmals das Wandern für eine proletarische Schicht. Mit starker sozialistischer Prägung eröffneten sie erste Naturfreundehäuser, in denen Wanderer billig übernachten und Ferien machen konnten. Heute gibt es in Deutschland rund 450 Naturfreundehäuser.

Zur gleichen Zeit kam die Jugendbewegung auf, die 1901 in die Wandervogelbewegung mündete. Die Wandervögel waren meist jugendliche Schüler und Studenten, die aus den Städten in die Natur flohen und durch eine neue Lebensweise gegen die wilhelminische Gesellschaft aufbegehrten.

Das Wandern im bergigen Gelände wird als Bergwandern bezeichnet, wobei die Grenzen zwischen Wandern, Bergwandern und Bergsteigen nicht genau definiert sind. Im Allgemeinen grenzt sich das Bergwandern vom Bergsteigen durch den Klettereinsatz ab, doch im Sprachgebrauch einiger Gebirgsländer wird von „Klettern“ erst gesprochen, wenn man die Hände zuhilfe nehmen muss.

Bergwandern wird zur Höhenwanderung, wenn sie in größerer Höhe ohne starke Höhenunterschiede verläuft (siehe auch Hochtour). Von Überquerung oder Übergang spricht man, wenn ein Gebirgspass zu übersteigen ist und der Weg meist von einer Schutzhütte zur nächsten führt.

2005 gab es in Österreich 416 Tote bei Alpinunfällen, im gleichen Jahr beklagte man 764 Verkehrstote. In Tirol standen sich 179 Alpintote und 57 Verkehrstote gegenüber. Bezogen auf Österreich ereigneten sich die meisten tödlichen Unfälle beim Bergwandern (130), dann folgte Klettern (36) und Hochtourenbergsteigen (29). Nach einer schweizerischen Studie kommt auf 7.143 Wanderstunden ein Unfall. So gesehen ist von gängigen Freizeitsportarten nur das Schwimmen sicherer, während das Verletzungsrisiko beim Wintersport das des Wanderns 7,5-fach übersteigt (Fußballspielen 18-fach). Ursache tödlicher Alpinunfälle sind in 64 % Stolpern, Ausrutschen und Absturz, in 21 % Erschöpfung und Überlastung, die restlichen 15 % verteilen sich auf Orientierungsverlust, Versteigen, Stein- und Blitzschlag, Hitze- oder Kälteschäden oder Lawinen.

Als Weitwandern bezeichnet man eine Wandertour, die über größere Strecken führt, und bei der man mehrere Tage unterwegs ist. Von Fernwandern in speziellen spricht man, wenn nicht beabsichtigt ist, im Verlauf der Tour an den Ausgangspunkt zurückzukehren. Trekking ist Weitwandern abseits markierter Routen.

Das Weitwandern als Aspekt des Bergsports wurde schon 1912 von DuÖAV-Sekretär Josef Moriggl angedacht, der sich mit dem Wandern von Hütte zu Hütte befasste. Der Alpinschriftsteller E. Benesch beschrieb 1932 drei Weitwanderrouten im Alpenraum. Im Laufe der 1960er und 70er-Jahre entstehen zunehmend durchmarkierte Routen, auch, weil man den wirtschaftlichen Aspekt des Weitwanderns erkennt – der Weitwanderer ist an die lokalen Ressourcen gebunden. In dieser Zeit werden auch die ersten überregionalen Vereine gegründet. Ab 1969 bestehen die Pläne, europaweites Fernwandern durch geeignete Routen attraktiv zu machen. Parallel entwickelt sich die Wilderness-Bewegung Nordamerikas, die von den Naturreservaten ausgehend zu analogen Weit- und Fernwegen (engl. Trail) führt. Zum weltweiten Phänomen wird Weitwandern als Freizeitgestaltung Trekking ab der Zeit, in denen die „exotischen“ Gebirge wie Himalaya oder Anden für einen über Expeditionen hinausgehenden breitenwirksamen Ferntourismus erschlossen werden.

Sportwandern beginnt bei organisierten Märschen ab 35–40 km. Dachverband in Österreich ist der Österreichischer Fachverband für Sportwandern, Weitwandern und Trekking (ÖFS). In der Schweiz oder Deutschland nehmen Sportwanderagenden Teilverbände des Internationalen Volkssportverband (IVV) wahr. Dieser Verband bietet im Allgemeinen Wanderstrecken über 5, 10 und 20 km an. Es werden aber auch längere Strecken, z. B. die Marathonstrecke (42 km) oder 50 km angeboten.

Bei einer Volkswanderung bietet der Veranstalter Wanderstrecken in verschiedenen Längen an, die der Teilnehmer alleine oder in einer Gruppe durchwandern kann. Unterwegs gibt es in der Regel mehrere Verpflegungs- und Kontrollposten, so dass man kein schweres Gepäck mitnehmen muss. Nach Absolvieren der Strecke erhält der Teilnehmer häufig eine symbolische Auszeichnung.

Viele veranstaltende Vereine sind im Deutschen Volkssportverband oder Internationalen Volkssportverband organisiert. Die Mitgliedsvereine haben ein weltweit einheitlichen Wertungs- und Abzeichenwesen.

Aus Finnland stammt das „Nordic Walking“, das als weitere gesundheitsfördernde Wanderart zunehmend Anhänger unter dem Begriff Nordic Wandern findet. Diese Art der Bewegung mit Stöcken wurde dabei speziell auf die Wanderer abgestimmt und ist für lange Strecken geeignet. Hier geht es auch um den Geselligkeitsfaktor, denn die Wanderfreunde wollen sich während ihrer Touren auch unterhalten und die Natur genießen. Dennoch merken sie den Trainingseffekt durch den Einsatz der Stöcke in der Nordic-Walking-Technik. Heute sieht man auf vielen Wanderwegen die Wanderer mit 2 Stöcken.

Neben Fußtouren umfasst das Winterwandern auch Skitouren, Langlauftouren oder Schneeschuhwandern.

Viele Tourismusverbände bieten mehrtägige Touren an, bei denen das Gepäck der Wanderer gegen einen gewissen Aufpreis von Hotel zu Hotel transportiert wird. Häufig ist dies eine kreisförmige Route innerhalb eines bestimmten Gebietes (z. B. Schwarzwald, Pfälzer Wald, Fränkische Schweiz, Steirisches Joglland/Österreich etc.). Man kann sich auch auf eigene Faust eine Route zusammenstellen und bei den in Frage kommenden Hotels anfragen, ob der Gepäcktransport übernommen wird.

Wallfahren und Pilgerschaft sind die wohl ursprünglichste Form des Wanderns, die kein eigentliches Reisen sind. Manche Pilgerwege werden noch heute als Fernwanderweg genutzt.

Momentan findet eine Auferstehung des Wanderns zu Bildungszwecken statt. Lehrpfade mit Informationstafeln ersetzten den Wanderführer als Wissensvermittler und ermöglichen ein selbst bestimmtes Lernen und in jeder Hinsicht den Fortschritt in der selbst gewählten Geschwindigkeit. Eine Sonderform sind die Planetenwege, die ein verkleinertes Modell des Sonnensystems darstellen und in der Regel mit einschlägigen Informationen aufwarten. Themenwege binden Ziele gemeinsamen Interesses aneinander, etwa die Walserwege, oder der Kulturweg der Alpen. Auch Erinnerungswege, wie der Sentiero della Pace entlang der Alpenfront des ersten Weltkriegs, sind in diesem Kontext zu sehen.

Auf die Wandermönche zurückgehende Tradition des mehrtägigen bzw. sogar mehrwöchigen Unterwegsseins mit dem Ziel der Gottes- und/oder existenziellen Sinnsuche. Als Ziel für solche Wanderungen werden oft besondere Orte gewählt: Das sind einsame und entlegene Landschaften aber auch Pilger- und Wallfahrtsorte (z. B. Santiago de Compostela).

Nachtwanderungen sind Wanderungen, die überwiegend bei Dunkelheit durchgeführt werden. Diese können auch einen religiösen Hintergrund haben, z. B. der Aufstieg zum Sri Pada in Sri Lanka. Unter der Anleitung Erwachsener sind Wanderungen dieser Art speziell bei Kinder- und Jugendgruppen im Rahmen von Klassenfahrten oder Ferienaufenthalten beliebt und gängige Praxis. Hierbei spielt der Wandergedanke gegenüber dem Gruseleffekt eine eher untergeordnete Rolle.

Die Deutsche Wanderjugend (DWJ) betont die gesundheitsfördernde Wirkung des Barfußwanderns. Zahlreiche Barfußparks in Deutschland, Österreich und der Schweiz ermöglichen eine erste Barfußwandererfahrung unter den gesicherten Bedingungen einer gepflegten und vielseitigen Freizeitanlage. Auch eine Wattwanderung eignet sich in idealer Weise zum Barfußlaufen.

Geocaching ist eine Art elektronische Schatzsuche oder Schnitzeljagd. Besonders Geocaches mit mehreren Zwischenstationen („Multi-Caches“) in der Natur sind Basis für Wanderungen und machen Wandern für neue, meist junge Zielgruppen attraktiv. Viele Wandervereine und -verbände (z.B. die Deutsche Wanderjugend) unterstützen Geocaching durch Informationsveranstaltungen und Wanderungen zu Geocaches. Durch die hohe Dichte an Caches und einschlägige Internet-Portale sind auch Wanderungen in fremden Regionen ohne aufwändige Vorabrecherche möglich.

Naturisten suchen auf Nacktwanderungen in klassischer FKK-Manier die „totale Freiheit und Naturverbundenheit“. Um Missverständnisse zu vermeiden, bevorzugen sie dabei weniger frequentierte Strecken.

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Taler, Taler, du musst wandern

Taler, Taler, du musst wandern (auch bekannt als Ringlein, Ringlein, du musst wandern oder als Steinchen-Suchen) ist ein traditionelles Kinderspiel, das sich vor allem an Kinder im Kindergarten und in den ersten Grundschuljahren richtet. Als Material wird lediglich eine Münze oder ein flaches kleines Holzstück benötigt. Während des Spieles wird von allen ein Kinderlied gesungen.

Eine beliebige größere Anzahl Kinder (etwa ab sechs Teilnehmer bis zu 15 oder mehr) sitzen oder stehen im Kreis. Ein Kind hält zwischen den beiden Handflächen den Taler oder den Ring versteckt, ein anderes Kind steht außerhalb des Kreises und muss aufpassen, um später zu erraten, wer den Taler erhalten hat.

Die Kinder im Kreis falten ebenfalls die Hände vor dem Bauch, wobei sie die Handflächen leicht geöffnet halten. Während des gemeinsamen Absingens des Liedes geht der Besitzer des Talers nun reihum von Kind zu Kind und hält seine geschlossenen Handflächen in die geöffneten der Teilnehmer. Irgendwann im Verlaufe des Absingens, lässt er unbemerkt den Taler in die Hände eines Kindes im Kreis fallen. Ist das Lied zu Ende muss nun das Ratekind sagen, wer den Taler erhielt. Rät es richtig, darf es nun selbst den Taler wandern lassen. Hat es falsch geraten ist das Kind mit dem Taler in der Hand an der Reihe.

Für einen spannenden Spielverlauf ist es nötig, dass das versteckende Kind nicht mit den täuschenden Bewegungen aufhört, wenn es den Taler in eine Hand hat fallen lassen, da ansonsten der neue Besitzer leicht zu erraten ist. Es wird so lange weiterbewegt, bis das Lied gesungen ist.

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Wandern (Bienen)

Wanderstand  mit Bienenvölkern an einem Rapsfeld

Wandern bezeichnet in der Imkerei das Verstellen von Bienenvölkern an einen anderen Standort. Dabei werden Bienenvölker mitsamt der Beute verschlossen und mit Fahrzeugen an einen anderen Standort gefahren. Dies wird unter anderem praktiziert, um verschiedene Trachten zu nutzen.

Schon im alten Ägypten wurden Bienenkörbe auf dem Nil transportiert. Und auch in der Heide-Imkerei gibt es seit Jahrhunderten das Verstellen von Bienen an einen anderen, günstigeren Standort.

Wandern geschieht zu einer Zeit, in der der Imker sicher sein kann, dass sich so wenige Bienen wie möglich außerhalb der Beute befinden. Daher erfolgen Wanderungen vorzugsweise am frühen Morgen oder spät abends. Damit wird erreicht, dass möglichst alle Bienen in der Beute (Behausung) sind. Zudem ist es dann kühler und die Bienen bleiben beim Transport ruhiger.

Zum Wandern werden die Bienenbeuten mit luftdurchlässigem Stoff verschlossen. Bei modernen Bienenkästen gibt es Klappen oder Schaumgummistreifen zum Verschließen des Fluglochs. Zudem sind die meisten Bienenkästen mit einem offenen, luftdurchlässigen Boden mit einem Einsatz aus Gaze oder einem Insektengitter (sogenannter Gitterboden) versehen.

Der neue Standort muss mindestens 2 km vom alten Standort entfernt sein, damit es nicht zum Rückflug der Flugbienen zu ihrem bekannten Standort kommen kann. Für die Orientierung am neuen Standort benötigen die Bienenvölker etwa einen halben Tag.

Sinnvoll sind Wanderungen mit Bienen zur Steigerung des Honigertrags und zur Sicherung der Bestäubung von Nutzpflanzen (Obstbau, Raps, Sonderkulturen). Unvermeidbar sind Bienenwanderungen u.a. beim Verkauf von Bienenvölkern an andere Imker und beim Errichten und Beschicken von Belegstationen (Zuchtstationen).

Üblicherweise sind die Schutzbestimmungen seitens der Bundesländer in einem Landesbienengesetz (Beispiel: Mecklenburg-Vorpommern - LBienG MV) zusammengefasst. Die Landkreise geben nach Bedarf zusätzliche Verordnungen heraus, die spezielle Regelungen vor Ort betreffen, z.B. dass Bienenwanderung und Zukauf von Bienen nur mit Gesundheitsbescheinigung legal zulässig sein soll.

Im Zuge der prekären Lage auf dem Arbeitsmarkt gibt es immer häufiger kleingerwerbliche Freiberufler, die sich als orts- und sachkundige Gruppen-Führer von zu buchenden Wanderungen ihren Lebensunterhalt verdienen. Im Internet finden sich dafür Beispiele aus Tirol ebenso wie aus dem Bremer Umland oder auf Teneriffa. Auch Vereine wie z.B. die Österreichische Naturschutzjugend bieten eigene Themenwanderungen als Bienenwanderung an.

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Amt für Reisen, Wandern und Urlaub

Das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub, kurz RWU, war eine Abteilung der nationalsozialistischen Behörde Kraft durch Freude (KdF). Ihre Aufgabe war die Organisation von Ferienreisen ("KdF-Reisen") für die Mitglieder zu Land und zu See.

Das Amt war von besonderer Wichtigkeit für die nationalsozialistische Propaganda, weil hier Reisen und Reiseziele angeboten wurden, die für den größten Teil der Bevölkerung unerschwinglich waren. Es hatte neben anderen folgende Abteilungen: Landreisen, Seereisen, Wandern (unterteilt in Ferienwandern und Gesellenwandern).

Am 17. Februar 1934 rollte der erste KdF-Sonderzug von Berlin nach Oberbayern. Die Anreise zu den Urlaubszielen erfolgte meist mit der Reichsbahn, später auch mit Omnibussen.

Am Urlaubsort standen die Urlauber unter Überwachung, wobei diese selten konsequent durchgehalten werden konnte.

Zwischen Februar 1934 und August 1939, als die KdF-Fahrten kurz vor Kriegsbeginn eingestellt wurden, war RWU das größte Reiseunternehmen der Welt. Insgesamt rund 7 Mio. Touristen wurden in diesen fünf Jahren befördert; allein im Jahr 1937 waren es 1,6 Mio (Lit.: Spode 1991, 85).

Ein kleiner Teil der angebotenen Reisen waren Schiffs-Kreuzfahrten auf KdF-eigenen Schiffen. Für Hochseefahrten stand eine eigene Flotte zur Verfügung. Es fanden Seefahrten nach Norwegen, Italien, Griechenland und Madeira statt. Ein sehr bekanntes Schiff ist die Wilhelm Gustloff, die am 30. Januar 1945, in der Ostsee mit ca. 10.000 Flüchtlingen an Bord, von einem russischen U-Boot torpediert und versenkt wurde.

Weitere Reisen waren Kurz- und Wochenendreisen, oder auch längere Reisen innerhalb Deutschlands. In Prora auf der Ostseeinsel Rügen sollte ein riesiges Urlaubszentrum der KdF entstehen. Trotz guter baulicher Fortschritte wurde es wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges nie als Urlaubszentrum benutzt.

Mit 80% des Umsatzes war das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub die größte und wichtigste Abteilung von KdF. Im Gegensatz zu den anderen Abteilungen, die stark bezuschusst wurden, war RWU nahezu selbstfinanzierend.

An KdF-Fahrten sollten grundsätzlich alle Schichten der Bevölkerung teilnehmen können. Daher waren die Preise extrem niedrig gehalten. Dies wurde einerseits möglich durch knappe Kalkulation und niedrige Preise, die mit Verkehrsunternehmen und Hotels ausgehandelt wurden.

Den schlecht bezahlten Arbeitern wollte man vermitteln, sie bekämen nun Privilegien, die bisher nur der Oberklasse zugestanden hätten. Tatsächlich führten die günstigen KdF-Reisen oft in Absteigen der untersten Preisklasse; an den teureren Seereisen nahmen nur wenige Arbeiter teil. Viele Hoteliers und Transportunternehmer sträubten sich, KdF-Reisende aufzunehmen, weil mit ihnen kein Gewinn zu machen war.

Ab 1934 wurde das „KdF-Reisesparen“ eingeführt. Mit einem monatlichen Beitrag von 2,00 RM war es nach 80 Wochen möglich, an einer Reise teilzunehmen.

Andererseits wurden die Fahrten von der Deutschen Arbeitsfront (DAF) bezuschusst. Die DAF war Trägerin der Gemeinschaft Kraft durch Freude und finanzierte sich aus Mitgliedsbeiträgen von bis zu 22 Mio. Mitgliedern. Auch das Vermögen der 1933 zerschlagenen Gewerkschaften kam der DAF zugute.

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Source : Wikipedia