VfL Osnabrück

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Geschrieben von daneel 01/03/2009 @ 03:00

Tags : vfl osnabrück, 2. bundesliga, fussball, sport

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VfL Osnabrück

Historisches Logo des VfL Osnabrück in den 1930er Jahren (Kurmark)

Der VfL Osnabrück (Verein für Leibesübungen von 1899 e.V.) ist ein Sportverein, der die Sportarten Basketball, Tennis, Fußball, Gymnastik, Schwimmen und Tischtennis anbietet.

Gegründet wurde der erste Fußballverein in Osnabrück am 17. April 1899 unter dem Namen FC 1899 Osnabrück aus den beiden Freizeitmannschaften Antipodia Osnabrück und Minerva Osnabrück. Dieser Verein absolvierte im Jahr 1900 das erste erfasste Fußballspiel einer Osnabrücker Mannschaft gegen FC Brema Bremen (1:1). 1906 kam es zum ersten Spiel gegen eine ausländische Mannschaft. Gegen Tubantia Hengelo aus den Niederlanden spielte man 3:2. Zu dieser Zeit war der beste Fußballverein Osnabrücks jedoch der 1902 gegründete FC Teutonia Osnabrück, der dreimal die Bezirksmeisterschaft gewinnen konnte. Der FC Olympia Osnabrück, gegründet 1903, erreichte 1912 das Halbfinale der Westdeutschen Fußballmeisterschaft, auch der Osnabrücker Ballspielverein 05 konnte bereits 1911 die Bezirksmeisterschaft gewinnen. Nach dem Ersten Weltkrieg fusionierten der FC Teutonia und der FC Olympia zu Spiel und Sport Osnabrück, welcher 1922 westfälischer Vizemeister hinter Arminia Bielefeld wurde. 1920 fusionierten die Rivalen FC 1899 und der Osnabrücker Ballspielverein zum Ballspielverein Osnabrück von 1899 (OBV), der in der Gauliga Westfalen spielte. Höhepunkte waren damals die Duelle gegen den Lokalrivalen Spiel und Sport. Im April 1924 vereinigten sich schließlich der OBV und Spiel und Sport, zunächst unter dem Namen Spiel und Sport, nach einem Jahr wurde der Name jedoch in Verein für Leibesübungen von 1899 Osnabrück, kurz VfL Osnabrück geändert.

Durch die Konzentration des Fußballs in Osnabrück auf den VfL konnte der Verein schnell zum Rivalen von Arminia Bielefeld in der Gauliga Westfalen aufsteigen. 1925 und 1926 konnte die Mannschaft jeweils die Westdeutsche Endrunde der Zweiten erreichen. Höhepunkt war bis hierhin ein 3:2-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf im Jahr 1926. Das Duell gegen Schwarz-Weiß Essen wurde live im Rundfunk übertragen. Im Jahr 1925 spaltete sich der SC Rapid Osnabrück vom VfL ab. Grund hierfür waren unter anderem interne Meinungsverschiedenheiten, bedingt durch die alte Rivalität zwischen den Gründungsvereinen. Der 29. Juni 1925 ist das offizielle Gründungsdatum des SC Rapid. Ansässig war der Verein im Osnabrücker Stadtteil Schinkel, der Vereinsname leitete sich vom österreichischen Verein Rapid Wien ab, der damals auf Deutschlandtour war. Als Vereinsfarben des SC Rapid wählten die Gründer die Farben des Lokalrivalen von Rapid Wien - der Austria - Lila und Weiß. Viele Fußballtalente aus der Region spielten nun bei Rapid statt beim VfL, wodurch der VfL schnell an Popularität verlor und die Leistungen stagnierten. Mit dem Abstieg aus der Bezirksliga Westfalen 1933 endete auch die Mitgliedschaft im Westfälischen Fußballverband, denn die Nationalsozialisten strukturierten die Fußballverbände neu. Der VfL wurde in die Gau Niedersachsen eingegliedert und spielte in der Bezirksliga, der damaligen zweiten Spielklasse. Am 18. August 1935 wurde der Wiederaufstieg in die Gauliga Niedersachsen durch ein 4:3 gegen SV Linden 07 perfekt gemacht. Doch die Saison 1935/36 endete im direkten Wiederabstieg mit nur einem Sieg aus 20 Spielen. 1936 wurde Osnabrück Garnisonsstadt, wodurch die Mannschaft durch Spieler aus den Kasernen verstärkt wurde. Unter anderem kam auch Matthias Billen zum VfL, der einer der erfolgreichsten Spieler im Trikot der Osnabrücker zu jener Zeit werden sollte. 1937 stieg man wieder in die Gauliga auf, in der man in der Saison 1937/38 den zweiten Platz hinter Hannover 96 erreichte. 1938 kam es zur Wiedervereinigung des VfL mit dem SC Rapid auf Befehl der Nazis. Seit dieser Zeit spielt der VfL in Lila-Weiß und an der Bremer Brücke. Vom SC Rapid kam auch Addi Vetter zum VfL, ebenfalls einer der legendären Fußballer Osnabrücks.

1939 gewann der Verein die Gauliga vor Hannover 96 und Eintracht Braunschweig und nahm erstmals an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. Großen Anteil daran hatte vor allem Addi Vetter, der 24 Tore in seiner ersten Saison erzielte. Jedoch durfte der VfL beim Endrundenturnier aufgrund des maroden Stadions nur ein Spiel (gegen den Hamburger SV) in Osnabrück austragen, die Spiele gegen den SV Hindenburg Allenstein und Blau-Weiß 90 Berlin wurden in Bremen bzw. Hannover ausgespielt. Schließlich erreichte man den zweiten Platz in der Gruppe 1 hinter dem HSV.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden viele Fußballer aus Osnabrück einberufen, weshalb ein geregelter Spielbetrieb während dieser Zeit theoretisch kaum möglich war. Durch eine neue Regelung war es jedoch möglich, Gastspieler einzusetzen, wodurch ein halbwegs geregelter Ablauf der Spielzeiten gegeben war. Im Herbst 1939 verordnete Hans von Tschammer und Osten die sogenannte Kriegs-Gaumeisterschaft in regionalen Spielklassen. Das Wort "Liga" wurde durch die Nazis verboten, da es englischen Ursprungs war, demnach spielte der VfL nun in der Bereichsklasse Nord und erreichte die Endrunde der Deutschen Meisterschaft 1940, jedoch war aufgrund des Krieges das Zuschauerinteresse gering. Durch die immer näher rückende Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg wurde der Ligabetrieb zur Farce. 300 Mannschaften spielten 1943 erstklassig, dies waren jedoch alle Vereine Deutschlands, die überhaupt eine Elf aufstellen konnten. Die Nazis bestanden auf eine Fortsetzung des Spielbetriebs um die Bevölkerung vom politischen Geschehen abzulenken. Die Saison 1944/45 fand zwar statt, doch finden sich heute keinerlei Aufzeichnungen von Ergebnissen oder Spielberichten.

Am 28. Oktober 1945 begann das erste Fußballturnier mit Osnabrücker Beteiligung nach dem Zweiten Weltkrieg, die Osnabrücker Stadtmeisterschaft. Da die britischen Behörden die alten Vereinsnamen vorest verboten, trat der VfL unter dem Namen 1. FSV Osnabrück an. Bereits zur Saison 1946/47 konnte man jedoch wieder unter dem alten Namen in der Oberliga Niedersachsen spielen. Von Kriegsende bis 1949 war die Spielkleidung der Mannschaft rot, denn dieser Stoff war nach dem Krieg günstig zu bekommen. Einige Spieler aus der Vorkriegszeit spielten wieder für den VfL Osnabrück, darunter Addi Vetter, Matthias Billen, Otto Coors und Eduard Sausmikat. 1947 wechselte mit Erich Gleixner ein späterer Nationalspieler zum VfL, mit Heinz Flotho war ein weiterer Nationalspieler im Kader. Der Verein spielte zu dieser Zeit in der Oberliga, der höchsten Spielklasse im deutschen Fußball gegen Vereine wie den Hamburger SV, FC St. Pauli, Werder Bremen, Eintracht Braunschweig und Hannover 96. Am Ende der Saison verlor man das Entscheidungsspiel um den Dritten Platz gegen Werder Bremen mit 1:3. 1950 erreichte der VfL die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft, dies war die erste Saison seit Kriegsende in lila-weißer Spielkleidung. Das erste Spiel der Endrunde verlor der VfL gegen den VfB Stuttgart in Köln vor 30.000 Zuschauern mit 1:3. Das Erreichen der Endrunde war der größte Erfolg des VfL nach Ende des Krieges.

Der VfL spielte weiterhin in der Oberliga Nord, der höchsten Spielklasse Deutschlands. Am Ende der Saison 1951/52 erreichte man den zweiten Tabellenrang hinter dem Hamburger SV und qualifizierte sich für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft, wo man in einer Gruppe mit dem VfB Stuttgart, Rot-Weiss Essen und Tennis Borussia Berlin den dritten Platz belegte. In dieser Saison avancierte Hans Haferkamp zum Zuschauerliebling und Nationalspieler, Ernst-Otto Meyer wurde mit 28 Toren Torschützenkönig der Oberliga. In jener Zeit waren die Spiele gegen den Hamburger SV die Zuschauermagneten. 1951/52 und 1952/53 strömten jeweils 30.000 Zuschauer an die Bremer Brücke, der Zuschauerrekord wurde jedoch beim Spiel gegen den VfB Stuttgart 1952 aufgestellt, als 38.000 Fans den VfL unterstützten. In den folgenden Jahren stagnierte die Leistung des VfL, 1954 spielte man erstmals gegen den Abstieg aus der Oberliga, der am Ende durch zwei Siege gegen den späteren Meister Hannover 96 vermieden werden konnte. Bis 1958 verschwand der VfL im Mittelfeld der Liga, erst die Saison 1959/60 brachte mit dem dritten Tabellenrang hinter dem HSV und Werder Bremen wieder etwas Glanz in die Bilanz des Vereins. In der folgenden Saison konnte die Mannschaft Erfahrungen im Europapokal sammeln. In der ersten Runde des International Football Cups, dem Vorläufer des heutigen UI-Cups, spielte man in einer Vierergruppe gegen Banik Ostrau (Tschechoslowakei), Motor Jena (DDR) und den Grazer AK (Österreich), wobei man in sechs Spielen vier Niederlagen kassierte. Nur gegen den Grazer AK konnte die Mannschaften zweimal den Platz als Sieger verlassen und belegte am Ende der Vorrunde den dritten Tabellenrang, welcher das Aus bedeutete. In der Saison 1962/63 verpasste der VfL die Qualifikation für die Bundesliga. Trotz 19 Toren von Udo Lattek musste man nach 16 Jahren Erstklassigkeit und 466 Spielen den bitteren Gang in die Regionalliga, der damaligen zweiten Liga antreten.

1963/64 startete der VfL in die erste Saison nach Einführung der Bundesliga in der Regionalliga Nord, einer der fünf zweitklassigen Ligen Deutschlands, die man mit dem sechsten Platz abschloss. In den folgenden Jahren rangierte der VfL zwischen Rang 7 und Rang 10, ehe in der Saison 1968/69 mit dem Sieg der Regionalliga Nord die Qualifikation für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga erreicht wurde. Höhepunkt der regulären Saison war das Heimspiel gegen den FC St. Pauli vor 32.000 Zuschauern. In der Aufstiegsrunde verlor die Mannschaft nur ein Spiel gegen Rot-Weiss Essen, doch diese Niederlage reichte aus um mit dem zweiten Platz den Aufstieg nur knapp zu verpassen. 35.000 Zuschauer strömten zum Heimspiel gegen Essen an die Bremer Brücke und sahen ein 3:3 Unentschieden. Auch die Saison 1969/70 endete mit der Endrunde um den Bundesligaaufstieg, wo man jedoch abgeschlagen Fünfter wurde. In den Jahren 1971 und 1972 wurde man ebenfalls Zweiter in den Aufstiegsrunden hinter dem VfL Bochum bzw. dem Wuppertaler SV, 1973 erreichte der VfL den vierten Platz der Aufstiegsrunde. In fünf Anläufen gelang es dem VfL nicht in die Bundesliga aufzusteigen. Die letzte Saison der Regionalliga beendete Osnabrück auf dem dritten Tabellenrang und qualifizierte sich damit für die 2. Liga Nord, wo man regelmäßig Endplatzierungen im Mittelfeld erreichte. 1977/78 kämpfte man das erste Mal gegen den Abstieg und erreichte am Ende den ersten Nichtabstiegsplatz mit nur einem erzielten Tor mehr als der SC Herford. 1978/79 wurde der Abstieg nur am Grünen Tisch verhindert. St. Pauli und Westfalia Herne wurde die Lizenz entzogen und nur ein Nordverein stieg aus der Bundesliga ab. Damit war der VfL trotz eines 18. Tabellenplatzes weiterhin zweitklassig. Höhepunkt der Saison war jedoch ein 5:4-Sieg gegen den FC Bayern München im Münchener Olympiastadion im DFB-Pokal. In der nächsten Spielzeit erreichte man den achten Tabellenrang, 1981 konnte man sich mit dem sechsten Rang für die eingleisige Zweite Liga qualifizieren.

Die ersten beiden Spielzeiten in der eingleisigen Zweiten Liga beendete der VfL Osnabrück im Mittelfeld der Tabelle. Doch am Ende der Saison 1983/84 musste man nach einer schlechten Leistung den Gang in die Amateuroberliga Nord antreten. Mit dem Ziel Wiederaufstieg und einer Finanzspritze des Präsidenten Hartwig Piepenbrock ging der Verein ein hohes Risiko und wurde am Ende mit dem direkten Wiederaufstieg belohnt. In den weiteren Jahren zeigte der VfL ordentliche Leistungen und rangierte zwischen Rang 6 und Rang 15. Der zweite Abstieg innerhalb von neun Jahren konnte in der Saison 1992/93 nicht verhindert werden. Durch die Reduzierung der Zahl der Vereine in der Zweiten Liga reichte der 20. Tabellenrang nicht aus um die Klasse zu halten. Damit war der VfL in die Oberliga Nord abgestiegen und qualifizierte sich in seiner ersten Saison für die Deutsche Amateurmeisterschaft. 1994/95 wurde der Aufstieg nur knapp verpasst, man wurde Zweiter hinter dem VfB Lübeck. Außerdem gewann Osnabrück die Deutsche Amateurmeisterschaft im Finale gegen die Stuttgarter Kickers. In den folgenden Jahren beendete der Verein die Spielzeiten im oberen Tabellendrittel. 1998/99 wurde man Meister der Regionalliga Nord und qualifizierte sich für die Relegationsspiele gegen den Sieger der Regionalliga Nord/Nordost, den Chemnitzer FC. Nachdem das Hinspiel an der Bremer Brücke durch ein Tor von Martin Przondziono mit 1:0 gewonnen wurde, verlor man das Rückspiel in Chemnitz mit 0:2. Die zweite Chance auf den Aufstieg bot die Runde der Zweiten gegen Kickers Offenbach und Eintracht Trier. Das erste Spiel wurde mit 3:2 gegen Trier gewonnen, das "Endspiel" gegen Offenbach wurde jedoch vor 18.000 Zuschauern an der Bremer Brücke mit 1:2 verloren.

In der Saison 1999/2000 wurde der VfL Osnabrück Meister der Regionalliga Nord vor dem VfB Lübeck und qualifizierte sich damit für die Relegationsspiele gegen den Sieger der damaligen Regionalliga Nord/Nordost, 1. FC Union Berlin. In Berlin erreichte man am 28. Mai 2000 ein 1:1 Unentschieden, ehe es vier Tage später, am 1. Juni 2000 in der Osnatel-Arena in Osnabrück zum entscheidenden Spiel der beiden Mannschaften kam. Vor 20.000 Zuschauern kam es nach 120 Minuten und einem Spielstand von 1:1 zum Elfmeterschießen, welches der VfL mit 9:8 für sich entscheiden konnte. Zunächst hatte Jacek Janiak vom VfL die Möglichkeit, mit einem Treffer zum 5:3 das Spiel zu entscheiden, doch er verschoss. Im folgenden trafen alle Spieler bis auf Uwe Hartenberger (VfL). Kurz vor dem Aus, hielt Uwe Brunn dann den Elfmeter von Steffen Menze und verwandelte den nächsten Schuss. Den alles entscheidenden Elfmeter parierte Brunn gegen Kay Wehner, womit er zum Aufstiegshelden wurde und in Osnabrück seitdem Kultstatus besitzt.

Damit spielte der VfL nach sieben Jahren Abstinenz wieder in der 2. Bundesliga.

Am Ende der ersten Zweitligasaison des neuen Jahrtausends musste der VfL wieder den Gang in die Regionalliga antreten. Am letzten Spieltag hatte man noch die Möglichkeit mit einem Sieg beim MSV Duisburg und einer gleichzeitigen Niederlage von Arminia Bielefeld gegen den 1. FC Saarbrücken den Klassenerhalt zu schaffen, doch Bielefeld gewann 4:2 und Osnabrück spielte 2:2 in Duisburg. Nach nur einem Jahr in der 2. Liga war der VfL wieder drittklassig und spielte nun in der neuen, zweigleisigen Regionalliga, wo man Platz 7 erreichte. 2002/03 konnte man erneut den Aufstieg in die 2. Liga feiern, diesmal jedoch weniger dramatisch durch einen 2:0-Erfolg gegen Holstein Kiel am letzten Spieltag. Vor der Saison 2003/04 kündigte Aufstiegstrainer Jürgen Gelsdorf seinen Vertrag und sein Nachfolger wurde Frank Pagelsdorf, der jedoch mit der Mannschaft nicht zurecht kam. Am Ende der Saison stand der Abstieg schon am 31. Spieltag fest, man belegte den 18. Tabellenrang mit lediglich 28 Punkten. Nach einer eher mittelmäßigen Saison 2004/05 konnte man sich am Ende doch noch Hoffnungen auf den Aufstieg machen, jedoch belegte man am Ende nur den vierten Tabellenplatz.

Nach einer trostlosen Saison 2005/06 mit dem zehnten Platz bot die Saison 2006/07 eine enorme Spannung im Aufstiegskampf, als der VfL Osnabrück von Anfang an stark startete und zur Winterpause an der Tabellenspitze der Regionalliga Nord stand. Doch eine schwache Rückrunde ließ den VfL drei Spieltage vor Schluss auf den vierten Tabellenrang sechs Punkte hinter dem FC St. Pauli, dem 1. FC Magdeburg und Kickers Emden zurückfallen. Die nächsten zwei Partien gewann man gegen Borussia Mönchengladbach II und Holstein Kiel, während der 1. FC Magdeburg keines der letzten zwei Spiele gewinnen konnte. Vor dem letzten Spieltag der Saison stand der VfL auf Platz drei mit nunmehr einem Punkt Rückstand auf Magdeburg, während St. Pauli schon für die 2. Bundesliga qualifiziert war. Nun musste der VfL zuhause gegen Rot Weiss Ahlen gewinnen und auf ein Unentschieden zwischen Magdeburg und St. Pauli beziehungsweise auf eine Niederlage von Magdeburg hoffen. Magdeburg und St. Pauli trennten sich 1:1, der VfL lag bis zur 80. Minute mit null zu eins zurück, doch dann traf Thomas Cichon per Kopf zum Ausgleich und in der 88. Minute schoss Thomas Reichenberger das 2:1 für den VfL, der damit in die 2. Bundesliga aufstieg.

In der Spielzeit 2007/08 schaffte der vor der Saison als „erster Absteiger“ gehandelte VfL am letzten Spieltag durch einen 3:0-Sieg gegen Kickers Offenbach den Klassenerhalt. Als Festung erwies sich die Osnatel-Arena, in der man sich erstmals am 10. Februar 2008 nach zuvor 27 Ligaspielen ohne Niederlage gegen den SV Wehen Wiesbaden geschlagen geben musste.

In den letzten Jahren sind die alten Rivalitäten des VfL Osnabrück mit anderen Vereinen eingeschlafen. Dies liegt vor allem daran, dass die starken Vereine aus dem Emsland und aus Westfalen größtenteils in anderen Ligen spielen. Früher galten vor allem die Duelle gegen die Lokalrivalen SV Meppen, Preußen Münster, Kickers Emden, Arminia Bielefeld und VfB Oldenburg als besonders brisant, doch zu Duellen mit den genannten Vereinen kam es in den letzten Jahren auf Punktspielebene kaum noch. So stammt die letzte Punktspielbegegnung gegen den SV Meppen aus der Saison aus dem Jahr 2000, gegen Münster aus 2006, gegen Bielefeld aus 2004 und gegen Oldenburg aus 2000. Durch die häufigen Duelle gegen den FC St. Pauli in den letzten Jahren sind Spiele gegen die Hamburger bei den Fans besonders beliebt. In der Saison 2007/2008 ist das Spiel gegen St. Pauli das sogenannte Nordderby der Liga. Im Laufe der Geschichte des VfL gab es immer wieder Duelle gegen St. Pauli was weiterhin die Rivalität verstärkt. Als weitere Rivalen galten auch Eintracht Braunschweig und Hannover 96 aufgrund der Lage als größte Fußballvereine Niedersachsens.

Seit dem 2. April 2008 wird die Spielstätte des VfL, die osnatel-ARENA (im Volksmund bekannt als Bremer Brücke) modernisiert, voraussichtlich mit Ausgaben im Bereich von etwa 5,5 Millionen Euro. Der größte Teil der Bausumme geht in den Neubau der alten Nordtribüne. Diese Tribüne wird schließlich komplett überdacht und 4.000 Sitzplätze sowie 2.000 Stehplätze besitzen, die Gesamtkapazität wird sich dadurch leicht reduzieren. Durch den Einspruch einer Anwohnerin wird die Nordwestkurve allerdings nicht ausgebaut werden können. Durch die dann entstandene Überdachung wird dennoch der Eindruck eines kompletten Fußballstadions entstehen. Zudem wird die neue Nordtribüne nach außen rücken, um einen größeren Innenraum zu gewinnen. Zum ersten Heimspiel gegen den SC Freiburg am 22. August 2008 wurde diese zum ersten Mal benutzt.

Von 1973 bis 1981 war die 2. Bundesliga zweigleisig unterteilt in eine Nord- und Südstaffel.

Die zweite Mannschaft des VfL Osnabrück spielt zurzeit in der Weststaffel der fünftklassigen Niedersachsenliga. Trainer der Mannschaft ist Joe Enochs.

Beim VfL Osnabrück wurde seit den 1950er Jahren, von Kindern und Jugendlichen sowie Damen und Herren, sehr erfolgreich Basketball gespielt.

Der erste bedeutende Erfolg der Herren war 1959 die Meisterschaft in der damals erstklassigen Oberliga Nord (incl. Berlin) und die damit verbundene Qualifikation zur Endrunde um die Deutsche-Basketball-Meisterschaft. In den Spielzeiten 1964/65 und 1965/66 wurde das VfL-Team jeweils erneut Tabellenerster der Oberliga Nord. 1964/65 gelang in der Endrunde um die Deutsche Basketball-Meisterschaft die Qualifikation für das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft in Heidelberg. Im Finale gegen den MTV Gießen (68:69) erreichte der VfL in einem erstklassigen und spannenden Spiel die Vize-Meisterschaft 1964.

1966 wurde vom Deutschen Basketballbund (DBB) die Basketball-Bundesliga gegründet. In der Basketball-Bundesliga erspielten die semiprofessionellen 'Meister-Teams' des VfL Osnabrück in der Zeit von 1966 bis 1970 ihre großen Erfolge. Die VfL-Teams wurden 1967 (in Oberhausen gegen den ATV Düsseldorf, 86:74) erster Pokal-Meister des DBB und 1969 Deutscher Basketball-Meister (in Gießen gegen den MTV Gießen, 69:76).

Die Bundesliga-Basketballer des VfL Osnabrück nahmen vier Mal an einem Europapokal-Wettbewerb der FIBA teil.

Sie trainierten und spielten in der Osnabrücker Schloßwallhalle. Ihre Trikotfarben waren gelb-schwarz.

Ständige VfL-Stammspieler in der Erfolgsperiode der Basketball-Bundesliga und somit an allen bedeutenden Erfolgen beteiligt waren fünf VfLer: der vielfache, aus Koblenz stammende A-Nationalspieler Klaus Weinand, der aus Palästina stammende syrische Nationalspieler Rassem Yahya, der Dortmunder Wilfried 'Wiwi' Böttger sowie die aus der eigenen VfL-Jugend stammenden Egon Homm und Ingbert 'Koppi' Koppermann.

Die VfLer Klaus Weinand und Helmut Uhlig (damals allerdings USC München) nahmen 1972 in München, mit der deutschen Nationalmannschaft, an den Olympischen Sommerspielen teil.

1973 wurde der gesamte Basketballspielbetrieb beim VfL eingestellt. Nachdem zwei Jahrzehnte beim VfL kein Basketball mehr gespielt wurde, trainiert seit Mitte der 1990er Jahre eine Herren-Freizeit-Mannschaft, die auch in der Senioren-Kreis-Liga spielt, regelmäßig (zu der aber keine ehemaligen Bundesligaspieler gehören). Einige dieser VfL-Spieler nehmen, in Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen, an den jährlich im Monat Mai deutschlandweit ausgespielten MaxiBasketballMeisterschaften des DBB teil.

Bereits seit den 1950er Jahren gehörte der VfL im Herren-Bereich zu den stärksten Mannschaften in Niedersachsen. Die Mannschaft spielte häufig im Vorderfeld der Oberliga Nord, der damals höchsten deutschen Spielklasse, mit. 1966 konnte man nicht nur den Nordtitel gewinnen und sich damit für die neugegründete Tischtennis-Bundesliga qualifizieren, sondern durch einen 9:7-Finalsieg gegen den SV Moltkeplatz Essen in der Aufstellung Hans Micheiloff, Ernst Gomolla, Herbert Gomolla, Lutz Wolf, Reinhard Michel und Helmut Sandmann auch erstmals den Deutschen Meistertitel an die Hase holen. Zwei Jahre später gelang der Coup erneut: Opernsänger Micheiloff, Youngster Bernt Jansen (inzwischen vom Lokalrivalen Osnabrücker TB gekommen), die Gomolla-Zwillinge, Reinhard Michel sowie Dieter Lippelt und Karl-Heinz Dependahl sicherten sich am vorletzten Spieltag durch einen 9:7-Erfolg gegen TuSA Düsseldorf den zweiten Deutschen Meistertitel. Die 1.200 Zuschauer in Osnabrück bedeuten damals Bundesligarekord. Im Folgejahr lief es nicht so gut für die Niedersachsen, dafür konnte man sich aber im DTTB-Pokal schadlos halten. Nachdem in den 1960er Jahren bereits dreimal das Pokalfinale erreicht aber stets verloren worden war, gelang dem Team um Jansen, der gerade in München Vizeweltmeister mit der Deutschen Nationalmannschaft geworden war nun ein sicherer 5:1-Finalerfolg gegen die Düsseldorfer Borussen, bei denen mit Eberhard Schöler ebenfalls ein Vizeweltmeister spielte.

1970 gelang noch einmal die Vizemeisterschaft hinter Borussia Düsseldorf, doch dann wechselte Bernt Jansen zu Hertha BSC und die Osnabrücker Herrlichkeit war vorbei, 1972 musste die Mannschaft in die Oberliga absteigen. Dort wurde das Team zwar 1973 und 1974 Meister, musste sich aber zweimal mit Platz drei in der Aufstiegsrunde begnügen (1973 hinter dem 1. FC Saarbrücken und Blau-Weiß Datteln, 1974 hinter dem TTV Metelen und dem TTC Remlingen). 1975 gelang dann endlich der Wiederaufstieg, aber der sofortige Abstieg folgte. Als die Mannschaft dann auch in der Oberliga Nord den freien Fall nicht aufhalten konnte und als Neunter sofort nach unten durchgereicht wurde, verließen alle Spieler der ersten Herrenmannschaft den Verein.

Im Jahr des ersten Meistertitels der Herren gelang endlich auch den Damen der Aufstieg in die Oberliga Nord. Star der Mannschaft war bereits damals die erst 16-jährige Brigitte Scharmacher. Mit ihr als Spitzenspielerin konnten sich die VfL-Damen bald in der Spitzengruppe etablieren und gehörten dann 1972 zu den vier Mannschaften aus der Oberliga Nord, die sich für die neugeschaffene zweigleisige Damen-Bundesliga qualifizierten. Die erste Saison in der Bundesliga Nord/West schlossen "Püppi" Scharmacher, Monika Kneip, Margot Mahlke und Marianne Meyer als Staffelsiegerinnen ab und qualifizierten sich damit für das Finale um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegen die Post SG Stuttgart. Dieses wurde mit 6:2 gewonnen, so dass die Damen-Mannschaft nach den beiden Erfolgen der Herren für den dritten nationalen Mannschaftsmeistertitel binnen sieben Jahren sorgte. Als 1975 die eingleisige Damen-Bundesliga eingeführt wurde, hatte der VfL als Fünfter die direkte Qualifikation knapp verpasst, hätte sich aber noch über zwei Ausscheidungsrunden qualifizieren können. Diese Aussicht war den beiden Topspielerinnen zu ungewiss, so dass Brigitte Scharmacher (zum DSC Kaiserberg) und Monika Kneip (zu Weiß-Rot-Weiß Kleve) den Verein verließen. In der Erkenntnis ohne diese Beiden nicht konkurrenzfähig zu sein, zog der VfL Osnabrück daraufhin seine Mannschaft aus den überregionalen Klassen zurück.

Heutzutage spielt der VfL mit Damen- und Herren-Mannschaften in der Bezirksliga.

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VfL Osnabrück (Basketball)

Das Basketballteam des VfL Osnabrück war eine der erfolgreichsten deutschen Basketball-Bundesliga-Mannschaften der 1960er Jahre. Innerhalb von fünf Jahren erspielte das Team des VfL eine Deutsche Meisterschaft, einen Pokalsieg sowie vier Vizemeisterschaften in der Meisterschaft und im Pokal. In drei Spielzeiten war das VfL-Team in Europapokal-Wettbewerben der FIBA vertreten.

Wichtige Spieler waren Klaus Weinand, Rassem Yahya und Helmut Uhlig.

In den 1960er Jahren war Osnabrück aufgrund der sehr guten Vereinsarbeit eine der bedeutenden Basketball-Hochburgen in Deutschland. Der VfL Osnabrück spielte seit den 1950er Jahren mit seiner ersten Herrenmannschaft sehr erfolgreich in der Oberliga Nord und wurde mit ihrem Spielertrainer Lothar Waldowski, A-Nationalspieler, 1959 ungeschlagen deren 'Meister'. Sehr erfolgreich spielten aber auch die Zweitliga-Clubs Osnabrücker TC und der MTV Osnabrück. Alle drei Vereine leisteten, wie die zahlreichen anderen Basketballvereine im Basketballbezirk, eine vorbildliche Jugendarbeit. Allen voran der VfL-Abteilungsleiter und Tageszeitungs-Sportredakteur Klaus Manthey sowie der Vorsitzende des Basketballbezirks Osnabrück Jürgen Molitor, der später Geschäftsführer des DBB wurde. Die A-Jugendmannschaften des VfL waren bei den jährlichen Landesmeisterschaften stets auf einem der vorderen Plätze zu finden.

Neben der gezielten Jugendarbeit war weiterhin die Verzahnung des Schulsports an den Osnabrücker Gymnasien ( Gymnasium Carolinum, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Ratsgymnasium Osnabrück) mit der Jugendarbeit der Vereine ein Erfolgsfaktor. Beispielhaft steht hierfür die Vereinsarbeit des verstorbenen Oberstudienrats Werner Henke (†), der langjährig der Mannschaftsbetreuer des VfL-Oberliga-Teams war. Wichtig war ebenfalls die nie versiegende Betreitschaft der Turnhallen-Hausmeister, die Sporthallen stets zu öffnen, wenn sie von den Jugendlichen gebraucht wurden.

Klaus Weinand war 1964 zusammen mit dem damaligen VfL-Präsidenten und Stahlbauunternehmer 'Friedel' Schwarze (†) der Initiator des legendären Osnabrücker Meister-Teams. Der Zwei-Meter-Center galt damals als 'Mister Basketball' in der Bundesrepublik. Mit seinen früheren Clubs USC Heidelberg und Alemannia Aachen hatte der Medizinstudent schon mehrere Meisterschaftstitel des DBB gewonnen. Beide wussten, dass ein Basketballteam in Deutschland nur erfolgreich sein konnte, wenn semiprofessionelle Bedingungen gegeben waren. 'Friedel' Schwarze war ein Lokalpatriot. Er erkannte auch, dass die Erfolge eines Osnabrücker Spitzenteams der Region Osnabrück 'gut tun würde' - mit großer nationaler und internationaler Wirkung. Die Spieler des Meisterteams des VfL Osnabrück waren bei Ehrungen im Osnabrücker Rathaus oder beim jährlichen Sportpresseball stets gern gesehene Gäste.

Bereits in der ersten Spielzeit von Klaus Weinand in Osnabrück konnte der VfL als Meister der Oberliga Nord gegen den MTV Gießen die Saison mit der Vizemeisterschaft abschließen. Das Finale um die Deutsche Meisterschaft der Saison 1964/65 wurde am 23. Mai 1965, vor mehr als 1.500 Zuschauern, in der Heidelberger High-School-Sporthalle gespielt. Erst in der letzten Sekunde konnte 'Ernie' Butler, der US-amerikanische Spielmacher des MTV, das spannende Spiel um die Meisterschaft mit einem beidhändigen 'Jahrhundertwurf' aus sehr großer Distanz entscheiden. Spielstand: 68:69 (38:35) für den MTV Gießen.

Alle Bundesliga-Spieler waren Amateure. Sie studierten, waren vorübergehend bei der Bundeswehr oder gingen einem regulären Beruf nach. Einige Spieler erhielten eine Aufwandsentschädigung vom Verein oder wurden von der Deutschen Sporthilfe gefördert. Die Unterstützung des Teams durch einen Sponsor war damals grundsätzlich noch nicht üblich. Trainiert wurde in der Regel abends an vier Tagen - in Osnabrück und Köln. Die Kaderspieler des VfL besuchten regelmäßig die Lehrgänge des DBB und nahmen an Länderspielen bzw. internationalen Turnieren mit der A- oder B-Nationalmannschaft teil (siehe Liste der deutschen Basketballnationalspieler).

Ab der Spielzeit 1966/67 wurde in der Bundesrepublik in der neuen, zweigeteilten Basketball-Bundesliga erstklassig Basketball gespielt. In der Spielzeit 1966/67 wurde auch zum ersten Mal der neu gestiftete DBB-Pokal bundesweit ausgespielt. Der DBB-Vizemeister 1965 war auf die neuen Herausforderungen organisatiorisch und sportlich gut vorbereitet, hatte ein fast ideales Umfeld und bekam die erforderliche Unterstützung, verfügte über eine gut geeignete neue Sporthalle und erreichte stets gute Zuschauerzahlen.

An allen Erfolgen des 'legendären' Bundesliga-Teams des VfL Osnabrück (1966 bis 1970) war stets ein Kernteam von fünf Spielern beteiligt: der vielfache A-Nationalspieler Dr. Klaus Weinand (2,00 m), der aus Palästina stammende syrische Nationalspieler Dr. Rassem Yahya (1,75 m), der in den 70er Jahren in Madrid / Spanien verstorbene Wilfried 'Wiwi' Böttger (1,95 m) sowie die beiden A-Nationalspieler aus der eigenen Jugend, Ingbert 'Koppi' Koppermann (2,00 m) und Egon Homm (1,96 m), der als Youngster 1966] direkt in die neue Bundesliga startete. Egon Homm ist der einzige von diesen fünf Spielern, der in Osnabrück geboren wurde.

Klaus Weinand war Teilnehmer an den FIBA-Europameisterschaften 1961 in Belgrad (Republik Serbien, damals Jugoslawien) und 1965 in Moskau (damals Sowjetunion, heute Rußland). Helmut Uhlig, Egon Homm und der VfL-Trainer Dr. Miloslav Kriz als Bundestrainer haben im Sommer 1969 mit der deutschen Nationalmannschaft in Saloniki/Griechenland vergeblich versucht auf einem großen Turnier mit führenden europäischen Basketballnationen die Europameisterschafts-Qualifikation zu den 16. FIBA-Europameisterschaften, im September und Oktober 1969, in Genua (Italien), zu erreichen. Der Kapitän der VfLer, der aus Halle (Saale) stammende Helmut Uhlig, er war 1971, u.a. zusammen mit dem Ex-VfL-Bundesligaspieler Rolf Dieter, Teilnehmer an den 17. FIBA-Europameisterschaften in Essen und Böblingen, war ebenfalls Mitglied des Olympia-Teams München 1972. In den Spielzeiten 1969/70 und 1970/71 spielte der 1969 zum "Basketballer des Jahres" gewählte VfL-Kapitän für den USC München.

Das Meister-Team wurde als bedeutender Repräsentant der Stadt Osnabrück geschätzt. Die VfL-Spieler vertraten den Verein, die Stadt und die ganze Region in den westeuropäischen Ländern und auch in Osteuropa - z.B. auf vielen internationalen Turnieren und zu Freundschaftsspielen. Dreimal nahm das Meister-Team am Europapokal der Landesmeister bzw. am Europapokal der nationalen Pokalsieger teil und spielte dabei u.a. gegen Slavia Prag, Panathinaikos Athen, Solna Stockholm, Honvéd Budapest.

Alle Endspiele wurden im schwarzen Trikot und gelber Hose gespielt. Die Farbe des Trainingsanzugs war rot. Gefeiert wurden 'Sieg und Niederlage' in der Regel in dem traditionellen Osnabrücker Lokal 'Grüner Jäger'.

In allen fünf Endspielen, die der VfL Osnabrück gegen den MTV Gießen spielte, gehörte der Nationalspieler Holger Geschwindner, der Entdecker und Mentor des NBA-Superstars Dirk Nowitzki zu den Leistungsträgern im MTV-Team.

Anfang der siebziger Jahre konnte die Erfolgsserie nicht fortgesetzt werden. Der damalige Präsident des VfL Osnabrück, der Gebäudereinigungs-Unternehmer Hartwig Piepenbrock, der nach dem unfallbedingten Tod seines Vaters die VfL-Präsidentschaft übernommen hatte, traf 1973 die Entscheidung, sämtliche Ressourcen des Vereins auf die Entwicklung der damals zweitklassigen Fußballmannschaft zu konzentrieren, jedoch ohne besonderen Erfolg. Die Basketballabteilung ging nach dem folgenden sportlichen Abstieg aus der Bundesliga 1975 mit dem OSC Osnabrück eine Spielgemeinschaft unter dem Namen BG Osnabrück ein. Die BG Osnabrück war Gründungsmitglied der 2.Basketball Bundesliga in der Saison 1975/1976, stieg jedoch aus dieser nach der Saison 1977/1978 ab. Die Spielgemeinschaft mit dem OSC Osnabrück wurde Ende der 1970er Jahre aufgelöst.

Dem ehemaligen VfL-Abteilungsleiter Rolf Henke gelang es daraufhin Anfang der 1980er Jahre zusammen mit dem sportbegeisterten Versicherungskaufmann Peter 'Bulle' Perwas (†) als Sponsor, ein neues Basketball-Team bzw. Verein, die BC Giants Osnabrück, für einige Jahre zu etablieren. An die Erfolgsserie des Meister-Teams des VfL Osnabrück konnte allerdings nicht angeknüpft werden.

Günter 'Ice' Kollmann (1,94), der als A-Jugendspieler des TSV Quakenbrück, unter anderem zusammen mit Egon Homm, im Sommer 1966 mit der Auswahlmannschaft des Niedersächsischen Basketballverbandes den Deutschen Jugend-Pokal der Auswahlmannschaften der Landesverbände im Endspiel in Osnabrück gegen Hessen (68:61) gewann, spielte in den Spielzeiten 1967/68 und 1969/70 für den VfL Osnabrück in der Bundesliga und im Europapokal. Als Unternehmer in der Textilbranche ist der ehemalige Junioren-Nationalspieler seit vielen Jahren der visionäre Förderer der Basketball-Bundesliga Mannschaft (BBL) Artland Dragons, hervorgegangen aus der Basketballabteilung des TSV Quakenbrück, und einer der maßgeblichen Gründe für die überaus große Basketballbegeisterung Quakenbrücks.

ATV Düsseldorf - Grün Weiß Frankfurt - MTV Gießen - SSV Hagen - USC Heidelberg - ASV Köln - TuS 04 Leverkusen - USC Mainz - FC Bayern München - Oldenburger TB - MTV Wolfenbüttel und viele andere Basketballteams im In- und Ausland.

Basketball wird heute beim VfL Osnabrück, der sich in der Hauptsache auf den Fußballsport konzentriert, nur noch von einer einzigen Seniorenmannschaft gespielt, nachdem es viele Jahre keine Basketball-Abteilung mehr gab. Die meist über 50-jährigen Herren spielen durchaus erfolgreich in der 1. Kreisliga gegen 20- bis 30-jährige Spieler. Die Spieler des VfL nehmen auch an den Deutschen Meisterschaften der Senioren teil. Bekannteste Spieler sind Peter Garthaus (Deutscher Vize-Meister 1965) und Rainer Tobien (TSG Darmstadt, ASV Köln, VfL Osnabrück, TG Hanau, TV Langen), der, zusammen mit Holger Geschwindner, einer der Bundeligaspieler (erste und zweite Liga) mit den meisten Bundesligapielen (mehr als 600) ist. Weiter sind ehemalige Spieler der früheren Landesligamannschaften OTC, MTV und TSV sowie vom ehemaligen Bundesligisten BC Giants vertreten.

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Eintracht Braunschweig

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Der Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht von 1895 e. V. (kurz: BTSV) ist ein Sportverein aus Braunschweig. Der BTSV kann neben sechs deutschen Meisterschaften im Damen-Feldhockey, drei Titel im Damen-Hallenhockey auch den Gewinn der deutschen Fußballmeisterschaft 1967 vorweisen.

Neben Fußball und Hockey werden den etwa 3.400 Mitgliedern die Sportarten Basketball, Handball, Leichtathletik, Schwimmen, Wasserball, Tennis, Turnen, Wintersport und Seniorensport angeboten.

Der Verein wurde am 15. Dezember 1895 in der Wohnung des Braunschweiger Ingenieurs Carl Schaper als Fußball- und Cricket Club Eintracht Braunschweig gegründet. Unter den Gründungsmitgliedern waren vorwiegend jugendliche Straßenfußballer, die ihrer Leidenschaft auf dem Leonhardplatz in Braunschweig nachgingen. In den folgenden zwei Jahren fanden die ersten Freundschaftsspiele gegen andere Vereine statt.

Der FuCC Eintracht 1895 Braunschweig ist ebenso wie die beiden anderen damaligen Stadtvereine FC Brunsviga 1896 Braunschweig und FC Germania Braunschweig Gründungsmitglied des DFB, die alle auf der Gründungsversammlung des DFB am 28. Januar 1900 durch Herrn Stansch vertreten wurden. Die ersten Meisterschaftsspiele in Braunschweig fanden jedoch erst Jahre später, nach der Gründung des Fußballbundes für das Herzogtum Braunschweig am 1. Mai 1904, statt.

Um die Jahrhundertwende wurde der Verein maßgeblich durch den Braunschweiger Sportler und späteren Sportfunktionär Johannes Runge beeinflusst.

Mit der Verbandsgründung des Fußballbundes für das Herzogtum Braunschweig nahm die Fußballsparte des FuCC Eintracht 1895 Braunschweig den organisierten Spielbetrieb auf. 1905 gelang gleich im ersten Austragungsjahr die Verbands-Meisterschaft, wodurch erstmals die Teilnahme an der Deutsche Meisterschaftsendrunde 1904/1905 erreicht wurde. Nach zwei siegreichen Partien gegen den Hannoverschen SV 96 und FC Viktoria 96 Magdeburg verpasste die Mannschaft den Einzug ins Halbfinale durch eine Niederlage gegen die Berliner TuFC Union 92.

Am 8. Oktober 1905 fand die Einweihung eines eigenen Sportplatzes an der Helmstedter Straße statt. Das erste Auslandsspiel endete für die Mannschaft am 25. Dezember 1905 gegen Slavia Prag mit 3:8. Am 12. Oktober 1906 erfolgte eine Umbenennung des Vereins in FC Eintracht von 1895 e.V.

Nach dem Zusammenschluss verschiedener norddeutscher Verbände im April 1905 zum Norddeutschen Fußball-Verband wurde im Jahre 1908 erstmals die Norddeutsche Fußball-Meisterschaft errungen, die jetzt zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaftsendrunde 1907/1908 berechtigte. Hier schied die Mannschaft jedoch schon im ersten Spiel gegen die Duisburger SpV mit 0:1 aus.

In den folgenden Jahren gelangen fünf Endspielteilnahmen bei der Norddeutschen Fußball-Meisterschaft (1906, 1907, 1909, 1911 und 1912), erst 1913 gelang der erneute Gewinn der Meisterschaft. Das Norddeutsche-Verbands-Finale gegen SC Victoria Hamburg fand jedoch durch zeitliche Verschiebungen erst zwei Wochen nach dem Finale der Deutschen Meisterschaft statt, so dass der Eintracht eine Teilnahme an der Deutschen Meisterschaftsendrunde 1912/1913 verwehrt blieb.

Bereits sehr früh (1908–1914) stellte Eintracht drei Fußball-Nationalspieler. Der erste war Walter Poppe am 20. April 1908, beim zweiten Spiel einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft überhaupt.

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam es in den folgenden Jahren zu erheblichen Einschnitten im Spielbetrieb. Bis 1918 wurden die Meisterschaften nicht mehr von Vereinen, sondern von Städtemannschaften ausgetragen. Am 10. Februar 1920 erfolgte eine erneute Umbenennung des Vereins, diesmal in SV Eintracht Braunschweig. Die Mitgliederzahl hatte sich auf über 1000 erhöht, und als Spielstätte wurde ein neues Stadion errichtet. Die Einweihung des neuen Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße fand am 17. Juni 1923 mit einem Spiel gegen den 1. FC Nürnberg vor 15.000 Zuschauern statt.

In der Zeit zwischen 1920 und 1928 spielte man in der Kreisliga Südkreis des südlichen Niedersachsens. Dort gewann man 1924 und 1925 die Südkreismeisterschaft. In den folgenden Jahren verebbten die sportlichen Erfolge, so drohte 1929 erstmals der Abstieg aus der höchsten lokalen Spielklasse, der jedoch abgewendet werden konnte. In der nun Oberliga Süd genannten Liga befand sich die Eintracht am Ende der Saison 1933 nur auf Platz sechs von neun teilnehmenden Mannschaften.

In der Zeit ab 1933 spielte Eintracht weiter in der höchsten Leistungsklasse. Diese war nunmehr dem Zeitgeist entsprechend mit Gauliga benannt worden. Nach vorangegangenen Plätzen im Mittelfeld der Liga konnte 1937 der Klassenerhalt erst am letzten Spieltag gesichert werden. Am 31. Oktober 1937 fand ein Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister FC Schalke 04 in dem mit 24.000 Zuschauern überfüllten Stadion statt. Das Achtelfinale des Tschammerpokal, dem Vorgänger des heutigen DFB-Pokals, verlor die Eintracht mit 0:1. Für die Entscheidung sorgte ein Handelfmeter für den späteren Pokalsieger kurz vor Ablauf der Verlängerung.

1943 erreichte der Verein als Meister der Sportbereichsklasse Südhannover-Braunschweig die Deutsche Meisterschaftsendrunde 1942/1943. Nach einem deutlichen Sieg in der ersten Runde traf man im Achtelfinale auf den späteren Sieger Dresdner SC und unterlag mit 0:4.

Auch in der folgenden Saison 1944 gelang der Einzug als Gaumeister in die Deutsche Meisterschaftsendrunde 1943/1944. Diesmal scheiterte der Verein schon in der ersten Runde gegen die SpVgg Wilhelmshaven. Das letzte Spiel der „alten“ Eintracht vor Kriegsende fand am 4. Februar 1945 bei Germania Wolfenbüttel statt und endete mit dem bemerkenswerten Resultat von 6:10. Danach musste der Spielbetrieb kriegsbedingt eingestellt werden.

Nach Kriegsende fand der weitere Spielbetrieb der Eintracht unter dem einzigen von der britischen Besatzermacht zugelassenen Großverein TSV Braunschweig statt. Dort kämpfte man ab dem 18. Februar 1946 um die Bezirksmeisterschaft im Bezirk Südhannover die gewonnen werden konnte, und anschließend um die Norddeutsche Meisterschaft. Dieser Wettbewerb wurde jedoch von der Besatzungsmacht im Viertelfinale verboten und abgebrochen. In der Saison 1946/1947 erreichte man die Meisterschaftsendrunde, scheiterte aber im Viertelfinale gegen Rot Weiß Oberhausen. In der darauffolgenden Saison 1947/1948 stoppte der Hamburger SV die Titelambitionen im Halbfinale der Endrunde.

Ab der Saison 1947/1948 gab es in Deutschland wieder einen einheitlichen Spielbetrieb. 1947 gehörte der TSV Braunschweig zu den Gründungsmitgliedern der neuen Fußball-Oberliga Nord.

Am 13. Februar 1949 prallte der TSV-Torhüter Gustav Fähland bei einem Auswärtsspiel unglücklich mit einem Bremer Stürmer zusammen und verstarb sieben Tage später an Nierenblutungen.

Eine Umbenennung in den alten Namen Eintracht Braunschweig erfolgte am 1. April 1949.

Nach drei erfolgreichen Jahren in der Anfangszeit der Oberliga Nord rutschte die Eintracht sportlich ab. In der Saison 1951/1952 musste zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Gang in die zweitklassige Liga angetreten werden, und zwar durch Ausschluss aus der Oberliga wegen (aus Sicht des NFV) nachgewiesener Bestechung und Nötigung im - sportlich erfolgreichen - Abstiegskampf. Im darauffolgenden Jahr gelang jedoch mit dem neuen Trainer Edmund Conen der sofortige Wiederaufstieg aus der Amateurliga Niedersachsen.

Durch das Erreichen des zweiten Platzes in der Liga reichte es 1958 zur Teilnahme an der Endrunde zur Deutschen Fußballmeisterschaft 1957/1958. Dort scheiterte man in der Vorrunde. In den folgenden Jahren befand sich die Eintracht im oberen drittel der Liga. Nach dem Beschluss des DFB vom ab der Saison 1963/1964 eine eingleisige, bundesweite Liga einzuführen, reichte es am Schluss für einen dritten Platz in der Oberliga Nord.

Aufgrund von sportlichen und wirtschaftlichen Faktoren erhielt Eintracht Braunschweig am 6. Mai 1963 einen Platz in der neuen Fußball-Bundesliga und zählt somit zu den 16 Gründungsmitgliedern. Im ersten Spiel – einem Auswärtsspiel bei TSV 1860 München – konnte ein 1:1 erreicht werden. Das erste Bundesliga-Tor für Eintracht erzielte Klaus Gerwien zum Ausgleich in der 74. Minute. Das erste Heimspiel war ein 1:0-Sieg gegen Preußen Münster durch ein Tor von Jürgen Moll.

Trainer war von 1963 bis 1970 Helmuth Johannsen. Eintracht Braunschweig blieb von allen länger in der Bundesliga verbliebenen Gründungsmitgliedern am längsten ohne Platzverweis, nämlich bis zur Saison 1975/76. Allein von 1963 bis zum ersten Abstieg 1974 waren dies 322 Bundesligaspiele hintereinander ohne rote Karte. Dieser Rekord besteht noch heute. Den ersten Platzverweis für Eintracht kassierte am 30. August 1975 beim 3:2-Sieg über Werder Bremen der damals älteste Spieler der Bundesliga, der 35-Jährige Wolfgang Grzyb, als er den zwei Jahre jüngeren Schiedsrichter Manfred Scheffner beschimpfte.

1967 wurde Eintracht Braunschweig deutscher Fußballmeister. In der Abschlusstabelle hatte die Mannschaft am Ende zwei Punkte Vorsprung vor dem TSV 1860 München. Bekannteste Spieler der Meistermannschaft waren Lothar Ulsaß, Horst Wolter, Jürgen Moll, Joachim Bäse und Klaus Gerwien. Der Verein gewann in dieser Saison viele Spiele mit 1:0 oder 2:0, kam zum Meistertitel also vor allem durch eine hervorragende Abwehrleistung. Insgesamt kassierte die Mannschaft damals nur 27 Gegentore und stellte damit einen Bundesliga-Rekord auf, der erst 1988 von Werder Bremen unter Otto Rehhagel unterboten wurde. Entschieden wurde die Meisterschaft mit einem 0:0 am 33. Spieltag im Auswärtsspiel bei Rot-Weiss Essen. Unter den zahlreichen Eintracht-Fans, welche die Mannschaft nach Essen begleitet hatten, war Viktor Siuda, der die bisher bekannteste Fan-Aktion der Vereinsgeschichte vollbrachte. Er war die 328 Kilometer von Braunschweig nach Essen zu Fuß gegangen und traf 20 Minuten vor dem Spiel im Stadion ein. Siuda war zugleich einer der Top-Leichtathleten des Vereins. Er hatte mit der Eintracht-Mannschaft in den Jahren 1954–1958 viermal die deutschen Meisterschaften im Langstrecken-Gehen (20 und 50 km) gewonnen. Nach einem 4:1-Sieg im letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Nürnberg, vor damals noch in das Eintracht-Stadion passenden 37.000 Zuschauern, folgte die Meisterfeier.

Im Europapokal der Landesmeister 1967/68 gelangte Eintracht bis ins Viertelfinale. Dort fand nach den Spielen gegen den italienischen Meister Juventus Turin (Hinspiel 3:2, Rückspiel 0:1 durch Elfmeter in der 88. Minute) ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz in Bern statt, das 0:1 verloren ging.

Die Spieler der Eintracht-Meisterelf erhielten 1966/67 in der Regel ein monatliches Grundgehalt von 1200 DM und Siegprämien von 250 DM für gewonnene Bundesligaspiele. Im Sommer 1966 hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung noch vorausgesagt: „Die Gefahr, daß die Hanse der Bundesliga-Städte als nächsten Fremdkörper die biederen Braunschweiger abstößt, läßt sich nicht von der Hand weisen. Ihr Ausscheiden käme einer folgerichtigen Begradigung der geographischen und wirtschaftlichen Bundesliga-Grenzen gleich“.

Nach dem ersten Abstieg aus der Bundesliga 1973 folgte der sofortige Wiederaufstieg 1974. Die Jahre bis 1977 wurden zur bisher zweiten Glanzzeit der Mannschaft, die damals von Branko Zebec trainiert wurde. Auffälligste Spieler waren der Torwart Bernd Franke und der jugoslawische Flügelstürmer Danilo Popivoda. 1974/75 hielt Eintracht als Aufsteiger lange Zeit Kontakt zur Tabellenspitze und schloss am Ende auf Platz 9 ab. In den darauf folgenden Jahren spielte der Verein um die Meisterschaft mit und erreichte die Plätze 5 (1975/76) und 3 (1976/77), zuletzt mit nur einem Punkt Rückstand auf Meister Borussia Mönchengladbach. Im UEFA-Pokal 1977/78 schaltete Braunschweig Dynamo Kiew aus.

Nach 1977 folgten wechselvolle Jahre mit Auf- und Abstiegen, die mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten einhergingen. Trotz Verpflichtung der Nationalspieler Paul Breitner (1977) und Ronnie Worm (1979) verlor Eintracht den Kontakt zur Spitze und stieg 1980 das zweite Mal ab. 1981 gelang der sofortige Wiederaufstieg. Es folgten vier weitere Bundesligajahre, die beste Platzierung war Rang 9 in der Saison 1983/84.

Der 1979 aus der DDR geflohene Spieler Lutz Eigendorf (ehemals Dynamo Berlin) war kurz nach seinem Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern zur Eintracht am 5. März 1983 in einen Autounfall verwickelt, an dessen Folgen er wenig später starb. Nach Öffnung der Stasi-Archive konnte bewiesen werden, dass Eigendorf und sein Umfeld von über 50 hauptamtlichen Mitarbeitern des MfS bespitzelt worden waren. In der WDR-Dokumentation „Tod dem Verräter“ (gesendet in der ARD am 22. März 2000) wurde aus den Akten der Nachweis geführt, dass der vermeintliche Unfall ein vom MfS inszeniertes Attentat war.

Der Bauunternehmer Rupert Schreiner (Gönner von Arminia Bielefeld) handelte vor dem Saisonfinale am 5. Juni 1971 mit einigen Spielern der Braunschweiger Eintracht eine Prämie von 40.000 DM aus, die zur Zahlung fällig würde, wenn der BTSV im letzten Spiel gegen Rot-Weiß Oberhausen nicht verlöre. Nach dem Spiel, das 1:1 endete, entzog sich Schreiner zunächst seinen eingegangenen Verpflichtungen. Er wurde jedoch durch den Eintrachtspieler Max Lorenz, welcher dann die Prämie kassierte, am Flughafen gestellt.

Der DFB in Person von „Chefankläger“ Hans Kindermann bestrafte die folgenden Eintrachtspieler wegen Manipulation mit Sperren und Geldstrafen.

In der Saison 1984/85 stieg der Verein erneut in die 2. Bundesliga ab und ist seither nicht in die höchste deutsche Spielklasse zurückgekehrt. Nach der ersten Zweitligaspielzeit, die mit einem zwölften Tabellenplatz abgeschlossen wurde, folgte bereits 1986/87 der Abstieg in die Drittklassigkeit, der bisher einzige Abstieg eines Vereins im deutschen Profifußball mit einem positiven Torverhältnis (52:47). 1988 kam es zum sofortigen Wiederaufstieg. Danach konnte die Eintracht sich bis 1993 in der 2. Bundesliga halten, bevor sie erneut abstieg. Es folgten neun Jahre in der Oberliga Nord bzw. der Regionalliga Nord. Fünfmal wurde dort der zweite Platz und zweimal der dritte Rang erreicht, doch erst 2002 gelang der Wiederaufstieg. 2003 stieg der Verein erneut ab, zwei Jahre später gelang der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Nach Rang 12 2005/06 konnte in der Saison 2006/07 der Abstieg in die Regionalliga trotz verschiedener Maßnahmen nicht verhindert werden; in der Winterpause wurden elf neue Spieler verpflichtet, in der gesamten Spielzeit leiteten fünf unterschiedliche Trainer die Mannschaft. Am Ende belegte der Verein jedoch den letzten Tabellenplatz mit nur insgesamt vier Siegen und dreiundzwanzig Punkten. Der Start in die Regionalliga-Saison 2007/08, die zusätzlich als Qualifikationsrunde für die neue dritte Liga stattfindet, misslang, nach acht Spielen sammelte die Mannschaft nur drei Punkte. Nachdem die Eintracht die gesamte Saison auf einem Abstiegsplatz gestanden hatte, gelang am letzten Spieltag durch einen Sieg über die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund der Sprung auf Platz 10, was die Qualifikation für die 3. Liga bedeutete.

Am 17. September 2007 stimmten 80 Prozent der 312 stimmberechtigten Mitglieder in der außerordentlichen Versammlung für die Ausgliederung der Fußball-Profi-Abteilung in eine Kapitalgesellschaft. Am 3. Dezember 2007 wählten 309 Mitglieder den 44 Jahre alten Wirtschaftswissenschaftler Sebastian Ebel einstimmig zum Nachfolger von Gerhard Glogowski. Niedersachsens ehemaliger Ministerpräsident verzichtete nach siebeneinhalb Jahren als Präsident auf eine erneute Kandidatur.

Eintracht Braunschweig schrieb am 24. März 1973 deutsche Sportgeschichte, als die Mannschaft, damals noch in der 1. Bundesliga, von Jägermeister gesponsert als erste deutsche Fußballmannschaft mit Trikotwerbung spielte. Allerdings bediente man sich hier eines Tricks, denn der DFB verbot Trikotwerbung, sodass die Eintracht kurzerhand das Firmenlogo der Firma als Vereinswappen übernahm und so "legal" werben konnte.

Dies war zugleich der erste große Auftritt von Günter Mast. Der Wolfenbütteler Kräuterlikörfabrikant begleitete in der Zeit von 1972 bis 1985 Eintracht als Sponsor und 1983 bis 1985 auch als Präsident. Sein publikumswirksamer Dauerstreit mit dem DFB – er wollte ursprünglich die Mannschaft in „Jägermeister Braunschweig“ umbenennen lassen – verschaffte seinen Produkten in ganz Deutschland werbewirksame Schlagzeilen.

In der Saison 2006/07 der 2. Bundesliga leistete sich die Eintracht mehrere Trainerwechsel. So folgte auf Michael Krüger im Oktober 2006 übergangsweise Willi Kronhardt für zwei Wochen. Anschließend lenkte Djuradj Vasic die Mannschaft nur einen Monat, bis Willi Reimann Mitte November als Trainer eingesetzt wurde. Im April 2007 konnte auch der mittlerweile fünfte Trainer Dietmar Demuth den Abstieg der Eintracht nicht verhindern. Fünf Trainer in einer Saison ist bisher einmalig im deutschen Profifußball.

In der laufenden Saison in der Regionalliga Nord wurde erneut Benno Möhlmann Trainer der Eintracht, der schon 1995 bis 1997 diesen Posten besetzte. Benno Möhlmann gab am 12. Mai 2008 seinen Rücktritt nach dem Auswärtsspiel des BTSV bei Rot-Weiß Oberhausen bekannt. Sein Vertrag endet zum 30. Juni 2008. Bis zu diesem Zeitpunkt ist er jedoch in seiner Funktion freigestellt. An seiner Stelle übernimmt das Training der ersten Mannschaft Torsten Lieberknecht, der bislang die A-Jugend von Eintracht Braunschweig betreute.

Trainer der ersten Mannschaft von Eintracht Braunschweig ist Torsten Lieberknecht, der von Co-Trainer Darius Scholtysik und Torwarttrainer Uwe Hain assistiert wird.

Für die Saison 2008/09 in der eingleisigen 3. Liga hat Eintracht Braunschweig folgende Zu- und Abgänge zu verzeichnen (Stand: 7. Januar 2009): Den Verein verlassen haben André Schembri (zum Ligakonkurrenten FC Carl Zeiss Jena), Lars Fuchs (VfL Osnabrück), Dominick Kumbela (SC Paderborn 07) und Sreto Ristić (SV Sandhausen). Stefan Hauk wechselte zurück in den Kader der zweiten Mannschaft. Fabian Bröcker wechselte zum mecklenburgischen Verbandsligisten Anker Wismar. Philip Peters gab Ende Juli seinen Wechsel zum SV Wilhelmshaven bekannt, nachdem er vorher ebenfalls nur noch im Kader der zweiten Mannschaft geführt wurde. Im Januar wechselte Sebastian Gundelach zu KSV Hessen Kassel und Holger Wehlage wurde aus den Profikader verbannt.

Neu verpflichtet wurde der 26 Jahre alte Mittelstürmer Fait-Florian Banser vom VfB Germania Halberstadt, Banser spielte bereits in der zweiten Mannschaft bei Eintracht. Der Abwehrspieler Jan Schanda kehrt vom VfL Osnabrück ebenfalls zur Eintracht zurück. Aus der eigenen A-Jugend rücken der Abwehrspieler Dominik Scheil und der Mittelfeldspieler Fatih Yılmaz in den Kader der ersten Mannschaft. Am 28. Juni 2008 unterschrieb der Nigerianer Kingsley Onuegbu einen Zweijahresvertrag. Der Angreifer hatte zuletzt für den SC 07 Idar-Oberstein in der Oberliga Südwest. Vom SV Wilhelmshaven kommt der kanadische Stürmer und U23-Nationalspieler Riley O’Neill zum BTSV. Der Stürmer Smail Morabit von den Sportfreunden Köllerbach erhielt einen Zweijahresvertrag. Marcel Schied kam vom FC Carl Zeiss Jena und erhielt einen Vertrag bis Saisonende. Am 7. Januar unterschrieb Mirko Boland (er kam vom MSV Duisburg) einen Vertrag bis zum Sommer 2010. Vom SV Bavenstedt kam am 30. Januar der Mittelfeldspieler Marc Vucinovic.

Der ehemalige Eintrachtspieler Marc Arnold kehrt als sportlicher Leiter zum BTSV zurück, er unterschrieb einen Zweijahresvertrag.

Die Nachwuchsmannschaft Eintracht Braunschweig II, die 2008/2009 in der fünftklassigen Niedersachsenliga Ost antritt, wird von Uwe Hain trainiert. Die Heimspiele werden meist auf einem Nebenplatz des Eintracht-Stadions, dem B-Platz, ausgetragen. Der Platz verfügt als einzigen Ausbau über vier Stufen auf der Gegengeradenseite und hat eine geschätzte Kapazität von 1.500 Plätzen. Die angrenzende Rheingoldstraße gab dem Platz im Volksmund die (selbstironische) Bezeichnung „Rheingoldarena“. Zurückzuführen ist dies auf den dortige Fanstamm, von rund fünfzig treuen Fans der Eintracht, die auch das „Torkrokodil“ erfanden: nach jedem Tor der Mannschaft symbolisieren die Fans mit einer Klatschbewegung ein „zuschnappendes“ Krokodil.

Abgänge: Fabian Krüger (BSV Ölper 2000), Morsi Barkallah (MTV Gifhorn), Sebastian Bönig (SV Holzminden), Emrullah Kaya (Bohemians Prag), Philip Specka (Ziel unbekannt), Marc Pfitzner (Erste Mannschaft BTSV), Martin Horáček (Bohemians Praha), Kai Koitka (BV Cloppenburg).

Zugänge: Andy Bresch (eigene A-Jugend), Mohammed Badiki (eigene A-Jugend), Aisosa Osagie (eigene A-Jugend), Max Duckart (eigene A-Jugend), Ersen Ardıç (eigene A-Jugend), Stefan Hauk (Erste Mannschaft BTSV), Taner Can (TSV Veltenhof).

Die dritte Herrenmannschaft der Eintracht spielt in der Saison 2008/09 in der 2. Kreisklasse, der zweitniedrigsten Liga in Braunschweig. Die Heimspiele werden auf der vereinseigenen Sportanlage Kälberwiese ausgetragen, welche gleichzeitig als Jugendtrainingszentrum dient.

Die A-Jugend von Eintracht Braunschweig spielt seit der Saison 2007/08 in der U19-Bundesliga, der höchsten deutschen Spielklasse. Die A-Jugend wird von Thomas Pfannkuch trainiert, der außerdem Jugendkoordinator bei der Eintracht ist.

Die B-Jugend stieg dagegen 2007/08 aus der U17-Bundesliga ab und wird in der kommenden Saison in der B-Junioren-Regionalliga antreten. Die B-Jugend wird von Torsten Sümnich trainiert.

Die U15 und U14 haben in der Saison 2007/08 in ihren jeweiligen Staffeln (der C-Jugend-Bezirksoberliga und der C-Jugend-Bezirksliga Nord) jeweils die Meisterschaft errungen. Die U14 steigt daraufhin in die C-Jugend-Niedersachsenliga auf, während es der U15 nicht gelang, sich in einem Ausscheidungsspiel für die Regionalliga, der höchsten Spielklasse der C-Junioren, zu qualifizieren.

Eintracht Braunschweig wurde auch in weiteren Sportarten überregional bekannt. So war in den 1970er Jahren das Frauen-Hockeyteam unter den führenden Mannschaften Deutschlands und erreichte mehrere Meistertitel. In der im Herbst 2003 aufgelösten Eissportabteilung nahm die Eishockeymannschaft von der Saison 1994/95 bis zur Saison 1996/97 an der dritthöchsten Spielklasse und in der Saison 1997/98 an der zweithöchsten Spielklasse teil. Gegenwärtig ist Eintracht einer der Vereine, die sich unter wesentlicher Beteiligung des MTV Braunschweig in der LG Braunschweig im Bereich der Leichtathletik zusammengeschlossen haben. Die LG Braunschweig gehört derzeit zu Deutschlands besten Leichtathletikvereinen und erreichte mehrmals Platz 1 in der Leichtathletik-Bundesliga. Insbesondere starten bekannte Langstreckenläufer für die LG (wie Embaye Hedrit, Luminita Zaituc, früher auch Carsten Eich). In Braunschweig treten sie jedes Jahr im Juni beim Braunschweiger Nachtlauf an. In den Olympiajahren 2000 und 2004 fanden die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften mit Olympiaqualifikation jeweils in Braunschweig im Eintracht-Stadion statt. Dieses Stadion gehört zu den wenigen verbliebenen traditionellen Fußballarenen mit Laufbahn und Leichtathletik-Anlagen.

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1. FC Magdeburg

Choreographie der Fans beim Spiel 1. FC Magdeburg gegen Eintracht Braunschweig 2008

Der 1. FC Magdeburg (kurz 1. FCM, FCM oder der Club) ist ein Fußballverein aus Magdeburg.

Magdeburgs Fußballtradition wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg durch die Vereine Cricket-Victoria und FC Victoria begründet. Beide spielten zwischen 1933 und 1942 zeitweise in der Gauliga Mitte, eine der damals 16 höchsten Fußballklassen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie wie alle ostdeutschen Sportvereine auf Betreiben der sowjetischen Besatzungsmacht auf der Grundlage der Direktive Nr. 23 des Alliierten Kontrollrats auf Dauer verboten. Zur Weiterführung von Sportwettkämpfen wurden zunächst auf regionaler Ebene einfach organisierte Sportgemeinschaften (SG) zugelassen. Als Vorläufer des 1. FC Magdeburg gründete sich im Herbst 1945 die SG Sudenburg, die sich im Mai 1949 mit der SG Lemsdorf zur SG Eintracht Sudenburg zusammenschloss. Nach der Einführung des Systems der Betriebssportgemeinschaften (BSG) in Ostdeutschland übernahm am 20. Juni 1950 das Krupp-Gruson Werk, später als Schwermaschinenbaukombinat „Ernst Thälmann“ (SKET) bekannt, als so genannter Trägerbetrieb die SG und wandelte sie in die BSG Krupp Gruson Magdeburg um. Entsprechend den Vorgaben für Betriebssportgemeinschaften musste eine breite Palette von Sportarten angeboten werden, überregionale Bedeutung erlangte jedoch nur die Sektion Fußball. Nach Umwandlung des Trägerbetriebes in einen „Volkseigenen Betrieb“ bekam die BSG 1951 den Namen Stahl Magdeburg und nach Gründung der zentralen Sportvereinigung Motor für den Bereich Maschinenbau 1952 die Bezeichnung BSG Motor Mitte. Als Mitte der 1950er Jahre die Sportvereinigungen ihre Schwerpunkt-Sportklubs entwickelten, wurde 1955 der SC Aufbau Magdeburg gegründet, dem am 25. August 1957 die Sektion Fußball der BSG Motor angegliedert wurde. Auch im Sportclub bildeten die Fußballmannschaften nur eine unter mehreren Sektionen. 1965 beschloss die DDR-Sportführung, den Fußballsport intensiver zu fördern und veranlasste die Bildung von Fußballklubs durch Herauslösung der erfolgreichsten Fußballsektionen aus den bestehenden Sportklubs. Als erster Fußballklub in der DDR wurde am 22. Dezember 1965 der 1. FC Magdeburg gegründet.

Nachdem 1947 Sportwettkämpfe über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus zugelassen wurden, beteiligte sich die SG Sudenburg in der Saison 1947/48 an den Spielen des Fußballbezirks Magdeburg-Süd und belegte dort unter sieben Mannschaften Rang 4, der jedoch weder für die weiteren Qualifikationsrunden zur 1. Ostzonenmeisterschaft noch für die ab 1948 eingerichtete Landesklasse Sachsen-Anhalt reichte. Erst in der Spielzeit 1949/50 spielte die nunmehrige SG Eintracht in der Landesklasse, wo sie in der Staffel Nord Platz 3 erreichte. Ein Jahr später wurde die Mannschaft, nun als BSG Krupp-Gruson auftretend, Landesmeister und qualifizierte sich damit für die neue zweitklassige DS-Liga (später DDR-Liga). Als BSG Stahl bzw. BSG Motor Mitte und später als SC Aufbau kam die Mannschaft stets im oberen Tabellendrittel ein und schaffte 1959 als Tabellenzweiter hinter dem SC Chemie Halle erstmals den Aufstieg in die höchste DDR-Fußballklasse Oberliga. Bereits in den 1950er Jahren besaßen die Magdeburger erfolgreiche Torschützen. 1952 wurde Günter Thorhauer mit 12 Treffern 2. der Tortschützenliste seiner Ligastaffel, ein Jahr darauf wurde Siegfried Koch mit 23 Toren zweitbester Schütze aller 26 DDR-Liga-Mannschaften.

Erstmals erstklassig im DDR-Fußball wurde der damalige SC Aufbau Magdeburg im Jahre 1959. Anfang der 60er Jahre spielten die Magdeburger eher im unteren Mittelfeld der DDR-Oberliga mit. Erst 1964 konnte man mit Gewinn des FDGB-Pokals auf sich aufmerksam machen. Im Finale in Dessau wurde nach einem 0:2-Rückstand der SC Leipzig mit 3:2 besiegt. In der darauffolgenden Saison spielte Magdeburg erstmals im Europapokal und schaffte das Kunststück, gegen den ersten Gegner Galatasaray Istanbul gleich dreimal 1:1 zu spielen (inkl. Entscheidungsspiel in Wien). Auch beim entscheidenden Münzwurf wollte die Entscheidung nicht sofort fallen. Der Legende nach blieb die Münze zunächst senkrecht im schlammigen Boden stecken. Beim zweiten Münzwurf schied Magdeburg aus.

Im Jahr 1965 erreichten die Magdeburger einen weiteren Mittelfeldplatz und schafften es, den Pokaltitel als erste Mannschaft überhaupt im DDR-Fußball zu verteidigen. Die Saison 1965/66, die Spielzeit der Ausgliederung der Fußballabteilung und Umbenennung in 1. FC Magdeburg, wurde hingegen mit dem letzten Platz beendet. Immerhin konnte Magdeburg im Europapokal bis ins Viertelfinale vordringen, wo man gegen den Titelverteidiger West Ham United mit 0:1 und 1:1 ausschied. Damals standen in den Reihen von West Ham United so namhafte Spieler wie Bobby Moore und Geoffrey Hurst, die nur wenige Monate später Fußballweltmeister wurden.

Unter dem seit 1966 beim FCM wirkenden Trainer Heinz Krügel schafften die Magdeburger den sofortigen Wiederaufstieg in die Oberliga. Maßgeblich beteiligt war der damals 19-jährige Jürgen Sparwasser, der mit 22 Treffern Torschützenkönig der DDR-Liga wurde. Als Aufsteiger errang der Klub 1967/68 den 3. Tabellenplatz. Auch im Folgejahr konnte sich der FCM mit einem 3. Platz sowie einem weiteren Gewinn des Pokals in der Spitze des DDR-Fußballs etablieren.

In den siebziger Jahren wurde der Oberliga-Fußball der DDR in erster Linie von den Mannschaften 1. FC Magdeburg und SG Dynamo Dresden geprägt. Vater dieses Erfolges in Magdeburg war Trainer Heinz Krügel, unter dessen Regie der FCM allein zwischen 1969 und 1974 neun DDR-Nationalspieler hervorbrachte, von denen vier im Aufgebot für die WM-Endrunde 1974 standen. Die goldenen Jahre des Magdeburger Fußballs begannen 1972, als der FCM mit der jüngsten Meistermannschaft in der Geschichte des DDR-Fußballs zum ersten Mal den DDR-Meister-Titel errang. Mit 22.231 Zuschauern pro Spiel stellte man außerdem auch einen neuen Besucherrekord auf.

In der folgenden Saison belegte der 1. FC Magdeburg in der Oberliga den 3. Platz. Der erste Auftritt im Europapokal der Landesmeister endete im Achtelfinale gegen Juventus Turin, wobei rund 50.000 Zuschauer ihren Klub zu Hause beim Rückspiel unterstützten. Trotz des Ausscheidens blieben die Magdeburger in der Saison 1972/73 nicht ohne Titel, da sie mit einem 3:2 Finalsieg gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig den FDGB-Pokalwettbewerb gewinnen konnten.

Die Spielzeit 1973/74 gilt bis heute als die erfolgreichste Saison des 1. FC Magdeburg. Neben dem zweiten DDR-Meistertitel konnte man in diesem Jahr mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger auch den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte feiern. Dabei siegte die Mannschaft im Endspiel in Rotterdam gegen den Titelverteidiger AC Mailand mit 2:0 und wurde damit der einzige Fußballklub der DDR, dem ein Europapokal-Triumph gelang. Darüber hinaus ist der 1. FC Magdeburg bis heute der einzige Verein, der ausschließlich mit Spielern aus der eigenen Region den Europapokal gewinnen konnte. Dabei war die Tatsache, dass sämtliche Spieler aus dem Bezirk Magdeburg kamen, selbst für den DDR-Fußball ungewöhnlich.

In der Saison 1974/75 wurde der dritte und letzte DDR-Meistertitel gewonnen, wobei mit 22.923 Zuschauern pro Oberliga-Partie der Rekord aus der ersten Meistersaison 1971/72 nochmals überboten werden konnte. Die Austragung des Europäischen Supercups gegen den FC Bayern München wurde vom Fußballverband der DDR verboten, dafür wurde dieses Spiel in der 1. Runde des Europapokals der Landesmeister „nachgeholt“ – mit glücklicherem Ende für die Bayern.

1976 endete die Trainerkarriere von Heinz Krügel beim 1. FC Magdeburg, als er bei den SED-Funktionären wegen politischer Unzuverlässigkeit in Ungnade fiel. Angeblich lehnte Krügel u.a. eine Spionageaktion gegen den FC Bayern München 1974 ab.

Im weiteren Verlauf der 1970er konnte der FCM zwar keine Meistertitel mehr gewinnen, platzierte sich aber immer unter die ersten vier Mannschaften. Des Weiteren konnten in den Jahren 1977 und 1978 die Pokaltriumphe Nr. 5 und 6 gefeiert werden, wobei Magdeburg erst als zweite Mannschaft überhaupt den Pokal verteidigen konnte. Dabei gewann der FCM im ersten Pokalfinale gegen den ewigen Rivalen und Titelverteidiger aus Dresden knapp mit 1:0. Ein Jahr später besiegte man den Meister BFC Dynamo, welcher für die nächsten Jahre die Mannschaften aus Dresden und Magdeburg als dominante Kraft im DDR-Vereinsfußball ablösen sollte. Spätestens mit diesen Siegen war der Ruf des Magdeburger Klubs als Pokalverein besiegelt.

Auch in den späten 70ern bekam es die Magdeburger Mannschaft im Europapokal mit vielen namhaften Gegnern zu tun. So schied das Team in der Saison 1976/77 erst im Viertelfinale gegen den späteren Sieger Juventus Turin aus. Ein Jahr später konnte in zwei Spielen der FC Schalke 04 mit 4:2 und 3:1 bezwungen werden – damit ist der FCM die einzige Mannschaft, die Schalke je im Europapokal im Parkstadion bezwingen konnte. Auch in dieser Europapokal-Saison war im Viertelfinale abermals gegen den späteren Sieger PSV Eindhoven Schluss, wobei die Niederländer das Duell erst in den Schlussminuten des Rückspiels für sich entscheiden konnten.

Abgesehen vom 3.Platz in der Saison 1980/81 blieben seit Ende der siebziger Jahre für den 1. FC Magdeburg die großen Erfolge in der Oberliga aus, was sich auch deutlich in den Besucherzahlen niederschlug. Strömten bis zur Saison 1976/77 pro Partie durchschnittlich 18.000 und mehr Zuschauer in das Ernst-Grube-Stadion – bei einigen Begegnungen, wie beispielsweise gegen die SG Dynamo Dresden oder den FC Carl Zeiss Jena, wurden sogar bis zu 45.000 gezählt – lag der Saisonschnitt seit einigen Jahren nur noch bei rund 13.000 Besuchern. Lediglich mit dem mittlerweile siebten Gewinn des FDGB-Pokals im Jahre 1983 konnte sowohl die Magdeburger Mannschaft als auch ihre Anhängerschaft noch einmal auftrumpfen. Mit etwa 25.000 mitgereisten Fans, die ihr Team im Berliner Stadion der Weltjugend gegen den FC Karl-Marx-Stadt unterstützten, wurde ein bis heute gültiger Vereinsrekord an Auswärtsfahrern aufgestellt. Insgesamt aber war nicht zu übersehen, dass der Magdeburger Fußball in der DDR den Anschluss an die Spitze verlor, welche von den Mannschaften BFC Dynamo, SG Dynamo Dresden und 1. FC Lok Leipzig gebildet wurde. So war das Erreichen eines UEFA-Cup-Platzes das einzige realistische Ziel. Aber auch hier war in der Regel in den ersten Runden schon Endstation, wenn auch oft gegen namhafte Gegner wie Torino Calcio, Borussia Mönchengladbach, FC Barcelona und Athletico Bilbao. Dabei zeigte spätestens die 1:5-Heimniederlage gegen Barcelona (u. a. 3 Tore von Maradona) auf, dass der FCM mit den Großen in Europa nicht mehr mithalten konnte. Ab Mitte der achtziger Jahre fanden schließlich kaum noch 10.000 Magdeburger den Weg ins Stadion.

Erst in der Saison 1989/90 konnte der FCM mit vielen jungen Spielern bis zum letzten Spieltag wieder um die Meisterschaft mitspielen. Am Ende verlor man jedoch im entscheidenden Spiel gegen den Mitkonkurrenten aus Chemnitz knapp mit 0:1 und belegte in der Endabrechnung den dritten Platz.

Durch grobe Managementfehler verloren die Magdeburger Kicker nach der Wende den Anschluss an den Spitzenfußball. In der Saison 1990/91 waren nach dem 3. Platz im Vorjahr die Hoffnungen groß, dass die Qualifikation für die 1. oder zumindest für die 2. Bundesliga gelingt. Doch der Abgang von Trainer Joachim Streich sowie verschiedener Spieler in den Westen (z.B. Dirk Schuster, Wolfgang Steinbach) konnte nicht kompensiert werden und der FCM wurde am Ende nur Zehnter. In den letzten Qualifikationsspielen zur 2. Bundesliga konnte nicht ein Sieg errungen werden, was zur Folge hatte, dass sich der FCM 1991 in der drittklassigen Oberliga Nordost/Staffel Mitte wiederfand. Während der Saison 1991/92 lieferte sich der FCM lange Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Staffelsieg mit dem 1. FC Union Berlin. Am Ende waren es aber 13 Punkte Rückstand und der FCM wurde Zweiter. Dadurch wurde die einzige Teilnahme an der Amateurmeisterschaft möglich, wo man jedoch mit nur einem Remis aus vier Spielen den letzten Gruppenplatz belegte.

1992/93 war man von den vorderen Plätzen weit entfernt und landete am Ende auf dem 8. Platz. Dafür gelang durch einen 3:2-Erfolg gegen den Halleschen FC erstmals der Gewinn des 1991 ins Leben gerufenen Landespokals, welcher zur Teilnahme am DFB-Pokal 1993/94 berechtigte. Nach einem Freilos in der 1.Runde war der damalige Zweitligist Wuppertaler SV zu Gast in Magdeburg. Nach einem dramatischen Spielverlauf gewann der FCM mit 8:7 nach Elfmeterschießen und empfing in der 3.Runde den Titelverteidiger Bayer 04 Leverkusen. Der Bundesligist war aber eine Nummer zu groß und gewann im – für lange Zeit zum letzten Mal ausverkauften – Ernst-Grube-Stadion mit 5:1. In der Oberliga verfehlte der FCM am Ende der Spielzeit die Qualifikation zur neuen viergleisigen Regionalliga nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Hertha Zehlendorf. So spielte der Magdeburger Verein ab der Saison 1994/95 nur noch in der Nordstaffel der viertklassigen Oberliga. Diese Saison war für den ehemaligen Europapokalsieger der vorläufige Tiefpunkt – sowohl sportlich, als auch vom Zuschauerinteresse gesehen. Der Zuschauerschnitt betrug gerade einmal 444 und der Abstieg in die Verbandsliga konnte nur knapp abgewendet werden. Erst am letzten Spieltag gelang der Klassenerhalt durch einen 5:2-Erfolg bei Preußen Berlin.

Nach einem Jahr im Mittelfeld der Oberliga Nordost-Nord spielte Magdeburg in der Spielzeit 1996/97 in der Oberliga Südstaffel. In dieser Saison war mit Fortuna Magdeburg ein zweiter Verein aus der Elbestadt in die Oberliga aufgestiegen, was beim FCM zu einer neuen Euphoriewelle führte. Sowohl beiden Lokalderbys als auch dem Schlüsselspiel gegen den FSV Hoyerswerda wohnten bis zu 10.000 Zuschauer bei – insgesamt kamen wieder durchschnittlich 3000 Zuschauer zum Traditionsverein ins Ernst-Grube-Stadion. Am Ende konnte der FCM seinen Platz als Nummer 1 in Magdeburg verteidigen und erreichte darüber hinaus als Staffelsieger den Aufstieg in die Regionalliga Nordost. Nachdem in der Spielzeit 1997/98 sowohl der Klassenerhalt in der Regionalliga, als auch der zweite Landespokal gesichert werden konnte, setzte der FCM im darauf folgenden Jahr noch einen drauf und spielte bis wenige Spieltage vor Saisonende um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit. Am Ende reichte es zum 3. Platz, der die Fans darauf hoffen ließ, dass es im nächsten Jahr zumindest für die Qualifikation zur neu geschaffenen zweigleisigen Regionalliga reichen sollte. Doch die Hoffnungen wurden wiederum enttäuscht, der zehnte Platz im dritten Jahr der Regionalligazugehörigkeit bedeutete für Magdeburg ab 2000/01 die erneute Viertklassigkeit. Zumindest der dritte Gewinn des Landespokals gelang der 2. Mannschaft des FCM.

Im DFB-Pokal 2000/01 konnte die Magdeburger Mannschaft noch einmal für Furore sorgen, als sie nacheinander den 1. FC Köln, den FC Bayern München und den Karlsruher SC aus dem Wettbewerb warf und erst im Viertelfinale am späteren Sieger FC Schalke 04 scheiterte. Innerhalb dieser Spielzeit zeigte der FCM seine Überlegenheit in der Oberliga Nordost-Süd durch insgesamt 120 erzielte Tore. Am Ende der Saison wurde der sofortige Wiederaufstieg in die Regionalliga durch die Relegationsspiele gegen den Sieger der Oberliga Nordost-Nord BFC Dynamo geschafft. Finanziell stand der Aufstieg allerdings auf wackeligen Beinen. So war der Etat für die Regionalligasaison in Höhe von 6 Mio DM nur unzureichend gedeckt, wodurch eine Bürgschaft in Höhe von 5 Mio DM erbracht werden musste. In einer zweitägigen Spendenaktion wurden mehr als 1 Mio DM gesammelt, was zwei lokale Banken veranlasste, für den restlichen Betrag zu bürgen. Zudem konnte der vierte Erfolg im Landespokal, dieses Mal wieder durch die 1. Mannschaft, gefeiert werden.

In der Saison 2001/02 wurde zwar in der Regionalliga der sportliche Klassenerhalt geschafft und mit über 4.500 Zuschauern pro Spiel der Besucherschnitt erneut gesteigert, dennoch kam es zum vorläufigen Tiefpunkt der Vereinsgeschichte. So wurde 2002 das Insolvenzverfahren beantragt, was mit dem Zwangsabstieg aus der Regionalliga verbunden war. Alle Spieler bis auf den neuen Mannschaftskapitän Mario Kallnik verließen daraufhin den Verein und die 2. Mannschaft rückte auf, um in der Oberliga den Klassenerhalt zu schaffen, was mit einem 10. Platz auch gelang. Durch einen 2:0-Sieg über den 1. FC Lok Stendal konnte außerdem zum mittlerweile fünften Mal der Landespokal errungen werden. Trotz der Rückschläge der letzten Zeit hielten die meisten Anhänger ihrem Verein die Treue, der Zuschauerschnitt änderte sich nur unwesentlich.

In den folgenden Jahren wurde der Verein einer gründlichen Neustrukturierung unterworfen. So beschloss der Magdeburger Stadtrat im Jahr 2004 den Abriss des Ernst-Grube-Stadions und den Neubau eines modernen Fußballstadions an gleicher Stelle – wodurch der FCM ab Februar 2005 gezwungen war, seine Heimspiele im kleineren Heinrich-Germer-Stadion auszutragen. Außerdem wurde die Mannschaft kontinuierlich neu aufgebaut. Der Lohn waren der dritte (2003/04) und der fünfte Platz (2004/05), bevor man schließlich in der Saison 2005/06 als Oberliga-Meister nach drei Jahren wieder in die Regionalliga aufsteigen konnte. Mit einem 1:0-Sieg über den SV 09 Staßfurt holte man außerdem zum sechsten Mal den Landespokal nach Magdeburg.

In der Saison 2006/07 sollte der Klassenerhalt geschafft werden, um eine gute sportliche Basis für die Qualifikation zur 3. Liga im darauf folgenden Jahr zu schaffen. Im Dezember 2006 wurde zudem das neue Stadion eingeweiht, wodurch sich schlagartig der Zuschauerschnitt beim FCM mehr als verdreifachte. Mit diesem Rückhalt gelang dem Verein nach anfänglichen Schwierigkeiten zu Beginn der Saison nach der Winterpause eine Siegesserie. Dabei sah es lange Zeit danach aus, als würde dem FCM nach dem FC Gütersloh und dem FC Carl Zeiss Jena erst als dritte Mannschaft überhaupt der direkte Durchmarsch von der vierten in die zweite Liga gelingen. Doch obwohl drei Spieltage vor Schluss der Vorsprung Magdeburgs auf einen Nicht-Aufstiegsplatz fünf Punkte betrug, wurde man im Saisonfinale vom VfL Osnabrück noch abgefangen und auf den 3. Platz verdrängt. Im Landespokal konnte die zweite Mannschaft bereits zum zweiten Mal das vorzeitige Ausscheiden der „Ersten“ wettmachen und durch ein 3:0 gegen Preußen Magdeburg den mittlerweile siebten Titel für den Verein holen.

Von der Vereinsführung wurde für die Saison 2007/2008 das Ziel der Qualifikation zur 3. Liga ausgegeben, was das Erreichen des 10. Platzes bedeutet. Noch vor dem Start der Regionalliga stand die erste Runde im DFB-Pokal an. Bundesligist Borussia Dortmund sorgte für ein ausverkauftes Stadion und siegte am Ende mit 4:1. In der Liga konnte die Mannschaft nicht an die Erfolge aus der Vorsaison anknüpfen. Vor allem der Abgang des besten Stürmers, Aleksandar Kotuljac, konnte nicht kompensiert werden. Nachdem der FCM seit dem 12. Spieltag unterhalb des 10. Platzes stand und der Abstand größer wurde, wurde Trainer Dirk Heyne im Dezember von seinen Aufgaben freigestellt und Paul Linz übernahm sein Amt. Trotz namhafter Neuverpflichtungen in der Winterpause wie Steffen Baumgart und Najeh Braham verpasste der FCM am letzten Spieltag der Saison nur auf Grund des schlechteren Torverhältnisses gegenüber Eintracht Braunschweig dennoch den Sprung in die neue 3. Liga (DFB) und spielt ab der nächsten Saison in der nun viertklassigen Regionalliga. Das Publikumsinteresse war weiterhin ungebrochen, der Zuschauerschnitt bei den Heimspielen des 1. FC Magdeburg betrug fast 12.000. Im Landespokal erreichte der FCM das Finale gegen den Halleschen FC, das mit einer 3:4-Niederlage nach Elfmeterschießen endete.

Für die Saison 2008/09 wurde der FCM trotz des Abganges fast des gesamten Mittelfeldes von der Mehrzahl der Trainer der Liga als Aufstiegsfavorit Nummer 1 genannt. Diesen Anspruch vertrat der Club auch selbst. Nach einem verpatzten Saisonstart mit drei Niederlagen in vier Spielen konnte eine Siegesserie gestartet werden, so dass man in der Winterpause den zweiten Platz mit nur einem Punkt Rückstand zu Spitzenreiter Holstein Kiel belegt.

Der FCM gilt als absolute Pokalmannschaft, was insgesamt 7 DDR-Pokalsiege, 7 Landespokalsiege, 1 Europapokal und mehrere Juniorenpokale, wie der DFB-Pokal der A-Junioren, der 1999 u. a. mit Maik Franz gewonnen wurde, zeigen. Besonders bemerkenswert ist aber, dass der 1. FC Magdeburg bisher nur zwei seiner 17 Finalspiele verloren hat: Beide im Landespokalfinale gegen den Halleschen FC, am 18. Mai 1994 mit 3:4 vor 300 Zuschauern in Thale und am 14. Mai 2008 mit 3:4 nach Elfmeterschießen vor 14.000 Zuschauern im Stadion Magdeburg.

In den 1990er Jahre standen für den FCM insgesamt vier Spielzeiten (1990/91, 1993/94, 1999/2000 und 2007/08) an, in denen die Qualifikationen für die Bundesliga bzw. für die neuen Regionalligen geschafft werden sollte. Obwohl man dabei dreimal in der Vorsaison den 3.Platz erreichte und somit beste Voraussetzungen für die Qualifikationen besaß, konnte keine der Qualifikationen geschafft werden.

Seit März 2009 tragen die Spieler des 1. FC Magdeburg für die drei DDR-Meistertitel von 1972, 1974 und 1975 einen Meisterstern auf dem Trikot.

Die A-Junioren werden vom ehemaligen FCM-Spieler Martin Hoffmann trainiert. Die Mannschaft spielt in der Saison 2007/2008 in der Bundesliga und bringt regelmäßig talentierte Spieler hervor, die den Sprung in die erste Mannschaft schaffen. So gehören zum aktuellen Kader der 1. Mannschaft acht Spieler, die mindestens fünf Jahre im Nachwuchs des FCM gespielt haben. Insgesamt sind beim Verein über 200 Spieler aller Altersklassen im Nachwuchsbereich aktiv, mit Ausnahme der ersten A-Jugend und der ersten B-Jugend spielen alle Mannschaften in der höchstmöglichen Liga. Die A-Jugend des FCM war 1999 das erste Team aus den Neuen Bundesländern, das mit dem Triumph im DFB-Junioren-Pokal einen gesamtdeutschen Titel im Fußball gewonnen konnte. Die Nachwuchsmannschaften werden von insgesamt 27 Trainern betreut. Der Verein betreibt ein Sportinternat und das neue Nachwuchsleistungszentrum wird 2008 fertiggestellt. Zudem bestehen mit dem Sportgymnasium Magdeburg und verschiedenen sportmedizinischen Abteilungen in Magdeburg und der Umgebung Kooperationsverträge. So wird eine bestmögliche Förderung und Versorgung der Nachwuchsspieler gewährleistet.

Das Ernst-Grube-Stadion war mit einem Fassungsvermögen von 25.800 Zuschauern das Heimatstadion des 1. FCM. Es wurde nach einem Beschluss des Magdeburger Stadtrats vollständig abgerissen. An gleicher Stelle wurde bis Herbst 2006 eine moderne Multifunktionsarena mit 22.750 Sitz- und 4.500 Stehplätzen errichtet. Bei Bedarf können die Stehplätze in 2.250 Sitzplätze umgewandelt werden, damit ist das Stadion sogar länderspieltauglich. Als Ausweichspielstätte während des Neubaus diente das Heinrich-Germer-Stadion, welches derzeit (26. Dezember 2005) für eine Zuschauerkapazität von 4.990 Besuchern zugelassen ist.

Der 1.FC Magdeburg hat eine lange Fantradition. Schwankte der Zuschauerschnitt aufgrund der sportlichen Entwicklung des Vereins in den letzten vierzig Jahren deutlich, so konnte sich der Verein – abgesehen von den Jahren nach der politischen Wende – in der Regel auf eine große Anzahl treuer Anhänger verlassen. Bei den meisten Auswärtsspielen sind mehrere hundert Schlachtenbummler dabei, bei Derbys und entscheidenden Spielen kann deren Zahl auf mehrere Tausend ansteigen. Anlässlich der Regionalliga-Begegnung bei Eintracht Braunschweig in der Saison 2007/08 waren es nach Angaben des Gastgebers sogar über 5.000 Magdeburger. Der Rekord an Auswärtsfahrern stammt jedoch noch aus DDR-Zeiten und wurde beim Pokalfinale 1983 in Berlin gegen den FC Karl-Marx-Stadt aufgestellt. Damals bevölkerten 25.000 FCM-Fans die Ränge des Stadions der Weltjugend.

Seit der Eröffnung des neuen Stadions ist der Fanblock zweigeteilt. Ein Teil steht im Eckblock Nr. 2, der Stehplätze aufweist. Die ultraorientierten Fans um die Blue Generation hingegen wollten sich nicht in die Ecke des Stadions drängen lassen und haben sich daher bewusst für Block 4 (auf Grund der ursprünglich geplanten Bezeichnung der Blöcke in Fankreisen auch Block U genannt) als ihren Standort entschieden, um von dort die Mannschaft sowohl lautstark als auch optisch durch Choreographien zu unterstützen. Zurzeit sind beim FCM 33 Fanclubs registriert.

Große Rivalitäten bestehen in erster Linie zu den Fans des Halleschen FC und der SG Dynamo Dresden. Die Rivalität zum HFC ist vor allem durch die Frage der Nr. 1 in Sachsen-Anhalt begründet. Bei Dresden geht diese bis in die 1970er Jahre zurück, als beide Mannschaften die Meistertitel regelmäßig unter sich ausspielten. Zu den Fans von Eintracht Braunschweig besteht eine Fanfreundschaft, die von großen Teilen der Anhänger akzeptiert wird. Einige Fans respektieren diese Fanfreundschaft zwar, stehen ihr aber kritisch gegenüber.

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1. FC Union Berlin

Historisches Logo des 1. FC Union Berlin

Der 1. FC Union Berlin (offiziell: 1. Fußballclub Union Berlin e. V.) ist ein Fußballverein aus dem Berliner Ortsteil Köpenick im Bezirk Treptow-Köpenick. Er wurde 1966 gegründet, basiert jedoch auf dem bereits 1906 entstanden SC Olympia 06 Oberschöneweide. Er ist heute neben Hertha BSC einer der bekanntesten Fußballvereine der Hauptstadt und gilt für viele seiner Anhänger aufgrund seiner Stellung im DDR-Fußball als Kultverein. Der Schlachtruf der Fans lautet ebenso wie der Titel der von Nina Hagen gesungenen Vereinshymne Eisern Union. Die Heimspiele werden im größten reinen Fußballstadion Berlins, dem Stadion An der Alten Försterei, ausgetragen. In der Saison 2008/09 spielt die Männermannschaft in der 3. Liga. Die Frauenmannschaft spielt in der 2. Bundesliga.

Der erste Vorgängerverein des heutigen 1. FC Union Berlin wurde am 17. Juni 1906 als SC Olympia 06 Oberschöneweide durch einen Zusammenschluss dreier kleinerer, ortsansässiger Vereine (Frisch Auf, Preußen und Vorwärts) im Berliner Vorort Oberschöneweide gegründet. Da die Mannschaft zunächst fast nur aus Schülern bestand, beschloss man knapp einen Monat später, sich als Jugendmannschaft dem BTuFC Helgoland 1897 anzuschließen. Aufgrund des sportlichen Misserfolgs von Helgoland 97 entschieden sich die Oberschöneweider aber ein halbes Jahr später erneut zu einem Wechsel und banden sich an den Deutschen Meister von 1905 – den BTuFC Union 1892. Dort spielte das Team zwei Jahre lang als vierte Mannschaft und konnte in der Saison 1907/08 mit dem Gewinn der Meisterschaft in der untersten Klasse des Verbands Berliner Ballspielvereine (VBB; der damals führende Fußballverband in Berlin und Brandenburg) erste Erfolge erzielen. Im Februar 1909 löste sich die Mannschaft vom Mutterverein, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Aus freundschaftlicher Verbundenheit und aus Dank übernahmen die Spieler den Namen des BTuFC, der Verein hieß fortan Union 06 Oberschöneweide. Auch die Vereinsfarben wurden übernommen, so dass das Team in der Folge in Blau-Weiß spielte.

In der Saison 1909/10 traten die Oberschöneweider erstmals als eigenständiger Verein im VBB an und spielten ab 1914 – nach drei Aufstiegen in fünf Jahren – in der höchsten Klasse in Berlin und Brandenburg, obwohl sich zu dieser Zeit der VBB mit anderen regionalen Verbänden zusammenschloss und so mehr Konkurrenz entstand. In der neuen Verbandsliga des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine wurde Union 1917 regionaler Vizemeister. Jedoch waren diese sportlichen Erfolge durch die politischen Ereignisse rund um den Ersten Weltkrieg überschattet, welche auch im Fußball ihre Spuren hinterließen und einen regelmäßigen Spielbetrieb nur eingeschränkt möglich machten. Rund 60 Prozent der damaligen Vereinsmitglieder wurden zum Militärdienst einberufen, und nur jeder Fünfte kehrte aus dem Krieg zurück.

Fast zehn Jahre spielten und trainierten die Unioner auf einem Sportplatz in der Oberschöneweider Wattstraße, bis sie 1920 in die Sportanlage Sadowa – das heutige Stadion An der Alten Försterei – in der Wuhlheide umzogen, wo sie auch heute noch beheimatet sind. Zur offiziellen Eröffnungsfeier am 7. August 1920 kam der amtierende Deutsche Meister 1. FC Nürnberg.

Im Jahr 1920 wurde Union zum ersten Mal Berliner Meister und durfte an der Endrunde für die Deutsche Meisterschaft teilnehmen. Dort scheiterte man jedoch bereits im Viertelfinale. Besser machte es der Verein drei Jahre später, als man erneut Berliner Meister wurde und nach Siegen über Arminia Bielefeld und die SpVgg Fürth das Endspiel um die Meisterschaft 1923 erreichte, bei dem sich die Spieler aber dem Hamburger SV mit 0:3 geschlagen geben mussten.

Danach konnte „Union-Ob.“ – wie der Verein von seinen Anhängern genannt wurde – zwar noch 1925 die Vizemeisterschaft in Berlin und die Teilnahme am Endspiel um den Berliner Pokal 1926 als weitere Erfolge erringen, schaffte es allerdings nicht, sich in der Spitzengruppe zu halten. Zu stark war die Konkurrenz durch finanziell besser aufgestellte Vereine wie Hertha BSC oder Tennis Borussia Berlin. So wanderten viele Spieler ab (z. B. Otto Martwig oder Karl Schulz) und Union rutschte ins Mittelfeld der Tabelle. Aus dieser Zeit resultiert auch der noch heute bekannte Schlachtruf der Union-Fans „Eisern Union“. Erstmals soll diese Anfeuerung in einem Spiel gegen Hertha BSC erklungen sein, als ein hart erkämpftes Unentschieden gegen den überlegenen Gegner noch zu Gunsten der Hertha zu kippen drohte. Der Ursprung dieses Ausrufs geht auch auf die Bezeichnung Schlosserjungs zurück, denn so wurden die Spieler aufgrund ihrer blauen Spielkleidung und ihrer überwiegenden Herkunft aus der Arbeiterklasse genannt.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde der Liga- und Spielbetrieb im deutschen Fußball stark verändert. Unter anderem wurden aus den vorher über 30 regional höchsten Ligen mit rund 600 Vereinen nun 16 Gauligen mit nur noch 160 Klubs, was qualitativ gesehen eine Steigerung bedeutete, da so in den jeweiligen Gauligen eine Leistungskonzentration stattfand. Für Union hatte dies allerdings negative Folgen, da sich dadurch der allmähliche sportliche Niedergang der letzten Jahre fortsetzte und seinen Höhepunkt in der Saison 1934/35 fand, als die „Schlosserjungs“ aus der Gauliga Berlin-Brandenburg abstiegen. Zwar gelang in der Folgesaison der Wiederaufstieg, bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges blieb Union aber nur Mittelmaß.

Mit dem Anfang des Krieges wurde Fußball wie schon zwischen 1914 und 1918 zur Nebensache und der Spielbetrieb sowie die Vereine waren durch die politische Situation stark beeinträchtigt. Erneut mussten viele Spieler an die Front und kehrten nicht mehr heim. Union gelang es in dieser Zeit, als Berliner Meister (1940) nochmals bis in die Deutsche Meisterschaftsendrunde zu kommen, schied aber in der Zwischenrunde gegen die damalige Spitzenmannschaft Rapid Wien aus. 1942 stieg man jedoch wieder ab und konnte erst 1944 in die erste Liga zurückkehren. Die folgende Saison wurde aber aufgrund des Vorrückens der Alliierten zum Ende des Krieges bedeutungslos und wurde nicht mehr beendet.

Da alle Fußballvereine in der Zeit des Dritten Reiches in nationalsozialistische Organisationen umgewandelt worden waren, wurden sie von den Besatzungsmächten nach Kriegsende verboten, um sie auf keinen Fall wieder als „Pflanzstätten soldatischer Tugend“ missbrauchen zu können. Zunächst durften sich die Vereine nur eingeschränkt neu gründen, was bedeutete, dass sie nicht den alten Namen verwenden und nur Spieler aus dem lokalen Umfeld zulassen durften. So entstanden in Berlin mehrere Sportgruppen (SG) wie beispielsweise die SG Gesundbrunnen (ehemals Hertha BSC), die SG Charlottenburg (ehemals Tennis Borussia) oder als Nachfolger Unions die SG Oberschöneweide.

Die Oberschöneweider schafften zunächst nicht den sportlichen Anschluss und qualifizierten sich 1946 nicht für die neu geschaffene eingleisige Berliner Stadtliga. Doch ab der Saison 1946/47 sorgte die Mannschaft wieder für positive Schlagzeilen und konnte einerseits den Aufstieg in die Stadtliga feiern sowie andererseits überraschend den Berliner Pokal gewinnen und im Laufe des Turniers mehrere Erstligisten aus dem Rennen werfen. In der Folgesaison hielt der Aufwärtstrend der Mannschaft an und die Berliner Meisterschaft konnte errungen sowie der Berliner Pokal verteidigt werden. In der anschließenden Endrunde war aber der FC St. Pauli im Viertelfinale zu stark: Vor 70.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion unterlag man 0:7.

Die Berliner Vereine durften ab 1948 wieder ihre alten Vereinsbezeichnungen annehmen, wobei bei Union der Einfluss der sowjetischen Besatzungsmacht erkennbar wurde, die keine „bürgerlichen“ Vereine zuließ. Daher hieß der Verein nun statt SC Union Oberschöneweide „politisch korrekt“ SG Union Oberschöneweide. Dem Erfolg des Vereins tat dies keinen Abbruch, denn er blieb weiter in Berlin konkurrenzfähig, obwohl schon viele Spieler in das finanziell lukrativere West-Berlin abwanderten.

Kurz darauf begann aber die bis dahin schwerste Krise des Klubs: Als Zweiter der Berliner Meisterschaft war die vom ehemaligen Hertha-Spieler Johannes Sobek trainierte Ost-Berliner Mannschaft für die Endrunde der deutschen Meisterschaft qualifiziert, bekam jedoch von der politischen Führung keine Erlaubnis (und keine Papiere), um nach Kiel zum Spiel gegen den Hamburger SV zu reisen. Daraufhin siedelte fast das komplette Team nach West-Berlin über und trat danach auch gegen den HSV an. Etwa zwei Wochen später gründeten die Spieler den SC Union 06 Berlin im Westteil Berlins neu.

Die in der DDR verbliebenen Mitglieder waren durch den Verlust der nahezu kompletten ersten Mannschaft stark geschwächt. Nur knapp konnte 1950/51 der Abstieg aus der DDR-Oberliga verhindert werden, wobei Union den Klassenerhalt nicht der eigenen sportlichen Stärke sondern vielmehr der Entscheidung des Deutschen Fußball-Verbands (DFV) verdankte, dass in der Oberliga mindestens zwei Ost-Berliner Mannschaften verbleiben mussten. Neben den Wuhlheidern profitierte noch der VfB Pankow davon.

Diese Entscheidung beinhaltete jedoch den Umstand, dass der Verein in die Betriebssportgemeinschaft (BSG) des VEB Transformatorenwerks Karl Liebknecht (kurz TRO) eingegliedert wurde und nun BSG Motor Oberschöneweide hieß. Auch die traditionellen Farben wurden geändert und aus dem Blau-Weiß des Vorgängers (und des „Brudervereins“ im Westen) wurde das heute charakteristische Rot-Weiß. Ein paar Wenige versuchten noch, den alten Verein mit dem Namen Union Oberschöneweide weiterzuführen, hatten dabei aber wenig Erfolg, denn nach nur zwei Jahren in der drittklassigen Bezirksliga (wobei man sich in der Saison 1952/53 mit dem SV Grünau zusammenschloss) stieg der Club weiter in die Berliner Amateurklassen ab und löste sich 1972 schließlich vollständig auf.

Zum Leidwesen der Anhänger besserte sich die sportliche Situation Unions auch als Motor Oberschöneweide nicht und in der Saison 1952/53 stieg der Verein in die zweitklassige DDR-Liga ab. Kurz darauf wurde die Mannschaft als Fußballabteilung in den SC Motor Berlin integriert, was allerdings nicht den nächsten Abstieg in die damals bestehende 2. DDR-Liga verhinderte. Wiederum nur zwei Jahre später (1957) wurde Motor Berlin mit den verschiedenen BSGen der Trägerbetriebe KWO und BAE zum TSC Oberschöneweide zusammengefasst. Dieser wiederum fusionierte 1963 mit dem SC Rotation Berlin sowie dem SC Einheit Berlin zum TSC Berlin. Die Gründe für die häufigen Namens- und Strukturwechsel waren vor allem sportpolitischer Natur und in der DDR zu dieser Zeit keineswegs unüblich. So entstand der TSC Berlin durch einen Beschluss der Bezirksleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) als ziviles Gegenstück gegenüber den Sportvereinigungen der Volkspolizei (Sportvereinigung Dynamo) und der Nationalen Volksarmee (Armeesportvereinigung Vorwärts).

Zum Leidwesen der Ost-Berliner Union führten derartige Umwandlungen zu einem Identitätsverlust bei den Fans, sodass bis zum Bau der Berliner Mauer noch viele Anhänger zur West-Berliner Union ins Poststadion in Moabit pilgerten und dem Verein in Köpenick weniger Beachtung schenkten. Die fehlende Fan-Unterstützung, den personellen Verlust aus der Flucht und die Delegierung hoffnungsvoller Talente zu den damaligen Ost-Berliner Spitzenmannschaften ASK Vorwärts Berlin (z. B. Günther Wirth, Horst Assmy und Lothar Meyer) und SC Dynamo Berlin konnte die Mannschaft lange Zeit nicht kompensieren und spielte bis 1962 in der dritten Liga (zum Vergleich: Union 06 spielte im Westen noch bis 1957 in der Spitzengruppe der Berliner Meisterschaft mit und verschwand erst 1962 nach und nach aus den obersten Ligen).

Erst danach besserten sich mit dem Aufstieg zurück in die DDR-Liga für das Team die Zeiten. In den folgenden Jahren wurde allerdings der Aufstieg in die Oberliga verpasst. In dieser Zeit übernahm Werner Schwenzfeier, der die Mannschaft wenig später zu einem ihrer größten Erfolge führte, als Trainer das Ruder.

In der Saison 1965/66 war es soweit und der Wiederaufstieg in die Oberliga war gelungen. Mit sechs Punkten Vorsprung wurden die Köpenicker überraschend klar Erster in der Liga. Diesem sportlichen Ereignis voraus gingen allerdings wieder für den Verein gravierende sportpolitische Veränderungen. In einer Neuordnung des DDR-Fußballs sollten Leistungszentren in Form von Fußballklubs gebildet werden. Dass dabei ausgerechnet das zweitklassige Team aus Oberschöneweide berücksichtigt wurde, war damals für viele verwunderlich, denn in Ost-Berlin entstanden mit dem BFC Dynamo (Nachfolger des SC Dynamo) und dem FC Vorwärts Berlin (Nachfolger des ASK Vorwärts) schon zwei Leistungszentren. Dazu sollte es ursprünglich pro DDR-Bezirk nur maximal einen Fußballclub geben dürfen. Dass das Team aus Köpenick trotzdem Berücksichtigung fand, war dem Vorsitzenden des Bundesverbands des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), Herbert Warnke, zu verdanken. Dieser forderte, für die Berliner Werktätigen einen zivilen Fußballclub einzurichten, und hatte damit Erfolg: Am 20. Januar 1966 wurde der Verein als 1. FC Union Berlin neu gegründet.

Union startete mit guten Leistungen in die erste Oberligasaison und wurde am Ende überraschend Sechster. Damit lag man – wie auch bei den inzwischen wieder gestiegenen Zuschauerzahlen – vor den anderen beiden Ost-Berliner Vereinen. Zudem konnten die Zuschauer in der Saisonvorbereitung 1967 auch internationale Gastmannschaften in Ost-Berlin erleben, denn der 1. FC Union trat im Intertoto-Pokal an.

Ein Jahr später gelang den Unionern mit dem Gewinn des FDGB-Pokals der größte Erfolg ihrer DDR-Geschichte. Im Endspiel konnte der hohe Favorit FC Carl Zeiss Jena (zu dieser Zeit amtierender DDR-Meister) besiegt werden, weshalb das siegreiche Team um Spieler wie „Jimmy“ Hoge, „Ate“ Wruck oder „Mäcki“ Lauck bis heute bei den Fans Heldenstatus besitzt.

Wegen der Ereignisse des Prager Frühlings wurden die Unioner in der darauf folgenden Saison aber um ihre Qualifikation für den Europapokal der Pokalsieger gebracht, da der DFV als Protest gegen die Neuauslosung aller Europapokalpartien mit Trennung von Ostblock- und Westblock-Staaten seine Mannschaften zurückzog. Stattdessen schaffte der 1. FC Union den Klassenerhalt nicht und stieg in die Liga ab. Im Folgejahr fing sich das Team wieder, schaffte den sofortigen Wiederaufstieg und erreichte mit dem fünften Rang in der Saison 1970/71 schließlich die beste Oberliga-Platzierung Unions aller Zeiten.

Ab dem Jahr 1971 gab es in Ost-Berlin mit dem 1. FC Union Berlin und dem BFC Dynamo nur noch zwei große Fußballvereine. Der FC Vorwärts Berlin wurde nach Frankfurt (Oder) umgesiedelt, was zur Folge hatte, dass die den Fußballclubs zur Verfügung stehenden Bezirke und deren angeschlossene Trainingszentren in Berlin und Brandenburg noch einmal neu aufgeteilt wurden. Aus diesen Trainingszentren rekrutierten die Vereine, welche 1966 als Leistungszentren ausgesucht worden waren, ihre Nachwuchsspieler und die Neuaufteilung lief nicht zufriedenstellend für die Verantwortlichen Unions. War Ostberlin vorher gedrittelt, ging das freiwerdende Drittel nun an den BFC Dynamo. Da auch die Bezirke in Brandenburg neu aufgeteilt wurden und Union hier den Bezirk Potsdam an Vorwärts abgeben musste, verfügte der Verein nun nur noch über sechs Trainingszentren (zum Vergleich: Der BFC besaß 38).

Auch aufgrund dieser Schwächung stieg Union erneut aus der Oberliga ab und verlor darüber hinaus in Reinhard Lauck einen weiteren großen Publikumsliebling (bereits 1970 musste Hoge seine Karriere bei den „Eisernen“ beenden). Ab 1973 trat der 1. FC Union in der neu strukturierten DDR-Liga an, welche nun nicht mehr über zwei sondern fünf Staffeln verfügte, aus denen die zwei Aufsteiger durch eine Relegationsrunde ermittelt wurden. Für den Verein wurde dieser Modus zum „Relegationskomplex“, da die Mannschaft zweimal hintereinander als Staffelsieger in der Aufstiegsrunde scheiterte (und auch in Zukunft mit diesem Modus oft Pech hatte). Erst 1975/76 schaffte der Verein wieder den Aufstieg.

Das Jahr 1976 brachte für Union nicht nur den Aufstieg, sondern auch mit Heinz Werner einen neuen Trainer in die Wuhlheide. Zu Beginn der Saison 1976/77 konnte das Team gleich auf Anhieb für eine Überraschung sorgen und am ersten Spieltag vor 45.000 Zuschauern im Stadion der Weltjugend den BFC Dynamo mit 1:0 schlagen. Auch das Rückspiel (ebenfalls im Stadion der Weltjugend – Union durfte gegen den BFC nicht im Heimstadion antreten) gewann Union mit 1:0. Am Ende der Saison konnte Union die Klasse halten, aber vor allem die beiden Siege gegen den bei vielen Fußballanhängern in der DDR als „Stasiverein“ verhassten BFC Dynamo bescherten Union eine Image als Kultverein und Publikumsmagneten in den 1970ern. So hatte der FCU in der Folgesaison mit durchschnittlich 17.308 Zuschauern pro Heimspiel den zweitgrößten Zuschauerschnitt hinter Dynamo Dresden. Sportlich kämpfte der Verein zwar jedes Jahr gegen den Abstieg (welcher 1978 und 1979 erneut verhindert wurde), aber durch das Image des „Underdogs“ und die Missbilligung durch die DDR-Führung war der Verein ein Sammelbecken für viele, die ihrem Unmut gegen das System Luft machen wollten. Daher stand der Verein auch unter besonderer Beobachtung der Funktionäre.

Doch trotz der vielen Zuschauer stieg man am Ende der Saison 1979/80 in die DDR-Liga ab. Auch in den Derbys gegen den BFC konnte die Mannschaft keine weiteren Erfolge verzeichnen und teilweise wurde die Mannschaft mit Ergebnissen wie 0:6 oder 0:5 regelrecht auseinandergenommen. Im FDGB-Pokal verloren die „Eisernen“ einmal sogar mit 1:8.

Nach dem insgesamt vierten Abstieg aus der Oberliga starteten die Köpenicker 1980 wieder in der Liga und scheiterten zum dritten Mal in der Relegation, sodass erst 1981/82 der Wiederaufstieg feststand. Trotzdem musste nach dieser Saison Heinz Werner seinen Platz räumen, um seinen Nachfolger Harry Nippert Platz zu machen. Die Demission des beliebten Trainers war bei den Fans sehr umstritten, da Nippert zuvor u. a. auch beim BFC Dynamo tätig war und zeitgleich auf dem Präsidentenstuhl ebenfalls ein Wechsel stattfand, welcher mit Norbert Woick dem 1. FC Union ein weiteres ehemaliges BFC-Mitglied in einer leitenden Position brachte. Für viele Union-Fans wirkten diese Personalien wie der Versuch, den Verein „von oben“ zu kontrollieren. Sowohl Nippert als auch Woick hielt es allerdings nur ein Jahr bei Union. Immerhin konnte trotz der internen Streitigkeiten 1982/83 der Abstieg vermieden werden (obwohl kein einziger Auswärtspunkt geholt wurde).

1984 ging es aber wieder runter in die Zweitklassigkeit. Dabei kam es im Abstiegskampf 1984 zu einem echten „Herzschlagfinale“: Union hatte am letzten Spieltag der Saison den direkten Abstiegskonkurrenten Chemie Leipzig mit 2:0 besiegt und belegte dadurch zusammen mit den Leipzigern punkt- und torgleich den letzten Nichtabstiegsplatz. Deswegen mussten zwei Entscheidungsspiele über den Klassenerhalt entscheiden. Nach einem 1:1 in Berlin und einem 1:2 in Leipzig stiegen die Berliner ab.

In der Folgesaison gelang der sofortige Wiederaufstieg und in der Saison 1985/86 wurde Union wieder als Favoritenschreck bekannt. Man erreichte einen siebten Rang und stellte mit Ralf Sträßer den Torschützenkönig der Oberliga (er erzielte 14 Treffer). Die größte Überraschung gelang aber im FDGB-Pokal, wo Union unerwartet das Finale erreichte und auf dem Weg dorthin Gegner wie den 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden besiegen konnte. Im Finale war der 1. FC Lokomotive Leipzig allerdings deutlich stärker und die Berliner unterlagen klar mit 1:5.

Ein weiteres Highlight für die Fans in dieser Saison war der Intertoto-Cup, in dem sich die Unioner auch mit westeuropäischen Gegnern messen konnten. Nach Spielen gegen Bayer Uerdingen, Lausanne Sport und Standard Lüttich gewann das Team aus Berlin seine Intertoto-Gruppe.

In der nächsten Saison kämpfte der Verein wieder gegen den Abstieg und erreichte am Ende der Spielzeit nur Rang elf. Knapper verlief der Abstiegskampf in der Folgesaison, als Union sich am letzten Spieltag erst in der Nachspielzeit durch das notwendige Siegtor gegen den FC Karl-Marx-Stadt auf einen Nichtabstiegsplatz rettete. In der Saison 1988/89 stieg die Mannschaft zum sechsten und letzten Mal aus der DDR-Oberliga ab, doch kurz darauf war der Sport nur noch Nebensache in der DDR: Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer und die deutsche Wiedervereinigung begann.

Die Wendezeit begann für Union mit einem Freundschaftsspiel vor 51.270 Zuschauern im Olympiastadion zunächst verheißungsvoll, denn bei dem ersten Duell der beiden Traditionsvereine seit 28 Jahren feierten Blau-Weiß (Hertha) und Rot-Weiß (Union) gemeinsam sich selbst und machten aus der Veranstaltung ein großes Fest auf den Rängen. Zu diesem Zeitpunkt lag Union in der noch bestehenden DDR-Liga mit nur einem Sieg Rückstand auf Tabellenführer Vorwärts Frankfurt auf Platz 2 und hatte noch Aussichten auf den Aufstieg. Dieser wurde am Ende der Saison jedoch verpasst, was sich ein Jahr später noch als Problem herausstellte, als es zur Vereinigung der west- und ostdeutschen Ligen kam.

Der Deutsche Fußballbund (DFB) billigte den ehemaligen DDR-Vereinen in seinen beiden Profiligen nur acht Plätze – zwei in der Bundesliga und sechs in der Zweiten Liga – zu, was vor allem an dem mangelnden Vertrauen in die Wirtschaftlichkeit der Ost-Klubs lag, da diese Probleme bei der Anpassung an den Profifußball hatten. Für die Verteilung von zwei Zweitligaplätzen wurde eine Qualifikationsrunde mit Teilnehmern aus der DDR-Oberliga und -Liga gebildet. Der 1. FC Union konnte sich in der Saison 1990/91 durch einen ersten Platz in der Liga dafür qualifizieren, scheiterte aber in seiner Relegationsgruppe und trat in der Folgesaison in der NOFV-Oberliga (damals noch die dritte Liga) an. In dieser Phase verabschiedeten sich viele Spieler in den Westen (z. B. René Unglaube, der bei Hertha anheuerte) und auch die Zuschauerzahlen brachen rapide ein.

Auch 1992 wurde der Aufstieg wieder in der Relegation verpasst, weshalb der Verein immer mehr als „unaufsteigbar“ galt. Zu Beginn der Folgesaison nahm Frank Pagelsdorf auf der Unioner Trainerbank Platz und mit ihm schien für viele Fans der Traum von der Zweiten Liga wahr zu werden. Am Ende der Saison wähnten sich alle Köpenicker am Ziel, als im alles entscheidenden Relegationsspiel der 1.nbsp;FC Union Berlin mit einem 1:0-Heimsieg gegen den Bischofswerdaer FV 08 vor über 15.000 Zuschauern den sportlichen Aufstieg schaffte. Erst später stellte sich heraus, dass eine Bankbürgschaft gefälscht worden war, um so die Lizenzauflagen des DFB zu erfüllen, woraufhin der DFB die Lizenz für die Zweite Liga verweigerte. Noch bis heute ist nicht geklärt, wer im Verein die Bürgschaft gefälscht hatte.

Auch in der Saison 1993/94 wurde Union Berlin zu Saisonende die Lizenz für die Zweite Liga durch den DFB aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit verweigert, da der Schuldenberg fast 2,56 Millionen Euro betrug. Nur ein schwacher Trost war der Gewinn des inzwischen Paul-Rusch-Pokal genannten Berliner Landespokals zum ersten Mal nach 46 Jahren sowie die Teilnahme an der deutschen Fußballamateurmeisterschaft. Union Berlin blieb in der dritten Liga und musste viele gute und somit teure Spieler verkaufen (Martin Pieckenhagen an Tennis Borussia sowie später Marko Rehmer und Sergej Barbarez an Hansa Rostock), um sich finanziell nicht vollständig zu ruinieren. Trainer Pagelsdorf verabschiedete sich ebenfalls in Richtung Rostock – und stieg dort nur wenig später mit vielen Ex-Unionern in die Bundesliga auf.

Die nächsten Jahre waren für die Unioner ein wirtschaftlicher Überlebenskampf. Sportlich war das Team zwar im oberen Tabellendrittel der Regionalliga Nordost (die neue dritte Liga) festgesetzt, doch nebenher stiegen die Schulden auch aufgrund der „Altlasten“ durch teure Spielerverträge immer weiter. In der Saison 1994/95 wurde dem Verein zum dritten Mal in Folge die Lizenz für die Profiligen verweigert (wobei die Zweite Liga diesmal auch sportlich verpasst wurde) und trotzdem handelten das Präsidium sowie das Management des Vereins weiterhin zum Teil hoch dotierte Verträge mit Spielern und Trainern aus. Bezeichnend für die Leistung des Managements war die Saison 1995/96, in welcher Union dreimal den Trainer wechselte. Trainer Hans Meyer wurde wegen Streitigkeiten mit der Führungsebene entlassen, als die Mannschaft nach acht Siegen und zwei Unentschieden auf Tabellenplatz zwei stand.

Im Februar 1997 schien der Verein endgültig zu Grunde gewirtschaftet zu sein und in der Presse stand zu lesen, dass der Konkurs schon unabwendbar sei. Die Fans des FCU organisierten sich und marschierten bei einer großen Rettet-Union-Demonstration (etwa 3.000 Fans waren anwesend) durch das Brandenburger Tor – erfolgreich, denn der Sportartikelhersteller Nike schloss einen Sponsorenvertrag über fünf Jahre mit Union ab und so wurde die Pleite vorerst noch abgewendet. Immerhin machten die Köpenicker auch ein paar sportliche Schlagzeilen und erreichten das Finale des Paul-Rusch-Pokals, wo sie aber gegen die Reinickendorfer Füchse verloren.

Der Abwärtstrend ging zunächst weiter und Spieler sowie Trainer verließen Union, weil sie entweder nicht pünktlich das Gehalt bekamen oder keine sportliche Zukunft mehr sahen. Das Präsidium war zerstritten aufgrund der finanziellen Lage (rund 2,56 Millionen Euro Schulden, davon rund 256.000 Euro kurzfristige Verbindlichkeiten). Nur die Mannschaft spielte in der Regionalliga oben mit und die Fans versuchen weiterhin, ihren Verein zu retten, indem sie in der Öffentlichkeit sammeln gingen (mit der Aktion „Fünf Mark für Union“) oder das Spiel gegen TeBe im Mommsenstadion boykottierten, um die Kartenpreise dem Verein zu spenden. Erst im Januar 1998 nahte durch das wirtschaftliche Engagement von Michael Kölmel und seiner Firma Kinowelt die finanzielle Rettung. Außerdem durften die Union-Fans einen prominenten Neuzugang begrüßen: Die bekannte Musikerin Nina Hagen sang für den Verein eine neue Vereinshymne.

Der FCU startete in die Saison 1998/99 erstmals seit Jahren ohne große Existenzsorgen, landete am Ende nur auf Platz sechs. In der Saison 1999/2000 ging es mit dem neuen Trainer Georgi Wassilew besser, denn der „General“ führte die Mannschaft zur Meisterschaft in der Regionalliga und damit in die Relegation um den Zweitligaaufstieg gegen den Meister der Regionalliga Nord. Aber der Klub scheiterte erneut in der Relegation, diesmal gegen den VfL Osnabrück im Elfmeterschießen (Hin- und Rückspiel endeten jeweils 1:1). In der folgenden Amateurmeisterschaft um den verbliebenen Aufstiegsplatz brauchten die Wuhlheider im entscheidenden Spiel gegen LR Ahlen ein Unentschieden um aufzusteigen, doch auch dieses verloren sie mit 1:2.

Erst in der Saison 2000/01 stieg der Verein aus der Regionalliga Nord in die Zweite Bundesliga auf. Diese und die darauffolgende Saison waren für Union Berlin die erfolgreichste Zeit seit der Wiedervereinigung, denn 2001 erreichte man nach einem 6:4-Sieg nach Elfmeterschießen im Halbfinale des DFB-Pokals über Borussia Mönchengladbach das DFB Pokalfinale 2001 und unterlag erst dort dem Bundesliga-Zweiten FC Schalke 04 mit 0:2.

Da der FC Schalke 04 aber als Vize-Meister für die Champions League startberechtigt war, durfte Union dennoch in der Folgesaison erstmals im Europapokal spielen und qualifizierte sich als erster und bisher einziger deutscher Drittligist für den UEFA-Pokal. Dort erreichten die Spieler durch ein 1:1 und einen 3:0-Sieg gegen den finnischen Vertreter Haka Valkeakoski die zweite Runde, wo die Mannschaft gegen die bulgarische Mannschaft Litex Lowetsch ausschied.

Der Verein spielte insgesamt drei Jahre in der Zweiten Bundesliga. Im ersten Jahr erreichte die Mannschaft einen überraschenden sechsten Platz und verdarb unter anderem am letzten Spieltag durch einen 3:1-Heimsieg dem FSV Mainz dessen schon sicher geglaubten Aufstieg. Auch die Saison 2002/03 beendete der Verein auf einem einstelligen Tabellenplatz (der Verein wurde Neunter), jedoch hatte die Saison einen für viele Fans unrühmlichen Höhepunkt, als am 7. Oktober 2002 das Team mit 0:7 beim 1. FC Köln verlor, weshalb Wassilev eine Woche später seinen Hut als Trainer nehmen musste. Sein Nachfolger wurde Mirko Votava, doch auch er wurde in der Saison 2003/04 durch einen neuen Trainer ersetzt, weil Union an das Tabellenende abgerutscht war. Neuer Coach wurde der bei Fortuna Düsseldorf berühmt gewordene Aleksandar Ristić, welcher aber nicht mehr verhindern konnte, dass der 1. FC Union als Tabellensiebzehnter in die Regionalliga Nord absteigen musste.

Auf eine der erfolgreichsten Epochen in der Geschichte von Union Berlin folgte im Jahr 2005 der wohl tiefste Fall, als der Zweitligaabsteiger gleich noch eine Liga nach unten durchgereicht wurde und in der Oberliga landete. Vier verschiedene Trainer konnten den Absturz nicht aufhalten. Auch die Finanzen bereiteten dem Verein wieder Sorgen, da die für die Lizenz der Saison vom DFB geforderten Liquiditätsreserven in Höhe von 1,46 Millionen Euro erneut nur durch Spenden zusammen bekommen werden konnten (u. a. durch den Spendenaufruf „Bluten für Union“). Den Klub drückten neben den kurzfristigen Verbindlichkeiten von rund 720.000 Euro auch die langfristigen Schulden beim ehemaligen Retter Michael Kölmel, bei dem der Verein mit rund 15 Millionen Euro in der Schuld stand (wobei die Zahlungen bis 2010 gestundet sind).

Jedoch konnte sich der Verein in der Folgesaison wieder regenerieren, sicherte sich bereits vier Spieltage vor Saisonende den Aufstieg aus der Oberliga Nordost Nord und verzeichnete außerdem mit knapp 6.000 Zuschauern pro Heimspiel einen für die vierte Liga sehr hohen Zuschauerschnitt. Die Höhepunkte dieser Saison bildeten sicherlich die beiden Stadtderbys gegen den alten Rivalen BFC Dynamo wobei die beiden Spiele sehr unterschiedlich abliefen.

Hieß es im Hinspiel an der Alten Försterei vor 14.020 Zuschauern noch 8:0 für Union, was ein Rekordergebnis gegen Dynamo bedeutete, so wurde das vom Großteil der Union-Fans boykottierte Rückspiel im Sportforum vor fast 6.500 Zuschauern beim Stand von 1:1 abgebrochen, nachdem Anhänger des BFC Dynamo die Absperrungen zum Stadioninnenbereich überwunden und versucht hatten, sich Zugang zum Gästeblock, in dem die Union-Fans untergebracht waren, zu verschaffen. Im Nachhinein wurde das Spiel mit 2:0 für den 1. FC Union gewertet.

Ein weiteres „Andenken“ an die Oberliga-Saison war der Trainer Christian Schreier, den die Unioner vom Ligakonkurrenten MSV Neuruppin weglocken konnten und mit welchem es der Mannschaft gelang, in der Saison 2006/07 in der Regionalliga die Klasse zu halten, wobei der Saisonverlauf einer Achterbahnfahrt glich. Zunächst konnte die Mannschaft überraschen und war nach dem 11. Spieltag Tabellenführer, danach folgte allerdings eine sportliche Negativserie u. a. mit fünf Niederlagen in Folge, die erst zur Rückrunde beendet werden konnte, was die Aufstiegshoffnungen erneut in die Höhe trieb. Trotzdem verkündete Trainer Schreier überraschend, dass er zum Saisonende aus persönlichen Gründen sein Amt niederlegen werde. In der Folgezeit verlor die Mannschaft mehrere Spiele hintereinander und geriet sogar kurzzeitig in Abstiegsgefahr. Im Berliner Landespokal feierte das Team dagegen durchweg Erfolge und gewann diesen im Finale mit 7:0 gegen den benachbarten Verbandsligisten Köpenicker SC. Anders als die bisherigen Finalspiele im Berliner Pokal fand das Endspiel nicht im Jahnsportpark sondern auf Wunsch beider Vereine an der Alten Försterei statt.

In der abgelaufenen Saison gelang der Mannschaft unter Schreiers Nachfolger Uwe Neuhaus die Qualifikation für die neue 3. Profiliga. Zwar erwischte das Team nach einer vielversprechenden Saisonvorbereitung (u. a. wurde der ehemalige englische Meister Leeds United in einem Freundschaftsspiel 2:0 geschlagen), in welcher sich der Verein mit den früheren Bundesliga-Spielern Michael Bemben, Marco Gebhardt und Macchambes Younga-Mouhani verstärkt hatte, zunächst einen Fehlstart. Im Verlaufe der Saison stabilisierten sich die Leistungen jedoch, sodass Union sich vorzeitig die Drittligaqualifikation sicherte und am Ende sogar Chancen auf den Zweitligaaufstieg hatte. Dieser wurde jedoch nach zwei Niederlagen in den letzten beiden Heimspielen (gegen den 1. FC Magdeburg und im „Aufstiegsfinale“ gegen den direkten Konkurrenten Rot-Weiß Oberhausen) verpasst.

Die größte Enttäuschung mussten die Fans im Berliner Pokal erleben, als das Team im Halbfinale überraschend gegen den Fünftligisten VfB Hermsdorf nach Elfmeterschießen unterlag. Dadurch wurde die Chance auf die Qualifikation für den DFB-Pokal der Folgesaison verpasst und somit auch die Chance auf einen ähnlich attraktiver Gegner wie Eintracht Frankfurt, gegen die Union in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 1:4 unterlag.

Bereits vor dem Beginn der aktuellen Saison konnte der 1. FC Union einen großen Erfolg feiern, als nach jahrelangen Verhandlungen und Planungen endlich die Sanierungsarbeiten am Stadion An der Alten Försterei begannen. Diese sehen in der ersten Sanierungsphase die Renovierung der Stehränge sowie zahlreicher Gebäude und Zäune auf dem Stadiongelände vor. Außerdem werden die Stehränge eine Überdachung erhalten. Aufgrund der Bauarbeiten hat der Verein seine Heimspiele in der Herbstserie 2008 im Jahnsportpark in Prenzlauer Berg ausgetragen.

Trotz dieser – von den Fans gefühlten – zusätzlichen „Auswärtsspiele“ wies die Mannschaft zum Abschluss der Hinrunde die beste Heimbilanz (sieben Siege, drei Unentschieden, keine Niederlage) aus und belegte mit 39 Punkten sowie 33:15 Toren den zweiten Tabellenrang hinter dem SC Paderborn 07. In der bereits im Dezember 2008 gestarteten Rückrunde wurden bisher (Stand: 17. Februar 2009) zwei Siege und ein Unentschieden erzielt, womit der Verein nach dem 22. Spieltag mit 46 Punkten (13 Siege, sieben Unentschieden sowie zwei Niederlagen) und 37:15 Toren Platz eins der Tabelle belegt.

Neben dem Gewinn des Berliner Landespokals (hier hat der Verein bisher das Viertelfinale erreicht) wurde von der Vereinsführung als weiteres sportliches Ziel der Aufstieg in die zweite Bundesliga ausgegeben.

Bevor Union im Jahr 1910 die erste feste Spielstätte in der Wattstraße am nordwestlichen Ende von Oberschöneweide (südwestlich der heutigen Trabrennbahn Karlshorst) bekam, hatte die Mannschaft auf dem heutigen Gelände der AEG sowie auf dem Gelände der N.A.G. gespielt.

Zehn Jahre spielte der Verein in der Wattstraße, bevor die Mannschaft 1920 dem Wohnungsbau weichen musste und in den Südosten Oberschöneweides umzug: Kurz vor dem Ortseingang von Köpenick am Rande der Wuhlheide entstand das Stadion An der Alten Försterei. Zunächst waren die Vereinsmitglieder nicht sehr erfreut über den Umzug, da die neue Sportanlage relativ weit außerhalb des Ortes lag. Daher wurde in der Folgezeit bei Siegen Unions oft von der „Rache für Sadowa“ gesprochen. Der Name Sadowa resultierte aus dem gegenüber dem Stadion gelegenen Restaurant und war eine Anspielung auf die Schlacht von Königgrätz im Deutschen Krieg von 1866, und den österreichischen Racheschwur, den die Franzosen sich zu eigen machten. Des Weiteren stand der Name auch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts für die Wuhlheide selbst.

Das anfangs 10.000 Zuschauer fassende Stadion blieb bis in die 1970er Jahre relativ unverändert. Danach wurden umfangreiche Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, welche die Kapazität auf 22.500 Plätze erhöhten und der Anlage einen Ansageturm sowie eine elektronische Anzeigetafel (welche heute allerdings nicht mehr existiert) brachten. An den Umbaumaßnahmen waren Spieler, Funktionäre und Fans des Vereins unentgeltlich beteiligt. Im Jahr 2000 kam es zu erneuten Baumaßnahmen, deren Resultat eine überdachte Sitzplatztribüne war. Die Zuschauerkapazität musste allerdings aufgrund von Sicherheitsauflagen des DFB auf 18.100 Zuschauer zurückgestuft werden.

Im Januar 2007 wurden vom Verein die Planungen zur lange verzögerten Modernisierung des Stadions bekannt gegeben. Die Stehränge sollten renoviert und überdacht, die Haupttribüne komplett neu gebaut und mit Logen ausgestattet werden. Außerdem sollte im Stadion eine Rasenheizung und Videowand sowie außerhalb der Arena 450 Parkplätze installiert werden. Die Kosten für die später 23.000 Zuschauer fassende Spielstätte wurden auf circa 17 Millionen Euro geschätzt. Das Projekt ließ sich jedoch in dieser Form nicht realisieren, da die Übereignung des Stadiongeländes vom Land Berlin an den Verein für den symbolischen Preis von einem Euro – eine der Hauptvoraussetzungen für den Umbau – durch die Europäische Union aufgrund des Verdachts zu hoher Subventionierung nicht genehmigt wurde. Nach weiteren Verhandlungen zwischen dem 1. FC Union und dem Land Berlin darüber, wie das Land (als Besitzer der Immobilie) die Aufrechterhaltung des Spielbetriebs für die zweite oder dritte Liga gewährleisten kann, wurden nach dem Abschluss der Saison 2007/08 mit allen dafür notwendigen Baumaßnahmen begonnen sowie Anfang September ein Erbbaurechtvertrag für das Stadion abgeschlossen. Die in mehrere Phasen unterteilten Umbaumaßnahmen dauern derzeit (Stand: Februar 2009) noch an, sodass der Verein seit dem Beginn der Saison 2008/2009 seine Heimspiele im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark austrägt.

Der größte Rivale des 1. FC Union ist historisch gesehen der BFC Dynamo. Beide Vereine verbindet eine langjährige tief verwurzelte gegenseitige Abneigung, die bei den Anhängern häufig auch in Hass umschlägt. Die Spiele der beiden Vereine gegeneinander galten in der Vergangenheit als besonders risikoreich und wurden nicht selten von gewalttätigen Auseinandersetzungen begleitet. Daran hat sich bis heute nicht viel verändert, auch wenn die beiden Vereine aufgrund der sportlichen Gegebenheiten nur noch selten aufeinander treffen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Auf der einen Seite resultiert die Rivalität aus der geografischen Nähe und dem damit verbundenen Derbycharakter von Spielen gegeneinander. Auf der anderen Seite kommen jedoch noch besondere geschichtliche und sportpolitische Aspekte hinzu.

Der BFC wurde als Sportverein für Polizei, Zoll und Staatssicherheit gegründet und erhielt dadurch in der DDR Unterstützung durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), der Stasi, weswegen der Verein bis heute noch von gegnerischen Fans als „Stasiklub“ angesehen wird. Union dagegen wurde vom FDGB sowie dem Trägerbetrieb des Vereins – dem VEB Kabelwerk Oberspree Berlin (kurz KWO) – unterstützt, jedoch nicht in einem so umfangreichen finanziellen und materiellen Rahmen wie der BFC durch das MfS. Auf sportlicher Ebene arbeiteten beide Vereine insofern zusammen, als dass Spieler vom 1. FC Union zum BFC Dynamo und umgekehrt delegiert wurden. Dies geschah jedoch mit dem Ziel, eine Leistungskonzentration beim BFC herbeizuführen. So wechselten viele hoffnungsvolle Talente vom FCU zum BFC und im Gegenzug erhielt Union meist Spieler, die ihren Leistungszenit bereits überschritten hatten (wobei es auch Ausnahmen gab, wie z. B. Olaf Seier, der an der Alten Försterei für die Fans zum Idol wurde, oder Ralf Sträßer).

Darüber hinaus war Union von einigen für viele Vereins-Mitglieder fragwürdigen Entscheidungen betroffen. So durften die Köpenicker ab der Saison 1976/77 ihre Heimspiele gegen den BFC nicht mehr an der Alten Försterei austragen, sondern mussten ins Stadion der Weltjugend umziehen. Dies wurde zunächst mit dem großen Zuschauerinteresse begründet, jedoch blieb der Beschluss auch in den 80ern bestehen, als die Derbys schon weitaus weniger Publikum anzogen. Dazu kamen noch umstrittene Schiedsrichterentscheidungen (z. B. durch den Schiedsrichter Adolf Prokop) zugunsten des BFC, die den Eindruck von Betrug erweckten. Daher wurde der BFC sowohl damals wie auch heute oft als „Schiebermeister“ bezeichnet. Doch genau diese „Unterdrückung“ war es jedoch, die für viele den besonderen Reiz ausmachte, sich zu Union zu bekennen. Sie wirkte damit identifikationsstiftend.

Tennis Borussia Berlin (oder kurz TeBe) war in den 1990er Jahren der zweite große Rivale des FC Union neben dem BFC Dynamo. Dies hing vor allem mit dem Lizenzentzug 1993 zusammen, als Union nicht in die Zweite Bundesliga aufsteigen durfte und TeBe stattdessen den Vorzug erhielt. Ein Mitglied des damaligen Union-Sponsors GHUT, Dr. Gütter, informierte Jack White – zu dieser Zeit Präsident von TeBe – über die gefälschte Bankbürgschaft, woraufhin TeBe dies beim DFB meldete. Eine Weile hielt sich das Gerücht, dass Gütter von Tennis Borussia dafür eine nicht geringe Summe erhalten haben soll. Die Union-Fans fühlten sich verraten und benachteiligt, auch deshalb, weil TeBe mit dem ehemaligen Schlagerproduzenten White im Gegensatz zu Union finanziell sehr potent war und in der Folgezeit einige Spieler von Union weglockte (wie Martin Pieckenhagen und Jens Henschel). Daneben wurden auch viele Ost-West-Klischees aufgegriffen und TeBe von vielen Union-Fans als der reiche, vom DFB und den Sponsoren bevorzugte Klub aus dem Westen angesehen. Inzwischen hat sich das Verhältnis der beiden Vereine wieder normalisiert.

Zu DDR-Zeiten gab es zwischen Union und Hertha BSC eine Art Fanfreundschaft. So kamen viele Herthaner nach Ost-Berlin, um Union-Heimspiele zu besuchen und im Gegenzug fuhren die Unioner 1979 mit den Herthanern zu deren Europapokal-Auswärtsspiel nach Prag. In der Nachwendezeit erlebte die Freundschaft ihren Höhepunkt mit dem Freundschaftsspiel im Berliner Olympiastadion vor über 50.000 Zuschauern, doch ebbte die gegenseitige Zuneigung danach langsam ab und inzwischen sind die beiden Vereine mehr sportliche Konkurrenten (wenn auch nicht in der gleichen Liga).

Der „Bruderverein“ aus West-Berlin und Nachfolger von Union Oberschöneweide, SC Union 06 Berlin, wurde in der Zeit vor dem Bau der Berliner Mauer sehr zahlreich von den Ost-Berlinern unterstützt. Nach der Wende gab es Überlegungen bei beiden Vereinen, sich wieder zu vereinen. So sollte die Jugendabteilung des 1. FCU in die unterklassige Männermannschaft des SCU eingegliedert werden, was eine Saison (1992/93) funktionierte, danach aber eingestellt wurde, da der SC Union noch geringere finanzielle Mittel als der 1. FC Union hatte. 1995 kam es zu Konflikten zwischen beiden Vereinen, als der SCU das Erbbaurecht auf das Stadion An der Alten Försterei für sich beanspruchte (mit der Begründung einzig legitimer Nachfolger des SC Union 06 Oberschöneweide zu sein). Die Blau-Weißen konnten sich damit jedoch nicht durchsetzen, spielten nur eine Saison lang in Köpenick (im Ernst-Thälmann-Stadion) und zogen danach wieder ins angestammte Poststadion um. Das Verhältnis kann inzwischen wieder als freundschaftlich bezeichnet werden. Am 20. Mai 2006 kam es – anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Vereinsgründung – zu einem Freundschaftsspiel an der Alten Försterei.

Der 1. FC Union betreibt seit 1990 eine Frauenfußballabteilung. In diesem Jahr wechselten die Fußballerinnen der aufgelösten BSG Kabelwerk Oberspree Berlin zu Union und nahmen in ihrer ersten Saison 1990/91 an der letzten DDR-Frauenfußballmeisterschaft teil. Sie belegten den achten Rang und qualifizierten sich damit für die neugeschaffene zweitklassige Oberliga Nordost (die heutige Regionalliga Nordost), schafften aber in der Folgesaison den Klassenerhalt nicht.

Erst 2001 stieg die Mannschaft wieder in die Regionalliga auf. In der ersten Saison wurde man nur Vorletzter, durfte aber wegen des Aufstiegs von Tennis Borussia Berlin in der Liga verbleiben, woraufhin einige Jahre im Mittelfeld der Tabelle folgten. 2005 schafften die Unionerinnen das Kunststück, als Tabellenachter 21 Punkte Vorsprung zum Neuntplatzierten Chemnitzer FC zu haben.

In der Saison 2006/07 gelang dem Team der Aufstieg in die Zweite Bundesliga, welche seit 2004 als Unterbau zur Bundesliga existierte. Am letzten Spieltag überholten die Unionerinnen durch einen Sieg im direkten Duell die Mannschaft des Magdeburger FFC und sicherten sich so die Meisterschaft in der Regionalliga, welche allerdings nicht mehr aufstiegsentscheident war, da die Magdeburgerinnen keine Lizenz für die Zweite Liga beantragten. Außerdem konnten die Berlinerinnen den Landespokal erfolgreich verteidigen. In der Folgesaison konnte knapp die Klasse in der Nordstaffel der zweiten Liga gehalten werden.

Die zweite Frauenmannschaft ging in der Saison 2005/06 in den Spielbetrieb und schaffte in nur zwei Jahren den Durchmarsch von der Bezirksliga bis in die höchste Spielklasse Berlins - die (bundesweit viertklassige) Verbandsliga. Im Nachwuchsbereich hat der Verein drei Mädchenmannschaften im Spielbetrieb.

Die Spuren der zweiten Männermannschaft lassen sich bis in die 1950er Jahre zurückverfolgen. Von 1956 bis 1976 war sie durchgängig in der Bezirksliga Ost-Berlin – der zunächst viert-, später dritthöchsten Spielklasse im DDR-Fußball – vertreten und konnte in den Jahren 1966, 1969 und 1975 sogar den Ost-Berliner Meistertitel erringen. Der damit verbundene Aufstieg in die DDR-Liga blieb den Union-Amateuren aber verwehrt: 1966 waren Reservemannschaften noch nicht aufstiegsberechtigt; 1969 sowie 1975 spielte die erste Männermannschaft bereits in der DDR-Liga. Zwischen 1976 und 1983 wurden die Reservemannschaften der Oberligisten in eine eigene Nachwuchsoberliga ausgegliedert, sodass Union II erst nach der Saison 1979/80 – als die Männermannschaft aus der Oberliga in die Liga abstieg – wieder in der Bezirksliga spielte. Wiederum zwei Jahre später wechselte die Reserveelf aufgrund des Aufstiegs der ersten Mannschaft wieder in die Nachwuchsoberliga, nur um in der Folgesaison nach der Auflösung der Nachwuchsoberliga in die Bezirksliga zurückzukehren. Dort blieb sie (mit Ausnahme der Saison 1989/90, als erneut der Versuch einer separaten Nachwuchsmeisterschaft unternommen wurde) bis 1991. Weitere erwähnenswerte Erfolge der Reservemannschaft zu DDR-Zeiten sind zudem die drei Siege im Ost-Berliner FDGB-Bezirkspokal 1970, 1974 und 1985 sowie die damit verbundenen Teilnahmen an den darauf folgenden FDGB-Pokal-Wettbewerben. Dabei konnte das Team zwei Mal bis ins Achtelfinale vordringen (1971 und 1986).

Nach der sportlichen Wiedervereinigung Berlins wurde die Reserve 1991 zunächst in die Oberliga-Reserve-Staffel eingegliedert. Ein Jahr später wurden einige Spieler im Zuge der Kooperation mit dem SC Union 06 Berlin dorthin abgegeben, um höherklassige Erfahrungen zu sammeln. Diese Kooperation endete aber bereits nach einem Jahr. Nach dem vermeintlichen Aufstieg der ersten Männermannschaft in die zweite Bundesliga sollte die Reserve zur Saison 1993/94 in die Berliner Landesliga eingegliedert werden. Nach dem Lizenzentzug des Vereins für die zweite Liga startete man stattdessen in der untersten Berliner Spielklasse – der Kreisliga C – praktisch neu. Dabei wurde die Mannschaft teilweise sogar von Spielern der Fanclub-Mannschaften verstärkt. Erst 1995 gelang der Aufstieg in die Kreisliga B und damit der Startschuss für eine Erfolgsserie: Innerhalb der folgenden sechs Jahre stieg „Union Zwee“ (wie die Mannschaft von den Fans genannt wird) viermal auf, bis man schließlich in der Verbandsliga Berlin landete. Dort konnte sich das Team zwei Jahre lang behaupten, bevor es 2003 wieder in die Landesliga hinabging. Seit dem Wiederaufstieg 2004 ist Union II im Tabellenmittelfeld der Verbandsliga etabliert und erreichte in den Folgesaisons die Plätze acht (2005), neun (2006), zwölf (2007) und sechs (2008).

Die größten Jugend-Erfolge zu DDR-Zeiten konnte Unions Vorgängerverein TSC Oberschöneweide erringen, als 1960 der DDR-Jugend-Pokal (B-Jugend) und 1961 der DDR-Junioren-Pokal (A-Jugend) gewonnen werden konnten. Darüber hinaus erreichte der 1. FC Union 1985 den zweiten Platz in der DDR-Jugendmeisterschaft. Nach der Wende gelang es den A-Junioren in der Saison 2004/05 sich für die höchste A-Jugend-Liga in Deutschland, die U19-Bundesliga (Staffel Nord/Nordost), zu qualifizieren. Nach der Folgesaison mussten die Junioren jedoch wieder absteigen. Erst zwei Jahre später gelang erneut der Sprung aus der Regionalliga Nordost in die Bundesliga. Die B-Junioren schafften 2003 den Sprung in die B-Jugend-Regionalliga Nordost (die zweithöchste Liga im deutschen B-Junioren-Fußball) und spielen seitdem dort. In der Saison 2007/08 scheiterten sie knapp am Aufstieg in die U17-Bundesliga, als sie am letzten Spieltag der Saison gegen den direkten Aufstiegskonkurrenten Hertha Zehlendorf verloren.

Im Laufe der Jahre konnte der Verein eine Reihe von begabten Spielern und Talenten ausbilden. Zu den bekanntesten davon zählen Lutz Hendel, Oskar Kosche, Uwe Borchardt, Christian Beeck oder Nico Patschinski. Einer der bekanntesten Juniorenspieler der letzten Jahre ist der aktuelle deutsche Nationalspieler Robert Huth. Er spielte von 2000 bis 2001 bei den Köpenickern, bevor er im Alter von 16 Jahren den Verein verließ und zum FC Chelsea wechselte. Ein weiterer ist der Unioner Florian Müller, welcher in der Saison 2004/05 vom DFB zum besten U19-Nachwuchsspieler gewählt und mit der Fritz-Walter-Medaille geehrt wurde. Der U19-Nationalspieler wechselte 2006 zum FC Bayern München und spielt aktuell (Stand: 2008/09) beim Zweitligisten Alemannia Aachen spielt.

Aber auch im aktuellen Drittliga-Kader der „Eisernen“ befindet sich eine Vielzahl von Spielern, die der Verein aus dem eigenen Nachwuchsbereich gewonnen hat, so z. B. Torhüter Jan Glinker, Abwehrspieler Steven Ruprecht oder Mannschaftskapitän Daniel Schulz. Schulz brachte es zudem auf zwei Einsätze in der U21-Nationalmannschaft.

Die Anhängerschaft Unions war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts größtenteils von Arbeitern geprägt, was vor allem daran lag, dass Oberschöneweide sich ab 1889 zu einem industriellen Ballungsgebiet entwickelte (z. B. durch die Ansiedlung des Unternehmens AEG).

Ihren Ruf erwarb sich die Fangemeinde in den 1970er und 1980er Jahren in der DDR, als die Union-Fans besonders zahlreich auftraten und als reisefreudig (in der Regel begleitete eine große Anhängerschaft den FCU bei Auswärtsfahrten), lautstark und vor allem unangepasst galten. Nach der Ansicht vieler war Union als Rivale und Gegenstück zum staatlich aufgebauten und subventionierten BFC Dynamo ein Sammelbecken für alle, die dem DDR-Alltag kritisch gegenüberstanden. So befanden sich neben den Arbeitern auch Hippies, Punks oder (in den 1980er Jahren ins rechtsradikale Milieu abdriftende) Skinheads im Stadion.

Wie wichtig Fans für einen Fußballverein sein können, zeigte sich für den 1. FC Union Ende der 1990er Jahre: Als der Verein finanziell vor dem Aus zu stehen schien, waren es die Fans, die durch verschiedene Aktionen potentielle Geldgeber auf die Situation des Vereins aufmerksam machten und auch selbst durch Spenden ihren Anteil leisteten. Es wurde beispielsweise eine Demonstration unter dem Motto „Rettet Union!“ durch das Brandenburger Tor organisiert, an der sich rund 3.000 Anhänger beteiligten. Das Engagement der Fans ging sogar soweit, dass der langjährige Fan Andreas Freese in den Aufsichtsrat des Vereins gewählt wurde – ein Novum bis dahin. Es waren Anhänger wie er, die in den folgenden Jahren ihren Teil dazu beitrugen, dass der Verein finanziell überleben konnte. Wie hoch das Ansehen Freeses im Verein und bei den Fans war, zeigte sich nicht zuletzt durch die große Anteilnahme, als er im Januar 2007 überraschend und tragisch verstarb.

Gemessen an den wenigen sportlichen Erfolgen sowie der großen sportlichen wie kulturellen Konkurrenz in der Hauptstadt besitzt der Verein heute eine treue und große Fanbasis. So hat Union 5.309 Mitglieder (Stand: 11. September 2008; zum Vergleich: Der mehrmalige deutsche Meister und Pokalsieger 1. FC Nürnberg hat rund 8.500) und ist damit der zweitgrößte Fußballverein in der Hauptstadt.

Im Vorfeld der Saison 2004/05 erwiesen sich die Fans für den Verein als eine wichtige Stütze. Für die Spielgenehmigung in der Regionalliga benötigte Union eine Liquiditätsreserve von 1,46 Millionen Euro, welche der Verein allein nicht aufbringen kann. Daraufhin gründeten die Fans die Initiative Bluten für Union mit dem Ziel, den Verein bei der Beschaffung des Geldes zu unterstützen. Das Wort Bluten war in diesem Zusammenhang wörtlich zu nehmen, denn die Fans wurden dazu aufgerufen, Blut zu spenden und das erhaltene Geld dem Verein zukommen zu lassen.

Neben dieser fanden noch weitere Aktionen statt, um Geld zu sammeln, darunter T-Shirt-Verkäufe, Rock-Konzerte oder ein Benefiz-Spiel gegen die „Blutsbrüder“ vom FC St. Pauli. Außer den Fans beteiligten sich Firmen und andere Fußballvereine (bzw. deren Fangruppen) durch Spenden an der Rettung des Vereins. Daneben unterstützten zahlreiche Prominente wie der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit oder der ehemalige Berliner Wirtschaftssenator Gregor Gysi die Kampagne.

Zum Ablauf der vom DFB gestellten Frist erwies sich die Aktion als Erfolg, denn der Verein erhielt die Spielgenehmigung.

Im Gegensatz zu den Anhängern anderer Fußballvereine pflegen die Union-Fans keine einheitliche Fanfreundschaft mit anderen Fangruppen, sondern verhalten sich in dieser Thematik überwiegend heterogen. So verbindet einige Unioner mit den Fans des FC Schalke 04 seit dem DFB-Pokalfinale 2001 eine Freundschaft, andere Anhänger der Köpenicker pflegen wiederum die alten Kontakte zur Hertha-Fanszene. Darüber hinaus existieren auch vereinzelt Verbundenheiten mit dem FC St. Pauli, dem FC Sachsen Leipzig oder unterklassigen Vereinen aus dem regionalen Umfeld, wie beispielsweise mit dem SV Germania 90 Schöneiche, bei dem viele ehemalige Union-Spieler wie Jens Härtel, Tom Persich oder Uwe Borchardt ihre Karriere ausklingen lassen.

Einige eishockeybegeisterte Union-Fans unterstützen die Mannschaft des Berliner Schlittschuhclubs und engagieren sich darüber hinaus seit Dezember 2005 auch finanziell beim deutschen Eishockey-Rekordmeister – speziell die Fangruppierung Eiserne Kameraden, welche Trikotsponsor des BSchC ist.

Analog zu vielen anderen Fangruppen in den späten 1970er und 1980er Jahren (sowohl in der DDR als auch europaweit) waren die Union-Anhänger häufig in gewalttätige Auseinandersetzungen mit anderen Fans verwickelt. Besonders bei den Derbys gegen den BFC waren Schlägereien eher die Normalität als die Ausnahme. Jedoch hat sich die Gewaltbereitschaft des Union-Anhangs seit der Wende zurückentwickelt. So wurden im Jahr 2008 dem FCU „nur“ rund 30 Fans der Kategorie C zugeordnet. Dennoch gelten besonders Spiele gegen ehemalige DDR-Oberligisten für die Polizei als „Risikobegegnungen“.

In den 1980er Jahren wurde der Verein auch von Rechtsextremen als Plattform genutzt und es waren häufiger rassistische Äußerungen aus der Fanszene zu vernehmen. Zurückzuführen war dies vor allem auf den erhofften Effekt der Provokation gegen die Staatsmacht. Diese Entwicklung in der Fanszene fand in dieser Zeit auch bei vielen anderen Vereinen der DDR statt. Ebenso wie die Gewaltbereitschaft hat sich auch dieses Phänomen seit der Wiedervereinigung zurückentwickelt.

Am 23. Februar 2007 nahm der 1. FC Union einen sogenannten Antidiskriminierungspassus in die Hausordnung auf, in dem das grundsätzliche Recht aller auf Nichtdiskriminierung bekräftigt und es zudem verboten wurde, „rassistische, fremdenfeindliche oder radikale Propagandamaterialen und Parolen zu verbreiten, insbesondere durch rechtsradikale Materialen, rechtsradikale Parolen oder durch Gesten eine rechtsradikale Haltung kundzugeben“. Der Verein verfügt damit über eine rechtliche Grundlage bei Zuwiderhandlung.

Der 1. FC Union Berlin unterhält eine eigene Fanliga, die Union-Liga, die inzwischen auf fünf Spielstaffeln angewachsen ist. Dieses Ligensystem entstand 1981 auf Initiative einiger Union-Fanclubs, die sich außerhalb des DTSB der DDR organisieren wollten, und war zu der Zeit die erste Ostdeutsche Amateurmeisterschaft. Infolge der schnell steigenden Anzahl an Teams wurde ab 1983/84 in mehreren Staffeln gespielt (zunächst zwei), und ab 1984/85 gab es Auf- und Abstiege zwischen den einzelnen Ligen. Höhepunkt der 1980er Jahre war die Saison 1988/1989, in der sich 34 Teams anmeldeten. Nach einer zwischenzeitlichen Krise in der Nachwendezeit erfuhr die Liga Ende der 1990er wieder mehr Zuspruch durch junge Leute und ist nunmehr auf 46 Mannschaften angewachsen. Beachtenswert ist, dass in der Union-Liga noch heute im Zwei-Punkte-System gespielt wird. Einzig noch aktives Gründungsmitglied ist der Union-Fanclub VSG Wuhlheide 79.

Zur Union-Liga gesellte sich 1983/84 der Union-Pokal, der von 32 Fanclubs ausgespielt und erstmals von der VSG Weinbergstraße gewonnen wurde. Die Endspiele des Union-Pokals werden traditionell im Stadion An der Alten Försterei ausgetragen.

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Source : Wikipedia