Venezuela

3.3909090909136 (1870)
Geschrieben von c3po 06/03/2009 @ 12:23

Tags : venezuela, südamerika, ausland

Neueste Nachrichten
Dirigent Dudamel erhält Dresdner Festspiel-Preis - sz-online
Dirigent Gustavo Dudamel aus Venezuela hat den mit 25 000 Euro dotierten „Saeculum“-Preis der Dresdner Musikfestspiele erhalten. Der Dirigent Gustavo Dudamel aus Venezuela erhält am Sonnabend im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele auf der Bühne der...
Chavez verstaatlicht Banken - news.search.ch
Die venezuelanische Banco de Venezuela wird verstaatlicht. Nach einer Vereinbarung mit der spanischen Banco Santander liegt der Anteil der Staatsbeteiligung am venezuelanischen Bankensektor neu bei 25 %. Venezuela zahlt der Banco Santander eine...
Chávez verstaatlicht Stahlfirmen - Financial Times Deutschland
Venezuelas Staatspräsident setzt sein "sozialistisches Konzept" fort. Kürzlich hatte Hugo Chávez Zulieferfirmen in der Ölindustrie in Staatsbesitz gebracht. Jetzt verkündete er die Verstaatlichung mehrerer Stahlfirmen sowie eines Keramikproduzenten....
Verstaatlichungswelle in Venezuela - DiePresse.com
Der Kauf der "Bank von Venezuela" ist fixiert. Caracas/Quito (Reuters/Bloomberg). Venezuelas Staatspräsident Hugo Chavez, um markige Sprüche nicht verlegen, kann der weltweiten Wirtschaftskrise durchaus positive Seiten abgewinnen....
Verstaatlichungskurs nach Vorbild Venezuelas - derStandard.at
Wichtige Sektoren wie Öl-Förderung oder Minen müssten in Händen der Regierung sein, sagte Ecuadors Präsident Rafael Correa am Samstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Venezuelas Staatschef Hugo Chavez. Correa folgt mit der Ankündigung dem Weg...
Chávez: Wirtschaftskrise bietet Chance für Sozialismus - AFP
Chávez und Correa wollten am Samstag über ihre Abkommen zum Tausch von ecuadorianischem Rohöl gegen weiterverarbeitete Produkte aus Venezuela, den gemeinsamen Bau einer Raffinerie mit einer Kapazität von 300.000 Fass Öl täglich und die Förderung von...
Santander erhält für verstaatlichte Venezuela-Tochter 1 Mrd EUR - FOCUS Online
MADRID (Dow Jones)--Die Banco Santander SA hat sich mit Venezuela auf einen Kaufpreis geeinigt, den die dortige Regierung für die Verstaatlichung der Santander-Tochter in dem Land zahlen wird. Demnach erhält die spanische Bank 1,05 Mrd EUR für ihre...
Saeculum-Preis für Gustavo Dudamel - MDR
Der Dirigent Gustavo Dudamel aus Venezuela hat den mit 25.000 Euro dotierten Saeculum-Preis der Dresdner Musikfestspiele erhalten. Mit der Auszeichnung wurde der 28-Jährige am Sonnabend in der Semperoper für sein Engagement in dem Ausbildungsprogramm...
Santander verkauft Anteil an Banco de Venezuela für 1,05 ... - Swissinfo
CARACAS (awp international) - Die spanische Bank Santander wird ihren Anteil an der Banco de Venezuela für 1,05 Milliarden US-Dollar an den venezolanischen Staat verkaufen. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung mit der Regierung sei erreicht worden,...
Venezuela: Weitere Verstaatlichungen - Bild.de
Venezuelas Präsident Hugo Chavez hat die Verstaatlichung mehrerer Stahlbetriebe des Landes angekündigt. Damit solle der Weg frei gemacht werden für ein großes staatsgeführtes Unternehmen, sagte Chavez, ohne genauere Angaben zu dem Vorhaben zu machen....

Venezuela

Flagge Venezuelas

Venezuela (amtlich Bolivarische Republik Venezuela, spanisch República Bolivariana de Venezuela) ist ein südamerikanischer Staat an der Karibikküste. Er grenzt an Brasilien, Kolumbien und Guyana.

Über den Ursprung des Names „Venezuela“ gibt es zwei Theorien: Manche schreiben ihn Amerigo Vespucci zu, der zusammen mit Alonso de Ojeda 1499 eine Expedition entlang der nordwestlichen Küste führte (heute bekannt als der Golf von Venezuela). Als sie die Guajira-Halbinsel erreichten, beobachtete die Mannschaft die Pfahlbauten (palafitos), die die Eingeborenen Añu über dem Wasser errichtet hatten. Diese erinnerten Vespucci an die Stadt Venedig und infolgedessen wurde die Region Venezuela genannt, was soviel wie „Klein-Venedig“ bedeutet.

Andererseits sagt der spanische Conquistador und Geograph Martín Fernández de Enciso, Mitglied der gleichen Mannschaft, in seiner Schrift „Summa de Geografía“, dass die Bevölkerung dieser Region einen flachen Felsen bewohnte und „Veneciuela“ genannt wurde.

Venezuela ist fast dreimal so groß wie Deutschland und hat eine etwa 2.800 km lange Küste. Von der Gesamtfläche sind etwa 39 % bewaldet, 20 % bestehen aus Wiesen- und Weideland, 4 % machen Felder und Ackerland aus.

Venezuela lässt sich in vier Regionen einteilen: die Anden, die sich in einem breiten Ost-West-Bogen von der kolumbianischen Grenze entlang des Karibischen Meeres nach Osten erstrecken; die Orinoco-Ebenen (Llanos) im Zentrum; die Maracaibo-Tiefländer im Nordwesten, sowie das Hochland von Guayana im Südosten. Venezuela ist das sechstgrößte Land Südamerikas. Es ist landschaftlich so vielfältig wie kein anderer südamerikanischer Staat. Den stärksten Kontrast bilden die Wüstenlandschaften am Isthmus von Coro und die Sümpfe des Delta Amacuro, beziehungsweise die schneebedeckten Berge der Cordillera de Mérida und die weiten Ebenen im Herzen des Landes. Das Land kann auch in sechs geographische Großräume untergliedert werden: die venezolanischen Anden, die Llanos del Orinoco, der Maracaibo-See, das Bergland entlang der karibischen Küste, die venezolanischen Karibikinseln, sowie das Hochland von Guayana.

Die Gipfel der venezolanischen Anden reichen bis in etwa 5.000 m Höhe. In den fruchtbaren Tälern zwischen den Bergen lebt ein großer Teil der Bevölkerung Venezuelas und auch Industrie und Landwirtschaft sind hier konzentriert.

Die zerklüfteten Gebirgszüge an der kolumbianischen Grenze sind der am dünnsten besiedelte Teil dieser Region.

Südlich des Maracaibo-See erhebt sich der höchste Berg Venezuelas, der Pico Bolívar mit 4.981 Metern. Einige Gipfel in dieser Region sind das ganze Jahr über schneebedeckt.

Ein breites Tal trennt diesen Gebirgszug von einem weiteren, der der Küste folgt. In diesem Tal liegt auch die Hauptstadt Caracas. Dieser verhältnismäßig kleine Bereich ist die am dichtesten besiedelte Region des Landes. Hier wird die intensivste Landwirtschaft betrieben und das Verkehrsnetz ist am besten ausgebaut.

Südlich der Berge erstrecken sich die großen Ebenen der Llanos. Sie dehnen sich von der karibischen Küste im Osten bis an die kolumbianische Grenze aus. Der Orinoco bildet die südliche Grenze.

Neben den Grasländern umfasst diese Region auch Sumpfgebiete im Orinoco-Delta und an der kolumbianischen Grenze. Die Erhebungen in den Llanos übersteigen die 200-Meter-Marke nicht.

Das Maracaibo-Tiefland ist umgeben von Gebirgsketten, ausgenommen ist nur der Norden. Hier grenzt es an das Karibische Meer. Diese Region ist sehr flach und steigt nur leicht in Richtung der umliegenden Berge an. Der 13.000 km² große und bis zu 50 m tiefe Maracaibo-See nimmt einen Großteil der niedriger liegenden Bereiche ein. Er ist durch die ungefähr 75 km lange Meerenge Canal de San Carlos mit dem Golf von Venezuela verbunden. Unter dem Ostufer des Sees lagern die reichsten Erdölvorräte Venezuelas.

Die größte Stadt der Region ist die Hafenstadt Maracaibo am gleichnamigen See.

Das Hochland von Guayana erhebt sich südöstlich des Orinoco und ist eine der ältesten Landschaften Südamerikas. Dieses Hochland, das von Plateaus und Nebenflüssen des Orinoco geprägt ist, nimmt mehr als die Hälfte der Landesfläche Venezuelas ein.

Die auffälligste Formation dieser Region ist die Gran Sabana, eine große, stark erodierte Hochebene. Im Laufe von Jahrmillionen wurden die Sandsteinmassen abgetragen und übrig blieben zerklüftete Täler und gewaltige massive Tafelberge (Tepuis). Ihr Alter wird auf 70 Millionen Jahre geschätzt. Die 115 verschiedenen Tepuis in diesem Gebiet zeichnen sich durch eine einzigartige und eigentümliche Flora und Fauna auf ihren Hochplateaus aus, denn aufgrund der Isolation haben sich viele endemische Arten entwickelt. Von den Tafelbergen herab stürzen die höchsten Wasserfälle der Welt, wie zum Beispiel der Salto Kukenam und der höchste Wasserfall der Welt, der Salto Angel mit einer Fallhöhe von 978 Metern. Er ist zugleich eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Nationalparks Canaima, der von der UNESCO zum Weltnaturerbe ausgerufen wurde.

Der Orinoco ist mit einer Länge von 2.574 km der größte und wichtigste der über tausend Flüsse des Landes. Er entspringt im Grenzgebiet zwischen Venezuela und Brasilien an einer der größten Wasserscheiden Lateinamerikas. Der Wasserstand des Orinoco schwankt je nach Jahreszeit beträchtlich. Die höchsten Stände werden im August gemessen und übersteigen die Tiefststände von März und April um durchschnittlich 13 Meter. Der Großteil des Flussbettes weist nur ein geringfügiges Gefälle auf.

Unterhalb der Oberläufe findet sich ein weltweit einzigartiges geographisches Phänomen: der Fluss spaltet sich in zwei Arme auf, eine so genannte Bifurkation. Der Brazo Casiquiare (wörtlich: (Neben-)Arm Casiquiare), ein natürlicher Kanal, verbindet die beiden unabhängigen Flusssysteme des Orinoco und des Amazonas miteinander. Dabei fließt ein Drittel des Wassers über den Rio Negro (Amazonien) in den Amazonas, der Rest fließt weiter in den Hauptkanal des Orinoco. Diese Passage erlaubt es Schiffen mit niedrigem Tiefgang, vom Orinoco in das Flusssystem des Amazonas zu wechseln. Dadurch bilden die riesigen Gebiete zwischen Orinoco, Amazonas und Atlantik eine Insel.

Die meisten Flüsse, die in den nördlichen Gebirgen entspringen, fließen in südöstlicher Richtung zum Río Apure, einem Nebenfluss des Orinoco. Der Apure durchfließt die Llanos in östlicher Richtung. Im niederschlagsarmen Gebiet südlich des Apure gibt es keine nennenswerten Quellgebiete.

Ein anderer wichtiger Fluss ist der Río Caroní, der sich vor allem durch seine hohe Fließgeschwindigkeit auszeichnet. Er entspringt im Hochland von Guyana und mündet auf der Höhe von Ciudad Guayana in den Orinoco. Der Caroní eignet sich besonders gut für den Bau von Wasserkraftwerken und trägt so erheblich zum Energiehaushalt Venezuelas bei.

Obwohl Venezuela mitten in der tropischen Klimazone liegt, findet man, abhängig von der Höhenlage, der Topographie und der Richtung und Intensität der vorherrschenden Winde, alle Klimatypen vom tropisch feuchten bis zum alpinen Klima. Jahreszeitliche Schwankungen unterscheiden sich weniger durch die Temperatur als durch die unterschiedlichen Niederschlagsmengen. Im Großteil des Landes herrscht von Mai bis November Regenzeit.

Das Land teilt sich in vier Temperaturzonen, die sich größtenteils auf die jeweilige Höhenlage zurückführen lassen: In der tropischen Zone (unterhalb von 800 m) herrschen im Jahresdurchschnitt Temperaturen zwischen 26 °C und 28 °C. Die gemäßigte Zone mit Durchschnittstemperaturen von 12 °C bis 25 °C erstreckt sich zwischen 800 und 2.000 Metern Seehöhe. Hier liegen die meisten Städte Venezuelas, einschließlich der Hauptstadt Caracas. Kältere Bedingungen mit Temperaturen von 9 °C bis 11 °C findet man in der kühlen Zone zwischen 2.000 und 3.000 m. Weideland und dauerhafte Schneefelder prägen die Landschaft im Hochgebirge (ab 3.000 m Seehöhe). Hier liegen die Temperaturen im Jahresdurchschnitt unter 8 °C.

Die jährlichen Niederschläge reichen von 430 mm in den halb-ariden Tiefländern und Ebenen im westlichen Teil der Karibikküste bis zu etwa 1.000 mm im Orinoco-Dreieck. In den Gebirgsregionen schwanken die Niederschlagsmengen beträchtlich, denn in den Senken fällt weniger Regen als an den Steilwänden, die den Nordostwinden ausgesetzt sind. In Caracas fällt von Juni bis August mit 750 mm die Hälfte des dortigen jährlichen Niederschlags.

Die mittlere Höchsttemperatur des Landes liegt zwischen 30 °C und 31 °C. Allerdings kann die Temperatur an einzelnen Orten von diesem Durchschnittswert abweichen, so kommt es nicht selten zu Höchsttemperaturen um die 40 °C. Die mittlere Minimaltemperatur bewegt sich je nach Monat zwischen 7 °C und 12 °C, wobei sie von April bis November kaum unter 10 °C fällt. Von Juli bis Januar regnet es mitunter fast einen halben Monat lang, in den anderen Monaten gibt es nur einen bis sieben Regentage pro Monat.

In Venezuela gibt es heute 43 Nationalparks (siehe Nationalparks in Venezuela) und 36 Naturdenkmäler. 62,9 Prozent (2007) der Landesfläche sind als geschützt ausgewiesen. Venezuela verfügt somit (gegenüber zum Beispiel Brasilien mit 18,5 Prozent) über den höchsten Prozentsatz an Naturschutzgebieten in Nord- und Südamerika.

Venezuela hat rund 27 Millionen Einwohner. Davon sind 67 % Mestizen. 21 % der Venezolaner sind europäischer, 10 % afrikanischer und 2 % indianischer Abstammung. Das Bevölkerungswachstum beträgt jährlich 1,4 % (2005). Die Geburtenrate liegt bei 18,91 (pro 1000 Einwohner, Wert 2005). Durchschnittlich bringt jede Frau 2,51 Kinder zur Welt (Wert 2000), wobei die Säuglingssterblichkeit 2,617 % (Wert 2000) beträgt. Die Todesrate liegt mit 4,90 (pro 1000 Einwohner, Wert 2005) deutlich unter der Geburtenrate.

Ungefähr 85 % der Bevölkerung lebt in den städtischen Gebieten im Norden des Landes. Im Gebiet südlich des Orinoco, das immerhin fast die Hälfte der Gesamtfläche einnimmt, leben nur 5 % der Einwohner, es leben noch indigene Stämme wie die Waika mit traditioneller Lebensweise in diesem Gebiet.

Artikel 9 der Verfassung von 1999 besagt: „Die Amtssprache ist Kastilisch. Die indigenen Sprachen sind ebenfalls Amtssprachen für die indigenen Völker und müssen im gesamten Territorium der Republik respektiert werden, da sie einen kulturellen Reichtum der Nation und der Menschheit darstellen.“ Die 35 verschiedenen indigenen Gruppen Venezuelas gehören zu den großen Sprachgruppen der Arahuaca (Araguaca), Kariben (karaibische Sprachen), Chibcha und Tupí-Guaraní. Etwa ein Dutzend der in Venezuela gesprochenen Sprachen ist keiner größeren Sprachgruppe zuzuordnen. Bekannt sind davon vor allem Wayúu, Pemón und Warao (indigene Sprachen). Warao wird weltweit von etwa 30.000 Stammesmitgliedern der Warao-Indianer gesprochen, die fast ausschließlich in Venezuela leben. Der karibische Indianerstamm der Pemón lebt zu seiner Mehrheit in Gran Sabana in Bolívar, wo eben diese Sprache gesprochen wird.

Englisch wird kaum gesprochen. Selbst in der Hauptstadt Caracas ist die Verbreitung der englischen Sprache eher gering. Für Touristen und Einwanderer gibt es in Mérida, Caracas, Puerto la Cruz und auf der Insel Margarita Sprachschulen.

96 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 2 % gehören dem protestantischen Glauben an und 12.000 Einwohner bekennen sich zur Neuapostolischen Kirche. Muslime, Juden und Anhänger von indigenen Religionen bilden Minderheiten (Stand: 2006). 104.000 Venezolaner sind Anhänger der Zeugen Jehovas.

In Venezuela lebten in vorkolumbianischer Zeit indianische Gruppen, nomadisierende Jäger und Sammler sowie Fischer und Bauern. Christoph Kolumbus erreicht auf seiner 3. Reise 1498 die östliche Küste Venezuelas und ging an der Mündung des Flusses Orinoco an Land. Es war das erste Mal, dass er und seine Mannschaft das amerikanische Festland betraten. Am 24. August 1499 folgte eine Expedition von Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci, die dem Land wegen der häufigen Verwendung von Pfahlbauten angeblich den Namen Venezuela (Klein-Venedig) gaben. Diese Theorie stammt aus Vespuccis Reisebericht Cuatro Navegaciones („vier Schifffahrten“) und ist auch allgemein bekannt, jedoch historisch nicht belegt.

Die erste feste Siedlung der Spanier mit dem Namen Nueva Cádiz wurde 1522 gegründet, die heutige Hauptstadt Caracas wurde 1567 geschaffen. 1577 setzte die spanische Krone zur Verwaltung einen Gouverneur ein.

Jedoch wurde die Kolonie im 16. und 17. Jahrhundert von den Spaniern eher vernachlässigt, da sie sich mehr auf das Gold aus anderen Teilen Amerikas konzentrierten. Der Anbau von Kakao, Zucker, Tabak, Kaffee und Baumwolle führte dazu, dass eine große Anzahl an Sklaven nach Venezuela gebracht wurden, die, nachdem die einheimische Kultur zu einem Großteil zerstört war, die Kultur in Venezuela nachhaltig beeinflussten. Im 17. und 18. Jahrhundert begann die Christianisierung indianischer Stämme durch Missionare der römischen Kirche. Das Land war politisch zunächst Bestandteil des 1535 gebildeten Vizekönigreichs Neuspanien (Nueva España) mit seiner Hauptstadt Mexiko. 1777 entstand das Generalkapitanat Venezuela.

Von 1797 bis 1821 gab es immer wieder Versuche, sich von der spanischen Herrschaft loszulösen, unter anderem durch Simón Bolívar. 1821 gelang es letztendlich die Unabhängigkeitskriege in Venezuela zu einem siegreichen Ende zu führen. Venezuela wurde ein Teil der von Bolívar schon 1819 neu geschaffenen Republik Großkolumbien. Wenige Tage nach seinem Tod 1830 fiel Venezuela aus dieser Verbindung ab und erklärte sich für selbstständig.

1864 wurde Venezuela in eine Bundesrepublik umgewandelt. Es folgten noch eine Reihe Bürgerkriege und Revolutionen, die die politische Entwicklung des Landes ausbremsten.

Die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts waren durch die Diktatur von Juan Vicente Gómez bestimmt. Auf dessen Tod folgte eine teilweise Liberalisierung des Landes, unter anderem durch Eleazar López Contreras. Diese Politik wurde von Isaías Medina Angarita fortgeführt. So wurde im Juni 1941 die sozialdemokratische Partei Acción Democrática (AD) und im Oktober 1945 die Kommunistische Partei legalisiert und im April eine Verfassungsreform durchgesetzt.

Aufgrund einzelner Mängel, die die Regierung mit zu verantworten hatte, kam es von Seiten der Opposition und Teilen des Militärs am 18. Oktober 1945 zum Putsch gegen die Regierung Medina Angaritas. Die durch den Putsch an die Macht gekommene Regierung setzte die angestrebten Reformen sofort durch. So wurde am 14. Dezember 1947 zum ersten Mal ein Präsident direkt vom Volk gewählt. Rómulo Gallegos sollte der erste gewählte Präsident werden. Allerdings blieb er nicht lange im Amt, denn kurz darauf kam es zu einem erneuten Putsch des Militärs.

Ab 1948 wurde Venezuela von einer Militärjunta geführt, von 1952 an unter Diktator Marcos Pérez Jiménez. Mit seinem Sturz 1958 wurde Venezuela eine Demokratie. Seitdem waren bis in die 1990er Jahre die beiden bestimmenden Parteien die sozialdemokratische Acción Democrática und die konservative COPEI, die auch die Präsidenten stellten. In der ersten Amtszeit von Carlos Andrés Pérez (1974–1979) stiegen die Einkünfte des Landes aus dem Erdölexport so rapide, dass das Land eines der wohlhabendsten Länder Südamerikas war, „ durch den Verkauf von Erdöl hat Venezuela von 1973 bis 1983 rund 240 Milliarden Dollar eingenommen, das heißt etwa das Zehnfache dessen, was der Marshallplan vorsah“ (Arturo Uslar Pietri), die damit einhergehende Verteilungspolitik führte zur, für lateinamerikanische Verhältnisse, außerordentlich hohen politischen Stabilität des Landes.

Mit dem eklatanten Verfall des Ölpreises seit 1983 brachen diese Einkünfte jedoch weg und da es keine anderen Wirtschaftszweige gab, die die sinkenden Erdöleinnahmen zu kompensieren vermochten, führte dies gemeinsam mit den immer höher werdenden Auslandsschulden (1993: 45 Milliarden Dollar) zu einer anhaltenden Wirtschaftskrise.

Der in der zweiten Amtszeit Carlos Andrés Pérez' (1989–1993) als Folge von Weisungen des Internationalen Währungsfonds begonnene Wirtschaftskurs führte im Februar 1989 zu Hungerrevolten, der sogenannten Caracazo, deren gewaltsame Niederschlagung offiziell 246, nach inoffiziellen Schätzungen weit über 1000 Menschen das Leben kostete. Nach zwei Putschversuchen im Jahre 1992, einem am 4. Februar durch Hugo Chávez und einem am 27. November 1992, einem Volkswirtschaftsjahr mit Minuswachstum und der Absetzung des Präsidenten Pérez durch den Obersten Gerichtshof wegen Veruntreuung und Korruption wurde 1994 Rafael Caldera als neuer Präsident gewählt. Bis 1998 gelang ihm zwar die politische Stabilisierung, der Wirtschaftskrise aber wurde auch er nicht Herr (1994: Inflationsrate: 71 %, schwere Währungskrise und Bankencrash).

Am 6. Dezember 1998 wurde Hugo Chávez, der Gründer der Movimiento Quinta República und Anführer eines Putschversuches gegen die venezolanische Regierung unter Carlos Andrés Pérez (1992), mit 56 % der Stimmen zum Präsidenten gewählt. Chávez ist ein Verfechter der Bolivarischen Revolution, seine erklärten Ziele sind der Kampf gegen Korruption, die Schaffung und Stärkung möglichst direkter Demokratie, sowie die nationale und ökonomische Unabhängigkeit. Nach der Ausarbeitung einer neuen „bolivarischen“ Verfassung und deren Annahme per Referendum, wurde Chávez im Jahr 2000 mit einer gegenüber 1998 sogar nochmals deutlich gestiegenen Mehrheit (60 %) bestätigt. Venezuelas Staatsbezeichnung lautet seitdem „Bolivarische Republik Venezuela“ und wird im Volksmund als „Fünfte Republik“ (quinta república) bezeichnet.

Am 11. April 2002 scheiterte ein Putsch gegen die Regierung Chávez. Die Putschisten blieben ungestraft oder gingen ins Exil.

Die Vereinigten Staaten haben die Politik Chávez' wiederholt scharf angegriffen und öffentlich erklärt, die Opposition zu unterstützen. Da die USA aber einen Großteil ihres Erdöls aus Venezuela beziehen, pflegt die US-Regierung eine Politik der Zurückhaltung mit Kritik an Chávez. Venezuela ist im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern Lateinamerikas in der Lage, seine Auslandsschulden zu bezahlen und verfügt über keine Schulden beim Internationalen Währungsfonds oder der Weltbank.

Dem Putsch voran gingen Streiks beziehungsweise Aussperrungen des Unternehmerverbandes. Beim staatlichen Erdölkonzern Petróleos de Venezuela (PDVSA) kam es zu Sabotageaktionen und dem unerlaubten Fernbleiben von der Arbeit durch höhere Angestellte und Management. Da der vermeintliche Streik nicht einmal innerhalb der Gewerkschaft abgestimmt wurde, erkannte ihn die Internationale Arbeitsorganisation nicht als Streik an. Hinzu kam auch ein sogenannter Steuerstreik des wohlhabenden Teils der Bevölkerung. Nachdem das zuständige Wahlamt festgestellt hatte, dass die notwendige Anzahl von Unterschriften (etwa 2,5 Mio.) knapp erreicht worden wäre, erklärte Chávez, er würde sich diesem Referendum stellen. Aufgrund des bemerkenswert hohen Andrangs am Abstimmungstag kam es zu teilweise stundenlangen Wartezeiten und die Schließung der Wahllokale musste mehrfach, letztendlich bis Mitternacht, verschoben werden. Das Referendum bestätigte Chávez bei hoher Wahlbeteiligung (73 %) mit 59,25 % (knapp 5 Mio.) klar im Amt. Die Opposition warf Chávez Wahlbetrug vor, aber eine von ihnen initiierte und von der Organisation Amerikanischer Staaten und dem Carter Center durchgeführte Nachzählung der Stimmen bestätigte das Wahlergebnis.

Am 3. Dezember 2006 wurde Chávez bei den Präsidentschaftswahlen mit 62,89 % der Stimmen aufs neue im Amt bestätigt. Es gab insgesamt 18 Kandidaten für das Amt. Der sozialdemokratische Gegenkandidat Rosales, Führer der Opposition gegen Chávez, musste mit 36,85 % der Stimmen seine Niederlage eingestehen. Die Wahlbeteiligung war mit etwa 75 % die höchste seit 1988. Die von der Europäischen Union entsandten Beobachter gingen von einer reibungslosen Wahl aus. Im offiziellen Bericht zur Beobachtungsmission der EU wurde allerdings unter anderem die starke institutionelle Propaganda hauptsächlich für Präsident und Kandidat Chávez sowie die unausgeglichene Berichterstattung sowohl in den öffentlichen als auch in den privaten Medien kritisiert. Außerdem sei auf Staatsangestellte Druck ausgeübt worden, für Chávez zu stimmen beziehungsweise an Wahlkampagnen für seine Wiederwahl teilzunehmen. Dies sei ein Verstoß gegen die internationalen Prinzipien der freien Stimmabgabe.

Die Regierungsform Venezuelas ist eine Form der Präsidialdemokratie (das heißt, der direktgewählte Präsident ist gleichzeitig nominelles Staatsoberhaupt und Chef der Exekutive) mit starken direktdemokratischen Elementen, einer komplizierten Gewaltenteilung zwischen den fünf Gewalten Legislative, Exekutive, Judikative, Bürgergewalt (Art. 273-291) und Wahlgewalt (Art. 292-298) sowie zahlreichen Wahlen auf verschiedenen Ebenen. Die neue Verfassung Venezuelas verbietet die Privatisierung der Erdölindustrie und der sozialen Sicherungssysteme, verfügt die kostenlose Volksbildung und Maßnahmen zur Reaktivierung ungenutzten Großgrundbesitzes, respektiert darüber hinaus aber das Privateigentum, auch das Privateigentum an Produktionsmitteln. Der Umbau von Staat und Gesellschaft erfolgte durch plebiszitäre Akte: Bei den Präsidentschaftswahlen im Dezember 1998 entfielen 56 Prozent der Stimmen auf Chávez, im April 1999 stimmten 88 Prozent der Wähler für die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung, im Dezember desselben Jahres 71 Prozent für die neue Verfassung des nun als „Bolivarische Republik Venezuela“ bezeichneten Staates. In der sog. „Bolivarischen Verfassung“, mit der die sog. „Bolivarische Revolution“ umgesetzt werden soll, ist die Gewaltenteilung durch direktdemokratische Partizipationsmöglichkeiten erweitert: Sowohl die Abgeordneten als auch der Präsident (6-jährige Amtszeit) können ab der Mitte ihrer Amtszeit per Referendum abgewählt werden (Art. 72). Er ist das Staatsoberhaupt und der Regierungschef. Derzeitiger Amtsinhaber ist seit dem 2. Februar 1999 Hugo Chávez, der Vizepräsident ist nun Jorge Rodriguez, ehemaliger Präsident des CNE (Wahlbehörde von Venezuela), der somit stellvertretender Staats- und Regierungschef ist.

Das Parlament ist die Nationalversammlung (Asamblea Nacional) mit einem Einkammersystem mit fünfjähriger Legislaturperiode. Sie hat 167 Sitze, wovon die linke Movimiento Quinta República von Chávez derzeit 114 inne hat. Die Regierung unterstützen zudem die Parteien Patria Para Todos (PPT, links), zwei indigene Abgeordnete (MVR-nahestehend) sowie die Kommunistische Partei Venezuelas mit acht Sitzen. Die Partei Podemos (sozialdemokratisch, Abspaltung von MAS) hat die Regierungskoalition Mitte 2008 verlassen. Andere Gruppierungen der Opposition sind im Parlament nicht mehr vertreten, seit sie bei der letzten Wahl 2005 einen Boykott durchführten. Die oppositionellen Parteien sind: Movimiento al Socialismo (MAS, sozialdemokratisch), die Acción Democrática (AD, sozialdemokratisch, stellte mehrere Präsidenten), die Proyecto Venezuela (PV, konservativ), die Comité de Organización Política Electoral Independiente (COPEI, christlich-sozial, stellte mehrere Präsidenten), die Primero Justicia (PJ, rechtsliberal) und die La Causa Radical.

Es gibt zwei Gewerkschaftsdachverbände. Zum einen wäre das die Confederación de Trabajadores de Venezuela (CTV), die sich 1936 gegründet und dem Internationalen Bund Freier Gewerkschaften angeschlossen hat. Sie ist Teil der Opposition. Zum anderen wäre das die Union Nacional de Trabajadores, ein 2004 neu gegründeter Dachverband der den bolivarischen Prozess unterstützt. Die UNT hat aktuell etwa vier Mal so viele Mitglieder wie die CTV.

Die Verwaltungsstruktur des Landes ist in 23 Bundesstaaten aufgeteilt. Es gibt einen Hauptstadtdistrikt. Die Bundesgebiete sind zumeist Inseln.

Venezuela ist Mitglied der Vereinten Nationen und ihrer Unterorganisationen, der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), dem Lateinamerikanischen Wirtschaftssystem (SELA), der OPEC, G-15, G-20, G-24 und G-77, dem Amazonaspakt, der Südamerikanischen Union und Gründungsmitglied der ALBA.

Hatte Venezuela 1998 noch 3 Milliarden US-Dollar Schulden bei der Weltbank, so ist Venezuela seit dem 12. April 2007 mit Tilgung der letzten Rate frei von Schulden gegenüber der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds. Am 30. April 2007 kündigte der Präsident Hugo Chavez den Rückzug seines Landes aus Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) an, da diese Institutionen „Mechanismen des Imperialismus“ seien.

Die venezolanischen Streitkräfte (Fuerza Armada Nacional) umfassen 85.000 Soldaten und der Verteidigungshaushalt belief sich 2006 auf rund 1,2 % des BIP.

Die aktuelle Militärdoktrin Venezuelas ist eine territoriale Verteidigung, die sich an der Präsenz eines weitaus stärkeren Feindes orientiert und ist geprägt durch die Erfahrungen seit dem Vietnamkrieg, den militärischen Widerstand im Irak und die Einsicht, dass eine starke Militärmacht nicht durch konventionelle Kräfte gebrochen werden kann.

Laut Berichten des britischen Guardian, strebt Venezuela an, die größte Reserve auf dem lateinamerikanischen Kontinent aufzubauen. 54 Kampfflugzeuge und -hubschrauber unter anderem vom Typ Suchoi Su-30MK2 wurden in Russland bestellt und Russland bildet derzeit (Stand: 2006) 196 venezolanische Luftwaffenpiloten aus. Die USA bewerten das Waffengeschäft als Verteidigungsmaßnahme überzogen.

Im Frühjahr 2005 hatte der russische Waffenexporteur Rosoboronexport einen Vertrag über die Lieferung von 100.000 Kalaschnikow-Sturmgewehren an Venezuela abgeschlossen. Im Sommer 2006 unterzeichnete Venezuela einen Vertrag über die Lieferung weiterer 53 Hubschrauber vom Typ Mil Mi-17W5, Mil Mi-35 Hind und Mil Mi-26 Halo für die Streitkräfte und die Nationalgarde. Im April 2008 wurde bekannt gegeben, dass neun U-Boote des Types 636 aus Russland, im Wert von 640 Millionen Euro geliefert werden. Im Juli 2008 wurde bekannt, dass das Luftabwehrsystem Tor M1 an die venezolanischen Streitkräfte ausgeliefert werden soll.

Venezuelas Militärausgaben nehmen 2006 insgesamt den siebten Platz in Südamerika ein (im Verhältnis zum BIP den achten Platz).

Ziel der venezolanischen Außenpolitik ist es, im Rahmen der Alternativa Bolivariana para las Américas (span. Bolivarische Alternative für alle Amerikas (ALBA)) ein geeintes und sozialistisches Lateinamerika zu verwirklichen. Venezuela sieht sich hierbei selbst in einer Führungsrolle in Lateinamerika.

Ausdruck dieser Leitidee ist beispielsweise der Abschluss des Handelsvertrags der Völker zwischen Venezuela, Kuba und Bolivien, während gleichzeitig Freihandelsverträge mit den USA, die Kolumbien und Peru bereits abgeschlossen haben, scharf kritisiert werden. Im Rahmen der Kontroverse um diese Freihandelsverträge trat Venezuela auch aus der Andengemeinschaft aus, der es zusammen mit Peru, Ecuador, Bolivien und Kolumbien angehörte. Das Verhältnis zwischen Venezuela und den USA entgegenkommenderen lateinamerikanischen Staaten − vor allem Mexiko, Peru und Kolumbien − gilt als schwierig.

In seinem Streben nach Unabhängigkeit gegenüber den USA ist Venezuela in intensive wirtschaftliche und politische Beziehungen zu Ländern wie der Volksrepublik China und Iran eingetreten.

In der Außenpolitik versucht Venezuela, vor allem den anderen ärmeren lateinamerikanischen Ländern wirtschaftliche Unterstützung zu gewähren, z. B. durch Infrastrukturerrichtung in Nicaragua, Kuba und Dominica, oder durch Unterstützung bei der Bezahlung ihrer fälligen Auslandsschulden bei Ecuador und Argentinien.

Die staatliche venezolanische Erdölgesellschaft PDVSA versorgt seit dem Jahr 2005 Bedürftige in den USA in den Wintermonaten mit verbilligtem Heizöl. Im Winter 2007/2008 wurden 112 Millionen Gallonen Heizöl (1 Gallone = 3,8 Liter) zu einem 40 % unter dem Marktwert liegenden Preis in 16 Bundesstaaten zur Verfügung gestellt. Die Verteilung an Bedürftige geschieht in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Sozialorganisation Citizens Energy.

Im Februar 2007 wurde ein bereits im Mai 2005 von Hugo Chávez vorgeschlagenes Abkommen zwischen Venezuela und der Stadt London geschlossen, in dem das staatliche venezolanische Erdölunternehmen Petróleos de Venezuela sich verpflichtet, London bei Öllieferungen einen Preisnachlass von 20 Prozent zu gewähren, um mit den dadurch erzielten Einsparungen von umgerechnet 23 Millionen Euro eine Verringerung der Fahrpreise für Busse und U-Bahnen um 50 Prozent für bis zu 250.000 Bedürftige zu finanzieren. Als Gegenleistung erklärt sich London bereit, Venezuela seine Kenntnisse bei Recycling, Abfallwirtschaft, Verkehrsplanung und der Verringerung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes zur Verfügung zu stellen. Der Londoner Oberbürgermeister Livingstone sprach von einem „unglaublich großzügigen Angebot“. Der neue Londoner Bürgermeister Boris Johnson hat das Abkommen 2008 jedoch wieder rückgängig gemacht „Viele Londoner hätten nicht verstanden, wieso Buslinien in einer der reichsten Städte der Welt von Menschen in einem Land finanziert werden müssen, in dem viele in extremer Armut lebten“ erklärte Johnson. Das Büro in Caracas, das die Zusammenarbeit regelte, werde geschlossen.

Die Kleinstadt Kaisariani in der Nähe von Athen soll Heizöllieferungen bekommen, die 30 Prozent unter dem Marktpreis liegen. Nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt, Stelios Tzokas, sind die meisten der rund 35.000 Einwohner einkommensschwach und von den gestiegenen Ölpreisen besonders stark betroffen.

Venezuela und die USA sind wirtschaftlich aufeinander angewiesen. Die USA brauchen venezolanisches Öl, und Venezuela braucht den US-Markt. Venezuela ist einer der drei größten Erdöllieferanten der Nordamerikaner, und zugleich einer der wichtigsten Importeure nordamerikanischer Waren. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind daher als gut zu bewerten, auch wenn die USA ein Waffenembargo gegen das Land verhängt haben und politisch eine regelrechte Propagandaschlacht zwischen den beiden Regierungen zu beobachten ist.

Die USA werfen Venezuela unter anderem vor, die kolumbianische FARC zu unterstützen und verhängten jüngst ein Waffenembargo gegen dieses Land. So habe das kolumbianische Militär bei der Kommandoaktion gegen den FARC-Vize Raúl Reyes vier Computer sichergestellt, die belegen sollen, dass Chávez Waffen und Bargeld im Wert von rund 300 Millionen US-Dollar an die FARC geliefert hat. Venezuela bestreitet dies und beklagt im Gegensatz dazu die Unterstützung der USA für kolumbianische Paramilitärs. Ebenso halten sich in den USA zahlreiche Exilvenezolaner und Exilkubaner auf, die in Venezuela in Terroranschläge auf ein Passagierflugzeug und diverse Botschaften verwickelt waren, darunter die bekannten Terroristen Luis Posada Carriles und Orlando Bosch Ávila.

Eine besondere Methode in der Auseinandersetzung mit der US-Regierung hat Venezuela in seinem Programm Öl für Bedürftige gefunden, obwohl es in Venezuela auch sehr viele Bedürftige gibt.

Die laufenden Spannungen zu den USA wirkten sich auch negativ auf die Beziehungen zu den Niederlanden aus, die, aus Sorge um einen zukünftigen Konflikt mit Venezuela, im April 2006 ihre Truppen auf den niederländischen Antillen um 5.000 Soldaten verstärkten, unter anderem mit F-16-Kampfflugzeugen.

In einem Bericht über Chávez Regierungsarbeit warf die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) ihm im September 2008 vor, die Demokratie geschwächt zu haben. Seine Regierung sei politisch intolerant und diskriminierend und verachte das Prinzip der Gewaltenteilung. Die Situation sei vor allem nach dem gescheiterten Putschversuch einer bürgerlich-militärischen Allianz gegen den seit Februar 1999 regierenden Chávez im April 2002 schlimmer geworden. "Bei ihren Bemühungen, die politische Opposition in die Schranken zu weisen und die Macht zu konsolidieren, hat die Regierung von Präsident Chávez die demokratischen Institutionen und die Menschenrechtsgarantien in Venezuela geschwächt", erklärte HRW-Sprecher José Miguel Vivanco. In dem HRW-Bericht wird unter anderem beklagt, dass die Zahl der Richter am Obersten Gericht in Caracas von 20 auf 32 erhöht wurde. HRW wirft der Regierung vor, dies getan zu haben um eine regierungsfreundliche Mehrheit zu schaffen. Seitdem entscheide das Oberste Gericht laut HRW nur noch im Sinne der Regierung, wie 2007, als Chávez die terrestrische Sendelizenz nicht an den oppositionellen Fernsehsender RCTV verlängerte, sondern an TVes vergeben hatte und der Oberste Gerichtshof dies als legal beurteilte.

Die Regierung in Caracas wies den HRW-Bericht als einseitig zurück, da nach Ansicht der Regierung bessere wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte ausgeblendet werden. Die Regierung warf HRW vor (da HRW bereits in der Vergangenheit kurz vor Wahlen die angebliche Verletzung der Menschenrechte anprangerte), die kurz bevorstehenden Kommunalwahlen beeinflussen zu wollen. Die Vorsitzende des Meinungsforschungsinstituts Latinobarómetro betonte hingegen, dass in Venezuela in den letzten Jahren die Zufriedenheit mit der Demokratie gestiegen sei.

Im März 2007 wurde in Venezuela ein Gesetz zum Schutz von Frauen gegen Gewalt verabschiedet. Amnesty International kritisierte 2008, dass trotz des neuen Gesetzes es auch fortdauernd Gewalt gegen Frauen gebe, sowie anhaltende gewalttätige politische Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern der Regierung, gegen die die Regierung nichts Effektives unternehme. Der Menschenrechtler José Luis Urbano, der im Bundesstaat Anzoátegui eine Schule entdeckte, deren Direktor illegal Schulgebühren verlangte, wurde von Unbekannten bedroht und verletzt. AI kritisiert, dass die Täter bis zum Zeitpunkt des Berichts nicht ermittelt werden konnten.

Venezuela untergliedert sich in 23 Bundesstaaten, den abhängigen Gebieten sowie den Bundesdistrikt.

Im Jahr 2004 verabschiedete die venezolanische Regierung das „Gesetz über Technologie und Information“, das alle öffentlichen Einrichtungen verpflichtet, ihre Rechner auf Freie Software-Angebote umzustellen, wenn geeignete Produkte existieren. Im Jahr 2008 meldete das Nationale Zentrum für Informationstechnologie (CNTI) entscheidende Fortschritte bei der Umstellung auf Freie Software: mehr als ein Drittel aller Bürgermeisterämter haben ihre Computer inzwischen auf den Betrieb mit Freier Software umgestellt und es konnten eine Reihe von Kooperationen zwischen neu gegründeten IT-Unternehmen und öffentlichen Institutionen sowie selbstverwalteten Gemeinden vermittelt werden. Zudem nahmen im Jahr 2008 500 Ausbilder in 400 Gemeinden ihre Arbeit auf, um sowohl Mitarbeiter öffentlicher Verwaltungen und Unternehmen wie auch die Bevölkerung allgemein zur Arbeit mit Freier Software zu befähigen. Ein zentrales Projekt des CNTI ist die Entwicklung des Betriebssystems Canaima GNU, einer eigenen venezolanischen Debian-basierten Linux-Variante. Auch der wiederverstaatlichte Telefonanbieter CANTV will auf Freie Software umstellen und der staatliche Ölkonzern PDVSA will in Kooperation mit Kuba ein eigenes Software-Unternehmen gründen. In Caracas und in Mérida wurde jeweils eine Akademie für Freie Software aufgebaut und zwei weitere Akademien sollen im Jahr 2009 in den Bundesstaaten Falcón und Trujillo eröffnet werden.

Erdöl sichert vier Fünftel der Exporterlöse, die Hälfte der Staatseinnahmen und 25 Prozent des Sozialproduktes. 2005 verdiente das Land rund 35 Prozent mehr mit Öl als im Jahr zuvor. Die laufenden Einnahmen der Regierung sind demnach in den ersten sechs Monaten des Jahres 2005 um 80 Prozent gestiegen. Entsprechend wird vom Preisanstieg ab 2005 profitiert.

Kritiker werfen dem Staat und der staatlichen Ölfördergesellschaft PDVSA mangelnde Erhaltungs-Investitionen in die Ölförderanlagen vor. 1997 förderte Venezuela noch 3,3 Millionen Barrel Öl täglich. Staatlichen Angaben zufolge beträgt die tägliche Ölfördermenge im Jahre 2008 3,4 Millionen Barrel pro Tag. Veröffentlichungen der Organisation der Erdölförderländer OPEC beziffern diese jedoch lediglich auf 2,33 Millionen.

Obwohl der Wald in Venezuela weit verbreitet ist, wird dieser aufgrund der schwierigen Zugänglichkeit dieser Gebiete nur in relativ geringem Ausmaß für die Forstwirtschaft genutzt. Nutzholz wird hauptsächlich für die Bau-, Möbel- und Papierindustrie verwendet.

Der Ackerbau spielt in Venezuelas Landwirtschaft nur eine relativ geringe Rolle, etwa die Hälfte der Erträge der Landwirtschaft kommt aus der Rinderzucht. Große Bedeutung für die Lebensmittelwirtschaft haben die großen Fangflotten und reichlichen Fischvorkommen an der Küste Venezuelas. Gefangen werden hauptsächlich Tunfisch, Schalentiere und Sardinen.

Venezuela exportierte 2002 Waren im Wert von 26,22 Mrd. US Dollar, die Importe lagen im selben Jahr bei 12,28 Mrd $, womit die Handelsbilanz positiv ausfällt. Hauptimporte sind Maschinen, Transportausrüstungen und chemische Produkte. Wichtigster Handelspartner sind die Vereinigten Staaten, weit dahinter folgen Kolumbien, Mexiko, Brasilien und europäische Staaten.

Bei der Ausfuhr von Eisenerz ist Venezuela dank ergiebiger Quellen am Orinoco auf dem 8. Platz in der Welt. Weiterhin exportiert das Land auch Stahl, Edelmetalle, Aluminium, Zement und Textilien. Weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist die Tourismusbranche.

Eines der größten Unternehmen in Venezuela ist der staatliche Erdölkonzern Petróleos de Venezuela (PDVSA).

Weiterhin gibt es die Linea Aeropostal Venezolana, die zehntgrößte südamerikanische Fluggesellschaft. Ehemals gab es noch die Venezolana Internacional de Aviación, Sociedad Anónima (VIASA), die staatliche Fluggesellschaft, die bis 1997 existierte. Die Regierung versucht gerade, eine neue staatliche Fluglinie ins Leben zu rufen, die CONVIASA, bisher aber nur mit mäßigem Erfolg; sie besteht derzeit nur aus drei Flugzeugen.

Derzeit hat die World Boxing Association ihren Sitz in Caracas. Mitte der 1990er wurde der Sitz von Panama-Stadt dorthin verlegt.

In Venezuela gibt es nur eine Wertpapierbörse, die Bolsa de Valores de Caracas.

Seit 2003 gibt es eine Währungskontrolle, die den Umtausch des Bolívares (Bs) in andere Währungen beschränkt. Seit 01. Januar 2009 liegt für Privatpersonen das Limit bei 2.500 US$ pro Jahr (vorher 5000 US$, ), Basis ist der staatlich festgelegte Wechselkurs. Um diese Dollar von CADIVI zugestanden zu bekommen, muss der Antragsteller eine Kreditkarte besitzen. Seit Januar 2005 ist der offizielle Wechselkurs unverändert bei 2.150 Bs für 1 US-Dollar., obwohl die Inflation in Venezuela stärker ist als im Währungsgebiet des Dollars. Dies führte zu einem starken Anstieg des Schwarzmarkthandels. Der Bolivar ist also nicht frei konvertierbar. Zum Januar 2008 wurde in Venezuela ein Währungsschnitt 1:1000 zum Bolívar Fuerte (BsF) durchgeführt.

Am 9. Dezember 2005 trat Venezuela als fünftes Mitglied dem südamerikanischen Wirtschaftsbündnis MERCOSUR bei.

Seit 2005 gibt es die durch Hugo Chávez initiierte Alternativa Bolivariana para las Américas (abgekürzt „ALBA“, deutsch „Bolivarische Alternative für die Amerikas“), welche dem Aufbau einer Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Kuba und Venezuela dient. 2006 ist auch Bolivien, sowie 2007 Nicaragua der ALBA beigetreten. Ziel ist es, eine Alternative zu der von den USA angestrebten gesamtamerikanischen Freihandelszone zu schaffen und möglichst viele Staaten Lateinamerikas für einen gemeinsamen Wirtschaftsmarkt zu gewinnen.

Ein weiteres Abkommen ist das Petrocaribe. Es erlaubt den Karibikstaaten den Kauf von Erdöl aus Venezuela, allerdings muss nur ein kleiner Teil sofort bezahlt werden. Der restliche Betrag kann zu einem Zinssatz von 1 % für 25 Jahre gestundet werden. Das Abkommen hat inzwischen schon 19 Mitglieder im Karibik- und Zentralamerikaraum.

Nach Angaben des staatlichen Statistikinstituts (INE) hat sich der Anteil der unterhalb der Armutsgrenze lebenden Venezolaner von 55,4 % im ersten Halbjahr 1998 auf 39,7 % im ersten Halbjahr 2006 verringert, der Anteil der unter extremer Armut lebenden Menschen im selben Zeitraum von 24,7 % auf 12,9 %..

Der Gini-Koeffizient, der die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums misst, ist von 0,5 im Jahr 2002 auf 0,44 im Jahr 2006 gesunken.

Das Jahr beginnt mit dem 1. Januar, dem Neujahr. Im März/April gibt es das Osterfest. Seit dem 19. April 1810 wird jährlich die Verkündung der Unabhängigkeit gefeiert. Wie in anderen Ländern gibt es am 1. Mai den Tag der Arbeit. Am 24. Juni wird die Schlacht von Carabobo gefeiert.

Der Nationalfeiertag ist der 5. Juli (Tag der Unabhängigkeit, Día de la Independencia), der Tag, an dem 1811 die Unabhängigkeitserklärung verfasst wurde. Ein weiterer Feiertag ist der 24. Juli, das Geburtsdatum Simón Bolívars. Die „Entdeckung Amerikas“ wird am 12. Oktober gefeiert und Weihnachten am 25. Dezember.

Bedingt durch die starke katholische Tradition des Landes werden die verschiedensten Heiligentage in kleinen lokalen Festen das ganze Jahr hindurch gefeiert.

1964 wurde in Venezuela die Zeitzone nach dem 60. Längengrad neu gerichtet (UTC-4, zuvor UTC-4:30). Am 9. Dezember 2007 wurde die Uhr um eine halbe Stunde zurückgestellt und es gilt seitdem wieder die Zeitzone UTC-4:30 (VST - Venezuelan Standard Time).

In Venezuela gibt es sowohl ein staatliches als auch ein privates Schul- und Hochschulsystem. Im lateinamerikanischen Vergleich ist das Hochschulsystem sehr gut, jedoch sind noch deutliche Defizite im staatlichen Schulsystem zu erkennen. Die Schulpflicht beträgt neun Jahre, allerdings erfüllten diese 1998 nur etwa 60 % der schulpflichtigen Kinder. Die Analphabetenquote liegt unter 10 %.

2003 wurde die Universidad Bolivariana de Venezuela gegründet, an der im Gegensatz zur nationalen Uni alle Interessenten mit Sekundarschulabschluss studieren können. An dieser Uni existieren zur Zeit 11 entwicklungstechnisch relevante Studiengänge (zum Beispiel Gemeindemedizin, Sozialarbeit, Pädagogik, Jura). Die Ausbildung besteht paritätisch aus universitären und praktischen Anteilen. Da die bolivarianische Uni nicht alle Interessenten aufnehmen kann, wurden dezentral Studierzirkel eingerichtet, die von Dozenten, Studenten höherer Semester sowie über Fernkurs versorgt werden. Die dezentrale Hochschulausbildung ist der Inhalt der Misión Sucre.

In den Armenvierteln werden bolivarianische Vorschulen, Grundschulen und Sekundarschulen errichtet. Die Schulen sind perspektivisch als Ganztagsschulen konzipiert. An der Konzeption der Schulen sollen alle Beschäftigten (Lehrer, Psychologen und Handwerker) beteiligt werden. Die Schulen sollen Schulkleidung, 2 Mahlzeiten am Tag und die medizinische Versorgung der Kinder bereitstellen. Lerninhalte sind nicht nur die gewöhnlichen Schulfächer, sondern auch die Bewältigung des Alltags.

Im Jahr 2003 wurden 2800 neue Schulen gegründet, in denen die Konzeption teilweise schon verwirklicht ist. Venezolanische Kritiker werfen dem staatlichen Schulsystem jedoch vor, entgegen den offiziellen Erklärungen auch von armen Schülern Entgelt für den Unterricht zu verlangen, auch sei die angebotene Schulversorgung von teilweise sehr schlechter Qualität.

Durch ein Projekt der Regierung, an dem zuerst nur 2000 kubanische, später auch einheimische Ärzte teilnahmen, konnte die Versorgung der Bevölkerung, besonders der ärmsten Schichten, angehoben werden. Ergänzend wurde ein Ernährungsprojekt gestartet, das die Versorgung der Armen mit Lebensmitteln in den Mercal- Märkten zu subventionierten Preisen sicherstellt.

Mitte 2003 begann die Misión Barrio Adentro (tief im Viertel) zum Aufbau einer flächendeckenden kostenlosen medizinischen Versorgung. Ende 2006 arbeiteten in dem Programm 20.000 kubanische und 4.000 venezolanische Ärzte, um in den Armenvierteln die Gesundheitsversorgung aufzubauen. Die Versorgung ist kostenlos, die Medikamente werden vom Staat zur Verfügung gestellt. Die Medizinstationen werden aus einem Baukastenset errichtet, welches aus einer kleinen Praxis und einer kleinen Wohnung besteht. Die Bevölkerung wird durch je einen kubanischen und einen venezolanischen Arzt (beziehungsweise Studenten höheren Semesters) versorgt. Nahziel ist, dass der kubanische Arzt nach zwei Jahren zurückkehren kann und der Venezolaner einen weiteren Venezolaner einarbeitet. Fernziel ist die Ausbildung von 200.000 Ärzten innerhalb von zehn Jahren, die dann ganz Lateinamerika versorgen sollen. Schon sechs Monate nach dem Start des Programms 2003 waren 3 Millionen Personen medizinisch versorgt.

In den Städten werden seit 2003 in selbst organisierten Mercal-Märkten staatlich subventionierte Lebensmittel angeboten. Die Mercal-Märkte setzten 2005 landesweit 40 % der Grundnahrungsmittel und 20 % aller Nahrungsmittel um. Die Preise liegen zwischen 30 % und 70 % unter denen der normalen Läden. Ziel ist die flächendeckende Lebensmittelversorgung vor allem der armen Bevölkerung. 2006 gab es 14.000 Läden.

Ein weiteres Programm zur Verbesserung der Ernährungssituation der armen Bevölkerung sind die sogenannten Casas de Alimentación (Volksküchen), die in den Barrios selbst organisiert werden und mit staatlicher Finanzierung kostenlos 2–3 Mahlzeiten zur Verfügung stellen.

Darüber hinaus wird seit dem Amtsantritt Chávez' die Verpflegung von Kindern in der Schule konsequent ausgebaut, um eine Ernährung auch ohne finanzielle Mittel sicherzustellen.

Eines der größten Probleme Venezuelas ist die Kriminalität, welches sich seit Amtsantritt Chavez' noch einmal deutlich verschärft hat.

Seit 2003 hat die venezolanische Regierung keine Statistiken über Morde an die Vereinten Nationen geliefert. 2006 sind etwa 16.059 Menschen umgebracht worden, wie das Innenministerium mitteilte. Die Statistiken lassen sich aber aus den CICPC-Berichten jeder Region erstellen. In Venezuela sind demzufolge in den letzten sieben Jahren über 85.000 Menschen durch Gewaltdelikte verstorben, Zahlen, die viel höher sind als in den letzten Jahrzehnten, wie NGOs (unter anderem Amnesty International Venezuela) in einer Konferenz im April 2007 informierten. Täglich sterben auf Venezuelas Straßen bis zu 44 Menschen (Stand 2005) an den Folgen von Gewaltverbrechen. Nach UNO-Angaben hat Venezuela im Jahr 2007 die weltweit höchste Rate an Verbrechen mit Schusswaffengebrauch. Nach Berichten von amnesty international wurden bis 2006 mehrere Personen, die krimineller Handlungen verdächtigt wurden, von der Polizei erschossen oder verschwanden spurlos, ihre Angehörigen wurden anschließend unter Druck gesetzt, auch gab es wiederholte Belästigungen und anonyme Bedrohungen von Personen, die Kritik an venezolanischen Institutionen übten.

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehören die Kathedrale von Coro, die Chiesa de San Clemente, die Kathedrale von Ciudad Bolívar, die Kathedrale von Caracas, sowie die Kirche von San Francisco. Besonders sehenswert sind auch das „Capitol von Caracas“ und das „Haus der Gouverneure in Ciudad Bolívar“.

Die kulturellen Höhepunkte des Landes bietet die Hauptstadt Caracas. Im Landesinneren ist das kulturelle Leben dagegen weniger entwickelt.

Das „Pantheon“ und das „Stadttheater“ gehören zu den bedeutenden Bauwerken Caracas. Zu den bekanntesten Museen in Caracas zählen die Colección Cisneros, die Colección Fundación Polar, das nationale Kunstmuseum, das Museo Alejandro Otero (zeitgenössische Kunst), das Museo de Arte Colonial Quinta de Anauco (Museum für Kunst der Kolonialzeit) und das Museo de Arte Contemporáneo de Caracas Sofía Imber (zeitgenössische Kunst).

Weitere bekannte Museen finden sich in Acarigua, Barquisimeto, Ciudad Bolívar, Maracaibo, Mérida, San Carlos, San Cristóbal, San Felipe und Valencia.

Im Nationalpark Canaima findet man den höchsten Wasserfall der Erde, den Salto Angel, sowie eine große Zahl Tier- und Pflanzenarten.

Das Nationalgericht ist der Pabellón Criollo, eine Kombination aus schwarzen Bohnen (Caraotas), Kochbanane (Platano), Reis und zerrissenem Faserfleisch (Carne Mechada). Ein typisches Gericht sind außerdem die Hallacas (ein Ragout aus Rindfleisch, Rosinen, Gemüse, Kapern, Oliven und Nüssen in Maisteig) und Mondongo (einem kräftig gewürzten Eintopf mit Kutteln). Dazu werden vor allem Saft (Papelon con limon), gemischt aus Melasse, Limettensaft und Wasser getrunken. Eine kulinarische Spezialität Venezuelas sind die Arepas, gebackene, gebratene oder frittierte Maisfladen. Der Sancocho ist eine Suppe, die in der Regel in einem großen Topf für viele Menschen angerichtet wird und verschiedene Gemüse- und Fleischsorten enthält.

Venevisión, RCTV, Televen und Globovisión sind kommerzielle Fernsehsender aus Caracas. Venezolana de Televisión VTV und VIVE TV sind staatliche Fernsehsender. Am 28. Mai 2007 nahm TVes als erster öffentlich-rechtlicher Fernsehkanal den Sendebetrieb auf. Er übernahm die am 27. Mai 2007 abgelaufene Sendeerlaubnis für RCTV im terrestrischen VHF-Band sowie dessen Satellitenkanal. Die Abschaltung des privaten Senders RCTV sorgte für starke Proteste vor allem von Studenten, die der Regierung Zensur vorwarfen. RCTV sendet seit dem 16. Juli 2007 über Kabel und Satellit, wodurch nach Schätzungen nur noch 35 % der Bevölkerung erreicht werden, statt vorher fast 98 %.

Die wichtigsten Tageszeitungen sind El Universal (konservativ), El Nacional (linksliberal, oppositionell), Últimas Noticias (Boulevardblatt), Tal Cual (linksliberal, oppositionell, Boulevard), Daily Journal (englischsprachig, Wirtschaftsblatt) und VEA (regierungsnah).

Venezuela ist mit 46 % der Anteile Haupteigner des Fernsehsenders teleSUR. Die Regierung beabsichtigt, mit dem Sender Lateinamerika eine eigene „bolivarische“ Stimme zu geben. Der Fernsehsender untersteht aber nicht dem Staat oder der Regierung, sondern agiert unabhängig. TeleSUR wird von verschiedenen namhaften lateinamerikanischen Journalisten geleitet und bezieht sein Material vorwiegend von unabhängigen Produzenten.

Venezuela verfügt über ein Straßennetz von 82.700 Kilometer, davon sind 38.998 Kilometer befestigt, wovon wiederum 2.690 Kilometer durch Hauptverkehrsstraßen gebildet werden. Die Hauptausbauphase waren die Sechzigerjahre, als für die Öl- und Aluminiumindustrie viele Fahrwege neu erschlossen wurden.

Das Eisenbahnnetz umfasst 584 Kilometer, von denen jedoch nur 336 Kilometer staatlich betrieben werden. Aufgrund der wenigen Eisenbahnlinien sind Busse beinahe im ganzen Land das Hauptverkehrsmittel.

Seit 1999 treibt die Regierung Pläne zu einem massiven Ausbau des Eisenbahnnetzes voran. Geplant sind bis zu 4.000 km Eisenbahnstrecken. Der Ausbau soll nach verschiedenen Teilnetzen gegliedert geschehen. Gebaut werden derzeit Strecken vom wichtigsten Hafen des Landes, Puerto Caballo, nach La Encrucijada (ca. 100 km, Fertigstellung 2012) und nach Barquisimeto und Acarigua (insgesamt 240 km). Die Arbeiten haben japanische, italienische und chinesische Unternehmen übernommen. Auch die Armee wird zu Bauarbeiten eingesetzt. In späteren Ausbauabschnitten soll die Hauptstadt Caracas mit den Wirtschaftszentren Valencia und Barquisimeto und dem Hafen Puerto Caballo verbunden werden. Die Finanzierung wird teilweise über den nationalen Entwicklungsfonds abgewickelt. Zudem versucht Venezuela, bei der Vergabe der Teilprojekte gleichzeitig eine Mitfinanzierung der jeweiligen nationalen Förder- oder Entwicklungsbanken der Länder zu erreichen, deren Unternehmen die Aufträge erhalten.

In Caracas gibt es seit 1983 ein U-Bahn-Netz, in Valencia seit 2006.

Für die Erschließung des Landesinneren sind die Wasserstraßen (insgesamt 7.100 Kilometer) sehr wichtig, vor allem der Orinoco. Die wichtigsten Häfen sind La Guaira und Puerto Cabello. Die venezolanische Flotte umfasst 268 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 872.000 Bruttoregistertonnen.

Das Land verfügt über sieben internationale Flughäfen, darunter der Flughafen Caracas, der Flughafen Porlamar und der Flughafen Maracaibo. Der Simón-Bolivar-Flughafen in Caracas ist dabei mit einem Passagieraufkommen von jährlich 6,69 Millionen Passagieren der größte.

Zum Seitenanfang



Valencia (Venezuela)

Valencia (Venezuela)

Valencia ist die drittgrößte Stadt Venezuelas und die Hauptstadt des Bundeslandes Carabobo. Sie besitzt etwa 1,5 Millionen Einwohner (2003). Es wird davon ausgegangen, dass die Bevölkerungszahl zukünftig weiter stark ansteigen wird.

Die Stadt liegt 479 Meter über dem Meeresspiegel in einem Tal, das von einem Gebirgszug, den Cordillera de la Costa, umgeben ist. Im Osten der Stadt befindet sich der See von Valencia, Venezuelas zweitgrößter See, in den der Cabriales fließt. Dieser fließt auch durch die Stadt. Die Entfernung zur Hauptstadt Caracas beträgt 180 km.

Die Stadt ist ein wesentlicher Standort für die Industrie des Landes.

Schon im IV. Jahrtausend vor Christus gab es Völker, die als Jäger und Sammler diese Region bewohnten. Wahrscheinlich hatten sie schon mit Landwirtschaft ihre ersten Schritte gemacht. Zwischen 200 und 1000 nach Christus erfolgte eine wichtige Besiedlung der Region, vor allem um den Valencia- oder Tacariguasee herum.

Um 1000 nach Christus begannen Einwanderungen aus dem Orinokogebiet, wahrscheinlich über die Pao-Region kommen.

Am 25. März 1555 gründete der spanische Kapitän Alonso Díaz Moreno die Stadt als erste spanische Siedlung im Zentrum Venezuelas. Der offizielle Name lautete "Nuestra Señora de la Asunción de Nueva Valencia del Rey".

Der berüchtigte Konquistador Aguirre belagerte die Stadt 1561. Im Jahre 1677 wurde sie von französischen Piraten überfallen, wobei die Innenstadt niederbrannte und viele wichtige Dokumente über Venezuelas frühe Besiedlung vernichtet wurden.

Der deutsche Forschungsreisende Alexander von Humboldt besuchte Valencia auf seiner Reise durch Südamerika im Jahr 1800 und berichtete von sechs- bis siebentausend Einwohnern.

Seit der Inbesitznahme durch die Spanier war Venezuela spanische Kolonie. Im Jahre 1811 wurde Valencia zur Hauptstadt der ersten Republik Venezuelas erklärt. 1813 wurde die Stadt von den Truppen der Spanier unter Leitung von Boves umzingelt und nach einer langen Schlacht besetzt. Männer wurden massenhaft hingerichtet, die meisten Frauen vergewaltigt.

1830 wird Valencia für eine kurze Zeit die Hauptstadt Venezuelas, nachdem das Land die Unabhängigkeit vom Großkolumbien erklärt hatte. 1858 wurde die Stadt vorübergehend wieder Hauptstadt des Landes.

Im zwanzigsten Jahrhundert erfährt die Stadt ab den 1940ern ein rasantes Wachstum, wesentlich beeinflusst von den Öleinkommen und der darauffolgenden Industrialisierung in der Region. Viele Einwanderer aus anderer Regionen Venezuelas, aber auch der ganzen Welt, kommen nach Valencia. Zwischen 1945 und 1970 waren es vor allem Europäer, danach viele Südamerikaner (vor allem Kolumbianer, Ecuadorianer und Peruaner), aber auch Libanesen, Chinesen und andere. Die Stadt hat seit den 1990ern eine Zunahme der Kriminalität erfahren.

Darüber hinaus ist Valencia mit Naguanagua, San Diego und Teilen von Los Guayos zusammengewachsen.

Verwaltet wird die Stadt vom Oberbürgermeisteramt (Exekutive) und sieben Ratsherren des Kommunalparlamentes (Legislative).

Valencia besitzt eine öffentliche Universität, die Universidad de Carabobo. Dazu gibt es eine Reihe privater Universitäten, wie z.B. die Universidad Arturo Michelena in San Diego und die Universidad José Antonio Paez.

Valencia ist eins der wichtigsten Wirtschaftszentren Venezuelas. Die Wirtschaft Valencias ist geprägt durch die Lebensmittelindustrie, den Automobilbau sowie wichtige Unternehmen im Bereich Keramik und Zement. Auch der tertiäre Sektor mit Verwaltung, Messe, Versicherungen, Banken sind bedeutend.

Busse aus anderen Regionen kommen etwas außerhalb der Stadt, in Big Low Center, San Diego, an. Von dort an gibt es zahlreiche Verbindungen zu Valencia.

Die U-Bahn von Valencia ist noch in ihrer Anfangsphase. Es gibt zur Zeit erst sieben Stationen, im Bau sind noch weiter sechs Stationen auf derselben Linie (1) und zwölf Stationen auf der neuen Linie 2.

Valencia hat einen internationalen Flughafen: der Aeropuerto Arturo Michelena. Er liegt östlich der Innenstadt und südlich von Los Guayos.

Die wichtigsten Zeitungen der Region sind El Carabobeño und Notitarde.

Carabobo ist eines der Bundesstaaten mit den meisten Sportlern in Venezuela. Der Bundesstaat war 10 mal Sieger der Nationalspiele Venezuelas, neunmal hintereinander.

Baseball ist eine der beliebtesten Sportarten Venezuelas und darum gibt es viele Baseballfelder in Carabobo. Man wird auch in vielen Orten Kinder sehen, die irgendwo improvisieren, um Baseball zu spielen. Navegantes del Magallanes oder einfach Magallanes ist eines der bekanntesten Baseballmannschaften Venezuelas. Ihr Sitz befindet sich im Stadium José Bernardo Pérez.

Zum Seitenanfang



Universidad Central de Venezuela

Alejandro Otero Mateo Manaure UCV 1954.JPG

Die Zentrale Universität von Venezuela (oder Universidad Central de Venezuela auf spanisch) ist die größte Universität Venezuelas. Gegründet 1721, ist sie die älteste Universität Venezuelas und eine der ältesten in Amerika. Der Universitätscampus wurde vom Architekten Carlos Raúl Villanueva entworfen und wurde im Jahre 2000 durch die UNESCO zum Welterbe erklärt.

Zum Seitenanfang



Vuelta a Venezuela

Die Vuelta a Venezuela (dt. Venezuela-Rundfahrt) ist ein venezolanisches Straßenradrennen.

Das Rennen wurde 1963 zum ersten Mal ausgetragen und findet seitdem jährlich im September statt. Organisator ist die Federacion Venezolana de Ciclismo, der venezolanische Radsportverband. Seit 2005 zählt das Etappenrennen zur UCI America Tour und ist in die Kategorie 2.2 eingestuft. Rekordsieger sind José Chacon und Olinto Silva, die das Rennen jeweils dreimal für sich entscheiden konnten.

Zum Seitenanfang



Barcelona (Venezuela)

Barcelona (Venezuela)

Barcelona ist die Hauptstadt der Provinz Anzoátegui in Venezuela. Sie hat etwa 360.000 Einwohner (2001) und bildet mit Puerto La Cruz, Lechería und Guanta eine der größten Metropolregionen Venezuelas.

Barcelona wurde zuerst 1638 als Nueva Barcelona del Cerro Santo (dt. „Neubarcelona auf dem Heiligen Hügel“) von Joan Orpí gegründet, der aus Piera in der Nähe der katalanischen Hauptstadt stammte und in Barcelona gelebt und weltliches Recht studiert hatte. Er gilt als der letzte Konquistador Venezuelas; unter seiner Führung wurde das Territorium der Cumanogoto-Indianer, die in der Region des heutigen Barcelona lebten, unterworfen.

1671 wurde der Ort vom Gouverneur Sancho Fernández de Angulo zwei Kilometer südlich der ursprünglichen Gründung Orpís neugegründet.

Die Casa Fuerte ist ein kolonialzeitliches Gebäude. Ursprünglich wurde dieses Haus als das Kloster von San Francisco errichtet. 1811 wurde es von den Gründern der Republik Venezuela erobert und zur Festung von Simón Bolívar gemacht, um die Stadt vor Angriffen zu schützen.

Als weitere Sehenswürdigkeiten von Barcelona sind die schöne Kathedrale und die von Bäumen gesäumten Plätze zu nennen.

In Barcelona haben wie in Puerto La Cruz viele Erdölraffinerien ihren Sitz. Ebenfalls wird in der Nähe Kohle abgebaut.

Barcelonas Bevölkerungsentwicklung wird durch ein starkes Bevölkerungswachstum während der letzten beiden Jahrzehnte geprägt. Im Jahr 1981 betrug die Bevölkerung Barcelonas noch 156.461, während es 1990 schon 221.792 Seelen waren. 2005 wurde geschätzt dass 424.819 Menschen in der Stadt leben.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia