Usbekistan

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Geschrieben von bishop 10/04/2009 @ 18:13

Tags : usbekistan, zentralasien, ausland

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Usbekistan

Flagge Usbekistans

Usbekistan (usbek. Oʻzbekiston; amtlich Republik Usbekistan, usbek. Oʻzbekiston Respublikasi) ist ein Staat in Zentralasien. Nachbarländer sind im Westen und Norden Kasachstan, im Osten Kirgisistan, im Südosten Tadschikistan und Afghanistan, im Süden Turkmenistan.

Usbekistan hat eine Fläche von 447.400 km² und liegt im mittleren Zentralasien. Usbekistan und Liechtenstein sind die einzigen Binnenstaaten der Erde, die ihrerseits nur von Binnenstaaten umgeben sind. Man muss also zwei Staatsgrenzen überqueren, um in einen Staat mit Zugang zu einem offenen Meer zu gelangen.

Usbekistan erstreckt sich von den Wüsten am Aralsee im Westen über ca. 1.200 km bis zum fruchtbaren Ferghanatal im Osten.

Der von vollständiger Austrocknung bedrohte Aralsee hat derzeit eine Fläche von ca. 17.000 km². Südwestlich des Sees befindet sich das flachwellige, wüstenhafte Ustjurt-Plateau, dessen Westhälfte zu Kasachstan gehört und das ein großes Naturreservat bildet.

Der größte Teil der Fläche Usbekistans wird von Wüsten eingenommen. Südöstlich des Aralsees im Tiefland von Turan erstreckt sich die Kysylkum-Wüste (usbek. Qizilqum), die vier Zehntel der Staatsfläche Usbekistans umfasst und sich auf dem angrenzenden Territorium Kasachstans fortsetzt. Sie wird nur durch einige Restmassive unterbrochen, die im Gora Aktau 920 m Höhe erreichen. Südlich davon liegt eine große Steppenlandschaft, durch die der Amudarja fließt.

Im Osten Usbekistans liegen die Turkestangebirgskette und die vorgebirgige Landschaft des Tianshan, sowie Teile des Ferghanatals.

Der höchste Berg Usbekistans liegt im Hissargebirge (Provinz Surxondaryo) und erreicht eine Höhe von 4.643 Metern. Dieser trug einst den Namen Berg des 22. Kongresses der Kommunistischen Partei, war danach eine Zeit lang namenlos, trägt aber heute den Namen Khazret Sultan. Die tiefste Stelle im Land liegt 12 m unter dem Meeresspiegel in der Wüste Kysylkum.

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Anbauflächen befinden sich in den großen Oasen um Samarkand, Buchara und Taschkent sowie im Ferghanatal.

Durch Usbekistan fließen die zwei wichtigsten Zuflüsse des Aralsees und größten Ströme Zentralasiens, der Amudarja (usbek. Amudaryo) mit 2.539 km Länge und der Syrdarja (usbek. Sirdaryo) mit 2.212 km Länge. Beide Flüsse liegen jedoch nur mit einem Teil ihres Laufes in Usbekistan.

Die Quellflüsse des Amudarja, in der Antike Oxus genannt, daher kommt auch der klassische Begriff Transoxanien, entspringen außerhalb Usbekistans im zu Tadschikistan und Afghanistan gehörenden Pamir. Der Amudarja bildet in seinem Mittellauf zunächst die usbekisch-afghanische Grenze und verläuft sodann parallel zur Grenze Usbekistans zu Turkmenistan, die jedoch nur in einem Teilstück dem Fluss direkt folgt. Sein Mündungsbereich gehört ganz zu Usbekistan.

Die Quellflüsse des Syrdarja entspringen im zu Kirgisistan gehörenden Tianshan. Der Syrdarja durchquert in seinem Mittellauf den zu Usbekistan gehörenden Teil des Ferghanatals, fließt dann über das Territorium Tadschikistans, südwestlich von Taschkent erneut eine Strecke durch Usbekistan, während sein Unterlauf zu Kasachstan gehört.

Weitere wichtige Flüsse sind noch der Surchundarja (usbek. Surxondaryo), der Kaschkadarja (usbek. Qashqadaryo), der die Oase von Karschi erreicht, und der Serafschan (usbek. Zarafshon), der die Oasen von Samarkand und Buchara bewässert und schließlich in der Wüste südwestlich von Buchara endet, ohne den Amudarja erreicht zu haben.

Die größten Seen in Usbekistan, die zum Teil nur teilweise in Usbekistan liegen, sind neben dem Aralsee der Aibugirsee, der Sarykamyschsee, der Aydar Koʻl, und der künstliche Talimardschan-Stausee.

In Usbekistan herrscht kontinentales Wüstenklima vor. Die Sommer sind meist heiß und wolkenlos, die Winter unbeständig und kalt.

Der Jahresniederschlag beträgt – je nach Region – nur 50–200 mm, steigt jedoch in den Gebirgen teilweise auf über 1.000 mm jährlich an. Die Temperaturen schwanken sowohl jahres- als auch tageszeitlich stark. Der gesamte Niederschlag über Usbekistan beträgt etwa 12,2 km³ pro Jahr und entspricht weniger als 0,2 Prozent der in Usbekistan verfügbaren Wasserressourcen.

Aufgrund seiner Größe und der vielen Landschaftszonen und trotz der Tatsache, dass etwa 80 % der Landesfläche aus Wüste und Steppe bestehen, bietet Usbekistan eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt. Knapp zwei Prozent des Landes stehen unter Naturschutz.

Bedingt durch die weitläufige Steppen- und Wüstenlandschaft finden sich über 3000 Grasarten, aber immerhin etwa 80 Baumarten, Weniger als fünf Prozent der Fläche sind bewaldet.

Zu den über 40 Säugetierarten zählen Steppenschafarten, wie das Karakulschaf, Rothirsche, Kropfgazellen, Saigas, Braunbären, Wölfe, Füchse, Luchse, Dachse, Wildschweine und Stachelschweine. Sogar Schneeleoparden sind in den Westausläufern des Tianshan beheimatet. Der Amurtiger, bekannt als Sibirischer Tiger, gilt in Usbekistan als ausgestorben, durchstreifte aber bis vor wenigen Jahrzehnten das früher grüne Mündungsdelta des Amudarja.

Über 400 Vogelarten kommen in Usbekistan vor, darunter beispielsweise usbekische Flugtümmler, eine Taubenrasse, Kragentrappen, Wacholderdrosseln, Rebhühner, Stare, Zwergadler, Geier und Falken.

Hinzu kommen etwa 60 Reptilienarten und über 70 Fischarten.

Die übermäßige Wasserentnahme aus Flüssen zur Bewässerung von Ländereien für den Anbau von Baumwolle verursacht ökologische Schäden, wie zum Beispiel eine massive Bodenversalzung. Dazu kommt ein hoher Eintrag von Düngerückständen, Herbiziden und Pestiziden, der Böden und Grundwasser nachhaltig verunreinigt.

Der Aralsee steht vor seiner Austrocknung, weil seine Zuflüsse seit den Zeiten der UdSSR zu stark für künstliche Bewässerung verwendet wurden. Seine Tiefe halbierte sich, seine Fläche verringerte sich von 66.000 km² auf derzeit ca. 33.600 km². Das Verschwinden des einst riesigen Sees wird das Klima noch trockener machen.

Es bestehen Überlegungen, ob man mittels künstlich hervorgerufenen Regens die derzeitigen jährlichen Niederschläge von 12,2 km³ auf über 20 km³ steigern könnte. Versuche dieser Richtung fanden bereits in den siebziger und achtziger Jahren in der Region des Flusses Pskem bei Taschkent, in der Region Kashkadarja und im Ferghanatal statt.

Usbekistan ist reich an Bodenschätzen wie Erdgas, Gold, Kupfer und Uran. Weitere wichtige Bodenschätze sind Silber, Blei, Zink, Wolfram, Molybdän und Kaolin.

Viele der Rohstoffe werden bisher kaum abgebaut.

Usbekistan ist dünn besiedelt, etwa fünf Mal dünner als Deutschland. Die Besiedlung verteilt sich jedoch ungleichmäßig auf das Land. So steigt die Bevölkerungsdichte im Ferghana-Becken auf über 570 Einwohner pro km². Usbekistan ist zudem ein sehr junges Land, denn etwa 10,4 Mio. Menschen, das entspricht knapp 40% der gesamten Bevölkerung, sind unter 18 Jahre alt. Etwa 17 Millionen Menschen, also circa 65% der Bevölkerung, sind unter 30 Jahre alt und so kommt es zu einem Durchschnittsalter von nur 22,9 Jahren (Stand 2007). Die Lebenserwartung ist durchschnittlich 61,5 Jahre bei den Männern und 68,5 Jahre bei den Frauen.

Die Bevölkerung Usbekistans besteht aus über 100 Völkerschaften, davon nach offiziellen Angaben zu 71 % aus Usbeken, 5,1 % Russen, 5 % Tadschiken, 4,1 % Karakalpaken, 3,2 % Kasachen, 2,7 % Krimtataren, 2,5 % Koreaner. Zu den kleineren Minderheiten zählen Turkmenen, Uiguren, Wolgadeutsche, Armenier, Mescheten, Aserbaidschaner und Kurden. Im Jahre 2001 gab es 24.000 Deutsche in Usbekistan. Stalin deportierte in den Vierziger Jahren rund 40.000 Wolgadeutsche nach Taschkent.

Von tadschikischer Seite wird behauptet, die Anzahl der Tadschiken in Usbekistan sei viel höher als offiziell angegeben. Diese Behauptung wurde in jüngster Zeit auch von einigen internationalen Menschenrechtsorganisationen, wie z. B. Human Rights Watch oder Amnesty International, aufgegriffen. Tatsächlich ist jedoch eine unparteiische Ermittlung des Bevölkerungsanteils der Tadschiken in manchen Landesteilen wie dem Gebiet um die Städte Samarkand und Buchara kaum möglich, da die dortige Bevölkerung traditionell zweisprachig (turk- und persischsprachig oder in heutiger Terminologie usbekisch- und tadschikischsprachig) ist und eine Trennung in zwei verschiedene Völker erst durch die moderne amtliche Terminologie eingeführt worden ist.

Dennoch wurden auch in letzter Zeit immer mehr Diskriminierungen gegen die Tadschiken berichtet. Im Jahre 2000 kam es zu Zwangsvertreibungen und zur Inhaftierung vieler Tadschiken . Zudem kam es 1998 zu Bücherverbrennungen und Unterdrückungen persischsprachiger Medien und Zeitungen . Mangels exakter Bevölkerungsstatistiken existieren nur ungenaue Schätzungen über die Anzahl tadschikischer Muttersprachler. In akademischen Kreisen wird von einem Bevölkerungsanteil von bis zu 30% ausgegangen .

Bei offiziellen Erhebungen geben viele Bürger tadschikischer Ethnie die usbekische Volkszugehörigkeit an . Im Laufe der unter dem 1959 bis 1982 amtierenden Generalsekretär der Kommunistischen Partei Sharaf Rashidov beaufsichtigten Usbekisierung mußten Tadschiken sich entweder mit der Angabe "Usbeke" für den Verbleib in ihrer Region, so z. B. in der Stadt Samarkand, oder aber für eine Umsiedlung nach Tadschikistan entscheiden .

Circa 89 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, ca. 8 % russisch-orthodox (meist Angehörige der russischen Minderheit). Darüber hinaus gibt es schiitische Muslime (vor allem in Buchara und Samarkand) sowie Angehörige anderer christlicher Konfessionen (Angehörige der Armenisch-Apostolischen Kirche, der Katholischen Kirche, der Evangelisch-Lutherischen Kirche und diverser protestantischer Gemeinden) sowie Juden (ca. 93.000 Gläubige, siehe Bucharische Juden), Buddhisten, Anhänger des Bahaismus und Anhänger der Lehren Krishnas.

Ramadan wird von ca. 40 % der Leute in der Stadt und 85 % der Leute auf dem Land praktiziert.

Nach der Verkündung der Unabhängigkeit Usbekistans wurden in einer kurzen Zeit die Rechtsgrundlagen des neuen Staates geschaffen, die auf eine Entwicklung der Demokratie ausgerichtet sind und den Übergang zur Marktwirtschaft sowie die Rechtsstaatlichkeit und die Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und Judikative sichern sollen.

Aus den ersten direkten Präsidentschaftswahlen am 29. Dezember 1991 ging Islom Karimov mit 86 Prozent der Stimmen als Sieger hervor und wurde erster Präsident der unabhängigen Republik Usbekistan. Seine Amtszeit wurde am 26. März 1995 in einem Referendum bis zum Jahr 2000 verlängert.

Am 9. Januar 2000 ließ er sich mit 91,9 Prozent für eine weitere Amtszeit bestätigen. Die Abstimmung wurde von vielen Staaten als nicht frei und wenig demokratisch kritisiert, der einzige Gegenkandidat erklärte, er habe selbst für den Präsidenten gestimmt. In einem Referendum am 27. Januar 2002 ließ er sich erneut seine Amtszeit, bis zum Dezember 2007, verlängern.

Obwohl Artikel 90 der usbekischen Verfassung vorsieht, dass die fünfjährige Amtszeit des Präsidenten nur einmal verlängert werden kann, wurde Karimow nach Mitteilung der Wahlkommission mit 88,1 Prozent der Stimmen am 23. Dezember 2007 wiedergewählt. Drei weitere Kandidaten kamen auf jeweils etwa drei Prozent. Sie hatten aber keinen Wahlkampf geführt und sich teilweise sogar für den Amtsinhaber ausgesprochen. Mit der Wahl wurde Karimow für weitere fünf Jahre als Präsident bestätigt. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) erklärte, dass die Wahl zahlreiche Kriterien für demokratische Wahlen nicht erfüllt habe.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Demokratie war die Wahl des Oliy Majlis am 25. Dezember 1994, des ersten auf dem Mehrparteienprinzip basierenden Parlaments in der Geschichte Usbekistans. Seitdem erfolgten zwei Neuwahlen des Parlamentes, die erste davon im Dezember 1999. Das jetzige Parlament wurde am 26. Dezember 2004, mit Stichwahlen im Januar 2005, gewählt.

Gemäß der Verfassung der Republik Usbekistan ist das Oliy Majlis das höchste repräsentative Staatsorgan, das die gesetzgebende Funktion wahrnimmt.

Bis zu den Wahlen 2004 war das Oliy Majlis ein Einkammer-Parlament. Es setzte sich aus 250 Abgeordneten zusammen, die in den territorialen Ein-Mandat-Wahlbezirken für die Dauer von fünf Jahren gewählt wurden. Seit dem 26. Dezember 2004 gibt es in Usbekistan ein Zweikammerparlament. Zusammengesetzt ist es aus der unteren, gesetzgebenden Kammer mit 120 Abgeordneten, gewählt auf fünf Jahre, und der oberen Kammer, dem Senat mit 100 Senatoren. 16 Senatoren werden vom Präsidenten ernannt, die anderen, sechs pro Gebiet, werden von den jeweiligen Provinzräten, dem Rat der Stadt Taschkent und dem Rat Karakalpakistans gewählt.

Die Abgeordneten sind in fünf Parteifraktionen und zwei Blöcken vereinigt: Die Fraktion der Volksdemokratischen Partei Usbekistans, die Fraktion der National-demokratischen Partei Fidokorlar, die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Adolat, die Fraktion der Partei Millij tiklanisch, die Fraktion der Partei des Heimatsfortschritts, dem Block der aus den lokalen Verwaltungsorganen gewählten Abgeordneten und dem Block der Wählergruppeninitiativen.

Das Parlament hat zwölf Ausschüsse und vier Kommissionen für sämtliche Bereiche des gesellschaftspolitischen und sozialökonomischen Lebens.

Die Leitung des Oliy Majlis üben der Vorsitzende und seine drei Stellvertreter, die aus den Reihen der Abgeordneten für die ganze Legislaturperiode gewählt werden, aus. Einer der Stellvertreter des Vorsitzenden des Oliy Majlis ist ein Vertreter der Republik Karakalpakistan, der gegenwärtig der Vorsitzende des Dschokargi Kenges (Parlament) Karakalpakistans ist.

Um die Arbeit des Oliy Majlis zu organisieren und andere Vollmachten gemäß der Gesetzgebung auszuüben, ist der Kengasch (Rat) des Oliy Majlis eingesetzt. Er besteht aus dem Vorsitzenden des Oliy Majlis, seinen Stellvertretern, den Vorsitzenden der Ausschüsse und Kommissionen, sowie den Vorsitzenden der Parteifraktionen und Abgeordnetenblöcke.

Weitere Hilfe bei der Tätigkeit des Oliy Majlis leistet das Sekretariat mit 7 Abteilungen und einigen Diensten.

Aus den Abgeordneten des Oliy Majlis wurde eine Beauftragte für Menschenrechte (Ombudsfrau) gewählt. Zudem wurde eine Kommission aus Ehrenamtlichen zur Wahrung der Verfassungsrechte und Freiheiten der Bürgerinnen und Bürger gegründet. Anderweitige Organisationen im Bereich Menschenrechte werden jedoch nicht geduldet.

Zahlreiche Oppositionelle gingen nach Amtsantritt Islom Karimovs bereits in den frühen 1990er Jahren ins Exil, etliche mussten für mehrere Jahre ins Gefängnis und mehrere sind verschwunden. De facto existiert keine Opposition in Usbekistan, denn nahezu alle Oppositionelle leben im Ausland. Inländische Oppositionelle müssen mit schweren Repressalien rechnen. Kritische ausländische Webseiten werden in Usbekistan meist blockiert.

Die Todesstrafe ist in Usbekistan seit dem Jahr 2008 ohne Ausnahme abgeschafft.

Usbekistan unterhält politische Beziehungen zu mehr als 100 Ländern. Über 50 Botschaften gibt es in Taschkent, darunter ist auch die Deutsche Botschaft in Usbekistan. Usbekistan unterhält diplomatische Vertretungen in über 40 Ländern, darunter sind zwei Vertretungen in Deutschland.

Usbekistan bemühte sich in den 1990er und in der ersten Hälfte der 2000er Jahre, gute Beziehungen sowohl zu Russland als auch zu den USA und Großbritannien zu unterhalten. Zur Zeit haben sich jedoch die Beziehungen zwischen den USA und Usbekistan abgekühlt, da Karimov die amerikanische Militärbasis räumen ließ. Ein Grund dafür war, dass die USA die blutigen Unterdrückungen in Andijon verurteilten. Außenminister ist Vladimir Norov.

Obwohl sich Usbekistan von den Vereinigten Staaten abgewendet hat und die Nähe zu Moskau sucht, sieht sich der usbekische Staat weiterhin als Teil der weltweiten Anti-Terror-Koalition. Gründe dafür sind die Ereignisse von Andijon im Mai 2005, sowie die versuchten Terroranschläge auf Präsident Karimov in den Jahren zuvor. Der islamischen Fundamentalismus wird von Regierungsseite als größte Bedrohung des Landes dargestellt und schon seit längerem bekämpft. Doch oft wird dies als Rechtfertigung dazu verwendet, oft unschuldige, meist lediglich nicht regierungstreue Personen zu inhaftieren. Aus der Unterstützung des weltweiten Kampfes gegen Terrorismus resultiert auch die Nutzung des Lufttransportstützpunktes Termes durch ca. 80 deutsche Bundeswehrsoldaten, die dort zur logistischen Unterstützung des ISAF-Einsatzes in Afghanistan stationiert sind.

Aus der GUAM (bis dahin GUUAM) und dem Türkisch-Zentralasiatischen Gipfel (OATCT) trat Usbekistan im Mai 2005 aus.

Usbekistan erkennt nahezu alle internationalen Verträge und Vereinbarungen an und ist vielen internationalen Abkommen und Konventionen beigetreten. Ein Beitritt zur Welthandelsorganisation ist bisher noch nicht erfolgt, Usbekistan ist aber Beobachter und befindet sich aktiv in Verhandlungen. Gründe für den bisher nicht erfolgten Beitritt liegen u. a. in der unzureichenden Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen. Im Jahr 2001 erfolgte die Aufnahme in die Shanghai Cooperation Organisation. Mit der EU wird auf Grundlage eines Kooperations- und Partnerschaftsabkommens, sowie mit der NATO im Rahmen des Programms Partnerschaft für den Frieden zusammengearbeitet.

Deutschland ist nach Russland, China, Südkorea und den USA fünftwichtigstes Lieferland Usbekistans. Allerdings hat sich das Handelsvo­lumen von 1999 bis 2001 halbiert. Nach dem Tiefstand von 214 Mio. Euro im Jahre 2001 ist es aber wieder stetig gestiegen und nach 270 Mio. Euro im Jahr 2005 nochmals um 10 % in den ersten sechs Monaten 2006 gewach­sen. Die Zunahme ist vor allem auf die Lieferung von Maschinen und Ersatzteilen in der Textilbranche und der Landwirtschaft zurückzuführen. Zudem nutzen deutsche Unternehmen verstärkt den Weg über Russland und China in den usbekischen Markt.

In der zentralen Frage der Währungskonvertibilität hat Usbekistan einen wichtigen Schritt nach vorn unternommen. Seit dem 15. Oktober 2003 gilt volle Konvertibilität. Ob sich damit der Devisenzugang für Importeure entspannt, kann erst die längerfristige Praxis zeigen. Gleichzeitig versucht die Regierung Usbekistans, makroökonomische Stabilität über eine stark reglementierte Geldpolitik zu erreichen. Mit der außergewöhnlich starken Kontingentierung der Bargeldmenge sollen Wirtschaft und Handel kontrolliert und Währung und Inflation stabil gehalten werden. Dies behindert das Wirtschaftsleben. Allerdings sind 2005 ein Wachstum von 7 %, ein solider Haushalt und ein positives Außenhandelssaldo erreicht worden. Doch makroökonomische Stabilität bringt noch kein wirkliches Wachstum im Handel und Privatsektor sowie Wohlstand mit sich.

Mitte November 2005 haben der russische Präsident Wladimir Putin und sein usbekischer Amtskollege Islom Karimov in Moskau einen militärischen Beistandspakt unterzeichnet. Wie es darin heißt, wird ein militärischer Angriff auf einen der beiden Staaten als „Aggression gegen beide Seiten“ gewertet: „Im Fall einer Aggression gegen eine der Vertragsparteien wird die andere Seite jede notwendige, auch militärische Hilfe anbieten“. Berichten zufolge räumt der Vertrag zudem beiden Ländern das Recht auf eine gegenseitige Nutzung ihrer militärischen Infrastruktur ein. Karimow bezeichnete den Vertrag demnach als „historisches Abkommen“. „Russland war und bleibt unser treuester Verbündeter.“ Putin würdigte das russische Verhältnis zu Usbekistan in ähnlicher Weise.

Kommentatoren gilt die Vereinbarung als Bestätigung dafür, dass sich Usbekistan in Zukunft in erster Linie an Russland binden und weniger stark an US-Interessen orientieren will. Russland verstärke damit seinen Einfluss in dem zentralasiatischen Land. Für die Seidenstraßenstrategie der USA bedeutet das Abkommen nach Überzeugung vieler Beobachter einen herben Rückschlag (s. auch: The Great Game).

Westeuropäische Staaten, auch Deutschland, fordern seit Jahren die Fortsetzung demokratischer Reformen, sowie die Verbesserung der Menschenrechtslage in Usbekistan. Dies wird von Usbekistan als Einmischung in die inneren Angelegenheiten angesehen.

Deutschland ist einer der wichtigsten Partner Usbekistans in Westeuropa. Dies geht u. a. auf die Tatsache zurück, dass Deutschland einer der wichtigsten Abnehmer von usbekischem Erdgas ist. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier gilt als politischer Freund Usbekistans und setzte sich auf Ebene der Europäischen Union für ein Ende aller Sanktionen gegen Usbekistan und usbekische Politiker ein. Ende Februar 2008 reiste eine deutsche Delegation, unter Führung des ehemaligen Wirtschaftsministers Glos, nach Usbekistan und Turkmenistan. Die etwa 100 Mann starke Delegation wurde durch Diplomaten aus dem Außenministerium und Repräsentanten der Wirtschaft unterstützt. Vertreten waren u. a. Deutschen Bank, EADS, MAN, RWE, Siemens, ThyssenKrupp und Wintershall. Bei den bilateralen Gesprächen hatte besonders das Thema Energieversorgung mit Erdgas einen hohen Stellenwert.

Es gibt ca. 55 deutsche Firmenvertretungen in Usbekistan (ca. 15 mit entsandten Deutschen), darunter Siemens und drei deutsche Banken, die sowohl Baumwollhandel als auch Liefergeschäfte mit Usbekistan finanzieren.

Usbekistan selbst hat 52.500 Soldaten im Dienst. Die Streitkräfte bestehen aus der Armee, den Luftstreitkräften, den militärischen Sicherheitskräften, nicht zu verwechseln mit der Miliz, und einer Art Nationalgarde. Marinestreitkräfte besitzt das Land keine. Durch das Verteidigungsgesetz von 1992 ist die Armee eine Verteidigungsarmee. Der derzeitige Verteidigungsminister Usbekistans ist Korbil Berdijew.

Seit einem Erlass des Staatspräsidenten Karimov im November 2008 findet die Einberufung für den einjährigen Grundwehrdienst nur noch einmal im Jahr statt. Zudem wurde ein Dienst für die Einberufung einer Mobilisationsreserve eingeführt.

In Usbekistan sind 300 Soldaten der Bundeswehr stationiert. Die Deutschen nutzen den Stützpunkt Termiz, 500 Kilometer südlich von Taschkent, zur Versorgung der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (ISAF).

Die usbekische Miliz ist wegen der in ihren Reihen grassierenden Korruption berüchtigt. Von weiten Teilen der Bevölkerung wird sie als eine Art staatliche Mafia betrachtet. Auf Land- und Zugangsstraßen zu Städten werden in regelmäßigen Abständen Kontrollpunkte aufgebaut. Vorbeifahrende müssen diese Kontrollpunkte langsam passieren und werden teilweise zu genauerer Kontrolle angehalten. Die Autokennzeichen werden oft aufgezeichnet, was eine Kontrolle der Bevölkerung ermöglicht. Innerhalb der Städte stehen am Straßenrand ebenfalls Milizionäre, meist etwa alle zwei- bis fünfhundert Meter. Dies hat zur Folge, dass das Wort Fahrerflucht in Usbekistan nahezu unbekannt ist. Die ohnehin schon starke Präsenz der Miliz wurde als Folge der Unruhen im Mai 2005 noch weiter ausgebaut.

Usbekistan ist in 12 Provinzen (usbek. viloyat, Pl. viloyatlar), eine autonome Republik (usbek. respublika) und eine Stadt (shahar) mit Provinzrang gegliedert.

Die größten Städte Usbekistans sind Taschkent (Toshkent) (ca. 2.140.000 Einwohner), Namangan (ca. 430.000), Andijon (ca. 370.000), Samarkand (Samarqand) (ca. 350.000), Nukus (ca. 240.000) und Buchara (Buxoro) (ca. 230.000) (Stand 1. Januar 2009).

Im Mai 2005 wurden in der Stadt Andijon im Ferghanatal während einer Demonstration 400 bis 600 Menschen durch usbekisches Militär erschossen. Craig Murray, der ehemalige britische Botschafter in Usbekistan, hatte bereits Monate vorher auf die „sehr abscheuliche, totalitäre Diktatur“ des Präsidenten Islom Karimov und auf systematische Folterung hingewiesen. Er wurde kurze Zeit danach entlassen. Die Financial Times berichtete von einem internen Bericht Murrays, dem zufolge der britische Geheimdienst MI6 von usbekischen Behörden unter Folter erpresste Aussagen verwende. Dies konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Kurz danach hat die usbekische Regierung Videoaufnahmen veröffentlicht, in denen zu sehen ist, wie bewaffnete Einheiten auf Zivilisten das Feuer eröffnen. Die Europäische Union gab dazu zunächst keinen Kommentar ab, in späterer Konsequenz erließ die EU ein Exportverbot von Waffen nach Usbekistan und ein Einreiseverbot in die EU für hohe usbekische Politiker. Die Sanktionen wurden aber Ende 2007, vor allem auf Drängen Deutschlands, gelockert und bis auf das Waffenembargo im Oktober 2008 aufgehoben.

Die mehrtägigen Unruhen, die neben Andijon auch in Qorasuv und anderen Städten nahe der Grenze zu Kirgisistan stattfanden, wurden vom Regime Karimov den Islamisten der Hizb ut-Tahrir (Partei der Befreiung) zugeschrieben und ihre blutige Unterdrückung als Kampf gegen den Terror ausgegeben. Tatsächlich hatten sie aber soziale und politische Ursachen – hohe Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Armut und wurden durch die Unterdrückung ausgelöst (FAZ, 25. Mai 2005).

In der ehemaligen Sowjetunion war Usbekistan eines der ärmeren Gebiete. Mehr als 60 % der Bevölkerung lebten in schwach besiedelten ländlichen Gemeinschaften. Heute ist Usbekistan der drittgrößte Baumwollexporteur der Welt, ein bedeutender Förderer von Erdgas, Gold und Kupfer, sowie örtlicher Produzent von chemischen Produkten und Maschinen.

In Folge der Unabhängigkeit 1991 versuchte die damalige Regierung die Planwirtschaft nach sowjetischen Muster mit Unterstützungsgeldern und starker Kontrolle der Produktion und der Preise aufzufangen. 1994 begann man aufgrund der starken Inflation die Wirtschaft zu reformieren. Das Investitionsklima für ausländische Investoren sollte verbessert, die Rolle des Staates langsam zurückgefahren, die Privatisierung weiter voran getrieben und eine strengere Geldpolitik eingeführt werden. Der Staat ist aber weiterhin ein dominierender Faktor in der usbekischen Wirtschaft und die Reformen sind soweit fehlgeschlagen, als dass sie die dringend gebrauchten strukturellen Veränderungen nicht brachten. Der IWF schob 1996 einen 185-Millionen-Dollar-Kredit auf, weil die damalige politische Lage in Usbekistan eine Erfüllung der Fond-Konditionen unmöglich machte. Aufgrund der Asien- und Russland-Krise wurden der Export und die Geldpolitik weiter gestrafft. Ein Hauptgrund für die derzeitige Stagnation ist die wirtschaftliche Politik, die ausländische Investoren verprellt.

Alle Angaben auf Basis der Schätzungen des Internationalen Währungsfonds für das Jahr 2007.

Knapp 80 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche dienen dem Anbau von Baumwolle. Nennenswerte Anbaugebiete sind das Ferghana-Becken und die Regionen um Taschkent, Samarkand und Buchara. Die überwiegend in staatlicher Hand befindliche usbekische Baumwollproduktion beruht zum Teil auf Kinderarbeit und zwangsweise einberufenen Studenten. Usbekistan erließ 2008 ein Verbot, Kinder auf den Baumwollfeldern einzusetzen. Dies geschah auf Druck internationaler Unternehmen der Bekleidungsindustrie, wie u. a. Wal-Mart, Tesco, Gap Inc., H&M und C&A. Beobachtern zufolge kam es dennoch wieder im vielen Teilen des Landes zum Einsatz von Kindern bei der diesjährigen Ernte von voraussichtlich 3,6 Millionen Tonnen Rohbaumwolle.

Die Erschließung der Erdgasförderung in der Region Buchara – Chiwa läuft in Zusammenarbeit mit Lukoil Overseas seit 2004 und wird vermutlich 2008 abgeschlossen. Die Förderung hat eine geplante Laufzeit von 35 Jahren. Die Vorkommen sind geologisch auf ca. 283 Mrd. m³ geschätzt. Die Förderung im Ustjurt-Plateau wurde in Zusammenarbeit mit Zarubezhneftegaz, einer Tochtergesellschaft von Gazprom, und der schweizerischen Gas Project Development Central Asia AG, Gazprom hat hier ebenfalls 50 % Anteil, 2004 wieder aufgenommen und soll bis 2017 die vorhandenen ca. 8 Mrd. m³ Erdgas fördern. Sinopec, eine chinesische Gesellschaft, plant bis 2010 Investitionen in bestehende Fördergebiete und auch in die Erkundung neuer Fördergebiete in den Regionen Andijon und Namangan, sowie Buchara, Chiwa und Ustjurt. Die schweizerische Zeromax GmbH ist an der Erschließung und Nutzung der neuen Gaslagerstätten in der Region Buchara – Chiwa, sowie an den Erkundungen in der Region Tandyrtschi beteiligt. Die Erkundung der Vorkommen im Aralseebecken wird durch ein Konsortium aus Lukoil Overseas (russisch), Petronas Carigali Overseas (malaysisch), CNPC International Ltd. (chinesisch) und KNOC Aral Ltd. (koreanisch) vorgenommen. Ein entsprechendes Abkommen wurde Ende 2006 ausgehandelt. Nahezu alle Investitionen entstehen in Kooperation mit der usbekischen Holdinggesellschaft Usbekneftegas. Ende Juni 2008 begann der Bau einer Gaspipeline von Region Buchara bis nach China. Partner auf chinesischer Seite ist CNPC. Die Baukosten des ersten Teilabschnitts mit einer Länge von 500 Kilometern sollen etwa zwei Mrd. US-Dollar betragen. Die beiden Linien sollen Ende 2009 und im Jahr 2011 fertiggestellt werden.

Metallverhüttung ist in den Bergbauregionen Angren und Olmaliq angesiedelt. Der Goldexport bringt derzeit noch wesentlich höhere Deviseneinnahmen als der Erdgasexport.

Usbekistan ist derzeit der weltweit fünftgrößte Produzent von Uran. Da es keinerlei Bedarf an Uran im Inland gibt ist die komplette Produktion zum Export bestimmt. Die Reserven werden auf 186.000 Tonnen geschätzt, bei einer derzeitigen Förderrate von 1.500 Tonnen pro Jahr. Seit 2007 läuft ein fünfjähriges Investitionsprogramm, das den jährlichen Ausstoß um etwa 150 % auf 3.500 Tonnen pro Jahr vergrößern soll. Dazu werden alte Minen wiedereröffnet, neue Lagerstätten erschlossen und bestehende modernisiert.

In und um Margilan liegt das Zentrum der usbekischen Seidenindustrie.

In Asaka im Ferganatal produziert UzDaewoo etwa 140.000 Kleinwagen (Stand: 2006) der Typen Matiz, Nexia und Damas für den zentralasiatischen Markt. UzDaewoo war ehemals ein Joint Venture von UzAvtoprom mit dem südkoreanischen Automobilhersteller Daewoo, ist aber seit der finanziellen Krise von Daewoo 1998 komplett in usbekischer Hand. Seit Oktober 2007 ist General Motors ein Joint Venture mit UzAvtoprom unter dem Namen GM Daewoo Auto & Technology Uzbekistan eingegangen. Im Februar 2008 wurden weitere Vereinbarungen unterzeichnet, wobei GM 25% des Joint Ventures hält. Im Werk von UzAvtoSanoat werden bereits die Modelle Captiva, Epica und Tacuma hergestellt. GM unterstützt UzAvtoSanoat durch sein Händlernetz, Autos der Marke Chevrolet, die in Usbekistan produziert wurden, in den Staaten der GUS zu verkaufen. Mit geplanten 5000 Mitarbeitern sollen jährlich 250.000 Autos der Typen Captiva, Epica, Lacetti und Tacuma hergestellt werden.

In Taschkent findet die Produktion des Militärtransportflugzeug Il-76 statt, Russland ist aber bestrebt die Produktion nach Ulyanowsk zu verlegen.

Weiterer Maschinenbau steht meist in Zusammenhang mit Landwirtschaft und Baumwollproduktion.

Der Tourismus in Usbekistan befindet sich noch im Aufbau. Die Infrastruktur entspricht vielfach nicht den Ansprüchen eines international ausgerichteten Tourismus. Seit einigen Jahren entstehen allerdings immer mehr private Pensionen, die heute eine gewisse Konkurrenz zu den alten Hotels aus sowjetischen Zeiten darstellen. Derzeit ist der meiste Tourismus entlang der Seidenstraße zu finden, die das Land in fast der gesamten Länge durchzieht. Beliebte Reiseziele sind die antiken Städte Samarkand, Buchara und Chiwa. Optimale Reisezeiten sind Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober), da der Sommer zu heiß ist. Im Chatkal-Nationalpark ist zudem Wintersport in Form von Heliskiing möglich. Zentren des inländischen Tourismus sind u. a. Chimgon und Berldersoy, die als leicht erreichbares Erholungsgebiet für die Bevölkerung Taschkents dienen.

Usbekistan verfügt im Vergleich zu seinen Nachbarn über eine relativ gute Infrastruktur, wenn auch die geographische Lage als „doppelter Binnenstaat“ durch den mangelnden Zugang zum Meer Restriktionen auf den Güterverkehr setzt.

Die Eisenbahn dominiert den Verkehr. Das Schienennetz wurde seit 1991 um rund 500 km auf eine Länge von ca. 3.950 km (Stand 2007) erweitert. Die neu gebauten Strecken waren vielfach nötig um Transitfahrten durch Nachbarstaaten zu vermeiden. Der Großteil des Schienennetzes ist einspurig und wird erst in der Zukunft erweitert werden. Seit 2003 verkehrt zwischen Taschkent und Samarkand der Registon mit einer Fahrtzeit von 3 Stunden und 40 Minuten und seit 2005 der Sharq zwischen Taschkent und Buchara und einer Fahrtzeit von 7 Stunden. Daneben gibt es noch einen weiteren Zug mit westlichen Standards, den Zug 49/50 als tägliche Tagesrandverbindung Samarkand – Taschkent – Samarkand. Die Strecken um Taschkent, also im wesentlichen nach Samarkand und in das benachbarte Kasachstan, wurden mit Einführung der neuen Züge elektrifiziert. Taschkent besitzt zudem seit 1977, als einzige Stadt in Zentralasien, eine U-Bahn mit einem 39 km umfassenden Netz (Stand: 2007).

Die Länge des Straßennetzes beträgt über 81.600 km, wovon 71.237 km mit festem Fahrbahnbelag ausgestattet sind (Stand 2007). Von herausragender Bedeutung ist die Strecke Taschkent–Samarkand–Buchara–Urgentsch-Nukus entlang der alten Seidenstraße. Die Autobahn M-39 (Almaty, Kasachstan-Taschkent-Samarkand-Termez) führt in einem Abschnitt zwischen Taschkent und Samarkand durch kasachisches Gebiet und muss daher für den Transit zwischen beiden Städten umfahren werden. Die Autobahn M-37 verbindet Samarkand mit Buchara und führt weiter nach Aschgabat in Turkmenistan. Zwischen Buchara und Urgentsch führt eine nicht richtungsgetrennte Hauptstraße (A-380) durch die Wüste. Diese Strecke ist mit Ausnahme des Teilabschnittes Buchara-Urgentsch Teil der Europastraße 40 (letzteres zwischen Buchara und Urgentsch durch turkmenisches Gebiet), die auch zwischen dem Kaspischen Meer und Aralsee nordwestlich aus dem Land hinaus nach Kasachstan führt, dort aber nur als „unbefestigte Piste“ vorhanden ist. Weitere Autobahnen auf uzbekischem Gebiet sind die M-34 von Taschkent über Guliston nach Duschanbe in Tadschikistan, die M-41 von Termez über Duschanbe ins kirgisische Gebiet.

1.100 km der Wasserwege sind schiffbar. Die starken Wasserentnahmen aus dem Amudarja schränken den Schiffsverkehr jedoch stark ein. Der einzige nennenswerte Hafen befindet sich in Termiz.

Usbekistan besitzt eine staatliche Fluggesellschaft, Uzbekistan Airways (usbek. Oʻzbekiston havo yoʻllari), welche sowohl Binnenflüge wie auch internationale Flüge, so unter anderem nach Frankfurt, anbietet. Taschkent verfügt über einen internationalen Flughafen. Auch Nukus, Urgentsch, Samarkand und Buchara werden von Moskau aus angeflogen.

Das Telekommunikationsnetz stammt zu weiten Teilen noch aus sowjetischer Zeit und bedarf somit dringender Modernisierung. Die staatliche Telefongesellschaft Uzbektelecom hat zur Modernisierung des Netzes einen Kredit der japanischen Regierung über 110 Mio. USD in Anspruch genommen. Zu den etwa 1,821 Mio. Telefonanschlüssen (Stand: 2007) kommen 12,65 Mio. Mobilfunkanschlüsse (Stand: Januar 2009). Es gibt fünf Mobilfunkprovider: Die usbekischen Firmen UCell (ehemals Coscom), Uzmobile und Perfectum Mobile, sowie die russischen Unternehmen Mobile TeleSystems (MTS) und VimpelCom mit dem Markennamen Beeline (ehemals Unitel). Ein landesweiter Ausbau des GSM-Netzes steht allerdings noch aus, UCell hat hierzu im November 2007 einen Vertrag mit Nokia Siemens Networks abgeschlossen. Die Mobilfunkbetreiber planen 2009 etwa 200 Mio. USD in den Netzaufbau von UMTS und WiMAX und in Modernisierung der Netze zu investieren. Ende 2008 soll UMTS in Taschkent in den Regelbetrieb gehen.

Usbekistan ist mit Überland- und Funkleitungen über Kasachstan und Russland an internationale Netze angeschlossen. Derzeit befindet sich das Trans-Asia-Europe-Glasfasernetz (TAE) im Aufbau, das sich an der Seidenstraße orientierend von Frankfurt (Main) bis nach Shanghai erstreckt.

Bisher gibt es in Usbekistan nur knapp 38.200 Internetanschlüsse (Stand: 2008). Die Internetanschlüsse sind derzeit für große Teile der Bevölkerung noch kaum erschwinglich. So kostet ein ADSL-Anschluss mit 1 MBit/s Datenübertragungsrate und 2 GB Traffic etwa 40 USD pro Monat. Viele Usbeken sind daher auf die Nutzung von Internetcafés angewiesen und so erreicht die Zahl der Internetnutzer 2.460.000 Personen (Stand: Januar 2009). Die derzeitigen Engpässe bei der internationalen Anbindung machen sich auch bei der Nutzung von Internet in Usbekistan bemerkbar.

Der staatliche Rundfunksender UzTV besteht aus vier Fernsehkanälen, wovon drei landesweit übertragen werden. Die private Fernsehgesellschaft Kamalak-TV ist für die Übertragung ausländischer Fernsehsender zuständig, bietet aber auch eigene Sender an. Seit September 2008 werden in Taschkent die Programme auch über DVB-T verbreitet. Für die Zukunft ist ein landesweiter Ausbau von DVB-T und DVB-H geplant.

Neben den staatlichen Radiosendern haben sich Mitte der 90er-Jahre auch einige private Sender etablieren können. Der Sendebetrieb findet ausschließlich auf dem FM-Band statt.

Die Sprache und Kultur Persiens wird noch heute von vielen Menschen im Umkreis dieser Städte gepflegt, während sich die Staatssprache Usbekisch aus osttürkischen Idiomen entwickelte. Der größte Dichter des Landes, Mir Ali Sher Nava'i im 15. Jahrhundert, stammte aus Herat und hat auf Tschagataiisch und Persisch gedichtet.

Zu den ältesten und wichtigsten kulturellen Überlieferungen des Landes gehört das traditionelle indoiranische Neujahrsfest Nouruz (usbek. Navroʻz), das im Frühling feierlich begangen wird. Navroʻz ist ein gesetzlicher Feiertag.

In Usbekistan erscheinen drei national verbreitete Tageszeitungen, darunter die turkmenischsprachige Khalk suzi und die russischsprachige Pravda Vostoka. Der Anteil der Tageszeitungsleser beträgt etwa drei Leser pro 1000 Einwohner. Das Fernsehen ist staatlich, es werden zwei Programme ausgestrahlt.

Die Usbekische Küche ist sehr abwechslungsreich, so zählt sie mehr als tausend Gerichte und das obwohl sie unter dem Einfluss der allgemeinen Landwirtschaft steht. Typisch für die Usbekische Küche sind Suppen wie Shurpa und Naryn, dem Bachor (Salat), den Hauptgerichten Plow oder Mantı als auch Laghman – was sowohl als Hauptgericht als auch als Nachspeise gereicht wird – und Halwa. Ganzjährig wird vor allem grüner Tee in Teehäusern, den sogenannten Chaikhanas, getrunken. Im Sommer dagegen werden Ayran, ein gekühlter Yoghurt, und Fruchtsäfte bevorzugt. Alkoholische Getränke finden im Allgemeinen keinen großen Zuspruch, außer Wein von dem, für ein überwiegend muslimisch bevölkertes Land, ausgesprochen viel getrunken wird.

Die Geschichte der usbekischen Küche, bzw. die Herkunft der verschiedenen usbekischen Gerichte, lässt sich teilweise mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen. Daher lassen sich die, auch noch heute üblichen, traditionellen Rituale beim Zubereiten der Speisen erklären. Heute, wie auch vor mehreren Jahrhunderten, ist die usbekische Küche – auf Grund ihrer Lage, Sprache, Kultur und ihrer Religion – eng mit der orientalischen Küche und der anderer turksprachigen Länder eng verbunden.

1 Liegt größtenteils in Afrika.  2 Liegt zum Teil auch in Ozeanien.  3 Liegt zum Teil auch in Europa.

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Unruhen in Usbekistan

Im Mai 2005 erreichten die Unruhen in Usbekistan einen Höhepunkt, als am 13. Mai usbekisches Militär in der Stadt Andijon das Feuer auf eine Protestdemonstration eröffnete und vermutlich 400 bis 600 Personen tötete. Die Unruhen setzten sich in zahlreichen anderen Städte der Region fort.

Protestierende Usbeken hatten zunächst die Freilassung 23 ortsansässiger Geschäftsleute verlangt, die als vermeintliche Mitglieder der verbotenen islamistischen Gruppe Akramiya inhaftiert waren. Nachdem dies erreicht worden war, forderten sie von der Regierung Usbekistans die Freilassung weitere Inhaftierter.

Bis Mai 2005 wuchsen die Proteste gegen das autoritäre, staatliche System an. Nach Jahren relativer Ruhe begannen die Usbeken angesichts zahlreicher sozialer und wirtschaftlicher Probleme die Legitimität der Regierung in Frage zu stellen.

Die erste große Demonstration erfolgte im November 2004. Während der Aufstände in Qoʻqon im Osten Usbekistan warfen Demonstranten Steine und setzten Autos der Miliz in Brand. Tausende versammelten sich auf dem örtlichen Basar. Der Bürgermeister wollte von einem Verkaufsstand herab zu den Massen sprechen, wurde aber durch das Protestgeschrei zum Schweigen gezwungen. Die Angaben schwanken zwischen 2.000 und 20.000 Teilnehmern.

Auslöser für den Protest war ein Gesetz mit neuen Handelsbeschränkungen. Außerhalb eingekaufte Ware sollte persönlich, ohne Vermittler, abgesetzt werden. Eine amtliche Lizenz wurde zur Pflicht erklärt. Die Regierung behauptete, durch diese Gesetzgebung die Preise niedrig zu halten. Viele empfanden das neue Gesetz als Diskriminierung von Handelstreibenden und befürchteten den Ruin tausender Geschäfte und Händler.

Im März 2005 überfielen 500 erregte Landwirte ein Büro der Miliz und steckten zwei Autos in Brand. Sie behaupteten, die Behörden würden ihre rentablen Bauerngüter enteignen und sie verarmt zurücklassen.

Am 3. Mai 2005 erfolgte eine kleinere Protestaktion nahe der US-Botschaft in der Hauptstadt Taschkent. Etwa 60 Personen – meist Frauen mit kleinen Kindern – erzwangen sich den Weg durch Kontrollen, und verlangten mehr Gerechtigkeit. Sie wählten diese Methode, um einer Festnahme zu entgehen. Das negative Bild, das solch ein Ereignis bei den westlichen Verbündeten schaffen würde, bewog die Demonstranten zu ihrer offenen Widerstandsaktion außerhalb der usbekischen US-Botschaft.

Am 10. Mai berichtet die BBC von einer weiteren Demonstration in Andijon, östlich, im Ferghanatal. Mindestens 1.000 Menschen versammelten sich, um Gerechtigkeit für eine Gruppe von 23 des Islamismus angeklagten jungen Geschäftsleuten zu fordern. Die Demonstranten, hauptsächlich Verwandte der Angeschuldigten, filmten die Demonstration, ungehindert von der Miliz. Gegner der Gruppe behaupten, alle gehörten der Akramiya, die der verbotenen Extremistenorganisation Ut-Tahrir Hizb gleiche, an. Andererseits haben viele Kritiker die Unabhängigkeit der Geschäftsleute behauptet. Die Demonstranten umringten das Gericht, die Frauen auf der einen, die Männern auf der anderen Seite. Sie erschienen angeblich in ihrer besten Kleidung, in gelassener und fröhlicher Stimmung.

In der Nacht des 12. Mai stürmten Bewaffnete eine Kaserne und das Gefängnis in der Stadt. Viele der ca. 730 Gefangene fliehen. Während des Aufstandes seien neun Personen getötet worden. Ein Sprecher der Aufständischen erklärte später im Internet, dass die Aktion von Verwandten und Vertretern der Akramiya ausgeführt wurde. Am folgenden 13. Mai berichteten internationale Nachrichtenagenturen, dass die Aufständischen mit den 23 Verurteilten das Gebäude der Ortsverwaltung in Andijon besetzt hielten. Das Pressebüro des Präsidenten Islom Karimov erklärte, "intensive Vermittlungen" seien ohne Ergebnis geblieben. Zitat: "Die Gewaltbereiten bemächtigten sich der Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde und lehnten jeden Kompromiss ab".

Im Verlauf des Tages wurden die usbekischen Soldaten, die die Stadt abgeriegelt hatten, zur Niederschlagung der Proteste beordert. Nach Augenzeugen entfernten sie die Protestierenden von den Regierungsstellen, bevor das Feuer auf Demonstranten draußen eröffnet wurde. Im allgemeinen Chaos warfen sich die Menschen auf dem zentralen Platz zu Boden, um nicht als Aufrührer in das Feuer der Regierungstruppen zu geraten. Männer, Frauen und Kinder – wird berichtet – flüchteten in Panik. Mehrere Menschen wurden getötet.

Galima Bukharbaeva sprach von "einer großen Zahl Toter und Verletzter". "Zunächst näherte sich eine Gruppe gepanzerter Fahrzeuge dem Platz, dann erschien eine zweite," berichtete sie. "Sie eröffneten das Feuer und schossen wahllos ohne Gnade auf jeden, einschließlich der Frauen und der Kinder. Die Menge begann in alle Richtungen zu laufen. Wir versteckten uns in einen Abflusskanal. Die Aufständischen hatten das Provinzregierungsgebäude besetzt und erwiderten das Feuer. Sie wollten bis zum Tod standhalten! Als wir den Abflusskanal verließen, suchten wir in der Nachbarschaft einen Platz, wo nicht geschossen wurde. Aber Schüsse hörten wir überall... ".

Auf den Straßen von Andijon verlangten Protestierende den Rücktritt des Präsidenten Karimov, der angeblich die Militäroperationen von einer Kommandozentrale am Flughafen in Stadtnähe anordnete.

Am Tag der Unruhen berichtete die US-Botschaft von der Erschießung eines angeblichen Selbstmordattentäters vor der israelischen Botschaft in Taschkent. Der Mann trug offenbar Holzgegenstände, in denen man Explosivstoffe vermutete. Das Opfer war ein arbeitsloser Russe. Er trug angeblich eine militärische Tarnweste, in der man versteckten Sprengstoff vermutete. Die Sicherheitskräfte forderten ihn auf, sich auf den Boden zu legen. Da er nicht reagierte, feuerten sie und trafen ihn mit mindestens 10 Schüssen. Die Polizei riegelte die Straße an der Botschaft ab.

Die durch die Regierung kontrollierten Massenmedien sendeten nur kurze Meldungen zur Krise. Die Nachrichten des Usbekische Staatsfernsehens verlautbarten, "eine bewaffnete Banditengruppe" habe die Sicherheitskräfte in Andijon überfallen: "Mit Dutzenden von Waffen überfielen sie ein Straflager und befreiten die Gefangenen". Die Aufrührer seien "Extremisten", die bei dem Kampf neun Personen getötet und 34 verwundet hätten. Die lokalen Radiosender waren angeblich gerade nicht auf Sendung gewesen. Wie es hieß, störten die Behörden auch den Empfang ausländischer TV-Nachrichten, einschließlich der von CNN und der BBC.

Russland drückte seine Sorge über die Vorgänge in Zentralasien aus, doch der russische Außenminister Sergei Lawrow bezeichnete die Unruhen als "innere Angelegenheit" Usbekistans. Der Sprecher des Weißen Hauses Scott McClellan erklärte, die Regierung in Andijon solle Mäßigung zeigen. Er fügte hinzu, dass die USA über Berichte besorgt seien, dass Terrorismusverdächtige befreit wurden. Die Reaktion des Weißen Hauses war spürbar gedämpft. Die Vorfälle sind eine pikante Situation für George W. Bush: Die Bush-Regierung genießt einerseits die umfassende Unterstützung des usbekischen Präsidenten im "Krieg gegen den Terror" in der Nähe Afghanistans, will aber andererseits nicht als Stütze eines skrupellosen, gewalttätigen und undemokratischen Regimes gelten, zumal sie gegen Demokratiedefizite in anderen Regimes kompromisslos vorzugehen behauptet.

Kirgisistan schloss die Grenze zu Usbekistan, ebenso zu Tadschikistan. Auch Kasachstan soll Berichten zufolge seinen Grenzschutz verstärkt haben.

Trotz der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste erschienen am folgenden Tag Tausende zur Demonstration. Die Menge rief "Mörder, Mörder" und verlangte erneut den Rücktritt des Präsidenten.

Am 14. Mai stürmten Tausende das Regierungsgebäude im östlichen Grenzdorf Karasuu, 50 km östlich Andijon, in der Absicht aus dem Land zu fliehen. Sie setzten angeblich Büros und Autos der Miliz und in Brand, bevor sie von kirgisischen Grenztruppen angegriffen wurden. Die Behörden des benachbarten Landes sollen 6000 Usbeken vertrieben haben. Kreisende usbekische Armeehubschrauber wurden gesichtet.

Der britische Außenminister Jack Straw erklärte, dass in den Ereignissen in Usbekistan eine klare Menschenrechtsverletzung vorliege.

Andijon wurde von der Außenwelt abgeschnitten. Es gibt widersprüchliche Angaben über die Zahl Toten innerhalb der Stadt.

Die Einwohner von Karasuu rekonstruieren die Brücken nach Kirgisistan nach ihrer Zerstörung durch usbekische Truppen.

Am 16. Mai schätzen ausländische Nachrichtenagenturen die Zahl der Toten in Andijon auf insgesamt 400 bis 600 , Regierungstruppen haben demnach nach den ersten Schießereien systematisch auf Verletzte geschossen.

Ein Pressekommuniqué auf der regierungsamtlichen Website beharrte dagegen weiterhin auf der Zahl von 9 Toten und 34 Verletzten.

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Evangelisch-Lutherische Kirche in Usbekistan

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Usbekistan (ELKU) ist eine selbständige regionale Kirche im Verbund der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland, der Ukraine, in Kasachstan und Mittelasien. Ihr Amtssitz ist Taschkent.

Das kirchliche Zentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Usbekistan befindet sich in Taschkent 700000, ul. Akademika Sadyka Asimowa 37. Dort ist auch der Amtssitz des Bischofs und das Büro der Synode.

Die regionale Synode ist höchstes Verfassungs- und Entscheidungsgremium der ELKU. Präsidentin ist zur Zeit Gilda Raspopowa. In die Synode entsenden alle Kirchengemeinden ihre Delegierten.

Die geistliche Leitung der ELKU obliegt dem Bischof, der auch zum Bischofsrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland, der Ukraine, in Kasachstan und Mittelasien gehört. Das Bischofsamt bekleidet zur Zeit Kornelius Wiebe.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Usbekistan unterhält partnerschaftliche Beziehungen zum Gustav-Adolf-Werk der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Darmstadt.

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Liste der Städte in Usbekistan

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Die Liste der Städte in Usbekistan bietet einen Überblick über die Entwicklung der Einwohnerzahl der größeren Städte des zentralasiatischen Staates Usbekistan.

Die folgende Tabelle enthält die Städte mit mehr als 40.000 Einwohnern, die Ergebnisse der Volkszählung (VZ) vom 12. Januar 1989 sowie eine Berechnung für den 1. Januar 2009. Aufgeführt ist auch die übergeordnete Verwaltungseinheit (Provinz und autonome Republik Karakalpakistan), zu der die Stadt gehört. Die Hauptstadt Taschkent besitzt einen Sonderstatus und gehört keiner Provinz an. Die Namen der Städte sind in der heute in Usbekistan offiziell verwendeten lateinischen Schreibweise wiedergegeben. Sofern es eine allgemein übliche deutsche Namensform gibt, steht diese in Klammern. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die jeweilige Stadt oder Gemeinde in ihren politischen Grenzen, ohne politisch selbstständige Vororte.

Alle Städte, die einen provinz- oder republikunmittelbaren Status haben, das heißt, keinem Distrikt angehören, sind mit einem * gekennzeichnet. Taschkent besitzt einen regierungsunmittelbaren Status und gehört keinem Distrikt an.

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Source : Wikipedia