Umwelt

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Geschrieben von c3po 09/04/2009 @ 06:07

Tags : umwelt, gesellschaft

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Umwelt

Umwelt bezeichnet die umgebende Welt von Dingen oder Lebewesen in unterschiedlichen Zusammenhängen.

Das Wort war ursprünglich eine seit 1800 belegte Lehnübersetzung aus dem Dänischen omverden mit der Bedeutung „umgebendes Land, umgebende Welt“. Im Laufe des frühen neunzehnten Jahrhunderts findet es zuerst in die Wissenschaftssprache der Erdgeschichte eingang, Pierer's Universal-Lexikon 1864 führt unter dem Eintrag Umwelt „(Mundus primigenius), nennt man die Welt, u. namentlich die Erde, in ihrem Zustande in der vorgeschichtlichen Zeit.“ In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Umwelt zusätzlich ein Ersatzwort für das aus dem Französischen entlehnte Milieu, ursprünglich eine Bezeichnung für das materielle oder immaterielle Substrat oder Medium, innerhalb dessen Leben entsteht und stattfindet – eine Hypothese der seinerzeitigen Lebenswissenschaften, das im Ansatz dem Äther-Konzept der Physik nahestand: Die substanzielle Qualität dieses „Milieus“ aufzuklären, galt als zentrale Frage, um Theorien wie Urzeugung auch theoretisch zu widerlegen. Maßgeblich für die in den letzten Jahrzehnten dominierende Bedeutung „Die Umgebung eines Lebewesens, die auf dieses einwirkt und seine Lebensumstände beeinflusst“ war das 1909 von Jakob Johann von Uexküll veröffentlichte Buch Umwelt und Innenwelt der Tiere.

Der Referenzbezug auf das Individuum unterscheidet den Begriff inhaltlich von nahe liegenden Begriffen wie Ökosystem oder Natur.

In der politischen Debatte ist der Begriff Umwelt - und seine Bedeutung - sehr strikt mit der Ökologiebewegung verknüpft. In der realen politischen Auseinandersetzung wird er oft synonym mit dem Wort Natur, manchmal auch dem Wort Ökologie, verwendet. Dieser unterschiedliche Gebraucht macht ihn einerseits unscharf, andererseits rekurriert er damit auf die den Menschen umgebende Welt. Erst spät setzte auch eine ethische Debatte darüber ein, welche moralischen Argumente für den Schutz der Umwelt gelten könnten.

Seinen Ausgangspunkt hat der Umweltbegriff im politischen Kontext in Bezug menschengemachter Einflüsse auf die den Menschen umgebende Natur, die sich im Regelfall negativ darstellte. Deutlich war an diesem Umweltbegriff seine menschliche Perspektive (Anthropozentrismus): Im Wesentlichen sollte die menschliche Umwelt weiterhin lebenswert erhalten werden.

Daran hat sich mit der Überführung in die Nachhaltigkeitsdebatte zunächst nichts geändert. Neben der Einbeziehung inter- und intragenerationeller Gerechtigkeitsüberlegungen und einer tragfähigen ökonomischen Perspektive geht es vor allem darum, den nachkommenden Generationen eine Umwelt zu hinterlassen, in der sie ähnlich leben können wie die heutige Generation. In diesem Zusammenhang kommt dem Umweltbegriff dennoch eine neue Bedeutung zu: Bei der Diskussion um die Verwundbarkeit (Vulnerability oder Vulnerabilität) von Menschen als Maßstab des Handelns, um beispielsweise den Klimawandel zu verhindern oder zu dessen Auswirkungen zu begrenzen. Die Verwundbarkeit spezifischer Menschengruppen ist eng an deren geografische und natürliche Umwelt - und die Auswirkungen, die beispielsweise der Klimawandel darauf haben wird - gekoppelt. Eine besondere Rolle spielt dabei die sozio-kulturelle Umwelt: Für Arme sind die Auswirkungen von Umweltzerstörungen in der Regel besonders drastisch.

Im Rahmen der philosophischen Anthropologie bekam der Umweltbezug durch Max Scheler einen wichtigen Impuls. Auf die generelle Frage nach dem Wesensunterschied von Menschen zu Tieren postulierte er mit der Sonderstellung des Menschen ein wichtiges Prinzip: Die (Um-)Weltoffenheit des Menschen. Als geistiges Wesen ist der Mensch nicht mehr „trieb und umweltgebunden, sondern 'umweltfrei' und, wie wir es nennen wollen, <weltoffen>: Ein solches Wesen hat <Welt>“. Tiere, bzw. Lebewesen allgemein, sind in ihre jeweilige Umwelt eingebunden, da sie eine spezifisch lebenswichtige Umgebung darstellt. Die Entwicklung ist ein Wechselspiel der Anpassung der Lebewesen an ihre Umwelt, wie die Evolutionstheorie zu zeigen vermag. Tierisches Verhalten ist so in einem weiten Sinne von ihrer Umwelt vorgegeben. Menschen unterscheiden sich (auch) dadurch von Tieren, dass sie sehr viel weniger an die Umwelt zurückgebunden sind. Im Gegenteil: Menschen können sich ihre eigene Umwelt schaffen, zum Teil auch in lebensfeindlicher Umgebung (wie etwa die internationale Raumstation ISS zeigt). Und sie können sich durch ihren Verstand in die Lebens(um)welt von Tieren versetzen.

Im Laufe der wissenschaftlichen Debatte wurde der ursprünglich sehr enge Kontext der Umwelt erweitert. Neben der psychologischen Umwelt, als Summe der Eigenschaften und Merkmale, die Lebewesen zu artspezifischen Aktionen und Reaktionen veranlasst, wurde die physische Umwelt (abiotische und kosmische Umwelt) und für Menschen die sozio-kulturelle Umwelt (soziale, technologische, ökonomische und kulturelle Umwelt) hinzugefügt.

Die Entwicklung der Persönlichkeit von Menschen ist dabei am stärksten von der sozio-kulturellen Umwelt, verstanden als Milieu, abhängig. Diesem Umstand widmet sich die Entwicklungspsychologie in dem sie davon ausgeht, dass Gegenstands- und Umweltbezug im Laufe des Alters beträchtlich wechseln. Der Begriff Lebensraum betont diese subjektive Komponente der Umwelt, während Setting, analog den Begriffen Natur oder Ökosystem, allgemein einen objektiveren Zugang darstellt. Die verhältnismäßig junge Disziplin der Umweltpsychologie befasst sich vor allem unter dem Aspekt der Wechselwirkung mit dem Handeln des Menschen sowie den Einstellungen von Menschen insbesondere zum Schutz der Umwelt.

Der Vorwurf des Anthropozentrismus hat eine Diskussion innerhalb der ethischen Disziplinen über die Begründung einer Umweltethik entfacht, die bis heute andauert. Ausgehend vom Versuch Hans Jonas', einen kategorischen Imperativ technologischer Gesellschaften (1984) gegenüber der Umwelt zu begründen, werden verschiedene Prinzipien moralischer Rechtfertigung, wie etwa die Leidensfähigkeit von Tieren (Pathozentrismus) oder ein abstraktes Lebensprinzip (Biozentrismus) diskutiert. Honnefelder (1993) verweist in diesem Zusammenhang auf das Problem, dass eine Ethik, die Umwelt nicht nur in Bezug auf den Menschen hin schützen soll, sondern Umwelt als einen eigenständigen Wert anerkennen will, vielleicht besser „ökologische Ethik“ genannt werden sollte. Doch die „Anthroporelativität aller Normen im Sinn eines Bezugs auf den Menschen als Normadressaten“, sowie die Gestaltungsnotwendigkeit des Menschen gegenüber seiner Umwelt, lässt den Begriff Umweltethik weiterhin gerechtfertigt erscheinen. Und das nicht nur als sogenannte „Bindestrich-Ethik“ (wie etwa Unternehmensethik oder Institutionenethik), sondern - neben der Individual- und Sozialethik - als eigenständige Disziplin.

In der soziologischen Debatte spielt Umwelt eine wichtige Rolle in verschiedenen Bereichen.

In der Systemtheorie wird generell zwischen System und Umwelt unterschieden. In den klassischen Ansätzen steht Umwelt für alles, was nicht das System ist, das heißt, sie wird komplementär zum System definiert. In postmodernen Ansätzen wird das Verhältnis zwischen System und Umwelt differenztheoretisch gesehen. N. Luhmann beispielsweise definiert System als Differenz zwischen System und Umwelt.

Bei den klassischen Systemtheorien kann man zwei Typen unterscheiden: Die einen behandeln offene Systeme (etwa General System Theory, L. von Bertalanffy) und die andern behandeln operationell geschlossene Systeme (Kybernetik, N. Wiener).

In der Systemtheorie, die geschlossene Systeme behandelt, wird die Umwelt nicht direkt thematisiert. Als Um-Welt des Systems erscheinen spontane Störungen (Perturbationen) an der Systemoberfläche, beispielsweise in Form von Reizen, die das System kompensieren muss. Ein typischer Vertreter ist H. Maturana, der das Bervensystem als operationell geschlossen behandelt.

In der Systemlehre, in der offene Systeme behandelt werden, reagieren Systeme auf Umweltbedingungen, das heißt sie sind offen für Information aus der Umwelt in dem Sinne, dass die Umwelt das Systemverhalten bestimmt.

In der Systemtheorie von N. Luhmann ist Umwelt ein theoretischer Begriff. Ein System stellt sich für ihn immer dann ein, wenn es eine differenzierbare Einheit zwischen Systemen und Unterscheidung von System und Umwelt gibt. Als „Ausgangspunkt jeder systemtheoretischen Analyse hat die Differenz von System und Umwelt zu dienen.“ .

Umwelt ist für ihn jedoch keine undefinierte Restgröße, beispielsweise zur Aufrechterhaltung oder den Nachschub an Energie bzw. Informationen, sondern - in einer Differenzbetrachtung - konstitutive Voraussetzung des Systems. In Abgrenzung zur Umwelt ergibt sich dann beispielsweise die Identität des Systems. Die Abgrenzung von der Umwelt ist für soziale Systeme deshalb unabdingbar, um die prinzipiell nicht erfassbare Komplexität zu reduzieren, und dadurch handlungsfähig zu sein (Komplexitätsreduktion). Impulse in die Umwelt oder Anstöße von Seiten der Umwelt gibt es immer dann, wenn eine Anschlussfähigkeit vorhanden ist.

Anstelle des Begriffs „Umwelt“ werden innerhalb der Naturwissenschaften normalerweise neutralere Begriffe verwendet. Üblich sind z.B. Habitat, Ökosystem, Natur etc. Genauere Bestimmungen des Verhältnisses von Individuen zu ihrer Umwelt werden in den verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen unterschiedlich behandelt. Es gibt dabei eine bis heute anhaltende theoretische Auseinandersetzung (mit empirischen Beispielen der Zwillingsforschung) vor allem zwischen den Natur- und Sozialwissenschaften zum Verhältnis von Umwelt und Individuum. Die Frage dabei ist, welcher der beiden Faktoren oder Bereiche das menschliche Handeln und menschliche Eigenschaften in welchem Umfang steuert.

Die Debatte um die Frage, wer oder was für das menschliche Handeln verantwortlich ist, wurde sehr extrem und ideologisch von Seiten einiger Evolutionsbiologen gegenüber den Sozialpsychologen und Philosophen geführt. Am weitesten hat Richard Dawkins die Gendebatte polarisiert. In seinem Buch „Das egoistische Gen“ wird nicht nur jeder Umwelteinfluss ausgeschlossen. Auch menschliche Körper sind quasi nur Behältnisse zur Replikation der genetischen Struktur. Solch deterministische Sichtweisen waren auch der Anlass für die Entschlüsselung des menschlichen Erbgutes im Human Genom Projekt „HUGO“. Die Hoffnung, die dahinter steckte, war die, über die Reparatur „defekter“ Gene Krankheiten zu heilen oder spezifische Eigenarten von Menschen zu verändern. Seither hat sich immer mehr gezeigt, dass die Umwelt eine enorme Rolle spielt. Das zeigt sich bereits bei monogentischen Krankheiten, also Erkrankungen, die durch einen genau lokalisierbaren Gendefekt bestimmt sind. Der phänotypische Verlauf, also die individuelle Ausprägung der Krankheit, ist bei gleicher "Ursache" sehr unterschiedlich und hängt entscheidend von der jeweiligen Umwelt ab. Zunächst in einem mikrobiologischen Sinn, also dem zellulären Umfeld als unmittelbarer Umwelt des Genoms.“.

In eine ähnliche Richtung wie die Auseinandersetzung um die Frage Erbanlagen und Umwelt geht die Debatte von Anhängern der Individuation gegenüber Sozialisationstheoretikern bezüglich der Frage menschlicher Begabung oder Intelligenz. Das erste Problem dabei ist die Bestimmung und begriffliche Fassung von Begabung selbst (oder auch von Intelligenz). Was genau eine Begabung sein kann, lautet die erste Frage. Die zu Grunde liegende Problematik ist die, ob Begabung (Intelligenz) eine Personeneigenschaft ist, die möglicherweise unveränderbar existiert (invariabel ist), oder ob Begabung bzw. Intelligenz (ausschließlich) durch die Inspiration von Seiten der sozio-kulturellen Umwelt, also beispielsweise ein extrem hilfreiches Elternhaus oder ein gutes Schulsystem, kommt. Auch hier dürfte sich, bei aller Schwierigkeit, empirische Belege zu liefern, herausstellen, dass beide Faktoren, also Veranlagung und Umwelt, zusammenwirken müssen. Zumindest, damit sich eine Begabung (oder die Intelligenz) ausprägen kann.

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Kommissar für Umwelt

Der Kommissar für Umwelt ist ein Kommissar der EU-Kommission.

Das Kommissariat existiert seit 1973. Von 1981 bis 1985 gab es keinen Kommissar, der für Umwelt zuständig war.

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Umweltpreis der Bundesstiftung Umwelt

Logo der DBU Stiftung

Der Umweltpreis der Bundesstiftung Umwelt, auch kürzer Deutscher Umweltpreis, wird seit 1993 jährlich von der Bundesstiftung Umwelt verliehen. Mit 500.000 € ist es der am höchsten dotierte Umweltpreis in Europa.

Er wird für Leistungen verliehen, die entscheidend und in vorbildhafter Weise zum Schutz und zur Erhaltung unserer Umwelt beigetragen haben bzw. in Zukunft zu einer deutlichen Umweltentlastung beitragen werden.

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Umweltbewegung

Die Umweltbewegung (umgangssprachlich auch: Öko-Bewegung) ist eine hauptsächlich auf den Natur- bzw. Umweltschutz konzentrierte soziale Bewegung.

Die Umweltbewegung kann sich zu einem oder mehreren kollektiven Akteuren verdichten (Massenbewegung), um ein von ihr als solches wahrgenommenes Problem im Rahmen bestimmter Konflikte zwischen Mensch und Umwelt in ihrem Sinne zu „lösen“. Die einzelnen Akteure sind dabei nicht zwangsläufig in nur einer Umweltschutzorganisation organisiert, obwohl Organisationen sehr wohl Teil der Bewegung sein können, wenn nicht sogar oft synonym verwendet. Typisch für derartige Umweltbewegungen sind (im heutigen Sinne) Nichtregierungsorganisationen, wie BUND, Grüne Liga, NABU, Greenpeace, Aktionsbündnisse und viele andere. Ziel der meisten Umweltbewegungen und ihrer Mitstreiter (Umweltaktivisten) ist ein grundlegender Wandel im Verhältnis Mensch-Umwelt.

Umweltbewegungen können anhand ihrer konkreten (thematischen) Zielstellung, ihres Organisationsgrades, ihrer Größe, der von ihnen gewählten Strategien usw. unterschieden werden. Sie durchlaufen idealtypisch mehrere Phasen, die von der ersten Auseinandersetzung mit dem Problem, der Thematisierung (meistens vor allem Ablehnung sich entwickelnder umweltschädlicher Praktiken) bis zur Organisation von diese Probleme lösenden Strukturen verläuft. Nicht selten sind ökologische Initiativen thematisch und zeitlich begrenzt. Sie enden, wenn ihr Ziel, etwa die Verhinderung einer Schweinemastanlage oder eines Straßenprojekts, erreicht wurde. Eine andere Art von Begrenzung findet man etwa bei der jährlichen Aktion „Mobil ohne Auto“, für die sich jeweils Vorbereitungsgruppen finden.

In Deutschland ist zwischen der ersten Umweltbewegung (die um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstand) und der zweiten Umweltbewegung (ca. 1970er- bis 1980er-Jahre) zu unterscheiden. Die erste Umweltbewegung hat dabei ihre Wurzeln in der Romantik, der Heimatschutzbewegung, der Lebensreformbewegung und in der aus der Anthroposophie hervorgegangenen biologisch-dynamischen Landwirtschaft (1924).

Die zweite Umweltbewegung ist eine der sogenannten „neuen sozialen Bewegungen“. Sie entstand sowohl in West- wie in Ostdeutschland (DDR), wenn auch unterschiedlich. Eine der ältesten westdeutschen Initiativen war die Bürgeraktion Umweltschutz Zentrales Oberrheingebiet (BUZO), 1971 aus dem Widerstand gegen die Expansionspläne der Erdölraffinerien in Karlsruhe-Knielingen von Hans-Helmut Wüstenhagen gegründet, dem späteren Vorsitzenden des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). In der DDR stand neben dem Protest gegen (etwa) Waldschäden im Erzgebirge oder Luftverschmutzungen in Bitterfeld/Wolfen immer das Aufbegehren gegen die Nicht-Informationspolitik der Regierung.

In Tübingen gründete sich unmittelbar nach dem am 26. November 1970 gehaltenen Vortrag „Überleben im Atomzeitalter“ von Professor Harald Stumpf vom Institut für Theoretische Physik das Komitee für Umweltschutz, neben dem sich kurz darauf der von Hartmut Gründler gegründete Bund für Umweltschutz etablierte.

Bedeutsam für die anwachsende zweite Umweltbewegung waren auch die aus 21 Gruppierungen bestehenden Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen, die sich in der Auseinandersetzung um Industrieanlagen bei Marckolsheim gebildet hatten, im gewaltlosen Kampf um das Kernkraftwerk Wyhl letztlich siegreich waren und die erste größere Basis des später 600 Bürgerinitiativen umfassenden BBU bildeten.

In der DDR, in der man Ende der 80er Jahre über 60 Umweltgruppen zählte, gab es Kristallisationspunkte: das Kirchliche Forschungsheim in der Lutherstadt Wittenberg, den Ökologischen Arbeitskreis der Dresdner Kirchenbezirke oder die „Umweltbibliothek“ an der Berliner Zionskirche.

In Westdeutschland war folgende politische Überlegung der zweiten Umweltbewegung letztlich sehr wirkungsvoll: Nicht nur die arbeitenden Menschen, sondern auch die Natur wurde als durch die industrielle Wirtschaftsweise bedroht angesehen. Diese Gedanken der Alternativbewegung erhielten Einzug in die zunächst aus dem Widerstand gegen die Kernenergie entstehende Umweltbewegung der 1980er-Jahre, die eine fahrlässige Abfallentsorgung und -verbrennung ebenso thematisierte wie die damalige industriefreundliche Chemiepolitik, das Waldsterben und die Tropenwaldvernichtung, die Gefährdung der Atmosphäre (Ozonloch), umweltschädliche Formen der Tiermast usw. Auch andere Themen wurde nach und nach in die Umweltbewegung integriert: „Nachdem über den Umweltgedanken ein neuer Personenkreis zum Naturschutz gestoßen war, entwickelte sich auch eine Beziehung zur Friedensbewegung, zu emanzipatorischen Frauengruppen.“ (Stölb 114).

Für die DDR-Umweltbewegung bestand das Politische in Sozialismuskritik. Der DDR-Sozialismus vermochte nicht, die „Überbleibsel des Kapitalismus“ (wie er Umweltprobleme gerne nannte) zu beheben; und er machte „Ökologie“ zum Tabuthema. Insofern war allein schon das Aufgreifen des Themas Kritik – für die Stasi „feindlich-negativ“.

In ihrer Entstehungs- und Blütezeit entwickelte die zweite Umweltbewegung in den 1970er- und 1980er-Jahren charakteristische subkulturelle Formen, die bis heute nachwirken. In der Regel verfolgten ihre Anhänger (oft auch „Ökos“ genannt) auch über den Umweltschutz hinausgehende reformerische Ziele, die sich in einem „alternativen Lebensstil“ niederschlugen. Die „Ökos“ waren in den Anfangsjahren zumeist Teil eines links geprägten jugendkulturellen Spektrums, das sich in den ausgehenden 1970er-Jahren zunehmend ausdifferenzierte. Besonders deutlich war die Abgrenzung zur zeitgleichen Discoszene und zu den Poppern. Die Ökoszene entwickelte eine charakteristische Ästhetik, die sich aus der Hippie-Ästhetik entwickelte und von Naturmaterialien sowie exotischen Mustern und Batik geprägt war. Der Kleidungsstil war betont leger, Haare wurden gerne lang, offen und wenig domestiziert getragen.

Die DDR-Umweltbewegung, soweit sie unabhängig war, ging von den evangelischen Kirchen aus. Zum Teil ähnelte der Lebensstil ihrer Mitglieder dem der West-Ökoszene; für die Kirchen und ihre traditionellen Mitglieder war das teilweise ein Schock. Es gab aber unterschiedliche Einfärbungen: von eher anarchistisch (etwa die Ostberliner „Umweltbibliothek“) bis zu eher bürgerlich (z. B. der Dresdner Ökologische Arbeitskreis).

Einige Naturschutzverbände sind institutionalisierte Überbleibsel der ersten Umweltbewegung, die zweite Umweltbewegung Westdeutschlands fand ihren institutionellen Niederschlag u. a. in der Einrichtung eines Umweltministeriums, des Umweltbundesamtes und der Gründung der „Grünen Aktion Zukunft“ (GAZ) im Jahr 1981. Aus der GAZ spalteten sich 1982 die deutschen Parteien „Die Grünen“ und „ÖDP“ ab. In der DDR begann die politische Institutionalisierung als kirchliche: Zwischen 1987 und 1989 trafen sich Vertreter von Friedens-, Umwelt- und Gerechtigkeitsgruppen sowie Vertreter aller christlichen Kirchen zu „Ökumenischen Versammlungen“. Damit war für alle drei Themenbereiche eine neue Qualität und Verbindlichkeit erreicht. Politisch ist aus diesen Versammlungen die Partei „Demokratie Jetzt“ hervorgegangen. Diese schloss sich alsbald mit anderen zum Wahlbündnis „Bündnis 90“ zusammen, das später mit den westdeutschen Grünen fusionierte. Auffallend an den neuen Programmen aller DDR-Parteien 1990 waren die starken Ökologie-Anteile, die freilich in den Folgejahren mehr und mehr zurücktraten. Parallel zu „Demokratie Jetzt“ gründete sich Ende 1989 in Ost-Berlin eine „Grüne Partei der DDR“ sowie – als Netzwerk der Umweltgruppen – die „Grüne Liga“. Aus einem Arbeitskreis von Landwirten und Gärtnern beim Kirchlichen Forschungsheim Wittenberg ging etwa zur gleichen Zeit der ökologischen Anbauverband Gäa e.V. hervor.

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Umweltschutz

Das historische Blue Marble Foto, das half Umweltschutz der breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen

Umweltschutz bezeichnet die Gesamtheit aller Maßnahmen zum Schutze der Umwelt mit dem Ziel der Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschen, sowie eines funktionierenden Naturhaushaltes. Gegebenenfalls sollen durch den Menschen verursachte Beeinträchtigungen oder Schäden behoben werden. Das Augenmerk des Umweltschutzes liegt dabei sowohl auf einzelnen Teilbereichen der Umwelt (wie Boden, Wasser, Luft, Klima), als auch auf den Wechselwirkungen zwischen ihnen. Der Begriff Umweltschutz wird seit den 1970er-Jahren verwendet. Im Zentrum des heutigen Interesses stehen vor allem Umweltverschmutzung und Globale Erwärmung.

Ausgangspunkt des Umweltschutzes ist die Erhaltung des Lebensumfelds der Menschen und ihrer Gesundheit. Dies schließt auch den Schutz der die Menschen umgebenden Natur in einem gewissen Umfang mit ein. Der Umweltschutz bezweckt in erster Linie den Schutz der menschlichen Lebensbedingungen. Dazu bedient er sich oft technischer Mittel. Die zu lösenden Probleme sind teils globale, teils regionale oder lokale, wobei der Umweltschutz eher nach allgemeinen oder großräumigen technischen Lösungen sucht. Auch wenn die Schutzgüter und Ziele im Prinzip dieselben sind, sind zuweilen Unterschiede zwischen Naturschutz und Umweltschutz erkennbar.

Trotz dieser unterschiedlichen Perspektiven sind Umwelt- und Naturschutz im Normalfall keine Gegensätze sondern können näherungsweise gleichgesetzt werden.

Zu den wichtigsten Handlungsfeldern des Umweltschutzes zählen Klima-, Wald- und Gewässerschutz. Aktuell werden vor allem die Probleme der Globalen Erwärmung und Luftverschmutzung diskutiert.

Ziel des Klimaschutzes ist es der anthropogenen globalen Erwärmung entgegen zu wirken und ihre Folgen abzumildern. Hauptansätze des Klimaschutzes sind gegenwärtig die Verringerung des von Menschen verursachten Ausstoßes von Treibhausgasen und die Erhaltung und Unterstützung der Ozeane und Wälder. Diese nehmen das mengenmäßig bedeutsamste Treibhausgas Kohlenstoffdioxid auf. Der Klimaschutz ist daher stark mit den beiden Teilbereichen Waldschutz und Gewässerschutz verbunden.

Der Waldschutz umfasst alle forstwirtschaftlichen Maßnahmen zum Schutz von Wäldern und Baumbeständen vor Schäden jeglicher Art. Dabei werden sowohl die forstwirtschaftlichen wie auch die nicht-materiellen Ansprüche (wie Erholung, Klimawirkung oder Landschaftsgestaltung) an den Wald als schützenswert betrachtet. Dabei steht der Schutz des Waldes gegen schädliche Tiere, Pilze und Pflanzen (Forstschädlinge) oder Umwelteinflüsse im Vordergrund.

Umweltprobleme sind vom Menschen verursachte Änderungen in der Umwelt. Sie wirken sich nachteilig auf die aktuelle oder zukünftige Existenz oder das Wohlergehen der Menschen aus.

Menschliche Handlungen beeinflussen unvermeidbar die Umwelt. Neben den gewünschten Verbesserungen haben sie oft auch ungewollte, nachteilige Folgen. Früher waren diese Umweltbeeinflussungen und ihre Folgen lokal. Waren die Auswirkungen zu schwerwiegend, zogen die Menschen weiter. Heute hat sich die Situation grundlegend gewandelt. Die negativen Folgen menschlicher Handlungen sind unübersehbar und ein Weiterziehen ist nicht mehr möglich, da hierfür kein freier, unberührter Platz mehr vorhanden ist.

Umweltprobleme lassen sich nach verschiedenen Kriterien einteilen, z. B.

Die modernen westlichen Umweltschutzbewegungen wurden während der Industriellen Revolution begründet. Doch schon vorher machten sich unterschiedliche Kulturen Gedanken über den Schutz ihrer Umwelt.

Mit der Bildung von zusammenhängenden Siedlungen entstanden auch Probleme durch Abfälle und Abwässer. Schon im Altertum befasste man sich mit dem Problem der Abwasserbeseitigung. Entwässerungskanäle lassen sich bereits 3000 v. Chr. im Euphrattal nachweisen. Im Römischen Reich wurden meist offene Gerinne genutzt, aufgrund des hohen Bauaufwandes waren Abwasserrohre selten.

Im frühen Mittelalter ging das Wissen um eine geordnete Abwasserentsorgung weitgehend verloren, weshalb es über Jahrhunderte hinweg zu verheerenden Pest- und Choleraepidemien kam.

Im England des dreizehnten Jahrhunderts verbot König Edward I. von England die Verbrennung minderwertiger Kohle, da sich der Rauch in London zu einem großen Problem entwickelt hatte.

In Europa begann die großflächige Umweltverschmutzung mit der Industriellen Revolution. Große Fabriken und die Verbrennung immer größer werdender Mengen von Kohle und anderer fossiler Brennstoffe führten zu zunehmender Luftverschmutzung. Der Müll der Fabriken und der Abfall der Städte ließ die Müllberge wachsen. Die Umweltschutzbewegung entwickelte sich als Gegenreaktion auf die Industrialisierung, Urbanisierung sowie Luft- und Wasserverschmutzung.

In den stark gewachsenen Städten musste eine geordnete Abwasserentsorgung errichtet werden. Im Jahre 1739 war Wien als erste Stadt Europas erstmals vollständig kanalisiert. Erst ab 1842 wurde in London mit dem Bau des Kanalisationssystems begonnen. Die erste Kläranlage auf dem europäischen Festland wurde 1882 in Frankfurt am Main in Betrieb genommen.

1971 wurde die bekannte Umweltschutzorganisation Greenpeace von Friedensaktivisten in Vancouver, Kanada gegründet. Die Organisation entstand aus der Formation Don't Make a Wave Committee, die von amerikanischen und kanadischen Atomkraftgegnern und Pazifisten gegründet worden war. Ziel dieses Komitees war es eine Serie von Atombombentests zu verhindern. Später nahmen viele unabhängige Gruppen den Namen Greenpeace an. Erst am 14. Oktober 1979 wurden sie alle zu einer einzelnen Organisation Greenpeace International zusammengefasst.

1972 entstand das Blue Marble Foto. Es war das erste klare Bild, das die von der Sonne beschienene Seite der Erde zeigt. Für die Umweltschutzbewegung der 1970er Jahre war das Bild ein wichtiges Symbol für die Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit der Erde und ihre Isoliertheit im All.

Zudem weitete sich die Idee des Umweltschutztes auch auf die Agrarwirtschaft aus. So versucht die ökologische Landwirtschaft über den Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel schädliche Einflüsse auf die Umwelt zu minimieren. Die dort angewandten alternativen Methoden zur Schädlingsbekämpfung, wie der Einsatz von Nützlingen oder thermischen Verfahren (zum Beispiel: Dämpfen (Bodendesinfektion) zur Bodenentseuchung) sollen negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit ausschließen.

Eine Umweltschutzorganisation ist eine Organisation, die gegen aus ihrer Sicht schädliche Veränderungen der Biosphäre vorgeht. Eine der bekanntesten Umweltschutzorganisationen ist Greenpeace e.V.

Die Umweltaktivisten wenden auch Aktionen des Zivilen Ungehorsams an und riskieren häufig Geldstrafen, manchmal gar ihre körperliche Unversehrtheit. Für aufsehenerregende Umweltaktionen in diesem Sinne sind vor allem die Anti-Atomkraft-Bewegung, Greenpeace, Sea Shepherd und Robin Wood bekannt. Bekannte Umweltaktivistinnen und -aktivisten sind Al Gore, Monika Griefahn, David McTaggart und Wangari Muta Maathai.

In Deutschland sind von staatlicher Seite in erster Linie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) für den Umweltschutz zuständig. Auf Länder- und Landkreisebene sind weitere Behörden auf dem Gebiet des Umweltschutzes tätig. Das Bundesumweltministerium veröffentlicht unter anderem jährliche Zustandsberichte.

In Österreich sind das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) kurz Lebensministerium und das Umweltbundesamt für den Umweltschutz zuständig.

In der Schweiz liegt die Zuständigkeit beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Umweltrecht bezeichnet die Gesamtheit der Rechtsnormen, die den Schutz der natürlichen Umwelt und die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Ökosysteme bezwecken. Weder in Deutschland noch in Österreich gibt es ein einheitliches Umweltschutzgesetz. Anders in der Schweiz, die 1983 ein eigenständiges Umweltschutzgesetz erlassen hat.

Das EU-Umweltrecht hat großen Einfluss auf die Gesetzgebung der einzelnen Mitgliedsstaaten.

Seit 1994 verpflichtet das deutsche Verfassungsrecht in Artikel 20a des Grundgesetzes den Staat dazu, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Es handelt sich um eine sogenannte Staatszielbestimmung, das ist eine allgemeine Verpflichtung des Gesetzgebers und der Verwaltung. Ein entsprechendes gesetzgeberisches oder verwaltungsmäßiges Handeln ist jedoch nicht gerichtlich einklagbar.

Das Umweltrecht ist über zahlreiche Gesetze verstreut. Umweltwissenschaftlern und Umweltjuristen fordern seit vielen Jahren, das Umweltrecht in einem Umweltgesetzbuch (UGB) kodifiziert zusammenzufassen und die Einzelvorschriften besser aufeinander abzustimmen.

Auch in Österreich gibt es noch kein einheitliches Umweltrecht. Die rechtlichen Grundlagen sind über zahlreiche Gesetzesbücher verteilt.

Gestützt darauf wurde das Bundesgesetz vom 7. Oktober 1983 über den Umweltschutz (Umweltschutzgesetz, USG) erlassen. Der Gewässerschutz ist in einem separaten Gesetz geregelt: Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer vom 24. Januar 1991 (Gewässerschutzgesetz, GSchG).

Im Bereich des Umweltschutzes wird der nationalstaatliche Einfluss immer geringer. Durch den steigenden Grad an internationalen Kommunikationsnetzwerken und weltwirtschaftlicher Verflechtungen entsteht eine kollektive Verantwortung für die Umwelt. Die Staaten werden dazu gezwungen gemeinsam nach Problemlösungen zu suchen. Umwelt kennt keine von Menschen gezogenen Grenzen. Die durch industrielle Herstellung erzeugte Verschmutzung einer Region die auf die übrigen Teile der Welt ausstrahlt, wird zu einer Angelegenheit aller. Länderübergreifende Umweltpolitik rückt folglich zunehmend in das außenpolitische Blickfeld zumindest der Staaten, denen durch die Summe der globalen Umweltverschmutzung auch höhere Umweltbelastungen entstehen. Internationale Foren und Organisationen sind eine Antwort auf diesen Prozess.

Die erste internationale Umweltschutzkonferenz fand 1972 in Stockholm statt (s. Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen).

Einer der wichtigsten supranationalen Akteure ist die UN (UNEP) – unter ihrem Dach kommt ein Großteil der mulitlateralen Umweltabkommen zustande. Eine Übersicht über die Vielzahl mittlerweile bestehender internationaler Umweltabkommen bietet die Liste internationaler Umweltabkommen.

Vielen Schwellen- und Entwicklungsländern fehlen oftmals die nötigen Ressourcen für effektive Umweltschutzmaßnahmen. Globale Auflagen werden von diesen Ländern oft nicht akzeptiert. Sie argumentieren, dass die Industrienationen zum größten Teil für globale Umweltschäden verantwortlich sind. Bei lokalen Problemen, wie dem Einsatz akkumulativer Pestizide, fehlen oftmals bezahlbare Alternativen. So wird beispielsweise DDT in diesen Staaten trotz erwiesener Umweltgefahren weiterhin großflächig zur Insektenbekämpfung eingesetzt.

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Umweltministerium Baden-Württemberg

Das Umweltministerium Baden-Württemberg, ist eines von zehn Ministerien in der Landesverwaltung des Bundeslandes Baden-Württemberg. Das Ministerium wurde 1987 aus dem "Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten" herausgelöst und als eigenes "Ministerium für Umwelt" errichtet. 1996 wurde das "Ministerium für Verkehr" angeschlossen. Im April 2005 wechselte der Bereich Verkehr zum Innenministerium.

Die Behörde hat ihren Sitz in Stuttgart. Chef des Ministeriums ist der Umweltminister. Amtsleiter eines Ministeriums ist deren oberster Beamter mit dem Titel Ministerialdirektor.

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Source : Wikipedia