Ulm

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Geschrieben von c3po 05/04/2009 @ 07:17

Tags : ulm, baden-württemberg, deutschland

Inhaltsverzeichnis
  1. Ulm
  2. Universität Ulm
  3. Landkreis Ulm
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Ulm

Wappen der Stadt Ulm

Ulm ist eine Universitätsstadt in Baden-Württemberg und liegt an der Donau, am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb. Die Stadt hat über 120.000 Einwohner, bildet einen eigenen Stadtkreis und ist darüber hinaus Sitz des Landratsamtes des Alb-Donau-Kreises. Nächste größere Städte sind Augsburg und München im Südosten, etwa 70 km beziehungsweise 130 km entfernt, und Stuttgart im Nordwesten, etwa 90 km entfernt.

Ulm ist nach dem Landesentwicklungsplan Baden-Württemberg eines von insgesamt 14 Oberzentren des Landes und bildet mit Neu-Ulm (zusammen über 170.000 Einwohner) eines der länderübergreifenden Doppelzentren Deutschlands. Ulm ist die größte Stadt im Regierungsbezirk Tübingen und der Region Donau-Iller, zu der auch Gebiete des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben gerechnet werden.

Die Stadt ist bekannt für ihr gotisches Münster, dessen Kirchturm mit 161,53 Metern der höchste der Welt ist. Weiterhin bemerkenswert ist die lange bürgerliche Tradition Ulms mit der ältesten Verfassung einer deutschen Stadt und einem Stadttheater, dessen Anfänge bis ins Jahr 1641 zurückreichen. In der Vergangenheit war Ulm Ausgangspunkt der Auswanderung der Donauschwaben, die donauabwärts mit sogenannten Ulmer Schachteln in ihre neuen Heimatländer im Südosten Europas fuhren.

Ulm, erstmals urkundlich genannt am 22. Juli 854, war Königspfalz und Freie Reichsstadt, ab 1802 bayerisch, ist seit 1810 württembergisch und seitdem getrennt von seinem Gebiet rechts der Donau, das bei Bayern blieb und auf dem sich die Stadt Neu-Ulm entwickelte. Als berühmtester Sohn der Stadt gilt Albert Einstein, der 1879 hier geboren wurde.

Die Stadt Ulm liegt auf einer mittleren Höhe von 479 m ü. NN (Messpunkt: Rathaus). Das Stadtgebiet ist geographisch reich gegliedert und reicht von 459 m ü. NN (Donauufer) bis 646 m ü. NN (Klingensteiner Wald). Das historische Stadtzentrum liegt ungefähr zwei Kilometer unterhalb (östlich) der Einmündung der Iller an der Mündung der Blau in die Donau. Die Stadt liegt am südlichen Rand der Ulmer Alb (Teil der mittleren Flächenalb) und der Hochfläche des durch das ehemalige Tal der Urdonau (Blau-, Ach- und Schmiechtal) hiervon nach Süden abgetrennten, so genannten „Hochsträß“. Die durch kleinere oder größere Täler voneinander abgetrennten Erhebungen von Hochsträß und Alb (von West über Nord nach Ost: Galgenberg, Kuhberg, Roter Berg (Hochsträß), Eselsberg, Kienlesberg, Michelsberg, Safranberg (Ulmer Alb)) umgeben im Westen, Norden und Osten das Stadtzentrum. Im Süden wird dieses durch den Lauf der Donau begrenzt. Das Stadtgebiet Ulms erstreckt sich größtenteils nördlich der Donau, die hier für einige Kilometer die Landesgrenze zwischen den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern, mit der auf dem südlichen Donauufer gelegenen, bayerischen Schwesterstadt Neu-Ulm bildet. Im Westen, Norden und Osten greift das Stadtgebiet mit den Teilorten Harthausen, Grimmelfingen, Einsingen, Ermingen, Allewind und Eggingen auf die Hochflächen des Hochsträß, mit Lehr, Mähringen und Jungingen auf die Hochflächen der Ulmer Alb aus. Westlich des Stadtzentrums liegt der Teilort Söflingen südlich der Blau am Rande des Hochsträß. Der Teilort Böfingen schließt nordöstlich an das Stadtzentrum an und liegt an den Hängen der Alb nördlich der Donau. Lediglich oberhalb der Mündung der Iller in die Donau greift das Stadtgebiet Ulms mit den Stadtteilen Wiblingen, Gögglingen, Donaustetten und Unterweiler auf die südwestlich von Donau und Iller gelegenen Flussauen und Schwemmterrassen der Donau und Iller aus.

Zahlreiche, teils international bedeutsame prähistorische Funde aus nahezu allen Epochen der europäischen Ur- und Frühgeschichte in nächster Nähe Ulms weisen darauf hin, dass die Gegend Ulms bereits in vorrömischer Zeit am Schnittpunkt mehrerer überregional bedeutsamer Verkehrs- und Handelswege lag. Eine wichtige Rolle für Ulm als zentralen „Verkehrsknotenpunkt“ nahmen und nehmen dabei bis heute die Flüsse Donau und Iller, sowie der zwischen Ulm und Geislingen besonders leicht zu bewältigende Übergang über die Schwäbische Alb mittels der von Süden und Norden weit in die Albhochfläche einschneidenden Täler von Blau, Kleiner Lauter, Lone, Brenz, Kocher und Fils ein.

Die nahe Ulm zwischen den römischen Kastellen Unterkirchberg und Burlafingen bzw. Nersingen verlaufende Römerstraße und das am hiervon nach Norden abzweigenden Römerweg ins Filstal in Lonsee-Urspring gelegene Kastell Ad Lunam sowie der überaus dichte Nachweis römischer Fundplätze und Gutshöfe auf der Ulmer Alb unterstreichen die strategisch wie verkehrsgeographisch wichtige Lage des Ulmer Gebietes bereits in der Antike.

Die aus dem 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. stammenden, teils mit Importgütern aus dem Ostsee- und Mittelmeerraum ausgestatteten Bestattungen des großen alamannen- bzw. merowingerzeitlichen Gräberfeldes am Kienlesberg (unmittelbar nordwestlich des Stadtzentrums), sowie die frühmittelalterliche karolingische Königspfalz auf dem Weinhof bzw. im Bereich des Hl. Geist Spittals (urkundlich erstmals erwähnt 854 n. Chr.) unterstreichen die herausragende Lage Ulms als strategisch bedeutsamer Verkehrsknotenpunkt auch während des Frühen Mittelalters.

Dank seiner Lage am Knotenpunkt mehrerer internationaler Handels- und Pilgerrouten zu Lande und zu Wasser stieg Ulm während des Hoch- und Spätmittelalters als freie Reichsstadt zu einem der führenden Handels- und Kunstzentren Süddeutschlands auf. Bereits im Spätmittelalter unterhalten Ulmer Kaufleute ein dichtes Netz von Handelskontakten, welches von Skandinavien bis nach Nordafrika, von Syrien bis nach Irland und darüber hinaus reicht. Wichtigste Beispiele für Handels- und Pilgerrouten sind hier insbesondere die Verbindungen: Östlicher Ostseeraum/Russland – Danzig – Krakau – Prag – Nürnberg – Ulm – Konstanz – Venedig/Mailand – Rom; Westliches Skandinavien/Norddeutschland/Niederlande – KölnFrankfurt – Heilbronn – Esslingen – Ulm – Konstanz – Frankreich/Italien; Paris – Dijon – Straßburg – Freiburg – Ulm – Regensburg – Wien – Budapest – Belgrad – Konstantinopel/Istanbul), sowie der international bedeutsame Pilgerweg nach Santiago de Compostela zum Grab des Heiligen Jakobus (Jakobsweg), welcher von Krakau über Prag nach Nürnberg, Ulm, Konstanz, Basel, Dijon und Vézlay nach Santiago de Compostela (Spanien) führte).

Ab dem späten 17. Jahrhundert wurde Ulm zum zentralen Sammlungsort für meist (aber nicht immer) schwäbische Auswanderer, welche in den neueroberten Gebieten des Habsburgischen und Russischen Reiches in Südosteuropa und im Südlichen Russland angesiedelt wurden.

Durch diese Auswanderungswellen, wurden die bereits vor dieser Zeit vorhandenen engen Kontakte Ulmer Kaufmanns- und Schifferfamilien in diesen Raum nachhaltig verstärkt. Nach der Vertreibung der Ungarndeutschen und Donauschwaben aus Serbien und Ungarn in Folge des II. Weltkrieges, sowie einer nach 1990 einsetzenden Auswanderungswelle von Donauschwaben aus Rumänien siedelten sich diese häufig in den ehemaligen Herkunftsgebieten ihrer Vorfahren an. Hierdurch entstand seit den späten 1940er Jahren rund um Ulm eine starke donauschwäbische Gemeinde. Heute bezeugen mehrere im Stadtgebiet aufgestellte Denkmäler, welche an Geschichte und Vertreibung der Donauschwaben erinnern, das im Jahr 2000 in den Räumen der Oberen Donaubastion (Bundesfestung Ulm) eröffnete Donauschwäbische Zentralmuseum (DZM), und zahlreiche Städtepartnerschaften und Kooperationsprojekte mit Gemeinden und Städten entlang der Donau die enge Verbindung Ulms mit den Donauschwaben und Südosteuropa.

Die seit dem Mittelalter kontinuierlich gewachsenen, weitgespannten geistigen wie kommerziellen Verbindungen Ulms spielen auch heute noch im Bewusstsein vieler Ulmer als Basis gegenwärtigen und zukunftsorientierten Denkens und Handelns eine zentrale Rolle. Sie werden sehr bewußt als Teil der eigenen Geschichte und Identität gepflegt. Die Beispiele hierfür sind zahlreich: So wurde 1997 der historische Jakobsweg als Zeichen der europäischen Einigung auch in der seit 1531 mehrheitlich protestantischen Stadt Ulm durch internationale Wegzeichen neu kenntlich gemacht und wird seither von Pilgern rege begangen. Zwischen Ulm und Konstanz nennt sich der Weg „Oberschwäbischer Jakobsweg“, der nach dem Bodensee als Schwabenweg fortgeführt wird. Das seit 1998 alle zwei Jahre stattfindende internationale Donaufest mit Vertretern aller Donauanrainerstaaten, die kürzlich gegründete DonauAkademie, der „lebende Kreuzweg“ der großen italienischen Gemeinde oder ein alljährlich stattfindendes „französisches Weinfest“ unterstreichen die engen und über Jahrhunderte hinweg gewachsenen und im Alltag gelebten gegenseitigen Verbindungen.

Auf der rechten (süd-östlichen) Seite von Donau und Iller grenzt die bayerische Kreisstadt Neu-Ulm an. Auf der linken (nordwestlichen) Seite ist Ulm fast gänzlich vom Alb-Donau-Kreis umgeben. Die baden-württembergischen Nachbargemeinden sind hier (von Süden über Westen nach Norden): Illerkirchberg, Staig, Hüttisheim, Erbach (Donau), Blaubeuren, Blaustein, Dornstadt, Beimerstetten und Langenau, sowie im Osten die bayerische Gemeinde Elchingen mit dem Ortsteil Thalfingen.

Das Stadtgebiet von Ulm ist in 18 Stadtteile eingeteilt: Mitte, Böfingen, Donaustetten, Donautal, Eggingen, Einsingen, Ermingen (mit Allewind und Schaffelkingen), Eselsberg, Gögglingen, Grimmelfingen, Jungingen, Lehr, Mähringen, Oststadt, Söflingen (mit Harthausen), Unterweiler, Weststadt und Wiblingen. 9 Stadtteile, welche im Zuge der jüngsten Gemeindereform in den 1970er Jahren eingemeindet wurden (Eggingen, Einsingen, Ermingen, Gögglingen-Donaustetten, Jungingen, Lehr, Mähringen und Unterweiler) verfügen über eigenständige Ortschaftsräte, welche eine wichtige Beraterfunktion des Gesamtstadtrates zu die Stadtteile betreffenden Angelegenheiten wahrnehmen. Endgültige Beschlüsse über Maßnahmen können jedoch nur vom Stadtrat der Gesamtstadt Ulm getroffen werden.

Im Volksmund wird Ulm als „Hauptstadt des Nebelreiches“ bezeichnet. Die Statistik weist dagegen aus, dass in Ulm hinter Freiburg und München die Sonne mit 1698 Stunden am längsten scheint. Ulm ist nach der selben Studie „Deutschlands gesündeste Großstadt“, bietet seinen Bürgern die besten Lebensbedingungen. Für die Bewertung waren Kriterien wie Luftverschmutzung, ärztliche Versorgung, die soziale und wirtschaftliche Lage, das Sportangebot sowie die Zahl der Krippenplätze ausschlaggebend.

Dagegen liegen die Werte des Mittels der Niederschlagsmenge im deutschen Durchschnitt. Mit 745 Millimeter (mm) Niederschlagsdurchschnitt und einer Durchschnittstemperatur von 8 Grad Celsius (°C) im Jahr (von 1971 bis 2000) fällt die Stadt nicht aus dem Rahmen der gemäßigten Klimazone.

Hochwasser werden in Ulm in der Regel erst dann zu einem ernsten Problem, wenn beide Flüsse, Donau und Iller, gleichzeitig viel Schmelz- oder Regenwasser mit sich führen. Gerade schlagartiges Schmelzwetter kann innerhalb von einem halben Tag zu starken Überschwemmungen führen.

Im Großraum Ulm grenzen die tertiären, klastischen Molassesedimente an die Kalksteine des Oberen Jura. Damit einher geht auch der Landschaftsübergang vom Alpenvorland hin zur Schwäbischen Alb. Die Kalke des Jura werden südlich (und zum Teil auch noch nördlich) von Ulm von den Sedimenten des Alpenvorlandes (Molassesedimente) überlagert. Neben den quartären Ablagerungen entlang des Blau-, Iller- und Donautals treten in Ulm Sedimente der Brackwassermolasse (Grimmelfinger- und Kirchberger- Schichten), der Oberen Meeresmolasse, der Unteren Süßwassermolasse („Ulmer Schichten“) sowie des Obersten Juras (Massenkalke, Zementmergel des Kimmeridgium) in Erscheinung.

Auf der Gemarkung von Ulm-Ermingen befindet sich die untermiozäne „Erminger Turritellenplatte“, die sich durch ihren Fossilreichtum auszeichnet. Die Ablagerung wurde vor rund 18,5 Millionen Jahren (Unteres Ottnangium) unter flachmarinen küstennahen Bedingungen gebildet (Obere Meeresmolasse).

In der Thermalwasserbohrung von Neu-Ulm (Donautherme Neu-Ulm) wurde der Oberjura (Malm) bis in eine Tiefe von 460 m erbohrt. Darunter folgen die Schichten des Mitteljura (Dogger) und des Unterjura (Lias). Von ca. 700 m Tiefe bis 890 m treten die Schichten der Oberen Trias (Keuper) und bis ca. 1010 m der Mittleren Trias (Muschelkalk) in Erscheinung. Darunter folgt dann schließlich das kristalline Grundgebirge, aus dem das Thermalwasser gefördert wird.

Die älteste Besiedlung des Ulmer Raumes datiert aus der frühen Jungsteinzeit, um 5000 v. Chr. Nachgewiesen sind Siedlungen dieser Zeit, beispielsweise bei Eggingen (Grabungen des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg) und Lehr (Lesefunde verschiedener Sammler).

Zahlreiche Ausgrabungen im Rahmen der seit den 1960er Jahren betriebenen Stadtarchäologie (zunächst durch die Stadtgeschichtliche Forschungsstelle, zuletzt vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg) belegen: Das Gebiet des späteren Ulm war in Form der durch Schenkungsurkunden des Klosters Reichenau belegten Orte „Westerlingen“ und „Pfäfflingen“ besiedelt, bevor es als „Ulm“ erstmals namentlich erwähnt wurde (854 n. Chr.). Die ältesten Funde datieren aus dem Endneolithikum (Bestattung der Glockenbecherkultur auf dem Münsterplatz). Bereits im Herbst 1875 wurde nördlich des Ulmer Bahnhofs am Unteren Kienlesberg ein großes, überaus reich ausgestattetes alamannisches Gräberfeld der Merowingerzeit entdeckt, welches, trotz mangelhafter Grabungsmethodik und Funddokumentation wichtige Hinweise für auch überregional bedeutsame Siedlungen auf dem Weinhof und im Bereich des Grünen Hofes (eventuell: Westerlingen und Pfäfflingen) lieferte.

Als Ergebnis neuester Forschungen des Landesdenkmalamtes in der Neuen Straße wurde jüngst eine vollständige Umschreibung der Ulmer Stadtgeschichte bis ins 14. Jahrhundert skizziert. Wesentlichste Thesen sind hierbei: Die Pfalz befand sich etwa auf Höhe der heutigen Spitalhofschule/Adlerbastei. Der bisher angenommene Standort am Weinhof soll eine ottonische Gründung gewesen sein. Demnach geht die Kernstadt auf eine ottonische Stadtgründung zurück.

Beim bisherigen Grabungs- und Diskussionsstand sind die vorgebrachten Argumente jedoch nicht vollständig überzeugend, da das neue, in einigen Punkten sehr bedenkenswerte Modell den archäologischen Befunden im übrigen Stadtgebiet weniger gerecht wird, als die bisherigen Vorstellungen, die den hier folgenden Kapiteln zugrunde liegen.

Im Mai 2007 wurden bei Ausgrabungsarbeiten beim Salemer Hof im Südosten der Ulmer Altstadt Reste jungsteinzeitlicher Siedlungsanlagen sowie ein etwa 5000 Jahre altes Skelett entdeckt.

Im frühen Mittelalter, wohl um 850, wurde Ulm zur Königspfalz. Die erste urkundliche Erwähnung datiert vom 22. Juli 854. König Ludwig der Deutsche besiegelte eine Urkunde in „Hulma“. Der Name ist ein germanischer oder vorgermanischer Gewässername (indogermanische Wurzel *uel: drehen, winden, wälzen oder *el-/*ol-: fließen, strömen, feucht sein, modrig sein), der auf einen Zusammenhang mit der Mündung der Blau in die Donau deutet. Ulm war in den nächsten 50 Jahren ein wichtiger Pfalzort, was sich in den zahlreichen Königsbesuchen widerspiegelt. Zur Pfalz – von der nur die Reste der Pfalzkapelle (im Schwörhaus) und verschiedene Befestigungsgräben bekannt sind – gehörte eine Wirtschaftssiedlung, in der zahlreiche eingetiefte Handwerkerhütten nachgewiesen worden sind. Im Schutz der Pfalz entstand ein Markt, der dann offenbar Ausgangspunkt für die Stadtbildung wurde: Hier entstanden frühe Steinbauten und hier wurde schließlich das Rathaus der Stadt errichtet. Seine Bedeutung als Ort von Königsaufenthalten verlor Ulm während der Zeit der sächsischen Könige im 10. und 11. Jahrhundert. Erst unter den Saliern – beginnend mit dem Hoftag Konrad II. (HRR) im Jahr 1027 – sind wieder vermehrt königliche Aufenthalte nachweisbar. 1079 wurde Friedrich von Staufen mit dem Herzogtum Schwaben belehnt. Nach Festigung ihrer Macht in diesem Raum konnten die Staufer Ulm zu einem ihrer Hauptstützpunkte ausbauen. Das Aussterben der Salier führte zu Kämpfen um die Reichsgüter aus diesem Erbe, in dessen Folge Ulms Umland 1131 niedergebrannt wurde, 1134 traf es dann auch die komplette Stadt.

Unter den Staufern wurde die Ulmer Pfalz ab 1140 wieder aufgebaut und im Gefolge wurde die Siedlung weiter ausgebaut. Rund 100 Jahre später scheint Ulm komplett befestigt gewesen zu sein, da es einer Belagerung des Gegenkönigs Heinrich Raspe standhalten konnte. Ulm entwickelte sich zu einem der Herrschaftsschwerpunkte der Stauferkönige und -kaiser. Zur Verfassungsentwicklung in der Frühphase Ulms ist wenig überliefert. „Eine Urkunde über die Erhebung Ulms zur Stadt ist nicht überliefert“. Die Stadtwerdung scheint seit dem 11. Jahrhundert etappenweise stattgefunden zu haben, ohne jedoch schriftliche Überlieferungen zu hinterlassen. Die Verleihung Esslinger Stadtrechts durch Rudolf von Habsburg (Rudolf I. (HRR)) 1274 war wohl mehr „eine Verlegenheitslösung, um eine Lücke auszufüllen“.

Mit dem Ende der staufischen Herrschaft gelang es Ulm eine Königsstadt zu bleiben, was möglicherweise daran lag, dass die die Reichsvogtei innehabenden Linien der Grafen von Dillingen fast gleichzeitig ausstarben und Graf Ulrich von Württemberg als neuer Vogteiinhaber keine Ambitionen bezüglich Ulm hatte. Ende des 13. Jahrhunderts ist ein städtischer Ammann fassbar, der jährlich von den Bürgern gewählt wurde.

In das 14. Jahrhundert fällt dann die Vervierfachung des Stadtgebiets auf 66,5 Hektar, was bis ins 19. Jahrhundert die Größe der Stadt bleiben sollte. Einher ging mit der Erweiterung auch die Neubefestigung der Stadt, die möglicherweise in Zusammenhang mit einem im Ergebnis misslungenen Überfall von Ludwig dem Bayern 1316 steht. Innerstädtisch war die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts von bürgerkriegsähnlichen Unruhen geprägt, die im Zusammenhang mit Auseinandersetzungen zwischen den Zünften und dem städtischen Patriziat, welches großteils aus ehemaligen kaiserlichen Amtmannen entstanden war und die Herrschaft ausführte. 1345 kam es zu einer Zwischenlösung in Form des Kleinen Schwörbriefs, der vorläufig zu einer Befriedung der Situation führte, indem er erstmals den Zünften entscheidende Mitsprache in politischen und rechtlichen Dingen einräumte.

Unter Ulmer Führung wurde 1376 der Schwäbische Städtebund als Bündnis von 14 schwäbischen Reichsstädten gegründet. Ulm wurde hierbei zum „Vorort“ (d. h. Hauptort für Versammlungen des Bundes) gewählt und erhielt den Titel „Haupt- und Zierde Schwabens“. Am 30. Juni 1377 begann der Bau des Ulmer Münsters, da die alte Kirche vor den Stadtmauern lag und die Einwohner während einer kurz zuvor erfolgten Belagerung durch Kaiser Karl IV. (HRR) nicht zur Kirche gehen konnten. Nach der Niederlage im Ersten Städtekrieg 1388 fiel der Schwäbische Städtebund auseinander. Ulm verlor dadurch an Einfluss auf die anderen schwäbischen Städte, blieb jedoch sowohl ökonomisch, als auch politisch so einflussreich, dass es zahlreiche, weitestgehend unabhängige Niederlassungen in nahezu allen wichtigen Handelsstätten Europas unterhielt (z. B. Venedig, Wien, Antwerpen/Amsterdam, Konstantinopel/Istanbul).

Der Große Schwörbrief, die Ulmer Verfassung, trat 1397 in Kraft, nachdem der Kompromiss des Kleinen Schwörbriefs „immer unbefriedigender wurde“. Er regelte die Machtverteilung und die Aufgaben des Bürgermeisters. Die Zünfte hatten nun 30, die Patrizier nur noch 10 Ratssitze. Gleichzeitig wurde den Patriziern das aktive Wahlrecht verweigert. Der Bürgermeister musste den Einwohnern Rechenschaft ablegen. Der Schwörmontag (vorletzter Montag im Juli) ist seither ein Ulmer Feiertag.

1480 wurde mitten „im reißenden Fluss“ eine neue Stadtmauer errichtet. Sie reichte vom 1348 erbauten Herdbruckertor bis zum an der heutigen Wilhelmshöhe gelegenen Fischertor. Diese heute noch existierende Stadtmauer entlang der Donau löste die alte, nur noch in Teilen übrig gebliebene Mauer ab, welche vom Fischerturm über den Schweinemarkt und die beiden Blauarme (Reste in der heutigen Häuslesbrücke erhalten) in einem fast rechten Winkel auf die Buckelquadermauer der staufischen Pfalz stieß und dieser dann in östlicher Richtung folgte (die mittelalterliche Mauer wurde dann 1527 nach Albrecht Dürers Befestigungslehre (im selben Jahr in Nürnberg erschienen unter dem Titel „Etliche underricht/zu befestigung der Stett/Schlosz/und flecken“) vom Nürnberger Baumeister Hans Beham d. Ä. umgebaut.

Dürers Ideen, die von Beham umgesetzt wurden: Die an die Stelle der Mauer tretende Mauer-Wall-Grabenwehr sollte dem Beschuss der damals modernen Feuerwaffen besser standhalten und dem Verteidiger zusätzlich ermöglichen, eigene Artillerie besser zu positionieren. Für die Artillerie wurden von der Stadtseite her auch Auffahrrampen gebaut. Nach außen wurde eine Brustwehr mit großen Schießscharten errichtet. Dürers Befestigungs-Ideen wurden weiterhin umgesetzt, indem die durch ihre Höhe bei Artilleriebeschuss besonders gefährdeten Türme der Stadttore radikal abgetragen und mit niedrigen Achteckgeschossen versehen wurden. Zudem sah Dürers System vor, dem Wall runde Basteien vorzulagern, von wo aus der Graben flankierend beschossen werden konnte. Auch die Stadtbefestigung beim Glöcklertor, Neuen Tor und beim Frauentor wurde dann demgemäß modernisiert. Die Anfang des 17. Jahrhunderts dann von Gideon Bacher im italienischen Stil realisierte Bastionärbefestigung, welche die Verteidigungslinien weit in das Vorfeld hinaus verlagerte, veränderte das Stadtbild noch entscheidender als Behams Umbauten. Und gleich anschließend (ab 1617 bis 1622) setzten der holländische Ingenieur Johan van Valckenburgh und diverse Nachfolger mit ihren Um- und Neubauten nach niederländischem System, das damals als Nonplusultra der Festungsbaukunst galt, nochmals neue Maßstäbe. Überbleibsel ihrer Tätigkeit ist im Wesentlichen der Bereich Wilhelmshöhe/Promenade. Diese neuen Arbeiten kosteten rund zwei Millionen Gulden, welche durch Steuern aufgebracht werden mussten.

Mit dem Ulmer Geld im Vers ist neben dem in Ulm geprägten und von Ulmer Handelsleuten und Bankiers reichlich verwendeten Münzgeld auch das gemeint, was den eigentlichen Reichtum Ulms ausmachte – das Barchent, ein Mischgewebe aus Baumwolle und Leinen. Das nach strengster Prüfung mit dem Ulmer Siegel versehene Barchent bürgte für eine so außergewöhnlich hohe Qualität, dass es, da in ganz Europa begehrt, so gut wie Geld war.

Mit der Gründung des Schwäbischen Reichskreises als einem von insgesamt 10 Reichskreisen mit denen Kaiser Maximilian I. 1500 bzw. 1512 die Verwaltung des Heiligen Römischen Reiches neu ordnete, gelang es Ulm nochmals an seine Vormachtstellung unter den schwäbischen Städten und Reichsständen anzuknüpfen. Die Stadt wurde zum Haupt- und Versammlungsort des neuentstandenen schwäbischen Reichskreises. Die Reichskreistage (d. h. die beschlussfassenden Versammlungen der im schwäbischen Reichskreis zusammengeschlossenen Reichsstände) fanden bis zum Ende der Reichsstadtzeit im gotischen Rathaus statt. Als Ausweichquartier für die städtische Verwaltung während der Reichskreistage, wurde zwischen 1583 und 1593 von Hans Fischer und Matthäus Gaiser der Neue Bau im Stil der Ulmer Spätrenaissance errichtet. Er diente als Mehrzweckgebäude gleichzeitig als Rat- und Schwörhaus, Gerichtssaal, Gefängnis und städtisches Lager für Salz, Wein und Korn.

Ab 1694 unterhielt der schwäbische Reichskreis ein ständiges stehendes Heer, dessen Verwaltung und Materialbestände zu großen Teilen im Ulmer Zeughaus untergebracht wurden.

Die Entdeckung Amerikas (1492), sowie des Seeweges nach Indien (1497), aber auch die starke lokale Konkurrenz im Barchent-Geschäft durch die Fugger, welche zu Beginn des 16. Jahrhunderts den lukrativen Barchenthandel zunehmend auf ihre neuerworbenen Besitzungen im unteren Illertal „umleiteten“, ließen den Wohlstand und Einfluss Ulms bald nach 1500 rasch verblassen. Das Entstehen neuer Handelszentren und die Verlagerung der wichtigsten Handelsrouten Richtung Atlantik führten zu einem allmählichen wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Hierzu trugen nicht zuletzt auch religiöse Spannungen bei. Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) am Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens. 1531 trat die Stadt durch Abstimmung der Bürgerschaft dem protestantischen Glauben bei. Der nachfolgende Bildersturm, in dessen Folge über 30 Kirchen und Kapellen abgerissen oder profanisiert (d. h. einer nicht-kirchlichen, weltlichen Nutzung, z. B. als Lagerraum oder Wohnhaus) zugeführt wurden, sowie weit über 100 Altäre (allein über 60 im Münster) zerstört oder entfernt wurden, bedeutete auch das abrupte Ende Ulms als Kunstzentrum. Konflikte mit dem Kaiser und anderen Reichsständen führten bis 1546 (Schmalkaldischer Krieg) dazu, dass Ulm 35 seiner Dörfer durch Plünderung oder Brandschatzung verlor und sich zuletzt doch dem katholischen Kaiser Karl V. unterwerfen musste, welcher 1546 die bis dahin gültige städtische Verfassung (Großer Schwörbrief) aus dem Jahre 1395 aufhob, und dem städtischen Adel (Patriziat) durch den sogenannten Hasenrat faktisch die alleinige Entscheidungsgewalt in der Stadt zusprach.

Im Laufe der nächsten Jahrhunderte wurde der einstige Reichtum der Stadt durch weitere Kriege, besonders während des Dreißigjährigen Krieges und des Spanischen Erbfolgekrieges, durch verheerende Seuchen, Reparationszahlungen und Erpressungen verschiedenster Belagerer und Besatzer derart verringert, dass die Stadt um 1770 bankrott war und weiteren Grund (Herrschaft Wain) veräußern musste. 1786 umfasste das Ulmische Gebiet noch folgende Verwaltungen: Obervogteiamt Geislingen, Oberämter Langenau, Albeck und Leipheim sowie die Ämter Süßen, Stötten, Böhringen, Nellingen, Weidenstetten, Lonsee, Stubersheim, Bermaringen und Pfuhl.

Die Neuordnung Europas durch Napoleon wirkte sich auch in Ulm aus. 1802, noch vor der Verkündung des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803, verlor die Stadt ihre Unabhängigkeit und wurde dem Kurfürstentum Bayern eingegliedert. Anknüpfend an Ulms führende Rolle innerhalb des aufgelösten schwäbischen Reichskreises wurde Ulm Sitz der Landesdirektion der „Baierischen Provinz Schwaben“ (Vorgänger der heutigen Regierung von Schwaben). Am 14. Oktober 1805 fand nahe Ulm bei Elchingen eine entscheidende Schlacht der napoleonischen Kriege statt (Schlacht von Elchingen) die zur Schlacht von Ulm am 16. bis 19. Oktober führte, aus der Napoleon als Sieger herausging. Nachdem Marschall Ney (Michel Ney, als Herzog von Elchingen und Fürst von der Moskwadie) die Österreicher vernichtend geschlagen hatte, zogen sich diese nach Ulm zurück, wo sie belagert wurden und kurz darauf kapitulierten. Damit war für Napoleon der Weg nach Osten frei für die Entscheidungsschlacht gegen die Russen und Österreicher bei Austerlitz. 1810 gelangte Ulm durch einen bayerisch-württembergischen Gebietsaustausch an das Königreich Württemberg. Für Ulm hatte der Übergang an Württemberg schwerwiegende und bis heute andauernde Folgen. Zwar kam der weitaus größere Teil des ehemaligen reichsstädtischen Territoriums nördlich der Donau mit Ulm an Württemberg, unterlag jedoch zu großen Teilen nicht mehr direkter Ulmer Verwaltung, sondern wurde anderen Ämtern- und Oberämtern (v.a. Geislingen, das vorher selbst zum Ulmer Gebiet gehört hatte) zugeschlagen. Der kleinere, aber für Ulm wirtschaftlich wichtigere südliche Teil des vormaligen Ulmer Territoriums blieb bayerisch, wurde „Ausland“ und bildete den Grundstock der künftigen Stadt Neu-Ulm. Ulm war damit Grenzstadt geworden.

Was der Verlust seines südlich der Donau gelegenen Hinterlandes für Ulm ausmachte, lässt sich dadurch verdeutlichen, dass südlich der Donau wichtige Ulmer Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen lagen. Von der zentralen Herdbrücke aus flussaufwärts zur Illermündung hin landeten die Illerflöße an, die meist Ulm als Endpunkt ansteuerten, aber bisweilen auch bis Wien fuhren. Es waren überwiegend reine Baumflöße aber auch so genannte Bäderische, die aus bereits vorgearbeiteten Brettern bestanden. Die Flößer brachten nicht nur Bauholz für die Stadt sondern auch Brennholz, Salz und Köstlichkeiten wie Käse (aus der Schweiz und dem Allgäu), Weinbergschnecken, Wein (aus den Anbaugebieten am Bodensee oder aus Italien) oder Kirschwasser. Zwischen der heutigen Eisenbahnbrücke und der Gänstorbrücke lagen am südlichen Donauufer einen Zimmerplatz für Bauholz, einen Holzhandelsplatz und einen weiteren Holzmagazinplatz für das Lagern und den überregional bedeutsamen Verkauf des von Bau- und Brennholz.

Des Weiteren befanden sich südlich der Donau in unmittelbarer Nähe der Herdbrücke am sog. „Schiffbauerplatz“ mehrere Schiffs-Werften, in welchen die sog. „Ulmer Schachteln“ für die hier einsetzende Donauschifffahrt gebaut wurden. Nach ihrer Fertigstellung wurden diese am sog. „Schwal“ mit Waren beladen und zu Wasser gelassen. Etwas weiter flussabwärts unterhielt die Gärtnerzunft einen Düngerplatz, der vor allem wichtig für die stattliche Anzahl der ebenfalls südlich gelegenen Baum-, Obst- und Lustgärten war. Dem Steinhäule zu lagen die Einrichtungen zur Verwertung von Tierkörpern, welche der Verwaltung des reichsstädtischen Scharfrichters unterlagen. Dieser war zugleich Wasenmeister (Abdecker, Schinder, Kleemeister).

Auch das reichsstädtische Schützenhaus lag südlich der Donau. Dort pflegte die Schützengesellschaft mehrmals in der Woche Schießübungen abzuhalten. Gleichzeitig bildete das südliche Donauufer auch das bevorzugte Naherholungsgebiet der Ulmer, wo man spazieren ging, promenierte und in den Schänken einkehrte. Als die Donau dann in Folge der napoleonischen Kriege und Gebietsverschiebungen zwischen den neuen Königreichen Württemberg und Bayern zum Grenzfluss wurde, gab es plötzlich einen Passzwang für Spaziergänger; dies auch für jene Ulmer, welche jenseits der Donau ihren Arbeitsplatz hatten.

Mit dem Anschluss an Württemberg wurde Ulm Sitz eines Oberamtes, dem Oberamt Ulm. Ein Jahr später erhielt die Stadt die Bezeichnung „Unsere gute Stadt“ und damit das Recht auf einen eigenen Landtagsabgeordneten.

1811 sollte Albrecht Ludwig Berblinger „der Schneider von Ulm“ anlässlich des Antrittsbesuchs des württembergischen Königs in der Stadt das von ihm entworfene Fluggerät vorführen. Nach Aussage von Augenzeugen absolvierte Berblinger im Bereich des oberen Michelsbergs mit seinem Fluggerät erfolgreich mehrere Gleitflüge von mehreren Dutzend Metern „über Wiesen und Gärten“. Ungünstigerweise sollte Berblinger seine Flugkünste nun nicht dort, sondern am hohen Ufer der Adlerbastei nahe der Herdbrücke präsentieren. Berblinger scheute die Demonstration, weil er richtigerweise die dort herrschende Thermik als für Flugversuche extrem ungünstig einschätzte. Am Tag darauf, der König war nicht mehr anwesend, dafür aber sein Sohn, stand der Ulmer Flugpionier wieder am Start. Einem Ondit zufolge soll der immer noch zögernde Berblinger von der Adlerbastei gestoßen worden sein und landete, statt am bayerischen Ufer, in der Donau. Neuzeitliche Flugwettbewerbe zeigten denn auch, dass die für die Flugvorführung Berblingers gewählte Stelle in jedem Falle für das Hinübergleiten mit nichtmotorisierten Fluggeräten sehr problematische Bedingungen bietet. Für Albrecht Berblinger hatte die gescheiterte Flugvorführung verheerende Folgen. Weit über Ulm hinaus wurde er zur lächerlichen Witz-Figur und war dem Spott seiner Zeitgenossen schutzlos preisgegeben. Er selbst gab verbittert seine Experimente auf, zog sich zurück und starb verkannt und völlig verarmt. Inzwischen ist (zumindest in Ulm) die Ehre Berblingers als einem der ersten Flugpioniere wiederhergestellt. Neben den zeitgenössischen Berichten haben auch moderne Nachbauten von und Versuche mit Berblingers Fluggerät eindeutig bewiesen, dass es tatsächlich flugtauglich war und sich mit ihm bei guter Thermik beachtliche Strecken zurücklegen lassen.

1819 wurde Ulm Sitz des württembergischen Donaukreises (etwa einem Regierungsbezirk vergleichbar).

Die Eröffnung der ersten durchgehende Strecke des württembergischen Eisenbahnnetzes von Heilbronn nach Friedrichshafen am 1. Juni 1850, sowie die seit Mitte des 19. Jahrhunderts angegangenen gewaltigen Bauaufgaben des Baues der Bundesfestung und der Fertigstellung des Ulmer Münsters brachten neues Leben in das inzwischen zum „Provinznest mit 12.000 Einwohnern“ gewordene Ulm. Im Gefolge der Errichtung der Bundesfestung mit 41 Festungswerken um Ulm und Neu-Ulm herum, sowie der Vollendung des Münsters, in deren Folge Ulm seit 1885 den bis heute höchsten Kirchturm der Welt erhielt (die Einweihung des neuen Westturms war am 31. Mai 1890) zog wieder der Wohlstand ein.

Folge dieser Belebung war eine stark ansteigende Einwohnerzahl und die Gründung zahlreicher Wirtschafts- und Industrieunternehmungen. So entdeckte der Ulmer Apotheker Ernst Gustav Leube die seit der Spätantike vergessene Kunst der Zementherstellung neu, und gründete 1838 mit seinen Brüdern, Dr. Wilhelm und Julius Leube, die erste Zementfabrik Deutschlands. Conrad Dietrich Magirus, Kommandant der freiwilligen Feuerwehr Ulm, beschäftigte sich mit der Konstruktion von Gerätschaften zur Feuerbekämpfung. Er gilt als Erfinder der fahrbaren Feuerleiter. 1864 wurde Magirus Kommanditist der neu gegründeten Gebr. Eberhardt offene Handels- und Kommanditgesellschaft, die Feuerwehrgeräte herstellte und vertrieb. Nach Unstimmigkeiten zwischen Magirus und den Gebrüdern Eberhardt gründete Magirus dann 1866 seine eigene Firma, der er den Namen Feuerwehr-Requisiten-Fabrik C. D. Magirus gab. 1893 gründete Karl Kässbohrer senior, Spross einer alten Ulmer Fischer- und Schifferdynastie die Wagenfabrik Kässbohrer. Ab 1910 wurden dort erstmals Karosserien für Personenwagen-Fahrgestelle in Serie gefertigt. Auch erhielt die Firma das erste Patent für einen kombinierten Omnibusaufbau für Personen- und Gütertransport. 1922 entwickelte Kässbohrer den ersten Lastwagen-Anhänger.

Eine bedeutende Rolle für die Entwicklung Ulms und Neu-Ulms spielten auch die seit Mitte des 19. Jahrhunderts stationierten Truppen der Bundesfestung. So zählte Ulm 1913 60.000 Einwohner, davon über 10.000 Soldaten. Die tolerant-reichsstädtisch geprägten Ulmer waren kriegerischen Handlungen und dem Militär an sich nicht besonders zugetan. Selten hatte Krieg in der Geschichte der Stadt Gutes gebracht. Die Abneigung der Ulmer gegen alles allzu Militärische zeigte sich z. B. darin, dass die Reichsstadt bereits sehr früh große Teile der Verteidigung der Stadt auswärtigen Söldnern überließ, für die entlang der Stadtmauer eigens die sog. „Grabenhäuschen“ gebaut wurden. Auch versuchte Ulm Gebietsstreitigkeiten mit seinen Nachbarn stets diplomatisch, notfalls auch durch horrende Geldzahlungen zu regeln. Große Teile des ehemaligen reichsstädtischen Territoriums waren durch Kauf oder Schuldeinlösungen in die Hände der Ulmer gelangt, nicht durch militärische Mittel. Auch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht nach dem unfreiwilligen Anschluss an Bayern und Württemberg stieß in Ulm auf erbitterten und lang anhaltenden Widerstand. Insgesamt war Ulm im Lauf seiner Geschichte wiederholt Objekt verschiedener Begierden, die meist zum Schaden der Stadt auch mit kriegerischen Mitteln verfolgt wurden. So wurde die Stadt als Hauptort des Schwäbischen Städtebundes oder des Schwäbischen Reichskreises immer auch durch eigenes oder fremdes Militär geprägt.

Der Erste Weltkrieg und die folgende Weltwirtschaftskrise traf Ulm besonders hart, da die Wirtschaftsunternehmen der Stadt stark exportorientiert ausgelegt und als vormalige Rüstungsunternehmungen überdies direkt von Reparationsforderungen und Herstellungsbeschränkungen des Versailler Vertrages betroffen waren. Auch radikale Verringerung der Anzahl des in Ulm stationierten Militärs nach dem Ersten Weltkrieg wirkte sich extrem negativ auf die örtliche Wirtschaft aus. Ähnlich wie in anderen Städten gab es auch in Ulm während der Weltwirtschaftskrise eine eigene Regionalwährung, das Markengeld Wära. Dennoch blieb es zwischen den beiden Weltkriegen in Ulm erstaunlich ruhig.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, welche bereits seit den späten 1920er Jahren in Ulm hohe Stimmenanteile verbuchen konnten, wurde von 1933 bis 1935 am Oberen Kuhberg, in einem der Festungswerke der Bundesfestung, ein KZ, vorwiegend für politische Gefangene aus Württemberg eingerichtet. Darunter befand sich auch Kurt Schumacher. Am 22. April 1934 gaben Vertreter der evangelischen Kirche aus ganz Deutschland im Münster die Ulmer Erklärung ab, in der sie sich offen gegen Hitler wandten. In der „Kristallnacht“ (9./10. November 1938) brannte auch die Ulmer Synagoge Am Weinhof 2. Sie wurde aber nicht ein Opfer des Brandes selbst, der kaum einen Schaden verursachte, sondern vielmehr des durch die Stadtregierung angeordneten Abrisses danach. Am Treppenabgang der Sparkasse Neue Straße 66 erinnert eine Gedenktafel an die verfolgten und in der Shoa ermordeten Ulmer Juden und ihr Gotteshaus.

Dennoch konnte sich Ulm während der NS-Zeit Teile seiner alten Freiheiten „zurückerobern“. 1938 wurde die Stadt kreisfrei und zudem Sitz des aus dem alten Oberamt hervorgegangenen Landkreises Ulm. 1942 bildete eine Gruppe Abiturienten um Hans und Susanne Hirzel sowie Franz J. Müller den Ulmer Ableger der bekannten Münchner Widerstandsgruppe Weiße Rose, in welcher die beiden Ulmer Hans und Sophie Scholl aktiv waren. Beiden Widerstands-Gruppen wurden 1943 gefasst und teils zum Tode, teils zu Gefängnisstrafen verurteilt. Ende 1944 begannen die schweren Bombardierungen von Ulm. Nach dem Großangriff am 17. Dezember 1944 waren 81 % der Altstadt zerstört, das Münster jedoch blieb – dank raschen Eingreifens des Luftschutzes – großteils verschont.

Der Wiederaufbau war aber nicht begrenzt auf die alte Ulmer Innenstadt. So war das neu ausgewiesene Industriegebiet im Donautal (1951) von großer Bedeutung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Im neuen Stadtteil Eselsberg konnten zahlreiche Vertriebene aufgenommen werden, was die Einwohnerzahl schnell wieder auf den Stand von vor dem Krieg und darüber hinaus anschwellen ließ.

1955: Blick vom Hauptturm des Ulmer Münsters zum westlichen Münsterplatz. Die Baulücken sind Folgen der besonders am 17. Dezember 1944 erfolgten Zerstörung der Altstadt.

2005: Blick von der mittleren Plattform des Ulmer Münsters Richtung Westen. Links der historische Neue Bau, nahezu alle anderen erkennbaren Bauten sind neu entstanden.

1953 begann die Geschichte der für die Fünfziger- und Sechzigerjahre stilbildenden, inzwischen aber wieder geschlossenen Hochschule für Gestaltung. Eine Ingenieurschule eröffnete 1960 ihren Lehrbetrieb und ging 1972 in der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik auf. Ein wichtiger Impuls für die Stadt war die Gründung der Universität Ulm (1967), der 1982 das aus bisher städtischen Kliniken gebildete Universitätsklinikum angeschlossen wurde.

Am 1. Januar 1973 trat die Kreisreform in Baden-Württemberg in Kraft. Ulm wurde Sitz des neu gebildeten Alb-Donau-Kreises, blieb selbst aber kreisfrei. 1980 überschritt Ulm erstmals die 100.000-Einwohner-Marke und wurde somit Großstadt. Im gleichen Jahr war Ulm Gastgeber der ersten Landesgartenschau in Baden-Württemberg, an der sich auch die bayerische Nachbarstadt Neu-Ulm beteiligte.

Die Überwindung der Wirtschaftskrise Anfang der 1980er Jahre machte aus der bisherigen Industriestadt auch ein Dienstleistungs- und Wissenschaftszentrum, welches 1987, bei einer Einwohnerzahl von 104.000, stolze 84.000 Arbeitsplätze aufweisen konnte.

2004 feierte die Stadt gleich mehrere bedeutende Ereignisse: Zum einen den 1150. Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung von Ulm, zum anderen den 125. Geburtstag von Albert Einstein, der am 14. März 1879 in der heutigen Bahnhofstraße geboren wurde. Die Familie zog allerdings bereits kurz nach der Geburt Alberts 1880 nach München. An der Stelle seines Geburtshauses steht heute eine Skulptur zu Ehren des prominenten jüdischen Sohnes der Stadt, der von den NS-Machthabern ausgebürgert wurde. Ein weiteres Großereignis war der 95. Deutsche Katholikentag vom 16. bis zum 20. Juni unter dem Motto „Leben aus Gottes Kraft“, an dem ungefähr 30.000 Gläubige teilnahmen.

1529 trat Ulm auf dem Reichstag in Speyer den protestantischen Reichsständen bei. 1531 wurde die Reformation Zwinglischer Richtung eingeführt, doch näherte man sich bald Martin Luther an, als 1533 die Stadt eine lutherische Kirchenordnung erhielt. Somit war Ulm über Jahrhunderte eine protestantische Stadt. Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert sank der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung Ulms (rund 20.000) auf ein Prozent (200 bis 250 im Jahre 1624) ab. Diese Zahl blieb bis Mitte des 18. Jahrhunderts konstant. Predigen durften die verbliebenen katholischen Priester nicht, katholische Taufen durften nur noch in den Privathäusern stattfinden, zur katholischen Trauung (in Ulm verboten) gingen die wenigen Paare daher ins katholische Söflingen, wo seit 1258 ein Klarissenkloster existierte, das 1803 aufgelöst wurde. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts blieben Katholiken vom Bürgerrecht ausgeschlossen. Die stärksten Gruppen unter den Katholiken waren die Patrizier und vor allem die Gesellen, Dienstboten und Taglöhner. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es wieder eine starke katholische Gemeinde (1805 erste katholische Stadtpfarrei).

Nach dem Übergang an Württemberg (1810) wurde Ulm Sitz eines Generalats (heute Prälatur) innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, welcher die evangelischen Gemeindeglieder – sofern sie nicht Mitglied einer Evangelischen Freikirche sind – angehören. Des weiteren besteht in Ulm an der Adlerbastei – neben der Evangelischen Prälatur – ein Dekanat, dessen Stelleninhaber dem evangelischen Kirchenbezirk Ulm mit insgesamt 55.408 Protestanten vorsteht (Stand 2005). Die evangelische Gesamtkirchengemeinde Ulm ist die Nachfolgeeinrichtung der historischen eigenständigen Ulmer Reichsstadtkirche und bildet zurzeit einen Verbund aus sechs Kirchengemeinden beziehungsweise Kirchen: Auferstehungskirche, Christuskirche, Lukaskirche, Martin-Luther-Kirche, Münster, Paul-Gerhardt-Kirche (wurde 2007 abgerissen und weicht Eigentumswohnungen) und Pauluskirche. Die gewählten Vertreter dieser sechs Kirchengemeinden bilden den Gesamtkirchengemeinderat Ulm. Dieser repräsentiert 21.561 Gemeindeglieder (Stand 2006) und trägt die Verantwortung für das evangelische kirchliche Leben in der Stadt.

Die römisch-katholischen Christen in der Stadt gehörten anfangs zum Bistum Konstanz, später zum Bistum Augsburg und 1817 zum Generalvikariat Rottenburg, aus dem später das Bistum Rottenburg und dann das bis heute bestehende Bistum Rottenburg-Stuttgart hervorgingen.

Mit der Eingemeindung umliegender katholischer Orte veränderte sich das Gewicht zwischen evangelischen und katholischen Christen. Heute beträgt der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung 38,1 %, zum protestantischen Glauben bekennen sich 27,5 % (Stand: 2004).

Seit dem Ende des Eisernen Vorhangs verzeichnete Ulm eine große Zuwanderung osteuropäischer Bevölkerungsgruppen, von denen ein großer Anteil verschiedenen orthodoxen Religionsgemeinschaften angehört. Die in den letzten Jahren stark angewachsene Russisch-Orthodoxe Gemeinde Ulms nutzt für ihre Gottesdienste neben der inzwischen viel zu kleinen Valentinskapelle („Schmalzhäusle“) auf dem südlichen Münsterplatz auch das von ihr 2007 übernommene, ehemals baptistische Gemeindezentrum am Judenhof.

Des Weiteren gibt es eine Anzahl von Christen, welche sich zur Evangelisch-methodistischen Kirche bekennt; zwei Gotteshäuser (Zionskirche und Erlöserkirche) beherbergen diese evangelische Freikirche. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Ulm hat ihr Gemeindehaus in Neu-Ulm. Die Apostolische Gemeinschaft nutzt eine ehemalige Friedhofskapelle in der Innenstadt. Die Neuapostolische Kirche und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sind ebenfalls mit eigenen Gemeinden und Gotteshäusern in Ulm vertreten.

Die Jüdische Gemeinde Ulm hat eine lange und wechselhafte Geschichte. Seit dem Mittelalter gab es in Ulm eine jüdische Gemeinde (1241/42 erstmals belegt) mit einer Synagoge im Judenhof. Während der Pest 1349 wurden die Juden verfolgt und ihre Gemeinde nahezu vernichtet. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts siedelten sich erneut Juden an, die große wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt hatten, doch 1499 aus der Stadt gewiesen wurden. Erst ab 1806 konnten Juden wieder zuziehen. Seit 1889 war Ulm Sitz eines Rabbinats. Die höchste Zahl wurde um 1880 mit 694 jüdischgläubigen Personen erreicht. 1933 lebten rund 530 Juden in Ulm. Durch Deportationen starben davon mindestens 118. Nach Kriegsende befanden sich Tausende Juden unter den „Displaced Persons“, welche sich in mehreren Flüchtlingslagern in und um Ulm aufhielten, bevor die Lager 1948 aufgelöst wurden. Fast alle Juden wanderten in den neu gegründeten Staat Israel aus. Schon seit 1990 zogen mit den Aussiedlern aus Osteuropa wieder vermehrt Juden nach Ulm, die seit 1999 auch wieder von einem Rabbiner betreut werden. 2002 wurde die jüdische Gemeinde als Filialgemeinde von Stuttgart neu gegründet und am 5. Mai des gleichen Jahres ein neues jüdisches Gemeindezentrum mit einem Gebetsraum eingeweiht, der erste seit Zerstörung der Synagoge 1938.

Die jüdische Gemeinde umfasst heute ca. 450 Ulmer Bürger. Ein Zuzug jüdischer Migranten nach Ulm wird laut Vorstand der IRGW (Mai 2008) durch eine verstärkte Zuweisung jüdischer Neuzuwanderer erfolgen .

In Ulm besteht außer dem stillgelegten alten jüdischen Friedhof, an den seit 1987 ein Gedenkstein erinnert, heute noch eine jüdische Abteilung auf dem Stadtfriedhof. Ein Förderverein engagiert sich für den Neubau einer Synagoge in der Stadt.

Gerade die türkische Minderheit zeichnet sich durch zahlreiche kulturelle und soziale Initiativen, so z. B. das einzige professionelle türkischsprachige Theater Süddeutschlands, dem „Theater Ulüm“, aus. In der Ulmer Weststadt wird derzeit (2008) eine Moschee errichtet, die einen Gebetsraum für 400 Männer und 30 Frauenplätze auf einer Empore, außerdem einen Versammlungsraum für 600 Menschen sowie Minarett und Kuppeln erhalten soll. Die bestehende Baugenehmigung wurde Mitte Juni 2008 vom Verwaltungsgericht Sigmaringen wegen eines Planungsfehlers aufgehoben, so dass eine neue Baugenehmigung abgewartet werden muss.

2007 kam es zu Aufsehen wegen eines kleinen, fundamentalistisch radikalisierten Teiles muslimischer Ulmer, der dem Islamischen Informationszentrum (IIZ) nahestand. Zu dessen Vorstand gehörten zwei Männer, die in Tschetschenien mit der Waffe gekämpft haben und dabei getötet wurden; einer der drei Männer, die im September 2007 verhaftet wurden, weil sie Terroranschläge in Deutschland geplant hatten, war Mitglied des IIZ. Darüber hinaus wurden andere fundamentalistische Aktivisten mit dem IIZ in Verbindung gebracht, was dort zu einer Razzia führte. Das IIZ kam einem geplanten Verbot zuvor und löste sich im Oktober 2007 selbst auf.

Ehemals selbständige Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen, die in die Stadt Ulm eingegliedert wurden. Die Zuwachsfläche gibt die hinzukommende Fläche zur Gesamtfläche der Stadt im Jahr der Eingliederung an.

Zwischen 1890 (36.000 Einwohner) und 1939 (75.000 Einwohner) verdoppelte sich die Bevölkerung der Stadt. Durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges verlor Ulm bis 1945 rund 30 Prozent (20.000) seiner Bewohner. 1951 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Stand von vor dem Krieg erreicht. 1980 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Ende September 2005 lebten in Ulm nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 120.574 Menschen mit Hauptwohnsitz – historischer Höchststand. Mit Stand vom 31. Dezember 2004 haben 19.570 Einwohner (16,3 Prozent) einen ausländischen Pass (über 100 Nationen). 14,4 Prozent der Einwohner sind unter 15 Jahre alt, 17,5 Prozent sind 65 Jahre alt oder älter. Damit hat Ulm, ähnlich wie andere deutsche Städte, eine relativ niedrige Geburtenrate, die Einwohnerzahl steigt aber durch Zuwanderung noch um jährlich 0,5 Prozent. Laut einem Bericht des Statistischen Landesamtes von Baden-Württemberg wird die Stadt bzw. der Stadtkreis Ulm im Jahr 2025 der jüngste Landkreis in Baden-Württemberg sein. So wird das Durchschnittsalter der Stadt von derzeit 41,3 Jahre auf 44,5 Jahre steigen, was aber immer noch deutlich unter dem Durchschnittsalter von anderen Stadt- und Landkreisen im Land liegt.

An der Spitze der Stadt Ulm standen anfangs der „Ammann“ sowie der „Rat der Stadt“. Seit dem 13. Jahrhundert gab es neben dem Ammann einen Bürgermeister als Geschäftsführer des Rates, der ab 1345 den Vorsitz im Rat und die Leitung der Stadt übernahm. Ab 1325 wurde den Zünften im „Kleinen Schwörbrief“ nach bürgerkriegsähnlichen Wirren mehr Mitspracherecht neben dem städtischen Patriziat, welches bis dahin allein die Politik bestimmte, eingeräumt. Zwischen 1397 bis 1547 sicherte der „Große Schwörbrief“ als „Verfassung“ der Reichstadt den Zünften die Mehrheit im Rat und den Zugang auch zu hohen städtischen Ämtern. 1547 wurden die im Große Schwörbrief garantierten Rechte der Zünfte durch Kaiser Karl V. (HRR) aufgehoben und dem städtischen Adel (Patriziat) wieder die Mehrheit eingeräumt. Der Zugang zu höheren städtischen Ämtern war fortan Nichtadligen kaum mehr möglich. Ulm wurde de facto zu einer Adelsrepublik. Ursprünglich 17 Patrizierfamilien wählten fortan den Bürgermeister und die hohen Staatsbeamten aus ihren Reihen. Infolgedessen waren nahezu alle höheren staatlichen Ämter im Besitz des städtischen Patriziats, ehrenamtlich und auf ein bis zwei Jahre beschränkt. Nach ihrer Amtszeit galt für die vormaligen Amtsinhaber (insbesondere die Bürgermeister) eine Art „Sperrfrist“, so dass jene, von Ausnahmen abgesehen, nicht unmittelbar 2 mal hintereinander in das gleiche Amt gewählt werden konnten, wohl aber ein anderes Amt annehmen durften. 1802 wurde die reichsstädtische Verfassung aufgehoben. Heute hat der Gemeinderat 40 Mitglieder. Der Oberbürgermeister wird direkt gewählt, jeweils für acht Jahre. Mit 68 scheidet er automatisch aus dem Amt.

Die Stadtflagge trägt die Stadtfarben Schwarz-Weiß (Schwarz-Silber).

Die seit 1244 nachweisbaren Siegel der Reichsstadt enthalten den Reichsadler, der oben zeitweilig von einem Stern und einer Lilie begleitet ist. Der geteilte Schild als das eigentliche Stadtwappen ist seit 1351 in den Siegeln belegt, wo er zunächst in den Fängen des Adlers, später als dessen Brustschild erscheint. Mit der Mediatisierung (nach 1803) fiel der Reichsadler weg, während das in farbigen Darstellungen seit der Mitte des 15.Jh. überlieferte von Schwarz und Silber geteilte Stadtwappen, das bisher nicht sicher gedeutet ist, weitergeführt wurde.

Eine wichtige Rolle für das Anlaufen der Zusammenarbeit mit den oben genannten Städten und Regionen spielte und spielt das Donau-Büro Ulm. Es wurde ins Leben gerufen mit dem Ziel, dass von Ulm, der ersten Großstadt am Lauf der Donau ausgehend und anknüpfend an traditionelle Beziehungen (Donauschwaben), die Zusammenarbeit mit den Städten und Regionen entlang der Donau verstärkt werden solle, vorhandene Kontakte zu pflegen, neue Verbindungen zu knüpfen und dauerhafte Partnerschaften zu begründen, zur Gestaltung des künftigen Europa. Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Kultur sind die Felder, auf denen das Donau-Büro tätig ist: zum einen mit Projekten, Veranstaltungen, Workshops, Seminaren und (Ko-)Produktionen, zum anderen im Vermitteln von Kontakten und Herstellen von Synergien. Nach Ulmer Vorbild gibt es inzwischen in einem halben Dutzend dieser Partnerstädte ebenfalls Donaubüros.

In Ulm gibt es mehrere Theater, die unabhängig voneinander arbeiten. Das Städtische Theater, mit 840 Sitzplätzen größtes Theater Ulms, wurde 1641 gegründet und ist somit das älteste städtische Theater Deutschlands. Das „Theater Ulm“ am Herbert-von-Karajan-Platz 1 ist, ungewöhnlich für die Größe der Stadt, ein Dreispartenhaus (Musiktheater, Schauspiel und Ballett). Dem Theater angegliedert ist das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm, das sowohl im Theater als auch an anderen Konzertplätzen sinfonische Konzerte gibt.

Ein weiteres Theater, das Theater in der Westentasche, ist akut gefährdet, weil die Stadt Ulm ihre Zuschüsse erheblich verringern musste. Die „Weste“ ist ein auch vom Land Baden-Württemberg gefördertes Privattheater (Mitglied im Deutschen Bühnenverein) in deren maximal 80 Zuschauern Platz bietenden Spielstätte, einem früheren Ladenlokal in der innerstädtischen Herrenkellergasse, freie Akteure überwiegend Sprechtheater aufführen. Derzeit wird zusätzlich ein Ensemble professioneller, aus Osteuropa stammender und jetzt in der Region ansässiger Künstler gebildet.

Im zur Akademie für darstellende Kunst (s. u.) gehörenden Akademietheater am Kuhberg stellen angehende Regisseure und Darsteller ihre Bühnenkünste dar, wobei auch auf andere Spielstätten wie das Roxy ausgewichen wird.

Das Theater Ulüm ist das einzige professionelle türkischsprachige Theater in Süddeutschland. Auch dieses bietet einen regelmäßigen Spielplan und besitzt eine feste Spielstätte (Donaubastion Schillerstraße).

Das Erste Ulmer Kasperletheater wurde 2001 als professionelles Kindertheater gegründet. Es hat rund 50 Zuschauerplätze und bietet wöchentlich fünf Aufführungen.

Das Ulmer Museum ist als Museum für Kunst, Archäologie sowie Stadt- bzw. Kulturgeschichte konzipiert. Neben zahlreichen, teils hochrangigen Ausstellungsstücken, werden auch Informationen zur Stadtgeschichte und bekannten Ulmer Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Albert Einstein, präsentiert. Unter den Sammlungen und Ausstellungsstücken des Museums verdienen die archäologische Abteilung mit dem Löwenmenschen, als die älteste Mensch-Tier-Plastik der Welt (datiert auf ca. 30.000 vor Christus), die große kultur- und stadtgeschichtliche Abteilung mit den Kleidung und reichsstädtischen Alltag des ausgehenden 18. Jahrhunderts bis ins Detail beschreibenden Ton-Figuren der Hafnerfamilie Rommel und der aus dem 17. Jahrhundert stammende Kunst- und Naturalkammer des reichen Ulmer Kaufmannes Christoph Weickmann mit einigen der weltweit ältesten erhaltenen afrikanischen Textilien, die umfangreiche Kunstsammlung mit spätmittelalterlichen Werken der sogenannten „Ulmer Schule“ (u. A. Werke von Jörg Syrlin d. J., Hans Multscher, Gregor & Michel Erhart, Bartholomäus Zeitblom und Niklaus Weckmann) und zahlreichen Werken zeitgenössischer Kunst des 20. Jahrhunderts (u. A. von Joseph Boys, Andy Warhol und Roy Liechtenstein), sowie die Design-Ausstellung mit Entwürfen und Werken der international renommierten Ulmer Hochschule für Gestaltung (HfG) besondere Erwähnung.

Am 24. November 2007 ist in der Neuen Mitte, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ulmer Museum und mit diesem über eine gläserne Brücke direkt verbunden, die Kunsthalle Weishaupt eröffnet worden. Sie ist vom Unternehmer Siegfried Weishaupt mit privaten Mitteln realisiert und nach den Plänen des Münchener Architekten Wolfram Wöhr gebaut worden. Die Sammlung umfasst heute etliche Hundert große Arbeiten und zählt zu den bedeutenden Privatsammlungen zeitgenössischer Kunst in Deutschland. Zusammen mit dem Skulpturenweg (Kunstlehrpfad) der Universität (u. a. Werke von Niki de Saint-Phalle) und dem Archiv der international renommierten Ulmer Hochschule für Gestaltung (HfG) erhält Ulm den Rang eines herausragenden Ausstellungsortes für bildende Kunst und Design in Süddeutschland.

Einzigartig in Deutschland werden im Museum der Brotkultur neben Techniken und Geschichte(n) der Brotherstellung auch die überaus vielschichte Kultur- und Sozialgeschichte des Brotes als grundlegendem Nahrungsmittel und wichtigem kulturellen Symbol dargestellt.

Die KZ-Gedenkstätte Ulm im „Fort Oberer Kuhberg“ erinnert an die Nutzung in dieses Teils der Bundesfestung als durch das NS-Regime als Konzentrationslager. Im Fort Oberer Kuhberg wurden vom November 1933 bis Juli 1935 unter unmenschlichen Bedingungen über 600 politische und weltanschauliche Gegner aus dem Land Württemberg-Hohenzollern eingekerkert. Unter ihnen befand sich auch Kurt Schumacher, der Wiederbegründer der SPD in Deutschland nach 1945. Das ehemalige KZ ist heute Gedenkstätte. Sie wurde 1994 vom Regierungspräsidium Tübingen als „vorbildliches Heimatmuseum“ ausgezeichnet. Das KZ Oberer Kuhberg ist als einziges KZ in Süddeutschland in seiner gesamten baulichen Substanz erhalten. Dazu gehören die unterirdischen Verliese, in denen die Häftlinge untergebracht waren, das Freigelände mit der Haftzelle von Kurt Schumacher und die Räume der KZ-Kommandantur.

Im Donauschwäbischen Zentralmuseum (dzm), welches in einem Teil der Festungsanlage Obere Donaubastion (Teil der Bundesfestung Ulm) untergebracht ist, werden Geschichte, Kultur und Schicksal der sog. „Donauschwaben“, deutschstämmigen, meist „schwäbischen“ Auswanderern, die im 18. Jhdt. nach Südosteuropa auswanderten und nach dem 2. Weltkrieg als „Heimatvertriebene“ zurückkehrten, in wechselnden Ausstellungen dargestellt. Das dzm ist eine gemeinsam von der Stadt Ulm, dem Land Baden-Württemberg, dem Bund sowie der EU finanzierte Einrichtung von europäischer Bedeutung.

Die Naturkundlichen Sammlungen der Stadt Ulm werden auch als lebendiges Museum bezeichnet. Die Themen Mineralogie, Geologie, Paläontologie, Botanik, Zoologie und Ökologie können dabei nicht nur kognitiv, sondern auch sinnlich erfahren werden. Durch diese Konzeption ist das Museum insbesondere für Familien mit Kindern und Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung besonders geeignet. Das Museum verfügt über zahlreiche Informationstafeln in Blindenschrift.

Das Setra-Museum im Ulmer Fischerviertel (Fischergasse 3) zeigt die Geschichte der Marke Setra (Omnibusse mit selbstragender Karosserie, entwickelt Mitte des letzten Jahrhunderts vom damaligen Ulmer Unternehmen Karl Kässbohrer GmbH). Außerdem gibt es eine Ausstellung von Omnibusmodellen.

Der 1890 gegründete gemischte Konzertchor steht unter Leitung von Münsterkantor Friedrich Fröschle und führt gemeinsam mit professionellen Orchestern und Solisten Werke der klassischen Kirchenmusik und weltliche Oratorien auf. Hierzu zählen im Frühjahr und Herbst Konzerte in der Pauluskirche sowie Beteiligungen an den Feierlichkeiten zum Schwörmontag.

Die Museumsgesellschaft Ulm e. V. ist eine kulturelle Bürgerinitiative. Sie organisiert Ausstellungen, bietet Versammlungsraum für die Künstlergilde oder die Freunde des Ulmer Theaters, die am 2. Oktober 1979 zur Unterstützung des Ulmer Theaters gegründet wurden, und sie betätigt sich mäzenatisch. So vergibt sie jährlich den mit 5000 Euro dotierten Preis der Museumsgesellschaft Ulm zur Förderung der Geisteswissenschaften an der Universität Ulm.

Die Museumsgesellschaft ist aus der ältesten Ulmer Bürgergesellschaft, der 1789 gegründeten Lesegesellschaft, hervorgegangen. Diese Lesegesellschaft hatte 1815 die „Obere Stube“, unmittelbar dem historischen Rathaus gegenüber, bezogen nachdem das Haus von 1548 bis 1803 der „ehrbaren Gesellschaft der Herren Geschlechter“ gehört hatte. Im Gegensatz zur „Unteren Stube“, wo sich die Zunft der Kaufleute traf, war die „Obere Stube“ Versammlungsort des Patriziats gewesen. Um 1900 war die Museumsgesellschaft gesellschaftlicher Mittelpunkt des gehobenen Bürgertums. Sie besaß eine (von der Lesegesellschaft schon aufgebaute) Bibliothek, zu der nur Mitglieder Zutritt hatten; angeschafft wurde, was die Mitglieder wünschten. Zuletzt umfasste die Bibliothek der Museumsgesellschaft etwa 30.000 Bände, als sie wenige Monate vor Ende des 2. Weltkrieges beim großen Bombenangriff am 17. Dezember 1944 mit dem größten Teil der Ulmer Innenstadt auch vollständig vernichtet wurde. Die „Obere Stube“ war an historischer Stelle wieder aufgebaut worden, wobei allerdings dieser Neubau dem Rathaus seine Traufseite zeigte. Die Museumsgesellschaft hat im Jahre 2007 die „Obere Stube“ nach altem Vorbild, in zeitgemäßer Architektur und mit modernen Baumaterialien grundlegend umgebaut. Jetzt zeigt das Gebäude zum Rathaus hin nach historischem Vorbild wieder einen Doppel-Giebel. Insgesamt reagiert der Bau auf die ebenfalls neu entstandene unmittelbare Nachbarschaft, wo anstelle der bisherigen breiten Schneise „Neue Straße“ drei moderne Neubauten „Ulms neue Mitte“ bilden.

Wie viele Vereine wurde auch diese Gesellschaft im Jahre 1950 gegründet; (Gründungs-) Mitglieder waren und sind namhafte Persönlichkeiten der (bürgerlichen) kulturellen Szene. Die tonangebende Rolle der früheren Jahre ist allerdings verloren gegangen.

Der Söflinger Vorstadtverein (SVV) dient als Dachverein der Söflinger Vereine und verwaltet zentral die Interessen der Mitglieder, um sie der Stadt Ulm gegenüber besser vertreten zu können. Seit der Gründung am 14. März 1956 durch Eugen Strauss und Udo Botzenhart ist der SVV ein wichtiger Bestandteil der Vorstadt Söflingen geworden. Weitere wichtige Aufgaben des SVV: die Förderung von Kunst und Kultur, Koordination, Unterstützung und Beratung der beigetretenen Vereine sowie Landschafts- und Denkmalschutz. Seit der Reformation, als Ulm protestantisch wurde, gab es immer wieder Spannungen zwischen dem katholischen Söflingen und der Reichsstadt. Als zum Beispiel in Ulm katholische Trauungen nicht mehr erlaubt waren, gingen die Katholiken zum Heiraten nach Söflingen. Auch nach der Eingemeindung vor 100 Jahren haben die Söflinger es verstanden, eine eigene Identität zu wahren. Die Söflinger haben ein geschichtlich gewachsenes, besonderes Selbstverständnis und Selbstbewusstsein. Mit der Gründung des SVV wurde einerseits Söflingens Eigenständigkeit gestärkt, andererseits wurde ein Scharnier gebildet, das gute Dienste leistet, wenn es um den Zusammenhalt Ulms mit seinem eigenwilligen Stadtteil Söflingen geht.

Insgesamt 26 Musik-, Sport- und Gesangsvereine und viele kleinere Gesellschaften umfasst der SVV. Er organisiert Höhepunkte im gesellschaftlichen Leben Söflingens, die im Sommer unter freiem Himmel im idyllischen Söflinger Klosterhof über die Bühne gehen. Außerdem hilft der SVV seinen Mitgliedsvereinen beim Planen von Aktivitäten, ist kooperierender Ansprechpartner der Stadtverwaltung und Bindeglied der angeschlossenen Vereine untereinander. Einige dem SVV beigetretene Vereine sind unter anderen der Arbeiterverein Söflingen, der ESC Ulm, der Schützenverein Söflingen, der Verein für Geflügelfreunde, der Reitverein Söflingen sowie der Harmonikaverein Söflingen.

Die „Große Karnevalsgesellschaft Ulm/Neu-Ulm e. V.“ (GKG U/NU) ist ein eingetragener Verein, der sich um den Erhalt und die Pflege des karnevalistischen Treibens in der Region Ulm bemüht. Gegründet wurde die Gesellschaft 1905 durch Zusammenschluss der Vorgängergesellschaften „Gesellschaft der Elfen“ und einem weiteren, 1885 gegründeten, Karnevalsverein. Aktuelle Präsidentin ist Gabriele Pollinger, Vize-Präsident Brauchtum ist z. Z. Thomas Mack. Teilbereiche der GKG U/NU sind die Garden in ihren verschiedenen Altersklassen, Clowns und die Maskengruppe „Donauhexen“.

Das 1961 als „Ulmer Knabenmusik“ gegründete Jugendblasorchester Junge Bläserphilharmonie Ulm ist eines der kulturellen Aushängeschilder der Stadt Ulm. 2008 gewann das von Josef Christ geleitete Ensemble beim Deutschen Orchesterwettbewerb in Wuppertal den ersten Platz in der Kategorie B2 Jugendblasorchester.

Bis zum Zweiten Weltkrieg war das Stadtbild Ulms geprägt von einer jahrhundertealten reichsstädtischen Baukultur mit zahlreichen Baudenkmälern vor allem aus Gotik, Renaissance und Historismus und einigen barocken und klassizistischen Bauten. Die mittelalterliche Altstadt Ulms zählte zu den größten und bedeutendsten in Süddeutschland. Diese Traditionslinie brach mit der weitgehenden Zerstörung Ulms durch Luftangriffe im Jahre 1944 abrupt ab. Weniger als ein Fünftel der historischen Altstadtbebauung blieb erhalten. Die westliche Innenstadt vom Münster bis zum Hauptbahnhof wurde völlig vernichtet, während in einigen anderen Gebieten wenige, meist unzusammenhängende Altstadtreste überdauerten (Fischerviertel, Donaufront, einige Gassen im nördlichen und nordöstlichen Bereich des Münsters, Quartier „Auf dem Kreuz“ östlich der Frauenstraße). Einige bedeutende Gebäude, deren Inneres im Feuersturm ausgebrannt war, wurden in ihren äußeren Formen wiederaufgebaut (z. B. Rathaus, Schwörhaus, Kornhaus), viele andere sind dagegen vollkommen aus dem Stadtbild und dem Bewusstsein der Ulmer Bürger verschwunden. Gegen Ende des II. Weltkrieges, vor allem im Bombenhagel des 17. Dezember 1944, ging die Ensemblewirkung einer geschlossenen Altstadtbebauung von europäischem Rang für immer verloren. Nach dem II. Weltkrieg waren zwar Konzepte gefragt, wie das wenige erhaltene Alte sinnvoll in den Wiederaufbau der Stadt miteinbezogen werden könnte, aber das rasche Wiederaufbauen der Innenstadt brachte nichts architektonisch Nennenswerte hervor, eher Biederes, Belangloses, Gleichförmiges. Zwar orientierte sich das Straßennetz weitgehend am Straßennetz der Vorkriegszeit, jedoch mit schwerwiegenden Ausnahmen. So wurde gemäß der Idee einer autogerechten Stadt mit der Neuen Straße eine breite Schneise durch die Stadt geschlagen und dabei noch erhaltene historische Architektur zugunsten dieser „Stadtautobahn“ vernichtet. Zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde die Wunde geschlossen: Die „Neue Mitte“ war entstanden (siehe unten), nachdem man in anderen Innenstadt-nahen Quartieren bereits während der 1980er Jahren sensibler mit der noch erhaltenen historischen Bausubstanz umgegangen war. So kann die behutsame Sanierung einiger historischer Gebäude im Fischerviertel und des Quartiers „auf dem Kreuz“ durch die stadteigene Sanierungsanstalt durchaus als vorbildhaft gelten.

Die Neubauten der „Neuen Mitte“ zwischen Münsterplatz und Rathaus, wie das Stadthaus des Architekten Richard Meier, das „Haus der Sinne“ und das Sparkassen-Gebäude, beide von Stephan Braunfels, sowie die Kunsthalle Weishaupt des Architekten Wolfram Wöhr, die als „gläserne Pyramide“ errichtete neue Stadtbibliothek von Prof. Gottfried Böhm und der Neubau der „Obere Stube“ (siehe unter „Museumsgesellschaft“) setzen mit ihrer modernen Formensprache in unmittelbarer Nähe des Münsters und des wiederaufgebauten historischen Rathauses auf bewusste Kontrastwirkungen und Brüche.

Zusammenfassend ist das Stadtbild Ulms heute durch die Mischung zwischen erhalten gebliebenen, oder (wenn auch meist nur rein äußerlich) wiederaufgebauten historischen Bauten und Straßenzügen auf der einen Seite und moderner Architektur auf der anderen Seite gekennzeichnet. Das spannungsreiche Ergebnis des mutigen Städtebaus erregt viel Aufsehen und findet Anerkennung in weiten Teilen der Fachwelt, wird aber von Teilen der Bevölkerung auch kritisch gesehen.

Das gotische Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt (161,53 Meter) beherrscht das Stadtbild.

Wenn man die jüngste Ulmer Baugeschichte betrachtet, sind zwei Bauten herausragend: die Neue Zentralbibliothek, 2004 in Form einer gläsernen Pyramide errichtet, etwa 23 Meter hoch, unmittelbar neben dem historischen Rathaus gelegen, sowie das Stadthaus am Münsterplatz, 1993 trotz der mehrheitlichen Ablehnung des Projektes in einem Bürgerentscheid nach dem Entwurf des New Yorker Architekten Richard Meier erbaut, „begehbare Skulptur“, Platz für Ausstellungen, Konzerte, Tagungen, Vorträge etc. Ebenso ist noch zu nennen der Ausstellungsbau für die Privatsammlung Weishaupt, die Kunsthalle Weishaupt, unmittelbar dem Museum und dem Rathaus benachbart, in Ulms „Neuer Mitte“. Die unter anderem mit einer Ausstellung zur Geschichte Ulms ausgestattete und auch sonst ungewöhnliche Tiefgarage unter dieser „Neuen Mitte“, am 11. März 2006 eröffnet, ermöglicht es, den Marktplatz und den Judenhof autofrei zu machen.

Gern wird auch auf zwei Kirchen verwiesen: auf die Martin-Luther-Kirche als bedeutendes Bauwerk im Stil des Expressionismus, 1928 als Evangelische Konzertkirche (außen Ziegel, innen Holz) durch Prof. Theodor Veil erbaut und vom Neu-Ulmer Holzschnitzer Martin Scheible reich ausgestattet; und auf St. Michael zu den Wengen (der Wengenkirche). Die ehemalige Klosterkirche von 1399 ist 1944 ausgebrannt; in der 1954 neu erbauten Kirche findet sich ein 1766 von Franz Martin Kuen gemaltes Altarbild und in der Barockkapelle von 1629 eine spätgotische Kreuzigungsgruppe.

Ulms Stadtmauer, um 1480 in die Donau hinein („mitten im reißenden Fluss“) erbaut; später nach den Vorstellungen Albrecht Dürers vom Festungsbau durch Hans Beham d. Ä. (Nürnberger Baumeister) umgebaut, ist heute ein schöner, 600 Meter langer Promenadenweg, der flussaufwärts an der Wilhelmshöhe – Bastion Lauseck endet, einem Teil der Stadtbefestigung aus dem 16.–18. Jahrhundert. Zu diesem Teil der alten Stadtmauer gehört auch die optisch völlig unauffällige Adlerbastei, der Platz, von dem aus 1811 Albrecht Berblinger (Der Schneider von Ulm) seinen erzwungenen, gescheiterten Flugversuch über die Donau startete. Der Teil der Stadtmauer an den heutigen Straßen „Neuer Graben“, „Frauengraben“ und „Seelengraben“ wurde ab 1610 mit Soldatenunterkünften bebaut, nachdem durch den Niederländer Valckenburgh eine neue Befestigung Ulms geplant und umgesetzt wurde, welche die alte Stadtmauer praktisch in die Stadt hereinnahm. Die „Grabenhäusle“ bilden, modernisiert, heute ein begehrtes Wohnquartier mit eigenem Flair. Im Bereich des Fischerviertels findet man die Staufermauer an der Blau, ab etwa 1150 erbaut, dies sind Reste der Befestigungsanlage der Ulmer Königspfalz.

In diesem im Mittelalter vorwiegend von Handwerkern besiedelten Quartier am Donauzufluss der Blau finden sich noch viele aus dieser Zeit stammenden und auf sie verweisende Bauten, so die Garnsiede auf der Blauinsel, das heute genauso wie die Lochmühle und das Gerberhaus gastronomisch genutzte Zunfthaus der Schiffsleute (am historischen Fischerplätzle direkt an der Donau gelegen, etwa da, von wo aus sich unter anderem die Donauschwaben für die Fahrt flussabwärts in ihre neuen Heimatländer Ungarn und Rumänien) einschifften). Weiter nennenswert sind die Ulmer Münz, das um 1500 gebaute Kässbohrersche Haus und, der Ulmer Münz direkt benachbart, das Schiefe Haus, im 14. Jahrhundert erbaut, heute ein Hotel, welches als schiefstes der Welt gilt. Die acht mit viel Fingerspitzengefühl in das alte Haus gebauten, modern eingerichteten Zimmer haben Niveauunterschiede bis zu 40 cm, weshalb ans Kopfende der Hotelbetten Wasserwaagen eingebaut wurden, um dem Gast zu demonstrieren, dass er absolut „im Wasser“ (waagerecht) liegt.

Etwa die Hälfte der Bauten in diesem mittelalterlichen Altstadtviertel, welches sich in den letzten 20 Jahren zu einem bevorzugten, weil verkehrsberuhigten und zentrumnahen Wohnquartier entwickelt hat, stammt aus der Zeit vor 1700. Zu den nennenswerteren gezählt werden kann die Sebastiankapelle, erstmals 1415 in der Stadtgeschichte erwähnt, jetzt ein Ausstellungsraum. Außerdem der Seelturm, der im 14. Jahrhundert auf der Ulmer Stadtmauer errichtet wurde und ab 1638 als Pumpwerk diente, welches Wasser in das nebenstehende – achteckige – Brunnenhaus pumpte und dort speicherte. Der Name Seelturm kam von einem Seelhaus direkt gegenüber, das im Krieg zerstört wurde. Zu nennen weiterhin das Zundeltor, das 1870 unterhalb des Seelturms erbaut wurde und heute immer noch einen (neo)gotischen Stil aufweist (besonders der Dachstuhl). Der Name Zundeltor stammt von den gelagerten Materialien im Seelturm, denn dort wurde Zunder und auch Pulver gelagert. Außerdem befindet sich am Rande dieses Viertels das Zeughaus, ehemaliges Waffenarsenal der Reichsstadt Ulm, welches ab 1522 in mehreren Etappen erbaut wurde. Große Teile wurden 1945 zerstört. In der Säulenhalle des zum Komplex gehörenden, unzerstört durch alle Kriege gekommenen frühbarocken „Löwenbaus“ von 1667 finden wechselnde Ausstellungen statt.

Geplant und erbaut von 1838 bis 1859 vom Festungsbaudirektor und damaligem Oberst Moritz Karl Ernst von Prittwitz. Bei der Errichtung waren bis zu 10.000 Arbeiter tätig.

Weitere, zum Teil markante, zum anderen Teil (architektur-)geschichtlich bemerkenswerte Bauten seien hier kurz gefasst erwähnt: das Daimler-Forschungszentrum von Architekt Richard Meier; das Donaustadion, mit 19.500 Sitz- und Stehplätzen, Austragungsort der Heimspiele der Fußballmannschaften des SSV Ulm 1846 sowie von Fußballländerspielen (Frauennationalmannschaft) und Leichtathletikwettbewerben; das weltweit größte Bürogebäude im Passivhausstandard Energon, mit 8000 m² und ca. 420 Arbeitsplätzen; der 1964 erbaute Fernmeldeturm Ulm-Ermingen; das Getreidesilo Schapfenmühle, 2005 fertig gestellt, mit 125 m Höhe (einschließlich Antenne) der höchste noch in Benutzung befindliche Getreidesilo der Welt; und endlich noch einige Sakralbauten in den Vororten: die Klosterkirche St. Maria in Söflingen, 1688 von Caspar Feichtmayr als Kirche des Clarissenklosters im frühbarocken Stil erbaut, mit noch erhaltenen Teilen der Anfang des 19. Jh. abgebrochenen Klosteranlage sowie die in unmittelbarer Nähe am Söflinger Friedhof gelegene Leonhards-Kapelle mit einem barocken Kalvarienberg; das Kloster Wiblingen, ehemaliges Benediktinerkloster, (1093 gegründet, 1806 aufgehoben) mit der bedeutenden spätbarocken Klosterkirche (1772–81) mit frühklassizistischer Innenausstattung; die evangelische Marienkirche in Ulm-Lehr mit beachtenswerten spätgotischen Wandmalereien.

Ulm ist Startpunkt der Oberschwäbischen Barockstraße. Die Strecke ist ca. 500 km lang, beginnt am Ulmer Münster, verläuft weiter in Richtung Bodensee und besteht aus zusätzlichen Erweiterungsrouten, die durch Österreich und durch die Schweiz verlaufen. Das auf Ulmer Stadtgebiet liegende Kloster Wiblingen mit seinem Bibliothekssaal ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Barockstraße.

Die Friedrichsau gilt als das Naherholungsgebiet für Ulm. Sie ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Straßenbahn) zu erreichen, mit Fahrgastschiffen über die Donau – oder zu Fuß. Von der Ulmer Innenstadt aus gelangt man über Uferwege donauabwärts in ca. 30 Gehminuten in die Friedrichsau mit ihren drei Gesellschaftsgärten, dem Festplatz (für Volksfeste, Circus-Gastspiele und Open-Airs sowie dem sechswöchigen Kultur-Festival „Ulmer Zelt“) und dem Tiergarten.

Bemerkenswert ist die Geschichte der Friedrichsau. So sagt man in Ulm „Napoleon ist an allem schuld“. Tatsächlich fiel das rechts der Donau gelegene „Steinhäule“ als Ausflugsgebiet für die Ulmer weg, da es, nachdem im Jahre 1810 die Grenzen neu gezogen worden waren, Bayern zugeschlagen worden war. Der erst durch Napoleons Gnaden zum württembergischen König aufgestiegene, vormalige Kurfürst Friedrich I. zeigte sich bei seinem Antrittsbesuch in Ulm im Jahre 1811 großzügig und stiftete unter anderem 2000 Gulden für ein neues Erholungsgebiet im „Gänshölzle“, der deshalb nach ihm benannten Friedrichsau.

Dort entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die „Au-Gesellschaften“, unter denen die „Hundskomödie“ die bekannteste wurde. Sie dienten vorwiegend geselligen Zwecken. Auch Sängervereine wie der „Liederkranz“ und die „Teutonia“ fanden in der Friedrichsau ihre Heimat.

Neben der Friedrichsau kann man auch den Botanischen Garten Ulm, eine zentrale Einrichtung der Universität Ulm, besichtigen. Er dient an erster Stelle der Forschung und der Lehre. Pflanzensammlungen, Versuchsflächen im Freien sowie mehrere Gewächshäuser stehen dem Unterricht von Studenten zur Verfügung. Darüber hinaus soll der Botanische Garten der Öffentlichkeit eine Möglichkeit zur Umweltbildung bieten. Zu bestimmten Zeiten sind die Gewächshäuser und die Versuchsflächen für Besucher geöffnet.

Im nördlichen Teil des Freigeländes des Botanischen Gartens hat das pharmazeutische Unternehmen ratiopharm in Zusammenarbeit mit der Universität Ulm im Jahr 2001 den Neuen Apothekergarten Ulm eröffnet. In den angelegten Beeten sind über 200 Heil- und Nutzpflanzen zu finden. Neben bekannten Arten wie Johanniskraut, Baldrian oder auch Hopfen gibt es auch eine Vielzahl an unbekannteren Pflanzen wie den Sonnentau oder den Kampferbaum zu entdecken.

Weitere Erholungsgebiete bzw. parkähnliche Anlagen sind der alte Friedhof, das Donauufer mit Gehmöglichkeiten, der Duft- und Tastgarten mit Informationen auch für sehbehinderte Menschen sowie künftig der geplante, aber noch nicht realisierte Stadtteilpark Oberer Eselsberg.

Die Gerd-Walter-Linde ist in weiten Teilen Ulms sichtbar.

Der SSV Ulm 1846 ist mit 12.000 Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein Baden-Württembergs und der achtgrößte bundesweit. Der Verein bietet alle gängigen Sportarten an. In den Sommermonaten wird das vereinseigene Freibadgelände im Rahmen des Donauflimmern zusätzlich als Open-Air Kino genutzt.

Der Basketballverein ratiopharm Ulm spielt die dritte Saison in der 1. Basketball-Bundesliga. Bislang größter Erfolg war der deutsche Pokalsieg 1996.

Die TSG Söflingen ist nach dem SSV Ulm 1846 der mitgliederstärkste Ulmer Sportverein. Sportlich erfolgreichste Abteilungen sind die Turner (vor allem die Nachwuchsturnerinnen, von denen mehrere im Nationalkader sind) und die Handballer (Regionalliga). Aber auch in Randsportarten wie Radball und Rolli-Basketball stellt die TSG erfolgreiche Sportler.

1929 wurde der Eisenbahner Sportclub Ulm e. V. gegründet und vereint heute knapp 700 Mitglieder in seinen acht Abteilungen: Kegeln, Fußball, Tennis, Tischtennis, Gymnastik, Taek Won Do, Angeln und Schützen. Die erfolgreichste Sparte des ESC Ulm sind die Kegler, die in den vergangenen Jahren immer wieder in der 1. und 2. Bundesliga spielten.

Die Sporttauchergruppe ist mit über 250 Mitgliedern einer der größten Tauchvereine Baden-Württembergs. Der Verein wurde bereits 1971 gegründet, als Tauchen noch sehr exotisch und kein Breitensport war. Er ist Mitglied im WLT, VDST, WLSB und DSB und bildet vom Anfänger bis Profi nach internationalen Standards der CMAS aus.

Der Ulmer Ruderclub „Donau“ e. V. ist einer der größten Rudervereine in Baden-Württemberg und mit seiner starken Leistungsabteilung weltweit erfolgreich. Mit Urs Käufer (Vizeweltmeister), Raimund Hörmann jun. (U23-Vizeweltmeister), Kerstin Hartmann (U19 Weltmeisterin, U23 Vizeweltmeisterin, zweifache Deutsche Meisterin), Max Reinelt (Junior-Vizeweltmeister), Jan Rupp (Ersatzmann U19-WM) befinden sich einige Ulmer Ruderer in den Nationalmannschaften ihrer jeweiligen Altersklasse. Zudem verfügt der Ulmer Ruderclub „Donau“ e. V. über einige, teilweise, amtierende Landes- und Bundesmeister. Erfolgreichste Ulmer Ruderer: Raimund Hörmann sen. (2. Vorsitzender des Ulmer Ruderclub) und Dieter Wiedenmann. Sie wurden im Doppelvierer zweimal Vizeweltmeister (1979 und 1982), sowie je einmal Weltmeister (1983) und Olympiasieger (1984).

In Ulm ist der Deutsche Alpenverein schon lange aufgrund der relativen Alpennähe sehr stark vertreten. Gleich drei große Sektionen sind in der Stadt und im Ulmer Umfeld beheimatet, die zusammen ca. 10.000 Mitglieder repräsentieren. Zunächst ist die Sektion Ulm zu nennen. Sie gehört zu den ersten Sektionen dieses Bergsportvereins in Deutschland und wurde 1879 – zehn Jahre nach der Gründung des Alpenvereins überhaupt – in Ulm gegründet. Sie zählt 4800 Mitglieder, die alle Spielarten des Alpinsports betreiben; in ihrem Eigentum befinden sich drei Berghütten, unter anderem die stark frequentierte Ulmer Hütte in den Lechtaler Alpen. Ein besonderer Schwerpunkt wird in der Sektion durch die Skiabteilung gepflegt, denn hier wird auch Rennsport – alpin und nordisch – betrieben. Die zweite Ulmer Alpenvereinssektion ist die 1200 Mitglieder große Sektion SSV Ulm 1846, die 1912 von Mitgliedern des gleichnamigen Sportvereins gegründet wurde, heute außer dem Namen aber keine Verbindung zu ihm besitzt. Die Sektion hat eine Ortsgruppe im nahen Laupheim und besitzt zwei Selbstversorgerhütten im Allgäu. Die Sektion verfügt über eine Ausbildungsabteilung, die unter dem Namen „Rock 'n Ice“ Kurse in verschiedenen alpinen Sportarten anbietet. Die dritte Sektion im Raum Ulm hat ihren Sitz im bayerischen Neu-Ulm.

Der Verein Ulmer Kanufahrer e. V. wurde 1925 gegründet, ist Mitglied im Deutschen Kanu-Verband, sowie offizielle DKV-Kanuschule und besitzt einen DKV-Zeltplatz. Seine etwa 500 Mitglieder betreiben den Kanusport auf viele Arten: z. B. Kanuwandern auf ruhig fließenden Gewässern oder Wildwasserfahren in den Alpen. Auch in den Wettkampfdisziplinen Kanu-Freestyle und Kanuslalom ist der Verein erfolgreich mit Sportlern vertreten (EM Teilnahme im Kanu-Freestyle; Deutsche Vizemeister im Kanu-Freestyle und Kanuslalom). Dies ist wohl auch der Trainingsstrecke in Neu-Ulm am Illerkanal zu verdanken.

Der Verein Ulmer Paddler e. V. wurde 1925 gegründet, ist Mitglied im Deutschen Kanu-Verband und Betreiber der Ulmer Kanuslalom Übungsstrecke Illerkanal, auf der der Verein jährlich ein Kanuslalom Rennen ausrichtet. Die Wildwasserstrecke Illerkanal besteht aus künstlichen Einbauten und bietet ideale Übungsmöglichkeiten für Kanuslalom und Schulung. Der Verein unterhält eine DKV-Kanuschule, die jährlich vielen Interessierten das Paddeln mit Kajak und Kanu vermittelt. Der Verein ist auch stark im Breitensport engagiert und es werden Ausfahrten von leichten Wanderflüssen bis zu schwerem Wildwasser durchgeführt.

Anfang 1984 wurde Ulms erste American Football-Mannschaft, die Ulm Sparrows gegründet. Das stetig wachsende Team trainierte zunächst vereinslos in einem Stadtpark in Ulm. Ein Jahr später wurde die Mannschaft Teil des Sportvereins Grimmelfingen und schaffte durch zahlreiche Siege bereits 1987 den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die 1989 ins Leben gerufene Jugendmannschaft entwickelte sich ebenfalls sehr gut und gewann 1992 den Baden-Württembergischen Jugendpokal. Mitte der 90er Jahre verzeichneten die Sparrows einen Rückgang der Mitglieder und mussten 1996 den Ligabetrieb einstellen. Das Team fiel auseinander. Seit 1997 mischen die Ulm Sparrows unter neuer Leitung wieder im Ligabetrieb mit. Unter dem Motto „The Sparrows are flying again“ spielen die Footballer aktuell als eigenständige Abteilung des VfB Ulm in der Verbandsliga Baden-Württemberg. Durch den Zulauf junger Spieler wird auch die Jugendmannschaft kommende Saison im Ligabetrieb der B-Jugend mitmischen können.

Ulm ist Sitz einer Industrie- und Handelskammer (IHK) (Kammerbezirk: Stadt Ulm, Alb-Donau-Kreis und Landkreis Biberach) und einer Handwerkskammer (Kammerbezirk: Stadt Ulm, Alb-Donau-Kreis, Landkreis Biberach, Bodenseekreis, Landkreis Heidenheim, Ostalbkreis und Landkreis Ravensburg).

Ulm ist ein bedeutender Standort für Unternehmen der elektronischen Industrie und der Waffenherstellung.

Ulm ist ebenso ein traditionsreicher Standort der Nutzfahrzeugindustrie. Schon 1866 gründete der Ulmer Feuerwehrkommandant Conrad Dietrich Magirus eine Fabrik zur Herstellung von Feuerwehrgeräten (siehe dazu: Magirus). Dort wurden 1892 die erste Drehleiter, 1903 die erste selbstfahrende Dampffeuerspritze, ab 1916 Lastkraftwagen und ab 1919 Omnibusse gebaut. 1935/36 wurde die Firma Magirus von Klöckner-Deutz aus Köln übernommen. Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die nach dieser Fusion auf dem Markt etablierte Nutzfahrzeugmarke Magirus-Deutz zu Deutschlands zweitgrößtem Lkw- und Omnibushersteller sowie zum deutschen und europäischen Marktführer für Feuerwehrfahrzeuge auf. Zwischen 1975 und 1983 ging die Marke Magirus-Deutz mit dem Ulmer Nutzfahrzeugwerk in der zum italienischen Fiat-Konzern gehörenden Iveco auf, die zwar den Markennamen Magirus-Deutz einstellte, nicht aber die Produktion in Ulm. Bis heute werden in Ulm Lkw und Feuerwehrfahrzeuge gebaut, z. B. der Iveco Stralis. Der ehemalige Mutterkonzern von Magirus-Deutz (die heutige Deutz AG) baut in Ulm nach wie vor Motoren. Das Ulmer Werk von Deutz wurde zum unternehmensinternen Zentrum für luftgekühlte Dieselmotoren ausgebaut. Auf das Jahr 1893 und die Initiative von Karl Kässbohrer senior ging das Ulmer Unternehmen Kässbohrer zurück, das ab 1951 selbsttragende Omnibusse unter dem Markennamen Setra baute. Ende der 1960er-Jahre war Kässbohrer Deutschlands größter Hersteller von Omnibussen und Lkw-Anhängern. Ab 1993 wurde das Unternehmen aufgeteilt in die heutige Kässbohrer Transport Technik, die Kässbohrer Geländefahrzeug AG und die Bus-Sparte, die von Daimler-Benz übernommen wurde und heute unter dem Namen EvoBus nach wie vor in Ulm und nach wie vor unter dem Namen Setra Omnibusse herstellt.

Ulm ist eine Messestadt. Im Nordosten der Stadt liegen die Donauhalle und das Messegelände mit mehreren, auch unabhängig von einander nutzbaren Hallen. Daneben finden im Congress Centrum Ulm (CCU) und im Kornhaus Kongresse und Veranstaltungen statt, darunter die jährlich stattfindende Versandbuchhändlertagung, organisiert durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Die FUG GmbH (Fernwärme Ulm) betreibt eines der größten Biomasseheizkraftwerke Deutschlands (60 MW installierte Leistung) in der Ulmer Weststadt (Siehe auch: Liste deutscher Kraftwerke). Darüber hinaus nimmt Ulm in den letzten Jahren regelmäßig in der Kategorie Großstädte einen der vordersten Plätze in der Solarbundesliga ein und ist neben Freiburg die deutsche Stadt, in der am meisten Solarstrom produziert wird. Der 1976 gegründete Weltladen in Ulm ist einer der ältesten und heute größten Weltläden Deutschlands. 2007 wurde die Stadt Ulm für ihre vorbildliches kommunales Energiemanagement und ihre Verdienste um den Klimaschutz mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Seit Januar 2008 wird das Ulmer Münster vollständig mit regenerativer Energie versorgt und seit April 2008 ist in Ulm für Neubauten der KfW-40-Energiestandard vorgeschrieben. Bis Ende 2011 wird als europäisches Pilotprojekt ein Null-Energie-Rechenzentrum in der Weststadt von Ulm errichtet werden.

In Ulm besteht seit dem 1. Januar 2009 eine Umweltzone. Sie erstreckt sich über das Ulmer Stadtgebiet und ist begrenzt durch den Berliner Ring, Stadtgrenze Ulm-Böfingen/Thalfingen, entlang der Donau (Landesgrenze) bis zur Illerstraße (Donautal), Kuhbergring, Kurt-Schumacher-Ring und wieder Berliner Ring. Die autobahnähliche B10, die die Umweltzone durchquert ist vorerst aus der Umweltzone herausgenommen, bis am 1. April 2009 auch in Neu-Ulm eine Umweltzone eingerichtet wird. Grund hierfür ist, dass Fahrzeuge die von der B28 kommend Richtung Ulm fahren, ab der Landesgrenze keine Möglichkeit haben, die B10 zu verlassen. Die B10/B28 wird ab dem 1. April 2009 zusätzlich für LKW über 7,5t für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Im Stadtzentrum befindet sich eine ausgedehnte Fußgängerzone.

Ulm liegt an der ICE-Strecke, die über Stuttgart nach München führt, sowie an der wichtigen Europamagistrale Paris–Budapest. Europäische Metropolen wie Amsterdam und Paris sind ohne Umsteigen erreichbar. Auch der TGV München–Paris hält in Ulm.

Die Strecke Stuttgart-Ulm-Augsburg wird im Bundesverkehrswegeplan 2003 als vordringlicher Bedarf aufgeführt (Neu- und Ausbaustrecke Stuttgart–Augsburg). Von Stuttgart nach Ulm soll eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke gebaut werden (Neubaustrecke Wendlingen–Ulm). Die Strecke von Ulm nach Augsburg soll für Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h ausgebaut werden. Durch die Neu- und Ausbaustrecke Stuttgart–Ulm-Augsburg wird mit einer Zunahme des Fern- und Regionalverkehrs in Ulm um teilweise bis zu 50 % gerechnet.

Bereits im Zuge des Projekts Neu-Ulm 21 wurde der Bahnhof Neu-Ulm vollständig neu angelegt (offizielles Abschlussdatum dieser Maßnahme: 24. November 2007); außerdem wurde die Eisenbahnbrücke über die Donau auf vier Gleise erweitert.

Der Hauptbahnhof Ulm bildet mit 12 Gleisen, davon fünf nicht durchgehend, den wichtigsten Verkehrsknoten der Stadt. Weitere Eisenbahnverkehrsstationen bestehen im Westen (Bahnhof Ulm-Söflingen) und Osten (Haltepunkt Ulm Ost) sowie im Industriegebiet Donautal (Haltepunkt Ulm-Donautal). Daneben gibt es weitere Verkehrsstationen in Neu-Ulm.

Am Wochenende fährt zudem ein Schienenbus („Ulmer Spatz“) von Ulm aus über die Donautalbahn und Schwäbische Albbahn auf die Schwäbische Alb.

Insgesamt bedienen das Stadtgebiet 20 Linien der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm GmbH (SWU), darunter eine Straßenbahn- und 19 Buslinien, sowie weit mehr als 35 Linien anderer Verkehrsunternehmen. Somit sind alle Stadtteile und das nahe gelegene Umland gut angebunden.

Ende 2005 hat die SWU an den Wochenenden zusätzlich acht Nachtlinien eingeführt, die ebenfalls alle Stadtteile und das Umland von Ulm auch nach Mitternacht im Stundentakt bedienen. Für Orte und Gemeinden außerhalb von Ulm, in denen bisher keine Nachtlinien fahren, hat die Stadt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 einige zusätzliche Busse nach Mitternacht eingeführt. Alle Unternehmen fahren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Donau-Iller-Nahverkehrsverbunds (DING).

Ulm liegt am Donauradweg, der von der Donauquelle nach Budapest führt.

Die nächsten Großflughäfen sind in Stuttgart (ca. 80 km) und in München (ca. 160 km). Diese Flughäfen sind mittels Bus und Bahn zu erreichen.

Die nächstgelegenen Regionalflughäfen befinden sich im 50 Kilometer entfernten Memmingen (Flughafen Memmingen), im etwa 80 Kilometer entfernten Augsburg (Flughafen Augsburg, seit Sommer 2005 keine Linienflüge mehr) sowie im etwa 100 km entfernten Friedrichshafen (Flughafen Friedrichshafen).

Der nächstgelegene Flugplatz ist der 10 km von Ulm entfernte Sportflugplatz Erbach (Donau) (ICAO:EDNE) mit einer 630 m × 30 m Graspiste, geeignet für Motorflugzeuge bis 2 t MPW, Motorsegler, Hubschrauber, Ultraleicht, Segelflugzeuge (F-Schlepp & Windenstart) und Ballone.

Ulm ist schon in früheren Jahrhunderten ein bedeutender Medienstandort gewesen. Die Südwest Presse hat größten Anteil an Abonnenten; einziger, fast zu vernachlässigender Mitbewerber ist - seit die Schwäbische Zeitung 2004 ihre Ulmer Redaktion geschlossen hat - die „Neu-Ulmer Zeitung“ (eine Regional-Ausgabe der „Augsburger Allgemeinen“) mit einem Lokalteil Ulm.

Breiter ist das Angebot im Bereich e-Medien: Es gibt ein Regionalstudio (TV und Rundfunk) des SWR, die privaten Rundfunksender Radio 7 und Donau 3 FM, das freie Radio freeFM, das journalistisch-nachrichtlich ausgerichtete, unkommerzielle und für jeden zugängliche Internetportal ulmnews, das ehrenamtlich betriebene Online-Magazin Team-Ulm sowie etliche andere Internet-Portale, welche ihren Nutzern auch (eher kulturelle) Informationen aus der Region, aber überwiegend zielgerichtete (Freizeit-) Angebote und -Nutzungsmöglichkeiten bieten. Außerdem existiert als Lokalradio das Hitradio MS One.

In der Stadt residiert seit dem 22. September 2005 ein TV Sender mit dem Namen REGIO TV Schwaben, der von montags bis freitags zwischen 18 Uhr und 24 Uhr in einer tagesaktuellen, halbstündigen und als Schleife wiederholten Sendung über Ulm, den Alb-Donau-Kreis, den Kreis Neu-Ulm sowie Biberach berichtet.

Ulm ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Landgerichts (beide gehören zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart) sowie eines Arbeitsgerichts und eines Sozialgerichts. Ferner hat Ulm ein Finanzamt, ein Hauptzollamt und eine Agentur für Arbeit.

Die Stadt ist Sitz der Prälatur Ulm und des Kirchenbezirks Ulm der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanatsverbands Ehingen-Ulm des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Die Universität Ulm wurde im Jahr 1967 als Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule gegründet. Das Fächerspektrum umfasst heute Naturwissenschaften, Medizin, Ingenieurwissenschaften, Mathematik/Wirtschaftswissenschaften und Informatik. Derzeit (Sommersemester 2008) sind 6.410 Studenten immatrikuliert. Des Weiteren verfügt Ulm über eine Fachhochschule (2006 umbenannt in Hochschule Ulm), die 1960 als „Staatliche Ingenieurschule“ gegründet wurde. Die in der Schwesterstadt Neu-Ulm beheimatete Fachhochschule hat durch eine enge Zusammenarbeit mit der Hochschule (früher FH) Ulm (u. a. das gemeinsame Anbieten einiger Studiengänge) ebenfalls Einfluss auf die Ulmer Hochschullandschaft. Bereits 1953 gründeten Inge Aicher-Scholl, Otl Aicher und Max Bill die Hochschule für Gestaltung (HfG Ulm), die zeitweise von bundesweiter Bedeutung war, aber 1968 wieder geschlossen wurde.

Neben den genannten Hochschulen gibt es in Ulm weitere Bildungseinrichtungen: Die Ulmer Volkshochschule, Städtische Musikschule und die Akademie für darstellende Kunst (adk), eine Schauspielschule. Die adk-Ulm wurde 1996 gegründet und besitzt 16 Unterrichts- bzw. Ausbildungsräume im Fort Unterer Kuhberg mit einer Gesamtfläche von 1200 m². An die adk-Ulm angeschlossen findet man das Akademietheater Ulm (s. o.), die Kammeroper Ulm (ein Musiktheaterensemble aus Dozenten der adk-ulm und Gästen), sowie ein Figurentheater, das FiThea. Alle Einrichtungen haben einen regelmäßigen Spielplan.

Ulm unterhält 28 Grund- und Hauptschulen sowie fünf Realschulen, sieben allgemeinbildende Gymnasien (darunter das Humboldt-Gymnasium, die älteste Schule Ulms, sowie das Kepler-Gymnasium), und 12 Sonderschulen. Des Weiteren bestehen drei berufsbezogene Gymnasien, sechs Berufsschulen (darunter eine zusätzliche Sonderberufsschule), 21 Berufsfachschulen, eine freie evangelische Schule, ein Abendgymnasium mit Abendrealschule, fünf Fachschulen, 13 Berufskollegs und zwei Waldorfschulen. Zum Universitätsklinikum gehört auch die Akademie für medizinische Berufe. Diese hat sich auf die Aus- und Weiterbildung von therapeutischen, pflegerischen und technisch-medizinischen Berufen spezialisiert. Sie wurde vor über 35 Jahren gegründet und hat ihren Sitz im Kloster Wiblingen. Die neun Berufsfachschulen der Akademie haben über 700 Ausbildungsplätze.

Die Stadtbibliothek Ulm gehört mit einem Bestand von über 480.000 Printmedien (2004) zu den größten öffentlichen Bibliotheken in Deutschland. Die Universitätsbibliothek Ulm verfügt als wissenschaftliche Bibliothek über mehr als 910.000 Bücher, die Bibliothek der Hochschule Ulm über mehr als 50.000.

Als Reaktion auf die wirtschaftliche Strukturkrise Anfang der 1980er Jahre, die neben vielen klassischen Industriestandorten auch Ulm betraf, wurde 1987 unter wesentlicher Beteiligung des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth das Konzept der „Wissenschaftsstadt“ entwickelt. Eine der Leitideen des Konzeptes ist es, Hochschul- und Industrieforschung besser zu verzahnen und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Kernstück der auf dem Oberen Eselsberg nahe dem Universitätscampus angesiedelten „Wissenschaftsstadt“ sind die so genannten An-Institute, die in enger Zusammenarbeit mit Universität, Universitätsklinikum, Fachhochschule und Industrie anwendungsorientierte Forschung betreiben. Das erste derartige Institut wurde 1985 gegründet: das ILM – Institut für Lasertechnologien in der Medizin (ab 1995: und Messtechnik). Des weiteren haben sich auch Forschungszentren großer internationaler Konzerne (z. B. Daimler, Nokia, Siemens) angesiedelt. Nachdem bereits in den 90er Jahren aufgrund der hohen Nachfrage das Gebiet der Wissenschaftsstadt ausgeweitet werden musste („Science Park II“), plant die Stadt derzeit eine erneute Erweiterung („Science Park III“).

Das Universitätsklinikum Ulm ist eines der fünf Universitätsklinika in Baden-Württemberg. Es ist einerseits ein Krankenhaus der Stufe Maximalversorgung und für das Versorgungsgebiet Ostwürttemberg, Donau-Iller und Bodensee-Oberschwaben zuständig. Andererseits ist es innerhalb der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm in die praktische Ausbildung der Fächer Human- und Zahnmedizin involviert. Die Klinik bietet Platz für rund 1.100 Patienten wobei der Nutzungsgrad bei 75,4 % liegt, um für Krisenzeiten vorbereitet zu sein. Für die rund 192.000 Fälle pro Quartal stehen knapp 6.000 Ärzte und andere Angestellte zur Verfügung.

Ulm ist außerdem Standort eines der fünf deutschen Bundeswehrkrankenhäuser.

Der Städtische Friedhof entstand, nachdem Friedhöfe einzelner Stadtteile für die Begräbnisse nicht mehr ausreichten. Er weist auch eine Vielzahl von Grabstätten prominenter Ulmer Bürger auf.

Auf diesem Friedhof befinden sich auch zahlreiche Grabstätten von Soldaten der Roten Armee als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Außerdem erinnert neben der Friedhofshalle ein Gedenkstein an viele hundert Ulmer Bürger, die Opfer des NS-Gewaltregimes wurden.

Neben Kreiswehrersatzamt, drei Kasernen der Bundeswehr (Stand 2008: Wilhelmsburg, Bleidornkaserne, Hindenburgkaserne), dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm und dem Ring der Bundesfestung ist Ulm Standort des Heeresmusikkorps 10. Die Musikgruppe ist eines von fünf Musikkorps des deutschen Heeres und der 10. Panzerdivision aus Sigmaringen unterstellt.

Zum Gedenken der Deserteure der Wehrmacht wurde 1989 auf der Oberen Donaubastion eine sechs Tonnen schwere Stahlplastik aufgestellt. Das als "Stein des Anstoßes" von der Bildhauerin Hannah Stütz-Mentzel entworfene Mahnmal ließ der Stadtrat bald darauf wieder entfernen. 2005 fand es im Lehrer Tal am unteren Eingang zum Botanischen Garten seinen endgültigen Standort.

Neben einer Anzahl von Persönlichkeiten, denen die Stadt Ulm das Ehrenbürgerrecht verliehen hat, wurden zahlreiche Persönlichkeiten in Ulm geboren, verbrachten einen Teil ihres Lebens in der Stadt oder verstarben hier. Auf Grund der hohen Anzahl dieser Persönlichkeiten wurde ein eigener Artikel angelegt.

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Universität Ulm

Universität Ulm: Niki de Saint Phalle „Der Dichter und seine Muse“ (1978)

Die Universität Ulm wurde 1967 als „Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule Ulm“ gegründet und ist somit die jüngste Universität in Baden-Württemberg. Die Universität Ulm hat zur Zeit (Wintersemester 2008/09) über 7.000 Studierenden. Im Zuge der Internationalität bietet sie für all ihre Studierende eine professionelle Sprachausbildung (UNIcert) mit vielen verschiedenen Sprachen und Fachrichtungen.

Die Universität Ulm pflegt zahlreiche Beziehungen und Austauschprogramme mit Partneruniversitäten im europäischen und außereuropäischen Ausland. Ein intensiver Austausch findet mit europäischen Partneruniversitäten statt. Dabei gibt es die meisten Partnerschaften zu Universitäten in Frankreich, Großbritannien, Italien, und Spanien, aber auch zu Universitäten in Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Ungarn, Irland, Norwegen, die Niederlande, Österreich, Portugal, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, der Tschechischen Republik und der Türkei.

Zahlreich sind ebenfalls die außereuropäischen Kontakte. Für die USA gibt es Austauschprogramme mit Universitäten in Kalifornien, Colorado, Florida, Illinois, Massachusetts, New York, Texas und Wisconsin. In Kanada gibt es bilaterale Beziehungen mit der University of Calgary, der University of Ottawa, der University of Toronto und der University of Western Ontario. Neben diesen zahlreichen Beziehungen zu nordamerikanischen Universitäten bestehen Partnerschaften in Südamerika nach Brasilien, Chile, Costa Rica und Mexiko. Kontakte werden auch zu afrikanische Universität in Ägypten und Ghana gepflegt. Hier vor allem nach Ägypten zur German University in Cairo. Außerdem gibt es eine Partnerschaft zur Nôtre Dame University (Louaize) im Libanon. In Asien pflegt die Universität Ulm Kontakte zu Universitäten in der Volksrepublik China (Shandong University in Jinan, Southeast University in Nanjing, Tongji University in Shanghai und Huazhong-University in Wuhan, Japan (Japan Advanced Institute of Science and Technology in Ishikawa, The National Institute of Information and Communications Technology of Japan in Kyoto und der Tokyo Metropolitan University Graduate School of System Design) und der National University of Singapore, sowie in der National Taiwan University Taipei. In Australien gibt es Partnerschaften zu den Universitäten Monash University in Melbourne, The University of Newcastle, und Edith Cowan University in Perth.

Im Bereich des Ausländerstudiums, der Orientierung und Integration internationaler Studierender entfaltet die Universität Ulm ebenfalls zahlreiche Initiativen. Neben der Teilnahme an dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF geförderten Programms zur Förderung der Internationalisierung an den deutschen Hochschulen (PROFIS) wird die Universität Ulm auch im Rahmen vom DAAD ausgeschriebenen Programms zur Förderung der Integration ausländischer Studierender (PROFIN) unterstützt.

Gemeinsam mit der Universität Stuttgart ist die Universität Ulm die Patenhochschule der German University in Cairo. An dieser Privatuniversität wurde im Oktober 2003 der Studienbetrieb nach deutschem Vorbild aufgenommen. In dem durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst DAAD, das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft geförderten Projekt wurden die Curricula an den deutschen Partnerhochschulen entwickelt und an die Gegebenheiten in Ägypten adaptiert. Ebenfalls wird die für die deutsche Hochschule typische Verknüpfung von Lehre und Forschung etabliert, was auch durch die paritätische Besetzung der Lehrenden aus Deutschland und Ägypten gefördert wird. Die Universität Ulm koordiniert hier u.a. die Bewerbungsverfahren.

Die Universität Ulm bietet fünf englischsprachige Master Studiengänge an, die sich an deutschen und internationale Studierende richten: Advanced Materials, Communications Technology, Energy Science and Technology, Finance, Molecular Medicine. Diese, überwiegend von internationalen Studierenden besuchten Studiengänge, tragen maßgeblich zur Internationalität der Universität bei, sind jedoch auch eine große Herausforderung im Bereich der Integration der internationalen Studierenden.

Das Wissenschaftszentrum Schloss Reisensburg liegt abgeschieden auf einer idyllischen Anhöhe bei Günzburg. Als eine unselbständige Stiftung im Körperschaftsvermögen der Universität Ulm fördert es die wissenschaftliche Zusammenarbeit auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, die Zusammenarbeit universitärer und außeruniversitärer Einrichtungen, den Wissenstransfer in Aus-, Fort- und Weiterbildung, den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ist die offizielle Vertretung der Studierenden in den Bereichen Uni, Sport und Kultur. Er hat 14 Mitglieder. Amtsmitglieder sind die beiden gewählten studentischen Mitglieder des Senats der Universität Ulm, die durch 12 gewählten Mitgliedern, die über Listen für den AStA kandidiert haben, ergänzt werden. Der AStA-Vorstand besteht aus sechs Mitgliedern, AStA-Vorsitzender ist derzeit Marc Grathwohl. Vier politische Listen sind zur Zeit im AStA vertreten, von denen die Unabhängige Liste (9 Sitze) die Mehrheit stellt. Juso-HSG, unigruen und RCDS stellen jeweils einen Vertreter im AStA.

Die Fachschaften vertreten die Studierenden auf der Eben der Fächer. Sie führen unter anderen die Einführungen zu Semesterbeginn (Erstsemestereinführung, ESE) durch.

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Landkreis Ulm

Wappen des Landkreises Ulm und des heutigen Alb-Donau-Kreises

Der Landkreis Ulm war ein Landkreis in Baden-Württemberg, der im Zuge der Kreisreform am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.

Der Landkreis Ulm lag im Osten Baden-Württembergs an der Grenze zu Bayern. Seine Nachbarkreise waren im Uhrzeigersinn beginnend im Osten Günzburg, Neu-Ulm, Illertissen (alle in Bayern) sowie Biberach, Ehingen, Münsingen, Göppingen und Heidenheim.

Geografisch hatte er Anteil an der Schwäbischen Alb und dem nördlichen Alpenvorland. Durch das Kreisgebiet floss die Donau von West nach Ost. Der Kreissitz Ulm lag im Südosten des Kreises gehörte selbst jedoch nicht dazu.

Das Gebiet des Landkreises Ulm gehörte vor 1800 überwiegend zur Reichsstadt Ulm. Nach dessen Übergang an Württemberg wurde 1806 das Oberamt Ulm gebildet, das 1810 zur Landvogtei auf der Alb und ab 1818 zum Donaukreis gehörte. 1924 wurde der Donaukreis aufgelöst und 1934 wurde das Oberamt Ulm in Kreis Ulm umbenannt. 1938 wurde der Kreis Ulm mit dem Großteil des Kreises Blaubeuren und einigen Orten des Kreises Geislingen zum Landkreis Ulm vereinigt. Kreissitz wurde Ulm, das jedoch selbst kreisfreie Stadt wurde. 1945 kam der Landkreis Ulm zum neugebildeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im Bundesland Baden-Württemberg aufging. Von da an gehörte er zum Regierungsbezirk Nordwürttemberg, der den württembergischen Teil Württemberg-Badens umfasste.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Ulm mit dem Großteil des Landkreises Ehingen sowie einigen Gemeinden der Landkreise Biberach und Münsingen zum neuen Alb-Donau-Kreis vereinigt, der damit Rechtsnachfolger des Landkreises Ulm wurde. Die Gemeinden Waldhausen und Türkheim waren bereits 1971 bzw. 1972 in die Stadt Geislingen an der Steige eingegliedert worden und gehörten somit bereits zum Landkreis Göppingen. Weitere neun Gemeinden des ehemaligen Kreises Ulm wurden zwischen 1971 und 1975 in den Stadtkreis Ulm eingegliedert.

Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse.

Das Wappen des Landkreises Ulm zeigte in Silber einen doppelköpfigen schwarzen Adler, belegt mit einem gespaltenen Brustschild: darin vorne in Gold drei liegende schwarze Hirschstangen übereinander, hinten fünfmal von Rot und Silber schräggeteilt. Das Wappen wurde dem Landkreis Ulm am 24. Mai 1954 vom Innenministerium Baden-Württemberg verliehen. Auch der neue Alb-Donau-Kreis übernahm dieses Wappen. Ihm wurde es am 5. November 1975 neu verliehen.

Der Reichsadler steht für die ehemals freie Reichsstadt Ulm, die württembergischen Hirschstangen für die altwürttembergischen Gemeinden bzw. die nach 1803 an Württemberg gelangten Gemeinden und die rot-silbernen Streifen für das Wappen der Markgrafen von Burgau bzw. ihrer Verwandten, der Grafen von Berg, von welchen die Wappen der Städte Ehingen und Schelklingen abgeleitet sind bzw. das auch Bestandteil des alten Ehinger Kreiswappens war.

Durch das Kreisgebiet führte die Bundesautobahn A 8 sowie die Bundesstraßen B 10, B 28 und B 30, ferner mehrere Landes- und Kreisstraßen.

Zum Landkreis Ulm gehörten ab 1938 zunächst 3 Städte und 79 Gemeinden. Seit 1905 waren bereits zwei Gemeinden des Oberamts Ulm, nämlich Söflingen (1905) und Grimmelfingen (1926) nach Ulm eingemeindet worden.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im Landkreis Ulm machte am 1. Januar 1971 die Gemeinde Dorndorf, die in die Gemeinde Illerrieden eingegliedert wurde. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig, bis der Landkreis Ulm schließlich 1973 aufgelöst wurde.

Größte Gemeinde des Landkreises war die Stadt Langenau, kleinste Gemeinde war Radelstetten.

Die Gemeinden des Landkreises Ulm vor der Gemeindereform. Alle Gemeinden gehören heute zum Alb-Donau-Kreis bzw. zum Stadtkreis Ulm. Türkheim und Waldhausen wechselten bereits vor der Kreisreform in den Landkreis Göppingen, weil sie am 1. Januar 1971 (Türkheim) bzw. am 1. März 1972 (Waldhausen) in die Stadt Geislingen an der Steige eingemeindet wurden.

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Source : Wikipedia