Trebbin

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Geschrieben von c3po 02/05/2009 @ 04:07

Tags : trebbin, brandenburg, deutschland

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Trebbin

Wappen der Stadt Trebbin

Trebbin ist eine Stadt im Landkreis Teltow-Fläming ( Bundesland Brandenburg).

Trebbin liegt zwischen Teltow und dem Fläming am Rande einer Niederung östlich der Nuthe 36 km südlich von Berlin. Die Stadt liegt an der östlichen Grenze des Naturparks Nuthe-Nieplitz bzw. mit einigen Ortsteilen auch im Naturpark.

Trebbin besteht aus den folgenden Ortsteilen und dem bewohnten Gemeindeteil Löwendorf der im Naturpark liegt.

Der Stadtname Trebbin wird von dem westslawischen Wort trzebienie = Rodung abgeleitet.

Trebbin ist eine frühdeutsche Herrschaftsbildung, die entweder durch das Erzbistum Magdeburg oder aber durch ein bisher nicht genau zu bestimmendes Adelsgeschlecht vorgenommen wurde. 1213 wurde Trebbin erstmals urkundlich erwähnt. Die Geschichte Trebbins beginnt namentlich mit Arnoldus de Trebin, der 1213 die Burg Trebbin als Lehen besaß. Am 28. Dezember 1216 erschien Trebbin zusammen mit anderen Orten u. a. mit Luckenwalde in einer Urkunde des Bischofs zu Brandenburg. 1315 erhielt die Stadt ihre selbstständige Gerichtsbarkeit. Um 1375 stand Trebbin unter Verwaltung des Ritters Nickel von Beckenburg. Die Stadt hatte ein bedeutendes Zollamt. Um 1534 gab es eine Pestepidemie. Ihr fielen mehr als 300 Menschen zum Opfer. Trebbin wurde damals durch mehrere Brände in Schutt und Asche gelegt. Einen nächsten Stadtbrand gab es 1565, bei dem nur noch die Kirche und wenige Häuser übrig blieben. 1566 brach wiederum die Pest aus. Nach Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 lebten in der Stadt 25 Einwohner, von 149 Häusern existierten nur noch 24. Trebbin wurde 1722 Garnisonsstadt und blieb es bis 1918. 1797 fand die Grundsteinlegung des Rathauses statt, wo 1798 die erste Sitzung abgehalten wurde. Dieses Haus diente über 140 Jahre der Stadtverwaltung. Der Anschluss an die Eisenbahn erfolgte 1840. Um 1850 zählte Trebbin 1800 Bewohner. Der Bau des Empfangsgebäudes des Bahnhofs fand 1876 statt.

Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelte sich der Gartenbau in Trebbin, damit wuchs die Stadt. 1910 erfolgte die Einweihung einer neuen Schule. Zwei Jahre später wurde die Katholische Kirche errichtet. In den 1920er Jahren entstanden die ersten Häuser der Siedlung „Freie Scholle“, erbaut vom Architekten Bruno Taut. Eine weitere Siedlung, die Luchsiedlung, kam Anfang der 1930er Jahre hinzu. In den 1930er Jahren wurde Trebbin als ein Zentrum des deutschen Segelflugs bekannt. So entstand im heutigen Ortsteil Schönhagen eine Reichssegelflugschule. Auf deren Gelände war 1939 auch vorübergehend die Ingenieurschule für Luftfahrttechnik (IfL) untergebracht. Im Februar 1939 war Grundsteinlegung für das heutige Rathaus. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wuchs die Zahl der Einwohner bedingt durch den Zustrom von Flüchtlingen auf 6.000 an.

Im Zuge der Brandenburger Gemeindereformen der Jahre 2002 / 2003 kamen viele ehemals selbständige Dörfer als Ortsteile zu Trebbin. Dazu gehören: Blankensee, Christinendorf, Glau, Großbeuthen, Kleinbeuthen, Klein Schulzendorf, Kliestow, Löwendorf, Lüdersdorf, Märkisch Wilmersdorf, Schönhagen, Stangenhagen, Thyrow und Wiesenhagen.

Bürgermeister ist Thomas Berger (CDU).

Durch Trebbin verläuft die Bundesstraße 101, welche in nördlicher Richtung nach Berlin und in südlicher Richtung nach Luckenwalde und Jüterbog führt. Die B 101 wird in Trebbin von der Bundesstraße 246 gekreuzt, welche in westlicher Richtung nach Beelitz und Belzig und in östlicher Richtung nach Zossen verläuft. Durch die Stadt führt die Eisenbahnstrecke Berlin – Wittenberg – Leipzig, die so genannte Anhalter Bahn. Berlin ist mit dem Regionalexpress der Linie RE5 Wittenberg/Falkenberg – Jüterbog – Berlin – Neustrelitz – Rostock/Stralsund zu erreichen. In Trebbin-Schönhagen befindet sich der größte Verkehrslandeplatz Brandenburgs.

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Liste der Baudenkmäler in Trebbin

Dorfkirche Blankensee

In der Liste der Baudenkmäler in Trebbin sind alle Baudenkmäler der brandenburgischen Stadt Trebbin und ihrer Ortsteile aufgelistet. Grundlage ist die Veröffentlichung der Landesdenkmalliste mit dem Stand vom 31. Dezember 2005.

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Luckenwalde

Wappen der Stadt Luckenwalde

Luckenwalde ist die Kreisstadt des Landkreises Teltow-Fläming, Bundesland Brandenburg, Deutschland. Luckenwalde besaß große Bedeutung als Industriestadt, seit der Wiedervereinigung entwickelt sich der Tourismus zum wirtschaftlichen Schwerpunkt der Stadt und ihrer Umgebung.

Luckenwalde liegt etwa 50 Kilometer südlich von Berlin, was durch den Merkspruch Luckenwalde, Luckenkien, 50 Kilometer vor Berlin. ausgedrückt wird. Nördlich von Luckenwalde liegt Trebbin, südlich Jüterbog, östlich Baruth/Mark und westlich Treuenbrietzen. In der Nähe des Marktturms beträgt die Höhe über dem Meeresspiegel 49 Meter, bei den Weinbergen westlich des Zentrums sind es 77 Meter.

Die Stadt liegt in einer Bucht des Baruther Urstromtals, welches hier weit nach Süden ausgreift und mit einer unscharfen Grenze bei Kloster Zinna in den weiter südlich gelegenen Fläming übergeht. Dieser sanfte Übergang hat mit seiner Verkehrsgunst die Entstehung der Stadt sicher gefördert. Einige Kilometer südwestlich (Keilberg) und südöstlich (Golmberg) der Stadt ist die Grenze jedoch sehr scharf ausgebildet.

Durch das Stadtgebiet verläuft die Brandenburger Eisrandlage. Diese Linie markiert den weitesten Vorstoß des skandinavischen Inlandeises während der jüngsten Eiszeit (der Weichseleiszeit) nach Süden. Die Weinberge, obwohl im Kern schon während der älteren Saaleeiszeit angelegt, sind eine Endmoräne dieses Eisvorstoßes. Die Abdachung der Weinberge nach Westen bildet die dazugehörige Sanderfläche. Auf den Weinbergen hat man in Ton- und Sandgruben sowohl die älteren saalezeitlichen Ablagerungen (meist toniger Geschiebemergel) als auch die jüngeren, sandigen weichselzeitlichen Sedimente abgebaut.

Dennoch ist die Landschaft in und um Luckenwalde im Wesentlichen durch das Urstromtal geprägt, sandig bis moorig und recht eben. Der Schmelzwasserabfluss im Urstromtal hat bis auf die Weinberge alle anderen Zeugnisse des Eisvorstoßes wieder abgetragen bzw. verschüttet. Während die älteren Abflüsse im Urstromtal noch nach Westen gerichtet waren, erfolgte die jüngere Entwässerung schon nach Norden. Die Nuthe folgt heute dieser von den Schmelzwässern des Eises vorgegebenen Richtung. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Lauf der Nuthe in prähistorischer Zeit zunächst westlich der Stadt verlief und sie damals weiter in Richtung des Pfefferfließes floss. Entsprechende Altläufe der Nuthe sind südlich und südwestlich der Stadt bis heute erhalten. Erst später nahm sie ihren Lauf östlich der Weinberge durch das heutige Stadtgebiet ein, wobei der genaue Zeitpunkt des Umschwenkens noch nicht bestimmt wurde.

Das sonst recht ebene Urstromtal wird durch Binnendünen merklich belebt, die vor allem in der ausgehenden Eiszeit aufgeweht wurden. Am Südrand der Stadt beginnt mit den Rauhen Bergen solch ein Flugsandgebiet. Eine Besonderheit ist die aktive Binnendüne auf dem ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz Zinna, wenige Kilometer südlich der Stadt. Die vorher bewachsene Düne wurde durch das Militär (wahrscheinlich ein Waldbrand) wieder aktiviert und ist bis heute in Bewegung (ca. 1 m pro Jahr).

Wie der Beiname Luch im Walde schon andeutet, war Luckenwalde von großen Waldgebieten umgeben. Auch heute noch findet sich viel Wald in Luckenwaldes Umgebung. Die Laubwälder in Luckenwaldes Umgebung, auf Sanderflächen auch Kiefern, gehen direkt in eines der größten Forstgebiete in Brandenburg über.

Durch Luckenwalde fließt die Nuthe. Diese führte oft zu Hochwasser im Luckenwalder Stadtgebiet oder der Umgebung, die letzte große Überflutung in der Stadt war 1941. Daher wurden Wehre und Kanäle angelegt und der Flusslauf begradigt. Einige Kanäle sind der Königsgraben, der Röthegraben durch den Park und der Dämmchengraben. Im Mittelalter war die Nuthe mit Kähnen von Luckenwalde bis zur Mündung in die Havel schiffbar. Der Fluss war damals bis zu 40 Meter breit. Heute ist die Nuthe im Luckenwalder Stadtgebiet durch die meliorativen Maßnahmen auf einen zwei Meter breiten und einen halben bis 1 Meter tiefen Fluss kanalisiert.

Die Wälder und Wiesen sind Nahrungsquelle für Schwarzwild, Rehwild und Feldhasen. Das Wahrzeichen Brandenburgs, der Rote Milan ist hier auch beheimatet.

Luckenwalde liegt am Rand des Naturparks Nuthe-Nieplitz.

Die Stadt Luckenwalde hat nach den Eingemeindung der Gemeinden Frankenfelde und Kolzenburg am 5. Dezember 1993 drei Ortsteile: Luckenwalde, Frankenfelde und Kolzenburg.

Die Anwesenheit von Menschen in dieser Gegend ist durch archäologische Funde in der Umgebung seit der mittleren Steinzeit (Mesolithikum) belegbar. In der Römischen Kaiserzeit (etwa ab Christi Geburt) war die Gegend von Luckenwalde Siedlungsgebiet der germanischen Semnonen. Burgunden zogen während der Völkerwanderungszeit durch das Gebiet nach Westen.

Seit dem späten 7. und 8. Jahrhundert siedelten aus Ostmitteleuropa eingewanderte Slawen in Brandenburg und der Niederlausitz. Das vergleichsweise dünn besetzte Gebiet um Plane, Nieplitz und Nuthe tritt später als pagus Ploni (Gau) in den Quellen auf und gehörte wahrscheinlich zum Siedlungsgebiet der Heveller. Bis zum Beginn der hochmittelalterlichen Ostsiedlung im 12. und 13. Jahrhundert und noch weit darüber hinaus prägten Slawen die lokale Geschichte.

An der Stelle, an der heute Luckenwalde liegt, existierte der slawische Ort Lugkin. Aus Lugkin wurde später die deutsche Bezeichnung Luckenwalde. Dabei bedeutet Lug Bucht, Biegung oder Bogen. Dies bezieht sich auf die Lage in einer Bucht des Baruther Urstromtals und auf den Flusslauf der Nuthe. Eine andere Deutung führt die Silbe Lug auf den Begriff Luch, der für eine feuchte Niederung steht, zurück.

Wahrscheinlich im frühen 10. Jahrhundert wurde eine hölzerne Burg mit Wall, Palisadenzaun und drei wasserführenden Gräben errichtet. Der innere Durchmesser dürfte etwa 60 bis 80 Meter betragen haben. Um das Jahr 1007 geriet Lugkin unter die Vorherrschaft des expandierenden Piastenstaats. In der Mitte des 12. Jahrhunderts - während des Wendenkreuzzugs - gelangte Lugkin unter die Vorherrschaft der Wettiner. Die slawische Burg wurde geschleift und durch neue Anlagen in Stein ersetzt.

Die Burganlage wurde am 28. Dezember 1216 durch das Bistum Brandenburg als Lukenwalde erstmals urkundlich erwähnt. Sie bildete das Zentrum eines Burgwardbezirks. Der noch heute existente Marktturm war ein Teil jener Burganlage.

1285 kaufte das Zisterzienserkloster Zinna die Stadt und die Burg. Bis dahin waren diese im Besitz der magdeburgischen Ministerialen von Richow gewesen. Die Stadt wurde als Oppidum (befestigte Marktsiedlung) bezeichnet.

Luckenwalde lag am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Straßen. Der Salztransport aus Halle in Richtung Berlin lief über Luckenwalde.

Luckenwalde begann verstärkt und erfolgreich Bier zu brauen und zu verkaufen. Laut Theodor Fontane schien das Nuthefließ nur dazu da zu sein, um in die (Luckenwalder) Bottiche und Braupfannen zu fließen. Dies führte zu einer Beschwerde durch die Stadt Jüterbog, welche sich in ihren Stadtrechten beschnitten sah. Der Streit um das Bier hatte eine lange Fehde mit Jüterbog zur Folge, der laut Fontane am liebsten handfest auf allen Kirchweihen ausgetragen wurde und Jüterboger Spottverse hervorbrachte wie: Lieber die Rute, als Luckenwalde an der Nuthe.

Der Erzbischof Gunther von Magdeburg bestätigte jedoch am 9. Januar 1430 das Brau- und das Handelsrecht. Damit erhielt Luckenwalde erste Stadtrechte. 1471 wird erstmals ein Bürgermeister erwähnt. 1540 erhält Luckenwalde sein erstes Stadtwappen. Luckenwalde erhält das Privileg eines zweiten Marktes 1562.

Seit 1680 gehörte die Stadt zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg und bildete als eine Exklave einen eigenen Kreis. 1684 gründete der Zeugmacher Christian Mauhl aus Schandau in Sachsen ein Unternehmen zur Versorgung der preußischen Regimenter. Weitere Tuch- und Zeugmacher folgen. 1745 wird Luckenwalde zur Amtsstadt. 1772/73 kam es zu einem innerpreußischen Gebietstausch, wudurch Luckenwalde aus dem Herzogtum Magdeburg ausschied und dafür der Ziesarsche Kreis zu Magdeburg kam.

Nach dem großen Stadtbrand in Gera zogen 1780 und 1781 24 Tuchmacherfamilien nach Luckenwalde. Es entstand eine 'Große Fabrik', aus der später der Betrieb Volltuch hervorging. 1808 erhält Luckenwalde durch die Städtereform des Freiherrn vom Stein endlich komplette Stadtrechte. 1875 stellten sich einige Tuchfabrikanten auf die Hutproduktion um und wurden zur Konkurrenz für die Hutstadt Guben.

Nachdem sie 1841 an die Bahnlinie Berlin-Halle, die Anhalter Bahn, angeschlossen wird, wächst die Stadt weiter. Mitte des 19. Jahrhunderts ist Luckenwalde ein Industriezentrum, man zählt 1858 15 öffentliche Gebäude, 736 Wohnhäuser und 1169 Wirtschaftsgebäude.

1867 patentiert Hermann Henschel den Pappteller. Luckenwalde entwickelt sich zur Stadt der Schornsteine. Wichtige Fabriken sind ein Pianowerk sowie das Feuerlöschgerätewerk von Otto Hermann Koebe. In der Weimarer Republik sind daher auch Sozialdemokraten und Kommunisten stark vertreten. 1930 wird ein Gemeinschaftsgebäude einer Schule und des Stadttheaters im Bauhaus-Stil fertiggestellt.

1901 zählt der Chronist 19 Tuch- und Buckskinfabriken, 12 Hutfabriken, 21.000 Einwohner und 1.400 Wohnhäuser in Luckenwalde.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt weitgehend verschont. Es kam nur zu wenigen Schusswechseln, als die Rote Armee am Morgen des 22. April 1945 Luckenwalde einnahm. In der Umgebung aber wurde in Wald- und Luchgebieten zwischen dem 25. April und dem 1. Mai 1945 heftig gekämpft. Von 1939 an bis zum Ende des Krieges 1945 existierte das Kriegsgefangenlager Stammlager III A. Hier waren Kriegsgefangene aus 10 Ländern inhaftiert. Mehr als 5.000 Gefangene - besonders aus der Sowjetunion - starben insbesondere an Hunger und Krankheiten. Der Lagerfriedhof und eine Ausstellung im Heimatmuseum erinnern an diese Zeit.

Am 24. August 1945 wurde Luckenwalde Kreisstadt des Kreises Luckenwalde-Jüterbog und löste in dieser Funktion Jüterbog ab. Mit der Verwaltungsreform 1952 wurden Luckenwalde und Jüterbog eigenständige Kreise im nunmehrigen Bezirk Potsdam.

Auch in der DDR behielt Luckenwalde seine Stellung als wichtiger Industriestandort. Wichtige Betriebe waren VEB Volltuch, VEB Wälzlagerwerk Willy Sägebrecht, VEB Kontaktbauelemente, VEB Baustoffwerk, VEB Feuerlöschgerätewerk (FGL), VEB Hutmoden, VEB Luwal (Schuhfabrik), VEB Deutsche Piano-Union Leipzig - BT Luckenwalde, VEB Pappen und Papier, GPG Blütenfreude, VEB Plastverarbeitung, VEB Beschläge, VEB Märkische Möbelwerke Trebbin - Betriebsteil Luckenwalde, VEB Blankschrauben, Innenraumgestaltung, VEB Getränkeproduktion (Lucks-Bräu) und der Spirituosenhersteller Falckenthal - VEB Edelbrände und Spirituosen.

Dies führte zu verstärktem Wohnungsneubau. Bei Bauarbeiten am Neubaugebiet Burg wurden historische Gegenstände aus der Zeit des slawischen Burgwalls entdeckt und ausgegraben. In den 1980er Jahren wurde die innerstädtische Breite Straße zur Fußgängerzone (Boulevard) umgestaltet.

In der Schmenkel-Schule wurde eine Russisch-Förderklasse eingerichtet, die bereits in der 3. Klasse mit dem Russischunterricht begann. Der Sport wurde mit einer Kinder- und Jugendsportschule (KJS) gefördert. Der Ringer Hans-Dieter Brüchert des Dynamo Luckenwalde holt sich bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal die Silbermedaille. Der 1949 in Luckenwalde geborene Hartmut Briesenick errang 1970 und 1974 den Europameistertitel im Kugelstoßen.

Schon zu DDR-Zeiten begann die Einwohnerzahl in Luckenwalde langsam abzunehmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es fast 30.000 Einwohner, diese Zahl sank auf etwa 27.000 ab.

1993 wurden die Kreise Luckenwalde, Zossen und Jüterbog zum Landkreis Teltow-Fläming zusammengeschlossen. Luckenwalde wurde die Kreisstadt des neugebildeten Kreises.

1995 wurde der Beschluss zum Bau eines neuen Kreishauses in Luckenwalde gefasst. Im Jahr 2000 wurde der 24.800 m² große Gebäudekomplex offiziell eingeweiht.

Der Abwanderungstrend aus DDR-Zeiten setzte sich nach der Wende verstärkt fort. Die Einwohnerzahl sank von 26.544 im Jahr 1990 über 22.111 im Jahre 2001 auf 20.324 (zur Vergleichbarkeit hier ohne Eingemeindungen) im Jahre 2007. Durch die Abwanderung hauptsächlich der Jugend und eingebrochener Geburtenzahlen stieg der Altersdurchschnitt rapide. Außerdem kam es wie in anderen ostdeutschen Städten zu einem verstärkten Wohnungsleerstand.

Die Bedeutung als Industriestadt ging verloren. Viele Betriebe wurden geschlossen und die Arbeitslosigkeit stieg auf 23,7 % (im Januar 2005). Daher wurden Aktivitäten unternommen neue Schlüsseltechnologien anzuziehen (zum Beispiel Biotechnologiepark) und den Dienstleistungssektor zu stärken.

Zwischen 1933 und 1990 schwankte die Bevölkerungszahl der Stadt zwischen 25.000 und 31.000. Im Jahre 1946 hatte Luckenwalde mit etwa 31.000 die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht. Seit der Wende in der DDR verlor die Stadt durch Abwanderung und Geburtenrückgang, bedingt durch die hohe Arbeitslosigkeit, 6.000 Einwohner.

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei der Zahl aus dem Jahr 1830 handelt es sich um eine Schätzung, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) und amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Das Luckenwalder Wappen setzt sich aus einem Wappen im Wappen zusammen, auf dem ein Pelikannest ist. Diese seltsame Form kommt zustande, weil die Luckenwalder ihr Wahrzeichen, den Pelikan, oben auf dem Wappen haben wollten, das preußische Beamtentum diese abweichende Wappenform aber nicht akzeptieren wollte.

Die zwei Stäbe im inneren Wappenschild deuten auf die kirchlichen Oberherren von Luckenwalde hin: den Abt in Kloster Zinna und den Erzbischof in Magdeburg. Die zwei Sterne deuten an, dass Luckenwalde auch der Gerichtsbarkeit dieser beiden Städte untersteht. Außerdem sind sie Symbole für Glück und Ruhm. Die goldene Kiefer deutet auf das Braurecht hin.

Über diesem inneren Wappenschild ist ein Pelikannest mit vier Jungvögeln und der Pelikanmutter. Die Legende besagt, dass die Mutter in einer Hungersnot sich die Brust aufgerissen hat, um mit ihrem Blut die Jungen zu füttern. Dieses Symbol soll an die Sorge der Stadtväter um die Bürger erinnern.

Luckenwalde durfte erst 1540 ein eigenes Wappen haben, über 100 Jahre nach der Verleihung erster Stadtrechte. Das Bild links zeigt das Wappen aus dem Jahr 1637. Wie in anderen alten Versionen des Wappens sieht man hier einen Pelikan, der sein Revier verteidigt. Auch ist der Baum als Symbol des Braurechts ein Laubbaum, und nicht wie später eine Kiefer.

Als Industriestadt war Luckenwalde klassischerweise eine 'rote' Stadt, deren Bürger zu Zeiten der Weimarer Republik bevorzugt Sozialdemokraten wählten. Nach der Wende wurde die SPD erneut stärkste Partei und kam bei Landtags- und Bundestagswahlen teilweise über 50%. Bei Kommunalwahlen wurde sie zumeist stärkste Fraktion, erreichte jedoch angesichts einer starken PDS bei weitem nicht wieder die absolute Mehrheit.

Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) wurde 2001 nach gewonnener Stichwahl gegen einen PDS-Kandidaten am 5. Januar 2002 offiziell von der Stadtverordnetenversammlung auf 8 Jahre als Bürgermeisterin berufen.

Die derzeitige Stadtverordnetenversammlung umfasst 28 gewählte Mandate und zusätzlich die Bürgermeisterin als stimmberechtigte Mitglieder. Nach den Kommunalwahlen am 26. Oktober 2003 erhielt die PDS (jetzt: Die Linke.PDS) 10 Sitze, die SPD 9, die CDU 6 und die FDP, das BürgerBündnis freier Wähler e.V. sowie das Luckenwalder Komitee für Gerechtigkeit jeweils einen Sitz.

Bei der Bundestagswahl am 18. September 2005 ergab sich als Luckenwalder Teilergebnis (ohne Briefwähler): 39,7 % für die SPD, 17,4 % für die CDU, 29,1 % für die Die Linke und 6,0 % für die FDP.

Das Stadtzentrum wird durch den Marktplatz und die sich anschließende Breite Straße (umgangssprachlich Boulevard) geprägt.

Die Breite Straße ist als Hauptgeschäftsstraße der Stadt komplett als Fußgängerzone ausgewiesen. Hier finden der alljährliche Luckenwalder Weihnachtsmarkt, dessen Markenzeichen die Märchenfiguren des Grafikers Gerd Gebert und eine große Tanne neben dem Kariedelbrunnen sind, das Turmfest und die Luckenwalder Automeile statt.

In der Mitte der Breiten Straße steht der rekonstruierte Kariedelbrunnen. Der originale Kariedelbrunnen steht im Nuthepark, ist jedoch nicht in Betrieb. Er wurde 2004 durch eine künstlerische Arbeit aufgewertet. Die originalen Kariedelfiguren gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Die Figuren stellen zwei Kinder dar, die kariedeln gehen, d. h. Nahrungsmittel sammeln und diese auf Stöcke aufstecken.

Am angrenzenden Marktplatz befinden sich das historische Gebäude des Rathauses und daneben das Heimatmuseum. Gegenüber dem Rathaus steht die Sankt-Johannis-Kirche und nur wenige Meter daneben der Marktturm, das Markenzeichen Luckenwaldes. Mehrmals in der Woche ist Markttag und der Platz ist von den Ständen der Händler belegt.

In früheren Zeiten stand der Marktturm direkt bei der Kirche, er war noch ein Kirchturm. Die Jüterboger jedoch waren neidisch, und wollten den Kirchturm stehlen. Deshalb luden sie ihn bei Nacht auf einen großen Wagen. Sie kamen jedoch nicht weit, nach wenigen Metern zerbrach der Wagen, und der Turm landete wieder auf dem Boden. An dieser Stelle steht er bis heute.

Die ältesten Teile des Turmes stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Dabei gehörte der Burgwart Luckenwalde (castrum, nordöstlich der Johanniskirche im Niederungsgebiet, archäologische Ausgrabung 1987) zu den bedeutenderen Burgwarteinheiten des Nieplitz-Nuthe-Gebietes.

Seit 1484 dient der Turm der Pfarrkirche St. Johannis als Glockenturm. Er ist 38 m hoch. Von seiner Aussichtsplattform kann man bei klarem Wetter den 50,5 km entfernten Berliner Fernsehturm sehen.

Die Hauptkirche der Stadt wurde im spätgotischen Stil im 15. Jahrhundert errichtet.

Der Stadtpark ist eine Parkanlage am Rand von Luckenwalde. Wege, kleine Wäldchen, Buschanlagen, Wiesen sowie ein Parkcafé bilden die Grundlage für den Park als Ausflugsziel. Ein Teil des Stadtparks nimmt der städtische Tierpark ein. Einmal im Jahr wird ein Parkfest veranstaltet. Direkt neben dem Stadtpark liegt die als Veranstaltungsort genutzte Festwiese.

Die Kunsthalle (eröffnet im Herbst 1997) bietet neben Werken namhafter zeitgenössischer Künstler aus dem In- und Ausland, auch Arbeiten junger Künstler aus Ostdeutschland.

Das ehemalige Maschinenhaus wird, unter Vorsitz des Berliner Künstlers Reinhard Stangl, vom „Verein der Freunde und Förderer der Kunsthalle Vierseithof in Luckenwalde“ geführt. Neben den Ausstellungen bietet die Kunsthalle auch andere kulturelle Veranstaltungen wie Musik, Theater oder Lesungen.

Das Elsthal ist eine Niederung in Luckenwaldes direkter Nachbarschaft, durchflossen von der Nuthe. Deshalb war das Elsthal auch besonders von den Überflutungen betroffen, bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde gern auf den überfluteten und dann gefrorenen Elsthalwiesen Schlittschuh gelaufen.

Bis heute ist das Elsthal ein schöner, naturnaher Ausflugsort. Ausflugsziel ist die Jagdgaststätte Elsthal und das benachbarte Freibad. Das Elsthal wird auch für eine Gartensiedlung genutzt.

Der Stadtpark befindet sich in Nachbarschaft zum Elsthal, auf der anderen Seite beginnt Deutschlands größte Skatebahn. Dort befindet sich auch ein Hochseilgarten.

Von 1928 bis 1930 wurde das Stadttheater mit angrenzender Schule im Bauhausstil errichtet. Bis heute ist es ein Zentrum des kulturellen Lebens in Luckenwalde, hier finden Konzerte, Theateraufführungen und offizielle Empfänge statt.

Weitere Touristenattraktionen sind das Freizeitbad „Fläming-Therme“ und das Heimatmuseum, welches eine ständige Ausstellung zur industriellen Entwicklung hat. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das im Sommer 2003 restaurierte ehemalige Schulgebäude Am Markt 12a, das heute die Kultur- und Begegnungsstätte beherbergt. Das Gebäude wurde Mitte der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf dem nicht mehr genutzten Friedhofsbereich der St. Johanniskirche errichtet. Im Zuge der Restaurierungsarbeiten wurden zahlreiche Gräber um das Gebäude geborgen.

Am Stadtrand in Richtung Kloster Zinna steht ein Industriebaudenkmal ersten Ranges: die Hutfabrik Steinberg, Herrmann & Co., 1921-1923 erbaut von Erich Mendelsohn, einem der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Ein Förderkreis ermöglichte den Erhalt und Sanierung, die auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert wurde. Die Berliner Akademie der Künste und die neuen Inhaber, die Berliner Unternehmerfamilie Ayad, haben eine Dauerausstellung zu Ehren Mendelsohns eingerichtet.

Im Bereich von Luckenwalde verläuft die Skatebahn "Flaeming-Skate". Luckenwalde bietet für die Skater und Radfahrer zwei Einstiegspunkte in die Skatebahn - einen am Kreishaus, einen im Elsthal - und bezeichnet sich daher auch als Tor zur Fläming-Skate. Sie ist mit mittlerweile mehr als 185 km Länge die längste Inline-Skater-Strecke Deutschlands.

In unmittelbarer Nähe zur Skatebahn existiert eine BMX-Anlage. Sie besteht aus drei Starthügeln, besitzt Sprunghügel und Steilkurven.

In Luckenwalde existieren knapp 30 Sportvereine. Der wohl größte darunter ist der 1. Luckenwalder Sportclub (1.LSC) mit seinen Abteilungen Ringen und Schwimmen. Im März 2006 (Saison 2005/2006) wurde der 1. LSC Deutscher Mannschafts-Meister in der 1. Bundesliga im Ringen.

Der Fußballverein FSV Luckenwalde spielt in der Brandenburgliga. Außerdem wurde er - im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 - als Sieger der Kampagne Klub 2006 ausgelost, gegen die Deutsche Fußballnationalmannschaft zu spielen. Das Spiel fand am 16. Mai 2006 im Mannheimer Carl-Benz-Stadion statt. Deutschland gewann 7:0.

Theodor Fontane besuchte die Stadt und widmete ihr in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg das eigene Kapitel Luch im Wald. Es gibt eine Gedenktafel auf dem Marktplatz, die an Fontane erinnert. Außerdem veranstaltet der Heimatverein Fontane-Lesungen.

Der Architekt Erich Mendelsohn realisierte in Luckenwalde einige Arbeiten. Besonders bekannt ist sein Bau der Hutfabrik Steinberg, Herrmann & Co.

Der Mathematiker und einflussreiche Fachdidaktiker Hans Freudenthal wurde 1905 in eine jüdische Familie geboren; er wirkte ab 1930 in den Niederlanden.

Der Kunstmaler Ewald Deul lebte in Luckenwalde. Nach Studium in München und internationaler Arbeit (Ausstellung u.a. in Japan) hat er in Luckenwalde gearbeitet. Ein großer Teil seiner Arbeiten wurde dem Museum in Luckenwalde geschenkt.

Der spätere Studentenführer Rudi Dutschke wurde 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde (heute Gemeinde Nuthe-Urstromtal) geboren und wuchs hier auf. Daran erinnert eine Gedenktafel vor dem von ihm besuchten Gymnasium.

Der Politiker Hinrich Enderlein wurde am 9. Mai 1941 in Luckenwalde geboren. Er ist ein deutscher Historiker und Politiker der FDP und war von 1990 bis 1994 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg.

Der Politiker Ludwig-Holger Pfahls wurde 1942 in Luckenwalde geboren. Er erlangte Bekanntheit, als er als Mitglied der Kohl-Regierung in einen Spendenskandal verwickelt war.

Der Kugelstoßer und Olympiateilnehmer Heinz-Joachim Rothenburg wurde 1944 in Luckenwalde geboren.

Die Leichtathletin Marianne Adam wurde 1951 in Luckenwalde geboren.

Der als potenzieller Nachfolger Erich Honeckers gehandelte Werner Lamberz erhielt in Luckenwalde seine Berufsausbildung. Um die Aufstellung einer Gedenkstele zu seinem Andenken im Rahmen eines Kunstprojekts entzündete sich im Jahr 2007 ein lokalpolitischer Streit.

Der Kabarettist Rolf Danzmann, seit 1998 zum Ensemble Die Kneifzange gehörig, hat seine Wurzeln in Luckenwalde.

Die ehemalige deutsche Volleyball- und Beachvolleyballspielerin Susanne Lahme ist 1968 in Luckenwalde geboren. Sie wurde 1992 und 1993 zur Volleyballerin des Jahres gewählt.

Die Komikerin Cindy aus Marzahn wurde 1971 in Luckenwalde geboren.

Zur DDR-Zeit wurde die französische Stadt Dieppe Partnerstadt von Luckenwalde. Die Beziehungen wurden jedoch nach der Wende nicht weiter gepflegt. Der Verein zur Förderung Internationaler Städtekontakte bemüht sich derzeit um die Verbesserung der Beziehungen.

Nach der Wende wurde am 2. März 1990 Bad Salzuflen in Nordrhein-Westfalen zunächst provisorisch zur Partnerstadt gewählt, nach Wahlen am 7. September 1990 wurde dieser Beschluss bestätigt.

Der Bahnhof Luckenwalde liegt an der Bahnstrecke Berlin–Halle. Hier halten die Züge der Regionalexpress-Linie Rostock Hbf–Berlin Hbf–Lutherstadt Wittenberg/Falkenberg/Elster.

Die alte Bundesstraße 101 führt durch Luckenwalde, die mehrspurig ausgebaute Bundesstraße 101 umgeht das Stadtgebiet (noch im Bau befindliche Ortsumgehungsstraße).

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Naturpark Nuthe-Nieplitz

Nieplitz bei Zauchwitz

Der südwestlich von Berlin gelegene Naturpark Nuthe-Nieplitz wurde im August 1999 eröffnet. Mit einer Ausdehnung von 623 km² nimmt der Park bei den insgesamt elf Naturparks in Brandenburg in der Fläche einen Mittelplatz ein. Das Landschaftsbild ist geprägt durch die feuchte Niederung der Flüsse Nuthe und Nieplitz, durch Wald und Ackerland mit kleinen märkischen Dörfern.

Der Park liegt zwischen Fläming, Teltow (Landschaft) und Zauche im Baruther- und Nuthe-Urstromtal südwestlich von Berlin und südlich von Potsdam. Er liegt etwa zur Hälfte im Landkreis Potsdam-Mittelmark und im Landkreis Teltow-Fläming. Größere Orte im Park sind Saarmund, Beelitz und Treuenbrietzen. Praktisch auf der Grenze des Parks liegen Jüterbog, Kloster Zinna, Luckenwalde und Trebbin, dabei macht der Grenzverlauf um diese Städte jeweils einen Bogen und spart sie aus. Der Park wird im Norden durch die Bahnlinie zwischen Saarmund und Ahrensdorf begrenzt, am östlichen Rand liegen Siethen, Thyrow und Löwendorf. Die östliche Grenze verläuft weiter entlang der Bundesstraße 101 bis kurz vor Jüterbog, die südwestliche Grenze liegt ungefähr auf einer Linie Jüterbog – Treuenbrietzen, die westliche Grenze bilden die Orte Nichel, Deutsch Bork, Alt Bork, Schäpe, Beelitz, Beelitz-Heilstätten, Seddin und Wildenbruch.

Ein erheblicher Teil der Parkfläche entfällt auf die Großgemeinde Nuthe-Urstromtal. Vierzehn der dreiundzwanzig Dörfer und rund zwei Fünftel der mit 335 km² sehr ausgedehnten Fläche dieser Gemeinde liegen im Naturpark. Mit 13.265 ha nehmen Naturschutzgebiete 21 % und mit 41.700 ha ein Landschaftsschutzgebiet weitere 65 % der Gesamtfläche des Parks (62.323 ha) ein. Davon entfallen 25 % auf Ackerland, 28 % auf Grünflächen, 41 % auf Wald und 2 % auf Wasserflächen. Die gesamte Einwohnerzahl lag mit Stand 2003 bei rund 30.000, was einer Bevölkerungsdichte von 28 EW/km² entspricht. Der Durchschnitt in Deutschland liegt vergleichsweise mit 231 EW/km² um das Achtfache höher und Berlin kommt auf 3.800 EW/km².

Das zentrale Gebiet des Naturparks, die Nuthe-Nieplitz-Niederung, wurde vor ca. 20.000 Jahren am Ende der Weichsel-Eiszeit als Zwischenurstromtal der abtauenden Gletscher geformt. Die Wassermassen und die wandernden Gletscher hinterließen zwischen der Endmoräne Fläming beziehungsweise dem vorgelagerten Baruther Urstromtal und dem Berliner Urstromtal die Hochplateaus Zauche am westlichen und Teltow am östlichen Rand der Niederung als flachwellige Ablagerungen aus Geröll, Mergel und Sand, die von der Niederung geteilt werden. Reste von Endmoränen bilden in dem Schmelzwassertal kleinere Erhebungen wie den höchsten Berg im Park, den 103 Meter hohen Vorderen Löwendorfer Berg oder die in der flachen Landschaft markanten Glauer Berge mit einer Höhe von rund 90 Metern, die sich als kleiner "Gebirgszug" über vier Kilometer Länge zwischen dem Blankensee und der Nuthe bei Kleinbeuthen erstrecken. Tiefer, typisch märkischer Sand bildet die Oberfläche der kiefernbestandenen Berge.

Namensgeber des Jungmoränenlandes sind die Flüsse Nuthe und Nieplitz, die sein charakteristisches Landschaftsbild mit feuchten Wiesen, sumpfigen Niederungen, flachen Seen und Bewässerungskanälen prägen; mehrere kleinere Elsbrüche wie das Siethener und das Saarmunder Elsbruch bieten der Schwarzerle ihren bevorzugten feuchten Lebensraum. Felder, Streuobstwiesen, kleinere Berge und Hügel, Schafherden, Wassermühlen, Dörfer und naturbelassene Eschen-Alleen bilden gemeinsam mit einem kleinräumigen Wechsel der Biotope eine abwechslungsreiche und stille Kulturlandschaft.

Das NSG Nuthe-Nieplitz-Niederung als Kerngebiet des Naturparks liegt am Oberlauf von Nuthe und Nieplitz, die am Gröbener Kietz zusammenfließen und eine offene, von feuchten Wiesen und Flachmooren durchsetzte Landschaft bilden. Landwirtschaftlich genutzte Felder, Wälder und die unten genannten naturbelassenen Stillgewässer mit ihren ausgedehnten Schilfgürteln ergänzen die landschaftstypischen kleinräumigen Biotope, die für eine große Artenvielfalt sorgen. Der Löwendorfer Berg und die Glauer Berge liegen in diesem Teil des Parks und lockern die flache Landschaft auf. Das NSG reicht von Dobbrikow im Süden bis ungefähr zum Berliner Autobahnring, der A 10 im Norden. Im Osten wird das Gebiet durch das Pfefferfließ und die von der Nieplitz durchflossene Seenkette begrenzt. Die westliche Grenze liegt ungefähr auf der Linie Rieben – Kähnsdorf.

Das im Oberlauf stark mäandrierende Pfefferfließ ist ein rechter Zufluss der Nieplitz und bildet das rund 250 ha große NSG Oberes Pfefferfließ, das seit April 2003 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Die Maßnahmen der entsprechenden Verordnung vom 14. April 2003 zum Schutz des Naturschutzgebietes, das naturräumlich zur «Luckenwalder Heide» gehört und eine wichtige Rolle im regionalen Biotopverbund spielt, führten zu einer bereits sichtbaren naturnahen Fließgewässermorphologie mit extensiv genutzten Pufferzonen. Bei hohem Grundwasserstand fließt der Bach auf alluvialem Boden (Flachmoortorf auf Sand bei nahem Grundwasser) durch weite Schilfbestände und Seggenriede. Reste eines heute in Brandenburg sehr seltenen Stieleichen-Hainbuchenwaldes und Trockenrasenflächen ergänzen das derzeitige Naturbild. Die Verordnung ist ausführlich im Beitrag Pfefferfließ wiedergegeben.

Von ganz anderem Charakter als die Nuthe-Nieplitz-Niederung und das Pfefferfließ ist das NSG Zarth: ein fast urwaldähnliches, feuchtes und dichtes Waldgebiet, das mit seinem weitgehend unzugänglichen Bruchwald an den Spreewald erinnert. Das sumpfige Gebiet, dessen Name von slawisch "tschert" od. "tschort" = Teufel kommt und Teufelswald bedeuten könnte, liegt östlich von Treuenbrietzen unmittelbar unter den Quellgebieten des nördlichen Fläminghanges im Baruther Urstromtal. Mehrere Fließe entspringen im NSG und bilden Tümpel und kleinere Seen.

An den feuchtesten Stellen finden sich die biotop-typischen Schwarzerlen und Eschen und in etwas höheren Lagen ein Stieleichen-Hainbuchenwald. An die 340 Pflanzenarten wurden gezählt, darunter alleine fünf verschiedene Orchideenarten. Die Europäische Sumpfschildkröte findet die nötigen klaren Bäche vor und der sehr seltene Schwarzstorch die bevorzugten Verstecke im dichten Wald. Das besonders geschützte NSG Zarth kann und darf nur auf einem Weg durchquert werden, der Treuenbrietzen mit dem südöstlich gelegenen Dorf Bardenitz verbindet.

Das NSG Zarth soll der Natura 2000 unterstellt werden, die ein länderübergreifendes Schutzgebietssystem innerhalb der Europäischen Union bezeichnet, das aus den Special Areas of Conservation (SAC) der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) von 1992 und den Special Protected Areas (SPA) der Vogelschutz-Richtlinie von 1979 gebildet wird.

Die südöstliche Ecke des Naturparks, das NSG Forst Zinna Jüterbog-Keilberg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, ist ein in drei Zonen eingeteiltes Sperrgebiet mit ca. 7.200 Hektar. Seit Jahren naturbelassen hat sich hier ein seltenes Biotop entwickelt; über 600 verschiedene Arten Farn- und Blütenpflanzen konnten 2004 nachgewiesen werden. Daneben gibt es eine neun Hektar große Wanderdüne, eine der letzten aktiven Flugsanddünen im deutschen Binnenland. Ein Netz von Wander-, Rad- und Reitwegen an den Rändern soll das NSG in Zukunft erlebbar machen.

Das nur 42 ha große NSG Rauhes Luch ist ein für die Niederungsgebiete dieser Region seltenes Zwischenmoor, das durch die Verlandung eines Talkessels entstand. Die Löcher ehemaliger Torfstiche füllten sich mit Wasser und sind mit den Resten des Moores Lebensraum für Spezialisten wie den typischen Zwischenmoorpflanzen Fieberklee und Sumpfblutauge. Das NSG liegt zwischen Trebbin und Luckenwalde westlich der Nuthe und des Dorfs Liebätz und südlich von Märtensmühle.

Das mit geschätzten 50 ha ebenfalls sehr kleine NSG liegt mit dem Weinberg südwestlich vom Dobbrikower Vordersee und zieht sich am Westufer des Bauernsee entlang durch die Nasse Heide Richtung Nettgendorf und verläuft dann östlich in die Dobbrikower Wiesen, die als Vogelbrutgebiet besonders geschützt sind. Während der 72 Meter hohe Berg als typisch märkische Ablagerung der wandernden Eiszeitgletscher auf seiner kargen Sandfläche und trockenem Boden wärmeliebende Pflanzen beheimatet, bieten ein kleiner Elsbruch der Schwarzerle und die Wiesen den unten beschriebenen feuchtigkeitsliebenden Spezialisten ihren bevorzugten Lebensraum.

Neben den sechs Naturschutzgebieten liegt ein LSG, das Landschaftsschutzgebiet Nuthetal-Beelitzer Sander im Naturpark, das sich mit seiner Fläche von 41.682 ha (65 % der Parkgesamtfläche) zum Teil mit dem NSG Nuthe-Nieplitz Niederung überschneidet. Neben dessen Feuchtgebieten prägen vor allem die Kiefernwälder des kargen und trockenen Beelitzer Sander das Gesicht des LSG. Der so genannte Beelitzer Sander der westlichen Hochfläche Zauche hat die Form des Kegelsander und erreicht eine Breite von rund 17 Kilometern. Nach Norden bildet die langgestreckte Sanderwelle die topographische Schwelle zum tiefergelegenen Havelland.

Die namensgebenden Flüsse entspringen in den Quellgebieten des nördlichen Fläming. Die Jahrhunderte währenden Versuche, die Sümpfe der Niederung trocken zu legen, erfolgten über die Einrichtung von ausgedehnten Kanalsystemen und über die Regulierung der Flüsse, die damit Geschichte schrieben. Die Anstrengungen, das Land in den von Friedrich des Großen verlangten nutzbaren Stand zu versetzen, sind ausführlicher im Beitrag Gröben beschrieben. Auf die Ökosysteme der Flüsse und Fließe gehen die Beiträge Stangenhagen und Pfefferfließ ein.

Naturbelassene Stillgewässer mit ausgedehnten Schilfgürteln: Riebener See, Blankensee, Grössinsee, Schiaßer See, Gröbener See. Diese Seen werden bis auf den Gröbener See von der Nieplitz durchflossen und verbunden. Seen mit Bademöglichkeit: Großer Seddiner See, Siethener See, Dobbrikower Vordersee.

Daneben bilden sich seit den 1990er Jahren neue kleinere Flachwasserseen, wie zum Beispiel der Schwanensee bei Stangenhagen, nahe dem Vogelbeobachtungsturm am Pfefferfließ gelegen. Die Neuseebildung beruht auf dem Abschalten der Schöpfwerke, die über Jahrzehnte die Moore und Feuchtgebiete zugunsten der Landwirtschaft trocken legten. Nach dem Abschalten überflutete das Wasser sehr schnell Wiesen und Weiden.

Seltenere und größere Vögel: - Kiebitz, Ortolan, Rotmilan, Schwarzmilan, Rohrweihe, Fischadler, Seeadler, Mäusebussard, Habicht, Sperber, Baumfalke, Turmfalke, - Kranich (dessen Abbild das Logo des Parks ziert), Reiher, Schwan, Weißstorch (jedes Dorf hat seinen Storch) und vereinzelt der in Brandenburg seltene Schwarzstorch. - Im Herbst und Frühjahr Rastgebiet von ca. 45.000 durchziehenden Wildgänsen, insbesondere Saatgänsen und, seltener, Blessgänsen. - Wasser und Watvögel wie Höckerschwan, Blesshuhn, Stockente und Kormoran.

Wild: Damhirsch, Rotwild und Europäischer Mufflon.

Seltenere Blumen: Der Naturpark ist reich an feuchtigkeitsliebenden Pflanzenarten wie Färberscharte, Schlangen-Knöterich, Sumpf-Schwertlilie und Wasser-Sumpfkresse. Neben Nelken, Heidekraut und vielen weiteren Blumen sind vereinzelt Orchideen, Schwanenblumen, Wald-Goldstern und Pestwurz anzutreffen.

Folgende Dörfer haben für die Ökologie, Geschichte oder Kultur des Naturparks besondere Bedeutung und werden hier kurz mit ihren interessantesten Aspekten vorgestellt; ausführliche Darstellungen enthalten die jeweiligen Dorfbeiträge.

Mitten im Herzen des Naturparks liegt das Dorf Blankensee mit dem gleichnamigen See. Der Ort hat ein kleineres Schloss mit einem herrlichen Park, der von mehreren Seitenarmen der Nieplitz durchflossen wird. Geschwungene Brücken, italienischer Garten, kleine Tempel und Statuen geben dem Schlosspark eine besondere Note. Das Schloss, eher ein Herrenhaus (Gebäude), gehörte einst dem Schriftsteller Hermann Sudermann. Erwähnenswert in Blankensee sind ferner die Imkerei gleich neben dem Schloss und das Bauernmuseum, das in einem 1649 erbauten märkischen Mittelflurhaus untergebracht ist.

Das Nachbardorf Stangenhagen ist in geschichtlicher Hinsicht erwähnenswert als ehemalige sächsische "Enklave" mitten in Preußen (Mußpreußen) und den von Theodor Fontane geprägten Begriff des Thümenschen Winkels. Ökologisch spielt das zentral im Naturpark gelegene Dorf eine wichtige Rolle bei der Moorrückgewinnung am Pfefferfließ. Mit einer auf einen behutsamen Tourismus gerichteten lokalen Nachhaltigkeitsstrategie (Stadtentwicklungsplanung) mit dem vorgesehenen Stangenhagener See und einem bereits angelegten Vogelbeobachtungsturm und einem Rundweg durch die Moorneubildung versucht das Dorf, den landwirtschaftlichen Nachteil der wieder überschwemmten Wiesen auszugleichen.

Das Dorf Gröben liegt am Nordrand des Naturparks rund sechs Kilometer von der Stadt Ludwigsfelde entfernt, zu der es heute als Ortsteil gehört. Gröben verfügt über das älteste erhaltene Kirchenbuch (1575) der Mark Brandenburg, das Theodor Fontane mehrfach eingesehen und in seinen Werken verarbeitet hat. Die "offene" Kirche mit Grundmauern aus dem 12. Jahrhundert und reichen Wandmalereien und Deckenornamenten blickt auf eine wechselvolle Baugeschichte zurück. Der Gröbener Kietz ist einer der wenigen "echten", ursprünglichen Kietze. Die intakte Kulturlandschaft des Naturparks am Zusammenfluss von Nuthe und Nieplitz direkt vor den Toren Berlins führte nach der Wiedervereinigung mit touristischen Angeboten zu einer neuen wirtschaftlichen Orientierung des Dorfes.

In verschiedenen Orten werden Kremserfahrten angeboten; es gibt eine Vielzahl an Reiterhöfen und Reitwegen; Wanderwege und Radwege sind in großer Zahl bestens ausgeschildert. Im Dorf Kemnitz der Gemeinde Nuthe-Urstromtal ist ein für diese märkische Region typisches so genanntes Nuthe-Nieplitz-Haus (früher auch Spiekerhus) erhalten und saniert, ein Bauerngehöft, dessen Haus vollständig aus Fachwerk besteht und dessen Speicher an den Giebel des Wohnhauses gestellt ist (siehe Bild).

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Johannische Kirche

Johannische Kirche Blankensee; Kirche der Friedensstadt

Die Johannische Kirche ist eine 1926 von dem Religions- und Sozialreformer Joseph Weißenberg (24. August 1855 – 6. März 1941) gegründete Religionsgemeinschaft. Ihre Glaubensgrundlage sind sowohl die Lehren und Offenbarungen Weißenbergs als auch eine, nach Weißenbergs Verständnis geformte, eigene theologische Auslegung christlicher Traditionen und Glaubenssätze. Die Johannische Kirche sieht sich selbst als christliche Kirche. In Berlin und Brandenburg hat sie den Status einer „Körperschaft des öffentlichen Rechts“. Die 1934 noch über 100.000 Anhänger zählende Gemeinschaft in ehemals 400 Gemeinden mit zahlreichen Predigern, Vereinen und eigener Siedlung Friedensstadt bei Trebbin hat heute im deutschen Sprachraum um die 3.000 Mitglieder.

1903 wurde von Joseph Weißenberg die Christliche Vereinigung ernster Forscher von Diesseits nach Jenseits, wahrer Anhänger der Christlichen Kirchen gegründet. Obschon sich diese Vereinigung als überkonfessionelle Bewegung verstand, wirkten die Anhänger der Gemeinschaft besonders in der evangelisch-lutherischen Kirche. Weißenberg sah sich aufgrund seiner für sich beanspruchten prophetischen Fähigkeiten zur heftigen Kritik an den tradierten christlichen Kirchen berechtigt. Er und seine Anhänger versuchten zunächst eine Reform innerhalb der lutherischen Kirche zu erreichen. Dieser Versuch schien bis in die 20er Jahre auch zunächst erfolgreich zu sein. Im Jahr 1925 kandidierten mehrere Anhänger Weißenbergs bei den Wahlen der Kirchengemeinderäte. Zwei Weißenbergianer wurden gewählt. Allerdings wurde diesen erfolgreichen Kandidaten verweigert ihr Amt anzutreten. Aufgrund dieses Ereignisses trat Weißenberg aus der evangelischen Kirche aus und gründete am 15. April 1926 die Evangelisch-Johannische Kirche nach der Offenbarung St. Johannis. Seit 1975 trägt sie den Namen Johannische Kirche.

Die hierarchisch-theokratische Glaubensgemeinschaft wird von einem Oberhaupt geleitet. Erstes Oberhaupt war Joseph Weißenberg. Er berief seine Tochter Frieda Müller (1911–2001) 1932 zur Nachfolgerin, die im Jahre 1961 ihrerseits ihre Tochter Josephine Müller (* 1949) als nachfolgendes Oberhaupt einsetzte. Die Johannische Kirche ist ähnlich den evangelischen Kirchen in Regionalbezirke geteilt, in Kirchenbezirke und Gemeinden. Den Spitzen der Kirchenbezirke stehen Bezirksleiter vor, den Gemeinden Gemeindeleiter.

Die Johannische Kirche finanziert sich überwiegend aus Spenden und Beiträgen von Mitgliedern, Freunden und Förderern. Die Mitglieder setzen die Höhe ihrer Beiträge selbst fest. Im Wesentlichen wird die Kirche von der Mitarbeit vieler ehrenamtlicher Helfer getragen.

Es existiert ein fester Kirchenbeitrag, der nicht von den Mitgliedern selbst festgelegt wird. Zur Zeit der DM handelte es sich bei Erwachsenen um einen Monatsbeitrag von mind. 10,- DM.

Auch wird regelmäßig zu Spenden vor dem Gottesdienst aufgerufen. Hierzu gehören u.a. die Kirchentagsspende, die Weihnachtsspende, die Spende zum Geburtstag des Kirchenoberhauptes, des Aufbauwerks u.a.

Die Glaubenslehre ist im Sinne des Spiritualismus auch von starker Nähe zum Jenseits mit seiner geistigen Welt gekennzeichnet. In so genannten „Geistfreundreden“ wenden sich „Engel des Lichts“ durch Medien an die Gemeinde. Aus solchen Kundgebungen ist ein so genanntes „Drittes Testament“ im Entstehen begriffen, das als Ergänzung und Fortführung des Alten und Neuen Testaments verstanden wird. Geistfreundreden finden vierzehntäglich immer in Anwesenheit des Oberhauptes (derzeit Josephine Müller) in Berlin statt und werden überwiegend in der wöchentlich erscheinenden für alle zugänglichen Zeitung „Weg und Ziel“ regelmäßig veröffentlicht.

Joseph Weißenbergs Glaubenslehre umfasst eine eigene Reinkarnationslehre („Seelen können schon mehrere Male als Menschen auf dieser Erde gelebt haben, um im Sinne Gottes zu reifen.“ Zitat aus „Wir glauben“).

Zu Lebzeiten Weißenbergs spielten durch Weißenberg gewirkte Heilungen des 1903 in Berlin als Heilmagnetiseur tätigen späteren Religionsgründers eine maßgebliche Rolle. Ihm werden auch Totenerweckungen, Exorzismen und Kardiognosie zugeschrieben. Nach dem Glaubensbekenntnis der Johannischen Kirche ist Joseph Weißenberg nach unserem Glauben der von Jesus verheißene Tröster und Geist der Wahrheit, womit Weißenberg als Inkarnation des Heiligen Geistes verstanden wird.

Zu den überwiegend an Sonntagen stattfindenden Gottesdiensten nimmt die abendliche „Feierstunde des Geistes“ einen wichtigen Platz ein. Hierbei beten die Mitglieder allein oder in Gemeinschaft gemäß einer Verordnung Joseph Weißenbergs zwei Vaterunser, den Ersten Psalm und lesen ein Kirchenlied sowie eine Bibelpassage.

Die Predigerinnen und Prediger erhalten keine theologische Ausbildung und sind überwiegend in alltäglichen Berufen beschäftigt. Gemeinsam mit zumeist ehrenamtlichen Seelsorgern betreuen sie junge und alte, kranke und gesunde Menschen, spenden die Sakramente und geben Trost und Ausrichtung.

Religions- und Konfirmandenunterricht, Jugendgruppen und Zusammenkünfte der Erwachsenen sind wichtiger Teil der Arbeit in den Gemeinden. Darüber hinaus gibt es viele Interessengruppen und kulturelle Veranstaltungen.

Die Möglichkeit zur Mitarbeit im Johannischen Sozialwerk und der Aufbau der Friedensstadt Joseph Weißenberg sollen dem Einzelnen und der Gemeinschaft dienen.

Ich glaube an Gott den Vater, ich glaube an Gott den Sohn, ich glaube an Gott den Heiligen Geist und an Gottes Offenbarungen durch Moses, Jesus Christus und Joseph Weißenberg.

Die Johannische Kirche spendet vier Sakramente: das Sakrament der Taufe, das einmal im Jahr gefeierte Sakrament des Abendmahls, das Sakrament der geistigen Heilung und das Sakrament des Sterbens. Nach dem Glaubensverständnis der Johannischen Kirche sollen durch die Sakramente Kraftströme aus der jenseitigen Welt übermittelt werden.

Joseph Weißenberg verordnete das tägliche Gebet und regelmäßigen Gottesdienstbesuch, um Kraft und Ausrichtung für den Alltag zu erhalten. Er brachte angeblich das urchristliche Heilen durch Handauflegen wieder. Es wird in der Johannischen Kirche regelmäßig als Sakrament der geistigen Heilung gespendet. Jeder Mensch sollte sich bemühen, auch in seinen Gedanken, Gutes zu bewirken; denn Gedanken sind Kräfte. In der Gemeinschaft kann und soll der Mensch in seiner geistigen Erkenntnis wachsen.

Zwei Lebensstützen brechen nie, Gebet und Arbeit heißen sie.

Bete so, dass es Gott gefällt, und arbeite so, dass du deinem Nächsten nutzen kannst.

Kartenspiele mit französischen und deutschen Karten sind verboten.

Mitgliedern anderer Glaubensgemeinschaften wird Toleranz entgegengebracht. Joseph Weißenberg forderte seine Anhänger bei der Gründung der Johannischen Kirche auf: »Johannische Christenheit, erkenne dein Ziel in der Überbrückung der Konfessionen durch die Liebe.« Bei fester Mitgliedschaft wird ein Kirchenaustritt verlangt. Die Johannische Kirche ist Mitglied der Berliner »Arbeitsgemeinschaft der Kirchen und Religionsgesellschaften« (AKR). Hier pflegt sie die Zusammenarbeit mit anderen Religionen und Konfessionen. Kontakt zu anderen Kirchen und Glaubensgemeinschaften entsteht darüber hinaus durch gegenseitige Besuche oder die gemeinsame Nutzung von Räumen.

Weithin bekannt wurde die Johannische Kirche durch ein Projekt Weißenbergs, das er Friedensstadt nannte. Nach dem Kauf von 400 Hektar Land in den Glauer Bergen bei Trebbin in Brandenburg entstand ab 1920 eines der größten und modernsten privaten Siedlungswerke. Bereits der erste Bauabschnitt war für 15 000 Einwohner konzipiert. Der Erfolg begründete sich in der unbegrenzten Zusammenarbeit zwischen Leitung und Genossen (Zeitung "Neubau und Siedlung", 1932).

Die Lehre der Johannischen Kirche, die in Joseph Weißenberg eine Offenbarung Gottes sieht, hatte innerhalb der Kirche größten Enthusiasmus zur Folge, führte aber auch zu vielen Anfeindungen von außen. Bis Anfang der 1930er Jahre stieg die Anhängerzahl auf über 60 000 in Berlin, Brandenburg und Schlesien.

Deutschnationale Gefühle ließen viele Anhänger Weißenbergs die faschistische Machtergreifung begrüßen. Doch bereits 1934 verfügte die Gestapo weitgehende Einschränkungen der Arbeit und des Selbstverständnisses der Kirche. Ab 1935 wird Weißenberg mehrmals verhaftet und von Sondergerichten verurteilt. Er stirbt 1941 in der Verbannung in Schlesien. Die Johannische Kirche wurde 1935 verboten, die Friedensstadt in mehreren Etappen bis 1945 widerrechtlich enteignet, und von der Waffen-SS besetzt.

Unmittelbar nach Kriegsende begann der Wiederaufbau der Johannischen Kirche. In Verhandlungen mit den Alliierten konnte die Aufhebung des Kirchenverbots erwirkt werden. Am 3. Februar 1946 fand in Berlin der erste johannische Gottesdienst nach der Verbotszeit statt. In die von der SS beschlagnahmte Friedensstadt war die Rote Armee eingezogen, eine Rückgabe wurde abgelehnt. Lediglich die Kirche der Friedensstadt auf dem Waldfriedengelände in Blankensee wurde zurückgegeben. Nach Verhandlungen mit der sowjetischen Besatzungsmacht konnte dort am 30. Juni 1946 wieder ein Gottesdienst stattfinden. Bei der Übergabe bat der sowjetische Kommandant: „Beten Sie auch für Russland!“ Am 25. August 1946 vereinte in Berlin der erste Kirchentag zahlreiche Kirchenmitglieder aus allen Teilen des Landes, doch es dauerte noch mehrere Jahre, bis die verstreuten Anhänger – viele kamen aus den ehemaligen Gemeinden östlich von Oder und Neiße – wieder gesammelt und betreut werden konnten.

1932 wurde als Joseph Weißenbergs Nachfolgerin seine Tochter Frieda Müller eingesetzt. Dabei stand ihr als Vorbild die Menschlichkeit ihres Vaters vor Augen. Am 1. Dezember 1946 wurde das Soziale Hilfswerk der Kirche gegründet. Viele folgten dem Aufruf, im Geiste der Nächstenliebe Notleidenden mit Sachspenden und tätiger Mitarbeit zu helfen. Im Jahre 1954 wurde das „Johannische Aufbauwerk e.V.“ gegründet, das seit 1990 den Namen „Johannisches Sozialwerk e.V.“ trägt. 1976 erhielt Frieda Müller anlässlich ihres 65. Geburtstages für ihr soziales Engagement vom Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz erster Klasse, das sie, wie sie sagte, stellvertretend für alle Glieder der Kirche annahm. Dass der Johannischen Kirche 1990 im Land Berlin und 1996 im Land Brandenburg die Anerkennung als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ verliehen wurde, ist nicht zuletzt ihrem sozialen Engagement zu verdanken.

Die mit der Gründung der beiden deutschen Staaten im Jahre 1949 erfolgte Teilung Deutschlands hatte auch für die Johannische Kirche ernste Folgen. Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 war die gemeinsame Teilnahme aller Mitglieder an kirchlichen Veranstaltungen nicht mehr möglich. Obwohl in den folgenden Jahren die Johannische Kirche in beiden deutschen Staaten eigene Organisationsformen herausbildete, blieben die Einheit der Kirche und der enge Zusammenhalt der Kirchenmitglieder bestehen. In Ost und West konnte die Kirche in den Folgejahren eigene Gemeindehäuser und Andachtsstätten errichten. Außerdem war sie bei anderen Kirchen zu Gast oder gewährte anderen Glaubensgemeinschaften das Gastrecht.

Kirchliche Zentren waren im Ostteil das Waldfrieden-Gelände und im Westteil das St.-Michaels-Heim. 1972 wurde mit dem Kauf des Stempferhofes in Gößweinstein der Grundstein für das soziale und kirchliche Engagement in der Fränkischen Schweiz gelegt. 1976 konnte dort mit dem Erwerb von Gut Schönhof in Eichenbirkig auch an ein weiteres Arbeitsfeld Joseph Weißenbergs angeknüpft werden, das er bereits in der Friedensstadt erschlossen hatte: die Landwirtschaft.

Die Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989 ermöglichte auch die Einheit der Johannischen Kirche und ihres Sozialwerks. Pfingsten 1990 versammelten sich Geschwister aller Gemeinden der Kirche nach über fünf Jahrzehnten zu einem gemeinsamen Dankgottesdienst auf dem Waldfriedengelände. Im März 1994 kam es zur Verabschiedung der russischen Soldaten aus der Friedensstadt und zur symbolischen Schlüsselübergabe an Josephine Müller. Kurz darauf wurde die endgültige Rückgabe der Friedensstadt verfügt.

Am 10. Juni 2001 verstarb Frieda Müller. Nachfolgerin im Amt des Oberhauptes wurde ihre Tochter Josephine Müller. Sie setzt den Weg ihrer Mutter fort, die Johannische Kirche allen Menschen zu öffnen. Ein äußerlich sichtbarer Schritt hierbei ist die Neugestaltung des Altares im Kirchenzentrum Waldfrieden in Blankensee (südlich von Berlin, unweit Trebbin) zum 6. März 2002. Mit der Inschrift: „Gott ist Liebe“. Damit schlägt die Johannische Kirche eine Brücke zu allen Menschen, Konfessionen und Religionen, für die der Schöpfer ein Gott der Liebe ist. Dieses Gotteshaus wurde 1928/29 nach Entwürfen Joseph Weißenbergs als zweibögige Hallenkirche in Holzbauweise erbaut und gilt als das geistige Zentrum der Johannischen Kirche.

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Source : Wikipedia