Tokio

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Geschrieben von robby 06/03/2009 @ 12:24

Tags : tokio, japan, asien, ausland

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Luftangriffe auf Tokio

B-29 werfen Bomben über Japan ab

Die japanische Hauptstadt Tokio war im Zweiten Weltkrieg während des Pazifikkriegs zwischen 1942 und 1945 Ziel zahlreicher amerikanischer Luftangriffe. Der Angriff vom 9. März (in Japan: 10. März) 1945 gilt mit über 100.000 Toten als der folgenschwerste konventionelle Bombenangriff der Menschheitsgeschichte.

Der erste, damals für Japan überraschende, Luftangriff auf Tokio, der Doolittle Raid, fand am 18. April 1942 statt. Der mit nur 16, von einem Flugzeugträger aus gestarteten Flugzeugen durchgeführte Angriff auf Tokio und Yokohama richtete vergleichsweise geringe Schäden an und diente vor allem der psychologischen Kriegführung, da er auch der erste Angriff auf die japanische Hauptinsel in diesem Krieg war. Die japanische Luftabwehr wurde daher völlig unvorbereitet getroffen und leistete kaum Gegenwehr.

Ernsthafte Angriffe auf japanische Städte wurden mit der Entwicklung des viermotorigen Bombers B-29 „Superfortress“ 1944 möglich. Das Flugzeug besaß eine Reichweite von über 5.000 Kilometern und wurde zunächst von Flugplätzen im alliiert besetzten westlichen China eingesetzt. Die Maschinen wurden von Britisch-Indien über die Luftbrücke The Hump eingeflogen. Später starteten B-29 während der Operation Matterhorn auch von eroberten Pazifikinseln aus nach Japan.

Der erste mit B-29 der US Army Air Force geflogene Angriff auf Japan fand am 15. Juni 1944 statt. Die Flugzeuge starteten in der für die amerikanischen Truppen schwer zugänglichen chinesischen Stadt Chengdu. Von den 68 eingesetzten Maschinen des XXth Bomber Command erreichten nur 47 das Zielgebiet und richteten ebenfalls, im Vergleich zu den späteren Angriffen, noch keine gravierenden Schäden an. Aufgrund der weiten Entfernung zum „Einsatzort“ konnte nicht die volle Bombenlast mitgeführt werden, weil der Einbau zusätzlicher Tanks erforderlich war.

Am 24. November 1944 begannen die für Tokio wesentlich gefährlicheren Angriffe aus östlicher Richtung. Die Eroberung der Inseln Tinian, Saipan und Guam ermöglichte den Amerikanern Angriffe in direkter Linie über den Pazifik hinweg, ohne den bisherigen Umweg über Indien und China. Am genannten Tag wurde die japanische Hauptstadt von 88 Flugzeugen des XXIth Bomber Command angegriffen, die ihre Bomben jedoch aus einer Höhe von rund 10.000 Metern abwarfen. Schätzungen zufolge trafen lediglich 10% dieser Bomben die vorgesehenen Ziele.

Die Serie verheerender Vernichtungsangriffe auf Tokio begann Anfang 1945. Der Angriff auf Kobe bildete am 3. Februar den Auftakt. Am 23. Februar bombardierten 174 B-29 Tokio und zerstörten eine Fläche von 3 km² dicht bebauten Stadtgebiets. Es folgten zahlreiche weitere Angriffe auf Tokio. Die Eroberung von Okinawa ermöglichte die Verlegung des VIIIth Bomber Command aus Europa an den pazifischen Kriegsschauplatz und damit eine deutliche Verstärkung der Luftangriffe auf Japan. Die auf Japan abgeworfene Bombenlast wuchs von 12.500 Tonnen im März bis auf 38.700 im Juli 1945.

Der Nachtangriff vom 9. März bildete den Höhepunkt der Luftangriffe: 334 B-29-Bomber warfen rund 1.500 Tonnen Brand- und Sprengbomben auf Tokio. 41 km² Stadtgebiet wurden vernichtet, über 100.000 Menschen starben im entstandenen Feuersturm. Die Anzahl der Todesopfer überstieg damit sogar die der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vier Monate später.

Die Luftangriffe auf Tokio hatten, ähnlich wie die auf deutsche Städte, zum Ziel, den Kriegswillen der Bevölkerung zu brechen. Aufgrund der bewusst in Kauf genommenen hohen Zahl getöteter Zivilisten werden die Angriffe zu den von alliierter Seite begangenen Kriegsverbrechen gezählt. Der Oberbefehlshaber der XXI. Luftflotte, Curtis E. LeMay, erklärte nach dem Krieg, er wäre vermutlich als Kriegsverbrecher angeklagt worden, falls die USA den Krieg verloren hätten („I suppose if I had lost the war, I would have been tried as a war criminal“). Er empfand seine Einsätze jedoch als gerechtfertigt, da sie seiner Ansicht nach den Krieg verkürzt hätten: „Maj. Gen. Curtis E. LeMay, commander of the B-29's of the entire Marianas area, declared that if the war is shortened by a single day the attack will have served its purpose.“ (New York Times). In der japanischen Bevölkerung wurde er „Unmensch LeMay“ (鬼畜ルメイ, kichiku Rumei) genannt.

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Tokio

Tokio (Japan)

Tokio (auch: Tokyo, jap. 東京, Tōkyō  anhören ?/i) liegt in der Kantō-Region im Osten der Insel Honshū in Japan. Seit 1603, dem Beginn des Tokugawa-Shōgunates, ist das ehemals unbedeutende Fischerdorf Edo das Zentrum der Politik und Verwaltung des Landes. Seit 1868 ist Tokio auch Hauptstadt Japans und mit dem Kaiserpalast Tokio Sitz des Tennō.

Die 23 Stadtbezirke Tokios (jap. 23区 Nijūsan-ku) haben 8.483.050 Einwohner (Volkszählung 2005). Im Ballungsgebiet leben 34.471.652 Menschen (2005). Damit ist Tokio die größte Metropolregion der Welt. Die Region ist das Finanz-, Industrie-, Handels- und Kulturzentrum Japans mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen. Tokio ist auch Sitz der Universität der Vereinten Nationen (UNU).

Vielen westlichen Beobachtern ist nicht klar, dass es keine Stadt Tokio im administrativen Sinn gibt. Die „Stadt Tokio“ als politische Einheit wurde 1943 aufgelöst. Tokio hat in den westlichen Sprachen heute drei verschiedene Definitionen, die in Japan selbst alle unterschiedliche Namen tragen.

Dieser Artikel behandelt Tokio als organisches Stadtgebilde, also im Sinn der Definitionen 1 und 2. Politische, volkswirtschaftliche und geografische Informationen zu Tokio finden sich im Artikel Präfektur Tokio.

In der westlichen Berichterstattung hat das Fehlen einer „Stadt Tokio“ einige Irrtümer hervorgerufen. Die oft irrtümlich als Einwohnerzahl des „Großraums Tokio“ in den Medien genannten 12 oder 13 Millionen Einwohner sind in Wirklichkeit die Einwohnerzahl der Präfektur Tokio inklusive der Gebirgsdörfer und abgelegenen Pazifik-Inseln, aber ohne den Rest des Ballungsraumes in anderen Präfekturen.

Der Gouverneur der Präfektur Tokio (都知事, Tochiji), derzeit Shintarō Ishihara, wird auch als „Bürgermeister“ Tokios bezeichnet, da die Präfektur Tokio seit 1943 einige Verwaltungskompetenzen einer Stadt mit denen einer Präfektur vereint. Der Sitz der Präfekturverwaltung, das 1991 von Kenzō Tange im Stil einer Kathedrale erbaute Tokyo Metropolitan Government Building in Shinjuku, kann somit als „Rathaus“ bezeichnet werden.

Tokio liegt an der Bucht von Tokio auf der Insel Honshū, der größten der vier Hauptinseln des japanischen Archipels, in der Kantō-Ebene (Kantō-heiya) durchschnittlich sechs Meter über dem Meeresspiegel. Die 23 autonomen Bezirke der Stadt Tokio haben eine Fläche von 621,45 Quadratkilometern.

Die gesamte Metropolregion mit einer Bodenfläche von 13.556 Quadratkilometern erstreckt sich über die Präfekturen Chiba, Kanagawa, Saitama und Tokio. In Japan wird das Gebiet Tokiobereich (東京圏, Tōkyō-ken), Hauptstadtbereich (首都圏, Shuto-ken) oder Südkantō (南関東, Minami-Kantō) genannt.

Kantō ist das Gebiet, das in weitem Bogen um die Tokiobucht liegt. Der Name Kantō bedeutet „östlich der Barriere“ – eine historische Bezeichnung. (Kansai, also „westlich der Barriere“, ist das Gebiet um Ōsaka.) Mit „Barriere“ sind die Berge in der Region Chūbu gemeint.

Tokio liegt in einer der aktivsten Erdbebenzonen der Welt. Kleine Erdbeben sind in der Stadt nichts Außergewöhnliches. Während der sehr aktiven Phasen können kleine, bemerkbare Erdbeben fast täglich auftreten. Trotz aller Anstrengungen ist den Wissenschaftlern eine wirksame Erdbebenvorhersage bisher noch nicht gelungen.

Eine der bekanntesten Theorien stammt von Kawasumi Hiroshi, Präsident des Instituts für Erdbebenforschung der Universität von Tokio. Er hat alle Erdbeben in Tokio seit dem Jahre 818 mit einer Stärke von über 5 auf der Richter-Skala analysiert und festgestellt, dass sich durchschnittlich alle 69 Jahre ein größeres Erdbeben ereignet. Demnach hätte das nächste große Beben im Jahre 1992 stattfinden müssen. Allerdings ist dies eine rein statistische Berechnung, die keine geologischen Gegebenheiten berücksichtigt und deshalb zur Vorhersage völlig ungeeignet ist. Eine erheblich differenziertere Betrachtung nahm Professor Ishibashi Katsuhiko von der Universität in Kōbe vor. Nach seiner Feststellung ereignen sich die Erdbeben immer in einem gewissen Zyklus. Am Anfang kommen mehrere kleinere Beben; ein großes Beben bildet dann immer den Abschluss dieses Zyklus'.

Eines der schwersten Erdbeben war das Große Kantō-Erdbeben am 1. September 1923. Weitere schwere Beben ereigneten sich in den Jahren 1615 (Stärke 6,4), 1649 (7,1), 1703 (8,2), 1855 (6,9) und 1894 (7,0). Bei dem Genroku-Erdbeben am 31. Dezember 1703 wurden Tokio und andere Städte in der Umgebung zerstört. Etwa 200.000 Menschen kamen in der Region ums Leben.

Die Stadt befindet sich im Bereich des subtropischen Ostseitenklimas (nach Neef). Laut Köppenscher Klimaklassifikation ist die Stadt der warmgemäßigten Klimazone zuzurechnen. Deshalb herrschen das ganze Jahr relativ milde und angenehme Temperaturen. Die Sommer sind heiß und feucht (30 °C tagsüber und 20 °C nachts), die Winter trocken und sonnig (10 °C tagsüber und um 0 °C nachts); manchmal fällt auch Schnee. Die Regenzeit (Tsuyu) mit täglichen Regenschauern dauert von Ende Juni bis Mitte Juli. Sie wird von feuchten Passatwinden aus dem Westpazifik hervorgerufen. Anschließend – von Mitte Juli bis Ende August – ist es anhaltend heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Taifune drohen im September oder Oktober, dauern aber selten länger als einen Tag. Sie entstehen meist im Sommer oder Frühherbst im Nordpazifik westlich der Datumsgrenze und nördlich des 5. nördlichen Breitengrades am Rand des Kalmengürtels und wandern dann meistens zuerst nordwestlich in Richtung Vietnam, Philippinen und China. Wenn sie das Festland nicht erreichen, drehen sie in nordöstliche Richtung ab und suchen Korea und Japan heim. In Tokio bringen Taifune starke Windböen und Regenfälle, schwächen sich dann aber allmählich ab, je weiter sie ins Inland vordringen, da sie kein Wasser mehr aufnehmen.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Tokio beträgt 15,6 °C, die jährliche Niederschlagsmenge im Mittel 1.410 Millimeter. Der wärmste Monat ist der August mit durchschnittlich 27,1 °C, der kälteste der Januar mit 5,2 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit durchschnittlich 186 Millimeter, der wenigste im Januar mit 45 Millimeter im Mittel.

Wie archäologische Funde belegen, war das Stadtgebiet schon in der Steinzeit besiedelt. Ursprünglich war Tokio unter seinem früheren Namen Edo ein kleiner Fischereihafen. Um das Jahr 1457 ließ der damalige Daimyō Ota Dokan nahe dem Dorf eine Burg bauen. Die Siedlung erlangte erst 1590 Bedeutung, als sie in den Besitz des Shōgun Tokugawa Ieyasu (1543–1616) überging.

Tokugawa Ieyasu bestimmte Edo 1603 zur Hauptstadt des Shogunats, der wahren Macht in Japan, während der machtlose Tennō (Kaiser) weiterhin in der offiziellen Hauptstadt Kyōto residierte. Die Edo-Burg wurde während seiner Regierungszeit restauriert und erweitert.

Tokio wurde häufig von verheerenden Erdbeben und großen Bränden heimgesucht. So forderte etwa 1657 ein Großbrand mehrere Tausend Menschenleben und zerstörte mehr als 60 Prozent des damaligen Stadtgebietes. Das Shogunat nutzte diese Gelegenheit für eine Neuordnung der Stadtstrukturen, die hauptsächlich der Brandverhütung und der Verstärkung der Verteidigungsanlagen der Edo-Burg diente. In dieser Phase wurden systematisch Schreine und Tempel in Außenbezirke transportiert und Stadtbewohner in neu gebaute Außenbezirke umgesiedelt.

Zu einem schnelleren Wachstum der Stadt führte der Befehl Tokugawa Ieyasus an seine Daimyō, in Edo eigene Residenzen zu errichten, wo ihre Familien praktisch als Geiseln gehalten wurden (Sankin-kōtai-Verfügung). Zahlreiche Handwerker und Kaufleute, die zur Versorgung des Hofes gebraucht wurden, ließen sich Anfang des 18. Jahrhunderts in Edo nieder. Im Jahre 1868 wurde auf Veranlassung des Meiji Tennō (Mutsuhito, 1852–1912) der kaiserliche Hof nach Edo verlegt und die Stadt in Tōkyō („östliche Hauptstadt“, genauer: „kaiserliche Residenzstadt im Osten“) umbenannt.

1872 zerstörte ein Großbrand die Bezirke Ginza und Marunouchi. Der Wiederaufbau und die damit verbundene Modernisierung des Stadtbildes erfolgten nach westlichem Vorbild. Die Planung hierfür wurde einem englischen Architekten übertragen, der das Stadtbild mit einer Mischung europäischer Stile prägen wollte (Straßen nach Pariser und Bauweise der Häuser nach Londoner Vorbild). Trotz einer gewissen Ambivalenz in der Bevölkerung ob der vollkommen neuen, westlichen Bauten, die ein geschlosseneres Wohngefühl vermittelten, ließ der damalige Gouverneur Yuri Kimimasa Handwerker und Bauleute nach Tokio kommen, um mit den Arbeiten zu beginnen. Gerade im Stadtteil Ginza sollte der Wiederaufbau so schnell wie möglich beginnen, da dort eine Bahnlinie zwischen Yokohama und Shinbashi eingeweiht werden sollte. Indem man traditionelle Wohn- und Lagerhäuser in Nebenstraßen versetzte, machte man Platz für die neue Architektur.

Die schwerste Naturkatastrophe in der neueren Geschichte Tokios war das Große Kantō-Erdbeben und Feuer vom 1. September 1923, bei dem ein Großteil der Stadt zerstört wurde. Beim im Jahre 1930 beendeten Wiederaufbau entstanden über 200.000 neue Gebäude, darunter viele nach westlichem Muster, sowie sieben Stahlbetonbrücken über den Fluss Sumida und einige Parks.

Im Zweiten Weltkrieg begannen die Vereinigten Staaten am 24. November 1944 mit der Bombardierung Tokios, und auch am 25. Februar und am 10. März 1945 flogen amerikanische Bomber schwere Luftangriffe. Ganze Stadtteile mit in traditioneller Holzbauweise errichteten Gebäuden wurden ein Raub der Flammen, über 100.000 Menschen starben. Auch der historische Kaiserpalast wurde vernichtet.

Während der alliierten Besetzung Japans war Tokio von September 1945 bis April 1952 von amerikanischen Truppen besetzt. Danach erlebte die Stadt eine Phase raschen Wachstums.

Vom 10. Oktober bis 24. Oktober 1964 fanden in Tokio die XVIII. Olympischen Sommerspiele statt.

Am 20. März 1995 verübten Mitglieder der Ōmu Shinrikyō (Aum-Sekte) einen Sarin-Anschlag auf die Tokioter U-Bahn. Dabei starben zwölf Menschen, und über 5.500 wurden verletzt.

Für die nähere Zukunft sagen Seismologen für Tokio ein verheerendes Erdbeben in der Größenordnung des Großen Kantō-Erdbebens von 1923 vorher. Dies und die exorbitanten Grundstückspreise sind die Gründe, weshalb seit den 1990er Jahren eine Verlegung der Hauptstadt weg von Tokio diskutiert und geplant wird – Hauptstadtverlegungen gab es aus religiösen und politischen Gründen in der japanischen Geschichte schon oft. Auf Grundlage eines Gesetzes aus dem Jahr 1992 wurden bis 1999 drei Kandidatenregionen ermittelt: Tochigi-Fukushima im Nordosten, Gifu-Aichi in Tōkai und Mie-Kiō. Bisher sind noch keine Aktivitäten erfolgt.

Tokio ist die offizielle japanische Bewerberstadt um den Austragungsort der Olympischen Spiele 2016.

Schon seit dem 19. Jahrhundert hat Tokio mehr als eine Million Einwohner.

Seit den späten 1940er Jahren ist die Metropolregion Tokio erneut rasch gewachsen, sowohl nach Fläche wie auch nach Einwohnerzahl. In ihr lebt ungefähr ein Viertel der Gesamtbevölkerung Japans. Ihre äußere Grenze liegt zwischen 40 und 70 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Demgegenüber hat sich seit 1965 die Bevölkerung der 23 inneren Bezirke verringert, steigt aber momentan durch Reurbanisierung wieder an.

Die 23 Hauptstadtbezirke haben zusammen 8,5 Millionen Einwohner (Volkszählung 2005). Der Großraum Tokio bildet gemeinsam mit den angrenzenden Präfekturen Kanagawa, Saitama und Chiba das größte zusammenhängende urbane Gebiet der Erde (Megaplex) mit 34,5 Millionen Einwohnern (2005). Die Metropolregion beherbergt 27 Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern, 17 Städte mit einer Bevölkerung von über 300.000, und acht mit einer Einwohnerzahl von mehr als 500.000.

Tokio hat drei weitere Millionenstädte als Vororte: (Yokohama, Saitama und Kawasaki). Im östlichen Vorort Chiba leben etwa 900.000 Menschen. Yokohama im Süden Tokios hat mit 3,6 Millionen Einwohnern etwa ebenso viele Einwohner wie Berlin oder Madrid.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Kernstadt, also auf dem Gebiet der 23 Hauptstadtbezirke, nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1914 handelt es sich um Schätzungen, von 1920 bis 2006 um Volkszählungsergebnisse.

Tokio (Tōkyō) ist die einzige Präfektur mit der Bezeichnung to in Japan. Die japanische Regierung übersetzt den Begriff Tōkyō-to im Englischen mit Tokyo Metropolis, also „Metropole Tokio“. Die Verwaltung mit Sitz in Shinjuku wird offiziell englisch mit Tokyo Metropolitan Government (TMG), deutsch „Tokio-Metropolregierung“, bezeichnet. Als direkte Übersetzung wird Tōkyō-to in Analogie zu den übrigen Präfekturen Japans in der Regel mit „Präfektur Tokio“ wiedergegeben. Nach der Abschaffung der Provinzeinteilung bestand seit 1868 als Vorläufer die Tōkyō-fu, eine urbane Präfektur wie Ōsaka und Kyōto, aus einer Anzahl von Städten, die zusammengewachsen waren. Die größte davon war die Stadt Tokio, die in 15 Stadtbezirke unterteilt war.

1943 wurde die Stadt Tokio aufgelöst und Tōkyō-fu in Tōkyō-to umbenannt. Tokios Stadtbezirke unterstanden nun direkt der Präfektur und erhielten wie andere Kommunen jede eine eigene Versammlung (kugikai). Ihre Bürgermeister (kuchō) unterlagen aber nun einer direkteren Aufsicht durch die Zentralregierung. Zu dem Zeitpunkt existierten 35 solcher Stadtbezirke, die auch die Vorstädte und Kleinstädte um Tokio umfassten.

1947 wurde Tokio aufgrund der Bevölkerungsrückgänge, die durch die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges verursacht wurden, in die bis heute bestehenden 23 autonomen Stadtbezirke aufgeteilt. Diese erhielten einen landesweit unter den Gemeinden einzigartigen Status als „Sonderbezirke“ (tokubetsu-ku), der es der Präfektur ermöglicht, im Gegenzug für einige der kommunalen Mittel zusätzliche Aufgaben für ganz Tokio zu übernehmen. Die Bürgermeister der Bezirke und der Gouverneur der Präfektur wurden fortan vom Volk gewählt.

Das Wachstum des Megaplexes Tokios nach dem Krieg führte dazu, dass es in andere Präfekturen hineinwuchs. Es gibt einige Unterschiede in der Terminologie zwischen Tokio und den anderen Präfekturen. Das liegt vor allem daran, dass Tokio zum einen die Hauptstadt Japans, zum anderen ein riesiger Megaplex ist. Zum Beispiel werden die Polizei- und Feuerwehrstationen als chō statt hombu bezeichnet. Der Hauptunterschied Tokios zu den anderen Präfekturen besteht darin, dass jeder Teil Tokios wiederum eine eigene Stadt ist. Heute haben diese Stadtbezirke annähernd den gleichen Grad an Unabhängigkeit wie andere japanische Städte, was in der Vergangenheit nicht der Fall war.

Tokio besitzt viele Theater, in denen sowohl traditionelle Formen des Theaters – wie zum Beispiel Nō und Kabuki – als auch moderne Stücke aufgeführt werden. Mehrere Sinfonieorchester und viele kleinere Orchester haben westliche und traditionelle japanische Musik in ihrem Repertoire.

Theaterfreunde können sich entscheiden zwischen dem Opernhaus, dem Tokyo Globe Theatre, dem Kabuki-za-Theater, verschiedenen Nō-Bühnen und dem Takarazuka Grand Theatre, in dem Revuen und Musicals aufgeführt werden.

Das Nō ist ein traditionelles japanisches Theater, das nur von Männern gespielt (getanzt) und musikalisch begleitet wird. Meist trägt der Hauptdarsteller eine Maske. Die traditionellen Themen betreffen meist japanische oder chinesische Mythologie oder Literatur. Einige Nō-Theaterstücke befassen sich mit Gegenwartsthemen.

Kabuki (Gesang-Tanz) ist das traditionelle japanische Theater der Händlerschicht der Edo-Zeit. Kabuki ist eine im Wesentlichen säkulare Kunstform und etwas weniger formell als das ältere, vom Buddhismus geprägte Nō-Theater der Samurai. Grundsätzlich besteht ein Kabuki aus Gesang, Pantomime und Tanz.

Im Ueno-Park befinden sich das Nationalmuseum Tokio, das Nationale Naturkundemuseum, das Nationalmuseum für westliche Kunst und das Tokyo Metropolitan Teien Art Museum. In der Nähe des Kaiserpalastes steht das Nationalmuseum für moderne Kunst. Japanische und westliche Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts zeigt das Bridgestone Museum of Art.

Das größte Museum Japans ist das Nationalmuseum. Dort sind permanent etwa 2.500 Exponate über die japanische Geschichte und Kultur ausgestellt, darunter nationale Schätze und bedeutende Kulturgüter des Landes. Manchmal werden zusätzlich noch Sonderausstellungen zu bestimmten Themen präsentiert, so dass ein ganzer Tag nicht ausreichend ist, um das gesamte Angebot des Museums zu besichtigen.

Das Edo-Tokyo Museum befindet sich in der Nähe des Ryōgoku Kokugikan, der großen Sumō-Ringer-Halle, südlich von Asakusa und östlich des Hauptbahnhofs. Dort ist das alte Tokio in Miniatur nachgebaut worden, einzelne Häuser auch in Originalgröße. Das Fukagawa-Edo Museum liegt nur wenige Hundert Meter südlich des Edo-Tokyo Museums entlang der Oedo-U-Bahn-Linie. Es beherbergt ebenfalls viele alte Häuser aus der Edo-Zeit.

Tokio ist heutzutage eine der schnelllebigsten und modernsten Großstädte der Welt und kreiert einerseits in vielen Bereichen wie beispielsweise Mode und Unterhaltungselektronik ständig neue Trends, ist aber andererseits auch eng mit der japanischen Tradition verbunden.

Das Zentrum des Stadtgebiets wird vom Kaiserpalast inmitten eines großen Parks dominiert. Der Meiji-Schrein im Westen ist ein Anziehungspunkt für Touristen und Gläubige aus allen Teilen Japans. Im südlich und westlich des Palasts gelegenen Bezirk Kasumigaseki schließen zahlreiche Regierungsgebäude an, unter anderem die Kantei, der Amtssitz des Premierministers, das Gebäude des Parlaments, der Oberste Gerichtshof und die staatlichen Ministerien.

Weiter südlich, im Shiba-Park im Stadtbezirk Minato, befindet sich der 333 Meter hohe Tokyo Tower, eines der Wahrzeichen der Stadt.

Sensō-ji in Asakusa, Taitō ist der älteste und bekannteste Tempel in Tokio.

Östlich des kaiserlichen Palastes liegt der Bezirk Marunouchi, das bedeutendste Geschäftsviertel des Landes. Viele der großen Konzerne Japans und eine große Anzahl an Einrichtungen des Finanzwesens haben hier ihre Hauptgeschäftsstelle. Im Jahre 1914 erlangte dieser Bezirk nach der Eröffnung des Hauptbahnhofs große Bedeutung. Im Osten von Marunouchi liegt das größte Einkaufsviertel Tokios. Es erstreckt sich vom nördlich gelegenen Bezirk Nihombashi bis nach Ginza im Süden. Viele Kaufhäuser, internationale Mode-Marken, traditionelle Spezialitätengeschäfte, Vergnügungslokale und Restaurants haben sich entlang der Straßen dieser Bezirke angesiedelt.

Ein zweites Stadtzentrum und ein weiterer Hochhausdistrikt ist der Bezirk Shinjuku um den Bahnhof Shinjuku, wo ebenfalls bedeutende Firmenzentralen und die Präfekturregierung angesiedelt sind.

Viele Ausländische Firmen haben ihre Zentralen im Stadtteil Roppongi.

Weitere bedeutende Stadtzentren und Sehenswürdigkeiten sind Akihabara, auch als Electric City (電気街, denki-machi) bekannt, ein großes Elektronik- und Computereinkaufsviertel und Treffpunkt der Otaku), der Tsukiji-Fischmarkt (größter Fischmarkt der Welt), der Tokyo Dome, der Ueno-Park mit der Einschienenbahn Ueno-Zoo, das Kaufhaus Mitsukoshi und die Rainbow Bridge.

Auch wenn in Tokio der Eindruck von dichter Stadtlandschaft mit wenig Grün überwiegt, gibt es im Stadtgebiet über hundert öffentliche Parks, wobei allerdings schon ein Spielplatz mit ein paar Bäumen als Park gilt. Die größten innerstädtischen Parks Tokios sind der Ueno-Park in Taitō, der Yoyogi-Park und der Shinjuku Gyoen, gefolgt vom Shinjuku-Chūō-Park, dem Hibiya-Park und den Grünanlagen rund um den Kaiserpalast (namentlich Ni-no-Maru-Park, Kita-no-Maru-Park, Chidori-ga-Fuchi-Park und Soto-Bori-Park).

Weitere Parks sind der Inokashira-Park in der Stadt Mitaka, der Koishikawa-Gorakuen, ein Landschaftsgarten auf dem Grundstück eines ehemaligen Daimyō-Anwesens direkt neben dem Tokyo Dome, und der Odaiba-Kaihin-Park, ein beliebter Pärchentreff mit Blick auf die Bucht von Tokio.

Die bekanntesten Vergnügungsparks in Tokio sind der Tokyo Sea Life Park, Hanayashiki, Toshimaen, Tokyo Disney Resort, der Tama-Zoo und der Ueno-Zoo.

Der Tama-Zoo (Tama dōbutsu kōen) ist der größte Zoo von Tokio. Er wurde am 5. Mai 1958 eröffnet und umfasst ein Gelände von 52,3 Hektar. Der Zoo ist in drei ökologische Areale eingeteilt, den asiatischen Garten, den afrikanischen Garten und den australischen Garten. Dazu besitzt er ein Insektarium. In den jeweiligen Gärten werden typische Tiere des jeweiligen Erdteils gezeigt. Er liegt vor dem Bahnhof Tama Dōbutsu Kōen der Keiō-Dōbutsuen-Linie und der Einschienenbahn Tama.

Der Ueno-Zoo ist der älteste Tierpark Japans. Er ist kleiner als der Tama-Zoo und befindet sich im Ueno-Park mitten in der Tokioter Innenstadt. Der Zoo ist durch eine in einem Einschnitt liegende Straße in zwei Teile geteilt, die mit einer Brücke und der Ueno-Zoo Monorail verbunden sind.

Der „Hama-Rikyū-Garten“ an der Mündung des Sumida, ursprünglich der Garten der kaiserlichen Villa, ist bekannt für seinen Meerwasserteich, der auch Ebbe und Flut hat sowie seine mit Wisteria bewachsenen Brücken. Der „Kiyosumi-Garten“ bekam seine gegenwärtige Gestalt von Baron Iwasaki im Jahre 1878. Ein kleiner Teich mit circa 10.000 Karpfen ist umgeben von großen Felsen, die aus ganz Japan stammen. 1924 wurde er der Stadt Tokio geschenkt.

Sehenswert sind auch die weiter im Westen, hinter den Vororten, gelegenen Teile der schönen Gebirgslandschaft des Chichibu-Tama-Nationalparks.

Neben der Sportart Sumō, dessen Turniere in Tokio im Januar, Mai und September stattfinden, sind Baseball und Fußball in Japan sehr populär. Die Spielpläne werden in den Tageszeitungen veröffentlicht.

Die traditionellen Sportarten wie Aikidō, Judo, Karate, Kyūdō und Kendō sind überwiegend nur in den jeweiligen Schulen zu bestimmten Zeiten zu besichtigen. Wer in Tokio joggen möchte, findet am Wassergraben um den Kaiserpalast viele Gleichgesinnte.

Mehrere olympische Bauten, unter anderen das Olympiastadion, befinden sich im Yoyogi-Park in der Nähe des Meiji-Schreins. Die Sportstätten wurden anlässlich der Olympischen Spiele im Jahre 1964 nach Plänen des Architekten Kenzō Tange (1913–2005) erbaut.

Jährlich Anfang April öffnen sich in Tokio die Kirschblüten (sakura no hana). Sie symbolisieren Schönheit, Perfektion, aber auch Vergänglichkeit auf der Höhe des Ruhmes. Die Menschen in Japan verehren die blassrosa Pracht deshalb als Sinnbild für ein kurzes, aber erfülltes Leben. Die Kirschblüte ist auch die offizielle Pflanze von Tokio.

In den etwa zwei Wochen, in denen die Kirschen in der Stadt blühen, treffen sich Japaner zum Picknick (Hanami, wörtlich Blütenschau) in den Parks mit Freunden, Kollegen und Familie. Die Kirschblüte ist auch ein Anlass, zu für ihre Kirschblüte besonders berühmten Parks und Gegenden zu reisen oder bekannte Sehenswürdigkeiten neu zu erleben. Berühmt für ihre Kirschblüten sind der Ueno-Park und der Park des Kaiserpalasts.

In Tokio hat man die Auswahl unter mehr als 50.000 Restaurants. Kulinarisch betrachtet ist die Stadt aufregend und abenteuerlich, wenn man die heimischen Spezialitäten probiert. Diese bieten eine überraschend große Auswahl von preiswerten Nudelsuppen bis zum aristokratischen Kaiseki. Die Hauptrolle in der traditionellen japanischen Küche spielen Fisch, Reis, Sojabohnen und Gemüse. Am bekanntesten ist Sashimi (roher Fisch).

Für die Haute Cuisine in Japan steht Kaiseki. Dieses aufwändige Genusserlebnis besteht aus einer Vielzahl kleiner Leckerbissen und verkörpert die drei Ideale der einheimischen Küche: aufwändige Zubereitung, dekoratives Anrichten und erlesenes Ambiente. Es gilt als Krönung der japanischen Kochkunst und es werden nur absolut frische und möglichst naturbelassene Lebensmittel verwendet. Kaiseki, das sich aus einer Zwischenmahlzeit zur Teezeremonie entwickelte, wird heute in noblen Restaurants und Hotels serviert.

Die Japaner haben aber auch mit Rind, Geflügel und Schwein experimentiert und Köstlichkeiten wie Teppanyaki, Shabu-Shabu und Sukiyaki entwickelt. Besonders schmackhaft ist das marmorierte einheimische Rindfleisch, dessen teuerste Marke das Kobe-Rind ist. Ein einfaches Mittag- oder Abendessen für jeden Tag bieten die zahlreichen Nudelrestaurants, die Udon, Soba oder Ramen preiswert an. Viele der kleinen Nudellokale in Tokio sind selbst nachts geöffnet und es gibt sie in fast jeder Straße.

Genauso beliebt sind nationale Spezialitätenrestaurants, „ethnic food“ genannt. Unter diesem Begriff verstehen Japaner alles, was nicht japanische oder westliche Küche ist. Vorrangig finden sich hier chinesische, koreanische (Yakiniku), indische (Curry), thailändische und vietnamesische Restaurants. Auch gibt es in Tokio eine signifikante Anzahl deutscher Restaurants. Modewellen bringen alle paar Jahre neues ethnic food nach Japan, die letzten Trends waren Bali food und Okinawa-Küche. Tokio als Weltstadt versammelt auch eine große Anzahl nationaler und internationaler Fastfood-Restaurant- und Café-Ketten, darunter MOS Burger, Royal Host, Yoshinoya, Kentucky Fried Chicken und Starbucks.

Viele Fabriken, Universitäten, Krankenhäuser und andere Einrichtungen haben seit den 1930er Jahren ihren Standort in die Außenbezirke Tokios verlagert. Ab Mitte der 1950er Jahre beschleunigte sich dieser Prozess, als Japan einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Aufschwung erlebte. Aufgrund des Bevölkerungswachstums entstanden Subzentren in den (damaligen) Randgebieten wie Ikebukuro, Shinjuku und Shibuya. Dort haben sich verschiedene Dienstleistungsbetriebe – unter anderem des Einzelhandels und des Finanzwesens – angesiedelt. Mittlerweile ist die Großstadt Tokio (首都圏, shutoken; wörtlich: Hauptstadt-Gebiet) in die umliegenden Präfekturen Ibaraki, Tochigi, Gunma, Saitama, Chiba, Kanagawa und Yamanashi hineingewachsen.

Am Ufer der Tokiobucht konzentrieren sich die modernen Großindustrien der Stadt. Dort liegt zwischen Tokio und Yokohama das größte Industriegebiet Japans. Der dominierende Wirtschaftszweig ist die Schwerindustrie, die mehr als zwei Drittel des Gesamtproduktionswertes erwirtschaftet. Die Leichtindustrie ist breit gefächert: Hergestellt werden chemische Produkte, Kameras, Maschinen, Metallwaren, Nahrungsmittel, optische Geräte und Textilien sowie eine große Vielfalt an Konsumgütern.

Die Wirtschaft der Stadt ist hoch effizient, ihre Stärken liegen besonders im Internationalen Handel und in der forschungsintensiven Hochtechnologie. Aufgrund des hohen Lohnniveaus haben Tokioter Firmen schon in den 1970er Jahren begonnen, ihre Produktion besonders nach Südostasien auszulagern. Die in diesen Ländern geschaffene Infrastruktur hat es aber in den letzten Jahren auch dortigen einheimischen Unternehmen erlaubt, zu ausgewachsenen Konkurrenten für die Tokioter Industrie heranzuwachsen.

In den 1980er Jahren stiegen in Tokio die Grundstückspreise stark an. Es kam zu einem Immobilien-Boom (Bubble Economy), wobei die Grundstücke von Unternehmen als Sicherheiten für immer höhere Kredite benutzt wurden. Gleichzeitig stieg der Wert der Aktien und der Wert des Yen gegenüber dem US-Dollar, aber auch die Staatsverschuldung des Landes. Die Unternehmen hatten sehr viel Kapital zur Verfügung, das teilweise zur Akquirierung von Unternehmen außerhalb Japans, vor allem in den USA, verwendet wurde, aber auch zu großer Geldverschwendung führte.

Die Situation wurde riskant, als die Banken begannen, durch die überbewerteten Immobilien gegenfinanzierte Kredite auszugeben. Im Jahre 1990 platzte die Blase. Die Grundstückspreise sanken auf ein Viertel zurück, der Wert der Aktien kollabierte, und die Banken saßen auf ihren „faulen Krediten“. Seitdem befand sich die Tokioter Wirtschaft in einer Phase der Wirtschaftsflaute und Deflation, auch die Asienkrise 1997/1998 verhinderte eine Erholung.

Das Regierungskabinett um Premierminister Junichirō Koizumi hat am Anfang dieses Jahrtausends teilweise vergeblich Anstrengungen zur Privatisierung von Staatsunternehmen und zur Deregulierung der japanischen Wirtschaft unternommen. Hinweise auf eine Besserung der Lage geben der China-Boom, der in den letzten Jahren eingesetzt hat, und Fortschritte in der Robotik-Forschung. Auch ist es den Banken seit Anfang der 1990er Jahre gelungen, eine Vielzahl der „faulen Kredite“ abzuschreiben und durch Fusionen den Sektor zu stabilisieren. Tokio ist heute neben New York und London einer der drei globalen Finanzplätze.

Mit dem Beginn der Meiji-Zeit zwischen 1868 und 1912 wurde in Japan ein Eisenbahnnetz errichtet, in dessen Zentrum Tokio liegt. Die Stadt ist über Hauptlinien mit allen Teilen des Landes verbunden und ein gut ausgebautes Nebenliniennetz durchzieht das nahe Hinterland. Von den wichtigsten Bahnhöfen der Stadt – Ikebukuro, Shibuya, Shinagawa, Shinjuku, Tokio (Hauptbahnhof) und Ueno, in der Nähe befindet sich auch die Ueno-Zoo Monorail – werden täglich mehrere Millionen Pendler befördert. Da die existierenden Hauptverbindungen bald überlastet waren, sind neue Expresslinien (Shinkansen) eröffnet worden. Heute verkehren zwischen Tokio und Fukuoka Hochgeschwindigkeitszüge, die in circa fünf Stunden eine Entfernung von rund 1.070 Kilometern zurücklegen.

Der Flughafen Haneda an der Tokiobucht südlich des Stadtzentrums diente lange Zeit sowohl dem internationalen als auch dem inländischen Flugverkehr, bis im Jahre 1978 der neue Flughafen Tokio-Narita 55 Kilometer östlich des Stadtzentrums in der Präfektur Chiba eröffnet wurde. Auf diesem ist im April 2002 eine zweite Start- und Landebahn in Betrieb genommen worden, die dem Kurz- und Mittelstreckenbetrieb innerhalb Asiens dienen soll. Über den Flughafen Haneda werden heute vorwiegend Inlandsflüge abgewickelt. Auch für den Flughafen Haneda ist eine zweite Landebahn geplant, um der wachsenden Nachfrage nach Inlandflügen nachkommen zu können.

Der Flughafen Narita wird von fast allen internationalen und nationalen Fluggesellschaften angeflogen. Er kann über zwei Bahnlinien erreicht werden. Dies sind der JR Narita Express mit den Haltestellen in Tokio, Shinjuku, Ikebukuro und Yokohama und die private Keisei-Linie mit den Zügen Skyliner und Limited Express, die den Bahnhof Ueno mit dem Flughafen Narita verbinden. Der Flughafen Haneda ist durch die Tokyo Monorail an die Yamanote-Linie angebunden.

Der Hafen von Tokio bildet in der Bucht von Tokio zusammen mit dem Westen von Yokohama und dem Osten von Chiba eine Einheit. 25 Prozent aller Industriegüter werden hier weltweit verschifft. Der jährliche Güterumschlag beträgt damit über 360 Millionen Tonnen. Die meisten Industrien sind am Hafen angesiedelt, was die rasche Expansion der baulichen Maßnahmen erklärt.

Die Modernisierung des Straßennetzes der Stadt gestaltete sich besonders schwierig, da die Straßen der alten Stadt Edo sehr eng und gewunden und für den Autoverkehr völlig ungeeignet waren. Vor den Olympischen Spielen, die im Jahre 1964 in Tokio stattfanden, wurden jedoch strahlenförmig vom Stadtzentrum ausgehende Hauptverkehrsstraßen und Stadtautobahnen gebaut. Sie verbinden das Zentrum Tokios mit acht neuen Ringstraßen.

Seit den 1960er Jahren ist der private Autoverkehr allmählich zugunsten des öffentlichen Busverkehrs reduziert worden. Der Straßenverkehr wird auch heute noch durch die meist engen Straßen und die fehlenden Parkplätze eingeschränkt.

Seit der Eröffnung des ersten Streckenabschnitts der Tokioter U-Bahn am 30. Dezember 1927 entstand ein Netz mit zwölf Linien und einer Gesamtlänge von 292,6 Kilometern, eines der größten der Welt. Für das Jahr 2007 ist die Inbetriebnahme einer weiteren Linie mit einer Länge von 8,9 Kilometern geplant.

Die U-Bahn von Tokio ist eine der am stärksten in Anspruch genommene U-Bahnen der Welt. Im Unterschied zu den meisten Metros anderer Städte werden auf den verschiedenen Linien der Tokioter U-Bahn Fahrzeuge mit verschiedenen Spurweiten, Stromabnehmersystemen und Spannungen eingesetzt, sodass diese Fahrzeuge jeweils nur auf ihren Linien verkehren können. Die U-Bahn wird von zwei Betrieben geleitet, der Tokyo Metro und der Toei (Verkehrsamt der Präfektur Tokio).

Die Stadt ist auch von einem dichten Netz von S-Bahnen der JR East und privaten Vorortbahnen wie der Keiō-Linie und der Odawara-Linie durchzogen. Wichtigste S-Bahnen sind die Yamanote-Linie und die Chūō-Hauptlinie.

Der öffentliche Verkehr wird außerdem von städtischen und privaten Bussen sowie der Toden Arakawa-Linie (Straßenbahn) und diversen alternativen Schienensystemen wie der Yurikamome bewältigt. Über 80 Prozent der beförderten Personen werden in Tokio mit dem Bahnnetz befördert. Trotzdem gibt es in Tokio aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens noch große Probleme.

Weil der Platz knapp ist, liegen einige Fahrschulen auf Dächern. Die älteste, im Norden Tokios, seit 1966 auf einem („Ito-Yokado“) Supermarkt, führt dort 35 Autos, je mit Fahrlehrer, auf imitierten Kreuzungen und Zebrastreifen. Der Motorrad-Unterricht wurde wegen Absturzgefahr gestrichen. Die Idee haben längst auch andere japanische Städte aufgegriffen.

Tokio ist Mittelpunkt des Bildungswesens in Japan. Die zahlreichen staatlichen und privaten Universitäten der Metropolregion machen ein Viertel aller Universitäten des Landes aus, an denen ungefähr ein Drittel aller Studenten Japans eingeschrieben sind.

Die Universität Tokio (Tōkyō daigaku, bekannt unter der Abkürzung Tōdai) ist die älteste und renommierteste staatliche Universität Japans. Sie besitzt fünf Campus – vier in den Tokioter Stadtbereichen Hongo, Komaba, Shirokane und Nakano, und einen in Kashiwa in der Präfektur Chiba – sowie zehn Fakultäten mit insgesamt circa 28.000 Studenten, von denen 2.100 Ausländer sind. Obwohl so gut wie jeder akademische Zweig an der Tōdai unterrichtet wird, ist sie vermutlich am meisten für ihre Jura- und Literatur-Fakultäten bekannt. Viele wichtige japanische Politiker sind Absolventen der Tōdai. Der Hauptcampus liegt auf dem ehemaligen Grundstück von Kaga Yashiki, einem Feudalherren der Edo-Zeit. Eine prominente Begrenzung des dortigen Universitätsgeländes, das Akamon (Rotes Tor), ist ein Überbleibsel aus dieser Zeit.

Die Keiō-Universität (Keiō gijuku daigaku) ist Japans älteste und eine der prestigeträchtigsten Einrichtungen für höhere Bildung. Sie wurde 1858 vom berühmten Erzieher und Autor Fukuzawa Yukichi als Privatschule für westliche Studien gegründet und richtete 1890 ihre erste Fakultät ein. Obwohl Keiō die erste fortschrittliche Schule in Japan war, verblasste ihre Bedeutung rasch neben der staatlich unterstützten Universität Tokio. Ein Grund dafür mag das getrübte Verhältnis von Fukuzawa Yukichi zu den Samurai gewesen sein, die die damalige Meiji-Regierung stützten. Keiō wetteifert in der Rangordnung noch immer mit der Waseda-Universität um Platz zwei. Ein berühmter ehemaliger Student der Keio ist Junichirō Koizumi, von 2001 bis 2006 Premierminister von Japan. Der Hauptcampus liegt im Tokioter Stadtteil Mita. Zusätzlich gibt es noch die Campus Hiyoshi, Shonan-Fujisawa und New York Keiō.

Die Waseda-Universität (Waseda daigaku) liegt im Norden des Stadtbezirks Shinjuku. Die Schule wurde von dem gelehrten Samurai Ōkuma Shigenobu im Jahre 1882 gegründet und 1902 zu einer vollwertigen Universität erklärt. Große Teile des Campus wurden während der Bombardierung Tokios im Zweiten Weltkrieg zerstört, doch die Universität wurde wieder aufgebaut und 1949 wiedereröffnet. Wasedas Literaturzweig ist besonders berühmt und zählt Haruki Murakami und Machi Tawara zu seinen Absolventen. Einige berühmte Politiker, zum Beispiel der ehemalige Premierminister Mori Yoshirō und die ehemalige Außenministerin Makiko Tanaka, sind ebenfalls ehemalige Waseda-Studenten. Die Universität war auch an der Entwicklung von WL-16, einem laufenden Roboter, beteiligt.

Weitere Universitäten sind die Chūō-Universität, die Hosei-Universität, die Rikkyō-Universität, die Sophia-Universität, die Tokyo Woman's Christian University, die Tokyo National University of Fine Arts and Music, die Musashino Art University und die Landwirtschaftsuniversität Tokyo (Tōkyō nōgyō daigaku). Nahe dem Kaiserpalast befinden sich die staatliche Bibliothek des Unterhauses und das Staatsarchiv.

In Tokio sind zahlreiche bekannte Persönlichkeiten geboren. Dazu gehören unter anderem die US-amerikanische Sängerin Nikka Costa, die US-amerikanischen Filmschauspielerinnen und Schwestern Joan Fontaine und Olivia de Havilland, der Maler Takashi Murakami, der US-amerikanische Japanologe Edwin O. Reischauer, die japanische Prinzessin Takamatsu, die norwegische Schauspielerin und Regisseurin Liv Ullmann und der Journalist des deutschen Fernsehens und Moderator Ulrich Wickert.

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Erzbistum Tokio

Das Erzbistum Tokio (lat.: Archidioecesis Tokiensis; jap.: カトリック東京大司教区, Katorikku Tōkyō Daishikyōku) ist eine in Japan gelegene Erzdiözese der römisch-katholischen Kirche mit Sitz in Tokio.

Es wurde am 1. Mai 1846 als Apostolisches Vikariat Japan gegründet. Bereits am 22. Mai 1876 kam es zur Gründung eines zweiten Vikariates in Japan, so dass der neue Name des Vikariates Japan auf Nordjapan abgeändert wurde. Mit der Gründung des Bistums Nagasaki, am 15. Juni 1891 wurde das Apostolische Vikariat zu einem Erzbistum erhoben. 1922 und 1937 verlor Tokio noch einmal Diözesangebiet zur Errichtung weiterer Diözesen; es ist seit 1937 auf das Gebiet der japanischen Präfekturen Tokio und Chiba beschränkt. Seit 1954 besteht eine Bistumspatenschaft zwischen dem Erzbistum Tokio und dem Erzbistum Köln, die vom damaligen Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Frings initiiert wurde.

Der Erzbischof von Tokio wird für gewöhnlich Kardinal.

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ATP Tokio

Die AIG Japan Open Tennis Championships sind ein japanisches Herren-Tennisturnier. Der Wettbewerb wurde erstmals 1973, zunächst auf Teppich, später auf Sand, veranstaltet und wird seitdem jährlich in Tokio ausgetragen. Aktuell wird er auf Hartplatz gespielt und ist Teil der ATP 500 Series.

Rekordsieger ist der Schwede Stefan Edberg mit vier Erfolgen.

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U-Bahn Tokio

Ein Zug der Ginza-Linie verlässt den Bahnhof "Asakusa"

Die U-Bahn von Tokio (jap. 東京の地下鉄, Tōkyō no chikatetsu) ist mit jährlich ca. 2,9 Milliarden Fahrgästen das am stärksten in Anspruch genommene U-Bahn-System der Welt. Die 13 Linien der Tokioter U-Bahn werden täglich von durchschnittlich 7,8 Millionen Fahrgästen genutzt (zuzüglich S- und Regionalbahnen). Betreiber sind zwei unabhängige Unternehmen: die städtisch-staatliche Aktiengesellschaft Tokyo Metro und die städtische Toei-U-Bahn.

Eine Besonderheit ist die Verknüpfung und gemeinsame Nutzung der Strecken mit insgesamt elf privaten Bahngesellschaften. Bei zehn U-Bahn-Linien erfolgt eine umsteigefreie Durchbindung der Vorstadt- und Regionalzüge in das U-Bahn-Netz. Je nach kooperierender Vorortbahn haben die einzelnen U-Bahn-Linien verschiedene Spurweiten.

Die erste U-Bahn-Linie wurde am 30. Dezember 1927 zwischen Asakusa und Ueno eröffnet (heute ein Teil der Ginza-Linie). Ihr Bau und ihre Planung gehen auf den Tokioter Bürgermeister Goto Shimpei (1920–23) zurück.

Die Tokyo Metro Co. Ltd. wurde 1941 als Teito Rapid Transit Authority – bekannt als Eidan – zwecks Ausbau der Ginza-Linie und Bau von acht anderen Linien (Marunouchi, Hibiya, Tōzai, Chiyoda, Yūrakuchō, Hanzōmon, Namboku, and Fukutoshin) gegründet. Die Aktien befinden sich zur Zeit noch komplett im Besitz des Staates und der Präfektur Tokio. Heute bedient sie mit 9 Linien täglich 5,8 Millionen Passagiere auf 192,1 km Streckenlänge und 141 Bahnhöfen. Tokyo Metro erzielte im Fiskaljahr 2005 einen Profit von 43,53 Milliarden Yen und ist damit neben der Hongkonger U-Bahn der weltweit einzige profitabel arbeitende U-Bahn-Betreiber.

Die Toei-U-Bahn wurde 1960 von der Präfektur Tokio gegründet. Sie transportiert täglich 2 Millionen Passagiere auf 4 Linien mit 109 km Streckenlänge und 106 Bahnhöfen. Toei ist die Abkürzung für „von der Hauptstadtpräfektur betrieben“. Verantwortlich ist das Verkehrsamt von Tokio, das auch die meisten Buslinien und die einzige Straßenbahnlinie in Tokio betreibt.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere Bahnlinien, die teilweise unterirdisch verlaufen, beispielsweise die TWR Rinkai-Linie, der Abschnitt Shinagawa–Ryōgoku der JR Yokosuka-Linie und die JR Keiyō-Linie zwischen Tokio und Shin-Kiba. Baulich gesehen sind sie U-Bahnen. Da ihre Trassen jedoch getrennt und unabhängig vom eigentlichen U-Bahn-Netz betrieben werden, werden sie hier nicht als U-Bahn aufgeführt.

Die Linie 13 / Fukutoshin-Linie besteht bisher bereits auf dem Abschnitt zwischen Ikebukuro und Kotake-Mukaihara als Parallelstrecke zur Yūrakuchō-Linie. Bis Mitte 2008 soll sie östlich parallel zur Yamanote-Linie bis Shibuya verlängert werden und etwa 2013 auf die Tōkyū Tōyoko-Linie in Richtung Yokohama zulaufen.

Toei plant, die Mita-, Ōedo- und Asakusa-Linien bis 2015 zu verlängern.

Nachlass beim Übergang zwischen den Netzwerken der beiden U-Bahn-Gesellschaften: 70 JPY.

Kinder und Jugendliche bis 12 Jahre zahlen die Hälfte, aufgerundet auf 10 JPY.

Beide Betreiber sind an das Pasmo-Fahrkartenverbundsystem angeschlossen, das mit dem Suica-Verbund kompatibel ist. Mit der gleichen Wert- oder Abbuchungskarte können alle U-Bahn-Linien sowie 52 weitere Bahngesellschaften (inklusive der JR-S-Bahn) genutzt werden. Ein Fahrkartenkauf ist nicht nötig, da der Fahrpreis an den Ein- und Ausgängen der Bahnhöfe direkt von der Pasmo-Karte abgebucht wird.

Das bisherige Passnet-System läuft aus. Passnet-Karten werden nicht mehr verkauft und können nur noch an Fahrkartenautomaten eingesetzt werden.

Pasmo ist ein gemeinsames Bezahlsystem, aber kein Tarifverbund, wie er in deutschen Städten üblich ist. Beim Wechsel zwischen verschiedenen Betreibern wird in jedem Fall jeweils ein weiteres, wenn auch reduziertes Entgelt fällig. Das gilt unabhängig davon, ob der Fahrgast eine Einzelfahrkarte löst oder direkt an der Sperre mit der Pasmo-Karte bezahlt.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das Problem: Jemand fährt vom Bahnhof Meiji-Jingūmae in westlicher Richtung nach Shimo-Kitazawa. Die Entfernung beträgt nur vier Stationen oder 3,6 km. Bis zum Bahnhof Yoyogi-uehara wird die Linie von Tokyo Metro betrieben, danach von Odakyū. Der Fahrgast muss zwar nicht unbedingt umsteigen, weil viele Züge durchgebunden werden, aber er bezahlt für die Fahrt 260 Yen. Das entspricht dem Mindestpreis von Tokyo Metro (160 Yen) plus dem Mindestpreis von Odakyū (120 Yen), abzüglich eines Nachlasses von 20 Yen. Das ist deutlich teurer als eine Fahrt über dieselbe Entfernung bei einem einzelnen Betreiber: Tokyo Metro berechnet bis 6 km 160 Yen, Odakyū berechnet für 4 bis 6 km 150 Yen.

Im Gegensatz zu den Untergrundbahnen anderer Städte werden auf den verschiedenen Linien der Tokioter Netzes Fahrzeuge mit drei verschiedenen Spurweiten, verschiedenen Stromabnehmersystemen und Spannungen eingesetzt, so dass diese Fahrzeuge jeweils nur auf ihren Linien verkehren können.

Außergewöhnlich ist die Antriebstechnik der Ōedo-Linie. Aufgrund der Streckenführung in großer Tiefe und damit sehr hohen Baukosten (so betrugen die Baukosten pro Meter an der mit 42,3 Metern tiefsten Stelle am Bahnhof Roppongi bis zu 30 Millionen Yen) musste der Tunnelquerschnitt und damit die Wagenhöhe möglichst gering gehalten werden. Um die Bauhöhe zu minimieren, haben die Züge keine herkömmlichen Motoren, sondern Linearmotoren – die Züge „ziehen“ sich mit Hilfe von Magneten an Metallplatten durch den Tunnel.

Mit einem größeren Erdbeben wird gerechnet; statistisch ist es überfällig. Die U-Bahn-Anlagen sind so ausgelegt, dass sie ein Beben mit dem Ausmaß des Großen Kantō-Erdbebens von 1923 überstehen. Durch 31 im Netz installierte Seismometer können beim Auftreten eines Vorbebens sofort die Züge in den betroffenen Abschnitten gestoppt werden.

Wie in Japan üblich ist der Bahnsteigbereich an allen U-Bahnhöfen abgesperrt. Zugang erhalten nur Fahrgäste mit gültigem Fahrschein, den sie bis zum Verlassen des Bahnhofs aufheben müssen, denn auch den Zielbahnhof können sie nur durch eine Sperre verlassen. An den Ausgängen ziehen die Ticketlesegeräte die benutzten Einzelfahrscheine ein, Zeitkarten natürlich nicht.

In der Regel wird jeder Bahnsteig nur von einer U-Bahn-Linie bedient, da die einzelnen Linien baulich voneinander weitgehend getrennt verlaufen. Die Entfernung von einem zum nächsten Bahnsteig innerhalb eines U-Bahnhofs kann mehrere hundert Meter betragen.

Einige wenige Bahnhöfe, z.B. der Bahnhof Ōtemachi, haben separate Zugangssperren für die einzelnen Bahnsteige. Wer hier nicht aus-, sondern umsteigen möchte, sollte den Bahnsteigbereich nur durch besonders markierte Sperren verlassen. Dort behalten die Ticketlesegeräte den Einzelfahrschein ausnahmsweise nicht ein. Die Fahrgäste nehmen ihren benutzten Fahrschein mit und haben 30 Minuten Zeit zum Umsteigen. Innerhalb dieser Zeit wird der Fahrschein von den Ticketlesern am Eingangsbereich der gewünschten Linie akzeptiert.

Fast 90 Prozent der Bahnhöfe sind klimatisiert. Alle Bahnhöfe haben Mobiltelefonempfang, und eine große Anzahl der Bahnhöfe ist mit Wireless-LAN ausgestattet. (Zwischen den Bahnhöfen haben die Mobiltelefone in der Regel keinen Empfang, zumal Telefongespräche in den Zügen unerwünscht sind.) Im Rahmen der Privatisierungsaktivitäten werden immer mehr Bahnhöfe neben Kiosken auch mit weiteren Geschäften ausgestattet.

Am 12. Oktober 2007 sind an über 600 Bahnhöfen im Raum Tokio die Ticketleser, die den Zugang zu den Bahnsteigen kontrollieren, ausgefallen. Betroffen waren neben der Tokioter U-Bahn auch Zugangssperren der JR und weiterer Bahngesellschaften.

Die U-Bahn in Tokio gilt als sehr gut gewartet und sicher. Der in der Geschichte bisher einzige Unfall mit Todesfolge war die Entgleisung eines Zuges der Hibiya-Linie in der Nähe des Bahnhofs Naka-Meguro mit fünf Todesopfern und 60 Verletzten.

Das wohl schlimmste Ereignis in der Geschichte der Tokioter U-Bahn waren die fünf abgestimmten Sarin-Gas-Anschläge durch die Ōmu-Shinrikyō-Sekte am 20. März 1995 auf Linien, die durch das Regierungsviertel führen. 12 Menschen starben, und mehrere tausend wurden teilweise schwer verletzt.

Pro Jahr gibt es etwa 10 bis 20 Selbstmorde. Da ein Ausfall einer Linie große Menschenmengen betrifft, soll die Strecke in der Regel innerhalb von 30 Minuten wieder geräumt sein.

Mit nur 736 gemeldeten Straftaten ist die Kriminalität international gesehen auf sehr niedrigem Niveau. Ein Problem sind aber sexuelle Übergriffe auf Frauen (siehe auch Chikan).

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Source : Wikipedia