Tina Turner

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Geschrieben von bishop 26/02/2009 @ 00:52

Tags : tina turner, schauspieler, kultur

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Tina Turner

Tina Turner (2008)

Tina Turner (* 26. November 1939 in Nutbush, Tennessee, eigentlich Anna Mae Bullock) ist eine US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin. Sie lebt mit ihrem deutschen Lebensgefährten Erwin Bach in Küsnacht bei Zürich/Schweiz und in Südfrankreich. Tina Turner ist Mutter von zwei Söhnen.

Die ersten Erfahrungen als Sängerin sammelte die kleine Anna Mae im Kirchenchor ihrer Gemeinde Nutbush, Tennessee. Nach schwieriger Zeit, während der sie bei ihrer Großmutter Roxanne lebte und sich ihre Eltern trennten, zog sie 1955 zu Mutter Zelma Bullock und Schwester Alline nach St. Louis. Dort lernte sie 1958 Ike Turner mit seiner Band Kings Of Rhythm kennen und wurde deren Backgroundsängerin. 1960 nahm sie das Lied „A Fool in Love“ auf. Sie sprang dabei kurzfristig als Solosängerin ein, da der vorgesehene Sänger (Art Lassiter) ausfiel. Der Titel schaffte es im August auf Platz 27 der US-Charts. Aus Promotiongründen gab Ike Anna Mae daraufhin den Namen Tina und nannte seine Band in "Ike & Tina Turner" um. Tina und Ike, die inzwischen auch eine intime Beziehung verband, gingen in der Folge mit der Ike & Tina Turner Revue auf Tournee. Zunächst in den USA, später auch durch Europa und Australien. 1962 heirateten die beiden in Tijuana /Mexiko.

Die Revue brachte viele Jahre großen Erfolg, auch finanziell. Darüber hinaus gingen die Turners mit den Rolling Stones auf Tournee. Tina Turner nahm 1966 mit Produzent Phil Spector die in Großbritannien erfolgreiche Single „River Deep, Mountain High“ auf, wodurch Ike & Tina Turner auch in Europa wesentlich bekannter wurden. 1975 spielte Tina Turner in der Verfilmung der Rockoper „Tommy“ von The Who mit.

Im Kontrast zum zunehmenden musikalischen Erfolg stand die Verschlechterung des Privatlebens Tina Turners. Im Laufe der 60er Jahre verfiel Ike Turner immer mehr den Drogen. Auch ließ er Tina wenig Freiheiten, sowohl privat als auch bei Bühnenauftritten. Bei letzteren bestimmte Ike, wie Tina bestimmte Passagen zu singen hatte. Tat sie es nicht nach seinem Wunsch, schlug er sie – vor allem wenn er unter Einfluss von Drogen stand – oft. Des Weiteren beschuldigte Tina ihren Ex-Ehemann später, sie auch betrogen und mehrfach den Tatbestand der Vergewaltigung in der Ehe erfüllt zu haben.

1976 wehrte sich Tina, als Ike sie grundlos schlug. Nachdem sich daraus eine lange Schlägerei entwickelte, verließ sie, aus mehreren Wunden blutend, Ike spontan und beantragte die Scheidung. Diese wurde im Jahre 1978 rechtskräftig; dabei verzichtete Tina Turner, um den langwierigen Scheidungsprozess zu beenden, auf Unterhalt sowie alle Rechte an der gemeinsamen Musik, sie behielt einzig ihren Künstlernamen. Ike Turner verstarb im Dezember 2007.

Tina Turner konnte solo nicht direkt an die Erfolge der Revue anknüpfen und hielt sich durch Tourneen in verschiedenen Erdteilen, deren Konzerte allerdings meist in kleinen Räumlichkeiten vor oft nur wenigen hundert Zuschauern stattfanden, über Wasser. Das Album "Rough", das 1978 erschien, verkaufte sich sehr schlecht, ebenso das ein Jahr später erschienene Album "Love Explosion". In diesen unternahm sie musikalisch u. a. Ausflüge in die Disco-Musik. Mit ihrem Bühnenprogrammen, insbesondere den in den frühen 80er Jahren aufgeführten »Nice 'N' Rough«-Konzerten, arbeitete sich Tina Turner Anfang der 80er Jahre allmählich nach oben. Dabei wurde sie ab 1979 von ihrem neuen Manager, dem Musikproduzenten Roger Davies, der sich zum Ziel gesetzt hatte, Tina Turner aus ihrem Karrieretief herauszubringen, unterstützt. Die Shows fanden sowohl beim Publikum als auch bei namhaften anderen Künstlern großen Anklang. Tina Turner hatte in der Folge Gastauftritte, u.a. bei Tom Jones, Rod Stewart, später bei David Bowie, und spielte im Vorprogramm bei einigen Konzerten der Rolling Stones in den USA. Die großen Plattenfirmen sahen in Tina Turner zunächst dennoch einen kaum vermarktbaren Altstar.

1982 beteiligte sie sich als eine von mehreren Gaststars am Album Music of Quality and Distinction der Gruppe British Electric Foundation, die aus Mitgliedern der Band Heaven 17 bestand. Tina Turners Version des Songs Ball of Confusion auf diesem Album wurde überraschend ein Hit in Norwegen . Dieser Erfolg und vor allem ihre gesangliche Leistung überzeugten die Produzenten, eine Single mit Tina Turner bei der Plattenfirma Capitol Records in London aufzunehmen, die 1983 erschien. Auf dieser wurde der Al-Green-Song „Let's Stay Together“ gecovert. Auch David Bowie soll indirekt Anteil am Entstehen dieser Single gehabt haben: Tina Turner trat zu jener Zeit regelmäßig in der New Yorker Diskothek Ritz auf. Zu einem dieser Auftritte soll Bowie u.a. die wichtigsten Personen der Capitol Records/EMI eingeladen haben. Gemäß dieser Version soll Tina Turner erst bei dieser Gelegenheit von der Plattenfirma wiederentdeckt worden sein. Daraufhin entschied sich Capitol, eine Single mit Tina Turner, unter Mitwirkung von B.E.F., zu produzieren. "Let's Stay Together" wurde in vielen europäischen Ländern ein Hit und erreichte z. B. in England Platz 6. Etwas später erreichte das Stück in den USA Platz 26 der Pop- und Platz 3 der R&B-Hitparade. Daraufhin beschloss Capitol Records, ein ganzes Album mit Tina Turner zu produzieren.

1984 wurde dieses Album, „Private Dancer“, veröffentlicht; die erste Single-Auskopplung, „What's Love Got to Do With It“, schaffte es auf Platz 1 der Billboard-Charts. Im Februar 1985 erhielt Tina Turner drei Grammy-Awards: für die beste weibliche Gesangsdarbietung („What's Love…“), die beste weibliche Rockgesangsdarbietung („Better Be Good to Me“) und die Schallplatte des Jahres („What's Love…“).

1985 spielte Tina Turner die Rolle der Aunty Entity im Film „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“ (Mad Max – Beyond Thunderdome, mit Mel Gibson). Schon Jahre zuvor hatte Tina Turner geäußert, dass sie ein großer Fan der Mad-Max-Reihe ist. In ihrer Biografie „Ich, Tina“ erwähnte sie „Mad Max II – Der Vollstrecker“ als ihren Lieblingsfilm. Ebenfalls 1985 hatte sie mit dem Titelsong aus obigem Film, „We Don't Need Another Hero“, einen Nummer-1-Hit in Deutschland und sang in der Wohltätigkeitssingle „We Are the World“ mit. Noch im gleichen Jahr tourte sie erstmals durch ganz Europa und trat 1988 in Rio de Janeiro vor 188.000 Menschen auf, was ihr einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde als Solokünstlerin mit dem größten Konzertauftritt bescherte.

1986 folgte das Album „Break Every Rule“, das kommerziell sehr erfolgreich war. Der erste Teil ist ausschließlich von Terry Britten („What's Love Got to Do with It“) geschrieben und produziert und enthielt die Hitsingles „Typical Male“, „Two People“ und „What You Get Is What You See“ – diese Stücke sind nach Meinung einiger zu Unrecht überwiegend in Vergessenheit geraten. Der zweite Teil des Albums wartet mit Songs von Bryan Adams wie „Back where you started“ oder von Rupert Hine, „Break Every Rule“, auf. Auch diese Songs sind auf Best-Of-Alben nur selten zu finden. Nachdem Turner mit der Veröffentlichung des Live-Doppel-Albums „Live in Europe“ angekündigt hatte, weniger auf Tour zu gehen und sich aus dem Musikbusiness zurückzuziehen, veröffentlichte sie 1989 ihr nächstes Album mit anschließender „Farewell“-Tour: „Foreign Affair“. Erdig-bluesige Aufnahmen (Steamy Windows, Foreign Affair) mit Tony Joe White wechseln sich mit Mainstream-Popproduktionen ab. Die Tour führte sie durch Europa und war ein weiterer Triumphzug. Sie hielt für kurze Zeit den Rekord der erfolgreichsten Tour – bis sich 1991 die Rolling Stones mit „Steel Wheels“ entschieden, "wieder richtig groß zu touren", und sich damit den Rekord für die umsatzstärkste Tournee sicherten.

1992 erschien Tina – What’s Love Got to Do with It?, ein Film über ihr Leben, samt dem entsprechenden Soundtrack. Neben den neuen Tracks, darunter „I Don't Wanna Fight“, nahm Turner hierfür auch die alten Hits der Zeit von Ike & Tina Turner neu auf. 1993 ging sie aus Anlass des Filmes und seines Soundtracks auf Tournee, hauptsächlich in den USA. Sechs Auftritte fanden aber auch in Europa statt: viermal bei Rock over Germany und je ein Auftritt in Basel und Wien. 1995 sang Turner das Titellied zum James-Bond-Film „Golden Eye“. Dieses ist auch auf dem 1996 erschienenen Album „Wildest Dream“ enthalten. 1999 veröffentlichte Tina Turner ihr bisher letztes reguläres Album mit dem Titel „Twenty Four Seven“. Im Jahre 2000 ging sie mit der „24/7 Tour“ (nach eigenen Angaben) zum letzten Mal auf Tournee. Es war die bis dahin aufwändigste Tour Nordamerikas.

Im Herbst 2004 erschien mit „Open Arms“ eine neue Single, die mit zwei weiteren bisher unveröffentlichten Liedern auf Turners zweiter „Greatest-Hits“-Sammlung „All the Best“ zu finden ist. 2005 sollte Tina Turner in dem Film „The Goddess“ die Rolle der indischen Göttin (Kali) spielen, ob der Film jemals fertiggestellt und veröffentlicht wird, steht nach dem Tod des Produzenten und Regisseurs Ismail Merchant nicht fest. Im April 2006 erschien die Single „Teach Me Again“, die Turner mit der italienischen Sängerin Elisa Toffoli aufnahm. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat Tina Turner mehr als 170 Millionen Alben verkauft und von 1984 bis 2000 mehr als 500 Konzerte in 25 Ländern gegeben. Es gibt keine Musikerin, die mehr Eintrittskarten verkaufte als sie. Die „Wildest Dreams Tour“ von 1996/97 war mit über 250 Konzerten ihre längste Tour, dennoch aber nicht ihre erfolgreichste. 2007 sang Turner als Duettpartnerin von Herbie Hancock auf der CD River.

Bei der Gala der Grammy Awards 2008 am 10. Februar 2008 trat Tina Turner mit Beyoncé Knowles auf und begeisterte das Publikum. Einen Tag nach den Grammy Awards 2008 trat Tina Turner bei der Feier des russischen Energiekonzerns Gazprom zu dessen 15. Jahrestag in Russland auf. Als Abschluss des fünfstündigen Konzerts sang sie unter anderem ihre Hits „Private Dancer“ und „Simply the Best“.

Bei der Aufzeichnung der „Oprah Winfrey Show“ gab Turner am 28. April 2008 bekannt, erneut auf Tour zu gehen. Die Tour begann im Oktober 2008 in Nordamerika, der Vorverkauf der Karten startete am 12. Mai. Das Eröffnungskonzert am 1. Oktober in Kansas war bereits nach zwei Minuten ausverkauft. Wegen der guten Vorverkäufe wurde die Zahl der Deutschland-Konzerte der Tour 2009 von ursprünglich angesetzten sieben auf mittlerweile siebzehn (Stand Mitte Oktober 2008) erhöht. Der erste Auftritt fand am 14. Januar in der Kölnarena statt. Auch hier wurde Tina Turner wieder von John Miles unterstützt.

Ike Turner arbeitete mit verschiedenen Plattenfirmen zusammen – teilweise erschienen die selben Titelzusammenstellungen unter anderen Namen, es sind über einhundert verschiedene Schallplatten –, deshalb ist das Erstellen einer Diskografie der Anfangszeit von Tina Turner schwierig.

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David Bowie

David Bowie (2006)

David Bowie (* 8. Januar 1947 in London, bürgerlich David Robert Heyward-Jones) ist ein britischer Musiker, Sänger, Produzent, Schauspieler und Maler. Bowie gilt als einer der einflussreichsten Popkünstler der jüngeren Musikgeschichte.

David Bowie wurde 1947 als unehelicher Sohn von Haywood Stenton Jones und Margaret Mary Burns geboren und wuchs im Londoner Stadtteil Brixton auf. Seine Eltern heirateten acht Monate nach seiner Geburt. Als Bowie sechs Jahre alt war, zog seine Familie in den Mittelklasse-Vorort Bromley.

In seiner Jugend wurde Bowie vor allem durch seinen Bruder Terry kulturell geprägt, der ihn mit Rock ’n’ Roll, den US-amerikanischen Beat-Poeten und Jazz bekannt machte. Terry nahm den 13-Jährigen mit zu Konzerten im Londoner Unterhaltungsviertel Soho. 1964 nahm er seine erste Single Liza Jane auf, die jedoch keinen Erfolg hatte. Über die 1960er Jahre sammelte er Erfahrungen als Sänger und Musiker in verschiedenen Bands wie den Manish Boys oder den Lower Third, denen allen kein Erfolg beschieden war. 1967 arbeitete er mit dem britischen Pantomimen Lindsay Kemp zusammen, dessen Einfluss sich in den folgenden Jahren in Bowies Bühnenshows zeigen sollte. Der damals noch eher schüchtern wirkende Musiker begann durch diese Erfahrungen sehr vielseitige Ausdrucksweisen zu entwickeln, welche im Verlauf seiner weiteren Karriere in verschiedenen Images und Outfits kulminierte, z. B. in den Figuren Major Tom, dem Außerirdischen Ziggy Stardust, Aladdin Sane, dem Thin White Duke (Album Station to Station) oder Nathan Adler (Album 1. Outside).

Sein 1967 erschienenes Debütalbum David Bowie enthielt teilweise Songs, die von Musicals inspiriert waren, sowie Folksongs und Balladen. Das Album wurde unter dem Titel David Bowie wiederveröffentlicht und enthält unter anderem die Titel Please Mr. Gravedigger und The Laughing Gnome. Es war kommerziell nicht erfolgreich, so dass David Bowie, wie er sich bald darauf nannte, sein Konzept änderte. Starthilfe bekam er von seinem späteren Produzenten Tony Visconti, den er Ende 1967 kennen lernte, welcher auch für seinen Freund Mark Feld alias Marc Bolan arbeitete.

Anfang 1969 wurde ein halbstündiger Promotion-Film mit dem Titel Love You Till Tuesday gedreht. Dabei wurden einige Lieder des ersten Albums und einige neue Kompositionen in Szene gesetzt. Eine dieser Neukompositionen, die als letztes ins Set aufgenommen wurde, war die Weltraumballade Space Oddity. Bowie wurde dazu vom Stanley-Kubrick-Film 2001: Odyssee im Weltraum inspiriert und beschreibt darin den Start der Rakete des fiktiven Astronauten Major Tom, dessen Gefühle alleine im Weltall und die Kommunikation mit der Bodenstation, die am Ende des Liedes plötzlich abbricht. 10 Jahre später im Lied Ashes To Ashes entlarvt Bowie Major Tom als Junkie, was den Weltraum-Trip und die Gefühle in Major Tom als Drogentrip und Halluzinationen eines Drogensüchtigen erscheinen lässt.

Im November 1969 erschien das zweite Album – in den USA mit dem Titel Man of Words, Man of Music und in England verwirrender Weise als David Bowie (auch Titel des ersten Albums). (1972 wurde es von RCA Records unter dem Titel Space Oddity und neuem Cover wiederveröffentlicht.) Das Album enthält eine Neuaufnahme von Space Oddity, die auch als Single veröffentlicht wird und Bowies erster echter kommerzieller Erfolg wird. Es erreichte in Großbritannien Platz sechs der Verkaufscharts und hielt sich vier Wochen in den Top-Ten (bei einer erneuten Veröffentlichung erreichte der Titel 1975 sogar den ersten Platz). Das von Gus Dudgeon produzierte Lied fiel mit seinem Novelty Song-Charakter aus dem Gesamtalbum heraus. Dies war insgesamt von Folk-Musik und Bowies Stimme und seiner 12-saitigen Gitarre bestimmte und bis auf den Titelsong von Visconti produziert. Es wurde bis auf die Single kein kommerzieller Erfolg.

Anfang 1970 nahm Bowie zusammen mit Marc Bolan zwei neue Songs auf: The Prettiest Star (erschien auch als Single) und London By Ta Ta. Im Mai erschien eine Neuaufnahme von Memory of a Free Festival (ursprünglich auf dem zweiten Album erschienen) als Single. Obwohl diese Single ebenfalls erfolglos blieb, ist sie historisch interessant, da hier zum ersten Mal der Gitarrist Mick Ronson auf einer Studioaufnahme zu hören ist. Bis 1973 blieb er Bowies musikalischer Begleiter. Bowie, Ronson, Visconti (am Bass) und John Cambridge (am Schlagzeug) traten ab Anfang 1970 kurzzeitig unter dem Bandnamen „The Hype“ auf. Mit dieser Band probierte Bowie ein neues Bühnenkonzept, indem sie mit Kostümen arbeiteten und Mittel des Theaters einbauten. So verkleidete sich Bowie als „Rainbow Man“, Visconti als „Hype Man“, Ronson als „Gangsterman“ und Cambridge als „Pirate Man“.

1971 erschien eine weitere erfolglose Single (Holy Holy) und Bowies drittes Album mit dem Titel The Man Who Sold The World, welches wiederum von Visconti produziert wurde. Musikalisch lehnte es sich an das an, was man damals unter Hard Rock verstand und war stark durch Ronsons Gitarrenspiel geprägt. In den Texten bezog sich Bowie auf Science Fiction, Buddhismus und Mystik. Auf dem Cover zeigte sich Bowie in einem Kleid, wodurch er bewusst ein androgynes Image etablierte, das für seine Auftritte in den frühen 1970er Jahren prägend wurde. 1972 wurde The Man Who Sold The World von RCA mit neuem (weniger kontroversem) Cover wiederveröffentlicht. Insgesamt war das Album jedoch kommerziell wenig erfolgreich. Der Titelsong wurde in den späteren Jahren mehrmals gecovert, so von Lulu und Nirvana.

Ende 1971 folgte mit Hunky Dory ein Album, das sein erster Klassiker wurde. Pianist ist hier Rick Wakeman, der später mit Yes Furore machte. Es war Bowies Debütalbum für die Plattenfirma RCA Records, an die ihn sein neuer Manager Tony DeFries vermittelt hatte. Es enthält unter anderem einen der bis heute bekanntesten Bowie-Songs, Changes, und die Ballade Life on Mars?, nach der 2006 eine Fernsehserie benannt wurde. Auch Bowies Beschäftigung mit der aktuellen Musik- und Kunstszene der USA schlug sich auf diesem Album in Referenzen an Bob Dylan, The Velvet Underground und Andy Warhol nieder. Nach eigener Aussage erhielt Bowie für dieses Album zum ersten mal breitere künstlerische Anerkennung, mit den nächsten Alben wurde er jedenfalls zu der Ikone des Glam Rock.

1972 gelang Bowie der kommerzielle Durchbruch: Mit dem Album The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars und der anschließenden Welttournee, die bis in das Jahr 1973 dauerte, wurde er weltweit bekannt. Ein Grund dafür war die „Erfindung“ seines Aufsehen erregenden Alter Egos Ziggy Stardust, dessen Aufstieg und Fall in einer dem Untergang geweihten Welt erzählt wird. Ein weiterer Grund war seine theatralische Bühnenshow mit ihren provozierenden homoerotischen Momenten. Diese damals skandalöse Spiel mit der Homosexualität feuerte Bowie zusätzlich an, indem er sich in einem aufsehenerregenden Interview als „schwul“ outete, obwohl er nicht nur seit zwei Jahren mit Angela Barnett verheiratet war, sondern auch der gemeinsame Sohn Duncan Zowie Hayword Jones, den Bowie später alleine erzieht, bald ein Jahr alt wurde.

Ende 1972 konnte Bowie mit The Jean Genie endlich seine ersten Nummer-Eins-Hit in seinem Heimatland verzeichnen. Bei seinem Album Aladdin Sane arbeite erstmals der Pianist Mike Garson mit, der sich z.B. im Titelsong austoben darf und der Bowie bis heute begleitet. Für das Album trafen in England über 100.000 Vorbestellungen ein, eine Zahl die bis dahin nur die Beatles erreicht hatten. Was Presse und Fans dann gleichermaßen schockierte, war, dass Bowie am 3. Juli 1973 in London Ziggy Stardust im letzten Konzert seiner Welttournee sterben ließ, bevor er letztmalig mit seiner Band, den Spiders from Mars, Rock'n'Roll Suicide intonierte.

In dieser Zeit wirkte Bowie auch als Produzent und Förderer anderer Musiker, so produzierte er unter anderem Lou Reeds zweites Soloalbum (Transformer, 1972, bekanntestes Lied Walk On The Wild Side), schrieb für die Band Mott the Hoople einen kommerziell erfolgreichen Song (All The Young Dudes, 1972) und produzierte deren gleichnamiges Album wie auch ein Iggy-Pop-/The-Stooges-Album (Raw Power, 1973).

1973 nahm Bowie zudem das Album Pin Ups auf, das nur Coverversionen aus den 60ern enthält.

Das düstere Konzeptalbum Diamond Dogs (1974), das in weiten Teilen auf George Orwells Dystopie 1984 basierte, nahm Bowie ohne seine bisherige Begleitband „The Spiders from Mars“ und seinen langjährigen Wegbegleiter, den Lead-Gitarristen Mick Ronson, auf. Vieles klingt experimentell, nur noch wenige Songs haben Hitcharakter, wie z.B. Rebel Rebel. Bowie zerstritt sich während der US-Tournee mit seinem Manager Defries und blieb auf einem Schuldenberg sitzen.

Beeinflusst durch seinen Umzug nach New York entstand 1975 das Album Young Americans, ein musikalischer Neuanfang, in dem sich Bowie mit der Musik befasste, die ihn als jungen Mann prägte, nämlich Rhythm and Blues und Soul, er selbst nannte seine Musik ironisch „Plasticsoul“. Bowies Auftritte wurden zu dieser Zeit im Maßanzug im Stile Frank Sinatras abgehalten, ein weiterer Imagewechsel des Künstlers. Auf dem Album enthalten ist Bowies erster Nummer-Eins-Hit in den USA, Fame. Dieser Song, den Bowie zusammen mit John Lennon in einer Session in den „Electric Lady Studios“ in New York aufnahm, war ursprünglich gar nicht zur Veröffentlichung vorgesehen.

Nach dem Album übernahm David Bowie die Hauptrolle in dem Science-Fiction-Film The Man Who Fell To Earth von Nicolas Roeg. Danach wurde in Los Angeles das Album Station To Station produziert, welches Anfang 1976 erschien. Als hätte Bowie den New Wave vorausgeahnt, führte er, inspiriert durch deutsche Bands wie Kraftwerk, die großstädtische industrielle Kälte in seine Musik ein.

David Bowie, der nach dem Erfolg des Ziggy-Stardust-Albums zunehmend an Depressionen litt, geriet in jenen Jahren zunehmend mit Kokain in Kontakt, das in dieser Zeit besonders in den USA eine unter Künstlern beliebte Modedroge war. Er gibt an, dieses in Kombination mit Amphetaminen eingenommen zu haben. Der Konsum wirkte sich auf seine Musik, aber auch auf seine Gesundheit und seine Psyche aus. Nach der „White-Light Tour“ 1976 zog der Musiker aus Los Angeles zurück nach Europa – einerseits wollte er die USA aus Steuergründen verlassen, andererseits von seinem starken Kokainkonsum loskommen. Er ging zunächst in die Schweiz und dann nach den Aufnahmen für das Album Low in Frankreich nach Berlin.

Von 1976 bis 1978 wohnte Bowie in West-Berlin (Schöneberg) in einer 2-Zimmer-Altbauwohnung. In späteren Interviews (u. a. bei einer Reportage des deutsch-französischen Fernsehsender Arte) bezeichnete er West-Berlin auch als damalige „Welthauptstadt des Heroins“.

In den Berliner Hansa-Studios wurde das mit Brian Eno und Tony Visconti eingespielte Album Low abgemixt, das den ersten Teil der so genannten Berlin-Trilogie darstellt. Bowie war damals, vor dem Hintergrund der Punk- und New-Wave-Bewegung, von deutschen Bands wie Kraftwerk, Cluster, Can oder NEU!, aber auch von Steve Reich beeinflusst. Von Anfang an waren die Alben als Experiment geplant, bei denen es nicht um Verkaufszahlen gehen sollte. Diese waren anfänglich auch gering, jedoch entwickelten sich Low und die Nachfolgealben später zu Klassikern. Noch heute werden diese Arbeiten als Wegbereiter vieler Musikgenres und Bands genannt.

Nachdem bereits die erste Hälfte von "Low" sperrig eingängige Rock- oder Popstrukturen verweigert und z.T. nur kurze, fragmentarische Songstrukturen anbietet, lösen sich diese in der zweiten, größtenteils instrumentalen Hälfte ganz auf. Nur die Single "Sound and vision" ist bedingt charttauglich. Dem gleichen Aufbau folgt auch das wenige Monate nach Low in Berlin entstandene Album "Heroes", dessen Titelstück, eines der bekanntesten Lieder Bowies, zweisprachig in französisch/englisch und deutsch/englisch aufgenommen wurde. Der Text des Liedes ist ein historisches Kleinod: Zwei Liebende finden sich im Ost-West-Konflikt an der Berliner Mauer wieder.

Mit Iggy Pop, der ebenfalls mit Bowie nach Berlin kam und im selben Haus eine Nachbarwohnung bezog, nahm Bowie in Berlin ebenfalls die Alben The Idiot und Lust For Life auf, deren Musik größtenteils von ihm geschrieben wurde, und er ging als Keyboarder mit Iggy auf Tournee. In den Jahren in Berlin drehte er außerdem den Film Just a Gigolo, ein eher unbekanntes Werk der Filmgeschichte, jedoch der letzte Film der Marlene Dietrich.

1978 ging Bowie wieder auf Tour und nahm unter anderem das Kindermärchen „Peter und der Wolf“ mit dem Philadelphia Orchestra auf. Im selben Jahr wurde das Live-Album Stage veröffentlicht, und Bowie zog in die Schweiz.

Bowie und Eno nahmen 1979 ihr drittes sogenanntes Berliner Album Lodger im Mountain Studio in Montreux, nahe Bowies damaliger Villa, auf. Es wurde in New York gemixt und lieferte mit den Singles "Boys keep swinging" und "DJ" bescheidene Erfolge in den Charts, besonders in England.

Das neue Jahrzehnt begann für David Bowie, nach der Scheidung von Angela Barnett und dem alleinigen Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn, mit seinem Broadway-Debüt in dem Stück „The Elephant Man“, in dem er als Schauspieler von Kritikern gelobt wurde. 1980 feierte Bowie Erfolge mit dem Album Scary Monsters (Hit-Singles: Ashes To Ashes und Fashion), dem bis 2002 letzten von Tony Visconti produzierten Album. Bei vielen Kritikern wird dieses Album als das letzte betrachtet, mit dem er einen nennenswerten kulturellen Einfluss auf die Popmusikszene hatte.

1981 war er in einem Cameo-Auftritt in dem Film Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo bei einem Konzert in der Deutschlandhalle zu sehen. Der Soundtrack besteht ausschließlich aus Liedern von David Bowie (Titelsong: "Heroes").

Mit Queen nahm Bowie 1981 den Song Under Pressure auf. Der Song entstand in einer sechsstündigen Session und wurde Nr. 1 in Großbritannien.

1982 spielte Bowie in dem Film Begierde (neben Catherine Deneuve und Susan Sarandon) von Tony Scott mit und es erschien das zweite Best-of-Album ChangesTwoBowie.

1983 veröffentlichte er sein erstes Album für sein neues Label EMI, Let's Dance. Es wurde von Nile Rodgers produziert. Es war massentauglich angelegt und gemeinsam mit der darauffolgenden Serious Moonlight-Tour mit Abstand der größte kommerzielle Erfolg, den Bowie je hatte.

Die Single Let's dance schaffte es in den USA auf Platz 1 und hielt sich dort neben so erfolgreichen Singles wie Michael Jacksons Billie Jean. Auch weitere Songs des Albums, wie z. B. China Girl, konnten sich oben in den Charts platzieren. Die Tour führte Bowie und seine Mitarbeiter von Mai 1983 bis Dezember einmal um die ganze Welt. David Bowie stand jetzt nicht mehr für außergewöhnliche Musik mit experimentellen Eigenheiten, sondern auch für publikumsfreundlichen Pop.

Nach Let's Dance folgte jedoch eine innere Schaffenskrise nach dem Abebben des ersten Massenerfolgs. Die folgenden Alben Tonight (1984) und Never Let Me Down (1987) wurden von den Kritikern zerrissen und gelten bis heute als seine schlechtesten. Trotz späterer abfälliger Bemerkungen Bowies über seine eigene Schaffensperiode zwischen 1984 und 1987 fallen in diese Zeit relativ erfolgreiche Titel wie This Is Not America (mit Pat Metheny), die Single Absolute Beginners, die Filmmusik zu Labyrinth (in dem er eine Hauptrolle spielte) und der epische Titelsong zu When The Wind Blows.

Nach dem kommerziellen und künstlerischen Misserfolg des Albums Never Let Me Down von 1987 tauchte Bowie zwei Jahre später mit dem Tin-Machine-Projekt wieder auf. Tin Machine war die Band um Reeves Gabrels und die Brüder Hunt und Tony Sales, mit denen Bowie 1977 die Iggy-Pop-Platte Lust For Life als Produzent und Co-Autor eingespielt hatte. Bowie bestand darauf, nur „ein Bandmitglied unter vielen“ zu sein, und lehnte jede Sonderrolle ab. 1991 folgte Tin Machine II und eine mäßig erfolgreiche Single, You Belong In Rock 'n' Roll.

Dieses Projekt fand 1993 mit dem Solo-Album Black Tie, White Noise (wiederum von Nile Rodgers produziert) ein Ende. Künstlerisch insgesamt wenig innovativ und kommerziell aufgrund von Vertriebsproblemen vor allem in den USA gescheitert, markierte es seiner Meinung nach die Überwindung der Schaffenskrise in den 80er Jahren. Die 1992 erfolgte Heirat mit Iman Abdulmajid, weltweit bekanntes Fotomodell und Schauspielerin aus Somalia, prägte die musikalische Stimmung des Werkes.

Ein künstlerisch überzeugenderes Lebenszeichen war demgegenüber sein Album zur Verfilmung von Hanif Kureishis The Buddha of Suburbia, irreführend als Soundtrack bezeichnet und vertrieben.

Das im September 1995 erschienene, wiederum mit Brian Eno produzierte, sehr vielschichtige und experimentierfreudige Album 1. Outside war, trotz einiger positiver (und vieler irritierter) Kritiken, kommerziell ebenfalls nicht erfolgreich, was angesichts der ersten und vollkommen radiountauglichen Singleauskopplung „The Heart's Filthy Lesson“ offenbar auch nicht Bowies Intention entsprach. Bei der anschließenden, mit 100 Konzerten weltumspannenden, Outside-Tour standen Bowie mit Placebo in Europa und Nine Inch Nails in den USA bekannte Bands als Vorprogramm zur Verfügung.

Darauf folgte mit Earthling von 1997 eine Arbeit, die einerseits den Schaffensdrang Bowies erneut bestätigte und starke Einflüsse des Drum ’n’ Bass aufweist. Künstlerisch wie kommerziell vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erzeugte das Nachfolgealbum Hours... (1999), in dem sich Bowie wieder einfacheren Songstrukturen zuwandte.

2002 brachte mit Heathen die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Tony Visconti. Künstlerisch wie kommerziell (vor allem auch in Deutschland) fügte sich das Album für einen Teil der Fans an klassische Bowie-Werke und wurde zum Teil auch von Kritikern und Fans als Comeback angesehen.

2003 erschien, wiederum von Tony Visconti produziert, das Album Reality mit den Singleauskopplungen New Killer Star und Never Get Old.

Im Vorfeld seiner Veröffentlichung, am 8. September 2003, schrieb Bowie Musik- und Technologie-Geschichte: An diesem Tag wurde sein neues Studioalbum in Kinos auf der ganzen Welt live und interaktiv präsentiert. Eine eigens für diesen Anlass produzierte Live-Show wurde per Satellit in die Lichtspielhäuser gesendet. Die Show wurde in alle teilnehmenden europäischen Kinos gleichzeitig übertragen und – bedingt durch den Zeitunterschied – einen Tag später in Asien, Japan und Australien, sowie Nordamerika, Kanada und Südamerika. Die Show wurde im digitalen Breitbildformat gefilmt, der Ton im DTS-5.1-Surround-Sound aufgezeichnet und den Kinos komplett digital übermittelt. Damit stellte das Verfahren den bis dato umfassendsten und innovativsten Einsatz von Digitaltechnik in Kinos dar.

Mit der „A Reality Tour“ ging Bowie auf eine der längsten Welttourneen seiner Karriere, die er kurz vor ihrem Ende wegen eines Herzinfarkts im Sommer 2004 in Deutschland auf dem Hurricane-Festival abbrechen musste. Nach seiner Genesung trat Bowie neben Gastauftritten bei Konzerten von Arcade Fire und David Gilmour zuletzt im Mai 2007 als Kurator des Highline-Musikfestivals in New York in Erscheinung.

David Bowie hat sich Zeit seines künstlerischen Schaffens von vielfältigen Einflüssen westlicher, aber auch außerwestlicher Kultur inspirieren lassen – sowohl in Bezug auf Image als auch Musik.

Zu Beginn seiner Karriere orientierte er sich vor allem an moderner Beatmusik, aber auch der britischen Tradition des Novelty-Songs. Zudem interessierte er sich für die US-amerikanische Avantgarde-Band The Velvet Underground und die Proto-Punk-Band The Stooges aus Detroit.

Durch Lindsay Kemp wurde er mit einer bestimmten Schule der Pantomime bekannt, die unter anderem auch Bezüge zum japanischen Kabuki-Theater hatte. Elemente aus diesem benutzte er in den 1970er Jahren immer wieder für seine Bühnenshow. Ebenfalls fasziniert ist er von der Ästhetik der Transvestiten und der homosexuellen Avantgarde, besonders in der New Yorker Subkultur. Zunächst orientierte er sich an der Ästhetik von Charakteren aus dem Umfeld von Andy Warhol, an denen er seine Figur Ziggy Stardust formte. Später – 1979 – förderte er die Karriere von Klaus Nomi, indem er in einer großen US-amerikanischen Fernsehshow gemeinsam mit dem bis dahin nur in Insiderkreisen bekannten Sänger auftrat.

Mit seinem Umzug in die USA 1973 begann er sich verstärkt für Soul-Musik zu interessieren, besonders für die Stilrichtung, die aus Philadelphia kam und als Phillysound bezeichnet wird. Dieser Einfluss wurde zuerst auf dem Album Diamond Dogs hörbar und prägt das Album Young Americans (1975). Spätestens seit 1974 entwickelte er auch ein starkes Interesse an deutscher elektronischer Musik von Kraftwerk und Neu! und der Musik von Steve Reich. Dieses spiegelte sich zunächst auf dem Album Station to Station wider, und kommt in der so genannten Berlin-Trilogie voll zur Geltung, die als wegweisend für die weitere Entwicklung der elektronischen Musik gilt.

In den 1980er Jahren orientierte er sich vor allem an aktueller Popmusik, in den 1990er Jahren nahm er Einflüsse von Drum`n`Bass auf.

Seine Wandelbarkeit brachte Bowie den Spitznamen „Chamäleon des Pop“ ein. Dieses konterte er allerdings mit der Aussage, dass ein Chamäleon sich der Umgebung anpasse, während er überwiegend das Gegenteil getan hätte. Häufig wurde ihm vorgeworfen, er würde plagiieren. Wohlmeinende Kritiker halten ihm jedoch zugute, dass er die verschiedenen Einflüsse zu einem eigenen Ganzen zusammenfüge und zudem noch dazu beitrage, weniger bekannte, subkulturelle Kunst- und Kulturformen einen breiteren Publikum bekannt zu machen. Zudem berufen sich wieder unzählige jüngere Künstler auf ihn und seinen Einfluss auf ihre Musik und ihr Image.

David Bowie wird als einer der einflussreichsten Künstler - und bis Anfang der 80er auch Vorreiter - seiner Zeit im Bereich zeitgenössischer populärer Musik angesehen. Dies ist auf seine über Jahrzehnte gegebene Schaffenskraft mit großer musikalischer Bandbreite (Rock mit Ziggy Stardust und Diamond Dogs, Jazz-Stilelementen mit Aladdin Sane, Soul mit Young Americans und Black Tie, White Noise, elektronisch konzertant mit Low - wie Heroes sinfonisch vertont durch Philip Glass - und 1. Outside) zurückzuführen.

Die stärkste kulturelle Wirkung erzielte Bowie mit seiner Kunstfigur Ziggy Stardust. Deren Image beeinflusste Punk-, Independent- und New-Romantic-Musiker von Steve Strange bis Morrissey.

Sein Spiel mit sexueller Identität und Geschlechterrollen in den 1970er Jahren, das er am Image der bizarren Entourage Andy Warhols seit den späten 1960er, frühen 1970er Jahren entwickelt hatte, war zunächst eine treibende Kraft in der Entwicklung des Glam Rock und wurde auch von nachfolgenden Künstlern aufgenommen. Er half damit, sexuelle Uneindeutigkeit auch im Mainstream salonfähig zu machen.

Seit Mitte der 1970er Jahre arbeitet Bowie auch regelmäßig als Schauspieler in Spielfilmen und Fernsehserien. Seine Arbeit in diesem Bereich hat allgemein Anerkennung gefunden, jedoch nicht im geringsten in dem Ausmaß wie sein musikalisches Schaffen. Auch er selbst sieht sich vorrangig als Musiker, wie er in Interviews aussagte.

Seine ersten Erfahrungen als Schauspieler sammelte Bowie Ende der 60er Jahre in dem experimentellen Kurzfilm The Image und in kleinen Promo-Streifen als Pantomime für seinen damaligen Mentor Lindsay Kemp.

1975 castete ihn Nicolas Roeg für die Hauptrolle in dem Spielfilm Der Mann, der vom Himmel fiel, obwohl Bowie keine nennenswerte Schauspielerfahrung hatte. Dieser Film gilt bis heute als seine beste Schauspiellleistung. Bowie bemerkte jedoch später selbstkritisch, dass er eigentlich nur sich selbst gespielt hätte. Er war zu dieser Zeit schwer kokainsüchtig.

Weniger erfolgreich war 1979 seine Darstellung des Paul in Schöner Gigolo, armer Gigolo. Der Film – und auch sein Spiel – wurde sowohl von der Kritik verrissen als auch von Bowie später abgetan.

Ein Achtungserfolg gelang ihm 1983 in dem Film Furyo – Merry Christmas, Mr. Lawrence, bei dem der von ihm geschätzte Ōshima Nagisa Regie führte. Im selben Jahr erschien der Film Begierde, in dem er an der Seite von Catherine Deneuve spielt.

1986 wurde er einem jüngeren Publikum als Koboldkönig Jareth in Jim Hensons Film Die Reise ins Labyrinth bekannt, der jedoch auch weit hinter dem erwarteten kommerziellen Erfolg zurück blieb. Beachtung fand hingegen sein Auftritt in einer Nebenrolle als Andy Warhol im Film Basquiat von 1996. Außerdem hatte Bowie einen Auftritt im Prequel zur Kultserie „Twin Peaks“ von David Lynch: in dem Film „Twin Peaks-Fire walk with me“ (1992) spielte er in einer kurzen Sequenz den „längst verloren geglaubten“ FBI-Agenten Phillip Jeffries.

2006 war er in einer Nebenrolle als Nikola Tesla im Film Prestige – Meister der Magie zu sehen.

Bowie ging im Februar 1997 einen neuen Weg, um mit seiner Musik Geld zu machen: Er gab eine Anleihe (“Bowie Bonds”) heraus, die mit den zukünftigen Einnahmen von 300 seiner Songs abgesichert ist und ihm auf einen Schlag 55 Millionen US-Dollar einbrachte.

Bowie gilt auch als Vorreiter seiner eigenen Vermarktung im Internet. Seine Internetseite ist bereits seit 1996 online. Nur Mitglieder können sich die Mehrzahl der Inhalte ansehen. Man kann eigene Blogs anlegen und an Mitgliedern vorbehaltenen speziellen Verlosungen unter anderem für Konzerte und “Meets and Greets” teilnehmen.

1996 wurde Bowie in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen.

2000 wählte der New Musical Express Bowie zum „einflussreichsten Popmusiker aller Zeiten“, vor Radiohead und den Beatles.

2007 wurde Bowie, der auch der International Academy of Digital Arts and Sciences angehört, bei der 11. Verleihung der Webby Awards mit einem Preis für sein Lebenswerk, unter anderem in Verbindung mit seinem Wirken als Pionier der Musikszene des Internets, ausgezeichnet.

Bowie hat in seiner langen Karriere sehr viele prominente Kollegen getroffen und mit ihnen zusammengearbeitet, so zum Beispiel mit seiner früheren Lebensgefährtin Romy Haag aber auch mit Marc Bolan (Prettiest Star, Madman, Standing next to you) Brian Eno (Heroes, Low, Lodger, 1. Outside), Mick Jagger (Dancing in the Streets), John Lennon (Fame), Marianne Faithfull (I got you Babe), Bing Crosby (Little Drummer Boy), Tina Turner (Tonight), bei deren Europatournee 1985 er einen Gastauftritt hatte, Pat Metheny (This is not America), Philip Glass (Low- und Heroes-Symphonie), Luther Vandross, Quincy Jones, Queen (Under Pressure), Me’shell Ndegeocello, Klaus Nomi, Frank Black, Pet Shop Boys (Hello Spaceboy) und dem oben bereits erwähnten Iggy Pop. Außerdem in jüngerer Zeit mit Nine Inch Nails (Trent Reznor), Placebo den Hit Without you I’m nothing, Moby, und aktuell mit Kashmir (The Cynic) aus Dänemark, TV on the Radio, den kanadischen Arcade Fire sowie Scarlett Johansson.

Zu seinem 50. Geburtstag gab Bowie am 9. Januar 1997 im New Yorker Madison Square Garden ein Special-Konzert vor 20.000 Zuschauern, auf dem als Gäste neben Lou Reed auch bekannte Vertreter der „neuen alternativen“ Musikszene mitwirkten, so zum Beispiel Frank Black (Pixies), Billy Corgan (The Smashing Pumpkins), Robert Smith (The Cure), Sonic Youth, Brian Molko von Placebo und die Foo Fighters.

2006 haben Bowie und David Gilmour den Pink-Floyd-Song Arnold Layne neu aufgenommen und sich damit in den britischen Charts platziert.

David Bowie gilt mit einem geschätzten Vermögen von 900 Millionen Euro als einer der reichsten Künstler weltweit.

David Bowie war zweimal verheiratet und hat zwei Kinder. Sein Sohn Duncan Zowie Haywood (*30. Mai 1971) stammt aus der Beziehung mit Angela Barnett.

Seit 1992 ist David Bowie mit dem Model Iman Abdulmajid verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Alexandria Zarah wurde am 15. August 2000 geboren. Die Familie lebt heute in New York.

Nach einer Schlägerei wegen einer Frau 1962 mit seinem Freund George Underwood wurde die Pupillenmuskulatur des linken Auges verletzt. Dies führte zu einer geweiteten, starren Pupille (Traumatische Mydriasis). Daher wirkt sein linkes Auge dunkler.

Oft wurde auch über David Bowies angebliche Bisexualität spekuliert. Er selbst hatte mit seinem femininen bzw. androgynen Auftreten Anfang der 1970er dieses Image geschaffen und dem Melody Maker vor allem aus Publicity-Gründen verkündet “I am gay”, eine damals noch sehr aufsehenerregende Offenbarung. Er gibt bis heute zu, dass er mehrere männliche Liebhaber hatte; unter anderem sollen auch Iggy Pop und Mick Jagger dazu gehört haben, was Bowie selbst aber nicht öffentlich bestätigt. Später bereute er, diese Erfahrungen öffentlich gemacht zu haben, und betonte, einer der größten Fehler seines Lebens war es, seine Bisexualität zuzugeben, da er in Interviews immer weniger über seine Musik befragt und immer mehr auf seine Sexualkontakte reduziert wurde. Seine wiederum öffentliche Bekanntmachung, „nicht mehr schwul“ zu sein, fiel genau in die Zeit seines Imagewechsels vom Avantgarde-Künstler zum netten Popstar Anfang der 80er. Als seine geschiedene Frau Angela Barnett 1990 verkündete, ihn und Mick Jagger Anfang der 70er im Bett erwischt zu haben, ließ er dies über seinen Anwalt dementieren.

Mit bürgerlichem Namen heißt Bowie David Robert Haywood-Jones. Bis der Name „David Bowie“ entstanden ist, hatte er verschiedene Künstlernamen, da der Name “Haywood-Jones” ein sogenannter “double-barreled name” und damit ein Stigma der englischen Oberschicht war, was für eine Karriere im Popbusiness nicht hilfreich war. Sein damaliger Manager Ken Pitt wusste, dass noch andere Musiker mit dem Namen Davie Jones auf dem Markt waren – nämlich Davy Jones von den Monkees – und um David Robert Jones richtig bekannt zu machen, ohne dass man ihn verwechseln würde, bräuchte man einen Namen, der einzigartig ist. Das genaue Datum der Umbenennung ist nicht bekannt, den Namen suchte er selber aus. Seinen Vornamen behielt er, um dem Ganzen eine persönliche Note zu geben, für den Nachnamen stand James Bowie Pate, ein legendärer Texaner, nach dem das „Bowiemesser“ benannt wurde und der im Jahre 1836 in der Schlacht von Alamo gefallen war.

Die angegebene Jahreszahl ist das Erscheinungsjahr in Großbritannien bzw. den USA.

1 Soundtracks, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seltene (z. B. B-Seiten) oder gänzlich unveröffentlichte Lieder (z. B. Demos oder Outtakes) enthalten haben.

1 Zusammenstellungen, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seltene (z. B. B-Seiten) oder gänzlich unveröffentlichte Lieder (z. B. Demos oder Outtakes) enthalten haben.

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The Who

The Who 2007 in Rotterdam

The Who (deutsch: „Die Wer“) ist eine der bedeutendsten englischen Rockbands der 1960er- und 1970er-Jahre. Anfangs galt sie als „Radau-Combo“, die als Teil der Mod-Bewegung am „harten“ Ende der „British Invasion“ zu finden war. In ihrer Musik und ihrem Auftreten vertraten die vier Engländer in den ersten Jahren eine im Vergleich zu den Beatles und den Rolling Stones aggressivere Variante der britischen Rockmusik.

Später erreichte sie durch die Veröffentlichung der Konzeptalben Tommy und Quadrophenia hohen Bekanntheitsgrad und gilt heute als eine der einflussreichsten Rockbands der Musikgeschichte. Die Band ist bis heute musikalisch aktiv und tourt regelmäßig. Nach dem Tod von Keith Moon (1978) und John Entwistle (2002) sind heute lediglich Gitarrist Pete Townshend und Sänger Roger Daltrey aus der Gründungsbesetzung übrig.

Um 1959 gründete Roger Daltrey – damals noch als Leadgitarrist – im Nordwesten Londons die Schulband The Detours. Zwischen 1961 und 1962 stieß zuerst der Bassist John Entwistle und dann der Gitarrist Pete Townshend dazu. Alle drei besuchten ursprünglich die gleiche Schule in Acton. Wegen einer gleichnamigen Konkurrenzgruppe benannte sich die Band im Februar 1964 um in The Who. Wenig später ersetzte der Schlagzeuger Keith Moon den wesentlich älteren Doug Sandom, und der vom Mod-Kult stark beeinflusste PR-Manager Peter Meaden änderte den Bandnamen erneut. Unter dem Namen The High Numbers wurde im Juli 1964 die erste von Meaden geschriebene Single I’m the Face / Zoot Suit veröffentlicht. Die Band blieb jedoch erfolglos, was sich erst änderte, als mit Kit Lambert und Chris Stamp ein neues Management die Geschäfte übernahm. Erste große Aufmerksamkeit in der Presse erlangte die Gruppe, die sich jetzt wieder The Who nannte, durch ihren ersten Fernsehauftritt, bei dem sie ihr Instrumentarium zerstörten. Nach Aussage Daltreys habe die Band anfangs nur rund 100 Pfund pro Auftritt erhalten, aber zum Teil Equipment von höherem Wert zerstört.

Ein Hitparadenerfolg war bereits die erste Single, die die Band unter dem neuen Namen veröffentlichte. I Can’t Explain erreichte Anfang 1965 Position acht der britischen Single-Charts, die darauf folgende Single Anyway, Anyhow, Anywhere Platz zehn. Das erste Album mit dem Titel My Generation erschien im Dezember desselben Jahres. Die Lieder ernteten positive Resonanz beim jungen Beat-Publikum. Auf ausgedehnten Clubtouren spielten The Who zu dieser Zeit My Generation, so dass dieses Stück zu einer Art Hymne für einen großen Teil der englischen Jugendlichen wurde. Nach einer Reihe erfolgreicher Single-Hits (My Generation, Substitute, I’m a Boy, The Kids Are Alright, Happy Jack) brachte die Band 1967 das Gegenstück zu der LP Sgt. Pepper’s der Beatles und zu der LP Their Satanic Majesties Request der Rolling Stones heraus, das Album The Who Sell Out. Der kommerzielle Erfolg war bescheiden, sodass die Gruppe – auch durch ihre kostspieligen Zerstörungsorgien während der Live-Auftritte verursacht – finanzielle Probleme bekam. 1966 und 1967 trat die Band einige Male in Deutschland auf, beispielsweise in Köln im November 1966 mit den Lords, wo die Band nach fünf Stücken wie üblich die Bühne zerstörte.

Etwa zur gleichen Zeit gingen Gerüchte um, dass sich Moon und Entwistle einer Band um Jimmy Page anschließen wollten. Nach einigen Proben wurde einer gemeinsamen Arbeit jedoch eine Absage erteilt. Den Namen seiner Band mit anderen Musikern wählte Page nach einer Aussage Moons, dass eine Band um Page „wie ein bleiernes Luftschiff abstürzen“ würde („The Band will go over like a lead zeppelin“). Zur Verdeutlichung der Bezeichnung wurde das „a“ weggestrichen, sodass der Name Led Zeppelin blieb – die Formation wurde später zu einer der erfolgreichsten Rockbands.

1969 schrieb Pete Townshend Tommy, eine Rockoper, die sich zu einem großen Verkaufserfolg entwickelte. Mit diesen Aufnahmen orientierten sie sich an den Pretty Things, die 1968 mit S. F. Sorrow die vermutlich erste Rockoper überhaupt veröffentlicht hatten, mit dieser aber kommerziell erfolglos blieben. Inhaltlich wurde die Oper von Townshends indischem Guru Meher Baba beeinflusst. 1974 folgte eine Verfilmung mit Roger Daltrey als Tommy, den anderen Bandmitgliedern sowie den Musikern Tina Turner, Elton John, Eric Clapton und dem Schauspieler Jack Nicholson. Neben diesem Spielfilm von Regisseur Ken Russell wurde der Inhalt von Tommy noch als Ballett und Musical umgesetzt. Nachdem die frühesten Aufnahmen eher einfach aufgebaut waren, nahm die Komplexität mit Tommy stark zu. Die ausgedehnte Tournee mit ekstatischen Bühnenshows und einer meist vollständigen Darbietung der Oper machte die Gruppe zu einer der angesagtesten Live-Bands der Zeit.

Ebenfalls ein Erfolg war der Auftritt beim Woodstock-Festival im August 1969, für den die Band 11.200 US-Dollar erhielt., was ihre finanzielle Situation stark verbesserte. Aufgrund des drohenden finanziellen Bankrotts verlangte die Band, bar bezahlt zu werden, da man ansonsten nicht auftreten würde. Als Abbie Hoffman, Anführer der so genannten Yippie-Bewegung, die Bühne während der Tommy-Passage des Auftritts betreten wollte, um eine Rede gegen die Verhaftung John Sinclairs zu halten, vertrieb Townshend diesen mit Gewalt von der Bühne.. Die Band spielte in tiefster Nacht und beendete ihr Konzert im Morgengrauen. Die Popularität wuchs weiter durch den Woodstock-Film, der weltweit in den Kinos lief und Ausschnitte aus Tommy enthält.

Als Kontrast zu Tommy wurde 1970 Live at Leeds veröffentlicht. Auf der ursprünglichen LP waren lediglich sechs Stücke enthalten, darunter vier Coverversionen von Stücken, die zum Who-Repertoire gehörten (u.a. Summertime Blues). Von Sound und Aufmachung erinnerte Live at Leeds bewusst an eine Bootleg-Aufnahme. Die LP gilt auch heute noch als eines der besten Live-Alben. Das fast vollständige Konzert wurde allerdings erst 2001 als Doppel-CD veröffentlicht.

Nach einem weiteren Auftritt beim „Isle of Wight Festival“ 1970 entwarf Townshend mit dem „Lifehouse-Project“ eine weitere Rockoper als Nachfolger von Tommy. Konzipiert als eine Art Multimedia-Projekt über die Kraft der Musik und von Townshend in der Presse lautstark angekündigt, wurde „Lifehouse“ von den restlichen Bandmitgliedern eher skeptisch aufgenommen. Daraufhin erlitt Townshend einen Nervenzusammenbruch. Die Songs erschienen nicht wie ursprünglich geplant als Doppel-Konzept-Album, sondern wurden nach und nach als Singles, auf nachfolgenden Alben oder auf Townshends Soloalben veröffentlicht. Who’s Next von 1971 enthält den Großteil der „Lifehouse“-Kompositionen, darunter mit Won’t Get Fooled Again, Behind Blue Eyes und Baba O’Riley einige der bekanntesten Who-Stücke, die bis heute auf nahezu jedem Konzert gespielt werden. Das „Lifehouse“-Projekt fand erst 1999 mit einem Hörspiel und einer konzertanten Aufführung 2001 – mit Townshend, aber ohne The Who) seine Vollendung.

1973 erschien mit Quadrophenia als Doppel-LP dann doch eine weitere Rock-Oper. Ohne den kommerziellen Erfolg von Tommy zu erreichen, stellt das Konzeptalbum für viele zusammen mit dem Vorgängeralbum Who’s Next den Höhepunkt des künstlerischen Schaffens von The Who dar. Dem Album wurde ein Bildband mit einem Einführungstext beigelegt, der den Handlungsstrang verdeutlichte. Das Thema von Quadrophenia ist das Erwachsenwerden von Jimmy, einem englischen Mod. 1979 wurde die Geschichte mit den darauf enthaltenen Straßenschlachten zwischen den Mods, Rockern und der Polizei mit gleichem Titel verfilmt und gilt als treffende Beschreibung der Situation der Jugendlichen Mitte der 60er in England.. Die Tournee zum Album erwies sich als desaströs. Die Backing-Tapes, die es ermöglichen sollten, den vielschichtigen Sound des Albums auf der Bühne zu reproduzieren, funktionierten nicht richtig und behinderten den improvisierenden und anarchischen Charakter eines Who-Konzerts, so dass die Band dazu überging, nur noch wenige Stücke live darzubieten. Eine komplette Aufführung von Quadrophenia – mit mehreren Gastmusikern – gab es erst 1996/1997.

Danach gab es eine kreative Pause. Bereits Anfang der 1970er-Jahre hatten alle Mitglieder diverse Soloprojekte veröffentlicht. Townshend widmete sich wieder Tommy, zunächst als orchestrierte Fassung, dann in Form des Film-Soundracks, in dem, neben Daltrey in der Titelrolle, die Band ebenfalls kurz auftritt. Entwistle stellte Odds & Sods zusammen, eine Kollektion von Raritäten und B-Seiten der Who.

1975 nahm die Band gemeinsam das Album The Who by Numbers auf. Townshend wurde 30, thematisierte seine Midlife Crisis und das Album wurde entsprechend autobiografisch und introspektiv. Die Band tourte erneut, allerdings mit einem Greatest-Hits-Set, das wenige bis gar keine neuen Nummern enthielt.

Erst 1978 folgte mit Who Are You die nächste LP mit einem Titelsong, der der letzte große Kritiker-Erfolg der Band werden sollte. Townshend als Hauptsongschreiber versuchte The Who im Angesicht der Energie des Punk musikalisch weiterzuentwickeln und experimentierte mit neuen Sounds und Synthesizern. Die Aufnahmen wurden vom sich zunehmend verschlechternden Gesundheitszustand Keith Moons begleitet. Auf einem der Tracks ist er gar nicht vertreten. Zum ersten Mal sang Daltrey ein Stück, das John Entwistle komponiert hatte, der auf diesem Album mit drei Songs ungewöhnlich stark vertreten ist. Kritiker bemängelten allerdings, dass die Band nicht gegen den aufkommenden Punk und New Wave ankäme.

Am 7. September 1978 starb Schlagzeuger Keith Moon überraschend an einer Überdosis des Medikaments Heminevrin, das zur Behandlung seines hohen Alkoholkonsums eingesetzt wurde.

Die Gruppe entschied sich dafür, als Band ohne Keith Moon weiterzumachen. Als Ersatz für Moon wurde Kenney Jones verpflichtet, der vorher bei den Small Faces und bei The Faces gespielt hatte und aus dem selben Umfeld stammte. Zusätzlich war von nun an John Bundrick an den Keyboards Teil der Auftritte. 1979 wurde die erste Tournee in der neuen Besetzung durchgeführt. Vor einem Konzert im „Riverfront Coliseum“ von Cincinnati wurden elf Menschen erdrückt, als sich eine große Zahl von Konzertbesuchern durch wenige Eingänge zwängen wollte. Aus Angst vor einer weiteren Panik wurden weder die Band noch die anderen anwesenden Fans über diesen Vorfall informiert und das Konzert wie geplant durchgeführt.

Während die Konzerte 1979 und 1980 begeistert aufgenommen wurden und in teils exzessiven Jams endeten, bei denen neues Material ausprobiert wurde, nahm vor allem Townshends Interesse an der Band zunehmend ab. Neben einem neuen Plattenvertrag für The Who hatte er einen Solo-Vertrag unterschrieben, was ihn zunehmend unter Druck setzte. Nicht zuletzt deshalb hatte im Laufe der Jahre Townshends Drogenkonsum ohnehin stark zugenommen. 1981 starb er fast an einer Überdosis. Seine Alkoholprobleme thematisierte er 1980 in seinem ersten „echten“ Soloalbum Empty Glass, noch bevor The Who neue Stücke, u. a. für den McVicar-Soundtrack, aufnahmen.

1981 erschien das Album Face Dances, das außer dem Single-Hit You Better You Bet und dem aufwändig gestalteten Cover mit Porträts der vier Bandmitglieder von zwölf zeitgenössischen Künstlern wenig Aufsehenerregendes enthielt. Die Tournee musste aufgrund von Townshends Gesundheitszustand stark abgekürzt werden. Lediglich ein Auftritt im Rockpalast in Essen fand außerhalb Englands statt.

1982 wurde fast ausschließlich getourt. Zwischen den Auftritten und den Aufnahmen zu Townshends Soloalbum All the Best Cowboys Have Chinese Eyes entstand It’s Hard. Durch das ständige Touren, vor allem in den USA, und die Ankündigung, dass dies die letzte Tour der Band sein würde, war es kommerziell recht erfolgreich, obwohl nach Ansicht von Kritikern die Songs auf Townshends Soloalben besser waren und vor allem der verstorbene Schlagzeuger Moon fehlte, was sich deutlich in der Musik zeige. Nach einer ausgedehnten und ausverkauften Abschieds-Tour – bei der Daltrey zum ersten Mal seit den „Detours“ wieder Gitarre spielte – durch die Sport-Stadien der USA (u. a. mit The Clash als Vorgruppe), gab die Gruppe am 17. Dezember 1982 in Toronto ihr vorerst letztes Konzert.

Obwohl zunächst geplant war, weiteres Material aufzunehmen, vereinzelte Konzerte zu geben und bereits Demoaufnahmen gemacht wurden, kam 1983 die offizielle Auflösung der Band. „Postum“ erschien das Live-Album Who’s Last. In der folgenden Zeit widmeten sich die einzelnen Mitglieder ihren Soloaktivitäten.

Um Juli 1985 kam die Band auf Bitten von Bob Geldof für das Benefizkonzert Live Aid kurzzeitig zusammen und spielte im Wembley-Stadion in London vier Lieder: My Generation, Pinball Wizard, Love Reign O’er Me und Won’t Get Fooled Again. Der Auftritt stand allerdings unter keinem guten Stern. Man hatte kaum geprobt, so dass das eigens für das Ereignis geschriebene Stück After the Fire nicht gespielt wurde, man überzog die Zeit und die Satelliten-Übertragung brach zusammen. Der nächste gemeinsame Auftritt fand 1988 anlässlich ihrer Ehrung mit dem British Phonographic Industry’s Lifetime Achievement Award statt. Dies war der letzte Auftritt mit Kenny Jones am Schlagzeug.

1989 wurden zwei neue Who-Titel auf Pete Townshends Musical-Album Iron Man veröffentlicht. Zum 20-jährigem Jubiläum der Rock-Oper Tommy gingen Townshend, Daltrey und Entwistle im selben Jahr mit zahlreichen Gastmusikern (aber ohne Jones) auf Tournee, unter anderem mit Simon Phillips von Toto am Schlagzeug. Townshend spielte bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich akustische Gitarre. Die Band spielte das Tommy-Album fast vollständig, Townshend-Solostücke und andere selten gespielte Stücke, was auf der Live-Doppel-CD Join Together veröffentlicht wurde. An der Tournee verdienten die Musiker rund 30 Millionen Dollar.

1991 fanden die Townshend, Daltrey und Entwhistle für Aufnahmen zum Elton-John-Tributealbum Two Rooms wieder zusammen und spielten Saturday Night’s Alright for Fighting ein.

Seinen 50. Geburtstag feierte Roger Daltrey 1994 an zwei Abenden in der New Yorker Carnegie Hall unter dem Namen „Daltrey sings Townshend“ mit der Band der 1989er-Tour. Als Stargäste traten John Entwistle und für ein Stück Pete Townshend auf. Letzterer ließ sich allerdings nicht dazu überreden, die folgende Tournee mitzumachen, die aufgrund der hohen Produktionskosten und des Fehlen Townshends zu einem finanziellen Desaster wurde.

Offiziell ohne den Namen The Who zu benutzen, wurde 1996 Quadrophenia im Hyde Park live und mit zahlreichen Gästen (u. a. David Gilmore) aufgeführt. Man entschied sich für eine ausgedehnte Tournee durch die USA und im folgenden Jahr durch Europa. Dabei trat die Gruppe erstmals nach dem Rockpalast-Auftritt von 1981 wieder in Deutschland auf. Es wurden neben dem kompletten Quadrophenia-Album nur wenige Greatest-Hits gespielt. Am Schlagzeug war Ringo Starrs Sohn Zak Starkey und an der zweiten Gitarre Pete Townshends Bruder Simon.

Nachdem man in den Jahren zuvor meist mit Big Band und entsprechend „orchestralem“ Sound getourt war, kehrte The Who 1999 zur „kleinen“ Besetzung zurück, mit Zak Starkey, John Bundrick und deutlich rauerem musikalischem Gewand. Schwerpunkte der Auftritte waren nicht mehr die Konzeptalben, sondern die größten Hits.

Im Herbst 1999 spielte die Gruppe zunächst einige kleine Wohltätigkeits-Auftritte in den USA und England, darunter einen bis heute unveröffentlichten unplugged-Auftritt bei Neil Youngs „Bridge School Benefit“, bevor 2000 eine ausgedehnte „Greatest Hits“-Tournee folgte. Höhepunkt war ein Auftritt in der „Royal Albert Hall“, bei dem sich zahlreiche Gäste die Ehre erwiesen, u. a. Noel Gallagher, Paul Weller, Bryan Adams, Nigel Kennedy, Stereophonics und Eddie Vedder. Dieser Auftritt wurde 2002 auf DVD und CD veröffentlicht. Daneben werden seit 2002 auch regelmäßig Konzerte mitgeschnitten und vertrieben, zunächst als Doppelalben, seit 2006 auch als DVDs. Der Erlös wird gespendet, unter anderem für den „Teenage Cancer Trust“.

Am 20. Oktober 2001 spielte The Who beim „Concert for New York City“, einem Benefizkonzert zugunsten der Opfer und Hinterbliebenen der Terroranschläge des 11. Septembers 2001. Dieser Auftritt inmitten einer bis dahin eher gedämpften Stimmung gilt als einer der besten und energetischsten der wieder vereinten Band.

Am 27. Juni 2002 starb der Bassist John Entwistle überraschend in seinem Hotelzimmer in Las Vegas, nachdem er aufgrund von Kokainkonsum einen Herzinfarkt erlitten hatte. Um einen Pilgerstrom von Fans zu vermeiden, hielt das Hotel die exakte Zimmernummer geheim. Wie beim Tode Keith Moons entschied man sich zum Weitermachen. Die anstehende dreimonatige US-Tour begann mit zwei Tagen Verspätung mit dem italienisch-britischen Bassisten Pino Palladino als Ersatzmusiker, der bereits mit Tears for Fears, Eric Clapton, Phil Collins, Elton John und Paul Young gespielt hatte. Zusätzlich verstärkt wurde die Band von Simon Townshend.

Im Mai 2004 erschienen auf einem weiteren Best-Of-Album Then And Now und in einer „Singles Box“ zwei neue Stücke: Real Good Looking Boy und die Entwistle-Hommage Old Red Wine. Im Juli 2004 traten sie erneut als Headliner beim Isle-Of-Wight-Festival auf. Im gleichen Jahr veröffentlichte die Nu-Metal-Band Limp Bizkit erfolgreich eine Coverversion des Stücks „Behind Blue Eyes“ aus dem Jahr 1971. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden die Who-Songs Who Are You, Won’t Get Fooled Again und Baba O’Riley noch einmal durch die Verwendung als Titelsongs der CSI-Serien populär.

Für 2005 war, nach der Rückkehr von Zak Starkey von seinen Pflichten als Oasis-Tourdrummer, ein Studioalbum mit neuen Stücken geplant. Dieses wurde jedoch zunächst verschoben. Im Juli 2005 traten Townshend, Daltrey mit John Bundrick, Simon Townshend und der Band von Paul Weller bei dem Live-8-Konzert in London direkt vor Pink Floyd auf. Im zweiten Halbjahr 2005 sang Roger Daltrey bei 49 Konzerten der „Night of the Proms“. Er spielte mit Orchesterbegleitung vier Who-Stücke (Who Are You, Behind Blue Eyes, Pinball Wizard, See Me, Feel Me). Pete Townshend spielte mit seiner Lebensgefährtin Rachel Fuller einige Solo-Konzerte und veröffentlichte im Internet sein Projekt „The Boy Who Heard Music“.

Im Sommer 2006 ging The Who erneut auf eine ausgedehnte Welttournee. Die Tourband bestand wie schon in den Jahren zuvor neben Townshend und Daltrey aus Zak Starkey, Pino Palladino, Simon Townshend und John Bundrick. Am 17. Juni 2006 begann die Tournee in Leeds, dem Ort ihres legendären Live-Mitschnitts aus dem Jahr 1970. Unter anderem absolvierte die Band drei Auftritte in Deutschland, zwei in der Schweiz und einen in Österreich.

Ende Juli 2006 erschien zunächst eine EP mit Ausschnitten der Mini-Rockoper Wire & Glass, die das Herzstück des am 30. Oktober 2006 folgenden Albums bilden sollte. Endless Wire, auf dem Zak Starkey entgegen der Ankündigung nur auf einem Stück spielt, war das erste Studioalbum seit 23 Jahren. Obwohl das Album mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde, wurde die Tournee zum Album 2007, die auch wieder für fünf Konzert nach Deutschland führte, ein großer Erfolg.

Zuletzt spielten Daltrey und Townshend im Frühjahr 2008 ihr erstes längeres Konzert als Duo, im Rahmen der jährlichen Konzerte in der Royal Albert Hall zugunsten des „Teenage Cancer Trusts“. Im Oktober und November tourte die Band durch die USA und zum zweiten Mal durch Japan. Im Dezember beendeten The Who das Jahr mit drei Konzerten im Londoner indigO2.

Wie die meisten Rockbands spielte auch The Who Stücke anderer Gruppen auf Konzerten oder nahm eigene Versionen auf. The Who orientierte sich an den Stücken von Rock ’n’ Roll- und Bluesmusikern, wie Bo Diddley, dessen Songs I’m a Man und Roadrunner sie spielten, James Brown (Please Please Please, I Don’t Mind) oder Marvin Gaye. Besonders Eddie Cochrans Summertime Blues wurde in der Who-Version bekannt, sodass die Originalversion häufig der Band zugeschrieben wird.

Die Lieder wurden gewöhnlich von Pete Townshend geschrieben. Nach eigenen Angaben wurde er in seiner Jugendzeit von Rocksongs wie Rock Around the Clock beeinflusst. Wegen der Konzeption der ersten Rockopern wird ihm eine Rolle als bedeutender Pop-Komponist und Gitarrist zugeschrieben. Im Vergleich zu vielen anderen Gitarristen der 1960er Jahre sind bei Townshend eher wenige Blueseinflüsse hörbar. Er entwickelte seinen eigenen Stil, der zum Teil sogar von Jimi Hendrix kopiert wurde. Townshend ist bekannt für sein spezielles Anspielen der Saiten, bei dem er den Arm in weitem Bogen kreisen lässt, was häufig als „Windmühle“ (engl. windmill) bezeichnet wird. Nach eigenen Aussagen schaute er sich diese Technik bei Stones-Gitarrist Keith Richards ab.

Sänger Roger Daltrey ist nach eigenen Aussagen Fan von Elvis Presley. Der 2003 aufgenommene Song Real Good Looking Boy soll eine Hommage an diesen darstellen. Nach Meinung von Kritikern sei Daltreys Stimme zwar nicht überragend, steche aber durch Kraft und einen „verzierungslosen Vokalstil“ hervor. Gelegentlich kam es zum Streit zwischen Daltrey und Townshend, beispielsweise als Daltrey wegen seiner Hauptrolle im Film Tommy im Focus öffentlicher Aufmerksamkeit stand.

John Entwistle, langjähriger Bassist, trug mit seinem Spiel wesentlich zum typischen Sound bei. Er spielte sowohl mit als auch ohne Plektrum. Er begleitete Townshends Gitarre häufig mit Pentatonikläufen, wie beispielsweise in My Generation zu hören ist. Sein Basssolo in diesem Stück wird als eines der ersten auf einer Schallplatte veröffentlichten E-Basssoli überhaupt bezeichnet. Entwistles Qualitäten als Bassist werden im allgemeinen von der Musikpresse gelobt, 2000 ernannte ihn das Guitar Magazine zum „Bassist of the Millennium“. Entwistle galt als Ruhepol in der Band und erhielt den Spitznamen The Ox. Auf Konzerten trat er bis zuletzt durch seine Basssoli in Erscheinung, insbesondere seine Improvisationen im Stück 5:15 vom Album Quadrophenia konnten eine mehrminütige Länge erreichen.

Schlagzeuger Keith Moon gilt mit seinem Spiel als einer der besten seines Fachs. Nach eigenen Angaben war er von Jazzschlagzeuger Gene Krupa beeinflusst. Moon spielte gewöhnlich Schlagzeuge der Marke Premier.

Zu Beginn ihrer Karriere benutzte die Band Verstärker der Marke Marshall. Auf Wunsch Townshends hin entwickelte Marshall 1965 das erste Topteil mit 100 Watt Leistung, den so genannten 1959, mit einer 8x12"-Box. Für einen besseren Transport wurde die Box zerteilt, so dass das berühmte Marshall-Stack entstand, das Townshend und Entwistle fortan verwendeten. 1967 wechselten die Musiker zum britischen Hersteller Sound City. Auf der Europatournee 2007 spielte Townshend Fender Stratocaster-Gitarren und -Verstärker.

Besonders in den Anfangsjahren waren die Musiker dafür bekannt, ihre Instrumente am Ende jeden Auftritts zu zerstören. Allein Townshend soll insgesamt mehr als 3.000 Gitarren zerstört haben. Kam dies in den frühen Jahren noch regelmäßig vor, so nahm die Häufigkeit später ab. Die letzte Gitarre demolierte Townshend 2004 anlässlich des ersten Auftritts der Gruppe in Japan. Diese Zerstörungen seien laut Townshend durch das Konzept der Autodestruktiven Kunst von Gustav Metzger beeinflusst worden, der an dem von Townshend und Entwistle besuchten Ealing Art College lehrte.

Auch die Hotelzimmer wurden häufig demoliert. Anlässlich seines 21. Geburtstags versenkte Keith Moon einen Rolls Royce im Schwimmbecken eines Holiday-Inn-Hotels. Daraufhin erhielt die Band weltweit Hausverbot. Insgesamt soll Moon in 14 Jahren 250.000 Pfund Schaden angerichtet haben. 1973 wurden die Bandmitglieder und einige Begleiter vorübergehend festgenommen und erst gegen Zahlung von rund 6.000 Dollar wieder freigelassen, da sie nach einem Auftritt eine Hotelsuite demoliert hatten.

Am 31. Mai 1976 erspielten sie sich auf dem Charlton Football Ground einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde als lauteste Rockshow der Welt mit 120 dB, gemessen im Abstand von 50 Metern von der Bühne. Dieser Rekord wurde später durch die Heavy-Metal-Band „Manowar“ übertroffen.

1990 fand die Aufnahme in die „Rock and Roll Hall of Fame“ statt. Im Jahr 1993 veröffentlichte die Recording Industry Association of America (RIAA) die Verkaufszahlen einiger Alben in den USA. Demnach erhielten Hooligans, Who’s Better und Who’s Best Gold für eine halbe Million Verkäufe, Meaty Beaty Big and Bouncy, Quadrophenia und The Who by Numbers Platin für eine Million, Greatest Hits, Live at Leeds, Tommy und Who Are You Doppel-Platin und Who’s Next Dreifach-Platin. Dennoch hatte die Band weder in Großbritannien noch den USA jemals eine Single auf Platz 1.

Im Herbst 2003 setzten die Kritiker der deutschen Ausgabe der Musikzeitschrift „Rolling Stone“ Who’s Next auf Platz 28 und das Vorgängeralbum Tommy auf Platz 96 der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten. In der im April 2005 erschienenen Rolling-Stone-Zusammenstellung der 500 besten Songs aller Zeiten wurde My Generation aus dem gleichnamigen Album auf Platz 11 gesetzt. Die Who’s Next-Songs Won’t Get Fooled Again und Baba O’Riley wurden an Nummer 121 beziehungsweise 394 gelistet. In der entsprechenden US-amerikanischen Umfrage landeten die Songs auf den Plätzen 133 und 340.

The Who ist eine der frühen und einflussreichsten Rockbands. In den Anfangsjahren galten sie als Vorbild und wichtiger Vertreter der Mod-Bewegung. Punk- und New-Wave-Bands, wie The Clash und The Jam wurden beeinflusst. In den 1990er-Jahren orientierten sich viele Britpopbands an der Musik der Mods und griffen deren Elemente auf, beispielsweise Oasis, Blur, Suede und Pulp.

Die Veröffentlichung von Tommy hatte maßgeblichen Einfluss auf nachfolgende Rockmusicals und Konzeptalben und wurde unter anderem von David Bowie mit The Rise and Fall of Ziggy Stardust, Jethro Tulls Thick as a Brick und Pink Floyd mit Alben wie Dark Side of the Moon, Animals und The Wall in ähnlicher Weise nachgeahmt.

Die Stücke von The Who wurden vielfach von anderen Bands nachgespielt. Insbesondere My Generation spielten viele Musiker in eigenen Versionen, unter anderem Alice Cooper, Green Day, Helge Schneider, Iron Maiden, Manfred Mann, Oasis, Pearl Jam und The Sweet. Andere Interpreten mit Who-Coversongs sind Styx und Tina Turner (I Can See for Miles), David Bowie und die Scorpions (I Can’t Explain), Punkbands wie die Ramones und Sex Pistols (Substitute) oder auch Rush (The Seeker), Queensrÿche und Van Halen (Won’t Get Fooled Again).

Eine der bekanntesten Versionen der letzten Jahre ist Behind Blue Eyes, das 2003 von Limp Bizkit neu interpretiert wurde. 2007 coverte die englische Gruppe The Zimmers den Song My Generation. Die Band, deren Mitglieder ein Durchschnittsalter von 78 Jahren haben, wollte damit auf ihre Generation aufmerksam machen und sich dagegen wehren, einfach abgeschoben zu werden und am Rande der Gesellschaft zu stehen.

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Rose Tattoo

Rose Tattoo; 1993

Rose Tattoo ist eine australische Hardrock-Band. Gegründet wurde sie in den 1970ern von Peter Wells. Erster und bis heute einziger Sänger ist Gary „Angry“ Anderson (spielte in Mad Max 3 den Handlanger von Tina Turner), welcher durch seine markante Stimme den Wiedererkennungswert der Band ausmacht. Prägend für Rose Tattoo ist außerdem der Einsatz einer Slide-Gitarre. Als Rhythmusgitarre wird stets eine Gibson Les Paul verwendet.

Innerhalb Australiens werden Rose Tattoo gern als „die kleinen AC/DCs“ bezeichnet. Beide Bands bedienen dasselbe Genre, AC/DC konnte jedoch einen höheren Bekanntheitsgrad erreichen. Rose Tattoo spielen seit dem Tod des AC/DC Sängers Bon Scott und den daraus folgenden Umbesetzungen deutlich härtere Musik als ihre Kollegen.

Die Band lebt von ihrem Arbeiter-Image und alkoholbedingten Aussetzern, ganz besonders solchen von Anderson.

In den späten Achtzigern löste sich die Band mehr und mehr auf. Erst 1993 schaffte sie ein Comeback im Original Line up, nachdem ihnen Guns N' Roses in Australien den Support Slot auf ihrer dortigen Tour gaben. Aus dieser Zeit wurde im Jahre 1994 eine Live-DVD, mitgeschnitten im Boggo Raod Jail, veröffentlicht, die nur in Australien erhältlich ist (in Europa nur als Import).

Die Band bezeichnet sich selbst als unpolitisch. Als sie auf einer Deutschlandtour als Vorgruppe der Böhsen Onkelz spielte, weigerten sich zahlreiche Fans der Band diese Konzerte zu besuchen, um die umstrittene deutsche Band nicht mit ihrem Eintrittsgeld zu unterstützen. Auf die Frage, ob Rose Tattoo davon wüssten, dass die Böhsen Onkelz in Deutschland einen fragwürdigen Ruf genießen, antwortete Peter Wells, dies interessiere schlichtweg niemanden aus der Band. Im Jahr 2005 spielten Rose Tattoo beim Vaya Con Tioz Abschlussfestival der Böhsen Onkelz auf dem Lausitzring vor 120.000 Zuschauern, was bis dato ihr größter Auftritt war.

In seiner Freizeit kümmert sich Anderson um benachteiligte Kinder in Australien. In einem Interview im australischen Fernsehen bat Anderson die Zuschauer zudem, sich gegen Kinderprostitution in den benachbarten asiatischen Ländern einzusetzen. Diesem Thema widmete er auf dem letzten Album (Pain) sogar ein eigenes Lied (House of pain).

Auf den letzten beiden Touren wurde Peter Wells von anderen Gitarristen vertreten, u. a. von Dai Prichard. Am 27. März 2006 verstarb Peter Wells nach einem jahrelangen Kampf gegen den Krebs. Im Herbst des Vorjahres veröffentlichte er sein letztes Soloalbum mit dem Titel „Mothers worry“. Im September 2005 wurde in Sydney ein großes Benefiz-Konzert zu Gunsten von Peter Wells organisiert, bei dem sich das Who is Who der australischen Rockszene beteiligte.

Bei Ex-Rose Tattoo Bassist Ian Rilen (hat den Bandklassiker „Bad boy for love“ geschrieben), immer mal wieder in der Band über die letzten 10 Jahre, wurde im Juni 2006 ebenfalls Krebs diagnostiziert, er verstarb am 30. Oktober 2006 an den Folgen der Krankheit. Seit 2004 spielt Gitarrist Mick Cocks zusätzlich in der australischen Hard-Rock-Band Doomfoxx, mit der Rose Tattoo bereits tourte.

Im August 2006 spielten Rose Tattoo zusammen mit dem ehemaligen Böhse Onkelz Gitarristen Matthias Röhr auf dem Wacken Open Air und dem „Rock Over Hamburg“ Festival.

Im Juni und Juli 2007 spielten Rose Tattoo laut Nachricht auf der offiziellen Homepage der Band als Vorgruppe von Guns N' Roses in Australien. Bereits 1993 haben Rose Tattoo die Guns N' Roses auf deren ausdrücklichen Wunsch hin in Australien begleitet.

Am 20. Mai gab die Band auf ihrer offiziellen Homepage bekannt, dass ihr langjähriger Bassist Steve King Rose Tattoo verlassen hatte. Als Grund wurde angegeben, dass sich King musikalisch in eine andere Richtung bewege als die Band. Bereits am 3. Juni wurde verlautbart, dass mit Geordie Leach ein alter Bekannter am Bass zurück zur Band stoßen würde. Leach ist neben Anderson und Cocks ein Mitglied von Rose Tattoo, das auf allen der ersten vier Studio-LPs der Band zu hören ist.

Rose Tattoo waren Vorbilder und Orientierung für andere Bands, unter anderem die norwegischen Backstreet Girls. Auch die US-amerikanische Rockband Guns N' Roses zeigte sich in ihrer Frühphase von Rose Tattoo beeinflusst und spielte eine Cover-Version des Rose-Tattoo-Songs „Nice Boys“ ein (veröffentlicht auf der EP „Live ?!* @Like A Suicide“), später auch als Re-Release auf der GNR Lies erschienen. Mit ihrer Vorliebe für großflächige Tattoos, die in den späten 70er und frühen 80er Jahren noch keineswegs „gesellschaftsfähig“ waren, übten Rose Tattoo ferner einen Einfluss auf das spätere Image der Rock- und Heavy-Metal-Szene an der amerikanischen Westküste aus. Die US-amerikanische Sängerin Helen Schneider landete mit dem Song „Rock ’n’ Roll Gypsy“, abgeleitet aus dem Rose Tattoo Song „Rock ’n’ Roll Outlaw“, einen Top-Ten-Hit in Deutschland.

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Angry Anderson

Angry Anderson 1993 in Wagga, Australien

Gary „Angry“ Anderson (* 5. August 1947 in Melbourne, Australien) ist ein australischer Rocksänger und Schauspieler.

Anderson wurde in den 1970ern als Sänger der Band Rose Tattoo bekannt, mit der er auch heute noch auf Tournee geht und Alben veröffentlicht. Charakteristisch für ihn sind seine bluesige, kraftvolle Stimme und sein kahl rasierter Kopf. 1985 war er im dritten Teil der Mad-Max-Reihe als Handlanger von Tina Turner zu sehen. Mit der Ballade Suddenly aus der Seifenoper Nachbarn erreichte Anderson 1987 Platz 3 in den britischen Charts und Platz 1 in seiner Heimat. 1992 spielte Anderson in der australischen Aufführung des Rock-Musicals Jesus Christ Superstar den König Herodes.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts nahm Anderson - entgegen seinem Image als „Böser Junge“ - an einigen Wohltätigkeitsveranstaltungen wie z. B. dem Bali-Relief-Konzert zugunsten der Opfer des Anschlags von Bali teil. Anderson ist Träger des Order of Australia, eines von Elisabeth II. eingeführten Ordens für besondere Verdienste.

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Jack Bruno

Jack Bruno (* 17. April 1951 in London) ist ein britischer Schlagzeuger.

Jack Bruno ist auf allen Alben von Tina Turner zu hören. Außerdem arbeitete er zusammen mit Elton John, Cher, LeAnn Rimes und John Miles. Seit 1993 gehört er fest zur Begleitband von Joe Cocker.

Bruno gilt als der Schlagzeuger, der bisher vor der größten Anzahl von Zuschauern gespielt hat. Zusammen mit Tina Turner, in deren Band er seit 1981 spielt, und Joe Cocker (seit 1992) sowie Elton John (von 1998 bis 1999) spielte er vor insgesamt 92 Millionen Menschen. Zu Tina Turners „Rock In Rio“-Show 1988 kamen 190.000 Fans, bei Joe Cockers Woodstock-Auftritt 1994 spielte Bruno vor fast 300.000 Menschen.

Jack Bruno lebt in Nashville, Tennessee.

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Source : Wikipedia