Tiermedizin

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Geschrieben von bishop 10/04/2009 @ 16:10

Tags : tiermedizin, tiere, freizeit

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Futterallergie

Futterallergie bei einer Katze mit schweren selbst beigefügten Läsionen am Kopf

Als Futterallergie oder Futtermittelallergie bezeichnet man in der Tiermedizin allergische Reaktionen auf Futtermittelinhaltstoffe. Sie entspricht damit der Nahrungsmittelallergie beim Menschen. Die Erkrankung manifestiert sich vor allem als Hauterkrankung mit Juckreiz, der durch Kratzen und Belecken zu schweren Hautveränderungen führen kann. Futterallergien kommen vor allem bei Haushunden und Hauskatzen vor. Die Diagnostik und Behandlung ist durch eine Ausschlussdiät möglich, die jedoch zeitaufwändig ist.

Futterallergien sind bei Hunden und Katzen ein recht häufiges Phänomen. Ihr Anteil an den Hauterkrankungen wird beim Hund mit bis zu fünf Prozent angegeben. Betroffen sind Tiere aller Rassen und Altersklassen, wobei bei Hunden die Erkrankung zumeist im ersten Lebensjahr beginnt. Dabei kann eine Futterallergie gegen ein Futtermittel selbst Jahre nach einer zunächst problemlosen Fütterung auftreten.

Die häufigsten Allergieauslöser (Allergene) sind Rindfleisch und Milchprodukte, aber auch Schweine-, Pferde-, Geflügelfleisch, Fisch, Ei, Soja und Weizen können allergische Reaktionen auslösen. Neben den Hauptkomponenten in Fertigfuttermitteln können auch Zusätze wie Stabilisatoren, Antioxidantien oder Moisturizer allergieauslösend sein. Darüber hinaus können Allergene auch erst durch Umbau im Organismus entstehen. Die Allergene sind hitze-, säure- und Protease-resistente Proteine, zumeist Glykoproteine, mit einer Größe von zehn bis 70 kDa. Aber auch kleinere Proteine (Haptene) können zu allergischen Reaktionen führen, wenn sie an Trägerproteine gebunden sind.

Abzugrenzen von der Futterallergie sind Unverträglichkeitsreaktionen, die ohne Beteiligung des Immunsystems ablaufen, beispielsweise Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit.

Die genaue Ursache für solche allergischen Unverträglichkeiten ist bislang nicht bekannt. Prädisponierend können Störungen der Barrierefunktion der Darmschleimhaut durch Darmentzündungen (beispielsweise Parvovirose), Darmparasiten und ein frühes Absetzen sein. Im gesunden Darm können Allergene normalerweise nicht die Darmwand passieren. Zudem werden sie größtenteils durch die Enzyme des Verdauungssafts abgebaut. Bei Kontakt von Allergenen mit der Darmwand kommt es zu einer Immunantwort mit der Bildung von Immunglobulin A (IgA). Die daraufhin entstehenden Antigen-IgA-Komplexe können resorbiert werden. Im Regelfall werden solche Stoffe jedoch toleriert.

Bei Futterallergien handelt es sich größtenteils um Typ-I-Reaktionen, aber auch Typ-III- und Typ-IV-Reaktionen können auftreten. Typ-III-Reaktionen sind für Magen-Darm-Symptome verantwortlich, die allerdings bei einer Futterallergie eher die Ausnahme sind. Typ-IV-Reaktionen sind dafür verantwortlich, dass die Allergie selbst bei Eliminierung des Antigens noch wochenlang bestehen bleiben kann.

Das Klinische Bild der Futterallergie ist vor allem durch eine Hautentzündung (Allergische Dermatitis) mit Juckreiz gekennzeichnet. Als Primäreffloreszenzen treten in etwa 40 Prozent der Fälle Hautrötung (Erythem) und Papeln auf. Bevorzugte Lokalisationen beim Hund sind Pfoten, Achsel, Bauch, Leistengegend und Ohren, bei der Katze der Kopf.

Infolge Selbsttraumatisierung oder einer Malassezienvermehrung können alle möglichen sekundären Hautveränderungen auftreten.

Differentialdiagnostisch müssen alle mit Juckreiz einhergehenden Hauterkrankungen ausgeschlossen werden. In etwa 25 Prozent der Fälle liegt noch eine zweite Allergie vor (Atopische Dermatitis des Hundes, Flohallergie), was die Diagnostik zusätzlich erschwert. Die Futterallergie spricht in der Regel nur wenig auf Glukokortikoide an und tritt im Regelfall nicht saisonal auf.

Die Aussagekraft serologischer Tests gegen Futterallergene ist umstritten. Bei Verdacht ist eine konsequente Ausschlussdiät das diagnostische Mittel der Wahl. Dabei wird die Fütterung für mindestens vier bis sechs Wochen konsequent auf nur eine Protein- und Kohlenhydratquelle umgestellt. Dabei ist ein Fleischtyp und ein Getreideprodukt/Kartoffel zu wählen, das im bisher verwendeten Futter nicht enthalten war. Auf alles Beifutter mit anderen Protein- und Kohlenhydratquellen („Leckerlis“) ist unbedingt zu verzichten.

Nachdem die Diagnose durch eine Ausschlussdiät gesichert wurde, kann schrittweise die Nahrung im Wochenrhythmus um jeweils eine weitere Komponente erweitert werden, um eine Fehlernährung zu verhindern. Bei erneutem Auftreten gilt die Komponente als identifiziert, wobei jedoch beachtet werden muss, dass auch mehrere Futterbestandteile allergieauslösend sein können.

Bei Fällen mit allergischen Reaktionen gegen viele tierische Eiweiße, muss unter Umständen ein Spezialdiätfuttermittel eingesetzt werden. In diesen sind die Eiweiße auf Molekülgrößen unterhalb der kritischen Größe aufgespalten (→ Hydrolyse).

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Nachgeburtsverhaltung

Als Nachgeburtsverhaltung (Retentio secundinarum) bezeichnet man in der Tiermedizin den ausbleibenden Abgang der Nachgeburt nach einer Geburt, also dem nunmehr überflüssigen Rest des Mutterkuchens (Plazenta). Eine Nachgeburtsverhaltung tritt vor allem bei Kühen und Stuten auf, andere Tierarten sind sehr selten betroffen. Die Nachgeburtsverhaltung ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom verschiedener Funktionsstörungen.

Die Nachgeburtsverhaltung tritt vor allem bei Kühen und Stuten auf. Beim Hausrind wird dabei der Zustand bezeichnet, wenn die Nachgeburt innerhalb 12 Stunden nach der Geburt nicht abgestoßen wird. Bei Stuten spricht man von einem verzögerten Abgang wenn die Nachgeburt nicht binnen drei Stunden nach der Geburt vollständig abgegangen ist, von einer Nachgeburtsverhaltung wenn mehr als 6 Stunden vergehen.

Die Ätiologie einer Nachgeburtsverhaltung ist noch nicht geklärt. Es scheint sich um ein multifaktorielles Geschehen zu handeln. Alle Prozesse die zu einer Imbalance und Asynchronität des Geburtsvorgangs führen können eine Nachgeburtsverhaltung auslösen.

Bei Pferden kommt sie meist bei Schwer- und Zwillingsgeburten, Eihautwassersucht und bei sehr alten Stuten vor. Eine verminderte Kontraktionskraft der Gebärmutter, eine gestörte Reaktion des Myometriums von Oxytozin oder Störungen der Auflösung der Kontaktzone zwischen Muttertier und Frucht sind pathogenetisch beteiligt.

Bei Kühen sind zahlreiche Faktoren als Auslöser oder zumindest begünstigende Ursachen beschrieben. Dabei können infektiöse Ursachen wie Brucellose, Eihautentzündung oder Euterentzündungen als auch nichtinfektiöse Faktoren zugrunde liegen. Zu letzteren gehören eine verkürzte oder verlängerte Trächtigkeitsdauer, hormonelle Störungen und Stoffwechselstörungen. Auch eine Geburtseinleitung mit Prostaglandin F2α führt in den meisten Fällen zu einer Nachgeburtsverhaltung.

Bei Schafen und Ziegen kommt die Nachgeburtsverhaltung sehr selten vor, vor allem bei Ernährungsmängeln, bei Mehrlingsträchtigkeit und nach einem Chlamydienabort. Sehr selten wird die Nachgeburtsverhaltung auch bei Schweinen beobachtet. Sie tritt bei diesen vor allem bei Wehenschwäche oder Verlegung des Geburtskanals auf.

Nachgeburtsverhaltungen stellen ein großes gesundheitliches Risiko für das Muttertier dar und verursachen darüber hinaus erhebliche ökonomische Verluste in der Nutztierhaltung.

Sie führen zumeist zu einer Endometritis, welche in eine Septikämie und damit in einen lebensbedrohlichen Zustand übergehen kann. Sehr häufig führen sie zu einem Rückgang der Milchleistung und zu gestörter Fruchtbarkeit (Verlängerung der Zwischentragezeit), eventuell auch zu Unfruchtbarkeit.

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Deltamethrin

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Deltamethrin ist ein Insektizid aus der Gruppe der Pyrethroide und wird in der Tiermedizin gegen verschiedene Ektoparasiten eingesetzt.

Insekten nehmen Deltamethrin über die Körperoberfläche auf, worauf es sich im ganzen Insektenkörper verteilt. Es ist ein Nervengift und führt dazu, dass sich die Na+-Kanäle der Nervenzellen nicht mehr schließen. Na+-Ionen strömen ungehindert in das Zellinnere hinein und es kommt zu unkontrollierbaren Nervenimpulsen. Dies führt zunächst zu Erregungszuständen mit Krämpfen, dann zu Koordinationsstörungen und schließlich zu einer Lähmung. Das Insekt ist innerhalb weniger Minuten bewegungsunfähig, man spricht von einem „knock-down“-Effekt. Der Tod tritt erst nach einiger Zeit ein.

Bei nicht ausreichender Dosis können viele der betroffenen Insekten Deltamethrin enzymatisch (Entgiftungsesterasen und mixed function oxidase) abbauen. Durch Zusatz von Synergisten wie Piperonylbutoxid kann der enzymatische Abbau verhindert werden.

Bei Hunden erfolgt der Einsatz vor allem gegen Flöhe, Zecken und die Leishmanien übertragenden Sandmücken. Es wird mittels präparierter Flohhalsbänder oder Shampoos lokal auf die Haut gegeben und verteilt sich mit dem Fettfilm über das gesamte Tier. Eine Resorption über die Haut findet nicht statt.

Nach der Verordnung (EWG) Nr. 2377/90 über Höchstmengen für Tierarzneimittelrückstände in Nahrungsmitteln ist der Wirkstoff auch zur Anwendung bei Schafen und Rindern zugelassen. Hier wird Deltamethrin als Lösung auf den Rücken aufgetragen (so genanntes Pour-On-Verfahren) und wirkt gegen Haarlinge, Läuse sowie stechende und nicht stechende Weidefliegen. Wegen des breiten Wirkspektrums der Pyrethroide wird außerdem von einer Wirkung auf Gnitzen, den Überträgern der Blauzungenkrankheit, ausgegangen.

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Flunixin

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Flunixin ist ein ausschließlich in der Tiermedizin zugelassenes Nichtopioid-Analgetikum und gehört zu den nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAID). Es wird bei allen Schmerzzuständen als Analgetikum eingesetzt, vor allem bei Skeletterkrankungen und Schmerzzuständen der Eingeweide, und besitzt eine entzündungshemmende (Antiphlogistikum) und fiebersenkende (Antipyretikum) Wirkung.

Flunixin ist ein Derivat der Nikotinsäure und wird zur Gruppe der Fenamate gezählt. Es ist ein weißliches kristallines Pulver mit saurem Geschmack. Es ist bei alkalischem pH-Wert in Wasser löslich. Flunixin ist in den meisten organischen Lösungsmitteln gut löslich, bei neutralem pH-Wert auch in Fetten.

In der Tiermedizin wird vor allem das Salz mit Meglumin eingesetzt, die CAS-Nummer für Flunixinmeglumin lautet 42461-84-7.

Wie alle nichtsteroidalen Entzündungshemmer wirkt Flunixin über eine kompetitive Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase, wodurch die Synthese der Entzündungsstoffe Prostaglandin und Thromboxan gemindert wird. Außerdem hemmt Flunixin die Freisetzung von Substanz P. Darüber hinaus vermindert der Wirkstoff die Produktion der Magensäure.

Flunixin kann sowohl oral als auch parenteral (subkutan, intravenös) angewendet werden.

Die Ausscheidung von Flunixin erfolgt vor allem über eine aktive Sekretion in den Nieren. Die Halbwertszeit variiert tierartlich zwischen 1,5 und 8 Stunden. Trotz dieser geringen Halbwertszeit ist die Wirkungsdauer mit etwa 12 Stunden deutlich länger, da sich in Entzündungsbereichen deutlich höhere Konzentrationen als im Blutplasma bilden.

Bei schweren Nierenfunktionsstörungen und schweren Blutbildveränderungen sollte Flunixin nicht eingesetzt werden. Bei Trächtigkeit wird von einigen Autoren vom Einsatz des Mittels abgeraten, obwohl sich bei Labortieren bislang keine teratogenen oder mutagenen Effekte nachweisen ließen. Bei schwer dehydrierten Patienten wird von einer Anwendung abgeraten.

An der Injektionsstelle können bei intramuskulärer Injektion Schwellungen und Verhärtungen auftreten, weshalb von dieser Applikationsart abgeraten wird. Gelegentlich können Erbrechen und Durchfall auftreten.

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Emodepsid

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Emodepsid ist ein in der Tiermedizin eingesetztes Anthelminthikum mit einem breiten Wirkungsspektrum gegen Fadenwürmer. Es ist ein halbsynthetisches Derivat des Fermentationsprodukts des Pilzes Mycelia sterilia. Es ist in Kombination mit Praziquantel unter dem Markennamen Profender® (Bayer AG) zur Anwendung auf der Haut (spot on) bei Katzen zugelassen.

Der Arzneistoff blockiert die neuromuskulären Synapsen des Pharynx und der Körpermuskulatur der Fadenwürmer und führt zu einer Lähmung der Parasiten. Der Wirkstoff reichert sich nach Applikation im Fettgewebe an und wird von dort langsam freigesetzt. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt etwa 9 Tage.

Die Nebenwirkungen sind gering. Gelegentlich kommt es an der Stelle der Anwendung zu weißlichen Rückständen oder zu Haarausfall. Bei der zehnfachen empfohlenen Tagesdosis kommt es zu einem leichten Speichelfluss und leichten Muskelkrämpfen, die nach Absetzen des Präparats wieder verschwinden.

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Atipamezol

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Atipamezol ist ein α2-Adrenorezeptor-Antagonist und wird in der Tiermedizin angewendet, um die sedative und analgetische Wirkung von α2-Adrenorezeptor-Agonisten (Medetomidin, Detomidin, Dexmedetomidin, Xylazin) aufzuheben. Ein geringe Wirkung entfaltet der Wirkstoff auch auf α1-Adrenorezeptoren. Es wird über die Nieren ausgeschieden.

Atipamezol hat eine etwa 100 mal höhere Spezifität zu α2-Adrenorezeptoren als Yohimbin. Es kann auch als Antidot bei einer Überdosierung von Amitraz eingesetzt werden. Der Arzneistoff wird intravenös oder intramuskulär angewendet.

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Penisvorfall

Als Penisvorfall (lat. Prolaps penis; Penisprolaps) bezeichnet man in der Tiermedizin das Ausschachten des Penis bei Säugetieren über die Phase der sexuellen Erregung hinaus bzw. die Unfähigkeit den Penis in die Vorhaut zurückzuziehen. Bei den Nichtprimaten ist der Penis normalerweise in der Haut der Bauchwand verborgen. Bei sexueller Erregung stülpt sich sein freies Ende (Pars libera penis) infolge der Erektion aus („Ausschachten“) und wird nach dem Deckakt durch den Musculus retractor penis, beim Hengst auch durch die glatte Muskulatur des Penisschwellkörpers zurückgezogen.

Größere praktische Bedeutung hat der Penisvorfall beim Hengst und beim Chinchillabock. Die Erkrankung entspricht dem Hemipenisvorfall der Reptilien. Zur Untersuchung des Penis muss bei Großtieren mittels einer Penisänästhesie (Leitungsanästhesie des Nervus pudendus oder seiner Penisäste) ein Penisvorfall künstlich herbeigeführt werden.

Ursachen für einen Penisvorfall sind sexuelle Überbeanspruchung, Innervationsstörungen, bei Hengsten die Verabreichung von Acepromazin und bei Chinchillas auch Haaringbildung um die Eichel.

Folgen eines andauernden Penisvorfalls sind Austrocknung der Eichel und Penisverletzungen, die bei längerem Bestehen zu einem Absterben führen. Therapeutisch kann versucht werden, den Penis nach Reinigung zurückzuverlagern. Bei starken Gewebsveränderungen oder häufigen Rezidiven muss eine Penisamputation in Erwägung gezogen werden.

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Source : Wikipedia