ThyssenKrupp

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Geschrieben von bishop 05/03/2009 @ 00:07

Tags : thyssenkrupp, industrie, wirtschaft

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ThyssenKrupp

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Die ThyssenKrupp AG (ˌtɪsn̩ˈkrʊp oder ˌtʏsn̩ˈkrʊp) ist ein deutsches Industrieunternehmen und Deutschlands größtes Stahl- und Rüstungsunternehmen. Die ThyssenKrupp AG hat einen Doppelsitz, und zwar ist sie in die Handelsregister in Duisburg und Essen eingetragen. Im Vorfeld ihrer Fusion hatten Thyssen und Krupp 1998 bereits ihre Absicht bekundet, in Anknüpfung an die bisherigen Unternehmenstraditionen und angesichts der langjährigen Verbundenheit zu Duisburg und Essen einen Doppelsitz in Duisburg und Essen zu begründen. Die Hauptversammlung des Jahres 2000 der ThyssenKrupp AG hatte den entsprechenden Beschluss gefasst. Unberührt davon bleibt vorerst der Verwaltungsstandort Düsseldorf, der jedoch nach Fertigstellung des ThyssenKrupp Campus ebenfalls nach Essen verlagert wird. ThyssenKrupp Stainless ist Inhaber der Marke Nirosta mit Hauptsitz in Krefeld.

Seine historischen Wurzeln vereinen fast die gesamte Geschichte der rheinisch-westfälischen Schwerindustrie und damit der Industrialisierung Deutschlands. Der ThyssenKrupp-Konzern geht auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Vorgängerunternehmen zurück, die sich vor allem im Zuge der Konsolidierung der Kohlen-, Eisen- und Stahlindustrie zusammengefunden haben. Die Unternehmerpersönlichkeiten der Vorgängerunternehmen prägten im 19. und frühen 20. Jahrhundert wesentlich die deutsche Industriepolitik und nahmen Einfluss auf die deutsche Innen- und Außenpolitik.

ThyssenKrupp selbst entstand 1999 aus der Fusion der Thyssen AG mit der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp (zu den Vorgängerunternehmen siehe unten). Der Konzern besteht aus den Segmenten Stainless, Steel, Technologies, Elevator und Services. Damit sind die Konzernaktivitäten auf Stahl und Edelstahl, Industrie-Anlagen, Industriegüter und Dienstleistungen konzentriert.

Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2002/2003 einen Umsatz von 36,1 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Steuern von 714 Millionen Euro. Größter Unternehmensbereich war hierbei ThyssenKrupp Steel mit 12 Milliarden Euro Umsatz und knapp 50.000 Beschäftigten. Im Geschäftsjahr 2003/2004 verdoppelte sich der Gewinn vor Steuern auf 1,58 Milliarden Euro bei einer Umsatzsteigerung auf 39,3 Milliarden Euro. Hierbei konnten die Verbindlichkeiten von 4,2 auf 2,8 Milliarden Euro gesenkt werden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 wurde ein Gewinn vor Steuern von 1,836 Milliarden Euro erwirtschaftet und es konnten die Verbindlichkeiten des Konzerns auf Null gesenkt werden, was gegenüber der jahrzehntelangen Unterkapitalisierung und Verschuldung von Thyssen und Krupp eine große unternehmerische Leistung ist. Das Geschäftsjahr 2005/2006 war das erfolgreichste in der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz belief sich auf 47,125 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Steuern auf 2,623 Milliarden Euro. Der größte Unternehmensbereich war das Segment Services mit einem Umsatz von 14,204 Milliarden Euro.

Die insgesamt 187.586 Mitarbeiter verteilen sich auf 679 Einzelunternehmen weltweit (Stand: 30. September 2006). Die belegschaftsstärksten Standorte sind Duisburg, Dortmund, Bochum, Hamburg, Krefeld und das Siegerland (Werk Eichen und Ferndorf).

Im Jahr 2010 wird der Verwaltungssitz von Düsseldorf nach Essen verlegt. Dort befindet sich zur Zeit (Stand: 2008) der Krupp-Gürtel im Bau. Damit zieht die Konzernzentrale zum Ort der Wurzeln der Krupp-Dynastie zurück. Auf dem Areal des Krupp-Gürtels, das das große Kruppsche Industrieviertel war und völlig zerstört nach dem Zweiten Weltkrieg als Brachland bis heute übrig blieb, befindet sich noch heute das Stammhaus Krupp.

Am 29. September 1891 gab August Thyssen bekannt, zusammen mit seinem Bruder Joseph im Besitz aller Anteile des Steinkohlenbergwerks Gewerkschaft Deutscher Kaiser zu sein. Am 17. Dezember 1891 fand der erste Abstich im neuen Stahlwerk der Gewerkschaft Deutscher Kaiser in Hamborn bei Duisburg statt. Beide Ereignisse des Jahres 1891 gelten später als Gründungsdaten des Thyssen-Konzerns.

Seit 1883 hatte August Thyssen Kuxe (= Anteilscheine) der Gewerkschaft Deutscher Kaiser erworben, da das Werk besondere Standortvorteile für seine unternehmerischen Vorstellungen besaß. Der günstige Standort mit eigener Kohlenzeche, Werkshafen am Rhein und Gleisanschluss an das Eisenbahnnetz sicherten die Leistungsfähigkeit des Betriebs. Das Stammwerk der Thyssen Krupp Stahl AG produziert noch heute Stahl an gleicher Stelle. In den folgenden Jahren rationalisierte, modernisierte und erweiterte August Thyssen die Erzeugung von Eisen und Stahl und baute systematisch sowohl Rohstoffbasis (ausländische Erzgruben) als auch Weiterverarbeitung (Schiffbau, Maschinenguss, etc.) seiner Unternehmen aus. Dabei achtete er darauf, dass sich die Produkte der neu erworbenen oder gegründeten Unternehmen zu einem vertikalen Verbund ergänzten. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wechselten nach und nach einzelne Holding-Funktionen des 1871 von August Thyssen in Mülheim an der Ruhr gegründeten Unternehmens Thyssen & Co. auf die Gewerkschaft Deutscher Kaiser, in deren Grubenvorstand Augusts Sohn Fritz (1873–1951) schon 1897 gewählt wurde.

Die Anfang des 20. Jahrhunderts einsetzende Internationalisierung des Konzerns fand durch den Beginn des Ersten Weltkriegs ein abruptes Ende. Im Ersten Weltkrieg kam es nach anfänglich rapidem Rückgang zu einer kriegsbedingten Ausweitung der Produktion, der in den unmittelbaren Nachkriegsjahren Ängste vor einer Sozialisierung und 1923 die französische Ruhrbesetzung folgten. August Thyssen verlor zwar nach dem Weltkrieg zahlreiche Auslandsbeteiligungen, verfügte aber im Inland über ein weitgehend funktionsfähiges Unternehmen. Rationalisierungspotenziale und Marktchancen ließen ihn 1925 grundsätzlich der Gründung eines neuen Konzerns zustimmen, dem außer Hoesch, Gutehoffnungshütte, Mannesmann, Klöckner und Krupp alle Montankonzerne des Ruhrgebiets angehörten. Wenige Wochen nach August Thyssens Tod am 4. April 1926 wurden große Teile des Thyssen-Konzerns in die Vereinigte Stahlwerke AG eingebracht. Sein Sohn Fritz Thyssen wurde Aufsichtsratsvorsitzender des neuen Konzerns. Der Anteil der Thyssenschen Montanwerke wurde bei Gründung der Vereinigte Stahlwerke AG mit 26 % des Aktienkapitals von nominell 800 Mio. RM bewertet. Als eine Betriebsgesellschaft der Vereinigte Stahlwerke AG wurde 1934 die August Thyssen-Hütte AG gegründet. Sie war ein horizontaler Verbund der im Duisburger Raum gelegenen fünf Hüttenwerke der Vereinigte Stahlwerke AG mit den Produktionsschwerpunkten Profilstahl und Halbzeug.

Mit der nationalsozialistischen Aufrüstungspolitik wurden diese Hüttenwerke zu einem wichtigen Lieferanten von Vorprodukten für die spätere Kriegswirtschaft. Auf alliierte Anordnung wurde das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg liquidiert und 1953 eine (neue) August Thyssen-Hütte AG mit Sitz in Duisburg gegründet, um ausschließlich die zu großen Teilen demontierte Thyssenhütte wieder in Betrieb zu nehmen. Die anderen Duisburger Hüttenwerke der Vereinigten Stahlwerke AG gingen als rechtlich selbstständige Gesellschaften zunächst eigene Wege, bevor sie in den 1950er- und 1960er-Jahren wieder in den Verbund der Thyssenhütte zurückkehrten. Nur der 1926 in die Vereinigte Stahlwerke AG eingebrachte Thyssensche Bergbau sollte nicht mehr zum alten Konzernverbund zurückkehren. In den 1950er- und 1960er-Jahren fand der Ausbau der August Thyssen-Hütte AG zu einem Stahlkonzern statt. 1954/55 konzentrierte sich die August Thyssen-Hütte AG zunächst auf Erwerbungen aus den vertikal vorgelagerten Bereichen Bergbau sowie Steine und Erden, um ihre Rohstoffbasis zurückzuerlangen. Der anschließende horizontale Ausbau der August Thyssen-Hütte AG durch Übernahme der Aktienmehrheit an der Niederrheinischen Hütte AG (1956), der Deutschen Edelstahlwerke AG (1957), der Phoenix-Rheinrohr AG Vereinigte Hütten- und Röhrenwerke (1964) und der Hüttenwerk Oberhausen AG (1968) diente der Diversifizierung. Ihre Produktpalette umfasste Profil- und Flacherzeugnisse in allen Qualitäten bis zum hochlegierten Edelstahl; durch gegenseitige Abstimmung der Produktionsprogramme wurden Rationalisierungsgewinne möglich. Parallel dazu fand eine rasche Vergrößerung der als optimal erachteten Hüttenwerkseinheiten statt. Mitte der 1960er-Jahre war die August Thyssen-Hütte AG der größte europäische Rohstahlerzeuger und stand mit seiner Stahlproduktion weltweit an fünfter Stelle.

Ergänzend zur horizontalen Diversifizierung fand seit 1960 die Angliederung einer Handelsorganisation statt, der Handelsunion AG, seit 1969 Thyssen Handelsunion AG. In den folgenden Jahrzehnten wandelte sich die Thyssen Handelsunion AG vom ausschließlichen Stahlhandelsunternehmen zu einem vielseitigen Dienstleister, der sich Mitte der 1990er-Jahre auf die Kerngeschäftsfelder Werkstoffe, Industrie- und Gebäudeservice sowie Projektmanagement konzentrierte. In der Endphase der horizontalen Diversifizierung kam es bei der August Thyssen-Hütte AG zur Spezialisierung durch Kooperation. 1969 vereinbarten Mannesmann AG und August Thyssen-Hütte AG eine Arbeitsteilung, die sich mit der Kurzformel „Röhren zu Mannesmann, Walzstahl zu Thyssen“ umreißen lässt.

Ende der 1960er-Jahre war die August Thyssen-Hütte AG ein monostrukturierter Stahlkonzern. 1972 beschäftigte Thyssen 92.200 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Jahresumsatz von 9,8 Milliarden DM. Die Neuorientierung setzte 1973 mit dem Erwerb der Rheinstahl AG ein, deren Produktionsschwerpunkt in der Weiterverarbeitung lag. Durch diese Angliederung reduzierte die August Thyssen-Hütte AG ihre Dominanz im Stahlsektor und wurde ein Mischkonzern. Die weit gespannten Aktivitäten der Rheinstahl AG wurden mit den entsprechenden Thyssen-Geschäftsfeldern in den vier neu formierten Unternehmensbereichen Investitionsgüter und Verarbeitung, Handel und Dienstleistungen, Edelstahl sowie Stahl zusammengefasst. Folgerichtig änderte die August Thyssen-Hütte AG 1977 ihren Namen in Thyssen Aktiengesellschaft vorm. August Thyssen-Hütte.

Die Thyssen AG ging somit auf ein Konglomerat von Einzelunternehmen zurück. Um auch nach außen zu dokumentieren, dass die Rheinstahl AG den Weiterverarbeitungsbereich des Thyssen-Konzerns repräsentierte, wurde diese 1976 in Thyssen Industrie AG umfirmiert. Der Stahlbereich wurde zum 1. April 1983 in die Thyssen Stahl AG ausgegliedert; seitdem konzentrierte sich die Thyssen Aktiengesellschaft vorm. August Thyssen-Hütte ausschließlich auf Aufgaben der Konzernführung. In den folgenden Jahren passte die Thyssen-Gruppe ihre Stahlproduktion dem Markt an und nahm Strukturbereinigungen vor. Zur Konzentration ihrer Aktivitäten definierte die Thyssen-Gruppe 1996 Kerngeschäftsfelder und führte eine Portfolio-Bereinigung durch. Die Fokussierung auf ausgewählte Geschäftsfelder mit gutem Markt- und Ergebnispotenzial diente gleichzeitig der weiteren Internationalisierung des Konzerns. Bereits in den achtziger Jahren wurden Verhandlungen über einen Zusammenschluss der Thyssen Stahl AG und der Krupp Stahl AG aufgenommen. Die geplante Vereinigung konnte 1983 zwar nicht realisiert werden, man arbeitete jedoch in ausgewählten Geschäftsfeldern eng zusammen. Die Flachstahlbereiche beider Konzerne wurden 1997 in der ThyssenKrupp Stahl AG zusammengeführt.

Im August 1997 nahmen Thyssen und Krupp Gespräche über weitergehende Kooperationen auf. Die ermittelten strategischen Chancen und die operativen Synergiepotenziale eines Gesamtzusammenschlusses waren außerordentlich groß. Dieser wurde am 17. März 1999 mit der Eintragung der ThyssenKrupp AG in das Handelsregister vollzogen.

Die Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp war ein deutsches Industrieunternehmen, das 1992 aus der Friedrich Krupp AG und der Hoesch AG entstand: per feindlicher Übernahme der Mehrheit der Hoesch AG durch den Krupp-Konzern. Dieser Vorgang war damals erstmalig in Deutschland; feindliche Übernahmen waren zuvor nur aus dem angelsächsischen Raum bekannt.

Mitte März 1997 versuchte die Fried.Krupp AG Hoesch-Krupp in Essen, den wesentlich größeren Thyssen-Konzern in Düsseldorf im Zuge einer feindlichen Übernahme an sich zu binden. Dies war fast erfolgreich, zumindest hatte man die Finanzierung zum Ankauf der Thyssen-Aktienmehrheit bereit stehen. Durch eine Indiskretion in Düsseldorfer Bankenkreisen wurde das Vorhaben jedoch vor Vollendung ruchbar. Es kam sodann zu Protesten und Demonstrationen der Thyssen-Belegschaft, u. a. von rund 30.000 Arbeitnehmern in Frankfurt am Main vor dem Hauptgebäude der Deutschen Bank. Durch die massiven Proteste führten Krupp-Hoesch und Thyssen Verhandlungen über eine gemeinsame Stahlgesellschaft. Zu betriebsbedingten Kündigungen sollte es nicht kommen, wohl aber zum Abbau von 6.600 der 23.600 bestehenden Arbeitsplätze bis zum Jahr 2001. Nach langen und harten Auseinandersetzungen kam es zur Zusammenlegung der Stahlbereiche in der ThyssenKrupp Stahl AG zum 1. April 1997. Am 1. September 1997 kündigten Vorstände und Aufsichtsräte beider Industriekonzerne am 4. November 1997 ihre Gesamtfusion an.

An allen diesen Vorgängen hatten sowohl Gerhard Cromme als auch Berthold Beitz maßgeblichen Anteil, auf Thyssen-Seite Dieter Vogel, der sich jedoch nicht als neuer Chef für den fusionierten Konzern aufstellen lassen konnte. Die Vernunft setzte sich durch gegen alle Vorbehalte alter Konkurrenz: Um im internationalen Stahlgeschäft erfolgreich zu sein, bedarf es einer Mindestgröße, die zuvor weder Thyssen noch Krupp allein aufbringen konnten.

Die Hoesch AG war ein Stahl- und Montanunternehmen mit Standorten im Ruhrgebiet sowie im Siegerland. 1871 wurde es vom Dürener Unternehmer Leopold Hoesch in Dortmund gegründet. 1899 übernahm Hoesch die Zeche Vereinigte Westphalia mit der zugehörigen Kokerei Kaiserstuhl. 1930 fusionierte das Unternehmen mit dem Köln-Neuessener Bergwerksverein, 1966 mit der Dortmund-Hörder Hüttenunion. Von 1972 bis 1982 bildete Hoesch zusammen mit dem niederländischen Stahlkonzern Hoogovens den Estel-Konzern.

Die Fried. Krupp GmbH (phasenweise auch eine AG, siehe unter Friedrich Krupp AG) geht zurück auf das traditionsreiche Familienunternehmen der Familie Krupp. Friedrich Krupp gründete 1811 in Essen eine Eisengießerei und später ein Stahlwerk, das Ende des 19. Jahrhunderts zum größten Rüstungskonzern Deutschlands wurde und Waffen für beide Weltkriege lieferte. Aufgrund dieser Bedeutung nahm Krupp großen Einfluss auf die deutsche Politik, insbesondere zur Zeit des Nationalsozialismus. Nach 1945 wurde Alfried Krupp von Bohlen und Halbach deshalb als Kriegsverbrecher verurteilt, der Konzern bestand jedoch weiter.

Krupp war auch ein bedeutender Hersteller von Lastkraftwagen und Bussen in Deutschland; zwischen 1946 und 1954 wurde allerdings der Markenname „Südwerke“ verwendet. Siehe hierzu den Hauptartikel Fried. Krupp Motoren- und Kraftwagenfabriken.

Zu den institutionellen Anlegern zählt nach eigenen Angaben die General Capital Group (4,70 % des Stammkapitals).

Dieses neue Stahlwerk wird derzeit für ThyssenKrupp CSA Companhia Siderúrgica in der Bucht von Sepetiba im Staat Rio de Janeiro in Brasilien gebaut. Das Werk wird aus Sinteranlage, zwei Hochöfen, zwei Stranggiessanlagen sowie eigenem See-Hafen und Kraftwerk bestehen. Die dort ab dem Frühjahr 2009 gefertigten Brammen (5 Mio. t) sind für den Markt in Europa (2 Mio. t) sowie USA (3 Mio. t) vorgesehen. In dem Werk werden rund 3.500 Menschen arbeiten.

ThyssenKrupp beabsichtigte 2005 den kanadischen Stahlkonzern Dofasco zu übernehmen. Da auch der luxemburgische Konzern Arcelor Interesse an dem kanadischen Unternehmen zeigte, entfachte sich eine Bieterschlacht, in der ThyssenKrupp zuletzt 68 Euro pro Aktie bot. Arcelor gab daraufhin ein Gebot von 71 Euro pro Aktie ab. ThyssenKrupp verzichtete auf ein höheres Angebot. Der größte Stahlkonzern der Welt, die indisch-niederländische Mittal Steel, legte wiederum ein Kaufangebot für Arcelor vor und vereinbarte gleichzeitig den Weiterverkauf von Dofasco an ThyssenKrupp zu 68 Euro pro Aktie. Die Anteile an Dofasco wurden von Arcelor jedoch zur Abwehr der feindlichen Übernahme durch Mittal Steel in eine Stiftung ausgegliedert. Diese lehnt bislang eine Selbstauflösung ab. ThyssenKrupp versuchte gerichtlich, Mittal zur Auflösung der Stiftung zu zwingen, scheiterte damit aber Ende Januar 2007 vor einem niederländischen Gericht. Die Übernahme von Dofasco durch ThyssenKrupp ist damit gescheitert, eine Revision ist jedoch noch möglich. ThyssenKrupp wird sich als Alternative eher auf den Neubau eines Stahlwerks in den USA konzentrieren.

Im Mai 2007 gab ThyssenKrupp bekannt, ein neues Walzwerk in Mount Vernon im US-Bundesstaat Alabama für 3,1 Milliarden Euro zu bauen. Die Anlage für die Segmente Stainless und Steel soll bereits 2010 den Betrieb aufnehmen und die Marktposition des Stahlriesens in Nordamerika erheblich stärken. Um das neue US-Walzwerk mit 2.700 Arbeitsplätzen hatten sich mehrere US-Standorte beworben. Kostengünstige Brammen soll das neue Walzwerk aus dem neuen ThyssenKrupp-Stahlwerk in Brasilien beziehen.

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ThyssenKrupp Stainless AG

Die ThyssenKrupp Stainless AG ist die Führungsgesellschaft des Segments Stainless im Konzern ThyssenKrupp. Der Hauptsitz ist Duisburg. Kerngeschäftsfelder sind Flacherzeugnisse aus rostfreiem Edelstahl, außerdem Nickellegierungen und Titan. Die Gesellschaft besitzt eine führende Marktposition und ist weltweit mit Produktionsstandorten, Service-Centern und Vertriebsstützpunkten vertreten.

Die operativen Gesellschaften der ThyssenKrupp Stainless sind die deutsche ThyssenKrupp Nirosta, die italienische ThyssenKrupp Acciai Speciali Terni (inklusive ThyssenKrupp Titanium), die mexikanische ThyssenKrupp Mexinox, die Shanghai Krupp Stainless in der Volksrepublik China; außerdem die ThyssenKrupp VDM, ein Hersteller von Nickelwerkstoffen in Deutschland und den USA.

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ThyssenKrupp Marine Systems

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ThyssenKrupp Marine Systems AG (TKMS) ist ein Werftenverbund, der am 5. Januar 2005 durch die Fusion der ThyssenKrupp-Werften GmbH und der Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (HDW) gegründet wurde.

ThyssenKrupp hält 75 % der Anteile an dem Werftenverbund und übernimmt die industrielle Führung, mit Sitz in Hamburg. One Equity Partners (OEP) ist mit 25 % beteiligt. Der neue Werftenverbund beschäftigt laut eigenen Angaben derzeit 8.400 Mitarbeiter und hat ein Umsatzvolumen von rund 2,2 Mrd. Euro.

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ThyssenKrupp Steel

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Die ThyssenKrupp Steel AG, mit Sitz in Duisburg, ist die Führungsgesellschaft des Segments Stahl der ThyssenKrupp AG. Die Kerngeschäftfelder sind die Stahlerzeugung und die Herstellungen von Flachprodukten aus Qualitätsstahl, sowie die Erbringung von Dienstleistungen im Stahlbereich. Der Konzern gliedert sich in die so genannten Business Units Corporate, Steelmaking, Industry, Auto und Processing. Zu den Tochterunternehmen gehören unter anderem die Rasselstein GmbH in Andernach und die Eisenbahn und Häfen GmbH in Duisburg. Das Unternehmen ist des Weiteren an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann in Duisburg beteiligt. Eine weiterer Standort des Unternehmens ist das Dortmunder Oberflächenzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte.

Bei der ThyssenKrupp Steel AG wird Stahl auf der klassischen Hochofenroute gewonnen. Die Hochöfen des Unternehmens stehen allesamt im Duisburger-Norden in den Stadtteilen Marxloh/Schwelgern und Hamborn. Im Februar 2008 wurde in Hamborn mit dem Hochofen 8 eine der modernsten Anlagen dieser Art eingeweiht. Der Standort Duisburg ist damit eines der größten integrierten Hüttenwerke der Welt und damit auch einer der größten regionalen Arbeitgeber. Im Rahmen einer Wachstumsstrategie baut das Unternehmen gerade ein neues Hüttenwerk im brasilianischen Bundesstaat Rio und zusammen mit ThyssenKrupp Stainless AG einen Weiterverarbeitungsstandort in Mobile, Alabama.

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Source : Wikipedia