Tanz

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Geschrieben von robby 31/03/2009 @ 16:09

Tags : tanz, kultur

Inhaltsverzeichnis
  1. Tanz
  2. Quadrille (Tanz)
  3. Indischer Tanz
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Tanz

Ballett, für viele der Inbegriff vollendeter Tanzkunst.

Tanz (von italienisch danza, ursprünglicher althochdeutscher Begriff laikan/laikin) nennt man auf Musik ausgeführte Körperbewegungen. Tanzen ist ein Ritual, ein Brauchtum, eine darstellende Kunstgattung, eine Berufstätigkeit, eine Sportart, eine Therapieform oder schlicht ein Gefühlsausdruck.

Tanz hat in der Gesellschaft viele Funktionen, kann aber auch Selbstzweck oder Zeitvertreib sein.

Ritualisiertes Tanzen drückt Zusammengehörigkeit und sexuelle Emotionen aus und kann als festlicher Initiationsritus die Aufnahme neuer Mitglieder in eine Gemeinschaft begleiten, etwa wenn junge Mädchen beim Debütantinnenball der Gesellschaft vorgestellt werden oder wenn Schüler beim Abschlussball eine bestandene Prüfung feiern. Vor religiösem Hintergrund werden mit Tanzritualen Götter geehrt oder um Beistand gebeten, während böse Geister abgewehrt oder vertrieben werden.

Tanzen dient als Sport der körperlichen Ertüchtigung und fördert Muskelaufbau, Motorik, Koordination und Gleichgewichtssinn. Das erfolgreiche Erlernen, Planen und Umsetzen komplexer Bewegungsabläufe bildet Selbstvertrauen und unterstützt ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper. Im Turniertanz kann die Überlegenheit gegenüber anderen unter Beweis gestellt werden und der persönliche Ehrgeiz gestillt werden.

Als Kunstform dient Tanzen dazu, Gefühle und Handlungen bildlich darzustellen. Mimik, Gestik und ganzkörperliche Tanzbewegungen bilden zusammen mit Musik das anspruchsvolle Arbeitsmaterial des künstlerischen Tanzes, der dem Zuschauer Eleganz und Ausdruckskraft des menschlichen Körpers vor Augen führt.

Die ältesten erhaltenen Dokumentationen des Tanzens sind indische Höhlenmalereien, die im Zeitraum zwischen 5000 und 2000 v. Chr. entstanden; eine Malerei in den Höhlen von Bhimbetka zeigt eine Reihentanzformation. Darstellungen der frühesten Formen des Hinduismus zeigen den Gott Shiva als Natraj, den „König des Tanzes“. In Indien findet sich mit dem zwischen 400 und 200 v. Chr. entstandenen Natya Shastra, der „heiligen Wissenschaft des Tanzes“, das einflussreichste Frühwerk zum Thema Tanz.

Im antiken Ägypten gab es rituelle Tänze, die Tod und Wiedergeburt des Gottes Osiris darstellten und die technisch so anspruchsvoll waren, dass sie nur von professionellen Tänzern ausgeführt werden konnten.

Die von der christlichen Religion beherrschte mittelalterliche Kultur sah im Tanz ein notwendiges Übel. Obwohl zweifellos immer getanzt wurde, vor allem bei den Jahreszeitenfesten der Bauern, liegt darüber nur wenig Material vor. Im frühen 15. Jahrhundert trat ein deutlicher Wandel ein, als der Gesellschafts-Tanz gemischter Paare an den meisten europäischen Höfen zum beliebten Zeitvertreib wurde. Das Auftreten der ersten Hoftanzmeister und das Erscheinen der ersten Tanzhandbücher unterstreichen die Tatsache, dass der Tanz Teil des adligen Lebensstils wurde. Der Hofdichter Francesco Sforzas, Antonio Cornazzano (1429-1484), schrieb außer zahlreichen anderen Schriften auch ein Libro dell`arte del danzare (um 1460). Der danse basse, während der ganzen Renaissance in Mode, war im wesentlichen ein Prozessions-Tanz mit würdevollen zeremoniellen Bewegungen, die auch die Damen in ihren unbequemen Kleidern ausführen konnten. Zu den beliebtesten Tänzen dieser Art zählte die Pavane (Pfauentanz). Die Fröhlichkeit und Neigung zu freieren Sitten des frühen 16. Jahrhunderts führte dann zur Einführung des danse haute, der schnellere Bewegungen, Sprünge und körperliche Beweglichkeit forderte. Der erste derartige Tanz war die Gaillarde aus Italien, die meistens ohne Anfassen der Hände mit verschiedenen Schritten und Sprüngen getanzt wurde. Die Gaillarde folgte in der Regel nach der Pavane. Auch die Volta (im Film Elisabeth mit Cate Blanchett als Elisabeth I. anschaulich gezeigt) war eine beliebte danse haute, bei der der Mann seine Partnerin drehte und sie auf sein Knie hob. Auch Courante, Allemande und die sehr beliebte Gavotte des 17. Jahrhunderts zählten dazu.

Die lebhaft-ausgelassenen Tänze der sozialen Oberschicht des 16. Jahrhunderts waren stilisierte Übernahmen der Tänze der unteren Stände. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden die Tänze einheitlicher und gleichzeitig spektakulärer. Tanzschulen an den wichtigsten europäischen Höfen unterrichteten den Adel, so dass die beliebtesten Tänze leicht von einem Land zum anderen übertragen werden konnten. Tüchtige Impresarios organisierten prächtige Vorstellungen, bei denen Tänze, Gesang, Rezitation und Pantomime in einem reich geschmückten Rahmen aufgeführt wurden. Dies waren die italienischen balli, die französische ballets de cour und die englische masques (Maskenspiele), an deren Planung und Aufführung sich die königliche Familie selbst oft beteiligte. Orchesographie (1588) von Thoinot Arbeau gilt als beste zeitgenössische Quelle für den Tanz der Spätrenaissance.

Es gibt eine schwer überschaubare Fülle an Tanzformen; die Liste der Tänze trägt die wichtigsten Tänze dieser Welt zusammen. An dieser Stelle werden nur die bekanntesten Tänze und solche Tanzformen, die sich durch einzigartige Merkmale von der Masse abheben, dargestellt.

Die folgende Untergliederung dient nur der groben Orientierung und ist keine verbindliche Kategorisierung. Der Versuch, Tänze in einer allumfassenden Systematik zu ordnen, hat sich in der Vergangenheit (nicht nur in der Wikipedia) wiederholt als unfruchtbar herausgestellt. Es ist nicht schwierig, Merkmale zu finden, nach denen sich Tänze grob gruppieren lassen, harte Kriterien, die eine scharfe Trennung vornehmen, gibt es aber kaum.

Eine verbreitete Kategorisierung ist die nach dem gesellschaftlichen Anlass oder Zweck des Tanzens. Nach Anlass kennt man rituelle Tänze, die religiösen Hintergrund haben, Volkstänze, die zum volkstümlichen Brauchtum gehören und Gesellschaftstänze, die zu geselligen Anlässen aller Art aufgelegt werden. Nach dem Zweck unterscheidet man vor allem den Kunsttanz, eine Kunstform für sich, den Turniertanz, der dem sportlichen Wettkampf dient, den Showtanz, der reinen Unterhaltungscharakter hat und den Werbetanz, der als Partnerwerbung dient.

Auch die Unterteilung nach der Anzahl der Tänzer in Einzeltanz, Paartanz und Gruppentanz ist populär; problematisch ist hierbei, dass viele Tänze in mehreren Aufstellungen getanzt werden. Im Gruppentanz unterscheidet man nach der geometrischen Anordnung der Tänzer weiter zwischen Kreistanz, Kettentanz (hintereinander) und Reihentanz (nebeneinander); ferner gibt es den Formationstanz, in dem die Formation der Tänzer häufig wechselt.

Es gibt zahlreiche weitere Charakteristika, nach denen man Tänze unterteilen kann, allen voran Merkmale der Tanztechnik, diese sind aber vergleichsweise selten anzutreffen.

Eine herausragende Stellung nimmt in vielen Belangen der Volkstanz ein. Die Unterartikel Afrikanischer Tanz, Chinesischer Tanz und Bolivianische Tänze gehen örtlich spezialisiert auf die Vielfalt dieses Gebiets ein. Bekannte Volkstänze des deutschen Sprachraums sind der Schuhplattler und der Landler, aus dem sich später der Wiener Walzer entwickelte. Ein Beispiel für einen international bekannten Volkstanz ist der hawai'ianische Hula. Technisch herausragende Volkstänze sind der südpazifische Sitztanz, der im Sitzen getanzt wird, und der schottische Schwerttanz, der mit Schwertern getanzt wird.

Spezielle Tanzformen sind aus der völkischen Tradition des Karneval, Fastnacht und Fasching heute nicht mehr wegzudenken. Fällt einem mit Blick auf die deutsche Tradition vor allem der Gardetanz ein, so ist international vor allem die brasilianische Samba des Karneval in Rio de Janeiro ein Begriff.

Unter dem Begriff Historischer Tanz versuchen Tänzer in aller Welt, Tänze nachzustellen, die heute praktisch nicht mehr existieren und nur noch aus schriftlichen oder bildlichen Quellen rekonstruiert werden können. In dieses Gebiet fallen Tänze wie die durch überlieferte Musik bekannte Pavane, die im modernen Karnevalstreiben aufgegangene Polonaise und die Quadrille, die vor allem Liebhabern von Kreuzworträtseln ein Begriff ist.

Tanzformen wie Trancetanz oder Kirchentanz zielen darauf ab, beim Tanzen spirituelle Erfahrungen zu machen. Im Mittelpunkt steht hierbei meist eine Konzentration auf den eigenen Körper in Verbindung mit Meditation. Berühmt für diese Art des Tanzens sind die indischen und türkischen Derwische.

Kunsttanz und Bühnentanz leben von der künstlerischen Interpretation der Musik. Speziell das Ballett gilt als technisch vollendete Form des Tanzens und hat zahlreiche andere Tanzformen stark beeinflusst. Klassische Ballettbegriffe wie Pas de deux haben ihren Platz in der Umgangssprache gefunden und Begriffe wie Spitzentanz und Tutu sind Teil der Allgemeinbildung. Dennoch besteht der Kunsttanz aus mehr als nur dem Ballett: Auch der chinesische Tanz und das japanische Tanztheater Butoh können dieser Form zugerechnet werden. Eine recht junge Form des Kunsttanzes ist der Ausdruckstanz. Der spanische Flamenco führt ein tänzerisches Eigenleben, das dem Kunsttanz vergleichbar ist, selbst wenn er ursprünglich nichts mit der klassischen Theaterbühne zu tun hat.

Zeitgenössischer Tanz entwickelt aus unterschiedlichen Tanztechniken vom Ballett bis Breakdance neue ästhetische Positionen und Perspektiven zum Tanz auch jenseits zur Bühne. In genreübergreifenden Arbeiten zeitgenössischer Choreographen entstehen so ausgeprägte künstlerische Positionen von aktueller gesellschaftlicher Relevanz.

Die Berufstänzer an den Theatern in Deutschland bezeichnen sich als Bühnentänzer und werden von der der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) gewerkschaftlich vertreten.

Der moderne internationale Gesellschaftstanz ist vor allem geprägt durch das Welttanzprogramm mit Tänzen wie Foxtrott, Discofox, den Standardtänzen (langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox und Quickstep), sowie den jüngeren lateinamerikanischen Tänzen (Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive). Weiterhin zählen dazu Stehblues, Salsa, Merengue und Tango Argentino.

Neben dem aus der Jazzbewegung der USA heraus entstandene Tanzkomplex des Swing und dem daraus hervorgegangenen Rock ’n’ Roll sind dem Gesellschaftstanz auch die meist sehr kurzlebigen Modetänze zuzuordnen. Darunter versteht man Tänze, die oft auf ein fest vorgegebenes Musikstück getanzt werden, wie beispielsweise der Lambada.

Auch gibt es Partytänze, die in der Gruppe nach fester Choreografie auf ein vorgegebenes Musikstück getanzt werden; einer der ältesten Partytänze ist Memphis, zu den bekanntesten gehört der Time Warp der Rocky Horror Picture Show. Ein beliebter moderner Vertreter der Tänze mit „Ansager“ ist der Square Dance. Hier ruft ein Caller oder Sänger Figurennamen in den Raum, auf die die Tanzgruppe spontan reagieren muss. Diese Art des Tanzens ist auch in anderen Tanzformen zu finden, beispielsweise dem Contra Dance oder der Rueda de Casino. Eine Sonderform ist der Rollstuhltanz bei dem die klassischen Paartänze behindertengerecht umgesetzt werden.

Schautanz versucht über den künstlerischen, sportlichen oder religiösen Elemente hinaus, die Unterhaltung des Zuschauers in den Mittelpunkt zu rücken.

Der Stepptanz und seine Verwandten Irish Dance und Clogging zeichnen sich dadurch aus, dass die Tänzer vor allem mit den Füßen agieren, während Körper- und Armbewegungen untergeordnete Rollen spielen. Markant sind hier die speziell beschlagenen Schuhe, wodurch sich jeder Bodenkontakt als hörbares klack! ausnimmt und die Tänzer selbst musikalisch tätig werden.

Jazz- und Modern Dance fassen eine ganze Reihe von Tänzen zusammen, die sich über kurz oder lang aus dem Jazz entwickelt haben. Neben dem klassischen Jazz Dance und dem Modern Dance finden sich hier jugendliche Tanzformen wie Hip-Hop oder Popping, bei dem die Tänzer die ruckhaften Bewegungen von Robotern nachahmen. Auffallend anders ist der Breakdance, bei dem Tänzer bei außergewöhnlich viel Bodenkontakt akrobatische Leistungen vollbringen.

Wegen seiner hüftbetonten Bewegungen auch als Bauchtanz bekannter orientalische Tanz wird von einer Tänzerin, einem Tänzer oder von Gruppen getanzt. Die verschiedenen Stile und Unterformen schauen auf eine lange aber diffuse Entstehungsgeschichte zurück. Obwohl häufig auf erotische Weise interpretiert, hat der orientalische Tanz prinzipiell nichts mit dem erotischen Tanz zu tun.

Möglicherweise ebenso alt wie der Tanz selbst sind erotische Tanzformen. In der modernen Welt werden diese hauptsächlich durch Gogotanz, Tabledance und Striptease verkörpert, in denen sexuell anzügliche Bewegungen den Zuschauer becircen sollen.

Werden beim Tanzen Fackeln und Pois verwendet, spricht man von Feuertanz. Die Art der begleitenden Musik kann sich von orientalischer Musik über Rock, Pop, Hip-Hop oder Techno bis hin zu mittelalterlicher Musik erstrecken.

Im Eiskunstlauf, insbesondere im Eistanzen, werden verschiedene Tanzformen mit Schlittschuhen auf dem Eis getanzt. Auch das Synchronschwimmen ist eine Form des Tanzens. Eine junge und äußerst ungewöhnliche Tanzform entwickelte das Projekt Bandaloop: In dieser Verbindung aus Klettern und Tanzen schweben die Tänzer meterweit über dem Erdboden. Headbangen ist eine Tanzform, die untrennbar mit der Musikgattung Metal verbunden ist und fast ausschließlich mit dem Kopf getanzt wird. Noch intensiver bis hin zur Gewalttätigkeit ist Pogo, in der in großen Gruppen meist bei Live-Musik wild gegeneinander gesprungen wird. Diese Art des Tanzes findet man vor allem im Punk. Kampfsportarten weisen viele Bewegungsabläufe auf, die Tanzbewegungen sehr ähnlich sind; besonders deutlich zeigt sich dies in stilisierten Kämpfen wie der Kata. Aufgrund dieser Ähnlichkeit wurde die von Sklaven entwickelte Kampfsportart Capoeira als musikalisch unterlegter Tanz getarnt.

Prinzipiell könnte Mobile Clubbing in der Zukunft zur Entwicklung weiterer ungewöhnlicher Tänze führen, da man durch Wahl geeigneter Orte viele räumliche und administrative Einschränkung bezüglich der tänzerischen Kreativität umgehen kann.

In der elektronischen Musikszene entstehen laufend neue Tänze, wie zum Beispiel Jumpstyle.

Musik und Tanz sind eng miteinander verbunden, in einigen Kulturen – etwa im afrikanischen Tanz – sogar so eng, dass es für beide zusammen nur eine Bezeichnung gibt. Besonders deutlich zeigt sich dies, wenn Musik und Tanz rituelle Bedeutung haben und beispielsweise bestimmte Instrumente und Tanzbewegungen Götter symbolisieren.

Mit der Entstehung des Gesellschaftstanzes fand in der westlichen Welt eine Trennung in zwei eigenständige Kunstformen statt. Ab dem 14. Jahrhundert wurden völkische Tänze stilisiert, um der steifen höfischen Etikette zu genügen, und mit „standesgemäßer“ Musik unterlegt, die kaum mehr war als die Taktangabe durch ein Metronom.

In der Folge entwickelten sich beide Formen zwar weiterhin wechselseitig, aber nicht mehr unbedingt gemeinsam. Für gewöhnlich ist es heute das Ziel des Tänzers, die Musik zu interpretieren, also möglichst wirkungsvoll und stimmig in Bewegung umzusetzen.

Das wesentliche Musik und Tanz verbindende Element ist der Rhythmus. Im modernen Gesellschaftstanz ist beispielsweise jeder Tanz fest an einen bestimmten Grundrhythmus gebunden, den die Musik über die gesamte Dauer eines Stücks im selben Tempo aufrecht erhalten muss. Die gleich bleibende Abfolge von Dauern und Pausen gibt Beginn und Geschwindigkeit der Bewegungen vor und schlägt sich in sogenannten Zählweisen wie slow-quick-quick (Slowfox) oder 1,2,3 - 5,6,7 (Salsa) nieder. In anderen Tanzformen variiert der gemeinsame Rhythmus häufiger und nach komplexeren Mustern.

In fast allen Tänzen spielt die stilechte Aufmachung der Tänzer eine wichtige Rolle: Rituelle schamanistische Tänze in gewöhnlicher Alltagskluft sind undenkbar, Volkstänze wirken nur mit traditioneller Tracht authentisch und im Wettkampfsport will die Aufmerksamkeit der Wertungsrichter durch auffällige Bekleidung angezogen werden. So ist es nicht ungewöhnlich, dass zahlreiche Kleidungsstücke wie Ballkleid, Frack und Petticoat und Accessoires wie Federboa, Seidenschleier und die im Mund getragene langstielige rote Rose unweigerlich mit bestimmten Tänzen in Verbindung gebracht werden.

Von besonderem Interesse sind bei vielen Tänzen die Tanzschuhe, denn nur mit der richtigen Mischung aus Rauhigkeit und Glattheit der Sohle gleiten Standardtänzer elegant über das Parkett und ohne Gummistiefel wäre der afrikanische Gummistiefel-Tanz sinnlos. Spezielle Tanzfiguren wie etwa Michael Jacksons Lean erfordern sogar patentierte Spezialschuhe. Es gibt jedoch auch Tänze, in denen das Schuhwerk völlig unerheblich ist, beispielsweise werden die meisten afrikanischen Tänze traditionell barfuß getanzt.

Tänze dauerhaft aufzuzeichnen, um sie zu verbreiten oder der Nachwelt zu erhalten, ist ein derart schwieriges Problem, dass erst in jüngerer Zeit befriedigende Lösungen gefunden wurden. Aus informatischer Sicht sind zur Beschreibung eines Tanzes mehrdimensionale Daten nötig: Neben den Bewegungen an sich in drei Raumrichtungen und ihrer zeitlichen Abfolge muss auch die Begleitmusik berücksichtigt werden; in den meisten Fällen kommen Erklärungen hinzu, ohne die das Nachvollziehen der Bewegungen für Betrachter schwierig ist. Skizzen, abstrakte Symbole und nachgezeichnete Bewegungspfade in Verbindung mit textuellen Anmerkungen sind nur einige der Ideen, die dabei verfolgt wurden.

Von vielen Tanznotationen sind heute die Labanotation und die Choreologie noch im Gebrauch, meistens wird aber der einfacheren Möglichkeit der Videoaufzeichnung Vorzug gegeben.

Das Hauptanwendungsfeld der Tanztechnik besteht darin, tänzerische Aufführungen durch technische Finessen aufzuwerten. So gibt es beispielsweise elektronische Geräte, die am Körper getragen werden und Tanzbewegungen in Musik umsetzen und interaktive Tanzflächen und Räume, die Tanzdarbietungen durch abgestimmte Spezialeffekte unterstützen.

Zu diesem Gebiet zählen auch Forschungsarbeiten, die sich mit der effizienten Aufzeichnung von Tanzbewegungen beschäftigen. Hier sind beispielsweise Projekte angesiedelt, die versuchen, Tänze durch Motion Capturing und dreidimensionale Computeranimationen zu vermitteln.

Es gibt verschiedene Berufsbilder, die mit dem Tanzen in Verbindung stehen: Tänzer, Tanzlehrer, Tanzsporttrainer, Tanzpädagoge, Tanztherapeut und Choreograf.

Die Ausbildung zum Tänzer unterscheidet sich je nach Tanzform sehr stark und reicht vom staatlich anerkannten Universitätsstudium an einer Akademie für klassischen Tanz (z. B. Ballett) über die sportliche Ausbildung im Turniertanz (z. B. Lateintanz) bis zur privaten Ausbildung zur Solotänzerin (z. B. orientalischer Tanz). Tänzer werden üblicherweise auftrittsweise oder kurzzeitig engagiert. Ständig wechselnde Arbeitslage, starker Konkurrenzdruck und nur selten üppige Gagen können Interessierte davon abschrecken, diesen Beruf zu ergreifen. Professionelle Tänzer wählen nicht selten ein zweites Standbein, etwa als Tanzsporttrainer, um finanzielle Stabilität zu erlangen.

Zertifizierter Tanzlehrer wird man in Deutschland durch eine klassische, staatlich allerdings nicht anerkannte Ausbildung bei einem der beiden Tanzlehrerverbände Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband (ADTV) oder Berufsverband Deutscher Tanzlehrer (BDT). Zum Tragen der Bezeichnung Tanzlehrer oder zum Eröffnen einer Tanzschule ist jedoch prinzipiell kein Zertifikat notwendig. Insbesondere bei Tanzformen ohne Verbandsstruktur wie Salsa oder Tango Argentino finden sich meist Tanzlehrer, die ihr Hobby ohne formalisierte Ausbildung zum Beruf gemacht haben.

Tanzsporttrainer sind Turniertänzer oder ehemalige Tanzsportler, die eine von einem Tanzsportverband vorgeschriebene Lehre durchlaufen haben. Diese umfasst eine Reihe von tanzklassenbezogenen Trainerscheinen (C-, B-, A-Lizenz), die den Trainer jeweils für fähig erklären, Tänzer der genannten Klasse zu unterrichten. Meist kann ein Schein einer Klasse erst dann abgelegt werden, wenn der Trainer die Klasse selbst erfolgreich hinter sich gelassen hat. Tanzsporttrainer werden hauptsächlich von Tanzsportvereinen beschäftigt oder geben den Turnierpaaren Privatunterricht.

Die Ausbildung zum Choreografen ist in Deutschland ein Studium an einer Akademie für Tanz. Choreografen werden projekt- oder stückweise beschäftigt, seltener dauerhaft an einer Akademie oder einem Theater. Eine Choreografie ist geschütztes geistiges Eigentum, dessen Nutzungsrechte sich unter Umständen mit großer Gewinnspanne veräußern lassen. Einzel- oder Paartänzer erstellen ihre Choreografien in der Regel selbst, erst bei größeren Tanzformationen und Kompagnien gewinnt die Arbeit des Choreografen an Bedeutung.

Die Tanzschulen der Verbände Allgemeiner Deutscher Tanzlehrerverband (ADTV), Berufsverband Deutscher Tanzlehrer (BDT) und dem schweizerischen Interessenverband der diplomierten Tanzlehrer/-innen für Gesellschaftstanz (swissdance) lehren vorrangig die klassischen Paartänze, können jedoch auch zusätzliche Tänze wie Salsa, Tango Argentino oder ergänzende Kurse wie Umgangsformen- und Rhetorikseminare anbieten. Sie beschäftigen hauptsächlich Tanzlehrer, die eine Ausbildung beim jeweiligen Verband abgeschlossen haben. Die Beendigung des ersten Tanzkurses wird hier traditionellerweise mit einem festlichen Abschlussball gefeiert. Ehrgeizige Schüler der BDT-Tanzschulen können sich in den Breitensportturnieren des Deutschen Amateur Turnieramtes (DAT) auf regionaler bis nationaler Ebene miteinander messen. Der ADTV hat sich mit dem Deutschen Tanzsportverband (DTV) darauf verständigt, keine Tanzsportturniere in tänzerischen Disziplinen auszurichten, die vom DTV veranstaltet werden; einzige Ausnahme ist der Discofox.

Freie Tanzschulen gehören keinem der oben genannten Verbände an. Sie sind in der Regel auf Tänze spezialisiert, die nicht zum Standardrepertoire des Gesellschaftstanzes gehören, etwa Ballett, Hip Hop oder orientalischer Tanz. Einen Ausbildungsplan für Tanzlehrer gibt es hier nicht, private Autodidakten können ebenso eine freie Tanzschule betreiben wie ehemalige Turniertänzer.

In Tanzsportvereinen wird Tanzen eher als Sportart gelehrt, denn als Freizeitbeschäftigung angesehen. Sie vermitteln Grundfertigkeiten, um an losen Breitensportwettbewerben und dem straffer organisierten Turniertanz teil zu nehmen, daneben gibt es aber auch durchaus zahlreiche Gruppen für geselligen Tanz, ähnlich wie in den Tanzschulen. Tanzsportvereine bemühen sich jedoch, zumindest für die Turniertänzer lizenzierte Trainer zu beschäftigen, die im Gegensatz zu vielen Tanzlehrern auf eine langjährige Amateur- oder Profikarriere zurückschauen können. Jedoch ist ein guter Tänzer nicht immer auch ein guter Lehrer, gerade weil er durch sein Talent weniger über die Ausführung des Tanzens, zumindest auf niedrigerem Niveaus, reflektieren musste. Allerdings lernt der weit fortgeschrittene Tänzer indem er sich in der Regel vom Gruppentraining in ihrem Verein lösen und zusätzlich Einzelunterricht bei verschiedenen Trainern nehmen, um als Tänzer ein Gefühl besseren Tanzens von einem erfahreneren Tänzer zu erhalten.

Der Tanz kann auch zum Medium in der Pädagogik und in der Therapie werden. Mit Hilfe des Tanzes will man Lern-, Erziehungs- oder Therapieziele erreichen. Tanz ist ein gutes Mittel, um Lernprozesse in Gang zu setzen.

Sogar erfahrene Tanzpädagogen und –therapeuten sind immer wieder überrascht, wie sich Kinder beim Tanz verändern. Es ist noch nicht einmal von großer Bedeutung, ob Kinder eine ausgeprägte Motivation mitbringen. Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen, die die Kinder in Aktion beobachten, bestätigen diese Erfahrungen. Neben erhöhter körperlicher Kompetenz lassen sich generell Offenheit, Selbstbewusstsein und Experimentierfreude bei den Kindern feststellen, die über eine längere Zeit Tanz und Bewegungsstunden mitmachen.

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Quadrille (Tanz)

Die Quadrille, auch Quadrille à la cour ist ein französischer Kontratanz, der zur Zeit Napoleons I. in Paris entstand. Aus der Quadrille wurde später der Cancan, dessen Popularität bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts anhielt. Die echte Quadrille, die zu den wilden Rhythmen Offenbachs getanzt wurde, war weder schön noch strukturiert. Die rhythmische Präzision dieses historischen Tanzes, der in den 1950er-Jahren als Cancan durch Kino und Theaterbühnen bekannt wurde, entwickelte sich erst im 20. Jahrhundert und hat keinerlei Ähnlichkeit mit der Urform der Quadrille.

Ursprünglich war die Quadrille naturaliste ein anarchischer, improvisierter Tanz, eine akrobatische, ekstatische Verrenkung der Glieder, eine wilde und ausgelassene, feurige und schweißtreibende Darbietung. Von einem Herrn geführt, bewegte sich jedes junge Mädchen durch eine Reihe von „Gruppenformationen“ (figures d’ensemble), bevor es im Mittelpunkt des Kreises ein Solo darbot, das stets mit einem Spagat endete. Das Solo oblag eigentlich Männern, aber Frauen gaben ihm seine endgültige Form. Nach dem Spagat der Tänzerin endete das Solo gewöhnlich mit der Enthutung eines männlichen Zuschauers. Ein einziger geschickter Fußtritt, und der Hut wirbelte zur allgemeinen Belustigung durch die Luft.

Die spätere Form der Quadrille wird von jeweils acht Personen (vier Paaren) getanzt, die sich zwei und zwei im Quadrat gegenüberstehen. In der Regel ist der Tanz fünfteilig, auch mit einem Galopp am Ende. In England wurde der Tanz 1816 eingeführt, in Deutschland gegen 1820. In der Form Les Lanciers ist die Tanzform in ganz Europa bekannt geworden. Eine Weiterentwicklung der Quadrille ist die Walzerquadrille, die mit einem Walzer abschließt. Die Quadrille ist ein Gesellschaftstanz. Noch bis in die 40er Jahre des letzten Jahrhunderts war der Quadrilletanz fester Bestandteil klassischer Tanzkurse.

Auf vielen Bällen ist es gebräuchlich, eine Mitternachtsquadrille in Massenformation zu tanzen, so z. B. auch anlässlich der Munotbälle auf dem Munot in Schaffhausen oder beim Wiener Kathreintanz. Am Wiener Opernball gibt es neben der Mitternachtsquadrille, bei der den Teilnehmenden jeder Tanzschritt angesagt wird (derzeit seit mehreren Jahren von Thomas Schäfer-Elmayer), auch eine 3-Uhr-Quadrille. Am häufigsten wird die Fledermaus-Quadrille von Johann Strauß (Sohn) getanzt.

Der Square Dance und Set Dance basiert auf dem Prinzip der Quadrille. Diese Tanzform kommt auch immer wieder in Volkstänzen vor, etwa bei den sogenannten „Bunten“, die vor allem in Norddeutschland überliefert sind.

In Lewis Carrolls Roman Alice im Wunderland tanzen zwei Figuren, der Greif und die falsche Schildkröte, die „Hummer-Quadrille“.

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Indischer Tanz

Bharatanatyam

In Indien hat der Tanz einen religiösen Ursprung. In der Hindu-Mythologie ist der Tanz eine heilige Handlung, eine Aktivität, die älter ist als die Erde selbst. Dem entsprechend soll Shiva, der Gott der Schöpfung und Zerstörung, die Welt mit seinem Tanz zerstört und wiedererschaffen haben (Nataraja). Es gib acht klassische Tanzformen : Bharatanatyam (Bharatnatyam), Kathak, Kathakali, Kuchipudi, Manipuri, Mohiniyattam (Mohiniattam),Odissi und Sattriya.

In Indien gibt es sehr viele regionale Tänze, von denen der Bharatnatyam, der klassische indische Tanz, am bekanntesten ist. Diese Solo-Tanzform kommt aus Tamil Nadu und ist heute im ganzen Land populär. Früher wurde sie jedoch wegen teils vorhandener Nähe zur Tempelprostitution verboten. Im Bharat Natyam wird nicht wie etwa im Ballett "nach oben" gestrebt, um die Wirkung absoluter Leichtigkeit zu erzielen, sondern gezielt die erdbezogene, fast schwer wirkende Bewegung bevorzugt. Allerdings gibt es auch sehr dynamische und schnelle Drehungen, die jedoch auch immer erdbezogen sind. Um diesen Tanz gut und ausdrucksvoll tanzen zu können, braucht man ein jahrelanges, hartes Training, welches körperlich sehr anspruchsvoll ist. Die Kompliziertheit des Erlernens des Tanzes wird vor allem dadurch deutlich, dass nahezu jedes Muskelzucken eine eigene Bedeutung hat (z.B. gibt es 7 bzw. 9 Bewegungen der Augen und Augenbrauen).

Eine weitere klassische Tanzform ist das aus Kerala stammende Tanztheater Kathakali. Es wird nur von Männern aufgeführt und beinhaltet die Darstellung mythologischer Figuren. Vor allem das Epos Ramayana ist hierfür eine reichhaltige Quelle der Inspiration. Den Charakter dieser Figuren erkennt man an den Farben des Gesichts. Ein grün geschminkter Tänzer hat beispielsweise die Rolle eines Helden oder Gottes.

Das Tanzdrama Kuchipudi ist nicht mit dem Bharatnatyam verwandt, sondern ist eine eigenständige Kunstform, die sich aus der Tanzdramatradition des indischen Bundesstaates Andhra Pradesh entwickelt hat. Sie beinhaltet virtuose Kunststücke, so wird zum Beispiel auf einem Messingtablett getanzt und gleichzeitig ein Gefäß mit Wasser auf dem Kopf balanciert. Kuchipudi erzählt meist aus dem Leben Krishnas und Vishnus. Bis in die 1970er Jahre wurden alle Rollen des Tanzdramas von Männern übernommen. Frauen wurden erstmals 1967 von Kuchipudi-Meister Vempati Chinna Satyam an seine Akademie zum Studium des Tanzes aufgenommen, an der er zusammen mit anderen Meistern eine eigenständige Solo-Tanzform entwickelte.

Wie auch der Kathakali stammt die Solo-Tanzform Mohiniyattam aus Kerala. Diese wird jedoch von Frauen getanzt, und erzählt von der Inkarnation Vishnus als "Mohini", der göttlichen Verführerin. Das Thema weiblicher Liebe wird durch fließende Bewegungen und Gewänder illustriert. Wie viele Tanzstile war Mohiniyattam zu Beginn des 20. Jahrhunderts beinahe in Vergessenheit geraten.

Neben den Jahrhunderte alten traditionsreichen Tanzformen ist auch der moderne Tanzstil der Bollywoodfilme (Bollywoodtanz) in Indien sehr populär. Er ist durch die indische Filmindustrie entstanden und wird zu moderner indischer (Film)musik getanzt. Die Bewegungen dieses Tanzes ähneln aber eher dem orientalischen Tanz des arabischen Raumes als den klassischen indischen Tänzen.

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Source : Wikipedia