Sun Microsystems

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Geschrieben von bishop 11/04/2009 @ 17:11

Tags : sun microsystems, informatik, wirtschaft

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Sun Microsystems

Sun Microsystems auf dem Linuxtag 2004 in Karlsruhe

Computer (Server und Arbeitsplatzrechner), Java, Solaris (Betriebssystem), MySQL (Datenbank) etc.

Sun Microsystems ist ein in Santa Clara ansässiger Hersteller von Computern und Software.

Sun wurde am 24. Februar 1982 von dem Deutschen Andreas von Bechtolsheim und den Amerikanern Bill Joy, Vinod Khosla und Scott McNealy gegründet, die offizielle Eintragung als Firma erfolgte jedoch erst am 16. Mai. Der Name Sun leitet sich von Stanford University Network ab, einem damaligen Projekt zur Vernetzung der Bibliotheksrechner an der Stanford University.

Sun entwickelte 1984 mit NFS ein unter Unix dominierendes Netzwerkdateisystem. Dieses wurde unter eine Open Source-Lizenz gestellt, wodurch es in der Unix-Welt einen großen Erfolg erzielte und auch heute noch sehr wichtig ist. Andere Projekte für den Unix-Bereich wie NeWS, gedacht als Alternative zum X Window System, hatten aufgrund des nichtöffentlichen Quellcodes kaum Erfolg.

Die frühen Computer der Baureihen Sun-1, Sun2 und Sun3 waren mit Prozessoren der 68000er-Familie von Motorola (CISC-CPU) bestückt und liefen unter dem Betriebssystem SunOS, einem BSD-4.3-Abkömmling. Mit dem Sun-SPARC-Prozessor entwickelte Sun eine sehr leistungsfähige RISC-CPU für die eigenen Workstations und Server der Sun-4-Baureihe, auf denen die Betriebssysteme SunOS und später Solaris liefen.

Mit Java schuf Sun 1995 eine objektorientierte, systemunabhängige Programmierplattform, die schnell sehr viele Anhänger fand.

1999 kaufte Sun die Firma Star Division mit dem Office-Paket StarOffice, das 2000 unter einer freien Lizenz (LGPL) als OpenOffice.org veröffentlicht wurde und sehr schnell von Entwicklern aus der Open-Source-Gemeinde angenommen wurde. Im Mai 2005 übernahm Sun das Softwareunternehmen Tarantella. Im April 2006 schloss Sun Deutschland die Übernahmen von StorageTek und SeeBeyond ab. Am 24. April 2006 teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende Scott McNealy durch Jonathan I. Schwartz ersetzt wird, der nach der Übernahme von Lighthouse Design 1996 zu Sun gekommen war.

Anfang 2008 übernahm Sun für rund eine Milliarde Dollar die Firma MySQL AB, die bis dahin die Open-Source-Datenbank MySQL entwickelte und kommerziell vermarktete. Kurz darauf folgte Innotek, der Hersteller der Virtualisierungslösung VirtualBox.

Nach einem Bericht des The Wall Street Journal plant IBM, Sun Microsystems für 6,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen.

Sun Microsystems ist bekannt dafür, kreativ mit Versionsnummern umzugehen. Zum Beispiel wurde die Java-Version 1.2 nicht als 1.2 vermarktet, sondern als „Java 2 Plattform“. Intern blieben die Versionsnummern bei dem 1.x-Schema, so dass sich Produktnamen wie „Java 2 Standard Edition 1.4.2“ ergaben. Mit Java 6 wurde mit diesem Missstand zumindest in den Produktnamen aufgeräumt. Das Produkt heißt jetzt „Java Standard Edition 6“, die interne Versionsnummer ist jedoch weiterhin 1.6. Ähnlich sieht es bei den Versionsnummern von Solaris aus: Solaris 10 heißt intern SunOS 5.10.

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JavaOS

JavaOS ist ein von Sun Microsystems entwickeltes Betriebssystem mit einer Java Virtual Machine als Basis. Anders als Unix oder unixoide Systeme, die hauptsächlich in C realisiert werden, wurde JavaOS vorrangig in Java programmiert.

Seit 2006 wird JavaOS von Sun als Altsystem angesehen (siehe Zukunft).

Das System basiert auf einem für die jeweilige Hardware angepassten Mikrokernel.

Die Java Virtual Machine fungiert als oberste Instanz des Mikrokernels.

Alle Treiber wurden in Java geschrieben und werden von der Virtual Machine ausgeführt.

Das Grafiksystem und der Fenstermanager, die auf das AWT API aufsetzen, sind ebenfalls in Java geschrieben.

Da JavaOS als Betriebssystem für Embedded Systems entworfen wurde, findet es zum Beispiel auf Set-Top-Boxen, als Teil der Infrastruktur für Netzwerke und auch in Geldautomaten Anwendung. Auch die JavaStation läuft unter diesem Betriebssystem.

Sun bezeichnet JavaOS offiziell als Altsystem und empfiehlt die Umstellung auf Java ME . Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine vollwertige Alternative, da Java ME lediglich ein API und kein Betriebssystem ist.

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SBus

Innenansicht SBus Expansion Box

Der SBus ist ein von Sun Microsystems für die eigenen SPARCstation Workstations entwickelter Erweiterungskarten-Bus. Ursprünglich besaß der Bus eine Breite von 32 Bit bei 16,67-25 MHz Taktfrequenz. In späteren Spezifikationen wurde der Bus um sogenannte D64-Operationen (64 Bit) erweitert und die Taktfrequenz verdoppelt. Die SPARCstation 1 war 1989 die erste Workstation mit diesem Bus.

Zu seiner Zeit galt der Bus als sehr leistungsfähig und könnte mit seinem Datendurchsatz von 168 MByte/Sekunde heute noch in vielen Bereichen mithalten (zum Vergleich, der fünf Jahre jüngere 32 Bit @ 33 MHz PCI-Bus erreicht 133 MByte/Sekunde, 64 Bit @ 66 MHz PCI erreicht 528 MByte/Sekunde). Allerdings hat der Bus außerhalb von SPARC-basierenden Computern keine Verbreitung gefunden. Sun hat ihn in den eigenen Workstations seit 1997 durch den PCI-Bus abgelöst. Auch Suns großzügige Lizenzierungspolitik (kostenlos) und die Standardisierung durch das IEEE führten nicht zu einer Verbreitung außerhalb der Sun-Welt. Ebenso waren und sind SBus-Karten überproportional teuer. Dies ist unter anderem eine Folge des Karten-Formfaktors.

Der Formfaktor von SBus-Karten ist ungewöhnlich. Die Karten sind relativ klein (8,38 cm x 14,67 cm) und im Gegensatz zu typischen PC-Einsteckkarten stehen SBus-Karten nicht, sondern liegen. Der Steckanschluss befindet sich dabei auf der Unterseite der Karte, und nicht an einer Längsseite. Die Spezifikation erlaubt doppelt breite Karten, die zwei nebeneinander liegende SBus-Slots belegen. Der Formfaktor zwang Kartenhersteller zu einem für die damalige Zeit hohen Integrationsgrad. Mit diesem Formfaktor passten SBus-Karten gut in das damalige Gehäusekonzept von Sun für SPARCstations. Diese hatten die legendäre Pizzabox-Form, flache Gehäuse mit der Grundfläche einer Pizzaschachtel (für eine große Familienpizza). In diese Gehäuseform passten keine stehenden Karten. Heutzutage, nicht zuletzt aufgrund des verwendeten PCI-Bus, verwendet Sun PC-ähnliche Gehäuse.

Da SPARCstations nur wenige SBus-Slots besaßen (je nach Modell einen bis vier), kamen relativ schnell Expansions-Boxen sowohl von Sun, als auch von Drittherstellern auf den Markt. Diese führten einen SBus-Slot über eine SBus-Karte und ein relativ kurzes Kabel (maximal 50cm) nach außen und schlossen an diesen einen Slot einige (üblicherweise drei oder vier) Slots in einem externen Gehäuse (üblicherweise auch eine Pizzabox) an. Diese Konstruktionen waren im Betrieb sehr unzuverlässig, da der SBus elektrisch für solche Erweiterungen nicht geeignet war. Im realen Dauerbetrieb waren Expansions-Boxen daher teilweise unbrauchbar. Auch dies hat der Verbreitung des SBus geschadet.

Die von Sun vertriebene Expansion-Box hatte das gleiche Gehäuse wie die damals verbreitete SparcStation2, mit Ausnahme des fehlenden Floppy-Schachtes. Sie bot neben drei Steckplätzen für SBus-Karten Platz für zwei Festplatten, verfügte jedoch über keinen eigenen SCSI-Controller. Für den Betrieb von Festplatten innerhalb der Expansion-Box musste diese über ein weiteres Kabel mit dem externen SCSI-Anschluss des Hostsystems verbunden werden. Obgleich das Label auf dem Gehäuse die Aufschrift "Sbus-Expansion" zeigt, wird die Box, bzw. die dazugehörige SBus-Karte, von vielen Betriebssystemen (incl. Suns eigenem Solaris) als "xbox" erkannt. Einem verbreiteten Irrtum zum Trotz bezeichnet dieser Begriff also nicht zwangsläufig eine Spielekonsole aus Redmond, welche unter diesem Namen erst ca. zehn Jahre später auf den Markt kam.

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Andreas von Bechtolsheim

Andreas von Bechtolsheim 2007

Andreas Maria Maximilian von Bechtolsheim (* 1955 am Ammersee) ist ein deutscher, im Silicon Valley (USA) lebender, Informatiker und Unternehmer. Er war 1982 einer von vier Gründern von Sun Microsystems und 1998 einer der ersten Investoren bei Google. Mit einem geschätzten Vermögen von 1,9 Milliarden US-Dollar wurde er 2007 auf Platz 40 der Liste der reichsten Deutschen des Manager-Magazins geführt; auf der Forbes-Milliardärs-Liste belegte er im März 2006 Platz 512.

Andreas von Bechtolsheim ist das zweite von vier Kindern eines Volksschullehrers und lebte zunächst auf einem einsamen Bauernhof nahe dem Ammersee in Bayern. Von 1961 bis 1963 besuchte er die Dorfschule, danach zog die Familie nach Rom, wo er die private deutsche Schule besuchte und unter anderem von seinem Vater unterrichtet wurde. 1968 zog die Familie nach Nonnenhorn am Bodensee, wo er 1973 mit 16 Jahren am Bodensee-Gymnasium Lindau sein Abitur ablegte.

Mit 17 Jahren entwickelte er einen Mikrocomputer auf Basis des Intel-8008-Prozessors, der zur Steuerung von Blechstanzmaschinen diente, für einen mit der Familie befreundeten Unternehmer. Daraus erhielt er Lizenzgebühren von 100 DM je Gerät. Mit 18 Jahren gewann er 1974 bei seiner dritten Teilnahme den Bundeswettbewerb Jugend forscht im Fachgebiet Physik mit einer Arbeit über die „genaue Strömungsmessung durch Ultraschall“.

Nach dem Abitur begann Bechtolsheim mit Unterstützung der Studienstiftung des deutschen Volkes ein Studium der Elektrotechnik mit Schwerpunkt Datenverarbeitung an der Technischen Universität München. 1975 wechselte er mit Hilfe eines Fulbright-Stipendiums an die Carnegie Mellon University in Pittsburgh, USA, und erwarb 1976 seinen Abschluss als Master in Informatik.

1977 zog er ins Silicon Valley und nahm einen studentischen Sommerjob an der Stanford University als Programmierer bei einem CAD-Projekt an. Später wurde er dort als Doktorand angenommen und erhielt Zugang zum Xerox PARC.

1980 oder 1981 begann er auf Anregung von Forest Basket mit der Entwicklung eines Computers, der als Arbeitsplatzrechner im universitären Computernetzwerk dienen sollte. Als Basis verwendete er den leistungsfähigen Motorola-68000-Prozessor, der als 32-Bit-Prozessor einen großen linearen Adressraum besaß und daher einen großen Arbeitsspeicher unterstützte. Mit Hilfe eines CAD-Systems entwarf er die Hauptprozessorplatine, die Grafikkarte und die Ethernetkarte. Während dieser Zeit wurde er unter anderem von der US-Militärforschungsbehörde unterstützt.

Bechtolsheim war überzeugt, dass das neue Konzept eines leistungsfähigen und vernetzten Arbeitsplatzrechners vielversprechend und mit den aufkommenden 32-Bit-Prozessoren auch preisgünstig realisierbar war. Die Anwender wurden von der Rechenzeit des Zentralrechners unabhängig, ohne den Vorteil der Vernetzung zu verlieren, die durch die Verwendung von Unix als Betriebssystem gegeben war.

Mehrere Versuche der Universität, den Entwurf in Lizenz bauen zu lassen, scheiterten jedoch. Daraufhin gab Bechtolsheim 1982 seine Doktorandenstelle auf und gründete gemeinsam mit seinen Studienkollegen Scott McNealy und Vinod Khosla sowie Bill Joy von der Universität Berkeley ein eigenes Unternehmen. Kapitalgeber waren schnell gefunden. Ihre Firma nannten sie SUN als Akronym für „Stanford University Network“. Die Sun-1 genannte Workstation wurde zu einem Preis von weniger als 10.000 US-Dollar angeboten, war vielen Großrechnern überlegen und bildete den Grundstein des weiteren Unternehmenserfolges.

Bechtolsheim fungierte bei Sun ab 1985 als Vice President Technology. Sun ging 1986 an die Börse, das Geschäft entwickelte sich sehr gut. 1988 wurde die Umsatzschwelle von 1 Mrd. US-$ überschritten; zehn Jahre später waren es fast zehn Milliarden Dollar. 2003 betrug der Aktienwert von Sun 11,5 Mrd. US-$.

1995 suchte Bechtolsheim neue Herausforderungen. Er verließ SUN und gründete mit Granite Systems ein neues Unternehmen, um Hochgeschwindigkeits-Komponenten für Internetanwendungen (Netzwerk-Switches) zu entwickeln. 1996 wurde Granite für 220 Mio. US-$ von Cisco Systems übernommen. Zu diesem Zeitpunkt besaß Bechtolsheim 65% der Firmenanteile. Er wurde Vice President of Engineering bei Cisco und arbeitete in verschiedenen Positionen an der Entwicklung neuer Netzwerktechniken, zuletzt als General Manager der Gigabit-Switching-Abteilung. Im Dezember 2003 verließ er das Unternehmen, um sich einem weiteren Startup, dem bereits 2001 gemeinsam mit seinem Geschäftspartner bei Granite, David Cheriton, gegründeten Unternehmen Kaelia zu widmen.

Im Februar 2004 wurde Kaelia von Sun Microsystems per Aktientausch übernommen. Mit Bechtolsheim kehrte der „Mitarbeiter Nr. 1“ zu Sun zurück, wo er fortan als Senior Vice President und Chiefarchitect tätig war. Im September 2005 stellte Sun die so genannte „Bechtolsheim-Maschine“ vor: die neue Galaxy-Baureihe basiert auf Opteron-Prozessoren mit zwei zentralen, parallelen Recheneinheiten von AMD. Dabei werden zehn Betriebssysteme unterstützt, neben verschiedenen Unix-Derivaten und Linux-Varianten auch Microsoft Windows. 2008 verließ er Sun Microsystems erneut und wechselte als Chief Development Officer und Chairman zu der von ihm finanzierten Firma Arista Networks.

Neben den eigenen Unternehmensgründungen ist Bechtolsheim auch als Investor sehr erfolgreich und hat bereits bei mehr als 20 Neugründungen durch eine Anschubfinanzierung und die Vermittlung von Risikokapital Starthilfe gegeben. Er widmet sich dabei vor allem dem Bereich der Electronic Design Automation (EDA), der Software zum Entwurf von Mikroprozessoren, da solchen Anwendungen bereits während seiner Zeit in Stanford sein Interesse gegolten hat.

Die wohl einzige größere Investition in Deutschland war 1992 seine Beteiligung am Hamburger Softwarehaus Star Division, das 1999 komplett von Sun übernommen wurde. Dessen Office-Paket StarOffice stellt heute eine der Hauptalternativen zu den Büroanwendungen von Microsoft dar.

Seine wohl beste Investition tätigte Bechtolsheim 1998. Über seinen Geschäftspartner David Cheriton lernte er die Stanford-Studenten Larry Page und Sergei Brin kennen, die das Konzept einer neuen Internet-Suchtechnologie vorstellten. Er gehörte mit 100.000 US-$ zu den ersten Investoren von Google und vermittelte außerdem den Kontakt zum Risikokapitalgeber John Doerr. In einem Interview mit der WirtschaftsWoche im September 2005 bezeichnete er Google als „die tollste Idee, die mir je untergekommen ist“. Nach dem Börsengang von Google wurde der Wert seiner Beteiligung Anfang 2005 auf 500 Millionen US-$ geschätzt.

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Star Division

Die Hamburger Softwarefirma Star Division wurde im Jahr 1985 von dem 16-jährigen Marco Börries in Lüneburg gegründet. Nach der Anzeige eines Nachbarn beim Ordnungsamt wegen des Betriebs eines Geschäftes in einer Wohngegend siedelte die Firma nach Hamburg um. Star Division wurde vor allem durch ihre Office-Suite StarOffice bekannt. Diese Software wurde über 25 Millionen mal auf der ganzen Welt verkauft.

Im Jahr 1998 gab Börries StarOffice für den Privatgebrauch kostenlos zur Nutzung frei. Star Division wurde am 5. August 1999 von dem Soft- und Hardwarehersteller Sun Microsystems für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag (US-Dollar) aufgekauft. Daraufhin stellt Sun die Software als Version StarOffice 5.1a erstmals auch für die kommerzielle Nutzung kostenlos zur Verfügung.

Das Programm StarOffice wird seitdem von Sun Microsystems und dem OpenOffice.org-Projekt weiterentwickelt.

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Sun ONE

Sun ONE ist eine Suite von Software Produkten von Sun Microsystems für den Einsatz in mittleren und großen Unternehmen. Die Suite umfasst u.a.

Mitte Ende der 90er hatte die Sun|Netscape Allianz eine Reihe von Softwareprodukten im Angebot (Messaging, Portal etc) von denen jedes Komponenten in unterschiedlichen Versionsständen voraussetzte. Z.B. unterstützte der IMAP Server den LDAP Server in der Version 4.x während der Portalserver schon 5.x verlangte. Dies führte dazu, dass Komponenten mehrfach vorhanden sein mussten. Ziel war es daher, die Produkte und Entwicklungszyklen so zu vereinheitlichen, dass sie auf dieselben sogenannten shared components zurückgreifen. Zu diesen Komponenten gehören nicht nur LDAP Server, sondern auch Bibliotheken (shared libraries).

Sun ONE (Open Network Environment) war der Nachfolgename der iPlanet Suite (iPlanet war eine Allianz von Netscape und Sun Microsystems). Mittlerweile wurde die Suite in Sun Java Enterprise System umbenannt und merklich erweitert. Zum Sun Java ES gehören neben den oben genannten Komponenten eine vollständige Identity Management Suite sowie CAPS Produkte zum Aufbau einer serviceorientierten Architektur (SOA).

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MBus

Zwei MBus-Slots, einer mit eingebautem HyperSPARC-Modul

Der MBus ist ein Computerbus-System, das in SPARC-Systemen der Firma Sun Microsystems für CPU-Module verwendet wurde. Er gilt als der erste (herstellerunabhängige) Standard für CPU-Module. Er stellte die Verbindung von Prozessoren, Cache-Speicher und den weiteren Computerkomponenten her. Die Platinenmaße entsprachen denen der SBus-Karten. Der MBus arbeitete mit einem Synchrontakt von max. 40 MHz (optional 25 bis 33 MHz). 64-Bit-Daten- und -Adressen werden im Multiplexbetrieb übertragen, es können 36 Bit Adressraum (64 GByte) physikalisch angesprochen werden. Die Datentransferrate beträgt 80 MByte/s (320 MByte/s Spitze). Die Steuerung der verschiedenen Prozessoren am MBus erfolgte durch einen Arbiter. Es gab weiterhin eine Interrupt-, Reset- und Timeout-Logik. Am MBus konnten maximal acht Prozessoren (quasi) parallel arbeiten.

Dem Mbus folgte etwas später der XBus. Dieser verwendet ein paketvermitteltes Bus-Protokoll bei ansonsten gleichen elektrischen und mechanischen Eigenschaften wie der MBus. Sun und Cray verwendeten den XBus in Supercomputern der damaligen Zeit, wie 1996 im SPARCserver 1000 oder der Cray CS6400 (64 SuperSPARC CPUs an vier XBussen).

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Source : Wikipedia