Studenten

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Geschrieben von daneel 13/04/2009 @ 02:15

Tags : studenten, bildung, gesellschaft

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Verband der Vereine Deutscher Studenten

Verbandszirkel

Der Verband der Vereine Deutscher Studenten (VVDSt), auch Kyffhäuserverband genannt, ist ein Korporationsverband mit etwa 40 Mitgliedsverbindungen in Deutschland, Österreich und Ungarn. Die Mitgliedskorporationen nennen sich in der Regel Verein Deutscher Studenten (VDSt). Der VVDSt ist Mitglied im Convent Deutscher Akademikerverbände.

Die Vereine Deutscher Studenten sind nichtschlagende, farbenführende Verbindungen, in denen männliche Studenten und Akademiker Mitglied werden können, die sich dem deutschen Sprach- und Kulturkreis verbunden fühlen. Letzteres wird in der Regel sehr weit ausgelegt, de facto werden z.B. auch Studenten nicht-deutscher Herkunft aufgenommen. Die Farben der meisten Vereine Deutscher Studenten und des Dachverbandes sind Schwarz-Weiß-Rot, der Wahlspruch des Dachverbandes lautet „Mit Gott für Volk und Vaterland!“ Oberstes Organ des VVDSt ist die jährliche Verbandstagung.

Die Verbindungen gliedern sich in einen Aktiven Bund für die aktiven, studentischen Mitglieder und den dazugehörigen Altherren-Bund, in den der Aktive nach Beendigung seines Studiums als Alter Herr übernommen wird. Der Verband ist nach dem Verbandsprinzip organisiert.

Der VVDSt ist mit der Verbindung Schleswigscher Studenten (VSSt), den Vereinen Deutscher Hochschüler (VDH) und dem Wingolfsbund durch ein Freundschaftsabkommen verbunden. Mit der Deutschen Burschenschaft besteht ein Arbeitsabkommen.

Seit 1886 besitzt der VVDSt mit den Akademischen Blättern eine eigene Verbandszeitschrift.

Der VVDSt hat seine Grundsätze in sogenannten Prinzipien niedergelegt.

Der Verband ist politisch neutral und konfessionell nicht gebunden.

Die Ziele des Verbandes sind in der Verbandssatzung des VVDSt festgelegt. Laut dieser Satzung stellen sich die Vereine Deutscher Studenten zur Aufgabe, ihren Mitgliedern politische Kenntnisse zu vermitteln, die persönliche Einsatzbereitschaft zu fördern und kritisches Bewusstsein zu wecken.

Die ersten Vereine deutscher Studenten gründeten sich im Jahr 1881 in Berlin, Halle, Leipzig, Breslau, Greifswald und Kiel. Die Vereine wollten die politische Lethargie, die unter der Studentenschaft herrschte, überwinden und der äußeren Einigung Deutschlands die innere Einigung folgen lassen. Unmittelbarer Anlass der Gründung der Vereine deutscher Studenten war der sog. Berliner Antisemitismusstreit und eine von Bernhard Förster und Max Liebermann von Sonnenberg initiierte Antisemitenpetition, die von etwa 20% der Professoren und Studenten unterstützt wurde. Angestoßen wurde diese Bewegung u.a. durch antisemitische Propaganda des Hofpredigers Adolf Stöcker (Christlich-Soziale Partei) und von Veröffentlichungen des Historikers Heinrich von Treitschke.

Unter der Führung von Diederich Hahn (der übrigens wahrscheinlich das Vorbild für Heinrich Manns Romanfigur Diederich Hessling in Der Untertan war) und Friedrich Naumann fanden sich am 6. August 1881 etwa 800 Studenten auf dem ersten Kyffhäuserfest zusammen. Anlässlich dieses Treffens schlossen sich die VDSt zum „Kyffhäuser-Verband“ bzw. zum „Verband der Vereine Deutscher Studenten“ (VVDSt) zusammen. Leitideen der Vereine Deutscher Studenten waren Deutschtum, Monarchie und Christentum. Dies konstatierte sich in dem Wahlspruch des VVDSt („Mit Gott für Kaiser und Reich“). Besonders breiten Raum nahm sozialpolitisches Engagement, das als praktisches Christentum verstanden wurde, und die Schaffung eines die gesellschaftlichen Gegensätze überwindenden Nationalgefühls ein. Zwar änderte sich im Lauf der Zeit der Fokus von einer rein negierenden Haltung (u.a. Ablehnung des Judentums) zu einer positiv formulierten Zielrichtung. Im Kern blieben die VDSt aber bis in die 1930er Jahre hinein antisemitisch geprägt. Welche übergreifende Bedeutung der Antisemitismus des 1881 gegründeten Kyffhäuserverbandes hatte, belegt die Auffassung von Adolf Bartels, eine der lautesten rassistischen Stimmen im wilhelminischen Reich: Er geht davon aus, dass die große geistige deutschvölkische Bewegung hinter der antisemitischen organisatorisch aus dem Kyffhäuserverband und weltanschaulich aus den Schriften des Vordenkers des Antisemitismus, Paul Anton de Lagarde, hervorgegangen sei.

Die VDSt verstanden sich als Angebot für politisch interessierte Studenten. Sie wollten keine neue Korporation neben den bereits bestehenden bilden, nicht einen Verein in der Studentenschaft, sondern die deutsche Studentenschaft selbst vertreten. Korporierte und Nichtkorporierte fanden sich in den Vereinen zusammen. So erklärt sich der Name „Verein Deutscher Studenten“, und deshalb wählten die VDSt unter Ablehnung von Band und Mütze die Farben des Reiches „Schwarz-Weiß-Rot“ als Vereinsfarben.

Die VDSter sahen in der folgenden Zeit ihre Gedanken zum sozialen Ausgleich innerhalb der Bevölkerung des Deutschen Reiches durch die von Otto von Bismarck eingeleitete soziale Gesetzgebung realpolitisch verwirklicht und fühlten sich von nun an auf das engste mit Bismarck verbunden. Diese Verbundenheit wurde schließlich auch durch die Einweihung des Botschaftsgedenksteins zur Erinnerung an die "Soziale Botschaft" von Kaiser Wilhelm II. auf dem Kyffhäuser auf der 16. Verbandstagung 1896 in Kelbra ausgedrückt. Am Gründungsort des Verbandes wurde 1906 direkt neben der Burgruine Rothenburg, die sich auf einem steilen Bergvorsprung am Nordrand des Kyffhäusergebirges befindet, eine Bismarcksäule errichtet. Der von Wilhelm Kreis entworfene Turm zu Ehren des Reichskanzlers Otto von Bismarck wurde durch Spenden des Verbandes errichtet.

Nachdem die 1881 gegründete „Kyffhäuser-Zeitung“ schon nach wenigen Jahren wieder eingestellt worden war, gründete man im Jahr 1886 auf Anregung des damaligen Vorortsvorsitzenden Rudolf Heinze, der später in der Weimarer Republik Vizekanzler und Reichsjustizminister werden sollte, mit der Zeitschrift „Akademische Blätter“ ein eigenes Verbandsorgan.

Seit den 1890er Jahren gab es nicht nur eine antisemitische und völkische Ausrichtung, sondern auch eine antislavische. Mit dem Deutschen Ostmarkenverein, der wie auch die Akademischen Blätter eine Entpolonisierung der deutschen Ostprovinzen forderte, unterhielt der Kyffhäuserverband seit dessen Gründung eine enge inhaltliche und institutionelle Kooperation.

Neben den Anfängen und dem Ausbau der Volkstumsarbeit spielte um die Jahrhundertwende ein anderes Problem in der Verbandsgeschichte eine Rolle, die Auseinandersetzung mit der Parteipolitik. Akut wurde diese Frage, als Friedrich Naumann mit seinem Nationalsozialen Verein im Jahr 1896 eine politische Gründung vollzog und unter den VDStern eine nicht geringe Anhängerschaft fand, so dass in der Öffentlichkeit zeitweilig der Eindruck entstehen konnte, als sei sein Nationalsozialer Verein die Fortsetzung des Verbandes im praktischen Leben. Dass diese Auffassung nicht zutraf, hat man auf den Verbandstagungen der Jahre 1897 und 1898 ausdrücklich festgestellt, um so die parteipolitische Neutralität des Verbandes zu wahren. Innerhalb des VDSt entstand soviel Streit zu der Frage der politischen Aktivität Friedrich Naumanns, dass dieser sich entschloss, aus dem VDSt auszutreten (so genannter Naumann-Streit). Eine außerordentliche Verbandstagung im Januar 1907 in Leipzig, auf der sich der Gedanke der parteipolitischen Neutralität erneut durchsetzte und liberale wie konservative Ideen im Verband für gleichberechtigt anerkannt wurden, beendeten schließlich diesen verbandsinternen Streit.

Während des Ersten Weltkrieges ruhte in den meisten Bünden des Kyffhäuserverbandes das Aktivenleben. Etwa 800 VDSter fielen während des Krieges. Dem Gedenken an die Gefallenen und Vermissten wurde eine Ehrenhalle in der 1906 errichteten Bismarcksäule des Kyffhäuser-Verbandes der Vereine Deutscher Studenten auf der Rothenburg am Kyffhäuser geweiht. Die Namen der dem ersten Weltkrieg zum Opfer gefallenen VDSter wurden in einem Ehrenbuch verewigt.

Der Zusammenbruch des Jahres 1918 und das Ende der Monarchie im Deutschen Reich stellten den VDSt vor eine entscheidungsvolle Frage. Für viele wurde es eine Gewissensfrage, wie man sich als Anhänger der Monarchie zur neuen Staatsform stellen sollte.

Während viele Alte Herren dem jungen Staat als Beamte dienten und höchste Staatsämter bekleideten, entwickelte sich in der Aktivengeneration der Weimarer Republik eine ablehnende Haltung zu Republik und Demokratie.

Die meisten Alten Herren waren zu dieser Zeit in den konservativen Parteien DVP und DNVP aktiv, so z.B. Otto Most und Rudolf Heinze in der DVP und Kuno Graf von Westarp, Otto Hoetzsch, Paul Baecker und Reinhard Mumm in der DNVP bis zur Machtübernahme Hugenbergs. Einige Alte Herren, wie Ferdinand Friedensburg und Wilhelm Heile, wirkten aber auch in der linksliberalen DDP. Der Diplomat Rudolf Nadolny wurde unter Friedrich Ebert Leiter des Büros des Reichspräsidenten. Rudolf Heinze war im Kabinett Fehrenbach Vizekanzler und Reichsjustizminister. In der Schlussphase der Weimarer Republik schließlich gehörten Kuno Graf von Westarp, Karl Maßmann und Hermann Ullmann zu den engsten Mitarbeitern des Reichskanzlers Heinrich Brüning.

Trotz dieser Mitarbeit einiger VDSter im Staat wurde die republikanische Staatsform mehrheitlich abgelehnt; Ferdinand Friedensburg wurde 1926 gar aus dem Altherrenverband ausgeschlossen. Besonders bei den studentischen Mitgliedern entwickelte sich während der Zeit der Weimarer Republik eine immer stärkere Ablehnung. Mit Einsetzen der Weltwirtschaftskrise wurde die Einstellung der Aktiven radikal, und es kam auf hochschulpolitischer Ebene bereits zu punktueller Zusammenarbeit mit dem NSDStB, mit dem es seit dieser Zeit auch erste personelle Überschneidungen gab.

1933 begann im VVDSt, wie in vielen anderen Korporationsverbänden, zunächst ein Prozess der Selbstgleichschaltung. So wurde im Verband u.a. das Führerprinzip eingeführt. Die Führung des Verbandes übernahm bis 1935 der NSDAP-Funktionär (Gauleiter) Wilhelm Kube. Getragen wurde dieser Opportunismus und der politische Enthusiasmus für den Nationalsozialismus vor allem von den Studenten (Aktivitas), während sich die Alten Herren eher reserviert verhielten.

Der totalitäre Machtanspruch der NSDAP duldete auch im studentischen Leben keine Gemeinschaften neben sich. Den HJ-Gliederungen wurde untersagt, mit dem VDSt zusammenzuarbeiten, auch ihre Mitglieder durften nicht in den VDSt eintreten. 1935 wurde auf der Verbandstagung des VVDSt jeglicher Angriff auf das Christentum als unvereinbar mit den Verbandszielen erklärt. Die Nationalsozialisten verboten daraufhin eine Doppelmitgliedschaft in NSDStB und VVDSt. Dies führte dazu, dass auf der 57. Verbandstagung 1938 die Auflösung des Verbandes bekanntgegeben wurde.

Einige VDSter haben durch ihre aktive, kritische Haltung gegenüber dem NSDAP-Regime Repressalien erleiden müssen, wie beispielsweise der spätere Bischof Otto Dibelius und Hans Egidi. Wilhelm Dieckmann wurde als Mitwisser der Verschwörung des 20. Juli 1944 hingerichtet. Auf der anderen Seite gab es VDSter, insbesondere aus der radikalen Aktiven-Generation der Weimarer Republik, die sich während dieser Zeit für die NSDAP engagierten, so z.B. Gustav Adolf Scheel (Studentenführer, später Gauleiter) und Ludwig Müller (später „Reichsbischof“ der „Deutschen Christen“).

In den Jahren 1948–1950 entstanden an westdeutschen Hochschulen einzelne aktive Vereine Deutscher Studenten, zunächst gelegentlich noch unter anderem Namen. Der erste Nachkriegs-VDSt war die „Weltoffene Vereinigung Deutscher Studenten an der Technischen Hochschule Hannover – ORBIS“. Es gab auch eine Reihe von Neugründungen. Auf der ersten Verbandstagung nach dem Zweiten Weltkrieg im Februar 1951 in Bonn wurde der Verband der Vereine Deutscher Studenten (VVDSt) neu gegründet. Neuer Wahlspruch wurde „Mit Gott für Volk und Vaterland“.

Auch in der Bundesrepublik Deutschland übernahmen VDSter höchste politische Verantwortung, wie zum Beispiel Hermann Ehlers als Bundestagspräsident, andere arbeiteten am Wiederaufbau Deutschlands mit, so beispielsweise Karl Maßmann.

Die VDSter Hermann Ehlers, Ferdinand Friedensburg und Hans Egidi waren bestimmend für die geistige Ausrichtung des VVDSt nach dem Zweiten Weltkrieg. In seinen politischen Zielen trug der Verband seiner eigenen Geschichte und den Ereignissen im 3. Reich Rechnung. Die demokratische Staatsform der Bundesrepublik wurde bejaht und mitgetragen. Ein vereintes Europa und ein in Frieden und Freiheit wiedervereinigtes Deutschland wurden als Ziel angestrebt. So wendet sich der VVDSt laut seiner Satzung „gegen jegliche Diskriminierung oder Ausgrenzung von Menschen, wie z.B. aus politischen, religiösen oder rassistischen Gründen“, und „gegen jede Form von Antisemitismus“.

1954 wurde auf der Verbandstagung das Witzenhauser Programm beschlossen, nach dem die Wiedervereinigung Deutschlands in den Mittelpunkt allen politischen Handelns gestellt werden soll. Hauptarbeitsthemen der VDSt sollten Fragen der Wiedervereinigung, des Kommunismus, des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens sowie des Volkstums und der europäischen Einigung sein. Anlässlich der Studentenunruhen 1968 wurde im VVDSt intern erneut über Verbandsziele diskutiert und 1970 neu formuliert bzw. zeitgemäß angepasst. Aufgrund rechtsextremer Bestrebungen wurde 1969 der VDSt Frankfurt aus dem Verband ausgeschlossen.

In der DDR waren traditionelle Studentenverbindungen und somit auch die VDSt verboten. Daher wurden erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 die ostdeutschen VDSt (neu) gegründet. In der politischen Wiedervereinigung Deutschlands verwirklichte sich ein Hauptziel der VDSter. Heute wie schon zur Zeit der Gründung der ersten VDSt-Bünde ist es nun oberstes Ziel der VDSter, der politischen Einigung auch die innere folgen zu lassen. In diesem Sinne setzt sich der VVDSt für ein vereintes Europa unter Gleichberechtigung aller europäischen Staaten, Völker und Volksgruppen ein.

Heute ist der VVDSt an über 40 Universitäten in der Bundesrepublik Deutschland, in Österreich und Ungarn vertreten. Ausdruck des europäischen Einigungsgedankens sind Kooperationen mit ähnlich strukturierten Studentenverbindungen, so mit der Verbindung Schleswigscher Studenten (VSSt) in Dänemark, den Vereinen Deutscher Hochschüler in Polen zu Ratibor und Oppeln, dem Verein Deutscher Hochschüler in Rumänien zu Temeswar, dem Verein Deutscher Hochschüler in Ungarn zu Budapest und dem Verein Deutscher Hochschüler in Kroatien zu Agram.

Die Vereinten Nationen (UN) haben im Jahr 2006 die VDSt-Akademie für das Engagement im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Das Projekt „Wissen für Europa“ wurde vom Nationalkomitee für die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ als offizielles „Dekade-Projekt“ ausgewählt. Am 1. Februar 2008 ist das Projekt für zwei weitere Jahre ausgezeichnet worden.

Der VVDSt und seine Mitgliedsbünde bekennen sich zu den hergebrachten Traditionen des korporationsstudentischen Brauchtums. Das Schlagen von Bestimmungsmensuren gehörte und gehört dabei nicht zu den Traditionen der Vereine Deutscher Studenten und wird nicht praktiziert. Jedoch haben die Vereine Deutscher Studenten bis 1953 bei Ehrenhändeln Satisfaktion auf Säbel gegeben. Darüber hinaus sind die Vereine Deutscher Studenten so genannte „Schwarze Verbindungen“, das heißt sie tragen ihre Farben nicht, wie viele andere Verbindungen, in Band und Mütze. Dies erklärt sich aus der Verbandsgeschichte des VVDSt. Da die ersten Vereine Deutscher Studenten keine Verbindungen waren, sondern interkorporative Zusammenschlüsse politisch interessierter Studenten, wählten die Gründer 1881 als Vereinsfarben die Reichsfarben schwarz-weiß-rot. Nachdem sich die Vereine Deutscher Studenten zu Studentenverbindungen entwickelt hatten, behielten sie die Farben bei, das Tragen von Band und Mütze setzte sich jedoch nicht durch. Das Schwarze Prinzip wurde fortan mit dem Gedanken verknüpft, dass VDSter sich nicht durch äußere Zeichen von der Gesellschaft abgrenzen wollen. Einzige Ausnahme ist der VDSt Philadelphia zu Wien, der als Farben schwarz-rot-gold hat und farbentragend ist. Zu feierlichen Anlässen tragen die Chargierten des VVDSt meist Wichs mit schwarzen, roten oder weißen Pekeschen.

Seit 2007 verleiht der VVDSt den Goldenen Ehrenzipel an Mitglieder, die sich um die Vereine Deutscher Studenten verdient gemacht haben.

Kampe, Norbert: Studenten und „Judenfrage“ im Deutschen Kaiserreich, Göttingen 1988 (zgl. Diss. 1983).

Roos-Schumacher, Hedwig: Der Kyffhäuserverband der Vereine Deutscher Studenten 1880–1914/18, 2. Aufl., Kiel 1987.

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Ring Freiheitlicher Studenten

Der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) ist die freiheitliche Studentenorganisation an den österreichischen Hochschulen und Klub in der Österreichischen Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH). Nach den ÖH-Wahlen 2007 ist der RFS mit einem Mandat in der Bundesvertretung der Österreichischen Hochschülerschaft und darüber hinaus noch in der Universitätsvertretung Leoben vertreten.

In der Bundesrepublik Deutschland gab es in den 1970er und 1980er Jahren einen gleichnamigen Studentenverband, der stark neofaschistische Tendenzen aufwies.

Der Ring Freiheitlicher Studenten wurde am 26. Mai 1952 gegründet; erster Bundesvorsitzender war Norbert Burger. Er ist eine Vorfeldorganistion der 1955 aus dem Verband der Unabhängigen hervorgegangenen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), ist aber keine Teilorganisation. Ebenfalls in einem Naheverhältnis steht der RFS zu Burschenschaften in der Tradition der Deutschnationalen Bewegung Österreichs. Zu beiden Organisationen gibt es zahlreiche personelle Überschneidungen. Aufgrund des großen Einflußes des Deutschnationalismus und des Rechtsextremismus auf akademischem Boden war der RFS in den 50ern und 60ern die zweitstärkste Fraktion. Zu dieser Zeit waren viele Rechtsextremisten im RFS, darunter Norbert Burger, der neben anderen RFS-Mitgliedern am Südtirolterror teilnahm. Ebenfalls durch eine Gewalttat wurde das RFS-Mitglied Günther Kümel bekannt: Am 31. März 1965 fand eine Demonstration von Studenten, ehemaligen Widerstandskämpfern und Gewerkschaften gegen den antisemitischen Universitätsprofessor Taras Borodajkewycz statt. Vom RFS und einigen Burschenschaften wurde eine Gegenkundgebung veranstaltet, deren Teilnehmer unter „Proleten raus!“-, „Juden raus!“- und „Hoch Auschwitz!“-Rufen die Demonstration überfielen. Dabei schlug der damals 24-jährige Amateurboxer Kümel den 67-jährigen Demonstranten Ernst Kirchweger, einen ehemaligen KZ-Häftling, nieder und brach ihm dabei das Kiefer. Kirchweger starb zwei Tage später ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Kümel, der bereits früher wegen Hakenkreuzschmierereien und unter anderem zusammen mit Gerd Honsik verübten Anschlägen auf die italienische Botschaft und das Parlament in Wien verurteilt worden war, wurde dafür wegen Notwehrüberschreitung zu zehn Monaten Haft verurteilt.

Von seinem ersten Antreten bei den ÖH-Wahlen blieb der RFS bis 1974 die zweitstärkste Fraktion im Zentralausschuss. Im Zuge des Demokratisierungsprozesses im Rahmen der 68er-Bewegung und der Öffnung der Universitäten aufgrund der Einführung des (gebühren-)freien Hochschulzuganges 1972 verlor der RFS an Bedeutung. Der Rückgang des Stimmenanteils bei den ÖH-Wahlen von über 30% in den 1950er- und 60er-Jahren auf 7% 1979 und unter 5% 1997 wird vom DÖW als Zeichen für den allgemeinen Bedeutungsverlust des Rechtsextremismus in Österreich und speziell an den Universitäten gewertet. In den Studentenvertretungen an den juristischen Fakultäten, die schon in der Ersten Republik Hochburgen der NSDAP waren, blieb der RFS noch länger stark.

Die engen Kontakte zum Rechtsextremismus blieben auch in den 1970ern aufrecht. So stellten die Nationaldemokratischen Partei, der Bund Nationaldemokratischer Studenten, die vom RFS-Aktivisten Bruno Haas gegründete Aktion Neue Rechte und der schon damals verbotene Nationalistische Bund Nordland den Saalschutz bei RFS-Veranstaltungen.

1983 versuchte die FPÖ unter ihrem Parteiobmann Norbert Steger eine eigene Studentenorganisation an den Universitäten zu etablieren. Der Liberale Studentenverband schwächte in Folge den RFS, so dass er 1985 nicht zur ÖH-Wahl antreten konnte. 1987 konnte der RFS wieder mit 2% in den Zentralausschuss einziehen. 1989 wurde der RFS von der FPÖ aufgelöst. Als Gründe nennen Heribert Schiedel und Klaus Zellhofer die Erfolglosigkeit bei den ÖH-Wahlen und die Nähe zum militanten Neonazismus. Als Ersatz wurde im selben Jahr die Freiheitliche Studenten Initiative (FSI) gegründet, die vor allem von Burschenschaftern als Schöpfung der liberalen Heide Schmidt betrachtet wurde. Bis Mitte der 1990er bauten sie aber die Position der Korporierten innerhalb der FSI wieder aus; wichtige Positionen wurden mit Burschenschaftern besetzt. Schiedel und Zellhofer schreiben, dass sich die FSI an neurechter Weltanschauung orientierte. In der FSI-nahen Zeitschrift Identität erschienen 1992 Berichte, die als „erste ernstzunehmende Lebenszeichen der Anti-Antifa-Kampagne in Österreich“ bewertet wurden.

Heute lehnt der Ring Freiheitlicher Studenten das Konzept der „Massenuniversität“ ab, befürwortet die Studienbeiträge und fordert ein „verstärktes Ausleseverfahren“ bei der Studienzulassung. Er tritt für eine rein serviceorientierte ÖH ein und ist gegen die allgemeinpolitische Ausrichtung der ÖH-Bundesvertretung. Der RFS will die Universitätsvertretungen auf Kosten der Bundesvertretung stärken, weil die Universitätsvertretungen einen größeren Nutzen für die Studierenden hätten und weil die Bundesvertretung die Studentenschaft gesellschaftspolitisch vereinnahme. Ausländische Studierende sollen kein passives Wahlrecht bekommen und nicht bevorzugt werden.

Im Dezember 2007 wurde Gernot Schandl als Bundesobmann bestätigt, er übt dieses Amt seit 2006 aus. Andreas Buchner, der auch Obmann der Liste Leobener Studenten ist, wurde zu seinem ersten Stellvertreter bestimmt. Zweiter Stellvertreter ist weiterhin Michael Raml, Vorsitzender des RFS Linz. Als Bundesgeschäftsführer fungiert Hannes Amesbauer.

Bei der ÖH-Wahl 2007 konnte der RFS erstmals nach langer Zeit sein Wahlergebnis verbessern und ist mit 2,4% der Stimmen die fünftstärkste Fraktion. Das bei der Wahl errungene Mandat in der Bundesvertretung wird von Florian Hosiner ausgeübt.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde der erste RFS-Verband 1972 an der Universität Mainz gegründet, der bis 1974 bestand und anschließend in den Nationaldemokratischer Hochschulbund aufging. Eine Wiederbelebung erfolgte 1977 in Köln. Die Initiative ging 1976 vom Hochschulpolitischen Ausschuß (HpA) der Deutschen Burschenschaften aus, welche in den Burschenschaftlichen Blättern für den 29/30 Januar 1977 ein Seminar des HpA in Wien zum Thema "Der RFS - Chance einer konservativen Hochschulfraktion" ankündigte. Klaus Kunze, Mitglied des HpA, war 1977 auch Mitglied des RFS-Köln. Ab November 1979 formierte er sich auf Bundesebene mit Ortsgruppen in Köln, Siegen, Essen, Krefeld, Münster, Mainz und Oldenburg. Analog dem österreichischen Vorbild erschien unregelmäßig die Zeitung der ring.

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Ring Christlich-Demokratischer Studenten

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Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) ist ein deutscher, bundesweit tätiger politischer Studentenverband mit Sitz in Berlin. Ihm gehören über 100 Hochschulgruppen an Universitäten, Fachhochschulen und neuerdings auch Berufsakademien mit insgesamt rund 8.000 Mitgliedern an. Ausgehend von christlich-abendländischen Grundwerten bekennt sich der RCDS zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung, zu den Menschenrechten, zur sozialen Marktwirtschaft und zum Gedanken der Europäischen Einigung.

Der RCDS-Bundesverband wurde auf der ersten Bundesdelegiertenversammlung am 25. bis 27. August 1951 in Bonn gegründet; die ersten christlich-demokratischen Hochschulgruppen (CDH) entstanden aber bereits kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Ihr Schwerpunkt lag anfangs vor allem in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), wo sie neben den LDPD-Hochschulgruppen bald zu Zentren des Widerstands gegen die Hochschulpolitik der SED wurden. Zahlreiche christdemokratische Studentenvertreter wie Werner Neumann (1946), Georg Wrazidlo (1947) oder Hanns Beitz (1948) wurden willkürlich verhaftet; andere wie der spätere Bundesinnenminister Ernst Benda gehörten 1948 zu den Mitbegründern der Freien Universität Berlin.

Nachdem die Studentenräte in der DDR abgeschafft und die Freie Deutsche Jugend (FDJ) zur alleinigen Interessenvertretung erklärt worden war, konzentrierten die CDH-Gruppen ihre Arbeit zunehmend auf die Bundesrepublik und Berlin. Zahlreiche aus der SBZ bzw. DDR geflohene Aktivisten gründeten neue Hochschulgruppen im Westen, die sich 1951 schließlich zum Ring Christlich-Demokratischer Studenten zusammenschlossen.

An den westdeutschen Hochschulen spielte der RCDS anfangs nur eine marginale Rolle, da „Parteipolitik“ in der Studentenschaft weithin verpönt war und das konservative Wählerpotential zudem mehrheitlich von (vorwiegend katholischen) Studentenverbindungen und Studentengemeinden (KDSE) sowie von „unabhängigen“ Fachschaftsvertretern repräsentiert wurde. Erst seit Beginn der 1960er Jahre konnte der RCDS seine Position in den Studentenparlamenten zeitweilig stärken, bevor er im Gefolge der Studentenbewegung wieder in die Defensive geriet. 1957 beschloss der RCDS sein erstes bundesweites Programm, die "Leitsätze zur Hochschulreform und Studienförderung".

Erst nachdem zu Beginn der 1990er Jahre mehrere einstmals dominierende linke Studentenverbände (z.B. MSB, SHB, RSG) zusammengebrochen waren, konnte der RCDS verstärkt wieder in den lokalen Studentenvertretungen Fuß fassen.

Im April 2008 gründete der RCDS zusammen mit acht weiteren Organisationen aus dem Hochschulbereich (Deutscher Hochschulverband, Deutsches Studentenwerk, Promovierenden-Netzwerk Thesis, Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG), Bundesvereinigung Akademischer Mittelbau (BAM), Verband Hochschule und Wissenschaft (vhw), Hochschullehrerbund (hlb), Verein zur Förderung der Juniorprofessur) die sogenannte „Hochschulallianz“. Ziel dieses Bündnisses ist es, eine gemeinsame Interessenvertretung von Lehrenden und Lernenden gegenüber der Politik aufzubauen und für die Interessen der Wissenschaft einzutreten.

Im Unterschied etwa zur Jungen Union ist der RCDS keine „Vereinigung“ der CDU/CSU, sondern von dieser institutionell unabhängig, hat aber den Status einer „befreundeten Organisation“. Die meisten RCDS-Gruppen- und Landesvorsitzenden sowie der RCDS-Bundesvorsitzende sind kooptierte Mitglieder in den Vorständen von CDU und CSU auf der jeweiligen Organisationsebene. Der RCDS hat somit faktisch ähnliche Mitspracherechte wie die JU.

Nach innen gliedert sich der RCDS in drei Ebenen: (Orts-)Gruppen, Landesverbände und Bundesverband.

Die Gruppen an den einzelnen Bildungseinrichtungen sind organisatorisch und inhaltlich weitgehend autonom vom Bundes- und jeweiligem Landesverband. Sie sind jedoch an das RCDS-Grundsatzprogramm und die Beschlüsse des Landes- und Bundesverbandes gebunden.

Der Bundesverband koordiniert die Arbeit der Gruppen und ist zuständig für die Artikulierung studentischer Interessen auf bundespolitischer Ebene. Er organisiert Seminare, Kongresse und sonstige Veranstaltungen, stößt bundesweite Aktionen und Kampagnen an, gibt Broschüren und Informationsschriften heraus und bearbeitet alle Themen, die für den RCDS von Bedeutung sind. Der Bundesverband wird nach innen und außen vertreten durch den dreiköpfigen Bundesvorstand, der für ein Jahr von der Bundesdelegiertenversammlung gewählt wird. Unterstützt wird der Bundesvorstand in seiner Arbeit dabei durch den Politischen Beirat und gegebenenfalls auch durch Fachausschüsse und Referenten.

Auf europäischer Ebene ist der RCDS Mitglied der European Democrat Students (EDS).

Die Ehemaligen des RCDS sind im Ring Christlich-Demokratischer Akademiker (RCDA) organisiert. Der RCDA-Bundesverband wurde 1991 gegründet, einzelne lokale RCDA-Gruppen wie z.B. in Göttingen existieren aber schon deutlich länger. Geleitet wird der Verband von einem sechsköpfigen Bundesvorstand.

Primäres Betätigungsfeld des RCDS ist die Hochschulpolitik und das Engagement in der studentischen Selbstverwaltung an den Hochschulen.

Daneben betreibt der RCDS auf Bundesebene seit Jahren Serviceleistungen wie einen Studienplatztausch sowie Praktikanten-, Wohnungs- und Bücherbörsen. Er publiziert Info-Broschüren zu Themen wie BAföG, Stipendien, Soziales und Hochschulortswechsel.

Der Bundesvorsitzende des RCDS ist Herausgeber der Zeitschrift „Civis mit Sonde“.

Voraussetzung für die Mitgliedschaft im RCDS ist das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung sowie das Eintreten für die Europäische Einigung. Der RCDS lässt keine rechtsextremen Mitglieder zu. Trotzdem versuchten in den letzten Jahren wiederholt auch aktive Neonazis im RCDS mitzuarbeiten. Auch wenn sich der RCDS in allen diesen Fällen von den Betreffenden trennte, geriet er mehrfach in die Kritik. So gelangte 2005 ein Student über die RCDS-Liste in das Studierendenparlament der Universität Gießen, dessen Kontakte zum rechtsextremen Spektrum erst im Lauf des Hochschulwahlkampfs bekannt wurden. Im November 2006 stellte sich heraus, dass der stellvertretende Vorsitzende der dortigen RCDS-Gruppe gleichzeitig Mitglied einer rechtsextremen Burschenschaft war, als Autor der neurechten Wochenzeitung Junge Freiheit arbeitete und Vorsitzender der Regionalgruppe der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen war. So trat der Gießener Vorstand im November 2006 erst auf nachhaltigen Druck des Bundesvorstands zurück und der betroffene Student beendete seine Mitgliedschaft. An der Universität Köln gelangte 2005 Thomas Hartenfels über die Liste des RCDS in das Studierendenparlament. Nachdem bekannt wurde, dass Hartenfels an Neonazi-Demonstrationen teilnahm, als Autor der Jungen Freiheit tätig war, Solidaritätsbekundungen für Martin Hohmann nach dessen als antisemitisch kritisierter Rede unterstützte und persönliche Kontakte in die rechtsextreme Szene hatte, verzichtete er auf sein Mandat und gab dann auch seine Funktionen in der CDU und der Jungen Union auf.

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Bund Nationaler Studenten

Der Bund Nationaler Studenten (BNS) war eine rechtsextreme deutsche Studentenorganisation und diente der Wiederbelebung und der Tarnung nationalsozialistischer Ideologien.

Der BNS wurde am 17. Juni 1956 in Heidelberg als „überparteilicher und überkonfessioneller Zusammenschluss national gesinnter Studenten“ gegründet. Zu den Gründern gehörten unter anderem der Publizist und Multifunktionär der deutschen rechtsextremistischen Szene, Peter Dehoust, die Rechtsanwälte Martin Mußgnug, Peter Stöckicht, sowie ihr erster Bundesvorsitzender Otto Jänisch. Unterstützt wurde die Gründung unter anderem von Funktionären des Bundes der Vertriebenen, der Deutschen Reichspartei (DRP) und des Stahlhelm. Hintergrund der Gründung war das Verbot der Sozialistischen Reichspartei (SRP) 1952 und der Versuch und die Etablierung einer legalisierten Organisation für die rechtsextremen Ideologien. Nach Magret Feit hat der BNS eine wichtige Rolle als Vorläufer für die Herausbildung der Neuen Rechten gespielt. Im März 1960 zählte der BNS laut eigenen Angaben etwa 6000 Mitglieder.

Der BNS vertrat ein elitär völkisch-nationalistisches Politik-Konzept. Sein strategisches Hauptziel war die Gründung einer völkischen Großpartei, und die Wiederbelebung des Deutschen Reichs. Der BNS verstand sich dabei als Kaderschmiede „national gesinnter“ Akademiker.

Nachdem sich Mitglieder des Berliner BNS-Landesverbandes an einer Sonnwendfeier mit Hakenkreuzen beteiligten, wurden im Januar 1960 in der Presse Forderungen nach einem Verbot erhoben. Gegen die Studenten leitete die Freie Universität ein Disziplinarverfahren ein. Der Berliner Innensenator löste noch im Januar 1960 die Berliner Hochschulgruppe des BNS auf. Bis März 1961 folgten weitere Verbote durch verschiedene Bundesländer sowie durch verschiedene Regierungspräsidenten. Nach dem Verbot vom 6. März 1961 durch das Innenministerium des Landes Baden-Württemberg war der BNS bundesweit aufgelöst.

Nach dem Verbot konnten die aktiven Mitglieder in diversen neuen Organisationen ihre Arbeit fortführen. So unter anderem bei der Zeitschrift Deutscher Studenten-Anzeiger (DSA). Das war der neue Name des BNS-Organs Student im Volk, welches kurz vor der bundesweiten Auflösung geändert wurde. Der Deutsche Studenten-Anzeiger wurde die auflagenstärkste deutsche Studentenzeitung und wurde bundesweit kostenlos verteilt. Die Gesamtauflage laut Impressum 1968 betrug zirka 41000 Exemplare. Gedruckt und verlegt wurde der Deutsche Studenten-Anzeiger durch Karl Waldemar Schütz' National-Verlag GmbH Hannover, demselben Verlag, der ab 1964 die NPD Wochenzeitungen Deutsche Nachrichten und die Deutsche Wochenzeitung herausgab.

BNS-Aktivisten waren auch beteiligt bei der Gründung der NPD 1964 und dem entsprechenden Hochschulverband, dem Nationaldemokratischen Hochschulbund (NHB). Der Deutsche Studenten-Anzeiger begleitete die Gründungen der NHB-Hochschulgruppen und wurde Sprachrohr des NHB. Viele Mitglieder spielten bis heute für die extreme Rechte eine wichtige Rolle oder konnten sich in wissenschaftlichen Institutionen etablieren.

Ein zentrales Vortragsthema war die "Kriegsschuldfrage", die vehement geleugnet wurde. Der Geschichtsrevisionist David Leslie Hoggan, Autor des Buches Der erzwungene Krieg, reiste zu diesem Thema 1960 für den BNS durch die Bundesrepublik.

Das Logo des BNS war die Odalrune, die auch von mehreren NS-Organisationen und der Wiking-Jugend, sowie vom Bund Heimattreuer Jugend verwendet wurde.

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Source : Wikipedia