Strabag

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Geschrieben von goldorak 01/05/2009 @ 14:11

Tags : strabag, bau, wirtschaft

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Strabag

STRABAG-Haus in der Wiener Donau City

Die österreichische Strabag SE (vormals mit Sitz in Villach bzw. Spittal an der Drau), hat ihren Hauptsitz in Wien im 22. Bezirk Donaucity. Sie gehört zu den fünf größten Bauunternehmen Europas und ist eine Societas Europaea (SE), eine Europäische Aktiengesellschaft. Strabag ist international in allen Bereichen der Bauindustrie tätig. Nach Eigenangaben zum laufenden Geschäftsjahr 2008 beschäftigt der Konzern rund 66.000 Mitarbeiter an über 500 Standorten und erwartet eine Bauleistung von rund 13,4 Milliarden €.

Die Aktien der deutschen Strabag AG mit Hauptsitz in Köln befinden sich zu ca. 87,72 % im Besitz der Strabag SE. An der Ed. Züblin AG, (Stuttgart), hält die Strabag SE rund 57 % der Aktien.

1835 erfolgte die Gründung des Familienhandwerksbetriebes Anton Lerchbaumer in Österreich. 1895 erfolgte die Gründung der "Straßenwalzenbetrieb vormals H. Reifenrath Gesellschaft mit beschränkter Haftung" in Deutschland aus der 1923 durch mehrere Fusionen die Straßenbau-Actien-Gesellschaft mit Sitz in Niederlahnstein entstand. 1928 folgte die Gründung der "Stuag & Co. Gesellschaft mbH", in Wien. 1930 entstand in Anlehnung an den Firmennamen STRAßenBau-Aktien-Gesellschaft die Einführung des Firmennamens Strabag.

1949 kam es zur Notierung der Strabag AG, Köln an der Börse und 1954 war die Gründung der Fa. Isola & Lerchbaumer (Namensgeber von Ilbau) und Bau des Verwaltungsgebäudes in Spittal/Drau. 1965 folgte die Gründung der Strabag Österreich in Linz und 1975 der Fa. Ilbau GesmbH. & Co. KG, Wien. 1976 wurde Die Österreichische Länderbank Hauptaktionär der Stuag. 1986 kam es zur Umwandlung der Strabag Österreich in eine Aktiengesellschaft und Erstnotierung an der Wiener Börse. 1987 war die Gründung der Bau Holding AG als Holdinggesellschaft der Ilbau und Erstnotierung an der Wiener Börse.

1991 erfolgte eine Vollständige Übernahme der Stuag durch die Gruppe Ch. Schwemberger- Swarovski / E. Fröschl. Strabag Österreich erwirbt 1996 einen 50% Anteil an der Stuag. Die BIBAG Bauindustrie Beteiligungs Aktiengesellschaft als Mehrheitseigentümerin der Bau Holding AG übernimmt 1998 die Mehrheit an der Strabag AG, Köln. Die Bau Holding AG – mit der operativen Leitgesellschaft Ilbau – und die Strabag AG, Köln werden Schwestergesellschaften. 1999 war die Vollständige Übernahme der Stuag durch die Strabag, Österreich und Abfindung des Streubesitzes der Strabag, Österreich und Delisting von der Wiener Börse.

Die Bauholding Strabag Gruppe vereinheitlicht 2000 ihren Markenauftritt. Der Konzern tritt in Europa unter der einheitlichen Kernmarke „STRABAG“ auf. Die Marken Ilbau und Stuag werden aufgegeben. In Österreich werden die Unternehmen Ilbau und Stuag auf die neue Strabag AG verschmolzen. Fusionsprojekte in den übrigen europäischen Märkten folgen. Die Bauholding Strabag AG wird 2001 Hauptaktionär und Muttergesellschaft der Strabag AG, Köln. Die Strabag AG, Köln übernimmt 2002 die Deutsche Asphalt Gruppe mit 1500 Mitarbeitern und einer Bauleistung von ca. 150 Mio. EUR. 2003 war die Abspaltung des Streubesitzes der Bauholding Strabag AG und Delisting von der Wiener Börse.

2004 kam es zur Zusammenfassung der Konzessions- und Betreibermodelle der Bauholding Strabag in der A-Way Holding und Finanz AG, einer Tochtergesellschaft der gemeinsamen Muttergesellschaft FIMAG Finanz Industrie Management AG (vormals BIBAG Bauindustrie Beteiligungs Aktiengesellschaft). Die Fimag wird zur strategischen Holding und bildet die neue Berichtsebene. Die Bauholding Strabag Aktiengesellschaft wird im Oktober 2004 in eine Societas Europaea (SE) - eine Gesellschaft europäischen Rechts - umgewandelt und firmiert nunmehr als Bauholding Strabag SE.

Die Fimag-Gruppe übernahm 2005 wesentliche Teile der Walter-Bau-Gruppe. In dem Übernahmepaket enthalten waren die DYWIDAG International GmbH und die neu gegründete DYWIDAG Holding GmbH. Diese umfasst die DYWIDAG SF- und Ing. Bau GmbH, DYWIDAG Bau GmbH und Walter Heilit Verkehrswegebau GmbH, nunmehr Heilit+Woerner Bau GmbH, und wird von der deutschen Konzerngesellschaft, der Strabag AG in Köln, erworben. Die DYWIDAG International GmbH wird von der Bauholding Strabag SE direkt übernommen. Insgesamt erwirtschaften diese Gesellschaften mit rund 3.100 Mitarbeitern eine Bauleistung von knapp 1.000 Mio. EUR. Erwerb eines Aktienpaketes von insgesamt 53,6% an der Ed. Züblin AG, Stuttgart, mit über 7.000 Mitarbeitern und einer Bauleistung von rund 1.500 Mio. EUR durch die FIMAG Finanz Industrie Management AG.

Im Jahr 2006 sorgten zwei Parteispenden-Affären in Österreich für Schlagzeilen rund um die Strabag.

Der „EU-Aufdecker“ Hans-Peter Martin und die renommierte konservative Tageszeitung „Die Presse“ deckten Parteispenden an ungarische Parteien auf. Der Ex-Lobbyist und LIF-Abgeordneter Alexander Zach erhielt von seinem Parteifreund Hans Peter Haselsteiner (Chef des Baukonzerns Strabag) über 15 Millionen Euro Beraterhonorar für seine Firma Eurocontact, um zumindest einen Teil über einen Verein an ungarische Parteien zu spenden.

Nach den Nationalratswahlen im Oktober 2006 wurde auch bekannt, dass die extra für den Wahlkampf des BZÖ gegründete „Orange Werbeagentur GmbH“ von der Strabag 240.000 Euro erhalten hat.

Mit der Umfirmierung der Bauholding Strabag SE in Strabag SE und Verschmelzung der Fimag auf die Gesellschaft wird 2006 die Strabag SE zur neuen Obergesellschaft des Konzerns. Sie ist in den drei Sparten Straßenbau, Hoch- und Ingenieurbau sowie Dienstleistungen organisiert. Nach außen hin spiegelt sich die Umfirmierung in einem neuen Logo wider. Hauptmarken des Konzerns neben Strabag sind DYWIDAG, Heilit+Woerner und Züblin.

In Deutschland wird der Hoch- und Ingenieurbau der Strabag AG zum 1. März 2006 an die Ed. Züblin AG veräußert. Im April 2007 erwirbt der russische Multimilliardär Oleg Deripaska einen 30 Prozent-Anteil.

Am 6. Juni 2007 bestätigte das schweizerische Bundesgericht letztinstanzlich den Entscheid des Handelsgerichts Zürich, wonach die Rechte am Namen Strabag in der Schweiz bei der mittelständischen StraBAG Strassenbau und Beton AG mit Sitz in Zürich liegen. Die beiden Strabag-Tochterunternehmen Züblin-Strabag AG (Zürich) und Murer-Strabag AG (Erstfeld) wurden daraufhin mit Publikation im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) vom 2. Juli rechtskräftig unter dem Namen Züblin Murer AG fusioniert.

Am 19. Oktober 2007 notierten die Aktien der STRABAG SE zum ersten mal an der Wiener Börse und wurden am 22. Oktober 2007 in den ATX aufgenommen. Der Ausgabepreis betrug 47€, Deripaska zahlte im April 43€ pro Stück. Entgegen den Versprechungen Haselsteiners, Kleinanlegern 250 Stück zuzuteilen, mussten sie sich mit lediglich 70 Stück begnügen.

Am 7.Mai 2008 legte die STRABAG SE ein öffentliches Erwerbsangebot zum Kauf von Aktien ihrer Tochtergesellschaft STRABAG AG/Köln vor. Dieses endete am 22.Juli mit dem Erwerb von ca. 21,13% des Grundkapitals. Dadurch stieg ihr Anteil von ca. 66,60% auf ca. 87,72 %.

Günter Ibler, ein ehemaliger Baumanager der STRABAG aus Sachsen, der wegen Betrugs und Untreue im Dezember 2005 ertappt und später rechtskräftig verurteilt wurde, spricht davon, dass diese kriminellen Geschäftspraktiken im Konzern "übliche Praxis" seien.

Die Staatsanwaltschaft in Chemnitz ermittelt aktuell gegen zahlreiche Berater und Manager des Konzerns wegen des Verdachtes der Untreue und Bestechung. Unter anderem wird gegen den Vorstand der STRABAG Österreich Manfred Weiss wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und gegen den Chef der STRABAG Hans Peter Haselsteiner wegen des Verdachts der Bestechung ermittelt.

Im Mittelpunkt stehen dabei Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Bau mehrerer Millionenprojekte bei Autobahnen in Bulgarien und Ungarn sowie beim Bau der A72 und A4 in Sachsen. Zahlreiche Dokumente, die dem Spiegel vorliegen, bekräftigen Iblers Vorwürfe.

Die Strabag SE übernimmt zum 1. Oktober 2008 die Immobilientochter Deutsche Telekom Immobilien und Service GmbH (DeTeImmobilien), mit Sitz in Frankfurt am Main, von der Deutschen Telekom AG. Über finanzielle Einzelheiten der Übernahme wurde, seitens der Deutschen Telekom AG und Strabag SE, Stillschweigen vereinbart. Insgesamt erwirtschaftete die DeTeImmobilien mit rund 6.240 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2007 rund 1 Mrd. Euro.

Um sich weiterhin eine Betreuung ihrer Gebäude durch DeTeImmobilien zu sichern, schloss die Deutsche Telekom nach Strabag-Angaben parallel zum Verkauf einen Dienstleistungsvertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren ab. Zusätzlich seien Vereinbarungen zur Arbeitsplatzsicherung zwischen den Parteien und den Arbeitnehmervertretern getroffen worden.

Mit dem Kauf der DeTeImmobilien erweitert und sichert sich die Strabag SE ihre Kompetenzen bei baunahen Dienstleistungen, erklärte Vorstandschef Hans Peter Haselsteiner. Bislang war die Strabag SE nur im Bau die Nummer eins in Deutschland. Mit dem Erwerb der DeTeImmobilien habe der Konzern nun auch eine führende Rolle im Facility Management. Geplant sei das Know-how der DeTeImmobilien zu nutzen, um auch in diesem Segment eine führende europäische Position zu erlangen.

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Walter Bau

Logo

Die Walter Bau AG war einer der großen deutschen Baukonzerne. Seine Geschichte geht bis in das Jahr 1865 zurück, am 1. Februar 2005 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

Der internationale Baukonzern war in sämtlichen Baubereichen tätig, insbesondere im Schlüsselfertigbau, Ingenieurbau, Vorspann- und Geotechnik, Verkehrstechnik sowie in der Projektentwicklung. Der Konzern beschäftigte weltweit rund 9.367 Mitarbeiter, davon 6.888 in Deutschland, und erzielte 2004 eine Bauleistung von 3,283 Mrd. Euro. Die starke Konzentration auf den schwierigen deutschen Baumarkt wird als eine der Ursachen für die Insolvenz des Konzerns gesehen.

Die Geschichte der konzernangehörigen Unternehmen ging bis in das Jahr 1865 zurück. Die Konzerngeschichte im engeren Sinn begann 1978, als Ignaz Walter die Mehrheit der Anteile an der Thosti AG übernahm.

Die Thosti Bauaktiengesellschaft entstand 1917 in Augsburg aus der Personengesellschaft Thormann + Stiefel, die 1876 von Alfred Thormann, Jean Stiefel und Tobias Schueller gegründet worden war.

1982 übernahm die Thosti AG die Düsseldorfer Boswau + Knauer AG und fusionierte 1983 mit ihr zu Walter Thosti Boswau (WTB) mit Sitz in Augsburg.

1988 übernahm WTB von der Schörghuber Gruppe die Heilit+Woerner Bau-AG, die 1980 durch Fusion des Münchener Bauunternehmens Heilmann & Littmann Bau-AG mit der KG Sager & Woerner entstanden war. 1871 hatte Jakob Heilmann ein Baugeschäft gegründet, in das 1892 der Architekturprofessor Max Littmann eintrat. Sager & Woerner wiederum ging auf das 1869 von Heinrich Hügel und Michael Sager gegründete Bauunternehmen Hügel & Sager zurück, das 1898 mit dem der Gebrüder Woerner fusioniert war.

1991 wurde WTB in Walter Bau-Aktiengesellschaft umfirmiert, und 1992 übernahm die Walter Beteiligungen und Immobilien AG zusammen mit der Stuttgarter Ed. Züblin AG die Aktienmehrheit an der DYWIDAG. Sie war 1865 als Lang und Cie., Betonwarenfabrik, Karlsruhe, durch Wilhelm Gustav Dyckerhoff und Heinrich Lang gegründet und 1867 nach dem Eintritt von Gottlieb Widmann in Dyckerhoff & Widmann KG umfirmiert worden, 1972 mit der Siemens-Bauunion GmbH, München, zur Dyckerhoff & Widmann AG (DYWIDAG) fusioniert und hatte 1991 die Union-Bau AG, Hoyerswerda - vormals VEB Bau- und Montagekombinat Kohle und Energie - übernommen.

Nach dem Börsengang wurde die Walter Bau AG im Jahr 2000 mit der Heilit+Woerner Bau-AG und 2001 mit DYWIDAG fusioniert und trat fortan als "Walter Bau AG vereinigt mit DYWIDAG" am Markt auf. 2004 folgte ein Versuch, mit der Ed. Züblin AG zu fusionieren.

Am 13. Oktober 2008 kaufte Ignaz Walter die ehemalige Firmenzentrale im Zwangsversteigerungsverfahren zurück.

Am 1. Februar 2005 stellte die Walter Bau AG den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Augsburg nachdem eine Finanzierungslücke von 200 Millionen Euro entstanden war. Weitere Insolvenzanträge wurden am 4. Februar 2005 für elf Tochtergesellschaften gestellt. Das Insolvenzverfahren wurde am 1. April 2005 eröffnet und zum Insolvenzverwalter Wirtschaftsprüfer Werner Schneider, Schneider, Geiwitz & Partner, Augsburg, bestimmt. Die erste Gläubigerversammlung fand im Juni 2005 statt. Am Ende wurde der Baukonzern Opfer einer verfehlten Geschäftspolitik seines Namensgebers.

Das Unternehmen STRABAG SE übernahm am 1. April 2005 die neu gegründete DYWIDAG Holding GmbH und stellte so die Fortführung eines Kernbereiches des Unternehmens sicher. Von den 6800 Stellen der Walter Bau AG bleiben 800 vorerst erhalten. Die kompletten Hoch- und Schlüsselfertigbau-Aktivitäten der STRABAG AG sind ab 1. Juli 2006 bei der Ed. Züblin AG vereinigt.

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Heilmann & Littmann

Heilmann & Littmann war ein führendes deutsches Hoch- und Tiefbauunternehmen.

Es geht auf das 1871 von Jakob Heilmann (1846–1927) in Regensburg gegründete Baugeschäft J. Heilmann zurück, das sich zunächst dem Eisenbahnbau, nach der Verlegung nach München im Jahre 1877 vor allem dem Hochbau widmete. 1892 entstand durch den Eintritt des Architekten Max Littmann (1862–1931), des Schwiegersohnes von Heilmann, die Heilmann & Littmann oHG (ab 1897 in der Rechtsform einer GmbH mit Richard Reverdy als weiterem Teilhaber und Geschäftsführer), die sich neben dem Bau von Wohnhäusern und Villen auf den Bau von Theatern und anderen Monumentalbauten spezialisierte und bald eines der größten süddeutschen Bauunternehmen wurde. Zu den bekanntesten von Heilmann & Littmann errichteten Bauwerken gehören das Hofbräuhaus am Platzl (1896–1897) und das Prinzregententheater (1900–1901) in München.

Nach dem Tod Jakob Heilmanns wurden die Baugeschäfte in München, Nürnberg und Berlin von der bereits 1897 gegründeten Heilmann'schen Immobilien-Gesellschaft AG übernommen, wodurch - nach verschiedenen Änderungen der Strukturen und der Firmen - 1934 die Heilmann & Littmann Bau-AG entstand. Ende der 1970er Jahre erfolgte die Übernahme durch die Schörghuber Unternehmensgruppe. Diese beschloss die 1980 durchgeführte Fusion mit der KG Sager & Woerner zur Heilit+Woerner Bau-AG, verkaufte diese aber 1988 zum symbolischen Preis von einer Mark an die Walter Bau AG. Zu einer förmliche Fusion von H+W mit der Walter Bau AG kam es im Jahre 2000. Die ausgegliederte Straßenbausparte nannte sich seitdem Walter-Heilit Verkehrswegebau GmbH. Nach dem Zusammenbruch der Walter Bau AG vereinigt mit DYWIDAG wurde u.a. die Walter-Heilit Verkehrswegebau GmbH von der STRABAG übernommen und firmiert seit dem 1. August 2005 als HEILIT+WOERNER Bau GmbH.

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Leonhard Moll

Logo der Leonhard Moll AG

Die Leonhard Moll AG ist ein traditionsreicher deutscher Konzern mit Sitz in München. 2006 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz im dreistelligen Millionenbereich und beschäftigte über 600 Mitarbeiter.

Die ehemalige Leonhard Moll Hoch- und Tiefbau GmbH, Köln (tätig unter anderem in den Bereichen Hochbau, Straßen- und Tiefbau, Tunnelbau und Ingenieurtiefbau, sowie Projektentwicklung) gehört heute zu 100% zum Baukonzern STRABAG SE, als dessen deutsche Sparte (heutige Firmierung Strabag Bau-AG). Zum 1. März 2006 wurde der Hoch- und Ingenieurbau der Strabag Bau-AG an die zum STRABAG-Konzern gehörende Ed. Züblin AG veräußert.

Leonhard Moll wurde 1870 in Külsheim-Erkenbrechtshofen (heute ein Ortsteil von Bad Windsheim in Mittelfranken) als Sohn eines Tagelöhners geboren. Nach einer Lehre im Baugewerbe war er zunächst Angestellter der Stadt München, bis er 1894 sein Bauunternehmen gründete. Er starb 1945 in München. Die Gemeinde Külsheim-Erkenbrechtshofen ernannte ihn zum Ehrenbürger. Die Straße Leonhard-Moll-Bogen am Hansapark im Münchner Stadtteil Sendling (Benennung 1990) und die Leonhard-Moll-Straße in Jettingen-Scheppach sind nach dem Unternehmensgründer benannt.

Das Unternehmen entstand aus einer 1894 vom damaligen Baumeister Leonhard Moll in München gegründete Firma, die seitdem in den Bereichen Bau, Industrieanlagen und Projektentwicklung tätig war. Moll baute neben Wohnhäusern auch Gebäude der öffentlichen Hand, war im Wasserbau tätig (Schiffahrtswege, Hafenanlagen) und errichtete Industriebauten. Nach dem Ersten Weltkrieg errichtete er einen damals modernen Bauhof mit Werkstätten, Magazinen, Lagerhallen und Verladeeinrichtungen. 1926 erweiterte er das Geschäftsfeld um eine Abteilung für Straßenbau. 1929 gründete Moll außerdem ein Betonwerk, aus dem die heutige Sparte Leonhard Moll Betonwerke GmbH & Co. KG hervorging.

Ab 1935 entwickelten und fertigte die Sparte Betonwerke Maste im Schleuderbetonverfahren, die u.a. als Antennenträger dienen. 1937 meldete Leonhard Moll ein Patent für Bahnschwellen aus vorgespanntem Beton an und nahm während des Weltkrieges die Produktion im großindustriellen Maßstab auf.

Die Unternehmen der Moll-Gruppe profitierten in dieser Zeit von Aufträgen des Naziregimes und dem dabei großteils erfolgten Einsatz von Zwangsarbeitern(z.B. Bau der Straße auf den „Berghof“ Hitlers am Obersalzberg, in München unter anderem Beteiligung am Bau des „Hauses der Deutschen Kunst“, dem „Führerbau“ und dem „NSDAP-Verwaltungsbau“ und an der Neugestaltung des Königsplatzes), sowie Beteiligung am Bau des „Westwalls“ und am Bunkerbau für U-Boote und für Rüstungsfabriken (z.B. beteiligt am Bau der Pulverfabrik der Deutschen Sprengchemie GmbH in Waldkraiburg). Das Unternehmen Leonhard Moll, das noch in den Jahren 1930/31 den Dachstuhl für den Neubau der ostjüdischen Synagoge geliefert hatte führte ab 8. Juni 1938 – also mehrere Monate vor der „Reichskristallnacht“ – auch den Abriss der Hauptsynagoge durch.

1944 wurde bei Landsberg am Lech eine Großbaustelle zur Errichtung dreier halbunterirdischer Bunker zur Produktion des Düsenstrahljägers Messerschmitt Me 262 eingerichtet („Projekt Ringeltaube“). Den Auftrag für einen bei Igling gelegenen Bunker, Deckname „Weingut II“, erhielt das Unternehmen Leonhard Moll. Die Baukosten allein für das Bunkergewölbe wurden auf über 20 Millionen Reichsmark geschätzt. Bis Kriegsende wurden jedoch nur ca. 70% der Arbeiten an diesem Bunker fertiggestellt. Auf der Baustelle mussten auch hunderte jüdische KZ-Häftlinge aus dem eigens um Landsberg und Kaufering errichteten größten Konzentrationslagerkomplex des Deutschen Reiches unentgeltlich und bewusst mangelernährt jeweils in zwei Schichten von je zwölf Stunden arbeiten. Eine Entschädigung der KZ-Zwangsarbeiter hierfür wurde von der Firma Leonhard Moll und den anderen beteiligten Unternehmen mit Hinweis auf das Fehlen einer umfassenden Regelung jahrelang abgelehnt. Die Firma beteiligte sich dann als eine der ersten am Fonds der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“. Der Bunker „Weingut II“ wurde in den 1950er Jahren, unter Verteidigungsminister Franz Josef Strauß, von der Bundeswehr übernommen, fertiggestellt und beherbergt heute die Luftwaffeninstandhaltungsgruppe 13 Landsberg.

Das Unternehmen wurde nach dem Tod seines Gründers von seinen Söhnen und Enkeln weitergeführt. Vom Baukonzern Leonhard Moll wurden nach 1945 unter anderem so große und bekannte Münchner Projekte entwickelt, wie die Sportstätten des Olympiageländes (1968-1972), Industrieanlagen für den Autokonzern BMW, Brauereien, die Neue Pinakothek, das Polizeipräsidium, der Kuppelbau im Tierpark Hellabrunn, oder die Großmarkthalle. (Hiervon einige Bauwerksausführungen in Arbeitsgemeinschaften).

Zeitweise war das Unternehmen auch am Kohlebergwerk Marienstein bei Waakirchen beteiligt.

Ein besonderes Geschäftsfeld war mit der Bausparte Tunnelbau eröffnet worden, als mehrere deutsche Städte ob der veränderten Verkehrsverhältnisse den U-Bahn-Bau ab den 70er Jahren wieder in Angriff nahmen. Unter anderem war man in Arbeitsgemeinschaften am Münchener U-Bahn-Bau beteiligt; in Frankfurt am Main wurden für das Stadtbahnbauamt zusammen mit der Sager & Woerner KG und der Held & Francke Bauaktiengesellschaft in Arbeitsgemeinschaften unter der technischen Geschäftsführung der Leonhard Moll GmbH & Co. KG mehrere Baulose (Tunnelröhren und U-Bahnhof) errichtet. Weiter wurden Straßentunnel gebaut, u.a. der Löwenherz-Tunnel (1991-1995) in Annweiler, Rheinland-Pfalz.

Seitens der Sparte Leonhard Moll Betonwerke wurden in der Zeit des Wiederaufbaues nach dem Zweiten Weltkrieg mehrere Millionen Spannbetonschwellen produziert. Die Gesellschaft beschäftigte bis zu etwa 1800 Mitarbeiter. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands kam 1994 die Produktion am Standort Laußig hinzu, 2004 das Werk in Hannover. Das Unternehmen hat heute einen Anteil am deutschen Betonschwellenmarkt von über 10%.

Zum 100. Firmenjubiläum hat die Unternehmensgruppe Leonhard Moll 1995 eine Stiftung errichtet, die in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Technischen Universität München vier Stipendien für Studentinnen oder Studenten der Fächer Architektur mit Denkmalpflege, anorganischer Chemie, Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, Recht sowie Kunstgeschichte an den Universitäten in Breslau, Budapest, Krakau, Prag und Sankt Petersburg bereitstellt. Es waren die ersten Dauerstipendien, die diese beiden Münchner Hochschulen erhalten haben.

Auf dem ehemaligen Bauhofgelände der Firma Leonhard Moll in München entstand Anfang der 1980er Jahre der Westpark (ein Teilgelände der Internationalen Gartenschau IGA 1983) und ab 1989 die Wohnanlage Hansapark. Auf dem ehemaligen „Mollgelände“ befindet sich heute auch das „Feierwerk“, ein Kultur- und Veranstaltungszentrum.

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Source : Wikipedia