Steffi Graf

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Geschrieben von goldorak 01/03/2009 @ 14:37

Tags : steffi graf, people

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Steffi Graf

Steffi Graf 2008 in Tokyo

Stefanie Maria Graf (* 14. Juni 1969 in Mannheim), besser bekannt als Steffi Graf, ist eine ehemalige deutsche Profi-Tennisspielerin. Sie gewann 22 Grand-Slam-Turniere und war insgesamt 377 Wochen lang die Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste. 1988 siegte sie bei allen vier Grand-Slam-Turnieren sowie den Olympischen Spielen und gewann so als bisher einzige Person den Golden Slam.

Steffi Graf war drei Jahre alt, als sie in ihrer Heimatgemeinde in Brühl im Jahre 1973 zum ersten Mal einen Tennisschläger in die Hand nahm. Inspiriert wurden diese ersten Versuche durch Vater Peter Graf. Dieser hatte als Versicherungskaufmann und Gebrauchtwagenhändler gearbeitet, bis er mit 27 Jahren den Tennissport für sich entdeckte und es innerhalb weniger Jahre zum Spieler in der deutschen Regionalliga und diplomierten Tennistrainer brachte. Peter Graf wurde früh auf die motorische Begabung seiner Tochter aufmerksam und begann, diese durch fortschreitend schwierigere Aufgaben zu fördern. Schon zwei Jahre später errang Tochter Stefanie den Sieg beim traditionellen „Jüngsten-Turnier“ in München. 1977 gelangen der Siebenjährigen weitere Turniersiege. Überzeugt vom Ausnahmetalent der Tochter, gab Peter Graf zwei Jahre später seine bisherigen Berufe auf und widmete sich fortan ausschließlich dem sportlichen Erfolg von Steffi Graf.

1981 startete Graf erstmals bei den deutschen Hallenmeisterschaften der Erwachsenen und sorgte für erstes Aufsehen: Der damaligen Weltranglisten-Achtzigsten Eva Pfaff gelang es erst nach drei umkämpften Sätzen, gegen Graf zu gewinnen. Das Spiel der Elfjährigen zeichnete sich dabei vor allem durch Schnelligkeit auf dem Platz und eine hart geschlagene Vorhand aus, mit der es der Nachwuchsspielerin immer wieder gelang, das Spielgeschehen zu bestimmen. Dies waren Umstände, die Graf in der deutschen Fachpresse die respektvolle Bezeichnung eines „Wunderkindes“ einbrachten. Zu diesem Zeitpunkt gab der damalige Bundestrainer Klaus Hofsäss auf Anfrage zu Protokoll, dass Graf das größte Talent sei, das es in Deutschland je gegeben habe. Innerhalb ihrer Altersklasse sei sie weltweit ohne Konkurrenz.

1982 gewann Graf als Dreizehnjährige die Deutsche Jugendmeisterschaft der Achtzehnjährigen. Am 18. Oktober desselben Jahres wurde die junge Deutsche im Alter von dreizehn Jahren und vier Monaten bei der WTA als Profispielerin gemeldet. Angesichts des ungewöhnlich frühen Zeitpunkts des Übertritts zu den Profis ernteten Vater und Tochter neben Zustimmung auch Kritik. Nicht wenige Fachleute und Trainer fürchteten das rasche mentale und körperliche Ausbrennen des so bezeichneten Jahrhunderttalents. Doch diesen Einwänden begegnete die Brühlerin trotzig mit den Worten: „Ich will es aber so.“ Eine Woche später wurde Steffi Graf in der Weltrangliste erstmals als Nummer 214 erfasst. Sie war damit zunächst die jüngste Spielerin, die je im Ranking erschien. Graf debütierte beim Hallenturnier in Filderstadt. Sie traf in der ersten Runde auf die zwanzigjährige ehemalige Weltranglisten-Erste Tracy Austin, der sie mit 4:6 und 0:6 unterlag. Austin, selbst ein ehemaliges „Wunderkind“ und jüngste Siegerin der US Open, gab angesichts des nun auch international immer stärker werdenden Interesses an Steffi Graf zu Protokoll, dass es in Amerika Hunderte von Mädchen mit denselben Fähigkeiten gebe.

1983 spielte Graf erstmals bei den French Open in Paris und erreichte dort die zweite Runde. Trotz der relativ frühen Niederlage richtete sich der Fokus der Fachwelt in immer stärkerem Maße auf die junge Deutsche. Grafs ungewöhnlich hart geschlagene Vorhand gab erstmals Anlass zu mannigfaltigen technischen Analysen. Experten waren der Meinung, dass Graf die beste Dreizehnjährige sei, die der Tennissport bisher gesehen habe. Am Jahresende wurde die Brühlerin bereits auf Platz 98 der Weltrangliste notiert. Ausgestattet mit einer Sondergenehmigung des Landes Baden-Württemberg, beschlossen Vater und Tochter den Abgang der Spielerin von der Realschule.

1984 erreichte Graf erstmals die Achtelfinals bei den Australian Open und in Wimbledon. Auf dem so bezeichneten „heiligen Rasen“ an der Churchroad bedurfte es für die erfahrene Britin Jo Durie der Aufbietung aller Kräfte, um ihre fünfzehnjährige Gegnerin 9:7 im dritten Satz niederzuhalten. Augenzeugin Kathleen McKane Godfree, eine 88-jährige zweimalige Wimbledon-Siegerin der 20er-Jahre, äußerte angesichts des Spiels die Überzeugung, dass Graf in zwei Jahren nur noch schwer zu schlagen sein werde.

Der weitere Verlauf des Jahres sollte diese Prognose bestätigen: Nur einige Wochen später siegte die fünfzehnjährige Graf bei dem als Schauveranstaltung geführten Olympischen Turnier in Los Angeles. Die Deutsche war die jüngste Teilnehmerin des Feldes. Im Herbst besiegte Graf beim Turnier in Filderstadt mit Claudia Kohde-Kilsch im Viertelfinale erstmals eine Top-Ten-Spielerin und erreichte damit zum ersten Mal das Finale eines WTA-Turniers. Am Jahresende belegte Graf Platz 22 der Weltrangliste.

Auch 1985 setzte sich Steffi Grafs Aufstieg fort. Sie erreichte in Paris und Wimbledon jeweils die Achtelfinals. Am Jahresende stand die Sechzehnjährige auf Platz 6 der Weltrangliste – ohne ein Turnier gewonnen zu haben. Das Jahr begann mit einem von Vater Peter verordneten Verzicht auf die Australian Open, der der körperlichen Regeneration und der Verbesserung der spielerischen Fähigkeiten zugute kommen sollte. Beim Sandplatzturnier in Miami traf Graf im Halbfinale erstmals auf die beste Grundlinienspielerin ihrer Zeit, die Weltranglisten-Zweite Chris Evert, der sie jedoch unterlag. Die Amerikanerin und die Deutsche standen sich im Jahresverlauf auch in Hilton Head, Berlin und Paris gegenüber – jeweils noch mit dem besseren Ende für Evert. Auch in Wimbledon erreichte die Deutsche wiederum das Achtelfinale. Hier scheiterte sie knapp in drei Sätzen an der Weltranglisten-Vierten und Rasenspezialistin Pam Shriver, deutete aber bereits ihr Potential auf den schnellsten Plätzen an. Bei den US Open in Flushing Meadows gelang der Deutschen dann erstmals der Einzug ins Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Hier kam es zu einer Premiere: Das sechzehnjährige „Wunderkind“ traf auf Martina Navrátilová, die zusammen mit Chris Evert das Welttennis seit Anfang der 80er-Jahre nach Belieben dominierte. Die 29-jährige Wahl-Amerikanerin gewann mit 6:2 und 6:3, wurde auf Nachfragen aber nicht müde zu betonen, dass Graf alles habe, um ganz nach oben zu kommen, wenn sie verletzungsfrei bleibe.

Das Jahr 1986 zeigte, dass Navratilovas Voraussage schnell eintraf. Graf gewann bei insgesamt acht Turnieren. Die Deutsche verbesserte sich weiter, stand zum Jahresende auf Platz drei der Rangliste und hatte nur noch die beiden Amerikanerinnen vor sich. Bei den Hartplatzturnieren im Frühjahr kam es wiederum zum Zusammentreffen mit Evert, die beide Finalspiele klar in zwei Sätzen gewann. Wenig später aber drehten sich die Kräfteverhältnisse. Noch 16-jährig, gewann Graf das Sandplatzturnier in Hilton Head. Sie schlug die Weltranglisten-Zweite mit 6:4 und 7:5 und erreichte ihren ersten Turniersieg bei den Profi-Spielerinnen. In der Vorbereitung auf das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres in Paris kam es beim Heimturnier der Deutschen bei den German Open in Berlin zu einem weiteren denkwürdigen Zusammentreffen: Im Finale standen sich zum dritten Mal Graf und die Weltranglisten-Erste Martina Navratilova gegenüber. Die 16-jährige gewann gegen die amerikanische Tennislegende überraschend mit 6:2 und 6:3. Diese zeigte sich angesichts der ersten Niederlage gegen den Teenager, in dem die internationale Expertenschar die Thronfolgerin der Amerikanerin erblickte, sichtlich emotional berührt. Später erreichte Graf auch das Halbfinale der US Open. Wieder war ihre Gegnerin die amerikanische Titelverteidigerin Navratilova, doch nun auf dem Serve- und Volley-Spiel der Amerikanerin mehr entgegenkommendem, schnellerem Hartplatz. Navratilova gewann ein umkämpftes Spiel knapp mit 6:1, 6:7 (3:6) und 7:6 (8:6). In der sich anschließenden Hallensaison erreichte die Deutsche bei den abschließenden Virginia-Slim-Championships der besten Tennisspielerinnen des Jahres wiederum das Endspiel gegen die Amerikanerin. Auch hier unterlag Graf in zwei Sätzen. Am Jahresende stand die Deutsche auf Rang drei der Weltrangliste.

Das Jahr 1987 brachte den endgültigen Durchbruch der Deutschen und stand im Zeichen des Duells mit der Amerikanerin Martina Navratilova. Graf verlor bei 75 Matches nur zwei Spiele, gewann bei elf Turnieren, siegte erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier und übernahm die Führung der Tennis-Weltrangliste.

Wie im Vorjahr verzichtete die 17-jährige auf das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres, die Australian Open, und arbeitete an der Verbesserung ihres Spiels. Ihre bereits in den Vorjahren überragend geschlagene Vorhand hatte weiter an Härte gewonnen. Sie wurde zum besten Schlag im Damen-Tennis, mit der es der Deutschen nahezu nach Belieben gelang, den Platz zu öffnen und die Ballwechsel zu dominieren. Es war zu dieser Zeit, als die Presse diesem Umstand Ausdruck verlieh und Graf mit Vorliebe auch als „Fräulein Vorhand“ und „Gräfin Gnadenlos“ bezeichnete. Mit sieben Turniersiegen und 45 siegreichen Matches in Folge gelang der jungen Deutschen eine der längsten Siegesserien im Damen-Tennis überhaupt und der bisher beste Saisonstart. Grafs Durchmarsch begann im Frühjahr auf den amerikanischen Hartplätzen in Boca Raton. Beim darauffolgenden Turnier von Key Biscayne gelang es ihr erstmals, im selben Turnier sowohl die Weltranglisten-Erste, Martina Navratilova, als auch die Nummer zwei, Chris Evert, zu schlagen. Beide Male gewann sie klar in zwei Sätzen. Evert blieben im Finale beim 1:6 und 2:6 gerade einmal drei Spiele. Grafs Überlegenheit setzte sich auch nach dem Wechsel auf die Sandplätze makellos fort. Nach einem Sieg in Amelia Island gewann sie auch in Rom und Berlin.

Beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres, den French Open in Paris, kam es im Finalspiel zur mit Spannung erwarteten Begegnung zwischen der seit 44 Spielen unbesiegten Steffi Graf und der zweimaligen Roland-Garros-Siegerin Martina Navratilova. Der erste Satz ging mit 6:4 an die Deutsche, während Navratilova den zweiten Durchgang ebenso mit 6:4 gewann. Der dritte Satz gestaltete sich umkämpft und eng: Beim Stande von 5:3 sah die aufschlagende Amerikanerin schon wie die sichere Siegerin aus, letztlich gewann Graf aber doch mit 8:6. Sie war zu diesem Zeitpunkt die jüngste French-Open-Gewinnerin aller Zeiten.

Wenige Wochen später kam es im Finale von Wimbledon erneut zum Kräftemessen zwischen Graf und Navratilova. Es war zugleich ein Duell um die Führung in der Tennis-Weltrangliste. Die Amerikanerin gewann auf den schnellen grünen Plätzen, die ihr Serve- und Volleyspiel begünstigten, mit 7:5 und 6:3. Der Spielverlauf machte zweierlei deutlich: Kam es zu Grundlinienduellen, war die Amerikanerin gegen die hart geschlagene Vorhand der Deutschen ebenso hilflos wie die anderen Spielerinnen der Tour. Gelang es ihr, mit den Aufschlägen und Angriffen, Graf auf deren Rückhandseite zu halten, auf der die Deutsche nahezu nur mit unterschnittenen Bällen zu antworten verstand, hatte sie das bessere Ende für sich. Pressestimmen formulierten, dass sich Graf hier bis zum nächsten Jahr verbessern müsse, um für die beste Rasenspielerin aller Zeiten eine Bedrohung auch auf dem Rasen zu sein.

Trotz der Niederlage beim bedeutendsten Tennisturnier der Welt in Wimbledon, rückte Graf der seit Jahren im Ranking unangetastet führenden Martina Navratilova immer näher. Die Finalniederlage an der Church Road war bis zu diesem Zeitpunkt Grafs einzige Niederlage der Saison gewesen. Grafs Punkteschnitt stieg stetig, während Navratilovas Vorsprung schmolz. Am 17. August 1987 vollzog sich der erwartete Machtwechsel im Damen-Tennis. Steffi Graf wurde durch einen Sieg über Chris Evert im Finale des Turniers von Manhattan Beach die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste. Sie löste Martina Navratilova ab, die mit wenigen Unterbrechungen seit 1978 die Top-Position im Damen-Tennis innegehabt hatte. Beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres, den US Open, kam es im Finale nahezu folgerichtig erneut zum Duell der beiden Tennisspielerinnen. Es zeigte sich, dass die Amerikanerin auf den schnelleren Böden noch Vorteile hatte. Sie gewann erneut gegen die junge Deutsche, dieses Mal mit 7:6 und 6:1. Navratilova machte geltend, dass sie zwei und Graf nur einen Sieg bei den wichtigsten vier Turnieren der Welt errungen habe. Aber die Deutsche beendete das Jahr mit insgesamt 75 Siegen und nur zwei Niederlagen als Nummer 1 der Welt. Die Brühlerin verteidigte ihre Weltranglistenführung bis zum 10. März 1991 und blieb für die Rekordzahl von 186 Wochen in Folge Weltranglisten-Erste.

Das Jahr 1987 hatte Steffi Graf im Alter von 18 Jahren mit nur zwei Niederlagen und 14 Turniersiegen an die Spitze der Tennis-Weltrangliste gebracht. Die Saison 1988 aber wurde zur besten Saison der Deutschen, die mit dem Gewinn des Golden Slam Tennisgeschichte schrieb und das vielleicht beste Jahr einer Profispielerin überhaupt verbuchte. Graf siegte in Melbourne, Paris, Wimbledon und am 10. September 1988 bei den US Open und wurde die erste Spielerin seit Margaret Smith Court im Jahre 1970 und die dritte Spielerin überhaupt, der es gelang, einen regulären Grand Slam zu vollenden. Sie errang zudem die Goldmedaille im Einzel sowie die Bronzemedaille im Doppel mit Claudia Kohde-Kilsch bei den Olympischen Spielen in Seoul und erreichte somit als erste Spielerin der Geschichte den so genannten Golden Slam, den Gewinn aller vier Grand-Slam-Turniere und der olympischen Goldmedaille innerhalb eines Kalenderjahres. In Wimbledon beendete die Deutsche die Vorherrschaft von Martina Navratilova. Ihre Jahresbilanz umfasste 72 Siege bei drei Niederlagen. Zweimal unterlag die Deutsche der nahezu gleichaltrigen Gabriela Sabatini. Die Argentinierin, mit der sich Graf auch bei den French Open, den US Open und den Olympischen Spielen enge Duelle lieferte, schien in dieser Zeit nicht wenigen Experten als zukünftige Herausforderin der Deutschen. Graf wurde zur Weltsportlerin des Jahres gewählt und Ehrenbürgerin der Gemeinde Brühl.

1989 gewann Graf die Grand-Slam-Turniere in Wimbledon, Melbourne und New York erneut. Lediglich in Paris musste sie sich im Finale der Spanierin Arantxa Sánchez Vicario geschlagen geben, die somit einen Doppel-Grand-Slam verhinderte. Sánchez siegte denkbar knapp mit 7:6, 3:6 und 7:5. Eine zweite knappe Niederlage erlitt die Deutsche im Finale des Turniers von Amelia Island, wo sie mit 6:3, 3:6 und 5:7 gegen die Argentinierin Gabriela Sabatini den Kürzeren zog. Grafs Jahresbilanz, die zweitbeste aller Zeiten, betrug 86 Siege und 2 Niederlagen. Die Deutsche gewann 14 Turniere und erreichte bei allen 16 Turnieren das Finale. Von der Women's Sport Foundation wurde Graf zur Sportlerin des Jahres ernannt.

Grafs ungebrochene Dominanz hielt bis in den April 1990 an. Zwischen 1988 und den Australian Open im Januar siegte sie bei acht der neun ausgespielten Grand-Slam-Turniere. Nach ihrem dritten Sieg beim Grand Slam in Melbourne gewann Graf in Tokio, Amelia Island und Hamburg. Seit dem Finale der French Open im Juni des vorangegangenen Jahres hatte Graf kein Spiel mehr verloren. Es war dies Grafs bis dahin längste Siegesserie. Die Überlegenheit der Deutschen gestaltete sich derart erdrückend, dass die erwarteten Siege nur noch über die Anzahl der abgegebenen Spiele oder die Gesamtdauer der Matches gemessen wurden. Experten spekulierten über die wenigen noch zu leistenden Siege, die verblieben, um den Rekord der Martina Navratilova von 74 Matchgewinnen in Folge auszulöschen.

Im Frühjahr 1990 geriet Vater Peter Graf in das Visier der deutschen Boulevard-Presse. Die Bild-Zeitung behauptete, dass er eine Affäre mit einem Nacktmodell habe und mit diesem ein gemeinsames Kind gezeugt habe. Auf dem Höhepunkt dieser Enthüllungen musste sich Graf bei den German Open in Berlin erstmals der jungen, aufstrebenden Jugoslawin Monica Seles geschlagen geben. Es war Grafs erste Niederlage nach 66 Siegen in Folge, der zweitlängsten Siegesserie aller Zeiten. Seles hatte Graf bereits im Vorjahr als Fünfzehnjährige beim Halbfinale der French Open an den Rand einer Niederlage gebracht. Seles wurde mehr und mehr zur ernsthaften Herausforderin für Graf, die in dieser Zeit auch gegen andere Konkurrentinnen ungewöhnlich viele Niederlagen einstecken musste: In den Jahren 1990 in Melbourne (gegen Mary Joe Fernández), 1991 in Wimbledon (gegen Gabriela Sabatini) und 1992 erneut in Wimbledon (gegen Monica Seles) gewann Steffi Graf jeweils lediglich ein Grand-Slam-Turnier pro Jahr. Die anderen Grand-Slam-Titel gingen 1991 und 1992 an Monica Seles. Am 10. März 1991 musste Graf die Führung in der Weltrangliste erstmals an Seles abgeben. Vorausgegangen war eine Niederlage gegen ihre ehemalige Doppelpartnerin Gabriela Sabatini beim WTA-Turnier in Boca Raton (USA). Sie fiel auf Platz 2 der Weltrangliste hinter Monica Seles zurück. Auch das Finale des olympischen Tennisturniers in Barcelona 1992 brachte eine Überraschung: Graf, die haushohe Favoritin, verlor gegen die erst 16-jährige US-Amerikanerin Jennifer Capriati. Allerdings gewann Steffi Graf drei von fünf Spielen gegen Seles während deren Zeit als Weltranglistenerste.

1993 siegte Graf bei den Grand-Slam-Turnieren in Paris, Wimbledon und New York. Sie schaffte es, auf Platz eins der Weltrangliste zurückzukehren. Allerdings wurde dieser Erfolg durch ein Attentat überschattet: Beim WTA-Turnier in Hamburg im April 1993 stach der psychisch auffällige deutsche Graf-Fan Günter Parche der bis dahin in der Weltrangliste führenden Monica Seles mit einem Messer in den Rücken. Seles, der das Attentat vor allem psychisch schwer zu schaffen machte, kehrte erst zwei Jahre später auf die Damen-Tour zurück.

Zum Jahresbeginn 1994 errang Graf mit ihrem Erfolg in Melbourne den vierten Grand-Slam-Titel in Folge und damit einen zweiten, wenn auch „unechten“ Grand Slam, der nicht innerhalb eines Kalenderjahres vollendet wurde.

In den Jahren 1995 und 1996 gewann sie jeweils die Grand-Slam-Turniere in Paris, Wimbledon und New York. Beide US-Open-Titel errang Graf gegen die nach einer zweijährigen Pause zurückgekehrte Rivalin Monica Seles. Das Finale des Jahres 1995 wurde zu einem umkämpften Spiel: Graf siegte knapp mit 7:6, 0:6, 6:3. Erste Anzeichen des körperlichen Verschleißes machten sich bemerkbar: Jeweils verletzt, musste Graf in beiden Jahren auf eine Teilnahme an den Australian Open in Melbourne verzichten.

Schon 1995 hatten Ermittlungen der Mannheimer Staatsanwaltschaft gegen Steffi Graf und ihren Vater Peter begonnen. Beiden wurde Steuerhinterziehung vorgeworfen, da immer wieder Antrittsgelder und Preisgelder auf Konten ausländischer Firmen verschwanden und die tatsächlichen Erlöse Steffi Grafs nicht mit den beim Finanzamt deklarierten überein stimmten. Peter Graf wurde wegen Verdunklungs- und Fluchtgefahr im August 1995 in Untersuchungshaft genommen, Anfang 1997 wurde er zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Ermittlungsverfahren gegen Steffi Graf wurde schließlich von der Staatsanwaltschaft gegen eine Geldauflage (§ 153a Abs. 1 StPO) eingestellt, da sie glaubhaft versichern konnte, dass sie von ihren Finanzen keine Ahnung hatte und sich lediglich auf den Sport konzentrierte und sie „aktiv an der Schadenswiedergutmachung mitarbeitete“. Die Medien berichteten darüber, dass bei den immensen Steuernachzahlungen fast das gesamte Vermögen der Familie Graf eingesetzt werden musste, um eine weitere Strafverfolgung zu vermeiden.

1997 spielte Steffi Graf bei insgesamt nur fünf Turnieren 19 Matches (16 Siege, bei drei Niederlagen – alle gegen die Südafrikanerin Amanda Coetzer). Sie verlor die Führung der Weltrangliste an die Schweizerin Martina Hingis. Im Juni desselben Jahres verletzte sie sich am Knie, musste sich einer Operation unterziehen und konnte über zwölf Monate kein Spiel der WTA-Tour mehr spielen. Am 8. Juni 1998 wurde sie erstmals seit 1983 nicht mehr in der Weltrangliste geführt.

1999 gewann Graf, mittlerweile 29-jährig, noch einmal ein Grand-Slam-Turnier. Im Finale der French Open gewann sie gegen die 18-jährige neue Weltranglisten-Erste Martina Hingis. Das Aufeinandertreffen der lange verletzten Deutschen mit ihrer Schweizer Nachfolgerin war von negativen Äußerungen Hingis' über Grafs Spielvermögen begleitet. Am Vortag des Finalspiels gab Hingis bekannt, ihr Sieg am morgigen Tag werde zeigen, dass der Generationenwechsel endgültig vollzogen sei.

Tatsächlich hatte die Schweizerin gegen Ende des zweiten Satzes schon wie die sichere Siegerin ausgesehen und war nur drei Punkte vom Sieg entfernt, ehe Graf das Spiel wendete und den dritten Durchgang mit 6:2 deutlich gewann. Graf bezeichnete diesen Sieg später als „den schönsten ihrer Karriere“. Sie erklärte, dass sie nie mehr in Roland Garros spielen werde, weil es keinen schöneren Abschied geben könne.

Angesichts dieser Äußerung machten Spekulationen um Grafs bevorstehenden Rücktritt die Runde. Beim Turnier von Wimbledon erreichte Graf zusammen mit dem Tennis-Idol ihrer Jugend, John McEnroe, erstmals das Halbfinale im Gemischten Doppel, auf dessen Austragung sie nach neuerlichen Knieproblemen und im Hinblick auf das Einzel-Finale verzichtete. Zuvor hatte Graf im Einzel-Viertelfinale Venus Williams in drei Sätzen bezwungen. Im Endspiel des Damen-Wettbewerbs unterlag Graf der US-Amerikanerin Lindsay Davenport.

Ihr Finaleinzug brachte sie zurück auf den dritten Platz der Tennis-Weltrangliste. Nach einer weiteren Niederlage durch einen verletzungsbedingten Spielabbruch am 3. August 1999 beim WTA-Turnier in San Diego gegen Amy Frazier erklärte Graf am 13. August 1999 in einer Pressekonferenz ihren sofortigen Rücktritt vom Profi-Tennis. Als Dritte der Tennis-Weltrangliste war Graf die am höchsten notierte Spielerin, die jemals ihren Rücktritt vom Profitennis erklärte, bis Justine Henin als amtierende Nr. 1 der Weltrangliste am 14. Mai 2008 zurücktrat.

1999 wurde Graf zum fünften Mal zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt. Wenige Wochen darauf gab sie die Trennung von ihrem langjährigen Lebensgefährten, dem Rennfahrer Michael Bartels, bekannt. In der Folge kam das Gerücht über eine Liaison mit dem US-amerikanischen Tennisspieler Andre Agassi, ihrem späteren Ehemann, auf. Graf und Agassi heiraten am 22. Oktober 2001. Am 26. Oktober 2001 wurde Sohn Jaden Gil geboren. Tochter Jaz Elle erblickte am 3. Oktober 2003 das Licht der Welt.

Steffi Graf ist Gründerin und Vorsitzende der wohltätigen Stiftung „Children for Tomorrow“, die sich um traumatisierte Kinder in aller Welt kümmert. Außerdem hat sie das Unternehmen Mrs.Sporty Franchise GmbH mitgegründet, das Sportclubs für Frauen betreibt. Sie lebt in Las Vegas.

1989 war Graf in einer Gastrolle in der deutschen Filmkomödie Otto – Der Außerfriesische zu sehen.

Steffi Graf errang 22 Siege bei Grand-Slam-Turnieren. Sie gewann viermal die Australian Open, fünfmal die US Open, sechsmal die French Open und siebenmal Wimbledon. Sie wird hier nur durch die Australierin Margaret Smith Court (24 Siege) übertroffen. 1988 siegte Graf bei allen vier Grand-Slam-Turnieren des kalendarischen Jahres, womit sie als dritte Spielerin der Tennisgeschichte nach Maureen Connolly (1953) und Margaret Smith Court (1970) den sogenannten Grand Slam vollendete. Mit dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1988 von Seoul errang Graf einen bisher unerreichten Erfolg, der als „Golden Slam“ in die Geschichte des Tennissports einging.

Insgesamt gewann Graf 107 Turniere und belegt – gemessen an Turniersiegen im Einzel – den dritten Platz in der ewigen Bestenliste der Profi-Spielerinnen hinter Martina Navratilova und Chris Evert.

Graf siegte auch bei den Olympischen Sommerspielen 1984 Los Angeles, wo Tennis allerdings nur den Status einer Demonstrationssportart innehatte, gewann fünfmal das Tennis Masters (1987, 1989, 1993, 1995 und 1996) und mit dem Deutschen Team zweimal den Federation Cup (1987 und 1992).

Die Bilanz ihrer Karriere weist 902 Siege und 115 Niederlagen auf. Ihre Siegesquote von 88,7 % wird nur von Chris Evert (90,0 %) übertroffen. Grafs beste Jahresbilanz, die zweitbeste aller Zeiten, weist 86 Siege und zwei Niederlagen auf (1989). Zwischen Juni 1989 und Mai 1990 blieb sie 66 Spiele in Folge unbesiegt und wird hier nur von Martina Navratilova übertroffen. Graf erreichte als Einzelspielerin 32 Endspiele von Grand-Slam Turnieren und rangiert damit hinter Chris Evert (34) und Martina Navratilova (32) an dritter Stelle. Die von Graf in direkter Folge erreichten 21 Finalteilnahmen (1986–1988) werden nur von Martina Navratilova (22 Endspiele in Folge) übertroffen. Steffi Graf gewann einen Betrag von 21.895.277 US-Dollar an Preisgeldern was einen Rekord bis in den Januar 2008 darstellte und dann von Lindsay Davenport bei den Australian Open eingestellt wurde.

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Pam Shriver

Pam Shriver (* 4. Juli 1962 in Baltimore, Maryland, USA) ist eine ehemalige US-amerikanische Tennisspielerin.

Mit 16 Jahren stand sie 1978 im Damenfinale der US Open, als sie im Halbfinale Martina Navratilova mit 7:6 und 7:6 besiegte. Im Finale unterlag sie dann aber Chris Evert mit 5:7 und 4:6. Dies sollte ihr einziges Grand-Slam-Finale im Einzel bleiben. Insgesamt stand Pam Shriver indes neunmal im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers (US Open 1978, 1982 und 1983; AUS Open 1981 bis 1983; Wimbledon 1981, 1987 und 1988) und gewann auf der WTA-Tour 21 Turniere im Einzel. Den Großteil der achtziger Jahre über zählte sie zu den zehn besten Tennisspielerinnen der Welt. Ihre höchste Position in der Einzelweltrangliste war Platz 3.

Einen ihrer letzten großen Erfolge im Einzel konnte Pam Shriver beim Masters 1988 verbuchen, wo sie das Finale erreichte und auf dem Weg dorthin zunächst im Viertelfinale über Chris Evert und danach im Halbfinale über Steffi Graf triumphierte.

Im Doppel war sie noch weitaus erfolgreicher. Mit Martina Navratilova gewann sie 20 Grand-Slam-Turniere (AUS Open 1982 bis 1985 sowie 1987 bis 1989; French Open 1984, 1985, 1987 und 1988; Wimbledon 1981 bis 1984 sowie 1986; US Open 1983, 1984, 1986 und 1987), im Jahr 1984 sogar den Grand Slam im Doppel. Von April 1983 bis Juli 1985 blieb das Team Navratilova/Shriver 109 Matches lang ungeschlagen.

Ihren 21. Grand-Slam-Titel gewann sie 1991 mit Natasha Zvereva bei den US Open. Bei den Olympischen Spielen 1988 konnte sie mit Zina Garrison zudem die Goldmedaille gewinnen. Insgesamt gewann Pam Shriver 106 Doppel-Titel auf der WTA-Tour, davon 78 mit Navratilova.

Ihren einzigen Grand-Slam-Sieg im Mixed errang sie bei den French Open 1987 an der Seite von Emilio Sánchez Vicario.

Im Jahr 1994 trat sie vom Turniertennis zurück und arbeitet heute als Sportkommentatorin für die BBC, ABC, CBS und ESPN. 2002 heiratete Pam Shriver den früheren James-Bond-Darsteller George Lazenby. Im August 2008 reichte sie die Scheidung ein.

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Arantxa Sánchez Vicario

Arantxa Sánchez Vicario (* 18. Dezember 1971 in Barcelona) ist eine ehemalige spanische Profi-Tennisspielerin. Die Sandplatz-Spezialistin war die erste spanische Nummer Eins der Tennis-Weltrangliste (im Einzel und im Doppel), gewann vier Grand-Slam-Titel im Einzel und sechs im Doppel.

Inspiriert von ihren beiden älteren Brüdern Emilio und Javier Sánchez, die beide Top-Spieler auf der Männer-Tour werden sollten, begann Sánchez im Alter von vier Jahren mit dem Tennisspielen. 1985 wurde die Vierzehnjährige Profispielerin.

Arantxa Sánchez schockierte die Tenniswelt erstmals 1989, als die Siebzehnjährige die damals als unschlagbar geltende, frischgebackene Golden-Slam-Gewinnerin Steffi Graf im Finale der French Open besiegte. Sánchez wurde die bis dahin jüngste Siegerin in Paris. Das Duell mit der übermächtigen Deutschen sollte die weitere Karriere der Spanierin bestimmen. Beide standen sich insgesamt 7 Mal in Grand-Slam-Finals gegenüber, wobei Graf fünf und Sánchez zwei Siege für sich verbuchen konnte.

Zähigkeit und ihr unnachgiebiger Kampfgeist wurden schon bald das unverwechselbare Markenzeichen der kleinen spanischen Grundlinienspielerin, die nie einen Ball verloren gab. Vicario war eine typische Konterspielerin, die zwar selbst keine herausragende spielerische Waffe besaß, anderseits aber nahezu jeden Ball zurückbrachte. So gehörten zu ihrem Spiel unter anderem auch hohe Mondbälle, die es der Spanierin ermöglichten, den Rhythmus der Gegnerinnen zu durchbrechen und wieder ins Spiel zurückzukommen.

Sánchez hatte ihr erfolgreichstes Jahr als Einzelspielerin 1994, als sie sowohl die French Open als auch die US Open gewinnen konnte und insgesamt bei 8 Turnieren siegreich blieb.

Ihren vierten Grand-Slam-Einzelerfolg machte die Spanierin 1998 perfekt, als sie erneut die French Open gewann.

Sánchez Vicario erreichte bei allen vier Grand Slam - Turnieren im Einzel mindestens zweimal das Finale. Zusätzlich zu ihren vier Einzelsiegen gelangen ihr 8 weitere Finalteilnahmen.

1995 wurde Arantxa Sánchez für 12 Wochen die Nummer 1 der Weltrangliste in Einzel und Doppel. Die Spanierin war damit die erste Spielerin nach Martina Navrátilová, der dies gleichzeitig gelang.

Vicario gewann insgesamt 6 Grand Slam-Titel im Doppel und vier weitere im gemischten Doppel.

1991 war Sánchez Mitglied des siegreichen spanischen Fed Cup-Teams, das die USA im Finale besiegte - ein Erfolg, den die Spanierinnen 1993, 1994, 1995 und 1998 wiederholen konnten. Sánchez ist ferner Rekordhalterin für die meisten Siege im Einzel und Doppel innerhalb des Fed Cup-Wettbewerbes.

Sánchez war auch Mitglied des siegreichen spanischen Hopman Cup-Teams 1990 und 2002.

Fünfmal vertrat sie ihr Heimatland bei Olympischen Spielen und gewann dabei zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen.

Sánchez gewann in ihrer Karriere insgesamt 29 Einzeltitel und 69 Doppeltitel und erspielte knappe 17 Millionen Dollar Preisgeld.

Im August 2000 heiratete die Spanierin den Sportjournalisten Joan Vehils. Die Trennung folgte nur 10 Monate später. Im November 2002 gab Sánchez ihren Rücktritt vom Profitennis bekannt, gab aber 2004 ein kurzes Comeback, als sie einige ausgewählte Doppelturniere spielte.

Im Jahre 2005 wurde Arantxa Sánchez Vicario von der amerikanischen Fachpublikation TENNIS Magazine auf den 27. Platz der besten Spielerinnen aller Zeiten gewählt. 2007 erfolgte ihre Aufnahme in die International Tennis Hall of Fame.

Sie wohnt heute in Sitges an der Costa del Garraf.

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US Open

Hauptplatz Arthur Ashe Stadium 2005

Die US Open sind ein Tennisturnier in den USA. Sie sind das vierte Grand-Slam-Turnier des Jahres und werden im August/September in New York am USTA Billie Jean King National Tennis Center in Flushing Meadows ausgespielt.

Im Jahr 1881 wurden die ersten U.S. National Championships bei den Herren ausgetragen. Der Damenwettbewerb wurde erstmals 1887 ausgespielt. Ursprünglich war der Austragungsort Forest Hills, gelegen im New Yorker Ortsteil Queens, 1978 zog man wenige Kilometer weiter nach Flushing Meadows. Bis einschließlich 1974 wurden die US Open auf Rasen ausgetragen, ehe man für drei Jahre auf Sand (Har-Tru) wechselte. Seit 1978 wird auf Hartplatzbelag (Supreme Court, ein Beton-Kunststoff-Gemisch) gespielt.

Traditionell findet das Finale im Herreneinzel am Sonntag statt. Im Jahr 2008 konnte ein Halbfinale wegen Regens am Samstag nicht beendet werden und musste auf den regulären Finaltag verschoben werden. Dadurch fand zum ersten Mal seit 1987 das Finale der Männer an einem Montag statt.

Bis heute haben es Steffi Graf und Boris Becker als einzige Deutsche geschafft die US Open zu gewinnen.

Die meisten Titel bei den US Open halten bei den Herren Richard Sears in den 1880er, William Larned und Bill Tilden in den 1920ern mit 7 Siegen.

Bei den Damen führt mit 8 Titeln Molla Mallory (1915–1918, 1920–1922, 1926).

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Wimbledon Championships

Court No.1, Wimbledon 2004

Bekannt unter dem Namen des Austragungsorts Wimbledon, einem Vorort von London, finden jährlich während zweier Wochen im Juni/Juli die Lawn Tennis Championships statt, das älteste und prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt. Es ist das dritte sogenannte Grand-Slam-Turnier des Jahres und das einzige, das noch auf Rasen gespielt wird. Die Plätze in Wimbledon werden umgangssprachlich als „heiliger Rasen“ bezeichnet.

Die ersten Lawn Tennis Championships begannen am 9. Juli 1877 auf einem Gelände an der Worple Road in Wimbledon und wurden vom All England Lawn Tennis and Croquet Club ausgetragen. Zunächst nur für Männer zugelassen, wurden 1884 separate Wettbewerbe für Damen und Herrendoppel eingeführt. Seit 1910 sind auch Ausländer für das Turnier zugelassen. Damendoppel und Mixed-Doppel wurden 1913 ins Programm aufgenommen. 1922 wurde ein neuer Tenniskomplex an der Church Road eingeweiht. Das für 14.000 Zuschauer ausgelegte Stadion entwickelte sich zum Mekka des Tennissports. 1937 wurden die Championships erstmals im Fernsehen übertragen.

Bis heute hat sich Wimbledon einen speziellen, altmodisch vornehmen Charakter bewahrt, der das Turnier von allen anderen abhebt. Nur hier findet die alte Regelung, dass 90 Prozent der Spielkleidung weiß sein müssen, noch Anwendung. Das Publikum nimmt ebenso traditionell Erdbeeren mit Sahne zu sich, wie es den nicht selten vorkommenden und Spielpausen erzwingenden Regen mit Gleichmut erträgt. Eine weitere Tradition ist der am ersten Sonntag des Turniers vorgesehene Ruhetag. Das Eröffnungsspiel ist immer das des Titelverteidigers im Herreneinzel auf dem „Centre Court“.

Heute werden Turniere jeweils für Einzel und Doppel der Herren und Damen ausgetragen. Außerdem findet ein „Mixed“, ein gemischtes Doppel, sowie Nachwuchsturniere, statt. Die wichtigsten Matches werden auf dem „Centre Court“ und „Court No. 1“ ausgetragen. Der „Court No. 2“ wird wegen zahlreicher Favoritenstürze auch „The Graveyard“ genannt. In den frühen Runden werden noch zahlreiche weitere, kleinere Plätze bespielt.

Rekordsiegerin an der Church Road ist die gebürtige Tschechin und jetzige US-Amerikanerin Martina Navrátilová mit neun Einzelsiegen zwischen 1978 und 1990. Bei den Männern zog der US-Amerikaner Pete Sampras durch seinen siebten Sieg 2000 mit William Renshaw gleich, der das Turnier in den 1880er Jahren dominierte.

Die längste Gewinnserie in Folge halten bei den Frauen Martina Navrátilová mit sechs Titeln von 1982 bis 1987 und bei den Männern William Renshaw mit ebenfalls sechs Titeln von 1881 bis 1886. Björn Borg gewann fünfmal in Folge zwischen 1976 bis 1980, ebenso wie Hugh Doherty. Am 8. Juli 2007 schaffte Roger Federer seinen fünften Triumph in Folge (2003-2007). Pete Sampras gewann viermal in Folge zwischen 1997 und 2000.

Erst sieben Deutsche schafften es, in Wimbledon ein Finale zu gewinnen: Cilly Aussem (1931), Gottfried von Cramm und Hilde Krahwinkel (1933 Mixed), Claudia Kohde-Kilsch (1987 Doppel) sowie Steffi Graf (1988 (Einzel und Doppel), 1989, 1991-93, 1995, 1996), Boris Becker (1985, 1986, 1989) und Michael Stich (1991 und Doppel 1992). 1991 kam es sogar zu einem deutschen Finale, welches Michael Stich gegen Boris Becker gewann.

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Jana Novotná

Jana Novotná (* 2. Oktober 1968 in Brünn) ist eine ehemalige Tennisspielerin aus Tschechien. Sie gewann in ihrer Laufbahn 24 Turniere im Einzel und 76 im Doppel.

Ihre größten Erfolge errang sie auf schnellen Bodenbelägen, unter anderem auf den Rasenplätzen in Wimbledon.

Zuerst war sie nur als Doppelspielerin erfolgreich, doch mit Hilfe von Hana Mandlíková, einer Siegerin von 4 Grand-Slam-Turnieren, entwickelte sie sich auch zu einer erfolgreichen Spielerin im Einzel.

Im Jahr 1991 trat sie zum ersten Mal in Erscheinung, als sie bei den Australian Open Steffi Graf und Arantxa Sánchez-Vicario schlug, ehe sie im Finale an Monica Seles in drei Sätzen scheiterte.

In Wimbledon stand sie 1993 und 1997 bereits im Endspiel, ehe sie 1998 durch einen Sieg über die Französin Nathalie Tauziat ihren einzigen Grand-Slam-Sieg erringen konnte.

Besondere Aufmerksamkeit erlang die blonde Tschechin, die als wenig nervenstark galt, als sie 1993 im Endspiel von Wimbledon einen 6:7, 6:1 und 4:1 Vorsprung bei eigenem Aufschlag gegen Steffi Graf nicht halten konnte. Novotna dominierte Graf bis zu diesem Zeitpunkt fast nach Belieben, doch den Sieg vor Augen verschlug sie fortan auch leichte Bälle meterweise ins Aus. Graf gewann letztlich mit 7:6, 1:6, 6:4. Bei der anschließenden Siegerehrung brach Novotna in Tränen aus und wurde von der Herzogin von Kent tröstend umarmt.

Novotnas höchste Notierung in der Weltrangliste war Platz 2. 1998 hätte sie durch einen Sieg bei den US Open den ersten Platz der Weltrangliste belegen können, allerdings scheiterte sie im Halbfinale. Im Jahr 1999 beendete sie ihre Profikarriere.

Novotna trat auch bei Olympischen Spielen an. 1988 in Seoul gewann sie zusammen mit Helena Suková im Doppel die Silbermedaille für die Tschechoslowakei nach einer Finalniederlage gegen Zina Garrison und Pam Shriver. Acht Jahre später verlor sie, für Tschechien startend, mit Suková im Finale von Atlanta 1996 gegen Gigi Fernandez und Mary Joe Fernández. Außer den beiden Silbermedaillen im Doppel gewann Novotná noch eine Bronzemedaille, als sie 1996 im Spiel um den dritten Platz gegen Mary Joe Fernández gewann.

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Source : Wikipedia