Spiele

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Geschrieben von bishop 28/02/2009 @ 20:40

Tags : spiele, freizeit

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Olympische Spiele

Pierre de Coubertin, der Begründer der modernen Olympischen Spiele

Der Begriff Olympische Spiele (altgr. Olympia Ὀλύμπια ‚die Olympischen‘, neugr. olymbiaki agones ολυμπιακοί αγώνες ‚olympische Wettkämpfe‘, auch olymbiada ολυμπιάδα ‚Olympiade‘) ist gemäß der Olympischen Charta die Sammelbezeichnung für zwei regelmäßig ausgetragene Sportwettkampfveranstaltungen, die „Spiele der (jeweiligen) Olympiade“ („Sommerspiele“) und die „Olympischen Winterspiele“. Bei diesen treten Athleten und Mannschaften (nicht die Nationen) in den Olympischen Sportarten gegeneinander an. Dabei werden die Bestplatzierten mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen ausgezeichnet. „Olympiade“ ist entgegen einem weit verbreiteten Irrtum nicht synonym mit „Olympische Spiele“, sondern bezeichnet den Zeitraum von vier Jahren, der mit den Spielen beginnt.

Die Einführung der Olympischen Spiele der Neuzeit wurde 1894 als Wiederbegründung der antiken Festspiele in Olympia auf Anregung von Pierre de Coubertin beschlossen. Als „Treffen der Jugend der Welt“ sollten sie dem sportlichen Vergleich und der Völkerverständigung dienen. Seit 1896 finden alle vier Jahre Sommerspiele und seit 1924 Winterspiele statt. 1992 wurden Winter- und Sommerspiele letztmalig im selben Jahr veranstaltet, seitdem alternieren sie im zweijährigen Rhythmus (1994: Winterspiele).

Von 1912 bis 1948 fanden auch Olympische Kunstwettbewerbe statt. In den Jahren 1924, 1932 und 1936 wurde mit dem Prix olympique d'alpinisme auch ein Preis für herausragende Leistungen im Bereich des Bergsteigens vergeben. Seit 1960 folgen den Olympischen Sommerspielen und seit 1976 den Winterspielen die in denselben Wettkampforten ausgetragenen Paralympics als Wettkämpfe der behinderten Sportler. Jeweils ein Jahr nach den Olympischen Spielen werden die Sommerspiele und wiederum zwei Jahre darauf die Winterspiele der Deaflympics der Gehörlosen und die Special Olympics für Menschen mit geistiger Behinderung an jeweils anderen Wettkampforten durchgeführt.

Der Ursprung der Olympischen Spiele der Antike liegt vermutlich im 2. Jahrtausend v. Chr. Der Überlieferung nach sollen die ersten regelmäßigen Spiele im griechischen Olympia im Jahre 776 v. Chr. stattgefunden haben. Dieser Zeitpunkt wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. aus den Siegerlisten rekonstruiert. Die Periode zwischen zwei Spielen hieß Olympiade. Die Zählung nach Olympiaden wurde als Zeitmaß in der gesamten griechischen Antike verwendet.

In der Anfangszeit gab es nur einen Wettlauf über die Distanz des Stadions (192,27 Meter). Die Spiele erhielten mit der Zeit eine immer größere Bedeutung. Sie waren keine „Sportveranstaltung“ in unserem heutigen Sinne, sondern ein religiöses Fest, das zu Ehren des Göttervaters Zeus und des göttlichen Helden Pelops durchgeführt wurde. In ihrer Blütezeit dauerten die Spiele fünf Tage – der erste Tag war bestimmt von kultischen Zeremonien, wie Weihehandlungen und dem Einzug der Athleten, Schiedsrichter und Zuschauer in den heiligen Hain von Olympia. Neben den sportlichen Wettkämpfen waren die Wettkämpfe in musischen Wettbewerben ebenso wichtig. Anders als heute stand nicht der Sport als solcher im Mittelpunkt, sondern die religiöse Komponente: Teilnahme und Sieg waren religiöser Natur.

Die Olympischen Spiele fanden immer Mitte Juli statt. Die Sportler mussten einen Monat vorher anwesend sein, um den Oberschiedsrichtern ihr Können zu demonstrieren. Wer für geeignet befunden wurde, war für die Wettkämpfe qualifiziert.

Die eigentlichen Spiele begannen mit dem Umzug aller Beteiligten – Sportler, Betreuer, Schiedsrichter und Zuschauer -, der zum Tempel des Zeus führte. Hier schworen die Sportler, sich an die Regeln der Spiele zu halten. Die Wettkämpfe selbst wurden mit höchster Leidenschaft ausgetragen. Nur der Sieg zählte. Die Sieger erhielten einen Siegeskranz aus Olivenzweigen sowie ein Stirnband. Man sah sie als „von den Göttern begünstigt“ an und verewigte sie mit Gedichten und Statuen. Jede Niederlage – sogar schon ein zweiter oder dritter Platz – galt als untilgbare Schmach. Die Verlierer kehrten unglücklich und auf Schleichwegen in ihre Heimat zurück, um dem Spott zu entgehen, der sie erwartete. Als berühmtester Olympionike aller Zeiten galt der Ringer Milon von Kroton.

Mit der Zeit stieg die Anzahl der Wettbewerbe auf zwanzig an, unterteilt in Leichtathletik, Schwerathletik, Pentathlon und Reitwettbewerbe.

Als die Römer im Jahr 148 v. Chr. Griechenland eroberten, verloren die Olympischen Spiele ihren panhellenischen Charakter – von nun an war es auch „nicht-griechischen“ Athleten gestattet, teilzunehmen. Vermutlich zum letzten Mal fanden die Spiele im Jahr 393 n. Chr. statt, bevor der römische Kaiser Theodosius I. im Jahr 394 alle heidnischen Zeremonien verbieten ließ. Fest steht, dass die Spiele nicht nach 426 n. Chr. ausgetragen werden konnten, da in diesem Jahr ein Brand den Zeus-Tempel zerstörte. Eroberungsfeldzüge, Überschwemmungen, Erdrutsche und Erdbeben zerstörten die Anlagen weitgehend.

Die Olympische Idee ging nicht ganz verloren. So fanden in England während des 17. Jahrhunderts mehrmals „olympische“ Wettkämpfe statt, später auch in Frankreich und Griechenland. Sporthistoriker zählen 12 einjährig und mehrjährig durchgeführte Veranstaltungen zu den ersten Versuchen einer Erneuerung der Olympischen Spiele. Sie waren jedoch allesamt eher kleine Veranstaltungen mit bestenfalls überregionalem Charakter. Als einziger ernsthafter Vorläufer der modernen Olympischen Spiele gelten die Olympien, die zwischen 1859 und 1889 in Griechenland stattfanden. Sie wurden von Evangelos Zappas ins Leben gerufen und durch eine Königliche Verfügung von Otto I. als eine nationale Aufgabe von hohem Rang angesehen, die auch internationale Beachtung erfuhr.

Nach de Coubertins Meinung war die mangelnde körperliche Ertüchtigung der Soldaten eine der Hauptursachen für die Niederlage der Franzosen im Deutsch-Französischen Krieg (1870–71). Er strebte danach, diesen Zustand durch die verbindliche Einführung von Sportunterricht an den Schulen zu verbessern. Gleichzeitig wollte er nationale Egoismen überwinden und zum Frieden und zur internationalen Verständigung beitragen. Die „Jugend der Welt“ sollte sich bei sportlichen Wettkämpfen messen und sich nicht auf dem Schlachtfeld bekämpfen. Die Wiederbelebung der Olympischen Spiele schien in seinen Augen die beste Lösung zu sein, um beide Ziele zu erreichen.

An einem Kongress, der vom 16. bis 23. Juni 1894 in der Sorbonne-Universität von Paris stattfand, präsentierte er seine Ideen einer internationalen Zuhörerschaft. Am letzten Tag des Kongresses wurde beschlossen, dass die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen stattfinden sollten, also im Ursprungsland. Um die Spiele zu organisieren, erfolgte die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Erster Präsident war der Grieche Demetrius Vikelas, während de Coubertin zunächst als Generalsekretär amtierte.

Die ersten Spiele der Neuzeit erwiesen sich als großer Erfolg. Obwohl weniger als 250 Athleten teilnahmen, waren die Spiele das größte sportliche Ereignis, das je seit der Antike stattgefunden hatte. Die griechischen Offiziellen waren vom Erfolg derart begeistert, dass sie den Vorschlag machten, die Spiele zukünftig immer in Griechenland stattfinden zu lassen. Doch das IOC entschied sich für eine Rotation zwischen verschiedenen Ländern.

Nach dem Anfangserfolg geriet die olympische Bewegung in eine Krise. Die Spiele von 1900 in Paris und 1904 in St. Louis waren in die parallel stattfindenden Weltausstellungen integriert, die Wettkämpfe zogen sich über mehrere Monate hin und wurden kaum beachtet. Die Spiele von St. Louis waren wegen der eingeschränkten Erreichbarkeit eine fast rein US-amerikanische Angelegenheit. Bei den Olympischen Zwischenspielen 1906 in Athen standen die sportlichen Wettkämpfe wieder im Vordergrund. Das IOC stimmte der Austragung zwar widerstrebend zu, erkannte die Resultate der Zwischenspiele jedoch nie offiziell an. Von manchen Sporthistorikern werden diese Spiele als Rettung der olympischen Idee angesehen, da sie das Absinken in die Bedeutungslosigkeit verhinderten.

1896 hatten noch 262 Athleten aus 13 Ländern teilgenommen. Diese Zahl erhöhte sich mit der Zeit ständig, so nahmen beispielsweise bei den Sommerspielen 2004 in Athen über 10.500 Athleten aus 202 Ländern an 301 Wettbewerben teil. Die Anzahl der Teilnehmer bei den Winterspielen ist im Vergleich dazu bedeutend geringer, bei den Winterspielen 2006 in Turin waren 2633 Athleten aus 80 Ländern gemeldet, die in 84 Wettkämpfen an den Start gingen.

Neben den Fußball-Weltmeisterschaften und der Tour de France sind die Olympischen Spiele heute das größte Sportereignis der Welt. Bei den Sommerspielen 2000 in Sydney waren mehr als 16.000 Medienleute im Einsatz, die Wettkämpfe wurden weltweit von rund 3,8 Milliarden Fernsehzuschauern mitverfolgt. Dieses Wachstum stellt heute eines der größten Probleme dar, da für die Olympiastädte die Kosten für die Ausrichtung der Spiele immer höher werden.

Heute nehmen bis zu 205 verschiedene Länder an Olympischen Spielen teil (vgl. Liste im Artikel Nationales Olympisches Komitee). Diese Zahl ist höher als jene der Länder, die von den Vereinten Nationen anerkannt werden (momentan 192), d.h. es gibt 13 weitere IOC-Mitglieder. Der Grund dafür ist, dass das IOC auch Nationen zu den Wettkämpfen zulässt, die nicht die strikten Anforderungen für politische Souveränität erfüllen, wie dies von den meisten anderen internationalen Organisationen verlangt wird. Als Folge davon besitzen zahlreiche Kolonien und abhängige Gebiete eigene Delegationen, die getrennt von ihren Mutterländern teilnehmen. Beispiele dafür sind Puerto Rico, Bermuda und Hongkong. Seit 1980 nimmt Taiwan an den Spielen teil, und zwar unter der Bezeichnung Chinese Taipei und mit einer vom IOC eigens für diesen Zweck gestalteten Flagge. Zuvor hatte die Volksrepublik China die Teilnahme verweigert, weil die taiwanische Mannschaft unter der Bezeichnung Republik China teilgenommen hatte.

Entgegen den Hoffnungen de Coubertins verhinderten die Olympischen Spiele nicht den Ausbruch von Kriegen. Tatsächlich konnten drei Veranstaltungen nicht durchgeführt werden: Jene von 1916 entfielen wegen des Ersten Weltkriegs, jene von 1940 und 1944 wegen des Zweiten Weltkriegs.

Die Nationalsozialisten missbrauchten erfolgreich die Sommerspiele 1936 in Berlin als Propagandaforum, um das Image Deutschlands im Ausland zu verbessern. Kurzfristig wurden antisemitische Parolen entfernt und sogar die Judenverfolgung vorübergehend eingestellt. Das antisemitische Hetzblatt Der Stürmer durfte in Berlin für die Dauer der Spiele nicht öffentlich im Kiosk ausliegen.

1963 und 1967 führten mehrere kürzlich unabhängig gewordene (meist sozialistische) Staaten eine Gegenveranstaltung zu den Olympischen Spielen durch. Sie trug den Namen GANEFO (Games of the New Emerging Forces) und war klar politisch geprägt, was den Statuten des IOC widersprach. Das IOC erklärte die Teilnehmer der GANEFO-Spiele zu „unerwünschten Personen“.

Massaker von Tlatelolco: Bei der Niederschlagung von gegen die Spiele gerichteten Studentenunruhen starben zehn Tage vor der Eröffnung der Sommerspiele 1968 in Mexiko-Stadt etwa 500 Studenten. Ein demgegenüber vergleichsweise kleinerer politischer Zwischenfall ereignete sich bei diesen Spielen, als die zwei afroamerikanischen Leichtathleten Tommie Smith und John Carlos während der Siegerehrung des 200-Meter-Laufs ihre Fäuste mit schwarzen Handschuhen in die Höhe streckten. Dies war damals das Symbol der Bewegung Black Power, die sich gegen die Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung in den USA richtete. Das IOC stellte das Olympische Komitee der USA (USOC) vor die Wahl, entweder die beiden Athleten nach Hause zu schicken oder die ganze Leichtathletik-Mannschaft zurückzuziehen. Das USOC entschied sich für ersteres.

Während der Sommerspiele 1972 in München nahmen palästinensische Terroristen elf Mitglieder der israelischen Mannschaft gefangen. Eine missglückte Befreiungsaktion auf dem Flugplatz von Fürstenfeldbruck führte zum Tod aller Geiseln sowie von fünf Terroristen und einem Polizeibeamten. Die Geiselnahme von München blieb weltweit als „München-Massaker“ in Erinnerung. IOC-Präsident Avery Brundage setzte sich für die Fortführung der Spiele ein, berühmt geworden ist sein Ausspruch „The games must go on“ („Die Spiele müssen weitergehen“). Das Ereignis wurde mehrmals verfilmt, so z. B. durch Arthur Cohn (Ein Tag im September, 1999) und Steven Spielberg (München, 2006).

Im Centennial Olympic Park von Atlanta explodierte während der Sommerspiele 1996 eine Bombe. Dabei starben zwei Menschen und 111 wurden verletzt. Die Bombe war von Eric Robert Rudolph gelegt worden, der der Christian-Identity-Bewegung nahe steht. Nach einer fünfjährigen Flucht konnte er 2003 verhaftet werden.

Mit dem Schlagwort Olympiaboykott bezeichnet man die Entscheidung einzelner Länder oder Ländergruppen, nicht an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Die Olympischen Spiele der Neuzeit wurden mehrmals aus meist politischen Gründen von einem oder mehreren Staaten boykottiert. Die größten Boykotte fanden bei den Olympischen Spielen 1972, 1976, 1980 und 1984 statt.

Den ersten Versuch eines Olympiaboykotts gab es bereits im Vorfeld der Spiele von 1896. Unter dem Motto „Olympiateilnahme ist Vaterlandsverrat“ versuchten nationalistische Kreise eine deutsche Olympiateilnahme zu verhindern, was jedoch scheiterte. Gegenstand war die Person Coubertins, der ja Franzose war, sowie die damals noch ungewohnte Idee internationaler Sportveranstaltungen.

Die britischen Sportlerinnen lehnten die Teilnahme an den erstmals mit Frauenwettbewerben für Leichtathleten versehenen Sommerspielen 1928 in Amsterdam ab: Die Internationale Leichtathletik-Föderation IAAF hatte zunächst die Durchführung von zehn Frauenwettbewerben zugesagt, das IOC führte aber tatsächlich nur fünf durch.

Der österreichische und der schweizerische Skiverband boykottierten 1936 die Teilnahme an den Bewerben im alpinen Skisport, weil das IOC im Gegensatz zur FIS Skilehrer als Profis ansah und nicht zu den Wettbewerben zuließ.

Die Niederlande, Spanien und die Schweiz boykottierten die Sommerspiele 1956 in Melbourne aus Protest gegen die Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands durch die Sowjetunion. Wegen der Sueskrise blieben Ägypten, der Irak, Kambodscha und der Libanon der Veranstaltung fern.

1968, 1972 und 1976 drohte jeweils eine große Anzahl afrikanischer Staaten mit einem Boykott, falls das IOC sich weigern sollte, Südafrika, Rhodesien und Neuseeland von den Spielen auszuschließen. Das IOC gab in den ersten beiden Fällen nach, um damit ein Zeichen gegen die Rassendiskriminierung zu setzen. Im Falle Neuseelands weigerte es sich jedoch: Die All Blacks, die neuseeländische Rugby-Union-Nationalmannschaft, hatten in Südafrika gespielt und damit den Sportbann gegen das Apartheid-Regime gebrochen. Weil jedoch Rugby Union seit 1924 keine olympische Sportart mehr ist, verzichtete das IOC auf eine Sperre aller neuseeländischen Sportler. Die afrikanischen Staaten zogen ihre Mannschaften zurück, nachdem die Spiele in Montréal bereits begonnen hatten (einige Athleten waren bereits im Einsatz gewesen). Außerhalb Afrikas gab es nur wenig Verständnis für diese drastische Maßnahme. Lediglich Guyana solidarisierte sich mit den 21 afrikanischen Staaten. Ebenfalls 1976 teilte Kanada der Mannschaft Taiwans mit, dass sie nicht unter dem Namen Republik China antreten dürfe. Auf den Kompromissvorschlag Taiwan ging das Land aber nicht ein und verzichtete ebenfalls auf eine Teilnahme.

1980 und 1984 boykottierten die Supermächte des Kalten Kriegs gegenseitig die Spiele im Land des jeweiligen Gegners. Die USA und 64 weitere westliche Staaten weigerten sich, an den Sommerspielen 1980 in Moskau teilzunehmen; Grund war die sowjetische Invasion Afghanistans ein Jahr zuvor. 16 westliche Staaten beteiligten sich jedoch nicht am Boykott (darunter Großbritannien, Italien, die Schweiz und Österreich) oder überließen die Entscheidung über Teilnahme oder Nichtteilnahme den einzelnen Sportverbänden. Die Sowjetunion und 14 weitere Ostblockstaaten wiederum nahmen nicht an den Sommerspielen 1984 in Los Angeles teil, angeblich weil die Sicherheit ihrer Athleten nicht gewährleistet werden konnte. Die kommunistisch regierten Länder Jugoslawien und Rumänien nahmen jedoch teil, ebenso erstmals überhaupt die Volksrepublik China. 1986 wurden die Goodwill Games gegründet, in erster Linie um die Athleten der USA und der Sowjetunion nach den Boykotten wieder zusammenzubringen.

Nordkorea boykottierte die Sommerspiele 1988 in der südkoreanischen Stadt Seoul, weil das Land nicht als Co-Gastgeber berücksichtigt worden war. Die drei Staaten Äthiopien, Kuba und Nicaragua blieben aus Solidarität ebenso fern; diesen Schritt bezeichneten sie offiziell aber nicht als Boykott, um Sanktionen des IOC abzuwenden.

Vor den Olympischen Sommerspielen 2008 in der Volksrepublik China wurde in verschiedenen Ländern ein Boykott wegen der damaligen Tibet-Politik Chinas diskutiert.

Eine Reihe verschiedener Organisationen sind bei der Planung und Ausführung der Olympischen Spiele beteiligt. Zusammen bilden sie die so genannte Olympische Bewegung. Die Regeln und Richtlinien der Zusammenarbeit sind in der Olympischen Charta festgehalten.

Im Zentrum der Olympischen Bewegung steht das Internationale Olympische Komitee (IOC), das von Jacques Rogge präsidiert wird. Es hält die Schirmherrschaft über die olympische Bewegung und beansprucht alle Rechte an den olympischen Symbolen, Fahnen, Mottos und Hymnen sowie den Spielen selbst. Seine Hauptverantwortung liegt in der Betreuung und Mitorganisation der Sommer- und Winterspiele, der Auswahl der Austragungsorte und der beteiligten Sportarten.

Zurzeit gehörten 202 nationale olympische Komitees und 35 internationale Sportverbände der Olympischen Bewegung an. Die Organisationskomitees bestehen nur ein paar Jahre und werden jeweils nach Ende der Veranstaltung aufgelöst, sobald alle administrativen Arbeiten erledigt sind. Manchmal wird die Bezeichnung „Olympische Bewegung“ auch viel allgemeiner verwendet und es werden auch nationale Sportverbände, Athleten, Medien und Sponsoren dazugerechnet.

In der jüngeren Vergangenheit geriet das IOC verstärkt unter Druck. Es wurde als unbewegliche, unflexible Organisation kritisiert. Zahlreiche Mitglieder des IOC waren in sehr fortgeschrittenem Alter und blieben teilweise bis zu ihrem Tod im Amt. Besonders die Präsidentschaft des Spaniers Juan Antonio Samaranch wurde heftig kritisiert. Zwar waren unter seiner Führung einige Fortschritte erzielt worden, doch das IOC galt als autokratisch und korrupt. Auch Samaranchs enge Beziehungen zum Franco-Regime und seine lange Amtszeit von 21 Jahren (er trat erst im Alter von 81 Jahren zurück) gaben zu reden.

1998 wurde bekannt, dass mehrere IOC-Mitglieder vom Organisationskomitee der Winterspiele 2002 bestochen wurden, um als Gegenleistung bei der Wahl des Austragungsortes ihre Stimme der Stadt Salt Lake City zu geben. Das IOC führte eine Untersuchung durch, in deren Folge vier Mitglieder zurücktraten und sechs ausgeschlossen wurden. Der Skandal führte zu weiteren Reformen. Unter anderem wurde das Auswahlverfahren geändert, um weitere Bestechungen zu vermeiden. Das IOC ernannte zahlreiche aktive und ehemalige Athleten zu Mitgliedern und beschränkte die Amtszeit.

Im August 2004 strahlte der britische Fernsehsender BBC eine Dokumentation mit dem Titel Buying the Games („Wie die Spiele gekauft werden“) aus. Sie untersuchte dabei Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Vergabe der Sommerspiele 2012 und wies nach, dass es noch immer möglich sei, IOC-Mitglieder zu bestechen, damit sie sich für eine bestimmte Stadt entscheiden.

Die Olympischen Spiele der Jugend sollen ein Sportereignis für Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren werden. Die Idee dazu entwickelte IOC-Präsident Jacques Rogge. Am 6. Juli 2007 beschloss das Internationale Olympische Komitee die Einführung. 2010 sollen in Singapur zum ersten Mal Olympische Sommerspiele der Jugend ausgetragen werden, die Olympischen Winterspiele der Jugend 2012 in Innsbruck. Damit die Veranstaltung nicht in Gigantismus ausartet, wird es eine Begrenzung der Teilnehmerzahl von 3000 Athleten bei Sommerspielen und 1000 Athleten bei Winterspielen geben.

Die Olympische Bewegung verwendet mehrere weltweit, in Deutschland durch das Olympiaschutzgesetz geschützte Symbole, die meisten davon entsprechen den Ideen und Idealen von Pierre de Coubertin. Das bekannteste ist wohl die Olympische Flagge mit den fünf verschiedenfarbigen, verschlungenen Ringen auf einem weißen Feld. Die sechs Farben Weiß, Rot, Blau, Grün, Gelb und Schwarz wurden deshalb gewählt, weil die Flagge jedes Landes der Welt mindestens eine dieser Farben aufweist. Weiterhin steht die Anzahl der Ringe für die fünf Erdteile (klassische Zählweise). Die Flagge wurde 1913 entworfen und wird seit den Sommerspielen 1920 in Antwerpen gehisst.

Die Olympische Fackel wird an historischer Stätte in Olympia entzündet und in einem Staffellauf zum Austragungsort getragen. Das erste Mal wurde bei den Sommerspielen 1928 in Amsterdam ein Olympisches Feuer entzündet. Es gab jedoch damals weder einen Fackellauf vor der Eröffnungsfeier, noch wurde das Feuer von einer bestimmten Person entzündet. Nach einer Idee von Carl Diem wurde der erste Fackellauf bei den Sommerspielen 1936 in Berlin veranstaltet. Der erste Fackellauf anlässlich von Winterspielen fand 1952 statt.

Die Eröffnungsfeiern der Olympischen Spiele umfassen eine Reihe von traditionellen Elementen. Die Feier beginnt üblicherweise mit dem Abspielen der Nationalhymne des Gastgeberlandes. Nach verschiedenen kulturellen Darbietungen beginnt der Einmarsch der teilnehmenden Athleten ins Stadion, jeweils ein Athlet geht einige Schritte vor dem Rest seiner Mannschaft und trägt dabei die Flagge seines Landes. Seit 1928 marschiert stets die Mannschaft Griechenlands als erste ins Stadion (um an die antike Tradition zu erinnern). Danach folgen die weiteren teilnehmenden Nationen in alphabetischer Reihenfolge der Hauptsprache des Gastgeberlandes. Falls die Sprache des Gastgeberlandes kein Alphabet kennt, erfolgt der Einmarsch gemäß dem englischen Alphabet. Bei den Sommerspielen 2008 in China war die Zahl der Striche im chinesischen Schriftzeichen am Anfang des Ländernamens maßgeblich. Den Abschluss des Einmarschs bildet die Mannschaft des Gastgeberlandes.

Sind alle Athleten eingetroffen, hält der Vorsitzende des Organisationskomitees eine kurze Rede. Auf diesen folgt der Präsident des IOC, der am Ende seiner Rede das Staatsoberhaupt des Gastgeberlandes vorstellt. Dieser wiederum eröffnet formell die Spiele. Als nächstes wird die Olympische Hymne gespielt, während die Olympische Flagge ins Stadion getragen wird. Danach versammeln sich die Flaggenträger aller teilnehmenden Länder um ein Podium. Auf diesem sprechen ein Athlet (seit 1920) und ein Schiedsrichter (seit 1972) den Olympischen Eid, mit dem sie das Einhalten der Regeln versprechen.

Zuletzt trägt der vorletzte Läufer des Staffellaufs die Olympische Fackel ins Stadion und übergibt diese an den letzten Läufer. Der letzte Läufer, oftmals ein sehr bekannter und erfolgreicher Sportler des Gastgeberlandes, entzündet dann mit der Fackel das Feuer in einer großen Schale (das Entzünden des Feuers wurde erstmals 1928 durchgeführt, der Staffellauf 1936). Ab 1920 wurden auch Friedenstauben freigelassen; dies wurde jedoch wieder aufgegeben, nachdem 1988 in Seoul einige Tauben im olympischen Feuer verbrannt waren.

Seit 1956 sind die Schlussfeiern weit weniger formell und strukturiert als die Eröffnungsfeiern. Erneut marschieren die Athleten ins Stadion ein, diesmal jedoch nicht nach Ländern geordnet, sondern bunt gemischt. Damit wird die Verbundenheit der Athleten nach Ende der Wettkämpfe symbolisiert. Der IOC-Präsident hält eine Rede, in der er den Erfolg der Spiele betont. Danach übergibt er den Olympischen Orden an die Mitglieder des Organisationskomitees und erklärt die Spiele für beendet; gleichzeitig ruft er „die Jugend der Welt“ auf, sich in vier Jahren erneut zu versammeln.

Danach wird der Gastgeber der nächsten Olympischen Spiele vorgestellt. Traditionell werden drei Flaggen gehisst, die Flagge Griechenlands, die Flagge des aktuellen Gastgeberlandes und die Flagge des nächsten Gastgeberlandes. Darüber hinaus wird dem Bürgermeister der nächsten Olympiastadt eine Olympische Flagge übergeben. Zuletzt wird die Olympische Hymne gespielt und das Olympische Feuer gelöscht. In den letzten Jahren hat es sich eingebürgert, dass anschließend ein Rock- und Popkonzert stattfindet; dieses gehört aber nicht mehr zum offiziellen Teil.

Seit den Winterspielen 1968 in Grenoble gibt es zu Promotionszwecken ein offizielles olympisches Maskottchen, üblicherweise eine heimische Tierart der Austragungsregion, seltener auch eine menschliche Figur, die das kulturelle Erbe repräsentiert.

Bei den Sommerspielen 2004 fanden Wettbewerbe in 28 verschiedenen Sportarten statt (gemäß Zählung des IOC). Wenn man die Wassersportarten weiter aufteilt, kommt man sogar auf 37. Im Jahr 1896 standen neun Sportarten auf dem Programm: Leichtathletik, Radsport, Fechten, Kunstturnen, Gewichtheben, Sportschießen, Schwimmen und Ringen. Damals waren auch Wettkämpfe im Rudern vorgesehen, diese mussten jedoch wegen schlechten Wetters abgesagt werden.

Bei den Winterspielen 2006 wurden Wettkämpfe in 7 Sportarten ausgetragen (oder 15 bei genauerer Aufteilung). Seit der ersten Austragung im Jahr 1924 waren Skilanglauf, Eiskunstlauf, Eishockey, Nordische Kombination, Skispringen und Eisschnelllauf jedes Mal im Programm. Zwei dieser Sportarten waren schon zuvor bei Sommerspielen ausgetragen worden (Eiskunstlauf 1908 und 1920, Eishockey 1920).

In jüngster Vergangenheit hat das IOC einige neue Sportarten ins Programm aufgenommen, um die Attraktivität der Spiele für ein jüngeres Publikum zu steigern. Beispiele dafür sind Snowboarden und Beachvolleyball. Das Wachstum der Olympischen Spiele hat zur Folge, dass weniger beliebte Sportarten wie Moderner Fünfkampf und teure Sportarten wie Kanuslalom darum kämpfen müssen, im Wettkampfprogramm zu verbleiben. Bei der Session des IOC im Juli 2005 in Singapur sind – mit Wirkung von 2012 an – mit Baseball und Softball erstmals seit 1924 (Rugby Union) wieder Sportarten aus dem Olympischen Programm gestrichen worden. Die Anträge anderer Sportarten, wie z. B. Rugby und Karate, in den Wettbewerbsplan aufgenommen zu werden, fanden nicht die notwendige Mehrheit unter den IOC-Mitgliedern.

Bis 1992 wurden oft auch Wettkämpfe in so genannten Demonstrationssportarten durchgeführt. Die Absicht war, dass diese Sportarten ein größeres Publikum erreichen sollten; die Gewinner dieser Wettbewerbe gelten nicht als offizielle Olympiasieger. Manche Sportarten waren nur in den jeweiligen Gastgeberländern populär, andere hingegen werden weltweit betrieben. Einige dieser Demonstrationssportarten wie Baseball (vorübergehend), Curling und Taekwondo wurden schließlich ins offizielle Programm aufgenommen.

In de Coubertins Vision waren Athleten auch Ehrenmänner. Nur Amateure wurden als solche angesehen, während man den Profis die Teilnahme an Olympischen Spielen verweigerte. Eine Ausnahme bildeten die Fechttrainer, die als Inbegriff für Ehrenhaftigkeit galten. Der Ausschluss von Profis hatte während der gesamten modernen Geschichte der Olympischen Spiele zahlreiche Kontroversen zur Folge.

Jim Thorpe, 1912 der Olympiasieger im Fünfkampf und im Zehnkampf, wurde ausgeschlossen, nachdem man herausgefunden hatte, dass er vor dem Gewinn der Medaillen auf halbprofessioneller Basis Baseball gespielt hatte; erst 1983 rehabilitierte ihn das IOC. Skiläufer aus der Schweiz und Österreich boykottierten die Winterspiele 1936, um damit ihre Solidarität mit den Skilehrern zu bekunden, die das IOC als Profisportler betrachtete. 1972 wurde Karl Schranz nach einem Verstoß gegen das damalige Amateurgesetz durch IOC-Präsident Avery Brundage von den Olympischen Winterspielen in Sapporo ausgeschlossen. Als er nach Wien zurückkehrte, bereiteten ihm mehrere tausend Menschen einen heroischen Empfang.

Mit der Zeit wurde vielen klar, dass die Amateurregeln nicht mehr der Zeit entsprachen. Beispielsweise waren die meisten Athleten aus kommunistisch regierten Ländern eigentlich Staatsangestellte („Staatsamateure“). Sie erhielten somit effektiv die Möglichkeit, den ganzen Tag lang zu trainieren und waren deshalb nur dem Namen nach Amateure. Trotzdem hielt das IOC weiterhin unbeirrt am Amateurstatus fest.

Während der 1980er wurden die Amateurregeln gelockert und während der 1990er schließlich ganz aufgehoben. Das sichtbarste Zeichen für diesen Sinneswandel war die Zulassung des Dream Team. Es war gänzlich aus gut bezahlten NBA-Stars zusammengesetzt und gewann 1992 überlegen die Basketball-Goldmedaille. Im Jahr 2004 war Boxen die einzige Sportart, in der keine Profis zugelassen waren. Im Fußballturnier der Männer (jedoch nicht in jenem der Frauen) ist die Anzahl der über 23-jährigen Spieler auf drei pro Mannschaft begrenzt.

Regelungen, welche die Werbung betreffen, sind noch immer sehr strikt, wenigstens auf dem eigentlichen Wettkampfgelände. Jedoch gelten für „offizielle olympische Sponsoren“ zahlreiche begünstigende Sonderregelungen. Die Logos von nichtoffiziellen Sponsoren (z. B. auf der Ausrüstung der Athleten) dürfen eine bestimmte Größe nicht überschreiten.

Eines der Hauptprobleme bei den Olympischen Spielen (und im internationalen Sport im Allgemeinen) ist die unerlaubte Leistungssteigerung durch Doping. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen viele Athleten Drogen zu sich; so war die Verwendung von Kokain weit verbreitet. Thomas Hicks, der Gewinner des Marathonlaufs bei den Sommerspielen 1904, erhielt beispielsweise von seinem Trainer selbst während des Rennens Brandy, der mit Strychnin angereichert war. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass das Trinken von Wasser damals verboten war, das ist aber nachweislich falsch.

Als die Athleten und Betreuer zu immer extremeren Methoden griffen, wurde den Verantwortlichen allmählich bewusst, dass dies nicht mehr mit dem Ideal von „Gesundheit durch Sport“ zu vereinbaren war. Der erste durch Doping verursachte Todesfall an Olympischen Spielen ereignete sich 1960 in Rom, als der Däne Knut Enemark Jensen von seinem Fahrrad fiel und starb. Später stellte sich heraus, dass er mit Amphetaminen gedopt gewesen war.

Mitte der 1960er erließen mehrere Sportverbände ein Dopingverbot, das IOC folgte 1967 diesem Beispiel. Der erste Athlet, der positiv auf verbotene Substanzen getestet wurde, war 1968 der Schwede Hans-Gunnar Liljenwall; er musste seine Bronzemedaille im modernen Fünfkampf wegen der Einnahme von Alkohol zurückgeben. Seither wurden mehr als fünfzig Athleten überführt, darunter mehrere Medaillengewinner. Für den größten Skandal sorgte der Kanadier Ben Johnson; er war 1988 mit neuem Weltrekord Olympiasieger im 100-Meter-Lauf geworden, wurde dann jedoch positiv auf Stanozolol getestet.

Trotz der Tests verwendeten viele Athleten Doping, ohne je überführt zu werden. Im Jahr 1990 aufgetauchte Dokumente zeigten, dass zahlreiche Athleten aus der DDR (insbesondere Frauen) gezielt von ihren Betreuern mit anabolen Steroiden und anderen Mitteln gedopt wurden, dies auf Anweisung der Regierung.

Ende der 1990er begann das IOC, den Kampf gegen das Doping besser zu organisieren; 1999 nahm die WADA (Welt-Anti-Doping-Agentur) ihre Arbeit auf. Die strengeren Kontrollen führten ab 2000 dazu, dass deutlich mehr Sportler überführt werden konnten, insbesondere im Gewichtheben und im Skilanglauf.

Bei sämtlichen Wettkämpfen an Olympischen Spielen wird eine Rangliste erstellt. Die Athleten (oder Mannschaften), die sich an erster, zweiter oder dritter Stelle klassieren, erhalten Medaillen als Auszeichnung. Der Gewinner erhält eine Medaille, die als „Goldmedaille“ bezeichnet wird (eigentlich sind es Silbermedaillen mit einem goldenen Überzug). Der Zweite erhält eine Medaille aus Silber, der Dritte eine Medaille aus Bronze. In einigen Wettbewerben, die im K.-o.-System ausgetragen werden (insbesondere Boxen, Judo und Taekwondo), werden zwei Bronzemedaillen vergeben.

Die Vergabe von Medaillen als Anerkennung für die drei Erstplatzierten wurde 1904 eingeführt. 1896 und 1900 erhielten lediglich die zwei Besten eine Medaille (Silber für den Ersten und Bronze für den Zweiten). Außerdem erhielten beide einen Ölzweig. Einige Literaturstellen sprechen bei der Ehrung des Zweitplatzierten allerdings auch von einer Kupfermedaille und einem Lorbeerzweig. 1904 erhielt erstmals der Sieger eine Goldmedaille, die anderen Medaillen wurden um einen Platz nach unten versetzt. Seit 1948 erhalten die Athleten auf den Plätzen 4, 5 und 6 olympische Diplome; seit 1976 werden diese auch zusätzlich den drei Medaillengewinnern überreicht. Seit 1984 erhalten auch die Siebt- und Achtplatzierten Diplome. Damit sollten nicht nur alle Teilnehmer eines Viertelfinales gewürdigt werden, es entfiel auch die Notwendigkeit, in Wettkämpfen mit K.-o.-System Platzierungskämpfe um die Plätze 5 bis 8 durchzuführen (interessanterweise werden diese in einigen Sportarten jedoch noch immer ausgetragen).

Weil die Olympischen Spiele nur alle vier Jahre ausgetragen werden, genießen sie bei Zuschauern und Athleten ein höheres Prestige als Weltmeisterschaften, die oft im jährlichen oder zweijährigen Rhythmus stattfinden. Viele Athleten wurden nach einem Olympiasieg zu Prominenten (oder gar Helden) in ihren jeweiligen Ländern, manche sogar weltweit.

Die erfolgreichste deutsche Athletin ist Birgit Fischer, die zwischen 1980 und 2004 acht Gold- und vier Silbermedaillen im Kanufahren gewann. Der erfolgreichste Österreicher ist Toni Sailer (drei Goldmedaillen 1956 im alpinen Skisport). Georges Miez gewann die meisten Medaillen für die Schweiz (4 Gold, 3 Silber, 1 Bronze im Geräteturnen zwischen 1924 und 1936). Hanni Wenzel ist die erfolgreichste Athletin aus Liechtenstein (2 Gold, 1 Silber, 1 Bronze im alpinen Skisport an den Spielen 1976 und 1980).

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Paralympische Spiele

Silber 2004

Die Paralympischen Spiele sind die Olympischen Spiele für Sportler mit körperlicher Behinderung. Sie finden jeweils in kurzem zeitlichem Abstand vor oder nach den Olympischen Spielen am gleichen Ort der Olympischen Spiele statt. Vom 6. bis 17. September 2008 fanden die Paralympics 2008 in Peking statt. Nicht zu den Paralympics gehören die Deaflympics für Gehörlose und die Special Olympics für Menschen mit kognitiver Behinderung.

Der Begriff „Paralympics“ wurde zunächst als Zusammensetzung der Wörter Paraplegic (engl.: gelähmt) und Olympic geschaffen. Um auch die Zugehörigkeit von Menschen mit anderen Behinderungsarten zu repräsentieren, wurde der Begriff neu definiert und setzt sich jetzt aus dem griechischen Wort Para (neben) und Olympics zusammen, um die Nähe zur olympischen Bewegung und das Nebeneinander der Spiele auszudrücken. Er wird offiziell zum ersten Mal 1988 bei den Olympischen Spielen in Korea verwendet. Vorher sprach man von „Weltspielen der Gelähmten“, „Olympiade der Behinderten“ oder „Weltspielen der Behinderten“.

Die Paralympics stehen im Verhältnis zu den Olympischen Spielen weit weniger in der öffentlichen Wahrnehmung; die Medien in den jeweiligen Ländern berichten oft nur von einzelnen Leistungen. Live-Übertragungen der zahlreichen Veranstaltungen finden nur einen sehr kleinen Interessentenkreis und werden – wenn überhaupt – an untergeordneten Sendeplätzen bzw. Sendezeiten ausgestrahlt.

1948 begannen in Stoke Mandeville (England) die ersten Sportspiele für Rollstuhlfahrer am selben Tag wie die Olympischen Spiele von London. Der deutschstämmige Neurologe Sir Ludwig Guttmann hatte sie initiiert, um die Wettkämpfe der Behinderten mit den Spielen der Nichtbehinderten zu verbinden. 1960 fanden die ersten „Weltspiele der Gelähmten“ in Rom statt, aber nicht mehr parallel zu den Olympischen Sommerspielen, sondern wenige Wochen später. Seitdem finden die Paralympics alle vier Jahre statt, immer im selben Jahr wie die Olympischen Spiele. Die ersten Paralympischen Winterspiele fanden 1976 in Schweden statt.

1984 weigerte sich das kommerzielle Organisationsteam der Olympischen Sommerspiele von Los Angeles, die „International Games for Disabled“ durchzuführen. Begründung war, dass dies „nicht in das professionelle Image der Spiele von LA passe“. Daraufhin bot sich die Chicagoer Vorortgemeinde Champagne an, die Veranstaltung durchzuführen. Wenige Monate vor der geplanten Eröffnungsfeier gab die Gemeinde die Spiele zurück mit der Begründung, es fehlen 100.000 $ zur Deckung der Kosten. Daraufhin wurden die Spiele geteilt. Die Gelähmten trugen ihre Wettkämpfe letztmalig im britischen Stoke Mandeville aus. Alle anderen körperlich Behinderten wurden frenetisch von den stolzen Bürgern der New Yorker Long-Island-Gemeinde Hempstead gefeiert. Die dortige Hofstra University sammelte innerhalb von zwei Stunden die benötigten Gelder ein und organisierte die Spiele.

Seit den Sommer-Paralympics 1988 finden die Spiele regelmäßig am selben Ort wie die Olympischen Spiele statt. In einem am 19. Juni 1991 geschlossenen Abkommen zwischen dem Internationalen Olympischen Komitee und dem IPC wurde diese Praxis für alle Spiele ab den Sommer-Paralympics 1992 festgeschrieben. Seit der Bewerbung für die Olympischen Spiele 2012 müssen Städte in ihren Bewerbungen auch die Ausrichtung der Paralympics mit einbeziehen, welche dann vom selben lokalen Organisationskomitee wie die Olympischen Spiele koordiniert werden. Die Paralympics beginnen entsprechend dieser Vereinbarung immer drei Wochen nach Ende der Olympischen Spiele.

Bei den Sommerspielen 1996 kam es jedoch trotz dieser Vereinbarung zu einer Blamage für die USA: Die Organisatoren in Atlanta ließen nach den Olympics die Einrichtungen bereits abbauen, so dass die Paralympics quasi in Ruinen stattfanden.

An den Paralympics in Athen 2004 nahmen 4000 paralympische Athleten aus 130 Ländern teil, die 566 Wettkämpfe in 18 Sportarten austrugen. Begleitet wurden sie von 2000 offiziellen Teambegleitern. Die Verantwortung für die Organisation und Entwicklung der Behinderten-Spiele trägt seit 1989 das Internationale Paralympische Komitee (IPC), das in Düsseldorf gegründet wurde und seinen Sitz jetzt in Bonn hat.

Athleten, denen mindestens ein Hauptgelenk in einem Glied fehlt.

Athleten, die an einer Beeinträchtigung des Bewegungsablaufes und der Haltung leiden, bedingt durch Schädigungen eines oder mehrerer Steuerzentren im Gehirn.

Athleten, die in unterschiedlichem Maße sehbehindert sind bis hin zu völliger Blindheit.

Sportler, die zur Ausübung ihres Sports einen Rollstuhl benutzen. Die Klassifizierung findet in allen Sportarten statt, die Rollstuhlsportler betreiben (Rollstuhlrugby, Leichtathletik, Rollstuhlbasketball, Tischtennis, Rollstuhltennis).

Sportler die unter 1,45 m groß sind.

Dieser Begriff umschreibt Athleten mit unterschiedlichen Behinderungen, die den Bewegungsapparat betreffen, die aber in keine der anderen vier Behinderungsklassen eingeordnet werden können.

Zu den Paralympics 2004 in Athen wurden Menschen mit geistiger Behinderung nicht zugelassen, weil im Jahr 2000 in Sydney die spanische Basketballmannschaft mehrheitlich mit nicht körperlich behinderten Sportlern angetreten war und so die Goldmedaille auf nicht vorgesehene Weise errang. Auch für 2008 in Peking hat das internationale paralympische Komitee Menschen mit geistiger Behinderung ausgeschlossen.

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Spiel

Freies Spiel mit Spielkarten: Ein Kartenhaus

Das Spiel (v. althochdt.: spil für „Tanzbewegung“) ist eine Tätigkeit, die ohne bewussten Zweck zum Vergnügen, zur Entspannung, allein aus Freude an ihrer Ausübung ausgeführt wird. Es ist eine Beschäftigung, die um der in ihr selbst liegenden Zerstreuung, Erheiterung oder Anregung willen und oft in Gemeinschaft mit anderen vorgenommen wird. Ein Großteil der kognitiven Entwicklung und der Entwicklung von motorischen Fähigkeiten findet durch Spielen statt, beim Menschen ebenso wie bei zahlreichen Tierarten. Einem Spiel liegen oft ganz bestimmte Handlungsabläufe zugrunde, aus denen, besonders in Gemeinschaft, dann Regeln hervorgehen können. Die konkreten Handlungsabläufe können sich sowohl aus der Art des Spiels selbst, den Spielregeln (Völkerball, Mensch ärgere dich nicht) oder aber aus der Tatsache, ergeben, dass unterschiedliche Individuen miteinander interagieren wollen (Bau einer Sandburg).

Im Umkehrschluss sind Tätigkeiten eines Menschen oder eines Tieres kein Spiel sondern ernst, wenn sie erzwungen oder zweckgebunden sind, das heißt unmittelbar der Existenzsicherung, Pflichterfüllung, Notdurft, Suchtbefriedigung, Schadensabwendung oder Schmerzvermeidung dienen. Es gibt aber auch einen (notwendigen) „heiligen Ernst“ des Spieles, das Spiel hat also auch religiöse Züge.

Es gibt jedoch keine genauen Abgrenzungen, so wie beim Lernspiel, das dem Zweck des Lernens dient, aber dennoch spielerisch sein soll.

Spielen gewinnt eine besondere Qualität, wenn kreative Aspekte überwiegen, das heißt weiterreichende Entwicklungen der teilnehmenden Persönlichkeiten und ihrer gesellschaftlichen Beziehungen ins Auge gefasst werden. Obwohl solche Spiele nach ökonomischen Kriterien keinesfalls Arbeit sind, tragen sie aus sozialwissenschaftlicher Sicht doch ganz wesentliche Arbeitsmerkmale. Es kommt auf die Rolle und Funktion des Beteiligten im Spiel oder Nicht-Spiel und auf die Sichtweise des Beobachters an.

Schon im Spätmittelalter trat, hauptsächlich in den Städten, das Spielen um Geld in den Vordergrund. Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auch auf klassische Spiele ausgedehnt, so dass die Teilnahme an ihnen nicht in jedem Fall als Spielen im eigentlichen Sinn anzusehen ist. Spiele, insbesondere Glücksspiele, die lediglich zu dem Zweck betrieben werden, um finanzielle Gewinne zu erzielen, fallen nicht unter diesen Begriff des Spiels.

So ist das Betreiben von Schach oder Backgammon nicht als spielerisch zu werten, wenn es dem Berufsspieler zum Gelderwerb dient. Andererseits wird Roulette zum Strategiespiel, indem sich passionierte Dauerspieler an diesem Spiel der „ständigen Herausforderung des Zufalls wegen“ beteiligen und an ihren Jeton-Ergebnissen lediglich Erfolg oder Misserfolg ihres taktischen Vorgehens messen. Somit sind die Grenzen der Einordnung in eine Kategorie grundsätzlich fließend und oft von der Grundeinstellung des Spielers und von den Rahmenbedingungen abhängig.

Meist hat das Spiel(en) zwanglosen Charakter, doch kann der so genannte Spieltrieb des Menschen in eine Sucht ausarten.

Spielerische Tätigkeiten sind ihrem Wesen nach nicht der Arbeit, sondern der Freizeit zugeordnet und dienen in der Regel dem lustbetonten Zeitvertreib bzw. der Entspannung des Spielers oder einer Spielgesellschaft.

Jedem Kind ist die Neugier und Lust zum Spiel angeboren. Sie wird entwicklungspsychologisch als die Haupttriebkraft der frühkindlichen Selbstfindung und späteren Sozialisation des Menschen angesehen. Danach reflektiert, erforscht und erkennt der Mensch die Welt zuerst im Kinderspiel. Den Wert des Spiels erkannten schon die Gesetzgeber und Philosophen des Altertums. Später ist es vor allem durch Jean-Jacques Rousseau und die Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi und Friedrich Wilhelm August Fröbel auch erzieherisch zur Geltung gekommen. Die Bewegungsspiele haben das Turnen, insbesondere das Schulturnen stark beeinflusst.

Die Rolle des Spielens in der Gesellschaft erforscht die Soziologie und die Ludologie. Die mathematische Spieltheorie beschäftigt sich mit mathematischen Modellen, die das Verhalten von Spielern und ihren Spielstrategien beschreiben.

Ein weiterer Begriff spielt in der Frühpädagogik eine bedeutende Rolle, nämlich das Freispiel (das Kind wählt Spielmaterial, -ort, -dauer und Mitspieler selbst). Das Freispiel (Kindergarten, Kindertagesstätte) gilt im Unterricht an Fachschulen für Sozialpädagogik bzw. an Fachakademien als Methode - z. B. im Gegensatz zum angeleiteten Spiel. Schüler/innen haben zu lernen, wie man ein Freispiel organisiert und welche Grundsätze zu beachten sind.

Es gibt keine allgemein gültigen Klassifizierungen von Spielen. Die Kriterien für Klassifizierungen sind schwer zu finden. Jeder Autor legt andere Schwerpunkte für Spielarten oder Spielformen fest. Wie schwierig die Abgrenzung ist, mag der Begriff Informationsspiel (Lernspiel) aufzeigen: Im Grunde ist jedes Spiel ein Lernspiel. Ähnlich sieht es mit dem Sprachspiel aus; ein Begriff, der jedem vertraut ist. Trotzdem ist die Zuordnung ein großes Problem, je nach dem, was ein konkretes Sprachspiel beinhaltet. Die Grenzen zwischen den Begrifflichkeiten bei konkreten Beispielen sind oft bis sehr häufig verschwommen. Das konkrete Spiel zeigt gelegentlich, dass man es mehreren Kategorien zuordnen könnte. Das ist übrigens auch ein Problem für die Forschung und vor allem für die Vergleichbarkeit von wissenschaftlichen Untersuchungen zum Spiel. Gleichwohl ist das Spiel eine der bedeutendsten Möglichkeiten kindlicher Förderung bzw. therapeutischer Bemühungen. Den Praktiker des Spielens (oder des angeleiteten Spiels) aber interessiert die Kategorisierung nicht vorrangig, vielmehr baut er auf den konkreten Lerneffekt oder auf den therapeutischen Erfolg.

Wohl aber mag die Funktion des Spiels aus pädagogischer Sicht bei Kindern und Erwachsenen unterschiedlich sein. Während bei Kindern eher der Lerneffekt im Vordergrund steht, ist der Zeitvertreib bei Erwachsenen vermutlich ausgeprägter. Andererseits sind Kinder auch eher zum Spielen zu animieren, während sich Erwachsene häufig zurückhalten, Spiele ablehnen oder ihnen lediglich zuschauen.

Vom spielerischen Umgang mit der Materie ist der Mensch schon immer fasziniert gewesen; es lag auch in den Anfängen zivilisierteren Denkens grundsätzlich im Wesen des Menschen, spielen zu wollen. Hier von zeugen zahlreiche Motive in Frankreich gefundener Höhlenzeichnungen und Tonmalereien.

Laut der griechischen Mythologie erfanden die Götter das Spiel. Die Erfindung des Würfels zum Zweck des Spielens soll auf den Gott Hermes zurückzuführen sein. Darüber hinaus wird die Fähigkeit des Hellsehens und des Sehens in die Zukunft dem Sohn des Zeus zugeschrieben (ähnlich werden Spielkarten seit dem 17. Jh. zum Wahrsagen benutzt). Die Chinesen benannten vor fünf Jahrtausenden ein Zahlenlotto Keno, das auffällige Regelübereinstimmungen mit dem heutigen Bingo aufweist; da es eingesetzt wurde, die Chinesische Mauer zu finanzieren, mag es die erste staatliche Lotterie der Menschheit gewesen sein, sofern nicht archäologische Funde noch älterer Beweisstücke ergeben, dass schon weit vor dieser Zeit Glückslotterien zu Staatsfinanzierungen benutzt wurden, deren Charakter im Altertum jedoch nicht der persönlichen Bereicherung der Mitspieler, sondern dem Bewusstsein des Einzelnen entsprach, in spielerischer Weise dem Allgemeinwohl zu dienen. Archäologische Funde zeugen davon, dass das altägyptische Schlangenspiel sich bis etwa 2800 Jahre v. Chr. zurückverfolgen lässt.

Im Altertum nahmen die großen öffentlichen Kampfspiele die oberste Stelle ein, aber auch gesellige Spiele – vor allem bei den Griechen (bei Trinkgelagen der „Weinklatsch“ Kottabos) – hatten ihren Platz im Alltag.

Es ist zu vermuten, dass die großen Feldherren seinerzeit den Göttern des Glücks folgten; sie machten ihre Kriegsstrategien oft vom Ausgang eines zuvor erfolgten Spiels abhängig. Nach alten Überlieferungen gab es königliche Lotto-Generaldirektoren. Oft wurden Kriege mittels ausgerufener Lotterien finanziert, denen damals der heutige Glücksspielcharakter fehlte. Die Ausrufung einer Kriegslotterie hatte zu früheren Zeiten einen Massenandrang einer Bevölkerung zur Folge, die mit ihrer Ansicht dem Glücksspiel eher puritanisch gegenüberstand. Archivierten Gemeindeschreibungen des kolonialen Amerikas ist beispielsweise zu entnehmen, dass es der gesellschaftliche Anlass war, an einer Kriegslotterie im Sezessionskrieg teilzunehmen; das patriotische Beisammensein, innerhalb dessen der einzelne so oft ein Los zog (kaufte), bis er etwas „gewonnen“ hatte, wobei derjenige das höchste Ansehen genoss, der die meisten Lose bis zum Treffer ziehen musste und dem zufolge die meisten Mittel für die Kriegsfinanzierung zur Verfügung gestellt hatte.

In frühgeschichtlicher Zeit waren Spiele häufig von der Magie bestimmt. Der Wurf eines Loses oder eines Würfels ist meist als ein Versuch zu werten gewesen, den göttlichen Willen oder Unwillen zu ermitteln.

Das bei Griechen und Römern sehr beliebte Ballspiel und das Würfelspiel, das Richterspiel der Kinder – sie alle wurden mit Hingabe veranstaltet.

Das heute unter dem Namen Mikado weltweit bekannte Geschicklichkeitsspiel war bereits den Römern 100 v. Chr. bekannt. Anhand der Anordnung der in der Hand gedrehten und dann auf eine ebene Fläche fallengelassenen Stäbchen wurde orakelt. Aus der Fähigkeit des Spielers, die Stäbchen einzeln aus der Anordnung heraus zu entfernen, ohne andere Stäbchen dabei zu bewegen, wurden entsprechende, auf den Spieler bezogene Rückschlüsse gezogen. Hierbei hatten die verschieden gekennzeichneten Stäbchen jeweils die vor Spielbeginn festgelegten Eigenschaften, so dass der Fall aller Stäbchen als Gesamtereignis vorbestimmt wurde. Sowohl die den Stäbchen zugeordneten Eigenschaften, die der Spieler beanstandungslos aus der Formation ziehen konnte, als auch die beim Ziehen bewegten „gestörten Eigenschaften“ sagten etwas über die zukünftige Entwicklung des Gesamtereignisses sowie über das persönliche Schicksal des Spielers voraus.

Ein Brettspiel namens petteia, nach der Sage eine Erfindung des Palamedes, erscheint bereits bei Homer als Unterhaltung der Freier in Ithaka (siehe Odyssee, I, 107). Allerdings fehlen genauere Angaben über die Art der griechischen Brettspiele.

Dem heutigen Schach- oder Damespiel scheint das „Städtespiel“ ähnlich gewesen zu sein. Von den verschiedenen Gattungen der römischen Brettspiele sind einigermaßen bekannt der ludus latrunculorum (Räuberspiel), eine Art Belagerungsspiel und der ludus duodecim scriptorum. Im Räuberspiel wurden die vorhandenen Steine in Bauern und Offiziere geteilt und es galt, die feindlichen Steine zu schlagen oder festzusetzen. Beim ludus duodecim scriptorum, dem Spiel der 12 Linien, musste in einem in zweimal 12 Felder geteilten Wurfbrett das Vorrücken der je 15 weißen und schwarzen Steine durch die Höhe des jedem Zug vorangehenden Würfelwurfs bestimmt werden (Vorläufer des Backgammon). Auch ein dem Halma ähnliches Spiel existierte.

Eine Vielzahl der noch heute gängigen Gesellschaftsspiele haben ihren Ursprung im Mittelmeerraum.

Sehr beliebt war im Altertum das Fingerraten, das noch heute in Italien als Morraspiel verbreitet ist (siehe auch Schere, Stein, Papier).

Aus dem deutschen Sprachraum ist im Mittelalter vor allem als Volksspiel der Schwerttanz zu erwähnen. Daneben waren auch Steinstoßen, Speerwerfen und Wettlaufen beliebt. Auch das Kegeln und das stets mit Leidenschaft betriebene Würfelspiel sind in Mitteleuropa schon lange heimisch. Während das Landvolk an diesen Spielen festhielt, wandten sich die höfischen Kreise der Ritterzeit vorwiegend den Kampfspielen zu, aus denen sich unter fremdem Einfluss die eigentlichen Ritterspiele (Tjost, Buhurt und Turnier) entwickelten. Daneben wurde das Ballspiel (meist von der weiblichen Jugend) und als beliebtestes Verstandesspiel das Brettspiel und das Schachspiel (seit dem 11. Jahrhundert) betrieben.

Die ersten Olympischen Spiele in Griechenland datieren auf das Jahr 776 v. Chr. Erst die fortschreitende archäologische Forschung lässt Rückschlüsse auf die Uneigennützigkeit und den sogenannten olympischen Grundgedanken zu, auf den noch heute ein jeder Teilnehmer der neuzeitlichen Spiele einen Eid leisten soll; so waren den frühzeitlichen hellenischen Spielen keinesfalls auf Grund der dem Sieger zugutekommenden Ehrung, dem Ansehen und der lebenserleichternden Vergünstigungen in seinem Herkunftsort, nur uneigennützige Beweggründe zuzuordnen. Spielbetrug (beispielsweise das Versetzen von Markierungssteinen für die Leistungsbewertung und unfaires Verhalten) ist entgegen der heute überlieferten und allgemein als beispielhaft dargestellten „sportlichen Einstellung“ genauso missbräuchlich eingesetzt worden, wie heute mit Drogen Leistungssteigerungen erzielt werden. Erschwerend kam für die Teilnehmer hinzu, dass es kein „Siegertreppchen“ gab; nur der Gewinner erlangte im Altertum Ruhm und Ehre – und Vermögen nach der Heimkehr. Schon der Zweitplatzierte der jeweiligen Disziplin versank in Bedeutungslosigkeit, was wohl zur Verrohung der Wettkämpfe führte. So führte das rücksichtslose Verhalten der Beteiligten beim Wagenrennen, dem abschließenden Höhepunkt der jeweiligen Spiele, dessen Sieger entsprechend hoch angesehen war, regelmäßig zu Todesopfern.

Je weiter man sich aus dem Mittelmeerraum in Richtung Norden bewegt, desto mehr verlagert sich der Charakter der betriebenen Spiele in „Kraftspiele“, in der körperlichen Leistungsmessung als Vorläufer der späteren Sportveranstaltungen.

Seit der uns bekannten Existenz von Spielen ist ersichtlich, dass Menschen auch um Sachwerte, anfangs um Naturalien, mit Aufkommen der ersatzweisen Zahlungsmittel (der ersten Münzen) um Geld gespielt haben. Mit diesem Vermögenseinsatz war der Begriff der Wette geschaffen. Schon damals nahm der Nervenkitzel, das scheinbar vorgegebene Schicksal zu korrigieren und Fortuna, die Göttin des Glücks, herauszufordern zu. Die Formen entwickelten sich aus ihrer Ursprünglichkeit vergangener Jahrtausende heraus immer weiter.

Es entwickelten sich allerdings nicht nur die Anlässe, weswegen gespielt wurde, sondern auch die Formen des Spiels und die Einsätze. Manche Germanenstämme setzten Weib und Kind ein, ja setzten sich sogar selber mit Verschreiben ihres Leibs und ihrer Seele aufs Spiel, was in Einzelfällen bis in die Sklaverei ihrer Person führte (Leibeigenschaft).

Zwischen fortschreitender Aufklärung und erzkonservativer Haltung von Moralisten galt das Spiel im Mittelalter über lange Zeitspannen hinweg als Gotteslästerung.

Wiederentdeckten die Landesfürsten die Möglichkeit, derer sich schon die altertümlichen Feldherren für deren Kriegsfinanzierung bedient hatten, mit der Ausrichtung von Spielen ihre Staatskassen zu füllen, änderte sich die Situation. Haushaltsbudgets, Gebäudeerbauungen, Investitionen im Bildungswesen konnte man mit den Erträgen aus einem öffentlichen, staatlich kontrollierten Spiel hervorragend finanzieren.

Auch seitens der kirchlichen Institutionen wurden zwischenzeitliche Verbote aufgehoben, weil der Kapitalbedarf (beispielsweise für die Errichtung eines Klosters) für einen Orden anders nicht mehr aufzubringen war. Forschungsstätten und Sozialeinrichtungen, insbesondere die Bekämpfung aufkommender Seuchen (wie der Pest im Mittelalter), die Pflege alter und kranker Menschen, konnte durch den Ertrag kirchlicher Produktionen nicht mehr aufgebracht werden und längst konnten die Steuereinnahmen den Kapitalbedarf der Kirche nach Beendigung der Inquisition und mit der Aufgabe des Ausschreibens sogenannter Ablassbriefe nicht mehr decken. So ist letztlich die Aufhebung des Spielverbots seitens des Vatikans im 17. Jahrhundert in Italien nicht anzusehen als Kapitulation vor dem menschlichen Bedürfnis zu spielen, sondern als wirtschaftlicher Faktor – gewissermaßen ein Vorläufer späterer Soziallotterien. Von der Einführung des Zahlenlottos 1620 in Genua bis zur ersten öffentlichen Ziehung der Lottozahlen im Deutschen Fernsehfunk (DFF) brauchte es exakt 337 Jahre.

Wettkämpfe und Glücksspiele gab es folglich schon immer, und die Lust darauf zu setzen wohl auch – so wurde beim Spiel, im Grundgedanken frei von Eigennutz und materiellem Denken, schon bei den Griechen auf den Sieger gesetzt. Sprachforscher vermuten, dass aus der Tatsache, auf jedwelche Leistungsmessung der an Spielen Beteiligten seitens Unbeteiligter Wetten abgeschlossen wurden, das Wort Wettkampf entstanden ist, das erstmals im Zusammenhang mit den Olympioniken im Altertum auftauchte.

Lotterien erfreuten sich in der breiten Bevölkerung schon damals großer Beliebtheit. Dem Prinzip des heutigen Zahlenlottos entsprechende Ziehungen gab es seit dem 16. Jahrhundert in Italien und in England. Lotto entsprechend den heute bestehenden Regeln wurde Anfang des 17. Jahrhunderts in Italien erfunden, in dem man politische Entscheidungen mittels Zahlenauslosungen ermittelte. Bei einer Ziehung 5 aus 90 wurden fünf Ratsherren im Zufallsprinzip bestimmt. Historiker sehen in diesem politischen Hergang die Entwicklung der numerischen Wette; dennoch sind jene Kriterien nicht dem „Glück“, sondern einer höheren Fügung zuzuordnen, als Ratsherr bestimmt zu werden.

Mangels kommunikativer und publikativer Möglichkeiten wurden Spiele dieser Art zunächst in administrativen Gebäuden offizialisiert und später in eigens dafür bestimmten Häusern, den sogenannten „Spielhäusern“ offeriert. Aus ihnen entwickelten sich erst später, im 18. Jahrhundert, die ersten Spielbanken, in denen schwerpunktmäßig Würfelspiele und Kartenspiele an Hohltischen betrieben wurden. Im Lauf der Zeit konstruierte man die ersten Lotteriemaschinen, bei denen die Trefferchancen mechanisch gezogen werden konnten, um Manipulationen seitens der Bedienenden auszuschließen.

Einen wahren Siegeszug seiner Zeit trat „Pharo“ an, eine Wette auf die Karte, die als nächste gezogen und aufgedeckt wurde. Auch bei diesem Spiel galt anfangs der Grundgedanke des Erzielens eines besseren Ergebnisses gegenüber den Mitspielern, und nicht der des materiellen Zugewinns. Im 19. Jahrhundert war Trente-et-un (31) das geläufigste Gesellschaftsspiel in den Casinos, ihm folgte Vingt-et-un (21), das mit veränderten Regeln heute im Glücksspiel Black Jack wiederzufinden ist. Absoluter Renner unter den öffentlichen Spielen wurde schon im vorigen Jahrhundert das klassische Roulette, das zwar als Glücksspiel anzusehen ist, dessen Reiz für viele Spieler jedoch durch taktisches Vorgehen mittels seines Spieleinsatzes besteht, aus dem Prozess zufällig gefallener Zahlenreihen auf den weiteren, zukünftigen Verlauf zu spekulieren und zu reagieren, so dass es von den Spielern auch als Strategiespiel angesehen wird. Bis heute sind die Würfel und der Roulettekessel mit seiner Zahlendrehscheibe das Spielsymbol schlechthin.

Vielfach sind elektronische Spiele und digital animierte Spiele mit Strategie-, Geschicklichkeits- oder Kreativaufgaben an die Stelle ihrer Vorgänger gerückt – bekannt unter ihnen sind „Counter-Strike“ und das zur Zeit aktuelle „World of Warcraft“. Durch die Vernetzung von Spielerterminals zu einer Plattform erhöht sich die Anzahl der an einem Spiel Beteiligten, um den Reiz der Teilnahme am Spiel zu erhöhen. Durch die heutigen technologischen Möglichkeiten hinsichtlich der kommunikativen Datenübertragung und im Rahmen interaktiver Inhalte der spielspezifischen Software, spielen bis zu mehrere Tausend Spieler auf weltweit für jedermann zugänglichen Servern im Internet.

So haben sich die Ursprünge im Zusammenhang mit dem so genannten menschlichen Spieltrieb bis heute gehalten, zunächst als menschliches Grundbedürfnis der Zerstreuung oder als unmoralisch angesehenes Ärgernis.

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Olympische Sommerspiele 1964

Logo der Olympischen Sommerspiele 1964

Die Olympischen Sommerspiele 1964 (offiziell Spiele der XVIII. Olympiade genannt) fanden in Tokio (Japan) statt. Andere Kandidatenstädte waren Detroit (USA), Wien (Österreich) und Brüssel (Belgien).

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Rollenspiel (Spiel)

Kinder beim freien Rollenspiel; Ölgemälde Die Hülsenbeckschen Kinder von Philipp Otto Runge, um 1810.

Ein Rollenspiel ist ein Spiel, in dem Spieler die Rollen fiktiver Charaktere bzw. Figuren übernehmen und selbst handelnd soziale Situationen bzw. Abenteuer in einer erdachten Welt erleben. Verwendet werden die eigene Fantasie, die Fantasie der Mitspieler und ein Regelwerk, das das Spiel strukturiert und eingrenzt. Bei spontanen oder traditionellen Rollenspielen (wie Räuber und Gendarm) sind die Regeln meistens implizit (z. B. das „Abschlagen“ des Gegners), während sie bei reglementierten Rollenspielen meist in Form eines oder mehrerer Handbücher vorliegen. Besonders bei reglementierten Rollenspielen gibt es häufig einen Spielleiter, der auch die Einhaltung der Regeln kontrolliert.

Es gibt unterschiedlichste Rollenspiele. Grundsätzlich kann man zwischen reglementierten und spontanen Rollenspielen unterscheiden, wobei sich für die hier genannten typischen Merkmale oft Ausnahmen finden lassen.

Frei assoziierte und spontane Rollenspiele werden von den Spielteilnehmern während des Spiels mit ihrer Fantasie gestaltet. Das Spiel unterliegt offenen Vereinbarungen bzw. Szenarien, ferner kann Spielzeug verwendet werden. Beispiele sind Mutter-Vater-Kind, Räuber und Gendarm oder Cowboy und Indianer, die von Kindern spontan und in ständig wechselnden Szenarien gespielt werden. Geeignetes Spielzeug sind u. a. Kaufläden und Spielzeugwelten wie z. B. Playmobil oder Lego.

Die weite Verbreitung und ihre Erlernung als Kind macht frei assoziierte und spontane Rollenspiele zu einem wichtigen Vorläufer anderer, breiter geregelter Rollenspiele. Insbesondere Live Action Role Playing (LARP) hat eine äußere Ähnlichkeit mit freien Rollenspielen und ist typischerweise weniger geregelt als andere Rollenspiele.

Reglementierte Rollenspiele sind Spiele, in denen die Spieler festen Spielregeln, Spielplänen oder Drehbüchern folgen und sich bestimmter Spielmittel bedienen. Dazu gehören im weitesten Sinne alle Spieltypen, die wiederholt nach festen Regeln gespielt werden. Hier gibt es oft ein umfassendes Talent- oder Fertigkeitensystem: Die Charaktere der Spieler besitzen dann Werte wie Stärke, Geschicklichkeit, Charisma oder Intelligenz und auf den Werten basierende Talente wie Reiten, Überreden oder Schwimmen. Durch das Bestehen von Abenteuern (Quests) erhalten die Spieler dann Erfahrungspunkte, die für Verbesserungen dieser Charakterwerte eingesetzt werden.

Jedes mögliche Genre kann als Hintergrund für ein Rollenspiel (→ Spielwelt) genutzt werden. Weit verbreitet sind Fantasy-Rollenspiele, die in Fantasiewelten stattfinden. Außer diesen Spielen, die sich des Fantasy-Genres bedienen, enthalten auch die weitaus meisten anderen reglementierten Rollenspiele Elemente der Phantastik: Fiktive Welten, in denen die Naturgesetze verletzt werden, oder die zumindest den Anschein des Übernatürlichen enthalten, sind auch Bestandteil der Science Fiction (z. B. Cyberpunk oder Space Opera), des Western, Horror und Steampunk. Wie in der Literatur werden häufig Genres gemischt, d. h. es werden Anteile eines Genres in einem Spiel verwendet, das überwiegend einem anderen Genre angehört. Wenn zwei oder mehr Genres annähernd gleichberechtigt miteinander vermischt werden, spricht man auch von Crossover (z. B. Space Gothic). Daneben gibt es Multiversen, in denen Genres nebeneinander dargestellt werden, sich aber nur wenig vermischen und ihre Eigenständigkeit behalten (z. B. Torg).

Pen-&-Paper-Rollenspiele verwenden meistens ein umfangreiches Regelwerk, das mit einfacher Mathematik und Würfeln arbeitet. Meistens übernimmt ein Spieler die Rolle des Spielleiters; er beschreibt die Umgebung, die Reaktion der Umwelt auf Aktionen der Spieler und schlüpft in die Rolle von Gegnern oder Freunden der Gruppe. Er überlegt sich im Vorfeld Abenteuer, die die Spielergruppe bestehen muss. Außerdem sorgt er dafür, dass die Spielregeln eingehalten werden. Entscheidungen, z. B. der Ausgang eines Kampfes, werden durch Verrechnen verschiedener Parameter der Kontrahenten, wie z. B. Stärke oder Rüstungswert und des Würfelergebnisses als Zufallselement herbei geführt. Das in Deutschland verbreitetste Rollenspielsystem ist Das Schwarze Auge, das international bekannteste ist Dungeons & Dragons und das älteste Spielsystem in Deutschland ist Midgard. Diese haben Fantasywelten als Hintergrund, die speziell für das Spiel entwickelt wurden. Es existieren ferner abstrakte Systeme, die nicht auf ein besonderes Genre beschränkt sind, sondern lediglich ein Regelwerk darstellen (z. B. GURPS oder D20).

Spielbücher können als eine Art Ein-Personen-Rollenspiel bezeichnet werden. Dabei ist der Text in viele Abschnitte unterteilt. Am Ende eines Abschnittes trifft der Spieler/Leser Entscheidungen, die ihn jeweils an andere Folgeabschnitte verweisen und so verschiedene Handlungsstränge ermöglichen.

Live Action Role Playing (LARP) oder Live-Rollenspiel bezeichnet ein Spiel, bei dem die Spieler ihre Spielfigur physisch darstellen. Es ist eine Mischung aus Pen-&-Paper-Rollenspiel und Improvisationstheater. Soweit möglich, finden Live-Rollenspiel-Veranstaltungen an Spielorten statt, deren Ambiente der Spielhandlung entspricht, und die Charaktere werden mit entsprechenden Gewandungen kostümiert.

Die meisten Veranstaltungen dieser Art gehören zum Fantasy-Genre und werden überwiegend nichtgewerblich von Privatleuten oder Vereinen organisiert. Die übliche Veranstaltungsgröße liegt zwischen 50 und 200 Teilnehmern. Vor einer Veranstaltung wird durch die Spielleitung ein Regelsystem festgelegt, nach dem sich die Spieler richten. Bewaffnete Konflikte werden durch möglichst realistisch aussehende, aber ungefährliche Polsterwaffen simuliert (z. B. Schwerter, Dolche, Äxte oder Pfeil und Bogen). Die Rahmenhandlung wird durch Requisiten und vorbereitete Helfer (Nicht-Spieler-Charaktere) präsentiert. Die Spielercharaktere sollen mit den Helfern interagieren und z. B. durch Rätsel, Spionage, Kämpfe oder Mutproben die Spielhandlung zum Abschluss bringen. Häufig gibt es kein definiertes Spielziel, der Spaß am Darstellen der Figuren ist dann das eigentliche Ziel.

Als Unterform des Live-Rollenspiels gelten Krimispiele, die sich ähnlicher Elemente bedienen.

Computer-Rollenspiele werden auch als Computer Role Playing Game (CRPG) bezeichnet. Als Basis können die Regelwerke der Pen-&-Paper-Rollenspiele dienen, die aber entsprechend auf die Möglichkeiten (und Unmöglichkeiten) des Computers als Medium angepasst werden. Andere Spiele, vor allem Japanische Rollenspiele, verwenden völlig eigene Regelsysteme.

Die Nutzung des Internets bringt neue Ansätze, um Pen-&-Paper-Prinzipien auf den Computer zu übertragen: Beliebte Varianten sind Rollenspiele über Voicechat, Chatrollenspiele, Forenrollenspiele (BBRs) und Rollenspiele via E-Mail (PbeM). Weitere Spielarten des Computer-Rollenspiels sind Multi User Dungeons (MUD) und Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG). Hier spielen dutzende bis tausende von Nutzern auf einem Server in einer virtuellen Welt mit (z. T. selbstregulierenden) Märkten und Rohstoffen. Virtuelle Nationen im Internet basieren zum Teil auf Rollenspielen. Eine weitere Unterart dieser Online-Rollenspiele sind Browserbasierte Online-Rollenspiele.

In den Anfängen der Computer-Rollenspiele wurde ein CRPG als ein Spiel definiert, bei dem man einen Charakter (oder mehrere) steuerte und Fähigkeiten durch die Steigerung von Spielwerten vergrößerte, außerdem möglichst unbegrenzte Handlungsfreiheit hatte. Ein Spiel, das den Schwerpunkt auf feste Handlungsstränge legt, gilt nach dieser klassischen Definition als Adventure. Viele der aktuellen Rollenspieltitel distanzieren sich jedoch mit ihren ausgedehnten, festen Storylines von diesen Grundlagen und würden nach klassischer Definition eher als Adventures mit Rollenspielelementen oder Rollenspiel-Adventure-Hybriden bezeichnet werden. Die Entwicklung bei CRPGs geht in den vergangenen Jahren zunehmend weg vom klassischen „Werte verteilen und ziellos durch die Welt streifen“, hin zu immer simpleren Charakter-Entwicklungs-Systemen, bei denen man wenig falsch machen kann, mit ausgedehnten Rollenspiel-Möglichkeiten (insbesondere in Bezug auf das optische Erscheinungsbild der Charaktere), Identifikation mit Fraktionen und Gruppierungen, umfangreichen Handwerks- und Wirtschaftssystemen sowie vorbestimmten, dramaturgisch ausgearbeiteten Handlungsbögen.

Pauschalisierend kann man Rollenspieler als eigenständige Szene auffassen. Dies bedeutet, dass unter Personen, die Rollenspiele spielen, häufig gemeinsame Interessen, Überzeugungen, Vorlieben oder Geschmäcker anzutreffen sind. Insbesondere interessieren sich Spieler eines bestimmten Rollenspiels häufig auch für andere Rollenspiele desselben Genres, für Rollenspiele anderer Genres, und für andere Spielweisen von Rollenspielen.

Kritiker werfen Rollenspielern Realitätsflucht vor, indem sie durch die Spiele in eine andere, bessere Welt fliehen würden. In den Medien (z. B. in den TV-Serien Buffy – Im Bann der Dämonen und Akte X) werden Rollenspieler häufig als Sonderlinge dargestellt. Manche dieser Klischees stammen aus der Anfangszeit des Rollenspiels, in der diese Spiele nur einem kleinen Personenkreis bekannt waren. Inzwischen hat diese Unterhaltungsform verschiedene gesellschaftliche Gruppen für sich gewonnen, so dass viele Vorurteile über Rollenspieler wohl nicht mehr haltbar sind.

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Source : Wikipedia