Sparkasse

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Geschrieben von robby 17/03/2009 @ 12:12

Tags : sparkasse, banken, finanzdienstleister, wirtschaft

Neueste Nachrichten
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POL-MK: Nr. 200/2009 --- Raub auf Sparkasse - news aktuell (Pressemitteilung)
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IT-Harmonisierung Einheitliche Lösung für die Sparkassen - Computerwoche
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Sparkasse

Das Sparkassen-Logo

Eine Sparkasse ist ein Kreditinstitut, das die Aufgabe hat, Möglichkeiten zur sicheren und verzinslichen Geldanlage zu bieten und die örtlichen Kreditbedürfnisse zu befriedigen. Ihr Geschäftsgebiet ist in der Regel auf das Gebiet ihres Trägers, beispielsweise einer Stadt, eines Landkreises oder ihres Zweckverbandes, begrenzt. Im Gegensatz zu privaten Banken ist bei Sparkassen im Allgemeinen die Erzielung von Gewinn nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes.

In Deutschland handelt es sich – bis auf wenige so genannte „freie Sparkassen“ – um öffentlich-rechtliche Kreditinstitute, die auf der Basis des Kreditwesengesetzes (KWG), des Sparkassengesetzes ihres Bundeslandes und ihrer Satzung Bankgeschäfte betreiben. In Österreich hingegen sind Sparkassen von Gemeinden oder von Sparkassenvereinen gegründete privatrechtliche Kreditinstitute im Sinne des Bankwesengesetz (BWG), die einem bundesweit einheitlichen Sparkassengesetz unterliegen.

Die Bezeichnung Sparkasse ist in Deutschland nach § 40 KWG und in Österreich nach § 94 BWG gesetzlich geschützt.

Die Sparkassen entstanden meist im 19. Jahrhundert, um den ärmeren Bevölkerungsschichten eine sichere Möglichkeit zu eröffnen, Kapital zur Risikovorsorge im Alter oder bei Krankheit zurückzulegen. Die Institute unterlagen daher strengen Geschäftsbeschränkungen, die im Zeitablauf nach und nach gelockert wurden. Heute erreicht jede Sparkasse nahezu den Status einer Universalbank.

Der Sparkassengedanke verbreitete sich inzwischen in mehr als 80 Ländern. In Deutschland sind Sparkassen und Landesbanken aufgrund ihrer Marktanteile eine wichtige Säule im so genannten Drei-Säulen-Modell des Finanzsektors. Die Vertretung ihrer Interessen wird in einigen Staaten von einem Sparkassenverband wahrgenommen, in Deutschland gibt es ferner regionale Sparkassenverbände.

Sparkassen sind in Deutschland im Regelfall Anstalten des öffentlichen Rechts. Träger einer Sparkasse ist in diesem Fall eine kommunale Gebietskörperschaft (Stadt, Landkreis) oder ein kommunaler Sparkassenzweckverband. Häufig deutet bereits der Name auf den kommunalen Träger hin, z. B. Stadtsparkasse, Kreissparkasse oder Bezirkssparkasse. Rechtsgrundlagen für Gründung und Betrieb sind das Sparkassengesetz des jeweiligen Bundeslandes, in dem die Sparkasse ihren Sitz hat, und eine vom Träger erlassene Satzung. Die Organe einer Sparkasse sind der Vorstand als geschäftsführendes Gremium und der Verwaltungsrat als Aufsichtsgremium. In einigen Bundesländern ist weiterhin für bestimmte (in der Regel besonders hohe oder risikoreiche) Kreditentscheidungen ein Kreditausschuss zu bilden. Dieser ist kein Organ der Sparkasse.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland sieben freie Sparkassen, die zum Teil nicht als Anstalt des öffentlichen Rechts, sondern in anderer (privat-rechtlicher) Rechtsform betrieben werden.

Die Sparkassen betreiben als Universalkreditinstitute alle üblichen Bankgeschäfte mit privaten Haushalten, Unternehmen, Kommunen und institutionellen Kunden. Für den Geschäftsbetrieb der meisten Sparkassen gilt das Regionalprinzip. Danach umfasst das Geschäftsgebiet einer Sparkasse im Allgemeinen das Gebiet ihres kommunalen Trägers.

Daneben unterscheiden sich die Sparkassen von den privaten Banken dadurch, dass „die Erzielung von Gewinn nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes“ ist (vgl. z. B. § 3 Abs. 3 des Sparkassengesetzes von Nordrhein-Westfalen). Leitmotiv ist die Gemeinwohlorientierung. Die Verwendung entstandener Gewinne ist in den regionalen Sparkassengesetzen unterschiedlich geregelt. Zumeist wird ein erzielter Gewinn, soweit er nicht durch die Erhöhung der Sicherheitsrücklage bei der Sparkasse verbleibt, an den Träger ausgeschüttet oder von der Sparkasse direkt für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt. Viele Sparkassen haben zudem Stiftungen gegründet, die vielfach karitative Zwecke fördern.

Die Sparkassen-Finanzgruppe erreicht, insbesondere aufgrund der hohen lokalen Präsenz und Produktbündelung, in vielen Geschäftsfeldern der Finanzdienstleistungsbranche hohe Marktanteile.

Die ersten deutschen Sparkassen wurden ursprünglich auf Initiative von Landesherrschaften oder Privatleuten gegründet, um ärmeren Bevölkerungsschichten die Möglichkeit zu eröffnen, eine langfristige, sichere und verzinsliche Rücklage für die Bewältigung der Widrigkeiten des Lebens (Krankheit, Alter etc.) zu bilden. Vorläufer der Sparkasse waren Waisenkassen und Leihhäuser, wie beispielsweise die 1749 von der Reichsabtei Salem zur Verwaltung von Waisenrenten eingerichtete Kasse und das Herzoglich-braunschweigische Leihhaus, das 1765 gegründet wurde.

Erste Sparkassen nach modernem Verständnis entstanden 1778 in Hamburg, 1786 in Oldenburg, 1796 in Kiel, 1801 in Altona und 1808 in Darmstadt, 1817 in Lübeck, 1818 in Berlin und 1821 in Nürnberg. 1818 wurde in Stuttgart die Württembergische Spar-Casse für das ganze Königreich Württemberg gegründet. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Gründung der ersten Sparkasse Sachsens in Königsbrück auf Betreiben und mit finanzieller Beteiligung des Konferenzministers Peter Karl Wilhelm von Hohenthal. Die Anzahl der Sparkassen stieg von da an rapide an (1836: 300 Sparkassen, 1860: ca. 1.200, 1913: ca. 3.100 Sparkassen). Die meisten davon entstanden als kommunale Institute, als erste beispielsweise die Sparkasse Göttingen (1801).

Im Jahr 1880 entstand die erste Pfennigsparkasse in Darmstadt.

In den 1920er Jahren erlebten die Sparkassen eine starke Modernisierungsphase, unter anderem weil sie den bargeldlosen Zahlungsverkehr aufnahmen (siehe Sparkassenreformer Johann Christian Eberle), ab 1929 ins Bauspargeschäft einstiegen und Versicherungen anboten. Weitere Meilensteine waren zum Beispiel die Aufnahme des Konsumentenkredites mit seinen Vorformen ab 1952 sowie die zunehmende Automation des Zahlungsverkehrs ab den frühen 1970er Jahren. Der erste Geldautomat nach heutiger Funktion wurde im Jahre 1978 bei der Kreissparkasse Köln in Betrieb genommen. In vielen Sparkassen verschwand seit den 1980er Jahren der klassische Schaltertresen zugunsten einer architektonisch aufgelockerten Großraum-Atmosphäre. So genannte „Vertriebsfilialen“ wurden seit Beginn des 21. Jahrhunderts auch mit Stehpulten ausgestattet, die ein offeneres und noch einladenderes Aussehen bewirken sollen.

Ab Mitte der 1990er Jahre begann eine erste Konsolidierung im Sparkassensektor. Durch betriebswirtschaftlich bedingte Fusionen nahm inzwischen die Zahl der Sparkassen auf 446 (Stand: Ende 2007) ab, im Jahr 2002 gab es noch 519 Institute. Einige Sparkassengesetze sehen - nach dem Fortfall der Gewährträgerhaftung - sogar fungibles Stammkapital vor (z.B. § 3 Sparkassengesetz Rheinland-Pfalz). Der Versuch, die Sparkasse Hansestadt Stralsund zu privatisieren, erregte 2003/2004 große Aufmerksamkeit.

Die öffentlich-rechtlichen Sparkassen der deutschen Bundesländer und ihre jeweiligen Träger sind Mitglieder in einem der zwölf Sparkassen- und Giroverbände der Länder in der Rechtsform der Körperschaft des öffentlichen Rechts. Über die Mitgliedschaft im jeweiligen Verband sind sie darüber hinaus mittelbar Mitglieder des Dachverbands aller deutschen Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen, dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV) mit Sitz in Berlin. Die Sparkassenverbände der Länder und der DSGV erbringen zentrale Dienstleistungen wie etwa gemeinsames Marketing, Beratungsdienstleistungen, Vertretung in Spitzenverbänden oder die Entwicklung gemeinsamer Geschäftskonzepte für ihre angeschlossenen Mitglieder. Die sieben freien Sparkassen haben sich im Verband der Deutschen Freien Öffentlichen Sparkassen zusammengeschlossen, der außerordentliches Mitglied des DSGV ist.

Die österreichische Sparkassengruppe besteht aus der Erste Bank, der Zweiten Wiener Vereins-Sparcasse, und den 53 Bundesländersparkassen.

Die Einlagen der Sparkassenkunden werden durch ein eigenes Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe gesichert. Dies setzt sich aus den regionalen Sparkassenstützungsfonds, der Sicherungsreserve der Landesbanken sowie dem Sicherungsfonds der Landesbausparkassen zusammen. Das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe ist in einem Haftungsverbund zusammengeschlossen, so dass in einem Krisenfall das Gesamtvolumen aller Fonds für institutssichernde Maßnahmen zur Verfügung steht. Der Haftungsverbund sichert die angeschlossenen Institute (Institutssicherung) und gewährleistet ihre Liquidität und Solvenz.

Das Firmenlogo in Form des roten Buchstabens S mit Punkt soll eine Spardose mit Münze (Pfennig oder Cent) stilisieren und wurde erstmals 1938 verwendet. Entworfen wurde es von Louis Gaigg. 1972 wurde das Markenzeichen durch Otl Aicher überarbeitet. Es entfiel ein bis dahin mit abgebildeter Einwurfschlitz. Die rote Farbe (HKS 13) wurde zum prägnanten Erkennungsmerkmal. Seit 2003 wird das Markenzeichen in einer modifizierten, kompakteren Form verwendet - im Zuge eines neuen Markenauftritts. Das Symbol ist markenrechtlich geschützt.

Das Sparkassen-S gehört zu den verbreitetsten Markenzeichen in Deutschland. In Österreich wird es von den Mitgliedsbanken der österreichischen Sparkassengruppe verwendet. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe ist die Erste Bank, die das Sparkassen-S auch in den Logos ihrer osteuropäischen Tochtergesellschaften einsetzt (zum Beispiel die Erste Bank Croatia oder die Banca Comerciala Romana).

Sparkassen gibt es weltweit in 86 Ländern.

Die Banka e Kursimeve e Shqipërisë (Albanische Sparkasse) wurde 2004 durch die österreichische Raiffeisen International zu 100% erworben.

In Finnland bestehen 39 Sparkassen in der Rechtsform einer Stiftung mit 213 Filialen, 1.130 Mitarbeitern und einer Gesamtbilanzsumme von 4.447 Millionen Euro (Stand: 31. Dezember 2004). Sparkassen sind in Finnland seit der Bankenkrise in den frühen 1990er Jahren nicht mehr flächendeckend vertreten. Durch die Neugründung der Nooa Savings Bank 2003 gibt es wieder eine Sparkasse auch in der Hauptstadt Helsinki. Zentralinstitut der Sparkassen ist seit 1995 die Aktia Savings Bank plc, die 1991 aus der Fusion der Sparkasse von Helsinki mit sieben weiteren Sparkassen entstand. Aktia wurde 1993 in eine Aktiengesellschaft (plc) umgewandelt.

Im Jahre 1818 wurde die erste französische Sparkasse in Paris gegründet. Das Pendant zu den deutschen Sparkassen in Frankreich heißt Caisse d'Epargne. In Paris gibt es 102 Sparkassen.

Bis in die 1990er Jahre waren in Italien die meisten Sparkassen als Stiftung aktiv. Im Zuge einer landesweiten Konsolidierung im Bankensektor wurden die meisten Sparkassen in Aktiengesellschaften umgewandelt. Während die Stiftungen als Holdinggesellschaften bestehen blieben, setzte bei den Banken ein Fusionsfieber ein, bei den Sparkassen (Cassa di Risparmio), Volksbanken (Banca Popolare) und kommerzielle Banken zusammengingen. Als letztes gemeinsames Bindeglied besteht der Sparkassenverband ACRI (Assoziazione delle Casse di Risparmio e delle Fondazioni di Origine Bancaria) weiter.

In Luxemburg gibt es die Staatsbank und Staatssparkasse Banque et Caisse d'Epargne de l'Etat (BCEE).

Das Sparkassenwesen in Norwegen ist in zwei Lager gespalten. Zum einen ist die Sparebanken NOR am Markt aktiv, die aber im Jahr 2004 mit der DnB zur größten Bank des Landes fusionierte.

Auf der anderen Seite steht eine Gruppe von Regionalsparkassen, die unter dem Namen SpareBank1 landesweit in Erscheinung treten.

Die Sparkasse in Polen wurde auf Betreiben Józef Piłsudskis 1919 als Pocztowa Kasa Oszczędności (Postsparkasse) gegründet. Heute firmiert sie unter dem Namen PKO BP, was für Powszechna Kasa Oszczędności Bank Polski (Allgemeine Sparkassenbank Polens) steht. Bis 2004 war das Unternehmen vollständig in Staatsbesitz, 2006 gehörten dem polnischen Staat noch 51,51 Prozent der Aktien.

Die staatliche Sparkasse Portugals ist die 1876 gegründete Caixa Geral de Depósitos.

Die staatliche Sparkasse in Russland wurde bereits 1841 gegründet. Seit 1991 firmiert sie als Aktiengesellschaft unter dem Namen Сбербанк России (Sberbank - zu Deutsch Sparbank). Im Volksmund heißt sie allerdings Сберкасса (Sberkassa).

Einige wenige Sparkassen wurden in einigen Schweizer Kantonen bereits zur Zeit des Ancien Régime gegründet. Der große Aufschwung des Sparkassen-Wesens erfolgte jedoch erst im 19. Jahrhundert, nach dem liberalen Umbruch und während der Industrialisierung. Beweggrund war zum einen die zinsbringende Anlage von Spargeldern einer breiteren Bevölkerung, zum anderen die Ausleihung dieser Gelder an Gewerbetreibende und Landwirtschaft; diese Wirtschaftskreise vermochten damit ihre Wirtschaftsleistung mit Geldbeträgen einer Höhe zu steigern, die sie aus Eigenmitteln nicht hätten aufbringen können. Das Sparkassen-Wesen wirkte also als gewerblicher Wachstumsmotor der Industrialisierung, wobei ein relativ wichtiger Tätigkeitsbereich auch der Grundpfand-Kredit war. Als Rechtsform waren vor allem kommunalstaatliche Gründungen und Genossenschaften anzutreffen. Diese Institute existieren - zumeist unter anderen Firmennamen und unter der moderneren Kategorisierung „Bank“ - zum größeren Teil auch heute noch. Dabei ist der Grundpfand-Kredit für den Häuserbau mittlerweile zum wichtigsten Aktiv-Geschäft geworden. Das bekannteste Institut ist wohl der Verband der Raiffeisenbanken mit seinen vielen Einzelbanken auch in kleineren Dörfern.

Die Slovenská sporiteľňa (Slowakische Sparkasse) steht im Eigentum der österreichischen Erste Bank. Es wird wie auch in Tschechien auch das österreichische Sparkassen-S benutzt.

Das Sparkassenwesen in Spanien ist regional organisiert. Jede Region hat eine oder zwei Sparkassen (Caja, baskisch: Kutxa, katalanisch u. galicisch: Caixa). Diese sind ähnlich wie in Deutschland öffentlich-rechtlich organisiert und arbeiten teilweise ohne Gewinnstreben. Der spanische Sparkassenverband ist die CECA. Es gibt derzeit (Stand: Sep. 2006) 46 Sparkassen.

Die größten Sparkassen in Spanien sind la Caixa, in der autonomen Gemeinschaft Katalonien, und die Caja Madrid.

Die Česká Spořitelna (Tschechische Sparkasse) steht mehrheitlich im Eigentum der österreichischen Erste Bank. Es wird wie auch in der Slowakei das österreichische Sparkassen-S benutzt.

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden in den USA Sparkassen (englisch: savings and loan associations, kurz: S&Ls). Als meist kommunale Unternehmen unterlagen sie konsequenten Regulierungsvorschriften. Anfang der 1980er Jahre wurden diese Vorschriften gelockert. Mit ihren in der Folge geänderten Geschäftsmodellen sind die S&Ls keine Sparkassen mehr im eigentlichen Sinne. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre kam es zur Sparkassenkrise. Heute bestehen noch etwa 1500 S&Ls.

In der Europäischen Sparkassenvereinigung (ESV) sind die Sparkassenorganisationen aus 27 EU-Mitgliedstaaten und aus neun weiteren europäischen Ländern vertreten.

Das Weltinstitut der Sparkassen (WIS) ermöglicht den weltweiten Erfahrungsaustausch unter den Sparkassenorganisationen. Außerdem vertritt es die Standpunkte der Sparkassen auf internationaler Ebene, wie zum Beispiel gegenüber der Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds.

Das Gemeinschaftsunternehmen EUFISERV wurde von den europäischen Sparkassen 1990 gegründet. EUFISERV zielt mit seinem internationalen Netzwerk hauptsächlich auf den bargeldlosen Finanzverkehr bei Transaktionen an Geldautomaten.

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Sparkasse Dortmund

Hauptverwaltung der Sparkasse Dortmund

Die Sparkasse Dortmund, ehemals Stadtsparkasse Dortmund, ist eine öffentlich-rechtliche Sparkasse mit Sitz in Dortmund in Nordrhein-Westfalen. Ihr Geschäftsgebiet ist das Stadtgebiet Dortmund.

Die Sparkasse Dortmund ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Rechtsgrundlagen sind das Sparkassengesetz Nordrhein-Westfalen und die durch den Verwaltungsrat der Sparkasse erlassene Satzung. Organe der Sparkasse sind der Vorstand, der Kreditausschuss und der Verwaltungsrat.

Die Marktbereiche sind aufgeteilt in für Privatkunden und in für die Firmen- und Unternehmenskundenbetreuung zuständige Stellen. Insgesamt beschäftigte die Sparkasse Dortmund am Jahresende 2005 1.960 Mitarbeiter (davon 129 Auszubildende) und betreibt 82 Filialen (davon 4 SB-Filialen).

Die Sparkasse Dortmund betreibt als Sparkasse das Universalbankgeschäft. Sie ist Marktführer in ihrem Geschäftsgebiet. Mit einer Bilanzsumme von 6.853 Millionen Euro nimmt sie in der Sparkassen-Rangliste 2005 des DSGV Platz 23 von insgesamt 463 Sparkassen ein. Die Sparkasse Dortmund steht auf Rang 93 der größten Banken in Deutschland. Im Verbundgeschäft arbeitet das Kreditinstitut mit der Westdeutsche Landesbausparkasse, der DekaBank und der Westfälischen Provinzial Versicherung zusammen.

Die Sparkasse Dortmund wurde am 14. Januar 1841 gegründet, mit der Aufgabe, allen Bürgern der Stadt das Sparen zu ermöglichen und günstige Kredite an sie zu vergeben. Bereits 1863 war sie durch die fortschreitende Industrialisierung zur Sparkasse mit dem größten Einlagenbestand im Regierungsbezirk Arnsberg, im Jahre 1906 war sie die viertgrößte rheinisch-westfälische Sparkasse.

1924 wurde ein von Hugo Steinbach erbauter Art Déco-Bau als Hauptverwaltung bezogen. In dem Gebäude befindet sich heute das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte.

1958 wurde die Sparkasse Dortmund, bis zu diesem Zeitpunkt Teil der kommunalen Verwaltung, rechtlich selbstständig. Die erste eigene EDV-Anlage erhielt das Institut im Jahr 1968.

Unter der Trägerschaft der Sparkasse Dortmund befindet sich das „Dortmunder Münzkabinett“, eine Ausstellung zur Dortmunder Münzgeschichte mit einigen Beispielen des Dortmunder Inflationsgeldes.

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Sparkasse Eckernförde

Die Sparkasse Eckernförde war eine öffentlich-rechtliche Sparkasse mit Sitz in Eckernförde in Schleswig-Holstein. Ihr Geschäftsgebiet umfasste den Kreisteil Eckernförde des Kreises Rendsburg-Eckernförde.

Die Sparkasse Eckernförde war im Wesentlichen ein Zusammenschluss dreier Sparkassen, die alle ihren Sitz in Eckernförde hatten. Im Laufe der Zeit schlossen sich kleinere Sparkassen den größeren Instituten an.

Im Jahr 1838 wurde als zweite Sparkasse im damaligen Kreis Eckernförde die Spar- und Leihkasse in Eckernförde als privates Institut von 23 Personen im öffentlichen Interesse und unter Mitwirkung der Mitglieder des Magistrats der Stadt Eckernförde gegründet. Nach mehreren gescheiterten Versuchen der Stadt Eckernförde, die Spar- und Leihkasse zu übernehmen, wurden 1909 sowohl die Kreissparkasse Eckernförde vom Kreis Eckernförde, als auch die Städtische Sparkasse Eckernförde durch die Stadt Eckernförde gegründet. Die Städtische Sparkasse Eckernförde übernahm 1924 die Spar- und Leihkasse in Eckernförde und deren Namen. 1932 wurde wegen Änderungen des Sparkassenrechts und der damit verbundenen Umwandlung in eine Anstalt des öffentlichen Rechts eine Umbenennung in Spar- und Leihkasse der Stadt Eckernförde erforderlich. 1943 erfolgte auf Anordnung des Reichsministeriums für Wirtschaft die Zusammenlegung mit der Kreissparkasse Eckernförde zur Kreis- und Stadtsparkasse Eckernförde. Der Kreis und die Stadt Eckernförde einigten sich trotz der nationalsozialistischen Zwangsmaßnahmen schnell darauf, dem Kreis die Gewährträgerhaftung der neuen Sparkasse zu übertragen, was auch mit entsprechend großen Entscheidungsbefugnissen einherging. Im Gegenzug gehörte der Bürgermeister dann kraft Amtes zum Vorstand der Sparkasse und die Stadt erhielt 30 Prozent der zu verteilenden Überschüsse der Sparkasse.

Seit der Fusion mit der Sparkasse Hohn-Jevenstedt am 1. Januar 2002 führte das Institut offiziell die Bezeichnung Sparkasse Eckernförde. Vorher war dieser Name bereits als Kurzbezeichnung zulässig.

Die Sparkasse Eckernförde, die Sparkasse Kiel und die Sparkasse Kreis Plön fusionierten mit Wirkung vom 1. Januar 2007 zur Förde Sparkasse.

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Sparkasse Bremen

Sparkasse Bremen  Drittes Geschäftsgebäude  Obernstraße/Ecke Papenstraße  Nutzung: Von 1882 bis 1906

Die Sparkasse Bremen AG ist eine freie Sparkasse mit Sitz in Bremen. Ihr Geschäftsgebiet ist die Stadtgemeinde Bremen.

Die Sparkasse Bremen ist eine Aktiengesellschaft. Alleinaktionär ist der rechtsfähige wirtschaftliche Verein Finanzholding der Sparkasse in Bremen. Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Aufsichtsrat.

Die Marktbereiche sind eingeteilt in den Bereich Filialen (Privatkunden), den Bereich Firmenkunden, den Bereich Internationale Firmenkunden und den Bereich Treasury (Verwaltung eigenen Vermögens).

Die Sparkasse unterhält neben den herkömmlichen Universalfilialen auch auf Vermögensmanagement und auf Existenzgründung spezialisierte Filialen.

Insgesamt beschäftigte 2006 die Sparkasse Bremen 1.618 Mitarbeiter (davon 70 Auszubildende) und betreibt 88 Filialen (davon 23 SB-Filialen). Im September 2007 wurden 34 Auszubildende eingestellt und auch im Jahr 2008 stellt die Sparkasse Bremen erneut 35 Auszubildende ein.

Seit dem 1. Juli 2006 hält die Finanzholding der Sparkasse 15 % der Aktien an der Norddeutschen Retail-Service AG (NRS), die Hamburger HASPA (Holding u.a. der Hamburger Sparkasse) hält 60 % und der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein 25 % der Aktien. Die NRS ist für die Sparkasse als Anbieter für Marktfolge-, Service- und Stabsaufgaben tätig. Von der Sparkasse sind rund 240 Mitarbeiter in diesen Verbund gewechselt.

Die Sparkasse Bremen betreibt als Sparkasse das Universalbankgeschäft.

Sie ist Marktführer in ihrem Geschäftsgebiet. Mit einer Bilanzsumme von rund 11 Milliarden Euro nimmt sie in der Sparkassen-Rangliste 2006 der Sparkassenzeitung Platz 9 von insgesamt 463 Sparkassen ein.

Im Verbundgeschäft arbeitet die Sparkasse Bremen mit der Landesbausparkasse Bremen (LBS), der DekaBank, der „nwl nordwest-leasing“ und den Versicherungen „neue leben“ und „Öffentliche Versicherungen Bremen“ zusammen.

Bereits 1817 war in Bremen als Vorläufer der späteren Bremer Bank die Discontokasse geschaffen worden. Nachdem man sich über bereits bestehende Einrichtungen informiert hatte, schlug der Senat der Bürgerschaft 1821 die Gründung einer Sparkasse vor. Der Streit über die Mitspracherechte verschleppte das Verfahren. Die Sparkasse Bremen wurde schließlich am 23. Juni 1825 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Dr. Simon Hermann Nonnen errichtet. Unter den 96 Gründungsmitgliedern fanden sich drei Bürgermeister, 16 Senatoren, 14 führende Kaufleute und weitere namhafte Bürger der Freien Hansestadt Bremen. Der Senat erkannte den Zusammenschluss als rechtsfähigen Verein an und genehmigte die Satzung. Am 11. Juli 1825 eröffnete die erste Filiale. Am ersten Tag wurden 2.027 Taler und 7 Grote auf 52 Sparbücher eingezahlt und der erste Sparer war der Astronom Wilhelm Olbers.

Im ersten 12-köpfigen Gründungsdirektorium der „Spar = Kasse“ befanden sich Bürgermeister Nonnen sowie u.a. Bürgermeister Smidt, Senator Dr. Franz Friedrich Droste, der Kaufmann Johann Caspar Imhorst und der Ältermann Bolte. Nun wurden die „Grundgesetze der in Bremen im Jahre 1825 errichteten Spar = Kasse“ erlassen und als erste „Inspektoren der Sparkasse“ (heute soviel wie Aufsichtsratsvorsitzender) Bürgermeister Smidt und Senator Dr. Schumacher ernannt.

In der Alten Börse zwischen Unser-Lieben-Frauen-Kirchhof und der Obernstraße vor der Liebfrauenkirche befand sich das erste „Comptoir“ der Sparkasse, nur ein einziger Raum. Einmal in der Woche am Montag war für 2 bis 3 Stunden geöffnet. Für die unteren Bevölkerungsschichten war diese gemeinnützige Einrichtung gedacht. Die Zahl der „Aktionisten“ (ab 1875 Mitglieder) und „Einleger“ – bestehend aus „Vormündern, Curatoren … und fleißigen und ordentlichen Hausvätern und Hausmüttern“ und die Höhe der Gesamteinlagen nahm stetig zu. 1830 hatten von den damals 30.000 Bremer Bürgern schon 4.000 ein Guthaben von insgesamt 330.000 Talern, also 1 Mio. Mark.

1837 benötigte man weitere Räume in und um der Alten Börse. 1840 belief sich das Sparguthaben auf 1  Mio. Taler für 13.000 Kunden. Montags wurde nun ein- und donnerstags ausgezahlt. Ab 1847 konnten dann auch am Samstagabend kleinere Einzahlungen getätigt werden. Im „Regulatif“ stand: „Auf keinen Fall darf über 2 ½ Rthlr. in einer Einlage angenommen werden.“ Kleine Leute, kleine Summen!

In der ersten Hälfte des 19. Jh. waren fast nur ehrenamtliche Mitarbeiter für die Sparkassen tätig. 1842 wurde erstmals ein Mitglied der Verwaltung – der „kassenführende“ Direktor J. C. Imhorst für seine Arbeit mit 1.200 Talern pro Jahr honoriert. Imhorst war bis 1854 die treibende Kraft. Er stellte die Geldverwaltung von Folianten auf ein loses Kontenblattsystem um; erstmalig in Deutschland für viele Jahre .

Um die 2 bis 3 % Zinsen wurden bis etwa 1918 gewährt. Erst dann erhöhten sich die Zinsen auf 3 bis 4 %. Eine Anlagegrenze von 250 Talern und ab 1839 von 500 Talern war vorgesehen und nur bei Vormündern und Vermögensverwaltern waren größere Beträge erlaubt, aber selten üblich.

1845 zog die Sparkasse in die Obernstraße 11 (heute 17-19) in gemietete Räume um und sie erwarb das Haus 1853.

Im Revolutionsjahr 1848 hoben die Sparer in großen Umfang ihre Gelder ab. Die größte Krise in den ersten hundert Jahren konnte mühevoll überstanden werden und der Reservefond wurde deutlich erhöht. Trotz der Krise entwickelte sich die Sparkasse nun zur Großsparkasse. Die Konkurrenz aber nahm zu durch die „Neue Sparcasse“ (1852) und durch die Sparkassen im Umland (Vegesack 1853, Lesum 1859, Blumenthal 1866 und Hemelingen (1887).

1872 konnte ein Einlagebestand von 6,1 Mio. Talern verzeichnet werden. Von 1845 bis 1900 verdreifachte sich die Bevölkerung in Bremen von 53.156 auf 161.184 Bürger. In der Gründerzeit fand zudem eine Belebung der Wirtschaft statt. Es entstanden viele neue Firmen, so der Norddeutsche Lloyd und die Brauerei Hacke-Beck. Wohnungs- und Gewerbebauten entstanden. Der Zulauf bei der Sparkasse nahm erheblich zu. 1875 wurden Georg Heinrich Claussen und B. Kirchner Direktoren der Sparkasse. Sie reformierten die Sparkasse grundlegend. Die Sparkasse wurde nunmehr auch täglich geöffnet. Auf der Grundlage des neuen Handelsgesetzbuches veränderte sich die Sparkasse von einer Aktiengesellschaft zu einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Der Verwaltungsrat aus 12 bis 14 Mitgliedern unter Vorsitz von Richter D.J. Klugkist kontrolliert das Direktorium bzw. ab 1899 den Vorstand, der die Geschäfte leitete. Drei Nebenstellen entstanden 1876 im Westen, Süden und Osten der Stadt. Um 1900 gab es bereits sieben und 1911 schon 11 Nebenstellen.

1882 wurde das von dem Architekten Johann Georg Poppe geplante Hauptgebäude der Sparkasse an der Obernstraße/Ecke Papenstraße eingeweiht.

Zum „Zweck weniger bemittelten Einwohnern Bremens billige, gesunde, gut eingerichtete, das Familienleben fördernde Wohnungen„ zu beschaffen gründete sich der „Gemeinnützige Bremer Bauverein“ und die Sparkasse war Mitgründer. Das „kleine Bremer Haus“ für den „kleinen Mann“ entwickelte und förderte der Verein.

Sparbüchsen, Schulsparen, Sparmarken, Zwecksparen, Mündelsparbücher, Prämiensparen und Kontrollmarken waren die neuen Begriffe der Zeit im ausgehenden 19. Jahrhundert. Girokonten hingegen gab es bei der Sparkasse erst ab 1920. In den 1920er Jahren lauten die Begriffe dann: Bankgeschäft, Anlagepolitik, Passiv- und Aktivgeschäft, Personalkredit, Realkredit, Hypothekarkredit, Kommunalkredit, Amortisationshypothek.

Die gemeinnützige Sparkasse war Spender für bremische Einrichtungen wie Bürgerpark, Kinderkrankenhaus, Willehadhaus, Diakonissenanstalt, St. Joseph-Stift, Ellener Hof, Taubstummenanstalt, Knabenheime, Frauenerwerbsverein, Kaufmänner Verein „Union“, Verein Vorwärts, Volksbildungsverein, öffentliche Bäder, „Nonnenstiftung“ für Bürgertöchter, Überseemuseum, Volksbibliothek, Stephanigemeinde etc.

Die seit 1899 „mündelsichere“ Sparkasse entwickelte sich bis 1914 rasant. Zur Jahrhundertwende gab es 140.000 und zum Beginn des Ersten Weltkrieges 210.000 Sparkonten bei nunmehr 250.000 Einwohnern. Die Gesamteinlagen stiegen im selben Zeitraum von 75 auf 139 Mio. Mark, davon 83 % der Konten mit weniger als 1.000 Mark. 69 Bankbeamte verwalteten das Geld. Ende 1918 verwahrte man 207 Mio. Mark als Einlagen, aber belastete die Sparkasse mit 124 Mio. Mark Kriegsanleihen, davon 67 Mio. Mark auf eigene Rechnung. Die Sparkasse des „kleinen Mannes“ vertrat nun die patriotische Stimmung des Großbürgertums.

Der Berliner Architekt Martens plante für die Sparkasse das historisierende Gebäude Am Brill. Die Einweihung fand 1906 statt und selbst Kaiser Wilhelm II. besichtigte 1907 den repräsentativen Neubau mit seinen Stilelementen aus Barock, Renaissance und Jugendstil.

1919 eröffnete die Sparkasse wieder alle kriegsbedingt geschlossenen Nebenstellen. Das Girokonto mit dem bargeldlosen Zahlungsverkehr wurde eingeführt. Ende 1920 gab es 403 Girokonten mit 1,6 Mio. Mark Volumen, welches bis 1930 auf 13 Mio. Reichsmark (RM) stieg. Das Wertpapiervolumen belief sich 1921 auf 9,2 Mio. Mark. Nun waren schon 112 Mitarbeiter erforderlich.

Und dann brachte die Inflation alle Banksystem in Unordnung. Bilanzen in Höhe von 1 Mrd. (1922) und 667 Trillionen Mark (1923) zeigten nicht an, welche realen Werte dafür standen. Nach Einführung der Reichsmark stabilisierte sich das Geschäft.

1923 unterstellte man sich der 1889 aufgegebenen Aufsicht durch das Land, um als Börsen- und Devisenbank und für Auslandsgeschäfte zugelassen zu werden. Es folgte 1923 die Übernahme der „Neuen Sparcasse“; man war nun der unangefochtene Platzhirsch in Bremen als Mitglied im Deutschen Sparkassen- und Giroverband (1924). 1929 entstand die Bausparkasse, die 1939 ca. 6.000 Bausparer hatte und 23 Mio. RM Vertragsvolumen verzeichnete und für 80 Mio. RM vergab man Hypotheken.

1930 gab es 176.000 Sparkonten mit 124 Mio. RM als Einlagen, die in der Zentrale und in 23 Nebenstellen verwaltet werden. Die Aufgaben bewältigten 220 Mitarbeiter und 1934 waren es 286 Mitarbeiter.

Nach 1933 arrangierte man sich mit den Nationalsozialisten. Am Geschäftsbetrieb änderte das aber wenig. Kleinkredite wurden vergeben, der Giroverkehr weitete sich aus, die Jugend wurde zum Sparen erzogen, die Bausparkasse war im Aufwind. 1940 verwaltete man 285 Mio. RM Sparvermögen. An das Hauptgebäude fügte man 1935 einen Anbau. Durch die Eingemeindungen von 1939 kamen die Sparkassen von Hemelingen, von Achim und in Bremen-Nord von Blumenthal, Vegesack, Aumund, Lesum sowie weitere Nebenstellen zur Sparkasse Bremen. Und wie schon zum Ersten Weltkrieg musste auch für den Zweiten Weltkrieg die Sparkasse beträchtliche Finanzmittel aufbringen.

Nach 1945 wird unter primitiven Bedingungen der Betrieb wieder aufgenommen. Der Senat verzichtete auf seine Aufsichtsrechte zugunsten der Mitgliederversammlung. Bremen baute wieder auf. Die Währungsreform von 1948 benachteiligte die alten Sparer aber sie förderte den Aufbau des Landes. Mobile Sparkassen vertraten die zerstörten Nebenstellen. Bis 1973 waren aber 84 alte und neue Nebenstellen wieder im Betrieb.

Neue Sparformen etablierten sich, alte Geschäftformen entwickeln sich: Neues Versicherungssparen, lebhaftes Bausparen, beliebtes Prämiensparen, wachsender Wertpapierhandel und expandierenden Außenhandel im Exportwirtschaftswunderland. Und 10 Jahre später kam die Ś-Card, das Ś-Invest, der Ś-Schulservice, das Ś-Berufsanfänger-Startset und wie schon früher mal der Jugend-Club (1983) sowie der "KNAX-Kinderclub".

Die Sparkasse mit Scheckkarte (1967) und EDV (1970), war im Aufbruch zur modernen Universalbank mit einer Bilanzsumme von 2,7 Mrd. DM und nunmehr rund 1,1 Mio. Konten die 2.000 Mitarbeiter bearbeiteten. 1975 war die Sparkasse mit einem Bilanzvolumen von 4,3 Mrd. DM das größte Kreditinstitut in Bremen.

Spenden der Sparkasse fanden Verwendung für soziale, kulturelle, karitative und umweltbezogene Einrichtungen und Zwecke wie Bremer Volkshilfe, Deutsche Bruderhilfe, Müttergenesungswerk, Bürgerpark, Wilhelm-Kaisen-Haus im Rhododendron-Park, Übersee- und Fockemuseum oder Niederdeutsche Bühne sowie „Heim-Sparerhäuser“ der Altenpflege mit insgesamt 429 Seniorenwohnungen, u.a. das Haus „Ichon-Park“. Bremer Filmpreis, Dichterlesungen, kulturelle Programme, Ausstellungen, Skulpturen und Brunnen werden gesponsert.

Die Sparkasse baute, wie viele in Bremen. Am Markt entstand bis 1958 die Filiale mit der Rokoko-Fassade vom zerstörten Pflügerschen Haus an der Schlachte 31B. Das Renaissance-Gebäude, die Stadtwaage an der Langestraße, wurde von 1959 bis 1961 restauriert. Die Strandlust als Eigentum der inzwischen integrierten Sparkasse Vegesack wurde erweitert und modernisiert. Schließlich musste die Zentrale um einen von dem Architekten Gerhard Müller-Menckens geplanten Anbau von 1978 bis 1980 erweitert werden. 1988 erwarb die Sparkasse die Böttcherstraße, um einen Ausverkauf an fremde Investoren zu verhindern.

Neue Technologien für Online-Verbund, Daten, Kommunikation und Service waren die Entwicklung der 1980er Jahre für eine erweiterte Produktpalette.

Ab 1989 hilft im Zuge der Wiedervereinigung Bremen seiner Partnerstadt Rostock und die Sparkassen beider Städte schließen einen Kooperationsvertrag und tauschen „Know-how“ aus.

Die Bilanzsumme erreichte 1989 die 10 Mrd. DM-Grenze. Sie verdoppelte sich zur Jahrtausendwende auf 20. Mrd. DM. Nun gab es 2.307 Beschäftigte. Die großen Geschäfte kamen aber der „kleine“ Sparer blieb, denn rund 50 % aller Sparkonten wiesen 1992 ein Guthaben von weniger als 1.000 DM aus.

Nach Plänen der Architekten Harm Haslob und Peter Hartlich entstand 2001 Am Brill die neue Halle an Stelle eines Teils des Hauptgebäudes.

Am 6. September 2004 gliederte der Verein sein operatives Geschäft auf die neu gegründete Aktiengesellschaft Die Sparkasse Bremen AG aus, welche das Bankgeschäft unverändert fortführt. Der wirtschaftliche Verein Die Sparkasse in Bremen firmiert nunmehr als Finanzholding der Sparkasse in Bremen.

Aktueller Aufsichtsratsvorsitzender ist Gerhard Harder.

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Source : Wikipedia