Slowakei

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Geschrieben von daneel 02/03/2009 @ 07:43

Tags : slowakei, europa, ausland

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Geschichte der Slowakei

Das Großmährische Reich

In der Nordslowakei existierte etwa zwischen 360 und 440 die Nordkarpatische Gruppe der Kultur von Przeworsk, die wahrscheinlich in der Mittelslowakei mit den Vandalen und im Osten mit den Sarmaten identisch war.

In der Südslowakei wurde 375 der letzte der zahlreichen Römisch-Quadischen Kriege, die sich seit Jahrhunderten auf dem Gebiet der Slowakei abspielten, durch eine römische Invasion und einen anschließenden Friedensschluss beendet. Nach diesem Jahr betraten römische Legionen nie wieder slowakischen Boden. Die meisten der in der Südslowakei lebenden Quaden verließen nach etwa 400 Jahren zusammen mit den (seit 165 in der Ostslowakei und seit 360 in der Nordslowakei ansässigen) Vandalen dieses Gebiet. In der südlichen Ostslowakei lebten die Jazygen (1. Jahrhundert bis 380). Zwischen 380 und 455 lebten die Hunnen im heutigen Westungarn und in der Südslowakei. Die Skiren waren nachweislich auch in der Slowakei ansässig, auch bestimmte Gruppen der Goten, ihre genaue Zuordnung ist jedoch nicht möglich. Die Gepiden lebten in der südlichen Ostslowakei zwischen 455 und 567. Die Heruler waren in der Westslowakei und in Südmähren 471–526 ansässig. Die Langobarden lebten etwa 500 bis 540 an der March (bis einschließlich Bratislava).

Nach 471 kam vom Norden auch die erste Hauptwelle der Slawen in die Nordslowakei – die Vorfahren des heutigen Staatsvolkes der Slowakei. Die Slawen verbreiteten sich in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts in der gesamten Slowakei vom Norden und vom Süden und leben hier bis heute.

Die Awaren siedelten sich im heutigen Ungarn nach 568 an. Nach 595 begannen sie, die benachbarten Slawen in der Südslowakei zu unterwerfen, was 623 zur Entstehung des Reiches von Samo führte.

Die Siedlungen aus der Zeit des Reiches des Samo nach dessen Tod im Jahre 658 sind zum Teil mit jenen aus der Zeit des späteren Neutraer Fürstentums und Mährischen Fürstentums (siehe dort) identisch. Die von Samo verjagten Awaren kehrten in die Südslowakei zurück und lebten dort offenbar in Symbiose mit den Slawen.

In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts erreichten die gesamte Slowakei und das benachbarte Mähren einen zivilisatorischen Wendepunkt. Es entstanden dort zahlreiche Burgstätten und zwei Fürstentümer: das Mährische Fürstentum (ursprünglich im heutigen südöstlichen Mähren und in den angrenzenden slowakischen Gebieten) sowie das Neutraer Fürstentum (ursprünglich in der West- und Mittelslowakei und Teilen Nordungarns). Ersteres wird 822 zum ersten Mal erwähnt, sein Zentrum hieß „Morava“ (dt. Mähren, vielleicht das heutige Mikulčice), als Fürst herrschte seit etwa 830 Mojmír I.. Das Zentrum des zweiten hieß Nitrava (später Nitra, dt. Neutra), es wird zum ersten Mal 828 erwähnt, als Fürst herrschte seit etwa 825 Pribina (Privina). Die beiden Fürstentümer entstanden im Zusammenhang mit dem Kampf der Slawen und des Fränkischen Reiches gegen die im heutigen Ungarn und den angrenzenden Gebieten immer noch siedelnden Awaren. Die Awaren wurden in diesem Krieg vernichtend geschlagen und verschwanden anfangs des 9. Jahrhunderts. Auf dem Gebiet der heutigen Slowakei lebten die letzten Awaren in der Umgebung des heutigen Komárno.

Anfangs des 9. Jahrhunderts expandierte das Neutraer Fürstentum, so dass es wohl auch die heutige westliche Karpatenukraine umfasste. Die größten Zentren waren Nitra, Bratislava (einschließlich der heutigen Stadtteile Devín, Devínska Nová Ves), Pobedim, Brekov, Zemplín sowie Feldebrő im heutigen Ungarn. Gleichzeitig ermöglichte der Sieg über die Awaren eine neue Christianisierungswelle in der Slowakei und in Mähren. 828 wurde in Nitra, dem Sitz des Fürsten Pribina, die erste bekannte christliche Kirche der West- und Ostslawen geweiht. Ein Jahr später teilte Ludwig der Deutsche das Gebiet der heutigen Slowakei und des heutigen Mährens dem Bistum von Passau als Christianisierungsgebiet zu. Diese Gebiete waren jedoch zum Teil bereits vorher christianisiert.

833 vertrieb der im Mährischen Fürstentum herrschende Fürst Mojmir I. seinen Nachbarn Pribina aus dem Neutraer Fürstentum und vereinigte beide Fürstentümer. Damit entstand Großmähren. Pribina wurde zum Fürsten des Plattensee-Fürstentums im Südwesten des heutigen Ungarn. Das Neutraer Fürstentum wurde zu einem Lehnfürstentum innerhalb Großmährens, in dem die Thronanwärter des herrschenden Mojmiriden-Geschlechts als Fürsten regierten. Für die slawische (und slowakische) Literatur und Kultur war die großmährische Mission der Slawenapostel Kyrill und Method wichtig. Angriffe der damals noch nomadischen Ungarn zerstörten dann 907 nach den drei Schlachten von Pressburg die Zentralmacht Großmährens.

Die damaligen slawischen Quellen bezeichnen die Bewohner Großmährens als slověne (Slawen; damals etwa slowäne (sehr offenes e) oder slowene (mittleres e) ausgesprochen). Dies war höchstwahrscheinlich die ursprüngliche Eigenbezeichnung aller slawischen Stämme – der Name ist unter anderem auch aus dem Gebiet des heutigen Ungarn, Slowenien, Slawonien, Russland (in der Umgebung von Nowgorod) und Pommern (vergleiche die um 1900 ausgestorbenen Slowinzen) bekannt. Von ihm abgeleitet sind die Eigenbezeichnungen der Slowaken und der Slowenen.

In den 20er Jahren des 10. Jahrhunderts machte Lél (Lehel), einer der ungarischen Stammesführer (die Ungarn bestanden damals noch aus zahlreichen Stämmen), Nitra und die südwestliche Slowakei (das heißt das Tiefland) zu seinem Sitz. Der Rest der Slowakei zerfiel für Jahrhunderte – bis er sukzessive vom 11. bis zum Anfang des 14. Jahrhundert von den Ungarn erobert wurde – in kleine, um bestimmte Burgstätten situierte slawisch/slowakische Fürstentümer. Der Kern der heutigen Slowakei (die Gebiete bis zu den Flüssen Waag und Hornád) wurde aber bereits um 1100 von den Ungarn erobert. Bis 1108 wurde die Slowakei (das Neutraer Fürstentum) als spezielles Gebiet innerhalb des Königreichs Ungarn betrachtet. So deckte sich auch das Gebiet des um 1000 errichteten ungarischen Erzbistums von Esztergom (slow. Ostrihom, dt. Gran) mit dem Gebiet des Neutraer Fürstentums.

Es ist auch wahrscheinlich, dass der Norden (oder möglicherweise der Nordwesten) der heutigen Slowakei am Anfang des 10. Jahrhunderts unter dem Einfluss der sogenannten Weißen Kroaten stand. Dann herrschte im 11. Jahrhundert polnischer Einfluss in den nordslowakischen Landschaften Arwa (Orava) und Zips vor, zumal die Zips im 11. Jahrhundert dem Krakauer Bischof unterstand und die gesamte Slowakei bis zur Donau 1000–1030 vorübergehend von Polen annektiert wurde. Es gibt auch umstrittene Hinweise darauf, dass die Ostslowakei irgendwann in der Mitte des 11. Jahrhunderts zur Kiewer Rus gehörte (siehe auch Geschichte der Karpatenukraine) und dass die Westslowakei etwa 955–975/999 unter böhmischer Oberhoheit stand.

Die im 8. Jahrhundert begonnene slowakische Ethnogenese war nach 955 abgeschlossen, als die Ungarn auf dem Lechfeld geschlagen wurden und beschlossen, definitiv im heutigen Ungarn sesshaft zu werden, wodurch die slawische Bevölkerung dieses Gebietes in die heutigen Slowaken, Slowenen, Kroaten usw. aufgespalten wurde.

Der seit dem 11. Jahrhundert intensiv betriebene Bergbau und die vor allem seit dem 13. Jahrhundert (nach dem großen Mongoleneinfall von 1241/1242) angekommenen deutschen Siedler machten aus der Slowakei im Mittelalter, aber auch noch bis ins 18. Jahrhundert, das wohlhabendste Gebiet des Königreichs Ungarn. Um 1400 erreichte die Gold- beziehungsweise Silbergewinnung in der Slowakei 40 % beziehungsweise 30 % der gesamten damaligen Weltproduktion. Auch die ersten mittelalterlichen Städte des Königreichs entstanden ab dem 13. Jahrhundert überwiegend auf dem Gebiet der heutigen Slowakei.

Um das Jahr 1300 wurde die Slowakei de facto von den Adeligen Mattäus Csák III. von Trentschin (Čák, Chak, Chaak, Czak) in der West- und Mittelslowakei und Omodej (Amadeus, Amadé) von Aba in der Ostslowakei regiert.

1412 verpfändete Sigismund von Luxemburg einige Städte der Zips an Polen-Litauen. Die Städte verblieben unter polnisch-ungarischer Verwaltung bis 1772. 1419–1437 musste Sigismund von Luxemburg auch in der Slowakei gegen die tschechischen Hussiten kämpfen. 1440–1453 besetzte der tschechische Adlige Johann Giskra (Ján Jiskra) die Slowakei im Zuge der Thronkämpfe im Königreich Ungarn für die Habsburger. 1445–1467 folgten Kämpfe der Herrscher Ungarns gegen die post-hussitischen rebellischen Bratríci in der Slowakei. 1467 entstand in Pressburg die erste Universität auf dem Gebiet der Slowakei und damals die einzige Universität im Königreich Ungarn.

Die Regierung der aus Polen stammenden Jagiello-Könige (1490–1526) war durch Anarchie im gesamten Königreich gekennzeichnet, die dann letzten Endes zur Katastrophe von Mohács im Jahre 1526 führte.

Obwohl die Slowakei formal Bestandteil von Ungarn blieb, gingen am Anfang des 16. Jahrhunderts mit der türkischen Eroberung des heutigen Ungarns mehr als 400 Jahre magyarisch geprägter Politik zu Ende, und es setzte sich eine vom Haus Habsburg bestimmte Politik durch. Pressburg wurde zur Haupt- und Krönungsstadt Ungarns (1536) und Trnava (dt. Tyrnau, ungar. Nagyszombat) zum Sitz des Erzbischofs (1541).

Außerdem setzte sich nach 1521 in der Slowakei die Reformation durch. Im 17. Jahrhundert begann jedoch eine sehr erfolgreiche Gegenreformation, die aus der weitgehend protestantischen Slowakei langsam wieder ein weitgehend katholisches Land machte.

Parallel zum fast ununterbrochenen Kampf gegen die Osmanen (1520–1686), die auch Teile der südlichen Mittelslowakei eroberten und in der restlichen Slowakei plünderten, folgten 1604–1711 mehrere anti-habsburgische Aufstände, nämlich der Aufstand von Stephan Bocskay (1604–1606), der Aufstand von Gabriel Bethlen (1619–1626), der Aufstand von Georg Rákóczi I. (1644–1645), die Verschwörung Wesselényis (1664–1671), der erste Kuruzenfeldzug (1672), der Kuruzen-Partisanenkrieg (1672–1678), der Aufstand von Emmerich Thököly (1678–1687/1688) und der Aufstand von Franz II. Rákóczi (der „Kuruzenkrieg“, 1703–1711). Gemeinsame Charakteristika der Aufstände waren, dass sie gegen die Habsburger, gegen die Gegenreformation und gegen den Wiener Zentralismus gerichtet waren und in der Regel von den Osmanen unterstützt wurden. Jeder von ihnen hatte aber darüber hinaus auch ganz spezifische Ursachen. Bis auf den Kuruzenkrieg und die Verschwörung Wesselényis spielten sie sich fast ausschließlich auf dem Gebiet der heutigen Slowakei ab und begannen in Siebenbürgen. Ihre Anführer waren oft zugleich Fürsten von Siebenbürgen.

Nach fast 200 Jahren antitürkischer Kämpfe (1520–1686) und anti-habsburgischer Aufstände (1604–1711) in der Slowakei bedeutete der Frieden von Sathmar/Satu Mare (1711) den Beginn einer langen Friedensperiode. Diese ermöglichte eine deutliche wirtschaftliche, soziale und kulturelle Konsolidierung. Etwa 92 % der Last des Wiederaufbaus des Königreichs Ungarn mussten die Städte und die Hörigen in der Slowakei tragen. Die Slowaken bevölkerten die entvölkerten Gebiete im Süden (seit 1690). In der Slowakei lebten 50 % der Gesamtbevölkerung des Königreichs Ungarn, das slowakische Wirtschaftspotential war um 1400 % höher als das des von den Türken zurückeroberten Restungarns, und 70 % der Handwerker und Kaufleute Ungarns waren in der Slowakei ansässig.

Gerade als am Ende des 18. Jahrhunderts Pressburg die größte Stadt im Königreich Ungarn geworden war, verlegte Kaiser Joseph II. 1784 die ungarischen Zentralbehörden nach Buda (slow. Budín, dt. Ofen). Allerdings fanden in Pressburg noch bis 1830 Krönungen und bis 1848 Sitzungen des Landtags statt. Die Bedeutung der Slowakei nahm in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts deutlich ab.

Die 1789 ausgebrochene Französische Revolution hatte auch Auswirkungen in der Slowakei und im restlichen Ungarn. 1794 entstand unter ihrem Einfluss die sogenannte Bewegung der Jakobiner des Königreichs Ungarn, die so genannte Verschwörung von Ignjat Martinović (slow. Ignác J. Martinovič, ung. I. Martinovics). Es waren etwa 200 Personen im ganzen Land beteiligt, darunter auch sehr viele Slowaken. Ihr Ziel war die Schaffung einer demokratischen Republik nach französischem Vorbild, die Abschaffung der Monarchie und die Umwandlung Ungarns in eine Föderation bestehend aus den Provinzen Ungarn, Slowakei, Illyrien und Walachei. Die Verschwörung wurde aber verraten.

Auch die Napoleonischen Kriege berührten die Slowakei: Durchzug russischer Truppen (1789–1800), Besetzung von Pressburg durch napoleonische Truppen im November 1805 und Dezember 1805 mit Unterzeichnung des (vierten) Friedens von Pressburg nach der Schlacht von Austerlitz; 1809 mit Unterzeichnung eines Waffenstillstands durch Napoleon und Sprengung der Burg Devín/dt. Theben. Das Königreich Ungarn verlor in den Napoleonischen Kriegen insgesamt 120.000 Soldaten, von denen ein großer Teil auch aus der Slowakei stammte. Der Kaiser rief 1812–1825 den Landtag von Pressburg nicht ein, da dieser seine finanziellen Forderungen nach dem Staatsbankrott der österreichischen Monarchie (1811) nicht erfüllen wollte. 1815 fanden viele Verhandlungen im Rahmen des Wiener Kongresses auch im benachbarten Pressburg statt.

Im Mai 1831 breitete sich in der Ostslowakei von Galizien her die Pest aus. Die anschließenden Hygienemaßnahmen der Behörden haben bei der ungebildeten und hungernden Bevölkerung im Sommer den Ostslowakischen Bauernaufstand (auch Choleraaufstand genannt) ausgelöst, an dem 40.000 Aufständische beteiligt waren.

Während am Anfang des 17. Jahrhunderts etwa 90 % der Bevölkerung der Slowakei protestantisch waren, wendete sich im 18. Jahrhundert (nach 1711) das Blatt, und die Protestanten wurden (bis heute) langsam zu einer Minderheit. Im katholischen Bereich nahm Kaiser Joseph II. den Bischöfen das Recht, Priester zu erziehen, und richtete stattdessen staatliche Generalseminare ein. Eines davon wurde 1783 in Pressburg errichtet und spielte eine wichtige Rolle bei der nationalen Bewegung der Slowaken.

Die zwanziger Jahre des 18. Jahrhunderts brachten eine wichtige Neuerung – die Manufakturen (seit 1722, größere Verbreitung erst 1784). Die Anfänge der industriellen Revolution (Industrialisierung) und damit auch die ersten Fabriken in der Slowakei reichen zwar bis in die 1820er und 1830er Jahre zurück, die meisten Fabriken entstanden aber erst am Ende des 19. Jahrhunderts. Das 18. Jahrhundert wird auch als das Goldene Zeitalter des slowakischen Bergbaus bezeichnet. Im 19. Jahrhundert wurde der jahrhundertelange Abbau von Edelmetallen, deren Menge nach mehreren Jahrhunderten Ausbeutung langsam aufgebraucht wurde, durch den Abbau von Eisenerz ersetzt. Das Slowakische Erzgebirge wurde zum Hauptgebiet der Eisenerzförderung im Königreich. 1831 wurden in der Slowakei 78 % der Roheisen- und 64 % der Gusseisenproduktion des Königreichs Ungarns produziert.

Die wichtigsten Industriezentren der Slowakei waren Pressburg und Košice (dt. Kaschau). Nachdem die Zentralbehörden 1784 von Pressburg nach Buda verlegt worden waren, wurde Pressburg im Laufe der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Buda in seiner Rolle als wichtigstes Wirtschafts- und Industriezentrum des Königreichs Ungarn abgelöst.

Erst 1840 wurde zwischen Pressburg und dem Vorort Svätý Jur die erste (Pferde)Eisenbahnlinie im Königreich Ungarn eröffnet. 1848 folgte die Verbindung Pressburg–Wien (zugleich die erste Dampfeisenbahnlinie auf dem Gebiet der heutigen Slowakei) und 1850 Pressburg–Pest (Stadt).

Im Bereich von Kultur und Sprache wurde 1714 der größte slowakische Gelehrte des 18. Jahrhunderts, Matej Bel (Bél Mátyás, Matthias Bél), Rektor des 1607 gegründeten Evangelischen Lyzeums in Pressburg. 1735 entstand in Banská Štiavnica (dt. Schemnitz) eine Bergbauschule, aus der 1762 die berühmte erste Bergbauhochschule der Welt entstand. 1819 wurde der Slowake Kardinal Alexander Rudnay Erzbischof von Esztergom. Er förderte unter anderem die slowakische religiöse Literatur und krönte 1830 den letzten ungarischen König, der in Pressburg gekrönt wurde.

1784 wurde im Rahmen der Zentralismusbestrebungen Josephs II. Deutsch (statt Latein) als Amtssprache und Unterrichtssprache im Königreich Ungarn eingeführt (1790 aufgehoben). Die Folge war ein zunehmender magyarischer Nationalismus. 1790 und 1792 wurden vom Landtag die ersten Gesetze zur Förderung der ungarischen Sprache auf Kosten der anderen im Königreich verwendeten Sprachen verabschiedet. Damit begann die Magyarisierung der nichtmagyarischen Bevölkerung des Königreichs, die dann im 19. Jahrhundert sukzessive zunahm. Die Magyaren (= ethnische Ungarn), vor allem deren Adel, fingen an, sich als das einzige Staatsvolk im Königreich Ungarn zu betrachten, in dem sie jedoch nur eine Minderheit der Bevölkerung ausmachten. Seit den 1920er Jahren gab es aber bereits eindeutige und offene Bestrebungen, das Königreich in einen Staat mit Ungarisch als einziger Sprache umzuwandeln. Es gab Adlige, die eine allmähliche Assimilierung der Nichtmagyaren Ungarns erreichen wollten (mittlerer Adel unter der Führung von István Széchenyi), aber auch solche, die radikal einen magyarischen Nationalstaat schaffen wollten (niederer Adel unter der Führung von Lajos Kossuth). In den 1830er Jahren setzte sich die radikale Gruppierung durch. In den 1840er Jahren wandte sich diese vor allem gegen die Slowaken. In den 1830er und 1840er, vor allem 1844, wurde Latein, das etwa 1000 Jahre als Amtssprache im Königreich verwendet worden war, sukzessive durch die ungarische Sprache ersetzt, was auf heftigen Widerstand der Nichtmagyaren stieß.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts folgte in der Slowakei eine längere Friedensperiode. Bis 1867 zum Österreichisch-Ungarischen Ausgleich hatten die deutschen Österreicher die Vorherrschaft im Königreich Ungarn, einschließlich der Slowakei, seit 1867 hingegen die Magyaren als das nunmehr zweite „Herrschervolk“.

Die Amtssprache in der Slowakei war 1849–1868 Deutsch (Gerichtssprache überwiegend Ungarisch), wobei im Kontakt mit der einfachen slowakischen Bevölkerung auch Slowakisch toleriert wurde. 1860–1868 waren Deutsch und Ungarisch die Amtssprachen. Seit 1868 war Ungarisch die fast ausschließliche Amtssprache.

In der Slowakei und den anderen Teilen der Habsburgermonarchie konnte man sich während der neoabsolutistischen Ära Bach (1851–1859) nationalen Aktivitäten kaum widmen. Die Anführer der Slowaken Ľudovít Štúr sowie sein Kollege Jozef Miloslav Hurban waren beispielsweise als „verdächtige Personen“ unter ständiger polizeilicher Aufsicht. Die Aktivitäten wurden erst nach 1861 verstärkt wieder aufgenommen.

Hinsichtlich der slowakischen Schriftsprache nahm diese 1851 bei einem Treffen slowakischer Persönlichkeiten im Prinzip endgültig ihre heutige Form an. Im gleichen Jahr führte die Regierung in Wien in der Slowakei vorübergehend das „Altslowakische“ als Amtssprache ein (siehe auch Ján Kollár).

Am 6. und 7. Juni 1861 wurde an einer Versammlung von 6000 slowakischen Persönlichkeiten in der Stadt Martin das Memorandum der slowakischen Nation verabschiedet, das unter anderem die Schaffung einer selbständigen Gebietseinheit auf dem Gebiet der Slowakei (der „Slowakischen Gegend“), die Anwendung des Slowakischen in den slowakischen Komitaten, der Schaffung eines Lehrstuhls für die slowakische Sprachen an der Universität von Pest, der Möglichkeit der Gründung von slowakischen Kultur- und Literaturvereinen u. ä. verlangte. Im Dezember legten die Slowaken dann dem Kaiser das modifizierte sog. Wiener Memorandum vor, in dem sie bereits einen eigenen Landtag und ein eigenes Kronland verlangten. Der Kaiser erlaubte daraufhin den Slowaken zumindest aus eigenen Mitteln drei einzig slowakischsprachige Gymnasien (1862 Veľká Revúca, 1867 Martin, 1869 Kláštor pod Znievom) sowie vor allem 1863 die Slowakische Matica (Matica slovenská (matica bedeutet auf Serbisch „Quelle/Bienenkönigin“) die Benennung geht auf die 1826 gegründete serbische Matica zurück), eine Gesellschaft zur Pflege der slowakischen Sprache, Kultur und Wissenschaft, zu gründen. Der erste Vorsitzende der Matica war Štefan Moyzes, ihr Sitz war Martin. Mangels anderer slowakischer Institutionen avancierte die Matica zu einer Repräsentantin der Slowaken und knüpfte Kontakte mit anderen Kultur- und wissenschaftlichen Institutionen Europas.

Politisch gab es in der Slowakei in den 1860er und 1870er Jahren zwei Gruppierungen. Dabei handelte es sich zum einen um die Alte slowakische Schule (Stará škola slovenská), die für die traditionelle Zusammenarbeit der Slowaken mit Wien gegen die Magyaren war. Die wichtigsten Vertreter waren Jozef Miloslav Hurban, Štefan Marko Daxner und Janko Francisci. Aus dieser Gruppierung entstand 1871 die Slowakische Nationalpartei. Die zweite, kleinere Gruppierung war die Neue slowakische Schule (Nová škola slovenská), die sich für eine Verständigung mit den Magyaren einsetzte und bis 1875 bestand.

Nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich von 1867 zerfiel die österreichische Monarchie in zwei nur lose verbundene Teile, die inoffiziell als Cisleithanien und Transleithanien bezeichnet wurden. Während in den folgenden Jahren in Cisleithanien (Österreich) das Leben zunehmend demokratischer und liberaler wurde, wurde in Transleithanien (Ungarn) mehr oder weniger das feudale System aufrechterhalten. Die Unterdrückung nicht-magyarischer Nationen nahm deutlich zu und das wirtschaftliche Niveau war deutlich niedriger als in Cisleithanien.

1869 wurde Jozef Miloslav Hurban, eine der führenden Persönlichkeiten der Slowaken, von den ungarischen Behörden ins Gefängnis gesteckt, er wurde aber nach Kritiken in Wiener Zeitungen aufgrund einer Anordnung des österreichischen Kaisers 1870 wieder entlassen. 1874–1875 ließen die ungarischen Behörden die einzigen slowakischen Mittelschulen (Gymnasien) schließen. Während der Regierung von Kálmán Tisza (1875–1890) folgte 1875 die Schließung der Matica slovenská, deren durch Schenkungen der Slowaken und des Kaisers entstandenes Vermögen beschlagnahmt wurde und die dadurch bis heute zum nationalen Symbol der Slowaken avancierte. Unter diesem Premierminister, der 1875 sagte, dass er keine slowakische Nation kenne, wurden die Slowaken nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich unterdrückt. Zahlreiche Gewerbebetriebe der Slowaken wurden als „panslawistische Unternehmen“ bezeichnet und nur aus diesem Grund geschlossen.

Nach den Landtagswahlen von 1865 gelangte kein Slowake (1869: 4, 1872: 3, 1875/1881/1896: 0, 1901: 4, 1905:2, 1906: 7, 1910: 3) in den 415-köpfigen ungarischen Landtag, obwohl den Slowaken nach den Volkszählungen etwa 40–50 Sitze zugestanden hätten. An den Wahlen von 1878 und 1884–1901 nahm die Slowakische Nationalpartei aus Protest gegen die Wahlmanipulationen nicht teil. Nur die reichsten oder adeligen Staatsbürger (5 % der Bevölkerung) waren wahlberechtigt, Korruption, Gewaltakte bei der Wahl, Verhaftungen nichtmagyarischer Kandidaten, Streichungen slowakischer Persönlichkeiten von der Wahlliste waren üblich.

Die slowakischen Politiker wurden erst in der zweiten Hälfte der 1890er Jahre wieder aktiv. Die Slowakische Nationalpartei zerfiel zu dieser Zeit in mehrere Strömungen: Die katholische Strömung unter der Führung des Priesters Andrej Hlinka gründete 1906 beziehungsweise 1913 die Slowakische Volkspartei, die später im 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle spielte. Eine andere Strömung stellten die sogenannten Hlasisten dar – dies waren slowakische Studenten in Prag, Wien und Budapest. Sie stand unter starkem Einfluss des Prager Professors Tomáš Garrigue Masaryk. Diese Strömung wurde 1909 durch die ebenfalls liberalen und pro-tschechoslowakisch ausgerichteten Prúdisten ersetzt. Die Hlasisten und die Prúdisten engagierten sich für die Entstehung der Tschechoslowakei. Die letzte Strömung stellte die Bauernbewegung unter der Führung von Milan Hodža dar, die vor dem Ersten Weltkrieg eine Zusammenarbeit mit dem Thronfolger Franz Ferdinand anstrebte, der sich für eine Föderalisierung Österreich-Ungarns einsetzte. Zusätzlich zur Slowakischen Nationalpartei entstand unter dem Einfluss tschechischer Sozialdemokraten 1905 die Slowakische Sozialdemokratische Partei (seit 1906 autonome Fraktion der Ungarischen Sozialdemokratischen Partei). Sie verlangte neben sozialdemokratischen Errungenschaften auch die völlige Gleichbehandlung der Slowaken.

1907 wurde der Priester Andrej Hlinka aufgrund konstruierter Anschuldigungen von ungarischen Behörden ins Gefängnis gesteckt. 1909 wurde er vom Heiligen Stuhl für unschuldig erklärt. 1907 ereignete sich auch der Zwischenfall von Černová, der die Aufmerksamkeit der Welt auf die Verhältnisse in Ungarn lenkte: Ungarische Gendarme erschossen in diesem Dorf 15 Bewohner (einschließlich schwangerer Frauen und Kinder), verletzten 12 schwer und steckten 40 weitere Dorfbewohner ins Gefängnis, weil sie verhindern wollten, dass ihre neue von ihnen erbaute Kirche von einem ungarischen Priester statt von dem dort geborenen Andrej Hlinka geweiht wurde. Diese Tat wurde neben der ausländischen Presse unter anderem auch vom Vorsitzenden des österreichischen Parlaments und vor allem von den tschechischen Abgeordneten dieses Parlaments kritisiert.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einer Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den Tschechen und Slowaken. Neben den Aktivitäten slowakischer Studenten in Prag (siehe oben Hlasisten) hatten praktisch alle slowakischen politischen Strömungen Kontakte zu den Tschechen. Einige Jahre vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs entstand auch eine intensive Zusammenarbeit der tschechischen und slowakischen Auswanderer in den USA. Es gab aber auch viele Slowaken, die mit den ebenfalls im Königreich Ungarn lebenden Kroaten, Serben, Ruthenen und Rumänen sowie mit den Russen intensive Kontakte pflegten.

Auch die amerikanischen Slowaken waren sehr aktiv. Um 1900 bestanden in den USA bereits 12 wichtige slowakische Vereine, die unter anderem mehr Zeitungen und Zeitschriften herausgaben, als es in der Slowakei selbst der Fall war. 1893 wurde in Chicago die Slowakische Matica in Amerika gegründet, die die Tätigkeit der 1875 verbotenen Matica fortsetzte. 1907 wurde in Cleveland (Ohio) die Slovak League of America gegründet, die die finanzielle und politische Unterstützung der Slowakei zum Ziel hatte.

Nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 erreichte die Magyarisierung, die in den Jahren nach der Revolution (das heißt 1849–1860) vorübergehend eher durch eine Germanisierung ersetzt worden war, ihren Höhepunkt. Sie wurde zur offiziellen Staatsideologie erklärt. 1868 wurden alle Bürger Ungarns per Gesetz zu Mitgliedern „einer einzigen untrennbaren ungarischen Nation“, obwohl noch 1850 wenger als 50 % der Bevölkerung des Königreichs Ungarn Magyaren waren. Das Ungarische wurde zudem zur einzigen Staatssprache erklärt. Die drei einzigen slowakischen Gymnasien in der Slowakei (die von den Slowaken selbst gegründet worden waren) wurden 1874–1875 wegen „Panslawismus“ geschlossen. Seither gab es bis 1918 in der Slowakei keine einzige slowakische Mittelschule mehr. 1875 wurde die Slowakische Matica geschlossen. 1879–1893 wurde durch mehrere Gesetze die ungarische Sprache in den Kindergärten (1891) und Volksschulen (1879) als einzige Sprache vorgeschrieben.

In mehreren Etappen, zunächst noch zögerlich, wurde unter Ministerpräsident Kálmán Tisza, jede nationale Äußerung zusehends unmöglich gemacht. Die Situation war mit der Leugnung der Existenz der slowakischen Nation durch Tisza verhärtet. Zwischen 1872 und 1900 sank die Anzahl der slowakischsprachigen Volksschulen im gesamten Königreich von 1822 auf 528 (-71 %) und jene der deutschen von 1232 auf 383 (-69 %), während die Anzahl der ungarischsprachigen Volksschulen von 5.819 auf 10.325 anstieg (+77 %). Entsprechend dem offiziellen Anteil der slowakischen beziehungsweise deutschen Schüler hätten damals dabei die Slowaken und Deutschen ungefähr viermal so viele Schulen benötigt. Slowakischen Studenten, die an magyarischen Schulen studierten (was praktisch immer der Fall war), war es verboten, sich in oder außerhalb der Schule auf Slowakisch zu unterhalten und slowakische Bücher oder Zeitungen zu besitzen, sonst mussten sie die Schule verlassen. In den 1890ern wurden zahlreiche slowakischsprachige Theatervorstellungen sowie diverse Vereine (zum Beispiel 1896 der Literaturverein von Myjava) verboten. 1898 trat ein Gesetz in Kraft, nach dem sämtliche Gemeinden im Königreich unabhängig von ihrer Bevölkerung nur ungarische Namen tragen durften. Geplante Protestversammlungen der Slowaken, Serben oder Rumänen gegen diese und andere Magyarisierungsgesetze wurden verboten und Autoren von Protestartikeln in Zeitungen verhaftet.

1907 folgte dann mit den Apponyischen Schulgesetzen (benannt nach dem damaligen Schulminister Albert Apponyi) der Höhepunkt der Magyarisierung: Aufgrund dieses Gesetzes durften Slowakisch und Deutsch nur noch 1 Stunde pro Woche als Fremdsprache unterrichtet werden. Äußerst negative Folgen hatten die Gesetze an der weltberühmten Bergbauakademie in Banská Štiavnica, an der die zahlreichen ausländischen Studenten, vor allem Deutsche, den Vorlesungen nicht mehr folgen konnten und umziehen mussten (meist nach Vordernberg oder Leoben).

Im kirchlichen Bereich wurden Priester, die nicht auf Ungarisch arbeiten wollten, in die ärmsten Dörfer in den Bergen geschickt. Für Priester(schulen) galt, dass sie für den bloßen Besitz slowakischsprachiger Bücher genauso wie für die Anwendung der slowakischen Sprache, diverse Strafen hinnehmen mussten.

1883 beziehungsweise 1885 wurden von den Behörden die Vereine FMKE (Felsőmagyarországi Magyar Közművelődési Egyesület / Ungarischer Bildungsverein für Oberungarn) beziehungsweise der MTK (Magyarországi Tót Közművelődési Egyesület / Bildungsverein für ungarländische Slowaken) gegründet, die speziell die Magyarisierung der slowakischen Bevölkerung zur Aufgabe hatten. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden (nach manchen Quellen bis zu 60.000) slowakische Kinder aufgrund behördlicher Anordnungen unter der Schirmherrschaft des FMKE zum Arbeitsdienst in ungarischsprachige Teile des Königreichs geschickt (vor allem in den Jahren 1887 und 1892).

Die rigorose Magyarisierungspolitik, die vor allem unter der slowakischen und deutschsprachigen Bevölkerung Transleithaniens Erfolge verzeichnete, ließ den Bevölkerungsanteil der Magyaren auf knapp über die Hälfte anwachsen. Zwischen 1880 und 1910 stieg der Prozentsatz der sich als Magyaren bekennenden Bürger Ungarns (ohne Kroatien) von 44,9 auf 54,6 Prozent. Mit Hilfe eines reaktionären Wahlrechts, das nur den privilegierten Teil der Bevölkerung zur Wahl zuließ, 1913 waren nur 7,7 % der Gesamtbevölkerung wahlberechtigt (oder durften öffentliche Ämter bekleiden). Eine Pseudo-Reform kurz vor Kriegsende sah ganze 13 % als wahlberechtigt vor. Damit wurde die reaktionäre Struktur des Vielvölkerstaates Ungarn zementiert.

Im Zeitraum von 1850 bis 1918 wurde auch das bis dahin rückständige Königreich Ungarn von der Modernisierung und Verstädterung erfasst. Die Slowakei zählte zu den industriereichsten Gebieten des Königreichs Ungarn, wobei jedoch das Königreich Ungarn als solches industriell noch sehr rückständig war. Außerhalb der wichtigsten Industriegebiete der Slowakei, Bratislava/Pressburg und der Zips, gab es jedoch zahlreiche Gebiete, vor allem in der Ost- und Nordslowakei, in denen die Bevölkerung hungerte. Diese Entwicklung wurde auch durch den langsamen Niedergang des einst so wichtigen slowakischen Bergbaus sowie durch die Tatsache bestärkt, dass im Sinne der Magyarisierungspolitik die Slowaken beispielsweise nicht bei der Bahn oder in der öffentlichen Verwaltung arbeiten durften.

Die Folge der Armut, der Pestepidemie von 1872–1873 (bei der 2,3 % der Slowaken starben) und zum Teil auch der repressiven Magyarisierung war eine massenweise Auswanderung von Slowaken, Deutschen und Ruthenen, die in einem größeren Ausmaß am Ende der 1870er begann und am Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte. Ungefähr 40–50 % der Auswanderer aus dem Königreich Ungarn stammten aus den Komitaten in der Slowakei, vor allem aus der Ostslowakei. 1871–1914 wanderten etwa 650.000 Menschen, meist Slowaken, aus der Slowakei aus, davon 500.000 in die USA (vor allem an die Ostküste) und 150.000 in andere Teile des Königreichs Ungarn (Budapest, Transdanubien, Siebenbürgen) und nach Europa (vor allem nach Wien). Dabei hatte die Slowakei im Jahre 1890 lediglich 2,6 Millionen Einwohner.

Die amerikanischen Slowaken trugen deutlich zur Aufrechterhaltung des slowakischen Nationalbewusstseins sowie zu der späteren Entstehung des Staates Tschechoslowakei bei. Die 500.000 amerikanischen Slowaken machten knapp vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs zahlenmäßig etwa ein Viertel aller Slowaken aus. Bereits 1860 und in den folgenden Jahren kämpften die ersten slowakischen Auswanderer im Rahmen der von dem Slowaken Gejza Mihalóci (nach dem das Fort Mihalotzy in Tennessee benannt wurde) gegründeten slawischen Militäreinheit Slavonian Lincoln Rifle Company im US-amerikanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Nordstaaten.

1918 schloss sich die Slowakei mit den vorher von Österreich beherrschten tschechischen Ländern Böhmen und Mähren zur Tschechoslowakei zusammen.

Kurz nach dem Inkrafttreten des auf deutschen Druck am 30. September 1938 zustandegekommenen Münchner Abkommens erhielt die Slowakei die Autonomie und verlor aufgrund des Wiener Schiedsspruchs vom 2. November 1938 ihre südlichen Gebiete an Ungarn.

Unter dem Druck Hitlers, der mit einer Aufteilung des Landes zwischen Polen und Ungarn drohte, und tschechischer Truppen, die auf slowakisches Gebiet vorgerückt waren, erklärte das slowakische Parlament die Slowakei am 14. März 1939 als Erste Slowakische Republik für unabhängig. Der Staat stand unter starkem Einfluss Deutschlands, mit dem es kurz nach der Unabhängigkeitserklärung am 23. März einen sogenannten Schutzvertrag schloss. Damit wurden dem Deutschen Reich weitreichende Einflussmöglichkeiten in die slowakische Wirtschaft und Außenpolitik eingeräumt. Außerdem wurde dem Deutschen Reich erlaubt, einen Streifen entlang der Grenze zu Mähren (dem Verlauf der Ostränder der Kleinen und Weißen Karpaten sowie des Javorník-Gebirges folgend) als „Schutzzone“ militärisch zu besetzen. Die deutsche Erklärung, die Integrität des slowakischen Territoriums zu schützen, erwies sich schon bald als unwirksam, als Ungarn von Osten angriff und Teile der Ostslowakei besetzte (siehe Slowakisch-ungarischer Krieg). 1939 griffen deutsche Truppen auch von der Slowakei aus und unter Beteiligung slowakischer Verbände Polen an. Spätestens 1944 wurde der nationalsozialistische Genozid in Folge des Slowakischen Nationalaufstandes systematisch auf die Slowakei ausgedehnt.

Verschleppungen der Slowaken oder der Roma fanden nicht statt. Die Juden wurden aber nach ständigem Druck Deutschlands in Arbeitslager ins Ausland verschleppt. Nachdem jedoch publik wurde, um was für Arbeitslager es sich in Wirklichkeit handelte, wurden die Transporte gestoppt. Sie wurden erst Ende 1944 wieder aufgenommen. Ursache hierfür war der Slowakische Nationalaufstand. Viele Slowaken waren im August 1944 in diesem militärisch gescheiterten aber für die Nachkriegszeit wichtigen Aufstand gegen Hitler beteiligt. Infolgedessen wurde die Slowakei auch komplett militärisch besetzt.

Im Gegenzug kam der Ort Lekárovce zur Tschechoslowakei.

Die deutsche Bevölkerung wurde vor dem Kriegsende größtenteils vor der heranrückenden Roten Armee evakuiert, zum Teil wurde sie auch vertrieben (siehe Karpatendeutsche). Bei der ungarischen Bevölkerung kam es zu einem teilweisen „Bevölkerungsaustausch“ (siehe Ethnische Entwicklung der Slowakei).

Die heutige Slowakei entstand am 1. Januar 1993 durch eine auf friedlichem Wege erfolgte staatliche Trennung von den tschechischen Landesteilen. Viele empfanden den Regierungsstil von Vladimír Mečiar als eigensinnig und chauvinistisch (insbesondere gegenüber der ungarischen Minderheit).

Bis 1998 weigerte sich Mečiar, mit russischer Unterstützung, den Energiesektor des Landes zu privatisieren, und wurde deshalb von der Europäischen Union als „Diktator“ bekämpft. Es wurden Handelssperren mit vormals wichtigen Handelspartnern wie Jugoslawien, Syrien und Libyen verhängt.

1998 erhielt Mečiars Partei mit 27 % die meisten Stimmen, konnte jedoch keine Koalition zusammenstellen, so dass Mikuláš Dzurinda Premierminister wurde.

In der Amtszeit Mikuláš Dzurindas und des Präsidenten Rudolf Schuster stabilisierte sich das Land politisch und wurde stärker für ausländische Investoren geöffnet. Die Wirtschaft verzeichnet seit 1994 ein ununterbrochenes, meist starkes Wachstum. Die Arbeitslosenquote lag Ende 2001 bei 19,8 %, seitdem ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Bei den Wahlen 2002 zeigten die EU und die USA offen ihre Antipathie gegenüber Mečiars Partei, indem sie die anderen Parteien finanziell unterstützen. Außerdem drohte man, bei einem Sieg Mečiars hätte die Slowakei keine Chance auf einen EU-Beitritt.

Bei den Präsidentschaftswahlen 2004 erreichte Mečiar im ersten Wahlgang die meisten Stimmen, verlor aber die Stichwahl gegen seinen ehemaligen Parteifreund Ivan Gašparovič.

Seit dem 29. März 2004 ist die Slowakei Mitglied der NATO und wurde am 1. Mai 2004 in die Europäische Union aufgenommen.

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Slowakei in der frühen Neuzeit

Dieser Artikel ist Teil des Artikels Geschichte der Slowakei.

Am 29. August 1526 erlitten die Truppen des Königreichs Ungarn eine vernichtende Niederlage von den Türken (dem Osmanischen Reich) bei Mohács, bei der auch der König Ludwig II. ums Leben kam. Einen Tag später flüchtete seine Frau Maria sowie der königliche Hof aus Buda/Ofen nach Pressburg (heute Bratislava). Die riesige eintägige Schlacht gilt in der Geschichte der Slowakei als die Grenze zwischen dem Mittelalter und der Neuzeit.

Im November 1526 hat eine Gruppe der Adeligen Johann Zapolya durch den slowakischen Bischof Štefan Podmanický aus Nitra/Neutra zum König krönen lassen. Johann Zapolya war der reichste Adlige des Königreichs, Herzog von Siebenbürgen, und er besaß riesige Besitztümer auch in der Slowakei. Im Dezember desselben Jahres hat allerdings eine andere Gruppe den Habsburger Ferdinand I., den Bruder von Maria, zum König gewählt und ein Jahr später vom selben Bischof krönen lassen. 1527–1538 folgte ein Bürgerkrieg, in dem die Anhänger der beiden Gegenkönige gegeneinander kämpften und der sich sehr oft in der Slowakei abspielte. 1528 wurde dabei Johann Zapolya ein Vasall und Verbündeter der Osmanen. Nach dem Frieden von Oradea/Großwardein von 1538 blieb Zapolya die Ostslowakei, die Karpatoukraine und Siebenbürgen und Ferdinand die übrige Slowakei sowie die von den Türken noch nicht in der Zwischenzeit besetzten Gebiete des Königreichs Ungarn (d. h. West- und Mittelslowakei, Burgenland, Kroatien). Außerdem wurde vereinbart, dass die Habsburger die Gebiete von Zapolya nach dessen Tod erhalten werden.

1543 haben dann die Türken auch Esztergom/Gran erobert wodurch die türkische Grenze zum ersten Mal die heutige Slowakei erreichte. Esztergom/Gran wurde zur Ausgangbasis für türkische Feldzüge in die angrenzende habsburgische Slowakei. Ein türkisches Feldzug von 1552 leitete im Prinzip einen langen türkisch-habsburgischen Krieg ein, der mit Unterbrechungen bis 1568 (Frieden von Edirne) dauerte. Hierbei eroberten die Türken 1552-1554 auch weitere Gebiete in der südlichen Mittelslowakei – die Gebiete um die Städte Šahy, Ďarmoty, Szécsény, Fiľakovo und Šalgovo. Von Fiľakovo aus plünderten die Türken zudem oft in den slowakischen Bergbaustädten sowie in der Zips. Im Prinzip aber änderten sich die türkisch-habsburgischen Grenzen in der Slowakei ständig. In den türkisch-habsburgischen Grenzgebieten mussten die Bewohner (auch noch im 17. Jahrhundert) die Drangsal und die Plünderungen beider Seiten ertragen.

1568 bis 1592 folgte eine verhältnimäßig ruhige Periode. In den 1570er Jahren wurde die heutige Stadt Nové Zámky/Neuhäusel als eine völlig neue Grenzfestung gebaut.

Obwohl die Slowakei formal Bestandteil von Ungarn blieb, gingen am Anfang des 16. Jahrhunderts mit der türkischen Eroberung des heutigen Ungarns mehr als 400 Jahre magyarisch geprägter Politik zu Ende und es setzte sich vom Haus Habsburg bestimmte Politik durch. So hatte beispielsweise 1531–1848 in Pressburg die von Kaiser Ferdinand gegründete Ungarische Kammer, die oberste Wirtschafts- und Verwaltungsbehörde, ihren Sitz. Parallel zur Besetzung des heutigen Ungarns durch die Türken wurden auch sämtliche Institutionen des Königreichs in die Slowakei umgesiedelt. Bereits im August 1526 flüchtete der königliche Hof nach Pressburg. 1529 flüchteten auch die ungarischen Zentralbehörden nach Pressburg. 1536 wurde Pressburg schließlich vom ungarischen Landtag zur Haupt- und Krönungsstadt Ungarns erklärt. Die Zentralbehörden blieben in Pressburg bis 1784, Krönungen ungarischer Könige fanden hier von 1563 bis 1830 statt und die Sitzungen des ungarischen Landtags wurden hier von 1542 bis 1848 abgehalten. Der ungarische Landtag wurde allerdings einige Male auch in anderen slowakischen Städten abgehalten (z. B. 1543 in Banská Bystrica/Neusohl). 1541–1820 war zudem Trnava/Tyrnau Sitz des Erzbistums von Esztergom/Gran, das 1543 von den Türken erobert wurde, und wurde so zum Zentrum der Kirche und der Gegenreformation im Königlichen Ungarn.

Die türkische Eroberung des heutigen Ungarns führte auch zu einer Änderung der ethnischen Struktur der Slowakei (siehe Ethnische Entwicklung der Slowakei).

1547 wurde das Königliche Ungarn vor allem für militärische Zwecke in zwei General-Kapitanate aufgeteilt. Das eine war die Slowakei, das andere die restlichen Gebiete. Von 1563 bis 1686 war dann das Gebiet der Slowakei in 2 Kapitanate geteilt – das Kapitanat „Zisdanubien und Bergbaustädte“ in der West- und Mittelslowakei und das Kapitanat „Oberungarn“ in der Ostslowakei sowie in kleinen Teilen des nordöstlichen heutigen Ungarns und der Karpatoukraine. Bis etwa zum Ende des 17. Jahrhunderts bezeichnete dann der Begriff Oberungarn die Ostslowakei und die angrenzenden Gebiete, und Niederungarn die restliche Slowakei und das restliche Königliche Ungarn.

Bereits 1521 in der Slowakei aufgetaucht, konnte sich die Reformation in den kriegerischen Jahren um die Mitte des 16. Jahrhunderts in der Slowakei schnell ausbreiten. Nachdem der Landtag zu Pressburg 1548 strenge Vorschriften vor allem gegen die Anabaptisten (Wiedertäufer) und Calvinisten verabschiedet hatte, wurden in der Slowakei nach dem Vorbild der Confessio Augustana drei Bekenntnisschriften (gemäßigte protestantische „Religionen“) aufgestellt, um Vorwürfe der Ketzerei zu verhindern: 1549 verfasste Leonhard Stöckel aus Bardejov/Bartfeld die Confessio Pentapolitana für die Städte der Pentapolitana, 1559 folgte die Confessio Heptapolitana (oder Montana) für die Städte der Heptapolitana und 1569 die Confessio Scepusiana der Zipser Städte. Am Ende des 16. Jahrhunderts waren die slowakischen und deutschen Protestanten meistens Anhänger der Augsburger Konfession von Martin Luther, während die Magyaren unter dem Einfluss von Matthias Dévay weitgehend Calvinisten wurden. 1562 wurden die ersten Jesuiten, die Vorboten der Gegenreformation, vom Erzbischof Mikuláš Oláh in die Slowakei eingeladen. Das 1581 in Bardejov/Bartfeld erschienene Buch Luthers Katechismus war das erste gedruckte Buch in slowakischer Sprache.

Nach einer Wirtschaftskrise im Osmanischen Reich brach 1593 ein weiterer Krieg gegen die Türken (1593–1606) aus. Er wird als der 15-jährige oder als der Lange Krieg bezeichnet. In seiner letzten Phase deckte er sich mit dem antihabsburgischen Aufstand von Stephan Bocskay (1604–1606). Bezüglich des Gebiets der Slowakei gab es neben Grenzverschiebungen vor allem Verwüstungen seitens der Türken im Jahre 1599 in weiten Gebieten der West – und Mittelslowakei, wobei sie auch Tausende von Menschen entführten.

1604 brach allerdings in der Slowakei der antihabsburgische Auftstand von Stephan Bocskay aus, der den Türken half, Gebiete, die sie bisher im 15-jährigen Krieg verloren hatten, zurückzugewinnen (z. B. 1604 Pest, 1605 Esztergom/Gran). Der Auftstand von Stephan Bocskay (1604-1606) war der erste aus einer Serie von antihabsburgischen Aufständen, die sich im folgenden Jahrhundert (bis auf den letzten) fast ausschließlich in der Slowakei abspielten (1604–1711). Gemeinsame Charakteristika der Aufstände waren, dass sie gegen die Habsburger, gegen die Gegenreformation und gegen Wiener Zentralismus gerichtet waren, und dass sie in der Regel von den Osmanen (Türken) unterstützt wurden. Jeder von ihnen hatte aber darüber hinaus auch ganz spezifische Ursachen. 1604 eroberte Bocskay nach einigen Kämpfen im Herbst die Ostslowakei, bis Oktober 1605 eroberte er, von den Türken und slowakischen Adeligen unterstützt, die gesamte Slowakei, bis auf Pressburg. Im Sommer 1605 versuchte er sogar nach Mähren und Österreich vorzudringen.

1606 wurde der 15-jährige Krieg und der Aufstand durch einen bei Hurbanovo unterzeichneten Frieden beendet (Friedensverlängerungen erfolgten 1615, 1618, 1625, 1627, 1650), der u. a. Ungarn Religionsfreiheit gab. Während der anschließenden Friedensperiode wurde entsprechend 1607 in Pressburg das Evangelische Lyzeum gegründet, das später in der Geschichte der Slowaken eine wichtige Rolle spielte, und 1609 wurde der Slowake Juraj Turzo (Georg Thurzo), ein großer Förderer der Protestanten und der Slowaken, zum Palatin gewählt. Die 1606 neu gewonnene Religionsfreiheit war aber schnell wieder zu Ende, da sich die Gegenreformation erfolgreich durchsetzte. Bereits 1611 verabschiedete die vom slowakischen Erzbischof František Forgáč (Forgách) veranstaltete katholische Synode von Trnava/Tyrnau Maßnahmen für eine intensive Gegenreformation. 1616 wurde ein anderer Slowake, der Jesuit Peter Pázmaň (Pazmány), der später 1623 das Pasmaneum in Wien gründete, zum Erzbischof von Trnava ernannt. Seine Ernennung bedeutete das definitive Ende der Reformation in der Slowakei. Seit dem 19. Jahrhundert ist die Slowakei wieder ein überwiegend katholisches Land.

Gabriel Bethlen, seit 1615 der Fürst von Siebenbürgen, nutzte die Beschäftigung der Habsburger mit dem antihabsburgischen Aufstand in Tschechien (1618-1620) aus und griff das habsburgische Gebiet (d. h. die Slowakei) 1619 massiv an. Bethlens erster Feldzug in die Slowakei fand 1619 bis 1621 statt. Seine von Georg I. Rákóczi geleiteten Truppen beherrschten im Oktober 1619 die gesamte Slowakei einschließlich Pressburg. In Pressburg wurde ihm sogar vom Palatin die ungarische Krone überreicht. Zusammen mit böhmischen und mährischen Truppen ist es ihm dann aber nicht gelungen, auch Wien zu erobern. An den von Bethlen einberufenen Landtagen wurde u. a. eine allgemeine Religionsfreiheit erklärt (1619, Pressburg), Bethlen zum „Fürsten“ von Ungarn (1620, Bratislava) und zum König gewählt - wobei er allerdings eine Krönung ablehnte - (1620, Banská Bystrica/Neusohl). Nach der Niederlage der Tschechen am Weißen Berg wurden die Habsburger 1621 auch im Kampf gegen Bethlen erfolgreich (z. B. Eroberung von Bratislava und Nitra in Mai). Im Dezember 1621 verzichtete Bethlen schließlich im Frieden von Mikulov/Nikolsburg auf die eroberten Gebiete und auf den Königstitel und er (und damit auch Siebenbürgen) erhielt bis zu seinem Tod zwei Fürstentümer in Schlesien sowie 7 ostslowakische Komitate. Außerdem wurde die Religionsfreiheit bestätigt.

Bethlens zweiter Feldzug in die Slowakei und nach Mähren von 1623-1624 endete mit dem Wiener Frieden von Mai 1624 durch den mehr oder weniger der Frieden von Mikulov/Nikolsburg erneuert wurde. 1626 fand schließlich Bethlens dritter Feldzug in die Slowakei statt - diesmal mit dem Ziel, sich den Koalitionstruppen (Königreich England, Niederlande, Dänemark, Deutschland, Frankreich) des Dreißigjährigen Krieges unter Ernst Mansfeld in Schlesien anzuschließen. In Szécsény schlossen sich Bethlen türkische Truppen an. Der Feldzug scheiterte jedoch und die Truppen von Bethlen und von den Habsburgern stießen im Oktober am Fluss Ipeľ/Eipel aneinader. Im Dezember unterschrieben folglich Bethlen und die Habsburger den (dritten) Frieden von Pressburg, der mehr oder weniger die vorigen zwei Frieden dieses Aufstands bestätigte.

1631-1632 folgte der Bauernaufstand von Peter Császár im heutigen nordöstlichen Ungarn und in der Ostslowakei, der durch Plünderungen habsburgischer Söldner nach dem Ende der Kämpfe gegen Bethlen hervorgerufen wurde. Nach der Hinrichtung Császárs in Košice/Kaschau im März 1632 entstand eine Massenrebellion gegen den Adel, die aber 1632 von den Truppen von Georg Rákóczi für die Habsburger niedergeschlagen wurde.

1635 wurde die Universität von Trnava/Tyrnau gegründet. Sie war anfangs ein Zentrum der Gegenreformation, im 18. Jahrhundert dann ein Zentrum der slowakischen Nationalbewegung. Zusammen mit der 1657 gegründeten Universität von Košice/Kaschau war sie die einzige Universität der Slowakei und des ganzen Königlichen Ungarns im 17. Jahrhundert.

Nachdem Georg Rákóczi, seit 1630 der Fürst von Siebenbürgen, 1643 die Zustimmung der Türken zu einem Angriff in den habsburgischen Gebieten erhielt, begann der antihabsburgische Auftstand von Georg I. Rákóczi (1644-1645). Bis März 1644 eroberte er die gesamte Slowakei mit dem Ziel, sich im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges den schwedischen Truppen in Mähren anzuschließen. Im April wurde er jedoch von habsburgischen Truppen bei Hlohovec aufgehalten. Nach zahlreichen weiteren Kämpfen in der Slowakei und in Südmähren wurde im August 1645 der Frieden von Linz zwischen Kaiser Ferdinand II. und Georg Rákóczi geschlossen, laut dem Rákóczi (und damit auch Siebenbürgen) 7 Komitate in der Slowakei und im heutigen Nordostungarn bis zu seinem Tod (zwei auch für die Zeit danach) erhielt.

Im Türkenkrieg 1663/1664 war die südliche Slowakei ein zentraler Kriegsschauplatz, der durch Gewalt und Verschleppung zehntausende Opfer forderte. Die Türken beschlossen 1663 die wichtige Festung Nové Zámky/Neuhäusel anzugreifen, weil Wien zu gut verteidigt wurde. Die habsburgischen Truppen wurden in die heutige Westslowakei verschoben. Im September hat nach einer 39-tägigen Belagerung Nové Zámky kapituliert, die Türken erklärten es zum Zentrum einer neuen türkischen Provinz (Sandschak) in der südlichen Slowakei. Osmanisch-tartarische Streiftrupps plünderten auch weite Teile der Westslowakei, Mährens und Schlesiens. Nach Nachrichten über die türkische Eroberung der heutigen Südslowakei wurde ganz Europa von Panik erfasst. Kaiser Leopold I. erhielt Unterstützung von den Ständen seiner Erblande sowie den Reichsständen, von Spanien, dem Papst und italienischen Fürsten. Auch Frankreich stellte im Rahmen des Rheinbundes Truppen. In der heutigen Slowakei haben die habsburgischen Truppen unter Louis de Souches im Mai Nitra/Neutra zurück gewonnen und im Juli die Türken in der Schlacht von Levice massakriert. Anschließend wurde im August der 20-jährige Frieden von Vasvár/Eisenburg unterzeichnet, dem zufolge unter anderem die Türken ihre Eroberungen nach 1660 (einschl. Nové Zámky) behalten durften und den Habsburgern nur der Bau einer neuen Festung an der Waag (heutiges Leopoldov/Leopoldau 1665) erlaubt wurde.

Der nachteilige „Schandfrieden von Eisenburg“ löste Empörung im ganzen Land aus und war einer der Motive für die Magnatenverschwörung Wesselényis (1664/1666–1670/1671). Es handelte sich um eine Verschwörung von Magnaten aus dem habsburgischen Ungarn, die anfangs die Loslösung des Landes vom habsburgischen Einfluss zum Ziel hatte. In der Slowakei waren vor allem die ostslowakischen Magnaten Franz Rákóczi I. und Stephan Thököly beteiligt. Erst 1670, nachdem genug Beweise gesammelt wurden, schickten die Habsburger Truppen in die Slowakei und nach Kroatien. Im Juli haben habsburgische Truppen die Ostslowakei erobert und im Dezember 1670 die Orava/Arwa-Burg von Stephan Thököly in der Nordslowakei. Thököly starb dabei, aber seinem später berühmt gewordenen Sohn Emmerich Thököly ist die Flucht nach Siebenbürgen gelungen. Die Niederschlagung des Verschwörung Wesselenyis hatte verheerende Folgen. Ein Sondergericht in Pressburg lud 1671 über 200 verdächtige Adlige (einschließlich protestantischer Kleriker) vor. Viele flohen massenweise nach Siebenbürgen und ihre Besitztümer wurden von den Habsburgern beschlagnahmt (Familien Nádasdy, Zrinski, Thököly, Wesselenyi u. a.).

Im Religionsbereich war in Prešov/Eperies die erste höhere protestantische (Evangelische) Schule im habsburgischen Ungarn tätig. 1671-1681 kulminierte die Rekatholisierung (d. h. gewaltsame Gegenreformation). Es wurden oft habsburgische Truppen eingesetzt, um den Protestanten ihre Kirchen gewaltsam zu entreißen, was diverse Unruhen hervorrief.

Im Jahre 1672 (Frühling-November) folgte folglich der erste Feldzug der Kuruzzen. Die Kuruzzen waren Gruppen bewaffneter antihabsburgischer Kämpfer im nördlichen habsburgischen Ungarn (d. h. vor allem in der Slowakei). 1672 eroberten sie die Ost- und Nordslowakei. Die Folgen der Niederschlagung dieses ersten Kuruzzen-Feldzugs waren wieder verheerend. 1672–1678 folgte dann eine Art Partisanenkrieg in der Slowakei. Die Anzahl der Kuruzzen nahm dabei ständig zu und die Ostslowakei wurde weitgehend verwüstet. Sie wurden von Siebenbürgen sowie seit 1677 von Frankreich (wegen Krieg Frankreichs gegen Wien seit 1673) unterstützt. Eine andere Folge war die Einführung einer Art habsburgischen Diktatur im Königreich Ungarn (1673; es wurde u.a. der Landtag aufgehoben) und eine neue Welle der Verfolgung von Protestanten zur Folge. 1673–1674 fand am Sondergericht von Pressburg unter der Führung des Slowaken Juraj Selepčéni Pohronec (György Szelepcsény) und des Bischofs Leopold Karl Graf von Kollonich das größte Verfahren gegen die Protestanten statt. 278 Protestanten mussten danach mit ihren Familien auswandern, 30 bekamen lebenslänglich und 62 wurden nach Italien geschickt, um sie dort als Galeerensklaven zu verkaufen.

1678 wandelte sich der Partisanenkrieg der Kuruzzen in einen neuen Aufstand um. Der von Frankreich, Polen, Siebenbürgen und (anfangs nur indirekt auch) den Türken unterstützte Feldzug in die Slowakei begann in der Stadt Mukatschewe 1678. Der Anführer der Kuruzzen war damals Emmerich Thököly, der in Kežmarok/Kesmark geborene Sohn eines slowakischen Magnaten. Er wurde im 18. Jahrhundert pejorativ auch als „tót király“, d. h. slowakischer König, bezeichnet. Die Kuruzzen haben die Ost- und Mittelslowakei erobert, wobei aber die habsburgischen Truppen u. a. die mittelslowakischen Bergbaustädte zurückeroberten. 1680 haben die Kuruzzen die gesamte Slowakei (mit Ausnahme gut befestigter Städte wie Pressburg) und einen Teil Mährens erobert. Die ständigen Kämpfe gingen aber weiter. Thökölys Erfolge sowie ein bevorstehender Krieg gegen die Türken zwangen Kaiser Leopold I. die habsburgische Diktatur von 1673 im Königlichen Ungarn wieder aufzuheben und den Landtag einzuberufen. 1682 haben türkische Truppen Košice/Kaschau, das Zentrum Oberungarns (d.h. der Ostslowakei), erobert, und im September hat in der Burg von Fiľakovo der türkische Gouverneur von Buda/Ofen Thököly zum König Oberungarns (Ostslowakei) gekrönt, das ähnlich wie Siebenbürgen zum Vasallengebiet der Türken erklärt wurde. Daraufhin haben viele Städte in der Slowakei kapituliert, so dass nach einem Waffenstillstandsabkommen mit den Habsburgern von November 1682 Thökölys Fürstentum (Königreich) im Westen bis zum Fluss Hron/Gran (mit Ausnahme der Bergbaustädte) reichte.

1683 begann parallel zum Aufstand Thökölys der schon länger erwartete große Türkenkrieg (1683 -1699). Die 250000 Mann starke türkische Armee unter der Führung von Kara Mustafa beinhaltete unter anderem auch einige von Thökölys Kuruzzen und wurde von Frankreich unterstützt. Habsburgische Truppen mussten aus dem Großteil der Slowakei zurückgezogen werden, wodurch auch noch das Gebiet bis zur Waag in die Hände der Kuruzzen fiel. Am 14. Juli erreichten die Türken Wien und es folgte eine zweimonatige Blockade der Stadt. In der Zwischenzeit hat Thököly mit türkischer Unterstützung auch die restliche Slowakei erobert. Karl von Lothringen gelang es aber zumindest die Burg von Pressburg erfolgreich zu verteidigen und für ein Paar Tage auch die Westslowakei vorübergehend zurückzuerobern. Nach der Niederlage der Türken vor Wien am 12. September 1683 endete langsam nicht nur die Oberhoheit der Türken in Mitteleuropa, sondern auch Thökölys Aufstand. Im November 1683 haben die habsburgischen Truppen weite Teile der West- und Mittelslowakei von den Kuruzzen erobert. Im August 1685 eroberte Aeneas Caprara das immer noch von den Türken besetzte Nové Zámky/Neuhäusel, wodurch auch die letzte türkische Provinz in der Slowakei fiel. Von da an gelang es den habsburgischen Truppen sehr schnell weitere Gebiete der Slowakei von den Kuruzzen und Türken zu befreien. Nach der Eroberung von Prešov/Eperies durch die Habsburger und der Verhaftung Thökölys durch die Türken (weil man ihn als den Verursacher des Türkenkriegs erachtete) im Herbst 1685 haben die Kuruzzen von Košice/Kaschau im Oktober kapituliert und die ganze anti-habsburgische Kuruzzen-Bewegung begann sich aufzulösen.

1686 wurde im Zuge des Türkenkriegs nach 145 Jahren türkischer Besatzung Buda/Ofen zurückerobert (Pressburg blieb aber die Hauptstadt Ungarns bis 1784/1848) und Siebenbürgen unterstellte sich wieder der habsburgischen Oberhoheit (definitiv 1691). Nachdem auch noch im August 1687 die Türken bei Mohács total geschlagen wurden, war im Wesentlichen die rund 170-jährige Dreiteilung Ungarns und türkische Besatzung des heutigen Ungarns zu Ende.

Die Rache von Kaiser Leopold I. von Habsburg für den Aufstand Thökölys ließ nicht lange auf sich warten: es folgten u. a. das Eperieser Blutgericht (1687, siehe Prešov) und die Erklärung der ungarischen Krone für erblich für die männlichen Habsburger. Die Zugeständnisse an die Protestanten von 1681 wurden aber bestätigt.

1690 begann die erste der Wellen der Nachbesiedelung der durch die türkische Herrschaft entvölkerten Gebiete des Königreichs Ungarn südlich der Slowakei, die die Slowaken als „Dolná Zem“ (das Untere Land) bezeichnen. Weitere Wellen folgten 1711 und 1745 aber auch später. Im Zuge dieser Kolonisierung gelangten (unter anderem) Tausende Slowaken in den Süden vor allem ins heutige Ungarn (seit 1690 ), Serbien (seit 1745) und Rumänien (seit 1748).

Der auch als der Kuruzzenkrieg bekannte letzte antihabsburgische Aufstand, der von Franz II. Rákóczi (1703-1711), begann 1703, als Rákóczi zum Anführer eines (fehlgeschlagenen) Kuruzzenaufstands in der traditionell calvinistischen West-Karpatoukraine (Teil des Königreichs Ungarn) wurde. Zur gleichen Zeit (Sommer 1703) entstanden auch die ersten (neuen) Kuruzzentruppen in der Ostslowakei. Da die habsburgischen Truppen auch mit dem Spanischen Erbfolgekrieg beschäftigt waren, hatten die Kuruzzen Ende Dezember fast die gesamte Slowakei (anfangs außer der Städte Bratislava, Trenčín, Nitra, Košice, Prešov, Bardejov, Leopoldov, Nové Zámky und Komárno) unter Kontrolle und verwüsteten die Umgebung der zwei Hauptstädte Wien und Pressburg (heute Bratislava). Nach weiteren Kämpfen kontrollierten die inzwischen 100000 Kuruzzen im Sommer 1705 auch die Vororte von Pressburg und nördliches heutiges Ungarn. Im Herbst wurde Rákóczi von „seinem“ Landtag in Szécsény zum „Fürsten“ von Ungarn gewählt und es wurde Religionsfreiheit erklärt. In den Jahren 1706 und 1707 wurde in der Slowakei recht wenig gekämpft, dafür hatte Rákóczi aufgrund der schlechten Wirtschaftslage zahlreiche soziale Unruhen von Arbeitern und Adeligen zu bewältigen. So gab es 1706 Unruhen slowakischer Arbeiter und Bergleute und Proteste ethnisch slowakischer Komitate auf dem im Sommer 1707 von Rákóczi abgehaltenen Landtag von Ónod (bei Miskolc). Die entscheidende Wende kam 1708. Nachdem im Juli-August 1708 zwei habsburgische Armeen Rákóczis Truppen in der großen Schlacht bei Trenčín/Trentschin besiegt hatten, begann für Rákóczi eine Serie von Niederlagen. Bis Oktober 1708 sind die Habsburger bis in die mittelslowakichen Bergbaustädte vorgedrungen und im April 1711 fiel auch die letzte größere Siedlung, Košice/Kaschau, in die Hände der Habsburger. 80 000 Menschen starben infolge dieses Aufstands.

Rákóczi flüchtete nach Polen und Rákóczi's Oberbefehlshaber Alexander Károlyi wurde von den Habsburgern zum Frieden von Satu Mare/Sathmar (1711) überredet, nach dem die traditionellen Freiheiten der Adeligen im Königreich Ungarn erneuert und die Habsburger als Könige Ungarns wieder anerkannt wurden. Dieser Frieden und die anschließenden Landtagssitzungen in Pressburg von 1712 und 1714 beendeten den letzten antihabsburgischen Aufstand und legten im Wesentlichen die Beziehungen zwischen den Habsburgern und den Adeligen des Königreichs Ungarn bis 1918 fest.

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Wappen der Slowakei

Wappen der Slowakei im Wappen der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik (1960-1990) bzw. das Wappen der Slowakischen Sozialistischen Republik (1968-1990)

Das slowakische Staatswappen zeigt in rot ein silbernes Patriarchenkreuz, aus einem blauen Dreiberg ragend (Blasonierung).

Das Wappen ist als Bildmotiv auf den slowakischen 1- und 2-Euromünzen zu sehen.

Das Doppelkreuz im slowakischen Staatswappen hat seinen Ursprung im byzantinischen (oströmischen) Reich. Dort ist dieses Symbol im 9. Jahrhundert vielfach aufgetaucht. Während die Symbolik des einfachen christlichen Kreuzes recht eindeutig ist, gibt es für die Bedeutung des Doppelkreuzes sehr viele Erklärungen. Eine davon besagt, dass der eine horizontale Arm für die weltliche Macht und der zweite für die kirchliche Macht der byzantinischen Kaiser steht.

Laut einer anderen Erklärung besteht das Doppelkreuz eigentlich aus zwei Kreuzen. Das erste Kreuz symbolisiert den Tod und das zweite Kreuz die Auferstehung in Christus. Im byzantinischen Reich handelte es sich aber damals nicht nur um eine religiöses, sondern auch um ein politisches Symbol, das von byzantinischen Beamten und Missionären verwendet wurde.

Spätestens durch die Mission von Kyrill und Method ist dieses Symbol noch im 9. Jahrhundert auf das Gebiet der heutigen Slowakei gelangt. Obwohl es in Großmähren häufig verwendet wurde, war es damals noch kein Staatssymbol, da es damals in Europa noch keine Staatssymbole im heutigen Sinne gab. Es ist aber möglich, dass es als Symbol des Königs (ähnlich wie der Adler bei den fränkischen Königen) eingesetzt wurde. Durch Zuentibolch (Herrscher von Lothringen, Sohn des deutschen Kaisers Arnulf von Kärnten und Patenkind des großmährischen Königs Sventopluk) ist dieses Symbol auch nach Lothringen gelangt und trägt dort den Namen Lothringer Kreuz.

Das Symbol des Doppelkreuzes erscheint wieder ansatzweise auf den ersten Münzen, die Stephan, der erste König von Ungarn, an einem unbekannten Ort prägen ließ. Bevor er König wurde, war Stephan Fürst des Neutraer Fürstentums in der heutigen Slowakei und lebte mit seiner bayerischen Braut Gisela im alten christlichen Zentrum Neutra. Am Anfang seiner Regierungszeit lebten sie wiederum in Pressburg, wo auch andere Münzen Stephans nachweislich geprägt wurden.

Der direkte Vorgänger des heutigen Wappens ist dann das Doppelkreuz, das von Béla, dem Fürsten des Neutraer Grenzherzogtums (1046–1060), der später ungarischer König (1061–1063) wurde, verwendet wurde. Béla I. war Mitglied des ungarischen Herrscherhauses der Árpáden und wurde nach dem Prager Bischof Adalbert benannt, der seinerzeit König Stephan taufte, den Cousin des Vaters von Béla. Béla führte in seinem Grenzherzogtum eine eigene Innen- und Außenpolitik. Der byzantinische Kaiser, im Streit mit dem ungarischen König, schickte Béla sogar eine fürstliche Krone nach Neutra. Béla ließ auch um 1050 in Neutra, der Hauptstadt seines Grenzherzogtums, eigene Münzen prägen, die von jenen des ungarischen Königs absichtlich abwichen und das Symbol des Doppelkreuzes trugen.

Erst hundert Jahre später, um 1189, wurde das Doppelkreuz im Zuge eines Kreuzzuges vom ungarischen König Béla III. verwendet. Diesmal bereits als Wappen, da ab dieser Zeit Wappen in Gebrauch kamen. Er hat das Symbol gewählt, weil es zum einen christlich war und zum anderen das älteste Symbol seines Königreichs war. Die Nachfolger Bélas haben jedoch interessanterweise nicht mehr das mit dem 1108 aufgelösten im Norden gelegenen Neutraer Grenzherzogtum verbundene Doppelkreuz als ihr Wappen verwendet, sondern das mit dem neueren am Ende des 11. Jahrhunderts gebildeten Grenzherzogtum in Kroatien und Dalmatien verbundene Streifensymbol (siehe zum Beispiel das heutige ungarische Wappen).

König Béla IV ist aber aus unbekannten Gründen wieder zum Symbol des Doppelkreuzes zurückgekehrt. Zu seiner Zeit wurde es auch – etwas abgewandelt – zum Symbol des Komitats Pressburg. Als 1262 das Königreich Ungarn vorübergehend in zwei Teile aufgeteilt wurde, wurde das Doppelkreuz als Symbol für den nordwestlichen Teil verwendet, dessen Kern sich in der heutigen Slowakei befand, und die Streifen für den anderen Teil des Königreichs.

Nach dem Mongoleneinfall von 1241/42 haben viele neu gegründete Städte im Königreich das Recht erhalten, das königliche Doppelkreuz als ihr Wappen zu verwenden. Die größten und meisten Städte des Königreichs befanden sich in dem von deutschen Siedlern und Bergbau geprägten und daher wirtschaftlich wohlhabendsten Teil des Königreichs – in der heutigen Slowakei. Wahrscheinlich auch durch diese Verwendung in den Stadtwappen ist das Doppelkreuz ab dem 15. Jahrhundert zum Symbol des nördlichsten Teils des Königreichs geworden, jenes Teils, dessen Bezeichnung auch als die Slowakei seit dem 15. Jahrhundert belegt ist, und der im 18. Jahrhundert und 19. Jahrhundert auch als Oberungarn bezeichnet wurde.

Der Dreiberg symbolisiert die drei Berge des nördlichen Königreichs Ungarn, nämlich Tatra, Fatra und Mátra. Diese Deutung ist nachweislich die älteste und häufigste. Sie stammt wohl noch aus dem 15. Jahrhundert, kann aber erst für das 16. Jahrhundert nachgewiesen werden.

Die drei Berge unterhalb des Doppelkreuzes wurden zum ersten Mal vom König Ladislaus V. von Ungarn, 1301–1305) aus dem tschechischen Geschlecht der Přemysliden verwendet. Da dieser König nur in Burgenland und der heutigen Slowakei anerkannt wurde, haben die drei Berge die bergige Slowakei symbolisiert.

Spätestens seit dem 16. Jahrhundert haben die Slowaken das Doppelkreuz mit den drei Bergen auch als das Symbol ihrer Nation betrachtet. Dies äußerte sich vor allem während der Revolution von 1848/1849, als die Slowaken an Seiten Wiens gegen die Ungarn kämpften (siehe:Slowakischer Aufstand). Im August 1848 wurde zu diesem Zweck in Wien der Slowakische Nationalrat gegründet, auf dessen Siegel das heutige Staatswappen der Slowakei zum ersten Mal offiziell als das Nationalsymbol des slowakischen Volkes (statt nur das Symbol von Oberungarn) aufschien. Von da an wurde das Symbol häufig verwendet.

Bezüglich der Farben wurde 1848 (auf der slowakischen Flagge) die Farbe der drei Berge unterhalb des Doppelkreuzes in Blau geändert, damit sich insgesamt die drei "slawischen" Farben rot-weiß-blau ergeben.

1918 (offiziell 1920) wurde das slowakische Staatswappen Bestandteil des Staatswappens der Tschechoslowakei. 1939–1945 war es das Staatssymbol der Ersten Slowakischen Republik. 1945 wurde es wieder Teil des Wappens der Tschechoslowakei. 1960–1990 war das Symbol als das "Symbol des faschistischen slowakischen Staates" (1939-1945) offiziell verboten und wurde im Staatswappen der Tschechoslowakei durch das künstlich geschaffene Symbol des Berges Kriváň mit drei Flammen ersetzt. Die drei Flammen sollten den slowakischen Nationalaufstand von 1944 symbolisieren.

Nach der Samtenen Revolution wurde 1990 das heutige Staatswappen zum Wappen der Slowakischen Republik innerhalb der Tschechoslowakei erklärt und seit 1. Januar 1993 ist es das Staatswappen der Slowakei.

Hinsichtlich des Lothringer Kreuzes siehe oben.

Das Doppelkreuz aus dem heutigen slowakischen Staatswappen wurde im 13. Jahrhundert vom König Béla III. nachträglich zum Symbol des Heiligen Ladislaus (König Ladislaus I.) gemacht und im 14. Jahrhundert wurde es Bestandteil des Wappens des Geschlechts der Jagiellonen, da der König Wladislaw (Ladislaus) Jagiello bei seiner Taufe 1386 das (angebliche) Wappen des Heiligen Ladislaus annahm. Über die Jagiellonen gelangte es auch in das Wappen Litauens.

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Source : Wikipedia