Simbabwe

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Geschrieben von bishop 05/03/2009 @ 20:07

Tags : simbabwe, afrika, ausland

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Simbabwe

Flagge von Simbabwe

Simbabwe (englisch: Zimbabwe ; übersetzt: „Steinhäuser“ in der Sprache der Shona), das ehemalige Südrhodesien, ist eine Republik im südlichen Afrika. Der Name Simbabwe geht auf die heute Great Zimbabwe genannte Ruinenstätte zurück, die größten vorkolonialen Steinbauten im südlichen Afrika.

Das Wort Rhodesien leitete sich hingegen vom Namen des englischen Politikers und Kolonialisten Cecil Rhodes her. Nationalfeiertag ist der 18. April. Das Land wird von Robert Mugabe diktatorisch regiert, der am 4. März 1980 erstmals zum Premierminister und 1987 zum Präsidenten gewählt wurde.

Simbabwe liegt zwischen den Breitengraden 16° und 22° Süd und den Längengraden 26° und 33° Ost und hat als reiner Binnenstaat keinen eigenen Zugang zum Meer. Es grenzt an Südafrika (225 km), Botswana (831 km), Sambia (797 km, ehemals Nordrhodesien) und Mosambik (1231 km). Der Sambesi bildet die nördliche Grenze zu Sambia. Simbabwe hat eine Fläche von 390.757 km², wovon 3.910 km² Wasser sind. Die höchste Erhebung ist der Inyangani mit 2592 m, der im östlichen Hochland nördlich von Mutare im Nyanga-Nationalpark liegt.

Größte Städte sind (Volkszählung 2002): Harare 1.444.534 Einwohner, Bulawayo 676.787 Einwohner, Chitungwiza 321.782 Einwohner, Mutare 170.106 Einwohner, Gweru 141.260 Einwohner und Epworth 113.884 Einwohner.

Bekannte Nationalparks in Simbabwe sind der Hwange National Park, der Mana-Pools-Nationalpark und der Victoria Falls National Park.

Simbabwe hat ein subtropisches bis tropisches Klima mit feuchtem, teilweise schwül-heißem Sommer (bis über 35 °C) und winterlicher Trockenzeit mit angenehmer Wärme (um 25 °C). In höheren Lagen, die den größten Teil des Landes ausmachen, ist die sommerliche Hitze gemäßigt (25 bis 30 °C) und im Winter gibt es ab und zu gemäßigte Nachtfröste (bis –5 °C). Die Regenzeit dauert von November bis März, wobei über 90 % der jährlichen Niederschläge fallen, die im Schnitt 1000 mm betragen. In der Hauptstadt Harare liegt die durchschnittliche Temperatur bei 20 °C, sonst bei 19–22 °C.

In einigen Jahren, wie etwa 2007/2008, kam es zu ungewöhnlich hohen Niederschlägen, die Todesopfer forderten und Ernten bedrohten.

Das Land ist fast durchweg von Trockensavanne bedeckt, es gibt aber auch einige lichte Trockenwälder. Typische Bäume der Trockensavanne sind der Affenbrotbaum und die Schirmakazie, die hier zahlreich vorkommen. Das Gras der Savanne ist in der Trockenzeit braun und verdorrt, erreicht aber zum Ende der Regenzeit Höhen von bis zu zwei Metern. Es bildet die Nahrungsgrundlage für zahlreiche afrikanische Tierarten.

Der größte Teil der Bevölkerung wird von den Shona gestellt (ca. 70 %). Daneben spielen noch die Ndebele eine wichtige Rolle (13 %), ferner gibt es die Chewa (6 %). Schätzungsweise weniger als 50.000 Europäer leben heute noch im Land. Seit der Gründung der britischen Kolonie Rhodesien durch ihren Namensgeber Cecil Rhodes im 19. Jahrhundert wanderten weiße Händler und Farmer aus Europa und Südafrika ein, die um die Mitte des 20. Jahrhunderts knapp 5 % der Bevölkerung stellten. Doch schon bald nach der Unabhängigkeit des heutigen Simbabwe ging deren Zahl zurück. Da diese Bevölkerungsgruppe eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben spielte, führte ihre Abwanderung seit den 1980er Jahren zur Verschärfung der wirtschaftlichen Probleme des einst für afrikanische Verhältnisse reichen Landes. Darüber hinaus gibt es auch eine Bevölkerungsgruppe, die aus Verbindungen von Europäern mit der einheimischen schwarzen Bevölkerung hervorgegangen ist und eine kleine vom indischen Subkontinent stammende Minderheit.

Das einst starke Bevölkerungswachstum ist seit der Jahrtausendwende aufgrund der extremen wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes und der Aids-Epidemie praktisch zum Stillstand gekommen. In neuster Zeit (2005) scheint es sogar zu einem Bevölkerungsrückgang zu kommen, wobei auch Abwanderung eine Rolle spielt. Bis zu drei Millionen Simbabwer sollen illegal nach Südafrika eingewandert sein. Simbabwe ist eines der Länder mit der weltweit höchsten HIV-Infektionsrate – zwischen 24 und 35 Prozent der 12,7 Millionen Einwohner sind HIV-positiv. In keinem Land der Welt ist die Lebenserwartung innerhalb so kurzer Zeit derart dramatisch zurückgegangen: in weniger als einem Jahrzehnt von 55 auf 44 Jahre. Die Lebenserwartung gehört heute zu den weltweit niedrigsten (Stand 2006). Auf dem Human Development Index des Jahres 2007/2008 ist Simbabwe mittlerweile auf Platz 151 abgerutscht (von 177 verglichenen Ländern).

Im Jahre 2008 hatte Simbabwe mit unter 10 % die niedrigste Analphabetenrate in Afrika.

Vor ca. 2000 Jahren (Eisenzeit) begannen Völker der Bantu in dieses Gebiet zu migrieren. Dies schließt auch die Vorfahren der Shona mit ein, die heute den größten Teil der Bevölkerung stellen (80 %). Zur Zeit des europäischen Mittelalters schufen hier Bantu, Vorfahren der heutigen Shona, eine Zivilisation, deren bedeutendstes Zeugnis die Ruinen von Great Zimbabwe sind. Wichtige Quelle des Reichtums war der Handel mit der ostafrikanischen Küste, wo seit dem frühen 10. Jahrhundert regelmäßig muslimische Handelsleute verkehrten, alsbald auch Niederlassungen gründeten. Von deren Swahili-Kultur unterschied sich die Zimbabwe-Kultur dabei deutlich. Mitte des 15. Jahrhunderts verlagerten sich die Zentren der Zimbabwe-Kultur und an der Küste wurden die Swahili-Händler immer mehr von Portugiesen verdrängt, die auch schon einen – vergeblichen – Versuch unternahmen, einen Teil des Landes zu erobern. 1837 wurden die Shona-Staaten von den Ndebele unterworfen, die im Zuge der Mfecane aus dem heutigen Südafrika nach Norden gewandert waren.

Ab 1893 erwarb C. J. Rhodes das Ndebeleland und überließ die Förderung der Bodenschätze, das fruchtbare Land und die Nutzung der Arbeitskraft der Einheimischen den europäischen Einwanderern. Nach ihm benannt, entstand im Binnenland des südlichen Afrika die Kolonie Rhodesien, 1911 in Nordrhodesien (heute Sambia) und Südrhodesien, das heutige Simbabwe, geteilt. Dieser durch sein mildes Klima begünstigte Teil wurde 1922 zur Siedlungskolonie. Dessen weiße Selbstverwaltung komplettierte mit ihrem Landgesetz von 1930 das Werk Rhodes’; Landbesitz und damit die fruchtbarsten Regionen des Landes waren danach weißen Kolonisten vorbehalten. Die Landwirtschaft der afrikanischen Ureinwohner wurde in unfruchtbare Regionen verdrängt.

Die Regierung Simbabwes hat eine große Anzahl wirtschaftlicher Probleme verschuldet, die zum überwiegenden Teil auf Mugabes Politik der letzten Jahre zurückzuführen sind. Die beim Ende der weißen Herrschaft von großen Teilen der Bevölkerung erwartete Landreform wurde erst jahrelang hinausgezögert, dann chaotisch und gewaltsam durchgeführt. Durch die wilde Enteignung der weißen Farmer wurden die Landarbeiter, ohnehin eine der ärmsten Bevölkerungsgruppen, statt zu Landbesitzern zu Arbeitslosen, so dass sie noch weiter verelendeten.

Die Mitglieder der Oppositionsparteien (vor allem Anhänger des Movement for Democratic Change MDC) und andere regierungskritische Personenkreise wurden zunehmend eingeschüchtert und mitunter getötet. So konnte die Regierung ihren unmittelbaren Einfluss auf die übrige Landbevölkerung wieder verstärken und die Arbeiter dem (politischen) Einfluss der Opposition, vornehmlich des MDC, entziehen. Da die MDC dennoch weiter an Popularität gewann, hat die Regierung unter Robert Mugabe eine konsequente Diktatur etabliert. So wurden Justiz und Medien gleichgeschaltet, Meinungs- und Versammlungsfreiheit dramatisch eingeschränkt und massive Maßnahmen gegen politisch Andersdenkende eingerichtet. Nach Einschätzung der wenigen zugelassenen unabhängigen Wahlbeobachter waren konsequenterweise sowohl die Ergebnisse der letzten beiden Parlamentswahlen als auch die der Präsidentschaftswahl 2002 in erheblichem Umfang gefälscht. Auch die folgende Zerstörung von ärmeren Stadtvierteln („Operation Murambatsvina“) mit hoher MDC-Wählerschaft schlug international Wellen. Die Umstände der Wahl führten noch im selben Jahr zur Suspendierung Simbabwes aus dem Commonwealth of Nations. Mugabes konsequentes Missachten der internationalen Kritik führte zur Isolierung des diktatorischen Regimes, was - durch die Unzufriedenheit der Bevölkerung verstärkt - die Wirtschaft Simbabwes an den Rand des Zusammenbruchs brachte.

Für Aufsehen sorgte ein Schiff, das Waffen und Munition liefern sollte, die Simbabwe in China gekauft hatte. Als bekannt wurde, dass die An Yue Jiang im Hafen von Durban gelöscht werden sollte, kam es in Südafrika zu einem Aufruhr in der öffentlichen Meinung, weil befürchtet wurde, die Waffen würden gegen die Bevölkerung eingesetzt werden. Die Hafenarbeiter weigerten sich, die Ladung zu löschen, die auf dem Landweg nach Simbabwe transportiert werden sollte. Das Schiff musste schließlich am 25. April 2008 mitsamt der Ladung wieder nach China zurückkehren, obwohl die südafrikanische Regierung die Ladung zuerst nach Simbabwe passieren lassen wollte. Auch andere Staaten weigerten sich, die Ladung über ihr Territorium entladen und transportieren zu lassen. Dieser Ausgang der "An Yue Jiang-Affäre" wurde als großer Erfolg der südafrikanischen Zivilgesellschaft betrachtet.

Mugabes Amtszeit lief 2008 aus, der zu diesem Zeitpunkt 84-Jährige kandidierte bei den Präsidentschaftswahlen am 29. März 2008 mit Unterstützung der ZANU-PF jedoch erneut für eine sechste Amtszeit. Am 5. Februar 2008 erklärte der frühere Finanzminister Simba Makoni seine Kandidatur als unabhängiger Kandidat. Er wird von weiteren ehemaligen Politikern der Mugabe-Partei unterstützt. Neben Mugabe und Makoni trat als dritter Kandidat Morgan Tsvangirai von der MDC bei den Wahlen an.

Da Umfragen seit langem einen Sieg der Opposition voraussagten, stand die März-Wahl auch im internationalen Blickfeld, doch wurden nur wenige Wahlbeobachter zugelassen. Die Opposition rief sich vorzeitig zum Wahlsieger aus, als die Regierung die Stimmenauszählung über Gebühr verzögerte. Erste Hochrechnungen vom 2. April sagten einen Sieg der MDC voraus sowie einen Vorsprung ihres Präsidentschaftskandidaten.

Nach den offiziellen Wahlergebnissen aus der Hauptstadt Harare konnte keiner der beiden Kandidaten eine absolute Mehrheit erlangen. Der Oppositionsführer Tsvangirai wollte bei einer Stichwahl Ende Juni gegen Mugabe antreten, zog aber, infolge von fortgesetzten, massiven Repressionen und Gewaltakten gegen MDC Mitglieder durch das Mugaberegime, seine Kandidatur Ende Juni 2008 zurück. Im September 2008 einigten sich die beiden verfeindeten Politiker Mugabe und Tsvangirai auf eine Machtteilung bei gemeinsamen Gesprächen. Am 11. Februar 2009 wurde schließlich Tsvangirai als Ministerpräsident vereidigt.

Seit August 2008 breitete sich in Simbabwe eine Choleraepidemie aus, die am 4. Dezember 2008 zur Ausrufung des nationalen Notstands führte. Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits mehr als 11.000 Erkrankungen und rund 500 Tote gezählt.

Faktisch ist Simbabwe seit der weißen Siedlerrevolte gegen das Vereinigte Königreich 1965 als Rhodesien unabhängig, rechtlich seit 1980 als Simbabwe. (Süd-)Rhodesien war entsprechend der Entwicklung in den anderen britischen Siedlungskolonien formal eine parlamentarische Demokratie, in der jedoch der schwarzen Mehrheitsbevölkerung erst 1978 vergleichbare politische Teilnahmsrechte gewährt wurden. Die parlamentarische Regierungsform wurde nach 1980 zunächst beibehalten, im Dezember 1987 wurde Simbabwe jedoch staatsrechtlich in eine Präsidialrepublik umgewandelt, die Position des Premierministers wurde abgeschafft und der Staatspräsident wurde zugleich Regierungschef.

Die tatsächliche Rolle der im Februar 2009 wiedereingeführten Position des Premierministers bleibt abzuwarten. Es ist geplant, dass die aktuelle Verfassung des Landes zuerst modifiziert und in 18 Monaten neu geschrieben werden soll.

Seit 1980 führt Robert Mugabe das Land diktatorisch. Im Juli 2008 jedoch begannen Verhandlungen zwischen Staatschef Robert Mugabe und Oppositionsführer Morgan Tsvangirai über eine Machtteilung, die Mugabe als Präsident und Tsvangirai als Regierungschef vorsieht.

Der simbabwische Präsident Robert Mugabe und der Oppositionsführer Morgan Tsvangirai haben sich auf eine Lösung des Problems der Machtteilung geeinigt. Mugabe wird weiterhin als Präsident regieren und Morgan Tsvangirai erhält ebenfalls zwei Stellvertreter.

Das Abkommen zwischen den beiden Parteien wurde am 15. September 2008 in Harare unterzeichnet.

Lange schienen die gemeinsamen Gespräche aber gescheitert, da Mugabe fast alle seiner ehemaligen Positionen behalten will. Am 11. Februar 2009 wurde jedoch Tsvangirai als Ministerpräsident und Regierungschef vereidigt. Die Regierungsbildung verzögert sich jedoch, nachdem der designierte Vize-Landwirtschaftsminister, Roy Bennett (MDC), unter dem Vorwurf des Terrorismus von der Polizei verhaftet wurde.

Simbabwe gliedert sich in acht Provinzen und zwei Städte mit Provinzstatus (die Hauptstadt Harare und Bulawayo). Die Provinzen teilen sich in 59 Bezirke und 1.200 Gemeinden. Letztere bestehen wiederum meist aus mehreren Ortschaften. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung vom 18. August 2002.

Aufgrund des diktatorischen politischen Umfeldes haben sich die Voraussetzungen für die einst prosperierende Wirtschaft substantiell verschlechtert. Nahezu alle Sektoren der verarbeitenden Industrie mussten massive Umsatzeinbußen hinnehmen. Darüber hinaus haben die Kriegsverwicklung mit der Demokratischen Republik Kongo der Wirtschaft Devisen im Wert mehrerer hundert Millionen US-Dollar entzogen. Die Arbeitslosigkeit wird auf rund 80 % geschätzt.

Ausländer dürfen in Simbabwe nur mit der einheimischen Währung zahlen, wenn das Geld nachweislich in einer simbabwischen Bank umgetauscht wurde. Geldwechsel auf der Straße ist illegal. Im Touristenort Victoria Falls wird beinahe ausschließlich in Fremdwährung (insbesondere US-Dollar) gehandelt. Ende Oktober konnten die Hotels vor Ort nur noch bar bezahlt werden.

Der halbherzige weltweite Boykott des weißen Rhodesien hatte dessen industrielle Entwicklung begünstigt. Statt dem Land Fertigprodukte zu verkaufen, vergaben die weltweit operierenden Konzerne großzügig Lizenzen. So wurden die meisten wichtigen Verbrauchsgüter im Lande selbst hergestellt, teilweise Produkte auswärtiger Konkurrenten im selben Werk (z. B. Kraftfahrzeuge von Renault, Peugeot und Mitsubishi). Mit dem Ende des Boykotts entfiel der Schutz dieser einheimischen Produktion, schon bevor die Regierung sich politisch auf Abwege begab.

Die bei Antritt der schwarzen Regierung allgemein erwartete Landreform wurde erst jahrelang verzögert und dann chaotisch und unter Ausbrüchen von Gewalt durchgeführt. So wurde der Agrarsektor in eine schwere Krise gestürzt. Drei Millionen Menschen sind mittlerweile auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Insbesondere der für den Export wichtige Anbau von Tabak ist dramatisch zurückgegangen.

Der Tourismus litt seit der schwarzen Regierungsübernahme darunter, dass manche weißen Hoteliers ihre Betriebe aus einer Boykotthaltung heraus geschlossen hielten. Mit dem Ende der Apartheid in Südafrika nahm ein wichtiger Kundenkreis stark ab: Vorher hatten wohlhabende südafrikanische Inder bevorzugt in Rhodesien bzw. Simbabwe Urlaub gemacht.

Sowohl der Mangel an Devisen als auch der Unterschied zwischen dem offiziellen und dem inoffiziellen Umrechnungskurs (offiziell 1 US-Dollar zu 30.597 ZWD (April 2008), auf dem Schwarzmarkt 1 US-Dollar mittlerweile zu 54.036.639.077,74 ZWD (Stand: 29. Juli 2008) führten zur Treibstoffknappheit und Mangel an Grundversorgung. Am 28. Juli 2008 wurde auf dem Schwarzmarkt im Touristenort Victoria Falls 1 US-Dollar zu 130.000.000.000 ZWD gehandelt.

Im Jahre 2003 lieferte Libyen an Simbabwe Treibstoff und erhielt dafür teilweise als Austausch von Simbabwe Landflächen. Da Simbabwe die Zahlungen nicht einhalten konnte, wurden die Lieferungen gestoppt.

Die von der Regierung Zimbabwes nach fiskalischen Motiven bestimmte Geldmengenpolitik der Reserve Bank führt seit längerem zu hohen Inflationsraten. Seit Anfang 2008 herrscht in Zimbabwe Hyperinflation mit allen negativen Begleiterscheinungen.

Die Inflationsrate, die sich in den 90er Jahren im zweistelligen Prozent-Bereich bewegt hatte, jedoch meist unter 30 % geblieben war, erreichte 1999/2000 ca. 50 % und begann ab Ende 2001 in den dreistelligen Bereich anzusteigen. Ende 2003/Anfang 2004 war mit ca. 600 % zunächst ein Gipfel erreicht, bis Anfang 2005 ging die Rate wieder auf 125 % zurück. Dann nahm der Preisauftrieb jedoch wieder stark zu, 2006 verharrte die Inflation bei ca. 1000 %, begann sich aber ab Dezember, mit hoher Geschwindigkeit, auf fünfstellige Raten zuzubewegen.

Als im Sommer 2007 Werte um 7000 % erreicht wurden, versuchte die Regierung mit Polizeigewalt Preisbindungen durchzusetzen, was zu einzelnen Geschäftsschließungen, Verhaftungen von Ladenbesitzern und langen Warteschlangen vor den Geschäften führte. Einen Erfolg erzielten diese Maßnahmen jedoch nicht. Im letzten Quartal 2007 war die Inflationsrate fünfstellig, im Januar 2008 wurden 100 000 % erreicht. Der Internationale Währungsfonds befürchtete Hyperinflation.

Entsprechend der Zahlen der Reserve Bank herrschte nach dem üblichen Kriterium von 50 % monatlicher Geldentwertung tatsächlich im Dezember 2007 und ab März 2008 durchgehend Hyperinflation. Die ermittelte Inflationsrate stieg von 100 000 % im Januar 2008 auf 231 Mio. % im Juli. Die monatliche Entwertung bedeutete Preissteigerungen von durchschnittlich 7,35 % bzw. 11,1 % pro Tag im Juni und Juli. Für die folgenden Monate wurden keine offiziellen Zahlen mehr veröffentlicht. Der Ökonom und Inflationsexperte Steven H. Hanke ermittelte noch bis Mitte November einen Anstieg der Inflationsrate auf 90 Trilliarden Prozent. Danach war keine sinnvolle Bestimmung mehr möglich, weil kaum noch Güter gegen diese Währung verkauft werden. Die Inflation des Zimbabwe-Dollars ist damit die zweithöchste jemals erreichte neben der des ungarischen Pengő von 1946.

Im Juli stellten Giesecke und Devrient auf Druck der deutschen Bundesregierung die Lieferung von vorbedruckten Banknotenpapierbögen an die simbabwische Zentralbank ein. Zum 1. August gab die simbabwische Zentralbank erneut die Streichung von zehn Nullen bei der Landeswährung bekannt. Anstelle der zunächst mit einstelligen Werten ausgegebenen neuen Banknoten und Zehn-Cent-Münzen waren im Dezember 2008 mittlerweile wieder Noten mit Milliarden-Nennwerten im Umlauf. Im Januar 2009 gab die Zentralbank die Ausgabe von neuen Geldscheinen bekannt, deren höchster Wert 100 Billionen Dollar beträgt.

Am 2. Februar 2009 gab die Zentralbank von Simbabwe die Streichung von 12 Nullen bekannt, sowie die sofortige Einführung neuer Scheine im Wert von einem, 5, 10, 20, 50, 100 und 500 Zimbabwe-Dollar.

Mit der vermeintlichen Zielvorgabe, den ausufernden Schwarzmarkt auszutrocknen, ergriff die Regierung im Mai/Juni 2005 drastische Maßnahmen, indem im Rahmen der Aktion mit der Bezeichnung Operation Murambatsvina („Müllbeseitigung“) schätzungsweise 750.000 Menschen obdachlos wurden und ihre oft einzige Einnahmequelle, Aktivitäten im Kontext des informellen Sektors, aufgeben mussten. Zudem wurden ihre Behausungen zerstört und oft ihr vollständiger Besitz beschlagnahmt. Tatsächlich ging es dem Mugabe-Regime mit diesen auch von den Vereinten Nationen verurteilten Maßnahmen jedoch um eine gezielte Schwächung der Opposition, die insbesondere in den Städten ihre Wähler hat. So werden diese nicht nur für ihre Unterstützung der MDC „bestraft“, sondern auch gezwungen, – soweit dies überhaupt möglich ist – zurück in die von der Regierung kontrollierten ländlichen Gebiete des Landes zu ziehen. Aus den Armutsvierteln der Städte, in denen der Schwarzmarkt florierte, wurden die Menschen vertrieben, anschließend deren Behausungen zerstört. Nahezu genau ein Jahr später, im Mai 2006, wurde erneut eine ähnliche Aktion durchgeführt, bei der in Harare 10.000 Straßenkinder, Straßenhändler und Obdachlose festgenommen wurden, da sie nach Angaben eines Behördensprechers „Unordnung stiftende Elemente“ und für die Kriminalität in der Stadt verantwortlich seien. Die Kinder sollten zu ihren Eltern auf dem Land zurückgebracht werden.

Im Januar 2007 wurden die Gebühren für den Rundfunkempfang um das 2.500-fache erhöht. Statt bis dahin 20 Simbabwe-Dollar pro Jahr mussten nun 50.000 gezahlt werden. Dies entsprach zu diesem Zeitpunkt in etwa dem Monatsgehalt eines Lehrers.

Die steinzeitliche Kultur der San (Buschmänner), die sich im benachbarten Botswana bis ins 20. Jahrhundert hielt, bestand in Simbabwe bis etwa 1000 nach Chr. und entsprach etwa der mittleren Steinzeit Europas. Hinterlassenschaft dieser Kultur sind Höhlenzeichnungen, die Jahrtausende älteren europäischen Funden aus der Eiszeit ähneln.

Die monumentalen Steinbauten der Ruinenstadt Great Zimbabwe, die von ca. 1200 bis ins 15. Jahrhundert besiedelt war, zeugen von der bedeutenden Hochkultur des damaligen Munhumutapa-Reiches. Sie wurde zum Namensgeber der heutigen Republik. In den bis zu 10 m hohen, ganz ohne Mörtel gefügten Mauern fand man riesige, in Stein gemeißelte Vögel. Der „Simbabwe-Vogel“ ziert heute die Nationalflagge.

Schon damals gab es demnach eine Tradition der Steinmetzkunst, auch wenn die Vögel aus dem weichen Speckstein gearbeitet waren und nicht aus den harten Steinen des Great Dyke, die im 20. Jahrhundert eine der günstigen Voraussetzungen für die Entstehung einer neuen Bildhauertradition wurden. Die geologische Auffaltung des „Great Dyke“, die sich 555 km vom Norden bis in den Süden des Landes erstreckt, birgt reiche Vorkommen von Steinen der Serpentingruppe, Opal, Dolomit, Cobalt Stone, Marmor, Verdit, Steatit, Springstone, Leopard Rock, Butterjade, Lapidolith und anderen Gesteinsarten, meist in vielfältigen Farbvarianten. Das riesige Depot entstand vor ca. 2,5 Milliarden Jahren, 3 km unter der Erde in vulkanischer Aktivität unter sehr hohen Temperaturen und großem Druck. Das Farbenspiel der Steine tritt zutage, wenn man sie bearbeitet, schleift, wachst und poliert.

Ein weiterer günstiger Umstand für das Entstehen einer zeitgenössischen Bildhauerei war der Bau der Nationalgalerie im ehemaligen Salisbury und heutigen Harare. Der Kanadier Frank McEwen wurde als erster Direktor berufen. Er hatte ein für die damalige Zeit ungewöhnlich großes Interesse an den Werken afrikanischer Künstler. Auf dem Gelände der Nationalgalerie entstand die renommierte Vukutu-Kunstakademie, in der viele der heutigen Künstler ausgebildet wurden. Schließlich brachte McEwen mit großem Erfolg die besten Künstler auf Kunstausstellungen in Paris, London und New York City.

Eine sehr fruchtbare Rolle spielten auch Tom Blomefield und seine Farm Tengenenge nordwestlich von Harare, unmittelbar an den Hängen des „Great Dyke“. Blomefield war Tabakfarmer. Als es ab 1966 aufgrund der einseitigen Unabhängigkeitserklärung Ian Smiths und seiner Apartheidregierung zu internationalen Sanktionen kam, wurde es unmöglich, vom Tabakanbau zu leben. So schlug Blomefield seinen Arbeitern vor, Steinskulpturen zu meißeln.

Zu den Bildhauern, die während jener Zeit ihre Kunst entwickelten, zählen vor allem Henry Munyaradzi, Bernard Matemera, Nicholas Mukomberanwa, Fanizani Akuda, Enos Gunja, Edward Chiwawa und Sylvester Mubayi aus der ersten modernen Bildhauer-Generation. Auf ihrer ersten Ausstellung 1968 in der Nationalgalerie in Harare wurden bereits sämtliche Werke verkauft.

In der zweiten „Generation“ ragen die Söhne Henrys, Mike Munyaradzi, und Nicholas’, Lawrence Mukomberanwa, hervor; beide sind Vorstandsmitglieder der Künstlervereinigung Friends Forever, der sich viele namhafte Bildhauer und Bildhauerinnen wie die populäre und international höchst erfolgreiche Colleen Madamombe, angeschlossen haben. Auch der hochtalentierte taubstumme Godfrey Kututwa aus Chitungwiza/Harare zählt hierzu; er ist Schüler des dortigen Meisters Claud Nyanhongo, dessen Talent sich ebenfalls auf mehrere Söhne und Töchter übertragen hat.

Als „dritte Generation“ der simbabwischen Bildhauerbewegung bezeichnet man u. a. die jüngeren Söhne und Töchter Nicholas Mukomberanwas, Taguma, Ennika und Netsai in Ruwa, sowie den brillanten jungen Kapenda Tembo. Insgesamt arbeiten in Tengenenge und anderen Orten inzwischen weit über 300 Künstler.

Diese außergewöhnliche Kunst ist heute im Museum of Modern Art in New York City ebenso zu finden wie im Musée Rodin, Paris, oder in anderen großen Museen der Welt. Auf der Biennale in Venedig erhielten die Künstler Simbabwes einen eigenen Pavillon, auf den Weltausstellungen in Sevilla und Hannover sorgten sie ebenso für Aufsehen.

Simbabwe gilt als die Wiege einer Bewegung, deren Bildhauer ihren Geist, ihre Seele zwar auf sehr afrikanische Weise in jeden Stein einfließen lassen, doch dabei immer in erster Linie Individuen ganz unterschiedlicher Prägung bleiben. Tradition, Mythen und Riten verblassen, die Künstlerpersönlichkeit tritt in den Vordergrund.

Die erfolgreichsten und bekanntesten Leistungssportler des Landes gehören zur weißen Minderheit.

Cara Black (mit ihrer US-amerikanischen Doppelpartnerin Liezel Huber) sowie Kevin Ullyett (mit Jonas Björkman, Schweden) gehören in den Tennis-Doppelwettkämpfen derzeit zur Weltspitze. Noch bekannter ist allerdings Ausnahmeschwimmerin Kirsty Coventry, die nach ihrem Olympiasieg 2004 und 2008 zur Volksheldin und Hoffnungsträgerin für ihr Land avancierte.

Der ehemalige Fußballnationaltorwart Simbabwes, Bruce Grobbelaar, spielte in den 80ern und frühen 90ern für den englischen Top-Club Liverpool, mit dem er zahlreiche Titel gewinnen konnte.

Die populärste Mannschaftssportart ist Fußball. Besonders bei der weißen Bevölkerung sind noch Cricket und Rugby sehr populär. Bereits 1895 wurde der Rugbyverband Rhodesia Rugby Football Union gegründet. Die Rugby-Nationalmannschaft befindet sich allerdings an einem Tiefpunkt, was die Situation des ganzen Landes widerspiegelt. Dasselbe lässt sich für die Cricket-Nationalmannschaft sagen, die spätestens seit der Cricket-Weltmeisterschaft 2003 viele ihrer, vor allem weißen, Spieler verloren hat. Seit 2004 ist ihr Status als eine von nur zehn Test-Cricket Nationen, mit einer kurzen Unterbrechung, durch den Welt-Cricketverband ausgesetzt.

Die simbabwische Fußballnationalmannschaft, die erst ab 1980 an internationalen Wettbewerben teilnehmen konnte, qualifizierte sich hingegen erfolgreich für die Afrikameisterschaften 2004 und 2006. Im Ausland bekannt ist der in England spielende Benjani.

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Ndebele (Simbabwe)

Die Matabele, auch AmaNdebele (Ndbele) genannt, sind ein aus einer Abspaltung der Zulu hervorgegangenes Bantu-Volk in Simbabwe.

Ihre historische Bedeutung, wenn nicht Entstehung verdanken die Matabele der Mfekane, der Völkerwanderung im südlichen Afrika des frühen 19. Jahrhunderts. Die Volksgruppe trennte sich unter der Führung von General Mzilikazi von den sich unter der Herrschaft König Shakas konstituierenden Zulus.

Auf ihrem Zug westwärts kamen sie in der Gegend um das spätere Pretoria in Kontakt mit den Tswana, die ihnen den Namen Matabele gaben. Sie zogen weiter in Richtung Norden in das Gebiet des heutigen Simbabwe, wo sie die Schona unterwarfen.

Zwischen 1834 und 1893 existierte ein souveränes Matabele-Königreich. Sein letzter König war Lobengula. Das Königreich wurde 1893 von der von Cecil Rhodes geleiteten British South Africa Company erobert und vom britischen Westafrika-Korps bei der Niederschlagung des Matabeleaufstandes 1896 endgültig vernichtet.

Im heutigen Simbabwe stellen die Ndebele zwischen einem Sechstel und einem Fünftel der Bevölkerung. Dass sie in Simbabwe gleichermaßen Minderheit sind, Träger des letzten vorkolonialen Staates und für die Bevölkerungsmehrheit fremde Eroberer waren, hat dort nach dem Ende des weißen Regimes zu erheblichen Spannungen geführt. Die von Schona dominierte Regierung Mugabes ist mit diesen Spannungen mit gewaltsamer Unterdrückung der Ndebele umgegangen, zwischen 1982 und 1987 wurden mindestens 10.000 Ndebele getötet. Im Oktober 1999 bot Mugabe Entschädigungen an, um mehr Unterstützung aus der Volksgruppe zu gewinnen.

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Hwange (Simbabwe)

Hwange (Simbabwe) (Simbabwe)

Hwange (sprich: Wänkie) ist eine Stadt mit 32.566 Einwohnern (2006) in der Provinz Nordmatabeleland in Simbabwe an Straße und Eisenbahnlinie Bulawayo-Livingstone. Die Stadt hat seit 1972/74 einen touristisch ausgerichteten Flughafen. Sie wurde 1903 gegründet und nach dem Häuptling, Whanga, der dörflichen Ansiedlung benannt. Die Stadt ist schmucklos und öde, lebt jedoch indirekt auch vom Tourismus, da eines der schönsten Tierreservate Afrikas, der Hwange National Park mit 14.000 km², sich in unmittelbarer Nähe südlich der Stadt befindet und in Reichweite einer Tagestour, nämlich 70 km, die Victoriafälle des Sambesi sowie der Kariba-Stausee. Im Nationalpark, an den Fällen und am See befinden sich die Touristenhotels.

Hwange ist seit 1901 vor allem ein Kohlerevier, die wichtigsten Flötze und die größte Kohlenzeche von Simbabwe finden sich hier. Es werden jährlich 5,8 Mio t Kohle zu 80 Prozent im Tagebau abgebaut. Die Förderung ist zu 40 Prozent in Staatsbesitz, zu 32 Prozent im Besitz der britischen Vermögensverwaltung Nicholas van Hoogstraten. Vermutlich nur bei Moatize in Mosambik liegen größe Kohlevorkommen. Über Jahrzehnte hinweg hält Hwange die National Railways of Zimbabwe schon unter Dampf. Es gibt das Hwange-Elektrizitätswerk. Die Kohle wird aber auch für die Stahlverarbeitung genutzt. Ansonsten werden die Tonvorkommen zur Herstellung von Ziegelsteinen genutzt.

Ein Problem von Hwange ist die wilde Besiedlung stillgelegter Förderflächen von 40 km². Auf einer davon steht inzwischen sogar ein Krankenhaus, eine Schule, Wohnhäuser und eine Kirche. Das Grundwasser steigt und es fehlen Informationen, warum die Abbauflächen stillgelegt worden sind: wegen des Wassers oder wegen Erschöpfung der Lagerstätten. Inzwischen haben sich 14 Mio kbm Wasser angesammelt, von denen einiges durch alte Bohrlöcher austritt. Es ist sehr sauer (ph-Wert 2,4) und trägt gelöste Metallsalze.

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Epworth (Simbabwe)

Epworth ist ein Vorort von Harare in Simbabwe mit 113.884 Einwohnern (Volkszählung 2002). Es liegt 20 km südöstlich der Hauptstadt auf 1.509 m Höhe und ist eine der ärmsten und am schnellsten wachsenden Siedlungen in der Peripherie dieser Agglomeration.

Epworth ist ein Paradebeispiel für "städtisches Farmland". Kein Haus vor dem kein Gemüse, kein Mais angebaut würde. Die Menschen suchen Arbeit in der Stadt, wollen ihre ländlichen Wurzeln aber nicht aufgeben. Das erhöht die Infrastrukturkosten enorm und lässt solche Orte raumgreifend wuchern. Gleichzeitig werden Wasserrechnungen in Höhe von 16,5 Mio ZW-Dollar (Stand März 2006) nicht bezahlt und deshalb Leitungen stillgelegt, weshalb Menschenrechtsgruppen mit dem Hinweis auf das Recht auf Gesundheit massiv protestieren. Die Lebens- und Wohnbedingungen sind miserabel. Die "Häuser" bestehen zumeist kaum aus mehr als ein paar Brettern mit Plastikplanen. Das Problem der AIDS-Waisen ist katastrophal, ebenso das der Unterernährung von Kindern. UNICEF versucht zu dessen Lösung US-Dollar 900.000 aufzutreiben, konnte bisher aber nur ein Drittel sammeln. Die Universitätsklinik von Harare hat unlängst ein Krankenhaus mit 12 Zimmern eröffnet, was kaum mehr ist als eine Geste. Hilfsorganisationen aller Art engagieren sich in diesem sozialen Brennpunkt, der typisch ist für städtische Agglomerationen rund um den Globus.

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Source : Wikipedia