Sassnitz

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Geschrieben von c3po 20/04/2009 @ 09:09

Tags : sassnitz, mecklenburg-vorpommern, deutschland

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Sassnitz

Wappen der Stadt Sassnitz

Die Stadt Sassnitz (bis zur Umbenennung am 2. Februar 1993 Saßnitz), ein staatlich anerkannter Erholungsort, liegt auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel Rügen und gehört zum Landkreis Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland).

Das Stadtgebiet von Sassnitz erstreckt sich im Osten der Halbinsel Jasmund, die ihrerseits im Nordosten der Insel Rügen liegt. Bekannt ist die Landschaft vor allem wegen ihrer Kreidefelsen. Darüber hinaus prägen eiszeitliche Ablagerungen das Landschaftsbild. Senken werden häufig von kleineren Seen eingenommen. Der markanteste Kreidefelsen ist der 118 Meter hohe Königsstuhl. Große Teile des Stadtgebiets bedecken verschiedene Waldformen mit ihren typischen Lebensräumen. Eine Besonderheit ist der Wald an den Küstenhängen. Hier gibt es seltene Gehölze, wie Wildbirne, Wildapfel und Eiben. Die Stadt liegt am Küstenhang am Südende der Stubnitz, einem 7,5 Kilometer langen und bis zu vier Kilometer breiten Buchenwald. Die verbleibenden Flächen sind Moore, Strand, Wiesen, Weiden sowie Siedlungsbereiche. Im Süden des Stadtgebietes bei Mukran befinden sich die Wostevitzer Teiche, eine unter Naturschutz gestellte sumpfige Senke.

In der Nähe des Königsstuhls liegt ein weiterer See, der Herthasee, der einen Durchmesser von etwa 150 Metern hat und bis zu elf Meter tief ist.

Die ursprüngliche Landschaft auf Jasmund ist geologisch sehr jung. Der Entstehungsprozess begann mit dem Ende der Weichseleiszeit vor zirka 12.000 Jahren. Diese hinterließ hier eine Jungmoränenlandschaft. Durch das abtauende Inlandeis hob sich das darunter liegende Land und die Senken wurden mit Wasser gefüllt, der Vorgänger der späteren Ostsee, der Ancylussee entstand.

Nachfolgend breiteten sich zunächst eine Kältesteppe, später Birken- und Kiefernwälder, dann Eichenmischwälder aus. Während der letzten 1000 Jahre herrschten Buchenwälder im Gebiet vor. In abflusslosen Senken entstanden Seen, die teilweise verlandeten und zu Mooren wurden. Vor etwa 6000 Jahren stieg der Meeresspiegel auf sein heutiges Niveau an. Aus den Hochgebieten entstand der Jasmund. Durch die abtragende Wirkung von Wellen und Strömungen entstanden Steilufer, die bis heute das Landschaftsbild prägen.

Erst 1906 wurde das Bauern- und Fischerdörfchen Crampas und das Fischerdorf Sassnitz zur Gemeinde Sassnitz zusammengeführt. Die Fischerei war (und ist) bedeutsam. Der Wunsch vieler städtischer Bürger nach Erholung an der See führte Ende des 19. Jahrhunderts zu einer raschen und starken Belebung an den Küsten der Ost- und Nordsee, so auch auf Rügen. Schon 1824, so wird berichtet, reiste die Familie des Berliner Theologen Schleiermachers zu einem Badeaufenthalt nach Sassnitz.

Theodor Fontane benannte in seinem Buch Effi Briest den Liebhaber Mayor von Crampas nach dem Fischerdorf in Rügen, schrieb über den Herthasee mit seinen wendischen Opfersteinen und ließ im Buch den Ausspruch tätigen: „Nach Rügen reisen heißt nach Sassnitz Reisen.“ Johannes Brahms und Kaiser Wilhelm waren weitere illustre Besucher von Sassnitz.

1871 wurde die Straße nach Sassnitz ausgebaut, 1883 bzw. 1891 entstanden die Eisenbahnlinien nach Stralsund bzw. nach Bergen, ab 1878 gab es eine Schiffsverbindung nach Stettin, 1889 dazu den Hafen in Sassnitz und bald darauf Seeverbindungen nach Rønne (Bornholm), Trelleborg und Klaipeda (Memel). Die neuen Verbindungen ließen den Ort schnell wachsen. Die Kreideindustrie wurde ausgebaut, Fische und nun auch Fischprodukte bestimmten das Arbeitsleben und der Tourismus wuchs, wenn auch andere Orte mit Stränden sich besser entwickelten.

Anfang des 19. Jahrhunderts entstand die Strandpromenade. Die typische Bäderarchitektur mit Pensionen und Hotels prägte das Erscheinungsbild des Ortes in dieser Zeit. Nach Aufnahme der Fähr- und Postdampferlinien wurde Sassnitz auch ein Beamtenort mit den entsprechenden neuen Wohnhäusern.

Erst 1957 erhielt Sassnitz das Stadtrecht. Die Fischindustrie wurde um diese Zeit ausgebaut, die Pensionshäuser aber verfielen zunehmend. 1984 entstand im Ortsteil Mukran ein neuer Hafen für den Eisenbahnfährverkehr zwischen der DDR und der Sowjetunion. Nach 1991 wurde der Fährhafen Sassnitz für die Verbindungen in den gesamten Ostseeraum umstrukturiert.

Ab 1991 wurde der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert; das Stadtbild hat sich stark verbessert. Die Häuser der Bäderarchitektur wurden renoviert und weitgehend einheitlich in weiß gehalten. Der Altstadthafen wurde ab 2000 in die städtebauliche Stadtsanierung einbezogen.

Im Juli 2007 wurde eine 274 m lange Hängebrücke für Fußgänger eingeweiht, die das Stadtzentrum zwischen Bahnhof, Rügen-Galerie, Kurhotel und Hauptstraße mit dem Sassnitzer Hafen verbindet.

Das Wappen wurde 1959 von der Stadtverordnetenversammlung angenommen und durch Beschluss der Stadtvertretung vom 1. November 1994 bestätigt. Das Wappen ist unter der Nr. 17 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Die Stadtflagge zeigt in drei Längsstreifen die Farben Blau-Silber (Weiß)-Blau. Die blauen Streifen nehmen je zwei Neuntel der Flaggenhöhe ein. Der silberne (weiße) Streifen nimmt fünf Neuntel der Höhe ein und ist in der Mitte mit dem Stadtwappen belegt. Die Höhe des Wappenschildes verhält sich zur Höhe des Flaggentuchs wie 4:9. Höhe und Länge des Flaggentuchs verhalten sich zueinander wie 3:5.

Die Stadt Sassnitz ist der wichtigste touristische Ausgangspunkt zum Nationalpark Jasmund, Deutschlands flächenmäßig kleinsten Nationalpark. Der Königsstuhl ist der touristische Hauptanziehungspunkt des Nationalparks. Mit 118 m ist er der höchste Kreidefelsen des Nationalparks.

Seit März 2004 verfügt der Nationalpark über das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl, das Besuchern in zwei verschiedenen Ausstellungen einen Einblick in die natürlichen Begebenheiten, Kreide, Ostsee und Buchenwälder des Nationalparks bietet.

Am Rande des Nationalparks Jasmund liegt der Tierpark Sassnitz, der einzige Tiergarten der Insel Rügen. Das Kreidemuseum Gummanz, einziges Kreidemuseum Europas, liegt unweit von Sassnitz in der Nähe von Sagard auf dem Gelände eines von 1855 bis 1962 betriebenen Kreidetagebaus und zeigt als Museum mit Freilichtbereich Originalgeräte sowie Bild- und Texttafeln, die die geologischen Zusammenhänge, den Kreideabbau und die Kreideverarbeitung auf Rügen beschreiben. Im Sommer gibt es regelmäßig eine Fundberatung für Fossiliensammler.

Bereich Stadthafen: Der Glasbahnhof hat durch den Ausbau des neuen Fährhafens Sassnitz seine ehemalige Funktion verloren und beheimatet heute das Museum für Unterwasserarchäologie Sassnitz. Das Fischerei- und Hafenmuseum dokumentiert die Geschichte der Fischerei Rügens und des alten Sassnitzer Hafens. Zu den Exponaten gehört auch der Fischkutter Havel. Im Hafen liegen neben Ausflugsschiffen und Fischerbooten das britische U-Boot HMS Otus als museale Einrichtung sowie der Küstenfrachtsegler Annemarie, welcher bis 2007 zu einem Passagierschiff umgebaut wird.

Der Alaris Schmetterlingspark Sassnitz ist seit Juli 2003 in Betrieb. Der Park beheimatet hunderte frei fliegende Schmetterlinge in tropischer Umgebung.

Der Verein Lichtspiele e. V. spielt seit dem Jahr 2000 jeden Freitag anspruchsvolle Programmkinofilme im Grundtvighaus.

Das Jugendprojekt E-WERK versteht sich als Gründerzentrum für Projekte und Ideen, welche das Ziel haben, für sozial benachteiligte Jugendlichen und junge Erwachsene sinnvolle und gemeinwohlorientierte Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erproben und umzusetzen. 1995 wurde der Verein „Unternehmen Sassnitz“ ins Leben gerufen, um für die Region Rügen ein haltbares soziales Netz zu knüpfen. Aus dem hundert Jahre alten Sassnitzer E-Werk entstand ein Jugend-, Kultur-, Dienstleistungs- und Veranstaltungszentrum mit einer Eventhall, einem Bettenhaus auf Jugendherbergsniveau und vielem mehr.

Das städtische und evangelische Begegnungszentrum im Gerhart-Hauptmann-Ring 50, im Februar 2000 als Treffpunkt für ältere Menschen gegründet, ist inzwischen mit verschiedenen anderen Projekten zusammengewachsen: z. B. das Cafe „Kiek in“, die Spinnstube, die Klönstube des CJD Garz, der Klönclub, die Kleiderbörse, verschiedene Selbsthilfegruppen (anonyme Alkoholiker u. a.), ESV Sassnitz (Kraftsport für Jedermann) und der kirchliche Jugendclub SASKIA.

Kulturgruppen sind unter anderen die De Jasmunder Plattdänzer, eine Volkstanzgruppe aus Mädchen und Jungen (im Alter von 6 bis 18 Jahren), das Jugendblasorchester der Stadt Sassnitz, der Volkschor Sassnitz von 1964 sowie der Sassnitzer Karnevalsclub von 1975.

Sassnitz ist der Endpunkt der Bundesstraße 96 und der Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz.

Neben dem Bahnhof Sassnitz besteht der Fährbahnhof Mukran. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde in Sassnitz ein großer Fährbahnhof für die so genannte Königslinie von Deutschland nach Schweden (Trelleborg) eingerichtet. In den 1980er Jahren wurde im Ortsteil Mukran ein neuer Fährhafen mit Breit- und Regelspurgleisen gebaut. Von Mukran gibt es Fährverbindungen von und nach Klaipėda in Litauen, Bornholm und St. Petersburg. Auf den Fähren nach Schweden werden außer Straßenfahrzeugen auch Eisenbahnwaggons befördert. Neben der Nachtzugverbindung Berlin–Malmö mit Schlaf- und Liegewagen waren dies im Jahr 2004 etwa 60.000 Güterwagen.

Sassnitz lebt zum großen Teil von der Gastronomie und dem Tourismus.

Der Kreideabbau bei Klementelvitz unweit von Sassnitz ist ein traditioneller Industriezweig der Insel. Schon seit 1840 wird hier Kreide im Tagebau abgebaut. Die Kreise findet nicht nur für die Herstellung von Gips Verwendung, sondern wird wegen seiner hohen Qualität auch von Kraftwerken für ihre Filteranlagen verwendet. Die „Rügener Kreide“ wird für die Gesundheits- und Präventivmedizin angewendet.

Die Neue Rügenfisch GmbH ist im Stadthafen ansässig. Das Unternehmen, das nach der Wiedervereinigung umfassend modernisiert wurde, ist Arbeitgeber für etwa 200 Menschen vor Ort und produziert ein großes Sortiment an Fischkonserven. Neben vielen deutschen Einzelhandelsketten finden sich Abnehmer auch im europäischen und außereuropäischen Ausland.

Im Fischwerk Mukran der holländischen Betreibergesellschaft Parlevliet & Van der Plas werden jährlich über 30.000 Tonnen Hering für die Fischindustrie zu Heringslappen, Filets und Frostware verarbeitet. Ein großer Anteil kommt von Fischern aus Sassnitz und Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Fänge zu vereinbarten Festpreisen mit eigenen Kuttern, mit angemieteten Fischtankern oder per Lkw an der Pier des modernsten Fischverarbeitungszentrums in Europa anliefern. Der Rest wird aus Schleswig-Holstein, Dänemark und Schweden importiert.

Die INVO Bauplanung GmbH aus Ribnitz-Damgarten möchte eine Steinfabrik für 36 Millionen Euro auf dem früheren Bahngelände im Bereich des Fährhafens errichten. Die Produktion basiert auf dem aus Italien stammenden Bretonstone-System. Dabei wird Natursteingranulat durch Pressvorgänge in Verbindung mit Kunstharz zu hochwertigen Steinplatten verarbeitet. Für den Standort Mukran sprechen nach Angaben des Geschäftsführers zwei Faktoren. Erstens lasse sich der Antransport des Granulats aus Italien und der Abtransport der Fertigprodukte am effektivsten über den Seeweg abwickeln. Außerdem seien die hervorragenden Verbindungen des Hafens zum osteuropäischen Markt und in Richtung Skandinavien ein eindeutiger Standortvorteil. Nach 10-monatiger Bauzeit soll ab Januar 2007 die Produktion anlaufen.

Eine Grundschule, eine Regionale Schule, eine Förderschule, sowie eine Berufsschule stellen die schulische Versorgung sicher.

Die amtliche Schreibweise von Sassnitz lautete bis zum 2. Februar 1993 „Saßnitz“ und wurde zu diesem Zeitpunkt der Schreibweise in der Ernennungsurkunde für das Stadtrecht vom 23. November 1956 angeglichen. Es bestand also kein Zusammenhang zur Rechtschreibreform von 1996.

Die Germanengöttin Hertha, auch Erdmutter Nerthus genannt, soll im Nationalpark Jasmund in der nach ihr benannten Herthaburg gelebt haben. Tatsächlich gehörten einige Erdwälle zu einer ehemaligen slawischen Fluchtburg. Angeblich fuhr die Göttin Hertha einmal im Jahr an den Herthasee, um darin zu baden. Sterblichen war der Anblick der badenden Göttin verwehrt. Deshalb wurden alle Diener und Sklaven, die ihr beim Bade behilflich waren, anschließend im See ertränkt. Theodor Fontane hat diese Legende in seinem Roman „Effi Briest“ aufgegriffen.

Auch der Königsstuhl hat seinen Namen aus einer Begebenheit der sagenhaften Vergangenheit. Derjenige wurde König, der von der Seeseite her die Klippen erklimmen konnte.

Eine weitere Sage berichtet, dass der berühmte Freibeuter Klaus Störtebeker im Jahre 1340 auf dem Gut Ruschvitz auf Jasmund geboren wurde. Die Piratenschlucht in Sassnitz unweit der Altstadt soll einer der zahlreichen Schlupfwinkel von Klaus Störtebeker und seinen Vitalienbrüdern in der Ostsee gewesen sein. Seit 1993 finden in den Sommermonaten auf der Freilichtbühne in Ralswiek die Störtebeker-Festspiele statt.

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Fährhafen Sassnitz

Das FS „Sassnitz“ der Reederei Scandlines im Fährhafen Sassnitz

Der Fährhafen Sassnitz ist ein Tiefwasserhafen im Ortsteil Mukran der Stadt Sassnitz an der Ostseite der Insel Rügen. Aufgrund der vorgelagerten Lage in der Ostsee sind die von Sassnitz ausgehenden Fährlinien nach Schweden, Litauen und Russland die kürzesten von Deutschland aus bestehenden Seeverbindungen in diese Länder.

Mit einem Güterumschlag von etwa fünf Millionen Tonnen pro Jahr ist der Fährhafen Sassnitz der drittgrößte deutsche Ostseehafen und der größte Eisenbahnfährhafen Deutschlands. Bis zum Jahr 2025 wird eine Steigerung auf 13 Millionen Tonnen prognostiziert. Der Hafen wird von der Fährhafen Sassnitz GmbH betrieben.

Aufgrund seiner Lage im äußersten Nordosten Deutschlands und seiner Entstehungsgeschichte ist der Hafen durch einige Besonderheiten gekennzeichnet.

Der Hafen verfügt über acht Liegeplätze für Fähren mit Pierlängen zwischen 100 und 250 Metern, davon mehrere mit Gleisanschluss. Es gibt je einen Fähranleger für Breit- und Normalspur. Der Liegeplatz sechs bietet darüber hinaus mit einer Wassertiefe von 10,50 Metern und einer Länge von 250 Metern auch Möglichkeiten für das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen.

Jährlich werden zwischen 60.000 und 70.000 Waggons trajektiert, wobei der Hauptanteil von beziehungsweise nach Schweden geht. Das 340 Hektar große Bahnhofsareal hat direkten Anschluss an die Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz. Es ist in einen Normalspurteil mit 48 Kilometer Gleislänge und eine Breitspurteil mit 24 Kilometer Gleislänge unterteilt.

Als einziger Hafen in Westeuropa bietet der Fährhafen Sassnitz die Möglichkeit zum Umschlag von Eisenbahnwaggons mit der in Finnland, Russland und den baltischen Ländern verwendeten Breitspur von 1520 Millimeter. Das Breitspurareal bietet mehrere Optionen zum Umladen der Güter. Neben fünf Umladehallen, Krananlagen, einer Umpumpanlage für flüssige Güter, einer Gefahrgutrampe ist die Umachsanlage von Breit- auf Normalspur (und umgekehrt) die zentrale Schnittstelle. Hier werden die Güterwagen angehoben und die Achsen und Drehgestelle gegen solche der jeweils anderen Spurbreite ausgetauscht. Für die Rangieraufgaben wird eine Breitspurvariante der DR-Baureihe V 60 mit UIC-Mittelpufferkupplungen eingesetzt. Die Umladeanlagen sind direkt mit den beiden doppelstöckigen Breitspurfähranlegern verbunden. Die Fähranleger sind jeweils mehrgleisig (zwei oder vier Gleise), weil die Beladung der Schiffe aus Stabilitätsgründen gleichzeitig und mit möglichst gleicher Waggonanzahl auf zwei Gleisen erfolgt.

Der heute bestehende Fährhafen geht historisch zurück auf eine Fährverbindung von Sassnitz nach Trelleborg, die am 1. Mai 1897 den Betrieb aufnahm. Diese heute von der Reederei Scandlines betriebene Linie wurde damals als „Königslinie“ bezeichnet. 1909 wurde auf dieser Verbindung der Eisenbahnfährbetrieb eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann am 16. März 1948 wieder der Fährbetrieb vom Stadthafen Sassnitz aus.

In den 1980er Jahren erfolgte dann der Neubau des Fährhafens im Sassnitzer Ortsteil Mukran, eines der letzten großen Verkehrsbauprojekte in der DDR. Ziel war dabei insbesondere eine leistungsfähige Fährverbindung in das heute litauische Klaipėda (Memel), um für den Transport von Gütern aus der DDR in die Sowjetunion den langwierigen und durch Transitgebühren kostspieligen Landweg umgehen zu können, der zudem durch die damalige politische Lage in Polen unsicher geworden war. Der Fährbetrieb auf der Verbindung von Mukran nach Klaipeda begann 1986 und wurde bis 1989 auf einen Liniendienst mit fünf Eisenbahnfähren ausgeweitet. Eine Besonderheit ist die Umspuranlage für Eisenbahnwaggons von Normalspur auf sowjetische Breitspur, die auf den Fähren genutzt wird.

Nach 1990 erfolgten der Neubau eines Fährterminals sowie umfangreiche Umbau- und Erweiterungsarbeiten, um vor allem den Anstieg im Personenverkehr nach Skandinavien zu bewältigen. Nach zweijährigem Ausbau war am 7. Januar 1998 Eröffnungsfeier für den größten deutschen Eisenbahnfährhafen an der Ostsee.

Die im September 2005 zusätzlich eröffnete Verbindung ins dänische Køge wurde bereits im Februar 2006 mangels Auslastung wieder eingestellt.

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St.-Johannis-Kirche (Sassnitz)

Die St.-Johannis-Kirche in Sassnitz auf der Insel Rügen ist ein aus dem 19. Jahrhundert stammendes Kirchengebäude.

Im Jahr 1867 fand in der sogenannten Waldkirche ein erster Gottesdienst statt. Hierbei handelte es sich um einen Platz im Wald, ausgestattet mit einem Altar aus Erde und im Halbkreis darum stehenden Rasenbänken.

Im Jahr 1880 wurde nach Plänen von Adolf Gerstenberg mit dem Bau der Kirche begonnen. 1883 wurde die Kirche fertiggestellt und am 24. Juli des Jahres eingeweiht. 1886 erhielt die Kirche zwei Glocken. Im Jahr 1903 wurde ein Friedhof angelegt. Im selben Jahr wurde auch die Auferstehungskapelle errichtet. Während des Ersten Weltkriegs wurden die Glocken zu Kriegszwecken eingeschmolzen; 1924 erhielt die Kirche eine neue Glocke, bald auch eine weitere.

Nach einer dreijährigen Restaurierung wurde die Kirche am 9. Juli 1962 wieder eingeweiht. Bei dieser Restaurierung wurden Engel, Leuchter, Bilder und Wandschmuck zugunsten einer modernen Nüchternheit entfernt. Im Jahr 1991 wurde die Kirche komplett saniert. Dabei wurden auch die alten Leuchter nachgebaut, die Bilder restauriert und die Uhr und der Glockenmotor repariert sowie eine Kirchenheizung eingebaut. In der Thorvaldsen-Werkstatt in Kopenhagen wurde der in den 1960er Jahren entfernte Engel nachgebaut und im Jahr 2002 zum Johannisfest in der Kirche befestigt.

Die St.-Johannis-Kirche ist ein neugotischer, einschiffiger Backsteinbau mit einem 33 Meter hohen, seitlich angesetzten, achteckigen Kirchturm. Sie steht auf einer Anhöhe zwischen Sassnitz und Crampas an der Stubbenkammerstraße.

Die Kirche verfügt über ein Kruzifix und eine dem Hildesheimer Messbuch nachgestaltete Prachtbibel.

Die Orgel der Kirche wurde 1899 von der Berliner Firma Dinse gefertigt; während des Ersten Weltkriegs wurden die Orgelpfeifen eingeschmolzen. Das Instrument wurde 1991 durch die Firma Wolter instand gesetzt.

Die evangelische Kirchgemeinde gehört zum Kirchenkreis Stralsund in der Pommerschen Evangelischen Kirche. Das Kirchengebäude wird auch von der katholischen Gemeinde für Gottesdienste genutzt.

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Ostsee-Gymnasium (Sassnitz)

Hauptportal & Turnhalle in Graffiti.JPG

Das Ostsee-Gymnasium (oft abgekürzt als: OGS) in Sassnitz auf der Insel Rügen war bis zu seiner Schließung im Jahre 2008 ein allgemeinbildendes Gymnasium, das zum Abitur (allgemeine Hochschulreife) führte. Es wurde kurz nach der Wende (1991) gegründet. Seinen Namen hatte das Gymnasium durch seine unmittelbare Lage an der Ostsee erhalten. In seiner stärksten Zeit (1993) wurden 883 Schülerinnen und Schüler am Ostsee-Gymnasium unterrichtet. Das Einzugsgebiet erstreckte sich damals bis nach Dranske im Norden sowie nach Binz im Süden der Insel.

Anfang der 1950er Jahre herrschte Aufbruchsstimmung in Sassnitz. Die gewaltigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der jungen Bevölkerung machten den Neubau einer weiteren Schule erforderlich. Als am 27. Oktober 1951 die Grundsteinlegung erfolgte, bestand Sassnitz noch aus zwei Dörfern (Sassnitz und Crampas). Mit dem Bauentwurf wurden die Architekten Grundmann und Henselmann betraut, auch dies ein Indiz für den Stellenwert, der diesem Projekt beigemessen wurde.

Zwei Jahre später erfolgte die feierliche Einweihung der neuen Mittelschule. Schulleiter wurde Herr Hagspiel. Das Gebäude vertritt den Baustil des sozialistischen Realismus. Separat dazu wurde eine Sporthalle gebaut.

Zukunftsweisend und modern gestalteten die Planer seinerzeit das Umfeld der Schule. Der Schulhof ging ohne Zaun oder Grenzen über in einen öffentlichen Rosengarten mit integrierter Springbrunnenanlage. 1970 wurde der Platz für politische Zwecke umgestaltet.

Zu Beginn des Schuljahres 1959/60 bekam die damalige Mittelschule den Status einer zehnklassigen Polytechnischen Oberschule (POS). Dieser erzwang umfangreiche Umbaumaßnahmen.

Schulleiterin war damals von 1960 bis 1965 Ilse Rumposch. Ab 1963 wurden an der Schule drei Jahrgänge für den Fischfangbetrieb unterrichtet. Auf Frau Rumposch folgte Dieter Schäfer bis 1990. 1990 beschloss die Lehrerkonferenz, den Namen W.I. Lenin-Schule abzulegen, Frau Annelies Weihrich (heute: Wittkop) wurde für das Jahr des Überganges Schulleiterin. Ein Jahr später stimmte die Sassnitzer Stadtvertretung zu, dass das Ensemble zum Gymnasium umfungiert werde. Helmut Nitkowski wurde im selben Jahr Schulleiter. Im Jahr darauf übernahm Norbert Thomas diese Position, die er bis 2007 innehielt. Im Schuljahr 1993/94 besuchten genau 883 Schüler (inkl. Außenstelle Dranske) das Sassnitzer Gymnasium. Am 29. Mai 1997 erhielt die Schule ihren Namen durch den damaligen Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Berndt Seite verliehen. Aufgrund ihrer unmittelbaren Lage zur Ostsee hieß sie von nun an Ostsee-Gymnasium Sassnitz. Aufgrund einer Novellierung des Schulgesetzes wechseln die Grundschüler in M-V ab dem Schuljahr 2006/07 nach der vierten Klasse für zwei Jahre an die Regionale Schule. Danach erst empfehlen sie sich für das Gymnasium.

Im Schuljahr 2007/08 wurden nur noch 373 Schüler unterrichtet - das Ende des Ostsee-Gymnasiums. Schulleiterin Silke Frank bereitete den reibungslosen Übergang zum Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium vor. Aus dem Gymnasium wird in Zukunft die Grundschule Ostseeblick. Alle Ehemaligen des Ostsee-Gymnasiums treffen sich jedes Jahr am 27. Dezember in der Einrichtung.

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Source : Wikipedia