Salem

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Geschrieben von daneel 14/03/2009 @ 02:12

Tags : salem, baden-württemberg, deutschland, schleswig-holstein

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Salem

Salem ist ein Ortsname, der an einigen Stellen im Alten Testament der Bibel (Gen. 14,18; Ps. 76,2; Heb. 7,1 u. 2) als Sitz des Königs Melchisedech erscheint. Gewöhnlich wird er als Name der Stadt Jerusalem interpretiert.

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Salem (Baden)

Wappen der Gemeinde Salem

Salem ist eine Gemeinde im südlichen Baden-Württemberg im Bodenseekreis, etwa neun Kilometer östlich von Überlingen und zehn Kilometer nordöstlich von Meersburg. Der Gemeinde wurde das Prädikat Erholungsort verliehen.

Die Gemeinde liegt im Linzgau im Hinterland des Bodensees, hauptsächlich im Tal der Salemer Aach. Der Ortsteil Oberstenweiler liegt auf einem Nebengipfel des Gehrenbergs auf bis zu 600 m Höhe. Die Gemeinde grenzt an Überlingen, Meersburg, Bermatingen, Heiligenberg, Deggenhausertal, Frickingen und Uhldingen-Mühlhofen.

Für eine ausführliche Geschichte des Klosters siehe den Artikel Reichsabtei Salem.

Die Gegend war mindestens seit der Bronzezeit besiedelt. Ab dem 3. Jahrhundert gründeten Alemannen, später auch zuziehende Franken mehrere Dörfer, darunter die kleine Siedlung Salemanneswilare (später Salmannsweiler).

Hier gründete 1137 der Orden der Zisterzienser das Kloster Salem. Es wurde schnell in den Rang einer Reichsabtei erhoben und gewann 1178 noch größere Unabhängigkeit, als es durch Papst Alexander III. direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt wurde.

Das Kloster brachte es durch Zuwendungen, Schenkungen und eigenen Handel bald zu Grundbesitz und außergewöhnlichem Wohlstand und gewann weit über die Region hinaus an Bedeutung.

Von etwa 1285 bis 1425 wurde das bis heute erhaltene hochgotische Salemer Münster errichtet. 1595 wurde der Abtei das Generalvikariat über alle Zisterzienserklöster in Süddeutschland übertragen. 1637 erhielt sie durch einen Vertrag mit dem Fürstenhaus Fürstenberg auch die Grafschaftsrechte und damit die volle Landeshoheit über das Salemer Gebiet.

Im 17. Jahrhundert musste das Kloster schwere Rückschläge verkraften. Vom Dreißigjährigen Krieg, der Tod und Verwüstung über ganze Landstriche brachte, erholte es sich nur langsam. 1697 vernichtete ein Feuer nicht nur die meisten Gebäude, sondern zudem zahlreiche im Besitz der Abtei befindliche Kunstschätze.

In der Folgezeit entstanden unter dem Baumeister Franz Beer aus Vorarlberg die bis heute erhaltenden Barockbauten, und das Reichsstift erlebte eine glanzvolle Renaissance. Unter anderem gründete Abt Anselm II. Schwab 1749 eine Waisenkasse, die als erste Sparkasse Deutschlands gilt. Anselm ließ auch die Wallfahrtskirche Birnau am Bodenseeufer errichten.

Die große Zeit des Klosters endete mit dem Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803. Es wurde säkularisiert, das Territorium fiel an die Markgrafschaft Baden. Fortan war Salem politisch nur noch von regionaler Bedeutung.

Salem hat sich mit den Gemeinden Frickingen und Heiligenberg zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen.

Die Wirtschaft in Salem ist durch kleine Unternehmen und Handwerksbetriebe geprägt. Ein bedeutender Anteil der Arbeitnehmer arbeitet nicht in Salem, sondert pendelt in die größeren Städte der Region. Die Firma Hermann Schwelling Maschinenbau hat ihren Sitz in Salem. Durch den Gewerbepark Salem wird versucht, neue Arbeitsplätze in der Gemeinde zu schaffen.

Mit der Sparkasse Salem-Heiligenberg verfügt die Gemeinde über die älteste Sparkasse Deutschlands. Sie wurde 1749 von Abt Anselm II. gegründet. Zum 1. August 1975 wurde die damalige Bezirkssparkasse Salem mit der Bezirkssparkasse Heiligenberg zur heutigen Sparkasse Salem-Heiligenberg fusioniert.

Seit 1901 ist Salem an das Eisenbahnnetz (Bodenseegürtelbahn) angeschlossen. Es bestehen stündliche Verbindungen nach Markdorf, Friedrichshafen und Lindau im Osten und Überlingen, Radolfzell und Singen im Westen. Die Gemeinde gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.

In Salem hat sich eine bekannte Privatschule etabliert. Das Internat Schule Schloss Salem wurde am 14. April 1920 durch den Reformpädagogen Kurt Hahn und Prinz Max von Baden gegründet und steht unter der Schirmherrschaft des jeweiligen baden-württembergischen Kultusministers.

Direkt am Schlosssee befindet sich das 1976 eröffnete Bildungszentrum Salem. Hier befindet sich eine Realschule und eine Hauptschule mit Werkrealschule.

Die Teilorte Mimmenhausen, Neufrach und Beuren haben jeweils eine eigene Grundschule, in Stefansfeld befindet sich eine öffentliche Förderschule mit angeschlossener Beratungsstelle für Frühförderung.

In Buggensegel ist der Sitz der Sonnenbergschule Schule für geistig Behinderte.

Im Sommer zieht das Freibad am Schlosssee Badegäste aus der ganzen Region an. Auf dem Gelände findet alljährlich das Schloßseefest Salem, eine der größten Open-Air-Veranstaltungen der Bodenseeregion, statt. Dessen Höhepunkt ist ein Klang-Kunstfeuerwerk am Samstagabend über dem Schlosssee.

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Reichsabtei Salem

Die Reichsabtei Salem im Jahr 1798

Die Reichsabtei Salem in der heutigen Gemeinde Salem im Linzgau (Baden-Württemberg) war ein Kloster des Zisterzienserordens und eine der wohlhabendsten und bedeutendsten reichsunmittelbaren Abteien des Bodenseeraums. Das 1137/1138 gegründete Kloster konnte im späten Mittelalter seine Privilegien und die Stellung innerhalb des Ordens weit ausbauen. Im 17. Jahrhundert von Kriegen bedrängt und durch einen Brand fast vollständig zerstört, erlebte es im 18. Jahrhundert seine zweite Blütezeit als Zentrum des südwestdeutschen Rokoko mit dem Bau der Wallfahrtskirche Birnau und der Gründung der ersten Sparkasse Deutschlands. Die weitläufige barocke Klosteranlage (erbaut 1697-1706 von Franz Beer) mit dem hochgotischen Salemer Münster (ca. 1285-1414) ging 1804 durch Säkularisation in den Besitz der Markgrafen von Baden über. Seither trägt die Anlage den Namen „Schloss Salem“ und dient als Wohnsitz der markgräflichen Familie sowie seit 1920 als Sitz des Internats Schule Schloss Salem.

Die Gründung Salems fällt in die Wirkungszeit des Bernhard von Clairvaux (* um 1090; †1153), dem es binnen weniger Jahrzehnte gelang, den Orden der Zisterzienser über ganz Mitteleuropa auszubreiten. (Bernhard von Clairvaux hat Salem selbst nie besucht; Frowin, der erste Abt von Salem, soll Bernhard jedoch bereits gekannt und ihn 1146 als Dolmetscher auf der Werbungsreise für den Zweiten Kreuzzug begleitet haben.) Die Zisterzienser waren in fünf Primarabteien zentral organisiert und besiedelten von Frankreich aus systematisch und fast flächendeckend das Römische Reich und die angrenzenden Länder. Salem entstand durch Filiation aus dem Kloster Lützel im Elsass (gegründet 1123/1124), das eine Gründung von Kloster Bellevaux (Franche-Comté) war. Bellevaux wiederum war das erste Tochterkloster der Primarabtei Morimond. Salem war damit die erste Niederlassung der Zisterzienser im nördlichen Bodenseeraum und eine der ersten Gründungen im Römischen Reich, die von Morimond abstammten.

Die Chroniken des Klosters berichten, dass sich der Freiherr und Ritter Guntram von Adelsreute (heute zu Taldorf, Ravensburg) im Jahr 1134 an den Abt von Lützel wandte, um einen Teil seiner Güter zur Gründung eines Klosters zu stiften. Guntrams Schenkung umfasste einige verstreute Grundstücke von insgesamt etwa 200 Hektar Fläche, die teilweise bereits besiedelt oder als Felder bestellt waren. Das Landstück, auf dem das Kloster erbaut wurde, lag sechs Kilometer landeinwärts vom Ufer des Bodensees in der Talsenke der Linzer Aach. Dort befand sich bereits die fränkische Siedlung Salemanneswilare (später: Salmannsweiler) mit einer kleinen Kapelle. Das Kloster lag also nicht in abgeschiedener Wildnis, wie es der Orden für Neugründungen eigentlich vorschrieb, sondern inmitten eines kleinteiligen und weitverzweigten Systems von besitzrechtlich aufgeteilten Gebieten. Dennoch bot das sumpfige Land noch Möglichkeiten, den kolonisatorischen Ehrgeiz zu befriedigen. Das Kloster Lützel hatte zunächst Bedenken wegen der geringen Größe und der weiten Streuung der gestifteten Grundstücke. Schließlich entsandte man 1137 den erforderlichen Gründungskonvent von zwölf Mönchen und einigen Laienbrüdern unter dem designierten Abt Frowin nach Salmannsweiler, um Unterkünfte und Werkstätten zu errichten.

Im Jahr 1137 oder 1138 wurde Salem zur Abtei erhoben. Bis heute gibt es unterschiedliche Auffassungen über das tatsächliche Gründungsjahr Salems. Sowohl die Datierung der Stiftung (1134) wie auch der Erhebung zur Abtei sind nicht in Urkunden überliefert, sondern nur in einer Chronik des 13. Jahrhunderts. Neuere Forschungen nennen den 15. Mai 1138, den Sonntag nach Christi Himmelfahrt, als Gründungstag.. In der Klostertradition wurde 1134 (aber teilweise auch 1137) als Gründungsjahr bezeichnet, so dass das 850jährige Jubiläum der Abtei 1984 begangen wurde. Diese Frage ist nicht nur für die Geschichtsschreibung interessant, sondern war auch für das Kloster selbst von Bedeutung, da das Alter der Abtei die ordensinterne Rangfolge der Klöster bestimmte.

Das Kloster in Salemanneswilare erhielt den geistlichen Namen „Salem“ nach dem biblischen „Ort des Friedens“, der im Alten Testament als Sitz des Königs Melchisedech genannt wird (1. Mose 14,18; Ps. 76,2). Das biblische Salem wurde im Mittelalter als älterer Name von Jerusalem gedeutet. Das Kloster Salem wurde daher in künstlerischen Allegorien immer mit dem Himmlischen Jerusalem in Verbindung gebracht.

Die Namen Salem und Salmannsweiler wurden bis ins 18. Jahrhundert gleichwertig nebeneinander benutzt. Ausgerechnet die Säkularisation ließ 1804 den weltlichen Namen in Vergessenheit geraten und machte den geistlichen Namen zum Ortsnamen der Gemeinde.

Guntrams Stiftung war politisch motiviert: Durch ihn war Salem wie das Mutterkloster in Lützel den Staufern verbunden. Im Machtkampf zwischen Staufern und Welfen sorgte die Gründung dafür, dass erstere, die im Bodenseeumland in Altdorf, Ravensburg, Buchhorn, Insel Reichenau und Kreuzlingen bereits wichtige Stützpunkte ihrer Macht besaßen, ihren Einfluss über das nordwestliche Bodenseegebiet ausdehnen konnten. Rasch folgte daher die rechtliche Konsolidierung: 1142 wurde Salem vom Stauferkönig Konrad III. zur Reichsabtei erhoben; dessen Thronfolger Friedrich Barbarossa bestätigte die Privilegien. Die unmittelbaren Nachbarn des Klosters billigten die Gründung, bot sie doch Unterstützung gegen die welfischen Grafen von Pfullendorf. Durch die urkundlich verbrieften Rechte war Salem von anderen Vogteien freigestellt und hatte den König des Römischen Reiches als direkten Schutzherrn – eine Position, die die Salemer Äbte zu sichern und im Laufe der Zeit auszubauen wussten.

Als im Jahr 1198 der Staufer Philipp von Schwaben und der Welf Otto von Braunschweig von ihren jeweiligen Fraktionen zu konkurrierenden Königen des Heiligen Römischen Reichs gewählt wurden, schlug sich Salem auf die Seite des Staufers. Papst Innozenz III. bestätigte jedoch 1201 Otto IV. als neuen König. Abt Eberhard von Rohrdorf suchte daher Unterstützung bei Eberhard II., dem Erzbischof von Salzburg. Gemeinsam versuchten sie, Papst Innozenz III. zur Anerkennung der staufischen Nachfolge zu bewegen, was jedoch nicht gelang. Als Philipp von Schwaben 1208 ermordet wurde, bekannte sich auch Salem offiziell zu Otto IV., der im Gegenzug die Abtei in ihren Rechten bestätigte. Dennoch hielt Salem weiterhin insgeheim Kontakt zum staufischen Thronfolger Friedrich II.. Die Treue zahlte sich aus: Der Staufer, 1211 in Bamberg zum Kaiser gewählt und 1219 schließlich auch von den Welfen anerkannt, dankte Salem die Treue durch eine Fülle von Schutzurkunden.

Der Schutz der Staufer verhalf Salem unter Abt Eberhard von Rohrdorf (1191-1240) zu einer erstaunlichen wirtschaftlichen Blüte. Eberhard gelang es, den vorhandenen Streubesitz in klösterlich verwaltete Grangien zusammenzuführen. Zum ersten Mal erwirtschaftete das Kloster große Überschüsse, die wieder in Grundbesitz investiert wurden. Die Überproduktion an Obst, Getreide und Fischen wurde in abgabenfreien Stadthöfen unter anderem in Konstanz, Überlingen, Ehingen und Esslingen abgesetzt. Mit dem Gut Maurach, direkt am Ufer des Bodensees gelegen, sicherte sich Salem auch einen Zugang zur Güterschifffahrt und Handelswege, um die produzierten Waren abzusetzen. Zahlreiche Adelige überschrieben dem Kloster einen Teil ihres Besitzes. Darunter war eine Saline bei Hallein, die Erzbischof Eberhard II. von Salzburg im Jahr 1201 dem Kloster schenkte und zugleich den zollfreien Transport des geförderten Salzes garantierte, womit eine wichtige Einkommensquelle erschlossen war. Gut ausgebildete Salemer Laienbrüder übernahmen nach und nach die Verwaltung der gesamten erzbischöflichen Salinen. Im Gegenzug eröffneten sich für die Salzförderung neue Absatzmärkte im Westen des Reichs.

In kirchenrechtlicher Hinsicht lag das neu gegründete Kloster Salem in der Diözese des Bischofs von Konstanz. Nachdem Papst Innozenz II. das Kloster bereits 1140 anerkannt hatte, erhob es Papst Alexander III. im Jahr 1178 zur Konsistorialabtei, womit es direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt war und neu gewählte Äbte nicht mehr vom örtlichen Bischof, sondern nur vom Papst bestätigt werden mussten.

Abt Eberhard von Rohrdorf sicherte sein Kloster weiter gegen Ansprüche des Konstanzer Bischofs ab, indem er ein Bündnis mit dem Erzbistum Salzburg schloss und ihm den Grund und Boden des Klosters übertrug. Im Jahr 1201 wurde Salzburg daher „Mutter und Herrin“ von Salem. Es ist jedoch fraglich, worin die kirchenrechtliche Änderung bestand, da Salem weiterhin die Rechte als Konsistorialabtei wahrte. Der wahre Nutzen bestand vor allem in politischem Beistand und gegenseitiger wirtschaftlicher Förderung. Eberhard II. trat auch die inoffizielle Nachfolge der Stifterfamilie an, deren letzte Nachfahrin Mathilde von Adelsreute im Jahr 1192 gestorben war. In der Folge wurde er daher in Salem als „zweiter Stifter“ verehrt.

Die guten Beziehungen des Klosters zum Heiligen Stuhl verhalfen dem Kloster 1384 zu dem selten vergebenen Privileg, die Pontifikalinsignien Mitra, Brustkreuz und Papstring in das Wappen des Klosters und seiner Filiationen aufzunehmen.

Binnen der ersten anderthalb Jahrhunderte der Klostergeschichte besiedelten Salemer Delegationen drei Filiationen: Die erste war das 1143 gestiftete bayerische Kloster Raitenhaslach, dessen Besiedelung durch Salemer Mönche zwar nicht direkt dokumentiert, doch durch das unangefochtene Visitationsrecht ausreichend belegt ist. Das um 1158 vom Kloster Frienisberg besiedelte Kloster Tennenbach bei Freiburg im Breisgau wurde Salem 1182 als „unechte“ Tochter inkorporiert. Die zweite eigene Gründung war das 1227 gegründete Wettingen in der Nordschweiz. Die große Ausbreitungswelle des Ordens hatte bereits stark nachgelassen, als der Habsburger Albrecht I. im Jahr 1303 das Kloster Königsbronn stiftete und Salem zur Besiedelung anbot, um die Kirchenpolitik Rudolfs I. fortzuführen.

Besonders Abt Eberhard von Rohrdorf machte sich auch um die Anerkennung der Zisterzienserinnen verdient. Der zisterziensischen Ordensleitung fiel die Akzeptanz von Frauenklöstern in den Jahren um 1200 noch schwer, so dass sogar Verbote für Neugründungen ausgesprochen wurden. Abt Eberhard leistete hier Pionierarbeit und nahm 1217 das fünf Jahre zuvor gegründete Frauenkloster Wald in seine Obhut. Im Laufe des 13. Jahrhunderts folgten weitere Frauenklöster in Rottenmünster, Baindt, Heiligkreuztal, Heggbach und Gutenzell in Oberschwaben sowie die Thurgauer Konvente Feldbach und Kalchrain. Das Visitationsrecht über diese Klöster behielt Salem, sofern diese nicht zuvor aufgelöst wurden, bis zu seiner eigenen Schließung. Im Schwäbischen Reichsprälatenkollegium sollten einige der Frauenklöster später sogar politisches Gewicht bekommen.

Nach dem Niedergang der Staufer begann das politische Chaos des Interregnums (1254-1273), in dem Salem auf Selbstschutz angewiesen war und herbe wirtschaftliche Einbußen erlitt. Der regionale Adel focht einstige Schenkungen an oder beschlagnahmte sie einfach. Bereits kurz nach der Wahl von König Rudolf I. im Jahr 1273, die zumindest vorübergehend Frieden ins Reich bringen sollte, knüpfte Salem daher enge Beziehungen zum Hause Habsburg. Rudolf bot seinen Schutz an, da die Reichsklöster eine wichtige Rolle in seinem politischen Plan spielten, das Herzogtum Schwaben wieder herzustellen. Für Salem wiederum war diese Verbindung die gebotene Möglichkeit, das Überleben der Abtei zu sichern.

Unter Habsburger Protektion begann ab 1275 eine zweite Epoche der Prosperität, die bis etwa 1320 anhielt. Um 1300 gehörte Salem zu den größten und reichsten Klöstern in weitem Umkreis; es besaß Fischrechte im Bodensee sowie Güter in über 100 km Umkreis, unter anderem bei Ulm, Biberach an der Riß, Saulgau und Meersburg. Die im Interregnum verloren gegangenen Besitztümer wurden weitgehend wieder dem Kloster überschrieben und urkundlich abgesichert. Um 1285 wurde dank der neu erreichten Finanzkraft mit dem Bau des Salemer Münsters begonnen, das jedoch, nach einem durch Geldmangel und Pestepidemien ausgelösten Baustopp, erst um 1425 vollendet werden konnte.

Für das Kloster bedeutete die enge Bindung an das Reich zumindest theoretisch Stabilität und Schutz gegen Ansprüche des örtlichen Adels und die anderen Reichsstände. Die verbriefte Sicherheit war jedoch in der Praxis wenig verlässlich. Während der Regentschaft des Papstgegners Ludwig des Bayern von 1314-1347 war Salem sogar ganz auf Selbstschutz angewiesen. Die Angebote regionaler Adeliger, die Vogtei über Salem zu übernehmen, lehnte das Kloster stets ab, waren solche Offerten doch mit Besitz- und Herrschaftsansprüchen verbunden. Besonders hartnäckig waren die benachbarten Grafen von Heiligenberg, die bis ins 17. Jahrhundert immer wieder versuchten, rechtliche Ansprüche auf Salemer Besitz geltend zu machen, Salemer Untertanen zu pfänden oder gefangen zu nehmen und ihnen ihre Gerichtsbarkeit aufzuzwingen.

Ludwigs Nachfolger König Karl IV. versuchte 1347 sogar das Kloster vollständig den Heiligenbergern zu überschreiben, musste diesen Schritt jedoch nach Protest aus Salem im folgenden Jahr rückgängig machen. Karl IV. nahm aber nicht nur diese Überschreibung zurück, sondern garantierte Salem noch weitere Privilegien: Eine Urkunde von 1354 verpflichtete die umliegenden Städte und den Adel zum Schutz des Klosters und gewährte diesem die niedere Gerichtsbarkeit über seine Bürger. Die Hohe Gerichtsbarkeit blieb bei der Landvogtei Oberschwaben, bis ein Vertrag zwischen Salem und Heiligenberg 1637 die Ländereien besitzrechtlich neu aufteilte und Salem die volle Rechtsgewalt über die meisten seiner Gebiete zusprach.

Salem diente als Reichskloster auch den reisenden Kaisern gelegentlich als Unterkunft, was wiederum den politisch ehrgeizigen Äbten den Kontakt zu den Mächtigen erleichterte. So besuchte am 20. August 1485 Kaiser Friedrich III. das Kloster Salem. Wohl bei diesem Besuch gelang es dem Abt Johannes Stantenat, wichtige Privilegien auszuhandeln: Ein kaiserlicher Freibrief vom 26. Mai 1487 gestattete dem Kloster, fortan von seinen Untertanen Steuern zu erheben und säumige Zahler selbst zu bestrafen. Zusätzlich durfte Salem nun seinen Schutzvogt selbst wählen und wieder absetzen. Damit hatte Salem die volle Reichsunmittelbarkeit mit den meisten Privilegien eines Reichsstands erlangt. Hatte das Kloster nach seiner Gründung noch als politisches Instrument gedient, war es ihm nun gelungen, durch seine Privilegien die größtmögliche Autonomie zu erreichen.

Kaiser Karl V. bestätigte auf dem Reichstag zu Worms 1521 noch einmal die Privilegien und den Schutz durch das Reich. Die reichspolitische Bedeutung Salems erreichte in diesen Jahren ihren Höhepunkt: In den Jahren 1500 und 1521 wurden die Salemer Äbte in das zwanzigköpfige Reichsregiment berufen, das unter Vorsitz des Königs die ständige Reichsregierung führen sollte. Seit etwa 1470 nahmen auch die Salemer Äbte erstmals regelmäßig an Reichstagen teil. Während andere Orden weit mehr Reichsprälaten stellten, erlangte unter den deutschen Zisterzienserklöstern neben Kaisheim nur Salem die unbestrittene Reichsstandschaft. Die Erhebung zur Fürstabtei gelang dabei keiner deutschen Zisterze. Salem war im Reichsfürstenrat des Reichstages nur durch die Stimme des Schwäbischen Reichsprälatenkollegiums vertreten. Dabei stand Salem an der Spitze der Rangfolge, konnte jedoch (mit einer Ausnahme: Abt Anselm II.) nie den Direktor dieses Kollegiums stellen.

Die kaiserliche Protektion half zur selben Zeit, Übergriffe des mächtigsten Nachbarn zu verhindern: Der machtbewusste Johann von Weeze versuchte mehrfach, die Abtei zu entmachten und als Kommende dem Bistum Konstanz unterzuordnen. Die Eingliederung der altehrwürdigen Abtei Reichenau war Weeze im Jahr 1540 bereits gelungen, während Salem seine Unabhängigkeit gleich zwei Mal (1540 und 1562) mit kaiserlicher Hilfe bewahren konnte.

Der tatsächliche Einfluss der Abtei auf die Reichspolitik war jedoch gering, so sehr man sich auch bemühte. Salems Beitrag bestand hauptsächlich aus der Zahlung von Kontributionen für die Kriegsführung des Reichs (Römermonat), zu der es als Reichsstand verpflichtet war. Nach der Zisterze Kaisheim leistete Salem gewöhnlich die höchsten Beiträge aller deutschen Abteien. Im Dreißigjährigen Krieg unterstützte Salem die Katholische Liga; später musste es Beiträge unter anderem für die Türkenkriege, den Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) und den Pfälzer Erbfolgekrieg (1788-1797) aufbringen. Als Reichsstand hatte Salem zudem die Verpflichtung, ein Truppenkontingent zu unterhalten, das in Kriegszeiten dem Reich zur Verfügung stand. Möglicherweise gab es bereits im frühen 14. Jahrhundert eine solche Truppe; ab 1422 ist sie urkundlich belegt. Im 18. Jahrhundert umfasste sie etwa 60-80 einfache Soldaten sowie einige Offiziere, während in Kriegszeiten auch Reservisten zur Verfügung standen.

Die kaiserliche Schirmherrschaft war dem Kloster gegen die eigenen Untertanen wenig von Nutzen. Die Klosterleitung hatte im 15. Jahrhundert in weit größerem Maße, als dies bei anderen Klöstern der Fall war, die Grundherrschaft über ihre Gebiete in eine umfassende Landesherrschaft umgewandelt und seinen Leibeigenen hohe Abgaben abverlangt. Weit strengere Auflagen als in anderen süddeutschen Territorien sollten wahrscheinlich die Bildung von Vermögen in der Bevölkerung verhindern. Die strengen Bestimmungen beschworen Konflikte herauf: Schon 1473 musste eine Auflehnung durch einen Vertrag zugunsten der Bevölkerung geschlichtet werden; 1515 wurde in Bermatingen sogar ein Mönch von Bauern erschlagen. Als 1524 der Deutsche Bauernkrieg ausbrach, ließen sich die aufständischen Bauern des Seehaufens vom Kloster verpflegen; nur das friedliche Ende der Aufstände im Linzgau verhinderte größere Plünderungen. Umgehend senkte das Kloster die Steuern, um künftigen Aufständen vorzubeugen.

Die Reformation und die Ausbreitung des Protestantismus im 16. Jahrhundert war ein harter Schlag gegen den Zisterzienserorden. Von 109 deutschen Klöstern wurden rund 50 aufgelöst, darunter auch die salemitanische Tochtergründung Königsbronn. Salem lag auf katholischem Territorium und blieb daher bestehen. Umso mehr wuchs seine Bedeutung in der kleiner gewordenen deutschen Klosterlandschaft. Der Generalabt von Morimond bestimmte den Abt von Salem 1596 zum Generalvikar der Ordensprovinz Oberdeutschland mit dem Recht, selbst Äbte zu weihen.

Im Bewusstsein dieser Vorreiterrolle unter den oberdeutschen Zisterzen betrieb Abt Thomas I. Wunn (1615–1647) die Gründung der Oberdeutschen Zisterzienserkongregation. In den romanischen Ländern waren ähnliche Zusammenschlüsse bereits im 16. Jahrhundert entstanden. Im November 1617 einigten sich im Salem die Äbte von Salem, Wettingen, Tennenbach, St. Urban und Neuburg (bei Haguenau) sowie der Kommissar von Hauterive auf die Statuten der oberdeutschen Kongregation. Am 22. Januar 1619 wurden sie vom Generalkapitel in Cîteaux bestätigt. Salem wurde als Sitzungsort des Provinzialkapitels festgelegt; als erster Präses (Vicarius generalis Germanieae Superioris) wurde sein Salemer Initiator Thomas Wunn gewählt. Die in den Statuten vorgesehene philosophisch-theologische Akademie für Novizen nahm am 1. Januar 1625 in Salem den Studienbetrieb auf. So wurde Salem nicht nur zum organisatorischen Zentrum, sondern auch zur Ausbildungsstätte für die Novizen aller Abteien der Kongregation.

Die Steuerausfälle und die Plünderungen in den Kriegen des 16. Jahrhunderts hatten die Finanzen der Abtei in eine Notlage gebracht. Größerer finanzieller Schaden entstand dem Kloster etwa im Schmalkaldischen Krieg (1546-1547), als durchziehende Truppen Schutzgelder erpressten oder sich von den Klöstern Unterkunft und Verpflegung stellen ließen. Die Verschuldung und hohe Reichssteuern zwangen das Kloster zum Verkauf ganzer Dörfer und Zehntrechte weit unter Preis. Die Wirtschaftslage der Abtei sollte sich erst im 18. Jahrhundert wieder erholen.

Trotz der schwierigen Finanzlage und der Kriegshandlungen im Reich entschloss sich Abt Thomas I. Wunn direkt nach seinem Amtsantritt 1615 zu ausgedehnten Neubauten. Er dokumentierte nicht nur den Ehrgeiz des Abtes, sondern auch das gestiegene Selbstbewusstsein des Klosters. Der Wunn'sche Klosterkomplex war zu seiner Zeit eines der größten Bauprojekte der Bodenseeregion und orientierte sich in seiner äußeren Gestaltung an den feudalen Schlössern der umliegenden Grafschaften. Die großzügige Anlage ersetzte die alten, über Jahrhunderte gewachsenen und ausgebesserten Klosterbauten durch einen neuen, einheitlichen Gesamtbau, der in den folgenden Kriegsjahren allerdings schwere Schäden davontrug.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) geriet das Kloster zwischen die Fronten. Bereits im Vorfeld des Krieges mussten Truppen einquartiert und verpflegt werden, wobei die durchziehenden Soldaten oft plünderten und stahlen. 1610 wurde den Einwohnern der zum Kloster gehörenden Gebiete gestattet, eine „Volkswehr“ von 1500 Mann zu bilden und zu bewaffnen; im Jahr des eigentlichen Kriegsbeginns 1618 wurde sie jedoch wieder aufgelöst. Salem war 1609 der Katholischen Liga beigetreten, sperrte jedoch ab 1623 die Beitragszahlungen, weil Truppen der Liga wiederholt von Salem Kontributionen erpresst hatten und weil man fürchtete, dass das protestantische Württemberg bei einem Sieg mit einem Mitglied der Katholischen Liga kurzen Prozess machen würde.

Die Schwedenkriege, die Süddeutschland 1632 erreichten, trafen Salem schwer. Der befürchtete Überfall der schwedischen Truppen am 26. April 1632 verlief glimpflich; weit schwerer setzten Salem die kaiserlichen Regimenter zu. In den Jahren 1632-1647 wurde Salem mehrfach geplündert und als Truppenunterkunft benutzt. Die durchziehenden Truppen erpressten Schutzgelder, drangsalierten oder ermordeten die Bevölkerung, plünderten ihre Häuser und steckten sie in Brand. Im Frühjahr 1634 ließ der kaiserliche Feldmarschall Horn das Kloster plündern; im August desselben Jahres zerstörten Soldaten Teile des Münsters und stahlen einige Kirchenglocken. Mehrfach musste der Abt mit den verbliebenen Patres nach Konstanz fliehen. Im Herbst 1641 sah sich der Abt gezwungen, den Konvent aufzulösen und die Mönche in andere Klöster zu verschicken.

Erst mit dem Waffenstillstand zwischen Bayern, Schweden und Frankreich im März 1647 kehrte in Salem wieder Frieden ein; die verstreuten Mönche, soweit sie noch am Leben waren, konnten zurückkehren. Die Abtei hatte zu diesem Zeitpunkt Schulden von rund 190.000 Gulden und stand vor dem Ruin. Der 1647 gewählte Abt Thomas II. Schwab wurde erst zehn Jahre später vom Vatikan bestätigt, weil Salem die geforderten Annaten nicht bezahlen konnte. Zur Schuldentilgung mussten Hofgüter, Zehntrechte und weiterer Besitz an Privatleute oder andere Klöster verkauft wurden. Salem blieb jedoch über Jahrzehnte hoch verschuldet und vermochte kaum die notwendigen Reparaturen der Klostergebäude zu bezahlen.

In der Nacht vom 9. auf den 10. März 1697 ereilte das Kloster eine Brandkatastrophe, in der die meisten Gebäude zerstört wurden. Von einem schadhaften Ofen in der Wachstube im Nordosten des Klostergebäudes breitete sich das Feuer aus, erreichte bald den hölzernen Dachstuhl und griff von dort auf die übrigen Konventsgebäude, die Abtei und das Krankenhaus über. Löschzüge der umliegenden Gemeinden vermochten nur das Münster und den Westflügel des Konventsgebäudes zu retten. Der Brand vernichtete einen Großteil der Kunstschätze und die wertvolle Handbibliothek des Abtes, während die Bibliothek und das Klosterarchiv erhalten blieben.

Nur wenige Wochen nach dem Brand wurde beschlossen, das Kloster von Grund auf neu zu errichten. Als Baumeister wurde der Vorarlberger Franz Beer berufen, der am Bau der Klosterkirche von Obermarchtal beteiligt gewesen war. Die neue Anlage sollte nach einem großzügigen Gesamtplan entstehen. Abt Stephan I. Jung gelang es trotz der nach wie vor hohen Verschuldung des Klosters, rund 350.000 Gulden für den Bau aufzubringen; es wird vermutet, dass alte Klosterschätze dafür aufkamen, die im Dreißigjährigen Krieg rechtzeitig weggeschafft worden waren (Siewek 1984; S. 264). Innerhalb eines Jahrzehnts errichte Beer die Neubauten. Bereits im Jahr 1706 konnten sie zum Teil bezogen werden.

Der großzügige Neubau der Klosteranlage läutete in Salem ein neues Zeitalter der Blüte ein. Unter den Äbten Konstantin Miller (1725-1745), Anselm Schwab (1746-1778) und Robert Schlecht (1778-1802) gelangte das Kloster im 18. Jahrhundert zum Gipfel seines Reichtums und seiner Pracht. Steuererleichterungen für die Abtei stellten den Wohlstand wieder her, der im 17. Jahrhundert verloren gegangen war. An Bedeutung im Reich kam die wohlhabende Abtei längst einem kleinen Fürstentum gleich.

Man war sich in Salem der weltlichen Repräsentationspflichten eines Reichsstands durchaus bewusst und vertrat dieses Bewusstsein auch nach außen. Abt Anselm ließ sich sogar von Kaiser Franz I. zum Kaiserlichen Geheimrat ernennen; zu seinem Bedauern gelang es ihm jedoch wie seinen Vorgängern nicht, das Kloster in den Rang einer Fürstabtei zu bringen. Von den Armutsgeboten des Ordens hatte man sich nach außen hin weit entfernt, während innerhalb des Konvents nach wie vor strenge Zucht herrschte.

Was die Salemer Äbte an politischer Macht nicht erreichen konnten, machten sie als Mäzene wieder wett. Im Zuge der Gegenreformation hatte die Katholische Kirche im 17. Jahrhundert begonnen, in Sakralbauten überwältigende Bilderwelten zu entfalten, um ihre Macht zu demonstrieren und mit großem Pathos die Gläubigen vom Glanz Gottes zu überzeugen. Den Zisterziensern lief solche Pracht eigentlich zuwider, widersprach sie doch den Regeln des Heiligen Bernhard, der über die vom Konvent benutzten Räume ein Bilderverbot verhängte. Jedoch machte schon Bernhard eine Ausnahme in seinen Regeln: Bescheidenheit galt nur für die Klostermitglieder, die von zuviel Bilderwerk von der rechten Andacht abgelenkt würden, während die Laien durch Prunk leichter vom Glauben zu überzeugen seien.

Mit dieser Rückendeckung und im Bewusstsein ihrer Repräsentationspflichten als Reichsabtei machten die kunstbeflissenen Äbte des 18. Jahrhunderts Salem zum Zentrum des Rokoko. Zahlreiche Maler, Bildhauer und Baumeister wurden nach Salem gerufen, um für die Ausschmückung der Klosterbauten und die weitere Entfaltung sichtbarer Schönheit zu sorgen. Mehrere Mitglieder der Wessobrunner Schule arbeiteten zeitweilig für Salem; die Bildhauerfamilie Feuchtmayer und ihre Mitarbeiter lebten vor Ort und standen über Generationen im Dienst des Klosters.

Das größte Bauprojekt der Jahrhundertmitte war die Wallfahrtskirche Birnau, die der Vorarlberger Baumeister Peter Thumb von 1746–1750 weithin sichtbar auf einem Hügelvorsprung am Bodensee errichtete. Als reine Laienkirche waren ihre Fresken und ihre Raumaufteilung ganz auf theatralische Wirkung ausgelegt. Im gleichen Geist entstand auch der riesige Glockenturm auf dem Münster, den Johann Caspar Bagnato, Baumeister des Deutschordens von 1753–57 plante und ausführte. Von außen zog er vor allem bewundernde Blicke an, während er innerhalb des Klosters heftig umstritten war und Abt Anselm sogar eine Untersuchung wegen Verschwendungssucht einbrachte. Anselm förderte jedoch nicht nur die Künstler des Rokoko, sondern lernte bei einem Aufenthalt in Paris auch den französischen Frühklassizismus zu schätzen; die von ihm in Auftrag gegebene klassizistische Ausstattung des Münsters gilt als einzigartig in der süddeutschen Sakralkunst.

Soziale Fürsorge war zu jeder Zeit eine Hauptaufgabe des Klosters. Neben Krankenpflege und Unterstützung der Armen gehörte hierzu auch die Versorgung von Waisen. Da deren Vermögen gewöhnlich den Stiefeltern oder „Waisen-Vögten“ zur freien, oft missbräuchlichen Verfügung stand, gründete Abt Anselm II. 1749 die „Ordentliche Waisenkassa“ zur zinstragenden Verwaltung dieser Gelder. 1775 ist sie erstmals urkundlich dokumentiert.

Die Salemer Waisenkasse gilt als erste Sparkasse Deutschlands, weil sie kein privates Kreditinstitut für Kaufleute war, sondern von der „öffentlichen Hand“ betrieben wurde und das Geld von Kleinsparern verwaltete. Nach ihrem Vorbild wurden die Waisenkassen in Bonndorf im Schwarzwald (1765) und Heiligenberg (1784) eröffnet. Aus der Salemer Waisenkasse ging 1806 die Großherzogliche Markgräflich Badische Waisenkasse hervor; die heutige Sparkasse Salem-Heiligenberg beruft sich auf diese Tradition und konnte somit im Jahr 1999 ihr 250jähriges Bestehen feiern.

Das Konstanzer Bistum wurde am Ende des 18. Jahrhunderts von dem Josephinisten Ignaz Heinrich von Wessenberg verwaltet. Die aufklärerische Stimmung im Bischofssitz richtete sich vor allem gegen die umliegenden Abteien, konnte gegen Salem jedoch wenig ausrichten. Die französischen Primarabteien der Zisterzienser wurden im Zuge der Französischen Revolution 1792 aufgelöst, womit die deutschen Zisterzen auf sich allein gestellt waren. Die französischen Truppen, die im Zuge der Koalitionskriege 1795 ins Bodenseegebiet einmarschierten, trugen die antiklerikale Stimmung ins Land und zwangen den Konvent mehrfach, in die Schweizer Klöster Wettingen und St. Gallen zu fliehen. Sowohl die französischen Soldaten wie die russischen Truppen, die 1799 einmarschierten, ließen sich von Salem Schutzgelder ausbezahlen.

So war der Konvent bereits von der Ordensstruktur isoliert und durch Kriegswirren verunsichert, als am 24. August 1802 die außerordentliche Reichsdeputation zusammentrat, um die Auflösung der geistlichen Reichsstände zu beschließen. Die Besitztümer der Klöster sollten säkularisiert werden, um die deutschen Fürstentümer für den Verlust ihrer Besitztümer in den Koalitionskriegen zu entschädigen. Viele Regenten ließen die Klöster auf ihren Territorien noch im Herbst desselben Jahres beschlagnahmen, so auch Markgraf Karl Friedrich von Baden, der das Kloster Salem am 1. Oktober provisorisch und am 4. Dezember 1802 offiziell für die Markgrafschaft Baden in Besitz nahm. Der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 ratifizierte den Beschluss und besiegelte so auch das Schicksal von Salem. Karl Friedrich überantwortete das Kloster seinen Söhnen Ludwig und Friedrich, die sich zunächst aus sentimentalen Gründen einen Fortbestand des Konvents wünschten; als dies nicht machbar erschien, beschlossen sie wenig später, ihn doch vollständig zu zerschlagen.

Am 23. November 1804 wurde Salem geschlossen. Die meisten der 61 geistlichen Konventsmitglieder verließen das Kloster; viele ließen sich als Geistliche in umliegenden Ortschaften nieder. Im Unterschied zu anderen Säkularisationen wurde Salem jedoch nicht gewaltsam zerschlagen. Die Aufhebung wurde vielmehr vertraglich geregelt und die Patres wurden mit Pensionen entschädigt. Die Klosterbibliothek wurde größtenteils von der Universitätsbibliothek Heidelberg angekauft, wogegen die Münzsammlung und viele Kunstgegenstände bis heute verschollen sind. Viele Kirchenschätze und Liegenschaften wurden verkauft, um die drückenden Kriegslasten zu tilgen.

Zum Zeitpunkt der Aufhebung hatte Salem enorme jährliche Einkünfte und besaß Vermögenswerte von rund drei Millionen Gulden, darunter 330 Quadratkilometer Land mit etwa 6000 Einwohnern. Dazu gehörten unter anderem die Oberämter Salem, Ostrach und Schemmerberg, die Obervogteiämter Stetten am kalten Markt und die Münchhöfe sowie die Pflegämter Ehingen und Unterelchingen.

Die Anlage blieb für etwa ein Jahrhundert weitgehend ungenutzt. Gelegentlich diente das nunmehr „Schloss Salem“ genannte Haus als Sommersitz der großherzoglichen Familie. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs richtete 1919 der entmachtete Reichskanzler Max von Baden im Schloss seinen ständigen Wohnsitz ein. Das Schloss diente nun den Nachkommen der Großherzöge von Baden als „Exilwohnung“ im ehemals eigenen Land. Auch heute wird ein Teil des ehemaligen Abteigebäudes als Wohnraum genutzt.

Max von Baden lud 1920 den Pädagogen Kurt Hahn ein, im Klostergebäude eine Reformschule zu eröffnen. Seine eigenen Kinder sollten dort ungefährdet zur Schule gehen können; darüber hinaus sah sich der Prinz als Förderer der Reformpädagogik. Das Internat Schule Schloss Salem zählt heute zu den renommiertesten Privatschulen Deutschlands und hat nach wie vor im Westteil des Schlosses ihren Hauptsitz. Im Schloss selbst werden allerdings nur noch die Schüler der Mittelstufe unterrichtet.

Im Jahr 2006 versuchte das Haus Baden, das Land Baden-Württemberg für eine Stiftung zu gewinnen, die den Erhalt der Anlage sichern sollte. Die Finanzierung dieser Stiftung mit einem Gesamtbetrag von 40 Mio. Euro sollte durch den Verkauf von Kulturgütern geschehen; weitere 30 Mio. Euro wären zur Schuldentilgung des Hauses Baden verwendet worden. Das Vorhaben scheiterte jedoch an öffentlichen Protesten (siehe Handschriftenverkäufe der Badischen Landesbibliothek). In diesem Zusammenhang entstand nachträglich eine Diskussion um die tatsächlichen Besitzverhältnisse der markgräflichen Sammlungen, die seit 1957 nicht mehr vom Haus Baden, sondern von der Zähringer Stiftung verwaltet werden. Der Wert der Sammlungen wird auf rund 300 Mio. Euro geschätzt.

Im Oktober 2007 kündigte Bernhard von Baden an, Schloss Salem verkaufen zu wollen, um Familienschulden von 30 Mio. Euro zu begleichen. Am 3. November 2008 einigte er sich mit Ministerpräsident Günther Oettinger, dass das Land Baden-Württemberg das Schloss Salem und die dazugehörige Kunstsammlung für 57 Mio. Euro übernehmen werde. Davon entfallen 25 Mio. Euro auf Schloss Salem und 17 Mio. auf Kunstschätze des Hauses Baden. Weitere 15 Mio. Euro will das Land bezahlen, damit die Adelsfamilie auf ihre Besitzansprüche auf die umstrittene Zähringer Stiftung verzichtet.

Bereits im 19. Jahrhundert zogen Münster und Schloss Kunstinteressierte an. Heute hat Schloss Salem mit rund 130.000 Besuchern im Jahr als Touristenattraktion überregionale Bedeutung. Da Besucher nur einen kleinen Teil des eigentlichen Klostergebäudes besichtigen können, wurden zusätzliche Sehenswürdigkeiten eingerichtet, darunter ein Feuerwehrmuseum, ein Küfereimuseum und Schauwerkstätten verschiedener Kunsthandwerksbetriebe. Im Schloss finden Konzerte, Theateraufführungen und andere Veranstaltungen statt. Die Besichtigung des Münsters und der Klosterräume ist derzeit nur gegen eine Gebühr und in geführten Gruppen möglich.

Die Salemer Klosteranlage, seit 1804 Schloss der Markgrafen von Baden, liegt am Hang eines Hügels in der Endmoränenlandschaft des Linzgau im südlichen Baden-Württemberg, sechs Kilometer vom Ufer des Bodensees entfernt. Die nächsten Nachbarstädte sind im Westen die einstige freie Reichsstadt Überlingen und im Süden Meersburg, ehemals Residenz der Fürstbischöfe von Konstanz. Im Nordosten Salems liegt Heiligenberg, heute eine Kleinstadt, zu Zeiten des Heiligen Römischen Reiches jedoch eine Residenz des Fürstenhauses Fürstenberg und ein streitbarer Nachbar des Klosters. Mit diesen drei Nachbarn konkurrierte das Kloster nicht nur in politischer und wirtschaftlicher, sondern auch in baulicher Hinsicht.

Bis heute ist das Salemer Umland agrarisch geprägt und wenig besiedelt, so dass sich von den Hügeln der Umgebung aus auch heute noch ein imposanter Gesamteindruck der ehemaligen Klosterbauten ergibt. Das von einer Mauer umzäunte Gelände erstreckt sich auf einer Fläche von annähernd 500 x 400 Metern, womit es zu den größten Klosteranlagen der Zisterzienser im deutschsprachigen Raum gehört. Im Zentrum des Geländes steht der mächtige barocke Komplex des Konvents- und Abteigebäudes mit dem Münster. Der nördlich davon gelegene Wirtschaftstrakt ist älteren Datums, aber dennoch ebenfalls von imposanter Größe. Weitere Wirtschaftsgebäude sind über das weitläufige Gelände mit seinen Gartenanlagen und Wiesenflächen verstreut.

Siehe hierzu auch den ausführlichen Artikel Salemer Münster.

Salems erste Klosterkirche, um 1150 begonnen und 1179 geweiht, war wahrscheinlich eine dreischiffige Basilika mit Querschiff, das in sechs Kapellen aufgeteilt war. Weil sie für den gewachsenen Konvent zu klein wurde, wurde sie etwa hundert Jahre nach ihrer Vollendung abgerissen, um einem großzügigeren Neubau zu weichen.

Die zweite Klosterkirche, das hochgotische Münster, ist als Baukörper in das Klostergeviert integriert. Die strengen, hoch aufragenden Formen der Kirche kontrastieren mit dessen ausladendem barockem Baustil. Neuesten Bauuntersuchungen zufolge wurde der Bau um 1285 begonnen und um 1425 abgeschlossen. Der Baukörper entspricht bis auf einige Details an der Fassade noch der ursprünglichen Form.

Es handelt sich um eine dreischiffige Basilika mit nicht vorspringendem Querhaus und Umgangschor auf einer rechteckigen Grundfläche von 67x28 m. Auffallend sind die monumentalen Harfengiebel (Wimperge) an den Frontseiten des Langhauses und des Querschiffes. Zusammen mit den Lanzettfenstern verleihen sie dem äußerlich eher grobschlächtigen Bau eine gewisse Filigranität.

Der Innenraum wurde nach 1750 architektonisch vereinfacht, indem man die Binnengliederung des Chorraums teilweise entfernte und dadurch das Chormittelschiff verlängerte. Der zwischen 1720 und 1765 im Stil des Rokoko ausgestattete Innenraum wurde von 1769-1783 nach klassizistischem Stilempfinden umgestaltet. Zur Ausstattung gehört ein klassizistisches Chorgestühl aus der Werkstatt von Josef Anton Feuchtmayer, frühbarocke Holzskulpturen der zwölf Apostel und ein spätgotisches Sakramentshaus.

Von etwa 1756-1807 trug das Münsterdach einen hohen Glockenturm aus Holz, der das Münster um über 50 Meter überragte. Weil er baufällig war, musste er abgerissen und wieder durch einen niedrigen Dachreiter ersetzt werden. Der Turm verdankte sich der Repräsentationslust Abt Anselms II. und sorgte innerhalb des Klosters für heftige Kritik.

Seit der Säkularisation dient das Münster als Pfarrkirche der Katholischen Gemeinde. Heute ist es auch für Touristen gegen Gebühr zugänglich.

Erste Anlage: Die ersten Klosterbauten wurden nach 1137 errichtet. Mit großer Wahrscheinlichkeit folgten sie dem Idealplan, den Bernhard von Clairvaux von 1133-1145 in Clairvaux baulich umsetzen ließ und der in der Folge für die Zisterzienserklöster des Mittelalters verbindlich wurde. Er sieht ein rechteckiges Gebäudegeviert vor, das das Kloster symbolisch als gegen die Welt abgeschlossenen Ort kennzeichnet. Eine Seite des Gevierts wird von der Kirche eingenommen, die als dreischiffige Basilika mit kreuzförmigem Grundriss angelegt sein sollte. Die Kirche war vom Klausurgebäude wie vom Kreuzgang des Innenhofs aus durch Türen zugänglich. Östlich an das Klausurgeviert waren das Abteigebäude und das Krankenhaus angeschlossen.

Die gesamte Anlage war von einer Wehrmauer und teilweise von einem Wassergraben umschlossen, die Abt Ulrich II. von Seelfingen (1282-1311) anlegen ließ. Dieser Etter sollte nicht nur Plünderer abhalten, sondern auch die Eigenständigkeit des Rechtsprechungs-Bezirks bekräftigen. Des Weiteren ließ Ulrich Nutzbauten und Wohnhäuser für die Handwerker errichten sowie die Bibliothek und die Kunstsammlung erweitern. Nordwestlich der Anlage entstand wohl Ende des 13. Jahrhunderts eine Pfarrkirche, die den Heiligen Leonhard von Limoges und Bernhard von Clairvaux geweiht war. Eine Anzahl von Gebäuden wurde im Laufe des 13. - 16. Jahrhunderts renoviert oder abgerissen und neu errichtet. Besonders für die Jahrzehnte von 1470-1530, als die Abtei den Zenit ihrer reichspolitischen Bedeutung erreicht hatte, ist eine rege Bautätigkeit dokumentiert, bei der nach und nach fast alle vom Konvent benutzten Bauten neu errichtet wurden. Von sämtlichen Bauwerken dieser Zeit sind allerdings bis auf das Münster keine sichtbaren Reste erhalten.

Zweite Anlage: Von 1615-1630 ließ Abt Thomas Wunn die kompletten Konvents- und Abteibauten und einige Wirtschaftsgebäude durch den Baumeister Balthasar Seuff aus Kempten neu errichten. Teile des Gebäudes wurden auch von Salemer Werkmeistern geplant und ausgeführt. Im Gesamtbild erschien der Komplex wesentlich geschlossener als das nach fast fünf Jahrhunderten der Ergänzungen und Umbauten vermutlich recht heterogene Ensemble der Vorgängerbauten. Detaillierte Ansichten und Pläne dieser Gebäude sind nicht überliefert; die Anordnung der Räume lässt sich aber aus den erhaltenen Dokumenten weitgehend rekonstruieren.

Das Gebäude besaß drei Höfe, deren größter, der quadratische Innenhof des Konventsbaus, ein vollständig verglaster Kreuzgang umringte. Das große Geviert mit einer Grundfläche von 78x78 m beherbergte die Wohnräume der Mönche, im Ostflügel die Sakristei, die Reliquienkammer, den Kapitelsaal und eine Wärmestube, im Süden die Küche und den Speisesaal (Refektorium); im Westflügel das Sommerrefektorium und das Priorat. Den Nordflügel des dreistöckigen Gevierts bildete das Münster. Im Osten schlossen sich hufeisenförmig die Abteiräume, das Krankenhaus, die Novizenschule und die Haus- oder Krankenkapelle an. Im Obergeschoss über der Kapelle war die Bibliothek untergebracht. Die Fassaden waren in einheitlichem Weiß gehalten und mit großen Staffelgiebeln versehen.

Das ehrgeizige Projekt hatte wohl die feudalen Residenzbauten der oberschwäbischen Grafschaften zum Vorbild: Das Heiligenberger Schloss wurde 1559 errichtet; die Residenz in Messkirch 1557, das Schloss der Fürsten zu Wolfegg zwischen 1578 und 1583. Die Seuff'sche Anlage wurde neben dem großen internationalen Modell des Escorial zum Vorbild für die barocken Klosterbauten Österreichs wie dem Stift Schlierbach (1672 neu errichtet) oder dem Kloster Lambach (1678-1702). Von dem Wunn'schen Bau ist heute lediglich ein Teil der Ökonomiegebäude, der Obere Langbau, erhalten, indem sich heute das Küfereimuseum befindet; der Rest wurde beim Brand von 1697 zerstört oder kurz danach im Zuge des Neubaus abgetragen.

Der barocke Komplex des heute bestehenden Abtei- und Konventsgebäudes zählt mit einer Grundfläche von 180 x 90 m zu den größten dieser Art im süddeutschen Raum. Der Bau wurde nach dem verheerenden Klosterbrand von 1697 von dem Vorarlberger Baumeister Franz Beer geplant und binnen eines Jahrzehnts errichtet. Beer orientierte sich bei dem Neubau sowohl an den Seuff'schen Vorgängerbauten wie auch an den süddeutschen Barockschlössern. Vorbilder lassen sich auch unter den Illustrationen des spanischen Jesuiten Juan Bautista Villalpando (1552-1608) finden. Die Beersche Anlage wurde selbst richtungsweisend: 1702 übernahm das Kloster Einsiedeln einige Bauelemente des Salemer Entwurfs; Beer selbst errichtete für die Reichsabtei Kaisheim ab 1716 ein ähnliches Gebäude.

Der Komplex besteht aus zwei oblongen vierstöckigen Gevierten, die im Süden durch einen langen Querflügel, im Norden durch das Münster verbunden sind. Die spiegelsymmetrische Anlage ist durch vorspringende, um ein halbes Stockwerk erhöhte Eck- und Mittelrisalite gegliedert. Das westliche Geviert war das Konventsgebäude mit dem Kreuzgang und dem Konventsgarten der an der Nordseite durch das Münster abgeschlossen wird. Das östliche Geviert war das Abteigebäude mit dem so genannten Prälatenhof; der mittlere Hof wurde Novizengarten genannt.

Die Außenfassaden und ihre mit Voluten geschmückten Scheingiebel wurden von Johann Georg Wieland am Ende des 18. Jahrhunderts in klassizistischem Stil mit ockergelbem Bossenwerk, gelben Fensterrahmen und Fensterläden dekoriert. In den Innenhöfen sind heute wieder die ursprünglichen barocken Trompe-l'oeil-Zierrahmen zu sehen. An der Nordseite des Abteigebäudes ist die Anlehnung an höfische Architektur am deutlichsten sichtbar. Hier wurde mit dem großen Portal ein würdiger Rahmen für höfische Empfangszeremonielle geschaffen, wie ihn in dieser Weise keine andere schwäbische Abtei besaß.

Viele der Räumlichkeiten besitzen eine prachtvolle Ausstattung mit Stuck, Gemälden und Kunstgegenständen aus der Zeit des Barock, Rokoko und des Klassizismus. Die Stuckateure Michael Wiedemann, Johann Schmuzer und seine Söhne Franz und Joseph, die zur Wessobrunner Schule gezählt werden, fertigten von 1707-1710 den Stuck unter anderem in der Sakristei, im Priorat, im Refektorium, in der Reliquienkammer und im Bernhardusgang. Ab 1706 war Franz Joseph Feuchtmayer in Salem tätig. Er stattete unter anderem den Kaisersaal sowie das Audienzzimmer des Abtes (heute Münzkabinett) mit Standbildern, Büsten und Reliefszenen aus. Mit Feuchtmayers Sohn Joseph Anton Feuchtmayer, der 1718 nach dem Tod des Vaters dessen Werkstatt übernahm, wurde Salem zum südwestdeutschen Zentrum des Rokoko. Weitere Dekorationen stammen von Feuchtmayers Teilhaber Johann Georg Dirr, dessen Bruder Franz Anton Dirr und seinem Schwiegersohn Johann Georg Wieland, die den Stilwechsel zum Klassizismus in Salem einführten.

Das Konventsgebäude (westliches Geviert) beherbergte einst die Wohnräume der Patres, Laienbrüder und Novizen, die Diensträume des Priors und Subpriors, den Disputationssaal und den Kapitelsaal. Im südlichen Querflügel, der beide Gebäudeteile verbindet, befand sich das Refektorium, die Küchen, die Buchbinder- und Schneiderwerkstatt. Die meisten Räume werden heute von der Schule Schloss Salem genutzt und sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Eine künstlerische Meisterleistung ist der Bernhardusgang, der zum Kreuzgang des Innenhofs gehört und das Münster mit dem Konventsgebäude verbindet. Hier finden sich die frühesten Stuckaturen der Familie Schmuzer. Ein Gemäldezyklus von Andreas Brugger stellt das Leben des Ordensheiligen Bernhard von Clairvaux dar. Im Süd- und Westteil des Kreuzgangs finden sich Stuckaturen von Joseph Anton Feuchtmayer sowie eine Reihe von Porträtbildern der Salemer Äbte. Der Kreuzgang umschloss den Innenhof ursprünglich an vier Seiten; der Nordteil wurde jedoch im 19. Jahrhundert abgebrochen, um dem Münster mehr Licht zu verschaffen.

Das Sommerrefektorium diente als Speisesaal der Mönche, wenn das eigentliche Refektorium nicht benutzt wurde. Der prachtvoll ausgestattete Raum besitzt eine Stuckdecke von Wiedemann und ein marmoriertes Eingangsportal von Kaspar Buechmüller. Gemälde von Joseph Anton Hersche, Jakob Carl Stauder und Johann Michael Feuchtmayer sowie ein Zyklus mit 14 Ordensheiligen von Jacopo Pellandella (1725/26) zieren die Wände. Die Decke schmückt eine monumentale Darstellung des Letzten Abendmahls nebst weiteren biblischen Motiven, die sich auf das Thema „geistige und materielle Speisung“ beziehen. Der großer Kachelofen, der einst den Raum beheizte, zeigt auf den farbig glasierten Kacheln biblische Motive und Darstellungen der Mönche bei der Arbeit in Handwerk und Landwirtschaft. Seit 1854 nutzt die örtliche Evangelische Gemeinde den Raum für Gottesdienste.

Im Abteigebäude (östliches Geviert) befanden sich ursprünglich das Krankenhaus, die Bibliothek, das Klosterarchiv und die Wohn- und Amtsräume des Abtes. Hohe Gäste wurden ebenfalls hier untergebracht. Besonders prachtvoll ausgestattet sind die Empfangs- und Diensträume der Abtei; die Privaträume und Privatkapelle des Abtes sind dagegen sehr nüchtern und einfach gehalten.

Im zweigeschossigen Bibliothekssaal im Westflügel finden sich Deckenstuckaturen von Franz Joseph Feuchtmayer und eine klassizistische Ausstattung aus Johann Georg Wielands Werkstatt. Ein umfangreicher Zyklus von Fresken, die Motive aus dem Alten und Neuen Testament sowie der Geschichte der Abtei darstellten, schmückte einst die Wände; sie wurden bei der Umdekoration teilweise übermalt.

Üppig ausgestattet mit barocken Stuckaturen und Bildwerken aus der Zeit um 1707 ist der Kaisersaal, der Standbilder von 16 Römisch-deutschen Kaisern und Büsten von 16 Päpsten versammelt, in welchen das Kloster seine wichtigsten Gönner sah. Die Gestaltung des Raumes folgte der frühneuzeitlicher Kaisersäle in feudalen Residenzen und sollte Salems Anspruch auf die Reichsunmittelbarkeit und die Unterstützung der Reichsidee betonen. Die Reihe der Päpste beginnt mit Stephan IX. und endet mit Clemens XI. Die Reihe der Kaiser beginnt mit dem Staufer Lothar III., dessen letztes Amtsjahr 1137 als Gründungsjahr der Abtei in Frage kommt, und endet mit dem Habsburger Leopold I. (1658-1705). Um das Vorrecht der Kirche vor dem Reich zu demonstrieren, ließ das Kloster die Papstbüsten allerdings etwas höher anordnen als die Figuren der Kaiser.

Das Klostergelände ist von einer Mauer umschlossen und war früher im Westen durch das Obere Tor (erbaut 1778/79), im Norden durch das Untere Tor (1705/07) zugänglich. Die Mauer diente ursprünglich als Schutz des Klostergebiets und als Grenzmarkierung des Rechtsgebiets des Klosters (Etter) im Mittelalter. Im Osten des Geländes liegt eine weitläufige barockisierte Gartenanlage, im Süden eine große Obstbaumwiese.

Im Norden und Westen des Geländes liegen die Wirtschaftsgebäude: Ställe, Weinpresse und Kellerei befinden sich im Oberen Langbau, einem lang gezogenen Gebäudetrakt, dessen einzelne Abschnitte aus verschiedenen Epochen vom 15. bis zum 18. Jahrhundert stammen. Auch die Gerichtsstube und das Gefängnis waren hier untergebracht, denn das Kloster besaß die niedere und ab 1637 auch die Hohe Gerichtsbarkeit über seine Gebiete. Auf einem nahe gelegenen Hügel gab es daher auch eine Galgenstätte. In den anderen ehemaligen Wirtschaftsgebäuden sind heute Schulräume, Schauwerkstätten und Museen untergebracht.

Südlich des Klostergebäudes liegen verstreut weitere Werkstätten wie die Druckerei und die Zimmerei. Die so genannte Neue Schule wurde 1791 mit einem damals modernen Mansarddach als Novizenschule errichtet; sie diente später als markgräfliches Rentamt und heute als Verwaltungsgebäude. Im Westen, wo das Gelände leicht ansteigt, steht das Obere Tor, das um 1778/79 erbaut und von Johann Georg Dirr klassizistisch gestaltet wurde. Das Untere Tor an der Nordostecke des Geländes nahe dem heutigen Eingangsbereich für Touristen ist älteren Datums; es wurde durch Franz Beer 1705-07 im Zuge des Klosterneubaus errichtet, brannte jedoch 1732 ab und wurde drei Jahre später nach Entwürfen von Josef Anton Feuchtmayer neu gebaut. Ab 1739 diente es als Apotheke. Der einstige Figurenschmuck aus Feuchtmayers Werkstatt fiel 1961 einem Brand zum Opfer. Durch die beiden Tore verlief ursprünglich der Hauptverkehrsweg quer über das Gelände.

Nach der Beschlagnahmung des Klostergeländes durch das Herzogtum Baden wurde zwischen 1807 und 1858 eine Reihe von Gebäuden abgerissen, darunter der riesige Münsterturm. Auch die Pfarrkirche St. Leonhard neben dem Oberen Tor, das so genannte Mittlere Tor und einige weitere Gebäude fielen der Sparsamkeit und den kurzfristigen Bedürfnissen der Bewohner zum Opfer. Der „von Obrigkeits wegen gebilligte Denkmalsfrevel“ (Georg Dehio) endete erst unter der Regentschaft von Friedrich I., von 1852 bis 1907 Landesherr von Baden. Nach langwierigen Auseinandersetzungen um die Finanzierung wurde zunächst von 1883-1892 das Münster renoviert; 1889 begann die Renovierung der schadhaften Klosterfassade. Die Wiederherstellung ging einher mit einer für damalige Verhältnisse vorbildlichen Auffassung von Denkmalschutz: Es wurde versucht, möglichst viel von der historischen Bausubstanz zu erhalten und gleichzeitig die Gebäude gegen Witterung und weiteren Verfall zu schützen.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Schulgebäude modernisiert, da die Zahl der Schüler gestiegen war. Der Obere Langbau wurde zu Internatswohnräumen umgebaut. Die Nutzbauten wurden instand gesetzt und als historischer Bestand wieder entdeckt. 1962 wurde eine Umgehungsstraße angelegt – bis dahin verlief die Verkehrsverbindung zwischen Überlingen und Salem quer über das Klostergelände durch das Untere und Obere Tor.

Eine zweite Restaurierung des Klostergebäudes leitete 1979 das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg in die Wege. Die Reparatur der Fassaden und der etwa 3,6 Hektar Dachfläche des Konventgebäudes wurde 1990 abgeschlossen. Von 1997 bis 2002 wurde der Baukörper des Münsters bestandsgesichert, während eine umfassende Restaurierung des Innenraums noch aussteht.

Öffentliches Aufsehen erregte 2006 der Versuch Bernhard Prinz von Badens und der Landesregierung von Baden-Württemberg unter Günther Oettinger, Mittel für die Sanierung des Schlosses zu gewinnen, indem ehemals badische Kulturgüter zum Verkauf gestellt werden sollten (Karlsruher Kulturgutaffäre). Nach Angaben Bernhards von Baden habe die Besitzerfamilie seit Anfang der 1990er Jahre rund 30 Mio. Euro für die Sanierung der Gebäude ausgegeben. Aus dem Erlös des Verkaufs − der nach öffentlichen Protesten nicht an Privatpersonen, sondern an das Land erfolgen soll − wollte das Haus Baden eine Stiftung gründen, deren Ertrag der Erhaltung von Schloss Salem dient. Am 3. November 2008 einigten sich Bernhard Prinz von Baden und der Ministerpräsident von Baden-Württemberg Günther Oettinger auf eine Übernahme von Schloss Salem durch das Land Baden-Württemberg für 60,8 Millionen Euro.

Die Salemer Äbte und Mönche stammten zum Teil aus dem Hochadel und dem wohlhabenden Bürgertum. Ein beträchtlicher Anteil rekrutierte sich jedoch auch aus bäuerlichen Familien der umliegenden Dörfer; so stammte beispielsweise etwa ein Drittel der Äbte seit der Wende zum 16. Jahrhundert aus der Untertanenschaft des Klosters. Diese große soziale Mobilität war im Vergleich zur rigiden Gesellschaftsstruktur der Zeit recht ungewöhnlich: Ein Mann aus der einfachen Bevölkerung wie Abt Johannes II. Scharpfer (1494-1510) konnte so sogar zum Mitglied des Reichsregiments aufsteigen.

Zahlreiche Laienbrüder (auch Konversen genannt) waren, wie bei den Zisterziensern üblich, Teil des Klosterpersonals. Sie lebten getrennt von den Mönchen und trugen im Gegensatz zu diesen einen Bart, weshalb sie auch fratres barbati genannt wurden. Unter ihnen fanden sich Müller, Bäcker, Weber, Tischler, Landarbeiter, aber auch hoch qualifizierte Architekten, Bildhauer und Ingenieure. Laienbrüder bestellten die Äcker und bewirtschafteten die Güter, die Handwerker arbeiteten in den klostereigenen Werkstätten. Ab dem 15. Jahrhundert ging ihr Anteil immer weiter zurück. Für größere Arbeiten wurden dann gewöhnlich Handwerker von außerhalb verpflichtet; für kleinere Instandhaltungen und liturgische Utensilien konnte das Kloster jedoch selbst sorgen. Das Uhrwerk der Wallfahrtskirche Birnau etwa wurde wahrscheinlich um 1750 von einem klostereigenen Uhrmacher gefertigt.

Die größte Zahl an Bewohnern – 310 Mönche und Laienbrüder – hatte das Kloster zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Die zahlreichen Kriege, aber auch die schwindende Attraktivität des Klosterlebens ließen die Zahl der Mönche über die Jahrhunderte hinweg schrumpfen. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts ließ die klösterliche Disziplin mehr und mehr nach. Die Eindämmung des Vagantentums wurde zu einem Hauptproblem der Klosterverwaltungen. Insbesondere Mönche aus adeligen Familien sahen im Eintritt in das Klosterleben nicht mehr religiöse Erfüllung, sondern bequeme Sicherung der Grundversorgung. Neue Vollmachten, die Papst Paul II. 1468 dem Abt des Klosters gewährte, erlaubten die Bestrafung pflichtvergessener Mönche und die allmähliche Wiederherstellung der Klosterordnung. Dennoch schrumpfte die Zahl der Mönche weiter, bis Salem gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges zeitweilig ganz entvölkert war. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte das Kloster wieder einen Aufschwung, so dass bei seiner Schließung 1804 wieder 78 Bewohner gezählt wurden.

Wie jede Zisterzienserabtei hatte auch Salem im Mittelalter ein eigenes Skriptorium. Eine bedeutende Buchproduktion setzte in der Amtszeit von Abt Eberhard von Rohrdorf (1191-1240) ein. Eine Hauptaufgabe der Skriptoren war es, die liturgischen Bücher zu kopieren, die die Ordensleitung als verbindlich ansah. Von den in Salem hergestellten Handschriften aus dem 13.–16. Jahrhundert ist eine beachtliche Anzahl erhalten, darunter Predigten im Dialekt der Salemer Gegend aus der Zeit um 1450. Für die Salemer Buchmalereien der Frühzeit sind grünes, rotes und blaues Rankenwerk sowie der dekorative Einsatz von Polypenblumen typisch; eher selten sind figürliche Illustrationen.

Über die Jahrhunderte kamen Buchkäufe von außerhalb hinzu, wobei besonders die Äbte des 18. Jahrhunderts die Bibliothek durch Handschriftenkäufe ergänzten. Ab 1611 besaß Salem als eines der ersten deutschen Zisterzienserklöster eine eigene Druckpresse, die zunächst kleine liturgische Drucksachen herstellte und später auch Aufträge von außerhalb annahm. Viele Antiphonare und andere liturgische Werke wurden dennoch weiterhin in manuellen Abschriften verwendet.

Bei dem verbrannten „original manuscriptum“ handelte es sich um eine offizielle Aktensammlung des Konstanzer Konzils samt der Konzilschronik von Ulrich Richental, die in Salem in der frühen Neuzeit als Dokumentenschatz von internationaler Bedeutung galt.

Die Universität Heidelberg kaufte 1826/27 die Bibliotheken von Salem und Petershausen als Grundstock für den Wiederaufbau der Universitätsbibliothek, die in den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts stark dezimiert worden war. Etwa 60.000 Bücher, 495 Handschriftenbände aus dem 9. – 18. Jahrhundert und 30.000 Drucke wechselten den Besitzer. Die Salemer Handschriftensammlung findet sich seither unter dem Sigel Cod.(ices) Sal.(emitani) in der Universitätsbibliothek Heidelberg.

Das Klosterarchiv wurde über Jahrhunderte hinweg gepflegt und gilt als eines der umfangreichsten erhaltenen Klosterarchive Süddeutschlands. Bereits im Mittelalter galt es als so vertrauenswürdig, dass ihm auch Reichsdokumente anvertraut wurden. Das Archiv befindet sich seit 1889 zum größten Teil im Generallandesarchiv Karlsruhe und umfasst dort etwa 8000 Urkunden, 1000 Bände mit Rechnungen, 350 Bände mit Protokollen und große Mengen weitere Akten und Handschriften. Ein kleiner Teil des Archivs verblieb im Schloss Salem und im Pfarrarchiv der Gemeinde. Aufgrund des großen Umfangs ist es bis heute nur teilweise durch Forschungsarbeiten erschlossen.

Der wirtschaftliche Anspruch zisterziensischer Klöster war zunächst die landwirtschaftliche Selbstversorgung. Wie viele Klöster produzierte Salem jedoch durch den Feldbau rasch Überschüsse, die dann in den umliegenden Städten verkauft werden konnten. Im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts wurden für Salem zunehmend die Geldwirtschaft, der Handel mit Immobilien und die Steuereinnahmen von Untertanen zu tragenden Einkommensquellen. Dennoch blieb die Landwirtschaft, die anfangs von Salemer Mönchen und Laienbrüdern, zunehmend jedoch von Pachtbauern getragen wurde, ein wichtiger Faktor.

Das Kloster besaß Grangien in weitem Umkreis, die von Laienbrüdern geleitet wurden. Sie bauten unter anderem Getreide an und betrieben Viehzucht. Dem Klima und der geographischen Lage entsprechend betrieb Salem auch Obstbau – teilweise mit Obstwiesen innerhalb des Klostergeländes –, Forstwirtschaft und Fischfang im Bodensee sowie in eigens angelegten Fischteichen im Umland, die teilweise heute noch existieren. In über 31 Städten im Umland besaß Salem bereits im 14. Jahrhundert Stadthöfe, über die die Waren vertrieben wurden. Als wichtigste Stadthöfe gelten der Salmannsweiler Hof in Konstanz, der bald auch zur Herberge für hohe Gäste ausgebaut wurde (König Sigismund soll während des Konstanzer Konzils dort gewohnt haben) sowie die Höfe in Biberach an der Riß, Ehingen, Messkirch und Pfullendorf. Die Stadthöfe waren zumeist von Steuern befreit und bildeten so einen wichtigen Stützpunkt der klösterlichen Wirtschaft.

Eine wichtige Rolle spielte für Salem vor allem der Weinbau, der im Bodenseegebiet schon im 9. Jahrhundert nachweisbar ist. Das Kloster erweiterte systematisch seinen Besitz und besaß schließlich Weinberge am ganzen Nordufer des Bodensees, von Sipplingen im Westen bis zur Gegend von Friedrichshafen im Osten, in Bermatingen, Markdorf und sogar im württembergischen Nürtingen. Um 1500 besaß Salem rund 2500 Hektar Rebfläche; vor dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg produzierten die Salemer Weingüter an die 512.000 Liter Wein pro Jahr. Der Wein, im Mittelalter meist von sehr schlechter Qualität, war auch das Tischgetränk der Mönche. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Wein geschmacklich verbessert und damit als Genussmittel auch zum Handelsfaktor; die Salemer Weine verkauften sich im gesamten süddeutschen Raum. Im Küfereimuseum des Schlosses Salem lässt sich heute noch eine mächtige Weinpresse besichtigen.

Die Fürsorge für die Armen in der Bevölkerung war zu jeder Zeit eine wichtige soziale Aufgabe des Klosters. Im Mittelalter ging es dabei nicht um die Umverteilung von Reichtümern, da man die Ständeordnung als gottgewollt ansah. Vielmehr gehörten Barmherzigkeit und Nächstenliebe zu den geistlichen Aufgaben der Mönche. Ein- bis zweimal in der Woche wurden daher in Salem Brot und andere Lebensmittel am Unteren Tor an die Armen in der Bevölkerung verteilt. Unterstützt wurden auch Bettelorden wie die Kapuziner in Überlingen.

Während das Kloster in Macht und Ansehen wuchs, wurde die Armut im Land jedoch mehr und mehr als soziales Problem wahrgenommen, das gezielt bekämpft werden musste. Zahlreiche entlassene Soldaten, Waisen, Landsknechte und andere Vaganten zogen umher und ernährten sich von den Almosen der Klöster oder durch Diebstähle und Überfälle. Notwendig war daher eine „gute Policey“ zur Eindämmung und Kontrolle des Problems. In Zusammenarbeit mit den Nachbarterritorien erließ Salem daher ab der Mitte des 16. Jahrhunderts Bettel- und Almosenverordnungen, ohne jedoch das Betteln selbst zu verbieten. Feste Dorfwachen kontrollierten ihre Einhaltung. Erst 1722 erließ das Kloster ein Bettelverbot, mit dem es sich jedoch selbst zur Unterstützung der Bedürftigen verpflichtete. Vagierende Bettler, die nicht aus dem Salemer Territorium stammten, konnten ausgewiesen werden. Im nahen Wespach wurde 1783 für die einheimischen Bedürftigen ein Armenhaus eingerichtet. Regelmäßig wurden daher die Almosenberechtigten statistisch erfasst. Um 1600 war etwa ein Viertel der Bevölkerung in den umliegenden Orten unterstützungsbedürftig, während es um 1800 – zweifellos auch durch die enorme Besserung der Wirtschaftslage – nur noch etwa fünf Prozent waren.

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Schule Schloss Salem

Schloss Salem (Südansicht)

Die Schule Schloss Salem ist ein deutsches Internat mit Hauptsitz in der ehemaligen Reichsabtei Salem in der Gemeinde Salem, unweit des Bodensees. Gegründet wurde die Schule 1920.

Von Anfang an wurden auf Salem Jungen und Mädchen aufgenommen. Die Gründer Kurt Hahn, Karl Reinhardt und Prinz Max von Baden hatten aus ihrer reformpädagogischen Überzeugung eine Reihe von – weiter entwickelten – immer noch verbindlichen Grundsätzen für Salem erarbeitet.

Die Schule Schloss Salem besteht heute aus drei Teilschulen, der Unterstufe Burg Hohenfels, der Mittelstufe Schloss Salem sowie der Oberstufe mit den beiden Überlinger Standorten Schloss Spetzgart und dem neu hinzugekommenen Härlen. Insgesamt besuchen 670 Schüler die Salemer Schulen, davon 610 intern und 60 extern, etwa 40 % Mädchen und 60 % Jungen; fast 20 % der Schüler sind Ausländer.

Prinz Max von Baden (1867–1929), der letzte Reichskanzler des kaiserlichen Deutschland, der Politiker und Pädagoge Kurt Hahn und der Wirkliche Geheime Regierungsrat Karl Reinhardt gründeten die Schule Schloss Salem im April 1920. Aus den persönlichen Erfahrungen in der Zeit des Kaiserreiches und des Ersten Weltkrieges erhielt Salem bei Gründung den politischen Auftrag einer Erziehung zur Verantwortung, gestützt auf Reinhardts Reformen. Ziel war die Erziehung einer neuen geistigen Elite Deutschlands nach dem verlorenen Krieg.

Die Gründer, vor allem Kurt Hahn und Karl Reinhardt, gaben der Schule zu Beginn eine reformpädagogische Prägung, die parallel zur Modernisierung von Erziehung und Unterricht bis heute für das Internat von Bedeutung ist. So ist Salem seit seiner Gründung im Jahre 1920 koedukativ.

In den zwanziger und dreißiger Jahren folgten weitere Schulgründungen von Teilschulen an verschiedenen Standorten in der Nachbarschaft des Salemer Schlosses, die die Salemer Erziehung strukturell bis heute prägen. Stufenschulen wie z.B. die Juniorenschule Hohenfels (gegründet 1931) sollen die Möglichkeit altersgemäßer, individueller Erziehung bieten.

In der Zeit des Nationalsozialismus ging Salem durch eine schwierige Phase. Kurt Hahn, der Jude war, wurde bereits im März 1933 verhaftet und musste im Juli des Jahres nach England emigrieren. Dort hatte er Anteil an der Gründung des Internats Gordonstoun in Schottland.

Zwar konnte Salem in dieser Zeit noch um den heute wichtigen Standort Spetzgart erweitert werden, zwei andere mussten jedoch für Jahre schließen. Im August 1941 wurde Salem unter die Aufsicht der Inspektion deutscher Heimschulen gestellt und die SS übernahm für die Jahre bis Kriegsende die Leitung und Aufsicht der Schule. Im Juli 1945 wurden die Salemer Schulen aufgelöst.

Bereits im November 1945 eröffnete Salem unter der Leitung von Marina Ewald und mit Unterstützung von Berthold von Baden wieder. Die anderen Teilschulen folgten in den nächsten Jahren. 1950 erfolgte die Gründung der Altsalemer Vereinigung (ASV).

In den nächsten Jahren gelang der Schule unter der wechselnden Leitung von Prinz Georg Wilhelm von Hannover, Axel von dem Bussche, Horst Freiherr von Gersdorff und Hartwig von Bernstorff bis in die sechziger Jahre hinein seine Konsolidierung.

Eine weitere Schulgründung ist darüber hinaus das Atlantic College in Wales, das im August 1962 mit 54 Schülern eröffnete und heute bemüht ist, mit anderen sogenannten United World Colleges auf pädagogische Standards internationaler Erziehung zu setzen.

Zum 80. Geburtstag von Kurt Hahn im Juni 1966 ging es einen Schritt zur Internationalisierung Salems: bei den Feierlichkeiten wurde die sogenannte Round Square Conference, benannt nach einem Gebäude in Gordonstoun, gegründet. Dieser internationale Zusammenschluss von Internatsschulen auf der ganzen Welt legte einen Grundstein für die Internationalität, die heute in Form des International Baccalaureate, internationaler Schüler- und Lehrerschaft und einem weit ausgestalteten System von Schüleraustausch auf der ganzen Welt ihren Ausdruck finden soll.

Trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage Salems in den frühen siebziger Jahren wurde unter Leitung von Ilse Lichtenstein-Rother und ab 1974 unter Leitung von Bernhard Bueb dem Oberstufenkolleg in Spetzgart Gestalt gegeben. Darüber hinaus kam es zu einer Fortentwicklung der anderen Salemer Teilschulen. Kurt Hahn begleitete diese Entwicklung bis zu seinem Tod 1974.

Mitte der achtziger Jahre geriet Salem durch ein Zerwürfnis mit dem markgräflichen Hause und der Kündigung der Nutzungsrechte des Salemer Schlosses in eine bedrohliche Lage. 1996 wurde eine Einigung zwischen dem markgräflichen Haus und der Schule mit einem langfristigen Miet- und Pachtvertrag erreicht.

Im Folgenden erfolgte durch die Leitung Salems mit Unterstützung der Altsalemer Vereinigung und des Vorstandes des Trägervereins der Schule die Neugründung des Salem International College in Überlingen. Dabei handelte es sich mit einem Aufwand von etwa 70 Millionen DM um das größte Schulbauprojekt Deutschlands (Realisierung durch Arno Lederer, Jórunn Ragnarsdóttir und Marc Oei, Stuttgart). Nach mehr als 30 Jahren kam es im Jahr 2005 zu einem Wechsel in der Schulleitung, wobei Ingrid Sund die Gesamtleitung und gleichzeitig Pelham Lindfield-Roberts die Leitung der Oberstufe übernahm, die lange Dieter Plate inne gehabt hatte.

Der doppelte Neuanfang führte bald zu Spannungen im Leitungsgremium. Nach nur neun Monaten gab der Internatsvorstand die Trennung von Lindfield-Roberts bekannt, Anfang September trat auch Sund von ihrer Position zurück und wechselte zur Urspringschule. Parallel wurde der Vorstand des Internatsvereins neu gewählt.

Nach einer Neuorientierungsphase ohne Schulleiter bekleidet seit dem 1. Januar 2007 Eva Marie Haberfellner diese Position.

Erfahrungsgestützte Einheit von Erziehung und Unterricht, von Leben und Lernen, ob in sozialer, akademischer oder musisch-kreativer Perspektive, ist Leitvorstellung der Salemer Pädagogik. Dieses Konzept wurde bereits 1930 von Kurt Hahn für die von ihm gegründeten Schulen in seinen so genannten Sieben Salemer Gesetzen zusammengefasst. Die Salemer Dienste, Handwerk, Sport, Musik, Theater, Erlebnispädagogik, eine Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften und nicht zuletzt das Erfahrungsfeld Internat stehen zusammen mit dem schulischen Unterricht für den ganzheitlichen Erziehungs- und Bildungsanspruch Salems.

Während der Siebziger- und Achtzigerjahre hatte die Schule unter ihrem Leiter Bernhard Bueb mit deutlichen Leistungs- und Disziplinproblemen unter der Schülerschaft zu kämpfen. Verbunden mit der Herkunft der meisten Schüler aus begüterten Elternhäusern geriet Salem in den Ruf einer Verwahranstalt für wohlstandsverwahrloste Kinder.

Unter diesem Eindruck wandte sich Bueb eindeutig konservativeren Ideen zu und vertritt nun eine wesentlich autoritärere und leistungsbezogenere Pädagogik, die er in seinem 2006 erschienenen Buch "Lob der Disziplin" darlegt. Lehrer müssten von der Liebe zu ihren Schülern geleitet sein. Kinder und Jugendliche sollten unter strenger Aufsicht ihre Talente ganzheitlich entwickeln und an eigene Verantwortung herangeführt werden. Bueb beklagt die Diskreditierung jeglicher Autorität durch die Erfahrung des Nationalsozialismus. Furcht spiele eine positive Rolle in der Erziehung, weil die Furcht vor Strafe den Respekt vor Regeln und Grenzen fördere. Diese Positionen erfuhren harsche öffentliche Kritik. Konkret führte Salem wesentlich strengere Strafen bis hin zum Schulverweis und auch stichprobenartige Drogentests ein.

Heute kann an dem staatlich anerkannten Gymnasium in Salem sowohl das deutsche Abitur (Allgemeine Hochschulreife nach baden-württembergischem Recht) abgelegt werden als auch in englischer Sprache das International Baccalaureate (IB).

Salem schreibt alljährlich Schulen in ganz Deutschland an, um interessierte Schüler für das Internat zu gewinnen. Auch ist Salem bekannt für dessen Internationalität und Präsenz in internationalen Organisationen (z. B. Round Square Conference). Es werden etwa an ein Drittel der Schüler Stipendien oder Teilstipendien vergeben; mit Leistungsstipendien wendet sich die Schule an besonders begabte und interessierte Schüler.

Traditionell befindet sich die Schule in freier Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins "Schule Schloss Salem e. V.". Dieser setzt sich hauptsächlich aus Altschülern der Schule zusammen, die alle fünf Jahre gewählt werden. Zusätzlich können neue Kandidaten, auch durch Nichtmitglieder, z. B. durch den Elternbeirat oder die Schulleitung, vorgeschlagen werden.

Der Vorstand des Internatvereins besteht aus 7 Vereinsmitgliedern, die in der Vollversammlung auf jeweils drei Jahre gewählt werden. Die Mitglieder des Vorstandes haften nach den Regeln des Vereinsrechts.

Der Vorstand überträgt seine Kompetenzen mit einer Generalvollmacht auf das von ihm bestimmte Leitungsgremium, welches sämtliche operativen Tätigkeiten übernimmt. Das Leitungsgremium umfasst den Gesamtleiter, den Geschäftsführer und den Studienleiter, sowie die Leiter der drei Teilschulen. Die Arbeit des Gremiums wird vom Vorstand kontrolliert, welcher wiederum durch den Internatsverein legitimiert wird. Dieser bedarf als Besitzer der Schule keiner weiteren Legitimation.

Auf der Suche nach den Nachfolgern für Bernhard Bueb, Gesamtleiter von 1973-2005, und Dieter Plate, Stufenleiter der Oberstufe von 2001-2005, hat es das erste Mal in der Geschichte Salems ein transparentes Auswahlverfahren gegeben, bei dem eine Vielzahl verschiedener Personen aus dem Umfeld des Internats (z. B. Mitglieder des Elternbeirats, Schüler und Mitarbeiter) ein Mitspracherecht hatten. Nach der 4 Jahre andauernden Suche traten 2005 Ingrid Sund, Gesamtleitung, und Pelham Lindfield Roberts, Oberstufenleitung, die Nachfolge an. Im Juni 2006 jedoch trat Lindfield Roberts noch vor Ende des Schuljahres im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Leitungsgremium vom Amt des Oberstufenleiters zurück und wurde durch Christian Niederhofer, Geschäftsführer der Schule Schloss Salem, ersetzt. Niederhofer wird das Amt des Geschäftsführers und des Oberstufenleiters bekleiden, bis ein Nachfolger für Lindfield Roberts gefunden ist. Im September gab der Vorstand des Internatsvereins bekannt, dass Ingrid Sund die Leitung der Schule zum Schuljahresbeginn niederlegen wird. Im November 2006 wurde bekanntgegeben, dass die Gesamtleitung ab dem 1. Januar 2007 von Eva-Maria Haberfellner übernommen wird.

Salem gehört der Round Square Conference an, einem internationalen Zusammenschluss von Internatsschulen mit gemeinsamer Zielsetzung. Diese Schulen unternehmen zusammen Projekte und pflegen einen regen Schüleraustausch quer über alle Kontinente. Außerdem ist Salem Mitglied in der Vereinigung deutscher Landerziehungsheime, LEH.

Von Salem ausgehend wurden die Internate Schule Birklehof 1932 und Stiftung Louisenlund 1949 gegründet.

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Salem (Zigarettenmarke)

Die ersten Salem, oder auch SALEM ALEIKUM CIGARETTEN wurden von der Orientalischen Tabak- und Cigarettenfabrik Yenidze produziert. Es handelte sich um ausschließlich filterlose Zigaretten mit den Markennamen Salem Gold, Salem Auslese, Salem Lucullus und Salem No. 6. Der Name „Salem“ ist in Anlehnung an den arabischen Gruss „As Salamu Aleikum“ entstanden. Er soll auf die orientalischen Tabake dieser Zigarettenmarke hinweisen.

1886 gründete Hugo Zietz in Dresden die Orientalische Tabak- und Cigarettenfabrik „Yenidze“, benannt nach einem kleinen Ort in der Nähe von Xanthi im früheren Osmanischen Reich, aus dem er einen Großteil des Tabaks bezog. Bekannt wurde die Firma auch durch ihren 1908–1909 ausgeführten Fabrikneubau, der an eine islamische Moschee erinnert. 1925 übernahm Reemtsma die „Yenidze Cigarettenfabrik“ und produzierte im Dresdener Werk die Salem-Marken: „Salem Gold“, „Salem Auslese“ und „Salem No. 6“.

In der späteren DDR wurden ab 1947 weiterhin „Salem“ produziert. Es gab zwei verschiedene Sorten dieser Marke: „Salem gelb“ und „Salem rot“. Eine Schachtel mit 20 filterlosen Zigaretten kostete damals 1,60 Mark. Diese wurden einige Jahre in der mittlerweile enteigneten Yenidze Fabrik und später im VEB Vereinigte Dresdner Zigarettenfabriken, dem späteren VEB Tabakkombinat Dresden, hergestellt.

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Source : Wikipedia