Saarbrücken

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Geschrieben von robby 12/03/2009 @ 08:09

Tags : saarbrücken, saarland, deutschland

Neueste Nachrichten
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In den Saarbrücker Kitas wird heute gestreikt - Saarbruecker-zeitung
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Saarbrücken

Wappen der Stadt Saarbrücken

Saarbrücken (lux.: Saarbrécken; frz.: Sarrebruck) ist die Landeshauptstadt des Saarlandes.

Die Universitätsstadt und einzige saarländische Großstadt entstand 1909 aus dem Zusammenschluss der drei Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach.

Saarbrücken ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Saarlandes und Sitz des Regionalverbandes Saarbrücken, eines Kommunalverbandes besonderer Art.

Der Name der Stadt hat nichts mit dem modernen Wort Brücke zu tun, denn zur Zeit der ersten Erwähnungen des Ortes bzw. der Burg gab es dort keine Saarbrücke: die erste Brücke über die Saar (die heute sog. Alte Brücke) wurde erst 500 Jahre später erbaut. Der älteste überlieferte Name Sarabriga stammt aus dem Keltischen und bedeutet in der Silbe Sara fließendes Gewässer. Der Wortteil Briga wird übersetzt als Felsen, großer Stein. Gemeint ist damit wohl der große Felsen gegenüber der Alten Brücke, auf dem die erste Burganlage errichtet wurde. Insofern lautete der Name der ersten Siedlung an dieser Stelle sinngemäß „Saarfels“.

Eine weitere nicht belegte Erklärung kann man auf das germanische Wort bruco zurückführen, was Sumpf bedeutet und die umgebenden Feuchtgebiete bezeichnet (niederdeutsch Brook, Broich, Brauck entsprechend ahd. Wort bruoh, mhd. bruoch). Ein Beleg dafür wäre der St. Johanner Distrikt, bekannt als die Bruchwiesen, der bis kurz vor seiner Bebauung in der Tat lange ein sumpfiges Gebiet gewesen war. Da das Gebiet von Saarbrücken in der ersten Besiedlung nur von Kelten bewohnt war, ist die erste Variante der Namensgebung die wahrscheinlichere.

Die Einwohner der Stadt heißen „Saarbrücker“ (im süd-saarländischen Dialekt „Saarbrigga“, im nord-saarländischen „Saarbregger“) und nicht Saarbrückener, wie man es fälschlicherweise immer wieder hört. Gleiches gilt für das Adjektiv, so heißt es beispielsweise „Saarbrücker Zoo“ und nicht „Saarbrückener Zoo“.

Sprachgeschichtlich kommt es zwischen dem Ende des 17. und der Mitte des 19. Jahrhunderts auf Grund der wechselnden politischen Einflüsse zu einer Verschiebung vom ursprünglich moselfränkischen hin zum heute gebräuchlichen rheinfränkischen Dialekt, schließlich zu einem einheitlichen Stadtdialekt, dem Saarbrigga Platt.

Saarbrücken liegt in einer breiten Talaue und auf weiten Terrassenflächen, - diese Landschaft ist vor allem durch den Einfluss der Saar entstanden. Der nördliche Talrand wird von einer langen Kette von Höhenvorsprüngen besäumt. Am südlichen Stadtrand ziehen sich die Höhen des Stiftswaldes und des Roten Berges hin. Westlich liegt der Warndt.

Der niedrigste Punkt des Stadtgebietes liegt mit 178,5 m über NN an der Schleuse Luisenthal. Der mit 401,0 m über NN höchste Punkt befindet sich am Steinkopf, nördlich des Flughafens Saarbrücken.

Quierschied und Sulzbach/Saar (Regionalverband Saarbrücken), St. Ingbert und Mandelbachtal (Saarpfalz-Kreis), Kleinblittersdorf (Regionalverband Saarbrücken), Grosbliederstroff, Alsting, Spicheren, Schoeneck, Petite-Rosselle und Forbach (alle in Frankreich) sowie Völklingen, Großrosseln, Püttlingen, Riegelsberg und Heusweiler (alle im Regionalverband Saarbrücken).

Das Stadtgebiet von Saarbrücken ist gemäß § 1 der "Satzung über die Einteilung der Landeshauptstadt Saarbrücken in Stadtbezirke" in die 4 Stadtbezirke Mitte, Dudweiler, West und Halberg gegliedert, wobei der Stadtbezirk Dudweiler eine eigene Bezirksverwaltung hat. In jedem Stadtbezirk gibt es einen Bezirksrat und einen Bezirksbürgermeister. Die Bezirksräte sind zu wichtigen, den Bezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann jedoch dem Stadtrat der Gesamtstadt Saarbrücken. Die Stadtbezirke sind in Stadtteile und diese wiederum in Distrikte untergliedert. Die Unterteilung in Distrikte dient jedoch lediglich statistischen Zwecken.

Saarbrücken liegt in der gemäßigten Klimazone, weist einen Jahresniederschlag von 796 mm und eine Temperatur im Jahresmittel von 9 °C auf. Der meiste Niederschlag fällt mit 80 mm im August; von Juni bis August ist es mit durchschnittlich 16,9 °C am heißesten und von Dezember bis Februar ist es mit durchschnittlich 0,8 °C am kältesten.

Saarbrücken wird in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos III. im Jahre 999 erstmals als Königsburg „castellum Sarabrucca“ erwähnt, die dem Bistum Metz geschenkt wird.

Im Bereich von Alt-Saarbrücken existierte bereits in vorrömischer Zeit eine Siedlung der Mediomatriker. Flussaufwärts des heutigen Stadtkerns, im Stadtteil St. Arnual und im Bereich des heutigen Großmarktes am Fuß des Halbergs, sind römische Siedlungsreste nachgewiesen: Auf dem östlichen Flussufer befand sich eine kleine römische Garnison, die wahrscheinlich eine (hölzerne?) Brücke sicherte, in den Hängen des Halberges hat sich auch ein römisches Mithräum erhalten. Auf dem westlichen Flussufer, rund um die Stiftskirche Sankt Arnual befand sich nachweislich eine römische Siedlung mit einer größeren Villa, in deren Ruinen in merowingischer Zeit eine erste Kirche als Grablege des Metzer Bischofs Arnual errichtet wurde - angeblich eine Schenkung des merowingischen Königs Theudebert II.. Weitere alte, urkundlich belegte Orte, die heute zur Stadt Saarbrücken gehören, sind etwa Dudweiler (977) und Malstatt (ca. 960).

Ab 1120 entsteht die Grafschaft Saarbrücken, in der sich in der Umgebung der Burg durch Ansiedlung von Burgmannen, Händlern und Schutzsuchenden die Siedlung (Alt-)Saarbrücken entwickelt. Graf Johann I. verleiht Saarbrücken (dem heutigen Stadtteil Alt-Saarbrücken) und St. Johann jeweils das Stadtrecht. 1353 fällt Saarbrücken an das Haus Nassau (Walramische Linie), in deren Besitz Stadt und Grafschaft bis zur Französischen Revolution bzw. dem Wiener Kongress bleiben.

1574 fällt die Grafschaft Nassau-Saarbrücken durch Erbfall an Graf Philipp III., der die Reformation nach lutherischem Bekenntnis einführte. Der 30-jährige Krieg verheert Saarbrücken fürchterlich, 1637 leben nur noch 70 Menschen in der zerstörten Stadt. Ludwig XIV. lässt 1677 im Französisch-Niederländischen Krieg Saarbrücken niederbrennen; bis auf acht Häuser wird die gesamte Stadt zerstört.

Nach dem Regierungsantritt Wilhelm Heinrichs im Jahr 1741 erlebt die Stadt einen ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwung, Steinkohlegruben werden verstaatlicht, Eisenschmelzen entstehen. Ferner entsteht das barocke Residenzschloss Saarbrücken, erbaut von Friedrich-Joachim Stengel und zahlreiche andere Bauten, die Saarbrücken in eine geschlossene Barockstadt mit zahlreichen Sichtachsen und komplett barocken Straßenzügen verwandeln. 1775 wird die Ludwigskirche vollendet, einer der bedeutendsten Barockbauten Deutschlands und Wahrzeichen der Stadt Saarbrücken.

1793 wird die Stadt von französischen Revolutionstruppen besetzt, die das Barockschloss plündern und besetzen. In Brand gerät es allerdings durch den Beschuss der preußischen Bundestruppen, in deren Reihen auch der Erbprinz Heinrich als Offizier dient. Durch den Frieden von Campo Formio 1797 sowie den Friedensvertrag von Lunéville 1801 kommt Saarbrücken zu Frankreich.

Im Jahre 1815 fällt das Gebiet an das Königreich Preußen; im Raum Saarbrücken entsteht die Bürgermeisterei Saarbrücken mit den Stadtgemeinden Saarbrücken und St. Johann sowie den Landgemeinden Malstatt, Burbach, Brebach und Rußhütte. Saarbrücken wird Sitz eines Landkreises innerhalb des Regierungsbezirks Trier der Provinz Großherzogtum Niederrhein, die 1822 in der Rheinprovinz aufgeht. 1856 wird das Eisenhüttenwerk Burbach in Betrieb genommen.

1870, im Deutsch-Französischen Krieg, tobt unmittelbar an der Stadtgrenze die für beide Seiten mit großen Verlusten verbundene Schlacht bei Spichern. Nach der offiziellen Kriegserklärung am 19. Juli 1870 zogen sich die preußischen Truppen zunächst aus Saarbrücken zurück, so dass die französische Armee am 2. August Saarbrücken einnehmen konnte. Die Franzosen errichteten auf den Spicherer Höhen (auf französischem Gebiet) umfangreiche und geschickte Grenzbefestigungen. Dennoch gingen am 6. August die deutschen Truppen zum Angriff über und konnten nach schweren Verlusten (auf deutscher Seite fielen fast drei Mal so viele Soldaten wie auf französischer) die Höhen erobern. Die Schlacht wurde von deutscher Seite mit großem propagandistischem Aufwand gefeiert, obwohl sie für den Ausgang des Krieges völlig bedeutungslos war.

Zwischen 1897 und 1900 wird nach Plänen von Georg von Hauberrisser das Rathaus St. Johann erbaut, welches später das Rathaus der Großstadt Saarbrücken wird.

Durch Vertrag vom 5. Dezember 1908 werden die selbständigen Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach mit Wirkung vom 1. April 1909 zu einer Stadt mit dem Namen „Saarbrücken“ vereinigt. Die bisherige Stadt Saarbrücken wird künftig mit der Bezeichnung Alt-Saarbrücken geführt. Die neue Stadt Saarbrücken hat bei ihrer Gründung etwa 105.000 Einwohner und ist damit die fünftgrößte linksrheinische deutsche Großstadt. Gleichzeitig scheidet die Stadt Saarbrücken aus dem Landkreis Saarbrücken aus und wird eine kreisfreie Stadt. Dass der Streit über den zu wählenden Stadtnamen, Saarbrücken oder St. Johann, zu einem Pistolenduell der Bürgermeister geführt haben soll, ist nach Erkenntnissen des Stadtarchives ein Gerücht. Es gab zwar ein solches Duell, allerdings schon 1894 und es ging damals nicht um den Namen der „neuen“ Stadt, sondern um den Standort des Bezirkskommandos, also einer Militärbehörde. Wie genau es ausging ist nicht klar. Fakt ist: das Bezirkskommando war in St. Johann am Landwehrplatz und die Bürgermeister wurden wegen des Duells mit rechtlichen Konsequenzen konfrontiert.

Infolge der Bestimmungen des Friedensvertrags von Versailles aus dem Jahr 1919 werden das Saarland und mit ihm die Stadt Saarbrücken unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt. Durch eine Volksabstimmung im Jahre 1935 entscheidet sich die Bevölkerung wieder für den Anschluss des damaligen Saargebietes an Deutschland.

Im Zweiten Weltkrieg wird das Gestapo-Lager Neue Bremm errichtet (etwa 400 Gefangene aus Stadt und Region). Bei der Wagner-Bürckel-Aktion werden am 21. und 22. Oktober 1940 jüdische Saarbrücker in das Internierungslager Gurs abtransportiert (Nach Gauleiter Josef Bürckel). Saarbrücken wird durch Bombenangriffe der britischen und amerikanischen Luftstreitkräfte stark zerstört. Der schwerste Angriff findet am 5. Oktober 1944 statt, als 325 britische Bomber über 350.000 Brandbomben über der Stadt abwerfen. Dabei finden 361 Menschen den Tod, 45.000 werden obdachlos. Alt-Saarbrücken ist nahezu vollständig zerstört. Am 13. Januar, 10 Jahre nach der Saarabstimmung, fliegt die britische Luftwaffe noch mit 274 Maschinen einen letzten Angriff auf die Stadt, bevor am 21. März 1945 amerikanische Truppen in das menschenleere Saarbrücken einmarschieren.

Im Mai 1945 wird die Stadt, wie das gesamte Saarland, unter französische Militärregierung gestellt. Zwei Jahre später wird das Saarland ein autonomer Staat mit Saarbrücken als Hauptstadt. Die Bevölkerung lehnt 1955 das Saarstatut ab. Stattdessen wird das Land 1957 zehntes Bundesland (ohne West-Berlin) der Bundesrepublik Deutschland.

Mit der Kreis- und Gebietsreform 1974 wird Saarbrücken um elf umliegende Städte und Gemeinden vergrößert; die Einwohnerzahl verdoppelt sich nahezu. Gleichzeitig wird die bislang kreisfreie Stadt mit dem Landkreis Saarbrücken zum Stadtverband Saarbrücken vereinigt. Damit entsteht erstmals in Deutschland ein Kommunalverband besonderer Art, der einem Landkreis vergleichbar ist.

Zum 1. April 2004 tritt der auch in zweiter Instanz wegen Untreue verurteilte Saarbrücker Oberbürgermeister Hajo Hoffmann zurück, nachdem er bereits im August 2002 von seinem Amt suspendiert worden war. Der Fall sorgt bundesweit für Schlagzeilen, da er für den Bau seines Privathauses Rechnungen für Bauleistungen und die Anlage des Gartens zunächst nicht selbst bezahlt, sondern diese von der städtischen Siedlungsgesellschaft bezahlt werden.

Seit Oktober 2004 steht Charlotte Britz (SPD) als Oberbürgermeisterin an der Spitze der Verwaltung. Seitdem wurden wichtige Weichen für die Zukunft der Stadt gestellt: die Stadt entwickelt in unmittelbarer Innenstadtlage ein neues „Stadtquartier Eurobahnhof“ für Gewerbe und Kultur, und die Stadt hat das Projekt „Stadtmitte am Fluss“ gestartet: Ziel ist es, die Stadtautobahn, welche die City zerschneidet und mit ihrem Lärm Wohnen und Freizeitnutzung einschränkt, in einen Tunnel zu verlegen.

Am 1. Januar 2008 wurde der Stadtverband in den Regionalverband Saarbrücken umgewandelt. Regionalverbandsdirektor ist Ulf Huppert.

1905 hatte Saarbrücken mehr als 25.000 Einwohner. Nach der Vereinigung der Städte Malstatt-Burbach, Saarbrücken und Sankt Johann überschritt die Einwohnerzahl der Stadt 1909 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1974 verdoppelte sich diese Zahl durch die Eingemeindung mehrerer umliegender Städte und Gemeinden auf den historischen Höchststand von 209.104. Am 31. Dezember 2006 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Saarbrücken nach Fortschreibung des Statistischen Amtes Saarland 177.870 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Das Gebiet der heutigen Stadt Saarbrücken gehörte anfangs zum Bistum Metz in Lothringen bzw. zum Erzbistum Trier. Die Grenze verlief zwischen Saarbrücken und St. Johann einerseits sowie Malstatt und Burbach andererseits. Im Jahre 1575 führte Graf Philipp III. von Nassau-Saarbrücken die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Daher war das heutige Stadtgebiet über viele Jahrhunderte vorwiegend evangelisch. Ab dem 17. Jahrhundert gab es neben den lutherischen Gemeinden auch eine reformierte Pfarrei. Nach dem Übergang an Preußen im Jahre 1815 wurde Saarbrücken Teil der späteren Rheinprovinz. Die lutherischen Gemeinden und die reformierte Gemeinde in Saarbrücken hatten schon 1802 ein Vereinigungsgesuch an die französische Verwaltung gestellt, das aber von dieser aus politischen Gründen abgelehnt worden war. Einen zweiten Versuch unternahmen die Gemeinden 1817, und zwar Monate vor dem offiziellen Unionsdekret aus Berlin. Die evangelischen Kirchengemeinden gehören seither  - sofern sie nicht Glieder einer Freikirche sind - zur Evangelischen Kirche im Rheinland (mit Ausnahme des Stadtteils Ensheim, der zur Evangelischen Kirche der Pfalz gehört). Innerhalb dieser gehören sie zu den Kirchenkreisen Saarbrücken, Ottweiler und Völklingen.

Seit 1857 besteht in Saarbrücken auch eine Gemeinde der sog. alt-lutherischen Kirche, die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Immanuelskirchengemeinde. Diese Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchenbezirk Süddeutschland der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).

Nach den Reunionskriegen Ludwigs XIV. wurde auch wieder eine katholische Gemeinde in Saarbrücken zugelassen: Der erste katholische Gottesdienst im heutigen Stadtgebiet Saarbrückens wurde erst wieder 1680 in einer Notkirche in St. Johann abgehalten. Dann wurde mit französischen Zuschüssen die Basilika St. Johann erbaut. Die erste katholische Pfarrei wurde aber erst 1803 in St. Johann errichtet. Hier stand auch die Kirche, zu der alle Katholiken des heutigen Stadtgebiets gehörten. In Saarbrücken selbst entstand dann erst im Jahre 1885 eine weitere katholische Kirche. Heute gehören die römisch-katholischen Bewohner der Stadt zum Dekanat Saarbrücken des Bistums Trier (bis auf die Ortsteile Eschringen und Ensheim, die zum Bistum Speyer gehören) und stellten mit einem Anteil von 38,2 % (2004) der Gesamtbevölkerung die größte Konfession dar. 2006 fand der Deutsche Katholikentag in Saarbrücken statt.

Darüber hinaus ist eine Alt-Katholische Pfarrgemeinde in Saarbrücken ansässig.

An der Spitze der Städte Saarbrücken und St. Johann standen über die Jahrhunderte Gerichtsleute, die vom Landesherrn zum Teil zum "Meier" und zu "Heimburgen" ernannt wurden. Sie übten mit den Schöffen das Gericht über die Stadt aus. Beide Städte erledigten ihre Amtsgeschäfte relativ autonom, doch gab es auch eine gemeinsame Behörde. Später nannte sich der Ortsvorsteher von Saarbrücken "Meier", der von St. Johann ab 1458 "Bürgermeister", deren Ämter ab dem 17. Jahrhundert jährlich wechselten. Ab 1689 gab es anstelle des Meiers in Saarbrücken einen Oberamtmann, ab 1724 einen Stadt- und Oberschultheiß und gegen Ende des 18. Jahrhunderts einen Stadtamtmann. Mit der französischen Besetzung der Stadt wurde 1799 die Munizipalverfassung eingeführt. Beide Städte bildeten forthin eine politische Gemeinde, deren Kanton 1800 auch die Orte Malstatt und Burbach zugeschlagen wurden. Innerhalb des Kantons wurde die Mairie (später Bürgermeisterei) Saarbrücken geschaffen. Ihr gehörten die Städte Saarbrücken und St. Johann sowie die Dörfer Malstatt, Burbach, St. Arnual, Brebach, Güdingen, Fechingen, Bischmisheim, Gersweiler und Klarenthal an. Nach dem Anschluss an Preußen wurde die Munizipalverfassung zunächst noch beibehalten, doch erhielt der Maire künftig die Bezeichnung Oberbürgermeister, ab 1819 Bürgermeister. In Saarbrücken und St. Johann wurde 1859 die preußische Städteordnung eingeführt. St. Johann hatte bereits seit 1820 vergeblich versucht, sich aus der Bürgermeisterei Saarbrücken zu lösen, was schließlich 1862 genehmigt wurde. Da jedoch die Städte so dicht beieinander lagen, versuchte man ab 1905 erneut eine Fusion, die dann zum 1. April 1909 erreicht werden konnte.

Innerhalb eines von Schwarz und Silber gestückten Schildbordes unter gespaltenem silbernem Schildhaupt - darin rechts eine rote Rose mit goldenem Samen und grünen Kelchblättern, links schräggekreuzt ein schwarzer Schlägel und ein schwarzes Eisen, unter den Stielenden eine gestürzte schwarze Zange - in Blau ein goldgekrönter, goldbewehrter und rotgezungter silberner Löwe, bewinkelt von vier silbernen Tatzenkreuzen. Die Stadtfarben sind Blau-Weiß.

Die Stadt Saarbrücken, die 1909 durch Vereinigung der Städte Saarbrücken, St. Johann und Malstatt-Burbach entstand, erhielt dieses Wappen im Jahre 1911 durch Kaiser Wilhelm II., wobei das Wappen als Brustschild eines Adlers abgebildet war. Es wurde auch als "Kaiserwappen" bezeichnet. Der Wappenschild allein wurde als "Siegelwappen" bezeichnet. Auch die 1974 durch die Gebietsreform vergrößerte Stadt Saarbrücken entschied sich für die Beibehaltung des historischen Wappens in leicht veränderter Form. Die Wappensymbole wurden aus den Wappen der drei früheren Städte übernommen: Die Rose entstammt dem Wappen von St. Johann, Schlägel, Eisen und Zange entstammen dem Wappen von Malstatt-Burbach und der Löwe entstammt dem alten Saarbrücker Wappen.

In Saarbrücken beginnen folgende Bundesautobahnen: in Richtung Osten die A 6 (nach Waidhaus über Kaiserslautern, Mannheim, Heilbronn und Nürnberg), in Richtung Nordosten die A 623 (Zubringer zur A8 Richtung Pirmasens) von SB-Dudweiler zum Autobahndreieck Friedrichsthal und Richtung Norden die A 1 (nach Oldenburg in Holstein über Trier, Köln, Dortmund, Münster, Osnabrück, Bremen, Hamburg und Lübeck). Über die A620 ist Saarbrücken zudem an die A 8 Richtung Luxemburg angebunden.

Die A 620 (Saarbrücken-Saarlouis) fungiert zwischen den Anschlussstellen Saarbrücken-Güdingen (AS 21) und Saarbrücken-Klarenthal (AS 11) als Stadtautobahn für Saarbrücken; mit 11 Anschlussstellen im Saarbrücker Stadtgebiet kann jeder Saarbrücker Stadtteil problemlos erreicht werden. Auf diesem Teilstück, welches die Stadt entlang der Saar durchschneidet, kommt es neben einer starken Lärmbelastung regelmäßig zur Überflutung, was den weitgehenden Zusammenbruch des Individualverkehrs nach sich zieht (volkstümlich: "linker Nebenfluss der Saar mit 13 Buchstaben" = Stadtautobahn). Da die Überflutungen regelmäßig auftreten, sind verschiedene Straßen als Hochwasserumfahrung eingerichtet; sie werden bei Sperrung der A 620 zu mehrspurigen Durchgangsstraßen mit Halteverbot umgewidmet, wobei die sich dort befindende Bushaltestelle "Luisenbrücke" weiterhin planmäßig durch die Busse der Saarbahn GmbH und der RSW GmbH bedient wird. Nach derzeitigem Planungsstand wird die Stadtautobahn auf ihrem Teilstück entlang der Saar auf etwa 1,5 km Länge in den nächsten Jahren in einen Tunnel unter der bestehenden Hochwasserumfahrung verlegt; dabei werden große Uferflächen frei, die der Stadtentwicklung Schub geben sollen.

Von Saarbrücken Hauptbahnhof (auch: Eurobahnhof Saarbrücken) verkehren Fern- und Regionalzüge.

Seit Dezember 2007 ist Saarbrücken Hauptbahnhof mit der Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke (Frankfurt-)Saarbrücken-Paris (LGV Est, planmäßig 320 km/h) vollwertige Station im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz. Neben den dort verkehrenden ICE-Zügen nach Frankfurt am Main und Paris verkehren auch ICE-Züge nach Dresden über Frankfurt. IC-Verbindungen bestehen nach Frankfurt und nach Stuttgart bzw. Salzburg.

Im Regionalverkehr dient Saarbrücken Hauptbahnhof als Drehkreuz. Im Minutentakt verkehren Regionalbahn- und Regionalexpress-Züge ins umliegende Saarland sowie nach Frankreich und das übrige Bundesgebiet. RegionalExpress-Züge verkehren über Neunkirchen, Türkismühle, Mainz nach Frankfurt am Main, nach Koblenz über Saarlouis und Merzig, nach Trier über Saarlouis und Merzig, nach Metz über Forbach, nach Straßburg und nach Kaiserslautern. Hinzu kommt der S-Bahn-ähnliche Nahverkehr der Regionalbahnen auf den Linien Zweibrücken-Pirmasens, Saarlouis-Merzig-Trier, Illingen-Lebach, Neunkirchen-St. Wendel und Neunkirchen-Homburg.

Den öffentlichen Nahverkehr bestreiten die Buslinien der Saarbahn GmbH und eine Stadtbahnlinie der Saarbahn.

Außerdem führen einige Linien der RSW aus der Innenstadt hinaus ins weitere Umland.

Saarbrücken verfügt mit dem Flughafen Saarbrücken im Stadtteil Ensheim über einen internationalen Verkehrsflughafen. Von der Innenstadt aus ist er mit der im Stundentakt (an Wochenenden und Feiertagen alle 2 Stunden) verkehrenden Regionalbuslinie R10 der RSW, die nach Blieskastel fährt, zu erreichen.

Der Flughafen Zweibrücken wird montags bis samstags zweimal und sonntags / feiertags einmal durch die RSW - Linie 199 von der Innenstadt aus nonstop angefahren.

Der Unterlauf der Saar ist von Konz bis Saarbrücken für die Großschifffahrt ausgebaut. Ab Saarbrücken bis Saargemünd ist der Fluss für kleinere Schiffe (Penischen) befahrbar. Ab Saargemünd verbindet der Saarkanal (früher auch Saar-Kohlen-Kanal genannt) die Saar mit dem Rhein-Marne-Kanal.

Die Arbeitslosenquote lag im Oktober 2008 bei 10,1 % für den gesamten Regionalverband, die Verschuldung bei € 540,0 Mio. (1. Oktober 2008).

Die Anzahl der Einpendler nach Saarbrücken beträgt etwa 65.000. Allein aus Frankreich pendeln täglich etwa 10.000 Arbeitnehmer ein.

In Saarbrücken befinden sich die Deutschlandzentrale des französischen Automobilkonzerns Peugeot, eines der vier bundesweit eigenen Callcenter von HanseNet, eines des Heine-Versands sowie das Kundenservice-Center der Mercedes-Benz Bank.

Mit CosmosDirekt beherbergt Saarbrücken ein bedeutendes deutsches Versicherungsunternehmen und den größten Direktversicherer Deutschlands. Außerdem ist in Saarbrücken Juris, das juristische Informationssystem der Bundesrepublik Deutschland beheimatet. Ebenfalls seinen Sitz in Saarbrücken hat die IDS Scheer AG, ein Software- und Beratungsunternehmen in Saarbrücken-Burbach. Die ZF Getriebe GmbH an der "Goldenen Bremm", einem ginsterreichen ("goldenen") Tal im Süden der Stadt, fertigt mit weit über 5.000 Beschäftigten Automatik-Getriebe für nahezu alle europäischen Automobilhersteller.

Die Halberg-Guss GmbH in Saarbrücken-Brebach fertigt Gussteile, vor allem Kurbelgehäuse und Kurbelwellen für den europäischen PKW- und Nutzfahrzeugmarkt. Saint-Gobain Gussrohr erzeugt Rohre und Kanalguss-Produkte aus Gusseisen. Die Kanalisation von Ankara (Türkei) stammt beispielsweise von hier. Beide Unternehmen sind aus der 1756 gegründeten Halbergerhütte hervor gegangen. Die SAARSTAHL AG erzeugt mit etwa 600 Mitarbeitern in ihrem Werk Saarbrücken-Burbach Draht für den europäischen Markt.

Electro Hager in Saarbrücken-Ensheim fertigt und handelt Elektrosicherungskästen, Schaltschränke und Gebäudesystemtechnik. Schröder Fleischwaren ist eine große Fleischwarenfabrik im Industriegebiet Ost. Die Fa. Leffer in Saarbrücken-Dudweiler ist tätig im Apparatebau, Maschinenbau, Stahlbau und dem Gasbehälterbau. Für Leffer wurde an der Saar in Höhe des Bürgerparks eine RoRo-Anlage zur Verladung übergroßer Bauteile auf Schiffe errichtet. "Saarbrücker Zeitung und Verlag" ist eine Großdruckerei, die neben der täglich erscheinenden Saarbrücker Zeitung viele weitere Druckerzeugnisse liefert.

Ebenfalls in Saarbrücken befindet sich die Deutschlandzentrale der Wings of Germany AG. Das Unternehmen ist Lizenznehmer der weltweit agierenden Fullservice-Systemgastronomiekette Hooters.

Der Saarbrücker Halberg ist Sitz des Saarländischen Rundfunks (SR), einer der kleinsten Landesrundfunkanstalten Deutschlands mit der Deutschen Radio-Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern (ehemals Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken). Daneben sendet auch der private Rundfunksender Radio Salü und 99,6 MHz Radio Saarbrücken aus der Landeshauptstadt.

Als privater Fernsehsender speist Saar TV fünf Stunden täglich sein Programm von Saarbrücken aus in das Kabelnetz des Saarlandes ein.

Als Tageszeitung erscheint aus der Verlagsgruppe Holtzbrinck die Saarbrücker Zeitung und seit Ende 2004 vierzehntäglich eine Ausgabe des Jugendmagazins Potato. Ende März 2005 begann sie mit der Herausgabe einer täglichen Zeitung im Tabloid-Format: 20cent. Die Herausgabe wurde jedoch Ende Februar 2009 wieder eingestellt.

Die Axel Springer AG bringt seit 2005 mit der Bild Saarland ein Blatt, das Regionalberichterstattung enthält. Gleichzeitig startete sie auch die Herausgabe einer Welt kompakt, die einen saarländischen Regionalteil enthielt. Die Regionalredaktion wurde jedoch am 29. September 2006 auf Grund zu geringer Nachfrage aufgelöst. Seitdem ist im Saarland nur noch die Rhein-Neckar-Ausgabe der Zeitung erhältlich.

Seit 1995 findet man alle Veranstaltungen der Stadt im kostenlosen Veranstaltungskalender SAARTERMIN. Als kostenlose Stadtillustrierte hat sich das LIVE MAGAZIN etabliert.

Saarbrücken ist Sitz des Verfassungsgerichtshofes des Saarlandes. Neben dem Saarländischen Oberlandesgericht gibt es in der Stadt auch ein Land- und ein Amtsgericht. Das Finanzgericht des Saarlandes, das Landesarbeitsgericht Saarland, das Landessozialgericht für das Saarland sowie ein Arbeits- und ein Sozialgericht befinden sich ebenfalls in der Landeshauptstadt.

Ihren Sitz in Saarbrücken haben außerdem die Staatsanwaltschaft und die Generalstaatsanwaltschaft Saarbrücken, deren Zuständigkeitsbereich sich jeweils auf das gesamte Saarland erstreckt.

In Saarbrücken befindet sich die Justizvollzugsanstalt Lerchesflur.

Darüber hinaus verfügt Saarbrücken als Großstadt über alle vorschulischen und schulischen Bildungseinrichtungen. Dazu zählt mit dem Ludwigsgymnasium auch das älteste Gymnasium des Saarlandes (gegründet 1604). Als besondere schulische Einrichtung sei noch das Deutsch-Französische Gymnasium/Lycée Franco-Allemand als bilinguale Begegnungsschule erwähnt.

Das Gebäude des Staatstheaters wurde 1937/38 erbaut. Das nationalsozialistische Regime stiftete die Spielstätte als „Belohnung“ für das Abstimmungsergebnis 1935, mit dem sich das Saarland für die Angliederung an das Deutsche Reich entschied. (siehe Abschnitt Geschichte) Das Gebäude diente an der Grenze des Deutschen Reiches als Bollwerk gegen den "kapitalistischen Westen". Der prachtvolle Haupteingang ist daher auch Richtung Paris ausgerichtet. In Anwesenheit von Hitler und Himmler eröffnete der Reichspropagandaminister Joseph Goebbels das Theater. Die faschistische Theaterideologie war in Saarbrücken jedoch nicht von langer Dauer. In den Kriegsjahren wurden große Teile des Gebäudes zerstört, jedoch blieb die Technik weitgehend erhalten und ist bis heute noch Bestandteil einer der technisch flexibelsten Staatstheaterbühnen Deutschlands. Trotz der zwiespältigen Vergangenheit ist das Theater am Ufer der Saar als markanter Teil des Stadtbildes akzeptiert. Das Ensemble genießt einen guten Ruf.

Auf Grund von Sparmaßnahmen der Landesregierung und im Kulturhaushalt der Stadt wird das Theater in den nächsten Jahren mit weniger Zuschüssen der öffentlichen Hand auskommen müssen. Das Theater versucht, die finanzielle Lage durch Erhebung eines sogenannten „Theatereuros“ zu verbessern.

Bekanntester Fußballverein Saarbrückens und des Saarlands ist der derzeitige Fünft-Ligist 1. FC Saarbrücken. Er spielte insgesamt fünf Spielzeiten in der Fußball-Bundesliga: 1963/64, 1976-1978, 1985/86 und 1992/93, weitere 19 Spielzeiten in der 2. Bundesliga. Austragungsort der Heimspiele ist das Ludwigsparkstadion. Die Frauenmannschaft des 1.FC Saarbrücken spielt aktuell in der 2. Bundesliga Süd.

Der ATSV Saarbrücken spielte in den 1980er Jahren und zu Beginn der 1990er Jahre in den Tischtennis-Bundesligen der Damen und Herren und wurde mehrfach Deutscher Mannschaftsmeister.

Die Saarland Hurricanes spielten von 2000 bis 2007 in der 1. Bundesliga der German Football League (GFL).

Der 1. BC Bischmisheim spielt in der 1. Badminton-Bundesliga, wo er bereits dreimal den deutschen Meistertitel erringen konnte und aktueller Deutscher Meister ist.

Auch unterhält die Badminton World Federation eins ihrer drei internationalen Trainingszentren in Saarbrücken.

Der Saarländische Fußballverband ist ebenso wie der Saarländische Turnerbund und viele weitere Sportfachverbände in Saarbrücken in der Hermann-Neuberger-Sportschule angesiedelt. Diese wird vom Landessportverband für das Saarland betrieben.

In Saarbrücken befindet sich auch der Sitz des Olympiastützpunktes Rheinland-Pfalz/Saarland.

Die Saarbrücken Blues betreiben seit 1995 sowohl Baseball als auch Softball in der Landeshauptstadt.

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Saarbrücken Hauptbahnhof

Saarbrücken Hauptbahnhof.JPG

Der Hauptbahnhof Saarbrücken (auch: Eurobahnhof Saarbrücken) ist der größte Personenbahnhof des Saarlandes.

Jährlich nutzen rund 10 Millionen Menschen den Bahnhof.

Die DB Station&Service führt Saarbrücken Hauptbahnhof als Bahnhof der zweithöchsten Kategorie und damit als Fernverkehrssystemhalt.

Der Saarbrücker Hauptbahnhof wurde am 16. November 1852 als Bahnhof St. Johann-Saarbrücken eröffnet. Die heutige Stadt Saarbrücken entstand erst später durch den Zusammenschluss von (Alt-)Saarbrücken, St. Johann, Malstatt und St. Arnual. Der Bahnhof befand sich an der sogenannten Saarbrücker Bahn, die von Bexbach über Neunkirchen(Saar) kommend weiter nach Stieringen zur französischen Ostbahn führte. Der 56 Meter lange und 13,50 Meter breite Sandsteinbau lag zwischen den beiden Gleisen, der Zugang erfolgte für damalige Verhältnisse neu durch eine Unterführung ohne Gleisüberquerung.

Durch das fortlaufende Wachsen der Bahnanlagen wurde auch das Bahnhofsgebäude durch Anbauten erweitert. 1891/1893 wurde ein Empfangs-Vorgebäude mit zwei markanten Türmen vor dem Tunnelzugang errichtet. Doch schon bereits 1908 gab es Pläne, ein völlig neues Bahnhofsgebäude zu bauen. Mit dem Bau sollte 1914 begonnen werden, der Kriegsausbruch verhinderte diese Pläne jedoch. 1932 war Saarbrücken Hbf mit täglich 453 ankommenden und abgehenden Zügen, davon 51 Schnellzügen, hinter Leipzig der Bahnhof mit dem größten Zugaufkommen im Reichsbahngebiet. Nach der Rückgliederung des Saarlandes 1935 beschäftigte man sich erneut mit einem Bahnhofsneubau, der schon 1941 abgeschlossen sein sollte. Aber auch diesmal wurden die Pläne durch den Kriegsausbruch 1939 verhindert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren 80 Prozent der Bahnanlagen in Saarbrücken zerstört. Vom Vorgebäude standen nur noch die beiden Türme. Auch die übrigen Hochbauten wie das Bahnbetriebswerk waren völlig zerstört. Im gesamten Bahnhofsbereich gab es kein einziges durchgehendes Gleis mehr. Unter US-amerikanischer Leitung wurde zunächst das heutige Gleis 19 provisorisch wiederhergestellt. Über dieses Gleis fuhren die US-amerikanischen Truppen dann ihre Versorgungszüge Richtung Neunkirchen-Bexbach-Homburg auf eigene Regie und im Sichtabstand.

Die beiden Türme des Vorgebäudes wurden 1952 durch einen Flachbau verbunden und waren danach für viele Jahre ein Provisorium. In den 1960er Jahren gab es dann erneut Pläne für ein neues Empfangs- und Verwaltungsgebäude. Der erste Spatenstich erfolgte am 27. Juni 1963 durch den damaligen Saarbrücker Oberbürgermeister Fritz Schuster und den Präsidenten der Bundesbahndirektion Alois Meyer. Im gleichen Jahr wurden die Reste des alten Vorgebäudes entfernt. Im September 1967 wurde das neue 120 Meter lange und 26 Meter hohe Gebäude eingeweiht. Während sich im zweigeschossigen Sockelgeschoss die Schalterhalle, Gepäckabfertigung, Ladengeschäfte und eine Bahnhofsgaststätte befanden, wurden in den Obergeschossen des siebenstöckigen Gebäudes die EDV-Stelle, der ärztliche Dienst, Büroräume und die Eisenbahnerkantine untergebracht.

Im Februar 1960 wurde der elektrische Fahrbetrieb auf der Strecke Forbach-Homburg im Bahnhof Saarbrücken aufgenommen.

1977 wurde mit grundlegenden Modernisierungsarbeiten begonnen. Unter anderem wurden dabei die Bahnsteige auf eine Höhe von 76 cm gebracht. Um Platz für weitere durchgehende Gleise zu schaffen musste auch das erste Bahnhofsgebäude von 1852, das sogenannte Inselgebäude, abgerissen werden. Am 18. September 1978 begann der Abriss, der im März 1979 beendet wurde.

Der Eurobahnhof (Benennung für das Projekt Saarbrücken 21) ist ein Modernisierungsprojekt für den Hauptbahnhof in Saarbrücken. Der bestehende Bahnhof und das umliegende Gelände wurden hierbei umgebaut. Wichtiger Anlass für die Arbeiten war die im Juni 2007 erfolgte Inbetriebnahme der Schnellstrecke Paris-Ostfrankreich-Süddeutschland (POS), mit Zweigen nach Stuttgart und Frankfurt am Main, wovon letzterer Saarbrücken erreicht.

Als Maßnahmen wurden eine neue Südfassade des Bahnhofsgebäudes, eine neu gestaltete Eingangshalle und Personenunterführung, neue Aufzüge und ein neuer Zugang für den Bahnhof von der nördlichen Seite her (Stadtteil Rodenhof) realisiert. Die Kosten von ca. 31 Millionen Euro teilten sich die Landeshauptstadt Saarbrücken, das Saarland und die Deutsche Bahn AG.

Die im Norden des Bahnhofs befindlichen großflächigen Gleisanlagen wurden größtenteils zurückgebaut, im östlichen Bereich des Bahnhofes neu geordnet und modernisiert. So entstanden auf einer kompakten Fläche neue Zugbehandlungs- und Abstellanlagen.

Das freiwerdende Areal soll als Parkfläche und für neue Gewerbeansiedlungen genutzt werden (Quartier Eurobahnhof). Erschließung und Vermarktung des Areals gestalten sich jedoch als sehr langwierig und werden noch lange andauern. Der von der DB AG errichtete großzügige Servicepoint (Fahrkarten und Verpflegung) am Nordeingang wurde nach kurzer Betriebszeit mangels Kundschaft wieder geschlossen.

Der erste Spatenstich fand am 5. Mai 2006 statt. Die offizielle Einweihung des modernisierten Bahnhofs erfolgte am 15. Dezember 2007. Ein Jahr später war der Bahnhof immer noch nicht fertig; Verkaufscontainer und Baumaterial zierten den Bahnhofsvorplatz, und Ratten wurden zum Ärger von Bevölkerung und Reisenden dort auch öfter gesehen.

Der zum Eurobahnhof umgebaute Saarbrücker Hauptbahnhof öffnet sich in Richtung City, somit der Fußgängerzone (Reichsstraße/Bahnhofstraße) mit einer großen Empfangshalle.

Dort befinden sich auf zwei Ebenen besonders Geschäftszeilen mit Angeboten des täglichen Bedarfs (Supermarkt, Fast-Food-Restaurant, Zeitschriften- und Schreibwaren, Tabakwaren, Floristik und mehr), der DB Service Point, das DB/Ameropa ReiseZentrum und ein Terminal mit DB-Fahrkartenautomaten.

Vor dem Ein-/Ausgang City befindet sich der ausgedehnte Bahnhofsvorplatz, der einer Vielzahl von Fahrrädern Stellfläche bietet und weitgehend verkehrsfrei ist.

Dort liegt auch die Haltestelle Hauptbahnhof (Stadtbahn) der Saarbrücker Stadtbahn (Saarbahn), die viergleisig ausgebaut ist und die täglich von 290 Stadtbahnzügen aus Richtung Frankreich/Kleinblittersdorf/Südstadt/Innenstadt bzw. aus Richtung Riegelsberg/Nordstadt sowie von hunderten Stadt- und Regionalbussen angefahren wird.

Alle Gleise des neuen Saarbrücker Hauptbahnhofs - abgesehen von den Stadtbahngleisen auf dem Bahnhofsvorplatz - sind über den komplett renovierten Personentunnel (oder alternativ den Osttunnel) erreichbar. Dieser erstreckt sich auf der Länge von etwa 100 Meter mit leicht steigender Tendenz vom Ein-/Ausgang City bis zum neuen Nordausgang im Stadtteil Rodenhof und ist in schlichten weiß-blauen Farbtönen gehalten.

Alle Bahnsteige sind barrierefrei zugänglich und – bis auf die Gleise 1-3 – über jeweils drei Zugänge (Lift, Rolltreppe, Treppe) erreichbar; die Gleise 1-3 verfügen nur über zwei Zugänge (Treppe und Lift).

Zusammen mit den Renovierungs- und Umbaumaßnahmen im Rahmen des Projektes Saarbrücken 21 (Eurobahnhof) wurde der Personentunnel, der zuvor mit dem Zugang zu Gleis 16, bis ca. 2001 am Gleis 22, endete, bis in den Stadtteil Rodenhof verlängert. Dort entstand ein neuer Aufgang, das so genannte Nordterminal, an den ein neuer Park&Ride-Platz anschließt, der mehrere hundert Stellplätze bietet; das Areal soll später direkt an den Ludwigsbergkreisel und damit an die Autobahnen A 1, A 620 und A 623 angeschlossen werden. Bei Bedarf soll auch der DB-Servicepoint wiedereröffnet werden.

Alle Bahnsteige und Gleise - abgesehen von den Stadtbahngleisen vor dem Ein-/Ausgang City - liegen etwa 20 Meter über dem Personentunnel, der die beiden Ein- und Ausgänge miteinander verbindet.

Die Gleise tragen die Nummern 1–16, wobei es nur zehn für den Personenverkehr genutzte Gleise gibt; diese tragen die Nummern 1-3, 5-6, 8, 11-12, 14 und 16. Die dazwischen liegenden Gleise werden nur zu betrieblichen Zwecken genutzt oder existieren nicht oder nicht mehr.

Unter den für den Personenverkehr genutzten Gleisen befinden sich sechs Durchgangsgleise, die auch von Zügen genutzt werden können, die nicht in Saarbrücken wenden, und vier Kopfgleise (2, 6, 8, 11), die als Wendegleise für die in Saarbrücken endenden Züge dienen.

Seit Dezember 2007 ist Saarbrücken Hbf vollwertige Station im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz und Einfalls- bzw. Ausfallstor für die grenzüberschreitend verkehrenden ICE-Züge, die zwischen Paris und Frankfurt am Main über Saarbrücken verkehren.

Darüber hinaus verkehren Fernverkehrszüge auf den Relationen nach Dresden und Stuttgart bzw. Salzburg.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember führt die Deutsche Bahn auch ihre Nachtzüge auf der Relation Berlin-Paris über Saarbrücken statt wie bisher über Köln und Brüssel.

Der Saarbrücker Hauptbahnhof ist Dreh- und Angelpunkt des saarländischen Schienenregionalverkehrs. Bis auf wenige Ausnahmen verkehren alle saarländischen Nahverkehrszüge von bzw. nach Saarbrücken Hbf.

Von den vier Stadtbahngleisen auf dem Bahnhofsvorplatz verkehren die Stadtbahnen der Saarbrücker Verkehrsgesellschaft Saarbahn&Bus.

Durch geschickte Überlagerung entsteht auf der Innenstadtstammstrecke zwischen Brebach und Siedlerheim in beiden Richtungen ein 7,5-Minuten-Takt, Richtung Kleinblittersdorf und Riegelsberg-Süd ein 15-Minuten-Takt und Richtung Saargemünd ein 30-Minuten-Takt.

Gelegentlich verkehrt zu Messen oder besonderen Veranstaltungen im Messezentrum Saarbrücken (zuletzt anlässlich des Deutschen Katholikentages 2006 in Saarbrücken) auch die Messelinie.

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Landgericht Saarbrücken

Das Landgericht Saarbrücken ist ein deutsches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Es ist das einzige saarländische Landgericht. Seinen Sitz hat es in der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Als Folge des Wiener Kongresses (1814/15) fiel der größte Teil des heutigen Saarlandes an Preußen und wurde Bestandteil des neu gegründeten Regierungsbezirks Trier. Im Zuge einer Reform der Gerichtsorganisation wurden 1819 die 13 Kreisgerichte des Bezirks, einschließlich des Kreisgerichts Saarbrücken, aufgelöst und durch das Landgericht Trier ersetzt. In Saarbrücken verblieb nur ein dem Landgericht untergeordnetes Untersuchungsamt. Bereits nach Bekanntwerden der Reformpläne bemühte sich die Stadt Saarbrücken um die Errichtung eines eigenen Landgerichtes. Damit konnte sie sich jedoch nicht bei der Immediatjustizkommission durchsetzen, deren Absicht es war, pro Regierungsbezirk nur ein Landgericht zu einzurichten.

1834 wurde in Saarbrücken mit dem Zuchtpolizeigericht eine Strafkammer errichtet, die dem Landgericht Trier unterstellt war. Der Saarbrücker Bürgermeister Heinrich Böcking setzte sich jedoch weiterhin für ein eigenes Landgericht ein und konnte schließlich Karl Albert von Kamptz von seinem Wunsch überzeugen. Dieser bewegte König Friedrich Wilhelm III. dazu, am 21.Januar 1835 per Kabinettsorder die Einrichtung des Landgerichts Saarbrücken zu verfügen. Die feierliche Eröffnung fand am 2. November 1835 statt.

Dem Landgerichtsbezirk gehörten anfangs der Landkreis Saarbrücken (mit dem Friedensgericht in St. Johann), der Landkreis Saarlouis (Friedensgerichte Lebach, Saarlouis, Wallerfangen), der Landkreis Ottweiler (Friedensgerichte Ottweiler, Tholey) und der Landkreis St. Wendel (Friedensgerichte Baumholder, Grumbach, St. Wendel) an. Der Landkreis Merzig hingegen gehörte weiterhin zum Landgerichtsbezirk Trier. Wie alle Gerichte in der Rheinprovinz war das Landgericht Saarbrücken dem Rheinischen Appellationsgerichtshof in Köln unterstellt.

Durch einen Staatsvertrag zwischen dem Großherzog von Oldenburg und dem König von Preußen wurde die Zuständigkeit des Landgerichts Saarbrücken außerdem auf das Fürstentum Birkenfeld ausgedehnt. In Angelegenheiten, die das Fürstentum betrafen, war es als Königlich Preußisches für das Großherzoglich Oldenburglische Fürstenthum Birkenfeld bestelltes Landgericht tätig.

Die Gerichte blieben also bestehen, jedoch kam es durch die veränderte Grenzziehung zu einigen Verschiebungen. So gehörten die weiterhin preußischen Amtsgerichtsbezirke Baumholder und Grumbach nun zum Landgericht Koblenz, das auch für Birkenfeld zuständig war. Das Amtsgericht Homburg, das Amtsgericht Blieskastel und das Amtsgericht Merzig wurden dem Landgericht Saarbrücken nachgeordnet.

Die im Versailler Vertrag vorgesehene Berufungsinstanz wurde 1921 errichtet. Der Oberste Gerichtshof (Cour Suprême de Justice) mit Sitz in Saarlouis übernahm die Aufgaben, die bisher von den Oberlandesgerichten und dem Reichsgericht wahrgenommen wurden.

Nach der Wiedereingliederung des Saargebietes ins Deutsche Reich im Jahr 1935 wurde der Oberste Gerichtshof gemäß § 6 des Gesetzes über die vorläufige Verwaltung des Saarlandes (RGBl. I S. 66) abgeschafft. Das Landgericht Saarbrücken wurde wieder dem OLG Köln nachgeordnet, das jedoch in Saarlouis Zivil- und Strafsenate errichtete. Diese wurden 1938 aufgelöst, als das Landgericht dem Bezirk des Oberlandesgerichts Zweibrücken zugeordnet wurde.

Zum Jahresbeginn 1936 wurde am Landgericht Saarbrücken ein Sondergericht eingerichtet. Im ersten Jahr gab es etwa 140 Eingänge, größtenteils das Heimtückegesetz betreffend.

Im französisch besetzten Saarland nahm das Landgericht Saarbrücken seine Geschäfte am 10. September 1945 wieder auf. Es wurde dem Oberlandesgericht Saarbrücken zugeordnet, das am 9. August 1946 errichtet und am 24. Oktober 1946 feierlich eröffnet wurde. Die Pläne für ein Revisionsgericht (Amtsblatt 1954 S. 991) wurde wegen des Beitritts zur Bundesrepublik nicht umgesetzt.

Nach Grenzänderungen gehörten zum Gerichtsbezirk des Landesgericht ab 1947 die Amtsgerichte Blieskastel, Homburg, Lebach, Merzig, Neunkirchen, Nohfelden, Ottweiler, Perl, Saarbrücken, Saarlouis, St. Ingbert, St. Wendel, Sulzbach, Tholey, Völklingen und Wadern.

Der Bezirk des Landgerichts Saarbrücken erstreckt sich auf das gesamte Saarland. Es ist damit das einzige Landgericht eines Flächenlandes, das für ein gesamtes Bundesland zuständig ist. Der Gerichtsbezirk ist 2.569 km² groß und umfasst rund 1.000.000 Einwohner.

Das Gericht zog 1835 zunächst in das ehemalige Gebäude des Saarbrücker Friedensgerichts am Schlossplatz, welches sich an der Stelle des späteren Kreisständehauses befand. 1886 wurde das Gericht in einem Neubau in der Luisenstraße (heutige Saaruferstraße) einquartiert. Dieses wurde in den beiden Weltkriegen stark beschädigt und schließlich 1963 beim Bau der Stadtautobahn abgerissen.

Das heutige Gerichtsgebäude in der Franz-Josef-Röder-Straße (ehemals Alleestraße)/Hardenbergstraße wurde ab 1911 gebaut und 1914 bezogen.

1964 wurde vor dem Landgericht das Grubenunglück von Luisenthal aufgearbeitet, bei dem zwei Jahre zuvor 299 Bergleute ums Leben gekommen waren. Die dreizehn Angeklagten wurden freigesprochen, da ihnen keine Schuld an dem Unglück nachgewiesen werden konnte.

Der Soldatenmord von Lebach, der bundesweit für Aufsehen sorgte, wurde 1970 vor dem Landgericht behandelt. Der Prozess fand wegen des regen Interesses der Öffentlichkeit nicht im Gerichtsgebäude, sondern im größten Saarbrücker Saal, der Kongresshalle, statt. Die beiden Täter wurden zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt, ein weiterer Beteiligter zu sechs Jahren wegen Beihilfe zum Mord.

Mit dem Pascal-Prozess fand von 2004 bis 2007 einer der langwierigsten Strafprozesse der saarländischen Justizgeschichte statt. Nach fast drei Jahren endete das Verfahren um den mutmaßlichen Mord an einem Jungen mit Freisprüchen für alle zwölf Angeklagten.

Weitere bekannte Fälle waren der Untreueprozess gegen den Saarbrücker Bürgermeister Hajo Hoffmann (2004) und das Verfahren um die Filialapotheke DocMorris (2006).

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Source : Wikipedia