Sänger

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Geschrieben von bishop 16/03/2009 @ 20:08

Tags : sänger, musik, kultur

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StMV Blaue Sänger Göttingen

Wappenschild der StMV Blaue Sänger Göttingen im SV

Derzeit unterhalten die Blauen Sänger als stehende Einrichtungen ein Symphonieorchester, eine Bigband, einen gemischten Chor sowie ein Theaterensemble. Damit sind sie derzeit in Göttingen die einzige Organisation, die vier stehende Ensembles mit kultureller Thematik, aber inhaltlich unterschiedlicher Ausrichtung unterhält. Neben dem AGV München (fünf stehende Ensembles: zwei Chöre, zwei symphonische Orchester, eine Theatergruppe, ebenfalls zum Sondershäuser Verband gehörend) sind die Blauen Sänger die einzige Studentenverbindung im deutschsprachigen Raum, die ein eigenes Symphonieorchester unterhält.

Die 1860 als Studenten-Gesangverein der Georgia Augusta (kurz StGV) gegründete heutige Verbindung war der erste ausschließlich aus Studenten bestehende Gesangverein Göttingens. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Studenten darauf angewiesen, in den bürgerlichen Gesangvereinen mitzusingen, sofern sie in einem Chor singen wollten. Entsprechend hoch war der Zuspruch, den der Gesangverein bei seiner Gründung von den Studenten erhielt. Durch einen Aufruf in der Studentenschaft im Spätherbst 1859 aufmerksam geworden, waren beim ersten Konzert im Januar 1860 bereits annähernd 50 Studenten Mitglied des StGV, was knapp 8% aller in Göttingen immatrikulierten Studenten entsprach.

Ursprünglich stand der "Studenten-Gesangverein der Georgia Augusta" als akademischer Gesangverein allen Studenten offen, unabhängig von einer eventuellen Mitgliedschaft in einer anderen Studentenverbindung. Vor dem Hintergrund, dass jedoch nur wenige Verbindungsstudenten zugleich Mitglied des Studenten-Gesangvereins waren - die zeitlichen Anforderungen des Vereins- und Verbindungslebens ließen sich nur ungenügend miteinander vereinbaren -, beschlossen seine Mitglieder 1874, die Möglichkeit einer gleichzeitigen Mitgliedschaft in einer anderen Verbindungen in Göttingen auszuschließen. Zeitnah dazu wählte sich der StGV eigene Farben (hellblau-weiß-hellblau) und ein dazugehöriges Wappen. Damit war zugleich auch der Schritt vom Verein zur Verbindung vollzogen. Im selben Jahr noch schloss man sogenannte "Kartellverträge", also gegenseitige Unterstützungsvereinbarungen, mit anderen studentischen Gesangvereinen wie z.B. dem Akademischen Gesangverein München oder der Akademischen Liedertafel Berlin, die bereits 1867 einen solchen Vertrag untereinander geschlossen hatten und aus dem der heutige Sondershäuser Verband entstand.

Die nach den Feiern zum 25-jährigen Jubiläum rasch ansteigenden Mitgliederzahlen (WS 1884/85: 59 Mitglieder / SS 1886: 74 Mitglieder) führte zu Spannungen innerhalb der Aktivitas ( entstanden zwei Parteien, von denen die eine mehr für Kunstgesang, öffentliches Auftreten und die damit verbundenen kostspieligen gesellschaftlichen Veranstaltungen war, während die andere die Pflege des Volks- und Studentenliedes, die Gemütlichkeit und die Freundschaft voranstellte.). Am 10. Juni 1887 kam es zur Abspaltung der Minorität, die eine mehr auf studentisches Liedgut und Volkslieder ausgerichtete musikalische Arbeit gefordert hatte. Diese Minorität gründete am darauffolgenden Tag den Akademischen Gesangverein Gottinga mit den Farben grün-weiß-gold. Zur besseren Unterscheidung der beiden nun bestehenden studentischen Gesangvereine bürgerten sich in der Folge in Göttingen die Bezeichnungen "Blaue Sänger" und "Grüne Sänger" ein. Offiziell behielt man den Name "Studenten-Gesangverein der Georgia Augusta" jedoch bis zur Auflösung der Aktivtas im November 1935 bei.

Bereits im Sommersemester 1933 wurde das Haus der Blauen Sänger auf Betreiben der Aktiven in ein Kameradschaftshaus umgewandelt. Zeitgleich ging ab 1933 die musikalische Leistungsfähigkeit zurück, was auch daran lag, dass der musikalische Leiter Wilhelm Kamlah, immerhin einer der bedeutendsten Kenner Heinrich Schütz´ im 20. Jahrhundert, sein Amt 1934 aufgab. Inwieweit dieses auch damit zusammenhing, dass Wilhelm Kamlah von den Nationalsozialisten aus politischen Gründen (er erhielt 1934 wegen „jüdischer Versippung“ Berufsverbot) verfolgt wurde, ist unbekannt, ist aber wohl anzunehmen. Am 26. November 1935 löste sich die Aktivitas des Studenten-Gesangvereins auf. Das Haus wurde anderweitig vermietet (so unter anderem an die Göttinger Händel-Gesellschaft). Ab 1937 nutzte eine NS-Kameradschaft, zunächst nur einmal wöchentlich, ab dem Wintersemester 1937 jedoch wieder als Kameradschaftshaus. Der Alt-Herrenverband des Studenten-Gesangvereins nahm diese NS-Kameradschaft als neue Aktivitas an, nachdem diese zugesagt hatte, den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Musik zu verlegen, sofern dies möglich wäre. Später erhielt diese NS-Kameradschaft, auch im Zusammenhang mit dem schon längere Zeit entsprechend umbenannten Straße, an der das Haus lag, den Namen Albert Leo Schlageter. Auf Druck der Nationalsozialisten wurde ab 1942 der Alt-Herrenverband des Studenten-Gesangvereins in eine nationalsozialistische Altherrenschaft (AHS) überführt, was sich letztendlich aber bis in den Januar 1944 hinzog. Zu diesem Zeitpunkt ging auch das Haus in das Eigentum der AHS über. Mit Einzug der Alliierten Truppen am 8. April 1945 in Göttingen wurde die NS-Kameradschaft und die AHS aufgelöst und das Eigentum beschlagnahmt. Das Haus wurde in der Folge als Unteroffiziersheim der britischen Armee genutzt und diente ab 1947 der Werner-Schule vom Roten Kreuz als Wohn- und Ausbildungsstätte.

1947 erhielt man die Genehmigung der britischen Militärregierung, den 1944 untergegangenen "Alt-Herrenverband des (ehemaligen) Studenten-Gesangvereins der Georgia-Augusta" wiederzugründen. Zeitnah dazu hatte sich an der Göttinger Universität ein "Studentischer Musikkreis" zusammen gefunden, dessen Unterstützung der AHV schließlich übernahm. Die kulturelle Arbeit, die der Studentische Musikkreis bis 1951 geleistet hatte, fand nun mit dem Wiederbezug des Hauses einen raschen Aufschwung. Besonders der Chor, der Mitte 1950er Jahre von einem reinen Männerchor durch die Aufnahme des Göttinger Händelchores zu einem großen gemischten Chor wurde, konnte über einige Jahre hinweg zusammen mit dem Göttinger Symphonieorchester unter Günther Weißenborn große Konzerte zur Aufführung bringen (u.a. Beethovens 9. Symphonie). 1958 einigten sich AHV und Aktivitas - nicht ohne kontroverse Diskussionen - auf den gemeinsamen Namen "Studentische Musikverbindung an der Georgia Augusta im SV", der schließlich im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Entwicklungen ausgangs der 1960er in "Studentische Musikvereinigung" umgewandelt wurde.

Die Blauen Sänger gelten innerhalb des Sondershäuser Verbandes als Auslöser der sog. "Damenfrage". 1970 beschloss die Aktivitas der Blauen Sänger, im Zuge einer grundlegenden Satzungsrevision auch Frauen als vollständig gleichberechtigte Mitglieder aufzunehmen, was vom Altherren-Verband auch geduldet wurde. Obwohl z.B. schon im Jahr zuvor die ebenfalls dem Sondershäuser Verband angehörende AMV Waltharia Frankfurt ihre Verbindung für Frauen öffnete, waren die Blauen Sänger letztendlich diejenigen, die am vehementesten um eine entsprechende Lösung im Sondershäuser Verband kämpften.

Im Jahre 1903/04 errichtete der damalige AHV des Studenten-Gesangvereins der Georgia Augusta nach Plänen des hannoverschen Architekten Eduard Wendebourg im Düstere-Eichen-Weg 26 ein eigenes Verbindungshaus, das auch heute noch von den Blauen Sängern genutzt wird. Das Haus der Blauen Sänger war das erste Haus einer nichtfarbentragenden Verbindung in Göttingen. Der Saal des denkmalgeschützten Hauses ist mit über 130 m² der größte private Saal in Göttingen. Die darin enthaltenen Buntglasfenster (Ausschnitt siehe rechts) entstanden in den Jahren 1908, 1910 und 1919.

Nach dem Bezug des Hauses zum Beginn des Sommersemesters 1904 wuchs in den folgenden Semestern die Aktivenzahlen derart an, dass die Aktivitas bereits 1906 um eine Erweiterung nachsuchte, die 1910 ausgeführt wurde. Einen weiteren Umbau erfuhr das Haus 1928.

Da man bei der Planung von der Einrichtung von Studentenzimmern ausdrücklich Abstand genommen hatte, war das Haus nicht für eine dauerhafte Bewohnung durch die Mitglieder vorgesehen, sondern es wurde lediglich eine "Hausmeisterwohnung" eingerichtet. Als man 1933 beschloss, dass Haus in ein Kameradschaftshaus umzuwandeln, kam es zu Überlegungen, das Haus erneut großzügig umzubauen und insbesondere das Dach anzuheben, um darunter Kameradschaftszimmer einzurichten. Alternativ dazu überlegte man, im Garten eine Unterkunftsbaracke zu errichten. Beide Pläne wurden jedoch aufgegeben, nachdem man die eigentlich durch den NSDStB zugesagte finanzielle Unterstützung nicht erhielt.

Ab 1937 wurde das Haus durch eine NS-Kameradschaft genutzt, die später, analog zur Umbenennung der Straße "Kameradschaft Albert Leo Schlageter" hieß. Der Alt-Herrenverband des Studenten-Gesangvereins der Georgia Augusta nahm diese NS-Kameradschaft schließlich als Nachfolger des 1935 Studenten-Gesangvereins als neue Aktivitas an, nachdem diese zugesagt hatte, den Schwerpunkt der Kameradschaftsarbeit auf die Musik zu legen.

Ab 1942 erhöhte sich der Druck der Nationalsozialisten auf die noch bestehenden Alt-Herren-Verbände der ehemaligen Studentenverbindungen, die in der Regel als Eigentümer in die Grundbücher eingetragen waren. Auch von den Mitgliedern des Alt-Herrenverband des Studenten-Gesangvereins der Georgia Augusta verlangte man die Überführung des AHV in eine nationalsozialistische Altherrenschaft (AHS), widrigenfalls würde der AHV sein Haus letztendlich verlieren. Diese Entwicklung war im Januar 1944 mit der grundbuchamtlichen Umtragung des Haus- und Hofeigentums abgeschlossen. Mit dem Einzug der Alliierten in Göttingen am 8. April 1945 wurden die AHS und die NS-Kameradschaft (als NS-Organisationen) aufgelöst und das bewegliche wie unbewegliche Eigentum vollständig beschlagnahmt. Das Haus wurde zunächst durch die britischen Truppen als Unteroffiziersheim genutzt, bis es 1947 von einem Treuhänder an die Werner-Schule vom Roten Kreuz vermietete, die es aufwändig wieder herrichtete und es als Wohn- und Schulgebäude nutzten. Nachdem diese 1951 ein neues und größeres Haus in Göttingen beziehen konnte, wurde das Haus am 19. November 1951 vom (inzwischen wiedergegründeten) Alt-Herrenverband bzw. die neue Aktivtas der Blauen Sänger in Besitz genommen. Von den ursprünglichen Einrichtungsgegenständen erhielt man (ausweislich des Übergabeprotokolls) zurück: 3 Tische, 7 Stühle, 1 Gartenspaten. Der Flügel lag mit zerbrochenen Beinen im Garten und war, über Jahre dem Wetter ausgesetzt, nicht mehr zu gebrauchen. Vom Archiv der Blauen Sänger, dass u.a. über das über 90 Jahre hinweg genutzte Notenmaterial enthielt (u.a. auch selbst komponierte Werke der Mitglieder) war gar nichts erhalten geblieben.

Bis 1960 waren Teile des Hauses an den Göttinger Wingolf sowie die Turnerschaft Cheruscia vermietet. Seit dem Wiederbezug des Hauses 1951 werden Teile des Hauses durch Mitglieder bewohnt. Die Hausmeisterwohnung wurde Ende der 1960er Jahre aufgegeben. Damit einher ging auch die Aufgabe der hausinternen Herrichtung des Mittagstisches. Zunächst wurde das Essen mittags noch von außerhalb bezogen, mit Eröffnung der Zentralmensa der Georg-August-Universität diese Einrichtung jedoch endgültig aufgegeben.

Derzeit entsteht am Fachbereich "Mittlere und Neuere Geschichte" der Georg-August-Universität Göttingen eine Dissertation mit dem Titel "Das Haus des Studenten-Gesangvereins der Georgia Augusta Göttingen. Die Bedeutung des Vereinsstandortes und seine Auswirkungen auf die Entwicklung eines akademischen Gesangvereins im 19. und 20. Jahrhundert als Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des deutschen Vereins- und Korporationswesens". Es ist dies die erste wissenschaftliche Publikation, die sich überhaupt mit der Entwicklungsgeschichte eines Verbindungshauses auseinandersetzt.

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Eugen Sänger

Eugen Sänger (* 22. September 1905 in Preßnitz (Böhmen, damals zu Österreich-Ungarn); † 10. Februar 1964 in Berlin) war ein österreichisch-deutscher Ingenieur und Pionier auf dem Gebiet der Luft- und Raumfahrt.

Bereits 1918 ließ er sich durch die Lektüre des Romans Auf zwei Planeten von Kurd Laßwitz für die (damals noch utopische) Raumfahrt begeistern. In den 1920er Jahren studierte er Bauingenieurwesen an den Technischen Hochschulen in Graz und Wien. Sein erster Dissertationsentwurf namens Raketenflugtechnik wurde an der Technischen Hochschule Wien abgelehnt. Ein überarbeiteter Teil wurde 1933 von Sänger in Buchform veröffentlicht.

Mit einer Dissertation zur Statik des Fachwerkflügels wurde er 1930 schließlich promoviert und begann als wissenschaftlicher Assistent mit ersten Forschungsarbeiten zum Raketenantrieb mit flüssigen Treibstoffen. 1936, während der Zeit des Nationalsozialismus zog er nach Deutschland. Hier errichtete und leitete er das Raketenversuchszentrum Trauen in der Lüneburger Heide für das Reichsluftfahrtministerium. Hier war er an der Entwicklung von Hochdruckbrennkammern maßgeblich beteiligt. 1942 wurde er wegen mangelnder Kooperation von dort entlassen und später wieder als Abteilungsleiter in der deutschen Versuchsanstalt für Segelflug in Ainring eingestellt. Dort entwickelte er auch das von René Lorin entwickelte Staustrahlrohr (Ramjet) weiter, mit dem eine mehrfache Schallgeschwindigkeit erreicht werden konnte und testete es an verschiedenen Bombern der deutschen Luftwaffe aus. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er zu Beginn im Rahmen des Amerikabomberprojektes an der Entwicklung eines raketengetriebenen Orbitalbombers, dem Silbervogel. Nach der Niederlage in Stalingrad wurde wegen Resourcenmangel das Projekt aufgegeben und man konzentrierte sich auf schnell realisierbare Projekte.

Die wichtigste Entwicklung Sängers während des Krieges, die bis heute in jedem Raketentriebwerk Verwendung findet, war die Kühlung des Raketentriebwerkes durch den eigenen Treibstoff. Die Raketendüse wird mit dem Raketenbrennstoff gekühlt, und dabei gleichzeitig die Abwärme der Düse genutzt, um den Treibstoff aufzuheizen. Der Raketenbrennstoff wird dadurch erheblich besser genutzt, da die Aktivierungsenergie für die Verbrennung geringer wird. Durch seine Arbeit am orbitalen Amerikabomber gilt Sänger auch als Vordenker für das US-amerikanische Shuttleprogramm.

Sein langfristiges Forschungsziel war jedoch die Entwicklung einer Raumfähre (die er "Raumboot" nannte) zum Transport von Personen und Fracht zwischen Erdboden und Orbit bzw. Raumstationen. Nach Kriegsende ging Sänger nach Frankreich, wo er für die dortigen Flugzeughersteller verschiedene Entwicklungen betrieb und schließlich bei der Gründung der Internationalen Astronautischen Föderation half, der er für zwei Jahre vorstand. 1957 wurde er Professor in Stuttgart, baute das Forschungsinstitut für Physik der Strahlantriebe sowie das Raketenversuchsgelände Lampoldshausen auf, gründete 1963 einen Raumfahrtlehrstuhl an der TU Berlin (Technische Universität Berlin) und erarbeitete von 1961 bis 1964 für die Junkers-Werke das Konzept eines als RT-8 bezeichneten zweistufigen Raumtransporters, dessen Erststufe (unter anderem) von einem Ramjet angetrieben wird. Diese Forschungsarbeiten fanden sich über zehn Jahre später im Space Shuttle wieder.

Sängers ehrgeizigste Pläne betrafen jedoch die Entwicklung des Photonenantriebs für interplanetare und interstellare Raumfahrzeuge; er engagierte sich nach Kriegsende für eine friedliche Nutzung des Weltraums durch den Menschen.

Das Raumtransportsystem Sänger wurde nach ihm benannt.

Seine Ehefrau Irene Sänger-Bredt arbeitete ebenfalls in der Raketenforschung.

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Carsten Sänger

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Carsten Sänger (* 8. November 1962 in Kerspleben) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler.

Der Defensivspieler Sänger durchlief ab 1971 die Jugendmannschaften Rot-Weiß Erfurts und gelangte 1980 noch als 17-jähriger in den Erfurter Oberliga-Kader, der in der gleichen Saison das Finale des FDGB-Pokals erreichte und dort gegen den FC Carl Zeiss Jena unterlag. Bis zur deutschen Wiedervereinigung, in deren Folge Erfurt als Tabellendritter der Saison 1990/91 zwar den UEFA-Pokal 1991/92 erreichte, aber nur in die 2. Bundesliga eingegliedert wurde, absolvierte Sänger 225 Partien in der höchsten ostdeutschen Spielklasse, in denen ihm vier Tore gelangen. Dabei hatte Sänger durch einen vermeintlichen Doping-Fall Aufmerksamkeit innerhalb des DDR-Fußballs erregt, als er im August 1990 eine von ihm geforderte Urinprobe zunächst nicht in ausreichender Menge abgeben konnte und stattdessen Schiedsrichter Thomas Eßbach eine entsprechende Probe für ihn bereitstellte. Da Eßbach jedoch schmerzstillende Mittel gegen seine Rückenbeschwerden genommen hatte, wurde die Urinprobe positiv getestet und Sänger des Dopings beschuldigt. Eßbach gab in der Verhandlung vor dem DFV-Sportgericht im September 1990 jedoch die unerlaubte Hilfestellung zu und wurde bis zum 30. November 1990 gesperrt, Sänger erhielt fünf Spiele Sperre und eine Geldstrafe.

Sein Debüt in der DDR-Nationalmannschaft hatte Sänger bereits am 28. März 1984 beim 2:1 gegen die Tschechoslowakei in Erfurt bestritten, es folgten bis 1987 weitere 15 Nationalmannschafts-Einsätze. In der Zweitliga-Saison 1991/92 bestritt Sänger daraufhin vier Einsätze im europäischen Wettbewerb sowie weitere 32 Einsätze im Ligabetrieb für die Erfurter, die in die nunmehr drittklassige NOFV-Oberliga abstiegen.

Zur Saison 1992/93 wechselte Sänger daraufhin zum Bundesliga-Absteiger F.C. Hansa Rostock, für den er binnen zwei Spielzeiten 73 torlose Zweitliga-Partien absolvierte. Im Anschluss wechselte Sänger zum Regionalligisten FC Sachsen Leipzig, den er nach einem Tor in 28 Einsätzen in der Saison 1994/95 wieder verließ und sich dem Zweitliga-Aufsteiger FC Carl Zeiss Jena anschloss. Nach einem Tor in 64 Zweitliga-Einsätzen für Jena kehrte Sänger 1997 zum FC Sachsen Leipzig zurück, absolvierte für diesen 17 Einsätze in der Regionalliga und wurde zwischenzeitlich Spielertrainer der Leipziger. Bereits zur Folgesaison ging Sänger zum FC Carl Zeiss zurück, der mittlerweile aus der 2. Bundesliga in die Regionalliga abgestiegen war. Nach weiteren 28 Spielen für Jena verließ Sänger den Verein erneut, um sich seinem einstigen Jugendverein Rot-Weiß Erfurt anzuschließen. Nach acht Spielen für Erfurt in der Regionalliga verunglückte Sänger am 18. September 1999 auf der Rückfahrt von einem Punktspiel in Zwickau schwer und verlor dabei ein Bein, wodurch seine aktive Karriere beendet wurde.

Zuletzt war Sänger Trainer beim Oberligisten FC Erfurt Nord, wo sein Vertrag am 11. März 2004 aufgelöst wurde.

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Fritz Sänger

Fritz Sänger (* 24. Dezember 1901 in Stettin; † 30. Juli 1984 in München) war ein deutscher Journalist und Politiker (SPD). Er ist der Namensgeber für den Fritz-Sänger-Preis für mutigen Journalismus.

Fritz Sänger wurde Heiligabend 1901 in Stettin geboren. Sein Vater, ein Großhandelskaufmann, starb bereits im Herbst 1908; die Mutter konnte ihre drei Kinder von da an nur mühsam ernähren. Als Schüler einer Mittelschule (für eine Höhere Schule fehlte das Geld) bestand er im Kriegswinter 1918 das Freiwilligen-Examen, welches ihn zum Wehrdienst als Einjährigen und einem anschließenden Lehrerseminar berechtigte. Dieses absolvierte er ein Jahr später im damaligen Pyritz (heute Pyrzyce) in Pommern, machte dann sein Abitur nach und legte im September 1921 die Lehrerprüfung ab.

Er entschied sich jedoch bereits zu diesem Zeitpunkt, nicht Lehrer, sondern Journalist zu werden, und volontierte bis Ende 1922 beim General-Anzeiger für Stettin und die Provinz Pommern. Schon als Seminarist hatte er zuvor die Zeitschrift für angehende Lehrer Der Ruf geleitet, welche der Preußische Lehrerverein herausgab.

In dieser Zeit knüpfte er auch die ersten Kontakte zur SPD, aber auch zu Politikern anderer Parteien (u.a. zu Ernst Lemmer, damals Reichstagsabgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei – nach dem Kriege CDU-Abgeordneter im Deutschen Bundestag) und wird im Dezember 1922 als Abgesandter des Preußischen Lehrervereins zum Deutschen Beamtenbund nach Berlin geschickt. Dort stößt er jedoch mit seinen fortschrittlichen Ideen nur auf Widerstand: Die Reichsschulkonferenz war vom Wesen her eher konservativ geprägt. Es blieb ihm ab 1927 nur noch die Funktion eines leitenden Redakteurs in der Preußischen Lehrerzeitung, bis man ihm auch dort 18. April 1933 fristlos kündigte.

Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung begannen auch für den überzeugten Sozialdemokraten Fritz Sänger schwere Zeiten. Bis 1935 konnte er noch seinen Lebensunterhalt als Stenograf bestreiten. Er war schon fast mittellos, als ihm eine Anstellung in der Berliner Redaktion der angesehenen Frankfurter Zeitung angeboten wurde. Die Nazis glaubten anfangs, diese auch im Ausland renommierte Tageszeitung in ihre Propaganda-Maschinerie einbinden zu können, was jedoch nicht erreicht wurde. Dort arbeitete er bis zu deren Verbot im August 1943 und konnte gleich im Anschluss daran durch Vermittlung seines Freundes und damaligen Chefredakteurs Dr. Otto Haecker zur Berliner Redaktion des Neuen Wiener Tagblatts wechseln. Er nahm in dieser Zeit nicht nur Kontakt zu Widerstandskreisen auf (z.B. zu dem 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichteten Julius Leber), sondern half auch vielen Juden und Regimegegnern, indem er sie versteckte oder ihre Flucht organisierte.

Seine mutige Haltung in der NS-Zeit bewirkte nach Kriegsende, dass die britische Besatzungsmacht ihm, als ‚unbelastet‘ eingestuft, die Wiederaufnahme politischer und journalistischer Betätigungen erlaubte. Er wurde Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung und 1946 Mitglied des Niedersächsischen Landtags. Seinen journalistischen Höhepunkt erlebte Fritz Sänger dann zwischen 1949 und 1955 als Geschäftsführer, bis 1959 als Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 1959, nachdem Erich Ollenhauer ihn in die Redaktionskommission des SPD-Parteivorstandes berufen hatte, widmete Fritz Sänger seine ganze Kraft der Ausarbeitung und Redigierung des Godesberger Programms, später dann dem Wahlkampf des Parteivorsitzenden Willy Brandt (1961).

Im Anschluss daran wurde er über die schleswig-holsteinische Landesliste der SPD für zwei Legislaturperioden als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag gewählt. In seiner Ausschusstätigkeit als MdB konzentrierte er sich vor allem auf die Medienpolitik und das Presserechtswesen.

Am 26. Juni 1969 wurde Fritz Sänger mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Fritz Sänger bekleidete bis ins hohe Alter viele Ehrenämter und Positionen. Er war unter anderem Mitglied des Deutschen Presserats und Kuratoriumsvorsitzender der „Stiftung 20. Juli 1944“. Als Mitglied des Beirats der Humanistischen Union setzte er sich für den Schutz und die Durchsetzung der Menschenrechte ein. Im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung lagert sein umfangreicher schriftlicher Nachlass: 11,2 lfd. Meter.

Thematische Schwerpunkte in diesem Fundus zur deutschen Nachkriegsgeschichte sind die Presse- und Medienpolitik der Bundesrepublik sowie ausführliche Materialien zum Godesberger Programm der SPD, an dessen Formulierung er maßgeblich beteiligt war.

Fritz Sänger starb am 30. Juli 1984 in München.

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Source : Wikipedia