Rotterdam

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Geschrieben von daneel 22/04/2009 @ 04:11

Tags : rotterdam, niederlande, europa, ausland

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Rotterdam

Flagge der Gemeinde Rotterdam

Rotterdam ist nach Amsterdam die zweitgrößte Stadt in den Niederlanden und besitzt verkehrstechnisch große Bedeutung durch den größten Seehafen Europas (drittgrößter der Welt). Rotterdam hat 585.457 Einwohner (Stand 1. Juni 2006), als Agglomeration Stadsregio Rotterdam ca. 1,2 Mio. (2006). Sie liegt im Mittel zwei Meter unter Normalnull.

Neben Amsterdam und Den Haag ist Rotterdam eines der kulturellen Zentren der Niederlande. Rotterdam verfügt über eine Universität, mehrere Fachhochschulen, eine Musikhochschule und eine Kunstakademie. Sie ist die führende Industrie- und Handelsstadt der Niederlande. Besonders auffällig ist die Rotterdamer Wolkenkratzer-Silhouette, die sich in den letzten 20 Jahren entwickelt hat.

Rotterdam liegt im Westen der Niederlande in der Provinz Südholland an der Mündung des Rheins in die Nordsee (Rhein-Maas-Delta) und gehört zum Ballungsraum Randstad. Zur engeren Stadtregion Rotterdams zählen große Nachbarstädte wie Schiedam, Vlaardingen und Dordrecht.

Rotterdam liegt größtenteils unter dem Meeresspiegel und ist durch Deiche geschützt. Der Prins Alexander Polder liegt etwa 6 Meter unter dem Amsterdamer Pegel. Der tiefste bewohnte Punkt der Niederlande mit -6 m liegt im Rotterdamer Stadtgebiet, der tiefste Punkt der Niederlande (einschließlich der unbewohnten Flächen) mit -6,76 m liegt knapp östlich der Stadtgrenze in der Gemeinde Nieuwerkerk aan den IJssel. Der höchste Punkt der Stadt liegt etwa sechs Meter über den angrenzenden Poldern, aber auch nur zwei Meter über dem Meeresspiegel. Rotterdam muss beständig durch Pumpen entwässert werden, da der natürliche Grundwasserspiegel sonst oberhalb der Straßen Rotterdams liegen würde.

Der Fluss Nieuwe Maas, ein Hauptarm des Rheindeltas, teilt die Stadt in einen nördlichen und südlichen Teil. Anders als der Flussname vermuten lässt, ist die Nieuwe Maas ein Rhein-Arm, in ihr fließt seit der letzten Südverlagerung von Rhein und Maas kaum Maaswasser. Das eigentliche Stadtzentrum liegt am nördlichen Ufer des Flusses, der südliche Stadtteil wird vom Hafen und den ehemaligen Siedlungen der Hafenarbeiter geprägt. Erst in den letzten Jahrzehnten begann das Zentrum, sich auch an das südliche Ufer angrenzende Stadtteile auszudehnen, besonders auf den Teil De Kop van Zuid („Kopf des Südens“ - also der nördlichste Teil des Südufers).

Der für die Stadt namensgebende Fluss Rotte fließt nicht mehr in die Nieuwe Maas. Seit dem Bau der zweiten U-Bahn-Linie in den 1980ern wird er durch eine Rohrleitung in den Fluss gepumpt, da es sonst Probleme mit der Streckengestaltung gegeben hätte.

Zwischen dem eigentlichen Stadtgebiet und der Nordsee liegt entlang der Nieuwe Maas und des Nieuwe Waterwegs das extensive Hafengebiet der Stadt, das bis Hoek van Holland reicht.

Rotterdam hat 11 Teilgemeinden: Charlois (inklusive Heijplaat), Delfshaven, Feijenoord, Hillegersberg-Schiebroek, Hoek van Holland, Hoogvliet, IJsselmonde, Kralingen-Crooswijk, Noord, Overschie und Prins Alexander (mit 85,000 der bevölkerungsreichste Stadtteil). Zwei weitere Viertel, Centrum und Pernis, besitzen keinen Status als offizieller Stadtteil.

Rotterdam wurde 1230 gegründet, als ein Damm am Fluss Rotte gebaut wurde. Die ersten Siedler waren wahrscheinlich Heringsfischer, die hier ihren Fang umluden. Nach dem Erhalt der Stadtrechte 1340 entwickelte sich die Stadt wegen ihrer günstigen geografischen Lage schnell zu einer reichen Handelsstadt. Die erste Stadtbefestigung stammt aus dem Jahr 1359. Während des Kriegs mit Spanien in den 1570er Jahren war Rotterdam eine der wenigen Hafenstädte mit freiem Zugang zum Meer.

Der Hafen wuchs weiter, bestimmender Zeitpunkt für die Entwicklung zum größten Hafen Europas war allerdings der Bau des Nieuwe Waterwegs 1864. Damit war ein schleusenloser offener Kanal zur Nordsee geschaffen und Rotterdam wurde zum wichtigsten Im- und Exporthafen für die rasch expandierende Industrie im rheinaufwärts gelegenen Ruhrgebiet. Die Stadtpolitik prägten damals fast ausschließlich Händler, im Stadtrat stellte diese Gruppe bis 1880 über 90% der Mitglieder, wobei besonders die Dynastien Mees, Stolk und Van Oordt besonders einflussreich waren.

Zuerst dehnte sich die Stadt mit dem Bezirk Feijenoord auf die Südseite der Nieuwe Maas aus, dann folgten Rijnhaven, der große Teile des alten Dorfs Katendrecht vernichtete (1894), Maashaven (1905), der eine vollkommen neue Dimension für große Hafenbecken in Rotterdam eröffnete, der Waalhaven 1919 für Kohle, Erz und Getreide, 1923 der Merwehafen, 1929 der erste Ölhafen, dem 1936 die Ansiedlung der ersten Raffinerie folgte, sowie 1938 der zweite Ölhafen. In den Jahren zwischen 1869 und 1913 vervierfachte sich die Bevölkerung von 116.000 auf 462.000.

Neben der besseren Anbindung an die Nordsee rückte Rotterdam durch den wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands und vor allem des Ruhrgebiets auch in die Mitte der europäischen Industrie. Lag die Stadt während der industriellen Revolution am Rande der Prosperitätszone, begann sie seit der Gründerzeit in der Mitte des Handelswegs Großbritannien-Ruhrgebiet zu liegen, zudem am strategisch wichtigen Übergang vom See- zum Fluss und Eisenbahnverkehr.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Rotterdam am 14. Mai 1940 bei einem deutschen Luftangriff und den darauf folgenden Bränden schwer zerstört. Etwa 800 Menschen starben, 80.000 Rotterdammer wurden obdachlos. Im Stadtbereich wurden 260 Hektar dichter Bebauung zerstört, darauf befanden sich 25.000 Wohnungen. 70 Schulen, 2.400 Geschäfte und 2.000 Büros. Einzig die massiver gebauten Gebäude von Rathaus, Post, Börse und St. Laurentiuskirche blieben, wenn auch schwer beschädigt, erhalten. Die Grundmauern wurden nach der deutschen Eroberung der Stadt dann „auf Befehl des Führers unter Kunstschutz gestellt“. Weitere kleinere Luftangriffe, diesmal der Alliierten, folgten im Oktober 1942 und am 31. März 1943, bevor wiederum die Deutschen 1944 große Teile der Hafenanlagen zerstörten. Auch der Hafen litt unter dem Angriff, welcher 35% der Kaimauern, 45% der Umschlagkapazität und 40% der Lagerräume zerstörte.

Der Angriff der Luftwaffe ist auch heute noch im Gedächtnis der Einwohner von Rotterdam tief verankert. Das alte Rotterdam verschwand weitestgehend und wurde modern wiederaufgebaut. So gehörte der Hafen nach dem Wiederaufbau zu den modernsten Europas und expandierte weiter. Kurz darauf folgte mit dem Botlek-Projekt der nächste Ölhafen, dessen Industriegebiete aber schon neun Monate nach Fertigstellung komplett ausgefüllt waren. Erst das Mammutprojekt des Europoorts, ein 15 Kilometer langer Hafen, für den zwei Dörfer und ein Naturschutzgebiet weichen mussten, stellte die gewünschten Flächen für die chemische Industrie her, die sich in Rotterdam ansiedelte.

1962 löste die Stadt mit einem Jahresumschlag von 92 Millionen Tonnen New York als größter Hafen der Welt ab. 1967 landete das erste transatlantische Containerschiff im Hafen, die Stadt expandierte weiter.

Die Maasvlakte wurde von 1970 bis 1985 auf einer Sandbank aufgeschüttet, die Fläche im Hafengebiet vergrößerte sich von 3.000 auf 10.000 Hektar.

1972 wurde die Universität gegründet, nachdem Rotterdam eine der größten westlichen Städte ohne Universität gewesen war. 1985 ist der Hafenbetrieb weitgehend auf Gebiete am Nieuwe Waterweg und an der Maasvlakte vor Rotterdam ausgelagert. Für die zentrumsnahen Hafengebiete werden neue Konzepte zur Integration ins Stadtbild gesucht wie zum Beispiel das Kop van Zuid.

Die Bevölkerung Rotterdams ist hinsichtlich Herkunft und kulturellem Hintergrund sehr vermischt. Rotterdam ist die einzige Stadt der Niederlande, in der sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung nach 2000 verringert hat. Ursache dafür ist vor allem die Zuwanderung aus der Türkei, Marokko und Suriname. Als erste Stadt in den Niederlanden erhielt Rotterdam am 1. Januar 2009 mit dem derzeitigen niederländischen Staatssekretär für Soziale Angelegenheiten, Ahmed Aboutaleb (PvdA), einen Bürgermeister marokkanischer Abstammung und mit zwei Staatsangehörigkeiten.

Offiziell ist nur etwas mehr als die Hälfte der Bewohner autochthon. Die größten allochthonen Bevölkerungsgruppen sind Einwanderer aus den ehemaligen niederländischen Kolonien (vor allem aus Suriname und den Niederländischen Antillen) sowie Gastarbeiter aus der Türkei, Marokko und Kap Verde (Zahlen vom 1. Dezember 2005: Gesamtbevölkerung: 589.156, Autochthone 318.672, Surinamesen 52.377, Türken 40.820, Marokkaner 34.281, Antillianer/Arubaner 20.390, europäische Mittelmeer-Anrainerstaaten 18.127, Kapverdier 14.919, übrige Allochthone 97.543). Etwa 6000 Rotterdamer sind Deutsche oder deutscher Abstammung. Viele von ihnen kamen entweder als Gastarbeiter (nach dem Zweiten Weltkrieg und in den 1990er Jahren, als in den Niederlanden viele Arbeitskräfte gesucht wurden) oder als Studenten, um an einer der Rotterdamer Hochschulen zu studieren.

Während das Durchschnittseinkommen der Bewohner des Stadtgebiets niedriger ist als in den restlichen Niederlanden, ist es im Umland der Stadt höher. In der Stadt selbst aber beziehen etwa 10 % der Einwohner Leistungen des Sozialamts (verglichen mit etwa 3 % in den gesamten Niederlanden) und selbst in der Gruppe der 15 bis 34-Jährigen liegt das Level bei 8 %.

Rotterdam expandierte insbesondere in der Zeit des späten 19. und des frühen 20. Jahrhunderts, als die Stadt zum wichtigsten Industriehafen Europas aufstieg. Allein zwischen 1900 und 1930 stieg die Einwohnerzahl von 318.000 auf 580.000, mit dementsprechenden Problemen für die Stadtplanung.

Zuwanderung aus Nicht-EU-Staaten beschäftigt die Stadt seit den 1970ern. Unruhen im Stadtteil Afrikaanderwijk und immer wieder auftretende Skandale bei der Unterbringung der Gastarbeiter veranlassten die Stadtverwaltung, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Seit 1972 besteht eine Migrationsbehörde, 1978 folgte mit dem Memorandum zu Migranten in Rotterdam (Nota Migranten in Rotterdam) ein erster offizieller Plan. Die Rotterdamer Stadtverwaltung verfolgte mit diesem und späteren Projekten stets eine Politik starker Integration, wenn nicht gar Assimilation. Besondere Vorkehrungen und Einrichtungen für Migranten sollten vermieden werden.

Die Prognosen der Stadt Rotterdam gehen von einer Zunahme der allochthonen Bevölkerung auf 57,2 % im Jahre 2017 aus. Nicht eingerechnet in diese Zahl ist die dritten Generation, die 2017 etwa 3,3 % ausmachen wird.

1988 beherbergte Rotterdam 29 Moscheen, die 48.000 Muslime betreuten, ein Anstieg um 16 Moscheen und 21.000 Muslime seit 1981, die erste Moschee in der Stadt eröffnete 1975. Seit 1972 fanden Ramadan-Feiern im Ahoy Rotterdam, einem großen Veranstaltungszentrum statt. Politisch vertreten werden sie vor allem durch die Plattform islamischer Organisationen in Groß-Rotterdam, die seit 1988 existiert.

Bestimmender Wirtschaftsfaktor Rotterdams ist der Hafen, als dessen Hinterland nicht nur die Niederlande gelten, sondern auch noch große Teile Deutschlands und Teile Westeuropas. Dabei machen Großunternehmen einen Großteil der Wirtschaftskraft außerhalb des direkten Hafens aus. Allein 2% der Unternehmen beschäftigen über 50% der Arbeitnehmer in der Stadt.

Insgesamt konzentriert sich Rotterdams Wirtschaft auf Sektoren, die in den letzten Jahren in allen Industrieländern zahlreiche Arbeitsplätze abgebaut haben: Transport, Logistik und Industrie. Der Ertrag pro Arbeitskraft liegt mit 67.000 Euro/Jahr weit über dem nationalen Durchschnitt (Den Haag beispielsweise 62.000 Euro; Amsterdam 58.000 Euro), was vor allem der äußerst kapitalintensiven Petrochemischen Industrie geschuldet ist, die sich im Hafengebiet angesiedelt hat.

Die Arbeitslosenquote liegt in den letzten Jahren deutlich über dem Durchschnitt der Niederlande, die Differenz beträgt drei bis fünf Prozentpunkte. Rotterdam hat zudem die höchste Arbeitslosenquote innerhalb der Randstad. Allerdings sind die Arbeitnehmer auch wesentlich jünger als in den restlichen Niederlanden. Sind beispielsweise 39% der niederländischen Arbeitnehmer unter 35 Jahren, so sind es in Rotterdam 47%.

Rotterdam hat einen der größten Seehäfen der Welt und den mit Abstand größten Europas. Im Rotterdamen Hafen - zu dem u.a. auch Europoort gehört - wurden im Jahr 2004 insgesamt 354 Mio. Tonnen an Gütern umgeschlagen. Der Hafen und die hafenbezogene Wirtschaft trägt damit allein etwa 7% zum niederländischen Bruttoinlandsprodukt bei und sorgt für etwa 320.000 Arbeitsplätze, davon befinden sich etwa 60.000 direkt im Hafengebiet.

Im Jahr 2000 bewältigte der Hafen damit 36 % des Güterverkehrs in Tonnen auf dem Abschnitt zwischen Le Havre und Hamburg, gefolgt vom Antwerpener Hafen mit 14%. Die transportierten Güter beliefen sich im Jahr 2000 zur Hälfte auf feuchtes Massengut (davon ca. 80% Erdöl, der Rest vor allem Chemikalien aber auch andere Öle und Fette und Fruchtsaft), zu 30% auf trockenes Massengut und zu 20% auf Container.

Der Hafen ist der mit Abstand wichtigste Handelspunkt für Erdöl in Europa. Dort kamen 2004 insgesamt 101 Mio Tonnen Erdöl an, von denen die Hälfte mit Pipelines ins Ruhrgebiet und nach Antwerpen geleitet wurde. Die andere Hälfte wurde direkt im Hafen weiterverarbeitet. Im Hafen stehen vier große Raffinerien, die sich meist mehrere Firmen teilen. Angesiedelt haben sich 40 Unternehmen der Erdöl- und Chemiebranche, drei Produzenten von Gas und 13 Unternehmen, die sich primär mit Öllagerung und Verteilung beschäftigen. Vom Hafen aus laufen mehrere Rohölpipelines nach Deutschland und Belgien sowie eine Produktenpipeline über das Ruhrgebiet bis nach Ludwigshafen. Im Hafengebiet selbst verlaufen insgesamt 1.500 Kilometer an Pipelines.

Darüber hinaus läuft ein großer Teil der in Europa importierten Kohle durch den Hafen. 102 Containerkräne entluden im Jahr 2005 9.286.757 TEU, womit der Hafen sich vor Hamburg auch als größter Containerhafen Europas behaupten konnte. Ebenso ist er der wichtigste europäische Hafen für Obst, Gemüse und Fruchtsäfte. 2000 wurden dort bereits 900.000 Tonnen Gemüse und Früchte umgeschlagen, die europäische Börse für Zitrusfrüchte befindet sich ebenfalls in der Stadt.

Der Hafen ist ein Tiefwasserhafen mit einer 24 Meter tiefen Fahrrinne. Damit ist Rotterdam der einzige Hafen der westlichen Welt und einer von dreien weltweit, den der Schüttgutfrachter Berge Stahl anlaufen kann. Darüber hinaus hat sich auch ein großer Teil der Offshore-Ölindustrie im Hafen angesiedelt, da er als einer der wenigen Häfen genug Tiefgang für deren Geräte bietet.

Auf einer Länge von 40 Kilometern breitet er sich über 10.500 Hektar aus, wobei mit dem Bau der zweiten Maasvlakte bereits eine weitere Vergrößerung geplant ist.

Der Weitertransport der Güter erfolgt vor allem über die Flüsse Rhein und Maas, durch den Hafen wurde Rotterdam auch wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, wozu auch der außerhalb der Stadtgrenze an der Eisenbahnstrecke nach Dordrecht gelegene Rangierbahnhof Kijfhoek zwischen den Nachbarorten Barendrecht und Zwijndrecht gehört. Neustes Projekt ist dabei die Betuweroute, die ab 2007 eine neue Route schafft, den Hafen mit dem Ruhrgebiet zu verbinden.

Seit 1968 besitzt Rotterdam eine U-Bahn, die Metro, auf deren Haltestellen weit sichtbar ein gelbes M hinweist. Der sonstige ÖPNV wird unter anderem von der Rotterdamse Elektrische Tram, der Straßenbahn von Rotterdam durchgeführt.

Rotterdam verfügt über einen Flughafen, der Verbindungen in diverse Städte Europas bietet. Anders als der Hafen jedoch spielt der Flughafen nur eine nachgeordnete Rolle im europäischen Verkehr: mit einem Passagieraufkommen von 1,1 Mio. Fluggästen jährlich zugleich der zweitgrößte Flughafen der Niederlande. Wesentlich wichtiger für Rotterdam ist die gute Anbindung an den Flughafen Schiphol von Amsterdam - den viertgrößten Europas.

Wasser und Wasserbau spielte in der Stadt seit ihrer Gründung eine starke Rolle. Ursprünglich entstand die Stadt an den Ufern der Rotte und wuchs entlang dieser bis zur Mündung der Rotte in die Nieuewe Maas. Da die Einwohner immer weitere Bereiche des Mündungsbereichs eindeichten und entwässerten entstand so ein dreieckiger Bereich, der die ehemalige Mündung der Rotte in die Nieuwe Maas abdeckte. Nachdem Rotterdam 1340 das Stadtrecht erhalten hatte, bekam die Stadt 1359 ihre erste Stadtmauer. Deren Umriss determinierte die Stadtgestalt für die nächsten 500 Jahre. Bis auf zusätzliches Land, das die Bürger innerhalb der Mauern in der Nieuwe Maas gewonnen, blieb Rotterdam bis 1875 auf das Gebiet von 1360 beschränkt.

Am Ende des 19. Jahrhunderts begann ein rapider Ausbau der Hafenanlagen und eine Ausdehnung des Stadtgebiets erst nach Süden über die Nieuwe Maas, dann nach Westen zur Nordsee hin.

Rotterdam wuchs zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark und setzte zu dieser Zeit auch auf neue architektonische Formen. Das sogenannte Weiße Haus von 1898 war bei seiner Fertigstellung das höchste Bürogebäude Europas.

Der starke Zuzug von Arbeitskräften, die sich direkt außerhalb der Altstadt ansiedelten, zwang die Stadtverwaltung zur Umsiedlung. Es entstanden große Arbeitersiedlungen, die Stadt versuchte den Wohnbedingungen dort beispielsweise mit kommunalen Gärten in Spangen aufzuhelfen. 1918 bis 1933 war der Architekt Jacobus Johannes Pieter Oud Stadtbaumeister in Rotterdam. Durch die Wohnanlagen und Siedlungen, die er in den zwanziger Jahren in Rotterdam errichtete, wurde Rotterdam ein Zentrum der modernen Architektur. Kiefhoek war einer der ersten Stadtteile, in denen bewusst moderne, funktionale Architektur eingesetzt wurde.

Andere moderne Bauten dieser Zeit sind die Van Nelle Fabriek von 1929 sowie das Feijenoord-Stadion von 1936, beide entworfen von dem Architekturbüro Brinkman en Van der Vlugt.

Stadtplaner wie Willem Nicolaas Rose und Gerrit Johannes de Jongh versorgten die zahlreichen Kanäle in der Stadt mit frischem Wasser aus dem Rhein und konnten so die Zahl der Choleraepidemien stark eingrenzen.

Nachdem 1940 die Luftwaffe das gesamte Stadtzentrum, den alten Hafen und West-Kralingen zerstört hatte, beschloss die Stadt einen kompletten Neubeginn. Die Grundstücksbesitzer in der Stadtmitte wurden gegen Entschädigung enteignet, der Boden aufgegraben und sämtliche Leitungen, Abwasserkanäle etc. entfernt, um wirklich einen kompletten Neubeginn in der Stadt zu ermöglichen.

Nach dem Krieg sah die Stadtverwaltung eine Aufteilung der Stadt in ihre Funktionen vor: die Banken wurden alle in der Nähe der Börse angesiedelt, die Häfen verlegte man weg vom eigentlichen Stadtzentrum westwärts an die Nordsee. Mit der Lijnbaan hatte Rotterdam 1953 eine der ersten für den Autoverkehr geschlossenen Einkaufsstraßen. Wohnsiedlungen entstanden vor allem an den Stadträndern (Overschie, Schiebroek, Lombardijen, Prins Alexander).

Das Stadtbild in der Innenstadt hat so fast gar keine Reminiszenzen mehr an eine klassische alte europäische Stadt, sondern ist gewollt modern und ambitioniert. Das führt dazu, dass sich noch heute viele bekannte Architekturbüros wie Rem Koolhaas, MVRDV und Neutelings & Riedijk in der Stadt angesiedelt haben. Darüber hinaus fanden in der Stadt öffentliche Institutionen, die sich mit Architektur beschäftigen, wie das Berlage Institut oder das NAi (Niederländisches Architektur-Institut), ihren Platz.

Seit 1980 schließlich begann die Stadt die ehemaligen Hafengebiete in Innenstadtnähe in aufwendigen Stadterneuerungsprogrammen aufzuwerten. Begonnen mit dem Leuvehaven und dem Wijnhaven, die in das Tourismusgebiet Waterstad umgewandelt wurden, ist das aktuelle Prestigeprojekt das Kop van Zuid südlich der Nieuwe Maas. Durch die Erasmusbrug, dem 1996 fertig gestellten neuen Wahrzeichen der Stadt, mit der eigentlichen Innenstadt verbunden, entstanden in dem ehemaligen verfallenen Hafengebiet Museen, öffentliche Bauten, Wohnhochhäuser wie der Montevideo Tower, Bürohochhäuser und Hotels.

Rotterdams berühmtester Sohn ist der Humanist Erasmus von Rotterdam, der allerdings kaum Zeit seines erwachsenen Lebens in der Stadt verbrachte und sich eher als Europäer denn Bürger einer bestimmten Stadt sah. Dennoch begann Rotterdam schon früh Erasmus zu ehren und für sich in Anspruch zu nehmen, so steht seit 1549 eine Holz- und seit 1622 eine Bronzestatue für ihn am Großen Markt, womit Erasmus der erste Mensch ist, dem ein Denkmal in den Niederlanden errichtet wurde. In der Stadt selbst, die im 17. Jahrhundert auch als Klein London galt, schrieb allerdings John Locke sein Essay Concerning Human Understanding, während der französische Protestant Pierre Bayle in der Stadt unterrichtete und mehrere Essays veröffentlichte - schon Bayle allerdings fühlt sich bitter enttäuscht vom Geschäftsgeist, der in Rotterdam herrschte und ihm seiner Meinung nach seine Studenten entfremdete. Ein Geschäftsgeist, dem einige Zeit später der gebürtige Rotterdamer Bernard Mandeville mit der Bienenfabel ein bis heute bleibendes Denkmal setzte.

Obwohl Rotterdam ein Selbstbild als arbeitende Stadt hat, die keine Zeit für Musik hat, hat sich doch einiges an Musikkultur etabliert. Das Philharmonische Orchester unter Waleri Gergijew gilt nach dem in Amsterdam als zweitwichtigstes der Niederlande. Das North Sea Jazz Festival ist europaweit bedeutend, das Dunya-Weltmusik-Festival hat über 100.000 Besucher. Im August findet mit der Heineken Dance Parade eine große Technoparade statt, die Gabber-Szene hat sogar ihre weltweite Hochburg in der Stadt. Ein internationaler Begriff im europäischen Chorleben ist der Rotterdams Jongenskoor.

Im Vergleich zu den restlichen Niederlanden besitzen viele Bewohner Rotterdams nur eine schlechte Bildung. Während 26% der Einwohner mindestens einen Fachhochschulabschluss haben, erreichten 34% nur niedrige Ausbildungsstufen. Insbesondere Migranten haben dabei meist nur sehr niedrige Bildungsabschlüsse. Berufe, die höhere Bildung voraussetzen, werden deshalb zu über 60% von Pendlern aus den Umlandgemeinden (vor allem Capelle aan den IJssel und Spijkenisse) aber auch bis Den Haag oder Dordrecht besetzt.

Rotterdam hat eine Universität, die Erasmus-Universität Rotterdam, und mehrere Fachhochschulen. Die beiden bedeutendsten davon sind die Hogeschool Rotterdam und InHolland. Andere Fachhochschulen sind Pabo Thomas More, Rotterdams Conservatorium, Willem de Kooning Academie (Kunstakademie), Academie van Bouwkunst. Die Technische Universität im benachbarten Delft hat enge Verbindungen nach Rotterdam. An der Erasmus Universiteit Rotterdam studierten 2005 20.545 Studenten an 9 verschiedenen Fakultäten ;. Die größten Fakultäten waren die für Wirtschaft mit über 10.000 Studenten, Jura mit 4.000 Studenten und Medizin mit 1.700 Studenten. Besonders in Medizin betreibt die Universität in mehreren Bereichen (Virologie, Zellbiologie) weltweite Spitzenforschung, die Management Schule der Universität gilt als eine der besten Europas.

An der Hochschule Rotterdam (Hogeschool Rotterdam) sind 23.953 Studenten. Die Hogeschool hat vor allem einen regionalen Fokus und konzentriert sich auf Maschinenbau, Medizin, Stadtentwicklung und Architektur. InHolland ist Teil eines Niederlande-weiten Netzwerks an Fachhochschulen und bietet so ein wesentlich weiter gefächertes Studienangebot.

Fußball ist die bedeutendste Sportart in der Stadt. Sie stellt mit Feyenoord, Sparta und Excelsior drei Vereine in der Eredivisie, der höchsten niederländischen Fußballliga.

Feyenoord gehört zusammen mit Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven zu den großen drei des niederländischen Fußballs. Der Verein gewann 1970 den Europapokal der Landesmeister sowie 1974 und 2002 den UEFA-Pokal. Der Verein war neunmal niederländischer Landesmeister. Der aus dem Stadtteil Feijenoord stammende Club spielt im Feijenoord-Stadion, bekannter als "De Kuip", dem zweitgrößten Stadion des Landes und Austragungsort des EM-Finales 2000. Sparta war 1959 niederländischer Meister.

Ebenso findet sich der größte Feldhockey-Verein der Niederlande in der Stadt. Der HC Rotterdam hat knapp 2400 Mitglieder. Sowohl die erste Herren- als auch Damenmannschaft spielen in der höchsten Spielklasse.

Die Strecke des Rotterdam-Marathons zählt zu den schnellsten der Welt. Die Marathon-Weltbestzeit von 1985 bis 1998 war in Rotterdam gelaufen worden: Carlos Lopes hielt sie von 1985 bis 1988, bevor ihn Belayneh Dinsamo mit seiner 1988er Zeit ablöste, die bis 1998 gültig war. Auch beim Rotterdam-Halbmarathon, der seit 2004 stattfindet, wurde schon ein Weltrekord aufgestellt, nämlich 2005 von Samuel Kamau Wanjiru.

Prominente Bewohner und Söhne und Töchter der Stadt sind in der Liste der Persönlichkeiten Rotterdams aufgeführt.

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Feyenoord Rotterdam

Logo

Feyenoord ist ein niederländischer Fußballverein aus der Stadt Rotterdam. Feyenoord ist neben Ajax Amsterdam und PSV Eindhoven einer der drei großen Vereine des niederländischen Fußballs.

Die Vereinsfarben sind: Hemd: linke Hälfte rot, rechte Hälfte weiß, Ärmel gerade umgekehrt; Hose: schwarz.

Feyenoord wurde am 19. Juli 1908 von Jugendlichen in der Kneipe De Vereeniging (von Jac.Keizer) im Stadtteil Feijenoord, einer ehemaligen Insel im Rheinarm Nieuwe Waterweg südlich des Strombetts, gegründet. Der ursprüngliche Vereinsname war allerdings nicht als Feyenoord, sondern Wilhelmina. Die damaligen Vereinsfarben waren blau und rot - rotes Shirt mit abgesetzten blauen Ärmeln. Bereits 1909 wurde der Name in Hillesluise Football Club geändert. Zur gleichen Zeit trat man dem Rotterdamse Voetbalbond (Fußballverband Rotterdam) bei. Als es zum Ligastart kommen sollte, stellte der Verein fest, dass es bereits einen Klub mit der Abkürzung HFC gab (Koninklijke HFC). Um Verwechslungen zu vermeiden, wurde der Name ein weiteres Mal geändert, die Mannschaft wollte nun als RVV Celeritas auflaufen. Neben dem Namen wurde auch das Aussehen verändert. Das neue Jersey war gelb-schwarz längsgestreift. 1912 schloss sich der Verein dem Niederländischen Fußballverband an. Von da an hieß das Team SC Feijenoord (auch Feyenoord geschrieben), nach dem Stadtteil, in dem die Gründung stattfand. Auch die Vereinsfarben wurden in die noch heute gültigen geändert.

1917 kam der erste Erfolg. Die Mannschaft stieg in die Erste Liga auf. Mit dem Aufstieg kam der Umzug in das Kromme Zandweg Stadion. Sechzehn Jahre nach der Gründung konnte mit dem Gewinn der niederländischen Meisterschaft 1924 der erste groß-nationale Titel gewonnen werden. Die Mannschaft war auf einer Erfolgswelle. 1926, 1927, 1928 und 1929 wurden regionale Titel gesammelt. 1928 die zweite Meisterschaft gefeiert. Zwei Jahr danach, 1930, konnte zum ersten Mal der niederländische Pokal gewonnen werden. Im Finale setzte sich das Team gegen Stadtrivalen Excelsior Rotterdam durch. Fünf Jahre später erfolgte der erneute Triumph als man im Endspiel gegen Helmond Sport gewinnen konnte. Feijenoord wurde immer populärer und zog mehr und mehr Fans an. Aus diesem Grund entschieden die Verantwortlichen sich zu dem Bau eines neuen Stadions. Der Verein konnte Geschäftsmann Daniël George van Beuningen ins Boot holen und bereits 1933 begann man mit der Entwicklung der neuen Konstruktion. 1935 begannen die Bauarbeiten. Durchgeführt wurden diese durch Architekt Leendert van der Vlugt. Das erste Spiel im neuen Feijenoord-Stadion war dann zwei Jahre später, am 27. März 1937. Von den Fans wird diese Arena nur "De Kuip" (sprich: de köip, "UI" wie franz. feuille), was auf Deutsch soviel wie "die Wanne" bedeutet. Leen Vente war beim 5:2-Sieg gegen den belgischen Klub Germinal Beerschot Antwerpen dann der erste Schütze, der die Netze der neuen Wettkampfstädte einweihen durfte. Nur ein paar Monate später wurde das erste internationale Spiel in diesem Stadion zwischen den Nationalmannschaften der Niederlande und Belgien ausgetragen.

1936 nochmal im Alten und 1938 im Neuen Stadion konnten die Rotterdamer die Meisterschaften drei und vier feiern.

Während des Zweiten Weltkrieges, als die deutschen Truppen das De Kuip besetzten, wich Feijenoord auf das Kasteel Stadion, dem Platz von Stadtrivalen Sparta Rotterdam, aus. Bei Heimspielen gegen Sparta, spielte die Mannschaft im alten Stadion 'Kromme Zandweg.

1940 wurde der fünfte niederländische Meisterschaftstitel gewonnen. Während der Besetzung durch die Deutschen, blieb die Niederländische Fußballliage bis 1945 aktiv. Erst zum Höhepunkt des Krieges wurde der Spielbetrieb eingestellt. In dieser Zeit wurde nur 1943 der regionale Titel gewonnen. Auch nach dem Krieg lief es nicht mehr so gut und Feijenoord hatte oft Probleme sich für die nationale Meisterschaftsrunde zu qualifizieren.

Am 30. Juni 1954 beriefen die Präsidenten der drei großen Rotterdamer Klubs ein Treffen zwischen anderen Fußballpräsidenten und des KNVB in Utrecht ein. Ziel dieses Treffens war das Erstellen einer professionellen Fußballiga. Bereits 1954/55 wurde die erste Eredivisie-Saison ausgespielt. Feijenoord war eine der Gründerteams und blieb der Liga ununterbrochen treu. Schon damals entwickelten sich geschichtsträchtige Spiele und Rivalitäten zwischen Feijenoord und anderen Vereinen. Am 2. April 1956 wurde ein Spiel gegen die Volewijckers aus Amsterdam mit 11:4 gewonnen. Neunfacher Torschütze war Henk Schouten. Zu Ajax Amsterdam entwickelte sich ein Konkurrenzkampf. Schon früh wurden die Spiele zwischen den beiden Mannschaften als 'de klassieker' (dt.: Der Klassiker) bezeichnet. Ein erster besonderer dieser de klassieker, aus Sicht der Rotterdamer, war am 11. November 1956, als Daan den Bleijker fünf Tore beim 7:3-Sieg gegen den Rivalen aus der Hauptstadt schoss.

Sechs Jahre nach Gründung der Profiliga gewann Feijenoord diese auch zum ersten Mal (1961). Auf dem Weg zu diesem Triumph wurde Ajax im De Kuip mit 9:5 geschlagen, wobei Henk Schouten vier von neuen Treffern erzielte. Im Folgejahr nahm der Verein das erste Mal am internationalen Wettbewerb des Europapokals der Landesmeister teil. Erster Gegner war der schwedische Vertreter IFK Göteborg. Mit 3:0 in Schweden und 8:2 im heimischen Stadion konnte man sich durchsetzen, doch bereits in der folgenden Runde musste die Mannschaft sich Tottenham Hotspur geschlagen geben und schied somit aus. 1962 wurde der nationale Titel verteidigt und das Finale des Intertoto Cups erreicht. Dort traf man auf den großen Rivalen Ajax Amsterdam und musste sich den Hauptstädtern mit 2:4 beugen.

Am 12. Dezember 1962 spielte Feijenoord in der zweiten Runde des Europapokal der Landesmeister 1962/63 gegen Vasas Budapest. Nach Hin- und Rückspiel wurde 1:0 durch die jeweilige Heimmannschaft gewonnen. Es musste ein Entscheidungsspiel auf neutralem Boden erfolgen. Als Austragungsort diente Antwerpen in Belgien. 30.000 Fans folgten ihrer Mannschaft in den benachbarten Staat. Wieder endete das Spiel durch einen Treffer von Rinus Bennaars 1:0 und somit für einen besseren Ausgang aus Sicht der Niederländer. Bennaars wurde daraufhin als "Der Held von Deurne", dem Austragungsort der Partie, benannt. Zwischen Royal Antwerp FC, die den Platz stellten, und Feijenoord entwickelte sich darauf eine enge Fanfreundschaft.

1963 machten sich tausend Fans auf den Weg nach Lissabon, wo man Benfica Lissabon am 8. Mai, im Halbfinale des Europapokals, gegenüber trat. Das Hinspiel, einen Monat zuvor in Rotterdam ausgetragen, endete 0:0. Zwar verlor die Mannschaft 1:3, doch war diese Niederlage der Beginn einer der erfolgreichsten Perioden in der Vereinsgeschichte. 1965 wurde zum ersten Mal das niederländische Double gewonnen. Dieser Erfolg wiederholte sich 1969. Der Meisterschaftstitel von 1965 bescherte einen Platz im Europapokal der Landesmeister 1965/66. Am 8. September 1965 traf der Klub das erste Mal auf Mehrfachgewinner Real Madrid. Während des Spiels musste Hans Kraay nach 31. Minuten vom Platz genommen werden. Ein Wechsel erfolgte nicht. Kraay kehrte zum zweiten Spielabschnitt zurück und erzielte einen Treffer. Das Spiel endete mit einem 2:1-Sieg. Zwei Wochen später, zum Rückspiel um den Einzug in die nächste Runde, verlor Feijenoord gegen den Favoriten mit 0:5. Real holte später dann den Titel.

Als niederländischer Meister von 1969, nahm Feijenoord am Europapokal der Landesmeister der Saison 1969/70 teil. Nachdem man in der ersten Runde KR Reykjavík mit 12:2 und 4:0 demontierte, traf die Mannschaft auf den AC Mailand. Das erste Spiel in Italien wurde 0:1 verloren, allerdings konnte man sich mit einem 2:0 im Rückspiel für die kommende Runde qualifizieren. Dort musste der Klub dem DDR-Vertreter FC Vorwärts Berlin gegenüber treten. Wie schon gegen Mailand wurde das Hinspiel mit 0:1 verloren und das Rückspiel 2:0 gewonnen werden. Im Halbfinale wartete Legia Warschau. Mit einem Gesamtergebnis von 2:0 aus Sicht der Rotterdamer konnte zum ersten Mal das Finale des Europapokals erreicht werden. Im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand traf der Verein am 6. Mai 1970 auf Celtic Glasgow. Tommy Gemmell für Celtic und Rinus Israël für Feijenoord erzielten die Tore. Nach 90 Minuten hatte es 1:1 gestanden. Die Verlängerung brachte dann die Entscheidung. Ove Kindvall erzielte drei Minuten vor Schluss den 2:1 Siegtreffer und brachte damit den größten Triumph für Feijenoord Rotterdam.

Ohne den niederländischen Titel verteidigt zu haben, aber als Titelverteidiger startete die Mannschaft in die Europapokal-Saison 1970/71. Überraschenderweise schied man gleich in der ersten Runde gegen das rumänische Team UTA Arad aus. Trotzdem wurde ein weiterer Erfolg gefeiert. Als europäischer Gewinner des Europapokals der Landesmeister durfte Feijenoord gegen Estudiantes de La Plata (Argentinien) das Spiel um den Weltpokal bestreiten. Nach einem 2:2 im heimischen Stadion, konnten die Argentinier im La Bombonera durch einen Treffer von Joop van Daele mit 1:0 bezwungen werden. Oscar Malbernat, Spieler von Estudiantes de La Plata, war darüber so verärgert, dass er van Daeles Brille griff und diese zertrampelte.

In den Niederlanden wurde 1971 der zehnte Meisterschafttitel gesichert.

1973 wurde der Verein von Feijenoord in Feyenoord umbenannt. Grund dafür war, dass viele ausländische Fußballanhänger Probleme mit dem "ij" und dessen Ausspruchweise hatten. Unter neuem Namen startete man in die UEFA-Cup-Saison 1973/74. Mit einigen Problemen erreichte der Klub das Halbfinale, wo der deutsche Vertreter VfB Stuttgart wartete. Nachdem das Hinspiel 2:1 gewonnen wurde, zitterte das Team sich mit einem 2:2 ins Finale um den UEFA-Pokal. Im ersten Spiel stand es lange 1:2 aus Sich der Rot-Weißen. Erst in der 85 Minute konnte Theo de Jong zum 2:2 gegen Tottenham Hotspur ausgleichen. Das Spiel in Rotterdam gewannen die Niederlädner mit 2:0 durch Tore von Wim Rijsbergen und Peter Ressel und war damit das erste niederländische Team, dass den UEFA-Pokal gewinnen konnte.

1974 konnte man nochmals die niederländische Meisterschaft gewinnen, doch in den kommenden Jahren fielen große Erfolge aus. 1978 trennte sich die Profi-Fußball-Abteilung von der Amateur-Abteilung. Feyenoord Rotterdam blieb als Hauptverein bestehen und die Amateure organisierten sich im neuen Verein Sportclub Feyenoord.

Nachdem der Klub national weniger Erfolg als noch in den letzten Jahrzehnten hatte, erreicht das Team 1980 das Finale um den niederländischen Pokal, welches mit 3:1 gegen Ajax Amsterdam gewonnen wurde.

1984 trumpfte die Mannschaft wieder groß auf, als man das dritte Double perfekt machte. Schlüsselspieler wie Johan Cruijff, Ruud Gullit und Peter Houtman trugen damals das Trikot der Rot-Weißen. Cruijff kam erst im Sommer 1983 nach Rotterdam, nachdem er sich von seinem vorherigen Klub Ajax in Ärger trennte. Er blieb nur ein Jahr bei Feyenoord, ehe er seine Karriere beendete. Ebenfalls in dieser Spielzeit verlor die Mannschaft in Amsterdam mit 3:8 und verbuchte damit die höchste Niederlage in der Klubgeschichte. Im Pokalfinale schlug man Fortuna Sittard.

In der UEFA Champions League Saison 1997/98 gab Feyenoord sein Debüt und wurde Dritter in der Gruppenphase hinter Manchester United und Juventus Turin. Dennoch konnte das Team in Rotterdam Juventus durch zwei Tore von Julio Ricardo Cruz schlagen.

1998 prüfte das Fiscal Intelligence and Investigation Service (FIOD) Unklarheiten in den Verpflichtungen von Aurelio Vidmar, Christian Gyan und Patrick Allotey. Mit Jorien van den Herik als damaligen Präsidenten, wurde dies ein riesiger Skandal in der niederländischen Fußballszene. Trotzdem konnte am 25. April 1999 der 14. Meistertitel gewonnen werden. Vor der Spielzeit 1999/00 wurde Ajax in deren Stadion mit 3:2 bezwungen und und der Super-Cup gewonnen.

Durch den Meistertitel 1999 qualifizierte sich Feyenoord für die UEFA Champions League 1999/00. Es war die zweite Teilnahme in diesem Wettbewerb seit der Neugliederung 1992. In der ersten Gruppenphase schaffte es das Team sich hinter Rosenborg Trondheim, aber vor Borussia Dortmund für die zweite Gruppenphase zu qualifizieren. Dort warteten bereits Olympique Marseille, Lazio Rom und Chelsea London. Um die K.O.-Runde zu erreichen, musste Feyenoord ihr letztes Spiel gegen Marseille gewinnen. Allerdings reichte es nur zum Unentschieden und die Mannschaft schied aus.

Mit einem Jahr Pause, kamen sie zur Saison 2001/02 zurück in die Champions League. Dieses mal musste sie sich mit den FC Bayern München, Sparta Prag und Spartak Moskau messen. Man scheiterte, war aber durch Platz 3 berechtigt in den UEFA-Pokal 2001/02 einzugreifen. Dort schaltete man erst den SC Freiburg und anschließend die Glasgow Rangers aus, ehe der Klub im Viertelfinale auf Ligakonkurrent PSV Eindhoven traf. Beide Spiele endeten 1:1-Unentschieden und erst das Elfmeterschießen sollte eine Entscheidung bringen. Pierre van Hooijdonk, der Feyenoord schon in letzter Minute das Unentschieden im Rückspiel bescherte, sicherte mit dem letzten Elfmeter den Einzug ins Halbfinale des Wettbewerbs. Dort schaltete das Team Inter Mailand aus und zog mit Borussia Dortmund, welche den AC Mailand bezwangen, ins Finale um den UEFA-Pokal ein. Durch einen glücklichen Umstand fand das Endspiel im heimischen Feyenoord-Stadion statt. Pierre van Hooijdonk brachte die Rot-Weißen mit einem Doppelschlag 2:0 in Führung, ehe Márcio Amoroso in der 47. Minute für den BVB verkürzte. Doch bereits drei Minuten später stellte Jon Dahl Tomasson den alten Abstand wieder her. Durch einen Treffer von Jan Koller konnte Dortmund nochmals verkürzen, doch das Spiel konnte nicht mehr gewendet werden und das Team von Trainer Bert van Marwijk ging als Sieger vom Platz.

Der Pokalerfolg 2002 war der Beginn einer langen Trockenphase für die Rotterdamer. In der Liga erreichte man nur Platz 3 und das Finale um den niederländischen Pokal ging mit 1:4 an den FC Utrecht verloren.

Die Saison 2005/06 war sehr enttäuschend. Erst musste der Verein sich knapp dem PSV Eindhoven beim Gewinn der Meisterschaft geschlagen geben und anschließend verpasste man in der neu eingeführten Qualifikationsrunde für die Champions League die Teilnahme an diesem Wettbewerb und musste Ajax, obwohl diese in der Liga weniger Punkte als Feyenoord hatten, den Vortritt lassen.

Die neue Spielzeit startete mit erneuten Rückschlägen. Leistungsträger wie Salomon Kalou und Dirk Kuyt verließen den Klub und wechselten Richtung England und der Verein steckte in einer finanziellen Krise. Fans reagierten wütend als Spieler wie Angelos Charisteas verpflichtet wurden, die in ihren vorherigen Klubs nur zweite Wahl waren. Nach großen Protesten und heftigen Reaktionen, entschloss sich Präsident Jorien van den Herik von seinem Amt zurück zu treten. Daraufhin wurden Neugliederungen vorgenommen, die dem Verein helfen sollten die Situation zu bewältigen. Doch die Probleme hielten an. Wegen Fanausschreitungen und Hooliganismus am 30. November 2006, im internationalen Wettbewerb der Vorsaison, im Spiel gegen den AS Nancy wurde Feyenoord von der Teilnahme am internationalen Turnier ausgeschlossen. In der Liga reichte es nur für den 7. Platz und die Rotterdamer konnten sich zum ersten Mal seit 16 Jahren nicht für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren.

Mit Beginn der Saison 2007/08 überraschten die Klubverantwortlichen die Fangemeinschaft. Royston Drenthe, Youngstar bei der der U-21-Fußball-Europameisterschaft 2007, wurde für 13 Millionen an Real Madrid verkauft, was dem Verein Möglichkeiten zur Finanzierung neuer Spieler brachte. Bert van Marwijk, schon zwischen 2000 und 2004 Trainer in Rotterdam, wurde nochmals unter Vertrag genommen und erfahrene Spieler wie Giovanni van Bronckhorst und Roy Makaay konnten verpflichtet werden. Zwar wurden die Anhänger von den Leistungen ihres Teams in der Liga enttäuscht und es reichte nur zum 6. Platz, aber im Pokal konnten Erfolge gefeiert werden. Pünktlich zum hundertsten Geburtstag des Vereins zog die Mannschaft ins Finale um den KNVB-Pokal ein, in dem Roda JC Kerkrade 2:0 bezwungen wurde.

Für die Spielzeit 2008/09 wurde Gertjan Verbeek als neuer Trainer verpflichtet und der Geburtstag soll mit vielen Veranstaltungen gefeiert werden. Das alte Goldene Logo kehrte zurück und soll Feyenoords offizielles ersetzen. Im Sommer 2008 wurde mit Borussia Dortmund, Tottenham Hotspur und Celtic Glasgow ein Feyenoord Jubilee Turnier (Jubiläumsturnier) ausgetragen, welches die Engländer gewinnen konnten. Mit dem Pokalerfolg der Vorsaison qualifizierte sich die Mannschaft für den UEFA-Pokal 2008/09. Doch Verbeek enttäuschte die Vereinsanhänger und schließlich entschieden sich die Club-Verantwortlichen sich von ihm zu trennen. Bis zu seiner Entlassung führte er die Mannschaft auf den 12. Platz, im UEFA-Pokal schied man nach der Gruppenphase durch vier Niederlagen in vier Spielen aus. Als Übergangslösung wurde Verbeeks Co-Trainer Leon Vlemmings benannt.

Zusammen mit Ajax Amsterdam und dem PSV Eindhoven gehört Feyenoord zu den erfolgreichsten Fußballvereinen der Niederlande.

Feyenoord gewann 1970 als erster niederländischer Verein den Europapokal der Landesmeister. Der Weltpokal wurde auch 1970 gewonnen. Der UEFA-Pokal wurde 1974 und 2002 gewonnen, damals im Finale gegen Borussia Dortmund.

Feyenoord hatte Trainer aus ganz Europa. In den frühen Jahren wurde der Verein vor allem von englischen Fußballlehrern trainiert. Der erste niederländische Trainer der Rotterdamer war Engel Geneugelijk, der aber nur als Interimstrainer wirkte. Richard Dombi war der erste erfolgreiche Betreuer der Rot-Weißen. Er führte das Team in drei unterschiedlichen Perioden. Während der wohl schwächsten Zeit der Vereinsgeschichte, wurde die Mannschaft von zwei Trainer zur gleichen Zeit betreut, vom Niederländer Pim Verbeek und dem Schweden Gunder Bengtsson. Bengtsson war auch der letzte ausländische Trainer. Die internationalen Titel wurden von Ernst Happel, Wiel Coerver und Bert van Marwijk gewonnen.

Im Gegensatz zu Feyenoords Trainer, welche aus ganz Europa kamen, waren die Präsidenten hauptsächlich niederländisch. Die einzige Ausnahme bildete der Schwede Amandus Lundqvist.

Mit 28 Jahre war Cor Kieboom am längsten im Amt.

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Hafen Rotterdam

Satellitenaufnahme Hafen Rotterdam

Der Hafen Rotterdam ist einer der größten Seehäfen der Welt und der mit Abstand größte Seehafen Europas. Der im Rhein-Maas-Delta an der Rheinmündung (Nordsee) gelegene Hafen hatte im Jahr 2006 einen Güterumschlag von 376 Mio. Tonnen.

Er liegt an einer der dichtestbefahrenen Wasserstraßen der Welt und ist im Gegensatz zu den meisten anderen Nordseehäfen von Schiffen bis 24 Meter Tiefgang anfahrbar. Bestehend seit dem 14. Jahrhundert begann der Aufschwung des Hafens mit der Industrialisierung im Ruhrgebiet, das über den Rhein direkt erreichbar ist. Der Hafen Rotterdam und die hafenbezogene Wirtschaft trägt damit allein etwa 7% zum niederländischen Bruttoinlandsprodukt bei und sorgt für etwa 320.000 Arbeitsplätze, wovon sich etwa 60.000 direkt im Hafengebiet befinden. Das Hafengebiet selbst reicht knapp 40 Kilometer von der Rotterdamer Innenstadt bis an den Hoek van Holland und nimmt etwa 100 km² Fläche ein.

Im Jahr 2000 bewältigte der Hafen 36 % des Güterverkehrs in Tonnen auf dem Abschnitt zwischen Le Havre und Hamburg, gefolgt vom Antwerpener Hafen mit 14%. Die auf 30.000 See- und 110.000 Binnenschiffen transportierten Güter beliefen sich 2000 zur Hälfte auf feuchtes Massengut (ca. 80% davon Erdöl, der Rest vor allem Chemikalien aber auch andere Öle und Fette und Fruchtsaft), zu 30% auf trockenes Massengut und zu 20% auf Container.

Der Hafen ist der mit Abstand wichtigste Handelspunkt für Erdöl in Europa. Dort kamen 2004 101 Mio Tonnen Erdöl an, von denen die Hälfte mit Pipelines ins Ruhrgebiet und nach Antwerpen geleitet wurde, die andere Hälfte direkt im Hafen weiterverarbeitet. Im Hafen stehen vier große Raffinerien, die sich meist mehrere Firmen teilen, angesiedelt haben sich 40 Unternehmen der Erdöl- und Chemiebranche, drei Produzenten von Gas und 13 Unternehmen, die sich primär mit Öllagerung und Verteilung beschäftigen. Vom Hafen aus verlaufen mehrere Rohölpipelines nach Deutschland und Belgien sowie eine Produktenpipeline über das Ruhrgebiet bis nach Ludwigshafen. Im Hafengebiet selbst verlaufen insgesamt 1.500 Kilometer an Pipelines.

Darüber hinaus laufen ein großer Teil der in Europa importierten Kohle durch den Hafen, 102 Containerkräne entluden im Jahr 2007 10.790.604 TEU, womit der Hafen sich vor Hamburg auch als größter Containerhafen Europas behaupten konnte. Ebenso ist er der wichtigste europäische Hafen für Obst, Gemüse und Fruchtsäfte. 2000 wurden dort bereits 900.000 Tonnen Gemüse und Früchte umgeschlagen, die europäische Börse für Zitrusfrüchte befindet sich ebenfalls in der Stadt.

Insgesamt betrug der Umschlag des Hafens Rotterdam im Jahr 2007 407 Millionen Tonnen .

Der Hafen Maasvlakte ist ein Tiefwasserhafen mit einer 24 Meter tiefen Fahrrinne, so ist Rotterdam der einzige Hafen der westlichen Welt und einer von dreien weltweit, den der Schüttgutfrachter Berge Stahl überhaupt anlaufen kann. Darüber hinaus hat sich auch ein großer Teil der Offshore-Ölindustrie dort angesiedelt, da er als einer der wenigen Häfen genug Tiefgang für deren Geräte bietet. Auf einer Länge von 40 Kilometern breitet er sich über 10.500 Hektar aus, wobei mit dem Bau der zweiten Maasvlakte bereits eine weitere Vergrößerung geplant ist.

Der Weitertransport der Güter erfolgt vor allem über den Rhein, durch den Hafen wurde Rotterdam auch wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, wozu auch der außerhalb der Stadtgrenze an der Eisenbahnstrecke nach Dordrecht gelegene Rangierbahnhof Kijfhoek zwischen den Nachbarorten Barendrecht und Zwijndrecht gehört. Neustes Projekt ist dabei die Betuweroute, die ab 2007 eine neue Route schafft, den Hafen mit dem Ruhrgebiet zu verbinden.

Seit seiner Entstehung im 14. Jahrhundert bis etwa 1920 lag der größte Teil des Hafengebiets direkt im Stadtzentrum. Die Hoogstraat, auf dem Schielands-Hoge-Seedeich, teite Rotterdam in die Landstadt und die Wasserstadt. In der Wasserstadt wurden die ersten Häfen angelegt: der Oude Haven, der Haringvliet und der Leuvehaven. Der Hafen entwickelte sich dabei zuerst vor allem am Nordufer der Nieuwe Maas,wobei die Arbeiter sich vor allem am Südufer im Stadtteil Feijenoord ansiedelten.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts konnten Schiffe Rotterdam wegen der Versandung der Brielse Maas immer schlechter erreichen. Der Kanaal door Voorne wurde angelegt, war aber bald zu klein für die immer größer werdenden Schiffe. Von 1866 bis 1872 wurde der Nieuwe Waterweg gegraben, so dass Rotterdam eine direkte Verbindung zur Nordsee bekam. König Willem I. und Johannes Goldberg sorgten für Industrieansiedlungen. Der Hafen wuchs in Richtung Nordsee, besonders am südlichen Ufer der Nieuwe Maas, wo zwischen den Hafenanlagen immer wieder neue Arbeitersiedlungen entstanden. Nach der Übernahme von Delfshaven 1886 hatte man auch auf dem rechten Maasufer Platz für die Hafenerweiterung. Zwischen 1900 und 1930 wurden dort mehrere Stückguthäfen angelegt, die bis an die Gemeindegrenze von Schiedam reichten. Nach 1950 verloren diese Häfen an Bedeutung.

Nach der Eröffnung des Nieuwe Waterwegs wurde die Entwicklung der Häfen am Südufer der Maas und auf der Insel Ijsselmonde vorangetrieben. Die ersten, relativ kleinen, Häfen baute noch die Rotterdamse Havenvereeniging. 1882 übernahm die Gemeinde Rotterdam, nach dem Kauf der Handelseinrichtungen der Rotterdamse Handelvereeniging, den Ausbau der Häfen.

Hafengelände, die dem Güterumgeschlag dienten, wurden von da an als gemeindliche Handelseinrichtungen betrieben. Merkmal dieser Einrichtungen war, dass man Liegeplätze für Schiffe, Lagerflächen, Gebäudeflächen und Verladekrane für Stunden, Tage oder Wochen mieten konnte. Daneben vermietete Rotterdam auch größere Flächen und Lagerhäuser an Spediteure vermietet. Dieses Geschäft betrieb die Stadt bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Danach löste sie die Gemeentelijke Handelsinrichtingen auf und verkaufte Krananlagen und Lagerhäuser.

Die sehr starke Zunahme des Warenumschlags erforderte immer größere Häfen. Es wurden der Rijnhaven, der Waalhaven und der Maashaven angelegt. Ab 1929 baute man bei Pernis den Eerste Petroleumhaven und siedelte dort Petrochemische Industrie an. Die neuen Häfen zeigten dabei die starke Expansion an: sie nahmen mehr Platz ein als die gesamte Stadtfläche von Rotterdam vorher betragen hatte.

Da die Insel Ijsselmonde nicht ausreichenden Platz für Erweiterungen hatte, wurde ab 1947 das Botlekgebiet westlich der Oude Maas entwickelt. Dort sind große petrochemische Werke angesiedelt.

Wegen der Blockade des Sueskanals 1956 wurden immer größere Tanker gebaut. Rotterdam reagierte darauf mit dem Bau des Europoorts, in dem auch die größten Schiffe anlegen konnten. Ab 1962 war Rotterdam der größte Hafen der Welt. Der Europoort ist ausschließlich für den Umschlag und die Verarbeitung von Rohöl eingerichtet. Da auch die Bulkcarrier immer größer wurden, hatte man im Westteil von Europoort Flächen für den Erz-und Getreideumschlag reserviert. Der Kai des Ertsoverslagbedrijf Europoort ist neben dem Hafen von São Paulo der einzige Hafen, den die Berge Stahl anlaufen kann.

1966 wurden die ersten 400 Container in Rotterdam gelöscht. Ein Jahr später eröffnete der Hafen mit dem Europe Container Terminal (ECT) im Eemhaven den bis heute größten Containerumschlagbetrieb in Europa, an dem 2005 insgesamt 9 Millionen Container anlandeten. Am 23.November 2007 wurde der 10 millionste Container innerhalb eines Jahres verladen.

Die Maasvlakte war die letzte Ausbreitungsmöglichkeit für den Rotterdamer Hafen. Um 1970 entstanden Pläne, das Gebiet von Hoekse Waard bis zum Hollands Diep zum Hafen auszubauen. Allerdings wurde dafür keine Genehmigung erteilt. Auf der Maasvlakte werden neben Erz und Rohöl seit 1985 auch Container verladen, da die Containerschiffe für den Eemhaven zu groß waren.

Betrieb die Stadt den Hafen bis dahin fast ausschließlich mit dem Ziel der Expansion und allein in Reaktion auf wechselnde wirtschaftliche Anforderungen, änderte sich dieser Kurs in den späten 1970ern. Zum einen Begann sich lokaler Widerstand gegen den zunehmenden Raubbau an der Natur und die damit einhergehende sinkende Lebensqualität im Gebiet zwischen Rotterdam und Nordsee zu bilden. Zum anderen sorgte auch eine lang anhaltende Rezession in den Niederlanden dafür, dass die bisherigen Pläne und Konzepte zum Hafenausbau auf den Prüfstand kamen.

Da der Hafen in seiner Geschichte aus der Innenstadt immer weiter nach Westen an die Nordsee wanderte, sind im Laufe der Jahrzehnte immer mehr Flächen in der Innenstadt freigeworden, die die Stadt seit einigen Jahren in aufwändigen Stadterneuerungsprogrammen zu revitalisieren sucht. Seit den 1980ern gibt es hierzu Pläne, die das Unterhaus der Niederlande 1988 auch offiziell verabschiedete, was auch bedeutet, dass die Hafenentwicklung nun auch als nationale Aufgabe der Niederlande begriffen wird. Die wichtigsten konkreten Pläne für den Hafen Aus- und Umbau standen im Port Plan 2010, den die Rotterdamer Ratsversammlung 1993 verabschiedete.

Für den Hafen selbst sind die wichtigsten Projekte, der Bau der neuen Eisenbahnstrecke Betuweroute nach Deutschland und der Bau der zweiten Maasvlakte direkt in die Nordsee hinein. Die Betuweroute wird etwa 2010 fertig gestellt, allerdings wuchsen die Kosten von den Planungen 1990 bis 2003 von 1 Mrd Euro auf 4,5 Mrd Euro, während gleichzeitig ein zweiter Streckenabschnitt in die nördlichen Niederlande nicht gebaut wurde. Für die zweite Maasvlakte, die das Hafengebiet um 1000 bis 2000 Hektar vergrößern soll, hatten sich bis 2003 noch nicht genügend Investoren gefunden.

Wichtigstes Projekt dieser Entwicklung ist das Kop van Zuid - eine Fläche am Südufer der Nieuwe Maas, direkt gegenüber der Innenstadt gelegen. Die Fläche wurde seit der deutschen Bombardierung 1940 nicht mehr als Hafen genutzt und verfiel in den folgenden Jahrzehnten zusehends. Mit dem Bau der Erasmusbrug 1996 schuf die Stadt eine direkte Verbindung zwischen den beiden Maasufern, seitdem entstanden zahlreiche öffentliche Bauten wie Luxor-Theater, mehrere Museen, aber auch Büro- und Wohnhochhäuser.

Alle Rotterdamer Häfen haben Nummern. Am Nordufer von 100 bis 1000, am Südufer von 1000 bis 9900. Diese Nummern sind auf den Wegweisern angegeben.

Hafenrundfahrten sind bei Touristen beliebt, um die ganze Stadt kennenzulernen und um insbesondere die Brücken zu besichtigen. Jedes Jahr im September wird der Welthafentag gefeiert, ein großes Fest, bei dem man den Hafen genauer kennen lernen kann.

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Source : Wikipedia