Roth

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Geschrieben von tron 01/03/2009 @ 00:38

Tags : roth, bayern, deutschland, lukas roth, fotografen, fotografie, kultur

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Landkreis Roth

Wappen des Landkreises Roth

Der Landkreis Roth liegt im Südosten des bayerischen Regierungsbezirks Mittelfranken. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Fürth, die kreisfreien Städte Schwabach und Nürnberg sowie der Landkreis Nürnberger Land, im Osten der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz, im Süden die Landkreise Eichstätt und Weißenburg-Gunzenhausen und im Westen der Landkreis Ansbach.

Der Landkreis Roth liegt in der „geographischen Mitte“ Bayerns, im Fränkischen Seenland und im Naturpark Altmühltal. Das südliche Kreisgebiet nimmt die Fränkische Alb mit Höhen bis zu 612 m (bei Reinwarzhofen, Gemeinde Thalmässing) ein. Der Norden gehört zum Albvorland und zum Mittelfränkischen Becken. Das größte natürliche Gewässer ist die Rednitz, die auf dem Gebiet der Gemeinde Georgensgmünd aus dem Zusammenfluss ihrer Quellflüsse Fränkische Rezat und Schwäbische Rezat entsteht, dann Richtung Osten, später nach Norden fließt und vor Schwabach das Kreisgebiet wieder verlässt.

Zu den zahlreichen Quellen und Flüssen kommen künstliche Gewässer: der 171 Kilometer lange Main-Donau-Kanal, der das östliche Kreisgebiet von Norden nach Südosten durchzieht, sowie der Brombachsee und der Rothsee, die einst zur Niedrigwasseraufhöhung der Regnitz und des Mains entstanden waren und mittlerweile touristisch genutzt werden.

Das Gebiet des Landkreises Roth ist landschaftlich zweigeteilt: Während der Norden vom dichten Lorenzer Reichswald und der Seenlandschaft geprägt ist, zeichnet sich die Vorjuraregion im Süden durch tiefe Täler, hohe Felswände und weite Hochflächen aus. Dazwischen liegen weitläufige Wiesen- und Ackerflächen, natürlich gewachsene Flusstäler und das Spalter Hügelland.

Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam das Gebiet des Landkreises Roth 1806 zu Bayern. In diesem Zuge entstanden das Landgericht Hilpoltstein und ab 1808 die Landgerichte Schwabach und Pleinfeld. Sie gehörten zum Rezatkreis, der 1838 in Mittelfranken umbenannt wurde. Schwabach wurde bereits 1809 eine kreisunmittelbare Stadt. 1858 wurde der Sitz des Landgerichts Pleinfeld nach Roth verlegt. 1862 entstand aus den Landgerichten Roth und Schwabach das Bezirksamt Schwabach. Das Landgericht Hilpoltstein kam für kurze Zeit zum Bezirksamt Neumarkt in der Oberpfalz. 1879 wurde jedoch in Hilpoltstein ein eigenes Bezirksamt eingerichtet, zu dem auch das Gebiet Greding (bisher Bezirksamt Beilngries) gehörte. Das neue Bezirksamt Hilpoltstein unterstand nun dem Kreis Mittelfranken. 1922 wurde das Bezirksamt Schwabach verkleinert, indem einige Gemeinden zur Stadt Nürnberg bzw. zur Gemeinde Stein bei Nürnberg kamen. Die Bezirksämter wurden ab 1939 in Landratsämter, die zugehörigen Bezirke in Landkreise umbenannt.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde aus dem Großteil der Landkreise Schwabach und Hilpoltstein ein neuer Landkreis gebildet. Kleinere Gebiete oder einzelne Ortschaften des Landkreises Hilpoltstein kamen an die Landkreise Eichstätt, Weißenburg-Gunzenhausen und Neumarkt. Einige Gebiete des Landkreises Schwabach wurden dem Landkreis Ansbach bzw. den kreisfreien Städten Nürnberg und Schwabach zugeordnet. Im selben Jahr erhielt der neu entstandene Landkreis seine heutige Bezeichnung Landkreis Roth mit dem neuen Verwaltungssitz in Roth.

Im Gebiet des Landkreises Roth finden sich Zeugnisse von Besiedelungen aus fast allen vorgeschichtlichen Epochen von der mittleren Steinzeit bis in die Hallstatt- und die keltische La-Tène-Zeit. Besonders die Region um Thalmässing ist reich an prähistorischen Funden, von alltäglichen Werkzeugen bis hin zu kostbaren Grabbeigaben. Von der Präsenz der Kelten zeugen unter anderem Grabhügel, Viereckschanzen und Abschnittswälle. Zahlreiche der bei archäologischen Grabungen entdeckten Funde sind heute im Vor- und Frühgeschichtlichen Museum Thalmässing zu sehen, unter anderem ein 4.000 Jahre altes Hockergrab eines Mannes der Schnurkeramikzeit.

Ab 800 n. Chr. wurde das Kreisgebiet von drei germanischen Stämmen besiedelt: Die Baiern ließen sich vor allem im Süden nieder, wovon unter anderem ein stattliches Fürstengrab zeugt, das in der Nähe von Greding gefunden wurde. Noch heute tragen Ortschaften wie Greding oder Thalmässing die baierische Endung „-ing“. Der Nordwesten wurde zur Heimat der Franken, der Südwesten war alemannischen Einflüssen ausgesetzt. Das Zusammentreffen dieser drei Volksstämme, die Vermischung ihrer Dialekte und Brauchtümer prägen selbst heute noch den Landkreis.

Das Christentum breitete sich nach Gründung des Bistums Eichstätt unter Bischof Bonifatius im Jahr 745 aus. Den Weg der Verbreitung beschreiben die Entstehungszeiten der zahlreichen Urpfarreien wie Greding, Thalmässing, Großhöbing, Eysölden, Ebenried, Laibstadt und Allersberg.

Die Gemeinden des Landkreises Roth waren im Mittelalter durch das Territorialbestreben kirchlicher und weltlicher Würdenträger in verschiedene Herrschaftsgebiete zerstückelt. Bedeutende Adelsgeschlechter waren die Grafen von Abenberg, die Herren von Allersberg-Wolfstein, die Herren von Stein, die Herren von Stauf und Landeck und die Edelfreien von Heideck. Zum weniger einflussreichen Adel gehörten die Herren von Roth, die Herren von Wendelstein, das Geschlecht der Küdorfer, der Mörlacher, der Mässinger und der Heuberger sowie der Herren von Aue. Diese ansässigen Adelsfamilien prägten das Gebiet über viele Jahrhunderte hinweg mit ihren Burgen und Schlössern, von denen auch heute noch einige vollständig, andere als Ruine, erhalten sind und der Region ein fränkisches Gesicht verleihen.

Die Grundherren und Ritter der Region übten während des gesamten Mittelalters Machteinflüsse bis in die hohe Reichspolitik aus: Als Reichsministeriale waren sie Berater des Deutschen Kaisers. Nach dem Erlöschen einzelner Geschlechter kristallisierten sich bis zum Ende des Mittelalters drei große Herrschaftsbereiche heraus: Die Gebiete um Abenberg, Spalt und Greding gehörten zu den Fürstbischöfen von Eichstätt, die Stadt Roth und die südlichen Gemeinden zu den Markgrafen von Ansbach. Die Städte Hilpoltstein und Heideck sowie der Markt Allersberg standen nach dem Landshuter Erbfolgekrieg (1503 bis 1505) unter der Herrschaft der wittelsbachischen Pfalzgrafen von Pfalz-Neuburg. Einen geringeren Einfluss übte zudem die Freie Reichstadt Nürnberg in der Gegend um Wendelstein aus.

Immer wieder kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Landesherren. Vor allem die Nürnberger Burggrafen und die Ansbacher Markgrafen pflegten ihre gegenseitige Feindseligkeit. Auch der Dreißigjährige Krieg und die Pest wüteten im Gebiet des heutigen Landkreises. Viele kleinere Ortschaften und Gehöfte wurden vollständig zerstört und erst nach 1648 mit Hilfe protestantischer Exulanten aus Österreich wieder aufgebaut, die sich vor allem in der Region um Thalmässing, Stauf und Roth niedergelassen haben. Noch heute geht die religiöse Zugehörigkeit der Landkreisbevölkerung im wesentlichen auf die damalige Herrschaftszugehörigkeit seiner Gebiete zurück: In den früheren ansbachisch-brandenburgischen Teilen überwiegt der Protestantismus, während die Ortschaften im ehemals pfalz-neuburgischen und fürstbischöflichen Herrschaftsbereich vorwiegend katholischen Glaubens sind.

Die drei großen Herrschaftsbereiche wurden 1806 vereinigt, als nach dem Fürstentum Pfalz-Neuburg (bereits 1793) auch das Fürstentum Brandenburg-Ansbach und das Hochstift Eichstätt an das durch Napoleon zum Königreich erhobenen Bayern übergingen.

Das Wappen veranschaulicht die frühere Herrschaftsgebiete, die auf dem Gebiet des jetzigen Landkreises existierten: Die so genannte Zollernvierung erinnert an die Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach und der Bischofsstab an das Hochstift Eichstätt, während die goldene Spitze auf die ehemals pfalz-neuburgischen Gebietsteile um Hilpoltstein hinweist.

Die rote Rose erinnert als so genannte Asylrose an das in Roth bis 1797 bestehende kaiserliche Asyl. Durch ihre zentrale Position auf dem Wappen unterstreicht sie die Mittelpunktfunktion der Stadt Roth als Sitz des Landratsamtes.

Verschiedene Gemeinden des Landkreises Roth haben seit den 1970ern Partnerschaften mit Städten und Regionen in den unterschiedlichsten Ländern geschlossen.

Der Landkreis selbst unterhält seit 1979 eine Partnerschaft mit dem Borough of Brentwood in Großbritannien. Die Anfänge der Partnerschaft gehen auf die Bemühungen der Realschule Hilpoltstein zurück, die seit 1969 Kontakte zu den Schülern der Brentwood County High School pflegt.

Bereits 1955 übernahm der damalige Landkreis Schwabach die Patenschaft für die aufgrund der Beneš-Dekrete aus ihrer angestammten Heimat vertriebenen deutschen Bewohner der Stadt Saaz (Žatec) und des Landkreises Saaz im Sudetenland. Nach Entstehung des Landkreises Roth wurde die Partnerschaft durch diesen aufrechterhalten.

Der erste Landrat des neu entstandenen Landkreises Roth war Ignatz Greiner. Als Politiker der CSU war er Leiter des Landkreises Hilpoltstein und übernahm nach der Neugliederung den Chefsessel in Roth bis zu seinem Tod 1978. Neben seinem Amt als Landrat wurde der promovierte Jurist 1958 in den Bezirkstag gewählt, an dessen Spitze er sieben Jahre lang stand.

Zudem war er stellvertretender Bezirksvorsitzender der CSU. Er engagierte sich in sozialen Vereinen und mehreren Zweckverbänden, die sich mit der Planung und Realisierung des Brombach- Altmühl- und Rothsees befassten. Er war Träger des Bayerischen Verdienstordens und Ehrenbürger der Universität Erlangen-Nürnberg.

Helmut Hutzelmann war Greiners Nachfolger. Ebenfalls promovierter Jurist, trat er 1972 zunächst seine erste Stelle als juristischer Staatsbeamter im Landratsamt Roth an. Zwischen 1977 und 1979 war Hutzelmann bei der Regierung Mittelfranken und kehrte nach dem Tod seines erst 57-jährigen Vorgängers als neu gewählter Landrat ans Landratsamt zurück. Bei allen drei Wahlen seiner Amtszeit erhielt Hutzelmann enormen Zuspruch.

Seine gesteckten Ziele waren unter anderem der Auf- und Ausbau der öffentlichen Dienstleistungen und der kommunalen Infrastruktur im Landkreis. In seine Regierungszeit fallen z.B. der Bau der Rother Berufsschule, die erste Erweiterung des Gymnasiums Hilpoltstein, die Vorbereitung des Landkreises auf den Ausbau des Main-Donau-Kanals und die Entstehung des Roth- und des Brombachsees. Noch heute profitiert der Landkreis von den neu erschaffenen Infrastrukturen. Hutzelmann verstarb während seiner dritten Amtszeit überraschend am 16. Juli 1993.

Erneut musste Heinrich Zörntlein, der bereits die Interimszeit nach dem Tod Dr. Greiners ausgefüllt hatte, für kurze Zeit das Amt des Landrates übernehmen. Zörntlein, Jurist aus Spalt, war 24 Jahre lang stellvertretender Landrat und diente allen bisherigen Landräten als zuverlässiger Berater. Der CSU-Politiker ging 1995 mit 70 Jahren in den Ruhestand und verstarb 2001.

Der derzeit amtierende Landrat Herbert Eckstein ist der erste SPD-Mann auf dem Chefsessel des Landkreises Roth. Mit erst 37 Jahren ins Amt gewählt, bestreitet Eckstein derzeit seine dritte Legislaturperiode. Bei der letzten Wahl 2005 wurde er mit knapp 72 Prozent wiedergewählt - ein beachtliches Ergebnis in dem ansonsten eher CSU-geprägten Gebiet.

Kommunalpolitische Erfahrungen konnte Eckstein vor seiner Zeit als Landrat bereits im Wendelsteiner Marktgemeinderat sammeln. Bei seinem Eintritt in den Marktgemeinderat war er der jüngste Mandatsträger, dem kurz darauf noch dazu der Fraktionsvorsitz übertragen wurde. Von 1990 bis 1993 war Eckstein Wendelsteins zweiter Bürgermeister. Neun Jahre lang saß er im Kreistag, er war Leiter der SPD-Landesgeschäftsstelle und 1990 wurde er in den Bayerischen Landtag gewählt, den er 1993 als neuer Landrat des Landkreises Roth verließ. Seit 2000 ist er Vizepräsident des Bayerischen Landkreistages, im Juni 2008 wurde er zudem zum Vorsitzenden des Bezirksverbandes Mittelfranken des Bayerischen Landkreistages gewählt.

Unter seiner Amtszeit investierte der Landkreis vor allem in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Als Ecksteins stellvertretende Landräte wurden im Mai 2008 gewählt: Walter Schnell (FW), Max Netter (FDP) und Hannedore Nowotny (SPD).

Das Gebiet des heutigen Landkreises war von jeher ländlich geprägt. Ackerbau, Handwerk und dörfliche Gemeinschaft bestimmten über viele Jahrhunderte das Leben der Bevölkerung. Aber auf für die Entstehung von Betrieben war die geographische Lage von Anfang an günstig: Das Gebiet wird von vielen Flüssen durchzogen, die nicht nur die Landwirtschaft begünstigten, sondern auch bereits im Mittelalter die verschiedensten Mühlen antrieben. So konnten sich früh Handwerksbetriebe entwickeln. In den Mühlen und Einödhöfen, von denen heute noch einige erhalten sind, wurde unter anderem Eisen verarbeitet sowie Glas oder Papier hergestellt. Eine dieser Werkstätten hat sich zu einem beliebten Ausflugsziel gewandelt: Im Museum des Historischen Eisenhammers bei Eckersmühlen können Besucher noch heute bei Schmiedevorführungen erleben, wie in der Vergangenheit Eisen verarbeitet wurde.

Viele Ortschaften des Kreises lagen schon im Mittelalter an wichtigen Handelsstraßen: Durch das Gemeindegebiet zog sich zum Beispiel der so genannte Weißenburger Steig und die Straße Würzburg-Regensburg. Wenn Händler über die Ulmer Geleitstraße bis nach Burgund reisten oder von Nürnberg in die Handelsstadt Augsburg wollten, mussten sie ebenso den heutigen Landkreis Roth durchqueren. Die bedeutende Handelsstraße von Nürnberg über München nach Venedig führte direkt durch die Städte Rednitzhembach und Hilpoltstein. Entlang der Straße profitierten die Gemeinden vom Reiseverkehr. Es entstanden Gasthäuser und Zollstationen, die Landesherren errichteten Burgen und Wehranlagen, um die Handelsstraßen zu sichern.

In der Zeit der Industrialisierung wurde die Stadt Roth vor allem durch einen besonderen Gewerbezweig berühmt: Der Fabrikant Wilhelm von Stieber begründete die Leonischen Drahtwerke, die Leonische Waren herstellten. Aus dem kleinen Betrieb entwickelte sich einer der weltweit größten Hersteller von Drähten und Kabeln an rund 70 Produktionsstandorten.

Heute ist der Landkreis Roth Teil der Metropolregion Nürnberg. Täglich pendeln etliche Bürger in die im Norden gelegene Großstadt, und auch das südlich gelegene Ingolstadt bietet vielen eine Arbeitsstätte. Doch in den Kreisgemeinden siedelten sich im Laufe der letzten Jahrzehnte ebenso mittelständische Unternehmen an. So stammen Wellpappe und papierne Verpackungen, Pumpen und Kabel oder Präzisionsteile für Eurocopter und Airbus ebenso aus dem Landkreis, wie deutschlandweit bekannte Kartoffelprodukte oder Hygieneartikel.

Der Wachstum an Unternehmen und Dienstleistungen wird begünstigt durch die Verkehrslage: Verschiedene Bundesautobahnen, Bundesstraßen, die Zugstrecke Nürnberg-München und der Main-Donau-Kanal durchziehen das Kreisgebiet. Auch die Eröffnung des größten bayerischen Bundeswehrstandortes, die Otto-Lilienthal-Kaserne, im Jahre 1972 war der Wirtschaft des Landkreises zuträglich. Derzeit gibt es im Landkreis Roth rund 29.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.

In der Landwirtschaft spielen heute vor allem zwei Sonderkulturen eine Rolle: der Tabak- und Hopfenanbau. Die Stadt Spalt besitzt seit 1538 das älteste Hopfensiegel. Auch heute wird in der Stadtbrauerei noch nach altem Reinheitsgebot gebraut. Die Direktvermarktung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Nachfrage nach regionalen Erzeugnissen wie Obst, Honig oder Nudeln sichert der Landwirtschaft auf Dauer Arbeitsplätze und liefert gleichzeitig einen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz. Um die Produkte aus der Region zu kennzeichnen, gründete man in der Metropolregion Nürnberg 1997 das Markenzeichen „Original Regional“. Die Waren werden in vielen Supermärkten im Kreisgebiet in so genannten Regionaltheken angeboten.

Der Landkreis Roth entwickelte sich seit Mitte der 1990er zu einem immer beliebteren Tourismusgebiet. Im Fränkischen Seenland gelegen, profitieren die Gemeinden von den stetig wachsenden Besucherzahlen des Roth- und des Brombachsees. An den beiden künstlich entstandenen Seen treffen Einheimische mit Erholungssuchenden aus den Großstädten im Umkreis und Urlauber zusammen. Der Main-Donau-Kanal und der alte Ludwig-Donau-Main-Kanal ergänzen das Erholungsangebot rund ums Wasser.

Die abwechslungsreiche Landschaft zwischen Lorenzer Reichswald und der Vorjuraregion des Naturparks Altmühltal ist vor allem bei Wanderern und Radlern beliebt: Zahlreiche ausgebaute und ausgeschilderte Wege durchziehen das gesamte Gebiet des Landkreises Roth.

Für den Ausbau des Fremdenverkehrs ist auch die Tatsache förderlich, dass die Städte und Dörfer, die allesamt auf sanften Tourismus setzen, ihr mittelalterliches oder barockes Aussehen zum größten Teil bewahrt haben. Burgen, Fachwerkhäuser, Türme und (Teile von) Stadtmauern zeugen noch heute von der bewegten Vergangenheit und werden von Gästen immer öfter erkundet. So stiegen die Zahlen der Übernachtungsgäste in den letzten Jahren kontinuierlich an. 2006 verzeichnete der Landkreis bereits 772.587 Übernachtungen.

Der Ausbau der Tourismusbranche finanziert sich unter anderem über LEADER+ von der Europäischen Union. Besonders die Via Historica, eine 130 km lange Rundtour mit vielen Kirchen, Burgen und Schlössern, bringt Touristen in den Landkreis. Weitere Projekte, wie Lehrpfade, Museen und das Netzwerk „Natur ErLeben“, werden sowohl von Einheimischen als auch von Tagesausflüglern und Urlaubern genutzt.

1984 entstand die neue Kreisklinik Roth, die mittlerweile die Grund- und Regelversorung für den gesamten Landkreis übernommen hat. Ein kleineres Krankenhaus in Hilpoltstein stellte Ende der Neunziger den Betrieb ein und dient heute als Alten- und Pflegeheim. In den Gebäuden des alten Kreiskrankenhauses in Roth ist heute das Landratsamt als Verwaltungssitz des Landkreises untergebracht.

Mittlerweile hat sich die Klinik mit 330 Regelbetten und einem Hubschrauberlandeplatz zu einem Gesundheitszentrum entwickelt: 2003 wurde ein Ärzte- und Geschäftshaus mit Therapiezentrum angegliedert. Außerdem beherbergt die Kreisklinik eine Krankenpflegeschule mit 60 Ausbildungsplätzen.

Der Auhof ist ein Ortsteil Hilpoltsteins, der baulich mit dem Kernort verschmolzen ist. Er gehört zu den Rummelsberger Anstalten und beherbergt rund 360 Menschen mit Behinderung. Zum Auhof gehören ein staatlich anerkanntes Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“, dem auch eine schulvorbereitende Einrichtung und eine heilpädagogische Tagesstätte angeschlossen sind.

Im Landkreis sind vor allem die Holz- und Metallprodukte der Auhof-Werkstätten beliebt, die im Auhof-Laden in der Hilpoltsteiner Innenstadt angeboten werden. Auch die Auhof-Gärtnerei hat stets rege Kundschaft.

Die Regens-Wagner-Stiftung unterhält in Zell (Ortsteil von Hilpoltstein) eine Einrichtung für gehörlose und stumme Menschen. Geleitet wird sie von den Dillinger Franziskanerinnen. Schulen, Werkstätten und Außen-Wohngruppen sollen den mehrfach behinderten Menschen ein möglichst unabhängiges Leben bieten.

Der Landkreis Roth wird von den Bundesautobahnen A6, A9 und A73, sowie von den Bundesstraßen B2 und B466 durchzogen. Hinzu kommen 248 km Staats-, 211 km Kreis- und 1.100 km Gemeindestraßen.

Das Königreich Bayern eröffnete in diesem Gebiet bereits 1849 die staatliche Hauptbahn Nürnberg−Treuchtlingen, an der auch Schwabach und Roth liegen. In Roth zweigt seit 1888 die ebenfalls staatliche Lokalbahn nach Hilpoltstein–Greding ab − umgangssprachlich als Gredl bezeichnet. Die Stadt Spalt hatte schon 1872 eine kurze Nebenbahn von Georgensgmünd her − im Volksmund Spalter Bockl genannt − erhalten.

Die Lokalbahnen Feucht−Wendelstein und Burgthann−Allersberg brachten seit 1886 bzw. 1902 im Osten des Kreises Bahnanschlüsse an die Hauptstrecke Nürnberg–Regensburg.

Die nördlichen Gemeinden des Landkreises sind seit 2001 über eine S-Bahn-Linie mit Nürnberg und Roth verbunden. 2006 wurde die Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg-München fertig gestellt, die entlang der A9 durch den Landkreis führt. Mit dem Regionalbahnhof in der Nähe von Allersberg sind die Pendler nach Nürnberg seitdem an die Linie R9 Express und damit an Deutschlands schnellsten Regionalverkehr angebunden. Im selben Jahr entstand auf der ehemaligen Gredl-Strecke Greding-Thalmässing-Hilpoltstein ein Radweg.

Der Main-Donau-Kanal durchquert auf seinem Weg von Bamberg nach Kelheim auf einer Länge von 26 km das Kreisgebiet. Im Landkreis gibt es zwei Länden, drei Schleusen und einen Hafen. Die Schleuse Leerstetten gehört mit einer Hubhöhe von 24, 67 Metern zu den größten Schleusen Europas. Die Europäische Wasserscheide verläuft zwischen Hilpoltstein und Bachhausen.

Der Kanal ist nicht nur ein wichtiger Tourismusfaktor, sondern auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung: 2006 transportierten 5.280 Schiffe 6,24 Millionen Tonnen Fracht. Die Stadt Roth beteiligt sich mit der Hafen Nürnberg-Roth GmbH an einem der größten Güterumschlagplätze am Main-Donau-Kanal.

Im Landkreis Roth gibt es im Printmedienbereich zwei große Tageszeitungen: Die Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, eine Lokalausgabe der Nürnberger Nachrichten, und den Hilpoltsteiner Kurier als Lokalausgabe des Donaukuriers in Ingolstadt. Während die Bürger des südlichen Landkreises auf Grund der Nähe zu Ingolstadt vor allem den Hilpoltsteiner Kurier lesen, ist die Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung im nördlichen Landkreis weiter verbreitet. Hinzu kommen weitere lokale Ausgaben der Nürnberger Nachrichten, wie das Schwabacher Tagblatt und der Altmühl-Bote (Lokalausgabe Gunzenhausen).

Im Bereich Hörfunk sind im Kreisgebiet neben den bayernweiten und überregionalen Radiosendern auch Nürnberger Programme wie Hit Radio N1, Radio F, Star FM, Energy Nürnberg oder Radio Charivari 98,6 Nürnberg empfangbar.

Der Landkreis Roth besitzt durch die unterschiedlichen Einflüsse, denen die Städte, Märkte und Gemeinden ausgesetzt waren, viele Gesichter. Frühgeschichte, Mittelalter, Barock und Renaissance haben ihre Spuren hinterlassen.

Sehenswerte Fachwerkhäuser stehen in beinahe jedem Ort. Besonders imposante Beispiele sind das Jahrsdorfer Haus in Hilpoltstein (eine Nachbildung des Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg), das Schlenzgerhaus, das Kornhaus und das Mühlreisighaus in Spalt. Die Grundherren aus dem Mittelalter haben eindrucksvolle Burgen hinterlassen: Die Burg Abenberg, Stauf und Wernfels - letztere wird heute als Jugendherberge genutzt - sind noch vollständig erhalten. Die Burg Hilpoltstein wurde ab Mitte des 17. Jahrhunderts als Steinlieferant für andere Gebäude verwendet und thront deshalb nur noch als Ruine über dem Ort. Dagegen ist der 1473 erbaute ehemalige herrschaftliche Getreidespeicher unterhalb der Ruine noch vollständig erhalten: Das heutige so genannte Haus des Gastes beherbergt unter anderem ein Informationszentrum des Landkreises Roth sowie die Bücherei und das Amt für Kultur und Tourismus der Stadt Hilpoltstein. Eine beinahe vollständig erhaltene Stadtmauer befindet sich in Greding. Noch heute werden fast alle der 21 Türme von Privatpersonen bewohnt.

Allersbergs Marktplatz ist vor allem von Rokoko-Bauten geprägt. Das Gilardihaus, das Heckelhaus und die Pfarrkirche Maria-Himmelfahrt entstanden zu Beginn des 18. Jahrhunderts.

Die Gemeinden sind besonders reich an Kirchen in den unterschiedlichesten Baustilen. Romanik, Barock, Renaissance oder Markgrafenstil wechseln sich ab oder verbinden sich manchmal sogar zu einem ganz eigenen Bauwerk. Bedeutend ist unter anderem die Sankt-Willibald-Kirche in Büchenbach. Die ehemalige Wehrkirche weist im Untergeschoss des Ostturms spätromanische Bauformen auf. Der Westturm, 1608 errichtet, ist einzigartig: Da früher um Büchenbach viel Hopfen angebaut wurde, diente der Dachraum der Kirche als Hopfendarre; im Turm befand sich der Aufzug für die geernteten Hopfendolden. In Niedermauk (Gemeinde Röttenbach) besteht noch heute die Kirche Sankt Sebastian aus dem 14. Jahrhundert. Sie enthält eine Marienstatue aus derselben Zeit im linken Seitenaltar. Die drei Statuen des Hochaltars - Sankt Sebastian, Sankt Rochus und Sankt Laurentius - stammen aus dem 16. Jahrhundert.

Schlösser gibt es im Landkreis aus den verschiedensten Epochen. Das Schloss Ratibor in Roth, das heute unter anderem als Sitzungssaal des Stadtrates, Museum, Kulturstätte und Restaurant dient, entstand 1535 bis 1537. Das Fürstbischöfliche Jagdschloss in Greding stammt von 1696 und ist heute ein Antiquariat. Das Rokokoschloss in Mörlach ist in Privatbesitz und kann für Feste gemietet werden. Auf einer Anhöhe bei Heideck thront das Schloss Kreuth, das bereits 1335 urkundlich erwähnt wurde. Das Wasserschloss in Dürrenmungenau (Ortsteil Abenberg) ist noch heute bewohnt.

Jede Ortschaft des Landkreises Roth feiert Kerwa, Kärwa, Kirchweih oder Volksfest nach ganz eigenen Traditionen. In der Umgebung besonders bekannt ist vor allem das Hilpoltsteiner Burgfest, das jährlich am ersten Augustwochenende zu Gedenken des Einzugs der Pfalzgräfin Dorothea Maria, Gattin des Pfalzgrafen Ottheinrich, 1606 gefeiert wird. Die Burg Hilpoltstein diente Dorothea Maria und ihren drei Töchtern als Witwensitz. Durch ihre Mildtätigkeit erlangte die Stadt einen gewissen Wohlstand. Deshalb begehen die Hilpoltsteiner diesen wichtigen Punkt ihrer Stadtgeschichte nicht nur mit einem viertätigen Festzeltbetrieb und einem großen Trödelmarkt, sondern lassen die Geschichte am Burgfestsonntag noch einmal auferstehen: Im traditionellen Festspiel und dem anschließenden Festzug, an dem hunderte Bürger in historischen Kostümen teilnehmen, wird der Einzug der Pfalzgräfin nachgespielt.

Beim Festzug des Heimatfestes in Heideck, das jährlich am dritten Wochenende im Juli stattfindet, ziehen zahlreiche Heidecker in historischen Kostümen durch die Straßen. Die Stadt Spalt gedenkt alle fünf Jahre einem besonderen Ereignis aus dem Juni 1450. Damals befreite der Ansbacher Markgraf Albrecht Achilles mit seiner Reiterei Spalt aus der Belagerung der Nürnberger Reisige (Landsknechte). Zur 500. Wiederkehr der Befreiung verfasste Professor Dr. Friedrich Merkenschlager aus dem Georgensgmünder Ortsteil Hauslach das Heimatspiel Die Nürnberger Reis, das seitdem regelmäßig von etwa 70 Laienschauspielern aus der Spalter Bevölkerung aufgeführt wird.

Kulturelle Highlights sind das New Orleans Festival in Wendelstein und die Rother Bluestage. Das New Orleans Festival startet jeweils in der ersten Maiwoche und lockt neun Tage lang Musikliebhaber an. Die Bluestage in der Kulturfabrik Roth finden seit 1992 statt und holen internationale Jazz- und Bluesgrößen wie zum Beispiel B. B. King in die Stadt. Kulturelle Veranstaltungen über mehrere Wochen hinweg finden seit 1992 unter dem Titel KultTour jeden Herbst in Hilpoltstein statt.

Der Landkreis Roth bietet seit 1984 in Ergänzung des kulturellen Angebotes der Gemeinden, Kirchen und sonstiger Träger ein eigenes Kulturprogramm an. So finden unter anderem jährlich ein Weihnachtskonzert und die Konzertveranstaltung Junge Künstler musizieren, bei der junge Musiker aus den beiden Gymnasien des Landkreises auftreten, statt. Weitere Veranstaltungen sind der Tag des offenen Ateliers, der Landkreismaltag oder das heimatkundliche Themenjahr (2008: "Sagen und alte Geschichten").

Das sportliche Highlight im Landkreis Roth ist der Challenge Roth. Der Triathlon, der sich quer durch den Landkreis zieht, bringt jedes Jahr rund 4.000 Starter - darunter zahlreiche nationale und internationale Größen - und mehr als 100.000 Zuschauer aus aller Welt in die Region. Seit 1989 findet neben diesem Langstrecken-Triathlon (3,8 km Schwimmstrecke, 180 km Radstrecke und 42 km Laufstrecke) auch der so genannte Rothsee-Triathlon statt. Mittlerweile gehen jährlich über 1.000 Triathleten an den Start und absolvieren 1,5 km Schwimmen, 42 km Radfahren und 10 km Laufen.

Statt Karneval feiern die Gemeinden des Landkreises Roth typisch fränkischen Fasching mit „Flecklasmännern“, „Flecklashexen“ oder „Fleckli“. Hochburgen sind Allersberg mit seinem traditionellen Umzug am Faschingssonntag und Spalt.

Neben Konzerten, Theateraufführungen und Sportveranstaltungen, die die Kreisverwaltung, die 16 Städte, Märkte und Gemeinden sowie die zahlreichen Vereine und Gruppierungen organisieren, ist im Landkreis Roth vor allem die Kunstszene äußerst vielseitig und aktiv. Immer wieder organisieren Privatpersonen oder auch Kunstvereine wie SPECTRUM oder der Kunst-Treff HIP Vernissagen, Ausstellungen und Veranstaltungen rund um die Kunst. Die Kunstrichtungen reichen von Malerei, Bildhauerei und Fotografien über Metallkunst, Glasobjekte und Blumenkunst bis hin zu Keramik, Textilkunst und künstlerische Raumgestaltung. Der Landkreis Roth fördert seine Kunstszene nicht nur durch die Durchführung des Tags des offenen Ateliers: Die Kunstausstellung bietet jedes Jahr einem Künstler die Möglichkeit, auf der Burg Abenberg sein Lebenswerk auszustellen.

Darüber hinaus lobt der Landkreis Roth regelmäßig den Elisabeth-Engelhardt-Literaturpreis aus, der die Arbeit der im Kreisgebiet ansässigen Literaten würdigt. Preisträger sind unter anderem Gerd Berghofer und Klaus Schamberger. Viele Schriftsteller sind in der freien Autorengruppe Sonderzeit zusammengefasst. Eine besondere Förderung engagierter Jugendlicher stellt zudem der Jugendkulturpreis dar.

Viele der Museen in den Ortschaften des Landkreises befassen sich mit der Stadt- und Regionsgeschichte. Erwähnenswert ist unter anderem das Vor- und Frühgeschichtliche Museum Thalmässing. Es beherbergt Exponate aus der geschichtlichen Vergangenheit - von der Steinzeit, über die Bronze- und Eisenzeit bis zur Zeit der Völkerwanderung. An das Museum angeschlossen ist der Archäologische Wanderweg, der auf 15 Kilometern zu elf Stationen vor- und frühgeschichtlicher Besiedelung im Raum Thalmässing führt. Auf dem Archäologischen Wanderweg gelangt der Wanderer unter anderem auch zum Geschichtsdorf bei Landersdorf, das die Rekonstruktion eines Kelten- und eines Steinzeithauses sowie einen frühgeschichtlichen Garten, in dem alte Getreidesorten wie Emmer, Dinkel und Einkorn angebaut werden, zeigt. Einmal im Jahr lässt das Keltenfest das Leben und Arbeiten der Vorfahren wieder aufleben.

Im Museum Historische Eisenhammer bei Eckersmühlen können Besucher bei Schmiedevorführungen in der alten Schmiedehalle miterleben, wie in früheren Zeiten mit Hilfe von schweren Schwanz-, Fall- und Lufthämmern Vierkantnägel hergestellt wurden. Im 1699 erbauten Herrenhaus zeugt die vollständig erhaltene Inneneinrichtung des letzten Bewohners Fritz Schäff vom ausgeprägten Standesbewusstsein der Hammerherren. Die Dauerausstellung Vom Erz zum Eisen im ehemaligen Sägewerk zeigt vom nachgebauten Bergwerkstollen über Modelle eines Kohlenmeilers und eines Rennofens bis hin zu Kettenhemden, Ritterrüstungen oder modernen Kunstwerken die Vielfalt des Themas Eisen.

Im Haus Fränkischer Geschichte auf der Burg Abenberg hält die Dauerausstellung „Eine Zeitreise durch Franken“ das Leben auf einer mittelalterlichen Burg lebendig und informiert über historische Ereignisse der Region. Das Abenberger Klöppelmuseum, das ebenfalls auf der Burg Abenberg untergebracht ist, hält die Jahrhunderte alte Tradition des Klöppelns im Gedächtnis.

Das Fabrikmuseum in Roth, das die Herstellung Leonischer Waren zum Thema hat, wurde 2003 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet. In Georgensgmünd zeugt das Jüdische Museum, die Synagoge und der Jüdische Friedhof davon, dass ab Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1938 ein Großteil der Georgsgmünder Bevölkerung jüdisch war.

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Volker Roth

Volker Roth (* 1. Februar 1942 in Chemnitz) ist ein ehemaliger deutscher Fußballschiedsrichter. Seit 1995 ist er Vorsitzender des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses. Zudem ist Roth Mitglied der UEFA-Schiedsrichterkommission.

Volker Roth leitete sein erstes Fußball-Bundesligaspiel am 6. Mai 1972 in Stuttgart beim Spiel VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln. Ab der Saison 1974/75 wurde er bis 1986 regelmäßig im bundesdeutschen Fußballoberhaus eingesetzt. International waren seine Höhepunkte die Fußball-Europameisterschaft 1984 in Frankreich und die Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko, die den Abschluss seiner aktiven Schiedsrichterkarriere bedeuteten. Bei der EM 1984 wurde ihm die Ehre zu teil, das Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Frankreich und Dänemark in Paris zu leiten. Bei diesem Spiel stellte er den französischen Verteidiger Manuel Amoros vom Platz, was ihm in Frankreich Kritik einbrachte.

Bei der WM 1986 leitete er zunächst das Vorrundenspiel zwischen England und Portugal, dann das Achtelfinalspiel zwischen Brasilien und Polen.

Sein letztes Bundesligaspiel sorgte für viel Gesprächsstoff. Es war am 22. April 1986 im Bremer Weserstadion zwischen Werder Bremen und dem FC Bayern München. Den Bremern hätte ein Sieg genügt, um zwei Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft erstmals seit 1965 an die Weser zu holen. In der 90. Spielminute stand es immer noch 0:0, da gab Volker Roth einen Handelfmeter für Werder Bremen, den sämtliche Beteiligte im Nachhinein als unberechtigt ansahen. Der Bremer Michael Kutzop galt als der sicherste Elfmeterschütze der Liga und schoss diesmal gegen den rechten Pfosten. Werder Bremen vergab am letzten Spieltag die letzte Chance um Meister zu werden und die Bayern wurden Last-Minute-Meister 1986.

Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn blieb Volker Roth als Schiedsrichterausbilder dem DFB erhalten. Seit 1995 ist er Vorsitzender des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, der sich unter anderem auch intensiv mit der Bewältigung des Wettskandals um den Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer befassen musste.

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Franz Roth

Franz „Bulle“ Roth (* 27. April 1946 in Memmingen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.

Er spielte als Amateur beim TSV Bertoldshofen, bei der Spvgg. Kaufbeuren und dann von 1966 bis 1978 in der Bundesliga für den FC Bayern München. Roth wurde mit den Bayern 1967, 1969 und 1971 DFB-Pokalsieger, 1967 Europapokalsieger der Pokalsieger, 1969, 1972, 1973 und 1974 Deutscher Meister, 1974, 1975 und 1976 Europapokalsieger der Landesmeister sowie 1976 Weltpokalsieger. In 322 Bundesligaspielen erzielte er 72 Tore. In der Saison 1978/79 beendete Roth seine Profikarriere bei Casino Salzburg.

In der Nationalmannschaft spielte er zwischen 1967 und 1970 vier Mal. Franz Roth war bekannt für seine körperbetonte Spielweise und seinen harten Schuss, was ihm den Beinamen „Bulle“ einbrachte.

Der Mittelfeldspieler war der Mann bei Bayern München mit den wichtigen Toren in Europapokalendspielen. So traf er 1967 in Nürnberg beim 1:0-Endspielsieg gegen die Glasgow Rangers, 1975 im Endspiel in Paris gegen Leeds United (Endstand: 2:0) und 1976 in Glasgow gegen die AS Saint-Étienne zum 1:0-Endstand. Insgesamt markierte Franz Roth in 65 Europapokalspielen für Bayern München 11 Tore.

Heute betreibt er Sportgeschäfte in Bad Wörishofen und in Marktoberdorf.

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Joseph Roth

Das Grab von Joseph Roth auf dem Friedhof von Thiais bei Paris

Moses Joseph Roth (* 2. September 1894 in Brody bei Lemberg; † 27. Mai 1939 in Paris) war ein österreichischer Schriftsteller und Journalist.

Joseph Roth hat seine Herkunft zum Gegenstand vielfacher Verschleierungen und Mystifikationen gemacht. Vor allem die Person seines Vaters erschien in mehrfachen schillernden Umgestaltungen: Er sei der uneheliche Sohn eines österreichischen Offiziers, eines polnischen Grafen, eines Wiener Munitionsfabrikanten. All diesen Erzählungen ist gemeinsam der frühe Verlust des Vaters. Dementsprechend zieht sich der Vaterverlust, und in übertragener Form der Verlust des Vaterlandes, nämlich der österreichischen Monarchie, als ein roter Faden durch Roths Werk.

Tatsächlich wurde Roth in der galizischen Kleinstadt Brody geboren, einem stark jüdisch geprägten Schtetl in der Nähe von Lemberg (polnisch Lwów, ukrainisch Lwiw), das damals noch zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie gehörte. Brody war Grenzstadt zum russischen Wolhynien. Roth behauptete später, in Szwaby (Schwaby), einem kleinen Dorf in der Nähe von Brody geboren worden zu sein, dessen Einwohner mehrheitlich deutschstämmig waren (Schwaben, daher der Name), im Gegensatz zur jüdischen Bevölkerungsmehrheit in Brody.

Seine Mutter Maria Grübel stammte aus einer in Brody ansässigen Familie jüdischer Kaufleute, sein Großvater handelte mit Tuch, seine fünf Onkel mit Hopfen. Der Vater Nachum Roth stammte aus orthodox-chassidischem Umfeld. Bei der Heirat 1892 war er Getreidehändler im Auftrag einer Hamburger Firma. Als von ihm in Kattowitz eingelagerte Waren veruntreut wurden, musste er zur Regelung der Angelegenheit nach Hamburg reisen. Auf der Rückreise wurde er durch sein Verhalten im Zug auffällig und deswegen zunächst in eine Anstalt für Geisteskranke eingewiesen, schließlich seinen westgalizischen Verwandten übergeben, die ihn der Obhut eines russisch-polnischen Wunderrabbis übergaben, an dessen Hof er Jahre später von einem der Onkel Roths ausfindig gemacht wurde, der den Vater als sehr schön, unaufhörlich lachend und völlig unzurechnungsfähig beschrieb.

Roth berichtete später stets von einer von Armut und Dürftigkeit geprägten Kindheit und Jugend. Demgegenüber weisen Photographien aus der Zeit und die Berichte seiner Verwandten auf zwar nicht wohlhabende, aber durchaus bürgerliche Lebensumstände hin: Seine Mutter hatte ein Dienstmädchen, er erhielt Violinunterricht und besuchte das Gymnasium.

In anderer als materieller Hinsicht war die Lage seiner Mutter allerdings tatsächlich prekär: sie war keine Witwe, da ihr Mann noch lebte bzw. als vermisst galt, durch die Abwesenheit des Mannes war sie aber auch keine vollwertige Ehefrau, und sie konnte sich nicht scheiden lassen, da dies einen Scheidebrief (Gett) ihres Mannes erfordert hätte, dazu hätte dieser aber bei Sinnen sein müssen. Zudem galt im orthodoxen Judentum Galiziens der Wahnsinn als ein Fluch Gottes, der auf der ganzen Familie lag und die Heiratsaussichten der Kinder deutlich verschlechterte, weshalb in der Familie über das Schicksal des Vaters geschwiegen wurde und man lieber das Gerücht hinnahm, Nachum Roth hätte sich erhängt.

Die Mutter lebte zurückgezogen und versorgte bis zu dessen Tod im Jahr 1907 den Haushalt des Großvaters. Sie konzentriert sich einzig auf die Erziehung des Sohnes, der daher abgeschlossen und behütet aufwuchs. Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn scheint in den späteren Jahren schwierig gewesen zu sein. 1922 erkrankte die Mutter an Gebärmutterhalskrebs und wurde in Lemberg operiert, wo der Sohn sie kurz vor ihrem Tod ein letztes Mal sah.

Ab 1901 (also mit sieben Jahren) besuchte Roth die Baron-Hirsch-Schule in Brody. Die Baron-Hirsch-Schulen waren von dem jüdischen Eisenbahnmagnaten und Philanthropen Maurice de Hirsch gegründete Handelsschulen, die sich anders als die Cheder genannten orthodoxen Traditionsschulen nicht auf den religiösen Unterricht beschränkten, sondern an denen über Hebräisch und Thorastudium hinaus auch Deutsch, Polnisch und praktische Fächer unterrichtet wurden. Die Unterrichtssprache war Deutsch.

Von 1905 bis 1913 besuchte Roth das Kronprinz-Rudolf-Gymnasium in Brody. Es ist nicht ganz klar, ob das Schulgeld von 15 Gulden pro Semester (damals eine erhebliche Summe) von seinem Vormund und Onkel Siegmund Grübel bezahlt oder ob es ihm per Stipendium erlassen wurde. Roth war ein guter Schüler: als einziger jüdischer Schüler seines Jahrgangs erhielt er im Abitur das Prädikat sub auspiciis imperatoris. Auf seine Mitschüler wirkte er zurückhaltend bis arrogant, ein Eindruck, den er auch später bei seinen Kommilitonen an der Wiener Universität hinterließ. In diese Zeit fallen seine ersten schriftstellerischen Arbeiten (Gedichte).

Nach seinem Abitur im Mai 1913 übersiedelte Roth nach Lemberg, wo er sich an der Universität immatrikulierte. Unterkunft fand er bei seinem Onkel Siegmund Grübel, doch scheint es zwischen dem nüchternen Kaufmann und dem angehenden Dichter bald zu Spannungen gekommen zu sein. Eine mütterliche Freundin für viele Jahre fand er in der damals 59-jährigen Helene von Szajnoda-Schenk, einer gebrechlichen, aber geistig sehr lebhaften und hochgebildeten Dame, die im Haus des Onkels eine Wohnung gemietet hatte. Auch mit seinen Cousinen Resia und Paula verband ihn bald eine Freundschaft.

Die Atmosphäre Lembergs war überhaupt geprägt von sich verschärfenden Spannungen, nicht nur zwischen den Nationalitäten (an der Universität kam es damals zu Kämpfen zwischen polnischen und ruthenischen Studenten), auch innerhalb des Judentums gärte die Auseinandersetzung zwischen Chassidismus, Haskala (Aufklärung) und der immer stärker werdenden zionistischen Bewegung. In Brody war Roths Jahrgang der letzte mit Deutsch als Unterrichtssprache gewesen und an der Universität Lemberg war seit 1871 Polnisch die Unterrichtssprache. Dass Roth seine literarische Heimat offenbar in der deutschen Literatur sah, mochte einer der Gründe gewesen sein, Lemberg zu verlassen und sich für das Sommersemester 1914 an der Wiener Universität zu immatrikulieren. Inwieweit Roth tatsächlich in Lemberg studiert hatte, ist nicht klar. Er hat sich jedenfalls schon im Herbst 1913 zeitweise in Wien aufgehalten, wo er vom 2.–9. September 1913 am XI. Zionisten-Kongress teilnahm.

In Wien nahm sich Roth zunächst ein kleines Zimmer in der Leopoldstadt, im folgenden Semester bezog er zusammen mit seiner Mutter, die vor den Wirren des ausbrechenden Krieges nach Wien geflohen war, eine kleine Wohnung im XX. Bezirk (Wallensteinstr. 14/16). Roth und seine Mutter, zu denen später auch noch die Tante Rebekka (Riebke) zog, lebten in dieser ersten Zeit in recht dürftigen Umständen: Roth war ohne Einkünfte, seine Mutter bezog die geringe Flüchtlingshilfe und die Zuwendungen des Onkels Siegmund konnten während der russischen Okkupation Galiziens wohl nur sporadisch erfolgen.

Roth schien dennoch optimistisch und begann mit Elan das Studium der Germanistik. Er legte Wert auf Erfolg in den Prüfungen und darauf, von den Professoren zur Kenntnis genommen zu werden. Im Nachhinein urteilte er freilich negativ über Studenten und Kommilitonen – wie so viele junge Schriftsteller, die an der Universität Dichtung suchten und Germanistik fanden. Eine Ausnahme bildete Walther Brecht, der Ordinarius für neuere deutsche Literatur. Heinz Kindermann, der Assistent Brechts, wurde wohl zu einer Art von Rivale. In der 1916 erschienenen ersten Erzählung Der Vorzugsschüler war Kindermann Vorbild für die Hauptfigur Anton Wanzl, einen mit einigem Hass und einiger Kenntnis geschilderten Charakter.

Bald besserte sich die materielle Situation. Stipendien und einige Hauslehrerstellen (u.a. bei der Gräfin Trautmannsdorff) erlaubten Roth die Anschaffung guter Anzüge. Mit Bügelfalte, Stock und Monokel beschreiben ihn Zeugen der Zeit als Abbild des Wiener „Gigerls“.

Zum wegweisenden Erlebnis wurde für Roth der 1. Weltkrieg und der darauf folgende Zerfall Österreich-Ungarns. Im Gegensatz zu vielen anderen, die bei Kriegsausbruch von einer ihnen selbst im Nachhinein kaum mehr nachvollziehbaren nationalen Begeisterung erfasst wurden, vertrat er zunächst eine pazifistische Position und reagierte mit einer Art erschrecktem Bedauern. Doch im Verlauf der Zeit erschien ihm – der als kriegsuntauglich eingestuft worden war – die eigene Haltung als beschämend und peinlich: Als der Krieg ausbrach, verlor ich meine Lektionen, allmählich, der Reihe nach. Die Rechtsanwälte rückten ein, die Frauen wurden übelgelaunt, patriotisch, zeigten eine deutliche Vorliebe für Verwundete. Ich meldete mich endlich freiwillig zum 21. Jägerbataillon.

Am 31. Mai 1916 meldete Roth sich zum Militärdienst und begann am 28. August 1916 seine Ausbildung als Einjährig-Freiwilliger. Er und sein Freund Józef Wittlin optierten für das 21. Feldjäger-Bataillon, dessen Einjährigen-Schule sich im III. Wiener Bezirk befand (ursprünglich war geplant, das Studium in der Freizeit fortzusetzen). In die Zeit der Ausbildung fällt der Tod von Kaiser Franz Joseph am 21. November 1916. Roth stand als ein Glied in der Kette von Soldaten entlang dem Weg des Beerdigungszuges: Die Erschütterung, die aus der Erkenntnis kam, daß ein historischer Tag eben verging, begegnete die zwiespältige Trauer um den Untergang eines Vaterlandes, das selbst zur Opposition seine Söhne erzogen hatte. Der Tod des 86-jährigen Kaisers erscheint als zentrale Metapher für den Untergang des Habsburgerreiches und den Verlust von Heimat und Vaterland mehrfach in Roths Werken, u.a. in den Romanen Radetzkymarsch und Kapuzinergruft.

Statt zusammen mit seinen Freunden bei den 21. Feldjägern dienen zu können, wurde Roth schon bald zur 32. Infanterietruppendivision nach Galizien versetzt. Im Jahr 1917 und offenbar bis Kriegsende war er dem Pressedienst im Raum Lemberg zugeteilt.

Nach Kriegsende musste Joseph Roth sein Studium abbrechen und sich auf den Erwerb des Lebensunterhalts konzentrieren. Bei der Rückkehr nach Wien fand er zunächst Unterkunft bei Leopold Weiß, dem Schwager seines Onkels Norbert Grübel. Kurzzeitig kehrte Roth nach Brody zurück, geriet aber auf dem Rückweg in die Auseinandersetzungen zwischen polnischen, tschechoslowakischen und ukrainischen Armeeteilen, aus denen er nur mit Mühe zurück nach Wien entkam.

Noch während seiner Militärzeit hatte er begonnen, Berichte und Feuilletons für die Zeitschriften Der Abend und Der Friede zu schreiben, und in Österreichs Illustrierter Zeitung waren Gedichte und Prosa von Roth erschienen. Ab April 1919 wurde er Redakteur bei Der Neue Tag, eine Tageszeitung, die auch Alfred Polgar, Anton Kuh und Egon Erwin Kisch zu ihren Mitarbeitern zählte. In diesem beruflichen Umfeld gehörte es fast zu den Dienstpflichten, Stammgast im Café Herrenhof zu sein, wo Roth im Herbst 1919 seine spätere Frau Friederike (Friedl) Reichler kennenlernte.

Ende April 1920 stellte der Neue Tag sein Erscheinen ein. Roth zog um nach Berlin. Dort hatte Roth zunächst Schwierigkeiten mit seiner Aufenthaltsgenehmigung, da die Unklarheiten und Fiktionen seiner Dokumente, in Österreich fast spielerisch entstanden, in Berlin auf einmal ernst genommen wurden. Bald erschienen seine Beiträge in verschiedenen Zeitungen, darunter der Neuen Berliner Zeitung, ab Januar 1921 arbeitete er hauptsächlich für den Berliner Börsen-Courier.

Im Herbst 1922 kündigt er die Mitarbeit beim Börsen-Courier auf. Er schreibt: Ich kann wahrhaftig nicht mehr die Rücksichten auf ein bürgerliches Publikum teilen und dessen Sonntagsplauderer bleiben, wenn ich nicht täglich meinen Sozialismus verleugnen will. Vielleicht wäre ich trotzdem schwach genug gewesen, für ein reicheres Gehalt meine Überzeugung zurückzudrängen, oder für eine häufigere Anerkennung meiner Arbeit. Roth zeichnete zwar Beiträge für den sozialistischen Vorwärts als Der rote Joseph, war aber sicherlich kein Sozialist, dessen Überzeugungen auf theoretischen Fundamenten ruhten. Vielmehr zeigt er sich in seinen Berichten und Feuilletons als genauer Beobachter, der aus den wahrgenommenen Lebensfragmenten und unmittelbaren Äußerungen menschlichen Unglücks weitreichende (und häufig weitblickende) Folgerungen betreffend sozialer Missstände und politischer Verhältnisse zieht. Was die Belastbarkeit seiner Überzeugungen angesichts finanzieller Lockungen anbelangt, so gab er dafür selbst ein (von Freunden und Kollegen heftig kritisiertes) Beispiel, als er sich 1929 von den Münchner Neuesten Nachrichten, einem nationalistischen Blatt, sehr viel bezahlen ließ, um sehr wenig zu schreiben.

Ab Januar 1923 arbeitete er als Feuilletonkorrespondent für die renommierte Frankfurter Zeitung, in der in den folgenden Jahren ein großer Teil seiner journalistischen Arbeiten erscheinen sollte. Aufgrund der durch die Inflation in Deutschland und Österreich abwechselnd relativ schlechteren wirtschaftlichen Lage pendelte Roth in dieser Zeit mehrfach zwischen Wien und Berlin und schrieb außer für die FZ auch Artikel für die Wiener Sonn- und Montagszeitung, Neues 8-Uhr-Blatt (Wien), Der Tag (Wien) und das Prager Tageblatt. Während dieser Zeit arbeitete er an seinem ersten Roman („Das Spinnennetz“), der im Herbst 1923 als Fortsetzungsroman in der Wiener Arbeiter-Zeitung abgedruckt wurde, aber unvollendet blieb.

Sein Verhältnis zur Frankfurter Zeitung und dem damals für die Feuilleton-Redaktion zuständigen Benno Reifenberg blieb nicht frei von Reibungen. Roth fühlte sich nicht hinreichend geschätzt und versuchte dies durch Honorarforderungen zu kompensieren. Als er sich von der Zeitung trennen wollte, bot man ihm an, als Pariser Korrespondent für die FZ weiterzuarbeiten. Roth nahm an, siedelte im Mai 1925 nach Paris über und äußerte sich in seinen ersten Briefen enthusiastisch über die Stadt. Als er jedoch ein Jahr später von Friedrich Sieburg als Korrespondent abgelöst wurde, war er schwer enttäuscht. Zum Ausgleich verlangte er, von der FZ mit großen Reisereportage-Serien beauftragt zu werden. Vom September bis Dezember 1926 bereiste er daher die Sowjetunion, Mai bis Juni 1927 Albanien und Jugoslawien, im Herbst 1927 das Saargebiet, Mai bis Juli 1928 Polen und Oktober/November 1928 Italien.

Am 5. März 1922 hatte er in Wien Friederike (Friedl) Reichler geheiratet. Friedl war zwar eine attraktive, intelligente Frau, aber weder war sie eine Intellektuelle noch entsprach das ruhelose, mondäne Leben an der Seite eines reisenden Starjournalisten ihren Bedürfnissen. Darüber hinaus zeigte Roth Symptome einer fast pathologischen Eifersucht. Bereits 1926 hatten sich erste Symptome einer geistigen Erkrankung bei Friedl gezeigt, 1928 wurde die Krankheit manifest. Friedl wurde zunächst in der Nervenheilanstalt Westend behandelt, dann wohnte sie – von einer Krankenschwester betreut – eine Zeitlang bei einem Freund von Roth. Die Krankheit seiner Frau stürzte Roth in eine tiefe Krise. Er war nicht bereit, die Unheilbarkeit der Krankheit zu akzeptieren, hoffte auf ein Wunder, gab sich die Schuld an der Erkrankung – Wahnsinn galt und gilt unter frommen Juden ja als Strafe Gottes. Eine mögliche Besessenheit durch einen Dibbuk veranlasste ihn zu der (erfolglosen) Konsultation eines chassidischen Wunderrabbis. Während dieser Zeit begann er heftig zu trinken. Auch seine finanzielle Situation verschlechterte sich.

Als auch die Unterbringung bei Friedls Eltern keine Besserung brachte und die Kranke zunehmend in Apathie verfiel, brachte man sie im November 1930 in das Sanatorium Rekawinkel bei Wien, im Dezember 1933 kam sie in die Landes-Heil- und Pflegeanstalt „Am Steinhof“ bei Wien, schließlich im Sommer 1935 in das Landesklinikum Mostviertel Amstetten-Mauer. Friedls Eltern wanderten 1935 nach Palästina aus und Roth beantragte die Scheidung. Im Jahr 1940 wurde Friedl Roth Richtung Linz verschickt, über eine Ankunft dort gibt es keinen Beleg – sie wurde ein Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms (s. Aktion T4). Die Todesurkunde nennt als Datum den 15. Juli 1940.

Auch wenn in den folgenden Jahren die Krankheit seiner Frau für Roth eine Quelle von Selbstvorwürfen und Bedrückung bleiben sollte, löste er sich in anderer Hinsicht relativ bald aus der hoffnungslos gewordenen Situation. 1929 lernte er Sybil Rares kennen, eine jüdische Schauspielerin aus der Bukowina, die damals am Frankfurter Schauspielhaus engagiert war. Die Beziehung hatte jedoch keine lange Dauer.

Ganz anders verhielt es sich mit Andrea Manga Bell, die er im August 1929 kennen lernte und die in den folgenden sechs Jahren sein Schicksal teilen und ihm in die Emigration folgen sollte. Andrea Manga Bell war in Hamburg geboren, Tochter einer Hamburger Hugenottin und eines farbigen Kubaners. Sie war verheiratet mit Alexandre Manga Bell, Prince de Douala et Bonanyo aus der ehemaligen deutschen Kolonie Kamerun, Sohn des 1914 von den Deutschen exekutierten Doualakönigs Rudolf Manga Bell, der sie jedoch verlassen hatte und nach Kamerun zurückgekehrt war. Als Roth sie kennen lernte, war sie Redakteurin bei der Ullstein-Zeitschrift Gebrauchsgraphik und ernährte so die zwei Kinder aus der missglückten Ehe mit dem „Negerprinzen“. Roth war von der selbstbewussten und selbstständigen schönen Exotin sofort fasziniert und sein Interesse wurde erwidert. Bald bezogen die beiden eine gemeinsame Wohnung zusammen mit den Kindern Manga Bells.

Als Roth emigrieren musste, folgte ihm Andrea Manga Bell mit ihren Kindern. Im Laufe der Zeit kam es zu Reibungen, für die Roth die durch die Versorgung der Familie Manga Bells entstehenden finanziellen Probleme verantwortlich machte („Ich muß einen Negerstamm von neun Personen ernähren!“). Wahrscheinlichere Ursache für die Streitigkeiten und das endgültige Zerwürfnis Ende 1938 war wohl die extreme Eifersucht Roths, die auch aus der Ehe und anderen Beziehungen Roths belegt ist.

Dieses Porträt Joseph Roths gab eine Frau, die ebenfalls eine gute Hasserin war. Aber nicht nur darin trafen sich Keun und Roth, sondern auch im Hang zum Alkoholexzess: „… die beiden saufen wie die Löcher.“ − so Egon Erwin Kisch über das Paar.

Von 1936 bis 1938 lebten die beiden in Paris zusammen. Keun begleitete Roth auch auf seinen Reisen, unter anderem bei seinem Besuch in Lemberg Weihnachten 1936, wo er sie seiner alten Freundin Helene von Szajnoda-Schenk vorstellte.

Bald wurden auch seine Bücher verbrannt. Roth wählte als Ort seines Exils zunächst Paris, hielt sich aber im Laufe der folgenden Jahren nicht durchgängig in Frankreich auf. Er unternahm diverse, teils mehrmonatige Reisen, u.a. in die Niederlande, nach Österreich und nach Polen. Die Reise nach Polen erfolgt im Februar/März 1937, wo er auf Einladung des polnischen PEN-Klubs eine Reihe von Vorträgen hielt. Er unternahm bei dieser Gelegenheit einen Abstecher nach Lemberg, um seine dort lebenden Verwandten zu besuchen. Von Juni 1934 bis Juni 1935 hielt sich Roth, wie viele andere Emigranten auch, an der französischen Riviera auf. Zusammen mit Hermann Kesten und Heinrich Mann hatten Roth und Manga Bell ein Haus in Nizza gemietet.

Anders als vielen emigrierten Schriftstellern gelang es Roth, nicht nur produktiv zu bleiben, sondern auch Publikationsmöglichkeiten zu finden. Seine Werke erschienen in den niederländischen Exilverlagen Querido und de Lange, sowie in dem christlichen Verlag De Gemeenschap. Unter anderem deshalb hält er sich während seines Exils mehrfach in den Niederlanden auf (Mai 1935 in Amsterdam und 1936 längere Aufenthalte in Amsterdam und Ostende). Darüber hinaus verfasste er Beiträge für die von Leopold Schwarzschild herausgegebenen Exilzeitschrift Das neue Tage-Buch.

In den letzten Jahren verschlechterte sich Roths finanzielle und gesundheitliche Situation rapide. Im November 1937 hatte man das Hotel Foyot in der Rue de Tournon wegen Baufälligkeit abgerissen. Roth hatte in diesem Hotel zehn Jahre lang während seiner Parisaufenthalte gewohnt. So erlebte er ein letztes Mal einen Heimatverlust. Er zog vis-a-vis in ein Zimmerchen über seinem Stammcafe, dem Café Tournon.

Am 23. Mai 1939 wurde Roth in das Armenspital Hôpital Necker eingeliefert, nachdem er zuvor im Cafe Tournon zusammengebrochen war (angeblich infolge des Erhalts der Nachricht vom Selbstmord Ernst Tollers). Am 27. Mai starb er an einer doppelseitigen Lungenentzündung. Der fatale Verlauf der Krankheit wurde durch den abrupten Alkoholentzug (Alkoholdelirium) begünstigt. Zuvor soll ihm Otto von Habsburg bei einem Treffen das Trinken verboten haben.

Am 30. Mai wurde er auf dem Cimetière de Thiais im Süden von Paris beerdigt. Die Beerdigung erfolgte nach „gedämpft-katholischem“ Ritus, da kein Beleg für eine Taufe Roths erbracht werden konnte. Bei der Beerdigung kam es fast zur Kollision zwischen den sehr heterogenen Gruppen der Trauergesellschaft: österreichische Legitimisten, Kommunisten und Juden reklamierten den Toten als einen der ihren.

Das Grab liegt in der katholischen Sektion des Friedhofs. Die Inschrift auf dem Grabstein lautet „écrivain autrichien – mort à Paris en exil“.

In seiner Heimatstadt Brody erinnert heute eine kleine in Ukrainisch und Deutsch beschriftete Gedenktafel an den großen Sohn der Stadt.

Die Werke Roths einer bestimmten Richtung oder Gruppierung der zeitgenössischen Literatur zuzuordnen, fällt schwer. Am ehesten noch verbindet man ihn mit der Richtung der Neuen Sachlichkeit, und diese Zuordnung mag vor allem für seine frühen Romane auch zutreffend sein. So trägt Flucht ohne Ende nicht nur den Untertitel Ein Bericht, im Vorwort versichert der Autor auch: Ich habe nichts erfunden, nichts komponiert. Es handelt sich nicht mehr darum, zu „dichten“. Das wichtigste ist das Beobachtete.

Roth vertritt hier auch die Position des journalistischen „Handwerkers“. Roth war seinen Zeitgenossen in erster Linie als Journalist bekannt und journalistische Arbeiten machen gut die Hälfte seines Werkes aus. Roths Zugehörigkeit zur Neuen Sachlichkeit – die ja eine Gegenbewegung zu dem die Literatur der Weimarer Zeit prägenden Expressionismus war – leitet sich vielleicht eben auch davon ab, dass Roth kein Expressionist war. Am Sprachexperiment „Expressionismus“ nimmt Roth nicht teil, sondern bleibt in seinen (meisterlich verwendeten) sprachlichen Mitteln konservativ.

Wahrheit und Gerechtigkeit sind – als göttliche Attribute – zentrale Begriffe der jüdischen Kultur. Roth fühlte sich diesen Werten zweifellos tief verbunden. Betrachtet man aber den „Wahrheitsfanatiker“ Roth, so wird man irritiert durch den „Mythomanen“ und „Mystifikator“ Roth.

An dieser Stelle sollte angemerkt sein, dass kein einziger Fall belegt ist, in dem Roth aus seinen Mystifikationen persönlichen Vorteil − gar einen finanziellen − gezogen hätte. Vielmehr war er bekannt als über die eigenen Mittel hinaus großzügiger und selbstloser Helfer aller in Not Geratenen. Dennoch hat Roths dichterische Umgestaltung seiner Biographie nicht nur damals bei seinen Freunden und Bekannten, sondern auch bei seinen Biographen einige Irritation verursacht.

Allgemein wird bei Roth für die Jahre 1925/26 ein Wandlung vom Sozialisten zum Monarchisten diagnostiziert. Als Beleg, dass Roth zuvor ein „sozialistischer“ oder jedenfalls „linker“ Schriftsteller war, dienen seine sozialkritischen und sozial engagierten Artikel aus den früheren Jahren. Dabei fällt auf, dass ein sozialer Missstand ihm nicht Ausgangspunkt für Theoriebildung oder Beweis einer bereits formulierten Theorie ist, Roth bleibt beim Konkreten und erweist sich hier als sehr genauer Beobachter.

Auch, dass einige Artikel Roths im sozialdemokratischen Vorwärts unter dem Pseudonym „Der rote Joseph“ erschienen, begründet nicht unbedingt eine Charakterisierung des frühen Roths als Sozialist.

Wo er in der Literatur als „roter Joseph“ beim Wort genommen wird, entlarvt man ihn zuerst als Sozialromantiker; seine angenommene Abkehr vom Sozialismus wird dann als typisch für einen nicht genügend durch sozialistische Theorie gefestigten bürgerlichen Intellektuellen gesehen.

Auch seine Zugehörigkeit zur Gruppe 1925, einer Vereinigung linker Schriftsteller, ist kein rechter Beweis: Roth erscheint als Unterzeichner der Resolutionen der Gruppe, nahm aber an den Treffen der Gruppe nicht teil. Dennoch scheint er die Aktivitäten der Gruppe während der kurzen Zeit ihres Bestehens mit Interesse verfolgt zu haben.

Was den „Monarchisten“ Roth anbelangt: In seinen frühen journalistischen Arbeiten hatte sich Roth ausgesprochen monarchiekritisch gezeigt. Diese Position wandelte sich zu einer Idealisierung der Habsburger Monarchie, die zwar die Fehler und Versäumnisse des real (nicht mehr) existierenden österreichischen Ständestaats weder verkannte noch ignorierte, dafür aber in romantischer Verklärung die Utopie eines Österreichs malte, wie es hätte sein können oder sein sollen. Roth war hier nicht der einzige Vertreter dieser spezifischen k. u. k Nostalgie: von Fritz von Herzmanovsky-Orlando (Tarockanien) bis Robert Musil (Kakanien) arbeiteten einige Dichter an der Transferierung Österreichs ins Mythisch-Utopische.

Für Roth änderte sich das mit dem Heraufziehen des Nationalsozialismus. Er sah in Monarchie und katholischer Kirche die einzigen Kräfte, denen er zutraute, der „braunen Pest“ hinreichenden Widerstand entgegensetzen zu können − wenn sie sich dazu entschließen könnten. Konsequent verstärkt er nicht nur seine Selbststilisierung als (selbstverständlich katholischer) österreichischer Offizier, sondern unterstützte die Sache der Monarchisten konkret durch Artikel und politische Arbeit.

In seinen letzten Jahren suchte er den Kontakt zu legitimistischen Kreisen um den Thronprätendenten Otto von Habsburg und reiste in dessen Auftrag am 24. Februar 1938 (wenige Tage vor dem Anschluss Österreichs) nach Wien mit dem Ziel, den österreichischen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg zu einer Abdankung zugunsten Otto von Habsburgs zu überreden. Das Vorhaben war vielleicht nicht so illusionär, wie es rückblickend erscheint, jedenfalls blieb Roth erfolglos: es gelang ihm nicht, mit Schuschnigg zu sprechen und der Wiener Polizeipräsident Michael Skubl riet ihm, schleunigst wieder nach Paris zurückzukehren.

Der Untergang Österreichs als Verlust des Vaterlandes und dessen Verarbeitung bei Roth weist hin auf den frühen Verlust des Vaters. Dieses Gefühl von Verlorensein und Entwurzelung wird aber auch an anderer Stelle gestaltet, nämlich als Lebensgefühl der galizischen Juden und der Juden überhaupt, etwa in dem Essay Juden auf Wanderschaft.

Roth hat, seinem Ende schon nahe, die Sehnsucht nach einer Heimkehr in die (auch religiöse) Geborgenheit der jüdischen Kultur des "Schtetl" auf wunderbare Weise ins Katholische transformiert in der Legende vom Heiligen Trinker, wo der von Wundern und Gottesgnade geradezu verfolgte obdachlose Trinker Andreas Kartak im Tod Erlösung und Heimkehr findet.

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Roth (Rhein-Hunsrück-Kreis)

Wappen der Ortsgemeinde Roth

Roth ist eine Gemeinde der Verbandsgemeinde Kastellaun in der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks im Rhein-Hunsrück-Kreis, Rheinland-Pfalz (Deutschland).

Der Ort gehörte im Mittelalter zur vorderen Grafschaft Sponheim. 1417 gelangte der Ort mit dem Amt Kastellaun zur hinteren Grafschaft.

Seit 2007 ist Michael Freiß Bürgermeister von Roth. Er löste Friedhelm Doffing ab.

Roth liegt 800 m von der Hunsrückhöhenstraße, (Bundesstraße 327), entfernt.

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Source : Wikipedia