Rostock

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Geschrieben von bishop 07/04/2009 @ 19:07

Tags : rostock, mecklenburg-vorpommern, deutschland

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Rostock

Wappen der Stadt Rostock

Die Hansestadt Rostock /ʁɔstɔk/ (früher eher /ʀɔsdɔk/) ist eine norddeutsche Stadt an der Ostsee. Die kreisfreie Stadt erhielt im Jahr 1218 das Lübische Stadtrecht, welches sich wiederum an das Soester anlehnt. Rostock zieht sich etwa 20 Kilometer am Lauf der Warnow bis zur Ostsee entlang. Der größte bebaute Teil Rostocks befindet sich auf der westlichen Seite der Warnow. Der östliche Teil der Stadt wird durch Gewerbestandorte und das Waldgebiet der Rostocker Heide geprägt. Rostock hat heute etwa 200.000 Einwohner und ist von Einwohnerzahl und Fläche die größte Stadt des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Rostock hat einen für Passagierverkehr und Güterumschlag wichtigen Ostseehafen und einen der größten Kreuzfahrthäfen Deutschlands. Kulturell wie wirtschaftlich gilt es als die wichtigste Stadt im Land. Geprägt ist es durch die Lage am Meer, den Hafen, die Hanse und deren Backsteingotik sowie die Universität Rostock, die bereits 1419 gegründet wurde und so zu den ältesten Nordeuropas zählt. Rostock liegt im Landesteil Mecklenburg und gehörte bis 1918 zum Großherzogtum, dann zum Freistaat Mecklenburg-Schwerin. Die Stadt ist eines der vier Oberzentren des Landes. Wirtschaftlich dominiert neben Schiffbau und Schifffahrt, dem Tourismus und Servicesektor deutlich die Universität als größter Arbeitgeber der Stadt.

Rostock liegt ziemlich genau in der nördlichen Mitte Mecklenburg-Vorpommerns. Das Stadtgebiet erstreckt sich beiderseits des Unterlaufs der Warnow, die als Unterwarnow vom Rostocker Stadtzentrum bis zur etwa 16 km entfernten Küste schiffbar ist. Vor der Mündung in die Ostsee beim Ortsteil Warnemünde weitet sich die Unterwarnow in Richtung Osten zum Breitling aus. Hier befindet sich der Rostocker Seehafen. Der Südosten und das westliche Warnowufer, die von fruchtbaren Grundmoränenflächen bedeckt werden, sind dicht besiedelt, während der Nordosten durch ländliche Ortsteile und den ca. 6000 ha großen Küstenwald Rostocker Heide geprägt wird.

Rostocks größte Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt 21,6 km und von Ost nach West 19,4 km. Die Länge der Stadtgrenze (ohne Küste) beträgt 97,9 km. Rostocks Küste selbst hat eine Länge von 18,5 km. Die Warnow im Stadtgebiet erstreckt sich über 16 km weit. Der höchste Punkt in der Stadt mit etwa 49 m über NN liegt im Ortsteil Biestow (Biestow-Ausbau, Friedrichshöhe), der niedrigste mit etwa 1,5 m unter NN im Ortsteil Warnemünde (Diedrichshäger Moor).

Die Geografie der Altstadt, aber auch die der Gegend um Warnemünde haben sich im Laufe der Zeit sichtbar verändert. Wo heute Am Strande eine Hauptverkehrsstraße verläuft, war früher wirklich Strand, und lange Brücken führten in das schiffbare Wasser. Um die Stadt verlief außerdem lange ein Wassergraben zum Schutz, der – nutzlos geworden – im Zuge der Entfestigung und des Ausbaus des Stadthafens korrigiert wurde. (Auf alten Fotos und Abbildungen sind noch die heute nicht mehr vorhandenen Brücken vor dem Petritor und vor dem Kröpeliner Tor zu sehen.) Dabei wurde neben dem Fischer-Hafen der Haedge-Hafen mit dem Kohlenkai – heute Haedge-Halbinsel – gebaut.

Darüber hinaus ist auch der Abfluss der Warnow in Warnemünde verändert worden. War es früher der Alte Strom, ist es heute der Neue Strom, der auch deutlich ausgebaut wurde. Auch der Breitling wurde mit der Anlage großer Hafenbecken verändert.

Die durchschnittliche Lufttemperatur beträgt 8,4 °C, im Jahresmittel fallen 591 mm Niederschlag.

Die Kyzziner, welche zum slawischen Stammesverband der Wilzen gehörten und bereits um 600 dort Siedlungen gehabt haben müssen, nannten in ihrer Sprache das Auseinanderfließen der Warnow rastokŭ und gaben der Stadt somit ihren Namen. Dieser altpolabische Name lässt sich Übersetzen in auseinander für roz und Fluss für tok, also der Fluss, der auseinander fließt oder sich hier gabelt.

Der Name der Stadt hat sich im Laufe der Jahrhunderte nur leicht verändert, darauf lässt sich unter anderem aus historischen Texten schließen. Auf relevante Unterschiede in der Aussprache lässt sich aus diesen jedoch nicht sicher schließen. Um 1165 wurde zuerst Rozstoc erwähnt. Die Burg wurde 1171 Urbs Rozstoc, das Castrum 1182 Rostoch genannt. Weitere Varianten finden sich seit 1189: Rotstoc und Rotstoch, 1218 folgte Rozstoc, dann 1219 Roztoc und ab 1240 Rostok. Um 1366 hieß es schließlich Roztock. Dort wo die Warnow, früher Varnowa, welche durch die Stadt fließt, in die Ostsee mündet, liegt folgerichtig Warnemünde. Varna bzw. varn bedeutet Krähe, bzw. Rabe.

Die Geschichte um die Gründung Rostocks und die Geschichte um die Gründung des mecklenburgischen Herrschergeschlechts gingen miteinander einher und bedingten einander. Schon lange vor der Neugründung der Stadt Rostock siedelten Stämme, bereits seit ca. 600 die zu dem ‚sagenhaften‘ Volk der Wilzen gehörenden Kessiner in dem Gebiet um die Warnow. In der Zeit der Stadtgründung fanden Auseinandersetzungen vor allem zwischen dem Reich der Sachsen und dem der Abodriten statt, auch die Dänen waren in diesen Konflikt stark involviert. 1159–1185 fanden so regelmäßig Flottenzüge des dänischen Königs Waldemar I., dem Sohn Knud Lavards (1096–1131), gegen die Wenden statt, welche die süddänischen Inseln bedrohten. Als erster wirklicher Beleg Rostocks gilt aber der Bericht des Saxo Grammaticus in dessen 16-bändiger Geschichte Dänemarks, den Taten der Dänen (gesta danorum). 1161, so berichtete er, zerstörten die mit den Sachsen verbündeten Dänen unter Waldemar I. die slawische Fürstenburg Rostock (urbs roztoc). Nach dieser Zerstörung wurde die Siedlung mit einem Handelswik wieder aufgebaut. Noch im 12. Jahrhundert hatten sich Handwerker und Kaufleute dort niedergelassen. Ein früher Beleg ist 1189 die Existenz einer Burg, eines Marktes und einer St.-Clemens-Kirche mit deutschem Priester.

Um 1200, als die Siedlung in den Warnowniederungen zu klein geworden war, wurde auf einer Anhöhe auf der benachbarten, gegenüberliegenden Seite der Warnow, Rostocks ältester Stadtkern neu und nach Lübischem Vorbild gegründet. Der Alte Markt entstand damals um die Petrikirche herum und so existierten zwei erste Rostocker Siedlungen nebeneinander.

Rostock wurde schnell zum eigentlichen Kernstück Mecklenburgs. 1214 rang Waldemar II. Kaiser Friedrich II. die Lehnshoheit über das Land ab. 1218 dann ist die Siedlung um die Petrikirche erstmals schriftlich bezeugt: In einer ersten überlieferten Urkunde vom 24. Juni 1218 bestätigt Heinrich Borwin I., der Fürst von Mecklenburg und Herr über Rostock, das Lübische Stadtrecht. Um die historisch gewachsene Eigenständigkeit Rostocks gegenüber den mecklenburgischen Fürsten zu betonen und nachzuweisen, wurde dieses Datum über die Jahrhunderte und zuweilen bis heute als der eigentliche Geburtstag der Stadt im Bewusstsein verfestigt. Darauf bildeten sich die beiden weiteren Teilstädte in Rostock. In der Mittelstadt am Neuen Markt wurde 1230 mit dem ersten Bau der Marienkirche begonnen, wo 1232 die zweite Siedlung (später Mittelstadt) bezeugt ist, von 1252 existiert ein erster Beleg der Neustadt um die heute zerstörte Jakobikirche. Um 1240 bzw. 1256 kamen die Bettelorden der Franziskaner bzw. der Dominikaner in die Stadt (sie erbauten Katharinenkonvent bzw. Johanniskonvent).

1251 erhielt Rostock vom dänischen König Abel die gleichen Handelsprivilegien wie zuvor schon Lübeck und 1252, die dritte Rostocker Teilstadt war wahrscheinlich schon gegründet, wurde die Stadtrechtbestätigung von 1218 wiederholt, in der nun auch die Zollfreiheit in der Herrschaft Rostock bestätigt wurde, was die Grundlage bildete für die städtische Machtstellung.

Als sich 1257 die Ratsherren der Städte Lübeck, Rostock und Wismar über wirtschaftliche und politische Fragen berieten, bestand Rostock noch aus diesen drei voneinander getrennten Teilstädten, die sich erst 1265 vereinigten. Darauf wurde der Neue Markt zum Zentrum der Stadt und zum Schutz eine Stadtmauer gebaut, die ca. 1 km² umschloss, ein Gebiet, das bis in das 19. Jahrhundert nicht nach außen wuchs.

Die hanseatische Tradition der Stadt ist bis heute deutlich spürbar. In bewusster Anlehnung daran trägt Rostock seit 1990 auch wieder den Titel Hansestadt. Begonnen hatte sie damit, als 1283 Lübeck, Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald, Stettin, Demmin, Anklam und einige Fürsten das Rostocker Landfriedensbündnis schlossen und somit das Wendische Quartier begründeten. Vierzig Jahre später, 1323, wurde von Rostock das kleine Fischerdorf Warnemünde den Dänen abgekauft. 1325 erwarb die Stadt mit dem Münzrecht das Recht, eine eigene Münze, die Mark Rostocker Pfennige, zu prägen. Darüber hinaus erwarb Rostock 1358 die volle Gerichtsbarkeit. So wurde Rostock zu einem der bedeutendsten Mitglieder der Hanse, der Hafen war längst der wichtigste des Landes. Zeichen der Bedeutung der Stadt war vor allem, dass 1419 mit der Universität Rostock eine der ältesten Universitäten Nordeuropas gegründet wurde. Von Papst Martin V. wurde die Gründung einer theologischen Fakultät aber noch untersagt.

War Rostock auch bis zum letzten Hansetag 1669 Mitglied der Hanse, begann mit dem Erstarken der landesfürstlichen Macht über die Städte auch ihr Ende. An Rostock ist das sehr deutlich zu sehen. 1484 erklärte Papst Innozenz VIII. die Jacobikirche in einer Bulle zum Domstift. Dass sich die Rostocker zunächst dagegen verwahrten, führte zu einer von 1486 bis 1491 andauernden Domfehde, nach der die Schweriner Herzöge Buße forderten und höhere Abgaben sowie Soldaten für das mecklenburgische Heer verlangten.

Darüber hinaus wurde Rostock vom Bischof von Ratzeburg 1487 mit dem Kirchenbann belegt, was bedeutete, dass die Universität die Stadt verlassen musste. Erst 1488 erlaubte der Papst die Rückkehr.

Nachdem um 1520 die reformatorischen Lehren Martin Luthers nach Rostock kamen, setzte sich die Reformation relativ schnell durch. Schon im April 1531 entschied der Rat der Stadt über die Verbindlichkeit der reformatorischen Lehre in Gottesdiensten.

1565 kam es zu weiteren Auseinandersetzungen mit Schwerin, die weitgehende Folgen hatten. Unter anderem ging es dabei um die Einführung einer Bierakzise zugunsten der Herzöge. Johann Albrecht I. zog mit 500 Reitern gegen die Stadt, nachdem Rostock ihm den formalen Huldigungseid verweigerte und ließ die Stadtmauer schleifen um eine Festung bauen zu lassen. Erst der Erste Rostocker Erbvertrag vom 21. September 1573, in dem den Landesfürsten die Erbherrschaft über die Stadt für Jahrhunderte garantiert wurde, Rostock sich also auf lange Zeit band, und sie außerdem als höchste Richter anerkannt wurden, beendete den Konflikt. Die Bürger schleiften im folgenden Frühjahr die Festung. Von 1575 bis 1577 erfolgte dann der Wiederaufbau der Stadtmauer, sowie des Lagebuschturms und des Steintors im Stil der Niederländischen Renaissance. Die Inschrift sit intra te concordia et publica felicitas, die noch heute auf dem Tor zu lesen ist, bezieht sich direkt auf den Konflikt mit dem Herzog. 1584 kam es schließlich zum Zweiten Rostocker Erbvertrag, der eine weitere Abgabe früherer Privilegien nach sich zog. Mit den Erbverträgen wurde gleichzeitig die Hoffnung Rostocks darauf zunichtegemacht, wie Lübeck bereits 1226, die Reichsunmittelbarkeit zu erlangen.

Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648), der das endgültige Ende der Hanse herbeiführte, litt Rostock stark unter den ständig wechselnden Besetzungen und Plünderungen. Im Zentrum langfristiger Konflikte stand dabei der Schwedenzoll, der in Warnemünde vom Schwedenkönig Gustaf Adolf erhoben wurde. Wallenstein war es, der Rostock befestigte, um von dort aus die Eroberung Pommerns zu unternehmen, verlor die Stadt aber 1631 an die Schweden. Erst nach Ende des Dreißigjährigen Krieges, 1648, zogen diese sich aus Warnemünde zurück, bezogen aber noch bis 1654 den Zoll. Rostock war in dieser Zeit völlig verarmt.

Waren die Konflikte mit Schweden nicht genug, sorgte spätestens der Brand am 11. August 1677 dafür, dass ein Drittel der Stadt vernichtet wurde, also etwa 700 von zuvor 2000 Häusern, und Rostock völlig in die politische und wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit geriet. Die Einwohnerzahl sank so in der Zeit von 1594 bis 1677 von einst 14.800 auf 5000 ab.

Das Ende des Dreißigjährigen Krieges bedeutete für Rostock nicht das Ende des andauernden Verfalls von Macht und Stärke. Der Nordische Krieg und der Siebenjährige Krieg zeichneten die Stadt weiter. Darüber hinaus nutzten die Fürsten die Schwäche Rostocks aus und sicherten in dieser Zeit langfristig mit den Landesherrlichen Erbverträgen von 1755 und 1788 ihre Macht.

Erst Ende des 18. Jahrhunderts begann langsam der Wiederaufstieg der Hansestadt. Allerdings wurde Mecklenburg 1806 von den Franzosen besetzt, Rostock musste sich den Bedingungen der Kontinentalsperre beugen und Rostocker Bürger mussten in der napoleonischen Armee dienen. Ein anderer Rostocker allerdings, Gebhard Leberecht von Blücher, kämpfte während der Befreiungskriege auf der Seite der Allianz und war entscheidend an der Schlacht bei Waterloo beteiligt, in der Napoleon geschlagen werden konnte.

Das 19. Jahrhundert brachte dann der Stadt mit der umfassenden Industrialisierung neuen Reichtum, was sich in vielen Gebäuden und Anlagen dieser Zeit heute noch deutlich zeigt. Um 1830 begannen die Rostocker auch außerhalb der Stadtmauergrenzen zu bauen. Villen- und Arbeiterviertel entstanden. Um die gleiche Zeit entwickelte sich auch Warnemünde zu einem der bedeutendsten Seekurorte in Deutschland.

1852 wurde der erste deutsche Schraubendampfer fertiggestellt, und 1870 erhielt die Universität ihr heutiges Hauptgebäude. Gegen Ende des Jahrhunderts, 1891, wurde die Neptun Schiffswerft und Maschinenfabrik AG als der erste industrielle Großbetrieb Mecklenburgs gegründet. Die Bevölkerungszahl stieg in den folgenden Jahrzehnten um fast 80.000 auf 121.000 Einwohner. Auch Industrien wie die Chemischen Fabriken des Friedrich Witte sowie Landmaschinenbau, Bauwesen und die Entwicklung Rostocks zum Verwaltungs- und Bankenstandort trugen dazu bei, der Stadt zu einem seit langem ungekannten Aufstieg zu verhelfen.

Seit 1868 nach dem Beitritt Mecklenburg-Schwerins zum Norddeutschen Bund durften sich wieder Juden in der Stadt niederlassen. Schnell bildete sich eine jüdische Gemeinde, die sich 1870 einen Friedhof am Rande des Alten Friedhofs, dem heutigen Lindenpark, einrichtete.

Die schnelle Industrialisierung brachte aber nicht nur Gutes. Spätestens mit dem Ersten Weltkrieg kam es zu viel Armut unter den Arbeitern, die sich in Unruhen äußerten und in der Forderung nach einem Ende des Krieges sowie der Beseitigung der halbfeudalen Verhältnisse in Mecklenburg. So waren es vor allem die Rostocker, die für die Demokratisierung und den Sturz des Großherzogs im Land verantwortlich waren. Die erste demokratische Verfassung Rostocks war es schließlich erst, welche den Landesherrlichen Erbvergleich von 1788, der die Stadt über Jahrhunderte an einer freien Entwicklung hinderte, außer Kraft setzte.

Im Jahre 1902 weihte die Jüdische Gemeinde für die etwa 280 Mitglieder eine Synagoge in der Augustenstraße 101 ein.

In den 1920er Jahren konnte die Industrialisierung fortgesetzt werden. So wurden vor allem die Flugzeugwerke von Ernst Heinkel 1922 in Rostock gegründet. In Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Hans Joachim Pabst von Ohain entwickelte Ernst Heinkel das weltweit erste funktionsfähige Flugzeug mit Düsenantrieb. Der Jungfernflug dieser als He 178 bezeichneten Maschine wurde am 27. August 1939 in Rostock durchgeführt.

In der Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs wurde Rostock als Industriestandort in die allgemeine Aufrüstung eingebunden.

Wie in anderen Städten des Deutschen Reiches kam es auch in Rostock in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 zu den antisemitischen Ausschreitungen der Reichspogromnacht, in deren Verlauf die Rostocker Synagoge von den Nationalsozialisten niedergebrannt wurde. Schon vorher waren unter dem Druck viele Juden ausgewandert, einige hatten Selbstmord begangen wie der Zahnmediziner Prof. Hans Moral. Jüdischer Besitz wurde „arisiert“. Im Holocaust wurden auch aus Rostock Menschen deportiert und getötet, die meisten im Juli und November 1942. Seit 2001 erinnern Gedenkplatten, so genannte Stolpersteine an jüdische Opfer der Shoa.

Durch die Erweiterung der Heinkel-Werke ab 1933 wurde Rostock zu einem Schwerpunkt der Rüstungsindustrie des Deutschen Reiches ausgebaut. Das Unternehmen wurde so zum größten Arbeitgeber Mecklenburgs. Diese Entwicklung hatte allerdings auch zur Folge, dass die Stadt zu einem wichtigen Angriffsziel der Alliierten im Zweiten Weltkrieg geworden war. Mehrere Tausend Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene mussten bei der Firma Heinkel und auf der Neptunwerft Zwangsarbeit verrichten.

Ende April 1942 wurde Rostock – nach dem Luftangriff auf Lübeck – Ziel des zweiten britischen Flächenbombardements auf eine deutsche Großstadt. Vom 23. bis zum 27. April flog die Royal Air Force, jeweils nachts, schwere Angriffe gegen Arado- und Heinkelwerke einerseits und gegen das Stadtzentrum andererseits. Mehr als die Hälfte der historischen Bausubstanz wurde vernichtet, das alte Rostock existierte zu großen Teilen nicht mehr. Ende 1942 war Rostock eine der am schwersten zerstörten Städte im Deutschen Reich. Zum Ende des Krieges waren von vormals 10.535 Wohnhäusern in der Stadt 2611 vollständig zerstört, weitere 6735 beschädigt. Reichsstatthalter Hildebrandt erklärte für die Zeit bis zum 4. Juni 1942 für das Gebiet der Seestadt Rostock den Ausnahmezustand, der in Deutschland seit 1923 nicht mehr verhängt wurde.

Rostock wurde am 1. Mai 1945 – kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs – durch die Rote Armee nahezu kampflos besetzt, nicht zuletzt, da sich die Führung der örtlichen NSDAP zu dem Zeitpunkt bereits auf der Flucht befand. Die Überreste der weitgehend zerstörten Flugzeugwerke fielen als Reparationen an die Sowjetunion. Die Neptun-Werft wurde wieder aufgebaut und in Warnemünde entstand 1945/46 die Warnowwerft. Beide Werften führten anfangs fast ausschließlich Reparationsaufträge durch.

Durch Kriegsheimkehrer und den Zustrom Vertriebener stieg die Einwohnerzahl bis 1950 wieder auf den Vorkriegsstand. Rostock gehörte zur sowjetischen Besatzungszone und seit 1949 zur DDR.

Zu den Opfern der diktatorischen Politik der sowjetischen Besatzungsmacht und der SED gehörte der Student Arno Esch, der als führender Funktionär in der LDP Opposition betrieb und 1949 verhaftet wurde. Sowjetische Gerichte verurteilten ihn zum Tode, die Hinrichtung erfolgte in Moskau 1951.

Der Aufstand des 17. Juni 1953 löste auf der Rostocker Werft Streiks und weitergehende politische Forderungen aus. Sowjetische Truppen und deutsche Polizei dämmten die Bewegung gewaltsam ein. Seit 1959 residierte die Bezirksdienststelle der Stasi, die größte aller 15 Bezirke und zuständig für die ganze Ostseeküste, auf einem großen Komplex in der August-Bebel-Straße. Dort wurden bis 1989 mehr als 4800 Menschen inhaftiert, die meisten aus politischen Gründen.

Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der zerstörten Stadt, viele Gebäude – wie das Stadttheater – waren allerdings nicht mehr zu retten. Andere, wie die Jakobikirche oder das Petritor, hätten durchaus gerettet werden können.

1952 wurde Rostock durch die Verwaltungsreform Bezirksstadt des gleichnamigen Bezirks (siehe: Bezirk Rostock). Die Stadt entwickelte sich zum Schiffbau- und Schifffahrtszentrum des Landes und erlangte nicht zuletzt hierdurch eine wachsende Bedeutung innerhalb der DDR. Neben den Werften entstanden 1949 das Dieselmotorenwerk, 1950 das spätere Fischkombinat und 1952 die Deutsche Seereederei Rostock (DSR). Infolge des Krieges und der deutschen Teilung verfügte die DDR über keinen bedeutenden Seehafen. So entstand zwischen 1957 und 1960 der Überseehafen Rostock. Auch die Hochschullandschaft folgte der maritimen Ausrichtung.

Der wirtschaftliche Aufschwung ließ viele Menschen aus anderen Teilen der DDR nach Rostock strömen. Bis 1988 wuchs die Stadt auf über 250.000 Einwohner. Es entstanden um das Zentrum von Rostock zwischen 1960 bis 1989 die folgenden Großwohnsiedlungen meist in Plattenbauweise: Dierkow (7530 Wohnungen), Evershagen (8732 Wohnungen), Groß Klein (8200 Wohnungen), Lichtenhagen (6925 Wohnungen), Lütten Klein (10.631 Wohnungen), Reutershagen (9772 Wohnungen), Schmarl (4908 Wohnungen), Südstadt (7917 Wohnungen) und Toitenwinkel (6549 Wohnungen).

Die politische Wende 1989 ermöglichte auch in Rostock große Veränderungen. Im Frühherbst 1989 versammelten sich mehr und mehr Bürger der Stadt zu den bald wöchentlich stattfindenden Donnerstags-Demonstrationen. Der Rostocker Pastor Joachim Gauck leitete die Mahngottesdienste in der St. Marienkirche, an die sich die Demonstrationen anschlossen. Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland 1990 erlebte die Stadt wichtige Veränderungen. Am deutlichsten war jedoch zunächst ein Bevölkerungsrückgang um ungefähr 50.000 Einwohner durch Abwanderung in andere Teile Deutschlands, Geburtenrückgang und Umzüge in den Speckgürtel um die Stadt. Diese Tendenz kam erst 15 Jahre später zum Stillstand. Gleichzeitig verloren viele Menschen in der Stadt, wie in der ganzen Region, ihre Arbeitsplätze, neue konnten aufgrund fehlender wirtschaftlicher Strukturen nicht schnell genug entstehen. Dennoch blieb Rostock das wichtigste wirtschaftliche Zentrum Mecklenburg-Vorpommerns.

Ab 1991 wurde der historische Stadtkern u. a. im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert. Gebäude, die vor dem Verfall standen, wurden gerettet, ein behutsamer Rückbau und Stadtumbau in den Plattenbaugebieten wurde zusammen mit Verbesserungen des Wohnumfelds begonnen, um einem Leerstand von Wohnungen entgegenzuwirken. Die Infrastruktur wurde erneuert und als ein wichtiges, sichtbares Zeichen für den Neuanfang erhielt St. Petri seinen neu errichteten Turmhelm, der unter anderem auch aus Spendengeldern finanziert worden ist.

Ein gesellschaftlicher Tiefpunkt waren im August 1992 ausländerfeindliche Übergriffe im Stadtteil Lichtenhagen, welche das Bild der Stadt noch Jahre danach in der Öffentlichkeit prägten. Eine Antwort von Rostocker Einwohnern darauf war die Gründung der bis heute sehr aktiven Initiative „Bunt statt Braun“ (siehe Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen).

Rostock richtete 2003 die Internationale Gartenschau (IGA) aus. Im selben Jahr wurde auch der Warnowtunnel eröffnet. Die gemeinsame Bewerbung mit Leipzig um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2012 aber misslang schon in der internationalen Vorauswahl durch das IOC am 18. Mai 2004. Zu einer stärkeren Identifizierung mit der Stadt tragen auch bis heute weitere umfangreiche Renovierungen der historischen Bausubstanz in Rostock bei und nicht zuletzt Veranstaltungen wie die Hanse Sail.

Diese Jahre sind neben einer gewissen wirtschaftlichen Konsolidierung allerdings ebenso geprägt von emotionalen Auseinandersetzungen mit der Politik des Landes und des Bundes um Kürzungen der Finanzierung vor allem im Bildungswesen sowie in der Kultur. Die Universität ist so beispielsweise gezwungen, die traditionelle juristische Fakultät zu schließen. Rostock selbst ist verschuldet und kämpft um seine Verwaltungsautonomie. Daher werden einige umfangreiche strukturelle Reformen in der Stadt, aber auch der Verwaltung des Landes Mecklenburg-Vorpommern unternommen, die zu mehr Effizienz führen sollen.

In den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit geriet Rostock Anfang Juni 2007 mit dem Weltwirtschaftsgipfel der G8 im nordwestlich gelegenen Seebad Heiligendamm. Ein großer Teil der Begleitveranstaltungen fand in Rostock statt, so der Alternativgipfel und zahlreiche Demonstrationen. Am Rande der internationalen Demonstration am 2. Juni kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Globalisierungskritikern, bei denen nach offiziellen Angaben rund 1.000 Personen verletzt wurden, vorwiegend durch Steinwürfe und den Einsatz von Wasserwerfern.

An der Spitze der Stadt stand seit dem 13. Jahrhundert der Rat mit zunächst 10, später 24 Ratsherren. Den Vorsitz hatte der Proconsules beziehungsweise Bürgermeister. Im 19. Jahrhundert gab es sogar 3 Bürgermeister. Ab 1925 tragen die Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister (Liste der Rostocker Bürgermeister). Dieser wurde über Jahrhunderte vom Rat der Stadt gewählt. Seit 2002 wird er direkt vom Volk gewählt.

Als Vertretung der Bürger gibt es eine Stadtvertretung, die in Rostock die Bezeichnung Bürgerschaft trägt (in anderen Städten heißt dieses Gremium auch Gemeinderat, Stadtverordnetenversammlung oder Rat der Stadt). Die Mitglieder der Bürgerschaft werden von den Bürgern der Stadt auf 5 Jahre gewählt. Nach dem Wegfall der Fünf-Prozent-Hürde zur Kommunalwahl am 13. Juni 2004 wurden die Mehrheitsverhältnisse in der Rostocker Bürgerschaft unübersichtlich. Die Bürgerschaft besteht derzeit aus 53 Abgeordneten; die CDU und Die Linke stellen jeweils 13, die SPD 11, Bündnis 90/Die Grünen 6, die FDP und der Rostocker Bund jeweils 3 und sonstige 4 (darunter GRAUE und SAV). Vorsitzender ist der Präsident der Bürgerschaft. Dieses zusätzliche repräsentative Amt in der Stadt wurde 1990 neben dem Amt des Oberbürgermeisters durch das „Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR“ durch die damalige Volkskammer der DDR eingeführt. Es wurde zunächst hauptamtlich wahrgenommen. Seit der Änderung der Kommunalverfassung 1994 wird es nur noch ehrenamtlich ausgeführt. Der Präsident der Bürgerschaft leitet die Sitzungen, bereitet diese vor und vertritt die Bürgerschaft nach außen. Er repräsentiert zusammen mit dem Oberbürgermeister die Stadt.

Zum Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock wurde am 27. Februar 2005 Roland Methling (parteilos) im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit gewählt.

Rostock führte in seiner Geschichte drei verschiedene Wappen. Das Signum, Secretum und Sigillum. Das Signum, welches seit 1367 als Siegelstempel nachweisbar ist, entstand zuletzt und ist bis heute das Wappen der Hansestadt.

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 9 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Das Wappen wurde 1939 von dem Berliner Prof. Hans Schweitzer neu gezeichnet.

In Blau ein schreitender goldener Greif ist das herrschaftliche Zeichen der Rostocker Fürsten. Darunter Silber und Rot sind die Farben der Hanse.

Die Stadtflagge besteht aus drei waagerechten Streifen. Der obere Streifen zeigt die Farbe Blau. Er nimmt die Hälfte der Flaggenhöhe ein und ist mit einem zum Liek gewendeten, schreitenden goldenen (gelben) Greifen mit aufgeworfenem Schweif und ausgeschlagener roter Zunge belegt. Der mittlere Streifen zeigt die Farbe Silber (Weiß), der untere Streifen die Farbe Rot. Die beiden unteren Streifen nehmen je ein Viertel der Höhe ein. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.

Im Laufe der Geschichte hat sich die Stadtflagge mehrmals verändert. In der heutigen Form wurde sie zuletzt in der Hauptsatzung von 1991 vom Rat der Stadt festgelegt. Der Greif ist ein typisches Wappentier für die wendische Region, mit Greifswald wurde selbst eine Stadt nach ihm benannt. Der Greif ist das Schutztier. Mit seinen Krallen hält es Feinde fern. Das Wappen ist in Rostock nicht nur auf Flaggen, Häusern und Haltestellen zu sehen, sondern auch auf Kanaldeckeln, Gartenzäunen, Brücken sowie an Schiffen und Restaurants.

Das Stadtgebiet Rostocks ist in 31 Ortsteile gegliedert. Mehrere Ortsteile sind insgesamt in acht Ortsamtsbereiche zusammen gefasst, für die jeweils ein Ortsamt zuständig ist. Hier werden Einwohnerangelegenheiten (z. B. Meldungen) bearbeitet.

Alle Ortsteile der Stadt sind zu insgesamt 19 Ortsteilvertretungen zusammen gefasst. Diese Gremien heißen Ortsbeiräte und werden von der Bürgerschaft der Stadt Rostock nach jeder Kommunalwahl neu bestimmt. Ihre Mitgliederzahl schwankt je nach Größe ihres Zuständigkeitsbereichs zwischen 9 und 13. Die Ortsbeiräte sind zu wichtigen Angelegenheiten in ihren Ortsteilen zu hören und sind vor allem beratend tätig. Eine endgültige Entscheidungskompetenz hat jedoch nur die Bürgerschaft der Gesamtstadt.

In dem Bereich, in dem die Hansestadt nicht an die Ostsee grenzt, ist sie vollständig vom Landkreis Bad Doberan umgeben. Seit den 1990er Jahren ist so durch neu entstandene Siedlungen und Gewerbegebiete eine Agglomeration entstanden, also ein Gebiet, das administratorisch nicht zu der Stadt selbst zählt, jedoch geografisch.

Bei den Nachbargemeinden Rostocks handelt es sich um die folgenden: im Nordosten die amtsfreie Gemeinde Graal-Müritz, im Osten das Amt Rostocker Heide (mit den Gemeinden Gelbensande, Rövershagen, Mönchhagen und Bentwisch), im Südosten das Amt Carbäk (mit Broderstorf und Roggentin), im Süden das Amt Warnow-Ost mit Kessin. Im Süden bis in den Nordwesten grenzt Rostock an das Amt Warnow-West (mit den Gemeinden Papendorf, Kritzmow, Lambrechtshagen, sowie Elmenhorst/Lichtenhagen), unterbrochen nur von einer kurzen Angrenzung an das Amt Bad Doberan-Land mit der Gemeinde Admannshagen-Bargeshagen.

Nach der Gründung der Stadt und der Vereinigung der Stadtteile erwarb Rostock im 13. Jahrhundert die große Rostocker Heide sowie einige nahe gelegene Dörfer und Gutsstellen (Bartelsdorf, Bentwisch, Broderstorf, Kassebohm, Kessin, Rövershagen, Riekdahl, Stuthof, Willershagen und Gragetopshof).

Die meisten dieser Orte wurden jedoch später wieder als eigenständige Gemeinden geführt und erst im 20. Jahrhundert wieder dem Stadtgebiet Rostocks angeschlossen (vergleiche unten: Rostocker Eingemeindungen im Detail). Im 14. Jahrhundert erwarb die Stadt das Dorf Warnemünde und erhielt so den Zugang zum Meer. Bis in das 20. Jahrhundert hinein war Warnemünde eine Rostocker Exklave. Ein geschlossenes Stadtgebiet besteht seit 1934.

Man kann somit drei Stufen der Stadtentwicklung festhalten: Die erste im 13. und 14. Jahrhundert, die zweite nach der Industrialisierung, also seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und die dritte nach dem Zweiten Weltkrieg (siehe Grafik).

Gemäß einer Entscheidung des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern vom 5. April 2006 sollte es ab dem 1. Oktober 2009 einen Großkreis Mittleres Mecklenburg-Rostock mit der Kreisstadt Rostock geben. Dieser Großkreis sollte die bisherigen Landkreise Bad Doberan und Güstrow sowie die bisher kreisfreie Stadt Rostock umfassen. Nach dem Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007 kann das Reformgesetz in der bisher geplanten Form als mit der Verfassung des Landes unvereinbar nicht umgesetzt werden.

Da Rostock lange Zeit nicht über seine Grenzen hinauswuchs, blieb die Einwohnerzahl vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert konstant bei maximal 11.000–14.000 Personen. Erst mit der Industrialisierung begann diese schnell zu wachsen und überschritt bereits 1935 die Grenze von 100.000, wodurch Rostock zur Großstadt wurde. Bis 1940 stieg die Bevölkerungszahl dann auf 129.500. Auf Grund der Ereignisse um den Zweiten Weltkrieg sank diese bis Mai 1945 um etwa die Hälfte auf 68.928, stieg dann aber schnell an mit der Zuwanderung deutscher Vertriebener aus den Ostprovinzen.

Im Jahre 1971 wurde die Grenze von 200.000 Einwohnern überschritten. 1988 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 254.000 ihren historischen Höchststand. Seit der Wende in der DDR verlor die Stadt wegen hoher Arbeitslosigkeit, des Wegzugs vieler Einwohner in das Umland und des Geburtenrückgangs 22 Prozent ihrer Bewohner (55.000 Personen). Am 30. Juni 2007 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Rostock nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Mecklenburg-Vorpommern 199.751 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Am 31. Dezember 2007 ist die Bevölkerung Rostocks mit 200.413 Menschen erstmals wieder auf über 200.000 angestiegen.

Waren die Wenden noch „Heiden“, die sich gegen die gewaltsame Christianisierung wehrten, wurde das Christentum unter dem politischen Einfluss von Heinrich dem Löwen spätestens mit Pribislaw in Mecklenburg und somit auch der Region um Rostock eingeführt.

Das Verhältnis von Stadt und Kirche war nicht frei von Spannungen und Differenzen. So führte ein Kirchenbann des Papstes gegenüber der Universität zum kurzzeitigen Auszug der Universität aus der Stadt.

Nachdem 1525 vom Kaplan der Petrikirche, Joachim Slüter, ein niederdeutsches Gesangbuch mit lutherischen Liedern für „werkleute“ herausgegeben wurde, begann in Rostock die lutherische Reformation, die Slüter bis 1531 durchsetzte. Nachdem er 1532 starb, wurde der Prozess von seinem Nachfolger, Johann Oldendorp, fortgesetzt. Zeitgleich setzte sich die Reformation auch in den anderen Hansestädten durch, die zum bürgerlichen Zentrum dieser Konfession wurden. Spätestens 1534 wurde darauf der Katholizismus stark unterdrückt und die Katholiken als „Papisten“ beschimpft. Rostock bekam einen eigenen Superintendenten und ein eigenes Geistliches Ministerium.

In der Folgezeit blieb der evangelische Glaube die vorherrschende Religion in der Stadt.

Im 19. Jahrhundert zogen dann wieder Katholiken in die Stadt. Sie gründeten 1872 die erste Pfarrgemeinde seit der Reformation. Seit 1909 gab es erstmals auch wieder eine katholische Kirche in Rostock, die Christuskirche am Schröderplatz. Die Gemeinde gehörte – wie ganz Mecklenburg – zunächst zum Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen, dessen Jurisdiktion dauernd mit dem Bischofsstuhle zu Osnabrück verbunden war. 1930 wurde das Gebiet offiziell Teil des Bistums Osnabrück (Dekanat Mecklenburg). 1941 wurde das Dekanat Mecklenburg in einen westlichen, einen mittleren und einen östlichen Konferenzbezirk aufgeteilt. Durch die Grenzziehung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es immer schwieriger für den Osnabrücker Bischof, seine Amtsgeschäfte in Mecklenburg wahrzunehmen. So entstand 1946 das Bischöfliche Kommissariat Schwerin, aus dem 1973 das Bischöfliche Amt Schwerin mit einem Weihbischof als „residierenden Bischof“ hervorging. Im Jahre 1971 wurde die Christuskirche trotz Protest gesprengt. Ein Neubau im Häktweg wurde als Ersatz errichtet.

Heute gehören die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden der Stadt zu den Propsteien Rostock-Nord, Rostock-Ost und Rostock-Süd innerhalb des Kirchenkreises Rostock der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs.

Seit 1995 gehören die Rostocker Katholiken zum neugegründeten Erzbistum Hamburg. Die Pfarrgemeinden der Stadt Rostock sind Teil des Dekanats Rostock des Erzbischöflichen Amtes Schwerin innerhalb des Erzbistums.

Es gibt in Rostock Freikirchen, darunter zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten und Brüdergemeinde), die Evangelisch-methodistische Kirche St. Michaelis, eine Gemeinde der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, das „Christliche Zentrum“ (Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden) und das charismatische „Gospelzentrum“. Ferner gibt es die Landeskirchliche Gemeinschaft und die Christengemeinschaft. Die Neuapostolische Kirche ist mit zwei Gemeinden vertreten. Die Gemeinde mit der größeren Mitgliederzahl befindet sich seit 1965 in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Die andere Gemeinde befindet sich in Warnemünde im Wiesenweg. Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist mit der Kirchengemeinde der Seligen Xenia von St. Petersburg vertreten. Die Gemeinde der Berliner Diözese befindet sich seit 2000 in der Thünenstraße.

Heute gibt es wieder eine Jüdische Gemeinde in Rostock. Diese hat über 700 Mitglieder und ist seit kurzem auch in Besitz eines neuen Gemeindezentrums mit Synagoge. Betreut wird die Gemeinde durch den Landesrabbiner William Wolff.

In Rostock leben einige hundert Muslime. Es gibt eine Moschee in der Erich-Schlesinger-Straße, deren Trägerverein der Islamische Bund in Rostock e. V. ist.

Vor allem durch die antikirchliche Haltung der DDR-Regierung in den Jahrzehnten zwischen zweitem Weltkrieg und deutscher Wiedervereinigung ist heute die Mehrheit der Rostocker konfessionslos.

Rostock unterhält innerhalb der Europäischen Union Städtepartnerschaften mit Stettin in Polen seit 1957, Turku in Finnland seit 1959, Warna in Bulgarien seit 1966, Dünkirchen in Frankreich seit 1960, Riga in Lettland seit 1961, Bremen in Deutschland seit 1987, Antwerpen in Belgien seit 1963, Århus in Dänemark seit 1964 und Göteborg in Schweden seit 1965. Außerhalb der Europäischen Union gibt es Städtepartnerschaften mit Bergen in Norwegen seit 1965, Raleigh in den USA seit 2001, Rijeka in Kroatien seit 1966 und Dalian in der Volksrepublik China seit 1988. Rostock ist darüber hinaus Teil der internationalen Städtegemeinschaft Neue Hanse.

In der Hansestadt sowie der nächsten Umgebung angesiedelt sind, abgesehen von vielen kleineren Unternehmen, die Universität Rostock, Werftindustrie, Reedereien, Biotechnologie, Nahrungsmittelindustrie und IT- und Softwareunternehmen.

Der Überseehafen ist – gemessen am jährlichen Güterumschlag – nach dem in Lübeck der zweitgrößte deutsche Ostseehafen. Beim Passagierverkehr ist dieser Hafen Verkehrsknotenpunkt für Reisen nach Gedser (Dänemark), Trelleborg (Schweden), Ventspils (Lettland) und nach Finnland, Estland und Russland. Nach Puttgarden ist Rostock der deutsche Ostseehafen mit der zweithöchsten Zahl an Reisenden (ca. 2 Mio. Passagiere).

Nach Kriegsende wurde der in der Stadt befindliche stark zerstörte Hafen in mehrjähriger Arbeit wieder instand gesetzt. Das Wirtschaftswachstum der DDR und der Aufbau einer großen staatlichen Handelsflotte erforderten den Bau eines neuen, leistungsfähigen Hochseehafens, der außerhalb der bebauten Stadt am Breitling 1960 in Betrieb genommen wurde. Dazu wurde in Warnemünde ein neuer Zugang zur Ostsee gebaggert. Um an die Bedürfnisse der DDR- und Ostblock-Wirtschaft angepasst zu sein, wurde der Überseehafen ständig aus- und umgebaut und erreichte 1989 mit über zwanzig Millionen Tonnen Umschlag – überwiegend Massenschüttgütern – sein bis dahin bestes Ergebnis.

Mit der deutschen Einheit begann der mühevolle Weg, den ausschließlich auf DDR-Bedürfnisse ausgelegten Hafen so umzugestalten, dass er einen akzeptablen Platz im Ensemble der deutschen Häfen finden konnte. In den vergangenen 15 Jahren hat der Überseehafen sein Erscheinungsbild und sein Leistungsangebot deshalb stark verändert. Aufgrund des modernen Ölhafens, der Anlagen für den Getreide-, Kohle-, Düngemittel- und Zementumschlag und des Terminals für den Export von Zucker, Holz, Schrott und Stückgütern ist er nach wie vor ein universaler Umschlagplatz.

Rostock ist aktuell der größte deutsche Kreuzfahrthafen, bedingt vor allem durch den guten Anschluss an den Raum Berlin als Touristenziel und das 2005 eröffnete moderne „Cruise Center“ in Warnemünde.

1881 begann in Rostock die Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs. Die erste Pferdebahn mit Waggons auf Schienen, die von der Mecklenburgischen Straßen-Eisenbahn Actien Gesellschaft betrieben wurde, ging in Betrieb. Bereits zu Anfang gab es drei verschiedene Linien. Ab 1904 nahm die erste elektrische Straßenbahn unter der Rostocker Straßenbahn AG ihren Betrieb auf. 1951 wird die RSAG zum VEB Nahverkehr Rostock, 39 Jahre später wieder zur RSAG umbenannt.

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird unter anderem durch die S-Bahn Rostock der Deutschen Bahn sowie durch Straßenbahnen und Omnibusse der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) bedient. Rostock hat sechs Straßenbahnlinien, 22 Stadtbuslinien und zwei Nachtbuslinien. Daneben gibt es zwei Fährlinien über die Warnow und Regionalbuslinien in das Umland. Sie werden innerhalb des Verkehrsverbundes Warnow (VVW) angeboten, der 1997 gegründet wurde.

Seit 2006 gab es Planungen, durch eine Verknüpfung von Schienenstrecken der Straßenbahn, Regionalbahn und S-Bahn ein Stadtbahnsystem herzustellen. Kritiker befürchten hohe finanzielle Risiken für die Stadt und haben Zweifel an der Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit. Deshalb sprach sich Oberbürgermeister Roland Methling im November 2007 gegen dieses Konzept aus.

Der größte und wichtigste Bahnhof der Stadt ist der Rostocker Hauptbahnhof. Weitere Bahnhöfe sind der Bahnhof Warnemünde, sowie der Bahnhof Seehafen Nord.

Im Fernverkehr ist Rostock seit Juni 2007 per ICE (Rostock–Berlin–München) erreichbar. Intercity-Züge verbinden Rostock mit Hamburg und Westdeutschland, der einmal täglich verkehrende InterConnex mit Berlin und Leipzig. Die mehrere Jahre bestehende Nachtzug-Verbindung nach München bzw. Köln und Dortmund wurde im Oktober 2007 eingestellt.

Rostock liegt an den Autobahnen A 19 (Rostock – Autobahndreieck Wittstock (Dosse) – Berlin) und A 20 (Stettin–Stralsund–Rostock–Lübeck), die sich im Autobahnkreuz Rostock kreuzen, und den Bundesstraßen B 103, B 105 und B 110. Die Autobahnen und die Bundesstraßen B 103 und B 105 bilden zusammen mit dem Warnowtunnel einen Schnellstraßenring in und um Rostock.

Der Warnowtunnel wurde 2003 als Verbindung der westlich und östlich der Unterwarnow gelegenen Stadtteile zwischen Schmarl und Oldendorf eröffnet. An seinem östlichen Ende beginnt die A 19, das Westende ist mit der Schnellstraße vom Rostocker Zentrum nach Warnemünde verbunden. Der Tunnel ist der erste privat finanzierte und mautpflichtige Straßentunnel Deutschlands. Ging man in den Planungen zunächst von 22.000 Durchfahrten pro Tag aus, hat sich die Verkehrsbelegung heute bei rund 12.000 Durchfahrten eingepegelt. Damit konnten sich die Erwartungen bisher bei weitem nicht erfüllen. Als Konsequenz daraus wurde das Finanzierungsmodell nachträglich angepasst.

Von 1998 bis 2007 wurde auch das innerstädtische Straßennetz mit dem Neu- und Ausbau der Arrnold-Bernhard-Straße und der August-Bebel-Straße sowie der Verbindung vom Schröderplatz zum Warnowufer grundlegend neu gestaltet. Parallel dazu wurden die früher verkehrsreichen Plätze Neuer Markt und Doberaner Platz für den Autoverkehr gesperrt.

Etwa 25 km südöstlich befindet sich der Flughafen Rostock-Laage. Air Berlin bietet Linienflüge nach Nürnberg an. OLT bedient die Strecke Rostock–München montags bis freitags täglich zweimal und sonntags einmal. Seit dem 1. Mai 2008 bedient Germanwings die Strecke Köln/Bonn–Rostock jeweils donnerstags, freitags und sonntags. Vom 4. Juni bis zum 30. August 2008 startete Ryanair zweimal wöchentlich (mittwochs und samstags) von Rostock nach Stockholm-Skavsta. Weitere Charterflieger binden Rostock an verschiedene Ziele in Europa an.

Traditionell ist Rostock Handels- und Industriestadt. Der Schiffbau und die Fischverarbeitung Rostocks verloren nach der Wiedervereinigung an Bedeutung, zahlreiche Beschäftigte verloren ihre Arbeit. Die Rostocker Werften (Neptun-Werft, Warnow-Werft) blieben erhalten und weitere Industriebetriebe wurden angesiedelt (Liebherr, Caterpillar) andere neu gegründet (Nordex, DOT Dünnschicht-Oberflächen-Technik, EADS RST Rostock-System-Technik GmbH ).

Von überregionaler Bedeutung sind auch die DSR-Gruppe und die deutsch-dänische Fährreederei Scandlines, die ihren deutschen Unternehmenssitz in Rostock hat. Zu den ansässigen Reedereien zählt auch die Kreuzfahrtreederei AIDA Cruises. AIDA Cruises ist mit der AIDA-Flotte größter Arbeitgeber im Tourismusbereich in der Hansestadt.

Ein ebenfalls überregional bekanntes Unternehmen ist die Rostocker Brauerei GmbH, die die mit der DLG-Goldmedaille-2006 ausgezeichneten Biermarke Rostocker Pilsener braut und bundesweit vermarktet.

Heute gewinnt der Dienstleistungssektor in der Stadt zunehmend an Bedeutung. Vor allem sind das Callcenter, die sich wegen der dialektarmen, hochdeutschen Sprache und des guten Angebots von Arbeitskräften ansiedeln.

Der größte Arbeitgeber der Stadt ist heute die Rostocker Universität.

Die erste periodisch erscheinende Nachrichtenblatt in Rostock, der Auszug der Neuesten Zeitungen erschien ab 1711. 1846 wurde daraus die Rostocker Zeitung, die Zeitung des liberalen Bürgertums der Stadt. Lange auflagenstärkste Zeitung des Landes war der 1881 gegründete Rostocker Anzeiger.

In Rostock erscheinen heute als Tageszeitung die Ostsee-Zeitung (OZ), die Norddeutsche Neueste Nachrichten (NNN) sowie das Boulevardblatt Bild in der Regionalausgabe Mecklenburg-Vorpommerns. Des Weiteren erscheinen diverse Anzeigenblätter, wie der Hanse-Anzeiger, der Rostocker Blitz, der Warnow-Kurier, die NNNplus und der Rostocker Sonntag. Als Monatspublikationen erscheinen regelmäßig das 0381-Stadt & Kulturmagazin, die Szene, das Stadt- und Szenemagazin Piste, der o.k. Ostseekalender und HRO Live.

Die Stadt ist Sitz eines Regionalstudios des NDR, das Beiträge für den Hörfunk und das Fernsehprogramm produziert.

In der Hansestadt sind die Deutsche Presse-Agentur GmbH dpa und die ddp-Nachrichtenagentur ansässig.

Rostock bietet den Fernsehzuschauern zwei regionale Fernsehsender. Zum einen den Privatsender mit Videotext tv.rostock und den Bürgerfernsehsender rok-tv (Rostocker Offener Kanal).

Im Sommer 2005 ging Radio Lohro, ein nicht kommerzielles Stadtradio für die Region Rostock, auf Sendung. Ebenfalls aus der Hansestadt sendet der landesweite Privatsender Ostseewelle. Der ebenfalls private Radiosender Antenne Mecklenburg-Vorpommern besaß über zehn Jahre in Rostock ein Regionalstudio, das im Frühjahr 2007 aus Kostengründen geschlossen wurde.

Wichtigster Senderstandort ist der Fernmeldeturm Rostock.

Rostock war nie die politische Hauptstadt des Landes. Trotzdem wurde es häufig wegen seiner politischen und wirtschaftlichen Bedeutsamkeit als diese bezeichnet. Noch heute zeigt sich das zum Beispiel an den Institutionen und Einrichtungen sowie Körperschaften des öffentlichen Rechts, die ihren Sitz in Rostock haben. Dazu zählen: Landgericht Rostock, Oberlandesgericht Rostock, Arbeitsgericht Rostock, Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (Rostock hat einen der beiden Sitze dieses Amtes; der weitere gleichberechtigte Sitz befindet sich in Hamburg), Max-Planck-Institut für demografische Forschung, Leibniz-Institut für Ostseeforschung, Marineamt, Stützpunkt Hohe Düne mit Schnellbootflottille, Korvettengeschwader und Sportfördergruppe der Deutschen Marine, Bundespolizeiamt Rostock, Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, IHK Rostock, Oberfinanzdirektion des Bundes, eine Filiale der Bundesbank, Bundesforschungsamt für Fischerei, Bundesvermögensamt Rostock, Wasserschutzpolizeidirektion Mecklenburg-Vorpommern, Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern, Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern, Landesgesundheitsamt Mecklenburg-Vorpommern, Landesinstitut für Schule und Ausbildung Mecklenburg-Vorpommern, Landesprüfungsamt für Bautechnik Mecklenburg-Vorpommern, Landesversorgungsamt Mecklenburg-Vorpommern, Lehrerprüfungsamt Mecklenburg-Vorpommern, Staatliches Amt für Umwelt und Natur Rostock, Staatliches Schulamt Rostock, Amt für Raumordnung und Landesplanung Mittleres Mecklenburg und schließlich der Deutsche Wetterdienst.

Die mit Abstand größte und wichtigste Bildungseinrichtung der Stadt ist die Universität Rostock: Gegründet 1419 gehört sie nach der Universität von St Andrews in Schottland (1413) zu den ältesten Universitäten Nordeuropas, und nach Prag (1348), Heidelberg (1386), Köln (1388), Erfurt (1392) und Leipzig (1409) zu den ältesten deutschen Universitäten. Die seit ihrer Gründung ununterbrochene Lehrtätigkeit macht die Rostocker Universität sogar zur drittältesten deutschen Hochschule. Die Gründungsfakultäten sind die juristische, die philosophische und die medizinische Fakultät, Theologie gehörte noch nicht dazu. Diese wurde erst im Jahre 1432 gestiftet und vervollständigte so die Universität. Nach kurzer Zeit erhielt sie den Beinamen „Leuchte des Nordens“. Die einzelnen Fakultäten und Institutionen sind in den letzten Jahren auf vier Standorte konzentriert worden. Nachdem 1950 auf Betreiben der SED-Regierung die Juristische Fakultät geschlossen worden war, konnte sie im Herbst 1989 neu eröffnet werden. Mittlerweile besteht die Hochschule aus neun Fakultäten: Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät, Informations- und Elektrotechnische Fakultät, Juristische Fakultät, Medizinische Fakultät, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät, Maschinenbau- Schiffstechnische Fakultät, Philosophische Fakultät, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät sowie die Theologische Fakultät. Die Universität Rostock ist mit ca. 14.500 Studenten (WS 2005) die größte Hochschule Mecklenburg-Vorpommerns.

Diese erst 1994 gegründete Hochschule ist eine der jüngsten ihrer Art in ganz Deutschland. Sie fühlt sich stark mit entsprechenden Einrichtungen in Vilnius, Riga und Tallinn verbunden und kooperiert auch mit den Hochschulen in Krakau, Danzig und Posen. Es gibt einige Zusammenarbeit mit der staatlichen Universität Rostock, beispielsweise in Form von gemeinsamen Kursen für Studenten der Uni Rostock und der HMT. Gemeinsam mit der Otto-Falckenberg Schule München und der Ernst-Busch Schule Berlin gehört sie zu den drei besten staatlichen Schauspielschulen Deutschlands und genießt einen erstklassigen Ruf. Im Jahre 2001 erhielt sie einen beachtenswerten Neubau auf den Ruinen des vormaligen Katharinenstifts.

Der Fachbereich Seefahrt der Hochschule Wismar mit seinem modernen Maritimen Simulationszentrum ist in Warnemünde ansässig.

Weitere Bildungseinrichtungen Rostocks sind das Max-Planck-Institut für demografische Forschung, als Institute der Fraunhofer-Gesellschaft: das Institut für Graphische Datenverarbeitung, sowie das Institut für Produktionstechnik und Automatisierung Stuttgart, Außenstelle Rostock. Außerdem zu nennen ist der Forschungsverbund Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Staatlich anerkannte Einrichtung der Weiterbildung in Rostock-Warnemünde) und das Leibniz-Institut für Katalyse, das am 1. Januar 2006 aus dem Zusammenschluss des Instituts für Organische Katalyseforschung und des Instituts für Angewandte Chemie Berlin-Adlershof hervorgegangen ist.

In Rostock gibt es ein umfassendes Angebot an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Hierzu zählen insgesamt 23 Grundschulen, 6 regionale Schulen, 8 Gesamtschulen, 11 Gymnasien, 10 Förderschulen, 6 Berufsschulen und 7 sonstige Schulen und Nebenstellen, wozu z. B. eine Kunstschule, eine Sternwarte und eine Zooschule zählen. Rostock hat vier umfangreich ausgestattete Bibliotheken mit hohen Nutzer- und Ausleihzahlen.

Für die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen gibt es das Konservatorium und die Freie Musikschule Carl Orff. Hier findet Unterricht von der musikalischen Früherziehung bis zum Einzel- und Ensembleunterricht der verschiedensten Instrumente, Gesang und Tanz statt. Daneben existieren weitere, private Musikschulen. An der Hochschule für Musik und Theater studieren ca. 500 Studenten. In der Hochschule ist der Kammerchor Ars’ Nova zu Hause.

Das wichtigste Orchester der Stadt ist die Norddeutsche Philharmonie am Volkstheater Rostock. Neben der Mitwirkung an den musikalischen Oper-, Operetten-, Musical- und Ballettaufführungen werden auch die regelmäßig stattfindenden Philharmonischen Konzerte gut besucht. Am Volkstheater ist auch die Rostocker Singakademie, eine aus Berufssängern und Laien bestehende Chorvereinigung tätig.

Tragende Säulen der Aufführungen von klassischer Musik in Rostock sind die Kantoreien der St.-Johannis-Kirche, der Marienkirche und der Kirche Warnemünde. Die verschiedenen Chöre dieser Kantoreien bestreiten neben der musikalischen Begleitung der Gottesdienste eine rege Konzerttätigkeit mit Aufführungen von Kantaten, Motetten und Oratorien teilweise in Begleitung international namhafter Solisten und Orchester.

Die Hochschule für Musik und Theater mit ihren Studenten bereichert die klassische Konzertszene in Rostock. Seit 1991 finden im ganzen Land jährlich im Sommer die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern als ein Festival klassischer Musik statt. Zu den Spielorten in Rostock gehört auch die alte Schiffbauhalle der Neptun-Werft.

Mit der Pasternack Big Band ist in Rostock eine der wenigen noch existierenden Bigbands in Norddeutschland beheimatet. Es gibt weiterhin kleinere aktive und ambitionierte Jazz-Ensembles und Bands, wie Swing for Fun, The Marching Saints, die Breitling-Stompers und Fritzings Dixie Crew, die unterschiedliche Genres und Stilistiken bedienen und sich harmonisch in die Jazz-Szene Norddeutschlands einfügen. Die Reihe Jazzdiskurs stellt regelmäßig bekannte und unbekannte Formationen und Solisten aus allen Stilrichtungen des Jazz vor, im Bogarts Jazz Club (ansässig in der Kneipe und Kleinkunstbühne "Ursprung") gibt es Blues und Rock, Dixieland, Bebop oder Modern Jazz mit Infos über Interpreten, Komponisten, Arrangeure und das Musikgeschäft. Hier werden in Zusammenarbeit mit einem Programmkino und dem Institut Für Neue Medien den Gästen Filmdokumente zur Musik oder zu Musikern gezeigt. Der Jazzclub Rostock e. V. wirkt auf eine gedeihliche Entwicklung der Jazzmusik in Rostock und Umgebung hin. Dazu wird Jazz im öffentlichen Bewusstsein gefördert und Jazzinteressierten ein Forum gegeben. Mit dem Ostsee- Jazz besteht ein jährlich im Juni stattfindendes Jazzfestival für modernen Jazz, zeitgenössischen Jazz und Dance-Jazz. Ebenfalls jährlich findet in Rostock ein fünftägiger Jazz-Workshop für traditionellen Jazz, Mainstream, modernen Jazz, zeitgenössischen Jazz und Blues statt, bei dem die Teilnehmer mit bis zu sechs Dozenten in Einzel-Instrumentalunterricht, Ensembleunterricht, Theorieunterricht und abendlichen Sessions studieren.

Das Literaturhaus Rostock, das vom gemeinnützigen Trägerverein Literaturförderkreis Kuhtor e. V. geführt wird, bietet Literatur- und Kulturinteressierten ein weitgefächertes Programm an Veranstaltungen im kulturellen Bereich. Seinen Sitz hat das Literaturhaus im ältesten Stadttor Norddeutschlands: dem Kuhtor.

Einen Einblick in die Hinterlassenschaft des Rostocker Schriftstellers Walter Kempowski gibt das Kempowski-Archiv-Rostock. Es ist geplant eine Sammlung von Archivgegenständen dauerhaft auszustellen und somit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Theaterkultur der Stadt reicht weit in die Vergangenheit. Der nachweislich älteste gedruckte Theaterzettel Deutschlands von 1520 stammt aus Rostock. Bei diesem handelt es sich um eine Ankündigung für das Fest zu Ehren der Medelidinge Marie, welches in Rostock immer an dem Sonntag nach dem 15. Juli (im Jahre 1520 war es demnach der 22. Juli) gefeiert wurde.

Dabei waren es bis in das 19. Jahrhundert hinein vornehmlich wandernde Schauspielergruppen, die sich der Rostocker Bürger annahmen. Die Spielorte wechselten vom mittelalterlichen Marktplatz über das Ballhaus im 17. zum Comödienhaus im 18. Jahrhundert, ehe 1786 das alte Stadttheater entstand, welches durch einen Brand 1880 zerstört wurde. Es konnte jedoch schon 1895 ein größeres, schöneres Theater südöstlich des Steintors eingeweiht werden. Aber auch diesem Gebäude war kein langes Leben beschieden, es wurde im April 1942 bei den britischen Luftangriffen auf Rostock zerstört. Seither wird über einen Neubau diskutiert. In den 1970er Jahren sollte eines am Schröderplatz entstehen, über den Wallgraben reichen und die Teufelskuhle dabei als Freilichtbühne einbeziehen. Ein Großes Haus sollte dann 1000, ein Kleines 400 Plätze haben, über deren Auslastbarkeit damals bereits spekuliert wurde. Die Pläne wurden gestrichen, da solch ein Bau nicht finanzierbar war. Also erhielt das vorhandene Provisorium einen einfachen Anbau für ein Theatercafé (bald Ballettsaal) und die Eingangshalle; Zuschauerraum und Foyer konnten dadurch ebenfalls erweitert werden. Bereits 1954 wurde in einem ehemaligen Hotel in der Eselföterstraße das Kleine Haus mit 193 Plätzen geschaffen, 1960 das Intime Theater am Glatten Aal (67 Plätze), 1965 das Theater für Prozesse im ehemaligen Haus der Armee, 1968 in Warnemünde die Kleine Komödie (94 Plätze). Später wurde dann in der Kunsthalle das Studio 74 eingerichtet und in einer Baracke das Theater am Kehrwieder (bald Probehaus der Philharmonie). In der zweiten Etage des Großen Hauses entstand das Ateliertheater. Aber auch Freilufttheater entstanden: Im Garten des Klosters zum Heiligen Kreuz und die Sommerbühne am Meer im Kurhausgarten Warnemünde.

Die Rostocker Theatergeschichte hat von Persönlichkeiten wie Conrad Ekhof, Schönemann, Hagen und Hanns Anselm Perten gelebt, die Rostock zu seinem kulturellen Höhepunkt im 20. Jahrhundert führten und zum „Bayreuth des Nordens“ machten, da besonders die Aufführung von Wagner-Opern gepflegt wurde. Trotz wachsendem finanziellen und politischen Druck ist das Theater noch mit einem kompletten Tanztheater-, Musiktheater- und Schauspielensemble ausgestattet. Spielstätten sind heute das Große Haus (Doberaner Straße 134/135), das Theater im Stadthafen (Warnowufer 65) und die Kleine Komödie Warnemünde (Rostocker Str. 8). Integraler Bestandteil des Volkstheaters ist darüber hinaus die Norddeutsche Philharmonie Rostock. Das A-Orchester ist der größte Klangkörper des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Regelmäßige finden Konzerte nicht nur im Großen Haus, sondern auch im Barocksaal und der Nikolaikirche statt.

Neben dem städtischen Volkstheater bereichert auch die 1991 gegründete freie Compagnie de Comédie in der Bühne 602 (Warnowufer 55) die Rostocker Theaterlandschaft mit Musical, Schauspiel, Komödie, Konzerten und Märchen. In jeder Spielzeit werden durch das kleine Team, das durch die Hansestadt Rostock, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur MV, das Arbeitsamt Rostock und das Sozialministerium MV gefördert wird, bis zu sieben Neuproduktionen aufgeführt.

Seit fast 90 Jahren gibt es die Niederdeutsche Bühne Rostock, die in der Bühne 602 und im Theater im Stadthafen mit regelmäßig zwei Premieren pro Spielzeit auftritt.

Das jüdische Theater Mechaje ist seit 1997/1998 Bestandteil der Rostocker Theaterlebens.

Die Museumslandschaft Rostocks ist nicht sehr reich, dafür gibt es aber einige interessante Höhepunkte. So die Kunsthalle Rostock, in der im vorigen Jahr eine Ausstellung mit Werken von Christo und Jeanne-Claude zu sehen war, die Kulturhistorischen Museen im Kloster zum Heiligen Kreuz und dem Kröpeliner Tor mit einer Dauerausstellung zur Rostocker Stadtbefestigung und Societät Rostock maritim e. V. (ehemals Schiffbaumuseum). Ein darüber hinaus wichtiges Museum ist die Dokumentations- und Gedenkstätte der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Auch sehr interessant sind das Heimatmuseum Warnemünde, das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum auf dem Traditionsschiff in Rostock-Schmarl, auf dem neben der Schiffbaugeschichte auch maritime Spezialthemen zu besichtigen sind und das depot12, die verkehrsgeschichtliche Ausstellung der RSAG und der Rostocker Nahverkehrsfreunde.

Der Eintritt für einige Rostocker Museen ist frei. Diese nehmen freiwillige Eintrittsspenden entgegen.

Rostocks Altstadt wird von gotischen Backsteingebäuden aus der Zeit der Hanse geprägt. Dazu zählt die alte Rostocker Stadtbefestigung, von der heute noch Teile erhalten sind, vor allem im Süden mit Wieckhäusern und einem Stück des Walls, der durch Wallenstein zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs errichtet wurde. Weiter östlich in der Mauer zwischen Steintor, dem einstigen Haupttor und dem Kuhtor, dem ältesten Gebäude Rostocks überhaupt, steht der Lagebuschturm als letzter von vier Wehrtürmen. Im Osten der Altstadt befindet sich ein langes Stück Mauer in der Nähe der Petrikirche, im Nordwesten steht darüber hinaus noch ein Teil der Fischerbastion mit einigen historischen Kanonen. Viele Tore, die in die Mauer integriert waren, existieren heute nicht mehr. Die meisten abgerissenen Tore worden im Zuge der Entfestigung der Stadt im 19. Jahrhundert abgetragen, das im Zweiten Weltkrieg ausgebrannte Petritor wurde als Verkehrshindernis 1960 niedergelegt. Aber wichtige Tore, wie das Steintor, Kröpeliner Tor und Mönchentor sind noch immer zu sehen und wurden vollständig saniert.

Innerhalb der Stadtmauern befinden sich drei imposante Stadtkirchen und eine Klosterkirche, mit deren Bau im 13. Jh. begonnen wurde: Die größte ist die gotische Marienkirche im Stadtzentrum, daneben findet man in der sogenannten Östlichen Altstadt die frühgotische Nikolaikirche sowie die St. Petri-Kirche am Alten Markt, deren Umgebung die Keimzelle Rostocks darstellt. Ferner ist die Klosterkirche des Klosters zum Heiligen Kreuz im westlichen Stadtzentrum erwähnenswert. Außerhalb der Stadtmauern befinden sich die Heiligen-Geist-Kirche in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt und die Evangelische Kirche in Warnemünde.

Bedeutende Profanbauten sind das gotische Rostocker Rathaus aus dem 13. und 14. Jh. mit einer nachträglich angefügten, barocken Fassade von 1727, das Hausbaumhaus (spätgotisches Kaufmannshaus), das Standesamt und Stadtarchiv und das neugotische Ständehaus. Auch findet man insbesondere in der Kröpeliner Straße zahlreiche im Kern mittelalterliche und in der Fassade barock oder klassizistisch überformte Bürgerhäuser, die heute zumeist als Geschäftshäuser dienen. Ebenso erwähnenswert ist der Leuchtturm in Warnemünde, welcher als das Wahrzeichen dieses Stadtteils gilt. Ein anderes interessantes Gebäude ist das Universitäts-Hauptgebäude am Universitätsplatz, aber auch zahlreiche Speicher, wie der Wittespeicher oder die Speicher auf der Speicherhalbinsel im Stadthafen. Zu den zahlreichen Bauten aus der Zeit der Industrialisierung zählt der denkmalgeschützte Wasserturm von 1903.

In den 1920er und 1930er Jahren entstanden als bedeutende Einzelbauwerke des Neuen Bauens das Kurhaus Warnemünde und das Lyzeum mit Oberlyzeum, das heutige Innerstädtische Gymnasium. Die Architekten waren Walter Butzek und Gustav Wilhelm Berringer. Das Lyzeum erhielt auf Druck der Nationalsozialisten ein „zeitgemäßes“ Steildach. Mit der Rekonstruktion 2008 wurde die Schule wieder entsprechend ihrer ursprünglich geplanten Form mit einem Flachdach versehen.

Von 1953 bis 1959 wurde mit dem besonderen Wohlwollen Walter Ulbrichts unter Leitung des jungen Chefarchitekten der Stadt Joachim Näther die Lange Straße als Magistrale neu aufgebaut, die eins der Wahrzeichen Rostocks geworden ist.

Zwischen 1966 und 1972 wurden von Ulrich Müther mit verschiedenen Rostocker Architekten stadtbildprägende Hyparschalen - Bauwerke errichtet. Das bekannteste ist der Teepott in Warnemünde, weiterhin das Kosmos in der Südstadt, die Mehrzweckhalle in Lütten Klein und der Neubau der katholischen Kirche am Borenweg. Weitere Experimentalbauten Müthers entstanden für die Ostseemesse auf dem Messegelände Schutow. Hier ist eine ehemalige Messehalle erhalten geblieben.

Ende der 1990er Jahre entstand unter Leitung von Gerkan, Marg und Partner hinter der Gründerzeitfassade des ehemaligen Hotels "Rostocker Hof" die erste Einkaufspassage in Rostock. Das gleiche Architekturbüro zeichnete auch für das städtebauliche Konzept und die Bauten der IGA 2003, unter anderen mit der Messehalle und dem Messeturm, verantwortlich. Ein weiteres international tätiges Architektenteam, das Büro des dänischen Architekten Henning Larsen entwarf das sachlich-moderne Gebäude des Max-Planck-Instituts am Stadthafen, das 2001 fertiggestellt wurde. 2005 entstand im Stadtzentrum der postmoderne Bau der Deutschen Med vom deutsch-amerikanischen Architekten Helmut Jahn.

1938 wurde die Synagoge von Rostock zerstört. Vor allem verlor Rostock wichtige historische Bauten durch die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. 40 Prozent des Wohnraumes ging verloren. Aber auch nach dem Krieg wurde keine Rücksicht auf die historische Bausubstanz genommen.

Die Jakobikirche, 1942 schwer getroffen, wurde 1960 endgültig abgerissen. Heute erinnert ein Park an den Ort, an dem sie gestanden hat. In den Boden gelassene Markierungen zeigen unter anderem die Stelle der alten Portale.

Auch im Zweiten Weltkrieg von Bomben getroffen wurden das Petritor und die Petrikirche (am 27. April 1942). Während die Kirche erhalten blieb und ihr nach der Wiedervereinigung 1994 ein neuer Turmhelm aufgesetzt wurde, wurden das Petritor und Teile der Stadtmauer am 27. Mai 1960 vollständig abgerissen. Ein Verein bemüht sich heute, die Mittel bereitzustellen, um das Tor wieder aufzubauen. Ebenfalls im Krieg zerstört wurde die Nikolaikirche, die aber ab 1974 und verstärkt nach der Wende rekonstruiert wurde. Des Weiteren wurden nach dem Krieg die neogotischen Anbauten am Kröpeliner Tor, die um 1840 errichtet worden waren, obgleich unbeschädigt, abgerissen. Ebenfalls verloren ist der Stadtmauerabschnitt zwischen Kröpeliner Tor und Fischerbastion, er fiel der Verlängerung der Langen Straße zum Opfer.

Aber auch das alte Rostocker Stadttheater beim Steintor, lediglich teilweise zerstört im Krieg, wurde abgerissen. An dessen Stelle kam ein funktionales Gebäude, als Sitz von Ostseedruck und Ostsee-Zeitung (damals noch Parteiorgan der SED, heute Teil des Axel-Springer-Verlags).

Einige größere Wunden hinterließen auch die Versuche, Rostock zu einer sozialistischen Großstadt auszubauen. Zum einen wurde in den 1950er Jahren die Lange Straße verbreitert und die noch erhaltene Bausubstanz durch Neubauten ersetzt. Ende der 1960er Jahre entstand der Plan, die Südstadt über eine Tangente mit der Innenstadt und darüber hinaus über eine Brücke über die Warnow mit Gehlsdorf zu verbinden. Dieses Konzept wurde nur teilweise realisiert, z. B. mit dem Südring bis Höhe Schröderplatz und den Hochhäusern am Vögenteichplatz. Den vorbereitenden Maßnahmen fiel 1971 auch die neugotische, katholische Christuskirche auf dem Schröderplatz zum Opfer.

Auch früher schon gingen einige Bauwerke und Teile verloren. 1566 war es ein politischer Streit mit Herzog Johann Albrecht I., der zu einem Abriss des Steintors und der Stadtmauer bis zum Kuhtor führte. Aus den Steinen ließ er sich eine Befestigung vor der Stadt bauen. 1575-77 allerdings wurde nach der Einigung das Tor, jetzt im niederländischen Renaissancestil, sowie die Mauer aus den Steinen der geschleiften Festung wieder aufgebaut. 1677 war es ein großer Brand, der ein Drittel der Stadt vernichte. Aber auch Stürme trugen zu einer Vernichtung von wichtigem Baugut bei, wie 1718, als vor allem die historische gotische Ratslaube am Rathaus zusammenbrach. Zu sehen ist sie noch auf der Vicke-Schorler-Rolle. Ersetzt wurde sie dann später durch einen einfachen barocken Vorbau des 18. Jahrhunderts, der die alte gotische Schauwand aus dem 13. Jahrhundert fast vollständig bedeckt.

In der öffentlichen Wahrnehmung fast vergessen ist der Zwinger, der als Wehrturm vor dem Steintor stand. Dieser wurde 1849 von preußischen Pionieren wegen angeblicher Baufälligkeit gesprengt.

Söben Toern to Sint Marien Kark, Söben Straten bi den groten Mark, Söben Doern, so da gaen to Lande, Söben Kopmannsbrüggen bi dem Strande, Söben Toern, so up dat Rathus stan, Söben Klocken, so dakliken slan, Söben Linnenböm up den Rosengoern: Dat syn de Rostocker Kennewohrn.

Sieben Türme der St. Marien Kirche, Sieben Straßen bei dem großen Markt, Sieben Tore, die in das Land führen, Sieben Kaufmannsbrücken bei dem Strand, Sieben Türme, die auf dem Rathaus stehen, Sieben Glocken , die zugleich schlagen, Sieben Lindenbäume im Rosengarten: Das sind die Rostocker Wahrzeichen.

1596 ist dieses Gedicht das erste Mal in der Chronik des Peter Lindeberg erschienen und wurde seit dem in verschiedenen Fassungen, selbst von John Brinckman, überliefert. Obwohl heute mit Ausnahme der sieben Türme auf dem Rathaus keines der Kennewohrn mehr vollständig erhalten ist, muss davon ausgegangen werden, dass das Gedicht mit einem großen Maß dichterischer Freiheit entstanden ist. So waren es zum Beispiel zwölf Kaufmannsbrücken am Strande und acht Straßen, die vom Markt führten.

Der Rosengarten des Gedichts ist ein anderer als der heutige Rosengarten, der zwischen Steintor und Wallanlagen entlang der Wallstraße zu finden ist. Dieser Rosengarten wurde erst 1868 eingerichtet.

Viele regelmäßige Veranstaltungen finden in Rostock statt. Neben dem größten Weihnachtsmarkt in Norddeutschland wird auch jedes Jahr die Hanse-Sail als Höhepunkt der Veranstaltungen ausgerichtet. Diese steht auch in der Tradition der Internationalen Ostseewoche, deren Hauptveranstalter Rostock von 1958 bis 1975 war.

Im Januar findet der Kabarettistenwettbewerb der Rostocker Koggenzieher statt, dann ab Ende März bis in den Juni der Bücherfrühling an der Warnow, der viele Lesungen und Ausstellungen bietet, seit April 2004 außerdem die halbjährlich stattfindende Literaturshow Prosanova im MAU Club, im April und Oktober ist Rostocker Kulturwoche, dann im Mai/Juni zu Pfingsten der traditionelle Rostocker Pfingstmarkt. Auch im Mai: Das Stadtteilfest der Kröpeliner-Tor-Vorstadt Blaumachen und das Kurzfilmfestival FiSh. Im Juni ist Ostseejazz-Festival, im Juli dann der Rostocker Sommer mit Musik, Folklore, Literatur und am Strand die Veranstaltungsreihe Sommer der Kulturen, darüber hinaus auch Warnemünder Woche und der Rostocker Christopher Street Day (die größte Schwulen- und Lesbenparade des Landes). Die Hanse Sail ist im August in Rostock, im September finden schließlich das Boulevardfest und das Rostocker Hafenfest statt, bevor das Veranstaltungsjahr mit dem Rostocker Weihnachtsmarkt im November/Dezember und den großen Silvesterfeuerwerken im Stadthafen und Warnemünde endet.

Im Jahr 2018 wird Rostock voraussichtlich den Hansetag der Neuen Hanse ausrichten. Ein Thema dafür steht noch nicht fest.

Weitere Sehenswürdigkeiten, für die ein Besuch der Stadt lohnt, sind der Botanische Garten der Universität, das Messegelände und der Messepark der ehemaligen IGA, die Rostocker Heide mit dem Gespensterwald, aber nicht zuletzt auch der Rostocker Zoo.

Im Stadtteil Warnemünde bietet sich neben dem Strand an Interessantem vor allem die lange Westmole, der Teepott, der Leuchtturm und die Straße Am Strom. Im Heimatmuseum in der Alexandrinenstraße ist die Geschichte der Fischerei und Seefahrt dargestellt.

Der Fußball-Club Hansa Rostock gehört – bildlich gesprochen – zu den sportlichen Leuchttürmen der Stadt und des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Immer wieder schaffte der F.C. Hansa Rostock in der Vergangenheit den Wiederaufstieg aus der zweiten in die erste Bundesliga, zuletzt in der Saison 2006/07, konnte 2008 die Erstklassigkeit allerdings nicht in die nächste Saison tragen.

Der Handball-Club HC Empor Rostock wurde zehn Mal DDR-Meister und 1982 Europameister für Vereinsmannschaften. Der Club zählt zu den traditionsreichsten Handballvereinen in Deutschland. Die Männer-Mannschaft um Trainer Lars Rabenhorst spielt in der 2. Bundesliga Nord. Bei den Damen spielt das Team der Rostock Dolphins in der Saison 2008/2009 nach einjähriger Abstinenz ebenfalls wieder in der 2. Bundesliga Nord. Der SV Pädagogik Rostock spielt in der Oberliga Mecklenburg-Vorpommern.

Die Hockeyherren der HSG Uni Rostock sind in der Saison 2008/2009 Landesmeister Mecklenburg-Vorpommerns geworden und kämpfen am 14.03.2009 und 15.03.2009 um den Aufstieg in die Regionalliga Ost.

Die Ringer der Kampfgemeinschaft PSV Rostock/SV Warnemünde ringen bereits mehrere Jahre in der Nordstaffel, die Inline-Hockey-Männer der Rostocker Nasenbären haben den Aufstieg 2007 geschafft, genauso wie die Judo-Frauen des PSV Rostock. Des Weiteren ist mit dem TSC Rostock 1957 der beste Tauchsportclub Deutschlands in der Hansestadt zu Hause.

Neben den Empor-Handballern sind drei weitere Zweitliga-Teams in Rostock aktiv: die Volleyball-Männer des SV Warnemünde, die Basketball-Damen des EBC Rostock und die Wasserball-Männer der HSG Warnemünde.

Ein Zuschauermagnet sind auch die Begegnungen der „Piranhas“ des Rostocker Eishockey-Clubs. Die Mannschaft ist nach der Saison 2006/2007 in die Oberliga aufgestiegen. Auf immer größeres Interesse stoßen die Partien der Männer vom EBC Rostock im Basketball, der Rostock Griffins im Football oder der Dierkower Elche im Rugby. Mit der Mannschaft „Endzonis“ hat eine neue Sportart, das Ultimate erfolgreich in Rostock Einzug gehalten. Der 1. LAV Rostock ist der bedeutendste Leichtathletikverein der Stadt und einer der wichtigsten in Norddeutschland. Zahlreiche erfolgreiche Sportler waren oder sind beim 1. LAV aktiv, zum Beispiel die Marathon-Europameisterin 2006 Ulrike Maisch.

Rostock ist auch ein Zentrum für Schwimmer und Wasserspringer. Bei den Schwimmern konnten vor allem im Langstreckenbereich bereits zahlreiche Erfolge erschwommen werden, wie zuletzt von Britta Kamrau-Corestein, die 2007 in Melbourne erneut einen Weltmeistertitel auf der 25-km-Distanz gewann.

Neben den klassischen Sportarten bietet sich Rostock wegen seiner exponierten Lage auch sehr für Segeln oder Rudern an und gilt als das beste Segelrevier der deutschen Ostseeküste.

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Hansa Rostock

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Der F.C. Hansa Rostock ist ein deutscher Fußballverein aus Rostock in Mecklenburg-Vorpommern mit rund 4650 Mitgliedern. Gegründet wurde der F.C. Hansa als Fußballclub am 28. Dezember 1965 mit der Ausgliederung der Fußballabteilung aus dem am 11. November 1954 gegründeten SC Empor Rostock.

Als einziger Verein aus den neuen Bundesländern spielte Hansa stets mindestens in der jeweils zweithöchsten Spielklasse der nationalen Verbände der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland. Seine größten Erfolge verbuchte der F.C. Hansa 1990/91 mit dem Gewinn der unter der Bezeichnung NOFV-Oberliga letztmalig ausgespielten Meisterschaft sowie des 1991 unter der Bezeichnung NOFV-Pokal letztmalig ausgetragenen Pokalfinals der Deutschen Demokratischen Republik.

1954 wurden im Rahmen der Leistungssportförderung in den meisten Bezirken der DDR so genannte Sportclubs gegründet, die anders als die breitensportorientierten Betriebssportgemeinschaften zu leistungssportlichen Zentren ihrer jeweiligen Region und ihrer zentralen Sportvereinigung werden sollten. In Rostock, der größten DDR-Stadt nördlich Berlins, wurde am 11. November 1954 der anfangs noch als „SK Empor Rostock“ bezeichnete SC Empor Rostock mit Sektionen für sieben Sportarten gegründet. Mit dem Fischkombinat Rostock als Trägerbetrieb war er das designierte Leistungszentrum der Sportvereinigung Empor, welche die Sportgemeinschaften mit Trägerbetrieben aus dem Bereich Handel und Versorgungswirtschaft umfasste. Das am 27. Juni 1954 eröffnete Ostseestadion war weitgehend fertiggestellt, im Gegensatz zum Feldhandball konnte jedoch keine höherklassige Fußballmannschaft aus den Sportgemeinschaften der Umgebung zusammengestellt werden.

Auch weil der Norden der DDR seit dem Abstieg Motor Wismars in der Saison 1951/52 in der DDR-Oberliga nicht mehr vertreten war und in der bereits begonnenen Saison 1954/55 überwiegend sächsische Mannschaften um die Meisterschaft spielten, beschloss die DDR-Sportführung, die Mannschaft der sächsischen BSG Empor Lauter noch während der Saison nach Rostock zu delegieren. Bereits 1953 war Vorwärts Leipzig in einem ähnlichen Vorhaben nach Berlin delegiert worden. Während die Fachzeitschrift Neue Fußballwoche den Umzug Empor Lauters nach Rostock in einer Sonderausgabe 1991 mit dem späteren Gewerkschaftsbund-Vorsitzenden Harry Tisch in Verbindung brachte, und dies auch von anderen Medien aufgegriffen wurde, gilt als eigentlicher Initiator des Umzugs Karl Mewis, der zu diesem Zeitpunkt erster Sekretär des Bezirks Rostock war.

Empor Lauter gehörte wie Empor Rostock der Sportvereinigung Empor an und war zum Zeitpunkt des Umzugs mit 10:6 Punkten aktueller Tabellenführer der Oberliga. In Lauter verfügte die Mannschaft jedoch über keine auf Dauer wettbewerbsfähige Infrastruktur und konkurrierte mit weiteren Erstligisten in näherer Umgebung. Das Punktspiel des neunten Spieltages gegen Motor Zwickau wurde abgesetzt, um den Umzug der Mannschaft nach Rostock zu ermöglichen. Während drei Lauterer Spieler zu Motor Zwickau und weitere in niederklassige Ligen wechselten oder ihre Karrieren beendeten, verzichteten drei weitere Spieler unter dem Eindruck wütender Proteste seitens der Lauterer Einwohnerschaft auf den bereits zugesagten Ortswechsel, so dass zwölf Spieler mit Trainer Oswald Pfau nach Rostock wechselten. Während die Rostocker Spieler in der Folgezeit bei Auswärtsspielen insbesondere gegen sächsische Mannschaften mitunter als „Verräter“ beschimpft wurden, führte der Umzug in Lauter zu lang anhaltenden Ressentiments, die sich zunächst in der Ausgrenzung von Angehörigen der delegierten Spieler äußerten.

Empor Rostock gehörte zwar zu den als Sportclub besonders geförderten Sportgemeinschaften, mit den Sportvereinigungen Motor, Turbine oder Dynamo konnte die vergleichsweise kleine Sportvereinigung Empor jedoch nicht konkurrieren. So wurde in den Anfangsjahren des Clubs der Fußballkader hauptsächlich mit jungen Talenten aus dem Norden der DDR aufgefüllt; neben dem direkten Rostocker Umfeld waren insbesondere die TSG Wismar und Einheit Greifswald bis in die 1970er Jahre Delegierungsschwerpunkte. Nur wenige „fertige“ Oberligaspieler fanden in dieser Zeit den Weg an die Ostseeküste.

Am elften Spieltag, der am 14. November 1954 ausgetragen wurde, absolvierte die Oberliga-Mannschaft Rostocks ihr erstes Punktspiel vor 17.000 Zuschauern im noch nicht komplett fertiggestellten Ostseestadion gegen Chemie Karl-Marx-Stadt (0:0). Bis zum Saisonende rutschte die kurzfristig mit weiteren Spielern verstärkte Mannschaft auf den neunten Rang der DDR-Oberliga ab, erreichte aber das Finale des FDGB-Pokals. Gegen Wismut Karl-Marx-Stadt unterlag die Rostocker Mannschaft im Leipziger Bruno-Plache-Stadion mit 2:3 nach Verlängerung.

Nachdem Empor Rostock in der Übergangsrunde 1955 noch den zweiten Platz belegt und mit Gerhard Schaller erstmals einen Spieler zur Nationalmannschaft der DDR geschickt hatte, stieg die Mannschaft in der Saison 1956 als Tabellenletzter in die zweitklassige Liga ab. Dabei hatte Rostock zunächst unter Willi Möhring, dann unter Erich Dietel nur zwei Hinrunden-Siege erzielt und zuletzt unter Lothar Wiesner, dem Kurt Zapf als Spielertrainer zur Seite stand, gegen den Abstieg gespielt. Unter Heinz Krügel erreichte Rostock jedoch 1957 den sofortigen Wiederaufstieg und zusätzlich den zweiten Einzug ins FDGB-Pokalfinale, welches gegen Lok Leipzig (1:2) trotz zwischenzeitlicher Führung erneut in der Verlängerung verloren ging.

In der Folgezeit etablierte sich Empor Rostock in der Oberliga und erreichte unter Trainer Walter Fritzsch 1960 abermals das FDGB-Pokalfinale, verlor jedoch gegen Motor Jena (2:3) zum nunmehr dritten Mal in der Verlängerung, obwohl Rostock noch in der 63. Minute mit 2:0 in Führung gegangen war. 1961/62 wurde die Rostocker Mannschaft Vize-Meister der Oberliga, nachdem sie am letzten Spieltag mit einem Punkt Rückstand den Tabellenführer Vorwärts Berlin empfangen hatte und mit 1:3 vor 30.000 Zuschauern im Ostseestadion unterlag. Dennoch wurde die Mannschaft in einer Umfrage der Zeitung Junge Welt zur Mannschaft des Jahres 1961 gewählt, während Rostocks Arthur Bialas mit 23 Toren Torschützenkönig der Oberliga wurde.

1962/63 wurde Empor Rostock mit sechs Punkten Rückstand auf Motor Jena und 1963/64 mit zwei Punkten Rückstand auf Chemie Leipzig erneut Vize-Meister, woraufhin der Mannschaft fortan der Ruf des „ewigen Zweiten“ anhaftete. 1964/65 nahmen mit Wolfgang Barthels, Jürgen Heinsch, Herbert Pankau und Klaus-Dieter Seehaus vier Rostocker Spieler an den Olympischen Sommerspielen 1964 teil und erreichten mit der zum vorerst letzten Mal gesamtdeutschen Mannschaft die Bronze-Medaille, mit Empor Rostock aber nur den fünften Rang in der Oberliga. Trainer Fritzsch hatte zum April 1965 sein Amt niedergelegt, ihm folgte Kurt Zapf als Interims- und ab Juli 1965 Gerhard Gläser als Cheftrainer.

Am 28. Dezember 1965 um 18:32 Uhr wurde mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde die Rostocker Fußballabteilung aus dem Gesamtverein Empor gelöst und der F.C. Hansa Rostock als reiner Fußballclub gegründet. Diese von der Sportführung der DDR veranlasste Ausgliederung war Teil der Bestrebungen des Verbandes, Leistungszentren speziell für den Fußball zu etablieren, der damit eine Sonderstellung im Leistungssportsystem der DDR einnehmen sollte. Bereits am 22. Dezember 1965 war der 1. FC Magdeburg als erster Fußballclub gegründet worden; die Gründungen der Fußballclubs aus Berlin, Chemnitz, Erfurt, Halle und Leipzig folgten im Januar 1966. In 126 Einsendungen waren die Namens- und Emblem-Vorschläge Hansa und Kogge, die an die mittelalterliche Hanse angelehnt sind und auf die Geschichte Rostocks als Hansestadt verweisen, am häufigsten genannt und schließlich umgesetzt worden. Die Bedeutung der Punkte in der Abkürzung „F.C.“ ist unklar; möglicherweise soll damit an den Traditionsclub Rostocker F.C. von 1895 erinnert werden, welcher 1996 neu gegründet wurde. Bis in die 1990er Jahre war allerdings die Schreibweise ohne Punkte üblich. Trägerbetrieb des F.C. Hansa wurde das Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft, so dass die Rostocker Staatsamateure unter anderem als Buchhalter im Überseehafen Rostock angestellt wurden. Erster Vorsitzender des F.C. Hansa wurde Heinz Neukirchen.

In der Rückrunde der Saison 1965/66 absolvierte die Mannschaft ihre ersten Spiele als F.C. Hansa Rostock und belegte schließlich unter Trainer Gläser den vierten Tabellenplatz. 1966/67 belegte die Mannschaft nur den zehnten Rang, woraufhin sie unter anderem als „elf Flaschen und Gläser“ verspottet wurde, obwohl in derselben Saison der nunmehr vierte Einzug ins FDGB-Pokalfinale gelang, welches mit 0:3 gegen Motor Zwickau erstmals schon in der regulären Spielzeit verloren ging.

Zu Beginn der Saison 1967/68 ließ die DDR-Sportführung die ASG Vorwärts Rostock nach Stralsund delegieren, auch weil diese, zu diesem Zeitpunkt in der zweitklassigen Liga spielend, als Konkurrenz für den F.C. Hansa angesehen wurde. Am Saisonende wurde Rostocks Gerd Kostmann mit 15 erzielten Toren Torschützenkönig und Hansa mit fünf Punkten Rückstand auf Carl Zeiss Jena zum nunmehr vierten Mal Vize-Meister der Oberliga, womit erstmals der Messepokal genannte Vorläufer des heutigen UEFA-Pokals erreicht wurde. Dort setzte sich Rostock in der ersten Runde gegen den OGC Nizza durch und schied in der zweiten Runde aufgrund der Auswärtstorregel gegen den AC Florenz aus. Der vierte Platz 1968/69 bedeutete für Hansa die erneute Qualifikationen zum Messepokal und für Kostmann mit 18 erzielten Toren den erneuten Gewinn der Torjägerkrone, Trainer Gläser allerdings wurde im Mai 1969 zunächst durch seinen Vorgänger Wiesner ersetzt, dem ab Juli 1969 Horst Saß im Amt nachfolgte.

Saß, mit der Integration von jungen Spielern wie Joachim Streich und Gerd Kische um die Verjüngung der Mannschaft bemüht, belegte mit Hansa 1969/70 nur zwei Punkte vom ersten Abstiegsplatz entfernt den zwölften Rang der Oberliga. Im Messepokal konnte zwar nach Panionios Athen in der ersten Runde im Hinspiel der zweiten Runde Inter Mailand mit 2:1 bezwungen werden, nach einer 3:0-Niederlage im Rückspiel schied Rostock jedoch erneut aus dem Wettbewerb aus. Nach drei weiteren Saisons mit Abschlussplatzierungen in der unteren Tabellenhälfte von 1970/71 bis 1972/73 verließ Saß den F.C. Hansa. Bei den Olympischen Sommerspielen 1972 hatten Rostocks Joachim Streich und Dieter Schneider Bronze mit der Nationalmannschaft erreicht.

Unter Heinz Werner erreichte Rostock mit einem siebten Platz 1973/74 wieder die obere Tabellenhälfte, geriet in der Folgesaison 1974/75 jedoch in die Abstiegsränge. Bei der Heimniederlage gegen Carl Zeiss Jena am 8. März 1975 wurde Werner noch während des Spiels durch den Parteifunktionär Harry Tisch aus seinem Amt entlassen. Helmut Hergesell, zwei Jahre zuvor noch als Spieler für Hansa tätig, übernahm das Traineramt, konnte aber den zweiten Abstieg Rostocks in die zweitklassige DDR-Liga nicht verhindern. Während Joachim Streich daraufhin nach Magdeburg wechselte und dort zum Rekordspieler der DDR avancierte, verblieb Gerd Kische in Rostock. Beide waren bei der Weltmeisterschaft 1974 für die Nationalmannschaft der DDR angetreten, Kische auch beim Spiel gegen die bundesdeutsche Auswahl.

Die Leistungsunterschiede zwischen der hauptsächlich aus Betriebssportgemeinschaften bestehenden DDR-Liga und der zum größten Teil aus Fußballclubs bestehenden Oberliga begünstigten den wiederholten Auf- und Abstieg des nunmehr Fahrstuhlmannschaft gewordenen Teams aus Rostock. So blieb Hansa in der DDR-Liga 1975/76 ohne Niederlage, belegte in der Oberligasaison 1976/77 aber mit einem Punkt Rückstand auf die Nicht-Abstiegsplätze den letzten Tabellenplatz. Dabei hatte Rostocks Kische auch als Zweitligaspieler mit der Auswahl der DDR an den Olympischen Sommerspielen 1976 teilgenommen und dort das olympische Fußballturnier gewonnen. Der Wiederaufstieg 1977/78 gelang trotz zweier Niederlagen erneut als Tabellenführer, wobei mit einem 10:0 gegen die BSG Motor Wolgast der höchste Pflichtspielsieg der Vereinsgeschichte erspielt wurde. Die schlechten Ergebnisse in der Saison 1978/79 hatten die Ablösung des Trainers Hergesell durch seinen einstigen Mitspieler Jürgen Heinsch im Dezember 1978 zur Folge. Trotz Trainerwechsel kam es am Saisonende zum Wiederabstieg. Als neuer Trainer folgte ab Juli 1979 Harry Nippert auf Heinsch, unter dem Hansa in der Ligasaison 1979/80 erneut ohne Niederlage und mit einem weiterem 10:0-Sieg, diesmal über die BSG Kernkraftwerk Greifswald, umgehend wieder aufstieg. In der Oberligasaison 1980/81 erreichte Hansa mit drei Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge den Klassenerhalt.

Vier weitere Saisons blieb Hansa Rostock von 1981/82 bis 1984/85 unter dem erneut als Trainer fungierenden Jürgen Heinsch mit Abschlussplatzierungen in der unteren Tabellenhälfte in der Oberliga, bis 1985/86 der abermalige Abstieg in die Liga unter Trainer Claus Kreul folgte. Rostocks junger Nationalspieler Thomas Doll wechselte daraufhin zum DDR-Rekordmeister BFC Dynamo, während die älteren Axel Schulz und Rainer Jarohs in Rostock verblieben. Neben dem sofortigen Wiederaufstieg gelang in der Folgesaison 1986/87 unter Trainer Werner Voigt auch der erneute Einzug in das FDGB-Pokalfinale, in dem Rostock mit einer 1:4-Niederlage gegen Lok Leipzig zum nunmehr fünften Mal nur den zweiten Platz erreichte. Nachdem die Rostocker Mannschaft in der Saison 1987/88 mit zwei Punkten Abstand zu den Abstiegsplätzen noch um den Klassenerhalt gespielt hatte, qualifizierte sie sich durch den vierten Rang der Saison 1988/89 zum ersten Mal seit 1969 wieder für den internationalen UEFA-Pokal, in dem die Mannschaft jedoch bereits in der ersten Runde gegen Baník Ostrava ausschied.

Nachdem Rostocks Axel Kruse während eines Spiels in Kopenhagen noch im Juli 1989 nach West-Deutschland geflüchtet war, bewirkte die sich abzeichnende Deutsche Wiedervereinigung während der Saison 1989/90, in der Hansa den sechsten Tabellenplatz belegte, eine weitgehende Liberalisierung des Sports. So wurden die bislang offiziell bei den Trägerbetrieben der Sportgemeinschaften beschäftigten Spieler mit Spielerverträgen an die Sportgemeinschaften gebunden und damit nicht mehr als Amateure deklariert, während ihnen gleichzeitig gestattet wurde, ihre sportlichen Arbeitgeber ohne Zustimmung der Sportführung zu wählen. Beim Übergang zu einem marktwirtschaftlich agierenden Fußballverein erhielt Rostock in Folge eines im Januar 1990 abgeschlossenen Kooperationsvertrags Unterstützung durch den SV Werder Bremen, während die Liquidität des F.C. Hansa zunächst durch eine nachträgliche Ablösezahlung der Berliner Hertha für Axel Kruse abgesichert werden konnte. Im Gegensatz zu anderen Sportgemeinschaften der DDR-Oberliga vermied es Hansa daraufhin zunächst, Spieler an die finanzstarken Vereine West-Deutschlands zu verkaufen, was auch durch die anfänglich mit 6.000 Deutsche Mark (etwa 3065 Euro) monatlich vergleichsweise hoch dotierten Spielerverträge gelang.

Die letzte Saison der DDR-Oberliga 1990/91 wurde mit dem Beitritt des ostdeutschen Fußball-Verbands zum westdeutschen Fußball-Bund in NOFV-Oberliga umbenannt und galt als Qualifikation zum gesamtdeutschen Ligensystem. Hierfür verpflichtete Rostock den bislang nur in West-Deutschland aktiven Trainer Uwe Reinders und mit dem US-amerikanischen Nationalspieler Paul Caligiuri den ersten ausländischen Spieler in Diensten des F.C. Hansa. Am 2. August 1990 wurde der F.C. Hansa offiziell zum gemeinnützigen eingetragenen Verein und versuchte den Wegfall des bisherigen Trägerbetriebs insbesondere mit dem ersten Sponsorenvertrag der Clubchronik zu kompensieren, der mit dem Klebstoffhersteller Uhu abgeschlossen wurde. Die Rostocker Mannschaft gewann daraufhin zunächst die Herbstmeisterschaft mit 20 Punkten, so dass in der Rückrunde weitere 15 Punkte den Gewinn der letzten ostdeutschen Meisterschaft im Mai 1991 bedeuteten. Rostock hatte sich damit für den Europapokal der Landesmeister und neben Dynamo Dresden als zweitem ostdeutschen Team für die Bundesliga qualifiziert. Im am 2. Juli 1991 letztmalig ausgetragenen Finale des FDGB-Pokals 1990/91, der analog zum Ligensystem in NOFV-Pokal umbenannt worden war, gewann Rostock zudem in der sechsten Finalteilnahme erstmals den Wettbewerb, nachdem der Eisenhüttenstädter FC mit 1:0 im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark besiegt werden konnte. Der Stellenwert beider Titel war seit der Wiedervereinigung jedoch gesunken, so dass auch das Pokalfinale vor nur rund 4.800 Zuschauern stattfand.

Zu Beginn der Saison 1991/92 verließ schließlich mit Henri Fuchs der erste Rostocker Leistungsträger den Verein in Richtung eines west-deutschen Konkurrenten, was Hansa auch durch die Verpflichtung dreier tschechischer Spieler zu kompensieren versuchte. Als letzter Meister der DDR in der Saisonvorbereitung am DFB-Supercup teilnehmend schied Rostock im Halbfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern als amtierendem Meister der Bundesliga aus, wobei Rostocks Kapitän Juri Schlünz als erster Spieler in der Geschichte des deutschen Fußballbundes mit der neu eingeführten gelb-roten Karte vom Platz gestellt wurde. Die Bundesligasaison hingegen begann für Hansa durch ein 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg mit der Tabellenführung. Im Anschluss verlor die zu Saisonbeginn noch unterschätzte Rostocker Mannschaft jedoch mehr und mehr Spiele und fand sich zum Saisonende im Abstiegskampf wieder. Zwar hatte Trainer Reinders seiner Entlassung in der Winterpause trotz Differenzen mit dem Vereinspräsident Gerd Kische noch entgegenwirken können, zum März 1992 wurde er aber doch durch Erich Rutemöller ersetzt. Am letzten Spieltag besiegte Hansa Eintracht Frankfurt mit 2:1 und entschied damit die deutsche Meisterschaft zu Ungunsten der Frankfurter, der Abstieg der Rostocker in die 2. Bundesliga konnte hierdurch jedoch nicht verhindert werden. Im Europapokal der Landesmeister war Rostock bereits in der ersten Runde am späteren Pokalsieger FC Barcelona gescheitert, obgleich Hansa nach der 0:3-Niederlage im Camp Nou das Rückspiel im heimischen Ostseestadion mit 1:0 gewinnen konnte.

Für die Zweitligasaison 1992/93 plante die Vereinsführung den sofortigen Wiederaufstieg, musste jedoch den Abgang von vier Leistungsträgern hinnehmen, die aufgrund der angespannten finanziellen Lage durch noch unerfahrene Spieler wie Timo Lange und Marco Zallmann ersetzt wurden, von denen insbesondere Lange zum Rekord-Spieler Hansas in der Bundesliga werden sollte. In der Hinrunde belegte Hansa daraufhin zumeist Aufstiegsränge, fiel dann aber auf den sechsten Tabellenplatz zurück. Horst Hrubesch ersetzte deshalb noch in der Winterpause den in Frage gestellten Trainer Rutemöller, rutschte mit der Mannschaft bis zum Saisonende aber noch weiter ab und belegte schließlich nur den elften Platz der 2. Bundesliga, woraufhin er sein Amt niederlegte. Zur Folgesaison 1993/94 unter dem zum nunmehr dritten Mal als Trainer engagierten Jürgen Heinsch verfehlte Hansa den Aufstieg mit dem achten Tabellenplatz erneut.

Die Vereinsführung plante daraufhin für die Zweitligasaison 1994/95 den Neuaufbau der Rostocker Mannschaft, für den Frank Pagelsdorf als Trainer verpflichtet wurde. Während langjährige Leistungsträger wie Juri Schlünz ihre Karrieren beendeten, kam unter anderem Stefan Beinlich vom englischen Verein Aston Villa nach Rostock. Obwohl die Mannschaft ohne Aufstiegsambitionen in die Saison gestartet war, erreichte sie den Aufstieg bereits am drittletzten Spieltag und belegte zum Saisonende den ersten Tabellenplatz. Mit dem gleichzeitigen Abstieg Dynamo Dresdens aus der ersten Liga wurde Hansa daraufhin über mehrere Jahre als einziger Vertreter der ehemaligen DDR-Oberliga in der Bundesliga zum „Leuchtturm des Ostens“.

Überraschend belegte der Aufsteiger aus Rostock in der Hinrunde der Bundesligasaison 1995/96 zwischenzeitlich den dritten Tabellenrang, fiel bis zum Saisonende aber auf den sechsten Rang zurück und verzichtete auf die damit erreichte Teilnahme am UI-Cup. Dabei war es im Heimspiel gegen den FC St. Pauli zu Ausschreitungen gekommen, in deren Folge Hansa mit einer Platzsperre und einer Geldstrafe belegt wurde, so dass das Heimspiel am 28. Oktober 1995 statt im 25.500 Zuschauer fassenden Ostseestadion im Berliner Olympiastadion vor 58.492 Zuschauern ausgetragen wurde, was für Hansa einen neuen Zuschauerrekord bedeutete.

Zum Beginn der Saison 1996/97 gab Rostock René Schneider an Borussia Dortmund ab, der als erster Hansa-Spieler 1995 einen Einsatz in der gesamtdeutschen Nationalelf absolviert und bei der Europameisterschaft 1996 zum Kader des Titelträgers gezählt hatte. Erst zur Winterpause, in der auch ein Aufsichtsrat als den Vereinsvorstand kontrollierendes Gremium eingerichtet wurde, konnte die auch daraus resultierende Defensiv-Schwäche der Mannschaft beigelegt werden, die mit dem 15. Platz zum Saisonende den erneuten Abstieg vermeiden konnte. Frank Pagelsdorf erfüllte damit als bis heute einziger Bundesligatrainer seinen Vertrag in Rostock und verließ Hansa in Richtung Hamburger SV.

Für die Saison 1997/98 verpflichtete Rostock Ewald Lienen als neuen Trainer, belegte im gesamten Saisonverlauf durchgehend mindestens den siebten Platz und wurde zum Saisonende erneut Sechster der Bundesliga. In einer von der Fachzeitschrift kicker durchgeführten Umfrage unter 200 Bundesligaspielern belegte Hansa daraufhin den ersten Platz in der Kategorie „schönster Fußball“. Beim DFB-Hallenpokal im Januar 1998 hatte die Mannschaft unter Lienen mit einem 4:3 im Endspiel gegen den FC Schalke 04 den ersten gesamtdeutschen Titel des F.C. Hansa gewonnen.

Zu Beginn der Saison 1998/99 nahm Rostock dann am UI-Cup teil, scheiterte dort jedoch schon am ersten Gegner, VSC Debrecen aus Ungarn. Die Mannschaft hatte erneut mehrere Leistungsträger abgegeben und belegte in der Bundesliga zunächst fast ausnahmslos Abstiegsplätze, bis Lienen im März 1999 vom Traineramt entbunden und durch seinen bisherigen Co-Trainer Andreas Zachhuber ersetzt wurde, unter dessen Regie der Klassenerhalt durch den 3:2-Siegtreffer von Sławomir Majak in der 83. Minute gegen den VfL Bochum am letzten Spieltag gesichert wurde. Dabei galt das Saisonfinale 1998/99 als eines der dramatischsten in der Geschichte der Bundesliga. Im folgenden DFB-Pokal 1999/00 erreichte der Verein unter Zachhuber mit der Halbfinalteilnahme die beste Platzierung der Vereinsgeschichte in diesem Wettbewerb.

In vier weiteren Saisons mit Abschlussplatzierungen zwischen dem 12. und 15. Rang von 1999/2000 bis 2002/03 spielte Hansa unter den Trainern Zachhuber, Friedhelm Funkel und Armin Veh gegen den Abstieg in die 2. Bundesliga. Dabei gab der Verein unter anderem 1999/2000 mit Oliver Neuville und Marko Rehmer seine deutschen Nationalspieler ab, um durch Ablösesummen einen Teil der Etats bestreiten zu können. Zwischen 1998 und 2007 verpflichtete der F.C. Hansa insgesamt sieben schwedische, drei dänische und einen finnischen Spieler, wodurch bei Heimspielen zwischenzeitlich bis zu 2.000 schwedische Fans ins Ostseestadion kamen. In der Saison 2003/04 erreichte Hansa unter Trainer Juri Schlünz den neunten Rang und damit die dritte Qualifikation zum UI-Cup, verzichtete aber zum zweiten Mal auf die Teilnahme. Martin Max hatte in 33 Spielen 20 Tore für Hansa erzielt und damit einen neuen Vereinsrekord in der Bundesliga aufgestellt, beendete jedoch im Anschluss an die Saison vorzeitig seine Karriere.

Zu Beginn der Saison 2004/05 nahm Hansa erstmals am DFB-Ligapokal teil und schied in der ersten Runde gegen Bayer 04 Leverkusen im Elfmeterschießen aus. Im Folgenden verlor Rostock die ersten acht Heimspiele in der Bundesliga, womit ein seit 1965 bestehender Negativ-Rekord Tasmania Berlins eingestellt wurde, und erreichte in der gesamten Hinrunde nur elf Punkte. Dabei hatte die 0:6-Niederlage gegen den Hamburger SV im November 2004 den Rücktritt des Trainers Schlünz zur Folge. Unter dessen Nachfolger Jörg Berger stieg Hansa mit insgesamt 18 Niederlagen in 34 Spielen nach zehnjähriger Erstligazugehörigkeit als Tabellensiebzehnter in die 2. Bundesliga ab.

Zur Saison 2005/06 strebte Hansa den sofortigen Wiederaufstieg an und ersetzte nach zwei Auftaktniederlagen Trainer Berger durch den zum F.C. Hansa zurückkehrenden Frank Pagelsdorf, der mit der Mannschaft schließlich den zehnten Platz in der Abschlusstabelle belegte. In der Saison 2006/07 blieb Hansa bis zum 18. Spieltag ohne Niederlage, stellte damit einen neuen Vereinsrekord für die 2. Bundesliga auf und erreichte als Zweitplatzierter den Aufstieg in die Bundesliga.

Für die Bundesligasaison 2007/08 erhielt der F.C. Hansa die Spiellizenz nur unter finanziellen Auflagen und veräußerte am 2. Juli 2007 die Namensrechte am Ostseestadion an die Deutsche Kreditbank, woraufhin das Stadion in DKB-Arena umbenannt wurde. Mit 17 Punkten aus 17 Spielen belegte Hansa nach der Hinrunde noch den 15. Tabellenplatz, fiel jedoch im weiteren Saisonverlauf auf die Abstiegsplätze zurück und stieg schließlich als Tabellenvorletzter in die 2. Bundesliga ab.

Für die Zweitliga-Spielzeit 2008/09 erhielt Rostock die Spiellizenz ohne wirtschaftlich beschränkende Auflagen und startete mit neun Punkten aus sieben Spielen in die Saison. Am achten Spieltag erzielte Hansa durch ein 9:0 gegen die TuS Koblenz den höchsten Pflichtspielsieg seit der Wiedervereinigung, der zugleich den höchsten Sieg in der Geschichte der eingleisigen 2. Bundesliga darstellte. Nach vier sieglosen Spielen fiel Hansa jedoch nachfolgend auf den 12. Tabellenplatz zurück, woraufhin Pagelsdorf am 10. November 2008 beurlaubt wurde. Dessen Nachfolge als Cheftrainer trat elf Tage später Dieter Eilts an, unter dem die Mannschaft im Achtelfinale aus dem DFB-Pokal 2008/09 ausschied und am 21. Liga-Spieltag auf den vorletzten Tabellenplatz zurückfiel. Am 23. Spieltag wurde auch Eilts schließlich von seinem Amt entbunden, dem Andreas Zachhuber im Amt nachfolgte.

1991 trat die in der Regionalliga der Frauen spielende Fußballabteilung der BSG Post Rostock dem F.C. Hansa Rostock bei und gewann in den folgenden zwei Spielzeiten jeweils den Landespokal Mecklenburg-Vorpommern. Bereits 1993 wechselte die Abteilung weiter zum Polizei SV Rostock, für den sie 1995/96 kurzzeitig in der Bundesliga der Frauen antrat. 2005 schloss sich die Abteilung dem SV Hafen Rostock 61 an.

Der F.C. Hansa bezeichnet sich selbst als „Ausbildungsverein“, bei dem Jugendspieler auch über die zweite Mannschaft vermehrt zu Profisportlern gefördert werden sollen.

Nach der Delegierung Empor Lauters nach Rostock wurde zum Aufbau einer Jugendabteilung 1955 zunächst die B-Jugend der BSG Einheit Rostock dem SC Empor Rostock angeschlossen. Weitere Jugendspieler wurden aus Betriebssportgemeinschaften der Region gewonnen sowie 18 von 250 Bewerbern eines Vorspielens im April 1955 in die Jugendmannschaften aufgenommen. In den Jugendwettbewerben der DDR konnten daraufhin unter anderem in der Altersklasse Jugend (B-Jugend) 1970, 1978 und 1990 sowie in der Altersklasse Junioren (A-Jugend) 1968, 1973 und 1980 die jeweilige Meisterschaft gewonnen werden. Über die Jugendmannschaften gelangten regelmäßig Spieler wie Jürgen Decker, Jürgen Heinsch, Rainer Jarohs, Heiko März, Dieter Schneider und Axel Schulz in den Oberligakader Rostocks.

Zu den größten Erfolgen der Jugendabteilung seit der Wiedervereinigung zählt der Gewinn der deutschen Vize-Meisterschaft der B-Jugendlichen in der Saison 2004/05 unter Trainer Thomas Finck. In gleichen Zeitraum gelangten Spieler wie Kai Bülow, Uwe Ehlers, Tim Sebastian und Marco Vorbeck aus der Rostocker Jugend zum Profifußball. Mit Carsten Jancker und Toni Kroos erreichten weitere Rostocker Jugendspieler ihr Bundesliga-Debüt bei anderen Vereinen.

2008/09 unterhält der F.C. Hansa je zwei Jugendmannschaften in den Altersklassen F- bis C-Jugend sowie je eine Mannschaft in den Altersklassen B- und A-Jugend, welche für den F.C. Hansa als Gründungsmitglieder an der U-17-Bundesliga beziehungsweise der U-19-Bundesliga teilnehmen. Während Roland Kroos die U-17-Mannschaft des Vereins betreut, wird die U-19 vom vormaligen Hansa-Spieler Michael Hartmann trainiert.

Die Jugendarbeit des F.C. Hansa wird durch Kooperationen mit den als Eliteschule des Fußballs ausgezeichneten CJD Jugenddorf-Christophorusschule und Heinrich-Schütz-Realschule, dem Ostseegymnasium und der BCAW Bildungscenter GmbH sowie mehreren lokalen Fußballvereinen wie dem FC Eintracht Schwerin und dem 1. FC Neubrandenburg unterstützt. Im vereinseigenen Jugendinternat finden 20 Spieler Unterkunft.

Die zweite Mannschaft Hansas fungiert insbesondere als Förderkader für Jungspieler, die sich hierüber für die erste Mannschaft empfehlen können.

Die Zweitvertretung des SC Empor Rostock wurde 1961 gegründet. Innerhalb von zwei Jahren stieg sie aus der Kreisklasse in die zu diesem Zeitpunkt drittklassige Bezirksliga Rostock auf. Nach dem Gewinn der Bezirksmeisterschaft in der Saison 1966/67 profitierte die inzwischen in den FC Hansa Rostock ausgegliederte Mannschaft von dem Beschluss des DDR-Fußballverbandes, den Reservemannschaften der Oberligateams künftig den Aufstieg in die zweitklassige DDR-Liga zu ermöglichen. Neben dem FC Carl Zeiss Jena und dem FC Rot-Weiß Erfurt gehörte Hansa zu den ersten Clubs, deren Reservemannschaften zur Saison 1967/68 in die DDR-Liga aufstiegen. Um dieses Ziel zu sichern, hatte die Hansa-Clubleitung extra Torjäger Gerd Kostmann aus der ersten in die zweite Mannschaft beordert. Mit seinen 24 Toren wurde er Torschützenkönig der Bezirksliga und trug so maßgeblich zum Aufstieg bei. In der DDR-Liga belegte die Reservemannschaft daraufhin in acht Spielzeiten zumeist einstellige Tabellenplätze, bis sie in der Saison 1974/75 wegen des Abstiegs der Oberligamannschaft in die DDR-Liga zwangsweise ebenfalls abstieg. Die folgende Bezirksliga-Spielzeit beendete die Reserve als Meister ihrer Bezirksliga-Staffel, wurde dann aber mehrfach zwischen der Bezirksliga und der Nachwuchsoberliga umgruppiert, die zwischen 1976 und 1983 für die Reservemannschaften der Oberligisten existierte. 1986/87 bedeutete die erneute Meisterschaft der nun wieder in einer Staffel ausgespielten Bezirksliga den erneuten Aufstieg der Reservemannschaft in die DDR-Liga. In der Saison 1987/88 stieg diese jedoch als Tabellenletzter umgehend wieder ab.

Auch am FDGB-Pokal nahm Hansas zweites Team mehrfach teil und erzielte in 31 Pokalspielen 16 Siege bei zwölf Niederlagen und drei Unentschieden, schied jedoch bei jeder Teilnahme vorzeitig aus dem Wettbewerb aus. Zwischenzeitlich existierte zudem eine dritte Mannschaft, welche 1970 an der ersten Runde des FDGB-Pokals teilnahm.

Durch die deutsche Wiedervereinigung wurde Rostocks zweite Mannschaft 1991/92 in die Landesliga Mecklenburg-Vorpommern eingegliedert und stieg in die Oberliga Nordost auf. Mit dem nicht erreichten Wiederaufstieg der ersten Mannschaft 1993 wurden die Spieler der zweiten Mannschaft aus finanziellen Gründen entlassen. An ihrer Stelle nahm die A-Jugendmannschaft des F.C. Hansa an der Oberliga teil und stieg als Tabellenfünfzehnter in die Landesliga ab. 1995/96 gelang der Wiederaufstieg, dem 1996/97 der Aufstieg in die Regionalliga Nordost als dritthöchster deutscher Spielklasse folgte. 1997/98 stieg die Mannschaft jedoch umgehend wieder ab, woraufhin aufgrund der für einen Verbleib in der Regionalliga nötigen Aufwendungen auf den mit den Oberliga-Meisterschaften 1999/2000 und 2004/05 möglichen Aufstieg verzichtet wurde.

In der Saison 2007/08 wurde unter Trainer Thomas Finck erneut der Aufstieg in die Regionalliga als ab 2008/09 vierthöchster deutscher Spielklasse anvisiert, der schließlich als Tabellenzweiter erreicht wurde. Dort belegte die Mannschaft zur Winterpause mit 26 Punkten aus 18 Spielen den sechsten Tabellenplatz.

Die zweite Mannschaft repräsentierte den F.C. Hansa Rostock auch im Mecklenburg-Vorpommern-Pokal und gewann diesen 1997/98, 2004/05 und 2005/06. Im damit erreichten DFB-Pokal schied das Team jeweils in der ersten Runde mit insgesamt 1:15 Toren gegen den MSV Duisburg, Mainz 05 und Schalke 04 aus. Da die Reservemannschaft der Lizenzvereine ab Sommer 2008 ihre Teilnahmeberechtigung am DFB-Pokal verloren, verzichtet der F.C. Hansa seit 2007 auf die weitere Teilnahme am Landespokal.

Trainer der Mannschaft in der Saison 2008/09 der 2. Bundesliga war bis inklusive des 12. Spieltags Frank Pagelsdorf, dem Timo Lange als Co- und Perry Bräutigam als Torwart-Trainer assistierten. Wegen ausbleibender Erfolge wurden Pagelsdorf und Lange jedoch am 10. November 2008 von ihren Ämtern entbunden, woraufhin Juri Schlünz als Übergangstrainer berufen wurde. Am 21. November 2008 wurde schließlich Dieter Eilts als neuer Trainer der Lizenzmannschaft verpflichtet, dem Mike Barten als Co-Trainer assistierte, bis Eilts am 6. März 2009 von seinem Amt entbunden wurde. Ihm folgte Andreas Zachhuber nach, dem Thomas Finck als Co-Trainer assistiert.

Während Stefan Beinlich zum Ende der Spielzeit 2007/08 seine aktive Fußballerkarriere nach 18 Jahren beendete, wurden die Verträge von Victor Agali (Wechsel zu Skoda Xanthi), Sebastian Hähnge (zu Carl Zeiss Jena), René Rydlewicz (zu Anker Wismar) und Amir Shapourzadeh (zum FSV Frankfurt) nicht verlängert. Die Spieler Tim Sebastian (zum Karlsruher SC) und Marc Stein (zu Hertha BSC) schlugen Angebote zur Vertragsverlängerung in Rostock aus. Als Neuzugänge wurden Sebastian Albert und Tom Buschke aus Hansas zweiter Mannschaft sowie Mario Fillinger vom Hamburger SV, Robert Lechleiter von der SpVgg Unterhaching und Martin Retov von Brøndby IF verpflichtet. Zusätzlich wurde Kevin Schindler für eine Spielzeit von Werder Bremen und Bastian Oczipka für zwei Spielzeiten von Bayer Leverkusen ausgeliehen.

Daneben gelang einigen Spielern der Reservemannschaft der zwischenzeitliche Sprung in die Lizenzmannschaft, so Tobias Jänicke während der Saisonvorbereitung und Guido Kocer im Herbst 2008. Beide wurden im weiteren Saisonverlauf jedoch wieder zurückgestuft.

Wegen anhaltender Erfolglosigkeit in der ersten Saisonhälfte wurden zur Winterpause 2008/09 vier Spieler trotz laufender Verträge von Dieter Eilts aus dem Profikader gestrichen. Dies betraf Đorđije Ćetković (zum VfL Osnabrück), Addy-Waku Menga (zu Werder Bremen) und Christian Rahn (zu Greuther Fürth) sowie Dexter Langen. Darüberhinaus wechselten Robert Lechleiter zum VfR Aalen sowie Zafer Yelen und Tom Buschke in Hansas Reserve. Im Gegenzug wurden Sebastian Svärd bis zum Sommer 2009 von Borussia Mönchengladbach ausgeliehen, Krisztián Lisztes von Rákospalotai EAC, Henri Myntti von Tampere United und Kevin Schöneberg vom 1. FC Köln verpflichtet sowie Felix Kroos aus der zweiten in die erste Mannschaft befördert. Andreas Zachhuber machte zudem im März 2009 die Suspendierung Langens rückgängig und berief auch Stephan Gusche aus der Reserve zum Lizenzkader, wohingegen Benjamin Lense und Assani Lukimya-Mulongoti der Reservemannschaft zugeteilt wurden.

Trainer der Mannschaft in der Saison 2008/09 der Regionalliga war zunächst Thomas Finck, dem als Co-Trainer Axel Rietentiet assistierte. Finck wurde jedoch am 8. März 2009 Co-Trainer der Lizenzmannschaft, woraufhin Rietentiet das Traineramt der zweiten Mannschaft übernahm. Dessen Co-Trainer wurde Jens Dowe. Einige Spieler der Lizenzmannschaft, wie Kenneth Kronholm, Simon Tüting und Sebastian Albert, laufen regelmäßig auch für die zweite Mannschaft auf, an deren Spielbetrieb zeitweise auch weitere Spieler der ersten Mannschaft teilnehmen.

Michael Hartmann wechselte bereits während der Saison 2007/08 vollständig in den Rostocker Trainerstab. Zur Sommerpause verließen Danny Beier, Leon Binder, Felix Dojahn, Max Kremer, Clemens Lange, Fabian Pieper und Tobias Werk den Verein, Sebastian Albert und Tom Buschke rückten in den Lizenzspielerkader auf. Als Neuzugänge wurden Felix Drecoll, Stephan Gusche und Arvid Schenk aus der eigenen Jugend, Daniel Becker vom FSV Bentwisch, Henry Haufe vom Frankfurter FC Viktoria, Jackson Mendy vom Paris FC, Alexander Rahmig vom FC Strausberg, Robert Rudnik von der TSG 1899 Hoffenheim, Steffen Schrod vom SV Viktoria Aschaffenburg und Murat Yilmaz vom Berliner FC Dynamo verpflichtet.

Während der Saisonvorbereitung wurde zudem Tobias Jänicke und im Herbst 2008 auch Guido Kocer in den Lizenzspielerkader berufen, beide wurden im weiteren Saisonverlauf jedoch wieder zurückgestuft. Bereits im Oktober 2008 war der noch für die A-Jugend spielberechtigte Felix Kroos in die zweite Mannschaft aufgerückt, wurde zur Winterpause aber ebenfalls zur Lizenzmannschaft befördert, was im März 2009 auch Stephan Gusche gelang.

In der Winterpause verließ Robert Rudnik den Verein und schloss sich Energie Cottbus an, während Felix Drecoll zum Torgelower SV wechselte. Dagegen rückte Thomas Götzl aus der eigenen Jugend in die zweite Mannschaft auf, die mit Buschke, Lense, Lukimya-Mulongoti und Yelen zudem noch weitere Zugänge aus der ersten Mannschaft verbuchte.

Von 1954 bis 1965 Teil des SC Empor Rostock wurde der heutige F.C. Hansa während dieser Zeit von Rudi Reichmann als Leiter der Sektion Fußball geführt, welcher als damaliges DTSB-Bezirksvorstandsmitglied ebenso wie die Fußballmannschaft der BSG Empor Lauter aus Sachsen nach Rostock delegiert worden war. Während diesem vereinzelt auch ehrenamtliche Funktionäre unterstellt waren, oblagen einschneidende Entscheidungen jedoch der Führung des Sportclubs, des DFV oder des DTSB, wobei diese politische Einflussnahme im sportlichen System der Deutschen Demokratischen Republik noch bis zur Zeit der politischen Wende praktiziert werden sollte.

Mit der Ausgliederung des F.C. Hansa aus dem SC Empor wurde ab 1965 Heinz Neukirchen ehrenamtlicher Vorsitzender des nunmehr eigenständigen Fußballclubs, was der verbreiteten Praxis entsprach den Vorsitzenden des jeweiligen Club-Trägerbetriebs auch zum Vorsitzenden des Clubs zu ernennen. 1967 wurde die mittlerweile zwölf Personen umfassende Vereinsführung nochmals umstrukturiert und der bislang unter Neukirchen als Technischer Leiter fungierende Ernst-Moritz Pahnke übernahm den Clubvorsitz, wurde jedoch 1973 wegen ausgebliebener Titelgewinne von seinem Amt entbunden. An seiner Stelle setzte der einflussreiche Partei-Funktionär Harry Tisch seinen bis dahin persönlichen Referenten Jochen Timmermann als Vorsitzenden des F.C. Hansa ein und nahm auch in weiteren Bereichen großen Einfluss auf den Fußballclub. Hansa konnte in der Folge jedoch nicht mehr an die Vize-Meisterschaften der Vorjahre anknüpfen, so dass Timmermann als Vorsitzender ohne Rückhalt blieb und ab 1975 durch Rudi Alms ersetzt wurde, welcher seinerseits nach zwei Jahren von Ulli Stoll ersetzt wurde. 1986 wurde schließlich Robert Pischke als Vorsitzender der mittlerweile auf 22 Mitglieder angewachsenen Clubführung gemeinsam mit Trainer Werner Voigt vom BFC Dynamo nach Rostock delegiert.

Nachdem Hansa im Zuge der politischen Wende am 2. August 1990 als gemeinnütziger Verein eingetragen worden war, stand dem Verein zunächst weiterhin Robert Pischke vor, firmierte nun aber als amtierender Vereinspräsident; als sein amtierender Vize-Präsident wurde der im Rahmen einer Kooperation mit Werder Bremen an der Ostsee verweilende Dieter Ernst eingesetzt. Auch wegen der massiven Kritik des vormaligen Hansa-Spielers Gerd Kische an diesem Kooperationsvertrag und an der Personalie Ernst, verzichtete Pischke jedoch auf eine offizielle Kandidatur bei der Jahreshauptversammlung im Februar 1991, so dass dort Kische selbst zum Vize-Präsidenten und Wolfgang Zöllick, zuvor stellvertretender Oberbürgerbürgermeister der Stadt Rostock, zum Vereinspräsidenten gewählt wurden. Bereits für Juni 1991 war jedoch eine Mitgliederversammlung angesetzt worden, bei der schließlich Kische selbst zum Vereinspräsidenten gewählt wurde. Nachdem dieser sich jedoch mit mehreren Vereins-Funktionären und Trainern überworfen und teilweise deren Rücktritt bewirkt hatte, gab er schließlich dem daraus resultierenden Druck der Vereinsmitglieder nach und trat 1993 seinerseits von seinem Amt zurück.

Nach der Amtszeit des Rostocker Unternehmers Gernot Böttrich als Vereinspräsident zwischen 1993 und 1994, amtierte zum Jahresende 1995 der einstige DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel als Präsident, als dieses Amt formell abgeschafft und die Vereinsführung in Aufsichtsrat und Vorstand unterteilt wurde. Dabei wird der Aufsichtsrat von der Mitgliederversammlung für jeweils vier Jahre gewählt und bestimmt den Vorstand, welchem die Geschäftsführung des Vereins obliegt. Zunächst wurde Horst Klinkmann Aufsichtsratsvorsitzender, während Diestel amtierender Vorstandsvorsitzender blieb, bis er 1997 durch Eckhardt Rehberg ersetzt wurde. Rehberg seinerseits wurde 2001 durch Manfred Wimmer ersetzt.

Zu Saisonbeginn 2008/09 bildeten die Vereinsführung des F.C. Hansa zunächst Horst Klinkmann als Vorsitzender des Aufsichtsrates seit 1996, Dirk Grabow als Vorstandsvorsitzender und Finanzleiter seit 2006, Ralf Gawlack als Marketing-Vorstand seit 1998, Juri Schlünz als Jugend- und Amateurvorstand sowie Herbert Maronn als Vorstand der Lizenzspielerabteilung jeweils seit 2007. Ralf Gawlack ist gleichzeitig Geschäftsführer der Ostseestadion GmbH & Co. KG, welche als Betreiber der DKB-Arena, Herausgeber der Stadionzeitung und Vertreiber von Merchandise-Artikeln fungiert. Auf der Hauptversammlung im November 2008 wurde jedoch ein neuer Aufsichtsrat gewählt, für den Horst Klinkmann nicht mehr zur Wahl stand, woraufhin Adalbert Skambraks zu seinem Nachfolger gewählt wurde. Anfang März 2009 trat Skambraks jedoch von diesem Posten zurück; ihm folgte Hans-Ulrich Gienke im Amt nach. Bereits eine Woche zuvor war Herbert Maronn als Leiter der Lizenzabteilung beurlaubt und der vormalige Hansa-Spieler René Rydlewicz als dessen Nachfolger vorgestellt worden.

Im sportlichen System der DDR war Empor Rostock zunächst dem Fischkombinat Rostock als Trägerbetrieb unterstellt, während die gleiche Funktion für Hansa Rostock durch das Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft wahrgenommen wurde. Im Zuge der Wiedervereinigung entfielen die Trägerbetriebe der Oberliga-Clubs, so dass diese erstmals eigenständig wirtschaften mussten. Hansa schloss daraufhin zur Saison 1990/91 mit dem Klebstoffhersteller Uhu den ersten Sponsorenvertrag der Clubchronik ab, im Folgenden sollte sich der Verein im vergleichsweise strukturschwachen Mecklenburg-Vorpommern jedoch mit Schwierigkeiten bei der Sponsorensuche konfrontiert sehen. So wurde der zur Bundesliga-Saison 1991/92 mit dem Baukonzern Elbo abgeschlossene Sponsorenvertrag durch die Zerschlagung des einstigen DDR-Großkonzers durch das Bundeskartellamt obsolet. Der in der Zweitliga-Saison 1992/93 gültige Vertrag mit dem Unternehmen BioWolf endete dagegen mit der Insolvenz BioWolfs, woraufhin aus finanziellen Gründen die Spieler der Zweitvertretung des F.C. Hansa entlassen und durch Jugendspieler ersetzt, sowie die Frauen-Fußball-Abteilung gänzlich aus dem Verein ausgegliedert wurden. Während andere ehemalige Oberligisten wie Dynamo Dresden und VfB Leipzig aufgrund finanzieller Engpässe bald Punktabzüge und Zwangsabstiege hinnehmen mussten, konnte Hansa sich jedoch nach und nach wirtschaftlich stabilisieren, was erst durch das verstärkte Engagement zahlreicher Nebensponsoren ermöglicht wurde.

Dem sportlichen Aufstieg in die Bundesliga 1994/95 folgte schließlich eine Periode, in welcher der F.C. Hansa seinen Etat zum Teil auch durch Spieler-Verkäufe bestreiten konnte, wobei vor allem René Schneider, Oliver Neuville und Victor Agali zu nennen sind. Teils gab der Verein in dieser Zeit jedoch auch selbst Millionenbeträge für Neuverpflichtungen aus, wie beispielsweise für Rade Prica als teuerster Spieler-Kauf der Vereinsgeschichte. Ab 2002 blieben ertragreiche Spielerverkäufe wiederum aus, so dass der Abstieg aus der Bundesliga 2004/05 gleichzeitig ein hohes finanzielles Risiko bedeutete. So hatte der Verein nach einem in der Abstiegssaison erwirtschafteten Verlust von 430.000 Euro die Spiellizenz für die zweite Liga erst durch eine Bürgschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern erhalten, woraufhin während der Saison 2005/06 ein erneuter Verlust von 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet wurde. Das Aufstiegsjahr 2006/07 bedeutete erneut einen erwirtschafteten Verlust von etwa 1,2 Millionen Euro, womit die Verbindlichkeiten des Vereins auf 9,8 Millionen Euro stiegen. Auch wegen des am 2. Juli 2007 erfolgten Verkaufs der Namensrechte am Ostseestadion, jetzt DKB-Arena, für 1,5 Millionen Euro jährlich plante der Verein daraufhin die Saison 2007/08 bei einen wirtschaftlichen Gewinn von 1,1 Millionen Euro mit einem Etat von 27,6 Millionen Euro zu bestreiten. Im Oktober 2008 meldete der Verein sogar einen Gewinn von 3,2 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr, rechnete jedoch mit einem erneuten Verlust von 1,84 Millionen in der laufenden Spielzeit.

Die Zweitliga-Saison 2008/09 bestreitet der Verein mit einem Etat von 17 Millionen Euro, doch gestaltete sich die Sponsorensuche erneut schwierig, nachdem KiK im Sommer 2008 die Zusammenarbeit mit dem F.C. Hansa nach nur einem Jahr beendet hatte, von der Hansa zuvor mit rund einer Million Euro profitierte. Als neuer Hauptsponsor konnte erst kurz vor Saisonbeginn die Mecklenburgische Brauerei Lübz vorgestellt werden, welche zuvor schon als Nebensponsor des F.C. Hansa aktiv gewesen war und dem Verein rund 750.000 Euro zahlt. Die zweite Mannschaft des F.C. Hansa führt zudem mit der wHolz GmbH einen eigenen Trikotsponsor, welcher als Caterer unter anderem in der Rostocker DKB-Arena und dem Rudolf-Harbig-Stadion von Dynamo Dresden tätig ist. Der Nachwuchsbereich wird durch die Stadtwerke Rostock AG gesponsert. Als Ausrüster des F.C. Hansa fungiert seit 2006 die niederländische Teamsportmarke Masita.

Das mit Hilfe des Nationalen Aufbauwerks zwischen 1953 und 1956 errichtete Rostocker Ostseestadion wurde am 27. Juli 1954 eingeweiht und diente Empor Rostock beziehungsweise später Hansa Rostock ab dem 14. November 1954 als Heimspielstätte. Als allgemeines Sportstadion konzipiert, fungierte es unter anderem auch als Austragungsort der Leichtathletikmeisterschaften der DDR, wurde in der Anfangsphase aber auch insbesondere für Feldhandballspiele genutzt. Nach mehreren Umbauten fasste das anfänglich für 18.000 Zuschauer ausgelegte Ostseestadion schließlich 25.500 Zuschauer, bis es zwischen April 2000 und Juli 2001 mit finanzieller Unterstützung der Stadt Rostock und des Landes Mecklenburg-Vorpommern komplett erneuert wurde. Dabei entstand durch Aufwendungen in Höhe von 28,1 Millionen Euro (55 Millionen Deutsche Mark) ein reines Fußballstadion mit einer Kapazität von bis zu 29.000 Zuschauern, in dem am 4. August 2001 das erste Heimspiel des F.C. Hansa stattfand. Am 2. Juli 2007 wurden die Namensrechte am Ostseestadion bis 2017 an die Deutsche Kreditbank veräußert, woraufhin dieses in DKB-Arena umbenannt wurde. Die Ostseestadion GmbH & Co. KG als Tochtergesellschaft des Vereins ist Betreiber der DKB-Arena.

Als Stadionzeitung erscheint 2008/09 nach mehrfachen Umbenennungen und Herausgeberwechseln die von der Ostseestadion GmbH herausgegebene Kogge, für die zweite Mannschaft erscheint mit dem A-Team seit 1997 eine eigene Stadionzeitung.

Vor Errichtung des Ostseestadions war Rostocks größte Sportanlage das Volksstadion, das zwischen 1923 bis 1928 erbaut wurde und zwischenzeitlich bis zu 20.000 Zuschauern Platz geboten haben soll. Bis zu deren Aufstieg in die Regionalliga zur Saison 2008/09 diente es mit einem Fassungsvermögen von 8.000 Stehplätzen der zweiten Mannschaft Rostocks als Heimspielstätte. Auch die Jugend-Bundesligamannschaften des F.C. Hansa tragen ihre Spiele teilweise im Volksstadion aus, weichen gelegentlich aber auf das Rostocker Leichtathletikstadion oder Spielstätten in Orten des Rostocker Umlandes aus.

Das Vereinsemblem des F.C. Hansa Rostock wurde 1965 von Karl-Heinz Kuhn entworfen. In den Farben der Stadt Rostock zeigt es eine stilisierte Hansekogge. Neben der dem Vereinswappen entnommenen Kogge als Sinnbild des Vereins existiert derzeit kein offizielles Vereinsmaskottchen. Als Identifikationsmaßnahme führte Hansa Rostock zwar 1993 eine Umfrage nach dem zukünftigen Maskottchen des Vereins durch, wobei sich eine Rollo genannte Wikingerfigur unter anderem gegen den Mecklenburgischen Stier durchsetzte und aufeinanderfolgend von zwei Hansa-Anhängern verkörpert wurde. Nachdem beide durch einen Schlaganfall beziehungsweise einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen waren, wurde Rollo als Vereinsmaskottchen jedoch wieder abgeschafft. Die Vereinshymne besteht seit 1995 im Lied FC Hansa, Wir lieben Dich total der Rockband Puhdys, das damit die zuvor gebräuchliche Oberliga-Hymne Klaus Leschinskis ablöste. Daneben gilt auch Thomas Selendts und Jan Friedbergs Hansa Forever als Vereinslied.

Das Vereinsemblem des F.C. Hansa Rostock.

Modifizierte Version zwischen 2000 und 2008.

Einer 2007 veröffentlichten, repräsentativen Umfrage des Sportpromotoren Sportfive zufolge besitzt Hansa Rostock mit 1,97 Millionen Fans deutschlandweit die siebtgrößte Fanbasis der deutschen Profivereine. In den Neuen Bundesländern war Hansa einer 2008 veröffentlichten, repräsentativen Umfrage der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse nach der beliebteste Profiverein noch vor dem FC Bayern München und in Gesamtdeutschland beliebtester ostdeutscher Profiverein vor Energie Cottbus.

Obwohl erst wenige Tage zuvor nach Rostock delegiert, besuchten das erste Heimspiel der Fußballmannschaft im damit ausverkauften Ostseestadion am 14. November 1954 bereits 17.000 Zuschauer. In der Folge etablierte sich, auch mit dem Fehlen anderer Oberligisten in näherer Umgebung und den anfänglichen Erfolgen des SC Empor begründet, eine größere Anhängerschaft, die sich zum Teil auch in Fangruppen organisierte, welche zunächst jedoch nur geduldet wurden, so dass Fanartikel erst ab der Saison 1974/75 verkauft wurden. Bis zu 5.000 Anhänger begleiteten die Rostocker Oberliga-Mannschaft auch zu Auswärtsspielen, obgleich diese die weitesten Anfahrten der überwiegend im Süden der Deutschen Demokratischen Republik angesiedelten Oberligisten in Kauf nehmen musste.

Mit der sich abzeichnenden Deutschen Wiedervereinigung wurde auch die Anhängerschaft des F.C. Hansa zunehmend politisch und wandte sich im Stadion teils in Sprechchören gegen die DDR-Regierung. Zu einem Auswärtsspiel im UEFA-Pokal im September 1989 fuhren daraufhin zwar 4.000 Rostocker Fans mit Sonderzügen nach Ostrau, einzelne Wagons wurden aber noch in Prag kontrolliert und der gesamte Zug am Zielort schließlich zur direkten Umkehr gezwungen.

Nach erfolgter Wiedervereinigung richtete der Verein 1991 den ersten Fan-Treffpunkt des F.C. Hansa ein und stellte zu diesem Zweck ein Gebäude am Volksstadion Rostock zur Verfügung, in dem sich nachfolgend das Hansa Fanprojekt etablierte, welches seit 1995 Vereinsstatus besitzt und als Dachverband der Hansa-Fanclubs fungieren sollte. Dabei wurden auch regionale Unterteilungen des Projektes vorgenommen, um die Aktivitäten der über 170 Fanclubs zu koordinieren, die neben Deutschland insbesondere in Skandinavien und Polen, aber beispielsweise auch in China existierten. Neben der Organisation von Fanturnieren und Auswärtsfahrten gehörte auch der Vertrieb vereinzelter Merchandise-Artikel zum Aufgabengebiet des Fanprojekt, welches auch das periodisch erscheinende Magazin Fanprojekt live herausgab. 2009 beendete der Verein jedoch die Zusammenarbeit mit dem Hansa Fanprojekt, dessen Aufgaben zum Zwecke der engeren Bindung an den Verein zukünftig von der 2006 gegründeten Abteilung Fanbetreuung wahrgenommen werden sollen.

Bereits ab 1993 geriet Rostocks Fanszene insbesondere im Zusammenhang mit Ausschreitungen bei Spielen gegen den späteren Rivalen FC St. Pauli in negative Schlagzeilen, die zum Ende 1990er Jahre zwar nachließen. Doch unter anderem durch Ausschreitungen am Bahnhof von Stendal im Februar 2006, beim Auswärtsspiel in Essen im Februar 2007 sowie bei der Aufstiegsfeier in Rostock im selben Jahr geriet der F.C. Hansa erneut in den Fokus der Medien. Der Verein bezifferte den ihm dadurch entstandenen Schaden auf 400.000 Euro. Daraufhin stellte der F.C. Hansa unter anderem im Februar 2007 die Zusammenarbeit mit dem Fanclub Suptras Rostock ein und begrüßte die im Herbst 2007 erfolgte Gründung des unabhängigen Vereins Fanszene Rostock, welcher präventiv auf die eigenen Fans einwirken soll. Im selben Jahr gingen Schätzungen von rund 500 gewaltbereiten Personen innerhalb der Anhängerschaft Rostocks aus.

Rivalitäten aus der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik, wie zum DDR-Rekordmeister BFC Dynamo oder zu Lokalrivalen wie Hafen Rostock, verloren spätestens seit der Wiedervereinigung auch wegen der niedrigeren Spielklassen dieser Vereine stetig an Bedeutung. Dagegen werden heute trotz teilweise großen Entfernungen zwischen den jeweiligen Städten Spiele gegen den Hamburger SV gelegentlich als Nord-Derby, gegen Hertha BSC als Nordost-Derby und Spiele gegen ehemalige DDR-Mannschaften generell als Ost-Derby bezeichnet. Dabei entwickelte sich ab 2000 eine starke Rivalität gegenüber Energie Cottbus als dem nach Rostock erfolgreichsten Ost-Verein in der Nachwendezeit, wodurch Aufeinandertreffen beider Vereine teils als Risiko-Partien eingestuft wurden. Bereits seit 1993 besteht zudem eine Rivalität gegenüber dem FC St. Pauli, nachdem es beim Aufeinandertreffen beider Mannschaften in Rostock zu gewalttätigen Übergriffen gekommen war. Mit den Stuttgarter Kickers bestand hingegen während der einzigen gemeinsamen Bundesligasaison 1991/92 eine Fanfreundschaft.

Obgleich Hansa Rostock und Energie Cottbus bereits zu Zeiten der DDR-Oberliga vereinzelt gegeneinander angetreten waren, entwickelte sich die Rivalität beider Vereine erst mit dem Aufstieg Cottbus' in die Bundesliga zur Spielzeit 2000/01. Denn während Cottbus nur in sechs Spielzeiten an der Oberliga teilnahm, gehörte Rostock dieser Spielklasse in über 30 Spielzeiten an, so dass es nur selten zum direkten Aufeinandertreffen beider Mannschaften kam. In den insgesamt zehn Oberliga-Begegnungen zwischen 1970 und 1991 konnte Cottbus einen Sieg sowie drei Unentschieden jeweils auf heimischem Platz verbuchen, verlor in Rostock aber alle fünf Spiele. Die Begegnungen beider Mannschaften in den weiteren Wettbewerben konnte Rostock sogar noch deutlicher für sich entscheiden. So gelang Hansa in der Aufstiegsrunde 1979/80 unter anderem durch zwei Siege über Cottbus der Aufstieg in die Oberliga, während Cottbus selbiger verwehrt blieb, und bei zwei Aufeinandertreffen im FDGB-Pokal 1979/80 und 1987/88 setzte sich jeweils Rostock auf heimischem Platz durch.

Mit der Deutschen Wiedervereinigung vergrößerte sich der Klassenunterschied zunächst, als Rostock in die gesamtdeutsche Bundesliga, Cottbus jedoch nur in die drittklassige Oberliga eingegliedert wurde. Ab 1995 wurde Hansa gar zum einzigen Vertreter der ehemaligen DDR-Oberliga in der Bundesliga, bis Cottbus schließlich 2000 in die Bundesliga aufstieg, so dass erstmals wieder Ost-Derbys in der höchsten Spielklasse stattfanden. Cottbus' Abstieg in die 2. Bundesliga im Jahr 2003 entschied vorläufig die Frage, welcher Verein nun die „Nummer Eins im Osten“ sei, nachdem beide Teams zuvor in sechs Partien je zweimal gesiegt hatten, wobei es vereinzelt auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen der Fanlager gekommen war. Doch nachdem Rostock 2005 ebenfalls abgestiegen war, trafen beide Vereine in der zweiten Liga erneut aufeinander, wobei Cottbus vier Punkte für den Aufstieg in die Bundesliga erspielen konnte, während Rostock diesen erst 2007 erreichte und 2008 erneut abstieg.

Mit dem FC St. Pauli besteht eine starke Rivalität, seit es während des am 13. März 1993 ausgetragenen Zweitliga-Spiels beider Mannschaften in Rostock zu gewalttätigen Übergriffen gekommen war. Kurz nach den rechtsradikal motivierten Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen stattfindend wurde dieses Spiel Anlass für Auseinandersetzungen zwischen Rechtsradikalen und den als linkspolitisch aktiv geltenden Fans des FC St. Pauli. Rund 400 Neonazis und Hooligans versuchten während des Spiels, den Block der Gästefans zu stürmen, wobei sich beide Seiten auch Wurfgeschosse bedienten. Die eingreifenden Ordnungskräfte setzten schließlich Wasserwerfer ein, bis sie die Situation durch ein Vielzahl von Festnahmen unter Kontrolle brachten, so dass lediglich zwölf Personen verletzt wurden. Seither gelten Partien beider Vereine gegeneinander als risikoträchtig und zogen teils auch gewaltbereite Personen an, die keinem der beiden Fanlager angehörten. Eine mediale Umsetzung fanden die Ereignisse zudem im Fernsehfilm Schicksalsspiel.

Die gleiche Spielansetzung nutzten gewaltbereite Zuschauer dementsprechend im September 1995 zum erneuten Einsatz von Wurfgeschossen und Rauchbomben, die auch Spieler St. Paulis gesundheitlich beeinträchtigten. Schon im Sommer 1995 waren beide Mannschaften nach drei gemeinsamen Jahren in der 2. Bundesliga in die höchste Spielklasse aufgestiegen, wobei Rostock in sechs Aufeinandertreffen vier Siege und zwei Niederlagen hatte verbuchen können. In der ersten Liga spielten beide Vereine noch zwei weitere Jahre gegeneinander, bevor St. Paulis Abstieg 1997 das vorläufige Ende der brisanten Partien bedeutete. Die kurzfristige Rückkehr St. Paulis in die erste Liga 2001 nutzte Rostock, um die Siege Nummer vier und fünf in nunmehr sechs Bundesliga-Begegnungen einzufahren, von denen St. Pauli lediglich eine gewann.

Erst als Rostock 2008 in die zweite Bundesliga abgestiegen war, kam es am 29. September 2008 erneut zum Aufeinandertreffen der Vereine, das abermals von gewalttätigen Ausschreitungen überschattet wurde. Dabei bewarfen sich noch vor dem Spiel rivalisierende Fangruppen gegenseitig mit Wurfgeschossen. Nach Polizei-Angaben versuchten zudem rund 500 Fans im Anschluss an die Partie die Polizei-Blockaden zu durchbrechen, die die Fanlager voneinander trennen sollten, woraufhin die Ordnungskräfte Wasserwerfer und Tränengas einsetzten. Die Polizei bilanzierte schließlich 15 Verletzte, darunter sechs Polizisten, und 52 Festnahmen. Das Rückspiel auf St. Pauli am 6. März 2009 wurde daraufhin vom bis dahin größten Polizei-Einsatz bei einem Zweitliga-Spiel in Hamburg begleitet. Dieser richtete sich vor und während der Partie insbesondere gegen gewaltbereite Rostocker, die mit dem Gebrauch von Wurfgeschossen und Rauchbomben auf sich aufmerksam machten, entartete nach dem Spiel aber zu einer Straßenschlacht zwischen rund 1000 Autonomen und St.-Pauli-Anhängern sowie der Polizei.

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Landgericht Rostock

Das Landgericht Rostock ist ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit und eines von vier Landgerichten im Bezirk des Oberlandesgerichts Rostock.

Sitz des Gerichts ist Rostock. Der Gerichtsbezirk umfasst die Bezirke der Amtsgerichte Bad Doberan, Güstrow und Rostock. Außerdem ist das Landgericht Rostock gemäß § 4 der Verordnung über die Konzentration von Zuständigkeiten der Gerichte (Konzentrationsverordnung - KonzVO M-V) für den gesamten Bezirk des Oberlandesgerichts Rostock ausschließlich zuständig für die dort genannten Sachen des gewerblichen Rechtsschutzes.

Im Gerichtsgebäude August-Bebel-Straße 15 - 20 sind des Weiteren sowohl das Sozialgericht Rostock als auch das Arbeitsgericht Rostock sowie das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern untergebracht.

In den Gebäuden war bis 1989 die Bezirksverwaltung Rostock des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR untergebracht. Eine Gedenktafel am Haupteingang erinnert an die Opfer der Stasi und die Übernahme des Gebäudekomplexes durch das Bürgerkomitee am 4. Dezember 1989.

Dem Landgericht Rostock sind das Oberlandesgericht Rostock und der Bundesgerichtshof (BGH) übergeordnet. Nachgeordnet sind die Amtsgerichte Bad Doberan, Güstrow und Rostock.

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Source : Wikipedia