Rosenmontag

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Geschrieben von robby 25/02/2009 @ 13:32

Tags : rosenmontag, karneval, traditionen, gesellschaft

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Rosenmontag

Der Rosenmontag wird im rheinischen Karneval als Höhepunkt der Karnevalszeit, oft mit dem so genannten Rosenmontagszug, begangen. Er fällt auf Montag vor dem Aschermittwoch; 48 Tage vor dem Ostersonntag. In so genannten Karnevalshochburgen wie u. a. Düsseldorf, Köln oder Mainz geben am Rosenmontag als Brauchtumstag viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern zwar frei, ein gesetzlicher Feiertag ist der Rosenmontag in keinem Bundesland.

Nachdem Napoleon karnevalistisches Treiben besonders im Rheinland rigoros unterbunden hatte, sollte nach dem Wiener Kongress 1815 der Karneval reformiert werden. Dazu gründete sich am 6. November 1822 in Köln das „Festordnende Comitee“, dessen jährliche Hauptversammlung am Montag nach dem vierten Fastensonntag, genannt „Laetare“, (also vier Wochen nach Karneval) stattfand. Der Sonntag „Laetare“ wird seit dem 11. Jahrhundert auch Rosensonntag genannt, da der Papst an diesem Tag eine goldene Rose weihte und einer verdienten Persönlichkeit überreichte. Nach seinem jährlichen Sitzungstermin nannte man das „Festordnende Comitee“ auch Rosenmontagsgesellschaft. Der Name „Rosenmontag“ bezeichnete also ursprünglich den Montag vier Wochen nach Karneval.

Eine andere Erklärung verfolgt das „Deutsche Wörterbuch“ von Jakob und Wilhelm Grimm. Hiernach sei die Bezeichnung „Rosenmontag“ aus dem Mittelhochdeutschen von „Rasenmontag“, dem „rasenden Montag“ abgeleitet.

Der erste organisierte Karnevalszug fand dann 1823 in Köln statt. Um 1830 herum übertrug man die Bezeichnung des Comitees evtl. auch auf den Umzug und nannte ihn Rosenmontagszug, zumindest bildete sich aus der Bezeichnung Rosensonntag (Laetare) für den Mittleren Fastensonntag, der Name Rosenmontag für den Mittleren Karnevalstag heraus. Von Köln aus verbreitete sich das Rosenmontagsdatum bald im gesamten deutschen Fastnachtsbrauchtum. Der erste Rosenmontagszug in Mainz 1838 wurde übrigens noch als „Maskenzug“ bezeichnet.

Wegen seiner zeitlichen Nähe zum ersten Golfkrieg ist der Rosenmontagszug im Jahre 1991 vielerorts ausgefallen, insbesondere in den rheinischen Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz.

In der kleinen norddeutschen Stadt Damme (Landkreis Vechta) feiert man den Rosenmontag seit 1893 schon eine Woche früher. Dies hängt damit zusammen, dass das damalige Kirchspiel Damme zum Bistum Münster gehörte und die Kirche darauf bestand, dass die Dammer an den beiden Tagen vor Aschermittwoch zum vierzigstündigen Gebet ins Gotteshaus zu gehen hatten statt ausschweifend zu feiern.

Der Termin des Rosenmontags liegt immer 48 Tage vor dem Ostersonntag und wird wie bei vielen christlichen Tagen, die im liturgischen Jahr eine besondere Funktion haben, nach der Osterformel des beweglichen Ostersonntags berechnet.

Der frühestmögliche Termin ist der 2. Februar, der spätestmögliche ist der 8. März.

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Kölner Karneval

Karneval 2006

Der Kölner Karneval findet jährlich in Köln statt.

Die Session des rheinischen Volksfestes beginnt am Elften im Elften um Elf Uhr Elf. Bis Rosenmontag steigert es sich schrittweise: nach der ruhigen Weihnachtszeit beginnt ab Neujahr die Phase des Sitzungskarnevals (Herren-, Damen-, Kostüm- und Prunksitzungen). Weiberfastnacht um Elf Uhr Elf wird der Straßenkarneval eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt befindet sich die Stadt im Ausnahmezustand; in den Kneipen und auf der Straße wird nach Kräften gefeiert. Der offizielle Höhepunkt des Kölner Karnevals („Kölsche Fasteleer“) ist der am Rosenmontag stattfindende Rosenmontagszug. Daneben veranstalten viele Vereine Karnevalssitzungen und -bälle mit Auftritten von Büttenrednern, Tanz- und Musikgruppen. Im Gegensatz zum Sitzungskarneval findet der Straßenkarneval weitgehend unorganisiert in den Kneipen und Straßen Kölns während der letzten Festwoche zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch statt. Kennzeichen des rheinischen und besonders des Kölner Karnevals ist das Miteinander zwischen 'Akteuren' auf Bühne und Wagen und 'Zuschauern', indem die Grenze zwischen Darbietung und Rezeption weitgehend zugunsten einer durchgehenden Interaktion aufgehoben ist – alle sind Akteure, niemand ist Zuschauer. Der typische Narrenruf ist „Kölle Alaaf!“. Er bedeutet soviel wie 'Es lebe Köln!', war ursprünglich ein Trinkspruch und ist seit dem 19. Jh. der Kölner Narrenruf.

Treibende Kraft hinter dem Fasteleer sind Fastelovendsjecken, die sich über die tollen Tage ins Getümmel stürzen. Koordinierende Kraft hinter dem offiziellen Kölner Karnevalsprogramm ist das Festkomitee Kölner Karneval als organisatorischer Zusammenschluss der Kölner Karnevalsgesellschaften. Diese traditionsreichen Vereine stellen das Kölner Dreigestirn und einen guten Teil der Teilnehmer bei den offiziellen Karnevalszügen. Die Aufnahmebedingungen sind sehr streng, unter anderem braucht man zwei Mitgliedsgesellschaften als Bürgen.

Neben dem offiziellen hat sich auch ein alternativer Karneval etabliert. Seit 1984 gibt es die Stunksitzung, die als studentische Alternative zum offiziellen Karneval entstand und heute eine Mischung aus kölschem Karneval und politischem Kabarett mit Comedyelementen darstellt und wegen der rasant gestiegenen Kartennachfrage fast vergleichbar einer kleinen Musicalproduktion arbeitet.

Ebenfalls außerhalb der offiziellen Regularien hat sich der nächtliche Geisterzug gebildet. Dieser alternative Umzug war ins Leben gerufen worden, nachdem 1991 der offizielle Rosenmontagszug als Reaktion auf den zweiten Golfkrieg abgesagt worden war und findet seitdem jeweils am Karnevalssamstag statt.

Jedes Jahr beeindruckt die bunte Kostümvielfalt des Kölner Karnevals. Die Kölner legen Wert darauf, keine Kostüme von der Stange zu kaufen, sondern ihre Verkleidung selbst anzufertigen. Dies bedeutet allerdings mitnichten eine geringere Perfektion in der Verarbeitung, eher im Gegenteil. Den höchsten Anteil können nach wie vor Clowns aller Arten für sich verbuchen. Tradition hat vor allem der Lappenclown, dessen Gewand mit einzelnen Stofffetzen benäht ist. Da dies auch im Zeitalter der Nähmaschinen sehr viel Zeit und Arbeit erfordert, ist ein Lappenkostüm etwas, das man fürs ganze Leben anfertigt. Neben anderen Dauerbrennern wie Piraten oder Cowboys werden gerne auch aktuelle Ereignisse oder Begebenheiten mit den Kostümen aufs Korn genommen, so gab es beispielsweise in einem Jahr massenhaft Moorhühner in allen Varianten auf den Straßen zu sehen.

Häufig hört man den Ausdruck bützen oder gebützt werden. Diese kleinen, mit geschürzten Lippen großzügig verteilten Küsschen kann jeder abbekommen, der sich ins Getümmel gestürzt hat. Sie sollten nicht als sexuelle Provokation missverstanden werden, sondern sind Teil der kölschen Karnevalstradition.

Explizite Karnevalsmusik gibt es in Köln eigentlich nicht. Das musikalische Repertoire, das neben Gassenhauern und alten Volksliedern (wie dem treuen Husar) auch eine ganze Menge leise Töne umfasst, wird das ganze Jahr hindurch gespielt und gesungen; die Musik ist Teil der Stadtkultur. Zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch wird in den Kneipen meist der „partytaugliche“ Teil der über 20.000 Lieder gespielt, wobei als Faustregel gilt: je näher eine Kneipe an der Altstadt liegt (je höher also der Touristen/Auswärtigen-Anteil des Publikums ist), desto mehr wird das traditionelle Liedgut mit deutschen Schlagern, Skihütten- und Ballermann-Liedgut gemischt. In den Wirtschaften der Veedel hört man dagegen auch häufiger etwas leisere Töne und mehr schunkel-taugliches. Im Zoch überwiegt Marschmusik.

Neben den auch andernorts für Stimmungslieder typischen Themen wie die Liebe und der Alkohol sind es „menschelnde“ Themen, die den Charakter der rheinischen Karnevalslieder ausmachen: der Zusammenhalt im Veedel, Ausländerintegration, und immer wieder die Liebe zur rheinischen Heimat und ihrer Geschichte. Leid und Tod werden nicht ausgespart, kleine menschliche Schwächen werden liebevoll und charmant besungen („Dicke Mädchen“, Höhner). Neben „aktuellen“ Karnevalsschlagern und entsprechenden „Dauerbrennern“ aus den letzten Jahren spielen auch nach wie vor recht alte und lang überlieferte Lieder eine große Rolle, was sich insbesondere beim traditionsreichen offiziellen Sitzungskarneval und bei den - von Blaskapellen - geprägten Umzügen bemerkbar macht. Zu den unverwüstlichen Liedern aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehören vor allem die Krätzchen von Willi Ostermann, August Batzem, Karl Berbuer oder Gerhard Jussenhoven, um nur einige zu nennen.

Die meisten der unten genannten Bands machen nicht nur Karnevalsmusik, sondern sind das ganze Jahr außerhalb der Karnevalssession unterwegs.

Auch wenn die Karnevalssession am 11. 11. des Vorjahres beginnt, ist die sogenannte Karnevalswoche die Hochzeit des närrischen Treibens im kölschen Fasteleer. Sie wird auch die Zeit des Straßenkarnevals genannt, weil man ständig kostümierte Karnevalsjecke auf den Straßen antreffen kann, „wilde“ Aufforderungen zum Mitmachen und „Bütze“ sind erlaubt.

An Weiberfastnacht (kölsch: Wieverfastelovend) beginnt um 11 Uhr 11 der offizielle Straßenkarneval; die Hauptveranstaltung mit dem Kölner Oberbürgermeister und dem Kölner Dreigestirn findet in der Regel auf dem Alter Markt in der Kölner Innenstadt statt. In vielen Kölner Stadtvierteln (den sogenannten Veedeln) finden weitere Feiern zur Eröffnung des Straßenkarnevals statt; die bekanntesten sind in Köln-Nippes (Wilhelmplatz), Köln-Ehrenfeld (vor dem Bezirksrathaus) und in der südlichen Kölner Innenstadt (vor der Kirche St. Severin auf der Severinstraße).

Viele Firmen veranstalten an Weiberfastnacht eigene Karnevalssitzungen, darunter z. B. das Kölner Verlagshaus M. DuMont Schauberg, das Versicherungsunternehmen Gerling und der Getränkehersteller Coca-Cola. Behörden, Firmen, Abteilungen, Geschäfte bleiben teilweise geschlossen oder machen früher zu, wie viele Vereine, Stammtische, Freundeskreise und Privatpersonen finden sich zu Feiern zusammen.

Bereits am frühen Morgen strömen die Menschenmassen in die Altstadt und die Südstadt; dort feiern die Jecken bis spät in die Nacht, wohingegen in den meisten Stadtteilen am frühen Abend Ruhe einkehrt. Beliebt ist dabei während des ganzen Tages der Brauch, bei dem die „jecken Wiever“ (die verrückten Weiber) den Männern die Krawatte abschneiden. Generell gehört der Donnerstag den Frauen, darum auch der Name Weiberfastnacht.

Traditionell an Weiberfastnacht veranstaltet das „Reiter-Korps Jan von Werth von 1925 e. V.“ sein „Spell ahn d´r Vringspooz“ (Spiel an der Severinstorburg); gegen 14.30 Uhr zieht das Korps auf den Platz vor der Torburg am Chlodwigplatz und spielt die Legende um „Jan un Griet“ nach. Anschließend zieht das Reiter-Korps vom Chlodwigplatz in die Kölner Altstadt zum „Alter Markt“, begleitet von zahlreichen Karnevalsvereinen. Dieser Zug ist traditionell der erste Karnevalszug in jeder Session.

Bis vor einigen Jahren war der Karnevalsfreitag quasi „frei“; gefeiert wurde selbstverständlich immer schon bei zahlreichen Karnevalssitzungen. Aber seit mehr als zehn Jahren gibt es am Karnevalsfreitag mit dem „Sternmarsch der Kölner Veedelsvereine“ eine große Veranstaltung, wieder auf dem „Alter Markt“ in der Kölner Innenstadt. Die teilnehmenden Gruppen der Kölner Veedelszöch (Teil der Kölner Schull- un Veedelszöch) ziehen dabei von den umliegenden Plätzen auf den „Alter Markt“; dort wird mit einem bunten Programm und den Auftritten zahlreicher Karnevalskünstler bis spät in den Abend gefeiert.

Bereits am Vormittag findet auf dem Kölner Neumarkt das Funkenbiwak der „Kölsche Funke rut-wiess vun 1823 e. V.“ statt. Bei dieser Veranstaltung werden sogenannte „Funkenstangen“ (Kölsch-Stangen, auf denen jeweils der aktuelle Sessionsorden abgebildet ist) für 5,00 Euro verkauft. Diese Gläser können während der Veranstaltung an den Bierständen dann kostenlos mit frischem Kölsch gefüllt werden. Der Eintritt zum Funkenbiwak ist ebenfalls kostenfrei.

Am Nachmittag starten dann in zahlreichen Stadtteilen die sogenannten „Veedelszöch“, also die Karnevalszüge der Kölner Veedel. Am Abend finden neben dem seit 1991 stattfindenden Geisterzug, der über wechselnde Routen durch die Stadt zieht und dabei teilweise traditionelle Saalveranstaltungen behindert, in den großen Sälen überwiegend Kostümbälle statt.

Neben zahlreichen „Veedelszöch“ in den Kölner Stadtteilen, der größte Zug dabei u.a. in Köln-Porz, finden die berühmten Kölner Schull- un Veedelszöch statt. Diese nehmen dabei eine geringfügig andere Strecke als der Kölner Rosenmontagszug, da parallel im Kölner Gürzenich eine große Karnevalssitzung stattfindet und die Künstler den Saal sonst nicht erreichen könnten.

Am Abend kommen dann wieder zahlreiche Karnevalssitzungen. Als letzte Karnevalssitzung einer jeden Session startet dabei die „Große Sonntagssitzung“ der K.G. Die Grosse von 1823 e. V. immer erst pünktlich um 20.11 Uhr (die meisten anderen Veranstaltungen starten zwischen 19.00 und 20.00 Uhr).

Der eigentliche Höhepunkt des Karnevals ist aber am Montag (Rosenmontag). Über eine Million Menschen säumen dann den Weg des Kölner Rosenmontagszug, der vom Chlodwigplatz durch die Kölner Innenstadt zieht. Die Auflösung findet traditionell in der Mohrenstraße statt. An diesem Tag haben fast alle Geschäfte geschlossen und die wenigsten der Kölner müssen arbeiten.

Am letzten Tag einer jeden Karnevalssession feiern die Jecken noch einmal in ihren Stadtteilen bei den zahlreichen „Veedelszöch“. Die größten Karnevalszüge finden dabei in den Stadtteilen Köln-Mülheim, Köln-Nippes und Köln-Ehrenfeld statt, wo jeweils bis zu 200.000 bunt kostümierte Jecken den Straßenrand säumen. Am Abend kommt es dann zu der berühmten Nubbelverbrennung. Auf eine Strohpuppe (den Nubbel) werden all die zahlreichen Sünden geladen, die man während der Karnevalstage begangen hat und meist um Mitternacht findet dann unter großer Zelebrierung vor vielen kölschen Kneipen eine Nubbelverbrennung statt. Seit einigen Jahren gibt es eine „Nubbelverbrennung für Kinder“, die bereits am Nachmittag stattfindet.

Die katholischen Kölner gehen am Äschermettwoch fröh en de Mess, in der Frühmesse bekommen sie das traditionelle Aschenkreuz aus den verbrannten geweihten „Palm“-Zweigen des letztjährigen Palmsonntags.

Für Köln ist der Karneval ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Hotels der Stadt sind an den Karnevalstagen sehr gut belegt, nicht zuletzt weil vermehrt Reisen zum Karneval in Köln angeboten werden, auch die Gastronomie erlebt eine Hochzeit. Durch die Bekanntheit und das Medieninteresse ist der Kölner Karneval auch bei Sponsoren beliebt. So werden von Automobilkonzernen und einzelnen Autohändlern Fahrzeuge für die Umzüge gestellt, auch werden Fahrzeuge an das Dreigestirn und Karnevalskünstler übergeben. Bedingt durch die große Medienbekanntheit sind die Kölner Karnevalskünstler und ihre Hits auch außerhalb der Karnevalssession sehr gefragt. Infolgedessen steigen die Gagen kontinuierlich und es wird für kleinere Gesellschaften fast unmöglich diese zu buchen, dieses hat wiederum zur Folge, dass viele kleinere Karnevalsvereine durch mangelnde Besucherresonanz auf ihre Sitzungen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten können.

In der Geschichte Kölns fiel der Zug seit 1823 mehrfach aus, zuletzt während des zweiten Golfkriegs 1991. Überhaupt waren Kriege der Hauptgrund für Ausfälle. Der Deutsch-Französische Krieg sorgte 1871 für leere Straßen. Auch 1915 bis 1926 kam durch Krieg und die Besetzung des Rheinlandes kein Zug zustande. 1940 bis 1949 waren der Zweite Weltkrieg und das anschließende Verbot durch die Militärregierung verantwortlich für die Ausfälle.

Im zweiten Golfkrieg 1991, als andernorts aus Anteilnahme der Rosenmontagszug abgesagt wurde, und beispielsweise die Mainzer und Düsseldorfer auf den Zug verzichteten, und auch das Festkomitee Kölner Karneval keinen Zug veranstalten wollte, machten sich einige Kölner unter dem Motto „Kamelle statt Bomben“ spontan auf den Weg. Bei dieser Gelegenheit wurde der Geisterzug wieder eingeführt.

Grabenkämpfe innerhalb des Festkomitees sorgten 1833, 1844, 1851, 1856 und 1857 für Absagen. Die Weltwirtschaftskrise stoppte 1931 und 1932 den Zug. Die Jecken in Köln gelten zwar als wetterfest, 1868 musste der Zug wegen schlechten Wetters trotzdem entfallen. Ein Trauertag für den Tod von König Friedrich Wilhelm IV. sorgte 1861 für tote Straßen in Köln. Und gar verboten wurde der Zug 1830 von den Preußen. Der einzige Rosenmontagszug an einem Sonntag kam wegen der Reichstagswahlen 1887 zustande.

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Karnevals-, Fastnachts- und Faschingshochburgen

Der Waggis, eines der traditionellen Kostüme der Basler Fasnacht

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Als Karnevalshochburg bzw. Fastnachts-, oder Faschingshochburg bezeichnet man Gegenden, in denen traditionell Karneval, Fastnacht oder Fasching in besonderem Maße gefeiert wird. Hierbei kann es sich sowohl um Regionen, Städte, aber auch Gemeinden handeln. Karnevaleske Strukturen des Maskierens, Verkleidens und ritualisierter Ausgelassenheit lassen sich in allen Kulturen finden.

Die deutschen Karnevalsvereine haben ihren Dachverband im Bund Deutscher Karneval.

Im Karneval, besonders in den rheinischen Gebieten, ist die Übernahme der Macht durch den Prinzen Karneval verbunden mit der Ausrufung der Kussfreiheit, die symbolisch steht für den Beginn des ausschweifenden, sitten- und tugendlosen Lebens während der „5. Jahreszeit“, die dort am 11. November beginnt und mit dem Aschermittwoch endet. Als Fastnachts- bzw. Karnevalshochburgen gelten in Deutschland das Rheinland einschließlich Rheinhessens: Köln, Monheim, Düsseldorf, Mainz, Euskirchen, Mönchengladbach, Krefeld, Duisburg, Eschweiler, Koblenz, Aachen, Andernach, Bonn, Mayen. In deren Stadtgeschichte sind hier die einst subversiven antifranzösischen und antipreußischen Spuren aus dem 19. Jahrhundert im Brauchtum noch am frischesten. Er entstand während der französischen und preußischen Besetzung aus Umzügen der entwaffneten Bürgerwehren, die zum Protest gegen und als Parodie über die Besetzer in komisch bunten Uniformen und Gewehrimitaten mit Blumen im Lauf durch die Stadt marschierten.

Eine Besonderheit stellt in Mainz der „politisch-literarische Sitzungskarneval“ dar. Er leitet sich von der französischen Revolution („Jakobiner-Staat“) ab; der Elferrat oder das Komitee ist ein Abbild des Revolutionstribunals, die Narrenkappe lehnt sich an die Jakobinermütze an und die Zahl 11 wird als Abkürzung ELF- Egalité, Liberté, Fraternité interpretiert. Die politische Büttenrede, die sich in der Vormärzzeit vor allem durch Franz Heinrich Zitz etablierte (und ihre Höhepunkte in Fastnachtssitungen im „Frankfurter Hof)“ hatte, wurde erst später durch die sogenannte „Kokoloresrede“ (ein bekannter Vertreter dieses Genres war Rolf Braun) teilweise verdrängt. Bekannte Figuren der politischen „geschliffenen“ Rede sind der Chef des Protokolls (abgeleitet vom Ankläger des Revolutionstribunals) oder Bajazz und Till. Die Reden sind in aller Regel gereimt. In der Zeit des Nationalsozialismuses gab es neben nationalsozialistisch, oft antisemitisch, geprägten Büttenreden auch deutlich erkennbar politisch kritische Beiträge. So wurde 1938 eine Direktübertragung des NS-Rundfunkes jäh abgebrochen, weil der Chef des Protokolles des MCV, Seppel Glückert, das Wort „Dachau“ in einem politischen Zusammenhang ausgesprochen hatte. Glückert kam danach zeitweise in Polizeigewahrsam, wurde aber auf Druck der Mainzer Bevölkerung wieder frei gelassen. Auch Martin Mundo ist in diesem Zusammenhang zu nennen.

Der unorganisierte und ausschweifende Karneval im Rheinland war dem Bürgertum der preußischen Zeit ein Dorn im Auge. Auch war er meist eine Sache der niederen sozialen Schichten und der Handwerker. Mit der Gründung der ersten Karnevalsgesellschaften und des Festkomitees Kölner Karneval 1823 wurde der Kölner Karneval in geregeltere Bahnen gelenkt. In Aachen geschah das 1829 mit der Gründung der Florresei (heute Ausschuß Aachener Karneval, AAK). In der Folge entstand der organisierte rheinische Karneval in seiner heutigen Ausprägung, also mit Prinz, Sitzungen und geordneten Umzügen. Seit 1992 wird in Köln der „Jeisterzoch“ („Geisterzug“) gefeiert, um an die rebellische Tradition des Karnevals und an den alten Kult um den Wintergeist „Ähzebär“ („Erbsenbär“) zu erinnern. In Bonn-Beuel wird seit der Gründung des Damenkomittees 1824 die „Wäscherprinzessin“ gekürt, die dann gemeinsam mit anderen Möhnen in der Weiberfastnacht das Rathaus stürmt.

Als Symbol der närrischen Zeit führen einige Karnevalsvereine ein Dreigestirn, Prinz oder Prinzenpaar.

Neben Frankfurt am Main ist Fulda eine weitere Karnevalshochburg. Die Fulder Foaset kann auf eine über 500-jährige Tradition zurückblicken. Der Höhepunkt ist jedes Jahr der Fuldaer Rosenmontagszug, dieser ist traditionell der größte in ganz Hessen.

Er stellte im Jahr 2005 mit 222 Zugnummern und 4.020 Aktiven einen neuen Rekord auf. Über ca. fünf Kilometer drängten knapp drei Stunden die Motivwagen mit 27 Kapellen, 142 Fußgruppen, 12 Pferden sowie ein Kamel durch die Innenstadt. Mit Besucherzahlen um die 70.000 Menschen haben mehr Zuschauer den Rosenmontagszug live gesehen, als Fulda Einwohner hat.

Der größte Fastnachtsumzug Hessens ist der Frankfurter Umzug, der alljährlich vom Großen Rat der Frankfurter Karnevalsvereine am Fastnachtssonntag veranstaltet wird. An diesem Umzug nahmen im Jahre 2005 6.108 Personen teil. Weiter waren 51 Garden, 38 Kapellen und Spielmannszüge, 775 Spielleute und 66 Pferde mit von der Partie. 450.000 Menschen wohnten dem Ereignis bei und ebensoviele waren es an den Bildschirmen bei der Liveübertragung des Hessischen Rundfunks.

Am Faschingsdienstag findet das närrische Treiben in Frankfurt mit dem Karnevalsumzug in Heddernheim, dem sogenannten Klaa Paris einen letzten Höhepunkt.

Ein weiterer Publikumsmagnet - weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt - in der Region Südhessen (nicht weit von Frankfurt) ist der Rosenmontagszug in Seligenstadt. Auch in Seligenstadt gibt es ein „Klaa Frankreich“, das sogar am Ausgang des einzigen (gebührenfreien) Parkhauses via Schild ausgewiesen ist. Der Ortsteil, in dem man auf den Türschildern heute noch viele französische Namen lesen können sollte, befindet sich am östlichen Anfang der historischen Innenstadt, die zur deutschen Fachwerkstraße gehört. Die Fassenachter nennen sich dort „Schlumber“ und der Rosenmontagszug sowie fast alle Aktivitäten werden noch von Vereinen getragen und von Bürgern und über einen kleinen Obolus des Zugpublikums rein privat finanziert.

Gruppen dieser Faschingsregion, die am Rosenmontagszug mitlaufen, heißen unter anderem; Bladdgedabbteausschmeisgudsjer, Maamauerbaabambeler, Pfläumscher, Sabos.

In Ober-Mörlen in der Wetterau, dem „Klein Mainz am Usastrand“, findet am Fastnachtssonntag der traditionelle Fastnachtszug mit 111 Zugnummern statt. Die Ober-Mörler Fassenacht wird historisch belegt seit 1753 gefeiert und ist überregional bekannt. Im Durchschnitt besuchen rund 35.000 Besucher den Fastnachtsumzug, im Jahr 2007 wurde der Besucherrekord von rund 50.000 Besuchern erreicht. Damit war der Ober-Mörler Fastnachtszug an diesem Tag einer der größten Züge in Hessen und der größte in der Wetterau. Einmalig ist hierbei die Figur des Mohr von Mörlau einer, dem Gemeindewappen entsprungenen, Fastnachtsfigur.

Der Karnevalverein Dieburg 1838 e. V. (KVD) ist mit derzeit knapp 1.600 Mitgliedern Deutschlands größter Karnevalsverein im „Bund Deutscher Karneval e. V.“ (BDK). Die Dieburger Fastnacht findet nachweislich im Jahre 1508 ihre erste geschichtliche Erwähnung. Somit feiert man im Jahre 2008 das 500-jährige Fastnachtsjubiläum.

Eine besondere Form des Rosenmontagszuges findet alljährlich in Herbstein statt. In einer seit dem Jahr 1672 andauernden Tradition gibt es eine Sprungprozession, in der die männliche Dorfjugend - allesamt in Dirndl gekleidet - mit einem besonderen Sprung durch den Ort zieht. Die Herkunft wird auf österreichische Einflüsse zurückgeführt, die auf Vertreibung aus Glaubensgründen aus Österreich verweist.

Von Bedeutung für Westfalen ist der Münsteraner und Münsterländer Karneval. Besondere Karnevalshochburgen sind dort die Stadt Beckum mit vier (Weiberfastnacht, zwei am Karnevalssonntag und Rosenmontag) und die kleine Gemeinde Recke mit zwei Umzügen. Einen der größten Umzüge mit über 100.000 Besuchern hat die Stadt Bocholt.

Mit dem im Jahre 1834 gegründeten Karnevalsverein „Kg Kitt von 1834 e.V.“ findet in Olfen (Kreis Coesfeld) einer der ältesten Umzüge im Münsterland statt. Dieser findet traditionsnell am Veilchendienstag statt. Bis zu 40.000 Besucher strömen dann in die kleine Stadt an der Lippe.

Der jährliche Karnevalsumzug in Gescher (Kreis Borken) mit dem Ruf „Gescher Helau!“ findet traditionell zwei Wochen vor Rosenmontag statt. Begründet ist diese alte Tradition im „vierzigstündigen Gebet“, das im 19. Jahrhundert vielerorts im Münsterland auf den Rosenmontag gelegt wurde, um gegen das Karnevalstreiben vorzugehen. Die Gescheraner jedoch umgingen durch die Vorverlegung des Umzugs diese Einschränkung. Auch wenn das vierzigstündige Gebet heute nicht mehr am Rosenmontag stattfindet, hat sich diese Tradition in Gescher über die Jahrzehnte erhalten.

In Ottmarsbocholt feiert man Karneval immer eine Woche vor dem Karnevalssamstag. Der Umzug findet am Sonntag statt und zieht viele Besucher an.

In Steinfurt findet im Stadtteil Borghorst der Karnevalsumzug, der sich einer großen Beliebtheit im gesamten Münsterland erfreut, am Rosensonntag statt. Viele zehntausend Besucher verfolgen dieses Spektakel, dass in den Festzelten spät in der Nacht seinen Abschluss findet. Einen Tag später rollt der Kinderkarnevalsumzug am Rosenmontag im Stadtteil Burgsteinfurt, an dem in jedem Jahr viele Karnevalswagen aus dem benachbarten Holland teilnehmen.

Nur wenige Kilometer entfernt von Steinfurt feiert Bevergern eines der traditionsreichsten Karnevalsfeste überhaupt. Nachweislich seit über 400 Jahren feiert man in der kleinen Burgenstadt Karneval. Der Höhepunkt ist auch hier der Rosenmontagsumzug. Ab 10.11 Uhr pilgern hier mehrere zehntausend Besucher in das kleine ca. 4500 Einwohner zählende Städtchen.

In Hattingen-Holthausen findet seit dem 21. Februar 1977 ein Rosenmontagszug statt, der von über 30.000 begeisterten Narren begleitet wird.

In Ostwestfalen hat der Karneval auch eine lange Tradition. In Rietberg fand der erste belegte Rosenmontagszug bereits 1881 statt . Diese Tradition wird weiterhin gepflegt. Beim Rosenmontagzug schauen sich 40000 Zuschauer den Rosenmontagszug mit seinen 2000 Aktiven an.

Auch in Steinheim_(Westfalen) wird die Tradition des Karneval seit Jahrzehnten mit einem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten und Jahr für Jahr sehr gut besuchten Rosenmontagszugs ausgiebig gefeiert. Zwar wurde der Steinheimer Karnevalsverein „StKG Steinheim“ erst 1936 gegründet, der erste Rosenmontagszug der Neuzeit fand aber, damals noch unter der Federführung des Gesangsvereins „MGV Harmonie“, schon 1913 statt.

Eine sehr junge Tradition, Karneval zu feiern, gibt es auch seit 2004 in Paderborn.

Wachsenden Zuspruch und in Teilen durchaus lange Tradition hat auch der Karneval im Ruhrgebiet vor allem in Wattenscheid.

Eine Woche früher, am Sonntag und dem Dammer Rosenmontag finden in der Stadt Damme im Landkreis Vechta die größten Karnevalsumzüge statt. Das im traditionell römisch-katholisch geprägten Oldenburger Münsterland liegende Damme besitzt im Gegensatz zu den meisten anderen norddeutschen Karnevalshochburgen eine lange Fastnachtstradition. Die Dammer Carnevalsgesellschaft wurde bereits 1614 gegründet. Im Jahr 2006 nahmen 250 Gruppen mit insgesamt über 9.000 Umzugsteilnehmer teil. Damit sind die Dammer Carnevalsumzüge unter diesem Gesichtspunkt die größten in Norddeutschland und gehören zu den größten in Gesamtdeutschland. Am Samstag Abend und im Anschluss an die Umzüge wird die Feier in unzähligen Festzelten, Kneipen und eigens für den Carneval hergerichteten Lokalitäten (Tiefgaragen, umgewandelte Geschäfte etc.) in der Innenstadt fortgesetzt.

Der Braunschweiger Karnevalsumzug am Sonntag vor Rosenmontag ist einer der größten Umzüge Norddeutschlands. 2005 zog er mehr als 250.000 Besucher an, 2006 waren es trotz schlechtem Wetter auch wieder gut 200.000 Besucher und fast 4.000 Teilnehmer (darunter 52 Musikzüge). Seit einiger Zeit wird versucht, dieses Karnevalstreiben historisch zu untermauern, indem eine Verbindung zum sogenannten Schoduvel hergestellt wird. Das mittelniederdeutsche Wort Schoduvel bedeutet soviel wie (ver-)scheuch’ den Teufel; dabei handelte es sich um eine mittelalterliche Form des Karnevals, die erstmalig 1293 im Braunschweiger Stadtbuch erwähnt wurde. Eine seitdem durchgehende Karnevalstradition gab es in Braunschweig aber nicht.

Am Wochenende vor Rosenmontag findet der Faschingsumzug des „Fasching um den Ring“ in Ganderkesee statt. Heutzutage ziehen dabei mehr als 130 Festwagen, Fußgruppen und Musikzüge auf einer mittlerweile klassisch-historischen Wegstrecke durch Ganderkesee. Die Teilnehmerzahl liegt bei weit über 3.500 Menschen. Bei gutem Wetter werden Besucherzahlen bis 70.000 Menschen erreicht.

Rund 100.000 Zuschauer besuchten zuletzt den traditionellen „Ossensamstag“ - einen Karnevalsumzug am Samstag vor Rosenmontag in Osnabrück.

Ebenfalls zwei Tage vor Rosenmontag gibt es in Hannover einen Umzug. Rund 3.000 Karnevalisten aus Hannover und ganz Norddeutschland, rund 20 Kapellen und über 30 große und kleine Prunk- und Festwagen ziehen vom Neuen Rathaus zum Steintorplatz, wo anschließend die große After-Zug-Party steigt. Entlang der Zugstrecke gibt es 3 Bühnen mit Programm. Der Karnevalsumzug Hannover wird jährlich von rund 120.000 Menschen bejubelt. In der Zeit von Januar bis Februar gibt es zahlreiche große Prunk- und Galaprunksitzungen der verschiedenen Hannoverschen Karnevalsvereine. Am 11. 11. wird die Hannoversche Karnevalszeit mit der Stürmung des Rathauses, mit der Proklamationsitzung mit dem Prinzenpaar und mit einer Party auf dem Platz der Weltausstellung eröffnet.

In einigen norddeutschen Gemeinden, zwischen Hamburg und Lüneburg vor allem in den Dörfern Toppenstedt, Pattensen Hoopte und Stöckte, wird unter dem Begriff Faslam ein dem Karneval ähnlicher Brauch gefeiert, der allerdings nicht an den eigentlichen Karnevalstermin anknüpft. Höhepunkt des Faslam ist ein großer Festumzug mit vielen Fuß- und Wagengruppen, von denen Alkohol an die Zuschauer ausgeschenkt und Süßigkeiten verteilt wird. Durch die selbst finanzierten und selbst gestalteten Kostüme und Festwagen von den Fuß- und Wagengruppen entsteht ein ganz persönlicher Charme und Charakter der Festumzüge. Der Stöckter Umzug zieht jährlich mehrere zehntausend Besucher an und ist damit der größte Faslam-Umzug Norddeutschlands.

Im niederrheinischen Dülken eröffnen alljährlich zum 11. 11. die Mitglieder der Narrenakademie die Session mit einem Ritt um die Narrenmühle. Hierbei reiten sie auf Steckenpferden. Im Kreis Steinfurt in der alten Titularstadt Bevergern (heute Hörstel) wird seit 1599 die Fastnacht begangen. Aus einer Spende Bier von den beiden Bürgermeistern der Stadt an die Armen, entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert der Rosenmontagszug. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts findet der Umzug an Rosenmontag ab 10:11 Uhr statt; dazu kommen etwa 5.000 Zuschauer. Am Tag davor wird eine Karnevalszeitung verkauft, die in den 1920er Jahren erstmalig gedruckt wurde. Am Veilchendienstag wird um 14:11 Uhr der Karnevalsgeck öffentlich verbrannt. Seit gut 20 Jahren ist das Fest des Weiberkarnevals integriert. Eine Woche vor Rosenmontag findet eine Prunksitzung statt. Der Karnevalsprinz wird am Totensonntag im November gewählt. Ihm zur Seite gibt es das Türkenmariechen, das den Namen vom ehemaligen Schimpfwort der Bevergerner hat. Der Prinz fährt am Rosenmontag auf einem Prinzenwagen, einer Freitreppe, durch den Ort. Der Wagen stammt aus Bonn, wo er bis 1953 benutzt wurde. Der Karnevalsverein heißt Karnevalsgemeinschaft Bevergern (KGB).

Auch in Bremen hat sich seit 1986 eine Karnevalstradition mit stetig steigenden Teilnehmerzahlen entwickelt. Die teilnehmenden Gruppen des Bremer Karneval sind - nicht nur, aber mehrheitlich - Samba-Gruppen, die zum Karnevalsumzug sowie zu eigenen Auftritten in Bremer Kneipen und Veranstaltungsorten aus ganz Deutschland und in den letzten Jahren auch zunehmend aus anderen Ländern anreisen. Daneben sind Gruppen von Maskenspielern und kostümierten Stelzenläufern zu sehen. Sowohl vom gesamten Erscheinungsbild als auch durch den Termin des Umzugs (am Samstag eine Woche vor dem Rosenmontagsumzug) setzt sich der Bremer Karneval vom rheinischen ab. Er ist eher von der südamerikanischen, aber auch von der schweizerischen Karnevalstradition beeinflusst. Der Umzug wird um 12 Uhr auf dem Marktplatz mit einem kleinen Theaterspiel eröffnet, von dort zieht er ins Steintorviertel, wo er meist in kleineren Samba-Sessions endet. Parallel zum Karnevalswochenende findet alle zwei Jahre die „Freinacht der Masken“ statt (zuletzt 2006), bei der die Bremer Wallanlagen mit Licht, Musik und märchenhaften Kulissen in eine Open-Air-Bühne für umherschweifende Gruppen von improvisierenden Maskenspielern verwandelt werden. Der Bremer Karneval wird veranstaltet von der „Initiative Bremer Karneval“. Diese bestimmt auch das jährlich wechselnde Karnevals-Motto (2008: „Delikatessen“, 2009: „ROT“), das von den teilnehmenden Gruppen mittels ihrer Kostüme in großer Variationsbreite interpretiert wird.

Daneben gibt es in einigen norddeutschen Dörfern wie Ostervesede bei Scheeßel, Riede im Landkreis Verden kleinere Karnevalsveranstaltungen.

Im südwestdeutschen Raum haben sich unter dem Begriff „Schwäbisch-alemannische Fastnacht“ Formen der mittelalterlichen Fastnacht erhalten, wie sie vor der Kölner Vereinsgründung bestanden. Im Gegensatz zum rheinischen Karneval beginnt die schwäbisch-alemannische Fastnacht nicht am 11. November, sondern am 6. Januar, dem Dreikönigsfest. Die ältesten Fastnachten findet man heute in Elzach, Konstanz, Oberndorf am Neckar, Rottweil, Schömberg, Überlingen und Villingen. In Aulendorf geht die Fasnet auf ein 1629 noch heute erhaltenes vom Grafen Eusebius Antonius von Königsegg- Aulendorf gewährtes Dekret zurück. Dort springen vor allem am Schmotzigen Donnerstag, am Fastnachtssonntag, -montag und am -dienstag mit Stoff- und Holzmasken maskierte Narren durch die Straßen ihrer Stadt. In Möhringen, das vor allem durch sein Schemengericht überregional bekannt ist, geht die Fasnacht schon ins Jahr 1350 zurück. die Narrenzunft wurde 1549 gegründet.

Die alten Kostüme und Traditionen der alemannischen Fasnet werden auch im Museen dokumentiert, so zum Beispiel im Narrenmuseum von Kenzingen, im Narrenschopf in Bad Dürrheim, in Fasnachtsmuseum Schloß Langenstein oder im Deutschen Fastnachtsmuseum.

Vor allem in bergigen Regionen weit verbreitet ist der Brauch des Scheibenschlagens. Brennende Holzscheiben fliegen mit ihrem Schweif durch den Nachthimmel und zeichnen gespenstische Lichter.

Jedoch ist nicht der ganze Südwesten Gebiet der alemannischen Fasnet. Teile des Saarlandes, die Pfalz und Nordbaden (hier vor allem Mannheim und Karlsruhe) feiern auch den rheinischen Karneval, der hier allerdings „Fas(t)nacht/Fasenacht“ genannt wird und in der Pfalz/Kurpfalz teilweise den Schlachtruf „Ahoi“ benutzt.

Saarwellingen, das als Fastnachtshochburg des Saarlandes gilt, kennt allerdings eine der alemannischen und weiteren Tradition verwandte Form der Fastnacht, hier (wie in weiten Teilen des Saarlandes) Faasend genannt. Das närrische Treiben beginnt am sogenannten Fetten Donnerstag bzw. Greesentag, dem Donnerstag vor Aschermittwoch. Die Männer tragen an diesem Tag die Kleidung ihrer Großmütter (daher das Wort Grees, das sich wohl von Greisin ableitet) und ziehen so durch die Stadt, um unerkannt unliebsamen Mitbürgern kleinere Streiche zu spielen. Höhepunkt ist am Abend die Erstürmung des Rathauses durch die Greesen und die Festnahme des Bürgermeisters, nach der ganz Saarwellingen bis zum Aschermittwoch in der Hand der 'alten Weiber' liegt. Der Ursprung dieses Brauches ist nicht geklärt; jedenfalls ist er urkundlich bereits im Jahre 1624 erwähnt. Den größten Rosenmontagsumzug des Saarlandes findet man in Neunkirchen (Saar), mit mehr als 100.000 Besuchern, was eine Verdopplung der Einwohnerzahl bedeutet.

In Mannheim/Ludwigshafen am Fastnachtssonntag und in Karlsruhe am Fastnachtsdienstag (nachgewiesen seit 1841) finden ebenfalls sehr große Umzüge statt. Auch wird dort zum Teil der sogenannte „politisch-literarische Sitzungskarneval“ gepflegt, der sich von der französischen Revolution ableitet und aus der Vormärzzeit stammt.

Seit etwa 40 Jahren haben sich vor allem im Raum Karlsruhe/Bruchsal die aus der Schweiz bekannten „Guggemusiken“ durchgesetzt.

In der Stadt Waghäusel (Kreis Karlsruhe) und der näheren Umgebung hat sich seit den frühen 1950er Jahren eine eigene Fasnacht (Fasänachd) entwickelt. Auch sie beginnt am 11. 11. und endet zum Aschermittwoch und der Fasnacht Verbrennung. Prachtvolle Kostüme sind hier fehl am Platz, denn hier haben rußige Gesichter und Kostüme aus der Altkleidersammlung Vorrang. Die Figuren dieser Fasänachd werden als „Schlabbä“ oder „Schlumbl“(Schlappen) bezeichnet; der Ausruf ist „Helau“. Speziell bei dieser in Wiesental, Kirrlach und Kronau vorherrschenden Form spricht man von der keltisch-alemannischen und nicht von der oft genannten schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Es gibt daneben aber sowohl rheinische als auch schwäbisch-alemannische Einflüsse. Überregional bekannte Prunksitzungen der Karnevalsgesellschaften und auch mit dem „Kerrlocher Schell“ eine der ältesten Holzmaskenfiguren im Norden Badens machen die Region zu einer Fasnachtshochburg. Bekanntester Export Waghäusels sind die Kirrlacher Spraddl-Sänger, die es bis ins Fernsehen geschafft haben. Nicht zu vergessen wäre jedoch der in Wiesental angesiedelte „Freundeskreis Wissädalä Fasänachda 1995 e.V.“ (F.W.F.), welcher schon Mitte der 70'er Jahre aktivitäten Verzeichnete und 1995 zum Verein wurde. Fort an entwickelte sich dieser Verein zum größten Fasnachtsverein der Umgebung und engagiert sich auch neben der Fasenacht noch in vielen anderen Dingen. 2007 konnte der „F.W.F-Chor“ (eine eigene Abteilung des Vereins) sein erstes großes Jubiläumskonzert nach 5 jährigem Bestehen feiern uns somit dem Verein nochmals zu mehr Popularität verhelfen. Inzwischen verbindet ein Großteil der umliegenden Orte Fasenacht mit dem F.W.F. und schätz seine Arbeit.

In Mainfranken hat sich eine dem rheinischen Karneval sehr ähnliche Faschingstradition etabliert. Der schon im 18. Jahrhundert dokumentierte Würzburger Faschingsumzug mit heute bis zu 200.000 Besuchern am Faschingssonntag ist der einzige große Faschingsumzug mit Prunkwagen, Motivwagen und Kamellenwerfen in Deutschland außerhalb des Rheinlandes (dementsprechend ausführliche Berichterstattung im Bayerischen Rundfunk). Der Heidingsfelder Umzug am Faschingsdienstag ist eine kleinere, volkstümlichere Version des Würzburger Umzugs. Im Landkreis Main-Spessart ziehen am Faschingssonntag 60 bis 80 Gruppen und Motivwagen durch die Kreisstadt Karlstadt. Die meisten Orte in Mainfranken haben darüber hinaus eigene Karnevalsgesellschaften, die Umzüge in der Faschingszeit organisieren.

In Bierfranken gilt es die Faschingshochburgen Coburg, Lichtenfels (die Wiege der Fränkischen Faschingsbewegung), Nürnberg und Stadtsteinach (Stanicher Fasching) zu erwähnen.

Ein weiterer Höhepunkt in der fränkischen Fastnacht sind die Prunksitzungen, die ebenfalls von den Karnevalsgesellschaften der einzelnen Gemeinden ausgerichtet werden. Die bekannteste fränkische Sitzung ist die „Fastnacht in Franken“ in Veitshöchheim, die vom Fastnacht-Verband Franken veranstaltet und ebenfalls vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt wird.

In Uettingen hat sich eine Tradition entwickelt, bei der früher am Faschingsdienstag zwei konkurrierende Burschenschaften durch das Dorf zogen und die Geschehnisse des Jahres und Untaten der jeweils anderen Burschenschaft in Reimform teilweise hoch zu Pferd vortrugen. Heute wird beim jährlichen Faschingsumzug von der Uettinger Jugend eine Faschingszeitung verkauft, welche diese Tradition fortsetzt.

Außerdem ist aus dem Süden die Welle der Faschingsbälle nach Würzburg geschwappt (siehe unten).

Wasungen an der Werra in Südthüringen ist eine der mitteldeutschen Karnevalshochburgen. In Wasungen ist der Karneval seit 1524 beurkundet und gilt als einer der ältesten Deutschlands. Zu jener Zeit, so ist einer alten Stadtrechnung zu entnehmen, fanden auf dem Marktplatz von Wasungen Fastnachtsspiele statt und der Bürgermeister spendierte den Mitwirkenden einen Eimer Bier. Der Höhepunkt der Karnevalssaison ist der Große Historische Festumzug, der am Samstag vor Aschermittwoch stattfindet. Der Wasunger Karneval hat eine Reihe von Eigenheiten, die ihn von den anderen Karnevalshochburgen unterscheidet: So gibt es kein Prinzenpaar, sondern nur einen Prinzen. Ihm zur Seite stehen zwei weibliche Pagen, der „Höpfer“ (Hüpfer) und sein närrisches Gefolge. Die Regentschaft des Prinzen beginnt am Karnevalssamstag unmittelbar vor dem Großen Historischen Festumzug, bei dem er erstmalig „vor sein närrisches Volk tritt“, und endet am 11. 11. des darauf folgenden Jahres. Der Schlachtruf der Wasunger Narren lautet „Woesinge Ahoi“ (Wasungen Ahoi).

Außer in Wasungen gibt es im südlichen Thüringen (thüringische Rhön und Grabfeld) noch viele Karnevalsvereine. Eine Hochburg im Grabfeld ist Römhild. Hier wird seit 1928 nachweislich Karneval gefeiert wobei nach mündlichen Überlieferungen das Faschingstreiben bedeutend älter sein soll. In Römhild wird am 11. 11. die Saison eröffnet, wobei das aktuelle Prinzenpaar und das Motto der jeweiligen Kampagne vorgestellt wird. Etwa vier Wochenenden vor dem Rosenmontag beginnen in dem Grabfeldstädtchen dann die Prunksitzungen. Den krönenden Abschluss des Karnevals, findet dann an dem Wochenende vor dem Aschermittwoch also am Samstag, Sonntag und Rosenmontag mit Kostümbällen statt. Am Sonntag zieht sich um 13:30 Uhr der Große Festumzug durch Römhild, in dem sich viele Vereine des Grabfeldes (Behrungen, Berkach, Gleichamberg, Milz, Jüchsen, und Mendhausen) mit einbringen. Einen kleinen Umzug für die Kinder wird am Rosenmontag durchgeführt und am Aschermittwoch ist dann im Grabfeldstädtchen alles vorbei. Der Schlachtruf Römmeld - Helau.

Mendhausen hat einen Elfenrat in der sonst von Männern beherrschten Domäne.

Der Münchner Fasching hat eine eigene Tradition etabliert, die des Hallenfaschings mit Faschingsbällen. In München fehlen die andernorts üblichen Prunksitzungen. Dafür werden teilweise auch von Firmen und Schulen organisierte Faschingsbälle gefeiert. Die Münchner Faschingsbälle erinnern an die Maskenbälle vergangener Jahrhunderte in Ausschweifung und Ausstattung. Im Film „Kehraus“ wird dem Münchner Fasching in seiner Exzentrik und seinem Nihilismus ein Denkmal gesetzt. Bis ins Jahr 1970 führte ein großer Faschingszug durch das Stadtzentrum. Nach der Errichtung der innerstädtischen Fußgängerzone im darauffolgenden Jahr, konnte dieser nicht mehr durchgeführt werden. Lediglich kleinere Umzüge, wie ein kleiner Kinderumzug in Schwabing oder der „Gaudiwurm“ der Feringa am letzten Faschingssonntag durch Unterföhring fanden statt. Erst im Jahr 2006 wurde die Tradition des Faschingsumzugs vom Verein „Die damischen Ritter“ wiederbelebt. Es wurde eine wenige hundert Meter nördlich der traditionellen Route liegende Wegstrecke zwischen dem Odeonsplatz und dem Stiglmaierplatz gewählt. Dabei beginnt die Aufstellung im Hofgarten der Residenz und endet mit dem Einzug in den Löwenbräukeller. Im ersten Jahr nach Wiedereinführung wurde ein Umzug mit 30 Wagen und 20.000 Zuschauern durchgeführt. Im darauffolgenden Jahr nahmen 60 Wagen und 30.000 Zuschauern an diesem Umzug teil. Bei der dritten Auflage 2008 nahmen 24 Wagen und 7.000 Zuschauer teil. Da der Umzug traditionell 1 Woche vor dem Tulpensonntag statt findet, fiel er in diesem Jahr auf den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, was verschiedentlich kritisiert wurde und zu einer geringeren Beteiligung führte. Im Jahr darauf ging es mit 34 Wagen und ca. 10.000 Zuschauern wieder bergauf.

Mit dem Wegfall des Aschermittwoch nach der Reformation im 16. Jahrhundert starb die Fastnachtstradition in Sachsen weitgehend aus. Eine Ausnahme bildet hier Wittichenau (sorbisch: Kulow), wo eine 300-jährige Karnevalstradition nachweisbar ist. Ansonsten lehnt sich der Karneval in Sachsen - mangels eigener Wurzeln - stark an rheinische Vorbilder an. Sachsens Karnevalshochburg ist Radeburg. Hier findet alljährlich seit 1958 am Sonntag vor Rosenmontag Sachsens größter Straßenumzug mit bis zu 120 Umzugsgruppen und über 3.000 Teilnehmern statt, zu dem oft 50.000 und mehr Besucher kommen (Radeburgs Kernstadt hat 5.000 Einwohner). Der Karneval beginnt am 11. 11. mit der Übernahme des Rathausschlüssels durch den Elferrat. Bis Aschermittwoch regiert ein Prinzenpaar das närrische Volk. Zu den tollen Tagen wird der Marktplatz überdacht. Tausende Narren feiern hier. Der Schlachtruf der Radeburger ist „Ra-Bu!“ Bemerkenswert ist auch der Ski- und Eisfasching in Geising, ein Spektakel, das jährlich am Sonntag vor Rosenmontag Tausende ins Erzgebirge lockt. Ein Markenzeichen des Geisinger Faschings war das Faschingsspringen von der Schanze, welche jedoch leider abgerissen wurde. In schneereichen Jahren säumten unzählige Schnee- und Eisfiguren die Straßen. Aufgrund des immer wieder fehlenden Schnees formte sich der Schlachtruf „Pitsche, Patsche Nass, Nass, Nass“. Zum Rosenmontagsball besuchen sie den befreundeten Karnevalsverein in Fürstenwalde. Im Weißeritzkreis (Altkreis Freital) gibt es einen einmaligen Zusammenhalt von 14 Karnevalsvereinen, welche alle zwei Jahre einen Karnevalsumzug durchführen. Außerdem wird jedes Jahr eine Saalrundfahrt durchgeführt, das heißt es werden alle 14 Säle angefahren und begutachtet. Im Weisseritzkreis wird in Freital, Pesterwitz, Wurgwitz, Somsdorf, Rabenau, Kleinopitz, Bannewitz, Possendorf, Goppeln, Mohorn, Kesselsdorf, Wilsdruff, Kleinopitz, Kurort Hartha und Tharandt der Fasching gefeiert.

Eine Besonderheit des Faschings, der Leipziger Studentenfasching, hat sich in der Universitätsstadt Leipzig entwickelt. Einer der ältesten Faschingsvereine Deutschlandweit ist der Ba-Hu Fasching, an der HTWK-Leipzig, welcher am 11. November 2008 seine 55. Saison feiert. Ebenso in Leipzig ist der Rosensonntagsumszug beheimatet.

Sachsen-Anhalts Hochburgen im Straßenkarneval sind Köthen und Dessau-Roßlau. In Köthen schafft es die 1. Köthener Karnevalsgesellschaft 1954 e.V. (besser bekannt als KUKAKÖ) jeden Rosenmontag bis zu 180 Umzugsgruppen ca. 5000 Beteiligte und ca. 60000 Zuschauer auf die Straßen Köthens zu bringen. Der Karneval Landesverband Sachsen-Anhalt hat 181 Mitgliedsvereine mit ca. 15000 Mitgliedern.

Schwerpunkt des Karnevals in Brandenburg sind unter anderem Cottbus mit dem größten ostdeutschen Karnevalsumzug und Fehrbellin, in Eberswalde wird parallel Fasching und Karneval gefeiert (Eberswalder Faschingstage). Nach dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin wurde auch dort der Karnevalsumzug wieder eingeführt („Berlin, heijo!“), und ist mit über einer Million Besucher neben dem Kölner Rosenmontagsumzug der größte in Deutschland.

In Österreich wird der Fasching in Form von Gschnasen und Umzügen gefeiert, vielerorts gibt es Faschingssitzungen. Eine der größten und bekanntesten findet sicher in Villach (vgl. Villacher Fasching) statt.

Außerdem ist die Faschingszeit auch Ballzeit. In den letzten Wochen des Faschings kann man in Wien fast jeden Tag auf einen Ball gehen, die häufig von Universitätsinstituten, Studentenvereinigungen oder auch Tanzschulen veranstaltet werden. Das gesellschaftlich bedeutendste Ereignis ist der Wiener Opernball, der Prominenz aller Seriositätsgrade anzieht.

In Tirol (z. B. Fiss, Imst, Telfs oder Nassereith) wird alle drei bis fünf Jahre einer der schwäbisch-alemannischen Fastnacht ähnelnden Fastnacht gefeiert. Im steirischen Bad Aussee findet jedes Jahr ein Umzug von Figuren statt, deren Kostüme stark an jene der Commedia dell'Arte erinnern. Weiters ist der Fetzenfasching in Ebensee, Oberösterreich weithin bekannt.

In der Zentralschweiz, umgangssprachlich auch Innerschweiz genannt, sind Luzern und Stans die unbestrittenen Fasnachtshochburgen. Während der „rüüdige Lozärner Fasnacht“ strömen Tausende von Leuten in die Altstadt. Nicht verkleidete Personen fallen hier negativ auf.

Der Beginn der Luzerner Fasnacht ist der „Urknall“ am „Schmotzigen Donnerstag“, bei dem mehrere Pakete mit zerschnittenen Telefonbüchern hoch über den Köpfen der Anwesenden explodieren. Während dieses Papierregens schreiten die verschiedenen „Guuggenmusige“ vom Vierwaldstättersee her kommend in die Altstadt ein. Zur gleichen Zeit legt der Nauen der „Zunft zu Safran“ mit dem Bruder Fritschi an Bord, am Luzerner Seeufer an. Ebenfalls Bestandteil des Urknalls ist die „Orangenschlacht“, bei der mehrere Kisten mit Orangen an die Anwesenden verteilt werden.

Am Donnerstag und am Montag findet ein großer Fasnachtsumzug statt. Am Dienstagabend erreicht die Fasnacht in Luzern ihren letzten Höhepunkt mit dem Monstercorso, bei dem über 100 Guggenmusigen durch die Altstadt ziehen.

Eine weitere Fasnacht-Hochburg ist Einsiedeln. Der „Sühudiumzug“ findet am Güdelmontag statt. Unter Sühudi werden groteske Gestalten, in denen sich der Volkshumor derb und drastisch austobt, oft von übermütigen Komik, oft als Schreckfiguren. Sie tragen „rüüdige“ Larven, schauerliche, selbstgefertigte Gesichtsmasken voller Warzen, Beulen und Geschwüre wie Aussätzige, mit riegen Kinn- und Nasenbildungen. Das Brotauswerfen am Fasnachtsdienstag hat seinen Ursprung im 17. Jahrhundert. Die Maskengruppe Johee, Mummerie und Hörelibajass wirft von einer Holzbühne zwei Tonnen Brot in die Volksmenge. Dem Brotauswerfen soll der Gedanke des Almosengebens zugrunde liegen.

Grosser Popularität erfreut sich die Fasnacht auch in der March, wo am 6. Januar jeweils mit dem Dreikönigseinschellen die 5. Jahreszeit eingeläutet wird. Zahlreiche jüngere und ältere Maskenvereine sind in der March beheimatet. Im Mittelpunkt steht der Rölli, der in der Regel im verein mit Fossli und Dominos auftritt. Diese Butzi lassen sich geschichtlich etwa 150 Jahre nachweisen und treten vor allem in Siebnen, Lachen, Reichenburg, Altendorf und Wangen auf. Ausserhalb dem Bezirk March gibt es einen Rölli-Club in Freienbach.

Im inneren Teil von Schwyz - vor allem im Hauptort Schwyz, aber auch in Brunnen-Ingenbohl, Steinen und Ibach - sind die Nüssler anzutreffen, die zum Klang von Trommeln den Narrentanz aufführen. Die Nüssler verteilten früher Nüsse, heute Orangen und Süssigkeiten. Ihren Ursprung dürften sie in Italien haben.

In der Nordwestschweiz nimmt die Stadt Basel eine zentrale Rolle ein, die mit der Basler Fasnacht eine völlig andere Fasnachtskultur präsentiert. Fasnachtstermin ist später als sonst üblich, nämlich von Montag 4 Uhr bis Donnerstag 4 Uhr nach Invocavit. Mit Schnitzelbänken wird eine politische Rückschau auf das letzte Jahr gehalten, an der jeweils auch das „verfeindete“ Zürich seinen Anteil bekommt. Die Fasnacht im protestantischen Basel findet traditionsgemäß immer eine Woche nach der katholischen Fasnacht statt. Ausser den Kindern sind die Zuschauer nicht maskiert.

In Liestal findet am Sonntag vor dem Basler Fasnachtsbeginn am Nachmittag der zweitgrösste Fasnachtsumzug der Nordwestschweiz statt. Am Abend werden beim „Chienbäse-Umzug“ 40–80 Kilogramm schwere Fackeln und Wagen mit bis zu zehn Meter hohen Flammen durch die Altstadt getragen beziehungsweise gefahren. Auch mehrere weitere Gemeinden kennen Feuerbräuche, wenn auch deutlich weniger spektakuläre (Fasnachtsfeuer in Wittnau, Redli- oder Scheibenschlagen in vielen Dörfern). In den meisten größeren Gemeinden des Baselbiets finden ebenfalls Fasnachtsumzüge statt, in den ursprünglich reformierten Gebieten des Oberbaselbiets zeitgleich mit der Liestaler Fasnacht, in den ursprünglich katholischen Gebieten des Unterbaselbiets eine Woche früher. Im Fricktal (Kanton Aargau) findet ebenfalls Fasnacht statt (eine Woche vor der Basler Fasnacht), die Fasnachtsbräuche unterscheiden sich jedoch erheblich von jenen der übrigen Nordwestschweiz.

Im Aargau haben sich viele regional sehr spezifische Bräuche halten können. Das Verbrennen des „Füdlibürgers“ in Baden oder das „Chlaus Chlöpfen“ sind Zeugen von starker regionaler Identität bei den Bräuchen. In vielen katholischen Gemeinden finden Maskenbälle statt. Besonders im Freiamt finden in der Fasnachtszeit zahlreiche und gut besuchte Anlässe dieser Art statt. Scheinbar unabhängig von allgemeinen Trends verschwinden in einigen Dörfern Fasnachtsanlässe gänzlich während sie in anderen Gemeinden wieder neu aufblühen.

Die erste Fasnacht im Jahr findet in Büren an der Aare im Kanton Bern statt. Das sogenannte „Büre Nöijohr“, soll als Entschädigung für die wirtschaftlichen Ausfälle zugebilligt worden sein, die die Aufhebung der mittelalterlichen Marienverehrung in der Wallfahrtskirche von Oberbüren-Chilchmatt zur Folge hatte.

Bekannt sind weiterhin die Chesslete im katholischen Solothurn.

Auch im reformierten Bern hat sich seit den frühen 1980er Jahren wieder eine Berner Fasnacht etabliert.

Eine im Verhältnis zur Stadt grosse Fasnacht gibt es auch in Langenthal. Sie kann bis ins Jahr 1864 zurückverfolgt werden und ist ausser während den Kriegsjahren immer präsent gewesen. Die Langenthaler Fasnacht beginnt jeweils am Freitag und endet am Dienstag, jeweils 6 Wochen vor Ostern. Langenthal zählt rund 1600 aktive Fasnächtler, 20 Guggenmusiken, 10 Schnitzelbänke und 20'000 Zuschauer am Umzug. Zusätzlich findet seit 1993 jedes 3 Oktoberwochenende der Fasnachtsmarkt mit 160 Ständen und rund 10'000 Besuchern statt.Verantwortlich für die Durchführung ist die Langenthaler Fasnachtsgesellschaft.

Die Bieler Fasnacht hat wie die anderen Fasnachtshochburgen der Schweiz eine grosse Tradition. Die heutige Faschingszunft wurde 1896 aus mehreren Zünften gegründet. Die Guggen, Schnitzelbänkler und Wagenbauer verzaubern die Stadt Biel während 5 Tagen. Die Bieler Fasnacht startet am Mittwoch vor der Basler Fasnacht und endet mit dem Narrenkongress.

In der in der Ostschweiz gelegenen Stadt Altstätten finden Veranstaltungen statt, welche mit den Röllelibutzen einhergehen und vom Schmotzigen Donnerstag bis zum Fasnachts-Dienstag dauern. Tausende von Zuschauern säumen jeweils beim Nachtumzug (Tschätteriumzug am Samstag) und dem grossen Brauchtumsumzug (am Sonntagnachmittag) die Strassen des Rheintaler Marktstädtchens.

Mit ihren prächtigen Kopfputz aus Strass, Blumen, Federn und farbigen Bändern ergeben die Röllelibutzen in Altstätten ein imposantes, farbenfrohes Bild, das entfernt an die schönen Perchten im Tirol oder an die Urnäscher Silvesterchläuse erinnert.

Das Erscheinungsbild der Röllelibutzen mutet modern an, das Springen und Hüpfen, das Betätigen der grossen Wasserspritze gegen die Zuschauer und der mit vielen Rollen besetzte Ledergürtel, weisen aber auf die uralte Tradition hin, welche bis in das 16. Jahrhundert zurückgeht. Die Röllelibutzen prägen das Fasnachtsgeschehen in Altstätten nicht nur bei ihrem Umzügen, sondern auch durch die Polonaise, die jeweils im Anschluss an die Umzüge und abends bei bengalischer Beleuchtung wiederholt wird.

Die Röllelibutzen zählen zu den schönsten Brauchtumsgruppen der ganzen Schweiz. Der traditionelle Maskenverein verhilft dem schmucken Städtchen im St.Galler Rheintal zu einer eigentlichen Fasnachtshochburg, denn im Schlepptau der Röllelibutzen treten auch Einscheller, Hexen, Blaternbutzen und zahlreiche Guggenmusiken an.

In der stark von Zwingli geprägten Stadt Zürich existiert (wie in den meisten protestantischen Gebieten) keine wirkliche Fasnachtskultur, die Obrigkeit verbot die Fastnacht bereits kurz nach der Reformation. Trotzdem versucht jedes Jahr eine kleine Gruppe, das „Gässle“ und das damit verbundene Besuchen von Restaurants mit der Guggenmusik zu pflegen, werden aber sowohl von den Passanten wie von den Restaurantbesitzer selten mit Wohlwollen empfangen.

Liechtenstein als ganzes kann als Fasnachtshochburg der Region bezeichnet werden. Fasnachthochburg innerhalb Liechtenstein ist die Gemeinde Schaan.

Wieder anders ist es in Belgien, wo Ostende, Aalst, Halle, und Binche Hochburgen des Karnevals sind. In Binche tanzen alljährlich die nur durch Männer in Schellenkostümen dargestellten „Gilles“ durch die Stadt. Während ihres Tanzes schwingen sie den „Ramon“, einem zepterartigen, symbolischen Besen. Der Karneval in Binche ähnelt der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und zählt seit 2003 zur Liste der „Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Welterbes“ der UNESCO.

Im Osten Belgiens, wird in den neun Gemeinden der deutschsprachigen Gemeinschaft ein typischer rheinischer Karneval mit Weiberfastnacht und Rosenmontagszug gefeiert. In den benachbarten Orten gibt es unterschiedliche Formen des Karnevals, so in Malmedy den „Cwarmé“, in Welkenraedt und Stavelot wird zu Mitfasten auf unterschiedliche Art Karneval gefeiert, teilweise mit eigenem Umzug.

Jedes Jahr im Mai findet in Aalborg das größte nordeuropäische Karnevalsfest statt. Rund 100.000 Besucher werden jedes Jahr erwartet.

In Ashbourne (England) ist das Shrovetide-Fußballspiel ein Bestandteil der 5. Jahreszeit.

Vappu ist in Finnland das Fest des Frühlings, der Studenten und der Arbeiter. Vappu ist ein gesetzlicher Feiertag. Der Termin und die damit verbundenen Jahrhunderte alten Traditionen stehen in der Tradition der Walpurgisnacht. Seine politische Bedeutung entspricht dem deutschen Maifeiertag. Dieser Feiertag ist, durch seine Volksfeststimmung am 30. April/1. Mai jeden Jahres und nicht aufgrund der von Verkleidungen (die Overalls der Studenten können auf Außenstehende zwar wie Verkleidungen wirken, sind dies jedoch nicht, sondern gehören in Finnland normal zum studentischen Leben), mit Fasching vergleichbar.

Vappu wird in Finnland seit dem Mittelalter gefeiert und hat sich darüber hinaus seit 1870 zu einem großen Fest der Studenten entwickelt, von denen er besonders intensiv begangen wird. Finnische Studenten brachten diesen Brauch erstmalig 1865 von der Universität Lund in Schweden nach Finnland. Seit den 1980er Jahren hat es sich auch eingebürgert, dass die Vertreter aller Parteien große politische Reden halten.

An Laskiainen (Faschingsdienstag) gibt es in Helsinki den Brauch, dass sich am Nachmittag die Studenten der Universitäten und Fachhochschulen der Umgebung im Stadtpark Kaivopuisto zum Rodeln und Schlittenfahren treffen. Dabei werden besonders von Studenten der Technischen Hochschule recht aufwändige selbstkonstruierte Gefährte benutzt.

In Italien wird Karneval sehr verschieden gefeiert. Neben dem sehr grazilen und ruhigen Karneval in Venedig gibt es auch ausgesprochen rüde Bräuche wie etwa in Ivrea bei Turin mit einer Orangenschlacht, bei der 2005 rund 360 Tonnen Orangen umhergeworfen und dabei 164 Personen verletzt wurden. Der Ritus soll ins Mittelalter zurückgehen, als mit Bohnen als Wurfgeschosse ein Feudalherr aus dem Ort vertrieben worden sei. Berühmt in Italien ist der Karneval und Umzug in Putignano (Apulien). Weitere bekannte Orte sind Acireale (Sizilien), Sciacca (Sizilien), Viareggio (Toskana) und Fano (Marken).

In Italien isst man zum Karneval viele typische Süßigkeiten: „Chiacchere“, „Gocce d'oro“ und „Tortelli“. Es gibt sogar schulfrei, Karnevalsferien. Der berühmte Karneval in Venedig, der heute Touristen aus aller Welt anlockt, wurde erst auf Initiative des venezianischen Fremdenverkehrsvereins geschaffen. Er dauert zehn Tage, beginnt am Wochenende vor dem „normalen“ Karneval und endet am Aschermittwoch. Jedes Jahr findet er unter einem bestimmten Motto statt.

Die größten Hochburgen für Karnevalsveranstaltungen in Kroatien befinden sich in Rijeka, Opatija, sowie in Samobor im Nordwesten des Landes. Am Faschingssonntag findet in Rijeka der traditionelle Umzug statt bei dem etwa 10.000 Umzugsteilnehmer und etwa 150.000 Besucher aus aller Welt kommen.

In Luxemburg wird Karneval traditionell zwischen Altweibertag und Aschermittwoch gefeiert. In den letzten Jahren hat jedoch der Trend zugenommen, dass es über den Aschermittwoch hinaus noch Veranstaltungen gibt. Dies hat damit zutun, dass das Fest seine religiösen Wurzeln mehr und mehr verliert. Als die Hochburg des luxemburgischen Karnevals zählt vor allem die Stadt Diekirch und deren Umgebung, wo es die meisten Veranstaltungen gibt. Die Cavalcade in Diekirch gilt als der bekannteste Karnevalsumzug Luxemburgs. Weitere Städte in denen größere Karnevalsumzüge gefeiert werden sind Remich, Schifflange und Petange.

Die Niederländische Hochburgen des Karnevals sind Maastricht, Venlo, Den Bosch und Bergen op Zoom. Wobei die Stadt Venlo die größte Hochburg in den Niederlanden ist. Hier ist jedes Jahr „de boetezitting“ op de Parade mit jeweils 50.000 Besuchern. Und dann gibt es noch „de Zoepkoel“ mit zirka 30.000 Besuchern (alles an Karnevalssamstag).

Der Karneval von Santa Cruz de Tenerife ist einer der größten Karnevals der Welt. Prachtvolle Umzüge und große Feste prägen drei Wochen lang das Bild der Inselhauptstadt Santa Cruz. Höhepunkt ist der große Umzug am Faschingsdienstag an dem sämtliche Gruppen sowie alle prämierten Prachtwagen über drei Stunden defilieren. Abschluss der Festivitäten ist das Verbrennen einer Pappsardine am Aschermittwoch und symbolisiert den Übergang von den närrischen Tagen zum Alltagsleben.

Auf dem spanischen Festland ist Cádiz eine Karnevalshochburg .

Eine ganz eigenständige, bemerkenswerte Vitalität entwickelte der Karneval auch in Lateinamerika.

In Argentinien gibt es karnevalsähnliche Umzüge bereits Ende Oktober. Jugendliche bauen wochenlang Umzugswagen, das geschieht teilweise in der Schulzeit. Als Karnevalshochburgen gelten von allen die Provinzen Entre Ríos, Corrientes und Jujuy. Die ersteren beiden orientieren sich mit den Murgas, corsos und comparsas, Musikgruppen afro-amerikanischen Ursprungs, am brasilianischen Karneval, während der Karneval von Jujuy auf eine Mischung christlicher und traditioneller, präkolumbianischer Traditionen (Pachamama-Verehrung) zurückgeht und ein völlig anderes Gepräge hat.

Die bekanntesten Hochburgen sind Gualeguaychú in Entre Ríos, die Stadt Corrientes selbst und in Jujuy die Hochlandstädte Humahuaca und Tilcara.

Auch in den Großstädten, z.B. Buenos Aires und Córdoba, wird ein volkstümlicher Sommer-Karneval mit riesigen Spray- und Wasserschlachten gefeiert, der sich aber nur in Details von denen der Hochburgen unterscheidet.

Als die 3 großen Karnevalshochburgen gelten die Städte Rio de Janeiro, Salvador da Bahia und Olinda-Recife. Die weltweit größte Berühmtheit hat der von Rio erlangt, der jedes Jahr hunderttausende Besucher aus Brasilien und dem Ausland anlockt. Der größte Karneval Brasiliens und somit auch der ganzen Welt ist jedoch der in Salvador.

Der Karneval von Barranquilla ist Teil des Meisterwerkes des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit der UNESCO.

Die ersten Karnevalsumzüge in Mexiko fanden im Jahre 1898 statt. Die größte Veranstaltung gibt es in Mazatlán. Man wählt für die Karnevalstage eine „Miss Karneval“, ein „Kinderprinzenpaar“ und einen „Rey de Alegría“ einen „König der Freude“. Krönender Abschluss der Straßenumzüge ist ein gewaltiges Feuerwerk.

In abgewandelter Form finden sich Murgas auch in Uruguay, genannt Llamadas.

Neben Brasilien sind die wichtigste Hochburg der Karnevals in Südamerika die Länder rund um die Karibik. In der Dominikanischen Republik ist jener der Stadt La Vega am bekanntesten, weitere Höhepunkte sind noch in Trinidad-Tobago, Saint Lucia und den Bahamas zu finden.

In Südafrika wird der Karneval im dortigen Winter an einem Wochenende Ende Juli in den deutschsprachigen Gemeinden so wie in Deutschland gefeiert. Organisiert wird er von Studenten.

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Fastnacht im Rhein-Main-Gebiet

Eine alte Tradition: Typisch Mainzer Schwellkopp

Im Rhein-Main-Gebiet existiert eine bunte Vielfalt an Fastnachtstradionen, die teilweise weit in die Geschichte zurückreichen. In der Region wird meist von Fastnacht oder Fassenacht, weniger von Karneval oder Fasching gesprochen. Letztere Begriffe wurden vor allem in den letzten Jahrzehnten eingeführt. Die meisten Orte haben als Symbol in der Fastnachtszeit ein Prinzenpaar, das sie repräsentiert. Beliebter Brauch bei Kindern ist in Teilen des Gebietes der Faschingszoll. Regionalverband des Bundes Deutscher Karneval (BDK) ist die Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval.

Gruppen dieser Faschingsregion, die am Rosenmontagszug mitlaufen, heißen unter anderem: Bladdgedabbteausschmeisgudsjer, Maamauerbaabambeler, Pfläumscher, Sabos,...

Die Fastnacht in der Region ist historisch stark von der Mainzer Fastnacht beeinflusst (siehe dort). Dies ist bedingt in der jahrhundertelangen Zugehörigkeit von Teilen des Gebietes zum Kurfürstentum Mainz. Der "politisch-literarische Sitzungskarneval" mit Narrhallamarsch und Prunksitzungen ist daher hier stark verbreitet. Mit der Gründung des ersten Fastnachtsvereins, des MCV 1838, wurde die Fastnacht zunehmend organisiert.

Bereits am Fastnachtssonntag findet in Alzey ein Fastnachtsumzug statt. Der Schlachtruf lautet nicht wie sonst im übrigen Rheinhessen Helau, sondern Dollau. Im Stadtteil Weinheim ruft man, Wau-Wau.

In Wiesbaden gibt es gleich eine ganze Reihe an Umzügen. Der Reigen beginnt am Fastnachtssamstag mit einem Kinderumzug in der Innenstadt und einem Umzug im Vorort Mainz-Kastel, zu dem sich alljährlich rund 10.000 Besucher einfinden. Der Höhepunkt ist der am Fastnachtssonntag stattfindende Umzug durch die Innenstadt, am Rosenmontag folgt ein Umzug im westlichen Vorort Frauenstein, der Abschluss folgt am Fastnachtsdienstag mit einem Zug durch den Stadtteil Biebrich und dem Rathaussturm. Im Jahr 2008 nahmen am großen Wiesbadener Umzug 5.500 Teilnehmer in über 200 Gruppen teil, darunter waren allein 40 Kapellen. Ausrichter ist der "Wiesbadener Karneval 1950 e.V.", es kamen etwa 250.000 Zuschauer. Die "Carneval-Gesellschaft Sprudel" ist der älteste Karnevalverein der Stadt (gegründet 1862).

Der größte Fastnachtsumzug Hessens ist der Frankfurter Umzug, der alljährlich vom Großen Rat der Frankfurter Karnevalvereine am Fastnachtssonntag veranstaltet wird. An diesem Umzug nahmen im Jahre 2008 6.600 Personen teil (2005 6.108). Weiter waren im Jahr 2005 51 Garden, 38 Kapellen und Spielmannszüge, 775 Spielleute und 66 Pferde mit von der Partie. 450.000 Menschen wohnten dem Ereignis bei und ebensoviele waren es an den Bildschirmen bei der Liveübertragung des hr-fernsehens. Hier werden nicht nur Süßigkeiten ausgeworfen, sondern auch die bekannte Frankfurter Grüne Soße in Packungen oder eingeschweißte Rippchen. Alle Stadtteile Frankfurts haben seit Kriegsende auf eigene Prinzenpaare verzichtet. Seither gibt es nur ein Frankfurter Prinzenpaar. In der lokalen Fastnachtshochburg Heddernheim, dem sogenannten Klaa Paris, wurde daher ein Statthalter eingesetzt. Den letzten Höhepunkt der jeweiligen Saison erfährt das Fastnachtstreiben in der Stadt mit dem Umzug in Klaa-Paris am Fastnachtsdienstag mit 5.000 Teilnehmern. Ältester Fastnachtsverein der Stadt sind die "Heddemer Käwwern" aus Frankfurt-Heddernheim (geründet 1882).

Die Klaa Pariser Fastnacht geht auf das Jahr 1839 zurück. In diesem Jahr fand der erste Fastnachtszug statt. Im 111. Jahr der Klaa Pariser Fastnacht wurde die Freie Reichsstadt Klaa Paris gegründet. Es wurde ein Bürgermeister und ein Magistrat gewählt und eine aus 11 Artikeln bestehende Verfassung verabschiedet.

Heute beginnt das närrische Treiben am Vormittag mit der Erstürmung des Hessischen Rundfunks, der sein Funkhaus im nahe gelegenen Stadtteil Nordend hat. Nachdem die Narren das Kommando über den Rundfunk erobert haben, marschiert das närrische Volk nach Heddernheim, wo sich am Nachmittag der Umzug durch die engen Gassen schlängelt. Anschließend ziehen die meisten Narren friedlich nach Hause, nur die Hartgesottenen treffen sich zum Kehraus in den Versammlungsräumen und Bürgerhäusern der Vereine.

Am Fastnachtssamstag stürmen die Frankfurter Narren den Römer, das Frankfurter Rathaus.

Traditionell sind die kleinen Witze über die südwestliche Nachbarstadt Offenbach am Main (siehe auch Frankfurt-Offenbach-Witz). Im Jahr 2007 kam es jedoch zum von der Lokalpresse so bezeichneten Helau-Krieg unter den Fastnachtsvereinen beider Städte, als Frankfurt das Offenbacher Prinzenpaar auslud.

Die Fastnachtsvereine in Offenbach sind im Offenbacher Karnevalverein (OKV) organisiert (21 Mitgliedsvereine). Fastnachtssitzungen veranstalten folgende Vereine: das "Konzertorchester" (KOO), die "Wiking-Elfer" der "KC Postkutsche", "Offenbacher 03er", die "Stadtgarde Offenbach", die "Gemaa Tempelsee", "Sängerfreunde", "TGO-Elfer" und die Kolpingelfer. Eine Besonderheit in Offenbach ist, dass der närrische Schlachtruf hier Hallau und nicht Helau heißt. In der Fastnachtszeit nennen die Offenbacher ihre Stadt Lederanien. Ein jährliches Prinzenpaar wird durch den OKV gestellt. Einen Fastnachtsumzug gab es in Offenbach im Jahr 2005 das erste Mal seit 50 Jahren wieder, aus Anlass des 150. Jubiläums der Erwähnung der Offenbacher Straßenfastnacht im Jahre 1855. Der nächste Umzug wird für 2010 geplant. Ansonsten findet ein Gardeumzug zum Sturm auf das Rathaus eine Woche vor Fastnacht statt. Erwähnenswert ist der Oldie-Fasching fastnachtsfreitags in der Stadthalle Offenbach und der Prinzenempfang für Senioren am Rosenmontag. Dieser Empfang wird durch den OKV durchgeführt und hatte 2007 650 Besucher über 60 Jahren in der Stadthalle. Die Offenbacher Metall- und Kunstprägeanstalt W. A. Jäger ist ein bedeutnder Hersteller von Fastnachtsorden (bis zu 30.000 Stück pro Jahr).

Für ihre Fastnachtstraditionen bekannt sind die beiden Stadtteile Bieber und Bürgel. Hier gibt es auch regelmäßige Fastnachtszüge. Der in Bieber mit 10.000 Zuschauern ist am Fastnachtssamstag und wird durch den Heimatverein organisiert; die Bürgeler Kappenfahrt am Fastnachtsdienstag von der Ranzengarde (RAGA, gegründet 1904). Wie die Offenbacher rufen auch die Bieberer Fastnachter Hallau; sie finden sich vor allem bei der Katholischen Jugend Bieber (KJB, seit 1946) und der IGBiF (Interessengemeinschaft Bieberer Fastnacht). Beide veranstalten jährlich jeweils zwei Sitzungen im katholischen Pfarrheim St. Nikolaus. In Bürgel wird Gut Stuss - Ahoi! gerufen. Neben der RAGA sind hier vor allem die Frauen der Pfarrei St. Pankratius, mit mehreren Sitzungen mit insgesamt 1.200 Zuschauern, in der Bürgeler Fastnacht aktiv. Bürgel wird in der Fatsnachtszeit Burgilla genannt und durch das Kinderprinzenpaar mit Mohr und Hofdame (für zwei Jahre) der RAGA repräsentiert. In Bieber gab es bis 1960 ebenfalls regelmäßige Prinzenpaare. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Bieberer Narren nicht dem OKV angeschlossen sind und dieser auch nicht am Fastnachtsszug dort teilnimmt, sondern am gleichen Tag in Hanau auf dem Umzug vertreten ist. Bei den jungen Narren der näheren Umgebung ist vor allem der Maskenball der KJB ein Anziehungspunkt. Hier versammeln sich jährlich mehrere hundert junge Menschen im Bieberer Pfarrheim.

Ein Publikumsmagnet - weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt - in der Region - ist der Rosenmontagszug in Seligenstadt. Auch in Seligenstadt gibt es ein "Klaa Frankreich", einen Ortsteil, in dem man auf den Türschildern heute noch viele französische Namen lesen kann. Der Stadtteil befindet sich am östlichen Anfang der historischen Innenstadt, die zur deutschen Fachwerkstraße gehört. Die Fassenachter nennen sich dort "Schlumber" und der Rosenmontagszug, so wie fast alle Aktivitäten werden noch von Vereinen getragen und von Bürgern und über einen kleinen Obolus des Zugpublikums rein privat finanziert. Vor dem Rosenmontagszug treffen sich Narren um 7:11 Uhr zum Weckruf auf dem Marktplatz. Mit Musik wird dann zum Prinzenpalais gezogen, bevor der Prinz später seine Prinzessin wachküsst. Bis zu 50.000 Zuschauer sehen dem Rosenmontagszug an der 4,1 Kilometer langen Zugstrecke zu. Organisator ist der Heimatbund Seligenstadt. Beliebt its der Zug vor allem auch für die fantasievollen Wagen. Die Seligenstädter Narren nennen ihre Stadt während der 5. Jahreszeit Schlumberland. Ebenfalls bekannt ist Seligenstadt für den Hexenrummel am Mittwoch vor Fastnacht, der in der gesamten Altstadt und allen Gasthäusern und Sälen dort stattfindet. Eine weitere Besonderheit ist der so genannte "Kleine Fastnachtszug" am Fastnachsonntag. In 18 Zugnummern ziehen 1.000 Kinder begleitet von drei Kapellen und dem Prinzenpaar durch Schlumberland.

Fastnacht wird auch in Rodgau kräftig gefeiert mit über 50 Gala-, Prunk- und Fremdensitzungen, Maskenbällen und Kreppelkaffees. Letztere bestehen aus einer gemütlichen Kaffeerunde mit Verzehr des faschingtypischen Kreppels (Krapfen) und anschließendem vielstündigen Sitzungsprogramm. Die Nieder-Röder Kreppelkaffees werden ausschließlich von Frauen für Frauen veranstaltet und verzeichnen jedes Jahr weit über 2.000 Besucherinnen. Der Blau-Weiß-Ball der Sportvereinigung Weiskirchen ist einer der größten Maskenbälle in Rodgau.

Insgesamt gibt es in Rodgau 25 Sitzungen und drei Jugendsitzungen. Die TGS Jügesheim konnte über 2.200 Zuschauer bei ihren acht Sitzungen, die TGM SV Jügesheim 1.000 Besucher begrüßen. Weitere Vereine mit eigenen Sitzungen sind die TG Nieder-Roden, RCC Knallkepp, TG Hainhausen, die Narrisch Singstunn, SKV Laternche, die katholischen Frauen Weiskirchen und die Kolping-Fastnachter. Ein Drittel aller Mitwirkenden in der Rodgauer Fastnacht ist jüger als 18 Jahre.

Als Hochburg der Rodgauer Fastnacht gilt der Stadtteil Jügesheim (Dialekt: Giesem). Hier findet vor dem Rathaus am 11.11. die Eröffnung der Kampagne und am Fastnachtssamstag der Rathaussturm statt, die symbolische Übergabe der Stadtgewalt an die Narren. Am Fastnachtsdienstag windet sich der Giesemer Fastnachtszug durch die Straßen Jügesheims. (Schlachtruf: Giesem-Hellau!). Die Repräsentanten der Giesemer Fassenacht, Prinzenpaar und Kinderprinzenpaar, kommen in neuerer Zeit nicht mehr ausschließlich aus Jügesheim. Auch andere Stadtteile können Bewerber/innen stellen.

Auch Mühlheim am Main und sein Stadtteil Lämmerspiel sind als Fastnachtshochburgen in der Region wohlbekannt. Der Lämmerspieler Carnevalverein (LCV), die Katholischen Karnevalisten Mühlheim (KaKaM) oder die Tanzgarde Sonnau seien hier genannt. Der große Rosenmontagsumzug in Mühlheim ist sehr beliebt und findet seit fast 100 Jahren statt. Im Jahr 2008 kamen rund 30.000 Zuschauer und 90 Zugnummern. Der Mühlheimer Karnevalverein wurde am 1. April 1957 gegründet und hat im Jahr 2007, zu seinem 50. Jubiläum, 150 Mitglieder. Einen Rathaussturm gab es in Mühlheim nur bis 2002, seither findet ein Narrentreff in der Willy-Brandt-Halle statt. Die höchste Auszeichnung der Mühlheimer Fastnacht ist der "Schlüsselorden". Der Fastnachtszug in Lämmerspiel findet am Fastnachtsdienstag statt. Eine neuere Fastnachtstradition seit den 1990er Jahren ist der Narrensprung der Lämmerspieler Schellennarren. Hierbei springen die Narren nach schwäbisch-allemannischer Art an Weiberfastnacht über ein Feuer. In Mühlheim-Dietesheim werden von der Kolpingsfamilie Fastnachtssitzungen angeboten.

Der Fastnachtszug in Dreieich-Sprendlingen findet alljährlich am Fastnachtsdienstag statt. Der "Sprendlinger Karnevalverein" (SKV) stellt das Prinzenpaar und bringt seine Sitzungen im Bürgerhaus auf die Bühne. Der Fastnachtszug in Dreieich-Götzenhain mit 67 Gruppen findet alljährlich am Fastnachtssonntag statt.

In Langen stürmen die Narren der Langener Karneval Gesellschaft fastnachtssamstags das Rathaus.

In Neu-Isenburg, in der Fastnachtszeit auch Watzedonien genannt, werden die Bürger am Rosenmontag (hier: Lumpenmontag) von Hexengruppen mit Musik geweckt. Mittags startet der Lumpenmontagszug durch die Straßen der Stadt. Im Jahr 2008 hatte der Zug 83 Gruppen (2007: 73). Als traditionell gilt vor dem Zug das Essen der Linsensuppe in der Bahnhofstraße. Die große Fastnachtssitzung der "Watze" wird in der Hugenottenhalle gefeiert. Die Narrengilde im TV von 1861 ist hier einer der großen Karnevalvereine und die "Kümmler" veranstalteten 2009 in der Hugenottenhalle ihre 57. Sitzung. Der Rathaussturm findet bereits am Samstag vor dem Fastnachtswochenende statt.

Der Rödermärker Stadtteil Urberach wird von seinen Bewohnern in der Fastnachtszeit Orwisch genannt. Der Schlachtruf der Fastnachter hier lautet daher "Orwisch - Helau!". Im Jahr 2007 fand der 11. Fastnachtszug am Rosenmontag unter der Beteiligung von 34 Nummern statt. Seit 30 Jahren gibt es den Maskenball "Halli Galli" für Jugendliche im Gallusheim. Im anderen Stadtteil, Ober-Roden, zieht der Fastnachtsszug geschlossen zum Rathaussturm. Die Ober-Rodener Turnerschaft und der Musikverein Viktoria 08 laden zu ihren Fastnachtssitzungen bzw. zum Kappenabend.

In Heusenstamm wird am Fastnachtssamstag das Rathaus im Schloss Heusenstamm gestürmt und das Prinzenpaar übernimmt bis Aschermittwoch die Herrschaft. Der Fastnachtszug ist am Fastnachtsdienstag mit anschließender Feier am Torbau. Fastnachtssitzungen werden in der Pfarrei St. Cäcilia im Pfarrheim und vom "Karneval Klub Disharmonie" (gegründet 1986) veranstaltet. In Obertshausen ist der "Zinnoberball" der TGS Hausen mit 550 Besuchern und die Sitzungen des katholischen Kirchenchores Hausen sowie der Kolpingsfamilie Obertshausen ein Höhepunkt der Fastnachtssaison.

Die Kreisstadt Dietzenbach hat der von der Tanzgarde veranstaltete Fastnachtszug am Fastnachtssamstag im Jahr 2009 60 Zugnummern (2008: 31 Zugnummern). Auch hier wird nach dem Umzug das Rathaus gestürmt. Fastnachtssitzungen werden unter anderem von der "SC-Soma" veranstaltet.

In Langen veranstaltet die "Langener Karneval Gesellschaft" auch Herrensitzungen.

In Mainhausen-Zellhausen laden die "Zellhäuser-Fastnachts-Narren" (ZFN) jährlich zum Fastnachtszug am Fastnachtsdienstag.

In Hainburg-] nahmen 2009 am Sonntag vor dem Fastnachtswochenende über 600 Kinder am 34. Kinderzug teil. Während des Umzugs werden Spenden für soziale Projekte gesammelt.

Bereits zum 50. mal wurde im Jahr 2007 in Hanau ein Fastnachtszug veranstaltet (am Fastnachtssamstag). Hier kommen bis zu 40.000 Besucher um die 112 Nummern zu sehen. Der Umzug wird vom Hanauer Carnevalszugverein (HCV)organisiert. 1999 wurde der Fastnachtszug von Fastnachtsdienstag auf Fastnachtssamstag verlegt und seither besser besucht. Acht Karnevalsvereine haben sich zum "Großen Rat" zusammengeschlossen und laden seit 2004 zur Gemeinschaftssitzungen in den "Congress Park Hanau" (CPH).

Auch in den Hanauer Stadtteilen Klein-Auheim und Steinheim gibt es eigene Fastnachtszüge. Diese ziehen am Fastnachtsonntag durch die beiden Orte. Der Zug in Steinheim hat rund 70 Zugnummern und führt zur Kulturhalle. Der Zug in Klein-Auheim startet eine Stunde später als der in Steinheim. So ist es den Zuschauern möglich beide Züge zu sehen. Rund 60 Zugnummern, die größten von den Karnevalvereinen CV am Anfang und 1. KG am Ende, nehmen teil. Der Zug wird mittlerweile durch den 2007 gegründeten Karnevalzugverein veranstaltet. Im Anschluss wird in der TSV-Halle gefeiert. Die Narren rufen "Klaanam - Helau!". Fastnachtssitzungen werden vom Steinheimer "Carneval Club Schwarz Weiß" (CCSW) veranstaltet.

In Maintal findet der Fastnachtszug ebenfalls am Fastnachtssamstag im Stadtteil Dörnigheim statt. Den 104 Zugnummern sahen 2007 12.000 Narren zu.

Der Fastnachtszug in der Barbarossastadt Gelnhausen ist am Fastnachtssamstag und der Wächtersbach sogar schon am Fastnachtsfreitag.

Der Karnevalverein Dieburg 1838 e.V. (KVD) (Landkreis Darmstadt-Dieburg) ist mit derzeit knapp 1.600 Mitgliedern Deutschlands größter Karnevalverein im "Bund Deutscher Karneval e.V." (BDK). Die Dieburger Fastnacht findet nachweislich im Jahre 1508 ihre erste geschichtliche Erwähnung. Somit wird im Jahre 2008 das 500-jährige Fastnachtsjubiläum unter dem Motto "500 Jahre Fastnachtsfreude, lebt in Dieborsch fort bis heute" gefeiert. Der Fastnachtszug in Dieburg mit 111 Gruppen wird am Fastnachtsdienstag veranstaltet. Der Umzug zieht zwischen 40.000 und 50.000 Besucher an. Bekannt ist Dieburg auch für seine Straßenfastacht an den Samstagabenden und Montags auf dem Marktplatz und Umgebung. Der Narrenruf in Dieburg lautet Diborsch-Äla. Der Ruf soll sich vom Gänsehüten herleiten. Am Rosenmontag verleiht der KVD um 11:11 Uhr mit der Holzisch Latern seine höchste externe Auszeichnung. 2007 ging sie an die Augsburger Puppenkiste und 2008 an Walter Renneisen. Eine Woche vor Fastnacht gibt es einen eigenen Kinderfastnachtszug unter der Führung des Kinderprinzenpaares. Neben dem KVD ist auch die Pfarrgruppe Dieburg Gastgeber einer eigenen Fastnachtssitzung mit jeweils über 200 Gästen.

In Babenhausen sind die Narren im "Carneval-Verein Babenhausen" organisiert.

In Groß-Zimmern feiern die Narren bei den Fußballern des FSV ihre Fastnachtssitzungen.

In Darmstadt zieht der Fastnachtsumzug vom Marienplatz/Hügelstraße durch die Darmstädter Innenstadt, wo sich die Karstadt-Ehrentribüne befindet, in die Otto-Berndt-Halle zum Manöverball für die beteiligten Garden und Musikzüge. Der Darmstädter Fastnachtsgruß lautet Hä - Hopp! Die Darmstädter Karnevalgesellschaft wurde 1846 gegründet, und ist damit einer der ältesten Fastnachtsvereine Südhessens.

In Griesheim rufen die Fastnachter Hie Schlott.

In Ober-Mörlen in der Wetterau, dem "Klein Mainz am Usastrand", findet am Fastnachtssonntag der traditionelle Fastnachtszug mit 111 Zugnummern statt. Im Jahr 2007 wurde der Besucherrekord von rund 50.000 Besuchern erreicht. Damit war der Ober-Mörler Fastnachtszug an diesem Tag einer der größten Züge in Hessen und der größte in der Wetterau. Die Ober-Mörler Fassenacht wird historisch belegt seit 1753 gefeiert und ist überregional bekannt. Einmalig ist hierbei die Figur des Mohr von Mörlau einer, dem Gemeindewappen entsprungenen, Fastnachtsfigur.

In Friedberg nennen die Narren ihre Stadt Fribersch (Dialekt) und rufen Fribersch - Helau!

In Bad Vilbel-Massenheim organisiert der Vereinsring jährliche Fastnachtssitzungen im katholischen Pfarrsaal.

In Bad Homburg vor der Höhe wurde für 1816 das erste Mal in einer Polizei-Ordnung die Fastnacht erwähnt und 1860 erschien die erste Fastnachtszeitung. Mit "Die Sauern" wurde 1870 der erste Fastnachtsverein gegründet (1897/98 wieder aufgelöst). Der "Homburger Karnevalverein" wurde 1902, der "Club Humor" 1904 und der "Carneval Verein Heiterkeit" 1919 gegründet. Nach dem Krieg wurden 1952 die "Freunde des Carneval" (FdC) gegründet. Sie veranstalten seit 1953 erst Kappenabende, dann Sitzungen und Maskenbälle. Seit 1968 werden Senioren-Sitzungen veranstaltet.

In Usingen lautet der Narrenruf Ulau, eine Kombination aus Usingen und Helau.

In Mörfelden-Walldorf findet der von den Gruppen "Buschspatzen" und "Sandhasen" organisierte Umzug am Fastnachtssamstag statt. Im Anschluss an den Fastnachtszug feiern die Narren den Manöverball im Bürgerhaus. Das Fastnachtstreiben wird durch den Verkauf von Zugmärkchen finanziert.

In Flörsheim am Main lautet der Narrenruf Hall die Gail!, was soviel bedeuten soll, wie "Haltet die Pferde". Der Ruf stammt aus einer Zeit, als noch Pferdegespanne an der Fastnacht teilnahmen.

In Rüsselsheim wurde der Carneval-Verein 1936 gegründet. Der Rathaussturm findet am Fatsnachtssamstag statt und alle vier Rüsselsheimer Karnevalvereine veranstalten eine gemeinsame Seniorensitzung.

In Hattersheim sind der "Hattersheimer Carneval Club" (HCC), der "Okrifteler Carneval Club Mainperle" (CMM) und der Eddersheimer Gesangverein Liederkranz-Eintracht in der Fastnacht aktiv.

In Hochheim finden sich die Narren unter anderem bei der "Carnevalgesellschaft Fidelio" (gegründet 1880).

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Karnevalsumzug

Dörflicher Karnevalsumzug in Windeck-Herchen am Tulpensonntag

Der Karnevalsumzug, in Basel auch Cortège, ein Umzug verschiedener verkleideter/maskierter Gestalten durch die Stadt, ist einer der Höhepunkte des Straßen-Karnevals und eine der ältesten bekannten Manifestationen des Karnevals.

Überregional bekannt sind in Deutschland vor allem der Kölner Rosenmontagszug, der Mainzer Rosenmontagszug und der Düsseldorfer Karneval. Der Karnevalsumzug findet je nach Stadt am Karnevalssamstag oder -sonntag, Rosenmontag oder Faschingsdienstag statt. In vielen Städten gibt es zusätzlich zum großen Umzug auch noch Kinder- oder Stadtteilumzüge, die an einem weiteren Tag stattfinden.

Die Karnevalszüge im Rheinland trugen zu Anfang des 19. Jahrhunderts deutlich militärparodistische Züge. Die Umzüge waren aber auch an die historischen Herrscherempfänge angelehnt und waren voller Anspielungen auf die Zeit vor der Eingliederung des Rheinlandes als preußische Rheinprovinz im Zuge des Wiener Kongresses (siehe z.B. Kölner Dreigestirn). Sie dienten damit nicht nur der Unterhaltung, sondern boten dem Bürgertum auch ein Medium zur Selbstinszenierung.

Ab 1830 wurden die Themen der Züge zunehmend politischer. Liberale Ideen verbreiteten sich angeregt durch die französische Juli-Revolution und die Züge wurden vermehrt für politische Satire genutzt. Mit der gescheiterten Revolution von 1848 wandten sich viele der "Karnevalisten aus politischer Gelegenheit" wieder vom Fest ab, politische Themen blieben aber bis heute als wichtiger Bestandteil der Umzüge erhalten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Züge unter dem Einfluss des gespannten Verhältnisses zwischen Preußen und Frankreich zunehmend patriotisch. Der preußische Sieg im Jahr 1871 und die Reichsgründung etablierten eine deutlich nationalistische Stimmung im Karnevalsgeschehen um die Wende zum 20. Jahrhundert, die bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges anhielt.

Heute besteht ein Zug aus Abordnungen der Karnevalsvereine mit Prunkwagen, Kapellen, Tanzgruppierungen und oft auch aus so genannten Motivwagen. Letztere stellen oft Ereignisse und Personen des vergangenen Jahres in satirisch interpretierter Form dar.

Die Narren bei Straßenumzügen der Schwäbisch-alemannische Fastnacht tragen das traditionelle Häs und neben den Musikkapellen gibt es noch Guggenmusik. Die Figuren sind weniger militärhaft, sondern sind vor allem traditionelle Dämonen-, Hexen- oder Narrenfiguren und -masken sowie Tiere. Auch dort finden sich Wagen, auf denen oft über die Politik hergezogen wird. Das größte Maskentreffen ist der Rottweiler Narrensprung.

Der größte Karnevalsumzug im Norden Deutschlands und der mittlerweile drittlängste Deutschlands nach Köln und Mainz findet alljährlich am Karnevalssonntag vorm Rosenmontag in Braunschweig statt. Die Tradition des Braunschweiger Schoduvel reicht über 700 Jahre in die Vergangenheit zurück. Der Begriff Schoduvel (aus dem mittelniederdeutschen duvel = Teufel und Scho - scheuchen), bezeichnet einen alten Brauch durch Lärm, Verkleidung und schreckhaftes Gebaren die bösen Geister der Kälte, des Todes und der Gefahr zu verscheuchen. Seit 2005 wird der Karnevalsumzug in Braunschweig mit dem Begriff Schoduvel verbunden.

Höhepunkt des Karneval in Rio ist die Parade der Sambaschulen: Von Freitag bis Dienstag ziehen allnächtlich die Paraden durch die Stadt. Der Mardi Gras (fetter Dienstag) ist der Tag der Umzüge von New Orleans und Höhepunkt des dortigen Karnevals. Die Cortèges der Basler Fasnacht finden am Montag und Mittwoch statt; da die Basler Fasnacht eine Woche nach dem sonstigen Karneval stattfindet, eine Woche nach Rosenmontag bzw. Aschermittwoch. Die Umzüge des Karnevals in der französischen Hochburg Nizza beginnen etwa zwei Wochen vor dem eigentlichen Karnevalswochenende. Berühmt sind hier die Blumencorsi, bei denen blumengeschmückte Wagen an der Seepromenade paradieren und die Zuschauer mit Blumen bewerfen. Höhepunkt und Abschluss ist der Umzug am mardi gras mit anschließendem Feuerwerk. Der Karneval im griechischen Patras dauert etwa zwei Wochen und richtet sich nach dem orthodoxen Osterdatum, weicht also von den westlichen Karnevalsterminen ab. Höhepunkt ist der große Umzug am Karnevalssonntag. Die Maskenumzüge im italienischen Viareggio finden am Karnevalsdienstag sowie an mehreren Sonntagen vor und nach diesem statt.

In Deutschland existieren regional die unterschiedlichsten Narrenrufe. Zu den zwei bekanntesten und bundesweit verbreitetsten gelten sicherlich „Helau“ und „Alaaf“. Vom Rheinland nach Norden und Osten gestreckt, wird der dort traditionelle Ruf „Alaaf“ gerufen, jedoch in Düsseldorf, am Niederrhein, im Ruhrgebiet und von Mainz und Würzburg südlich wird „Helau“ gerufen. Auch in Braunschweig rufen die Narren beim drittgtößten Umzug nach Köln und Mainz "Brunswick Helau". Die Mainzer haben den Ruf Helau von Düsseldorf übernommen. Auch in Westfalen ist „Helau" der gängige Ruf, regionale Besonderheiten sind aber auch hier vorhanden. Bei Maskenumzügen in Süddeutschland rufen die Maskenträger häufig „Narri“. Das Publikum am Straßenrand antwortet mit „Narro“.

Der kleinste Karnevalsumzug der Welt wird seit 1956 von Helmut Scherer im nordrhein-westfälischen Unna durchgeführt. Er besteht aus einem einzigen handgezogenen Leiterwagen.

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Source : Wikipedia