Roman Abramowitsch

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Geschrieben von daneel 12/03/2009 @ 08:09

Tags : roman abramowitsch, people

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Autonomer Kreis der Tschuktschen

Flagge

Der Autonome Kreis der Tschuktschen (russisch Чукотский автономный округ/ Tschukotski awtonomny okrug, tschuktschisch Чукоткакэн автономныкэн округ), auch Tschukotka genannt, ist eine Verwaltungseinheit (Autonomer Kreis) in Russland.

Tschukotka umfasst den äußersten Nordosten Russlands. Es wird durch die Beringstraße von Alaska getrennt. Die Oberfläche ist vorwiegend bergig und besitzt Mittelgebirgscharakter. An den Küsten gibt es mehr oder weniger ausgedehnte Tiefländer (z.B. das Tschaun-Tiefland). Die Bergländer rechnet man zum Ostsibirischen Bergland. Sie umfassen unter anderem den Nordteil des Korjakengebirges, das Anjuigebirge, das Anadyrgebirge bis zur Tschuktschen-Halbinsel, wo im Kap Deschnjow der östlichste Punkt Russlands bzw. Asiens liegt. Die Wrangel-Insel gehört ebenfalls zum Kreis.

Der Kreis liegt fast vollständig nördlich der Baumgrenze und wird von Tundra bedeckt. In den höheren Bergregionen geht sie in eine Frostschuttwüste über. Lediglich in den südlichsten Gebieten des Kreises findet man in geschützten Lagen niedrig wachsende Bäume.

Das Klima ist rau. Die Jahresdurchschnittstemperaturen liegen zwischen -5 und -10°C. Der Winter beginnt im September und endet erst im Mai. Wärmster Monat ist der Juli mit etwa 9°C, kältester der Januar mit -25°C, Minimaltemperaturen von unter -40°C sind möglich. Stürme sind zu jeder Jahreszeit möglich und erreichen oft Orkanstärke.

Tschukotka ist abgelegen und äußerst dünn besiedelt. Infolge des Rückgangs des Goldabbaus hat es in den 1990er-Jahren etwa um die Hälfte seiner Einwohner durch Auswanderung nach Zentralrussland eingebüßt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind Angehörige der indigenen Völker des russischen Fernen Ostens, vor allem Tschuktschen (25.000), daneben Jukagiren (141), Ewenen (1200), Inuit (1.500), Korjaken (78) und Tschuwanen (400). Mit den Kereken, zu denen sich bei der Volkszählung von 2002 nur noch acht Personen (sechs Frauen und zwei Männer) bekannten, ist in dem Gebiet auch das kleinste Volk der russischen Föderation beheimatet. Die Russen (18.800) bilden die größte Minderheit der Bevölkerung, daneben gibt es 600 Weißrussen und 1.600 Ukrainer.

Im Autonomen Kreis der Tschuktschen gibt es 3 Städte und 13 Siedlungen städtischen Typs.

Die städtischen Siedlungen Wstretschny (Встречный), Baranicha (Бараниха), Walkumei (Валькумей) und Krasnoarmejski (Красноармейский) sind inzwischen von ihren Bewohnern verlassen worden und somit zu Geisterstädten geworden.

Die russische Besiedlung begann im 17. Jahrhundert gegen heftigen Widerstand der Tschuktschen, der bis ins frühe 20. Jahrhundert anhielt. Im Jahr 1930 wurde der Autonome Kreis gegründet.

Im Dezember 2000 wurde Roman Abramowitsch mit 92 % aller Stimmen zum neuen Gouverneur gewählt und im Oktober 2005 in diesem Amt bestätigt. Er begann, selbstfinanzierte Lebensmittel, Fertighäuser aus Kanada und Treibstoff in den Autonomen Kreis zu verschiffen. Während sich Abramowitsch bei der einheimischen Bevölkerung aufgrund dieser Maßnahmen hoher Beliebtheit erfreute, sicherte dieser Posten dem in London lebenden Oligarchen den Schutz vor Strafverfolgung (politische Immunität). In neuen russischen Presseberichten über den reichsten Mann des Landes heißt es aber auch vielfach, dass der damalige Präsident Wladimir Putin ihn gebeten habe, sich auf diese Weise um die rückständige Region zu kümmern. Allein die jährlich entrichteten Steuern von Abramowitsch würden den Regionalhaushalt um ein Vielfaches übersteigen. Im Juli 2008 trat Abramowitsch als Gouverneur von Tschukotka zurück; als Nachfolger wurde Roman Kopin ernannt.

Als Grenzgebiet zu den Vereinigten Staaten ist Tschukotka für Ausländer nur mit Sondergenehmigung zu bereisen. Diese muss vom Gouverneur erteilt werden.

Wichtigster Wirtschaftszweig ist immer noch der Goldabbau, obwohl dieser in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Die traditionellen Wirtschaftszweige der Tschuktschen sind Rentierzucht, Pelzfang und auch die Jagd auf Meeressäugetiere.

Einer der wenigen im Ausland bekannten Intellektuellen ist der 1930 in Uelen geborene Schriftsteller Juri Rytchëu, dessen Werke eine Vorstellung vom Leben der indigenen Völker des russischen Fernen Ostens geben.

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Badri Patarkazischwili

Badri Patarkazischwili

Arkadi (Badri) Patarkazischwili (georgisch ბადრი პატარკაციშვილი; * 31. Oktober 1955 in Tiflis; † 12. Februar 2008 in Leatherhead, England) war ein georgischer Geschäftsmann. Der frühere russische Oligarch betätigte sich als Philanthrop und war seit 2004 Präsident des Georgischen Olympischen Komitees und des Georgischen Unternehmerverbandes.

Patarkazischwili legte das Abitur an der Tiflisser 1. Oberschule ab. Danach studierte er an verschiedenen Universitäten. Ab 1988 lebte er in Russland und arbeitete zunächst als Kfz-Mechaniker in einer Reparaturwerkstatt. Ab 1993 war er im Gebiet Moskau gemeldet. 1994 wurde er Assistent des russischen Finanzmoguls Boris Abramowitsch Beresowski. Er saß im Vorstand des Handelsunternehmens LogoVAZ und des Ölkonzerns Sibneft, war Vorstandsvorsitzender des privaten Fernsehsenders TV-6. 1998 wurde er stellvertretender Generaldirektor des halbstaatlichen Fernsehsenders ORT. Dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch war er beim Einstieg in den Aluminiumkonzern RUSAL behilflich.

2000 verlegte Patarkazischwili seinen Wohnsitz nach Tiflis. 2002 gründete er dort die Imedi Media Holding, Eigentümerin der Radiostation Imedi (dt. Hoffnung), des privaten Fernsehsenders Imedi TV, einer Zeitschrift und einer Nachrichtenagentur. Der Sender erhielt eine günstige Frequenz und erreichte ab 2003 90% der georgischen Haushalte. Inzwischen hat er die zweitstärksten Quoten im Lande. Nahe dem Badeort Ureki an der Küste des Schwarzen Meeres errichtete er zwischen 2003 und 2004 eine neue Stadt, die ebenfalls den Namen Imedi trägt.

Patarkazischwili sponserte Georgiens Sport, Kultur und Staat. Er gründete die Badri-Patarkazischwili-Stiftung, die Erdbebenopfer, den georgischen Zirkus, internationale Kulturfestivals, die Renovierung von Kirchengebäuden und die Veröffentlichung wissenschaftlicher Werke finanziert. 2001 erwarb er den Fußballverein Dinamo Tiflis. 2002 unterstützte er die Tiflisser Stadtverwaltung bei der Abzahlung von Schulden bei russischen Energieunternehmen, 2003 stiftete er dem georgischen Innenministerium mehrere Geländewagen und 2005 bezahlte er die Reparatur der Tiflisser Standseilbahn auf den Berg Mtazminda.

Der Geschäftsmann übte verschiedene Ehrenämter aus. Er war Mitglied der International Academy of Television Arts & Sciences, die jährlich die Emmy Award Gala in New York ausrichtet. Seit 2001 war er Präsident des Fußballvereins Dinamo Tiflis, seit 2004 Präsident des Georgischen Olympischen Komitees. Im selben Jahr wurde er zum Präsidenten des Georgischen Unternehmerverbandes gewählt.

Politisch schien Patarkazischwili bis 2002 dem georgischen Präsidenten Eduard Schewardnadse verbunden, der sich öffentlich mehrfach lobend über den Geschäftsmann und seine Projekte geäußert hatte. Im April 2003 äußerte Patarkazischwili Sympathien für die Opposition: Er unterstütze die Ziele der Vereinten Demokraten Surab Schwanias und der Neuen Konservativen Partei Dawit Gamqrelidses. Tatsächlich soll er an viele politische Parteien Spenden zur Absicherung seiner Interessen gegeben haben.

Im Frühjahr 2003 vermittelte er ein Treffen zwischen Schwania und seinem früheren Geschäftspartner Boris Beresowski in London. Es war das erste in einer Reihe, in denen Schwania erfolgreich finanzielle Mittel für die Unterstützung demokratischer Institutionen in der Ukraine und die Kampagne des ukrainischen Präsidentschaftskandidaten Wiktor Juschtschenko einwarb.

Im März 2006 brach Patarkazischwili mit den Organisatoren der Rosenrevolution in Georgien. Er warf der Regierung Saakaschwili vor, über die Steuerbehörde Druck auf die Medien auszuüben. Zugleich enthüllte er die Existenz unkontrollierter Reptilienfonds der georgischen Regierung. Geschäftsleute seien seit 2003 genötigt worden, Beiträge in Form von Geld, Aktien und Sachspenden zu leisten.

Während der Massenproteste in Georgien vom 2. bis 7. November 2007 stellte sich Patarkazischwili auf die Seite der Opposition. Am 2. November sprach er vor mehreren tausend Demonstranten vor dem georgischen Parlamentsgebäude in Tiflis, forderte die Regierung zum Dialog über Neuwahlen auf. Am 7. November leitete der georgische Generalstaatsanwalt ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen des Verdachts eines Putschversuchs ein, das am 21. Dezember eingestellt wurde. Bei den Präsidentschaftswahlen in Georgien 2008 trat Patarkazischwili als Kandidat für das Amt des Staatsoberhauptes an.

Am 24. Dezember 2007 wurden mutmaßliche Bemühungen Patarkazischwilis bekannt, Präsident Saakaschwili mit einem Staatsstreich von Spezialtruppen des Innenministeriums zu stürzen. Irakli Kodua, ein leitender Beamter im Innenministerium, präsentierte öffentlich Audioaufzeichnungen eines angeblich am Vortag stattgefundenen Gesprächs auf Patarkazischwilis Landsitz in Surrey, Großbritannien, in dem jener ihm 100 Millionen US-Dollar für den Sturz Saakaschwilis geboten haben soll, der kurzfristig mit einer Entmachtung des Innenministers beginnen sollte. Das Stadtgericht von Tiflis ordnete am 15. Januar seine Untersuchungshaft an.

Nach Auffassung des Schweizer Bundesamts für Polizeiwesen war Patarkazischwili eine „kriminelle Autorität“ und soll eine Brücke zwischen kriminellen und legalen Strukturen dargestellt haben. Nach Recherchen des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB hatte er enge Verbindungen mit dem führenden georgisch-russischen Kriminellen Otar Kwantrischwili. Kwantarischwili half ihm, 1993 in Moskau Fuß zu fassen. Seit 1998 pflegte er enge Kontakte zu Andrei Konstantinowitsch Lugowoi, der damals Sicherheitschef des privaten russischen Fernsehsenders ORT war.

Seit Juni 2001 wurde er vom russischen Generalstaatsanwalt per Haftbefehl gesucht, weil er einem früheren Aeroflot-Manager zur Flucht aus dem Gefängnis verholfen haben soll. 2002 wurde er in Russland angeklagt, in den Jahren 1994 und 1995 gemeinsam mit Beresowski und der gemeinsamen Firma LogoVAZ 2.033 Autos im Wert von 13 Millionen US-Dollar unterschlagen zu haben, die dem Automobilkonzern AutoVAZ (Lada) gehörten.

Patarkazischwili war mit I.V. Gudawadse verheiratet. Aus der Ehe entstammen die Töchter Liane (* 1980) und Inna (* 1983).

Patarkazischwili starb am 12. Februar 2008 in seinem Landhaus in Leatherhead, Surrey an einem Herzinfarkt. Im Dezember 2007 hatte er einer britischen Tageszeitung gesagt, er rechne mit einem in Georgien geplanten Mordanschlag und hatte zeitweise bis zu 120 Bodyguards beschäftigt. Georgische Oppositionspolitiker vermuteten deshalb zunächst ebenfalls einen Mordanschlag , Untersuchungen britischer Gerichtsmediziner ergaben jedoch eine natürliche Ursache .

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Bruce Buck

Bruce Buck

Bruce M. Buck ist ein US-amerikanischer Unternehmer und Vorstandsvorsitzender des FC Chelsea.

Buck ist geschäftsführender Gesellschafter der amerikanischen Firma Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom LLP, welche eine renommierte Anwaltskanzlei ist. Der Amerikaner ist außerdem Vorstandsvorsitzender des englischen Fußballklubs FC Chelsea. 1983 kam der Unternehmer das erste Mal nach Europa mit der Zweigstelle der Firma White & Case. 1988 wurde Buck von Skadden angeworben, und seitdem arbeitet er dort. Aktuell ist er der Geschäftsführer des Unternehmens in Europa. Zu seinen Kunden gehören unter anderen die Firma Sibneft, welche bis 2006 in den Händen von Roman Abramowitsch war. Durch Abramowitsch kam Buck auch zum FC Chelsea. Der Amerikaner ist schon seit den 1980er Jahren Fan der Blues und besitzt seit Anfang der 1990ern eine Dauerkarte an der Stamford Bridge. Er ist der einzige Aktionär, obwohl er nur eine Aktie besitzt, neben Abramowitsch. Der aktuelle Vorsitzende in Vertretung des Russen zeigt sich selten in der Öffentlichkeit. Buck ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Claudio Ranieri

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Claudio Ranieri (* 20. Oktober 1951 in Rom) ist ein ehemaliger italienischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer.

Seit dem 1. Juli 2007 arbeitet er als Cheftrainer bei Juventus Turin.

Ranieri unterschrieb seinen ersten Profivertrag in seiner Heimatstadt bei der AS Rom. Dort konnte er sich allerdings nicht durchsetzen und nach nur sechs Spielen in der Serie A für Rom ging er zur US Catanzaro, wo er die meiste Zeit seiner Spielerkarriere verbrachte. 1982 verließ er den Verein in Richtung Calcio Catania, von wo er nach zwei Jahren zur US Palermo weiterwechselte. In Palermo beendete Ranieri 1986 seine Karriere als aktiver Fußballspieler schließlich.

In seiner Karriere gelang ihm viermal der Aufstieg in die Serie A. Zweimal mit Catanzaro und jeweils einmal mit Catania und Palermo.

Direkt im Anschluss an seine Spielerkarriere übernahm Claudio Ranieri den italienischen Amateurverein Vigor Lamezia. Später nahm er ein Engagement beim FC Pozzuoli an.

Bei seiner dritten Trainerstation machte sich Ranieri einen Namen, als er den drittklassigen Verein Cagliari Calcio aus der Serie C1 innerhalb von zwei Jahren direkt in die Serie A brachte. Daher wurde er von SSC Neapel verpflichtet. Zwar wurde er mit dem Verein Vierter in der Liga, jedoch wurde sein Vertrag nicht verlängert.

1993 unterschrieb Ranieri beim AC Florenz. Er führte den Verein zurück in die Serie A, 1996 mit zwei Siegen gegen Atalanta Bergamo zum Sieg in der Coppa Italia und anschließend auch zum Triumph im Italienischer Supercup gegen AC Mailand.

1997 wechselte Claudio Ranieri nach Spanien zum FC Valencia. Mit dem Verein schaffte er die Qualifikation für die UEFA Champions League. Er stellte eine erfolgreiche Truppe mit Spielern aus der Jugendabteilung des Vereins, wie zum Beispiel Gaizka Mendieta, Miguel Angulo, Francisco Farinos und David Albelda, aber kaufte auch talentierte Spieler wie Santiago Cañizares oder den argentinischen Stürmer Claudio López ein, die beim Verein groß herauskamen.

Jesús Gil y Gil holte Ranieri 1999 zu Atlético Madrid. Allerdings blieb die Zusammenarbeit erfolglos. Als der Verein nur knapp vor einem Abstiegsplatz stand, entschloss sich Ranieri zur Kündigung und kam damit der Entlassung durch den Präsidenten zuvor.

Am 18. September 2000 wurde Claudio Ranieri als Trainer beim FC Chelsea vorgestellt, obwohl er der englischen Sprachen nicht mächtig war. Er beendete die Saison mit dem Verein auf dem sechsten Platz der Premier League und der Qualifikation für den UEFA-Pokal. Im Sommer 2001 baute er die Mannschaft um und verpflichtete Spieler wie Frank Lampard, William Gallas, Boudewijn Zenden oder Emmanuel Petit. In der Liga erzielte man allerdings wiederum nur einen sechsten Platz, dafür gelang der Einzug ins FA-Cup-Finale, das allerdings mit 0:2 gegen den Ortsrivalen FC Arsenal verloren ging.

Im folgenden Jahr schaffte man die Qualifikation für die UEFA Champions League. Ranieri baute während der Saison Talente wie John Terry, Robert Huth oder Carlton Cole in die Mannschaft ein.

Als dann Roman Abramowitsch 2003 den Verein übernahm, wurde das Budget für Transfers erhöht, und Ranieris Arbeitsplatz stand nun unter besonderer Beobachtung. Vor allem ein Treffen des neuen Klubbesitzers mit dem damaligen Trainer der englischen Nationalmannschaft heizte Gerüchte an, die bis zum Ende der Saison nicht verstummen sollten. Ranieri wurden Ausgaben von über 120 Millionen £ für neue Spieler genehmigt. Darunter waren Transfers von Damien Duff (für den damaligen Vereinsrekord von 17 Millionen £), Wayne Bridge, Joe Cole, Scott Parker, Glen Johnson, Juan Sebastián Verón, Hernan Crespo, Claude Makélélé und Adrian Mutu (der allerdings über eine Kokainaffäre stolpern sollte). Es folgte mit dem zweiten Platz das beste Ergebnis seit der Meisterschaft 1955 in der Liga. Da der Verein aber im Halbfinale der Champions League am AS Monaco gescheitert war, wurde Ranieri durch den Portugiesen José Mourinho ersetzt, dem mit dem FC Porto der Sieg im UEFA-Pokal 2002/03 und in der UEFA Champions League 2003/04 gelungen war.

Im Herbst veröffentlichte Ranieri ein Buch über seine Zeit nach der Übernahme des Vereins durch Abramowitsch. Der Erlös von Proud Man Walking ging an das Londoner Great Ormond Street Hospital.

Im Juni gab der FC Valencia die Rückkehr von Ranieri bekannt. Er wurde Nachfolger von Rafael Benítez, der als Spanischer Meister und Sieger im UEFA-Pokal 2003/04 zum FC Liverpool gewechselt war. Ranieri verpflichtete vier Spieler aus der Serie A, allerdings schafften Marco Di Vaio, Stefano Fiore, Bernardo Corradi und Emiliano Moretti unter seiner Leitung nie den Durchbruch in Spanien. In einer mittelmäßigen Saison – zunächst gelang ein guter Start in der Liga, dann folgte eine lange Talfahrt, in der Champions League gelang ein grandioses 5:1 gegen Inter Mailand - wurde Ranieri für sein Spielsystem und seine Spielerpolitik - er setzte dauerhaft auf die schwächelnden Italiener und verzichtete unter anderem auf Miguel Angulo und Pablo Aimar - kritisiert und im Februar 2005 folgte seine Entlassung, nachdem man im UEFA-Pokal an Steaua Bukarest gescheitert war. Quique Sánchez Flores wurde zu seinem Nachfolger ernannt.

Im Februar 2007 übernahm Ranieri den FC Parma, der von vielen schon als sicherer Absteiger bezeichnet wurde. Er schaffte es, den desolaten Fitnesszustand des Teams wettzumachen und führte die Mannschaft zum Klassenerhalt.

Am 4. Juni 2007 wurde Claudio Ranieri von Juventus Turin als Trainer verpflichtet, die, nach dem Zwangsabstieg wegen des Manipulationsskandals, als Aufsteiger in die Serie-A-Saison gingen. Er erhielt einen Vertrag bis 2010. Bereits nach dem ersten Spieltag stand Ranieri mit Juve, nach einem 5:1 gegen die AS Livorno, auf dem ersten Tabellenplatz. Im Saisonverlauf setzte sich seine Mannschaft in der Spitzengruppe fest und erreichte schließlich den dritten Endrang, der zu einem Platz in der Champions-League-Qualifikation berechtigte.

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Energiewirtschaft Russlands

Die Energiewirtschaft Russlands hat für die Wirtschaft Russlands und für die internationale Energieversorgung herausragende Bedeutung. Russland verfügt insbesondere über große Vorkommen an Erdöl und Erdgas, deren Fördermengen den inländischen Bedarf weit übersteigen und zur Deckung des weltweiten Energieverbrauchs erheblich beitragen. Daneben besitzt Russland bedeutende Vorkommen an Kohle und Uran und verfügt über vielfältige Möglichkeiten zur Nutzung von Wasserkraft zur Erzeugung von Strom.

Zur gesamtwirtschaftlichen Produktion Russlands steuert die Energiewirtschaft zusammen mit den übrigen Rohstoffsektoren nach Schätzungen der Weltbank rund ein Viertel bei. Der Anteil der Energieexporte an den gesamten Warenexporterlösen liegt bei rund zwei Dritteln. Zu den föderalen Staatseinnahmen trägt die Energiewirtschaft etwa die Hälfte bei. Sie hat also entscheidenden Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung Russlands. Dies bedeutet gleichzeitig, dass Russlands Wirtschaft in hohem Maße vom Energiesektor abhängig ist, insbesondere von der Entwicklung des Ölpreises.

Russland ist weltweit größter Exporteur von Erdgas und weltweit zweitgrößter Exporteur von Erdöl. Russlands Bedeutung als Öl- und Gaslieferant ist neben seiner Position als Atommacht Grundlage seines Anspruchs, wieder als Weltmacht anerkannt zu werden.

Will Russland seine Position als „Energie-Supermacht“ bewahren und ausbauen, muss es für eine nachfragegerechte Steigerung seiner Öl- und Gasförderung sorgen. Da die Förderung aus den Feldern in Westsibirien bald zurückgehen dürfte, müssen neue Vorkommen in klimatisch noch schwieriger zu erschließenden Regionen, zum Beispiel auf der Halbinsel Jamal, in Ostsibirien, in der Barentssee und bei der Insel Sachalin erschlossen werden. Dabei ist Russland auf die Zusammenarbeit mit technologisch überlegenen internationalen Energiekonzernen angewiesen.

Im Inland stellt sich vor allem die Aufgabe, Energie sparsamer und effizienter zu verwenden. Preisanhebungen könnten die weitverbreitete Energieverschwendung eindämmen. Die Energiepreise im Inland werden auch allmählich erhöht, entsprechen aber noch längst nicht dem internationalen Energiepreisniveau. In Russland eingesparte Energie könnte exportiert werden.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ging auch die russische Energieproduktion jahrelang drastisch zurück. Insbesondere die Erdöl- und Kohleförderung brachen ein.

Die Produktion von Erdöl halbierte sich von ihrem Ende der 80er Jahre mit rund 575 Millionen Tonnen erreichten Höhepunkt bis Mitte der 90er Jahre fast. In der zweiten Hälfte der 90er Jahre stagnierte sie bei gut 300 Millionen Tonnen pro Jahr. Seither stieg sie dank kräftig erhöhter Investitionen und dem Einsatz moderner Technologien in den mittlerweile weitgehend privatisierten Ölunternehmen bis 2004 um rund die Hälfte. Der rasche Anstieg des Ölpreises schuf dafür die finanzielle Basis.

2005 schwächte sich der Anstieg der Förderung allerdings auf nur noch 2,4 % ab, deutlich weniger als die Förderung in den fünf Jahren zuvor gestiegen war (rund + 8 Prozent jährlich). 2006 blieb das Wachstum ähnlich schwach (+ 2,1 %). Mit rund 480 Millionen Tonnen war die Förderung 2006 noch knapp ein Fünftel niedriger als Ende der 80er Jahre.

Die russische Erdgasförderung stieg 2005 noch schwächer als die Ölförderung um 0,5 % auf 636 Mrd. Kubikmeter. 2006 nahm sie jedoch um rund 3 % auf rund 656 Mrd. Kubikmeter zu. Davon förderte OAO Gazprom mit 556 Mrd. m³ rund 85 %.

Die Erdgasförderung ist seit 1998 zwar deutlich schwächer gestiegen als die Erdölproduktion. Sie war aber zuvor nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Vergleich mit der Erdöl- und Kohleproduktion auch nur wenig gesunken. Seit 2003 überschreitet sie ihren bisherigen Anfang der 90er Jahre erreichten Höchststand wieder.

Die Förderung von Kohle, die ähnlich stark wie die Ölproduktion von rund 400 Millionen Tonnen in den 80er Jahren auf nur noch 233 Millionen Tonnen im Jahr 1998 einbrach, erholt sich zwar ebenfalls, lag 2006 mit rund 315 Mio. t aber noch gut ein Fünftel unter dem Niveau der 80er Jahre.

Russische Kohle hat allerdings für den internationalen Energiemarkt auch weitaus geringere Bedeutung als russisches Erdgas und Erdöl. Bei Berücksichtigung der russischen Kohleimporte wird netto nur rund ein Zehntel der Kohleförderung exportiert.

Die Produktion von elektrischem Strom wächst seit 1999 ebenfalls wieder. 2006 erreichte sie rund 991 Mrd. Kilowattstunden. Sie war damit noch etwas niedriger als 1990 (1.080 Mrd. Kilowattstunden).

Mit Öl-, Erdgas- oder Kohle betriebene Wärmekraftwerke stellten 2006 rund 67 % der gesamten Stromproduktion. Auf Wasserkraftwerke entfiel rund ein Fünftel, auf Kernkraftwerke rund ein Sechstel der Stromerzeugung.

Die russische Regierung plant, den Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung bis 2020 auf etwa ein Drittel zu verdoppeln, um noch mehr Erdöl- und Erdgas exportieren zu können. Auch der Kohleanteil soll steigen.

Mit Abstand wichtigster Energieträger zur Deckung des russischen Primärenergieverbrauchs ist Erdgas, dessen Anteil am Primärenergieverbrauch bei gut der Hälfte liegt. Er ist in den letzten 15 Jahren gestiegen, während der Anteil des Erdöls als zweitwichtigster Primärenergieträger auf rund ein Fünftel zurückging.

Die Energieintensität der russischen Wirtschaft, also die Energiemenge, die zur Produktion einer Einheit der gesamtwirtschaftlichen Produktion erforderlich ist, ist mehr als dreimal so hoch wie im EU-Durchschnitt, obwohl sie von 2000 bis 2004 um 21 % gedrückt wurde. Wirtschaftszweige mit hoher Energieintensität wuchsen langsamer als solche mit niedriger Energieintensität.

Durch Maßnahmen für einen effizienteren Energieeinsatz könnten aber noch rund 30 bis 40 % der in Russland verbrauchten Energie eingespart werden, erklärte Industrie- und Energieminister Wiktor Christenko anlässlich eines deutsch-russischen Energieforums im Frühjahr 2007. Allerdings benötige Russland dafür den Zugang zu modernen Technologien, Materialien und Ausrüstungen. Gründe für die hohe Energieintensität der russischen Wirtschaft seien die ungünstigeren klimatischen Bedingungen in Russland (strenge Winter), der höhere Anteil der Industrie an der Entstehung des Bruttoinlandsproduktes (60 %) und die technisch veralteten Stromerzeugungskapazitäten. Das reicht zur Erklärung aber nicht aus.

Wichtigster Schritt zu mehr Energieeffizienz in Russland wäre eine Anhebung der Binnenmarktpreise für Strom und Wärme. Die niedrigen Energiepreise in Russland, die aus der Preispolitik in der Zeit der Sowjetunion herrühren, spiegeln nicht die tatsächlichen Kosten wider.

Durch eine Anhebung der Energiepreise könnten Einsparungen und Investitionen in Ressourcen schonende Technologien stimuliert werden. Russlands Regierung hat das inzwischen erkannt. So sollen die Gaspreise für einheimische Verbraucher von rund 55 $ je 1000 Kubikmeter schrittweise auf 125 $ erhöht werden.

Für mögliche Einsparungen bietet zum Beispiel der Gebäudesektor reiches Anschauungsmaterial. Unzureichende Wärmedämmung, undichte Fenster und ineffiziente Lüftungssysteme sind bislang Schwachpunkte vieler Häuser. Bei staatlichen Wohnungsbauprogrammen in den Jahren der Sowjetunion ging es in erster Linie um die Zahl der gebauten Quadratmeter und die Einhaltung von Terminen, nicht um die Qualität der Wohnungen. Die Wärmedämmung wurde vernachlässigt, Heizungen nicht regelbar ausgeführt. Man findet in russischen Plattenbauwohnungen oft gar keine Heizkörper. Ihre Funktion erfüllen Rohre, die in die Wände einbetoniert sind. Die Wassertemperatur in den Heizungsrohren wird zentral für alle Wohnungen in einem Heizwerk der Wetterlage angepasst. Da es bei diesem System kaum möglich ist, die Wärme gleichmäßig über alle Wohnungen zu verteilen, müssen einige Familien chronisch frieren bzw. mit elektrischen Geräten oder dem Backofen nachheizen, während andere den ganzen Winter mit geöffneten Fenstern leben.

Mangels Messgeräten bezahlen auch heute noch viele Haushalte Wasser, Gas, Heizwärme und manchmal sogar Strom mit Monatspauschalen. Da letztere von den meisten Menschen als „sowieso zu hoch“ empfunden werden, möchte jeder dann wenigstens möglichst viel davon haben, was wiederum den Verbrauch anheizt und zu steigenden Pauschalen führt: ein Teufelskreis der Energieverschwendung wird in Gang gesetzt.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) schätzt, dass in Russland bei einer Modernisierung des Wohnbestandes nach westeuropäischen Standards jährlich Brennstoffe im Äquivalent von 72 Mrd. Kubikmetern Erdgas eingespart werden könnten. Das entspricht der Hälfte der russischen Gasexporte.

Beim Erdgas lag Russland 2006 als Produzent im internationalen Vergleich mit Abstand an erster Stelle. Trotz des hohen inländischen Erdgasverbrauchs und einer Exportquote von nur rund 30 Prozent der Erdgasförderung war Russland auch weltweit größter Erdgasexporteur.

Beim Erdöl war Russland 2006 nach Saudi-Arabien weltweit zweitgrößter Produzent und Exporteur. Rund 51 Prozent der Rohölförderung wurden exportiert, einschließlich des Exports von Mineralölprodukten gingen 73 Prozent der Rohölförderung ins Ausland.

Russland verfügt mit rund einem Drittel der weltweiten Erdgasreserven im internationalen Vergleich mit Abstand über die höchsten sicher gewinnbaren Erdgasreserven. Russland wird deswegen auch künftig eine führende Position im Welterdgashandel einnehmen.

Die sicher gewinnbaren Erdölreserven Russlands sind international nicht von so herausragender Bedeutung. Sie machen „nur“ rund 5 % der weltweiten Reserven aus. Künftige Steigerungen der Ölproduktion, mit denen einigen Prognosen zufolge zumindest noch bis etwa 2015 zu rechnen ist, dürften aber weitgehend in den Export fließen können und so weiterhin zur Deckung der wachsenden weltweiten Nachfrage beitragen können. Der Mineralölverbrauch im Inland wird voraussichtlich trotz starken Wirtschaftswachstums und rasch zunehmender Motorisierung aufgrund der großen Einsparmöglichkeiten kaum steigen. Er hat schon während der zurückliegenden Phase der Produktionserholung seit Mitte der 90er Jahre kaum zugenommen, sondern auf gedrücktem Niveau annähernd stagniert.

Die russische Erdölförderung dürfte künftig jedoch deutlich weniger stark zunehmen als in den letzten Jahren. Auch die Erdölexporte werden voraussichtlich langsamer wachsen, nachdem sie in den letzten 5 Jahren fast verdoppelt wurden. Russland hat damit einen großen Teil des Wachstums des weltweiten Ölverbrauchs gedeckt. Sein Anteil an den weltweiten Ölexporten ist gestiegen. Mittel- und langfristig dürfte dieser Anteil aber wieder sinken, während das Gewicht der OPEC-Staaten, die über wesentlich höhere Reserven verfügen, im weltweiten Ölhandel zunehmen wird.

Eine wichtige Rolle beim internationalen Vertrieb von russischem Öl und Gas spielt das in der Schweiz registrierte Unternehmen Gunvor.

Nach Angaben der russischen Statistikbehörde Rosstat steuerten Unternehmen, die im Bereich der Förderung von Rohstoffen tätig waren, also insbesondere die Erdöl- und Erdgasförderunternehmen, 2004 zwar nur 7,7 % zur gesamtwirtschaftlichen Produktion, dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), bei. Demgegenüber entfielen auf den Handels- und Dienstleistungssektor insgesamt knapp 60 %, darunter auf den Handelsbereich allein 21,3 %.

Nach Einschätzung der Weltbank dürfte die amtliche Statistik den Anteil des Rohstoffsektors jedoch zu niedrig und den Anteil des Handels zu hoch ausweisen, da die russischen Rohstoffkonzerne durch Anwendung interner Verrechnungspreise Wertschöpfung aus dem Rohstoffbereich auf den Handelsbereich verlagern – insbesondere um Steuern zu sparen. Die Weltbank schätzt, dass tatsächlich rund ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Produktion vom Rohstoffsektor gestellt wird.

Seit Ende der 90er Jahre ist die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Energiewirtschaft mit der kräftigen Erholung der Erdölförderung und der annähernden Verdoppelung der Ölexporte bei steigenden Ölpreisen weiter gestiegen.

Der Anteil des Exports von Erdöl, Mineralölprodukten und Erdgas an den gesamten Warenausfuhren stieg nach Angaben der russischen Zentralbank 2006 auf rund 63 % (2005: 61 %).

Auch die Entwicklung der russischen Staatsfinanzen ist in hohem Maße von den Steuern und Abgaben des Energiesektors abhängig. Nach Angaben der Bundesagentur für Außenwirtschaft trug die Energiewirtschaft 2006 rund die Hälfte zu den föderalen Staatseinnahmen bei. Die derzeitigen hohen Überschüsse im russischen Staatshaushalt sind den Einnahmen aus dem Energiesektor zu verdanken. Ohne sie würde der Gesamthaushalt als „Non Oil Balance“ nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds vom Oktober 2007 beträchtliche Defizite ausweisen (2006: 4,4 % des Bruttoinlandsprodukts; 2007: 5,3 % des BIP).

Die dank hoher Erlöse aus dem Energieexport reichlich zufließenden Devisen bringen die russische Geld- und Wechselkurspolitik in einen Zielkonflikt. Versucht die Zentralbank, die Aufwertung des Rubel durch den Aufkauf von ausländischen Währungen zu dämpfen, um so eine allzu rasche Verschlechterung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit russischer Unternehmen auf dem Weltmarkt zu vermeiden, steigt die Geldmenge und damit das Inflationspotential. Manche Beobachter meinen, dass die Wettbewerbsfähigkeit russischer Wirtschaftszweige außerhalb der Energiewirtschaft durch die laufende Aufwertung bereits beeinträchtigt wird, Russland an der sogenannten „holländischen Krankheit“ leidet.

Zur Vorsorge für einen Ölpreisverfall hat die Regierung Anfang 2004 einen „Stabilisierungsfonds“ errichtet.

Grundidee des Fonds ist, dass die Ausgaben der russischen Regierung einem von der Regierung festgesetzten Ölpreis (2007: 27 $) entsprechen sollen. Einnahmen, die aufgrund eines höheren Ölpreises dem Staat zufließen, sollen in den Fonds eingestellt werden. Sinkt der Ölpreis unter 27 $, sollen die staatlichen Ausgaben durch die Entnahme von Mitteln aus dem Fonds stabilisiert werden können, falls der Fonds einen Mindestbestand von 500 Mrd. Rubel erreicht hat.

Anfang November 2007 erreichte der Bestand des Fonds rund 3.649 Mrd. Rubel oder rund 12 % des 2007 erwarteten Bruttoinlandsprodukts. Sein Wert entsprach rund 148 Mrd. Dollar.

Im Februar 2008 wird der Fonds, der dann auch aus Steuer- und Zolleinnahmen aus dem Gasbereich gespeist werden soll, in „Öl- und Gasfonds“ umbenannt und in einen „Reservefonds“ und einen „Wohlstandsfonds“ geteilt werden. Der Reservefonds soll Finanzmittel im Werte von bis zu 10 % des Wertes der gesamtwirtschaftlichen Produktion umfassen. Wie der bisherige Stabilisierungsfonds soll der Reservefonds mit dem Ziel höchstmöglicher Sicherheit und Liquidität investiert werden. Die 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts übersteigenden Mittel werden einem neuen „Wohlstandsfonds“ zugewiesen. Die Mittel im Wohlstandsfonds plant die russische Regierung risikoreicher mit dem Ziel einer höheren Kapitalrendite auf den internationalen Kapitalmärkten anzulegen.

Entsprechend der hohen gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Energiewirtschaft ist die ordnungspolitische Gestaltung des Energiesektors ein Schwerpunkt der russischen Wirtschaftspolitik. Nachdem unter Präsident Jelzin der weit überwiegende Teil der Ölindustrie privatisiert worden und für ausländische Unternehmen geöffnet worden war, verfolgt Präsident Putin das Ziel, die Ergebnisse der Liberalisierungspolitik Jelzins zumindest teilweise zu korrigieren und in der Energiewirtschaft als „strategisch wichtigem Wirtschaftszweig“ eine beherrschende Stellung des Staates zu sichern.

In der Ölwirtschaft war im Zuge der Privatisierung unter Präsident Jelzin die ehemalige staatliche Monopolgesellschaft aufgespalten worden. Die Betriebe gingen fast vollständig in das Eigentum weniger Oligarchen über. Der staatlichen Gesellschaft Rosneft verblieb nur ein sehr kleiner Teil der Ölwirtschaft. Besonders bekannt von den neuen Oligarchen im Ölbereich wurden Michail Chodorkowski, der den Jukos-Konzern gründete, Roman Abramowitsch (Sibneft), Wagit Alekperow (Lukoil), Wladimir Potanin (Sidanko) und Wiktor Wechselberg (TNK-BP).

Anders als in der Ölwirtschaft wurden die staatlichen Unternehmen der Erdgas- und Stromwirtschaft, die als leitungsgebundene Betriebe oft als sogenannte „natürliche Monopole“ bezeichnet werden, nur zu einem geringen Teil privatisiert. Im Erdgasbereich konnten so neben der marktbeherrschenden staatlichen Gesellschaft Gazprom kleinere private Erdgasunternehmen gegründet werden, zum Beispiel Novatek und Surgutneftegas). In der Stromwirtschaft behielt die staatliche EES Rossii (РАО "ЕЭС России")(häufig als RAO UES oder Unified Energy System bezeichnet) ihre führende Stellung.

Unter Präsident Jelzin wurde die russische Energiewirtschaft außerdem für Investitionen ausländischer Unternehmen geöffnet. Konzerne wie BP, Royal Dutch Shell, ExxonMobil, ConocoPhillips, Chevron und die deutschen Unternehmen Ruhrgas AG und BASF AG erwarben Beteiligungen, Förderlizenzen oder gründeten Gemeinschaftsunternehmen mit russischen Partnern.

Unter Präsident Putin sind Reformen, die zu mehr Markt und Wettbewerb in der Energiewirtschaft führen, bisher nur im Strombereich erkennbar. Unified Energy System (UES), deren Vorstandsvorsitzender Anatoli Tschubais ist, der unter Jelzin für die Privatisierung der russischen Wirtschaft verantwortlich war, soll in ein Unternehmen zum Betrieb des nationalen Stromnetzes und regionale Produktions- und Verteilungsgesellschaften aufgespalten werden. Bisher hält der Staat aber noch rund 53 % der Aktien von UES.

Im Gas- und Ölbereich sind demgegenüber deutliche Tendenzen zu einer „Renationalisierung“ zu beobachten. Seitdem Regierung und Justiz 2003 begannen, gegen den Ölkonzern Jukos des Oligarchen Michail Chodorkowski vorzugehen, zeigt sich, dass die russische Führung offenbar entschlossen ist, ihre Position im Ölsektor wieder zu verstärken. Ausländische Unternehmen sollen in der Energiewirtschaft als einem „strategisch wichtigen Sektor“ keinen bestimmenden Einfluss gewinnen dürfen. Die hälftige Beteiligung der britischen BP am Ölunternehmen TNK-BP scheint ein Ausnahmefall zu bleiben.

Die Renationalisierungspolitik Putins zeigt sich zum einen im Kauf von privaten Unternehmen durch die Staatskonzerne Rosneft und Gazprom. Außerdem fordert die russische Regierung die Beteiligung von Rosneft und Gazprom an Konsortien, die Lizenzen zur Erschließung von Öl- und Gasfeldern erhalten haben. Nach Meinung vieler Beobachter geht die Regierung dabei mit „Tricks und Druck“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) vor.

Ende 2004 kaufte der staatliche Ölkonzern Rosneft für rund 9,4 Mrd. $ die größte Fördergesellschaft des privaten Ölkonzerns Jukos, nachdem russische Finanzbehörden Jukos mit Steuernachforderungen von rund 28 Mrd. $ zum Verkauf gezwungen hatten. Im Frühjahr 2007 ersteigerte Rosneft weitere bedeutende Teile des Jukos-Konzerns. Rosneft wurde nach diesen Übernahmen 2007 wieder zum größten russischen Ölproduzenten.

Die führende russische Erdgasgesellschaft Gazprom, auf die 2006 rund 85 % der Gasförderung entfielen, will die russische Regierung zu einem Energiekonzern mit staatlicher Mehrheitsbeteiligung umgestalten, der auch in anderen Zweigen der Energiewirtschaft, insbesondere im Ölbereich, über beachtenswerte Marktanteile verfügt. Dazu hat die Regierung über ihre Ölgesellschaft Rosneft ihren Anteil am Gazprom-Aktienkapital Mitte 2005 auf 50 % zuzüglich einer Aktie aufgestockt.

Im Oktober 2005 übernahm Gazprom für 13,1 Mrd. $ fast drei Viertel des Ölkonzerns Sibneft. Sibneft gehörte mehrheitlich dem Oligarchen Roman Abramowitsch. 2004 förderte Sibneft 34 Mio. t Rohöl und war damit fünftgrößte Fördergesellschaft.

Insbesondere aufgrund der Übernahmen von Jukos und Sibneft durch Rosneft und Gazprom kontrollierte der Staat im Frühjahr 2007 wieder rund 40 % der russischen Ölförderung.

Bei der Neuverhandlung des Abkommens mit einem Konsortium zur Erschließung des Vorkommens Sachalin 2 erreichte die russische Regierung Ende 2006 eine Aufnahme von Gazprom als Mehrheitsgesellschafter in das Konsortium, nachdem sie dem Konsortium wegen Verstößen gegen Umweltschutzvorschriften mit einem Entzug der Lizenz gedroht hatte.

Auch bei der Erschließung des großen Kowykta-Gasfeldes in Ostsibirien, für die das Unternehmen TNK-BP, an dem BP zur Hälfte beteiligt ist, eine Lizenz erhalten hatte, wurde eine Beteiligung von Gazprom durchgesetzt. Zuvor hatte die Regierung dem Konsortium einen Entzug der Lizenz angedroht, weil das Feld weniger rasch als vereinbart erschlossen würde.

Parallel zu diesen Renationalisierungsmaßnahmen strebt die russische Energiepolitik aber weiterhin an, dass ausländische Unternehmen in die russische Energiewirtschaft investieren, insbesondere um ihr technisches Wissen bei der oft sehr schwierigen Erschließung der Lagerstätten zu nutzen.

Minderheitsbeteiligungen ausländischer Unternehmen bleiben möglich. Mitte April 2005 vereinbarte Gazprom mit der deutschen Wintershall AG, einer Tochtergesellschaft der BASF, eine gemeinsame Gesellschaft zur Förderung von Erdgas in Westsibirien im Feld Yushno Russkoje. Wintershall wird daran direkt mit 50 % minus eine Aktie beteiligt. Im Gegenzug wurde die Gazprom-Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Wingas, das Erdgas in Deutschland verkauft, von 35 % auf 50 % minus 1 Aktie aufgestockt.

Außerdem hat die russische Regierung im Sommer 2006 rund 15 % des Aktienkapitals des staatlichen Ölkonzerns Rosneft über verschiedene Wertpapierbörsen verkauft. Mit den Einnahmen aus dem Börsengang (rund 10,4 Milliarden US-Dollar) löste Rosneft unter anderem einen Kredit über 7,5 Mrd. US-Dollar ab, mit dem der Konzern der Regierung den Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an Gazprom finanziert hatte. Große Rosneft-Aktienpakete wurden unter anderem vom malaysischen Ölkonzern Petronas, BP und der chinesischen Staatsgesellschaft China National Petroleum Corporation erworben.

Bei aller Einigkeit über die „strategische Bedeutung“ der Energiewirtschaft zeigen sich in der Energiepolitik aber auch Gegensätze verschiedener Fraktionen innerhalb der Regierung. Die sogenannten „Silowiki“, Regierungsmitglieder, die zumeist früher im Geheimdienst gearbeitet haben und für starke Eingriffe des Staates in die Wirtschaft plädieren, und die sogenannten „Liberalen“, die eher marktwirtschaftlich orientiert sind, verfolgen unterschiedliche Konzeptionen und Ziele. Dabei scheinen auch finanzielle Interessen der beteiligten Politiker eine Rolle zu spielen.

Igor Setschin, der Leiter der Präsidialkanzlei, gilt als Chef der "Silowiki". Er ist Aufsichtsratsvorsitzender des staatlichen Ölkonzerns Rosneft. Als früherer Geheimdienstmitarbeiter hat er Präsident Putin vom Bürgermeisteramt in St. Petersburg bis in den Kreml begleitet.

Dmitri Anatoljewitsch Medwedew, bis November 2005 Leiter der Präsidialverwaltung und jetzt Erster Stellvertretender Ministerpräsident, gilt als Chef der Liberalen im Kreml. Medwedew steht dem Aufsichtsrat der Gazprom vor.

Der Plan zur Zerschlagung des Jukos-Konzerns, der 2004 noch größter Ölproduzent Russlands war, stammt von Setschin – so der Moskauer Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt“, Jens Hartmann, unter Berufung auf Mitarbeiter Setschins. Die Produktion von Rosneft, der einzigen Ölproduktionsgesellschaft, die nach der weitgehenden Privatisierung der Ölproduktionsgesellschaften völlig in staatlicher Hand verblieben ist, rangierte 2004 noch weit hinter der der führenden Ölproduzenten Jukos und Lukoil. Nach der Zerschlagung des Jukos-Konzerns machte Rosneft 2005 durch die Übernahme von Juganskneftegas (JNG), der größten Produktionsgesellschaft des Jukos-Konzerns, in der Rangliste der russischen Ölproduzenten einen großen Sprung nach oben und belegt jetzt Platz drei. Dabei sollte es nach den Vorstellungen der Gazprom-Führung und ihres Aufsichtsratsvorsitzenden Medwedew, die auch von Präsident Putin unterstützt wurden, aber nicht bleiben. Rosneft sollte mit Gazprom zu einem den Erdöl- und Erdgasbereich übergreifenden Energiekonzern fusionieren. Dagegen hat sich Setschin offenbar erfolgreich gewehrt und die Eigenständigkeit von Rosneft gesichert.

Die Episode zeigt nach Einschätzung mancher Beobachter, dass auch Putin seine Vorstellungen nicht immer durchsetzten kann. Beim Verzicht auf eine Fusion von Gazprom mit Rosneft könnte aber auch eine Rolle gespielt haben, dass Rosneft die Jukos-Fördergesellschaft Anfang 2005 auf juristisch angreifbare Weise übernommen hat. Möglicherweise wollte die russische Führung nicht riskieren, dass deswegen vor internationalen Gerichten gegen Gazprom vorgegangen werden könnte.

Insbesondere bei Energielieferungen in Staaten, die früher zur Sowjetunion oder zum Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW), gehörten, gab es in den letzten Jahren wiederholt Konflikte.

Zum einen ging es dabei um die Preise für russische Energielieferungen. Die früheren Sowjetrepubliken wurden von Russland mit Erdgas und Erdöl zu Preisen weit unter dem Weltmarktniveau beliefert. Eine Einigung über eine Anhebung der Preise erwies sich zum Beispiel mit der Ukraine und Weißrussland als sehr schwierig.

Zum anderen ergaben sich wiederholt Probleme bei der Durchleitung russischer Gas- und Ölexporte zu den Hauptabnehmerstaaten in Westeuropa.

Russland will die Risiken von Versorgungsstörungen bei Konflikten mit Transitstaaten wie der Ukraine, Polen und den baltischen Staaten, möglichst weitgehend vermeiden. Um unabhängiger von Transitstaaten zu sein, diversifiziert es die Transportmöglichkeiten.

Für den Erdölexport baut Russland Häfen für den Export über die Ostsee und den Pazifik aus. Die Möglichkeiten für den Ölexport von der russischen Schwarzmeerküste verbessert es durch seine Beteiligung am Bau einer Ölpipeline zwischen der bulgarischen Schwarzmeerküste und der griechischen Ägäis, die den Transport durch den Bosporus ersetzt.

Beim Erdgas schafft es mit der „Nord Stream“-Erdgasleitung von der russischen Ostseeküste durch die Ostsee nach Deutschland eine direkte Verbindung zu seinen Abnehmern in Westeuropa. Der zwischen Gazprom und dem italienischen Energiekonzern ENI 2007 vereinbarte Bau der South Stream-Erdgasleitung durch das Schwarze Meer vom russischen Noworossisk nach Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste soll die Möglichkeiten zur Lieferung von russischem Erdgas nach Süd- und Südosteuropa erweitern. Damit verbessert Russland gleichzeitig seine Verhandlungsposition gegenüber den bisherigen Transitländern.

Seit 1995 gingen die in der staatlichen Holding Rosneft zusammengefassten russischen Ölunternehmen vielfach in das Eigentum von Banken und Oligarchen über. Um Kredite zu erhalten, verpfändete die russische Regierung in zweifelhaften Verfahren ("Loans-for-Shares") ihre Anteile an den Ölunternehmen. Da sie die Kredite regelmäßig nicht zurückzahlte, verlor sie das Eigentum. Nur die Ölgesellschaft Rosneft blieb vollständig in Staatsbesitz.

Die Konzentration der Förderung auf die größten Fördergesellschaften nahm im Zuge der Erholung der Förderung seit 1999 zu. Ende 2003 entfielen rd. 75 % der russischen Förderung auf nur 5 private Unternehmen. Mit Abstand größte Fördergesellschaften waren 2003 mit einem Anteil von jeweils rund einem Fünftel an der Gesamtförderung die Gesellschaften Jukos und Lukoil. Staatliche Ölgesellschaften stellten 2003 nur rund 12 % der russischen Ölförderung.

Oktober 2005: Gasprom übernimmt für rund 13 Mrd. Dollar fast drei Viertel der Ölgesellschaft Sibneft. Gasprom wird damit – vergleichbar mit den internationalen Energiekonzernen ExxonMobil, Shell und BP – über den Gasbereich hinaus verstärkt auch im Ölbereich aktiv, profiliert sich zunehmend als Mehrsparten-Energiekonzern, was sich auch beim Erwerb von Beteiligungen an Kohleunternehmen zeigte.

Dezember 2006: Gasprom übernimmt die Mehrheit am Gas- und Ölprojekt Sachalin 2 für rund 7,5 Mrd. Dollar, dem einzigen verbliebenen Projekt mit ausschließlich ausländischen Unternehmen (Royal Dutch Shell und den japanischen Unternehmen Mitsui und Mitsubishi).

Roland Götz, Russlandexperte der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik, kam Anfang 2006 zwar noch zu dem Schluss, die russische Erdölwirtschaft weise eine „noch „gesunde“ Mischung von privaten, staatlichen und ausländischen Unternehmen“ auf.

2006 entfielen aber bereits insgesamt rund 27 Prozent der russischen Ölförderung auf Rosneft (17 Prozent) und Gazprom (10 Prozent). Zuzüglich der Förderung der Gesellschaften Tatneft und Baschneft, die unter Verwaltung der Behörden von Tatarstan und Baschkirien stehen, erreichte der Staatsanteil 35 Prozent der russischen Ölförderung. Gegenüber 2003 hat sich der Produktionsanteil der staatlichen Ölgesellschaften etwa verdreifacht.

Rosneft lag 2006 nach der Übernahme der größten Fördergesellschaft des Jukos-Konzerns mit einer Förderung von rund 82 Millionen Tonnen nur noch wenig hinter der privaten Gesellschaft Lukoil (90 Mio. t). TNK-BP fiel auf den dritten Platz zurück (72 Mio. t).

Nachdem Rosneft im Frühjahr 2007 bei Auktionen weitere Jukos-Produktionsgesellschaften ersteigert hat, dürfte die Rosneft-Ölförderung 2007 über 100 Millionen Tonnen steigen. Der –Staatsanteil an der russischen Ölförderung wird voraussichtlich knapp 40 Prozent erreichen.

Die Entwicklung der russischen Ölindustrie verläuft aber nicht ausschließlich in Richtung „Renationalisierung“. So hat der russische Staat Ende September 2004 seine restlichen Anteile an der größten Ölgesellschaft Lukoil (7,59 %) für knapp 2 Mrd. $ an den amerikanischen Ölkonzern ConocoPhillips verkauft. Ende 2005 wurde auch die Begrenzung des Aktienanteils von Ausländern an Gasprom auf höchstens 20 % aufgehoben.

Zudem streben Rosneft und Gasprom eine enge technische Zusammenarbeit mit internationalen Energiekonzernen an. „Strategische Partnerschaften“, auch zur Zusammenarbeit bei Projekten außerhalb Russlands, wurden vereinbart.

Die sicher gewinnbaren Erdölreserven liegen bei 7 Milliarden Tonnen (rund 10 % der weltweiten Erdölreserven).

Die russische Ölförderung schwankte in den letzten 20 Jahren sehr stark.

Nachdem sie Ende der 80er Jahre – kurz vor der Auflösung der Sowjetunion - ihren Höhepunkt mit rund 575 Millionen Tonnen überschritten hatte, halbierte sie sich bis Mitte der 90er Jahre fast. Ursachen dafür waren der Rückgang der Nachfrage infolge des Einbruchs der gesamtwirtschaftlichen Produktion nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion, aber auch organisatorische Schwierigkeiten bei der Privatisierung der Erdölindustrie.

In der zweiten Hälfte der 90er Jahre stagnierte die Förderung bei gut 300 Millionen Tonnen.

Von 1999 bis 2004 stieg sie dank drastisch erhöhter Investitionen und dem Einsatz moderner Technologien in den mittlerweile weitgehend privatisierten Ölunternehmen um insgesamt rund 50 Prozent auf 459 Mio. t im Jahr 2004.

2005 schwächte sich der Anstieg der Förderung allerdings auf nur noch 2,4 % ab, deutlich weniger als die Förderung in den fünf Jahren zuvor gestiegen war (rund + 8 Prozent jährlich). 2006 blieb das Wachstum ähnlich schwach (+ 2,1 %).

Die Internationale Energieagentur (IEA) stellte bereits in ihrem im Oktober 2004 veröffentlichten „World Energy Outlook“ fest, dass die Möglichkeiten, die Produktion kurzfristig und zu niedrigen Kosten zu erhöhen, weitgehend ausgeschöpft seien. Das russische Wirtschaftsministerium legt einem im Juli 2007 veröffentlichten Szenario bis 2020 nur noch einen moderaten Anstieg um rund 2 % jährlich zugrunde.

Die Einschätzungen für die Entwicklung nach 2010 gehen weit auseinander.

Erdöl trägt rund ein Fünftel zum Primärenergieverbrauch bei. Es stellt den zweithöchsten Anteil nach Erdgas.

Da der Ölverbrauch innerhalb Russlands seit dem 1998 erreichten Tiefpunkt bis 2005 nur sehr schwach zunahm, wurde der Zuwachs der Ölförderung fast vollständig exportiert. Ein Anreiz für die Erhöhung der Exporte war auch der Anstieg des Ölpreises auf dem Weltmarkt.

Das wachsende Ölangebot aus Russland und den übrigen Staaten der früheren Sowjetunion dämpfte den weltweiten Anstieg der Ölpreise.

Von 1999 bis 2004 hat Russland seine Ölexporte von 135 Millionen Tonnen auf 254 Millionen Tonnen gesteigert, also in nur 5 Jahren fast verdoppelt. Der Vorsprung Saudi-Arabiens als weltweit größtes Ölexportland schmolz rasch.

2005 änderten sich die Trends: Der Erdölexport war mit 251 Millionen Tonnen um gut 1 % niedriger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg aber die Ausfuhr von Mineralölprodukten aus Russland dem Volumen nach um rund 14 %. Als Ursache nennt die Bundesagentur für Außenwirtschaft, dass die Exportzölle auf Rohöl stärker als die Exportzölle auf Erdölprodukte angehoben wurden.

2006 nahm der Erdölexport weiter um rund 2 % ab, die Ausfuhr von Produkten stieg um rund 7 %.

Einschließlich des Exports von Mineralölprodukten gingen rund 73 % der Rohölförderung ins Ausland.

Das starke Wachstum der Erdölexporte bis 2004 wurde durch fehlende Transportkapazitäten begrenzt. Durch das Pipelinesystem der staatlichen Transportgesellschaft Transneft, die ein Monopol für den Transport von Erdöl besitzt, konnte zum Beispiel von 2000 bis 2003 nur rund ein Drittel des Exportzuwachses um rd. 40 % transportiert werden, obwohl insbesondere das Baltic Pipeline System (BPS) für die Ausfuhr über die Ostsee ausgebaut wurde. Um die Ausfuhr von 2000 bis 2004 fast zu verdoppeln, musste auch die – erheblich teurere - Ausfuhr per Eisenbahn sehr stark ausgeweitet werden.

Die Investitionen der staatlichen Monopolgesellschaften zum Transport von Rohöl (Transneft) und Mineralölprodukten (Transnefteprodukt), deren Zusammenschluss in einer Gesellschaft die Regierung beschlossen hat, sind bereits in den letzten Jahren deutlich erhöht worden. Den Investitionsbedarf für den Ausbau von Pipelinesystemen und Hafenanlagen im Zeitraum 2005 bis 2010 veranschlagt das russische Energieministerium auf insgesamt rund 13 Mrd. $ (zu Preisen des Jahres 2000).

Die russische Regierung will die Ölexporte regional stärker diversifizieren. Neben dem Ausbau der Transportsysteme für Lieferungen nach Ost- und Westeuropa sind auch Projekte zur Deckung des wachsenden Ölbedarfs in Asien und den USA geplant. Gleichzeitig strebt sie für ihre Exporte nach Europa eine größere Unabhängigkeit von Transitstaaten wie der Ukraine, Weißrussland, Polen und den baltischen Staaten an. Bei Durchleitungen von Öl hatte es – wie bei Erdgas - wiederholt Konflikte gegeben. Deswegen werden insbesondere die Kapazitäten der russischen Ostseehäfen stark ausgebaut.

Ausbau des Baltic Pipeline System (BPS) über den Ostseehafen Primorsk: Die 2002 aufgenommenen Lieferungen über Primorsk waren bereits 2006 mit 62 Mio. t ebenso hoch wie die Lieferungen durch die Erdölleitung Freundschaft („Druschba-Pipeline“)durch Weißrussland und Polen beziehungsweise die Ukraine und die Slowakische Republik. Gleichzeitig wurden die Ausfuhren in und durch die baltischen Staaten von 2001 bis 2006 um rund zwei Drittel von 27 auf 8 Mio. t verringert. Etwa ein Drittel der Lieferungen über Primorsk ging also zu Lasten der baltischen Staaten.

Seit dem Energiestreit mit Weißrussland am Jahreswechsel 2006/2007 sucht die russische Regierung verstärkt nach Möglichkeiten Weißrussland als Transitland zu umgehen. Geplant ist der Bau eines Abzweigs von der Druschba-Pipeline, der auf russischem Gebiet von Unecha nahe der russisch-weißrussischen Grenze rund 1200 Kilometer nach Norden zur Ostsee führen soll (sogenanntes Baltic Pipeline System 2, BPS-2). Die geplante Kapazität (50 Mio. t/Jahr) würde gut 60 % des Öltransits durch Weißrussland entsprechen. Noch nicht entschieden ist, ob das Öl über Primorsk oder den näher zu Sankt Petersburg gelegenen Hafen Ust-Luga verschifft werden soll.

Burgas-Alexandroupolis-Pipeline (BAP): Um den Ölexport von den russischen Häfen am Schwarzen Meer erhöhen zu können, ist der Bau einer Pipeline zur Umgehung der durch den Tankerverkehr überlasteten Bosporus-Meerenge im türkischen Istanbul erforderlich. Russland, Bulgarien und Griechenland vereinbarten im März 2007 den Bau einer Pipeline vom bulgarischen Burgas am Schwarzen Meer zum griechischen Alexandroupolis an der Ägäis (siehe Burgas-Alexandroupolis-Ölpipeline; Länge: 280 Kilometer; Baubeginn: Anfang 2008; voraussichtliche Fertigstellung: 2010; Kapazität: anfänglich 35 Mio t; später 50 Mio. t; voraussichtliche Kosten: rund 1 Mrd. $). Am Konsortium, das die Pipeline bauen soll halten die russischen Staatsfirmen Transneft, Gazpromneft und Rosneft mit 51 % der Kapitalanteile die Mehrheit. Die griechische und die bulgarische Seite sollen je 24,5 % der Kapitalanteile erhalten.

Bau einer Pipeline für Öllieferungen von Taischet in Ostsibirien an die russische Pazifik-Küste nach Nachodka. („Eastern Siberian Pacific Ocean Pipeline“, ESPO; Länge: 4.200 km; Jahreskapazität im Endausbau: 80 Mio. t; geschätzte Kosten: 11,5 bis 18 Mrd. $) für Lieferungen nach Japan, China, andere asiatische Länder und Pazifikanrainer wie Australien und die USA.

Die mit dem Projekt beauftragte staatliche Pipelinegesellschaft Transneft hat im April 2006 mit dem Bau begonnen. In einer ersten Bauphase, die 2008 abgeschlossen werden soll, wird für den Transport von jährlich 30 Millionen Tonnen ein 2400 Kilometer langer Pipelineabschnitt von Taischet nördlich am Baikalsee vorbei nach Osten bis Skoworodino in der Amur-Region nahe der chinesischen Grenze verlegt. Gleichzeitig soll an der Pazifikküste beim Hafen Nachodka ein Ölterminal gebaut werden. Von Skoworodino zum Ölterminal am Pazifik soll das Öl vorerst per Eisenbahn transportiert werden.

Bedenken von Umweltschützern, die insbesondere vor einer Verlegung der Pipeline in unmittelbarer Nähe des Baikalsees warnten, kam die russische Regierung entgegen. Auf Intervention von Präsident Putin wurde im Frühjahr 2006 entschieden, dass die ESPO-Leitung in mindestens 40 Kilometer Entfernung vom Baikalsee verlegt wird.

Hinsichtlich der in einer zweiten Bauphase geplanten Verlängerung der ESPO von Skoworodino zur Pazifikküste mit einer Erhöhung der Kapazität auf 80 Mio. t erscheint vielen Experten insbesondere fraglich, ob in Ostsibirien ausreichend große Ölvorkommen erschlossen werden können. Bereits in der ersten Bauphase wird die Leitung zum Teil mit Öl aus Westsibirien betrieben werden.

Die russische Erdgaswirtschaft wird weitgehend von der Aktiengesellschaft OAO Gazprom beherrscht, deren Kapital seit 2005 zu knapp über 50 % dem russischen Staat gehört. 2006 stellte Gazprom mit rund 556 Mrd. Kubikmetern rund 85 % der gesamten russischen Erdgasförderung. Gazprom ist damit weltweit größter Gasproduzent. Nach Umsatz, Beschäftigtenzahl und Marktkapitalisierung ist die Gesellschaft das größte russische Unternehmen und kommt mit ihren Steuer- und sonstigen Abgabenzahlungen für rund ein Viertel des Staatshaushaltes auf. Das rund 150.000 km lange Pipelinenetz zum überregionalen Erdgastransport gehört ausschließlich Gazprom. Allein Gazprom ist vom Staat autorisiert, Erdgas zu exportieren.

Neben Gazprom fördern insbesondere die Unternehmen Novatek, Surgutneftegas und die staatliche Ölgesellschaft Rosneft Erdgas in Russland.

Der inländische Gaspreis wird - wie der Strompreis - von der Föderalen Energiekommission festgelegt. Er gilt als nicht kostendeckend. Gazprom fordert regelmäßig vergeblich erheblich stärkere Gaspreisanhebungen als die Energiekommission genehmigt. Ende 2006 lag der Gaspreis im Durchschnitt der Verbrauchergruppen bei rund 44 $ pro 1000 m³. Er war damit weniger als halb so hoch wie die Exportpreise (95 bis 200 $ pro 1000 m³).

Aufgrund des niedrigen Erdgaspreises sind die Anreize zu einem sparsamen und effizienten Einsatz von Erdgas in Russland gering. Erdgas wird in Russland verglichen mit anderen Ländern in hohem Maße als Brennstoff in der Industrie und zur Stromerzeugung eingesetzt. Gazprom setzt so rund zwei Drittel ihrer Fördermenge mit Verlust auf dem Inlandsmarkt ab. Die Niedrigpreispolitik schwächt die Investitionskraft des Unternehmens.

Ende 2006 beschloss die russische Regierung schließlich, dass der Preis für Erdgas schrittweise bis 2011 für alle inländischen Abnehmer mit Ausnahme der Privathaushalten an den frei gebildeten Exportpreis (minus Exportsteuern und Transportkosten) herangeführt werden. Für 2007 war ein Anstieg des Gaspreises um 15 % vorgesehen. 2008 soll er um 25 %, 2009 um 26 % und 2010 wieder um 25 % steigen.

Die Versorgung inländischer Verbraucher soll künftig zum einen auf der Basis langfristiger Lieferverträge mit mehrjähriger Laufzeit erfolgen, zum anderen aber auch durch kurzfristig an einer Erdgas-Börse erworbene Mengen.

Eine bereits zu Beginn der Präsidentschaft Putins geplante Reform der Erdgaswirtschaft, die ähnlich wie im Stromsektor zu mehr Wettbewerb führen sollte, kam bis Ende 2006 nicht wesentlich voran, obwohl Anzeichen, dass Gazprom die wachsende inländische Nachfrage in Russland nicht vollständig decken kann, die Notwendigkeit von Reformen unterstreichen. Die unabhängigen Erdgasproduzenten wiederum können vielfach nicht liefern, weil Gazprom Engpässe in dem von ihm kontrollierten Leitungssystem geltend macht.

Russland weigert sich auch weiterhin, die Europäische Energiecharta zu ratifizieren. Eine Umsetzung der Charta-Bestimmungen würde ausländischen Unternehmen größere Spielräume für unternehmerische Aktivitäten in Russland eröffnen und so den Wettbewerb für Gazprom verschärfen. Innerhalb des Gazprom-Konzerns gibt es jetzt jedoch Bestrebungen zur Neuordnung der unübersichtlichen Unternehmensstruktur.

Russland verfügt über die größten nachgewiesenen Erdgasreserven der Welt. Ende 2004 wurden sie auf rund 48 Billionen Kubikmeter veranschlagt, gut ein Viertel der weltweiten Erdgasreserven (Quelle: BP Statistical Review of World Energy 2005).

2006 stieg die russische Erdgasförderung um rund 3 % auf 656 Mrd. m³. Davon förderte OAO Gazprom mit 556 Mrd. m³ rund 85 %.

Russland ist damit weltweit größtes Erdgasförderland - vor den USA und Kanada. Gut ein Fünftel der weltweiten Erdgasförderung entfällt auf Russland.

Gazprom plant, seine Erdgasförderung bis zum Jahr 2010 auf 550 Mrd. bis 560 Mrd. m³ zu halten und bis 2020 auf 580 Mrd. bis 590 Mrd. m³ aufzustocken.

Allerdings lassen sich zunehmend nur noch geologisch schwer zugängliche Lagerstätten in klimatisch äußerst unwirtlichen Gebieten erschließen. Gazprom ist bereit, ausländische Partner daran zu beteiligen, um das technologische Wissen der ausländischen Partner zu nutzen und die Finanzierung der hohen Kosten zu erleichtern.

Sachalin-1 und Sachalin-2, Erdöl- und Erdgasfelder im Schelf der Insel Sachalin vor der Pazifik-Küste Russlands (Erdölreserven: 0,9 Mrd. Tonnen; Erdgasreserven: 1,2 Billionen m³).

Auf Sachalin wird die erste Anlage zur Verschiffung von verflüssigtem Erdgas gebaut. Zielländer sind unter anderem die USA und Japan. Angestrebt ist eine Produktion von 9,6 Mio. t pro Jahr ab 2008.

Sachalin-2 wurde bis Ende 2006 als einziges größeres Energieprojekt in Russland ausschließlich von ausländischen Unternehmen, dem Konsortium Sakhalin Energy, erschlossen. Basis dafür war eine 1994 mit der russischen Regierung geschlossene sogenannte Produktionsteilungsvereinbarung (Production-Sharing-Agreement, PSA), die vorsieht, dass der russische Staat an den Erlösen der Förderung erst nach Deckung der Erschließungskosten beteiligt wird.

Beteiligt am Konsortium waren ursprünglich Royal Dutch Shell mit 55 Prozent und die beiden japanischen Konzerne Mitsui (25 Prozent) und Mitsubishi (20 Prozent).

Die Ölförderung im Projekt Sachalin-2 wurde im Schelf vor Sachalin 1999 aufgenommen. Da die Vereisung im Winter eine Verschiffung von der Plattform im offenen Meer unmöglich macht, kann nur 6 Monate im Jahr gefördert werden.

Phase 2 des Projekts Sachalin-2 sieht unter anderem den Bau von 800 Kilometer langen Öl- und Gasleitungen zur Südspitze Sachalins vor, von wo das Öl und Gas verschifft werden sollen.

Im Juli 2006 erklärte Shell, dass sich die Kosten von Phase 2 auf rund 20 Milliarden Dollar verdoppeln würden. Eine Gewinnbeteiligung des russischen Staates an dem Projekt ist damit in die weitere Zukunft gerückt. Die russische Regierung hat die beanspruchten Mehrkosten aber noch nicht genehmigt.

Im September 2006 entzog das russische Ministerium für die Nutzung natürlicher Ressourcen den ausländischen Gesellschaften wegen Verstößen gegen Umweltschutzvorschriften die Erlaubnis für eine Fortführung des Sachalin-2-Projektes. Nach Meinung vieler Beobachter war eigentliches Ziel des Vorgehens der russischen Regierung aber nicht der Umweltschutz, sondern eine Beteiligung von Gasprom an dem Projekt. Bereits im Juli 2005 war im Grundsatz zwischen Shell und Gazprom ergänzend vereinbart worden, dass Gazprom 25 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen zur Erschließung von Sachalin-2 erhalten soll.

Ende Dezember 2006 kam die russische Regierung mit dem Konsortium überein, dass Gazprom gegen Zahlung von 7,45 Mrd. Dollar die Mehrheit (50 % plus eine Aktie) am Konsortium Sakhalin Energy übernehmen soll. Die bisherigen Mitglieder des Konsortiums treten dazu jeweils die Hälfte ihrer Anteile an Gazprom ab. Shell wird seinen Anteil von bisher 55 % auf 27,5 % verringern und 27,5 % an Gazprom verkaufen. Außerdem wird Gazprom von Mitsui und Mitsubishi 12,5 % und 10 % übernehmen.

Juschno-Russkoje, eine im Norden Westsibiriens gelegenen Lagerstätte, aus der die geplante Leitung durch die Ostsee nach Deutschland mit Erdgas gespeist werden soll (geschätzte Gasreserven: mindestens 700 Mrd. m³; voraussichtliche Förderleistung: 25 Mrd. m³ pro Jahr). An der Erschließung des Feldes werden die deutschen Unternehmen E.ON und BASF beteiligt. Im Gegenzug kann Gasprom ihren Anteil an Wingas, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der BASF-Tochtergesellschaft Wintershall, von 35 auf 50 % minus eine Aktie aufstocken. Über die Gegenleistungen der E.ON AG konnte noch keine endgültige Einigung erzielt werden.

Schtokman in der Barentssee, 650 km vom Hafen Murmansk entfernt (Gasreserven: 3,7 Billionen m³; Gaskondensatreserven: 31 Millionen t). Geplant war zunächst die Herstellung von verflüssigtem Erdgas, LNG, das von Murmansk in Tankern verschifft werden sollte, unter anderem in die USA. Im Oktober 2006 teilte Gazprom jedoch mit, das Schtokmann-Gas per Pipeline nach Europa liefern zu wollen. Gazprom will das Feld in Zusammenarbeit mit westlichen Energiekonzernen entwickeln.

Kowykta, ein Gaskondensatfeld des russisch-britischen Gemeinschaftsunternehmens TNK-BP in Ostsibirien, etwa 450 km nordöstlich der Stadt Irkutsk (Gasreserven: mehr als 1,4 Bill. m³; Kondensatvorräte: 95 Mio. t). Das Erdgas soll in Ostsibirien und im Asiatisch-Pazifischen-Raum abgesetzt werden. Hinsichtlich der Entwicklung des Vorkommens laufen Verhandlungen zwischen TNK-BP und Gazprom.

Gut zwei Drittel der Erdgasförderung werden im Inland verbraucht. Erdgas trägt gut die Hälfte zum Primärenergieverbrauch bei - mit Abstand am meisten von allen Energieträgern.

Rund 53 % der russischen Haushalte sind derzeit ans Erdgasnetz angeschlossen. Gazprom plant in ihrem "Gasifizierungsprogramm 2005 bis 2007" eine deutliche Ausweitung der Erdgasversorgung der russischen Regionen innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Rund ein Drittel der Erdgasförderung wird von Gazprom ins Ausland exportiert. Auch damit ist Russland weltgrößter Erdgasexporteur. Sein Anteil am internationalen Erdgashandel liegt bei gut einem Fünftel. In Staaten außerhalb der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, GUS, werden rund drei Viertel der Ausfuhren geliefert.

Erste kurzfristig vereinbarte Einzellieferungen von verflüssigtem Erdgas per Tanker (liquefied natural gas (LNG)) in die USA wurden 2005 aufgenommen.

Der Gasexport Richtung West- und Osteuropa, erfolgt zum weit überwiegenden Teil durch die Ukraine (2004: rund 130 Mrd. m³) und durch Weißrussland und Polen. Die Türkei beliefert Russland durch die Blue Stream Pipeline durch das Schwarze Meer.

Zur Erweiterung der Transportkapazitäten nach Westeuropa soll insbesondere der Bau der sogenannten North-Stream-Leitung dienen, die im Endausbau rund 55 Mrd. Kubikmeter jährlich aus dem Raum Sankt Petersburg durch die Ostsee nach Greifswald befördern soll. Sie wird daher oft auch Ostsee-Pipeline genannt. Russland drängte auf den Bau dieser Pipeline, um mehr Erdgas direkt - ohne Transit über andere Länder und die damit verbundenen Gebühren und politischen Unwägbarkeiten - nach Westeuropa liefern zu können. So flammte 2005/2006 der seit Jahren schwelende Streit zwischen Russland und der Ukraine über den Gaspreis der russischen Lieferungen an die Ukraine wieder auf. Gazprom warf der Ukraine überdies vor, sie zapfe Teile des für Europa bestimmten russischen Gases ohne Genehmigung ab ausführlicher Artikel siehe: Russisch-ukrainischer Gasstreit.

Der zwischen Gazprom und dem italienischen Energiekonzern ENI 2007 vereinbarte Bau der South-Stream-Erdgasleitung durch das Schwarze Meer vom russischen Noworossisk nach Burgas an der bulgarischen Schwarzmeerküste soll die Möglichkeiten zur Lieferung von russischem Erdgas nach Süd- und Südosteuropa erweitern.

Eine derzeit bis Angarsk in Ostsibirien reichende Leitung soll nach Osten in Richtung Pazifik verlängert werden, wobei über einen Abzweig nach China nachgedacht wird.

Aus West- und Ostsibirien sollen Leitungen in Richtung China gebaut werden. Anlässlich des China-Besuchs von Präsident Putin im März 2006 wurden Vereinbarungen über den Bau von zwei Gaspipelines und Lieferungen von jährlich 60 Mrd. bis 80 Mrd. m³ Gas geschlossen.

Anlagen zur Ausfuhr von verflüssigtem Erdgas mit Tankern, sogenanntem „liquefied natural gas“ (LNG), sind im Osten Russlands an der Pazifikküste auf der Insel Sachalin im Bau und im Nordwesten Russlands im Raum Murmansk an der Barentssee geplant. Außerdem soll ein LNG-Terminal in der Nähe von Sankt Petersburg errichtet werden („Baltic LNG“). Dies vereinbarte Gazprom mit der kanadischen Gesellschaft Petro-Canada.

Voraussetzung für die Realisierung dieser Pläne ist allerdings ein kräftiger Ausbau der Förderung in Russland. Mengen für zusätzliche Exporte könnten außerdem freigemacht werden, wenn Russland seine Erdgasimporte aus Mittelasien, hauptsächlich aus Turkmenistan, zur Versorgung des russischen Marktes erhöhen könnte. Einige Experten bezweifeln aber, dass Russland in den nächsten Jahren die Voraussetzungen für eine deutliche Erhöhung seiner Exporte schaffen kann. Infrage gestellt wird angesichts der großen Entfernung auch die Wirtschaftlichkeit von Lieferungen aus Westsibirien nach China.

Gazprom bemüht sich in den letzten Jahren verstärkt, ihr Erdgas nicht mehr an ausländische Zwischenhändler zu verkaufen, sondern selbst oder mit Partnern im Ausland an Endkunden abzusetzen. In Deutschland ist Gazprom so bereits seit den 90er Jahren an der Vermarktung ihres Erdgases über die Wingas, eine gemeinsame Tochtergesellschaft mit der BASF AG, beteiligt.

In der Ukraine gründete Gazprom im Februar 2006 über seine Tochtergesellschaft RosUkrEnergo mit der staatlichen ukrainischen Naftogaz Ukrainy das Joint Venture UkrGasEnergo, um den Verkauf von Erdgas in der Ukraine abzuwickeln.

Neben der Ukraine visiert Gazprom weitere Auslandsmärkte an, darunter Serbien, Großbritannien, Italien. Dabei ist Gazprom auf erheblichen Widerstand gestoßen, zum Beispiel bei ihren Bemühungen, den größten britischen Strom- und Gasversorger Centrica zu erwerben.

Russlands Stromwirtschaft erzeugte 2006 rund 992 Mrd. Kilowattstunden Strom. Davon kamen rund 67 % aus mit Öl-, Erdgas- oder Kohle betriebenen Wärmekraftwerken. Auf Wasserkraftwerke entfielen rund ein Fünftel, auf Kernkraftwerke rund ein Sechstel der Stromerzeugung.

Die russische Stromwirtschaft gilt als dringend modernisierungsbedürftig und zwar sowohl hinsichtlich ihrer technischen Ausstattung und Leistungsfähigkeit als auch hinsichtlich ihrer Organisation.

Rund 70 % der Stromproduktion entfallen derzeit auf den Konzern EES Rossii (РАО "ЕЭС России")(Unified Energy Systems), dessen Kapitalanteile zu rund 53 % dem Staat gehören. Rund 10 % besitzt darüber hinaus der Gaskonzern Gazprom, der mehrheitlich in Staatseigentum ist.

Nicht zum Verantwortungsbereich von UES gehören insbesondere die Kernkraftwerke sowie die unabhängigen Produzenten Mosenergo (Moskau) und Irkutsenergo (Irkutsk).

Ein vom Ministerium für Industrie und Energetik vorgelegtes Reformprogramm sieht eine Liberalisierung des Stromsektors vor. Schwerpunkt ist die Aufspaltung und teilweise Privatisierung des Stromkonzerns EES Rossii] (Unified Energy System), dessen Vorstandsvorsitzender Anatoli Tschubais unter Präsident Boris Jelzin für die Privatisierung der russischen Wirtschaft verantwortlich war. UES soll in ein staatliches Unternehmen zum Betrieb des Stromnetzes als „natürliches Monopol“ und private Unternehmen in den Bereichen Stromerzeugung und Stromhandel aufgegliedert werden. Es werden 14 regionale Stromerzeuger (sogenannte TGC) und 6 Stromerzeuger mit Kraftwerken im ganzen Land (sogenannte OGK) gebildet werden. Die Wasserkraftwerke werden – wie die Kernkraftwerke – in einer Staatsholding zusammengefasst. Außerdem soll es fünf Handelsgesellschaften geben.

Die Regierung erhofft sich von der Reform einen Zufluss von Investitionsmitteln für die Modernisierung.

Die Aufspaltung von RAO UES verlief aber sehr zögerlich. Erste Privatisierungen gab es erst 2007. Daran beteiligten sich unter anderem der italienische Stromkonzern ENEL und der deutsche Energiekonzern E.ON.

Auch die Einführung kostendeckender Strompreise kommt man nur langsam voran; die Strompreise einiger Kundengruppen werden weiterhin auf Kosten anderer Kundengruppen besonders niedrig gehalten (sogenannte Quersubventionierung). Beim Handel mit Strom ist bisher nur ein kleines Segment liberalisiert; für 91 Prozent des Marktes gelten noch staatlich festgesetzte Tarife. Eine weitere Liberalisierung der Strompreise könnte die Anreize für Investitionen in der russischen Stromwirtschaft erhöhen.

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Uelen

Uelen (Russland)

Uelen (russ.: Уэлен) ist ein Ort auf der Tschuktschen-Halbinsel im russischen Fernen Osten in der Verwaltungseinheit Tschukotka, nahe dem Polarkreis. Das Dorf liegt in der Nähe des östlichsten Punktes Asiens, am Kap Deschnjow. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 800 Personen. Der bekannteste Sohn der Stadt ist der Schriftsteller Juri Sergejewitsch Rytcheu (1930–2008). Uelen ist überregional für seine kunstvollen Schnitzereien aus Walrossbein bekannt. Der Ort dient heutzutage vor allem als Basis für naturwissenschaftliche und archäologische Expeditionen in Tschukotka.

1934 geriet der Ort in die internationalen Schlagzeilen, als die Überlebenden des Tscheljuskin-Untergangs in einer langwierigen Rettungsaktion nach Uelen ausgeflogen wurden.

Im März 2006 überquerten der Abenteurer Karl Bushby und sein Begleiter Dimitri Kieffer bei ihrem Versuch einer Weltumrundung zu Fuß die zugefrorene Beringstraße. Am 1. April 2006 wurden sie in der Nahe von Uelen wegen unrechtmäßiger Grenzüberschreitung von russischen Beamten aufgehalten. Nach einem Gerichtsverfahren und einer Intervention des Gouverneurs Roman Abramowitsch konnte Bushby seine Reise fortsetzen.

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PFK ZSKA Moskau

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PFK (Professioneller Fußballklub) ZSKA Moskau (Zentraler Sportclub der Armee Moskau, russisch ЦСКА Москва, Центральный Спортивный Клуб Армии / ZSKA Moskwa, PFC Tsentralnyi Sportivnyi Klub Armii Moskva) ist ein aus dem russischen Sportclub ZSKA Moskau hervorgegangener Fußballclub, der wegen seiner Verbindungen oftmals im Zusammenhang mit der Roten Armee genannt wird.

Die Fußballabteilung trägt seit 1988 ihren bis heute gültigen Namen, PFK ZSKA Moskau ПФК ЦСКА Москва.

Das Fußballteam gewann die sowjetische Meisterschaft sieben Mal, und zwar 1946, 1947, 1948, 1950, 1951, 1970 und 1991, sowie die russische Meisterschaft in den Jahren 2003, 2005 und 2006, darüber hinaus den sowjetischen Pokal 1945, 1948, 1951, 1955 und 1991, den russischen 2002, 2005, 2006 und 2008, außerdem 2004, 2006, 2007 und 2009 den russischen Super Cup.

ZSKA wird ähnlich wie der englische Club FC Chelsea von Roman Abramowitsch finanziell unterstützt. 2003 vereinbarte Abramowitsch einen 3 Jahresvertrag und unterstützte den Klub mit 18 Millionen Dollar im Jahr. Damit übertraf er sogar den Sponsor von Manchester United Vodafone.

Internationaler Trikotsponsor des Clubs ist die staatliche russische Außenhandelsbank WTB.

In der Saison 2005 war die von Waleri Gassajew trainierte Mannschaft über die Qualifikation zur UEFA Champions League in die Endrunde der Königsklasse gelangt, belegte nach der Vorrunde den dritten Platz und nahm deshalb anschließend am UEFA-Pokal teil. Der Einzug ins Finale war jedoch von schweren Ausschreitungen der ZSKA-Fans im Rückspiel des Halbfinals gegen den FC Parma (3:0) überschattet. Der Torwart von Parma, Luca Bucci, war von einem Feuerwerkskörper aus der ZSKA-Fankurve verletzt worden und musste später ausgewechselt werden. Der europäische Fußballverband UEFA entschied, das Ergebnis anzuerkennen, ZSKA jedoch mit einer Europapokal-Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit (ein weiteres Heimspiel zur Bewährung) zu bestrafen. Der Verein musste zudem eine Geldstrafe in Höhe von 65.000 Euro entrichten.

In diesem Jahr holte sich ZSKA den Meistertitel und den Pokalsieg.

Die Mannschaft von ZSKA hatte sich durch den Gewinn der Meisterschaft direkt für die dritte Runde der Champions League qualifiziert. Nach der Gruppenphase belegte ZSKA den 3. Platz und war somit für die Runde der letzten 32 im UEFA-Pokal qualifiziert, schied dort jedoch gegen den israelischen Vertreter Maccabi Haifa aus.

ZSKA gewann 2006 die Meisterschaft, den Pokal und den Russischen Supercup.

ZSKA war als Titelgewinner für die Champions League qualifiziert. Nach der Gruppenphase belegte ZSKA den 4. Platz und schied aus.

2007 wurde ZSKA in einer blamablen Saison nur Dritter, eroberte jedoch den Russischen Supercup.

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Source : Wikipedia