Roger Federer

3.4174327544639 (2937)
Geschrieben von bishop 19/03/2009 @ 18:15

Tags : roger federer, tennisspieler, tennis, sport

Neueste Nachrichten
"Roger Federer in Ettenheim – das wäre toll" - Badische Zeitung
Roger Federer beim Davis-Cup in Ettenheim – eine Vorstellung, die Herbert Wasmer entflammt. Foto: AFP BZ: Aber ob die deutschen Frauen dann zu Hause spielen, steht noch nicht fest. Wasmer: Nein. Das hängt davon ab, wer der Gegner ist....
Roger Federer hat das Muskeltennis besiegt und sich endlich in ... - sueddeutsche.de
14 Grand-Slam-Titel auf dem Buckel von Roger Federer. Er trug sie stolz und ein wenig müde davon. Ein Bild der Melancholie. Und es begleitete ihn die Frage: Was kann dieser Mann mit 27 Jahren jetzt noch für Ziele haben? Die 14 hat einen Kreis seiner...
Wimbledon - Djokovic: "Rasen macht aggressiv" - Yahoo! Eurosport
Alles spricht vor dem Grand-Slam-Turnier in Wimbledon von Roger Federer. Aber auch die Nummer vier der Welt, Novak Djokovic, muss man im Auge behalten. Denn nach seiner Zweitrunden-Niederlage 2008 bei der größten Rasen-Veranstaltung der Welt will der...
Roger Federer: Nur zwei Schritte zum Olymp - sueddeutsche.de
Bisher ist Roger Federer in Paris immer nur Federer, der Unvollendete geblieben. Diesmal könnte es aber klappen. «Der Weg ist frei für Roger Federer», titelte die französische Sportzeitung «L'Équipe», und selbst die sonst so nüchternen...
«Federer kann jetzt Margaritas trinken...» - Blick Online
Die beiden Tennis-Legenden Björn Borg und Martina Navratilova schwärmen von Roger Federer in den höchsten Tönen. Sie verwenden entweder eine zu alte Version des Flash Players oder haben gar kein Flash installiert. «Federer ist der beste Spieler aller...
"Tommy kann Wimbledon gewinnen" - Spiegel Online
In Paris wurde er für den späteren Champion Roger Federer beinah zum Spielverderber, in Halle rief man ihn dann erstmals in seiner Laufbahn zum "Rasen-König" aus - dank eines verdienten 6:3, 6:7, 6:1-Sieges über den Weltranglisten-Vierten Novak...
Wirklich verletzt – oder blufft Rafael Nadal nur? - Basler Zeitung
Unvergesslich: Sieger Rafael Nadal und Roger Federer zeigten am 6. Juli 2008 einen epischen Final in Wimbledon. Rafael Nadal hat gestern auf seiner Homepage die Nachricht publiziert, dass er heute nach London fahren wird und beabsichtigt,...
FRENCH OPEN Federer lässt Lokalmatador Monfils keine Chance - Spiegel Online
Schweizer Souveränität: Im Viertelfinale der French Open besiegte Roger Federer den Franzosen Gael Monfils in drei Sätzen. Nun fehlen dem Weltranglisten-Zweiten noch zwei Erfolge um mit Pete Sampras gleichzuziehen. Die Damen-Konkurrenz findet ab sofort...
Federer-Schreck: «Ich bin ein grosser Fan von Roger» - Tages-Anzeiger Online
Beim French-Open-Final in Roland Garros war der bekannte Flitzer Jimmy Jump auf Roger Federer zugestürmt, wollte ihm einen Hut aufsetzen. 1/11 In Paris musste sich Roger Federer auf dem Weg zum 14. Grand-Slam-Titel vom Katalanen Jimmy Jump,...
Pressestimmen zu Federer "Zu den Petunien!" - sueddeutsche.de
Der Spieler Roger Federer wurde 2003 mit seinem ersten großen Titel in Wimbledon geboren. Gestern wurde er in Roland Garros unter Londoner Regen der Größte." Libération "Nun hat es halt ein wenig länger gedauert, aber gerade weil das so ist,...

Roger Federer

Roger Federer bei den US Open 2002

Roger Federer (* 8. August 1981 in Basel) ist ein Schweizer Tennisspieler.

In seiner bisherigen Karriere konnte er 13 Grand-Slam-Turniere im Einzel gewinnen und beendete die Jahre 2004, 2005, 2006 und 2007 an der Spitze der Tennis-Weltrangliste. Der in Münchenstein aufgewachsene Federer gewann bislang 57 Turniere im Einzel sowie acht im Doppel.

Federer ist der einzige Spieler, der dreimal in seiner Karriere drei Grand-Slam-Turniere in einer Saison gewinnen konnte. Dies gelang ihm 2004, 2006 und 2007. Als zweitem Spieler (seit 1922) neben Björn Borg gelang es dem Schweizer, fünf Mal in Folge das Tennisturnier von Wimbledon und als einziger Spieler in der Open Era ebenfalls fünf Mal in Folge die U.S. Open für sich zu entscheiden. Auf Grund seiner Leistungen in den letzten vier Jahren wurde Federer 2005, 2006, 2007 und 2008 jeweils zum Weltsportler des Jahres gewählt. Federer ist dabei der einzige Sportler, dem dies mehr als zweimal gelang.

Bereits zu aktiven Zeiten wird Federer von nahezu allen Experten zu den besten Tennisspielern in der Geschichte dieses Sports gezählt und oftmals auch als bester Spieler aller Zeiten bezeichnet.

Im Unterschied zu vielen anderen Grössen der Tennisgeschichte machte Roger Federer in seinen jungen Jahren als Tennistalent nur recht wenige Schlagzeilen. Wie auch in seiner späteren Profikarriere zeichnete er sich eher durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung aus. Spektakuläre Erfolge in der Jugendzeit folgten erst spät. So gab es keine grossangelegten Reportagen über den jungen Federer, wie es bei anderen Tennistalenten wie Andre Agassi, Martina Hingis oder Steffi Graf der Fall war. Der Schweizer begann im Alter von drei Jahren das Tennisspielen und trat mit acht Jahren dem grösseren Tennisclub TC Old Boys bei. Hier wurde seine Weiterentwicklung massgeblich durch die Trainer Adolf Kacovsky und Peter Carter vorangetrieben. Mit zwölf entschied sich Federer dazu, sich vollkommen auf den Tennissport zu konzentrieren und sein ebenfalls ausgeprägtes Talent im Fussball nicht weiter zu fördern. 1995 folgte der Wechsel ins nationale Trainingscenter der Schweiz in Ecublens. Ab sofort wurde Federer vom Schweizer Verband gefördert und konnte in den Jahren 1995 bis 1997 sieben Schweizer Juniorenmeistertitel erringen. Ab 1997 begann Federer auch vermehrt, an internationalen Turnieren teilzunehmen und konnte im Mai in Prato seinen ersten grösseren internationalen Juniorentitel gewinnen.

Gleichzeitig fiel auch die Entscheidung, die Schule im Alter von 16 Jahren zu verlassen und sich in Zukunft nur noch auf die Tenniskarriere zu konzentrieren. Dies war zu diesem Zeitpunkt durchaus ein Risiko, da sich Federer zwar bereits einen Namen auf der Juniorentour gemacht hatte, aber vom Sport alleine noch nicht leben konnte. Doch 1998 folgte der Durchbruch auf der Juniorentour: Im Januar erreichte er das Halbfinale der Junioren-Australian Open, in Wimbledon folgten der Sieg im Einzel und im Doppel. Diese Erfolge ermöglichten Federer auch erste Turnierteilnahmen auf der Profitour. Sein Debüt auf der ATP Tour gab er im Juli 1998 in Gstaad und konnte bereits im September in Toulouse sein erstes Viertelfinale bei den Profis erreichen. Mit dem Gewinn des Orange Bowl im Dezember, der zugleich sein letztes Juniorenturnier darstellte, sicherte sich Federer zum Jahresende Platz 1 der Juniorenrangliste. Dies war für den Schweizer nicht nur ein grosser Prestigeerfolg, sondern auch ein Sprungbrett für den endgültigen Umstieg zur Profitour.

Der offizielle Status als Junioren-Weltmeister und Junioren-Wimbledonsieger half dem mittlerweile 17-jährigen Federer, auf der Profitour Fuss zu fassen. Er erhielt im Laufe seiner ersten vollständigen Profisaison insgesamt acht Wildcards für ATP-Turniere. So hatte er im Frühjahr sein Ziel, am Ende der Saison unter den 200 besten Spielern der Welt geführt zu werden, übertroffen. Bei seinem Davis-Cup-Debüt gelang Federer ein Sieg im Einzel, womit er Anteil am Weiterkommen seines Landes ins Viertelfinale des Wettbewerbs hatte. Im Sommer nahm Federer erstmals an den Grand-Slam-Turnieren von Roland Garros und Wimbledon teil. Später im Jahr spielte der Schweizer seine Stärke bei Hallenturnieren aus. So konnte er in Wien sein erstes Halbfinale auf der ATP Tour erreichen. Damit schaffte er den Sprung unter die besten 100 Spieler der Tennis-Weltrangliste; die Saison beendete er auf Platz 64.

Nach den Erfolgen im Debütjahr setzte sich Federer für die Saison 2000 eher bescheidene Ziele – die Etablierung unter den besten 50 Spielern der Welt. Weiterhin zeigt sich Federer als Hallenspezialist, auch wenn ihm in dieser Saison erstmals Erfolge bei Freiluftturnieren gelangen. In Marseille erreichte Federer zu Beginn des Jahres sein erstes Finale auf der Profitour, das er gegen seinen älteren Landsmann Marc Rosset verlor. Nachdem der Sprung unter die Top 50 der Welt damit bereits vollzogen war, wurden die Ziele für die Saison auf Platz 25 hochkorrigiert. Im April erklärte Federer die Trennung vom Schweizer Verband und damit auch seinem Coach Peter Carter. Federer begründete den Schritt damit, dass er mittlerweile in der Lage sei, auf eigenen Füssen zu stehen und sich deshalb für den selbstständigen Weg entschieden habe. Als neuen Trainer verpflichtete er den Schweden Peter Lundgren. Der neue Trainer erkannte das Talent, aber auch noch Entwicklungspotenzial in seinem 18-jährigen Schützling.

Die Sommersaison bestritt Federer mit zahlreichen Erstrundenniederlagen, und seine Bilanz bei wichtigen Turnieren blieb damit bescheiden. Dennoch nominierte ihn sein Verband für die Olympischen Spiele in Sydney, wo Federer das Halbfinale erreichte. In beiden Spielen um eine Medaille musste Federer allerdings eine Niederlage hinnehmen. Bei seinem Heimturnier in Basel erreichte Federer ein zweites Finale auf der ATP Tour. Diesmal unterlag er dem Schweden Thomas Enqvist. Mit Platz 29 am Jahresende in der Weltrangliste verpasste er zudem sein ausgegebenes Saisonziel. Im Winter verpflichtete er Pierre Paganini als Fitnesscoach, um auch körperlich den Anforderungen der Weltspitze gerecht zu werden.

Mit der Zielsetzung, in seiner dritten Profisaison seinen ersten Turniersieg zu erzielen und eine Platzierung unter den besten 15 Spielern der Welt einzunehmen, startete Federer in die Saison 2001. Das erste Ziel erfüllte sich im Februar: im dritten Anlauf gewann Federer erstmals ein Turnierfinale in Mailand gegen Julien Boutter. Im Davis Cup hatte Federer mit zwei Einzelsiegen entscheidenden Anteil am Erstrundensieg der Schweiz gegen die USA. Im Viertelfinale des Wettbewerbes gegen Frankreich erklärte Federer, dass er unter Davis-Cup-Coach Jakob Hlasek zukünftig nicht mehr am Davis-Cup teilnehmen werde. Wenige Wochen später wurde der Vertrag mit Hlasek gelöst, was Federers gestiegene Bedeutung im Schweizer Tennis bewies. In der folgenden Sandplatzsaison erreichte Federer seinen ersten Viertelfinaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier. Als Nummer 15 der Welt startete der Schweizer in Wimbledon. Dort traf er im Achtelfinale auf den siebenmaligen Titelträger Pete Sampras. Nach fünf Sätzen stand der 19-jährige Schweizer als Sieger fest und beendete damit Sampras' Serie von 31 Siegen in Folge in Wimbledon. Die folgende Viertelfinalbegegnung gegen den Briten Tim Henman verlor Federer jedoch. Im Turnierverlauf hatte sich Federer eine Leistenverletzung zugezogen, die ihn im Anschluss zu einer siebenwöchigen Pause zwang. Erst zu den US Open im Spätsommer war er wieder fit, wo er im Achtelfinale gegen Andre Agassi verlor. Ein Finaleinzug in Basel während der folgenden Hallensaison reichte nicht aus, um den nach den Ergebnissen der ersten Saisonhälfte möglichen Einzug beim Tennis Masters Cup der besten acht Saisonspieler zu realisieren. Federer beendete die Saison auf Platz 13 der Weltrangliste.

Zu Beginn der Saison 2002 konnte Federer in Sydney seinen zweiten Karrieretitel feiern. Bei den Australian Open unterlag er dagegen im Achtelfinale, genauso wie im Finale von Mailand. Im März erreichte er in Miami sein erstes Finale bei einem Masters-Series Turnier, verlor das Spiel gegen den Amerikaner Andre Agassi aber in vier Sätzen. Wenige Wochen später folgte die zweite Finalteilnahme bei einem Turnier dieser Kategorie in Hamburg. Diesmal konnte Federer das Finale gegen den Russen Marat Safin für sich entscheiden. Als zweitplatzierter Spieler im Champions Race reiste der 20-jährige Federer nach Paris an. Hier scheiterte er überraschend in der ersten Runde an Hicham Arazi. Auch in Wimbledon schied der Schweizer in der ersten Runde aus. Der von den Buchmachern als fünftbester Spieler des Turniers eingestufte Schweizer verlor in drei Sätzen gegen den Kroaten Mario Ancic.

Mittlerweile wurde offen von einer Grand-Slam-Blockade von Federer gesprochen. Der Schweizer (der bereits als zukünftiger mehrfacher Grand-Slam-Sieger gehandelt wurde) schien bei den vier Turnieren der höchsten Kategorie selten in der Lage zu sein, sein bestes Tennis abzurufen. Bis zu den US Open konnte Federer bei vier Turnieren nur ein Spiel gewinnen. Federers Spiel litt unter den Gedanken an den Unfalltod seines ehemaligen Trainers Peter Carter in Südafrika Anfang August 2002. In New York schied Federer erneut im Achtelfinale aus. Dennoch gelang Federer die Qualifikation für den Tennis Masters Cup, da er in der Hallensaison bei fünf Turnieren immer mindestens das Viertelfinale erreichte und seinen vierten Turniersieg in Wien gewann. Dem Schweizer gelang dabei die Qualifikation für das Turnier neben Carlos Moya als einzigem Spieler ohne Grand-Slam-Viertelfinalteilnahme im Saisonverlauf. Federer gewann seine drei Gruppenspiele und erreichte damit das Halbfinale gegen den Weltranglistenersten Lleyton Hewitt. In einem engen Spiel gab Federer einige Möglichkeiten aus der Hand und verlor die Begegnung am Ende im dritten Satz mit 5:7. Er beendete die Saison auf Platz sechs der Weltrangliste.

Als Ziel für die Saison 2003 setzte Federers Trainer Lundgren den Sprung unter die ersten vier Spieler der Weltrangliste an. Zudem gab Federer weiterhin als erklärtes Ziel den Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier aus. Bei der ersten Chance darauf verlor er im Achtelfinale der Australian Open gegen David Nalbandian. Nach fünf Sätzen war er dem Argentinier unterlegen. In den nächsten Monaten erreichte Federer vier Finals auf der Tour und konnte in Marseille, Dubai und München seine ersten Saisontitel gewinnen. In Rom konnte er allerdings auch die Chance auf einen zweiten Masters-Series-Titel nicht nutzen. Im Davis Cup konnte Federer fünf seiner ersten sechs Begegnungen gewinnen und erreichte damit erstmals in seiner Karriere mit der Schweiz das Halbfinale in diesem Wettbewerb. So galt der Weltranglistenfünfte vor den French Open wie im Vorjahr als einer der Turnierfavoriten. Nach einer erneuten Erstrundenniederlage (gegen Luis Horna) bei einem Grand-Slam-Turnier sah sich der Schweizer allerdings dem Spott der Presse ausgesetzt. Die Ursache von Federers Erfolglosigkeit bei grossen Turnieren wurde auf eine mentale Schwäche zurückgeführt.

Nach den French Open begann der Schweizer die Vorbereitung auf das Turnier in Wimbledon bei den Gerry Weber Open in Halle. Dort konnte er seinen vierten Saisontitel gewinnen und damit eine neue persönliche Saisonbestleistung aufstellen. In Wimbledon wurde er von den Buchmachern in diesem Jahr auf Platz 3 gesetzt und erreichte erstmals seit acht Auftritten wieder die Viertelfinalphase bei einem Grand-Slam-Turnier. Nachdem er durch längere Regenunterbrechungen zu Beginn der zweiten Turnierwoche eine Rückenverletzung auskurieren konnte, traf der Schweizer im Halbfinale auf Andy Roddick. In drei Sätzen gelangen Federer 61 Gewinnschläge bei lediglich 12 unerzwungenen Fehlern seinerseits, wodurch er ins erste Grand-Slam-Endspiel seiner Karriere einzog. Der Australier Mark Philippoussis konnte Federer im Endspiel zwar zweimal in einen Tie-Break zwingen, war am Ende aber dennoch unterlegen und Federer konnte seinen ersten Grand-Slam-Titel feiern. Damit hatte sich das Saisonziel des Schweizers erfüllt und auch die spöttische Berichterstattung verstummte.

Nach dem Sieg in Wimbledon war Federer auch in den Kampf um den ersten Platz in der Weltrangliste verwickelt. In den nächsten Wochen vergab er mehrere Möglichkeiten, diese Position zu erreichen. So unterlag er Roddick in Kanada im Halbfinale nach 4:2 Führung im entscheidenden Satz. In Cincinnati und bei den US Open war er dagegen David Nalbandian unterlegen. Auch im Davis-Cup-Halbfinale gegen Australien musste Federer in der vorentscheidenden Partie gegen Lleyton Hewitt die Partie noch nach einer 2-0 Satzführung bei 5:3 Spielstand im dritten Satz abgeben. Damit verpasste die Schweiz den zweiten Finaleinzug im Davis Cup nach 1992. Trotz des sechsten Saisonsieges während der Hallensaison in Wien war die Weltranglistenspitze für Federer in dieser Saison nun nicht mehr erreichbar. Doch beim Masters Cup in Houston konnte Federer seine Saison mit einem Erfolg abschliessen. Der Schweizer gewann wie im Vorjahr seine drei Gruppenspiele und schlug den bereits als Weltranglistenersten feststehenden Roddick im Halbfinale. Im Endspiel besiegte er Andre Agassi in drei Sätzen und gewann seinen ersten Weltmeistertitel. Federer beendete die Saison 2003 auf Platz 2 der Weltrangliste. Für Verblüffung sorgte im Dezember 2003 die Trennung von Trainer Lundgren, die Federer mit Abnutzungserscheinungen und dem Gefühl, etwas Neues zu brauchen, begründete.

In der Öffentlichkeit wurde Federer für die Trennung von seinem Erfolgstrainer kritisiert. Doch trotz Zweifel an seiner Form und keiner überstürzten Suche nach einem neuen Trainer konnte sich Federer bei den Australian Open 2004 ohne Satzverlust bis ins Achtelfinale vorspielen. In jeweils vier Sätzen schlug er nachfolgend mit Hewitt und Nalbandian zwei Spieler, die beide noch positive Spielbilanzen gegen den Schweizer vorweisen konnten. Nach einem Sieg gegen den Weltranglistenzweiten Juan Carlos Ferrero erreichte er das Turnierfinale. Gegner Marat Safin schlug er im Endspiel in drei Sätzen und erreichte damit den zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere. Gleichzeitig eroberte der Schweizer auch die Weltranglistenspitze, die er bis zum 17. August 2008 inne hatte. Bis zu den French Open im Mai gewann er drei weitere Titel, darunter auch die Masters-Series-Turniere in Indian Wells und Hamburg. In Paris unterlag Federer in der dritten Runde allerdings dem dreifachen Titelträger Gustavo Kuerten. Auf den Rasenplätzen von Halle und Wimbledon konnte Federer jedoch das erneute Double gewinnen. Im Finale von Wimbledon konnte Andy Roddick Federer anders als bei der Halbfinalbegegnung im Vorjahr zwar einen Satz abnehmen, aber Federer konnte seinen Titel letztlich verteidigen. In Gstaad und Toronto baute der Schweizer seine Siegesserie auf 23 Spiele aus, bis er in Cincinnati sein Auftaktmatch verlor.

Eine grössere Enttäuschung war für Federer aber die Zweitrundenniederlage bei den Olympischen Spielen in Athen gegen den Tschechen Tomáš Berdych. Der Schweizer war in Athen nicht nur als klarer Medaillenkandidat, sondern auch als Fahnenträger seines Landes bei der Eröffnungsfeier angetreten. Gleichzeitig bildete diese Niederlage aber auch den Startpunkt für eine weitere Siegesserie in den nächsten Wochen. Bei den US Open in New York wurde er nur im Viertelfinale von Andre Agassi über die volle Distanz von fünf Sätzen gezwungen. Im Finale liess er Lleyton Hewitt lediglich sechs Spiele in drei Sätzen auf dem Weg zu seinem dritten Grand-Slam-Titel der Saison. Er war dabei der erste Spieler seit dem Schweden Mats Wilander 1988, dem dieser Erfolg gelang. Die anschliessende Hallensaison musste der Schweizer wegen eines Muskelfaserrisses fast komplett absagen. Rechtzeitig zum Masters Cup war er allerdings wieder fit. Dort erreichte er ungeschlagen das Endspiel und traf erneut auf Hewitt. Den ehemaligen Weltranglistenersten bezwang er zum sechsten Mal in dieser Saison und baute damit seine Position an der Weltspitze weiter aus.

Zur neuen Saison 2005 verpflichtete Federer den Australier Tony Roche als neuen Trainer. Roche, der bereits als Coach von Ivan Lendl und Patrick Rafter Spieler zu mehreren Grand-Slam-Erfolgen geführt hatte, sollte Federer insbesondere bei den wichtigen Turnieren zur Seite stehen. So lag das besondere Augenmerk für diese Saison auf den French Open, die Federer in seiner bisherigen Karriere noch nicht gewinnen konnte. Die Siegesserie, die Federer aus der alten Saison mitbrachte, riss im Halbfinale bei den Australian Open gegen Marat Safin nach mehr als vier Stunden Spielzeit. Es folgten vier Turniersiege in Serie, unter anderem konnte der Schweizer auch erstmals das Double aus den Masters-Turnieren von Indian Wells und Miami gewinnen. Im Endspiel von Miami drehte er dabei noch einen 0-2 Satzrückstand gegen den Spanier Rafael Nadal. Dieser erreichte durch regelmässige Erfolge auf Sandplätzen den zweiten Platz in der Weltrangliste und verkürzte den Abstand auf Federer zunehmend. Nach Federers sechstem Saisontitel in Hamburg kam es in Paris im Halbfinale erneut zur Begegnung Federer-Nadal. Diesmal unterlag der Schweizer nach vier Sätzen. Zwar hatte Federer sein bisher bestes Resultat bei den French Open erreicht, doch er blieb im Saisonverlauf weiter ohne Grand-Slam-Titel.

Tatsächlich war die Niederlage in Frankreich aber der Auftakt zur zu diesem Zeitpunkt längsten Siegesserie seiner Karriere. In Wimbledon gab er auf dem Weg zum Titelhattrick nur einen Satz ab, bei den US Open schlug er Andre Agassi in dessen letzten Grand-Slam-Finale in vier Sätzen. Zum Masters Cup am Ende des Jahres brachte der Schweizer eine Siegesserie von 31 Spielen in Folge mit, die er durch das Erreichen des Turnierfinals auf 35 ausbaute. Hier traf er auf David Nalbandian, gegen den er die letzten vier Begegnungen gewonnen hatte, nachdem die ersten fünf Duelle alle an den Argentinier gegangen waren. Nach zwei Tie-Breaks führte der Weltranglistenerste mit 2-0 in den Sätzen. Doch je länger das Spiel andauerte, desto stärker baute Federer körperlich ab. Obwohl er im letzten Satz einen 0-4 Rückstand noch in eine 6-5 Führung umdrehen konnte, beendete Federer die Partie als Verlierer. Damit brach nicht nur die fünftlängste Siegesserie in der Profigeschichte, sondern auch sein Rekord von 24 Finalsiegen in Folge. Zudem verpasste der Schweizer die Chance die statistisch beste Profisaison von John McEnroe aus der Saison 1984 (82 Siege bei 3 Niederlagen) zu egalisieren. Dennoch beendete Federer die Saison nach der vergebenen Chance auf seinen dritten Masterstitel in Serie auf Platz 1 der Weltrangliste.

Roger Federer begann die Saison 2006 mit zwei Turniersiegen, darunter seinem siebten Grand-Slam-Titel bei den Australian Open. In Dubai unterlag er dagegen im Endspiel erneut dem Spanier Nadal. Dies war das Startsignal für die zahlreichen Duelle, die sich die beiden Spieler in den nächsten Wochen und Monaten liefern würden. Vor Beginn der Sandplatzsaison gelang Federer erneut der Gewinn der Turniere von Indian Wells und Miami. Auf Sand erreichte Federer bei den Masters-Turnieren von Monte Carlo und Rom jeweils das Finale. In beiden Spielen unterlag er aber Nadal, obwohl er in Rom zu Matchbällen kam. In Paris kam es ebenfalls zum Finale zwischen Federer und Nadal. Federer vergab nach Gewinn des ersten Satzes weitere Chancen auf den Titelgewinn und verlor damit zum fünften Mal in Folge gegen Rafael Nadal. Dennoch hatte sich Federer im Verlaufe der Saison als zweitbester Sandplatzspieler der Welt etabliert.

In Wimbledon spielte sich Federer auf dem Weg zum vierten Titel in Folge ohne Satzverlust ins Finale vor. Dort traf er überraschend erneut auf den Weltranglistenzweiten Nadal. Der Spanier war zwar in der Lage, Federer einen Satz abzunehmen, dennoch konnte der Schweizer am Ende seinen insgesamt achten Grand-Slam-Titel in Empfang nehmen. Bei den US Open begann für Federer eine erneute Siegesserie. Zum dritten Mal konnte er Andy Roddick in einem Grand-Slam-Finale besiegen und gewann damit zum zweiten Mal nach 2004 drei Grand-Slam-Titel in einer Saison. Erstmals seit drei Jahren konnte Federer im Anschluss auch verletzungsfrei an der Hallensaison teilnehmen. Mit seinem Turniersieg in Madrid brach der Schweizer den Rekord von Jimmy Connors, der in den 1970er Jahren die Tennis-Weltrangliste insgesamt 160 Wochen ununterbrochen angeführt hatte. Im Endspiel liess er dem Amerikaner James Blake auf dem Weg zu seinem dritten Titel beim Jahresabschlussturnier nur sieben Spiele in drei Sätzen. Federer beendete zudem seine dritte Saison in Folge an der Spitze der Weltrangliste, was zuvor nur Jimmy Connors, John McEnroe, Ivan Lendl und Pete Sampras gelungen war.

In der Saison 2006 fehlte Roger Federer nur der Sieg im Finale der French Open zum Erreichen des wohl grösstmöglichen Erfolges im Tennissport, dem Grand Slam. In der Folge wurde vielfach diskutiert, ob Federer ein Erfolg bei allen vier Grand-Slam-Turnieren im Laufe einer Saison in den nächsten Jahren gelingen würde. Bisher erreichte dies neben dem Amerikaner Don Budge (1938) nur der Australier Rod Laver (1962 und 1969). Laver selbst erklärte im Januar 2006, dass er den Grand Slam-Gewinn durch Federer für möglich halte. Den ersten Schritt in Richtung Grand Slam machte Federer in der Saison 2007 bei den Australian Open, wo er als erster Spieler seit Björn Borg 1980 ein Grand-Slam-Turnier ohne Satzverlust gewinnen konnte. Im Verlaufe der folgenden Sandplatzsaison trennte sich der Schweizer von seinem Trainer Tony Roche, konnte aber seinen Rivalen Nadal in Hamburg erstmals auf Sand bezwingen und beendete dessen Serie von 81 Siegen auf diesem Belag. Dennoch endete die Möglichkeit des Grand Slam-Gewinns erneut bei den French Open, wo Federer sich zwar wieder bis ins Finale vorspielte, aber den Erfolg von Hamburg gegen Nadal nicht wiederholen konnte.

Auch im Wimbledonfinale sollte es, wie im Vorjahr, zum Duell Federer gegen Nadal kommen. In seinem fünften Wimbledonendspiel wurde der Schweizer erstmals über die volle Distanz von fünf Sätzen gezwungen, dennoch konnte er nach Ende des Spiels seinen fünften Turnierpokal in Folge in Empfang nehmen. Damit stellte er den Open-Era-Rekord des Schweden Björn Borg ein. Auch bei den US Open gewann Federer zum wiederholten Male. In drei Sätzen behielt er dort gegen den Serben Novak Đoković die Oberhand. Somit hatte Federer erneut nur im Finale der French Open eine Grand-Slam-Niederlage hinnehmen müssen und damit den Gewinn des Grand Slams, wie schon 2006, knapp verpasst. Bei anderen Turnieren zeigte sich Federer indes schlagbarer. So konnte er erstmals seit 2003 bei weniger als drei Masters-Series-Turnieren gewinnen. Einzig in Hamburg und Cincinnati stand der Schweizer am Ende als Turniersieger fest, in Monte Carlo, Montreal und Madrid unterlag er im Finale, während er bei den anderen vier Masters-Turnieren die Viertelfinal-Phase nicht erreichte. Dennoch verteidigte Federer seine Position an der Weltranglistenspitze über den gesamten Saisonverlauf und beendete nach seinem vierten Triumph beim Tennis Masters Cup die Saison zum vierten Mal in Folge auf dieser Position. Dies war bisher einzig den Amerikanern Pete Sampras (6x), Jimmy Connors (5x) und John McEnroe (4x) gelungen.

Bereits zu Beginn der folgenden Saison 2008 endete die nächste Chance auf den Gewinn des Grand Slam: Federer schied im Halbfinale der Australian Open gegen Novak Đoković aus. Damit riss auch seine Serie von zehn aufeinanderfolgenden Teilnahmen an Grand-Slam-Finals. Nach der Niederlage in Melbourne konnte Federer auch in den folgenden Turnieren bis Ende März keinen Titel einfahren. Damit absolvierte er die ersten drei Monate einer Saison erstmals seit dem Jahr 2000 ohne Turniererfolg. Am 7. März 2008 gab Federer bekannt, seit Dezember des Vorjahres am Pfeiffer-Drüsenfieber erkrankt zu sein. Anfang April gelang dem Schweizer mit dem Sieg in Estoril der erste Turniergewinn im Jahr 2008. Während der Sandplatzsaison erreichte der Schweizer die Finals der Masters-Series-Turniere in Monte Carlo und Hamburg, wo er jeweils Rafael Nadal unterlegen war. Auch bei den French Open schaffte Federer den dritten Finaleinzug in Folge, musste aber die dritte Niederlage in Serie gegen Nadal hinnehmen. Federer gelangen bei der Dreisatz-Niederlage lediglich vier Spielgewinne. Im Anschluss an die Finalniederlage in Paris sicherte sich der Schweizer seinen zweiten Turniersieg des Jahres durch seinen insgesamt fünften Erfolg in Halle. Beim dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres in Wimbledon kam es zur insgesamt sechsten Finalbegegnung zwischen Federer und Nadal bei einem Turnier dieser Kategorie. Nach fast fünf Stunden Spielzeit im längsten Wimbledon-Finale der Geschichte brach Federers Serie von 65 Siegen auf Rasen und fünf Wimbledon-Siegen in Folge. Mit 7-9 im fünften Satz unterlag Federer, der damit erstmals seit sechs Jahren ohne Erfolg bei den ersten drei Grand-Slam-Turnieren des Jahres geblieben war.

Beim Masters Cincinnati schied Roger Federer im Achtelfinale aus, womit feststand, dass der Spanier Nadal Federer nach 237 Wochen an der Spitze der Weltrangliste ablösen würde. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking, bei denen der Schweizer wie vier Jahre zuvor Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier war, trat Federer im Einzel sowie im Doppel an der Seite von Stanislas Wawrinka an. Während er im Einzel im Viertelfinale gegen James Blake ausschied, konnte er zusammen mit Wawrinka das Doppelfinale gegen die Schweden Simon Aspelin und Thomas Johansson entscheiden und gewann die Goldmedaille. Bei den US Open gelang Federer nach drei sieglosen Teilnahmen in Folge wieder der Titelgewinn bei einem Grand-Slam-Turnier. Im Finale schlug er den Schotten Andy Murray in drei Sätzen. Damit gewann der Schweizer auch im sechsten Jahr in Folge mindestens ein Turnier der höchsten Kategorie. Einzig Pete Sampras (8), Björn Borg (8) und Richard Sears (7) können in der Geschichte des Sportes längere Serien vorweisen. Mit seinem fünften Sieg in Folge bei den US Open stellte Federer weiterhin den Open-Era-Rekord von Pete Sampras und Jimmy Connors ein. Nach dem Gewinn des dreizehnten Grand-Slam-Titels fehlt dem Schweizer zudem nur noch ein Erfolg bei einem Turnier dieser Kategorie, um den Rekord von Pete Sampras einzustellen.

Während der folgenden Hallensaison gewann Federer seinen vierten Saisontitel beim Turnier in Basel. Beim Masters-Series-Turnier von Madrid verlor er dagegen im Halbfinale gegen Andy Murray. Murray fügte Federer auch seine zweite Niederlage im Verlauf des Tennis Masters Cup zu, so dass der Schweizer bei seiner siebten Teilnahme erstmals in der Gruppenphase des Masters Cups scheiterte. Dennoch reichte Federer ein Sieg in der Gruppenphase um sich den zweiten Platz in der Weltrangliste zum Saisonende zu sichern.

Bei den Australian Open 2009 erreichte Federer das Finale und damit die Möglichkeit in der Partie gegen Rafael Nadal den Grand-Slam-Rekord von Pete Sampras einzustellen. Doch wie schon im Wimbledon-Finale war Federer dem Spanier nach fünf Sätzen und mehr als vier Stunden Spielzeit unterlegen. Im Matchverlauf nutzte Federer nur sechs seiner 19 Breakmöglichkeiten und verpasste damit seinen insgesamt 14. Grand-Slam-Titel.

Roger Federer kann eine Spielbilanz von 35 Siegen zu 11 Niederlagen aus 17 Davis-Cup-Partien vorweisen (25:6 im Einzel und 10:5 im Doppel). Dabei ist er seit 1999 regelmässiges Mitglied der Schweizer Mannschaft und konnte sein Land 2003 ins Halbfinale des Wettbewerbs führen, sowie 1999, 2001 und 2004 ins Viertelfinale. Seit der Saison 2005 konzentrierte sich Federer massgeblich auf seine Einzelkarriere und nahm an den Erstrundenpartien seines Landes in den Jahren 2005-2007 nicht teil, woraufhin die Schweiz jeweils in der ersten Runde scheiterte. Anschliessend nahm Federer allerdings jeweils an der Qualifikationsrunde teil, um den Abstieg seines Landes aus der Weltgruppe des Davis Cups zu verhindern. Während dies 2005 und 2006 gelang, unterlag die Schweiz 2007 in der Relegation, trotz zweier Erfolge Federers im Einzel, gegen die Tschechische Republik mit 2:3 und war damit 2008 erstmals seit 16 Jahren nicht mehr in der Weltgruppe vertreten. Im September 2008 schaffte das Schweizer Team mit Federer und Wawrinka mit einem Sieg gegen Belgien den sofortigen Wiederaufstieg in die Weltgruppe.

Mit 34 Siegen liegt Federer in der ewigen Rangliste seines Landes auf Platz 4 hinter Jakob Hlasek (49), Marc Rosset (37) und Heinz Günthardt (36). Allerdings ist seine Gewinnquote die mit Abstand erfolgreichste der Spieler mit mehr als 20 Einsätzen.

Unmittelbar nach dem Tennis Masters Cup trat Federer am 21. November 2006 in einem Schaukampf in Seoul gegen Rafael Nadal an. Dabei konnte sich Federer mit 6:3, 3:6 und 6:3 gegen den Mallorquiner durchsetzen.

Im Mai 2007 traf Federer in Palma de Mallorca im „Battle of Surfaces“ erneut auf Rafael Nadal. Vor 7000 Zuschauern duellierten sich die beiden auf einem Platz mit unterschiedlichen Belägen. Auf einer Netzseite der Lieblingscourt des Schweizers, Rasen, auf der anderen der von Nadal bevorzugte Sand. In der ausverkauften Palma-Arena siegte der Lokalmatador 7:5, 4:6 und 7:6 (12:10).

Eine viel beachtete Schaukampfserie bestritt Federer im November 2007, als er in drei Exhibitions gegen Pete Sampras antrat. Gewann der aktuelle Weltranglistenzweite die Auftaktpartie in Seoul noch mühelos mit 6:3 und 6:4, leistete der Amerikaner bei Aufeinandertreffen Nummer zwei in Kuala Lumpur mehr Widerstand und zwang Federer zwei Mal in den Tie-Break. Der setzte sich mit 7:6 (8:6) und 7:6 (7:5) durch. Erst im letzten Duell in Macao verlor der Schweizer gegen den zehn Jahre älteren Sampras mit 6:7 (8:10) und 4:6.

Am 10. März 2008 bezwang Federer bei einem erneuten Aufeinandertreffen mit Sampras den Amerikaner in drei Sätzen mit 6:3, 6:7 (4:7) und 7:6 (8:6). Die Partie wurde vor 19.000 Zuschauern im New Yorker Madison Square Garden ausgetragen.

Federer nahm am 18. November 2008 an dem Showdown of Champions teil. Im ersten Spiel besiegte er James Blake 7:6. Im anschliessenden Doppel verlor er mit Björn Borg gegen John McEnroe und James Blake 5:7.

Roger Federer gilt als der vielseitigste Spieler im heutigen Tennis und auch als einer der besten Allrounder in der Geschichte des Profitennis. So wurde der Schweizer vom amerikanischen Tennis Magazine 2007 anlässlich einer Auflistung der besten Spieler in bestimmten Bereichen des Tennisspiels in insgesamt sieben von elf Kategorien zu den besten Spielern der heutigen Tennisgeneration gezählt. In vier Bereichen wurde er darüber hinaus zu den besten Spielern in der Tennisgeschichte gezählt. Dieses vielseitige und variantenreiche Spiel macht es Federer nicht nur möglich, auf den diversen unterschiedlichen Platzbelägen erfolgreich zu sein, sondern ermöglichte es ihm auch zum dominierenden Spieler seiner Generation zu werden. So setzte sich sein Allroundspiel gegen eher einseitig veranlagte Spielertypen seiner Generation wie Andy Roddick (Aufschlag) oder auch Lleyton Hewitt (Beinarbeit und Returnspiel) durch. Zu erwähnen ist allerdings auch, dass die kontinuierliche Vereinheitlichung der Platzbeläge einen entscheidenden Vorteil für die Spielweise von Allroundspielern bietet.

In der Grundanlage gehört Federer zum im heutigen Profitennis vorherrschenden Spielertyp, der im Wesentlichen von der Grundlinie des Platzes agiert. Zwar hat Federer gerade in den Jahren unter seinem Trainer Tony Roche auch an seinem Netzspiel gearbeitet, dennoch erzielt er den Großteil seiner Punktgewinne durch Schläge von der Grundlinie. Als spektakulärster und dabei auch erfolgreichster Schlag in Federers Spiel gilt die Vorhand, die vom Tennis Magazine als beste Vorhand in der Geschichte des Sportes bezeichnet wird. Wegen ihrer Schnelligkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit setzt Federer seine Vorhand meist ein, um einen Ballwechsel direkt zu beenden oder den Gegner zu einem entscheidenden Fehler zu zwingen. Im Vergleich zum Vorhandschlag wird die Rückhand von Federer als schwächere Seite angesehen. Seine Rückhand setzt Federer massgeblich zur Vorbereitung eines Gewinnschlages ein. So arbeitet Federer speziell bei Returnspielen häufig mit dem Rückhandslice, um den Gegner in eine defensive Situation zu zwingen. Federer zum Spiel mit der Rückhand zu zwingen, gilt als eine der bewährtesten Taktiken, um den Schweizer zu besiegen. Hochabspringende Schläge auf die Rückhand waren dementsprechend auch einer von fünf möglichen Wegen um Federer zu schlagen, die das Time Magazine im Jahr 2007 nach Interviews mit diversen Tennisexperten und Spielern vorschlug.

Obwohl die starke Vorhand von Federer in Beschreibungen seines Spielstils meist den größten Raum einnimmt, gilt sein Defensivspiel und speziell seine Beinarbeit und Bewegung auf dem Platz als wichtigster Faktor für seinen Erfolg. So bezeichnete das Tennis Magazine ebenfalls die Beinarbeit von Federer als beste in der Geschichte des Sportes. Als entscheidende Person für die Entwicklung der Bewegungsabläufe von Federer auf dem Tennisplatz gilt der Konditionstrainer Pierre Paganini, mit dem der Schweizer seit Ende der Saison 2000 zusammenarbeitet. Paganini trainiert mit Federer massgeblich in den Bereichen Athletik, Beinarbeit und Krafttraining. Die gezielte Arbeit in diesen Bereichen ermöglicht Federer besondere Schnelligkeit auf kurzen Laufwegen, so dass er gegnerische Schläge schneller als die meisten anderen Spieler erlaufen und mit wesentlich überlegteren Rückschlägen erwidern kann. Dies öffnet dem Schweizer die Möglichkeit, aus teilweise sehr starker Bedrängnis wieder selbst die Offensive zu ergreifen oder auch direkte Punktgewinne zu erzielen.

Andere Bereiche im Spiel von Roger Federer werden in den meisten Analysen eher nebensächlich erwähnt. So gilt der Aufschlag des Schweizers nicht als eine seiner grössten Stärken, jedoch besitzt Federer einen der variabelsten Aufschläge auf der ATP Tour. Tatsächlich schlägt Federer deutlich weniger Asse und Service Winner als die besten Aufschläger im heutigen Tennis. Dennoch konnte Federer gerade in diesem Bereich eine deutliche Verbesserung in den letzten Jahren aufweisen. So steigerte er seine durchschnittliche Anzahl an Assen pro Spiel in den letzten Jahren kontinuierlich. Zudem lag Federer in den Jahren 2005-2007 mit rund 77 % an gewonnenen Punkten bei ersten Aufschlägen unter den besten zehn Spielern in dieser Statistik.

Wie bereits in den Einleitungsätzen des Abschnittes erwähnt, hat das Netzspiel in den letzten Jahren im Welttennis deutlich an Bedeutung verloren. Dennoch nutzt Federer das Spiel am Netz nicht nur regelmässig auf schnellen Belägen, um gute Aufschläge direkt zu verwerten, sondern des Öfteren auch auf langsamen Belägen, wie Sand, um laufintensive Grundlinienduelle abzukürzen. Gerade im historischen Vergleich gilt Federer aber nicht als einer der besten Volleyspieler. Das Tennis Magazine nannte Federer zwar bei den besten aktuellen Spielern in diesem Bereich, gerade bei seinen zahlreichen Sandplatzduellen gegen Rafael Nadal wurde Federer am Netz aber regelmässig vom Spanier passiert. Auch die typischen Sandplatzdisziplinen wie Stop- oder Lobbälle gehören nicht zum häufig frequentierten Schlagrepertoire des Schweizers.

Neben der reinen Ebene der Spielfähigkeiten ist auch der mentale Bereich, gerade bei Grand-Slam-Turnieren, ein entscheidender Faktor im Tennissport. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Federer, der in jungen Jahren als sehr lautstarker und hitzköpfiger Spieler galt, sein Auftreten auf dem Platz schon früh in seiner Profikarriere stark gewandelt hat. Selbst in engen Spielsituationen zeigt Federer selten Emotionen und erlaubt seinen Kontrahenten so kaum eine Einschätzung seiner tatsächlichen Verfassung. Zudem ist Federer bekannt dafür in entscheidenden Situationen sein bestes Tennis abzurufen. Belege dafür sind seine starke Tie-Break-Bilanz (hinter Novak Đoković liegt Federer mit rund 65% gewonnener Tie-Breaks auf Platz 2 der Statistik der Spieler mit mehr als 100 absolvierten Tie-Breaks) und die Prozentzahl an abgewehrten Breakchancen (hier lag Federer in der Saison 2006 mit 70% auf Platz 1 der ATP-Spieler).

Alle diese Spielfähigkeiten von Federer, gepaart mit seiner nahezu beispiellosen Erfolgsquote in den letzten Jahren, haben dazu geführt, dass zahlreiche Spieler ihre Partien gegen Federer schon vor der eigentlichen Austragung als verloren abhaken. Dies ist eine Beobachtung, die auch das Time Magazine im Artikel über die Wege um Federer zu schlagen thematisierte. So meint David Nalbandian, der insgesamt 8 Duelle gegen Federer für sich entscheiden konnte, dass viele Spieler bessere Chancen gegen Federer hätten, wenn sie mit einer anderen Motivation in die Spiele gegen den ehemaligen Weltranglistenersten gehen würden.

¹ Turnierresultate in Klammern bedeuten, dass der Spieler das Turnier noch nicht beendet hat und zeigt seinen aktuellen Turnierstatus an. Nach dem Turnierende für den Spieler wird die Einklammerung entfernt.

Roger Federer, der Sohn eines Schweizers und einer Südafrikanerin, wuchs in Münchenstein auf, einem Vorort von Basel. Mit der Herkunft seiner Mutter hänge gemäss Federer auch die englische Aussprache seines Vornamens zusammen, die damit nicht der in der Schweiz sonst üblichen französischen Aussprachsvariante entspricht. Federer spricht drei Sprachen (Deutsch, Englisch und Französisch) fliessend und kann deshalb in Pressekonferenzen und Interviews problemlos zwischen den einzelnen Sprachen wechseln.

Partnerin ist seine Landsfrau Miroslava (Mirka) Vavrinec, eine ehemalige Profi-Tennisspielerin, die ihre Karriere 2002 wegen einer Fussverletzung beenden musste. Die beiden lernten sich am Rande der Olympischen Spiele 2000 in Sydney kennen. Mitte März 2009 gab Federer bekannt, dass das Paar im Frühsommer ein Kind erwartet.

Roger Federer liess sich aus medizinischen Gründen militärdienstuntauglich erklären. Dies führte zu einigen Diskussionen in der Schweizer Öffentlichkeit, da in der Schweiz immer noch eine Mehrheit der Männer eines Jahrganges (2006: 65 %) militärdiensttauglich ist.

Im Dezember 2003 gründete Federer eine Stiftung, die Hilfsprojekte für Kinder finanziell unterstützt, hauptsächlich in Südafrika, dem Heimatland seiner Mutter. Zudem war Federer auch sehr stark in die Tsunami-Hilfsprojekte nach der Katastrophe im Dezember 2004 involviert und spielte eine Reihe von Benefiz-Turnieren zur Unterstützung der Betroffenen. Im April 2006 wurde Roger Federer als erster Schweizer zum UNICEF-Botschafter ernannt. Wegen dieses ehrenamtlichen Engagements wurde er 2006 von Kinderlachen mit dem Kind-Award ausgezeichnet.

Federer interessiert sich auch sehr für den lokalen Fussball; er ist Fan des FC Basel und der Schweizer Nationalmannschaft. Er wohnt in der Gemeinde Wollerau, Kanton Schwyz.

In seiner bisherigen Karriere hat Federer eine Reihe von Auszeichnungen erhalten, unter anderem wurde er von der ATP zum Spieler der Jahre 2004, 2005, 2006 und 2007 ernannt. Zudem wurde er viermal zum Weltsportler des Jahres ernannt (2005, 2006, 2007 und 2008), was vor ihm noch keinem Sportler gelungen ist. In seinem Heimatland wurde Federer viermal zum Schweizer Sportler des Jahres (2003, 2004, 2006, 2007) gewählt. Darüber hinaus gewann er mit Stanislas Wawrinka im Jahr 2008 in der Wertung Team des Jahres. 2003 wurde er Schweizer des Jahres. Die Schweizerische Post widmete Federer 2007 als erster lebenden Persönlichkeit eine Sonderbriefmarke.

Zum Seitenanfang



Pete Sampras

Pete Sampras im August 1992

Pete Sampras (* 12. August 1971 in Washington, D. C.) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Profi-Tennisspieler.

Sampras, Sohn griechischer Einwanderer von der Insel Kos, gewann in seiner Karriere insgesamt 14 Grand-Slam-Turniere im Einzel, war sechs Jahre hintereinander am Jahresende die Nr. 1 der Tennis-Weltrangliste, stand insgesamt 286 Wochen auf dem Platz an der Spitze und war 1990 mit 19 Jahren der bis dahin jüngste Sieger der US Open. Sampras gilt neben Rod Laver, Björn Borg, John McEnroe und Roger Federer als einer der besten Profi-Tennisspieler aller Zeiten.

In seiner 15 Jahre langen Karriere gewann er insgesamt 64 Turniere im Einzel und 2 im Doppel, darunter sieben Mal Wimbledon, fünf Mal die US Open und zweimal die Australian Open. Nur der Erfolg bei den French Open blieb ihm verwehrt. Zusätzlich war er fünf Mal ATP-Weltmeister, gewann 11 Turniere der sogenannten Super-9-Serie (heute Masters Series), gewann mit den USA zweimal den Davis Cup und wurde sechs Mal zum Spieler des Jahres gewählt. In seiner Bilanz stehen 762 gewonnene Spiele 222 verlorene gegenüber.

Schon in jungen Jahren entdeckte Sampras seine Leidenschaft für den Tennissport, doch erst nach einem Umzug seiner Familie nach Palos Verdes, einem Vorort von Los Angeles, war es ihm möglich, den Sport regelmäßig zu betreiben. Es war der Kinderarzt und begeisterte Tennisspieler Pete Fischer, der das Talent des damals neunjährigen Sampras erkannte und in den nächsten Jahren eine Art Mentor für das junge Tennistalent wurde. Fischer war es auch, der diverse Trainer engagierte, um die verschiedenen Aspekte in Sampras' Tennisspiel zu verbessern. Der Arzt selbst, den Sampras später als "verrückten Wissenschaftler" beschrieb, kümmerte sich maßgeblich um die mentale Ebene des Spieles von Sampras. So schärfte Fischer Sampras ein immer kontrolliertes und wenig emotionales Verhalten auf dem Tennisplatz ein und vermittelte ihm die historische Bedeutung der Grand-Slam-Turniere. Der junge Sampras studierte unter der Handschrift Fischers die Spiele der bekanntesten Tennisprofis der Vergangenheit, und vor allem Rod Laver (den er im Alter von elf Jahren persönlich treffen konnte) beeindruckte Sampras mit seiner Spielart und seinen Erfolgen . Schon bald erreichte Sampras erste Erfolge auf der Juniorentour, und obwohl Pete Fischer darauf bestand, dass Sampras in Turnieren antreten sollte, in denen auch weitaus ältere und erfahrenere Spieler spielten, hatte er sich bald zu einem der am besten eingestuften Spieler seiner Altersgruppe entwickelt. Zu dieser Zeit spielte Sampras eine solide zweihändige Rückhand, die ihm ein sicheres Grundlinienspiel ermöglichte. Doch Fischer überzeugte den damals 14-jährigen Sampras davon, in Zukunft eine einhändige Rückhand zu spielen, und formte aus dem soliden Grundlinienspieler einen klassischen Serve-and-Volley-Spieler . Kurz vor seinem Wechsel auf die Profitour in der Saison 1988 erreichte Sampras das Viertelfinale der US Open des Jahres 1987 im Junioreneinzel (wo er in der ersten Runde auch den an Nummer 1 gesetzten Landsmann Michael Chang schlug) und das Turnierhalbfinale im Doppel. Im gleichen Jahr wurde der 16-jährige Sampras auch für den Junior-Davis-Cup-Wettbewerb nominiert.

In seiner ersten Saison auf der ATP-Tour spielte Sampras zehn Turniere, wobei der Halbfinaleinzug bei einem Turnier in Schenectady der größte Erfolg war. Er beendete seine erste Profisaison (bei der er nur an US-amerikanischen Turnieren teilnahm) auf Platz 97 der Tennis-Weltrangliste und war damit einer der jüngsten Spieler der Tennisgeschichte, der eine Saison unter den besten 100 Spielern der Weltrangliste beenden konnte. In der folgenden Saison weitete Sampras seinen Spielplan auch auf die wichtigsten Turniere in Australien und Europa aus. Der US-Amerikaner gewann 18 seiner 37 Spiele in dieser Saison und konnte sich um 16 Plätze in der Weltrangliste verbessern. Unter anderem erreichte er dabei das Viertelfinale in Adelaide und Indianapolis. An der Seite von Jim Courier konnte er die Italian Open im Doppel gewinnen, und bei den US Open konnte er sich nach einem Zweitrundensieg über Titelverteidiger Mats Wilander bis in das Turnierachtelfinale spielen. Wenige Wochen später trennte er sich von Fischer, von dem er sagte, dass er versuchte, "sein Gehirn in meinen Körper einzupflanzen" .

Zur neuen Saison verpflichtete Sampras Joe Brandi als neuen Trainer, und schon bald konnte der Amerikaner bessere Resultate verzeichnen . So erreichte er bei den Australian Open das zweite Grand-Slam-Achtelfinale in Folge, und nach einem Halbfinale in Mailand gewann Sampras das erste Turnier seiner Karriere in Philadelphia. Nachdem er das Vorbereitungsturnier in Manchester eine Woche vor Wimbledon gewann, galt er als Geheimtipp für das prestigeträchtige Tennisturnier in Wimbledon. Vor allem Fred Perry prophezeite Sampras einen großen Erfolg in Wimbledon (5). Doch Sampras unterlag in der ersten Runde des Turniers dem Südafrikaner Christo von Rensburg in drei engen Sätzen. In den folgenden Wochen konnte Sampras, der mittlerweile den Sprung unter die besten 15 Spieler der Weltrangliste geschafft hatte, noch zwei weitere Turnierhalbfinals erreichen, bevor er zu den US Open der Saison 1990 antrat. Nicht unbedingt als Turnierfavorit angesehen, erreichte der an Position 12 gesetzte US-Amerikaner ohne Satzverlust das Turnierachtelfinale, wo er den Österreicher Thomas Muster in vier Sätzen bezwang und ein Viertelfinalduell mit Ivan Lendl ermöglichte. Lendl hatte Sampras zehn Monate zuvor zu einigen Trainingseinheiten in seinem Haus in Connecticut eingeladen. Sampras sprach später mit Bewunderung über die Trainingsleistung, die Lendl zeigte und seinem jungen Landsmann vermittelte. Doch bei den US Open war es Sampras, der die Oberhand behielt und Lendls Serie von sieben Finalteilnahmen in Folge bei diesem Turnier beendete. Auch die nächste US-amerikanische Tennislegende John McEnroe fand kein wirksames Mittel gegen das Powertennis des 19-Jährigen und verlor schließlich in vier Sätzen. Im Finale des Turniers traf Sampras auf den ein Jahr älteren Andre Agassi, der sich schon einen Namen als Paradiesvogel auf der ATP-Tour gemacht hatte, gegen Sampras aber chancenlos war und das Finale mit 4:6, 3:6 und 2:6 verlor. Im Alter von 19 Jahren und 28 Tagen war Sampras der jüngste US-Open-Sieger aller Zeiten und er sagte später, dass er für diesen großen Erfolg noch nicht bereit gewesen wäre, weder als Tennisspieler noch als Person . Tatsächlich sollte es fast 3 Jahre bis zu seinem nächsten Grand-Slam-Triumph dauern. Die Saison beendete Sampras nach seinem vierten Saisonsieg beim Grand-Slam Cup in Deutschland auf Platz 5 der Weltrangliste.

Die nachfolgende Saison 1991 verlief für Sampras ähnlich erfolgreich wie die Vorsaison, allerdings ohne großen Erfolg bei den Grand-Slam-Turnieren. Insgesamt erreichte der US-Amerikaner acht Finalteilnahmen auf der ATP-Tour und konnte vier dieser Spiele für sich entscheiden, darunter auch zum ersten Mal in seiner Karriere die saisonabschließende ATP-Weltmeisterschaft. Bei den US Open 1991 bezog Sampras nach seiner Viertelfinalniederlage von seinem Gegner Jim Courier und Landsmann Jimmy Connors deutliche Kritik, als er in der anschließenden Pressekonferenz von der Erleichterung sprach, dass ihm der Druck (der auf ihm als Titelverteidiger gelastet habe) nach der Niederlage vom Rücken genommen sei . Nach dem Turnier trennte er sich von seinem Trainer Joe Brandi und engagierte als neuen Trainer Tim Gullikson, der schon als Trainer von Tennisprofis wie Martina Navratilova, Mary Joe Fernandez und Aaron Krickstein gearbeitet hatte. Am Ende des Jahres stand Sampras auch erstmals im Davis-Cup-Kader der USA für das Endspiel gegen die französische Mannschaft. Sampras verlor allerdings beide Einzelspiele und die USA das Finale mit 1:3. Die Saison beendete der US-Amerikaner letztlich auf Platz 6 der Weltrangliste.

Gulliksons Bemühungen, aus Sampras, der sich in seiner bisherigen Karriere sehr auf seinen starken Aufschlag verlassen hatte, einen kompletteren Spieler zu machen, zeigten in der Saison 1992 erste Erfolge. So konnte der US-Amerikaner erstmals auch bei Sandplatzturnieren, die er zuvor weitgehend gemieden hatte, gute Resultate erringen und unter anderem bei den French Open in Paris das Viertelfinale erreichen. Einige Wochen später zeigte Sampras, dass er sein für den Rasenplatz in Wimbledon prinzipiell gut geeignetes Spiel auch auf dem "heiligen Rasen" erfolgreich umsetzen konnte und erreichte beim dritten Grand-Slam-Turnier der Saison das Halbfinale. Mit zwei erfolgreichen Grand-Slam-Turnieren im Rücken und einer Siegesserie von zehn Spielen aus den letzten Vorbereitungsturnieren in Cincinnati und Indianapolis startete Sampras bei den US Open. Nach zwei Fünfsatzsiegen in frühen Turnierrunden besiegte er den Weltranglistenersten Jim Courier im Halbfinale und zog in das Turnierendspiel gegen den Schweden Stefan Edberg ein. Sampras konnte den ersten Satz gewinnen, vergab aber weitere Möglichkeiten im Spielverlauf und ging nach vier Sätzen als Verlierer vom Platz. Später sagte Sampras, dass er nach der Niederlage nächtelang nicht habe schlafen können und ihm das Spiel klar gemacht habe, wie wichtig der Erfolg insbesondere bei den Grand-Slam-Turnieren für ihn sei . Im Saisonverlauf gewann Sampras fünf seiner sieben Turnierendspiele und beendete die Saison auf Platz 3 der Weltrangliste. Im Dezember verhalf er mit dem vorentscheidenden Doppelerfolg an der Seite von John McEnroe den USA zum zweiten Davis-Cup-Sieg der letzten drei Jahre.

Nach der US-Open-Niederlage gegen Edberg arbeiteten Sampras und Gullikson weiter am Spiel des US-Amerikaners. Wieder war das Ziel, auf dem langsamen Sandplatzbelag ein durchdachteres Spiel zu entwickeln, das ihm auch Erfolg auf dem Rasenplatz von Wimbledon bringen würde. In den ersten Turniermonaten der Saison 1993 scheiterte Sampras nur einmal vor der Halbfinalphase eines Turniers und unterlag bei den Australian Open in der Vorschlussrunde erneut Stefan Edberg. Nach seinem dritten Saisonsieg in Tokio erreichte Sampras mit einem Finalsieg über Brad Gilbert erstmals die Spitzenposition in der Tennis-Weltrangliste, begleitet von der Diskussion, ob einem Spieler, der lediglich ein einziges Grand-Slam-Turnier gewonnen hat, die Nummer 1 zusteht. Es folgte eine erneute Viertelfinalplatzierung bei den French Open, bevor Sampras ohne größere Probleme das Viertelfinale in Wimbledon erreichte, wo er Landsmann Agassi in fünf Sätzen bezwingen konnte. Nach einem Dreisatzsieg über Boris Becker im Halbfinale schlug er Jim Courier im Endspiel in vier Sätzen, um den zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere einzufahren. Bis zu den US Open im September gelang Sampras zwar kein weiterer Finaleinzug, aber in Flushing Meadows selbst gab Sampras auf dem Weg zu seinem zweiten Erfolg beim wichtigsten amerikanischen Tennisturnier nur zwei Sätze ab. Im letzten Saisondrittel konservierte Sampras seine Spitzenposition in der Weltrangliste mit den Saisontiteln sieben und acht in Lyon und Antwerpen, verlor das Endspiel der ATP-Weltmeisterschaft allerdings gegen den Deutschen Michael Stich.

In der Saison 1994 änderte sich wenig an der Dominanz von Sampras im Herrentennis, tatsächlich verlor er in den ersten Saisonmonaten bis zu den French Open nur drei Matches und konnte bei den Australian Open als erster Spieler nach Rod Laver 1969 wieder drei Grand-Slam-Turniere in Folge gewinnen. Die Chance, Titelträger bei allen vier Major-Turnieren zu werden, vergab er dann allerdings bei den French Open, wo er zum dritten Mal in Folge im Viertelfinale scheiterte. In Wimbledon dagegen verteidigte Sampras erstmals erfolgreich einen Grand-Slam-Titel und gab auf dem Weg ins Finale gegen Goran Ivanišević (das er nach zwei hart umkämpften ersten Sätzen schließlich mit 7:6, 7:6 und 6:0 gewann) nur einen einzigen Satz ab. Aufgrund einer Knöchelverletzung konnte er bis zu den US Open kein weiteres Match bestreiten, und im Achtelfinalmatch gegen Jaime Yzaga fehlte dem US-Amerikaner letztlich die Matchpraxis und Fitness, um nach fünf Sätzen und dreieinhalb Stunden Spielzeit erfolgreich zu bestehen . In der Saison 1994 gab Sampras auch sein Comeback in der US-amerikanischen Davis-Cup-Mannschaft, nachdem er sich im Vorjahr auf seine Einzelkarriere konzentriert hatte. Doch im Halbfinale gegen Schweden musste er im Duell gegen Stefan Edberg verletzt aufgeben und einen weiteren Monat pausieren (die USA verloren die Begegnung letztlich mit 2:3). Gegen Ende der Saison fand Sampras zu seinem alten Erfolg zurück und konnte zum zweiten Mal die ATP-Weltmeisterschaft gewinnen. Er beendete die Saison mit 10 Turniersiegen und konnte die Spitzenposition in der Weltrangliste über die ganze Saison lang halten.

Nachdem er seine Verletzungen vollständig auskuriert hatte, kehrte Sampras mit neuer Motivation auf den Tennisplatz zurück, doch bei den Australian Open erlitt sein Trainer Gullikson eine Stunde vor Sampras' Drittrundenmatch einen Schwächeanfall. Im Viertelfinalspiel gegen Jim Courier brach Sampras im fünften Satz in Tränen aus, nachdem ein Fan zuvor von der Tribüne gerufen hatte, dass er das Spiel für seinen Trainer gewinnen solle. Sampras gewann das Spiel schließlich nach einem 0:2-Satzrückstand, einige Tage später wurde bei Gullikson ein Gehirntumor diagnostiziert . Sampras spielte sich letztendlich bis in das Finale des Turniers vor, verlor allerdings emotional ausgelaugt gegen Andre Agassi. Wenige Monate später sollte er auch den Spitzenplatz in der Weltrangliste an seinen Landsmann abgeben. Bis zu den Lawn Tennis Championships in Wimbledon gewann Sampras nur zwei Turniere, und vor allem bei den Sandplatzturnieren folgten einige frühe Niederlagen. Auf dem Rasen von Wimbledon blieb Sampras dagegen weiter ungeschlagen und konnte das Turnier zum dritten Mal in Folge gewinnen. Rechtzeitig zur Hartplatzsaison erlebte das Duell zwischen Sampras und Agassi seinen Höhepunkt, denn beide Spieler hatten noch alle Chancen auf die Spitzenposition in der Weltrangliste am Jahresende. Agassi selbst ging so weit zu sagen, dass der Spieler, der die US Open gewinnen würde, die wahre Nummer 1 der Saison sein würde. Tatsächlich kam es in Flushing Meadows zum medienwirksamen Endspiel Sampras gegen Agassi, das Sampras mit 6:4, 6:3, 4:6 und 7:5 für sich entscheiden konnte. Agassi fand erst Jahre später wieder zu seiner Form des Jahres 1995 zurück, während Sampras die Weltranglistenspitze wenige Wochen später zurückeroberte und bis zum Saisonende halten konnte. Am Ende der Saison 1995 gelang Sampras auch noch der zweite Davis-Cup-Triumph, er selbst konnte dabei eine 7:0-Saisonbilanz vorweisen und konnte das erste Einzelmatch gegen Andrei Tschesnokow aus Russland in fünf Sätzen gewinnen, obwohl er anschließend unter Krämpfen vom Platz getragen werden musste.

Die Saison 1996 begann mit Licht und Schatten für Sampras, der zwar bis zu den French Open vier Turniere gewinnen konnte, aber bei den Australian Open bereits in der dritten Runde scheiterte. Die French Open wurden vom Tod seines ehemaligen Trainers Tim Gullikson überschattet, dennoch zeigte Sampras in Roland Garros die beste Leistung seiner Karriere. Erst im Halbfinale scheiterte er übermüdet am Russen Jewgeni Kafelnikow, nachdem er in der Runde zuvor Jim Courier nach einem 0:2-Satzrückstand ausgeschaltet hatte. In seiner weiteren Karriere sollte Sampras nie wieder das Halbfinale in Paris erreichen. Ohne weitere Vorbereitung trat Sampras an der Seite seines neuen Trainers Paul Annacone in Wimbledon an, seine Siegesserie auf dem heiligen Rasen endete aber nach 25 Spielen gegen den späteren Titelträger Richard Krajicek im Viertelfinale. In der nordamerikanischen Hartplatzsaison zeigte Sampras seine besten Leistungen der Saison und musste sich im Viertelfinale der US Open gegen Alex Corretja auf dem Platz übergeben, gewann das Spiel aber trotzdem in fünf Sätzen und letztendlich auch das Turnier − ein Titel, der nach eigener Aussage sein Jahr rettete. Seinen achten und letzten Saisontitel gewann Sampras bei der ATP-Weltmeisterschaft, wo er im Finale Boris Becker in einem vier Stunden andauernden Match bezwingen konnte,diese Match gilt unter Tennisexperten bis zum heutigen Zeitpunkt immer noch als eines der besten Tennismatches aller Zeiten. Das Match hatte nicht zulezt die Brisanz daraus, dass Becker Sampras innerhalb einer Woche in Stuttgart und in der Vorrunde in Frankfurt zweimal besiegen konnte, und somit die aktuelle Nummer eins drei Mal in Folge gegen denselben Spieler verloren hätte. Das einzigartige des Matches war die Wertschätzung beider Gegner zueinander, jeder wollte "zeigen" wer in der Lage ist die "besten" Schläge zu haben. Somit ergab sich eine Vielzahl von spektakulären Ballwechseln, die selbst bis heute noch kaum zu überbieten sind. Dies zeigt auch die Tatsache, dass Sampras fünf Jahre nach seiner aktiven Karriere einen Schaukampf gegen den zu dieser Zeit alles beherrschenden Roger Feder gewinnen konnte.

In der Saison 1997 konnte Sampras zum zweiten Mal in seiner Laufbahn die Spitzenposition in der Weltrangliste über das gesamte Kalenderjahr hinweg halten. Er begann die Saison mit seinem zweiten Titel bei den Australian Open, seinem insgesamt 9. Grand-Slam-Erfolg. Ohne Niederlage und mit bereits drei Saisonsiegen startete Sampras in die Sandplatzsaison, wo er allerdings ohne großen Erfolg blieb und bei den French Open in der dritten Runde scheiterte. In Wimbledon kehrte Sampras dagegen zu seiner Dominanz zurück und gewann seinen vierten Titel im Finale gegen Cedric Pioline. Mit bereits zwei gewonnenen Grand-Slam-Titeln im Rücken startete Sampras als großer Favorit bei den US Open, verlor allerdings überraschend im Achtelfinale gegen Petr Korda in fünf Sätzen. Von den letzten vier Saisonturnieren konnte Sampras drei gewinnen, darunter der vierte Sieg bei der ATP-Weltmeisterschaft, womit er seine Weltranglistenposition sicher verteidigte. Im November verlor er allerdings das vierte Davis-Cup-Finale seiner Karriere mit den USA 0:5 gegen Schweden, nachdem er bereits in seinem ersten Match verletzt aufgeben musste und nicht mehr zum Einsatz kam.

1998 kam Sampras erstmals seit 1995 wieder in Gefahr, seine Weltranglistenposition dauerhaft zu verlieren. Jüngere Spieler wie Marcelo Rios und Patrick Rafter verkürzten den Punkteabstand auf den US-Amerikaner zusehends, auch weil Sampras in dieser Saison bereits im Viertelfinale der Australian Open scheiterte. Erstmals seit 102 Wochen musste Sampras seine Spitzenposition im März 1998 räumen, eroberte die Position allerdings bereits im nächsten Monat zurück. In Wimbledon gelang Sampras der fünfte Sieg seiner Laufbahn, Goran Ivanišević unterlag im Endspiel letztlich nach fünf hart umkämpften Sätzen. Mit seinem elften Grand-Slam-Titel rückte er in der ewigen Statistik gleichauf mit Björn Borg und seinem großen Idol Rod Laver und war nur noch einen Erfolg vom Grand-Slam-Rekord von Roy Emerson entfernt. Dennoch verstummten die Kritiker nicht, die glaubten, dass Sampras' große Zeit vorüber sei. Im Halbfinale der US Open kam es zum medienwirksamen Duell zwischen Sampras und Rafter, die in den Wochen zuvor einige Streitigkeiten über die Medien ausgetragen hatten, nachdem Rafter ein Turnierendspiel in Cincinnati wegen eines zweifelhaften Linienentscheids gegen Sampras gewonnen hatte. Auch bei den US Open blieb Rafter nach fünf Sätzen das bessere Ende und die Kritiker fühlten sich in ihrer Annahme bestätigt. Spät in der Saison offenbarte Sampras seinem Trainer Annacone sein großes Ziel, eine Saison zum sechsten Mal in Folge als Nummer 1 der Weltrangliste zu beenden, ein Erfolg, der noch nie in der Geschichte des Profitennis erreicht wurde . Sampras setzte alle seine Bemühungen auf diesen Erfolg und nahm sogar eine Wildcard von Boris Becker für ein Turnier in Wien an, um das Punkterennen gegen Rios und Rafter für sich zu entscheiden. Letztendlich reichte ein Halbfinale bei der ATP-Weltmeisterschaft aus, um die Position zu sichern, ein Rekord, den Sampras auch heute noch mehr schätzt als viele andere Errungenschaften seiner Karriere.

Nach dem strapaziösen Kampf um die Weltranglistenspitze nahm sich Sampras zu Beginn der Saison 1999 eine einmonatige Auszeit, dazu kamen auch Rückenprobleme, die ihm einen Start bei den Australian Open unmöglich machten. Bei seinem ersten Turnier der Saison 1999 in San José konnte Sampras im Halbfinale aufgrund einer Fußverletzung nicht antreten und musste für einen weiteren Monat pausieren. Erst im März des Jahres konnte er wieder regelmäßig an Turnieren teilnehmen, im April verhinderten aber wiederum Rückenprobleme das regelmäßige Spielen. Auch in der Weltrangliste verlor Sampras zunehmend Punkte. Wie er selbst sagte, hatte die Weltranglistenposition für ihn aber keine entscheidende Bedeutung mehr, nachdem er in der Saison zuvor den Rekord für die meisten Jahre an der Weltranglistenspitze gebrochen hatte. Im Mittelpunkt stand jetzt vielmehr der Grand-Slam-Rekord von Roy Emerson, der mittlerweile in greifbare Nähe gerückt war. Nach einem Zweitrundenaus in Roland Garros begann eine Siegesserie für Sampras, der im Queen's Club triumphieren konnte und dann in Wimbledon den Grand-Slam-Rekord einstellte, indem er in einem der besten Spiele seiner Laufbahn den wiedererstarkten Rivalen Andre Agassi mit 6:3, 6:4 und 7:5 bezwang. Agassi eroberte durch den Finaleinzug die Spitze der Weltrangliste, musste diese Position jedoch wenige Wochen später wieder an Sampras abgeben, der die nordamerikanische Hardcourtsaison dominierte und sowohl Agassi als auch Rafter bei Vorbereitungsturnieren vor den US Open je zweimal deutlich schlagen konnte. Als Topfavorit für die US Open angesehen, verletzte sich Sampras im Training kurz vor Beginn des Turniers und musste zwei Monate lang pausieren. Erst zur ATP-Weltmeisterschaft in Hannover am Jahresende war Sampras wieder vollkommen fit, als die Chance auf eine siebte Saison an der Spitze der Weltrangliste längst vergeben war. Doch Sampras fand schnell in seine Bestform zurück und konnte im letzten Spiel der Saison Agassi mit 6:1, 7:5, 6:4 im Endspiel der Weltmeisterschaft schlagen und den fünften Titel des Jahres sowie den fünften Sieg bei diesem speziellen Turnier feiern. Agassi wurde am Ende der Saison zwar als Nummer 1 der Weltrangliste geführt, hatte aber eine persönliche Saisonbilanz von 1:4 gegen Sampras, der die Saison auf Platz 3 der Weltrangliste beendete.

Das nächste Duell Agassi-Sampras sollte nicht lange auf sich warten lassen, schon bei den Australian Open der Saison 2000 trafen die beiden US-Amerikaner wieder aufeinander, und diesmal war es Agassi, der nach fünf Sätzen den Sprung ins Finale des Turniers geschafft hatte. Sampras zog sich im Matchverlauf eine Verletzung zu, die er bis Anfang März auskurieren musste. In Miami folgte im März der erste Turniersieg der Saison für Sampras. Ihm war spätestens nach der verletzungsgeplagten Vorsaison klar geworden, dass er seinen Turnierplan erheblich einschränken musste, um seine Kräfte für die wirklichen Großereignisse des Jahres zu sparen. In der Folge trat Sampras fast nur noch bei Grand-Slam- und Masters-Series-Turnieren an. Nach dem Erstrundenaus im Queen's Club folgte für Sampras der siebte Sieg in Wimbledon, wo er das Finale gegen Patrick Rafter in vier Sätzen gewann, auf dem heiligen Rasen seinen 13. Grand-Slam-Titel einfuhr und damit einen neuen Rekord aufstellte. Auch bei den US Open konnte Sampras erstmals seit 1996 wieder das Finale erreichen, verlor allerdings in drei sehr deutlichen Sätzen gegen den Russen Marat Safin. Die Revanche gegen Safin gelang Sampras dann beim saisonabschließenden Masters Cup, als er den Russen in der Vorrunde des Turniers deutlich schlagen konnte und damit auch den Sprung von Safin an die Weltranglistenspitze verhinderte. Tatsächlich hatte Sampras selbst auch noch die Chance, mit einem Turniersieg die Spitzenposition am Jahresende einzunehmen, doch er verlor seine Halbfinalbegegnung gegen Gustavo Kuerten.

Die Saison 2001 sollte die vielleicht frustrierendste Saison in Sampras' Karriere werden. Im gesamten Saisonverlauf blieb er ohne Turniergewinn (erstmals seit 1989), und auch in der Weltrangliste konnte er das Niveau der letzten Jahre nicht halten. Bis zum Turnier in Wimbledon hatte Sampras nur zweimal das Halbfinale eines Turniers erreichen können, in Indian Wells, wo er im Finale an Agassi scheiterte und im Queen's Club, wo er in der Vorschlussrunde Lleyton Hewitt unterlag. Bei den Australian Open war er dagegen bereits im Achtelfinale gescheitert, in Roland Garros kam er nicht über die erste Runde hinaus. In Wimbledon kam es dann nach 31 Siegen in Folge zur zweiten Niederlage der letzten 8 Jahre, als er dem Schweizer Roger Federer in fünf Sätzen unterlegen war. Nach dem Turnier wurde Sampras erstmals seit 1990 nicht mehr unter den besten zehn Spielern der Weltrangliste geführt. In der nordamerikanischen Hartplatzsaison zeigte Sampras einen Aufwärtstrend und konnte immerhin zwei Turnierfinals erreichen. Bei den US Open spielte Sampras dann das beste Tennis der Saison und schlug auf dem Weg ins Finale Spieler wie Andre Agassi, Patrick Rafter und auch Vorjahressieger Marat Safin. Doch im Finale reichte es wiederum nicht für Sampras, der Lleyton Hewitt deutlich unterlegen war. Nach einem letzten Auftritt in Stuttgart beendete Sampras die Saison 2001 vorzeitig. Ende des Jahres wurden Gerüchte laut, dass sich Sampras von seinem langjährigen Trainer Paul Annacone trennen würde.

Zur neuen Saison präsentierte Sampras Tom Gullikson als neuen Trainer, den Zwillingsbruder von Tim Gullikson, der Sampras in den Jahren 1992 bis 1996 betreute. Doch der Erfolg stellte sich für Sampras nicht ein, der bei den Australian Open wiederum im Achtelfinale verlor. Zuvor hatte Sampras seinen langjährigen Vertrag mit Nike nicht verlängert und sich auch kurzzeitig von seinem Manager getrennt. Nachdem auch die folgenden Turniere keine herausragenden Resultate brachten, trennte sich Sampras von Gullikson nach rund drei Monaten Zusammenarbeit. Als neuen Trainer stellte er José Higueras ein, der Sampras vor allem noch einmal für einen erfolgreichen Lauf bei den French Open vorbereiten sollte. Im März 2002 erreichte Sampras das Halbfinale in Indian Wells, wo er sich wieder einmal einem Spieler der jüngeren Generation, Lleyton Hewitt, geschlagen geben musste. Im selben Monat unterschrieb er auch einen neuen, weitaus geringer dotierten Vertrag mit Nike. Nachdem er im Davis Cup auf Rasenplatz sein Spiel gegen den Spanier Alex Corretja verloren hatte, erreichte Sampras das erste Saisonfinale in Houston, das er allerdings gegen seinen Landsmann Andy Roddick verlor. Bei den Grand-Slam-Turnieren in Roland Garros (1. Runde) und Wimbledon (2. Runde) kam es zu weiteren bitteren Niederlagen, woraufhin Sampras sich auch von José Higueras trennte und zu Paul Annacone als Trainer zurückkehrte. Mit einer Spielbilanz von 3:3 reiste Sampras zu den US Open, wo er wie schon in den beiden Vorjahren seine beste Form fand und zum dritten Mal in Folge das Finale erreichte. Anders als in den Jahren zuvor traf er aber nicht auf einen Spieler der jüngeren Generation, sondern auf seinen alten Rivalen Andre Agassi, den er mit 6:3, 6:4, 5:7 und 6:4 bezwingen konnte, um den 14. Grand-Slam-Titel seiner Karriere einzufahren und den ersten Turniersieg seit über zwei Jahren zu feiern. Schon in der Pressekonferenz nach dem Sieg wurden Gerüchte über ein Karriereende von Sampras laut, der in der Saison 2002 kein weiteres Spiel bestreiten sollte.

Durch die Saison 2003 hindurch wurden immer wieder Ankündigungen laut, nach denen Sampras sein Comeback bei bestimmten Turnieren geben würde, die allerdings immer wieder zurückgezogen wurden. Letztendlich wurde kurz vor den US Open 2003 bekannt, dass Sampras seine Karriere bei einer Zeremonie auf dem Centre Court von Flushing Meadows am 25. August 2003 beenden würde.

Nachdem Sampras nach eigener Aussage nur etwa vier wirkliche Trainingseinheiten in dreieinhalb Jahren seit seinem letzten Match im Jahr 2002 bestritten hat, wurde im Februar 2006 bekannt, dass der US-Amerikaner ein Comeback auf der World Team Tennis (WTT) Serie geben wird. Dabei sollte er sechs oder sieben Spiele während der regulären Saison vom 6. bis 26. Juli 2006 bestreiten. Am 28. März 2006 wurde er als erste Wahl des WTT-Drafts von den Newport Beach Breakers ausgewählt. Am 6. April 2006 gab Sampras zusätzlich ein Spiel im Rahmen des Einladungsturniers River Oaks International in Houston gegen Robby Ginepri. Sein erstes Tennismatch seit seinem Rücktritt 2003 verlor Sampras gegen seinen jüngeren Landsmann Ginepri mit 3:6 6:7 auf Sandbelag. Ein Comeback auf der ATP-Tour plant Sampras nach eigener Aussage dagegen nicht.

2007 nahm Sampras an mehreren Turnieren der Outback Champions Series teil. Hier konnte er insgesamt drei Turniere für sich entscheiden. Am 14. Juli 2007 wurde er in die Tennis Hall of Fame aufgenommen. Am 15. Juli 2007 bestritt er ein Freundschaftsspiel gegen Todd Martin, was er mit 7-5 gewann. Im November 2007 spielte Sampras drei Spiele gegen den Führenden der Tennis-Weltrangliste, Roger Federer. Die ersten zwei Spiele konnte Federer für sich entscheiden, im dritten Spiel gelang Sampras der erste Sieg. Im März fand ein weiteres Duell zwischen Federer und Sampras in New York statt, welches der Schweizer in drei Sätzen für sich entscheiden konnte.

2008 nahm Sampras auch erstmals bei einem Turnier der BlackRock Tour of Champions teil, bei denen ehemalige Weltklassespieler wie John McEnroe, Goran Ivanisevic oder Stefan Edberg regelmäßig teilnehmen. Das Turnier in São Paulo konnte der Amerikaner im Finale gegen Marcelo Rios für sich entscheiden. Im Dezember nimmt Sampras auch am BlackRock Masters in London teil.

Sampras hat drei Geschwister, seine ältere Schwester Stella ist Tennistrainerin an der Universität von Kalifornien, seine jüngere Schwester Marion ist Lehrerin. Sein Bruder Gus arbeitet als Turnierdirektor beim ATP-Event in Scottsdale, ein Turnier, an dem Sampras während seiner aktiven Laufbahn regelmäßig teilnahm.

Am 30. September 2000 heiratete Sampras die US-amerikanische Schauspielerin Bridgette Wilson, die er 1999 kennengelernt hatte. Die beiden haben zwei Kinder, der erste Sohn Christian Charles Sampras wurde am 21. November 2001 geboren, der zweite Sohn Ryan Nikolaos Sampras am 29. Juli 2005. Zuvor hatte Sampras eine zweijährige Beziehung mit der Schauspielerin Kimberly Williams, eine kurze Beziehung mit der Schauspielerin Lauren Holly und eine sechsjährige Bekanntschaft mit der südafrikanischen Studentin Delaina Mulcahy.

Sampras hat Thalassämie minor, eine Erbkrankheit, die in der Regel keine Anämie auslöst, aber durchaus eine geringere Anzahl von Erythrozyten zur Folge haben kann, was wiederum Kreislaufprobleme und Müdigkeit auslösen kann. Sampras selbst sagte, dass ihn die Krankheit speziell bei heißen Bedingungen beeinflusst habe und er die Krankheit nicht öffentlich gemacht habe, um seinen Gegnern nicht die Sicherheit zu geben, dass er mit einem Defizit spiele.

Zum Seitenanfang



Andre Agassi

Andre Agassi Indian Wells 2006.jpg

Andre Kirk Agassi (* 29. April 1970 in Las Vegas, Nevada) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Tennisspieler und Olympiasieger. In seiner 21 Jahre andauernden Karriere gewann Agassi 60 Einzelturniere, darunter insgesamt 8 Grand-Slam-Turniere.

Als einer von fünf Spielern in der Tennisgeschichte konnte Agassi dabei alle vier Grand-Slam-Turniere im Verlauf seiner Karriere mindestens einmal gewinnen. Zudem errang er 1996 die olympische Goldmedaille im Einzel und führte die USA zu drei Daviscup-Siegen. Aufgrund dieser Erfolge gilt Agassi als einer der dominantesten Spieler der 90er und frühen 2000er Jahre. Oftmals wird er auch als einer der besten Tennisspieler aller Zeiten aufgeführt.

Agassi wurde bereits in seinen jungen Jahren von seinem Vater Emmanuel Agassi, der ein berühmter iranischer Boxer armenischer Abstammung war, auf eine spätere Tenniskarriere vorbereitet. So sorgte der zweifache Olympiateilnehmer (1948 und 1952 im Boxen) dafür, dass Agassi schon früh mit Tennislegenden wie Jimmy Connors und Roscoe Tanner trainieren konnte. Mit 13 Jahren wurde Agassi in die Tennisakademie von Nick Bollettieri in Florida aufgenommen. So wurde das junge Tennistalent schon früh in der Öffentlichkeit als kommender Tennisstar bekannt gemacht. Bereits in der Akademie legte sich Agassi ein Rebellenimage zu, durch das er in seinen ersten Profijahren weltbekannt wurde. So wurde er vor allem für seine langen, wilden Haare bekannt und für seine Vorliebe, bunte und schrille Spielbekleidungen bei Turnieren zu tragen. Bereits im Alter von 15 Jahren verließ Agassi 1986 schließlich die Akademie, um der Profitour beizutreten.

Sein erstes Match auf der Profitour konnte Agassi im Februar 1986 gegen den Amerikaner John Austin gewinnen. Im weiteren Saisonverlauf konnte er unter anderem bei einem Turnier in Stratton Mountain das Viertelfinale erreichen. Er beendete seine erste Saison als Profi auf Platz 91 der Weltrangliste. 1987 konnte Agassi zum Abschluss der Saison seinen ersten Profititel in Itaparica in Brasilien gewinnen. Schon zuvor hatte der Amerikaner einige Viertelfinal- und Halbfinal-, sowie eine Endspielteilnahme vorweisen können. So beendete er die Saison auf Platz 25 der Weltrangliste.

In der Saison 1988 gelangen Agassi auch erstmals nennenswerte Erfolge bei wichtigen Turnieren. So konnte er bei den French Open und US Open jeweils das Turnierhalbfinale erreichen und damit den endgültigen Sprung unter die besten Spieler der Welt schaffen. Er beendete das Jahr durch insgesamt sechs Turniersiege auf Platz 3 der Weltrangliste, sorgte mit seinem ausgeprägten Rebellenimage aber weiter für Aufsehen. In der Folge verzichtete er ab der Saison 1988 für drei Jahre auf die Teilnahme am prestigeträchtigen Turnier in Wimbledon. Nach außen kritisierte er die feste Kleiderordnung des traditionsbewussten Turnieres. Es wurde aber auch offen angezweifelt, ob Agassis Spielweise für den schnellen Rasen der British Open überhaupt geeignet wäre.

In der Saison 1989 wurde Agassis Aufstieg an die Spitze des Welttennis' erstmals gebremst. So konnte der Amerikaner erst im Oktober des Jahres seinen ersten Saisontitel gewinnen und scheiterte bei den French Open im gleichen Jahr bereits in der dritten Runde. Bei den US Open spielte sich Agassi dagegen erneut ins Halbfinale vor, wo er wieder Ivan Lendl unterlegen war. In der Weltrangliste rutschte Agassi auf Platz 7 ab. Die Saison 1990 brachte den Amerikaner wieder weiter nach vorne: So konnte er bei den French Open erstmals das Finale bei einem Grand-Slam-Turnier in Paris erreichen. Im Endspiel musste er sich allerdings Andrés Gómez geschlagen geben. Auch bei den US Open spielte sich Agassi ins Endspiel vor, diesmal war er seinem jungen Landsmann Pete Sampras unterlegen. Die Niederlage bildete den Auftakt für die jahrelange medienwirksame Rivalität, die sich Agassi und Sampras auf und neben den Tennisplätzen bieten würden. Zu Saisonende gelangen Agassi noch einmal zwei große Erfolge, der Gewinn des Davis Cup mit der amerikanischen Mannschaft, sowie der Sieg bei der saisonabschließenden Weltmeisterschaft im Finale gegen Stefan Edberg. Diese Erfolge sorgten dafür, dass Agassi die Saison 1990 mit insgesamt vier Titeln auf Platz 4 der Weltrangliste beendete.

In der Saison 1991 musste Agassi seine dritte Niederlage in einem Grand-Slam-Finale hinnehmen: In seinem zweiten French-Open-Finale war er diesmal Jim Courier unterlegen. In der Folge entschied sich Agassi dazu, erstmals seit drei Jahren auch beim Turnier in Wimbledon anzutreten. In traditioneller weißer Spielbekleidung spielte sich Agassi bis in die Viertelfinalphase des Turniers vor. Die zweite Saisonhälfte verlief weniger erfolgreich für den Amerikaner, der dabei im Daviscup-Finale diesmal unterlegen war und auch bei der Weltmeisterschaft im Halbfinale scheiterte. Zwei Saisonsiege reichten nur knapp für das Verbleiben in der Top-Ten der Weltrangliste auf Platz 10.

Die Saison 1992 sollte den endgültigen Durchbruch für den mittlerweile 21-jährigen Agassi bringen. Nach mäßigem ersten Saisondrittel scheiterte Agassi bei den French Open diesmal im Halbfinale an Courier. In Wimbledon dagegen spielte sich Agassi mit Siegen gegen ehemalige Titelträger wie Boris Becker und John McEnroe ins Finale des Turnieres vor. Dort konnte er den Kroaten Goran Ivanisevic in fünf Sätzen für den ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere bezwingen. Bei den US Open war Agassi dagegen im Viertelfinale wieder einmal seinem Landsmann Courier unterlegen. Im Dezember gelang Agassi allerdings der zweite Daviscup-Sieg mit der amerikanischen Mannschaft. In der Weltrangliste konnte sich Agassi durch insgesamt drei Saisontitel um einen Platz auf Position 9 zum Saisonende verbessern.

Statt der erwarteten weiteren Steigerung brachte die Saison 1993 für Agassi vor allem Verletzungssorgen und relativ frühe Niederlagen bei den wichtigen Turnieren. So konnte Agassi in diesem Jahr nicht an den French Open teilnehmen und scheiterte in Wimbledon im Viertelfinale an Pete Sampras. Bei den US Open verlor Agassi bereits in der ersten Runde, bevor er sich im Winter einer Handgelenksoperation unterziehen musste. Zwei Saisontitel im Frühjahr sorgten dafür, dass der Amerikaner die Saison noch unter den besten dreißig Spielern auf Platz 24 der Weltrangliste beendete.

Nach einem guten Saisonstart im Jahr 1994 mit seinem ersten Turniersieg seit einem Jahr in Scottsdale und einer Finalteilnahme in Miami musste sich Agassi sowohl bei den French Open als auch in Wimbledon in der ersten Turnierwoche geschlagen geben. In der Hardcourtsommersaison gelang ihm allerdings ein gelungenes Comeback mit seinem zweiten Saisontitel in Toronto. Bei den US Open trat er dennoch als ungesetzter Spieler an und konnte im Finale des Turnieres den Deutschen Michael Stich bezwingen. Bei seinem zweiten Grand-Slam-Titel war Agassi der erste Spieler, der die US Open als ungesetzter Teilnehmer gewinnen konnte. Seine Saisontitel vier und fünf brachten Agassi zum Saisonende auf Platz 2 der Weltrangliste, seiner bisher höchsten Position in der Wertung.

Die Saison 1995 sollte Agassi noch weiter nach vorne bringen. Für Aufsehen sorgte seine Entscheidung sich sein bisheriges Markenzeichen, die langen Haare, abzurasieren. Zu Beginn des Jahres nahm Agassi erstmals in seiner Karriere an den Australian Open teil und konnte diese auf Anhieb im Finale gegen Pete Sampras gewinnen. Im Verlaufe der Saison erlebte die Rivalität zwischen Agassi und Sampras ihren Höhepunkt. Bei insgesamt 5 Turnierfinals traten die beiden Amerikaner gegeneinander an und Agassi konnte drei dieser Spiele für sich entscheiden. So konnte er im April 1995 erstmals die Tennis-Weltrangliste anführen. Bei den French Open und in Wimbledon musste sich Agassi dagegen zweimal überraschend vor der Finalphase geschlagen geben. Rechtzeitig zur amerikanischen Hardcourtsaison und den US Open nahm das Duell zwischen Agassi und Sampras noch einmal an Intensität zu. Agassi galt als Turnierfavorit beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres, nachdem er seine vier Vorbereitungsturniere auf die amerikanischen Meisterschaften allesamt hatte gewinnen können und mit einer Siegesserie von 20 Spielen bei den US Open antrat. Sampras dagegen hatte nach seinem Turniersieg in Wimbledon nur ein weiteres Turnierfinale erreichen können und dieses gegen Agassi in Montreal verloren. Wie von der Öffentlichkeit erhofft, spielten sich Agassi und Sampras relativ problemlos ins Finale der US Open vor. Einzig Agassi musste in seinem Zweitrundenmatch gegen den Spanier Alex Corretja über die volle Distanz von fünf Sätzen gehen. In einem engen Spiel konnte Sampras schließlich mit 6:4, 6:3, 4:6 und 7:5 triumphieren. Erst im Oktober griff Agassi wieder in das Turniergeschehen ein und verlor im November auch die Weltranglistenspitze wieder an Sampras.

In der Saison 1996 konnte Agassi seinem Landsmann Sampras nicht erneut die erhoffte Konkurrenz bieten. Agassi erreichte im Saisonverlauf zwar bei den Australian Open und US Open das Halbfinale, musste sich in beiden Spielen jedoch Michael Chang geschlagen geben. Mit insgesamt 3 Saisontiteln beendete Agassi die Saison auf Platz 8 der Weltrangliste. Bei den Olympischen Spielen in Atlanta gelang dem Amerikaner sein größter Saisonerfolg mit dem Gewinn der olympischen Goldmedaille gegen den Spanier Sergi Bruguera.

Die Saison 1997 bildete den Tiefpunkt in der Karriere von Andre Agassi. Nachdem er bei den Australian Open aufgrund einer erneuten Handgelenksverletzung nicht antreten konnte, erreichte er in San Jose das Halbfinale. Es sollte bis zu den US Open im August dauern, dass Agassi wieder drei Matches in Folge gewinnen konnte. Dazwischen lagen insgesamt sieben Erstrundenniederlagen, bei den French Open und in Wimbledon konnte Agassi dagegen nicht antreten. Mehr als sein Auftreten auf dem Tennisplatz sorgte seine turbulente Ehe mit der Schauspielerin Brooke Shields für Aufsehen. Nach einem Achtelfinalaus bei den US Open stürzte Agassi aus den Top-100 der Weltrangliste und musste im November an zwei Turnieren der unterklassigen Challenger-Kategorie teilnehmen, um sich mit einem Turniersieg und einer Finalteilnahme von Platz 141 wieder langsam nach vorne zu arbeiten.

Zur Saison 1998 begann sich Agassi wieder vollständig seiner Tenniskarriere zu widmen. So begann er mit einem konsequenten Fitnessprogramm. Auch sein Verhalten auf dem Platz stellte Agassi nach und nach um und wurde so in den folgenden Jahren zu einem Vorbild für jüngere Spieler. Diese Umstellungen sollten sich relativ schnell auszahlen, bereits im Januar 1998 erreichte Agassi wieder ein Halbfinale auf der ATP-Tour und das Achtelfinale bei den Australian Open. Im Februar in San Jose gelang Agassi wieder ein Turniersieg der höchsten Kategorie. Bei den weiteren drei Grand-Slam-Turnieren blieb Agassi zwar erst einmal erfolglos, aber mit insgesamt fünf Saisontiteln spielte sich der Amerikaner in die Top-Ten der Weltrangliste zurück, wo er die Saison auf Platz 6 beendete.

Die folgende Saison 1999 sollte nicht nur das erfolgreichste Jahr in der Karriere von Andre Agassi werden, er sollte mit seinen Erfolgen in dieser Saison auch Tennisgeschichte schreiben. So gelang Agassi im Juni des Jahres bei seiner dritten Finalteilnahme sein erster Sieg bei den French Open in Paris. Im Endspiel hatte er den Ukrainer Andrei Medwedew nach einem Zweisatzrückstand noch bezwungen. Damit wurde Agassi der erst fünfte Tennisspieler der Geschichte, der alle Grand-Slam-Turniere in seiner Karriere mindestens einmal gewinnen konnte. Doch auch im Anschluss in Wimbledon konnte Agassi das Finale erreichen, wo er dem alten Rivalen Pete Sampras allerdings klar unterlegen war. Zwar eroberte Agassi mit dem Finaleinzug die Weltranglistenspitze, musste diese in der von Sampras dominierten Hardcourtsaison allerdings wieder abgeben. Doch kurz vor Beginn der US Open verletzte sich der klare Turnierfavorit Sampras und Agassi konnte im Finale des Turnieres seinen Landsmann Todd Martin bezwingen. Zum ersten Mal in seiner Karriere gelangen Agassi damit zwei Grand-Slam-Turniersiege im Laufe einer Saison. Nachdem Sampras durch seine Verletzung als Rivale ausgefallen war, konnte Agassi auch die Weltranglistenspitze relativ sicher bis zum Saisonende verteidigen. Bei der abschließenden Weltmeisterschaft war Agassi dagegen Sampras im Finale erneut klar unterlegen. So hatte Agassi die Saison zwar als bester Saisonspieler beendet, in den fünf Duellen gegen Sampras aber vier Niederlagen hinnehmen müssen.

Agassi begann die Saison 2000 so, wie er die vorhergehende abgeschlossen hatte, mit großen Erfolgen. Gleich bei den Australian Open im Januar konnte er im Finale gegen Jewgeni Kafelnikow triumphieren und hatte damit auch vier Grand-Slam-Finals in Folge erreicht, was zuletzt 1969 Rod Laver gelungen war, allerdings nicht auf vier unterschiedlichen Bodenbelägen. In Wimbledon unterlag Agassi dagegen in einem dramatischen Halbfinale dem Australier Patrick Rafter. Zum Jahresende hatte Agassi sogar die Möglichkeit, wieder die Saison auf Platz 1 abzuschließen, doch der Finaleinzug beim Masters-Cup reichte nicht aus. 2001 folgte gleich die Titelverteidigung bei den Australian Open gegen Arnaud Clément. In einer Neuauflage des Spieles vom Vorjahr unterlag Agassi in einem ebenso knappen Halbfinale Patrick Rafter in Wimbledon. In einem sensationellen Viertelfinal-Spiel bei den US Open unterlag er Pete Sampras (7:6, 6:7, 6:7, 6:7), ohne ein einziges Aufschlagspiel abzugeben. Auch 2002 spielte Agassi wieder eine starke Saison, indem er drei Turniere der Masters Series gewann und das Jahr auf dem zweiten Platz der Weltrangliste beendete. Bei den US-Open kam es zum letzten Duell Agassi gegen Sampras, und Sampras hatte am Ende wieder die Oberhand und gewann das Turnier. Ein Jahr später sollte Sampras seine Karriere beenden, ohne jemals ein weiteres Spiel absolviert zu haben. 2003 folgte für Agassi der dritte Sieg in vier Jahren bei den Australian Open, diesmal im Finale gegen den Deutschen Rainer Schüttler. Später im Jahr eroberte Agassi noch einmal Platz 1 der Weltrangliste und hielt diese Position für weitere 13 Wochen. Am Ende reichte es immerhin noch einmal für Platz 4 in der Abschlussrangliste.

Gute Resultate in der Saison 2004 sorgten dafür, dass Agassi nie aus den Top 10 der Weltrangliste fiel, auch wenn die großen Siege langsam der Vergangenheit angehörten. In der Saison 2005 kamen immer wieder neue Gerüchte auf, dass Agassi seine lange und erfolgreiche Karriere nach den US-Open oder zum Jahresende beenden würde, die sich jedoch nicht bestätigten. Nachdem er einen Großteil der Saison durch Verletzungen beeinträchtigt wurde, gelang ihm ein Comeback mit dem 60. Turniersieg seiner Karriere in Los Angeles und einem Finaleinzug in Montreal. Durch diese Erfolge zählte Agassi zum weiteren Favoritenkreis der US Open 2005 und wurde den Erwartungen mit der Finalteilnahme gerecht. Dabei brachte er Roger Federer zwar in Bedrängnis, musste sich aber schließlich mit 3:6, 6:2, 6:7 und 1:6 geschlagen geben. Die Saison beendete Agassi auf Platz 7, nachdem er beim Tennis Masters Cup seine Teilnahme nach einem gespielten Spiel aufgrund einer Verletzung zurückziehen musste. Bei seiner letzten Teilnahme in Wimbledon 2006 erreichte Agassi mit Siegen über Boris Pashanski und Andreas Seppi die dritte Runde. Dort unterlag er dem Spanier Rafael Nadal in drei Sätzen und wurde anschließend vom Publikum gefeiert.

Am 24. Juni 2006 gab Agassi gegenüber der Presse bekannt, dass er seine Karriere nach den diesjährigen US Open beenden wird. Nach hart erkämpften Siegen über Andrei Pavel und Marcos Baghdatis verlor er dort am 3. September 2006 nach 3:03 Stunden in der dritten Runde gegen den deutschen Qualifikanten Benjamin Becker in vier Sätzen (5:7, 7:6, 4:6, 5:7) und beendete daraufhin unter stehenden Ovationen des Publikums und mit Tränen in den Augen seine mehr als zwei Jahrzehnte andauernde Karriere als Tennisprofi.

Agassi spielte zwischen 1988 und 2005 36 Mal im Davis-Cup-Team der USA mit einer Bilanz von 30:6 Siegen.

Im Kader der USA stand er zudem bei den Davis-Cup-Triumphen 1990 und 1992, wobei das Davis-Cup-Team 1992 mit den Spielern Pete Sampras, Jim Courier, Andre Agassi und John McEnroe als das beste aller Zeiten gilt. 2005 musste Agassi vor heimischem Publikum eine bittere Niederlage gegen Ivan Ljubicic hinnehmen, da diese das Erstrunden-Aus der USA gegen Kroatien bedeutete.

Von 1997 bis 1999 war Agassi mit der Schauspielerin Brooke Shields verheiratet. Seit Oktober 2001 ist er mit der ehemaligen deutschen Tennisspielerin Steffi Graf verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder, Jaden Gil (* 26. Oktober 2001) und Jaz Elle (* 3. Oktober 2003).

Zum Seitenanfang



Rafael Nadal

Rafael Nadal bei den US Open 2006

Rafael Nadal Parera (katalanisch Rafel Nadal Parera, * 3. Juni 1986 in Manacor, Mallorca) ist ein spanischer Tennisspieler und seit dem 18. August 2008 die Nummer 1 der Tennis-Weltrangliste.

Rafael Nadal gewann in seiner bisherigen Karriere sechs Grand-Slam-Titel, viermal bei den French Open, sowie einmal in Wimbledon und die Australian Open. Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking gewann Nadal zudem die Einzelkonkurrenz.

Der besonders als Sandplatzspezialist bekannte Spieler hält den Rekord der längsten Siegesserie auf Sand: zwischen April 2005 und Mai 2007 gewann er 81 Spiele in Folge, bevor er im Endspiel des Hamburger Masters-Turniers gegen Roger Federer verlor.

Rafael (Rafa) Nadal Parera wurde auf der spanischen Insel Mallorca geboren. Der Nachname Nadal entstammt dem dort gesprochenen Katalanischen und bedeutet Weihnachten.

Nadal begann im Alter von vier Jahren mit dem Tennisspielen. Erster und bis heute einziger Trainer ist sein Onkel Toni. Nadals zweiter Onkel Miguel Ángel Nadal spielte als Profi-Fußballer unter anderem für den FC Barcelona und hatte 63 Einsätze für die spanische Nationalmannschaft.

Rafael Nadal suchte schon früh den Weg auf die Profitour. Im Jahr 2001 wurde der Spanier erstmals als Profi-Spieler gemeldet und spielte bei einigen niederklassigen Wettbewerben.

2002, mit erst 16 Jahren, gelang dem Mallorquiner sein erster Spielgewinn auf der ATP-Tour. Im selben Jahr gewann Nadal sechs Titel bei kleineren spanischen, unterhalb der höchsten Turnierkategorie angesiedelten Turnieren der Future-Serie. Im Juni erreichte er bei seinem einzigen Start auf der Junioren-Tour das Halbfinale von Wimbledon.

Zum Jahresende 2002 hatte sich der Spanier um rund 600 Plätze in der Tennis-Weltrangliste verbessert und beendete die Saison erstmals unter den 200 besten Spielern der Welt.

Die Saison 2003 begann für Nadal mit einigen Finalteilnahmen auf der Challenger-Tour, bevor er sich im April 2003 erstmals für ein Turnier der Masters-Series qualifizieren konnte. In Monte Carlo macht er mit Siegen über Karol Kucera und Albert Costa auf sich aufmerksam, ehe er in der dritten Runde gegen den späteren Finalisten Guillermo Coria verlor. Durch diesen Erfolg hatte Nadal weitere wichtige Punkte in der Rangliste errungen, die ihm in den nächsten Wochen und Monaten die regelmäßige Teilnahme an Turnieren der ATP-Tour, der höchsten Spielklasse im Herrentennis, ermöglichten. Im Mai des Jahres qualifizierte er sich erneut für ein Turnier der Masters-Series. Am Rothenbaum in Hamburg erreichte er mit Siegen über den Franzosen Paul-Henri Mathieu und Carlos Moya die dritte Runde. Eine Verletzung verhinderte einen ersten Start bei den French Open. Wenige Wochen später erreichte er bei seinem ersten Start in Wimbledon mit 17 Jahren als jüngster Spieler seit dem sechzehnjährigen Boris Becker 1984 die dritte Runde. Später im Jahr folgte die bis dahin beste Platzierung auf der ATP-Tour mit Erreichen des Halbfinales beim Turnier in Umag. Schon in der Saison 2003 deutete sich Nadals besondere Stärke auf Sandplätzen an: 11 seiner 14 Saisonsiege konnte er auf diesem Spielbelag vorweisen. Zum Jahresende stand Rafael Nadal erstmals in den Top 50 der Tennis-Weltrangliste. Nadal spielte in der Saison 2003 zudem für den TC Blau-Weiß Neuss in der Tennis-Bundesliga.

2004 gewann Nadal erstmals ein ATP-Turnier. Er siegte im August in Sopot. Bereits zu Jahresbeginn hatte er in Auckland auf Hard Court erstmals das Finale eines ATP-Turniers erreicht, war aber Dominik Hrbaty unterlegen. Bei seinem Debüt bei den Australian Open zog Nadal in die dritte Runde ein, in der er Lleyton Hewitt unterlag. Nach dem Einzug ins Viertelfinale des Turniers von Dubai erreichte der junge Spanier auch die vierte Runde beim Turnier in Miami. Hier setzte er ein besonderes Ausrufezeichen: er besiegte den Weltranglisten-Ersten Roger Federer in zwei Sätzen mit 6:3 und 6:3.

Besondere Aufmerksamkeit erregte Nadal indessen bei den sich anschließenden großen Sandplatzturnieren. Der Spanier erreichte mehrmals die Runde der letzten Acht. Auch beim Turnier von Estoril zog der Spanier ins Viertelfinale ein. Bei seinem Dreisatz-Sieg über den Franzosen Gasquet erlitt der Siebzehnjährige eine Stressfraktur im Mittelfußknochen, die ihn zu einer dreimonatigen Pause zwang. Das Comeback fand im Juli in Bastad statt. Nadal erreichte auf Anhieb erneut das Viertelfinale, wo er gegen Gaston Gaudio verlor. Schon eine Woche später bestritt Nadal am Stuttgarter Weißenhof abermals ein Viertelfinale.

Im August in Sopot gelang ihm schließlich der erste Turniersieg. Nadal schaffte erneut den Sprung unter die besten 50 Spieler der Welt. Bei den US Open 2004 erreichte Nadal zusammen mit Tommy Robredo erstmals das Halbfinale eines Grand Slam-Turniers im Doppel.

Nach eher durchschnittlichen Leistungen in der Hallensaison beendete Rafael Nadal die Saison 2004 auf Platz 51 der Weltrangliste.

Ein letztes Highlight folgte im Dezember, als Nadal zum Sieg der Spanier im Daviscup-Finale gegen die USA beitrug. Mit 18 Jahren und 6 Monaten war er bei seinem Sieg über Andy Roddick der zweitjüngste Spieler (nur Boris Becker war 1985 im Daviscup-Finale gegen Schweden jünger), der jemals ein Einzelmatch in einem Daviscup-Finale gewann. Spanien besiegte die USA mit 3:1.

Das Jahr 2005 brachte den endgültigen Durchbruch: Rafael Nadal gewann 11 Turniere, darunter seinen ersten Grand Slam-Titel bei den French Open sowie 4 Turniere der Masters-Kategorie. Im Frühjahr gewann er 24 Spiele in Folge. Acht seiner 11 Titel gewann der Spanier auf Sand, seinem Lieblingsbelag. Nadals Jahresbilanz auf Sand lautete auf unglaubliche 50 Siege und 2 Niederlagen, wobei er bis zum Jahresende 36 Matches in Folge ungeschlagen blieb. Nadal wurde somit zum erfolgreichsten Sandplatz-Spieler seit dem Österreicher Thomas Muster, der 1995 fünfundsechzig Siege bei zwei Niederlagen feierte.

Den größten Erfolg feierte Rafael Nadal im Juni bei den French Open in Paris. Er war der erste Spieler seit Mats Wilander 1982, der die French Open gleich beim Debüt gewinnen konnte. Im Halbfinale besiegte er an seinem neunzehnten Geburtstag sensationell den Weltranglisten-Ersten Roger Federer mit 6:3, 4:6, 6:4 und 6:3. Mit seinem Sieg über Mariano Puerta im Finale in Paris wurde Nadal mit 19 Jahren und 2 Tagen der jüngste Grand Slam-Sieger seit Pete Sampras bei den US Open im Jahre 1990.

Nach 24 Siegen in Folge verlor Nadal erstmals wieder in Halle gegen den Deutschen Alexander Waske. Auch in Wimbledon musste der Spanier eine relativ frühe Niederlage einstecken: er verlor als Nummer vier der Setzliste gegen den Luxemburger Gilles Müller in der zweiten Runde. Nach der Rückkehr auf die Sandplätze im Juli setzte der Spanier seine Siegesserie mit Turniergewinnen in Bastad und Stuttgart fort. Nadals Siegesserie auf Sand überstand das Jahr 2005. Im Anschluss gewann er in Montreal den ersten Titel auf Hard Court, als er Andre Agassi in drei Sätzen schlug. Nach einer relativ frühen Niederlage bei den US Open gegen den Amerikaner James Blake in der dritten Runde, gewann der Spanier in Peking seinen zehnten ATP-Titel. Er siegte im Finale gegen Guillermo Coria. Im Oktober triumphierte Nadal in Madrid auch erstmals bei einem Hallen-Turnier der Masters Serie gegen Ivan Ljubicic.

Ende des Jahres 2005 rückte der Spanier immer stärker in die Rolle des Herausforders des Schweizer Weltranglisten-Ersten Federer. Federer wie auch Nadal beendeten das Jahr mit je 11 Turniersiegen, wobei beide je vier der höchsten Masters-Kategorie gewannen. Federer konnte 81 und Nadal 79 Matchgewinne verbuchen.

Nadal beendete das Jahr auf dem zweiten Platz der Tennis-Weltrangliste. Er war damit der erste Teenager seit Boris Becker im Jahr 1986, dem dies gelang.

Im Jahr 2006 begann Nadal mit einer Bilanz von 22 Siegen bei 25 Matches innerhalb der ersten vier Monate des Jahres. In den Finals von Dubai (Hartplatz), Monte Carlo, Rom und Paris (alle auf Sand) schlug er erneut den Weltranglisten-Ersten Roger Federer. Nadal entwickelte sich mehr und mehr zum einzigen wirklichen Angst-Gegner des insgesamt die Szene ungefährdet dominierenden Schweizers.

Nach seinem Erfolg in Monte Carlo siegte Nadal auch in Barcelona. Bei den Offenen Italienischen Meisterschaften in Rom bezwang Nadal im Finale erneut Federer, diesmal nach über fünf Stunden und Abwehr zweier Matchbälle mit 6:7, 7:6, 6:4, 2:6 und 7:6. Mit diesem Sieg war Nadal seit 53 Matches auf Sand unbesiegt und stellte damit den Rekord von Guillermo Vilas aus dem Jahre 1973 ein. In Anschluss an das kraftraubende Match verzichtete Nadal, wie auch Federer, auf einen Turnierstart in Hamburg, um sich für die kurz darauf stattfindenden French Open zu schonen.

In seiner ersten Partie in Roland Garros löschte Rafael Nadal die gemeinsam mit Guillermo Vilas gehaltene Bestmarke von 53 aufeinanderfolgenden Siegen auf Sandplätzen. Im Finale am 11. Juni traf er erneut auf den Weltranglistenersten Federer. Diesmal siegte Nadal nach 3 Stunden und 2 Minuten in vier Sätzen mit 1:6, 6:1, 6:4 und 7:6 (7:4). Mit diesem Sieg hatte Nadal nunmehr 60 Siege auf Sand in Folge errungen. Er war der erste Spieler seit Gustavo Kuerten im Jahre 2001, dem es gelang, seinen Titel auf der „terre battue“ zu verteidigen.

Im Anschluss zeigte sich Nadal auch auf Rasen stark verbessert. Beim traditionellen Wimbledon-Vorbereitungsturnier in Queens erreichte der Spanier das Viertelfinale. In der Runde der letzten Acht zwang ihn eine Rückenverletzung zur Aufgabe gegen den späteren Turniersieger Lleyton Hewitt. In Wimbledon erreichte der Sandplatzspezialist zur Überraschung vieler Experten das Endspiel. Nadal war der erste Spanier seit dem Titelgewinn seines Landsmannes Manuel Santana 1966, dem der Einzug ins Finale der Offenen Meisterschaften von England gelang. Dort kam es erneut zu einem Duell zwischen Nadal und dem dreifachen Champion Federer, der die fünf letzten Vergleiche gegen den Spanier alle verloren hatte. Der Schweizer gewann 6:0, 7:6 (7:5), 6:7 (2:7) und 6:3. Für Nadal ging damit eine besondere Serie zu Ende: die Niederlage an der Church Road war die erste in einem Finalspiel nach insgesamt 14 Erfolgen in Serie.

Bei den US Open erreichte Nadal das Viertelfinale, scheiterte dort aber überraschend an Michail Youzhny. Auch beim Hallenmasters in Madrid schied Nadal im Viertelfinale aus. Beim ATP-Masters-Cup in Shanghai erreichte Nadal schließlich das Halbfinale, wo er an Roger Federer mit 4:6 und 5:7 scheiterte. Wie im Vorjahr beendete Nadal das Jahr damit auf dem zweiten Platz der Weltrangliste.

Zu Beginn des Jahres 2007 erreichte Nadal das Viertelfinale der Australian Open, unterlag dort jedoch Fernando Gonzalez klar in drei Sätzen. Auch beim Turnier in Dubai scheiterte der Spanier im Viertelfinale, wie schon bei den vergangenen US Open unterlag er Michail Youzhny. Beim Masters-Turnier in Indian Wells feierte Nadal dann seinen ersten Turniersieg seit den French Open im vergangenen Jahr. Beim Masters-Turnier in Miami unterlag er dann jedoch im Viertelfinale Novak Đoković, den er im Finale von Indian Wells noch bezwungen hatte. Am 22. April verteidigte Nadal dann seinen Titel beim Masters-Turnier in Monte Carlo gegen den Weltranglisten-Ersten Roger Federer mit 6:4 und 6:4. Dies war bereits Nadals 7. Sieg im 10. Aufeinandertreffen mit dem Schweizer.

Ende April gewann Nadal das Turnier von Barcelona ohne Satzverlust, sein Finalgegner war Guillermo Cañas. Am 13. Mai verteidigte er seinen Titel bei Masters in Rom mit einem 6:2 und 6:2 gegen Fernando Gonzalez. Zu diesem Zeitpunkt war Nadal damit seit 78 Matches auf Sand unbesiegt. Mit dem Erfolg im Halbfinale gegen den Russen Nikolai Dawydenko stellte der Spanier zudem einen neuen Rekord von ungeschlagenen Spielen auf einem Belag auf. Den bisherigen Rekord hatte John McEnroe gehalten. Auch im Master von Hamburg erreichte Nadal das Finale, doch diesmal verlor er nach 81 Siegen auf Sand in einem Finale auf höchstem Niveau gegen den Weltranglistenersten Roger Federer mit 6:2, 2:6 und 0:6. Bei den French Open erreichte er das Finale, in dem er am 10. Juni Roger Federer mit 6:3, 4:6, 6:3 und 6:4 in 189 Minuten bezwang. Somit gelang Nadal der French Open-Hattrick. Dies schaffte zuletzt Björn Borg vor 27 Jahren.

Beim Rasenturnier im Queen’s Club erreichte Nadal das Viertelfinale, unterlag dort aber dem Franzosen Nicolas Mahut mit 5:7 und 6:7(0:7).

Beim Turnier in Wimbledon gewann Nadal im Achtelfinale gegen Mikhail Youzhny nach einem 0:2-Satzrückstand noch das Match, nachdem der Russe wegen Rückenproblemen eingeschränkt war. Nach dem Viertelfinale gegen Tomas Berdych traf Nadal auf Novak Đoković, der wegen Ermüdung und einer geprellten Zehe beim Stand von 6:3, 1:6, 1:4 aufgab. Im Finale traf Nadal wie im Vorjahr auf Roger Federer. Nach fünf sehr hart umkämpften Sätzen konnte sich schließlich Federer mit 7:6, 4:6, 7:6, 2:6 und 6:2 durchsetzen. Zwei Wochen später gewann Nadal zum zweiten Mal das ATP-Turnier von Stuttgart. Im Finale schlug er den Schweizer Stanislas Wawrinka mit 6:4 und 7:5.

Beim Masters-Turnier in Montreal erreichte Nadal das Halbfinale, unterlag dort jedoch Novak Đoković mit 5:7 und 3:6. Bei den US-Open verlor Nadal, der sich mit Knieproblemen plagte, im Achtelfinale gegen seinen Landsmann David Ferrer in vier Sätzen. Nadal musste auch das Turnier von Bangkok wegen der Knieverletzung absagen. Beim Masters in Madrid verlor er im Viertelfinale gegen den späteren Sieger David Nalbandian mit 1:6 und 2:6. Beim Paris Masters erreichte Nadal nach Siegen gegen Youzhny und Marcos Baghdatis das Finale, in welchem er gegen Nalbandian unterlag.

Bei seinem letzten Turnier des Jahres, dem Masters Cup in Schanghai, bezwang er in der Gruppenphase Richard Gasquet mit 3:6, 6:3 und 6:4. In seinem zweiten Gruppenspiel verlor er gegen David Ferrer in drei Sätzen und musste um das Weiterkommen bangen. Allerdings gewann er sein letztes Gruppenspiel gegen den Serben und Aufsteiger des Jahres Novak Đoković unerwartet leicht mit 6:4, 6:4 und zog somit als Gruppenzweiter in das Halbfinale ein, in welchem er Roger Federer unterlag. Nadal beendete auch das Jahr 2007 als Nummer zwei der Weltrangliste und auch auf dem zweiten Platz im Championsrace.

Nadal erreichte beim Turnier von Chennai das Finale, welches er allerdings deutlich gegen Youschny mit 6:0 und 6:1 verlor. Noch am Vorabend hatte er in einem vierstündigen Spiel gegen seinen Landsmann Carlos Moya mit 6:7, 7:6 und 7:6 gewonnen. Bei den Australian Open 2008 erreichte Nadal das Halbfinale, in welchem er in drei Sätzen gegen Jo-Wilfried Tsonga verlor. In Rotterdam erreichte er nur das Achtelfinale, in welchem er gegen den Italiener Andreas Seppi knapp in drei Sätzen verlor.

Beim Turnier von Dubai erreichte der Mallorquiner wie im Vorjahr das Viertelfinale, in dem er dem späteren Turniersieger Andy Roddick in zwei Sätzen unterlag. Beim folgenden Masters-Turnier in Indian Wells erreichte Nadal als Titelverteidiger das Halbfinale, wo er gegen den späteren Turniersieger, den Australian-Open-Gewinner Novak Đoković, verlor. Im Turnierverlauf gelangen ihm Siege gegen James Blake sowie gegen Jo-Wilfried Tsonga. Blake konnte er auf dem Weg ins Finale des unmittelbar anschließenden Masters-Turniers von Miami erneut schlagen. Im Endspiel musste sich Nadal dem Russen Nikolay Davydenko in zwei Sätzen mit 4:6 und 2:6 geschlagen geben.

Für das spanische Davis-Cup-Team spielte Nadal vor der Sandplatz-Saison ein letztes mal auf Hartplatz. In Bremen trug er ein 7:6, 6:0 und 6:3 gegen Nicolas Kiefer zum 4:1 Erfolg der Spanier über Deutschland im Viertelfinale bei.

Mit einem 7:5, 7:5-Erfolg gegen Roger Federer holte sich Nadal den vierten Titel von Monte Carlo in Folge und machte so einen historischen Sieg perfekt. Für den Spanier wurde es der 24. Einzeltitel in seiner Karriere und der 19. auf Sand. Im Doppel gewann er zusammen mit Tommy Robredo ebenfalls das Endspiel, und somit den vierten Titel in seiner Profilaufbahn.

Bei den Barcelona Open Seat Gódo schlug er im Finale seinen Landsmann David Ferrer mit 6:1, 4:6 und 6:1. Damit ist Nadal der einzige, der dieses Turnier vier Mal in Folge gewinnen konnte. Zuvor konnten Björn Borg und Mats Wilander dieses Turnier jeweils drei Mal hintereinander gewinnen.

Beim ATP-Masters-Series-Turnier von Rom schied Nadal gegen seinen Landsmann Juan Carlos Ferrero in Runde zwei mit 5:7 und 1:6 aus. Eine Woche später konnte der Spanier sich für die Niederlage vom letzten Jahr im Finale des Turniers in Hamburg gegen Roger Federer mit 7:5, 6:7 und 6:3 revanchieren. Es war das bis dahin 16. Aufeinandertreffen der beiden Rivalen, Nadal hatte dabei eine Bilanz von 10:6. Rafael Nadal ist erst der dritte Spieler der Tennisgeschichte, der alle drei Masters-Turniere auf Sand gewinnen konnte.

Bei den French Open 2008 erlangte Nadal ohne einen einzigen Satzverlust seinen 22. Sieg auf Sand und den vierten Sieg in Folge bei den French Open. Damit konnte er den Open-Era-Rekord von Björn Borg egalisieren. Nach einem Erfolg im Halbfinale gegen Novak Đoković gewann Nadal das Finale gegen Roger Federer deutlich mit 6:1, 6:3 und 6:0. Mit nur 107 Minuten war es das kürzeste Finale in Roland Garros seit 1980. Wenige Tage später, am 15. Juni 2008, gewann Nadal sein erstes Turnier auf Rasen mit 7:6 und 7:5 gegen den Serben Novak Đoković beim Turnier im Queen’s Club von London.

Beim Turnier von Wimbledon kam es wie in den vergangenen zwei Jahren erneut zum Finale zwischen Nadal und Roger Federer. Diesmal jedoch gewann der Spanier in einem knappen Fünf-Satz-Match mit 6:4, 6:4, 6:7, 6:7 und 9:7. Damit beendete er die Siegesserie Federers, der zwischen 2003 und 2007 das Turnier fünf Mal in Folge gewinnen konnte. Mit diesem Sieg gelang es zum ersten mal seit Björn Borg 1980 einem Spieler, die French Open und Wimbledon im selben Jahr zu gewinnen. Außerdem war Nadal nach Manuel Santana, der 1966 in Wimbledon erfolgreich war, der zweite Spanier, dem ein Sieg bei diesem Grand-Slam-Turnier gelang.

Beim ersten Turnier der Hartplatzsaison in Toronto (Masters-Kategorie), das abwechselnd mit Montréal stattfindet, gewann Nadal das Finale gegen Nicolas Kiefer mit 6:3 und 6:2.

Beim Turnier von Cincinnati gelangte Nadal ins Halbfinale, wo er gegen den Serben Novak Đoković mit 1:6 und 5:7 verlor. Im gleichen Turnier schied der Weltranglistenerste Roger Federer im Achtelfinale gegen Ivo Karlovic mit 6:7, 6:4 und 6:7 aus. Damit war besiegelt, dass Rafael Nadal den Schweizer Roger Federer zum 18. August 2008 an der Spitze der Tennisweltrangliste ablösen würde, die dieser 237 Wochen in Folge innegehabt hatte.

Am 17. August 2008 gewann Nadal bei den Olympischen Sommerspielen in Peking das Finale im Herreneinzel gegen den Chilenen Fernando González mit 6:3, 7:6 und 6:3.

Bei den US Open konnte sich Nadal gegenüber dem Vorjahr steigern und erreichte zum ersten Mal das Halbfinale, in dem er auf Andy Murray traf. Beim Stand von 2:6, 6:7 und 3:2 musste das Spiel wegen Regens unterbrochen werden. Nach der Fortsetzung am Sonntag verlor Nadal das Match in vier Sätzen mit 2:6, 6:7, 6:4 und 4:6.

Nach seinem Einsatz im Davis-Cup-Viertelfinale kam Rafael Nadal auch im Halbfinale gegen die USA zum Einsatz. In Madrid konnte er im ersten Spiel Sam Querrey mit 6:7, 6:4, 6:3 und 6:4 besiegen. Die vierte Begegnung der Partie gewann er gegen Andy Roddick glatt in drei Sätzen: 6:4, 6:0 und 6:4. Insgesamt schlug Spanien die USA mit 4:1.

Das spanische Heimspiel bei den Madrid Masters endete für Nadal mit einer Halbfinalniederlage gegen den ungesetzten Franzosen Gilles Simon; Nadal verlor in drei Sätzen mit 6:3, 5:7 und 6:7.

Das letzte Masters in Paris war für Nadal im Viertelfinale beendet, dass er beim Stand von 1:6 wegen Knieproblemen abbrechen musste. Diese Verletzung war ebenfalls der Grund für seine Absage des Tennis Masters Cups. Auch für das Davis-Cup-Finale wurde Nadal deshalb nicht nominiert.

Das Jahr 2009 begann für Rafael Nadal mit dem ATP Turnier von Doha in Qatar. Nach klaren Siegen in den ersten beiden Spielen schied Nadal im Viertelfinale gegen den Franzosen Gaël Monfils mit 4:6 und 4:6 aus. Dagegen lief es im Doppelwettbewerb zusammen mit seinem Landsmann Marc López besser. Sie sicherten sich den Doppelsieg gegen die kanadisch-serbische Paarung Daniel Nestor und Nenad Zimonjić mit 4:6, 6:4 und 10:8.

Anfang Februar gelang Nadal bei den Australian Open der erste Grand-Slam-Sieg auf einem Hartplatz. Im Finale besiegte er Roger Federer nach 4:23 Stunden in fünf Sätzen mit 7:5, 3:6, 7:6 (7:3), 3:6 und 6:2. Für Nadal war es der insgesamt sechste Grand-Slam-Titel, der 13. Sieg im 19. Duell gegen Federer und gleichzeitig der erste Einzel-Sieg eines Spaniers bei den Australian Open.

Nadals Spielweise ist durch ein kraftvolles und aggressives Grundlinientennis geprägt. Seine Schläge auf einhändiger Vor- und beidhändiger Rückhandseite sind meist mit dem für Spanier und Südamerikaner charakteristischen starken Topspin versehen, den er durch einen extremen Vorhandgriff und volle Beschleunigung hervorruft. Hierbei benutzt Nadal vorzugsweise den so genannten Westerngriff, der es ihm ermöglicht, dem Ball einen extremen Drall zu verleihen. Die ebenfalls mit starkem Topspin geschlagene Vorhand ist Nadals stärkste Waffe und gilt als eine der härtesten im Profitennis. Hingegen setzt Nadals Aufschlagsspiel im Unterschied zu vielen seiner Konkurrenten nicht auf Härte und Geschwindigkeit, sondern auf eine strategisch geschickte Positionierung. Nadal verfolgt hierbei die Strategie, möglichst extreme Winkel zu spielen, was für seine Gegner mit sehr weiten Laufwegen verbunden ist.

Nadals bevorzugter Untergrund ist der Sandplatz. Er gilt auf ihm zur Zeit als nahezu unbesiegbar. Oft wird er deshalb als Sandkönig („el rey de la tierra“) bezeichnet.

Nadal absolviert seine Spiele in der Regel in Muskelshirts. Seine Spielhand ist die Linke, obwohl er Rechtshänder ist. Verantwortlich für diesen Umstand ist Trainer und Onkel Toni Nadal, der die Ansicht vertrat, dass Rafael Nadals beidhändige Rückhand von einem starken rechten Arm profitieren würde. Bemerkenswert ist auch die außergewöhnliche Athletik des Mallorquiners und hier im Besonderen seine enorme Schnelligkeit und Beweglichkeit, die es ihm oft ermöglicht, auch schwierige Bälle auf der Rückhandseite zu umlaufen und stattdessen den stärkeren Vorhandschlag einzusetzen. Nadal gilt als nervenstark und besitzt ein außergewöhnlich ausgeprägtes Antizipationsvermögen. Auf Grund dieser Eigenschaft sind die Gegner des Spaniers zu sehr aktivem und risikoreichem Spiel gezwungen.

Oft wurde Nadal in der Vergangenheit für sein Verhalten beim Aufschlag kritisiert, denn bevor er diesen ausübt, putzt er zuerst die Linie, schlägt seine Schuhe ab, richtet seine Strümpfe, streicht sein Haar hinter die Ohren und zum Schluss zupft er sich noch die Hose aus dem Hinterteil. Nicht selten führt dies auch zur Verärgerung des Gegners.

Durch sein auffälliges Outfit gilt der allerdings eher schüchterne Spanier als Pop-Star der Szene.

Zum Seitenanfang



Novak Đoković

Novak Đoković 2007 bei den Australian Open

Novak „Nole“ Đoković (kyrillisch Новак Ђоковић, andere Transkription Novak Djokovic; * 22. Mai 1987 in Belgrad, Jugoslawien, heute Serbien) ist ein serbischer Tennisspieler. In seiner bisherigen Karriere konnte Đoković insgesamt 12 Profititel gewinnen, der größte Erfolg war dabei der Gewinn der Australian Open 2008. Zudem erreichte Đoković 2007 das Finale der US Open und eroberte im Juli 2007 mit Platz 3 seiner bisher höchste Platzierung in der Tennis-Weltrangliste. Đoković ist der jüngste Spieler in der Open Era, der bei allen vier Grand-Slam-Turnieren mindestens einmal das Halbfinale erreichte.

Đoković begann als Vierjähriger mit dem Tennisspielen. Mit zwölf Jahren kam er auf die Tennis Academy von Nikola Pilić in München. 2003 debütierte er als Profi und stand am Ende des Jahres auf dem 679. Platz der ATP-Rangliste. Innerhalb von vier Jahren konnte er sich auf Platz 3 verbessern. Đoković lebt in Monte Carlo, Monaco.

Bei den Junioren schaffte Đoković 2004 den Einzug ins Halbfinale der Australian Open. Bei den Lambertz Open 2004 gewann er sein erstes ATP-Challenger-Turnier.

Als Profi erreichte er 2005 jeweils als Qualifikant die dritte Runde in Wimbledon und bei den US-Open, wobei er einige höher eingeschätzte Spieler wie Gaël Monfils und Mario Ančić schlagen konnte. Das Jahr beendete er auf dem 78. Platz der Rangliste.

2006 erreichte er das Halbfinale beim ATP-Turnier von Zagreb und das Viertelfinale bei den French Open, als er erst gegen den späteren Sieger Rafael Nadal nach 0:2-Satzrückstand wegen Rückenproblemen aufgeben musste. Auf seinem Weg ins Viertelfinale schlug er unter anderem mit Fernando Gonzalez und Tommy Haas zwei Spieler, die deutlich vor ihm in der Weltrangliste platziert waren.

Im Juli 2006 gewann Đoković das ATP-Turnier in Amersfoort in den Niederlanden und im Oktober siegte er im französischen Metz, wodurch er auf den 16. Platz der Rangliste kletterte.

Im Jahr 2007 erreichte Đoković das Achtelfinale der Australian Open, wo er dem Weltranglistenersten Roger Federer unterlag. Im März erreichte er dann das Finale des Masters-Turniers in Indian Wells, wo er Rafael Nadal unterlag. Durch diese Turniere rückte Đoković als erster serbischer Tennisspieler in die Top Ten der Weltrangliste vor.

Am 1. April 2007 gewann Đoković das ATP Masters-Turnier in Miami, als bislang jüngster Spieler der Turniergeschichte. Mit einem klaren 6:3, 6:2 und 6:4 besiegte er den Argentinier Guillermo Cañas. Beim Masters-Turnier in Monte Carlo erreichte Đoković das Achtelfinale, wo er an David Ferrer scheiterte. Anfang Mai 2007 gewann Đoković das ATP-Turnier in Estoril. Im Finale bezwang er Richard Gasquet mit 7:6, 0:6 und 6:1. Im Juni 2007 erreichte er das Halbfinale bei den French Open, das er in 3 Sätzen gegen Rafael Nadal verlor. Beim Rasenturnier in Queens scheiterte Đoković im Achtelfinale an Arnaud Clement. In Wimbledon gab er im Halbfinale gegen Rafael Nadal verletzungsbedingt auf.

Đoković erreichte am 12. August 2007 seinen bisher größten Erfolg als er in Montreal zunächst im Viertelfinale gegen Andy Roddick, danach im Halbfinale gegen Rafael Nadal und schließlich gegen Roger Federer im Finale gewann. Zum ersten Mal seit 1994 gelang es damit einem Tennisspieler innerhalb eines einzigen Masters-Series-Turniers, die drei besten Spieler der Tennisweltrangliste zu besiegen. Damals war es Boris Becker in Stockholm, der nacheinander über Michael Stich (ATP-Nr. 3), Pete Sampras (1) und Goran Ivanisevic (2) triumphierte.

Bei den US Open 2007 erreichte Đoković zum ersten Mal in seiner Karriere und als erster serbischer Spieler überhaupt ein Grand-Slam-Finale, das er trotz mehrerer Satzbälle (5 im ersten, und 2 im zweiten Satz) ohne Satzgewinn in drei Sätzen mit 6:7, 6:7 und 4:6 gegen Roger Federer verlor.

Danach gewann Đoković das Turnier in Wien gegen Stanislas Wawrinka mit 6:4, 6:0.

Zum ersten Mal konnte Đoković sich für den Tennis Masters Cup qualifizieren. Er schied jedoch schon in der Gruppenphase mit drei Niederlagen und ohne einen Sieg aus.

Đoković wird von Marian Vajda trainiert. In diesem Jahr wurde er bei den Indian Wells Masters, Miami Masters und Wimbledon Championships zusätzlich von Mark Woodforde betreut.

Am 27. Januar 2008 gelang Đoković mit dem Sieg bei den Australian Open sein erster Grand-Slam-Erfolg. Er ist damit der erste Serbe, der einen Herren-Grand-Slam-Titel gewinnen konnte und gleichzeitig auch der jüngste Gewinner der Australian Open. Im Finale des Turniers besiegte er den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga mit 4:6, 6:4, 6:3, 7:6. Im Halbfinale hatte er zuvor den Weltranglisten-Ersten und dreimaligen Sieger der Australian Open, Roger Federer, mit 7:5, 6:3 und 7:6 besiegt.

Bei den Dubai Tennis Championships im März zog er ins Halbfinale, verlor dort jedoch gegen Andy Roddick mit 6:7(5), 3:6.

Den zweiten Titelgewinn in diesem Jahr erreichte er am 23. März beim ATP Masters Series-Turnier in Indian Wells, USA, gegen Mardy Fish mit 6:2, 5:7, 6:3.

Am 11. Mai 2008 gelang Đoković der dritte Titelgewinn des Jahres in Rom. Er traf auf den Schweizer Stanislas Wawrinka, den er mit 6:4, 3:6, 3:6 besiegte. Im Halbfinale hatte er den Tschechen Radek Stepanek in zwei Sätzen besiegt.

Bei den Wimbledon Championships 2008 schied Đokovic in der zweiten Runde überraschend klar gegen Marat Safin mit 4:6 6:7(3) und 2:6 aus.

Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking trat Đokovic im Einzel an und konnte die Bronzemedaille gewinnen. Nach seiner Niederlage im Halbfinale gegen Rafael Nadal schlug er den US-Amerikaner James Blake im Spiel um Platz 3 in zwei Sätzen mit 6:3 und 7:6(4).

Bei den US Open 2008 konnte er seine Finalteilnahme aus dem Vorjahr nicht wiederholen. Im Halbfinale unterlag er erneut dem Turniersieger Roger Federer.

Den im November 2008 ausgetragenen Tennis Masters Cup konnte Đoković gegen den Russen Nikolai Dawidenko mit 6:1 und 7:5 gewinnen. Damit wurde Đoković zum ersten mal Weltmeister.

Beim ersten Grand Slam Turnier des Jahres konnte der Australian Open Vorjahressieger Đoković diesmal nur das Viertelfinale erreichen, wo er im vierten Satz gegen Andy Roddick erschöpfungsbedingt aufgeben musste. Den ersten Titel dieses Jahres errang er bei den Dubai Open, wo er David Ferrer im Finale mit 7:5 und 6:3 besiegte.

¹ In der Gruppenphase ausgeschieden, mit 0 Siegen und 3 Niederlagen.

¹ Das Kürzel „(i)“ (= indoor) bedeutet, dass das betreffende Turnier in einer Halle ausgetragen wurde.

² Match um die Bronzemedaille.

Novak Đoković ist durch seine Erfolge zu einem Superstar in seinem Heimatland Serbien geworden. So erstaunt es nicht, dass er zum beliebtesten Serben des Jahres 2007, das Jahr seines großen Durchbruchs, gewählt worden ist. Doch die Leute finden nicht nur Gefallen an der Person Novak Đoković. So hat in Serbien das Tennis im Allgemeinen einen Aufschwung erlebt, nicht zuletzt auch Dank den ebenfalls sehr erfolgreichen serbischen Tennisspielerinnen Ana Ivanović und Jelena Janković.

Novak Đoković gilt unter Experten als ein Aspirant auf den ersten Platz der ATP-Weltrangliste. Aus dem langjährigen Duell zwischen der jetzigen Nummer 1 Rafael Nadal und dem zweiten Roger Federer ist inzwischen ein Dreikampf um den Thron des Herrentennis geworden. So sehen nicht wenige in Đoković einen Mann, der frischen Wind in die Tenniswelt gebracht hat und die Dominanz von Roger Federer und Rafael Nadal gebrochen hat.

Das Besondere an seinem Spiel ist das extrem häufige Auftippen des Balles vor seinem Aufschlag. Beim Viertelfinale der US-Open 2007 gegen Moya tippte er den Ball 28 mal vor seinem Aufschlag auf. Damit schafft er für sich selbst mehr Konzentration und bringt seinen Gegner aus dem Rhythmus. Dies führte allerdings schon mehrfach zu Diskussionen mit seinen Gegnern. So beschwerte sich im Australian-Open-Finale Jo-Wilfried Tsonga mehrfach beim Schiedsrichter über Đoković' Zeitspiel. Dieser wurde von den Unparteiischen schon des Öfteren für diese Eigenart verwarnt.

Außerdem parodiert er oft andere Tennisspieler, unter anderem Maria Scharapowa, Rafael Nadal und Andy Roddick. Aber auch „Altstars“ wie Pete Sampras und Goran Ivanišević hat er beim Training in Wimbledon 2007 parodiert.

Đoković spricht neben seiner Muttersprache Serbisch noch Englisch, Italienisch und Deutsch.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia