Red Hot Chili Peppers

3.4058577405837 (1195)
Geschrieben von tron 16/03/2009 @ 04:13

Tags : red hot chili peppers, rock, musik, kultur

Neueste Nachrichten
"Gleiberg rocks" - Fortsetzung erwünscht - Gießener Anzeiger
Ganz im Stile der "Red Hot Chili Peppers" rockte die Band "Mother´s Milk", zu der neben den beiden Veranstaltern Hartmann (Gesang) und Siebert (Schlagzeug) auch Christoph Barth (Gitarre) und Benjamin Schäfer (Bass) gehören. Als Bonbon traten im Song...
Die »Rodgaus« und 1500 Menschen auf der Burg - Gießener Allgemeine
Nicht nur die Fans der »Red Hot Chili Peppers« bejubelten im Anschluss den Auftritt von »Mother's Milk«, denn Songs wie »By the way«, »Other side« oder »Californication« haben mittlerweile Ohrwurm-Qualität. Und weil's schon bei der Premiere vor zwei...
Modern Fado: Telmo Pires - Zitty
In Bottrop wächst er auf, nicht sonderlich glücklich, umgeben von den Platten seiner Eltern, von den Fado-Klängen der Künstler Amália Rodrigues und Carlos Do Carmo, aber auch von den Alben der Red Hot Chili Peppers. Die Lieder der Kalifornier spielt...
»Volle Lotte wieder mal« - und die Burg bebte - Gießener Allgemeine
»Peep Durple« mit ihren »Deep Purple«-Covers und die eingangs erwähnten »Mother's Milk« mit ihrem Tribut an die »Red Hot Chili Peppers« hatten das Spektakel, das schließlich bis 0.30 Uhr dauern sollte, pünktlich um 20 Uhr mit zwei musikalischen...
The Gossip: Von tausend Furien getrieben - Tagesspiegel
Doch das könnte sich ändern: Das im Juni erscheinende vierte Gossip-Album mit dem kryptischen Titel „Music for Men“ wurde von Rick Rubin produziert, der ja immer wieder – siehe etwa Slayer oder Red Hot Chili Peppers – Höchstleistungen aus seinen...
Ronnie Wood: Neues Album dank der Scheidung - Gala.de
'Red Hot Chili Peppers'-Bassist Flea ist mit von der Partie. Woods Ehe galt als beendet, als er mit der russischen Kellnerin Ivanova nach Irland floh, und sich zehn Tage durchs Land soff. In der Zwischenzeit enthüllt Woods ehemaliger 'The...
Jubiläum feiern im alten Bahnhof - Heilbronner Stimme
Beginn ist ab 21 Uhr, Einlass bereits ab 20 Uhr. Alle Fans der Bands Linkin Park und Red Hot Chili Peppers sollten sich den Samstag im Schwäbisch Haller NCO-Club nicht entgehen lassen: am 9. Mai stehen Coverbands eben dieser Gruppen auf der Bühne....
Auch Oasis ehren Neu! - die Paten aus Deutschland - Tagesspiegel
Die ganz offensichtlichen Protagonisten fehlen sogar noch auf diesem Sampler: Die Red Hot Chili Peppers, mit denen Michael Rother schon mehrfach auf der Bühne stand und mit deren Gitarrist John Frusciante ihn eine künstlerische Freundschaft verbindet....
Günzburg hat nun ein Bärenland - Augsburger Allgemeine
Von flammenden Herzen über Fruchtsaftautos, Joghurthäppchen und Playgirls bis hin zu Pina Colada und Red-Hot-Chili-Pepper - für jeden Geschmack gibt es ein treffendes Angebot. Der Rathauschef konnte dann auch nicht widerstehen und nahm die Einladung...

Red Hot Chili Peppers

Die Red Hot Chili Peppers live im Jahre 2006

Die Red Hot Chili Peppers (Abkürzung: RHCP) sind eine kalifornische Funkrock- und Alternative Rockband. Sie zählen zu den kommerziell erfolgreichsten Vertretern des Crossover. Ihr Album Blood Sugar Sex Magik wird als typisch für dieses Genre angesehen.

Die Geschichte der Red Hot Chili Peppers begann am 13. Februar 1983, als die Schulfreunde Anthony Kiedis (Gesang), Michael „Flea“ Balzary (Bass), Hillel Slovak (Gitarre) und Jack Irons (Schlagzeug) im „Rhythm-Lounge“-Club in Los Angeles ihren ersten gemeinsamen Auftritt feierten. Die Truppe nannte sich vorerst „Tony Flow and the Miraculously Majestic Masters of Mayhem“. Obwohl sie nur zum Spaß für einen einmaligen Auftritt gegründet wurde (Flea, Hillel Slovak und Jack Irons spielten in einer weit erfolgreicheren Band namens „What Is This“), überraschten sie mit ihrem Song Out In L.A. die Zuschauer durch ihr Zusammenspiel von Rap, Rock, Funk und Punk. Der Clubbesitzer war so beeindruckt, dass die Band für die darauf folgende Woche gebucht wurde. Bei ihrem nächsten Auftritt war der Club bereits voll, da sich Gerüchte über die neue Band in ganz L.A. herumgesprochen hatten. Bald darauf entstand der Name Red Hot Chili Peppers, laut Kiedis Autobiographie „Scar Tissue“ (2004) eine Ableitung eines klassischen amerikanischen Blues- oder Jazz-Bandnamens, in denen oft Elemente wie „Red Hot“ oder „Chili“ aufgetaucht seien (z. B. Jelly Roll Morton's Red Hot Peppers).

Die neue Band kam rasch weit herum und veröffentlichte im August 1984 ihr Debütalbum The Red Hot Chili Peppers, welches von Andy Gill (Gang of Four) produziert wurde. Slovak und Irons waren bei dieser Produktion nicht mit im Studio, da sie bereits einen anderen Vertrag unterschrieben hatten. Sie wurden zunächst durch Cliff Martinez (Schlagzeug) und Jack Sherman (Gitarre) vertreten.

Nach der mäßigen Zusammenarbeit mit Andy Gill wurde das nächste Album Freaky Styley mit der Funk-Legende George Clinton produziert. Die Chili Peppers nahmen dieses wieder mit Hillel Slovak an der Gitarre auf, am Schlagzeug blieb Cliff Martinez. Bei den Aufnahmen zu Freaky Styley wirkten auch Maceo Parker und Fred Wesley, Bläser der Band von James Brown, mit.

Ihr nächstes Album The Uplift Mofo Party Plan war um einiges erfolgreicher als Freaky Styley. Es handelt sich dabei um das einzige Studioalbum, das in der Originalbesetzung (Kiedis; Slovak; Balzary; Irons) aufgenommen wurde. Es wurde mit dem Produzenten Michael Beinhorn aufgenommen, der auch das Album Mother's Milk produzierte.

Schon zu dieser Zeit waren sowohl Kiedis als auch Slovak heroinabhängig. Im Juni 1988, kurz nachdem die Band von einer Europatournee zurückgekehrt war, starb Hillel Slovak an einer Überdosis Heroin. Die restlichen drei Bandmitglieder waren schockiert. Jack Irons verließ die Red Hot Chili Peppers mit der Begründung, er wolle nicht an etwas teilnehmen, bei dem seine Freunde sterben. (Er spielte später bei der Band „Pearl Jam“, die mit den Peppers auch Gigs zusammen gespielt haben.) Anthony Kiedis war durch den Tod seines besten Freundes sehr betroffen – hatte er doch einen ähnlichen Lebensstil – und nahm sich eine kurze Auszeit. Er besuchte eine Entzugsklinik und lebte danach fünf Jahre lang drogenabstinent.

Kiedis und Flea kamen schließlich zu dem Entschluss, mit ihrer größten Leidenschaft – der Band – weiterzumachen. Als neue Bandmitglieder stießen zunächst der vorherige Funkadelic-Gitarrist Dwayne 'Blackbyrd' McKnight und Dead-Kennedys-Schlagzeuger D.H. Peligro dazu. Diese Zusammenstellung der Band harmonierte allerdings nicht, weshalb man sich bald erneut auf die Suche nach Musikern machte. John Frusciante, der zwar erst 18 Jahre alt war, aber als größter Fan Slovaks dessen Gitarrenspiel perfekt nachahmen konnte, übernahm Slovaks Part in der Band. Obwohl die persönliche Chemie erst nicht zu stimmen schien, stieß noch Chad Smith dazu, weil sein Schlagzeugspiel perfekt in das Gefüge passte.

In der neuen Besetzung nahm die Band die Platte Mother’s Milk auf. Diese erreichte in den USA Goldstatus und machte die Peppers mit einem Schlag zu Superstars. Der endgültige Mainstream-Durchbruch gelang schließlich 1991 mit Blood Sugar Sex Magik, das sie mit Produzentenlegende Rick Rubin aufnahmen, dem die Gruppe bis heute treu geblieben ist.

Nach ihrem sehr erfolgreichen Album Blood Sugar Sex Magik stieg John Frusciante während der Tour in Japan am 7. Mai 1992 aus, da er nicht mit einem derart großen kommerziellen Erfolg gerechnet hatte und es vorzog, vor kleinerem Publikum zu spielen. In den folgenden Jahren wurde auch er heroinabhängig und isolierte sich zunehmend von seiner Umwelt. Er veröffentlichte während seiner RHCP-Abstinenz zwei Soloplatten, Niandra LaDes and Usually Just A T-Shirt (1994) und Smile From the Streets You Hold (1997). Die Band fand lange keinen passenden Gitarristen, bis schließlich Dave Navarro (Jane’s Addiction) Anfang September 1993 zu der Band stieß und 1995 One Hot Minute mit ihm aufgenommen wurde, das nicht so erfolgreich wurde wie Blood Suger Sex Magik . Mit seiner Vorliebe für das sogenannte Wah-Wah-Pedal veränderte er den Sound der Gruppe auf dieser Platte. Das Album verkaufte sich jedoch weniger gut als sein Vorgänger. Rückblickend auf diese Phase bezeichnet die Band ihre damalige Arbeit beim Songwriting als wenig zufriedenstellend und nicht zielführend – Navarro hatte eine andere Art, Songs zu schreiben, er mochte keine Jamsessions; außerdem hatte Anthony Kiedis inzwischen wieder angefangen, Heroin zu konsumieren, und auch Navarro nahm Drogen. Somit entstanden mehrere Songs von One Hot Minute auch aus der Feder von Flea, damit das Album überhaupt eine respektable Anzahl an Songs erhielt.

Anfang April 1998 verließ Navarro schließlich die Band, da die restlichen Bandmitglieder wegen seiner Drogensucht nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten wollten bzw. konnten. Er widmete sich seinem Soloprojekt und ermöglichte der Band einen Neuanfang. Navarro und auch die anderen Peppers hatten erkannt, dass die Band in einer Krise steckte. Zeitgleich konnte sich aber John Frusciante mit Hilfe seiner Freunde Johnny Depp und Flea von seiner Drogensucht befreien. Nach seiner Drogenabhängigkeit berichtete John Frusciante von Stimmen in seinem Kopf (seinen „Geistern“). Diese Stimmen hatten ihm als Kind gesagt, er solle Gitarrist werden. 1992 hätten sie ihm gesagt, er solle die Band verlassen, und schließlich sagten sie ihm, er solle aufhören, Drogen zu nehmen – und wie immer gehorchte er ihnen. Während dessen Abhängigkeit hatte Flea als Einziger der Band noch Kontakt zu John.

Nach einer erfolgreichen Jamsession, zu der Kiedis gezwungen werden musste, stieg Frusciante Ende April 1998 wieder ein. Gemeinsam nahmen sie in Fleas Garage 1999 den Topseller Californication auf, der zum kommerziell mit Abstand erfolgreichsten Album der Peppers avancierte. In der darauf folgenden Tour spielten sie u. a. ihren legendären 1999er Woodstock-Gig und in Moskau vor 200.000 Leuten auf dem Roten Platz.

Mittlerweile haben Anthony, Flea und John ihre Drogenabhängigkeit hinter sich gelassen; sie sind nach eigenen Aussagen, bis auf John, Vegetarier sowie alkohol- und nikotinabstinent.

Nach zwei Jahren Tour durch die gesamte Welt nahmen die vier By the Way auf, das 2002 veröffentlicht wurde. Dieses Album ist weniger funkig, enthält dafür mehr Melodien und Harmoniegesänge von Frusciante und Kiedis.

Im Oktober 2004 erschien die Autobiographie Scar Tissue von Anthony Kiedis (die gleichnamige deutsche Übersetzung ist im Juni 2005 erschienen), in der er offen und ehrlich über seine Erfahrungen in Sachen Drogen, Sex und Musik spricht. Es enthält viele Informationen über die Band, Inspiration und Entstehung bestimmter Songs und Anthonys Weggefährten.

Ende Juli 2004 wurde das Live-Album Live in Hyde Park veröffentlicht, das neben den zwei neuen Songs Leverage of Space und Rolling Sly Stone auch Coverversionen des 1970er-Jahre Hits Brandy von Looking Glass und Black Cross von 45 Grave, sowie eine Drum-Hommage von Chad Smith enthält. Es ist ein Zusammenschnitt von drei Konzerten, die am 19., 20. und 25. Juni 2004 im Londoner Hyde Park stattfanden. Das Live-Album ist als nachträgliches Dankeschön für die Konzertbesucher der Juni2004-Tour erschienen, welches die größte Tour der Peppers war. Neben den Konzerten im Londoner Hyde Park gaben sie u. a. Konzerte bei Rock am Ring & Rock im Park, beim Aerodrome in Wiener Neustadt, im Pariser Prinzenparkstadion und in der Amsterdam ArenA. Neben den beiden auf dem Live-Album erschienenen neuen Songs hatten sie bei dieser Tour außerdem das neue Lied Mini-Epic präsentiert, das in Fankreisen auch unter dem Namen Kill For Your Country bekannt ist.

Ihr neuntes Studio-Album Stadium Arcadium ist am 5. Mai 2006 als Doppel-Album erschienen, mit den jeweiligen Untertiteln für die beiden CDs: Jupiter und Mars. Neben den im Jahr 2005 live neu präsentierten Liedern 21st Century, Readymade und Tell Me Baby und dem im Herbst 2004 live gespielten Desecration Smile enthält dieses Album 20 weitere Tracks wie She’s Only 18, Charlie, Especially In Michigan, Snow ((Hey Oh)), Hard To Concentrate, Animal Bar, Wet Sand und Stadium Arcadium. Die erste Single war Dani California, veröffentlicht am 28. April. Vom 3. April an war das neue Lied vorab im Radio zu hören. Am 24. April 2006 spielte die Band einen Geheimauftritt im Hamburger „Zelt der fliegenden Bauten“ vor etwa 500 geladenen Gästen und stellte das neue Album vor, welches direkt nach der Veröffentlichung am 5. Mai 2006 auf Platz 1 der Charts einstieg.

Am 1. September 2006 erhielten sie den MTV Video Music Award 2006 für ihr Lied Dani California in der Kategorie Best Art Direction in a Video.

Am 2. November 2006 wurde ihr Album Stadium Arcadium auf den MTV Europe Music Awards mit dem Preis für das beste Album des vergangenen Jahres ausgezeichnet.

Die Red Hot Chili Peppers spielten auf der Intercalactic Tour, welche von April 2006 bis August 2007 dauerte, 151 Konzerte und Festivals in über 20 Ländern. Sie spielten u. a. auf dem Roskilde-Festival in Dänemark, dem PinkPop-Festival in den Niederlanden, dem Coachella Valley Music and Arts Festival in Kalifornien, dem Fuji Rock Festival in Japan, im Hallenstadion Zürich in der Schweiz und auf dem Live-Earth-Konzert im Juli im Londoner Wembley-Stadion.

Das Lied Snow ((Hey Oh)) wurde als Themensong der WWE-Veranstaltung Wrestlemania XXIV erklärt.

Am 13. Februar 2008 feierten die Red Hot Chili Peppers ihr 25-jähriges Bandjubiläum.

Red Hot Chili Peppers unterstützen die Sea Shepherd Conservation Society mit Geldspenden für die Lebewesen in den Meeren der Welt.

Zum Seitenanfang



Funk (Musik)

Funk ist der Oberbegriff für eine Spielart ursprünglich afroamerikanischer Musik, die sich Ende der 1960er Jahre aus verschiedenen Einflüssen des Soul, Rhythm and Blues und Jazz entwickelt hat, und wiederum Musikstile wie Disco, Hip-Hop, Rock stark geprägt oder teilweise beeinflusst hat. Wesentliche Stilmerkmale des originären Funk sind eine repetitive, im Gegensatz zu anderen R&B-Stilen eher auf die „Eins“ betonte Grundrhythmik, synkopische Basslinien sowie akzentuierte Bläsersätze und Rhythmusgitarre im Zusammenspiel mit Soul-Gesang. Oftmals wirkt der Gesang aber auch eher perkussiv als melodisch. Größere Popularität erlangte der Funk erstmals durch die Musik von James Brown und Sly Stone.

Die Bedeutung des Begriffes „Funk“ geht auf afroamerikanischen Slang der 1950er Jahre zurück, in dem „funky“ ein Synonym für „erdig“, „schmutzig“ oder auch „erregt“ war. Die anfängliche Bedeutung des Wortes bezeichnet einen Körpergeruch, der beim Sex entsteht. Es wird vermutet, dass es ursprünglich von dem französischen Wort „fumet“ mit dem Wortstamm „fum“ abgeleitet wurde, was „Rauch“ oder „Duft“ bedeutet. Gemeint war wohl der Geruch aus einer Mischung zwischen Rauch, Pheromonen und Schweiß, der in Lokalen während Tanzveranstaltungen entstand. In der Kreolsprache Louisianas bekam er eine neue Bedeutung und wurde nicht mehr nasal ausgesprochen.

Die deutsche Hochsprache kennt keinen Begriff für diesen charakteristischen Geruch, der dafür in vielen Dialekten seinen Niederschlag gefunden hat. Im Fränkischen beispielsweise lässt sich das umgangssprachliche Gschmörch nachweisen.

Bereits in den 1950er und 1960er Jahren tauchte die Umschreibung „funky“ im Jazz auf, zum Beispiel in Titeln von Horace Silver und Cannonball Adderley; damals wurde – beispielsweise von Carlo Bohländer – der Soul Jazz als funkige Jazzspielart verstanden. Eine der ersten Bands, die jenseits des Jazz Lieder in der Spielrichtung Funk veröffentlichte, waren die Isley Brothers. Als eigenständiges Musikgenre ist Funk jedoch erst seit Ende der 1960er Jahre definiert, als Musiker und Bands wie James Brown, Sly and the Family Stone und The Meters diesem Stil zum Durchbruch verhalfen.

Es gibt, wie so oft, viele Meinungen dazu, wo, wann und durch wen der Jazzfunk geboren wurde. Betrachtet man aber den Ablauf der Geschichte um diesen Musikstil unter Beachtung des Zeitpunktes einer breiten Popularisierung, wird man wohl vor allen anderen James Brown und Sly Stone nennen müssen, die bereits damals mit den genannten stilistischen Mitteln die Grundzutaten für den Funk festgelegt haben. Prinzipiell ist in der Geschichte der westlichen Popmusik Funk der erste Moment, bei dem in der musikalischen Rangfolge (in Bezug auf die Melodie) mehr und mehr der Rhythmus in den Vordergrund drang. Die eher untergeordnete Begleitrhythmik wurde, synkopisiert, zum musikalischen Hauptelement. Die Geburtsstunde des Funk wird daher heute mehrheitlich auf die Veröffentlichung des Titels Papa’s Got a Brand New Bag von James Brown im Jahre 1965 festgelegt. Er bestimmte die Art, ein Instrument zu spielen, wie die Slaptechnik auf dem Bass von Larry Graham (damals Bassist bei Sly Stone, wie im Woodstock-Film zu sehen ist) oder Bootsy Collins (damals Bassist bei James Brown), die gestochenen Bläsersätze von Maceo Parker (Saxophon) und Fred Wesley (Posaune), die mit weiteren Bläsern die „J.B.'s“ bei James Brown bzw. die „Horny Horns“ bei George Clinton bildeten.

All das fand zu dieser Zeit seinen Ursprung und wurde von eben diesen Musikern, als sie die Bands verließen, in neuen Projekten in die Welt hinausgetragen. Viele Musiker, größtenteils aus der afroamerikanischen Bevölkerung Amerikas, waren inspiriert durch diese Wurzeln, und so fanden sich Ende der 1960er bereits unzählige Funkbands auf den Bühnen ein. Ursprünglich auch Ausdruck afroamerikanischen Bewusstseins, mit großem Einfluss durch James Brown, wurde der Funk im Verlauf der Jahre, auch bedingt durch veränderte Produktionstechniken (Synthesizer, Drumcomputer) zunehmend kommerzialisiert, und so mündete der Mainstream innerhalb des Funk in die Disco-Musik. Einige Musiker erkannten bereits sehr früh diese Entwicklung, wandten sich ab und begründeten Unterarten des Funk, wie zum Beispiel George Clinton den P-Funk mit den Bands Parliament und Funkadelic, die eine komplette eigene Welt mit eigenen Charakteren entwickelten, die sie bei ihren Auftritten auf der Bühne auch selbst verkörperten (P-Funk-Mythologie).

Auch die Bühnenshows und Outfits von Funkbands fanden ihre Ursprünge in denen von James Brown. Von Uniformen über weite, legere und farbenfrohe Outfits bis hin zu einheitlichen hautengen Overalls, die komplett mit Pailletten bestickt waren – und sogar zu derart aufwendigen Kostümen wie sie üblicherweise nur zum Karneval in Rio aufgetragen werden. Gerade Parliament waren für ihre Shows bekannt, in denen komplette UFOs auf der Bühne landeten und die bizarrsten Gestalten, allen voran das „Starchild“ (siehe P-Funk-Mythologie), ihre Mission begannen, den Funk unters Volk zu bringen („Spread the Funk worldwide“).

Mit der Zeit bildeten sich stilistische Inseln im Funk, die sich mit ihrem ganz eigenen Sound mehr und mehr klar gegen die anderen abgrenzten. Funkrock, Funkpop, Jazzfunk und andere Sparten entstanden und erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit, obwohl der kommerzielle Erfolg selten einsetzte. Obwohl der Funk geschichtlich gesehen seinen Höhepunkt Ende der 1960er bis Mitte der 1970er hatte, muss man feststellen, dass er bis heute immer noch weitreichend verbreitet ist und sowohl in abgewandelter als auch ursprünglicher Form die Grundlagen für die vielen nachfolgenden Stilrichtungen, wie zum Beispiel den Hip-Hop und den New R&B bildet. Viele Super- und Megastars der 1980er und 1990er, wie beispielsweise Prince nennen den Funk als ihren Ursprung und haben ihn in neuen Stilarten weitergeführt und ihn so auch einem breiten Publikum in der weißen Bevölkerung nahe gebracht.

Von Anfang an beeinflussten sich Funk und Jazz wechselseitig. Jazzmusiker wie Herbie Hancock, Miles Davis, Marcus Miller, George Duke, Stanley Clarke, die Brüder Michael und Randy Brecker und viele andere machten immer wieder mit Funkproduktionen auf sich aufmerksam. Dabei wurden auch oft Jazzstandards als Funkstücke interpretiert. Insbesondere Herbie Hancock gab dem Funk Mitte der 1970er Jahre mit seiner Band Headhunters eine neue Richtung und wirkte wegweisend für die Verbindung von Funk mit anderen Musikstilen, wie etwa der elektronischen Musik und dem Hip-Hop.

Die Mischung aus Jazz mit Funk- und Rockmusik wird als Fusion bezeichnet, wobei man früher zwischen Jazzrock und Jazzfunk unterschied. Seit Ende der 1980er setzen die britischen Bands Brand New Heavies und Jamiroquai auf Acid Jazz, der wie der Funk rhythmisch ebenfalls oft auf die Eins betont.

Der nigerianische Musiker Fela Kuti kombinierte in den 1970er Jahren Funk und Soul mit afrikanischer Musik. Dieser Stil wird als Afrobeat bezeichnet.

Seit Mitte der 1970er begannen Rockbands wie Mother’s Finest, später in den 1980er Jahren Bands wie Gang of Four und Extreme, Rage Against The Machine, Jane’s Addiction, Mom’s Magic Mushrooms, Fishbone und die Red Hot Chili Peppers dieses Konzept zu erweitern und entwickelten den Funk Rock bzw. Funk Metal, der später durch die Erweiterung der Stile Crossover genannt wurde.

Der ursprüngliche Hip Hop, die sogenannte Old School der späten 1970er und frühen 1980er Jahre, enthält prinzipiell sehr viele Funk-Elemente weil zur damaligen Zeit das Sampling bzw. Einspielen von Platte die Basis für den Toast des Rappers bildete. Der Funk mit seiner markanten Rhythmik bot sich für den Rap-Sprechgesang geradezu an. Nach dem juristischen Kampf der Musikindustrie gegen unlizenzierte Verwendung von Samples, veränderte sich der die Hip-Hop-Musik jedoch stark. Die Studios entwickelten eigene Beats oder machten sich sogar die Mühe die gewünschten Parts selber einzuspielen, wobei sich allerdings eine breite Masse an mittelmäßigen Produktionen bemerkbar machte. Heute gibt es wieder einige Gruppen, die den Funk stärker betonen, wie beispielsweise OutKast, Gorillaz, The Black Eyed Peas und Ugly Duckling.

Ein stark am Funk orientierter Unterstil des Hip Hop ist der G-Funk. Vertreter dieses Genres sind beispielsweise Dr. Dre, Warren G und Nate Dogg.

Eine eigene Variante ist Electro Funk, der den Funk der Siebziger mit elektronischen Mitteln weiterführte und sich nur schwach zum Electro (Musikstil) abgrenzte, den der New Yorker Hip-Hop-DJ Afrika Bambaataa in den 1970er- und vor allem den 1980er Jahren begründete, insbesondere mit seinem stilbildenden Hit Planet Rock (1982). Er ließ sich stark durch die deutsche Band Kraftwerk inspirieren. Seit den späten 1990er Jahren erlebt Electro, der insbesondere durch den Techno aufgenommen wurde, ein Revival, den so genannten Electroclash.

Zum Seitenanfang



Red Hot Chili Peppers (Album)

Der Produzent war der Brite Andy Gill, Gitarrist der "Gang of Four". Schon während den Aufnahmen bildeten sie große Differenzen zwischen ihm und der Band. Dies lag auch daran, dass er und EMI (die Plattenfirma der RHCP) eine ganz andere Vorstellung von diesem Album hatten als die Bandmitglieder und vor allem auf einen kommerziellen Hit hinarbeiteten. Daher wurde das Album von der Band auch als zu kühl, zu technisch und zu wenig energetisch und frei angesehen.

Das Album war kommerziell ein Misserfolg – wohl auch deshalb, weil die Band nicht richtig zu dem Album stehen konnte und es ständig zu Querelen mit Jack Sherman und Andy Gill kam.

2003 wurde das Album als Remastered Version neu aufgelegt. Auf dieser Version sind als Bonus-Tracks die ursprünglichen Demos mit auf der CD. Dabei handelt es sich um die allerersten Aufnahmen der Red Hot Chili Peppers aus dem Jahr 1983.

Zum Seitenanfang



Pearl Jam

Pearl Jam

Pearl Jam ist eine US-amerikanische Rockband, die Anfang der 1990er-Jahre zusammen mit Nirvana den Grunge populär machte. Sie ist die einzige der großen Seattle-Bands des Grunge, die auch heute noch so besteht und Alben produziert.

Die ersten musikalischen Versuche unternahmen Stone Gossard und Jeff Ament in der Band Green River. Green River sollten sich jedoch schon bald auflösen. Aus der einen Hälfte der Mitglieder sollten Mudhoney entstehen, aus der anderen (Stone Gossard und Jeff Ament) Mother Love Bone. Noch vor der Veröffentlichung der zwei Studio-Alben Apple und Shine starb der Mother-Love-Bone-Sänger Andy Wood an einer Überdosis Heroin. Unter dem Eindruck dessen Todes veröffentlichte der damalige Mitbewohner von Andy Wood, Chris Cornell (früher Soundgarden und Audioslave), das Album Temple of the Dog zusammen mit den späteren Pearl-Jam-Musikern.

Nach einer Trauerphase entschlossen sich Stone Gossard und Jeff Ament, ihren Weg zu gehen, und Musik zu machen, nicht aufzugeben und jamten zusammen mit dem Gitarristen Mike McCready, den Gossard schon seit einiger Zeit kannte und dann auf einer Party wiedertraf. In der Folge entstand ein Demotape, auf dem Matt Cameron (damals Soundgarden, seit 1998 bei Pearl Jam) als Schlagzeuger aushalf. Dieses Demotape landete durch Jack Irons (früher Red Hot Chili Peppers) bei dessen Freund Eddie Vedder, der damals in San Diego lebte.

Vedder war in der Musikszene von San Diego kein Unbekannter. Er hatte bereits in mehreren Bands gespielt, unter anderem bei Bad Radio.

Angeblich hörte er sich das Tape bei seiner Nachtschicht in einer Tankstelle an, ging am darauffolgenden Morgen zum Surfen an den Strand und schrieb danach die Texte zu den Instrumentals auf dem Tape, besang es und schickte es zurück nach Seattle. Später sollten diese unter den Namen Alive, Once (auf Ten) und Footsteps (B-Seite der Single Jeremy) bekannt werden. Eddie Vedder bezeichnete die Songs später als "3-Song-Minioper". Von der Stimme und der Energie waren Stone Gossard, Jeff Ament und Mike McCready so begeistert, dass sie Eddie Vedder sofort nach Seattle einluden. Während des Fluges nach Seattle schrieb Eddie Vedder den Text zu einem weiteren Song, Black.

Die Band probte in der darauf folgenden Zeit viel und es entstand eine beachtliche Menge an Songs. In dieser Zeit wurde auch das Temple-Of-The-Dog-Album fertiggestellt, auf dem Eddie Vedder die Co-Vocals auf der Single Hunger Strike und den Backgroundgesang auf Pushing Forward back übernahm.

Zunächst nannte sich die Band Mookie Blaylock, nach dem NBA-Aufbauspieler der New Jersey Nets und Atlanta Hawks mit der Rückennummer 10 (Ten, dem Titel des Debutalbums). Der endgültige Bandname entstand, nach Aussage Vedders in frühen Interviews, als Reminiszenz an seine indianische Urgroßmutter Pearl, die es verstand, Marmelade (Jam) mit halluzinogener Wirkung zuzubereiten. Diese Geschichte darf jedoch stark angezweifelt werden, die Urgroßmutter Pearl gab es zwar, jedoch konnten noch keine indianischen Vorfahren in Vedders Familie nachgewiesen werden. Am plausibelsten ist es wohl, diese mysteriöse Geschichte einfach als kleine Anekdote zu sehen, die sich Vedder als Rechtfertigung für den Bandnamen überlegt hatte, um den neugierigen Reportern eine Story zu liefern.

Um vollständig zu sein benötigte die Band jedoch noch einen Schlagzeuger, da Jack Irons damals aufgrund seines Engagements bei der Band Eleven absagte. Dieser wurde mit Dave Krusen gefunden, der jedoch schon bald durch Matt Chamberlain abgelöst wurde. Da Jeff Ament und Stone Gossard durch ihre Zeit mit Mother Love Bone noch Kontakte zu Sony hatten, sollte schon bald das erste Album Ten entstehen.

Zuerst verkaufte sich Ten schleppend, doch im Zuge des kommerziellen Erfolges von Nirvanas Nevermind und dem steigenden Hunger nach Seattle-Bands, stieg der Verkauf rasch an. Bis heute wurde Ten alleine in den USA mehr als zehn Millionen mal verkauft.

Umfangreiches Touren und der weltweite Grunge-Boom gingen einher mit steigender Popularität der Band. Die beiden Singles Alive und Even Flow waren sehr erfolgreich, der größte Hit der Band wurde aber die dritte Single Jeremy. Es wurden fast eine Million Exemplare verkauft und 1993 gewann das Video zum Song vier MTV Video Music Awards, darunter den Preis für das beste Video des Jahres. Damit waren Pearl Jam die erfolgreichste Band bei dieser Verleihung.

Da die Band - vor allem Eddie Vedder - mit dem völlig unerwarteten Ausmaß ihres Erfolges und dem Leben im Rampenlicht nicht fertig wurde, fasste sie daraufhin den Entschluss, keine weiteren Musikvideos mehr zu veröffentlichen. Jeremy sollte sechs Jahre lang das letzte Video der Band bleiben.

Bald ging die Band, abermals mit einem neuen Drummer (dem Texaner Dave Abbruzzese) und dem Produzenten Brendan O'Brien, ins Studio um den Nachfolger zu Ten einzuspielen. Das Album Vs. verkaufte sich in der Woche der Veröffentlichung über 950.000 mal und stellte damit einen Rekord auf, der mehrere Jahre hielt. Diese Tatsache brach der Band fast das Genick. Besonders Eddie Vedder hatte mit dem riesigen kommerziellen Erfolg zu kämpfen. Als Folge versuchte die Band aus dem Rampenlicht zu rücken, was jedoch nur teilweise gelang.

Nur ein Jahr später, 1994, wurde das nächste Album veröffentlicht: Vitalogy. Dieses zeigte deutlich, dass sich die Band in eine deutlich andere Richtung entwickelte als die ersten beiden Alben andeuteten. Während diese noch eine Ansammlung von großteils Mainstream-tauglichen Songs waren, fiel Vitalogy viel dunkler, rauer und auch abwechslungsreicher aus. Dies zeigte deutlich, dass die Band fähig war, sich musikalisch weiterzuentwickeln und verschaffte ihr viel Respekt. Auch kommerziell war Vitalogy durchaus erfolgreich: es verkaufte sich über 5 Millionen Mal.

Nach dem Selbstmord von Kurt Cobain im April 1994 war Pearl Jam endgültig die meistbeachtete und erfolgreichste Grungeband der Welt und begegnete diesem Umstand auf ihre Weise: sie zog sich komplett aus der Öffentlichkeit zurück, gab keine Interviews mehr und verwickelte sich in einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem amerikanischen Konzertkarten-Monopolisten Ticketmaster. Pearl Jam warf dem Konzern vor, seine marktbeherrschende Position zu missbrauchen und die Karten durch extrem hohe Aufschläge zu fast unerschwinglichen Preisen zu verkaufen. Pearl Jam verlor den Prozess, konnte aber immerhin den Erfolg verbuchen, dass Ticketmaster in Zukunft die Servicegebühren getrennt vom eigentlichen Ticketpreis angeben musste und dadurch die Preisgestaltung für die Konzertbesucher transparenter war.

In den folgenden Jahren versuchte Pearl Jam mehrere Tourneen mit unabhängigen Konzertveranstaltern zu organisieren, was aber fast unmöglich war, weil Ticketmaster Exklusivverträge mit einem Großteil der geeigneten Veranstaltungsorte hatte.

Bereits während der Aufnahmen zu Vitalogy verließ Drummer Dave Abbruzzese die Band, weil sich seine Vorstellungen immer weiter von denen der anderen Mitglieder entfernte. Ersetzt wurde er kurzerhand von Ex-Red Hot Chili Peppers-Drummer Jack Irons, der bereits im Jahre 1990 zwischen Eddie und Stone vermittelt hatte und so einen großen Anteil an der Gründung der Band hatte. Jack Irons spielte ein Stück (Stupid Mop) auf der Vitalogy-Platte ein und ging mit auf die nachfolgende Tour. Schon seit ihrer Gründung spielte die Band immer wieder Stücke des Rock-Altmeisters Neil Young auf ihren Konzerten und vor allem Eddie Vedder pflegte eine gute Freundschaft mit ihm. So kam es im Jahre 1995 fast als logische Konsequenz zu einer Zusammenarbeit im Studio. Neil hatte einige Songs geschrieben und Pearl Jam fungierte als Begleitband. Das Resultat war das Album Mirror Ball, welches allerdings unter Neil Young veröffentlicht wurde, da beide verschiedene Plattenfirmen hatten. In den gleichen Aufnahmesessions entstanden zusätzlich die von Eddie Vedder geschriebenen Songs I Got Shit (welches auf dem Cover allerdings als I Got ID aufgeführt ist) und Long Road. Die Single, auf der Neil Young an der Gitarre und der Orgel zu hören ist, erschien im Jahr 1995 als Output von Pearl Jam unter dem Namen Merkinball.

Die Veröffentlichung der Single Who you are läutete im Sommer 1996 die Veröffentlichung von No Code ein. Vergessen waren die Bemühungen um Abgrenzung, die Band präsentierte sich experimentell, ungewöhnliche Instrumente hielten ihren Einstand. Pearl Jam präsentierten ein buntes musikalisches Kaleidoskop und Vedder unterstellte in einem Interview dem Album sogar Heilkraft. Bezeichnenderweise fand die Platte beim Publikum wenig Anklang: Obwohl eine ihrer besten Arbeiten, geriet ihre musikalische Bestandsaufnahme zum Publikumsflop, nicht zuletzt durch ihre eigene Vermarktungsphilosophie hervorgerufen: Keine Videos, wenig Promotion-Rummel. Unter den Fans hat das Album allerdings bis heute einen ganz besonderen Status und wird häufig als das beste Pearl Jam-Album bezeichnet.

Den Sommer 1997 verbrachte die Band wieder im Studio und brütete über dem Nachfolger: Yield hatte bereits wenige Monate nach seinem Erscheinen am 3. Februar 1998 dreimal soviel an Einnahmen eingespielt, wie der deutlich ruhigere Vorgänger: Musikalisch ging es rauer zur Sache, die Gitarren durften wieder ordentlich zum Einsatz kommen. Erstmals seit 1992 ließ die Band mit Do the evolution auch wieder ein Video drehen, dessen Zeichentrick-Clip ein eindringliches Appell an die Menschheit enthielt: Take care, death is not the answer....

Als Ersatz für den bei der Sommertour 1998 ausgestiegenen Drummer Irons wurde Matt Cameron (Ex-Soundgarden) verpflichtet, dessen Schaffen bereits auf dem Live-Album Live on Two Legs dokumentiert wird. Seinen ersten Studio-Beitrag leistete er auf der ursprünglich als Weihnachts-Fanclub-Single gedachten Cover-Version von Last Kiss von Wayne Cochran, die später auch offiziell als Benefizsingle zur Kosovo-Krise erschien und bis heute den größten Single-Erfolg der Band darstellt.

Mit Binaural präsentierten Pearl Jam im Mai 2000 eine lockere, ausgesprochen poppige Platte, die in der Stärke an Ten erinnerte. Die Singles Nothing as it seems, Light Years und Thin Air kündeten eindrucksvoll vom Songwriting der Bandmitglieder, der Sound geriet mittels eines besonderen Aufnahmeverfahrens, bei dem zwei Mikrofone in einen Kunstkopf integriert werden, zu einem besonderem Hörerlebnis.

Auf der folgenden Europatournee wurde jedes Konzert aufgezeichnet und als Bootleg veröffentlicht, so dass den Fans der Kauf von teuren Amateurbootlegs erspart blieb. Nebeneffekt: Pearl Jam schaffte es, mit fünf Alben gleichzeitig in den Charts zu stehen. Die Tournee glich zunächst einem Triumphzug, man füllte die größten Hallen und spielte bei den großen Festivals als Headliner. Doch am Ende stand am 30. Juni 2000 eine der größten Katastrophen der Rockgeschichte: Beim Roskilde-Festival in Dänemark kam es zu einem Massensturz, bedingt durch die große Euphorie und verursacht durch den durchnässten Boden. Dabei wurden neun Fans zu Tode gequetscht, der Rest der Tour wurde abgesagt.

Im Herbst spielten Pearl Jam wieder in den USA und auch diese Tour wurde ein Riesenerfolg. Ein Jahr später erschien, als Dokument dieser Tour, die DVD Touring Band 2000, ein Zusammenschnitt mit den besten Songs der Tour.

Riot Act, am 12. November 2002 veröffentlicht, arbeitete den bluesigen Ansatz ihrer Musik wieder mehr heraus, das sperrige Material geizte mit Schlüsselreizen und die Qualität offenbarte sich erst nach mehrfachem Hören. Die Kritiken waren durchweg positiv, die Platte aber zu unausgegoren.

Die anschließende Tour durch Australien, Japan und die USA zementierte dann allerdings Pearl Jam's Ruf, eine der besten Livebands unserer Zeit zu sein. Wieder wurden sämtliche Konzerte zu einem günstigen Preis vom Fanclub angeboten. Im Anschluss an die Tour wurde das erste von zwei Konzerten aus dem Madison Square Garden in New York unter dem Namen Live At The Garden als DVD veröffentlicht.

Ende 2003 erschien die umfangreiche Raritätensammlung Lost Dogs und ein Jahr später, im November 2004, das erste Greatest Hits-Album unter dem Titel Rearviewmirror (1991-2003). Anfang 2004 erhielt Pearl Jam eine Golden Globe-Nominierung für ihren Beitrag zum Big-Fish-Soundtrack, Man Of The Hour. Mit der Veröffentlichung der Greatest Hits erfüllten Pearl Jam ihren Vertrag mit dem Sony-Label und planen, in Zukunft, der Band-Tradition der unkonventionellen Schritte folgend, unabhängigere Wege zu gehen. Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl 2004 war Pearl Jam einer der Initiatoren der Vote-For-Change-Tour ((Bruce Springsteen, R.E.M., Dixie Chicks u. v. a.), deren Ziel es war, möglichst viele Menschen zu motivieren, zur Wahl zu gehen und gegen George W. Bush zu stimmen.

Drei Jahre nach dem Studioalbum Riot Act erschien ein wieder etwas "rockigerer" Longplayer 2006. Das PEARL JAM betitelte Album wurde über das jüngst fusionierte Majorlabel Sony/BMG bei J Records veröffentlicht. Eine große Welttournee führte die Band nach sechs Jahren im August und September 2006 und Juni 2007 wieder nach Europa.

Pearl Jam veröffentlichte 2006 das Musikvideo "Life Wasted" als erste Band einer großen Plattenfirma unter der Creative Commons Lizenz.

Im September 2007 veröffentlichte Vedder die musikalische Untermalung des unter der Regie von Sean Penn entstandenen gleichnamigen Films, Into the Wild. Vedder präsentierte trotz der verhältnismäßigen Kürze des Materials Songs, die ausbalancierter und heller wirkten als die der letzten beiden Longplayer, die von der zunehmenden Politisierung der Band geprägt waren.

Seit Oktober 2008 sind sie wieder im Studio um an ihrem 9. Studioalbum zu arbeiten. Produziert wird das kommende Album von Brandon O´Brien der auch schon die Alben Vitalogy, No Code und Yield produzierte.

Drei der Bandmitglieder (Eddie Vedder, Jeff Ament und Stone Gossard) spielen in Cameron Crowes Film „Singles“ aus dem Jahre 1992, für den auch 2 Titel zum Soundtrack beigesteuert wurden, als Mitglieder der Filmband „Citizen Dick“ mit.

Pearl Jam setzt sich für verschiedene soziale und politische Themen ein. Dazu gehört insbesondere die Aufklärung über die Crohn-Krankheit, unter der Gitarrist Mike McCready leidet, Kritik am US-Monopolisten Ticketmaster , sowie Umwelt- und Tierschutz. Dabei tritt Vedder als Sprecher der Band auf. Publiziert werden diese Themen auf der Internetseite der Band, wo auch weiterführende Links angegeben sind.

Die Band ist Mitglied bei einer Reihe von Pro-Choice-Organisationen, z. B. Choice USA und Voters for Choice. . 1992 veröffentlichte das Magazin Spin einen Artikel, in dem Vedder seine Ansichten über die Abtreibung detailliert erläutert. Bei einem MTV Unplugged Konzert im selben Jahr stand Vedder auf einem Hocker und schrieb als Geste des Protests "Pro-Choice!" auf seinen Arm.

Vedder befürwortet seit Jahren die Entlassung der West Memphis 3. Einer der drei mutmaßlichen Kindermörder trug einen Teil zum Lied Army Reserve vom Album Pearl Jam bei.

Als Mitglieder von Rock the Vote und Vote for Change hat die Band die Registrierung und Teilnahme an Wahlen in den Vereinigten Staaten unterstützt. Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl 2004 war Pearl Jam einer der Initiatoren der Vote-For-Change-Tour, an der auch Bruce Springsteen, R.E.M., Dixie Chicks und andere beteiligt waren. Deren Ziel war es, möglichst viele Menschen zu motivieren, zur Wahl zu gehen und gegen George W. Bush zu stimmen. Vedder unterstützte den Präsidentschaftskandidaten Ralph Nader im Jahr 2000. Ferner spielte Pearl Jam einige Konzerte auf der Vote for Change Tournee im Oktober 2004, um den Kandidaten John Kerry für das Präsidentenamt zu unterstützen. In einem Beitrag über die Künstler bei der Vote for Change Tournee in der Musikzeitschrift Rolling Stone, erklärt Vedder, dass er Nader 2000 als unabhängigen Kandidaten unterstützte, es aber aufgrund schwieriger Zeiten an der Zeit für eine neue Regierung sei.

Vedder kommentiert für gewöhnlich zwischen den Liedern politische Themen, wie z.B. die Außenwirtschaft der USA zu kritisieren. In mehreren seiner Lieder übt er öffentlich Kritik an der Bush-Regierung, z. B. Bu$hleaguer und World Wide Suicide. Auf dem Lollapalooza-Festival 2007 spricht sich Vedder gegen das Einleiten von Abwasser in den Michigansee durch BP Amoco aus; dabei wird die Band von den Kriegsveteranen Tomas Young und Ben Harper bei den Liedern No More und Rockin in the Free World musikalisch begleitet. Am Ende des Liedes Daughter zur Musik von Another brick in the Wall von Pink Floyd singt Vedder "George Bush leave this world alone/George Bush find another home." Der Sponsor AT&T beschnitt das Lied im Webcast. Später entschuldigte sich AT&T und machte den Vertragspartner Davie Brown Entertainment für den Schnittfehler verantwortlich. Der gesamte Webcast soll nun über Fanseiten abrufbar werden.

Pearl Jam trat auf zahlreichen Benefizkonzerten auf. Beispielsweise bildete die Band 2001 den Höhepunkt auf einem Konzert im Kampf gegen den Welthunger in Seattle, welches von den Vereinten Nationen initiiert wurde. Die Band gab auf ihrer Tour 2005 ein zusätzliches Konzert zur Unterstützung der Opfer des Hurrikans Katrina; die Erlöse gingen an das amerikanische rote Kreuz, das Habitat for Humanity und die Jazz Foundation of America.

Weltweit hat die Band, Informationen ihres früheren Labels Epic/Sony BMG zufolge, bislang über 60 Millionen Alben verkauft und ist damit eine der kommerziell erfolgreichsten Bands der letzten 15 Jahre.

Zum Seitenanfang



Source : Wikipedia