Real

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Geschrieben von robby 09/03/2009 @ 16:07

Tags : real, devisen, finanzen, real madrid, ausländische klubs, fussball, sport

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Real Madrid

...das Heimstadion von Real Madrid

Ende des 19. Jahrhunderts begann sich der Fußballsport langsam auch in Spanien auszubreiten. In der Hauptstadt Madrid betrieb zunächst lediglich der kleine Verein Football Sky diese neue aus England kommende Sportart. Im Jahr 1897 verließ eine Gruppe von Spielern Football Sky und begann unter dem Namen Madrid Foot Ball Club Spiele auf Wiesen oder in Hinterhöfen zu organisieren. Die ersten Mitglieder waren u. a. José de Gorostizaga, Manuel Mendía, die Gebrüder Juan und Carlos Padrós, Adolfo Meléndez oder Antonio Neyra, sowie Julián Palacios. Doch erst fünf Jahre später, am 6. März 1902, ließen besagte Herren ihren Madrid Foot Ball Club amtlich als Verein registrieren. Dieser Tag gilt somit als das offizielle Gründungsdatum von Real Madrid. Erster Präsident des Vereins war Juan Padrós. Die damalige Spielkleidung war, in Anlehnung an den Londoner Klub Corinthians FC, weiß mit einem violetten Querstreifen (der zwar 1905 vom Trikot verschwand, aber noch heute im Vereinswappen erhalten ist). Erster Trainer war der Brite Arthur Johnson. Im Januar 1904 fusionierte der Verein mit den madrilenischen Fußballmannschaften Moderno, Amicale (das großteils aus Franzosen bestand) und Moncloa. Als am 21. Mai 1904 in Paris die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) gegründet wurde, war der Madrid F. C., nur zwei Jahre nach seiner Registrierung als Verein, bereits die offizielle Vertretung von Spanien.

Am 16. April 1905, drei Jahre nach der Gründung, gab es auch schon den ersten großen Titel zu feiern. Im Finale der im Pokalformat ausgetragenen Copa del Rey, die zu diesem Zeitpunkt der einzige gesamtspanische Bewerb war, wurde Athletic Bilbao mit 3:0 bezwungen. Der Pokal konnte in Folge gleich vier mal hintereinander erobert werden, weshalb der Verein auch der erste war, der das Originalexemplar dieser Trophäe behalten durfte. Auf diese anfänglichen Erfolge folgte allerdings eine sportliche Durststrecke, während der lediglich in der regionalen Meisterschaft Titel gefeiert werden konnten. 1912 bezog Real Madrid an der O'Donell Straße das erste Stadion der Vereinsgeschichte. Im Jahre 1917 konnte der Klub nach neunjähriger Pause schließlich erneut die Copa del Rey erobern. War man im Jahr zuvor noch im Finale an Athletic Bilbao gescheitert, so besiegten die Madrilenen diesmal Arenas Club de Getxo mit 2:1. Star der Mannschaft war zu jener Zeit der französische Stürmer René Petit. Dies sollte zugleich der letzte Pokalgewinn vor Einführung der spanischen Meisterschaft 1928 sein, denn 1918 und 1924 scheiterte man jeweils im Finale an Real Unión de Irún. 1920 wurde dem Klub durch einen Erlass des spanischen Königs Alfonso XIII. die Ehre zuteil, den Zusatz Real (span. für Königlich) in den Vereinsnamen aufnehmen zu dürfen. 1923 zog Real Madrid vom bereits zu klein geratenen O'Donell-Stadion vorerst ins Ciudad Lineal Velodrom, und ein Jahr später ins wesentlich größere und vereinseigene Chamartín Stadion.

Die spanische Liga, die 1928 ins Leben gerufen worden war, konnte in der Saison 1931/32 erstmals gewonnen werden, aufgrund des während der Zweiten Spanischen Republik verhängten Verbots jeglicher monarchistischer Symbole allerdings wieder unter dem alten Namen Madrid CF. In dieser Saison, die eine 14 jährige Durststrecke beendete, verlor man kein einziges Spiel und verwies so den größten Rivalen der damaligen Zeit, Athletic Bilbao, auf den zweiten Tabellenplatz. Trainiert wurde Madrid CF damals vom Ungarn Lippo Hertza, sportlicher Leiter war Santiago Bernabéu und die Stars im Kader waren das Abwehrtrio, bestehend aus den Innenverteidigern Jacinto Quincoces und Ciriaco Errasti sowie Torhüterlegende Ricardo Zamora und die Flügelspieler Luis Regueiro und Jaime Lazcano. Im darauffolgenden Jahr konnte man den Titel unter dem englischen Trainer Robert Firth erfolgreich verteidigen, erneut knapp vor Athletic Bilbao. Im Sturm glänzte in diesen Tagen Manuel Olivares, der zusammen mit dem Innenverteidigerpaar 1931 von Deportivo Alavés verpflichtet worden war. 1932/33 wurde er, mit 16 Treffern, Torschützenkönig der Liga. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielte sein technisch versierter Offensivpartner Josep Samitier, der vom Erzrivalen FC Barcelona geholt wurde. In den folgenden Jahren musste man sich zwar in der Liga mit drei zweiten Plätzen begnügen, dafür gelang 1933/34 sowie 1935/36 jeweils der Pokalsieg.

Während des spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) wurde die gesamte Infrastruktur des Klubs zerstört und als Folge davon stand der Verein kurz vor der Auflösung. Die Tribünen des Estadio de Chamartín, in dem damals die Heimspiele ausgetragen wurden, wurden im umkämpften Madrid zu Feuerholz und das Klubbüro fiel den Bombenangriffen zum Opfer. Auch ein großer Teil des ehemaligen Kaders existierte nicht mehr, einige fielen im Krieg, andere verschwanden im Exil oder traten zurück. Übriggeblieben waren lediglich Antonio Bonet, Simón Lecue, Jacinto Quincoces sowie der Mexikaner José Ramón Sauto. Unter der Präsidentschaft des Gründungsmitgliedes Adolfo Meléndez und unter Mithilfe eines weiteren Vorstandsmitglieds vergangener Tage, Pedro Parages, sowie einiger neuer Namen - unter ihnen der Ex-Spieler und Trainer Santiago Bernabéu - schaffte man es Real Madrid wieder auf die Beine zu stellen. Das gelang allerdings nicht von einem Tag auf den anderen; es dauerte ganze sieben Monate ehe überhaupt wieder gespielt und ebenso viele Jahre bis wieder ein Titel gefeiert werden konnte.

Der 15. September 1943 gilt als ein bedeutendes Datum in den Geschichtsbüchern des Klubs. An diesem Tag wurde Santiago Bernabéu zum Präsidenten gewählt. Sein erster Schritt war mit der Errichtung eines neuen Stadions zu beginnen. Nur wenige Jahre nach Baubeginn hatte die neue Heimstätte Real Madrids, die heute seinen Namen trägt, bereits ein Fassungsvermögen von 120.000 Zuschauern und war damit das größte Fußballstadion der damaligen Zeit. Bernabéus Vorhaben brachte ihm zu jener Zeit viel Kritik ein, denn kaum einer konnte sich vorstellen, dass der Fußballsport solche Massen bewegen könnte. In der Presse wurde er u. a. als „verrückter Visionär“ bezeichnet und sein Bauvorhaben als „unausführbare Schimäre“; doch Bernabéu sollte recht behalten. Sportlich hatte man zu jener Zeit noch mit den Folgen des Bürgerkrieges zu kämpfen. Während in der 1939/40 wiedergestarteten Liga der Stadtrivale Atlético Madrid (zu jener Zeit, unter dem Namen Atlético Aviación, offizieller Klub der Luftwaffe) sowie später der FC Barcelona dominierten, kämpfte Real Madrid mit schlechten Resultaten. 1942/43 erreichte man lediglich den zehnten Tabellenrang und nach einem kurzen Aufbäumen, mit zwei Pokalsiegen 1946 und 1947, kämpfte man schließlich 1947/48 lange gegen den Abstieg, bevor letzten Endes nur der elfte Platz erreicht wurde, bis zum heutigen Tag die schlechteste Ligaplatzierung der Vereinsgeschichte. In den folgenden Jahren wurde allerdings von Präsident Bernabéu sukzessive ein neuer und schlagkräftiger Kader zusammengestellt. Neuverpflichtungen aus Spanien wie Miguel Muñoz, Luis Molowny, Juan Alonso oder Francisco Gento wurden mit Spielern aus der eigenen Jugend wie Enrique Mateos oder José María Zárraga und Legionären, teils aus Südamerika wie Alfredo Di Stéfano, Héctor Rial und José Santamaria, teils aus Europa, wie Raymond Kopa und Ferenc Puskás, ergänzt.

Die Verpflichtung des Argentiniers Alfredo Di Stéfano im Jahre 1953 gilt als der Startschuss der wohl erfolgreichsten Epoche des Klubs. Gleich in seiner ersten Saison führte er Real Madrid zum ersten Meistertitel seit 21 Jahren. Der Mittelstürmer, der zugleich auch die Spielmacherrolle übernahm, wurde mit 27 Treffern Torschützenkönig und bildete in diesem Jahr zusammen mit seinem Landsmann Roque Olsen sowie Luis Molowny den gefürchteten Angriff der Madrilenen. Für die nächste Saison verpflichtete Real Madrid mit dem argentinischen Stürmer Héctor Rial, einer Empfehlung Di Stéfanos, sowie dem Außenstürmer und späteren Kapitän Francisco Gento zwei Spieler, die entscheidenden Anteil an der Titelverteidigung und den Erfolgen der darauffolgenden Jahre hatten. Das Team wurde nun dank der geschickten Transferaktivitäten Santiago Bernabéus Jahr für Jahr verstärkt und mit Raymond Kopa 1956 und Ferenc Puskás 1958 konnten zwei Weltstars für den Klub gewonnen werden. Vor allem Ferenc Puskás bildete mit Di Stéfano ein kongeniales Duo, das seinen Höhepunkt im Finale des Europapokals der Landesmeister 1960 erreichte, in dem beim 7:3-Sieg gegen Eintracht Frankfurt Di Stéfano drei und Puskás vier Tore erzielte.

Insgesamt eroberte Real Madrid in diesem Zeitraum acht spanische Meisterschaften sowie einen Pokalsieg. Die bedeutendsten Erfolge stellen aber die Titel im wichtigsten europäischen Fußballbewerb, dem damals neu gegründeten Europapokal der Landesmeister, dar, der beginnend mit seiner erstmaligen Austragung in der Saison 1955/1956 fünf mal in Serie gewonnen werden konnte. Die Mannschaft begeisterte mit ihrer spielerischen Dominanz ganz Fußballeuropa und wurde aufgrund der traditionell weißen Trikots und der technisch hochstehenden Spielweise, mit der man regelrecht durch die gegnerischen Abwehrreihen "tanzte", als das „weiße Ballett“ berühmt. Noch zwei weitere Male konnte das Finale des Europapokals erreicht werden, 1962 und 1964 verlor das inzwischen bereits in die Jahre gekommene Team aber gegen Benfica Lissabon und Inter Mailand.

Am 18. Mai 1963 wurde die „Ciudad Deportiva“ (Sportstadt) eingeweiht, deren Bau sechs Jahre zuvor begonnen hatte. Das damals außerhalb der Stadt, auf der Verlängerung des Paseo de la Castellana, gelegene Gelände beherbergte neben diversen Fußballfeldern für Profis uns Jugend auch Schwimmbäder, Tennisplätze, eine gedeckte Kunsteisbahn sowie diverse Klubgebäude. 1966 kam schließlich die Basketballarena Pabellón Raimundo Saporta hinzu. Ein Sportkomplex dieser Dimension war zu dieser Zeit ein Novum für einen Fußballverein.

Nach dem verlorenen Finale im Europapokal der Landesmeister 1963/64 begann Trainer Miguel Muñoz, bis 1958 selbst Spieler und Kapitän der Mannschaft, eine Umstrukturierung und Verjüngung des Teams. Stars wie Raymond Kopa oder Héctor Rial hatten den Klub bereits verlassen bzw. waren abgegeben worden. Nun wurde auch der große Alfredo Di Stéfano, zu diesem Zeitpunkt bereits 38 Jahre alt, aus der Mannschaft genommen. Ferenc Puskás blieb zwar noch, war aber mit einem Alter von 37 Jahren dem Ende seiner aktiven Karriere schon recht nahe. Die Lücken wurden mit jungen und begabten spanischen Spielern aufgefüllt, und so erkämpften beispielsweise die Zukäufe Amancio, Ignacio Zoco, Pirri, Manuel Sanchís (sen.) oder die aus der eigenen Jugend stammenden Manuel Velázquez und Ramón Grosso einen Platz im Team. Prompt gelang die Titelverteidigung in der spanischen Meisterschaft, und 1966 gewann man schließlich den Europapokal der Landesmeister ein sechstes Mal. Das damals sehr junge Team, mit dem Spitznamen el Madrid ye-yé, bestand ausschließlich aus Spielern spanischer Herkunft; vom Starensemble der 1950er und frühen 1960er Jahre war nur noch Francisco Gento in der Mannschaft verblieben.

Der nächste internationale Titel sollte dann etwas länger auf sich warten lassen. 1971 erreichte Real Madrid zwar zum ersten Mal das Endspiel im Europapokal der Pokalsieger, nach einem 1:1 im ersten Finalspiel verlor man aber das damals bei Unentschieden übliche Wiederholungsspiel mit 0:1 gegen den FC Chelsea. Zehn Jahre später, 1981, drangen die Madrilenen mit einer kompakten Mannschaft ohne große Namen bis in das Finale des Europäischen Meistercups vor, das damals als Madrid de los Garcías bekannte Team (sechs Spieler des Kaders trugen den Nachnamen García) scheiterte aber mit 0:1 am FC Liverpool. 1983 verlor Real Madrid zum zweiten Mal ein Finale im Europapokal der Pokalsieger, Endspielgegner war der von Alex Ferguson trainierte FC Aberdeen. National lief es in jener Epoche aber wesentlich besser, so gewann der Klub, angeführt von Pirri, Amancio, Zoco, Grosso oder Velazquéz, zwischen 1967 und 1969 drei Meistertitel in Folge, sowie eine weitere Meisterschaft in der Saison 1971/72. Nach einem enttäuschenden achten Ligaplatz in der Saison 1973/74 endete die Ära Miguel Muñoz und der Montenegriner Miljan Miljanić übernahm das Traineramt. Berühmt wurde der von Roter Stern Belgrad geholte Miljanić vor allem durch ein intensives physisches und konditionelles Trainingsprogramm, wie man es zu jener Zeit im spanischen Fußball nicht kannte. Unter ihm eroberte die Mannschaft, angeführt von Spielern wie den Deutschen Günter Netzer und Paul Breitner, sowie Torhüter Miguel Ángel, Stürmer Santillana und die aus der eigenen Jugend stammenden Vicente del Bosque, Gregorio Benito, José Antonio Camacho und Mariano García Remón, in der ersten Saison die Meisterschaft und den Pokal. Im folgenden Jahr gelang Real Madrid die erfolgreiche Titelverteidigung. Die schwache Saison 1976/77, in der Real Madrid nur den neunten Tabellenrang erreichte, bedeutete allerdings das Ende der Ära Miljanić. Zwischen 1978 und 1980 holte die Mannschaft erneut drei Meisterschaften in Folge, im Sturm bestachen zu jener Zeit Santillana und Juanito und im Mittelfeld zogen der Deutsche Ulrich Stielike sowie Vicente del Bosque die Fäden, während in der Defensive der junge Camacho, Gregorio Benito sowie der routinierte Pirri glänzten. Die ersten beiden Ligatitel holte man unter Trainer Luis Molowny, während der Serbe Vujadin Boškov in der Saison 1979/80 das Double bestehend aus Liga und Pokal erobern konnte.

Am 2. Juni 1978 verstarb Präsident Santiago Bernabéu im Alter von 82 Jahren. Während seiner 35 jährigen Amtszeit konnte der Klub insgesamt einen Weltpokal, sechs Europapokale der Meister, 16 spanische Meistertitel sowie sechs Pokale gewinnen, was ihn bis zum heutigen Tag zum erfolgreichsten Präsidenten der Klubgeschichte macht. Neben dem Wiederaufbau des Klubs war Santiago Bernabéu auch aktiv an der Gründung der europäischen Bewerbe beteiligt, weshalb er im Jahr 2002 posthum den FIFA-Verdienstorden erhielt.

Mit den UEFA-Cup-Siegen 1985 und 1986 konnte der Verein seine Durststrecke im internationalen Geschäft beenden und wieder zwei Titel feiern. Hauptverantwortlich dafür war die legendäre Quinta del Buitre. Der Name bezog sich auf fünf Spieler desselben Jahrgangs aus der eigenen Nachwuchsabteilung, die 1983/84 in den Profikader übernommen wurden und bis in die frühen 1990er Jahre die Erfolgsgeschichte des Vereins fortschreiben sollten: Emilio Butragueño, genannt „El Buitre“ (span. für Geier), Míchel, Manuel Sanchis (jun.), Martín Vázquez und Miguel Pardeza. In Europa machte man zu dieser Zeit besonders durch beeindruckende Aufholjagden im Bernabéu Stadion auf sich aufmerksam, jeweils nach schweren Niederlagen in den Hinspielen. Erwähnt seien das 6:1 gegen RSC Anderlecht und das 3:0 gegen Inter Mailand in der Saison 1984/85; sowie ein 4:0 gegen Borussia Mönchengladbach und ein 5:1 gegen Inter Mailand eine Saison später. National eroberte man zwischen 1986 und 1990 fünf mal in Folge die Meisterschaft. Neben der „Quinta del Buitre“ prägten Spieler wie Hugo Sánchez, Jorge Valdano, Santillana, Juanito sowie die ebenfalls aus dem eigenen Nachwuchs stammenden José Antonio Camacho, Chendo und Ricardo Gallego das Mannschaftsbild.

In den 1990er Jahren verlor Real Madrid zunächst sowohl national wie auch international an Boden und in Spanien übernahm der Erzrivale, FC Barcelona, die Vorherrschaft. Unter Trainer Johan Cruyff und seinem als „Dream Team“ getauften Kader gelangen den Katalanen gleich vier Meistertitel in Folge. Besonders bitter für Real Madrid waren allerdings die Saisons 1991/92 und 1992/93, als man jeweils am letzten Spieltag durch Auswärtsniederlagen gegen CD Teneriffa den Meistertitel verspielte. Bis heute gilt die Kanareninsel für die Madridistas als verflucht. Der Bann konnte erst 1994/95 gebrochen werden, als das von Jorge Valdano trainierte Team, unter der Führung von Stars wie Raúl, Ivan Zamorano, Fernando Redondo oder Michael Laudrup, die Siegesserie von Cruyffs FC Barcelona durchbrechen konnte. Die Freude währte nicht lange, denn im darauf folgendem Jahr erreichten die Madrilenen nur den enttäuschenden sechsten Tabellenrang, und qualifizierten sich damit nicht einmal für den UEFA-Pokal. Nach einem von Fabio Capello angeordneten totalen Kaderumbau im Sommer 1996, und der Ankunft von Spielern wie Roberto Carlos, Predrag Mijatović, Christian Panucci, Bodo Illgner oder Clarence Seedorf, folgte ein weiterer Meistertitel.

1998 gelang die Rückkehr an die oberste europäische Spitze, als man im Finale der Champions League den damaligen Favoriten, Juventus Turin, mit 1:0 bezwang und damit zum siebten Mal die europäische Königsklasse gewann. Trotz einer schwachen Meisterschaft 1999/2000, als man lediglich den fünften Rang belegen konnte, wiederholte Real Madrid in der Champions League den Erfolg, mit einem Finalsieg gegen Valencia. Im Sommer 2000 gewann der spanische Bauunternehmer Florentino Pérez überraschend die Präsidentschaftswahlen, neben der wirtschaftlichen Sanierung des Klubs war der Kauf des Portugiesen Luis Figo, vom Erzrivalen FC Barcelona, eines seiner Wahlversprechen. Gleich in der ersten Saison gelang der Gewinn der spanischen Meisterschaft, und 2001/02 eroberte Real Madrid schließlich, im Jahr des 100. Jubiläums seit Klubgründung, zum insgesamt neunten Mal die UEFA Champions League durch einen Finalsieg gegen Bayer Leverkusen. Mann des Spieles war der Neuzugang Zinédine Zidane, der den 2:1 Endstand durch einen sehenswerten Volleyschuss erzielte. Nach der Verpflichtung des brasilianischen Stürmers Ronaldo gelang der Sieg der spanischen Meisterschaft 2002/03. Außerdem konnten in jener Epoche zwei Weltpokale (1998 u. 2002) ein europäischer Supercup (2002) und zwei spanische Superpokale (2001 u. 2003) erobert werden, wodurch es sich um einen der erfolgreichsten Zyklen des Klubs handelte. Die große Anzahl an Stars im Kader führte dazu, dass das Team von der Presse „die Galaktischen“ getauft wurde.

Im Sommer 2003 wurde der Vertrag mit Erfolgstrainer Vicente del Bosque nicht mehr verlängert. Einige bedeutende Spieler wie Kapitän Fernando Hierro, Claude Makélélé und Fernando Morientes verließen ebenfalls den Klub bzw. wurden abgegeben. Außer Starverpflichtung David Beckham wurde jedoch kein weiterer Spieler verpflichtet. Das Amt des Cheftrainers übernahm Carlos Queiroz, bis dahin Assistenztrainer bei Manchester United. Zunächst startete Real Madrid gut in die Saison, gewann den spanischen Supercup, hielt lange die Führung in der Liga und erreichte relativ mühelos das Viertelfinale der Champions League. Die Niederlage im spanischen Pokalfinale am 17. März 2004 gegen Real Saragossa führte allerdings zu einem abrupten Formtief. Das Viertelfinalspiel der Champions League 2003/04 ging gegen den späteren Finalisten AS Monaco überraschend verloren, und auch in der Meisterschaft erlebte das Team einen Absturz auf den vierten Platz. Kritiker nannten vor allem den knapp bemessenen und qualitativ unausgeglichenen Kader als Grund für das schlechte Abschneiden des Klubs. Zahlreiche Trainer wie José Antonio Camacho, Mariano García Remón, Vanderlei Luxemburgo oder Juan Ramón López Caro versuchten daraufhin den Verein auf die Siegesstraße zurück zu führen, doch sowohl in der Saison 2004/05 als auch 2005/06 konnte lediglich der zweite Platz in der Liga erreicht werden, jeweils hinter dem Erzrivalen FC Barcelona. Die sportliche Krise führte am 27. Februar 2006 zum überraschenden Rücktritt des amtierenden Präsidenten Florentino Pérez, was letzten Endes Neuwahlen im darauf folgendem Sommer nach sich zog.

Am 2. Juli 2006 gewann Rechtsanwalt Ramón Calderón die Präsidentschafts-Wahlen mit hauchdünnem Vorsprung (246 Mehrstimmen) vor dem Uhren-Unternehmer Juan Palacios. Ramón Calderón war bereits Vorstandsmitglied unter Florentino Pérez. Die Wahl war wegen der Annullierung der 10.500 per Briefwahl abgegebenen Stimmen äußerst umstritten. Die Rolle als Sportdirektor übernahm der Montenegriner und ehemalige Spieler Predrag Mijatović. Fabio Capello konnte als neuer Trainer verpflichtet werden. Zudem wurde der ehemalige Spieler José Miguel González - besser bekannt als Míchel - Trainer der 2. Mannschaft (Real Madrid Castilla) sowie Verantwortlicher der Jugendabteilung. Das Team konnte zwar zunächst nicht überzeugen, schied früh im spanischen Pokal und bereits im Achtelfinale der Champions League aus, doch in den letzten zwölf Runden der Liga startete man eine eindrucksvolle Aufholjagd. Real Madrid konnte, oft nach Rückstand und mit zahlreichen späten Toren, zehn Siege bei nur einer Niederlage und einem Unentschieden erreichen, und überholte so noch die lange vor ihnen platzierten FC Sevilla und FC Barcelona, um den insgesamt 30. spanischen Meistertitel zu erobern und eine fast vierjährige Durststrecke zu beenden. Am 28. Juni 2007 wurde Fabio Capello als Trainer gegen eine Abfindung von geschätzten 6,2 Millionen Euro entlassen. Am 9. Juli 2007 stellte der Verein den Deutschen Bernd Schuster, der zuvor den FC Getafe betreut und ins Pokalfinale 2007 geführt hatte, als seinen Nachfolger vor. Er erhielt einen Dreijahresvertrag. Zwar schieden die Madrilenen in der folgenden Saison im Achtelfinale der Champions League und des Pokals aus, doch in der nationalen Liga eroberte man schon am zweiten Spieltag die Führung, gab diese nicht mehr her, und fixierte bereits drei Runden vor Schluss die Titelverteidigung. Am 9. Dezember 2008 wurde Schuster entlassen und Juande Ramos als neuer Trainer eingestellt. Am 16. Januar 2009 erklärte Präsident Ramón Calderón, der im Verdacht stand eine Delegiertenversammlung des Vereins manipuliert zu haben, seinen Rücktritt, sein Amt übernahm der bisherige Vizepräsident Vicente Boluda.

Der von August 2000 bis Februar 2006 amtierende Vereinspräsident Florentino Pérez beendete die ruinöse Finanz- und Transferpolitik seiner beiden Vorgänger, Ramón Mendoza (1984–1995) und Lorenzo Sanz (1995–2000) und führte Real Madrid aus der wirtschaftlichen Krise. Innerhalb von sieben Jahren konnten die Einnahmen um 300 % gesteigert werden: Lag der Umsatz im Jahre 2000 noch bei 118 Mio. €, so nahm der Verein im Jahre 2008 bereits 366 Mio. € ein; rund 31 % davon aus dem Marketing, 33% aus TV-Einnahmen und 32% aus Stadioneinnahmen und Mitgliedsbeiträge. Lediglich 4% wurden durch Preisgelder oder Freundschaftsspiele eingenommen. Die Schuldenlast (245 Mio. € Fremdkapital im Jahre 2000) wurde auf 199 Mio. € Nettoschulden (Jahr 2008) gedrückt, was rund 113 % der Eigenmittel und 54 % des Jahresumsatzes entspricht. Das Barvermögen des Klubs beläuft sich auf 85 Mio. €. Erstmals seit Jahrzehnten wird auch wieder aus dem operativen Geschäft (ohne Einmaleffekte) ein Gewinn erwirtschaftet: Wurde 2000 noch ein Verlust von 65 Mio. € ausgewiesen, konnte 2008 mit einem Gewinn von 51 Mio. € abgeschlossen werden. Der Anteil an Personalaufwand im Verhältnis zum Jahresumsatz, im Jahr 2000 noch bei 86 %, konnte auf 46 % gesenkt werden, wodurch die Empfehlung des G-14 von max. 70 % problemlos erfüllt werden kann. In der jährlich vom Wirtschaftsprüfungsunternehmen Deloitte herausgegebenen Rangliste der umsatzstärksten Fußballklubs, konnte Real Madrid im Geschäftszeitraum 2004/05 erstmals Manchester United von der Spitzenposition verdrängen, und hält bis zur Gegenwart diesen Platz.

Die rasche Sanierung des Vereins gelang Florentino Pérez obwohl – oder vielleicht auch gerade weil – er während seiner Amtszeit jede Saison einen der aktuell erfolgreichsten und damit auch medienwirksamsten Fußballer der Welt nach Madrid holte. Zunächst wurde Luis Figo (2000) vom FC Barcelona verpflichtet, darauf folgten Zinédine Zidane (2001), Ronaldo (2002), David Beckham (2003), Michael Owen (2004) und Robinho (2005). Mit dem im November 2006 neu ausgehandelten TV-Vertrag mit der Produktionsfirma Mediapro gelangen in den folgenden sieben Jahren ca. 1,1 Milliarden Euro in die Vereinskasse. So konnten auch nach 2005 Spieler wie Pepe, van Nistelrooy oder Sneijder mit viel Geld in den Verein gelockt werden.

Den bedeutendsten Schritt für den wirtschaftlichen Aufschwung des Vereins setzte Pérez, seines Zeichens Präsident der spanischen Baufirma ACS, aber mit dem Verkauf des ehemaligen Vereinsgeländes an die Privatfirmen OHL, Repsol, Mutua Madrileña und Sacyr Vallehermoso im Jahre 2001, eine Transaktion die Real Madrid rund 480 Millionen € einbrachte. Das Geschäft ging nicht ohne Kritik über die Bühne, denn der hohe Verkaufspreis des rund 14 Hektar großen Areals am Paseo de la Castellana wurde durch eine Umzonung des zuvor lediglich für sportliche Zwecke nutzbaren Grundes in Baugrund erreicht. Im Gegenzug vermarktete die Stadt Madrid einen Teil des Geländes selbst. Wegen des Verdachtes der illegalen staatlichen Förderung ermittelte schließlich auch die EU-Wettbewebskommission, kam aber zum Schluss, dass sämtliche Käufer Privatfirmen waren. Auf dem Terrain des ehemaligen Trainingszentrums entstand der Wolkenkratzerkomplex Cuatro Torres Business Area.

Im September 2005 wurde mit Abschluss der ersten Bauphase das neue Trainingszentrum des Vereins eingeweiht. Die sogenannte „Ciudad del Real Madrid“ (Sportstätte Real Madrid) soll, wenn sie komplett fertiggestellt ist, 120 ha groß sein und die 15 Fußballnachwuchsmannschaften, die Basketballabteilung und die Einrichtungen des vereinsinternen Fernsehsenders RealmadridTV beherbergen. Dort und in den spanischen Sportmedien wird das neue Vereinsgelände nach seinem Standort auch Valdebebas genannt. Das dortige Stadion dient der derzeit in der dritten Liga spielenden B-Mannschaft von Real Madrid, Real Madrid Castilla, als Heimstätte und wurde am 9. Mai 2006 mit einem Freundschaftsspiel gegen Stade de Reims offiziell eröffnet. Zu Ehren von Real Madrids wohl größtem Star trägt es den Namen Alfredo-Di-Stéfano-Stadion.

Der Kader der in Spanien als Merengues bekannten Mannschaft besteht in der Saison 2008/09 zu einem Drittel aus Spaniern, sieben davon sind Spieler aus der eigenen Jugendabteilung, die seinerzeit unter dem legendären Präsidenten Santiago Bernabéu (1943-1978) aufgebaut wurde und seither regelmäßig große Talente hervorbringt. Laut statistischer Angaben des spanischen Ligaverbandes LFP standen in der Saison 2005/06 insgesamt 101 Profispieler, die ursprünglich aus der Nachwuchsabteilung von Real Madrid stammen, bei Vereinen der Primera oder Segunda División unter Vertrag.

Kapitän der ersten Mannschaft ist Raúl, der schon mit 17 Jahren Stammspieler in der Kampfmannschaft war. Seine Karriere begann er ursprünglich beim Stadtrivalen Atlético de Madrid, von dem er direkt in die Jugendabteilung Reals wechselte, als der damalige Präsident Atléticos, Jesús Gil y Gil, kurzerhand beschloss, die ganze Junioren-Abteilung seines Vereins aufzulösen. Ebenfalls aus dem eigenen Nachwuchs stammen vom derzeitigen Profikader noch Torhüter Iker Casillas, der bereits mit 17 Jahren für Real Madrid in der UEFA Champions League debütierte, Ersatztorwart Jordi Codina, die Mittelfeldspieler Guti, De la Red, Parejo und Javi García sowie Abwehrspieler Miguel Torres. Neben der eigenen Jugend spielen aber auch nationale und internationale Stars traditionell eine bedeutende Rolle beim Klub, die bekanntesten im aktuellen Kader sind Ruud van Nistelrooy, Arjen Robben, Wesley Sneijder, Rafael van der Vaart, Pepe und Fabio Cannavaro.

In der gesamten Vereinsgeschichte ist Real Madrid nie aus der ersten spanischen Liga, der heutigen Primera División, abgestiegen; dies trifft sonst nur auf Athletic Bilbao und den FC Barcelona zu. In der Copa del Rey, dem spanischen Pokal, gelang dem Verein 1980 ein in der spanischen Fußballgeschichte bislang einmaliges Kunststück: Im Finale im Bernabéu-Stadion standen sich Real Madrid und seine in der zweiten Liga spielende Filiale Castilla CF gegenüber, die zuvor vier Erstligisten aus dem Turnier geworfen hatte. Die erste Mannschaft siegte mit 6:1.

Die Titelsammlung von Real Madrid umfasst 31 spanische Meistertitel, 17 Pokalsiege, neun Siege im Europapokal der Landesmeister bzw. der Champions League und zwei Siege im UEFA-Pokal. Als Konsequenz der langen Erfolgsgeschichte auf nationaler und internationaler Ebene wurde der Verein im Jahr 2000 vom Weltfußballverband FIFA als „Bester Fußballclub des 20. Jahrhunderts“ geehrt.

Sobald Real Madrid einen Titel gewinnt, ändert sich die Telefonnummer der Vereinszentrale. Sie setzt sich zusammen aus der aktuellen Anzahl der Titelgewinne: 31 Meistertitel, 17 nationale Pokalsiege, neun internationale Siege in Champions League und Europapokal der Landesmeister und lautet zur Zeit (2008) also 311709.

Im deutschsprachigen Raum wird Real Madrid oft unter den Synonymen „Real“ oder „Die Königlichen“ genannt, obwohl weder das eine, noch das andere im Heimatland des Klubs üblich ist. In Spanien sind zahlreiche Institutionen durch einen Erlass des Königshauses mit dem Zusatz „Real“ (span. für königlich) versehen, nicht zuletzt auch zehn Vereine der Primera División. Die Abkürzung „La Real“ wird in der Regel für das baskische Team Real Sociedad verwendet. Real Madrid hingegen ist in Spanien genauso wenig unter dem Kürzel „Real“ bekannt wie unter einem anderen spanischen Begriff, welcher der im Deutschen oft verwendeten Bezeichnung „Die Königlichen“ gleichkäme. Die korrekte und gängige Bezeichnung ist „El Real Madrid“ oder die Kurzform „El Madrid“.

Das erste Wappen des Klubs waren die Initialen MFC, die für Madrid Football Club standen, in dunkelblauer Farbe. 1908 bekamen die Buchstaben eine schlichtere Form und wurden von einem Kreis umschlossen. 1920 schließlich kam, nachdem König Alfons XIII. dem Verein den Titel „Real“ (königlich) verliehen hatte, die Krone hinzu. 1931, mit Beginn der Zweiten Spanischen Republik, verlor das Logo aufgrund eines Verbotes wieder ihr monarchistisches Emblem, hinzugefügt wurde allerdings ein violetter Querstreifen, der symbolisch für die Region Kastilien stand. Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges wurde die Krone wieder hinzugefügt, zudem bekamen die Initialen und die Krone eine goldene Färbung. Bis auf eine kleine Modernisierung im Jahre 2001, hat sich das Wappen seither nicht verändert.

In den frühen Jahren verfügte der Klub über kein echtes Stadion. Gespielt wurde auf verschiedenen Feldern, zumeist aber auf einer Pferderennbahn (Hipodromo) die sich im Stadtviertel Pardiñas befand.

Auf der O'Donnell Straße befand sich das erste echte Stadion Real Madrids. Erbaut wurde es durch die Vereinsmitglieder (Socios) selbst, Pedro Parages übernahm die Kosten der Holztribünen und Abgrenzungen. Der Spielbelag (115 × 85 Meter) war noch nicht Rasen, sondern Erde. Die rund 6.000 Peseten, die der Bau des Stadions kostete, wurden durch die Socios (damals rund 450) selbst getragen. Als Miete musste der Klub zudem rund 1.000 Peseten jährlich löhnen. Eingeweiht wurde die Spielstätte am 31. Oktober 1912 mit einem Spiel zwischen Real Madrid und Sporting de Irún.

Im Jahre 1923 entschloss sich der Klub das bereits zu klein geratene O'Donnell Stadion zu verlassen. Man zog in das Ciudad Lineal Velodrom, das von der Stadt Madrid neu erbaut worden war. Dieses bot erstmals einen Rasenplatz (108 × 68 Meter) und hatte eine Kapazität von 8.000 Zuschauern. Eingeweiht wurde es am 29. April 1923 mit einem Spiel zwischen Real Madrid und Real Unión de Irún.

Der Wunsch Real Madrids nach einem eigenen Stadion mit ausreichender Kapazität erfüllte sich am 17. Mai 1924. An diesem Tag wurde das Estadio de Chamartín, dessen Gründe um 642.000 Peseten erstanden worden waren, mit einem Spiel gegen Newcastle United eingeweiht. Die vom Architekten José María Castell konzipierte Spielstätte befand sich außerhalb der Stadt, an der Castellana Straße. Insgesamt bot das Stadion Platz für 15.000 Zuseher, 4.000 davon auf überdachten Sitzplätzen. Nebenan wurde ein Trainings- und ein Hockeyplatz, ein Schwimmbad, eine Turnhalle sowie ein Restaurant und ein Klubgebäude errichtet.Im Zuge des spanischen Bürgerkriegs wurde der Stolz der Madridistas komplett zerstört. Das Feld diente als Gefangenenlager, die Holztribünen wurden als Heizmaterial verwendet, und die Klubeinrichtungen fielen den Bombenangriffen zum Opfer. Nach Ende des bewaffneten Konfliktes konnte der übriggebliebene Vorstand, bestehend aus Adolfo Meléndez, Pedro Parages sowie Antonio S. Peralba und Santiago Bernabéu, mit Hilfe von rund 300.000 Peseten an Spenden der Socios, das Stadion und das Klubbüro provisorisch wieder in Stand setzen.

Das legendäre Estadio Santiago Bernabéu (bis 1955 mit dem Namen Nuevo Estadio Chamartín) wurde am 14. Dezember 1947, mit einem Spiel gegen Os Belenenses, eingeweiht und löste damit die ehemalige Spielstätte des Vereins, das Chamartín-Stadion, ab. Baubeginn war der 27. Oktober 1944, die Gründe lagen unmittelbar neben denen des alten Stadions und wurden um rund 3 Mio. Peseten erstanden. Die Baukosten des, für damalige Verhältnisse, gigantischen Stadions beliefen sich auf rund 37 Mio. Peseten.

Seither wurde das Bernabéu kontinuierlich ausgebaut und modernisiert. Nach dem letzten größeren Umbau, der im Jahr 2005 abgeschlossen wurde, erfüllt es alle Anforderungen eines „Fünfsternestadions“ und gehört damit zu den modernsten Fußballarenen der Welt. Rund 81.000 Zuschauer finden Platz, zahlreiche gastronomische Einrichtungen und die „Sala de Trófeos“, die berühmte Trophäensammlung des Vereins, werden außerdem beherbergt. Der Zuschauerschnitt der Saison 2007/08 erreichte 76'200 (Meisterschaftsspiele). Damit lag man in Europa auf dem ersten Platz, gefolgt von Manchester United und Borussia Dortmund.

Das Bernabéu war in seiner Geschichte auch der Austragungsort zahlreicher wichtiger Spiele, wie etwa einiger Endspiele des spanischen Pokals oder mehrerer Spiele der FIFA-Fußballweltmeisterschaft von 1982, darunter das Finale zwischen Italien und Deutschland. Durch seine geschlossene und steil hochragende Bauweise gilt das Estadio Santiago Bernabéu als ein Hexenkessel. Der ehemalige Spieler, Trainer und Sportdirektor von Real Madrid, der Argentinier Jorge Valdano, prägte den Begriff des „miedo escénico“, der „szenischen Angst“, welche die gegnerischen Spieler beim Einlaufen in das Stadion ergreife. Gerade bei Europapokalspielen lässt sich in diesem Stadion eine grandiose Atmosphäre erleben. Kampfgeist und technische Qualität werden von den „madridistas“ im Stadion stets mit besonders viel Applaus belohnt. Zeigt ein Spieler aber nicht den notwendigen Einsatz, kann das Publikum auch sehr kritisch sein. So kam es in den vergangenen Saisons des Öfteren vor, dass Spieler nach lustloser Leistung mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet wurden. Eine faire Geste zeigte das Publikum des Bernabéu in der Saison 2005/’06, als bei der Heimniederlage gegen den Erzrivalen FC Barcelona die starke Leistung von Ronaldinho, nach seinem zweiten Tor für die Katalanen, mit „standing ovations“ gewürdigt wurde.

Real Madrid ist einer der wenigen Klubs im europäischen Spitzenfußball, der weder als Aktiengesellschaft organisiert ist, noch sich im Besitz einer Privatperson befindet. Der Verein gehört – ebenso wie Erzrivale FC Barcelona sowie Athletic Bilbao und CA Osasuna – noch vollständig seinen rund 85.000 Mitgliedern („Socios“). Der Präsident wird alle vier Jahre durch Wahl durch die Vereinsmitglieder bestimmt.

Anders als beim Großteil der europäischen Klubs ist die Mitgliederzahl durch die Vereinsstatuten begrenzt, so dass sie über die letzten Jahre weitgehend konstant geblieben ist. Weltweit sind aber über 200.000 Fans in 1844 vom Verein offiziell registrierten Fanklubs (Peñas) eingeschrieben, von denen 54 in insgesamt 28 verschiedenen Ländern außerhalb Spaniens beheimatet sind (30 in Europa, neun in Amerika, acht in Afrika, sechs in Asien und einer in Australien). Aufgrund der außerordentlich großen Anhängerschaft wurde außerdem im Jahr 2002 die so genannte „Carnet Madridista“ (Real-Madrid-Fankarte) eingeführt, mit der nun Fans aus aller Welt die Möglichkeit haben, sich offiziell als Anhänger von Real Madrid registrieren zu lassen. Anfang des Jahres 2008 waren weltweit bereits rund 500.000 Carnet Madridista-Mitglieder registriert.

Darüber hinaus betreibt Real Madrid seit 1999 einen eigenen Fernsehsender, Real Madrid TV, der 24 Stunden pro Tag sendet. Das Programm umfasst tagesaktuelle Nachrichten aus dem Verein und der Welt des Fußballs, Live-Bilder vom Mannschaftstraining, die Ausstrahlung von Fußballklassikern vergangener Jahre, Reportagen und Porträts sowie die Live-Übertragung zahlreicher Spiele von Real Madrid Castilla (ehemals Real Madrid B), der Zweit- bzw. Jugendmannschaft von Real, die gegenwärtig in der dritten spanischen Liga spielt. Real Madrid TV ist über den Digitalfernsehanbieter Digital+ (auf Astra 1KR und Hispasat 1C) sowie die IPTV Plattform Imagenio auf Spanisch verfügbar. Eine englische Version sendet über Sky Digital auf Astra 2B.

Die Rivalität zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona gilt als eine der bedeutendsten im internationalen Klubfußball. Geprägt wird sie u.a. von der stetigen Konkurrenz zwischen den Städten Madrid und Barcelona, sowie der historischen Territorien Kastilien und Katalonien. Das Aufeinandertreffen der beiden Klubs ist in Spanien unter dem Namen „El Clásico“ (auf Deutsch, der Klassiker) bekannt, und erregt auch außerhalb der spanischen Grenzen großes Interesse.

Das Duell zwischen den beiden bedeutendsten und erfolgreichsten Klubs Madrids kann als klassisches Stadtderby bezeichnet werden. Das „Derbi Madrileño“, wie es in Spanien genannt wird, spaltet die Stadt in Indios (dt.: Indianer), wie die Anhänger Atlético Madrids bezeichnet werden, und Vikingos (dt.: Wikinger), den Fans Real Madrids. Das Duell ist zwar international nicht so bekannt wie der Clásico, doch in der spanischen Hauptstadt selbst gilt es für viele Anhänger der beiden Klubs als das bedeutendste Spiel des Jahres.

Real Madrid Castilla ist die Zweitmannschaft des Fußballvereins. Sie dient den Talenten des eigenen Nachwuchses als Sprungbrett zum ersten Team, und spielt gegenwärtig in der Segunda División B, der dritten Spielklasse des spanischen Fußballs.

Neben der Fußballabteilung unterhält Real Madrid auch eine Basketballabteilung, die am 8. März 1931 gegründet wurde. Nach zahlreichen regionalen Erfolgen wechselte Raimundo Saporta, bis dahin Funktionär des spanischen Basketballverbandes, im Zuge des 50 jährigen Jubiläums zum Klub. Unter seiner administrativen Führung, dem Start der spanischen Liga im Jahr 1956 und dem Beginn der europäischen Bewerbe 1957/58, stieg der Verein zu einer festen Größe der nationalen und internationalen Basketballszene auf. Bedeutende spanische und europäische Spieler wie Corbalán, Fernando Martín, Delibašić, Kurtinaitis oder auch spätere NBA Stars wie Petrović oder Sabonis waren seither Teil des Basketballkaders.

Mit bislang 30 Titeln ist Real Madrid spanischer Rekordmeister, und mit seinen acht Europapokalen der Meister der erfolgreichste Verein Europas. Zudem wurden sechs weitere kontinentale Wettbewerbe gewonnen: Vier mal der Pokal der Pokalsieger und je einmal der Korac-Cup und ULEB Cup.

Die Basketballsektion spielt gegenwärtig in der spanischen Liga ACB und trägt ihre Heimspiele im 15.000 Zuschauer fassenden Palacio Vistalegre aus, geplant ist allerdings in naher Zukunft der Bau einer 16.300 Zuschauer fassende Arena in den vereinseigenen Gründen der Ciudad Real Madrid.

Im Laufe der Vereinsgeschichte unterhielt der Klub eine Vielzahl unterschiedlicher Sportsektionen, die allerdings sukzessive geschlossen wurden. Auf eine besonders erfolgreiche Vergangenheit konnte die Volleyball-Sparte zurückblicken, die sieben spanische Meisterschaften und dreizehn Pokalsiege erringen konnte, doch auch der Wimbledon-Sieg des zu diesem Zeitpunkt in Real Madrids Tennissektion spielenden spanischen Asses Manuel Santana ist eine Erwähnung wert.

Im September 2006 schlossen das MLS-Team Real Salt Lake und Real Madrid einen auf zehn Jahre datierten Kooperationsvertrag. Kernpunkt des Vertrages ist der Bau eines Jugendinternats in Salt Lake City, in dem bis zum 200 Jugendliche leben und trainieren werden. Darüber hinaus wird Real Madrid alle zwei Jahre für ein Freundschaftsspiel nach Salt Lake City kommen. Umgekehrt wird sich RSL jedes Jahr im Februar auf dem Trainingsgelände von Real Madrid auf die MLS-Saison vorbereiten.

Im November 2005 unterzeichnete Real Madrid ein Abkommen mit dem chinesischen Finanz- und Investmentunternehmen CITIC. Real Madrid unterstützt den firmeneigenen Erstdivisionär Beijing Guoan, im Gegenzug hilft die Citic-Gruppe den Madrilenen über ihre Tochtergesellschaft Guoan beim Marketing in China. Im März 2006 beauftragte Real Madrid den ehemaligen Direktor der klubeigenen Fußballschulen in Mexiko, Xabier Azkargorta, das Amt des Sportlichen Leiters bei Beijing Guoan zu übernehmen.

Die Fundación Real Madrid ist eine Stiftung, die von den Vereinsmitgliedern über die cuota social (Sozialquote) sowie durch Spenden und Sponsoren finanziert wird. Ihr Ziel ist es die sozialen und kulturellen Werte das Sportes im Allgemeinen und des Vereins im Besonderen, in den Dienst der Gesellschaft zu stellen.

Im Sommer 2006 gründete Real Madrid in Zusammenarbeit mit der Europäischen Universität Madrid eine Art Fußballuniversität. Unter dem Namen Escuela de Estudios Universitarios Real Madrid – UEM werden insgesamt zehn Aufbaustudien zu den Bereichen Sport und Gesundheit, Sportmedizin, Medien, Betriebswirtschaft, Physiotherapie sowie Sportunternehmensführung angeboten. Generaldirektor dieser Fußballuniversität ist gegenwärtig der ehemalige Spieler, Trainer und sportliche Leiter Jorge Valdano.

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Portugiesischer Real

Der Portugiesische Real, Mehrzahl Réis, war eine historische Währungseinheit in Portugal. Sie wurde unter König Peter I. (Pedro I) (1357-1367) zur gleichen Zeit eingeführt wie der Spanische Real.

Der Real löste den unter König Dionysius (Dinis) (1279-1325) eingeführten Tornez ab.

Die Währung wurde 1914 durch den Portugiesischen Escudo abgelöst.

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Real (Galeere)

Nachbau der Real im Museu Marítim in Barcelona

Die Real war das Flaggschiff von Don Juan d'Austria in der Seeschlacht von Lepanto 1571, der größten Galeerenschlacht der Weltgeschichte, in der die Flotte der vereinten christlichen Mittelmeermächte, der sogenannten Heiligen Liga, eine osmanische Flotte vernichtend schlug. Die Real und die Galeere Sultana, das Flaggschiff des türkischen Oberbefehlshabers Ali Pascha, waren schon bald nach Beginn der Schlacht in direkten Bord-an-Bord Kampf miteinander verwickelt. Dabei fiel Ali Pascha, von Musketenkugeln getroffen, verwundet auf Deck und wurde von einem spanischen Söldner enthauptet. Sein Kopf wurde auf einem Spieß zu Schau gestellt, was der Moral der osmanischen Kämpfer nicht förderlich war. Die Real erbeutete die große Flagge der Kalifen und wurde zum Symbol des Sieges von Lepanto.

Anlässlich des vierhundertsten Jahrestages der Schlacht im Jahre 1971 wurde die Real im Museu Marítim von Barcelona originalgetreu nachgebaut und ist dort seitdem ausgestellt. Das Schiff war 60 m lang und 6,2 m breit, hatte 2,1 m Tiefgang und zwei Masten, und wog leer 237 Tonnen. Es wurde von 290 Ruderern bewegt und hatte in der Schlacht von Lepanto etwa 400 Seeleute und Soldaten an Bord. Während der Schlacht waren 50 Mann auf der oberen Plattform des Vorderdecks postiert, 50 auf der Mittschiffsrampe, jeweils 50 entlang beiden Seiten am Bug, 50 auf der Bootsplattform, 50 auf der Herdplattform, 50 an den Heckseiten, und noch einmal 50 auf der Heckplattform. Um das riesige Schiff in der Schlachtordnung zu halten und beim Manövrieren zu unterstützen, wurde es zusätzlich von zwei anderen Galeeren geschoben. (Das ermöglichte es, auf der Real eine Zahl von Ruderbänken im Vorschiff mit Planken abzudecken, auf denen kämpfende Soldaten postiert waren.) Die Aufbauten waren prächtig verziert, und das ganze Schiff war in den spanischen Farben Rot und Gold gehalten.

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Réal Gagnier

Réal Gagnier (* 24. März 1905 in Montreal; † 19. März 1984 ebd.) war ein kanadischer Oboist und Musikpädagoge.

Gagnier bekam seine erste Ausbildung von seinem Vater Joseph Gagnier und war dann sechs Jahre lang Schüler seines älteren Bruders Ernest. Er studierte von 1926 bis 1932 bei Alexandre Laurendeau und vervollkommnete seine Ausbildung von 1947 bis 1953 bei Fernand Gillet.

Er war Mitglied verschiedener Orchester Montreals und Erster Oboist der Canadian Grenadier Guards Band, des Montreal Orchestra und des Montreal Symphony Orchestra (1935–1955). Von 1942 bis 1945 war er Mitglied des Gagnier Woodwind Quintet.

Gagnier unterrichtete von 1938 bis 1963 an der McGill University und von 1942 bis 1972 am Conservatoire de musique du Québec. Zu seinen Schülern zählten Armand Ferland, Bernard Jean, Jacques Simard und Louise Pellerin.

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Spanischer Real

1 Real, König Philipp III., 1608

Der Real (abgeleitet von span. rey = König) war die Währung in Spanien für mehrere Jahrhunderte.

Pedro IV. von Aragón begann Mitte des 14. Jahrhundert mit der Prägung von Gold-Reales auf Mallorca. In Spanien wurden seit Mitte des 14. Jhs. auch Silbermünzen mit der Bezeichnung "Real" geprägt, ausgehend von Mallorca und Valencia. Die einfachen Reale wurden in großen Mengen geprägt und hatten in der Hochzeit des spanischen Imperiums einen erheblichen Anteil am europäischen Geldumlauf des 16. und teilweise des 17. Jhs.. In der permanenten spanischen Wirtschaftskrise des 18 Jhs. fand eine erhebliche Entwertung statt.

Der portugiesische Real (Plural: Réis) wurde um die gleiche Zeit eingeführt, wie der spanische, verlor jedoch schnell an Wert und sank zur kupfernen Scheidemünze ab, blieb aber Berechnungsgrundlage.

Auch in den spanischen Niederlanden wurden silberne Reale geprägt - bis in die Spätphase des niederländischen Unabhängigkeitskrieges.

Südamerika: Aus den reichen Silbervorkommen Südamerikas wurden ab dem 16. Jahrhundert Real-Stücke geprägt. Am bekanntesten wohl die Münze zu 8 Reales ("Piece of eight"), die mit einem Gewicht von ca. 27 Gramm dem Taler gleichwertig war. Silbermünzen zu 1/2, 1, 2, 4 und 8 Reales waren bis Ende des 19. Jahrhunderts in Mittel- und Südamerika gängig - zu Kolonialzeiten meist mit dem Konterfei des jeweiligen spanischen Königs, nach der Unabhängigkeit meist mit landestypischen Symbolen und oft der Abbildung einer sogenannten Freiheitsmütze. Auch in Nordamerika und vielen weiteren Ländern wie dem Sudan, Eritrea, Ländern des Indischen Ozeans und China zirkulierten (vor allem 8-)Reales-Münzen als Zahlungsmittel - teilweise durch Gegenstempel umgewidmet. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Währung "Real/Reales" oft durch landesspezifische Währungen (Sol, Boliviano, Peso, Riyal...) ersetzt.

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Brasilianischer Real

Money (reais).jpg

Der Real (Plural Reais) ist seit 1994 die Währung Brasiliens. Von 1690 bis 1942 hieß die brasilianische Währung ebenfalls Real (Der Plural lautete damals jedoch Réis).

Die Untereinheit des Real ist der Centavo (100 Centavos = 1 Real). Der Real wurde nach einer Periode hoher Inflationsraten im Jahre 1994 anstelle des Cruzeiro in Brasilien eingeführt. Sein Wert war zunächst von der brasilianischen Zentralbank kontrolliert, ist aber seit 1999 frei im Kapitalmarkt gehandelt. Es existieren Münzen zu 1, 5, 10, 25 und 50 Centavos und einem Real, Scheine zu 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Reais. Die Münzen zu einem Centavo werden meist nicht benutzt und Preise an der Kasse entsprechend aufgerundet oder abgerundet. Seit 1997 werden neue Münzen, die in ihrer Größe, Aussehen und Materialbeschaffenheit den Euro-Münzen ähneln und neue fälschungssichere Scheine eingeführt. So z. B. der neue 10-Reais-Schein mit einem integrierten, transparenten Kunststoff. Dieser neue 10-Reais Schein wird aber inzwischen nicht mehr in Umlauf gebracht, denn er hat, bei hohen Herstellungskosten, einen sehr schnellen Verschleiß (Farbverlust auf dem integrierten Kunststoffteil). Weiterhin wird der 1 Real Schein nicht mehr hergestellt. Im Jahr 2009 soll eine neue 5 Reais Münze in Umlauf gebracht werden. Die alten Münzen und Scheine sind aber noch im Umlauf und weiterhin gültig.

Ein Real von 1994 ist damit 2.750.000.000.000.000.000 (2,75 Trillionen) alte Réis wert.

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Real (Handelskette)

Ein Real-Markt in Köln-Sülz

Die real,- SB-Warenhaus GmbH ist eine Lebensmittel-Einzelhandelskette der Metro AG, die in Europa mehrere hundert Selbstbedienungs-Warenhäuser betreibt. Einer ihrer wesentlichen Bestandteile, die Extra-Handelskette, wurde am 1. Juli 2008 an die Rewe Group verkauft. Rund 75 Prozent des Umsatzes werden durch Lebensmittel erwirtschaftet. Real,- bietet aber auch ein großes Angebotssortiment an Haushaltswaren, Elektrogeräten, Büchern, Medien, Textilien und Schuhen, Sportartikeln sowie Schreibwaren.

Neben Markenartikeln werden auch mehrere Handelsmarken angeboten, TiP (Toll im Preis), mit denen die Kette preislich mit den Discountern konkurriert, "Real,-Quality", diese Prodikte haben mindestens die gleiche Qualität wie Markenprodukte, nur günstiger, "Real,-Selection", diese Produkte - meist Schokoladen- sind von einem höheren preislichen Standard und "Real,-Bio",mit Bio Produkten. Real ist Mitbegründer des Kundenbindungsprogramms Payback.

Die Real SB-Warenhaus GmbH, kurz „Real“ (früher: „Real-Kauf“), mit Sitz in Mönchengladbach gehört zum Konzern der in Düsseldorf ansässigen Metro Group und betreibt 349 Warenhäuser in Deutschland, 50 in Polen, 14 in Rumänien, elf in der Türkei und zehn Märkte in Russland (Stand: Dezember 2007).

Seit 2003 wurden die Real-SB Warenhäuser und die Extra-Verbrauchermärkte enger verbunden. Teile von Extra wurden zu Real umfirmiert und 119 Extra-Märkte an die Rewe-Gruppe veräußert. 2004 bestanden noch 436 Extra-Märkte mit 12.600 Mitarbeitern und erwirtschafteten einen Netto-Umsatz von 2,8 Milliarden Euro. 2005 verringerte sich die Anzahl der Standorte der Real- und Extra-Kette in Deutschland von 708 auf 552 Märkte. Weitere 40 Märkte befanden sich im Ausland. Im März 2006 wurde der erste Markt in Timişoara (Rumänien) eröffnet. Am 28. Juli 2006 gab die Metro AG den Erwerb der 85 deutschen SB-Warenhäuser des US-amerikanischen Wal-Mart-Konzerns bekannt, der sich damit aus Deutschland zurückzog.

Die Real-Märkte sind in vier getrennten GmbHs organisiert (real,- SB Warenhaus GmbH, zweite real,- SB Warenhaus GmbH, dritte real,- SB Warenhaus GmbH sowie vierte real,- SB Warenhaus GmbH). Davon ist die dritte real,- SB Warenhaus GmbH mit bisher zwei Märkten die kleinste, was damit zusammen hängt, dass diese Gesellschaft gegründet wurde, um die Beschäftigten nicht nach Einzelhandelstarif bezahlen zu müssen. Neu eröffnete Märkte, etwa in Mülheim an der Ruhr, sollten in dieser Gesellschaft aufgehen. Der Plan wurde nach heftigem Streit mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di allerdings verworfen, der Tariflohn auch in der dritten GmbH wieder eingeführt und die dritte real,- SB Warenhaus GmbH wird somit zum 1. Januar 2009 in der ersten aufgehen. Die zweite real,- SB Warenhaus GmbH enthält die ehemaligen WalMart-Märkte.

Real inklusive Extra beschäftigt etwa 45.000 Mitarbeiter, davon 35.000 in Deutschland (Stand: 2007). Im Ausland stieg die Anzahl der Mitarbeiter von 6.746 auf 7.070 Mitarbeiter, davon 77 % in Märkten in Polen.

Nachdem der Umsatz des Unternehmens bis 2001 gestiegen ist, musste es seitdem einen stetig schrumpfenden Umsatz hinnehmen. Zum Umsatz steuern die Real-Märkte 75 bis 80 % bei, der Rest entfällt auf die Extra-Märkte. Der Umsatz von Real und Extra betrug 2005 9,922 Mrd. Euro (davon 90 % in Deutschland), was für Gesamtkonzernumsatz der Metro Group 2005 rund 24 % ausmachte. Der EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) im Jahr 2005 erreichte einen Verlust von 11,7 Millionen Euro. 2004 erzielte Real inklusive Extra noch einen Gewinn von 135,5 Millionen Euro.

Real ist 1992 aus der Zusammenführung der Marktketten divi, Basar, Continent, Esbella und Real-Kauf entstanden. Später folgten Massa, Massa-Mobil, Meister, BLV, Huma und Suma. Jedes dieser Unternehmen war über Jahrzehnte regional überaus erfolgreich. 1998 kamen 94 SB-Warenhäuser der Allkauf- und 20 SB-Warenhäuser der süddeutschen Kriegbaum-Gruppe hinzu. Im Mai 1999 wechselten schließlich fünf Häuser der Extra-Verbrauchermärkte GmbH zu Real.

Die Geschäftsführung wurde im Zusammenhang mit dem Hackfleischskandal und dem mäßigen Erfolg der teuren Werbekampagne „Besorg´s dir doch einfach“ im Jahr 2005 ausgetauscht.

Für das Jahr 2006 wollte der Metro-Konzern mit dem Kostensenkungsprogramm „Strategie 2006“ versuchen, seine Tochtergesellschaft im Inland wieder profitabler zu machen. Dazu sollten Personalkosten in einem hohen zweistelligen Millionbetrag eingespart werden.

Seit Herbst 2006 wurden bundesweit mehrere Real- und Extra-Märkte geschlossen oder weiterveräußert. Bekannt wurde dies bei folgenden Märkten in: Dortmund-Nord , Guben, Überlingen, Magdeburg Pulheim (Übernahme ab 1. Juli 2008 durch Kaufland) , Holzminden (Übernahme ab 2008 durch Kaufland), Bochum , Olpe (Extra-Markt), Abgabe an Kaufland und Hückelhoven (Extra-Markt) .

Ende Oktober 2007 eröffnete eine neue Filiale in Lübeck. Diese hat als erstes Warenhaus in Deutschland von Montag bis Samstag bis 24 Uhr geöffnet. Dieser Markt steht in der Kritik, Löhne unterhalb des Einzelhandelstarifs zu zahlen.

Im November 2007 beteiligten sich rund 3.000 Beschäftigte aus 80 Real-Filialen an Streiks, den die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im nordrhein-westfälischen Einzelhandel ausgerufen hat. Die Gewerkschaft fordert 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie ein Mindesteinkommen für Vollzeitbeschäftigte von 1.500 Euro. Streit gibt es zudem um die von den Arbeitgebern geforderte Streichung von Spät- und Nachtzuschlägen.

Am 16. Januar 2008 wurde bekannt, dass Rewe die Verbrauchermarktkette Extra zum 1. Juli 2008 von der Metro Group erwerben wird. Der Name Extra soll bereits in der zweiten Jahreshälfte 2008 mit der Umflaggung der Märkte auf Rewe verschwinden. Die Franchisemarken Comet und Bolle, unter denen 61 der 306 Märkte laufen, würden dagegen zunächst weitergeführt. Die Franchise-Zentrale geht an die Rewe Group. Rewe will mit dem Kauf seine Marktposition im Einzelhandel stärken, die 9700 Mitarbeiter sollen übernommen werden.

Das Bundeskartellamt hat den geplanten Kauf der bislang zur Metro AG gehörenden Extra-Verbrauchermärkte durch den Kölner Handelskonzern Rewe freigegeben. Das Amt habe keine Probleme gesehen und die Übernahme deshalb auch ohne Auflagen genehmigt.

Am 18. März 2008 erklärte der Vorstandschef der Metro-Group Eckhard Cordes, dass weitere rund 40 von 349 Real-SB-Warenhäusern verkauft oder geschlossen werden sollen, da diese Märkte 2007 Verluste von insgesamt bis zu 50 Millionen Euro verbuchten.

Bis Anfang 2010 will sich die Metro-Group von 27 weiteren defizitären Real-Standorten trennen, darunter Märkte in Berlin, Rostock und Bremen.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelte im März 2005 wegen Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz und die Hackfleischverordnung. In zwei Filialen, in Laatzen und in Hannover, waren Mitarbeiter von einem ehemaligen Angestellten mit einer „versteckten Kamera“ ertappt worden, wie sie über der Haltbarkeit befindliches Hackfleisch neu verpackten und etikettierten, um es im Markt weiter zu verkaufen. Die Ermittlungen wurden anschließend auf vier Filialen ausgedehnt. Ermittlungshandlungen gründeten sich auf den Verdacht, dass die Unternehmensführung das Umverpacken von Fleisch zentral gesteuert haben könnte.

Die Real SB-Warenhaus GmbH hat in einigen Filialen zusätzlich zu den herkömmlichen Kassen Selbstbedienungskassen eröffnet, beispielsweise in Wesel, Maintal-Dörnigheim und Mülheim an der Ruhr. An den jeweils vier SB-Kassen können Kunden ihre Waren selbst scannen, einpacken und bar oder bargeldlos bezahlen. Sie werden ergänzt durch einen so genannten „SB-Kassen-Platz“, von dem aus ein Mitarbeiter die Vorgänge an den Kassen verfolgen und beispielsweise den Verkauf alkoholischer Getränke oder anderer Produkte, deren Verkauf einer gesetzlichen Beschränkung unterliegt, autorisieren kann.

Ab 2. November 2004 wurde die Radio-Frequenz-Identifikationstechnologie (RFID) schrittweise in Real-Märkten eingeführt und soll ausgebaut werden. RFID ermöglicht die berührungslose Identifikation, Steuerung und Verfolgung von Waren entlang der gesamten Prozesskette. Diese Technologie erlaubt erstmals die vollständige Kontrolle des Warenflusses. Die neuen Technologien und Systeme bieten Kunden, Handel und Konsumgüterindustrie eine Reihe von Vorteilen: Prozessabläufe wie Bestellungen, Lagerung und Transport führen zu einer bedarfsgerechten Warenproduktion. Die Kritik an der RFID-Technologie betrifft vor allem Datenschutzaspekte sowie einen zu erwartenden langfristigen Verlust von Teilzeit-Arbeitsplätzen im Niedriglohnsegment, wovon erwartungsgemäß besonders Frauen betroffen sein werden.

Vor einigen Jahren wurde die teuere Werbung "Besorgs dir doch einfach" abgeschafft und das Unternehmen einer grundlegenden Sanierung unterzogen. So führte man den neuen Werbe-Slogan "Einmal hin, alles drin" und außerdem neue Eigenmarken ein, nämlich Real,-Quality, Real,-Selection und Real,-Bio. Dadurch erhofft sich die Kette wieder eine Umsatzsteigerung.

Am 28. Juli 2006 wurde bekannt, dass der Metro-Konzern alle 85 deutschen Filialen des Wal-Mart-Konzerns übernehmen werde. Die größeren Filialen werden unter dem Namen Real geführt werden, in die kleineren soll mit Extra ebenfalls eine Tochtergesellschaft des Metrokonzerns einziehen. Des Weiteren sollen auch die Elektroniktöchter MediaMarkt und Saturn von den Verkaufsflächen profitieren.

Ende 2006 wurde bekannt, dass die Zentrale von Wal-Mart Germany in Wuppertal voraussichtlich im dritten Quartal 2007 geschlossen wird. Dort werden wahrscheinlich etwa 600 Stellen wegfallen. Ebenso haben 14 der 85 deutschen Wal-Mart-Filialen keine wirtschaftliche Perspektive und sollen aufgegeben werden. Betroffen sind die Filialen in Aachen, Bergkamen, Delmenhorst, Gelsenkirchen, Günthersdorf, Hagen, Hannover-Wülfel, Nordenham, Pattensen, Ritterhude-Platjenwerbe, Salzgitter-Bad sowie Wilhelmshaven. Die Filialen Düsseldorf und Sigmaringen wurden bereits im Juni 2006 geschlossen.

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Source : Wikipedia