Ravensburg

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Geschrieben von bishop 11/03/2009 @ 16:10

Tags : ravensburg, baden-württemberg, deutschland

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Ravensburg

Wappen der Stadt Ravensburg

Ravensburg ( oder ) ist eine Mittelstadt sowie Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises im südlichen Oberschwaben. Die ehemalige Freie Reichsstadt liegt im Schussental in der Nähe des Bodensees und wurde aufgrund ihrer zahlreichen erhaltenen mittelalterlichen Türme früher auch als „das Schwäbische Nürnberg“ bezeichnet. Seit 1. April 1956 ist Ravensburg Große Kreisstadt.

Ravensburg liegt etwa 17 km (Luftlinie) nord-nordöstlich des am Bodensee gelegenen Friedrichshafen zwischen dem Linzgau im Westen und dem Altdorfer Wald im Nordosten. Durchflossen wird die Stadt von der Schussen (Bodensee- bzw. Rhein-Zufluss).

Die Burg Veitsburg (oberhalb der Altstadt von Ravensburg) liegt auf einem Höhenrücken, der das Schussental-Becken im Osten begrenzt. Dieses Becken – das nicht durch die vergleichsweise kleine Schussen, sondern durch eine eiszeitliche Gletscherzunge geformt wurde, die sich von den Alpen über den Bodensee nach Norden vorschob – verengt sich bei Ravensburg, um sich nördlich von Weingarten wieder etwas zu weiten, bis es in das enge Schussentobel übergeht. Nordöstlich des Burgbergs durchbricht die tief eingeschnittene Schlucht des Flappachtals den Höhenrücken. Das Flappachtal bietet eine vergleichsweise sanfte Aufstiegsmöglichkeit ins Allgäu, so dass hier schon früh eine für den Fernhandel wichtige Route nach Wangen im Allgäu verlief.

Die Stadt Ravensburg entstand auf halber Höhe unterhalb der Veitsburg auf dem Abhang zur Schussen hin; der Flappach wurde als Stadtbach teilweise durch die Stadt, teilweise durch den nördlichen Stadtgraben geleitet. Außerhalb der Stadtmauern befand sich im Flappachtal die Mühlenvorstadt und unterhalb der Stadt am Auslauf des Flappachs zur Schussen das Gerber- und Färberviertel Pfannenstiel. Auf dem der Stadt gegenüberliegenden Westhang des Schussentals befand sich im Mittelalter die Galgenhalde genannte Richtstätte sowie nördlich davon das Sennerbad. Oberhalb davon entstand Mitte des 20. Jahrhunderts das Neubaugebiet „Weststadt“.

Gleichzeitig wuchs die Stadt nach Norden und Süden hin, so dass sich auf der Ostseite des Schussentals heute ein durchgehendes Siedlungsband von Baindt im Norden über Baienfurt, Weingarten und Ravensburg bis Eschach im Süden gebildet hat.

Horgenzell, Berg, Weingarten, Schlier, Grünkraut und Bodnegg (alle Landkreis Ravensburg) sowie Tettnang, Meckenbeuren, Friedrichshafen und Oberteuringen (alle Bodenseekreis).

Das Stadtgebiet Ravensburgs besteht aus der Kernstadt (mit der historischen Altstadt und Stadterweiterungen im Norden, Süden und Osten sowie dem Neubaugebiet Weststadt) und den im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten ehemaligen Gemeinden Adelsreute im Südwesten, Eschach im Süden, Schmalegg im Westen und Taldorf im Südwesten der Kernstadt.

Die eingegliederten Gemeinden sind (mit Ausnahme von Adelsreute, das zu Taldorf gehört) heute zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben jeweils einen von den Wahlberechtigten bei jeder Kommunalwahl neu zu wählenden Ortschaftsrat mit einem Ortsvorsteher als Vorsitzenden. In jeder der Ortschaften gibt es eine Ortsverwaltung, quasi ein „Rathaus vor Ort“, dessen Leiter der Ortsvorsteher ist.

Durch die Lage in einem sich zum Bodensee hin weitenden Talbecken wird das lokale Klima sehr stark durch den Bodensee bestimmt. Der rund 500 km² große See hat in den meisten Jahren eine stark ausgleichende Wirkung auf das regionale Mikroklima, da er als jahreszeitlicher Temperaturspeicher wirkt. Daher fallen Winterfröste deutlich schwächer aus als im Umland; andererseits hält der Winter auch länger an, wenn der See in besonders kalten Wintern (wie zuletzt 1963) zufriert. Eine Nebenwirkung der Wärmetemperierung sind die häufigen Bodenseenebel in der kalten Jahreszeit, wenn die vom See heraufziehenden wärmeren und daher feuchteren Luftschichten auf die kältere Umgebungsluft treffen.

Wie das gesamte Voralpenland kennt auch Ravensburg das Phänomen des Föhnwindes, der warme Luft aus dem Mittelmeergebiet über die Alpen bringt, die dann als Fallwind ins Rheintal abfällt und über den Bodensee auch Ravensburg erreicht. Mitunter erreicht der Föhn auch orkanartige Geschwindigkeiten. Die besonderen klimatischen Bedingungen haben jahrhundertelang den Weinbau trotz der Höhenlage (zwischen 450 und 500 m ü. NN) begünstigt; eine vorübergehende Klimaverschlechterung im 19. Jahrhundert bereitete dem aber ein Ende.

Ravensburg wurde 1088 erstmals urkundlich erwähnt und war bis 1803 eine freie Reichsstadt. Der Kern der heutigen Stadt entstand nach aktuellem Wissensstand als Burgsassen-Siedlung unterhalb der mächtigen Stammburg der Welfen auf dem Höhenrücken zwischen Flappach- und Schussental.

Die erste Burg der Welfen stand in Altdorf-Weingarten, bevor sie um 1050 eine neue, größere Burg, die „Ravensburg“, errichteten (heute Veitsburg nach der St. Veit geweihten Burgkapelle). Grabungsbefunde legen nahe, dass der Standort der Burg schon in der Keltenzeit als Fluchtburg planiert und vom Rest des Höhenrückens durch einen Graben abgetrennt worden war. Die welfische, später staufische Burg nahm den hinteren, nordwestlichen Teil des Plateaus ein, während der vordere als Turnierplatz diente.

Der letzte Welfe auf der Ravensburg war Welf VI., Herzog von Spoleto. Nach dem Tod seines Sohnes vermachte er den Schussengau mit Ravensburg und Altdorf per Erbvertrag seinem Neffen, dem Staufer Friedrich I. Barbarossa, und enttäuschte damit seinen anderen Neffen, Heinrich den Löwen, Herzog von Bayern und Sachsen (der 1129 eventuell auf der Ravensburg geboren wurde). Fortan gehörte Ravensburg zum Hausbesitz der Staufer. Angeblich brach Konradin, der letzte Staufer, von hier zu seinem verhängnisvollen Italienzug auf.

Mit dem Untergang der Staufer endete auch das Herzogtum Schwaben als politische Körperschaft. Wie viele andere Städte Schwabens regierte sich Ravensburg fortan selbst, die Burg wurde Reichsbesitz. 1278 bestätigte der Habsburger Kaiser Rudolf I. die reichsstädtischen Privilegien Ravensburgs. Auf der Burg saß fortan der kaiserliche Landvogt der Reichslandvogtei Schwaben.

Zur Überwachung der Vorgänge in der Reichsburg errichtete die Reichsstadt an der höchsten Stelle des Stadtgebiets den über 50 Meter hohen St.-Michaels-Turm, benannt nach der damals noch dort stehenden Michaelskapelle, der ältesten Kirche der Stadt. Im Volksmund hieß dieser Turm bald Mehlsack, als Verballhornung des offiziellen Namens wie auch unter Bezug auf die mehlweiße Farbe des Turms. Dass der Turm zeitweise auch als Mehlspeicher genutzt wurde, ist vermutlich ins Reich der Legenden zu verweisen. Heute ist „Mehlsack“ der offizielle Name dieses einzigen Rundturms der Stadtbefestigung.

Im Spätmittelalter war Ravensburg Sitz der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft, der damals führenden deutschen Handelsgesellschaft, die in ganz Europa Niederlassungen hatte (noch vor den Fuggern).

Von 1330 bis 1429 waren erstmals jüdische Familien als ansässig im Ort erwähnt. Sie lebten als kleine Jüdische Gemeinde gettoartig in der heutigen Grüner-Turm-Straße, die bis 1934 "Judengasse" hieß und erbauten 1345 eine Synagoge. Nach ihrer Vertreibung 1429 vergingen Jahrhunderte, ehe sich erst im 19. Jahrhundert wieder eine kleinere Zahl jüdischer Familien niederließ, so dass es nicht mehr zur Wiedererrichtung eines Gotteshauses kam. Unter der NS-Gewaltherrschaft wurden sie erneut vertrieben bzw. in der Shoa ermordet. Seit 1983 erinnert eine Gedenktafel an dieses Geschehen.

Die rasante wirtschaftliche Entwicklung hatte vor allem im 14. Jahrhundert zu mehrfachen Erweiterungen des Stadtgebiets geführt. Am markantesten ist dabei die Einbeziehung der so genannten Unterstadt in die Stadtbefestigung und der Abriss der alten Stadtmauer zwischen den beiden Stadtteilen (1330–1370). Dabei entstand auf der Fläche des alten, zugeschütteten Stadtgrabens der heute noch das Stadtbild prägende Platz, heute Marienplatz genannt, zwischen Frauentor im Norden und dem (im 19. Jahrhundert abgerissenen) Kästlinstor im Süden.

Um 1530 ging die Große Ravensburger Handelsgesellschaft sang- und klanglos unter. Neben anderen Ursachen hatten die „Regenten“ der Handelsgesellschaft wohl unzureichend auf die veränderten Handelswege nach der Erschließung Amerikas durch Kolumbus reagiert.

Nach Einführung der Reformation entwickelte sich ein paritätisches Regierungssystem (Gleichberechtigung und exakte Ämterverteilung zu gleichen Teilen zwischen Katholiken und Protestanten), was durch den Westfälischen Frieden 1648 für die vier so genannten Paritätischen Reichsstädte Ravensburg, Augsburg, Biberach an der Riß und Dinkelsbühl bestätigt wurde und bis ins 19. Jahrhundert galt.

Die ohnehin schon – unter anderem durch die Verlagerung der Handelsrouten nach Augsburg – wirtschaftlich geschwächte Stadt erlebte im Dreißigjährigen Krieg einen starken Bevölkerungsrückgang vor allem durch Hunger und Seuchen. Davon erholte sie sich in den folgenden Jahrhunderten nur sehr langsam. Dadurch kam es bis in die Neuzeit zu keinen weiteren Stadterweiterungen, das Stadtbild blieb bis ins 19. Jahrhundert weitgehend unverändert.

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde auch die Burg über der Stadt – nun auch schon zur Unterscheidung von der Stadt Ravensburg Veitsburg genannt – von schwedischen Truppen geschleift. Nur einige Wirtschaftsgebäude blieben stehen. Der Landvogt der Reichslandvogtei Schwaben residierte daher ab 1647 in Altdorf-Weingarten.

1803 wurde durch den Reichsdeputationshauptschluss die Reichsunmittelbarkeit der meisten Reichsstädte aufgehoben (Mediatisierung) und kirchlicher, bisher ebenfalls reichsunmittelbarer Grundbesitz, verstaatlicht (Säkularisierung). Beide Maßnahmen dienten unter anderem der territorialen Entschädigung von Reichsfürsten, die durch die napoleonischen Eroberungen linksrheinische Gebiete verloren hatten.

Die Stadt wurde zunächst Bayern zugeschlagen. Da die umliegenden habsburgischen Lande an Württemberg fielen, die Reichsklöster Weingarten und Weißenau wiederum anderen Reichsfürsten zugeordnet wurden, entstand eine Enklavensituation, die wirtschaftlich sehr abträglich war. Erst 1810 kam Ravensburg nach einem Gebietstausch im Allgäu – bestätigt durch den Wiener Kongress 1815 – zum Königreich Württemberg, das zuvor auch schon die ausgedehnten Territorien von Weingarten (einschließlich des heutigen Schlosses in Friedrichshafen) erworben hatte.

Mit der Zugehörigkeit zum Königreich Württemberg begann eine allmähliche wirtschaftliche Erholung. Die industrielle Entwicklung stützte sich vor allem auf die lange Tradition in der Nutzung der Wasserkraft. Bereits 1402 war in Ravensburg eine der ersten Papiermühlen nördlich der Alpen entstanden; auch für andere industrielle Zwecke wurden seit langem Wassermühlen eingesetzt.

Darauf aufbauend entwickelte sich nun schnell eine vielfältige Maschinenbau-Branche – ein weiteres Standbein war die Textilherstellung. Mit dem Bau der Bahnstrecke Ulm–Friedrichshafen trug ab 1847 dieses neue Verkehrsmittel erheblich zum Aufschwung bei.

Insbesondere seit den 1950er Jahren wurde die Stadt in allen Richtungen durch Wohngebiete erweitert, deren größtes die Weststadt ist, die inzwischen den einwohnerreichsten Stadtteil bildet. Nachdem die Einwohnerzahl bereits in den 1930er Jahren die Grenze von 20.000 überschritten hatte, wurde die Stadt bereits mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 kraft Gesetzes zur Großen Kreisstadt erklärt.

In den 1970er Jahren wuchs die Stadt durch die Eingemeindung einiger Dörfer des Umlands, vor allem im Süden und Westen (die heutigen Ortsteile Eschach, Schmalegg und Taldorf).

1982 fanden in Ravensburg die Heimattage Baden-Württemberg statt.

In die Stadt Ravensburg wurden folgende Gemeinden eingegliedert. Sie gehörten vor der Kreisreform überwiegend zum Landkreis Ravensburg, Adelsreute gehörte bis 1. Januar 1969 noch zum Landkreis Überlingen und wurde dann dem Landkreis Ravensburg eingegliedert.

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand (jedoch ohne Weingarten 1939). Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).

Das Gebiet der heutigen Stadt Ravensburg gehörte anfangs zum Bistum Konstanz und war dem Archidiakonat Allgäu Landkapitel Ravensburg unterstellt. Eine Marienkirche wird bereits um 1250 als Filiale von Altdorf erwähnt. 1275 wurde sie Pfarrkirche und ab 1279 der Abtei Weingarten inkorporiert. 1340 bis 1380 wurde die Pfarrkirche Liebfrauen an der Stelle der alten Marienkirche neu erbaut, später gab es mehrere Umbauen. Die Kirche blieb bis 1802 beim Kloster Weingarten. Gegenüber der Kirche entstand das Stadthaus des Klosters Weingarten, das den Reichtum des Klosters widerspiegelte (heute als Technisches Rathaus mit Kultur- und Einwohnermeldeamt genutzt).

Im 14. Jahrhundert wurde St. Jodok als zweite Pfarrkirche Ravensburgs durch das Kloster Weißenau und dem städtischen Rat erbaut. Sie war für die Unterstadt zuständig und war bis 1802 dem Kloster Weißenau inkorporiert. Im Weiler St. Christina wurde im 13. Jahrhundert eine weitere Pfarrei errichtet, nachdem dort bereits im 12. Jahrhundert eine gleichnamige Kirche erwähnt ist, die 1253 neu erbaut wurde. Diese Pfarrei war für den Süden und Westen Ravensburgs zuständig und war ebenfalls Weißenau unterstellt.

1544 wurde auf Druck der Zünfte die Reformation eingeführt. Dabei gab es zunächst große Differenzen zwischen den Anhängern Luthers und Zwinglis. Doch konnten sich die Lutheraner schließlich durchsetzen. Ferner gab es auch Anhänger von Kaspar Schwenckfeld. Nach dem Schmalkaldischen Krieg ab 1547 regte sich jedoch Widerstand gegen die Reformation und es setzte eine Rekatholisierung großer Teile der Bevölkerung ein. Die Folge war eine faktische Parität beider Konfessionen, die aber erst nach dem 30-jährigen Krieg 1649 formell festgelegt wurde. Zahlenmäßig hatten die Katholiken die Mehrheit. Die protestantische Gemeinde erhielt als Gotteshaus das Langhaus der Karmeliterkirche, die fortan als Stadtkirche bezeichnet wurde. Der Chor der 1349 geweihten Kirche blieb jedoch bis 1806 noch im Besitz des Karmeliterordens; die Kirche wurde also zwischen beiden Konfessionen geteilt. Eine Mauer trennte die beiden Bereiche. Jahrhundertelang wurden Streitigkeiten um die Benutzung der Kirche ausgetragen, die manchmal zu einem regelrechten Kleinkrieg ausarteten; im 17. Jahrhundert stritten sich der evangelische Mesner und die Karmelitermönche z. B. darum, wer das Gras auf dem Kirchhof mähen dürfe.

Weitere Klöster im Stadtgebiet waren das Franziskanerinnenkloster St. Michael (13. Jahrhundert) und das vor der nördlichen Stadtmauer gelegene Kapuzinerkloster (gegründet 1629). 1806 wurden die drei Klöster säkularisiert. Weitere kirchliche Einrichtungen waren das Spital zum Hl. Geist, das im 15. Jahrhundert erbaut wurde (Spitalkapelle von 1498), die Kapelle St. Leonhard (bereits im 15. Jahrhundert profaniert) und die Mühlbrugg-Kapelle aus dem 15. Jahrhundert, die 1812 abgebrochen und 1929 neu erbaut wurde.

Die katholischen Gemeinden gehörten bis 1802 noch zum Bistum Konstanz. 1808 wurden die Gemeinden dem Ordinariat Ellwangen unterstellt, aus dem 1821/27 das neu gegründete Bistum Rottenburg (heute Rottenburg-Stuttgart) hervorging. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden zu den drei bisherigen katholischen Gemeinden (Liebfrauen, St. Jodok und St. Christina) noch zwei weitere Gemeinden, „Christus König“ (Christkönigkirche in der Südstadt von 1952) und „Zur heiligsten Dreifaltigkeit“ (Dreifaltigkeitskirche in der Weststadt von 1965).

Weitere katholische Kirchengemeinden gibt es in den Stadtteilen (siehe Artikel Schmalegg, Taldorf und Eschach). Alle katholischen Kirchengemeinden gehören zum Dekanat Ravensburg des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Die evangelische Kirchengemeinde Ravensburg blieb bis 1802 selbständig und wurde dann in die Evangelische Landeskirche in Württemberg eingegliedert. Ravensburg wurde dann Sitz eines Dekanats (siehe Kirchenbezirk Ravensburg). Die evangelische Stadtkirche Ravensburg erhielt 1842/45 einen Turm. Eine zweite evangelische Kirche gab es bereits ab 1628. Dabei handelte es sich um ein ehemaliges Kornhaus, das zur Dreifaltigkeitskirche umgebaut worden war. Diese Kirche wurde aber 1852 abgebrochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden dann zwei weitere Kirchengemeinden, die Johannesgemeinde mit Kirche von 1963 für die Weststadt und die Kirchengemeinde Eschach für die südlichen Stadtteile Ravensburg. Diese drei Kirchengemeinden bilden heute die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Ravensburg, zu der auch die Protestanten nahezu aller Stadtteile gehören. Lediglich Bavendorf hat noch eine eigene Kirchengemeinde, zu der die evangelischen Christen der Ortschaft Taldorf zählen. Die Ortschaft Schmalegg gehört zur Kirchengemeinde Wälde-Winterbach (Horgenzell). Alle genannten evangelischen Kirchengemeinden gehören zum Dekanat Ravensburg. Ferner gibt es in Ravensburg den Hensoltshöher Gemeinschaftsverband e. V. (Landeskirchliche Gemeinschaft Ravensburg).

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Ravensburg auch freikirchliche Gemeinden, darunter eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptistengemeinde), die BFP Freie Christengemeinde sowie die „Adventgemeinde Ravensburg“ der Siebenten-Tags-Adventisten.

Auch die Neuapostolische Kirche und die Zeugen Jehovas sind in Ravensburg vertreten.

Mitte 2008 wurde in Untereschach ein Buddhistisches Kloster eingeweiht, welches derzeit von einem Mönch bewohnt wird.

Weiterhin gibt es zwei islamische Gemeinden in Ravensburg. Diese haben eine Moschee mit Minarett.

Die Stadt Ravensburg ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Mittleres Schussental.

An der Spitze der Stadt Ravensburg stand ab dem 13. Jahrhundert der Ammann, der bis 1348 das alleinige Stadtoberhaupt war, dann gab es den Bürgermeister, der Ammann war dann nur noch Vorsitzender des Gerichts. Um 1220 ist auch ein Rat genannt. 1531 erhielt die Stadt eine neue Ratsordnung. Somit gab es drei Bürgermeister, die mit zwei geheimen Räten den Geheimen Rat bildeten. Nach dem 30-jährigen Krieg gab es zwei Bürgermeister und vier geheime Räte, die paritätisch (evangelisch und katholisch) besetzt waren. 1803 wurde die bayerische und ab 1810 die württembergische Verwaltung eingesetzt. Danach gab es einen Stadtschultheiß und den Rat. Ab 1935 wurde aus dem Stadtschultheiß der Bürgermeister, der seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt 1956 die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister trägt. Heute wird der Oberbürgermeister für eine Amtszeit von 8 Jahren gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Stadtverwaltung. Der Oberbürgermeister hat zwei Beigeordnete als hauptamtliche Stellvertreter. Der Erste Beigeordnete trägt die Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“, der Zweite Beigeordnete trägt die Amtsbezeichnung „Bürgermeister“.

Ravensburg hat zwischen 2004 und 2009 kontinuierlich Schulden abgebaut. Insgesamt sind in diesem Zeitraum die Schulden von 35,075 Millionen Euro (2004) um circa 13 Millionen auf 22,315 Millionen Euro (2009) abgebaut worden. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 442 Euro.

Das Motiv des Stadtwappens von Ravensburg ist 1267/1268 erstmals auf Stadtsiegeln belegt. Es zeigt ein offenes Stadttor zwischen zwei Wehrtürmen und symbolisiert damit zugleich Wehrhaftigkeit und Offenheit der Freien Reichsstadt.

Wappenbeschreibung: In Silber auf gemauerter Konsole eine doppeltürmige blaue Burg mit hochgezogenem Fallgatter; zwischen den Zinnentürmen ein blauer Schild, darin ein silbernes Kreuz mit Tatzenenden.

Vom 19. Dezember 1940 bis zum Frühjahr 1946 führte die Stadt Ravensburg ein leicht abgeändertes Wappen, auf dem statt dem blauen Schild mit silbernem Kreuz ein roter Welfenlöwe mit einem roten Schildchen (mit silbernem Querbalken) dargestellt war. Diese Farben und Symbole entstammen dem Wappen der damals eingemeindeten Nachbarstadt Weingarten.

Die Ravensburger Ortschaften führen kein amtliches eigenes Wappen, verwenden aber inoffiziell die Wappen der ehemals selbständigen Gemeinden Eschach, Schmalegg und Taldorf (dort zusammen mit dem Wappen der ehemaligen Gemeinde Adelsreute).

Die Stadtflagge ist blau-weiß und wird meist mit dem Stadtwappen verwendet.

Ravensburg liegt an einem Kreuzungspunkt der Bundesstraßen B 30, B 32 und B 33 etwa 15 km nördlich von Friedrichshafen, wo ein Verkehrsflughafen zur Verfügung steht.

Die nächsten Autobahnzugänge liegen bei Ulm (A 7, A 8) und bei Wangen (A 96).

Ravensburg verfügt seit 1847 über einen Bahnhof an der Südbahn Ulm–Friedrichshafen, die Teil der ersten durchgehende Strecke des württembergischen Eisenbahnnetzes von Heilbronn bis nach Friedrichshafen ist. Neben den Zügen der DB verkehrt seit einigen Jahren auch die Bodensee-Oberschwaben-Bahn auf der Bahnstrecke.

Ravensburg gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an, hat aber einen eigenen Bustarif für den Stadtverkehr Ravensburg/Weingarten.

Im Jahre 1888 wurde eine 4,2 km lange dampfgetriebene Straßenbahnstrecke (Spurweite 1.000 mm) zwischen Ravensburg und Weingarten eröffnet, die 1910 elektrifiziert wurde. 1911 erfolgte eine 2,4 km lange Erweiterung bis Baienfurt. Am 23. Februar 1959 wurde die Strecke Ravensburg–Weingarten stillgelegt, im Juni 1959 folgte die Reststrecke Weingarten–Baienfurt. Der ehemalige Betriebshof der Straßenbahn wird heute für die Busse der RAB genutzt.

Der Name der Stadt ist nicht zuletzt durch die hier ansässige Firmengruppe Ravensburger AG weltberühmt geworden. International bekannt und erfolgreich sind besonders die Produkte der Ravensburger Spieleverlag GmbH und ihrer zahlreichen Schwesterunternehmen, die u. a. Gesellschaftsspiele und Puzzles herstellen, der vor allem für Kinder- und Jugendbücher bekannte Ravensburger Verlag sowie das Ravensburger Spieleland (in der Nachbargemeinde Meckenbeuren).

Tekrum ist ein Hersteller von „Premium-Gebäck-Spezialitäten“. Das 1897 von Theodor Krumm gegründete Unternehmen war bis 1997 ein Familienbetrieb. Seit Januar 2005 gehört Tekrum zu hundertprozent dem Griesson-de Beukelaer-Konzern.

OMIRA (Oberland Milchverwertung Ravensburg GmbH) ist Hersteller von Milchprodukten aller Art, die zum Teil in ganz Deutschland und Teilen Europas erhältlich sind. Letzteres trifft insbesondere auf die unter der Marke MinusL vertriebene laktosefreie Milch zu.

Die Mönchmühle, eine Handwerksmühle am Rande der Altstadt, spezialisiert auf die Herstellung hochwertiger Mehle für Bäckereien und Haushalte aus Weizen, Dinkel und Roggen.

Ansonsten ist die Region stark vom Maschinenbau geprägt, der sich aus der ausgeprägten Mühlentradition (Korn-, Papier-, Säge- und andere Mühlen) und dem Bedarf der frühindustriellen Papier- und Textilindustrie entwickelt hat. Wichtigste Vertreter dieser Branche in Ravensburg sind die heute zu Voith bzw. VA Tech gehörenden Unternehmen, die aus dem 1856 eröffneten Betrieb des Schweizer Escher-Wyss-Konzerns (seit 1969 Sulzer) hervorgegangen sind. Weitere Maschinenbauunternehmen sind u. a. die Arnold GmbH & Co, die Bezner Maschinen GmbH, die LCM-Schokoladenmaschinen GmbH, die Rugel Maschinenfabrik GmbH & Co. KG und die Schuler Konstruktionen GmbH & Co. KG.

Erwähnenswert sind außerdem der Automobilzulieferer ThyssenKrupp Drauz Nothelfer GmbH (ein Unternehmen der ThyssenKrupp Technologies), die Verpackungshersteller Autobar Packaging (früher Zach Verpackungen) und Moosmann & Co., die Werkzeugfabrik Hawera Probst und das aus einer traditionsreichen Ravensburger Apotheke hervorgegangene Pharmaunternehmen Vetter Pharma.

Die Firmen pro solar Energietechnik GmbH, Pro Solar Solarstrom GmbH sowie die Solpower GmbH sind bedeutende Anbieter von thermischen Solaranlagen bzw. photovoltaischen Anlagen.

Die im Teilort Schmalegg ansässige Firma Carthago ist ein bekannter Hersteller von Wohnmobilen.

In den 1920er-Jahren erlangte die Firma Hermann Spohn mit exklusiven Karosserien, die meist auf Maybach-Fahrgestelle montiert wurden, einiges Ansehen. Verschiedene Mitglieder der Industriellenfamilie Spohn – tätig in der Textil-, Maschinenbau- und Baubranche – traten in Ravensburg seit Ende des 19. Jahrhunderts als großzügige Spender auf. Julius Spohn stiftete u. a. das Konzerthaus und das Gebäude für das humanistische Gymnasium, heute Spohn-Gymnasium. Auf dem Hauptfriedhof hat die Familie eines der aufwändigsten Familiengräber.

Das Munzinger-Archiv ist ein Anbieter von recherchierten, verifizierten und grundlegenden Daten für die alltägliche Arbeit in journalistischen Redaktionen, Verlagen oder Sendern weltweit. Die kostenpflichtige Datenbank umfasst: Personen, Länder, Sport, Chronik, Pop, Gedenktage, Film, KLG (Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur), KDG (Komponisten der Gegenwart). Zugriff über das Online-Portal, CD-ROM oder die klassische Loseblattsammlung.

Die dwp eG ist ein 1988 von mehreren Weltläden in der Region Oberschwaben gegründeter Importeur von Fairen Handel-Produkten. dwp vertreibt seine Waren über Weltläden, Regionalverteiler, Großverbraucher und Naturkostläden in der gesamten Bundesrepublik Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Schweiz, Tschechien und Österreich.

Im Stadtteil Weißenau wurde 1960 ein Radioteleskop mit 26 Meter Durchmesser errichtet. Die radioastronomischen Beobachtungen wurden 1992 eingestellt und die Anlage ist inzwischen demontiert.

Im Mittelalter wurde an den Hängen des Schussentals Wein angebaut. Im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden aber die meisten Weinberge aufgelassen; angeblich verdrängten Importweine den einheimischen Wein, der qualitativ nicht mithalten konnte. Inwieweit die sich damals ausbreitende Reblaus oder der zunehmende Bierkonsum hierbei auch eine Rolle spielten, ist derzeit nicht bekannt. Heute herrschen dagegen – vor allem im Süden der Stadt – Obstbau und Hopfengärten vor, jedoch wird vereinzelt immer noch Wein angebaut. Die Flächen zählen zum Bereich Württembergischer Bodensee des Anbaugebiets Württemberg.

Die Schwäbische Zeitung sowie das Wochenblatt betreiben in Ravensburg eine Lokalredaktion.

In Ravensburg befinden sich außerdem Sendestudios der Radiosender Radio 7 und SWR4 Baden-Württemberg sowie ein Studio des Regionalfernsehsenders REGIO TV Euro 3.

Das Munzinger-Archiv wird als qualitativ hochwertige Personen-Datenbank von Verlagen und Journalisten bundesweit täglich genutzt.

Ravensburg hat auch einen eigenen 84 Meter hohen Fernmeldeturm ( Geographische Koordinaten: 47°47'40"N 9°37'22"O), der 1990 errichtet wurde. Er ist im Unterschied zu zahlreichen Fernmeldetürmen ähnlicher Höhe kein Typenturm, sondern ein Sonderturm.

Ravensburg ist Sitz des Amtsgerichts Ravensburg, des Landgerichts Ravensburg, verschiedener Kammern des Arbeitsgerichts Ulm, der Polizeidirektion, der Staatsanwaltschaft Ravensburg sowie der Justizvollzugsanstalt Ravensburg im Stadtteil Hinzistobel.

In Ravensburg ist einer der Standorte der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg, der ehemaligen Berufsakademie Ravensburg. Ferner gibt es eine Schule für Gestaltung (Freie Kunstschule), ein Institut für Soziale Berufe Ravensburg in katholischer Trägerschaft sowie eine Zweigstelle der Württembergischen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie.

Die Hochschule Ravensburg-Weingarten hat ihren Sitz in Weingarten.

In Ravensburg gibt es drei städtische allgemeinbildende Gymnasien (Albert-Einstein-Gymnasium, Spohn-Gymnasium, Welfen-Gymnasium), eine Realschule, zwei Grund- und Hauptschulen (GHS Obereschach und Grund- und Hauptschule Oberzell), zwei selbständige Hauptschulen (Hauptschule Kuppelnau und Hauptschule Neuwiesen), sechs selbständige Grundschulen (Grundschule Klösterle, Kuppelnau, Neuwiesen, Schmalegg, Weißenau und Weststadt) und eine Förderschule.

Der Landkreis Ravensburg ist Träger der drei Beruflichen Schulen (Edith-Stein-Schule – Haus- und Landwirtschaftliche Schule, unter anderem mit Ernährungswissenschaftlichem, Agrarwissenschaftlichem und Biotechnologischem Gymnasium, Gewerbliche Schule, unter anderem mit Technischem Gymnasium und Humpis-Schule – Kaufmännische Schule, unter anderem mit Wirtschaftsgymnasium) sowie der Martinusschule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten.

Ferner gibt es die Staatliche Schule für Kranke Weißenau am Zentrum für Psychiatrie, eine Krankenpflegeschule am Zentrum für Psychiatrie Weißenau und eine Fachschule für Landwirtschaft.

Ravensburg beherbergt daneben eine Reihe von Privatschulen, darunter das Bildungszentrum St. Konrad FKS mit Grund-, Haupt- und Realschule sowie dem Katholischen Freien Gymnasium St. Konrad, die Theresia-Gerhardinger-Grund- und Realschule (ehemals „Klösterle“), eine Freie Waldorfschule, eine Abendrealschule, das Institut für sozialpädagogische Berufe, die Josef-Wilhelm-Schule (Private Berufsschule des Berufsbildungswerks Adolf Aich), das Kolping-Kolleg (mit Kolping-Abendgymnasium und Kolping-Berufskolleg), die Krankenpflegeschule und Kinderkrankenpflegeschule am Krankenhaus St. Elisabeth, die Krankenhausschule St. Nikolaus, die Private Kaufmännische Schule Schindele und die Hör-Sprachzentrum gGmbH mit Heimsonderschule für Gehörlose, Schwerhörige und Sprachbehinderte.

Daneben bietet Ravensburg insgesamt 1.700 Kindergartenplätze in 32 Kindergärten in öffentlicher, kirchlicher oder privat-gemeinnütziger Trägerschaft (darunter unter anderem ein Waldorf-Kindergarten sowie ein Waldkindergarten) und erfüllt damit die gesetzlichen Vorgaben. 11 Einrichtungen in Ravensburg und Weingarten bieten darüber hinaus Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren an.

Die Stiftung Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben (KBZO), wurde 1968 durch eine Elterninitiative begründet. Sie umfasst eine private Heimsonderschule für Körperbehinderte sowie ein differenziertes Wohnangebot für erwachsene Körperbehinderte. Ferner ist sie Gesellschafter der „KBZO Service & Dienste gGmbH“, der interdisziplinären Frühförderstelle „Mobile“ und der „Integrativen Werkstätte Oberschwaben“.

Ihren Ursprung in der Sozialarbeit der katholischen Kirche haben das Berufsbildungswerk Adolf Aich und die Einrichtungen der Behinderten- und Altenhilfe der Stiftung Liebenau.

Darüber hinaus unterhält die aus der evangelischen Sozialarbeit entstandene BruderhausDiakonie Einrichtungen der Altenhilfe und der Sozialpsychiatrie. Die Zieglerschen Anstalten betreiben ein Sprachheilzentrum und bieten Betreutes Wohnen (Behindertenhilfe) an.

Ravensburg ist Sitz des Krankenhauses „St. Elisabeth“ mit Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin „St. Nikolaus“ und des Heilig-Geist-Spitals (geriatrischer Schwerpunkt), die unter Trägerschaft der größtenteils landkreiseigenen Oberschwaben Klinik gGmbH stehen.

Im ehemaligen Kloster Weißenau und umliegenden Neubauten ist das Zentrum für Psychiatrie Weißenau (Anstalt des öffentlichen Rechts unter Gewährsträgerschaft des Lands Baden-Württemberg, im Volksmund „Die Weißenau“) untergebracht. Im nahen Rahlenhof, der ehemaligen Sommerresidenz der Weißenauer Äbte, wird eine zugehörige Fachklinik für abhängigkeitskranke Männer betrieben.

Das historische Stadtbild konnte trotz eines Teilabbruchs der alten Stadtmauer, deren Steine im 19. Jahrhundert zum Bau des Bahnhofs verwendet wurden, erhalten werden. Im Zweiten Weltkrieg blieb Ravensburg wegen seiner strategischen und rüstungsindustriellen Bedeutungslosigkeit und auch dank eines großen von Schweizern geführten Versorgungszentrums des Roten Kreuzes von größeren Angriffen der alliierten Luftwaffe verschont. In den 1980er-Jahren wurde die Altstadt aufwändig saniert und für den Durchgangsverkehr geschlossen.

Ravensburg nennt sich der vielen mittelalterlichen Türme und Tore und der noch streckenweise erhaltenen historischen Stadtmauer (mit Resten alter Befestigungsanlagen) wegen auch Stadt der Türme und Tore. Nur das Kästlinstor (südliches Stadttor) wurde im 19. Jahrhundert abgerissen. Die Steine dienten unter anderem zum Bau des Kirchturms der evangelischen Stadtkirche.

Weitere Kirchen siehe Abschnitt Religionen.

Das Denkmal von 2002 von Peter Lenk zur Erinnerung an den „Hütekindermarkt“ befindet sich in der Bachstraße an der Ecke eines Hauses in Höhe des ersten Stocks und zeigt ein Schwabenkind, das auf seinen Schultern einen Knecht trägt, der auf seine Schultern wiederum einen Geistlichen zu tragen hat. Dem liegt zugrunde, dass bis März 1914 alljährlich arme Bergbauernkinder aus Tirol, Vorarlberg und Graubünden als Saisonarbeitskräfte auf Bauernhöfen in Oberschwaben und im Allgäu eingesetzt wurden.

Die Städtische Galerie Ravensburg im Alten Theater am Gespinstmarkt zeigt in Wechselausstellungen insbesondere Kunst der klassischen Moderne, zeitgenössische Kunst und zeitgenössische Photographie. Zahlreiche moderne Gemälde aus der Sammlung des Landkreises Ravensburg sind in den Gängen des Landratsamts (Friedenstraße) ausgestellt. Die private Columbus Art Foundation des Finanzdienstleisters Columbus Holding in der Eywiesenstraße bietet in einer eigenen Kunsthalle Wechselausstellungen moderner Kunst. Im Ausstellungsraum der Peter-und-Gudrun-Selinka-Stiftung (Friedhofstraße) wird eine Werkgruppe der Künstlergruppe SPUR präsentiert. Außerdem gibt es in Ravensburg mehrere private Galerien, die Wechselausstellungen zeigen.

Das Humpisquartier in der Marktstraße wird derzeit zu einem städtischen Geschichts- und Kunstmuseum umgebaut. Daher können nur kleinere Werkausstellungen in einzelnen Räumen präsentiert werden. Das Ravensburger Verlagsmuseum, ebenfalls in der Marktstraße, zeigt Bücher, Spiele und aus der Geschichte des Ravensburger Verlags bzw. Otto-Maier-Verlags. Die Freiwillige Feuerwehr betreibt in der Feuerwache im Salzstadel ein Feuerwehrmuseum mit 15 Großgeräten und weiteren Ausstellungsstücken (geöffnet nach telefonischer Anmeldung). Die Ortschaft Eschach besitzt ein eigenes Heimatmuseum in Weißenau.

Die Hingabe, mit der die Ravensburger und ehemaligen Ravensburger dieses Fest fünf Tage lang feiern, geht oft weit über ähnliche städtische Volksfeste hinaus. Nur halb im Scherz wird das Rutenfest daher gern auch als Ravensburger Nationalfeiertag bezeichnet. Die Türme und Häuser der Altstadt, aber auch die meisten Privathäuser selbst in modernen Wohngebieten und sogar viele Autos sind mit tausenden von Fahnen in den städtischen Farben blau-weiß geschmückt. Trommelgruppen der Ravensburger Schulen (seit dem 17. Jahrhundert belegt) und andere Trommelgruppen sowie Fanfarenzüge ziehen durch die Stadt, um die Familien Ihrer gegenwärtigen und ehemaligen Mitglieder sowie Freunde und Förderer „anzutrommeln“, so dass die Stadt tagelang von allgegenwärtigem Trommelklang und vielen privaten Gartenfesten geprägt ist.

Die offiziellen Programmpunkte, die von der Rutenfestkommission in Zusammenarbeit mit den Schulen und der Stadtverwaltung veranstaltet werden, ziehen auch viele Besucher aus der Region an.

Seit den 1960er-Jahren wird in Ravensburg auch wieder die mit Einführung der Paritätsverfassung abgeschaffte schwäbisch-alemannische Fasnet mit Umzügen und typischen Masken gefeiert. Siehe auch das Kulturgebiet der alemannischen Mundart. Treibende Kraft ist die nach dem Schwarzen Veri, einem Räuber des 19. Jahrhunderts benannte Schwarze-Veri-Zunft mit Räubern, Hexenlieseln und Papierkrattlern (einer Figur, die auf die frühe Papiermacherei in Ravensburg ab 1402 Bezug nimmt und die angebliche Hochnäsigkeit der Papiermacher karikiert). Hauptanziehungspunkt ist der große Narrensprung am Fasnetsmontag, an dem auch viele Zünfte der Umgebung teilnehmen. Die Schwarze-Veri-Zunft ist Mitglied des Alemannischen Narrenrings. In allen Ravensburger Teilorten gibt es ebenfalls Narrenzünfte.

Schon 1908 wurde die Fasnetsgesellschaft Milka e. V. gegründet, die sich aber auf Saalveranstaltungen konzentriert. Der Name ist auf eine unpopuläre Milchpreiserhöhung zurückzuführen und steht für den Spottnamen „Milch-Kommandit-Aktien-Gesellschaft“. Unter diesem Motto fand damals ein Umzug statt, auf dem der ganze Produktionszweig von Milch, Butter und Käse in origineller Aufmachung dargestellt wurde.

Die Oberschwabenschau ist eine alljährlich im Oktober stattfindende, traditionelle regionale Produktmesse mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt.

Das Karate Sommercamp des KJC Ravensburg ist ein alljährliches Ereignis für Freunde der Kampfkunst das seit 1982 im Karate Bundesleistungszentrum Ravensburg stattfindet. Im Schnitt kommen mehr 1000 nationale und international Gäste zu dieser Veranstaltung.

Neuere jährliche Veranstaltungen sind das Spielefest Ravensburg spielt, der Stadtlauf Ravensburg läuft, das Jazzfestival Jazz in town und die Inlineveranstaltung Ravensburg rollt.

Seit 2006 findet in Ravensburg das Fraueneishockeyturnier MLP Nations Cup, früher Air Canada Cup statt.

Träger der Ehrenmedaille der Stadt Ravensburg sind der Arzt Karl Lang (†), der Apotheker und Wirtschaftsforum-Gründer Reinhold Nonnenbroich († 1999), der Verleger und IHK-Funktionär Otto Julius Maier, der langjährige Rutenfestkommissions-Vorsitzende Albrecht Krauss, der Direktor der Berufsakademie Helmut Winter und der Aktivist für die deutsch-israelische Freundschaft Pinchas Erlanger (1926–2007).

Für die Deutsche Bahn ist ein ICE 3 mit dem Namen Ravensburg unterwegs. Da die Bahnstrecke der Südbahn, an der Ravensburg liegt, jedoch nicht elektrifiziert ist, kann der am 15. April 2004 getaufte Triebzug 325 seine Patenstadt nicht anfahren.

Am 28. September 2008 legten die Ravensburger AG und die Stadt Ravensburg zusammen mit über 10.000 Puzzlefans auf dem Marienplatz in weniger als 5 Stunden das weltgrößte Puzzle mit 1.141.800 Teilen und einer Fläche von 600 Quatratmetern. Ravensburg übertraf damit den alten Puzzlerekord von rund 212.000 Teilen und bekam dafür einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. 20 Teile des Puzzles legten zuvor mit Hilfe von Geocachern bis zu 20.546 Kilometer zurück vor.

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EV Ravensburg

EV Ravensburg

Der EV Ravensburg (offiziell: Eissportverein Ravensburg e.V.) ist ein Eishockeyverein in Ravensburg im Süden Baden-Württembergs. Seine Anfänge gehen auf das Jahr 1881 zurück.

Am 23. November 1881 wurde der Eislaufverein Ravensburg gegründet. Anfangs diente ein Weiher auf dem Gelände der Maschinenfabrik Escher-Wyss als Eisplatz, ab 1925 ein Platz am Wernerhofweiher. Anfang der 1930er Jahre zog der Verein auf die Tennisplätze an der Veitsburg um, wo mit Spritzeis eine Natureisfläche erzeugt wurde. Bereits am 2. Dezember 1932 wurde dort eine erste Ravensburger Eishockeymannschaft zusammengestellt. Doch der organisatorische Aufwand und auch externe Probleme wie Witterungsverhältnisse machten es nicht möglich, einen auch nur ansatzweise geregelten Spiel- und Trainingsbetrieb durchzuführen. Obwohl man schon früh erkennen konnte, dass der Ravensburger Eissport durchaus ein Zuschauermagnet war, wurde der Verein vom Verband wegen fehlender Zahlungen gesperrt.

Im Jahr 1948 begann der Vereinsbetrieb wieder auf der Natureisfläche auf der Veitsburg, bevor 1954 der Bau eines Natureisstadions am nahen St.-Christina-Hang begonnen wurde. Dieses Stadion wurde 1958 zum ersten Kunsteisstadion in Württemberg umgebaut. Es wurde am 18. Oktober 1958 mit dem Länderspiel Deutschland - Schweiz vor 7.000 Zuschauern eröffnet (Endstand 8:1).

In der Folge konnte der Eis- und Rollschuhverein (ERV) mehrere Württembergische Meisterschaften und die Regionalliga-Meisterschaft 1967 erringen. Ab der Oberliga-Saison 1968 nannte sich der Verein Eissportverein Ravensburg (EV). In der Saison 1990 wurde der Verein erneut Oberliga-Meister. Die Heimspiele fanden regelmäßig vor ca. 5.000 bis 7.000 Zuschauer statt. In den folgenden Jahren spielte der Verein in der Oberliga und stieg in der Spielzeit 1972/73 in die zweithöchste deutsche Spielklasse, die 2. Bundesliga auf. Dort konnte sich der EV Ravensburg allerdings nicht den Klassenerhalt sichern und stieg nach einem letztem Platz nach der Hauptrunde wieder in die Oberliga ab.

Trotz des großen Zuspruchs musste die Führungsebene mit der immer teurer werdenden Unterhaltung des bis dahin vereinseigenen Stadions kämpfen. Schließlich wurde das Stadion nach langwierigen Verhandlungen an die Stadt Ravensburg überführt. Mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga im Sommer 1973 wurde dem Verein in Aussicht gestellt, dass das Stadion am St. Christinahang überdacht oder eine neue Eissporthalle gebaut werden könne. Nach langen lokalpolitischen Diskussionen und langwieriger Lösung der Finanzierung wurde schließlich 30 Jahre später die Eissporthalle Ravensburg mit einer Kapazität von 3.300 Plätzen fertiggestellt. Sie wurde am 21. Dezember 2003 mit einem Spiel gegen die EA Kempten eröffnet (Endstand 2:7).

Am Ende der Saison 2006/07 konnte der EV Ravensburg nach Elfjähriger Abstinenz in die 2. Bundesliga zurückkehren. Nachdem sich die Mannschaft nach der Hauptrunde auf den vierten Rang platzierte und im Play-off Halbfinale mit 4:1 Spielen gegen die Hannover Indians siegreich war, gewann man auch das Finale mit 4:0 Spielen gegen den SC Riessersee. Anschließend an den sportlichen Aufstieg in die 2. Bundesliga beschloss am 25. April 2007 eine ausserordentliche Mitgliederversammlung des Vereins die Ausgliederung der Profimannschaft in eine Spielbetriebs GmbH, die unter dem Namen EVR Tower Stars spielen soll. Die ESBG-Gesellschafteranteile wurden nicht aus dem Verein ausgelagert.

In der ersten Spielzeit in der 2. Bundesliga kalkulierte die Vereinsführung mit einen Saisonetat von 1,8 Millionen Euro, damit lag man knapp über dem Ligaschnitt. Letzten Endes sicherte man den Klassenerhalt in den Play-downs. Dort konnte man sich mit 4:0 Spielen gegen die Mannschaft des EV Landsberg 2000 durchsetzen.

Die Amateurmannschaft nimmt in der Spielzeit 2008/09 als zweite Seniorenmannschaft innerhalb der viertklassigen Baden-Württemberg-Liga an der Runde der nicht an einem Aufstieg in die Oberliga interessierten Mannschaften teil. Für den Verein spielen darüber hinaus sechs verschiedene Jugendmannschaften. Die Frauenmannschaft nimmt 2008/09 an der Landesliga Baden-Württemberg teil.

Dazu existiert unter dem Dach des EV Ravensburg Senioren-Mannschaft Oldstars, die es seit 36 Jahren gibt. 25 mal wurde der "Internationale-Oldstar-Cup" ausgetragen. Letzter Gewinner war Burgdorf.

Die Mannschaften des EV Ravensburg spielen in der im Jahr 2003 neu eröffneten Eissporthalle Ravensburg. Die Halle bietet Platz für 3.300 Zuschauer (1.070 Sitzplätze). Als Technik für die Kühlung wird ein komplett neues Verfahren benutzt. Statt wie bisher durch Ammoniak, wird die Eisfläche durch CO2-Gas gekühlt. Unter dem Eis verläuft ein 22 Kilometer langes Rohrsystem, durch welches das CO2-Gas fließt. Die Eishalle befindet sich im Besitz der Oberschwabenhallen GmbH und wird neben ihrer Nutzung als Eishockeystandort, auch als Heimspielstätte des Eiskunstlaufvereins ESC Ravensburg benutzt.

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Sender Ravensburg (Wilhelmskirch)

Sender Ravensburg

Der Sender Ravensburg ist ein Rundfunksender für Mittelwelle, den die Deutsche Telekom zur Ausstrahlung des Deutschlandfunks im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg betreibt. Er befindet sich nordöstlich von Wilhelmskirch, einem Ortsteil der Gemeinde Horgenzell, in einer Höhenlage von 581 m ü. NN und ist nicht zu verwechseln mit dem Fernsehsender Ravensburg auf dem nahegelegenen Berg Höchsten.

Die Anlage wurde am 23. August 1951 in Betrieb genommen und gehörte bis 1964 dem damaligen Südwestfunk, der dort auf der Frequenz 1538 kHz (ab 1962 auf 665 kHz) sein erstes Hörfunkprogramm mit einer Sendeleistung von 20 kW ausstrahlte. Der Sender Ravensburg bildete mit den Standorten Bad Dürrheim und Reutlingen ein Gleichwellennetz. Am 30. September 1962 nahm der Südwestfunk für die damalige Deutsche Bundespost (heute Deutsche Telekom) einen weiteren Sender zur Verbreitung des Deutschlandfunks auf der Frequenz 755 kHz mit einer Sendeleistung von 20 kW in Betrieb. Beide Programme wurden mittels einer Weiche über die gleiche Antennenanlage ausgestrahlt. Nach der Fertigstellung des neuen Bodenseesenders bei Meßkirch im Jahr 1964 stellte der Südwestfunk seinen Sendebetrieb am Standort Ravensburg ein und übergab die Anlage an die Deutsche Bundespost. 1968 wurde die Sendeleistung des Deutschlandfunks auf 100 kW erhöht. Da durch diese Leistungserhöhung nachts starke Ausblendungen notwendig gewesen wären, wurde der Sender während der Nachtstunden abgeschaltet. Seit dem Inkrafttreten des Genfer Wellenplans im Jahr 1978, der auch eine Frequenzanpassung auf 756 kHz zur Folge hatte, sendet die Anlage wieder im Dauerbetrieb.

Als Antenne kommen heute zwei gegen Erde isolierte selbststrahlende Sendemasten von 120 Meter Höhe zum Einsatz, die 1951 und 1978 errichtet wurden. Die geographischen Koordinaten der beiden Sendemaste lauten 47° 47′ 8″ N, 9° 31′ 6″ O und 47° 47′ 8″ N, 9° 31′ 11″ O.

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Source : Wikipedia