Projektoren

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Geschrieben von robby 10/04/2009 @ 11:07

Tags : projektoren, digital entertainment, high-tech

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Super 8

Super-8-Kassette

Super 8 ist ein Schmalfilm-Filmformat, das im Herbst 1964 von Kodak vorgestellt und im Mai 1965 eingeführt wurde. Hauptsächlich war dieses Filmformat für den privaten Bereich gedacht, um Familienfeste oder Urlaube in bewegten Bildern festzuhalten. In diesem Bereich wurde Super 8 nahezu komplett von der Videotechnik abgelöst. Von zahlreichen Enthusiasten und Kunst- wie Experimentalfilmern wird es jedoch noch heute verwendet, auch bei der Produktion von Werbefilmen und Musikclips wird das Format eingesetzt. Selbst in aktuellen Kinofilmen finden sich einzelne Szenen, die auf Super 8 gedreht wurden wie bspw. bei 28 Days Later.

Die Bezeichnung „Super“ in Super 8 bezog sich auf das größere Bildformat gegenüber dem bisherigen 8-mm-Film. Dies wurde durch eine schmalere Perforation ermöglicht, wobei die Löcher auch an einer anderen Stelle saßen, nämlich immer in der Mitte eines Bildes anstatt zwischen zwei Bildern. Mit Erscheinen von Super 8 ging man dazu über, das vorherige Format als Normal 8 (englisch: Regular 8) zu bezeichnen. Die Bildgröße wuchs von 4,9 mm × 3,6 mm auf 5,69 mm × 4,22 mm und somit um etwa 36 Prozent.

Der zweite Unterschied bezog sich auf die Handhabung. Musste bisher der lose aufgewickelte Film umständlich eingefädelt werden, wurde der Super-8-Film in Kassetten geliefert, die sich ganz einfach einlegen ließen. Damit setzte Kodak eine Linie fort, die man 1963 mit dem Instamatic-System für Fotokameras startete und später mit dem Pocket-Film fortsetzte: mit einer möglichst einfachen Handhabung sollte das Fotografieren und Filmen auch technisch unkundigen Menschen nahegebracht werden. Eine Kassette enthielt dabei 15,25 m, entsprechend 50 ft Filmmaterial, was bei der für Super 8 normalen Bildfrequenz von 18 Bildern/s eine Laufzeit von 3 min 20 s ergab; die genaue Einzelbildzahl (besonders für Berechnungen von Zeitrafferaufnahmen wichtig) beträgt pro 15-m-Kassette etwa 3.600 Bilder (±50 Bilder Belichtungs- und Schnitttoleranz an Anfang und Ende).

Diese Verbesserungen basierten im Grunde auf den Entwürfen eines runden Tisches der drei internationalen Photographicariesen Kodak, Fuji und Agfa, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, bis zu den Olympischen Spielen von Tokio ein gemeinsames Format namens Rapid 8 zu entwickeln. Kodak scherte jedoch aus dieser Arbeitsgruppe vorzeitig aus und kündigte die bisherigen Ergebnisse im Jahr 1964 als eigene Erfindung unter der Bezeichnung Super 8 an, das im Jahr 1965 auf dem Markt eingeführt wurde. Fuji wehrte sich gegen diese List Kodaks mit einer zusätzlichen Weiterentwicklung der bisherigen Pläne, die zeitgleich mit Super 8 unter dem Namen Single 8 herauskam. Single8 basierte meistens auf einem deutlich dünneren Trägermaterial (Polyester); auf einer 120-m-Super-8-Spule fanden somit 180 Meter Single 8 Platz. Single8-Filme finden sich allerdings nur extrem selten in alten Filmbeständen.

Schon mit der ersten Ankündigung begannen nahezu alle Kamerahersteller, ihr Programm umgehend umzustellen, so dass sie gleich nach der Markteinführung Super-8-Modelle anbieten konnten. So setzte sich Super 8 extrem schnell durch, zumal man mit der einfachen Handhabung tatsächlich einen neuen Interessentenkreis gewann.

Die deutsche Firma Agfa, die nun zwischen allen Stühlen saß, bemühte sich zunächst, Filmsorten in beiden Formaten anzubieten, kapitulierte jedoch bereits 1967 gegen Kodak und stellte ihre Single-8-Produktion ein, so dass das technisch überlegene Format in der Folge größtenteils auf Japan beschränkt blieb.

Selbstverständlich verlangte der neue Film auch neue Projektoren, wobei es lange Zeit umschaltbare Modelle zu kaufen gab, mit denen auch alte Normal-8-Filme vorgeführt werden konnten.

Die Verkaufszahlen an Geräten stiegen bis zum Höhepunkt in den Jahren 1974/75 stetig an und fielen dann wieder erheblich ab; schon 1980 war aufgrund Marktsättigung ein derart niedriges Niveau an neuem Bedarf für Kameras und Projektoren erreicht, dass die meisten Gerätehersteller nicht mehr rentabel produzieren konnten, was ein wichtiger Grund für diese Hersteller war, von Super 8 auf andere Technologien (z. B. Camcorder oder Drucker, oft auch der Rückzug aufs Kerngeschäft Photographie) umzuschwenken. Infolgedessen gibt es seit etwa 1985 fast keine neuen Kameras oder Projektoren mehr zu kaufen. „Schlusslichter“ waren Zenit und Beaulieu, die erst Mitte der 1990er die Produktion von Kameras und Projektoren einstellten. Lediglich Classic Home Cinema brachte 2002 noch einmal eine Kleinserie von Fumeo-Projektoren auf den Markt. Seitdem ist der Markt auf internationalen Super-8-Filmbörsen (wie etwa Waghäusel) oder eBay ausschließlich auf Gebrauchtgeräte angewiesen, die z. T. auch „wiederaufgearbeitet“ angeboten werden.

Der Verbrauch von Filmmaterial erreichte erst um 1979 und 1980 mit jährlich 19 Millionen allein in Deutschland verkauften Super-8-Kassetten seinen Höchststand. Anders als die Gerätehersteller gaben die meisten Hersteller von Super-8-Film erst Anfang bis Mitte der neunziger Jahre ihre Produktion auf; von diesen hielt Agfa am längsten aus, wo noch bis 1996 der hauseigene Agfa Moviechrome 40 entwickelt wurde. Einzig Kodak hat seine Produktion nie eingestellt, und inzwischen sein Super-8-Portfolio sogar durch zwei Negativfilme erweitert (s. u.). Seit Ende der neunziger Jahre sind auch wieder ein paar neue Hersteller hinzugekommen, z. B. Wittner Kinotechnik, GK-Film und KAHL Film (s. u.), und seit kurzem (2006) gibt es auch erstmals Fujimaterial in der Super-8-Kassette.

Die engagierten Amateure nahmen typischerweise die Vorstellung des im Vergleich zu älteren Videovarianten hochauflösenden Video-8-Systems Hi8 im Jahr 1988 zum Anlass, darauf umzusteigen, wobei zumeist die längere Aufnahmezeit, die Überspielmöglichkeit alter Aufnahmen, die einfachere Tonaufnahme, sowie die einfachere Aufnahme unter schlechten Lichtverhältnissen den Ausschlag gaben, nicht jedoch die Qualität. Nur wenige Enthusiasten filmen noch bis heute mit Super 8. Anders sieht es hingegen im Profilager aus, wo die neuen Negativmaterialien und die wesentlich verbesserten Digitalisierungsmöglichkeiten neue Einsatzmöglichkeiten eröffneten. Folglich hat Kodak seine Super-8-Produkte mittlerweile auch aus dem Amateurbereich herausgenommen und der Profisparte Motion Picture Film untergeordnet.

Super-8-Farbfilme waren fast immer auf Kunstlicht sensibilisiert; für Aufnahmen mit Tageslicht wurde ein eingebauter Rotfilter (Konversionsfilter vom Typ Kodak Wratten 85) zugeschaltet. Die Idee dabei: das Filmen mit Scheinwerfern erforderte sehr viel Licht (die Scheinwerfer hatten wenigstens 1000 W Leistungsaufnahme), deswegen sollte dabei der Film möglichst empfindlich sein. Bei Tageslicht hingegen war der Verlust durch den Filter weniger problematisch. Und existierten bei Normal 8 noch Kunst- und Tageslichtfilme, so sollte es nun im Interesse der einfachen Handhabung nur einen Typ geben. Die Filmempfindlichkeit war aus dem gleichen Grund an der Kassette codiert, wobei viele Kameras aber nur die gängigen Größen ISO 40/17° und ISO 160/23° abtasten, im Tageslichtbetrieb ergab sich dann ISO 25/15° und ISO 125/21°. Bis 1972 gab es sogar ausschließlich niedrigempfindliche Filme, wollte man doch Handhabungsfehler von Laien unbedingt ausschließen. Die hochempfindlichen Kassetten durften nämlich nicht bei strahlendem Sonnenschein verwendet werden, da sie dabei leicht überbelichtet werden konnten. Außerdem tasteten nicht alle Kameras die Empfindlichkeit ab. Die Filmkassetten wurden gewöhnlich an ein Labor gegeben. Grundsätzlich ließ sich der Film aber auch selber entnehmen und entwickeln. Ein Farbfilm kostete auf dem Höhepunkt der Super-8-Ära in den 1970er Jahren günstigstenfalls 10 DM.

Eine besondere Bedeutung hatte der Kodachrome 40, mit dem das System vorgestellt wurde. Wegen der besonders komplizierten Entwicklung erfolgte diese grundsätzlich nur bei Kodak selbst, die Kosten dafür waren – im Gegensatz zu anderem Filmmaterial – beim K 40 immer im Preis enthalten. Kodak erklärte im Mai 2005, den K 40 durch ein neues Filmmaterial zu ersetzen, die Gründe für die Einstellung des K-40-Super-8-Films waren einerseits die zurückgegangene Nachfrage in den Zeiten der digitalen Fotografie, andererseits auch die mittlerweile nur noch wenigen, hoffnungslos veralteten Entwicklungsmaschinen für den speziellen Prozess. Schon in den Jahren zuvor betrieb Kodak nur ein einziges europäisches Kodachrome-Labor, nämlich in Lausanne (Schweiz). Kodak hatte zugesagt, noch bis zum 25. September 2006 die K40-Super-8-Filme in der Schweiz zu entwickeln; danach wurden die Maschinen dort komplett stillgelegt. Eventuell dann noch vorhandene, unentwickelte Filme müssen vom Kunden gegen Entwicklungsentgelt an das Labor Dwayne’s in den USA geschickt werden, das in Europa über Wittner Kinotechnik in Hamburg (s. u.) zu erreichen ist, so dass man lediglich die Portokosten nach Hamburg zahlen muss.

Doppel-Super-8-Filme sind 16 mm breit und werden nicht in Kassetten, sondern auf 30-m- und 10-m-Spulen konfektioniert. Die Filme laufen – wie vom Normal-8-basierten Doppel 8 bekannt – zweimal durch die Kamera und werden nach der Filmentwicklung in der Mitte auseinander geschnitten und damit in 2 Filmstreifen mit Super-8-Format getrennt. Der Vorteil liegt vor allem im uneingeschränkten Rückspulen für verschiedene Trickeffekte, was die Super-8-Kassetten (bei S8-Kameras höherer Preisklassen) nur bis 4 Sekunden erlaubten, aber auch in der kameraseitigen Andruckplatte. Spezielle Doppel-Super-8-Kameras kamen in den 1960ern in der westlichen Hemisphäre für den professionellen Reportageeinsatz auf den Markt, fanden darüber hinaus aber keine nennenswerte Verbreitung. Im Ostblock hingegen war das Doppel-Super-8-Format verbreiteter als die Super-8-Kassette von Kodak.

Die Kameras aus UdSSR-Produktion vom Typ Quarz sind heute leicht erhältlich. Die professionelleren Geräte von Pathé, Bolex oder Canon sind dagegen gefragte und rare Filmkameras. Der Doppel-Super-8-Film zeichnet sich nicht zuletzt durch sein günstiges Preisleistungsverhältnis aus.

1979 ist noch eine Super-8-Kassette mit 61 m (200 ft) Filminhalt, entsprechend 13 min 20 s Laufzeit, vorgestellt worden. Sie verlangte spezielle Kameras, bei denen sich eine Klappe über dem Kassettenfach öffnen ließ. Diese Kassette besaß eine große Filmvorratsbox, die frei über der Kamera stand, und ein damit verbundenes Teil, das aussah wie eine normale Super-8-Kassette, aber keinen Filmvorrat enthielt und in die Kamera eingesetzt wurde. Die Spulen in der Vorratsbox wurden dabei mit eingebauten Spiralfedern bewegt. Die Produktion dieser Kassetten wurde jedoch 1997 eingestellt, so dass sie seit ca. 1998 nicht mehr erhältlich sind.

Nachdem die 60-m-Kassette von Kodak eingestellt wurde, stellte die Firma Beaulieu seine 60-m-Selbstladekassette „SuperDrive SD8/60“ vor. Obwohl Beaulieu damit warb, dass die Kassette nach einem Umbau auch an anderen Kameras, wie z. B. der Nizo 6056/6080 funktionieren solle, gab es diesen Umbau tatsächlich nur für die Beaulieukameras aus der 6008/7008/9008-Reihe. Die Produktion dieser Kassette wurde mittlerweile eingestellt, Filme sind jedoch weiterhin von verschiedenen Anbietern erhältlich.

Anfang 2004 gab es die ersten Prototypen des „Supermag 400“, einer Selbstladekassette für 120-m- bzw. 400-ft-Film, zu bestaunen. Sie sollte in allen Kameras funktionieren, die Kodaks 200-Fuß-Kassette nutzen konnten. Aufgrund des hohen Preises, des Nichtzustandekommens von Verträgen mit Kodak und einiger Produktionsprobleme, wurde die Herstellung und der Verkauf jedoch Ende 2006 wieder eingestellt. Die Webseite des Herstellers Anfang 2004 …… und Ende 2006.

Als Alternative existierte das – in Japan vorherrschende – Single-8-System: Single-8-Filme lassen sich uneingeschränkt mit Super-8-Projektoren vorführen.

Die überwiegende Zahl der Super-8-Filmer erstellte Stummfilme; Tonfilme waren mit einem erheblichen Aufwand verbunden. In der Anfangszeit musste der Ton immer mit einem speziellen Spulentonbandgerät oder Kassettenrecorder aufgenommen werden, wobei eine geeignete Kamera nach jedem aufgenommen Bild elektrische Impulse von sich gab, die auf einer eigenen Spur aufgenommen wurde. Bei der Wiedergabe steuerten diese Impulse dann die Vorführgeschwindigkeit am – ebenfalls geeigneten – Projektor, so dass Bild und Ton synchron liefen. In der Praxis hielten die Filmkameras ihre Geschwindigkeit aber häufig derart ungenau ein, dass es bei Filmschnitt leicht Probleme bereitete. Eine Vertonung ohne Synchronisation funktionierte nicht; der Gleichlauf war dann so unsicher, dass man allenfalls Hintergrundgeräusche abspielen konnte. Filme können auch nachträglich mit einer Tonspur versehen werden, die sich dann mit Hilfe eines Tonfilmprojektors besprechen ließ. Das Bespuren führte entweder ein Labor oder ein ca. 200 DM teures Gerät durch.

1973 stellte Kodak die Super-8-Tonfilmkassette vor, welche mit speziellen Liveton-Kameras verhältnismäßig unaufwendige Tonaufnahmen erlaubte. Die Tonfilmkassette enthielt vorbespurten Film. Sie war größer und konnte dadurch nur in Super-8-Tonfilmkameras eingelegt werden. An ihrer Unterseite gab es eine zusätzliche Öffnung, in die der Tonkopf hineinragen konnte. Der Ton war dabei immer um 18 Bilder versetzt, weil der Film vor dem Bildfenster ruckartig bewegt wurde, für die Tonwiedergabe aber gleichmäßig laufen musste. Dieser Versatz bereitete beim Schneiden große Probleme, im Allgemeinen wurde empfohlen, einen Tonfilm gut zu planen und dann gar nicht zu schneiden. Live-Ton-Kameras gab es ab der Mittelklasse, entsprechend etwa 500 DM zu kaufen.

Heute gibt es keine Super-8-Tonfilmkassetten mehr zu kaufen, Kodak hat die Produktion 1997 eingestellt – Tonfilmkameras lassen sich aber auch mit Stummfilm-Kassetten betreiben, wobei sie in puncto Gleichlauf den Stummfilmkameras deutlich überlegen sind.

Standard bei Super 8 waren 18 Bilder/s, einfache Kameras liefen mit keiner anderen Geschwindigkeit. Etwas gehobene Modelle boten eine Zeitlupe, der Film lief dann bei der Aufnahme meist etwa doppelt so schnell, also mit ca. 36 Bildern/s, bei noch besseren Kameras mit 54 Bildern/s (z. B. Nizo561-S8-Kamera), in selteneren Fällen sogar 70 Bildern/s. In dieser Klasse war überdies ein Zeitraffer üblich, dabei lief der Film mit der halben Geschwindigkeit, also 9 Bildern/s in der Kamera sowie die vom Kino bekannten 24 Bildern/s. Generelles Arbeiten mit dieser Geschwindigkeit setzte einen Projektor voraus, der sich ebenfalls auf 24 Bilder/s einstellen ließ, was aber gängig war. Dann reichte eine Super-8-Kassette naturgemäß nur für 2 min 30 s. Der Vorteil lag in einer kürzeren Belichtungszeit, also weniger unscharfen Bildern schnell bewegter Objekte und einer besseren Bewegungsauflösung. 24 Bilder/s brachten gelegentlich auch einen Nutzen, wenn man sie mit 18 wiedergab, beispielsweise machten sich dadurch die Stöße bei Fahraufnahmen weniger bemerkbar. Für Aufnahmen mit 24 Bildern/s waren ausreichende Lichtverhältnisse bzw. lichtstarke Objektive (z. B. Schneider Kreuznach) von Vorteil; langsame 9 Bilder/s konnten u.U. Innenaufnahmen ohne gutes Zusatzlicht (z. B. Kaiser Scheinwerfer mit 500/1000/2000 Watt) ermöglichen. Ganz wenige Kameras besaßen eine spezielle 25-Bilder/s-Stellung. Sie war für Filme gedacht, die vom Fernsehen ausgestrahlt werden sollten. Das hatte allerdings nur für Tonfilme eine Bedeutung, andernfalls brauchte der Film nur unmerklich schneller abgetastet zu werden. Schon einfache Kameras hatten eine Einzelbildschaltung, die für Trickaufnahmen gedacht war. Dabei wurde mittels Draht- oder elektrischem Fernauslöser immer nur ein einziges Bild belichtet. Mit fortgeschrittener Elektronik kam es auch zu Einstellungen, die ein selbsttätiges Auslösen beispielsweise alle 60 s ermöglichte, sowie zu einem Selbstauslöser; dann lief die Kamera meist 10 s lang. Manche Kameras besaßen auch einen Anschluss für ein gewöhnliches Blitzgerät, das bei Einzelaufnahmen auslöste.

Zoom-Objektive waren unter Super-8-Kameras Standard, nur die ganz einfachen besaßen eine Fixfocus-Festbrennweite. Das Zoomen ging bei gehobenen Kameras mit einem Servomotor in zwei Geschwindigkeiten vonstatten. Einfachere Modelle konnten nur während des Filmens motorisch zoomen, hier stellte ein Zahnrad per Tastendruck die Verbindung zum Filmtransport her. Für den Brennweitenvergleich mit Objektiven für 24x36-mm-Kleinbild-Fotokameras galt der Formatfaktor 6,2; einem 7-60-mm-Super-8-Objektiv entsprach folglich ein etwa 45-370-mm-Kleinbildobjektiv.

Bereits am Ende der 1960er Jahre erlaubte es der technische Fortschritt, besonders kompakte Kameras zu bauen, ein Beispiel hierfür ist die Agfa Microflex. Diese Taschenkameras fielen kaum größer als ein Taschenbuch aus, so dass man sie problemlos in einer Manteltasche unterbringen konnte. Ihre geringen Abmaße kamen zum einen durch eine besonders kompakte Mechanik zustande, aber auch einige Kompromisse bei der Ausstattung: Das Objektiv besaß nur einen geringen Zoombereich, gewöhnlich dreifach, und sie verzichteten zumeist auf einen Schnellgang, damit sie mit wenigen Batterien auskamen. Von den kompakten Kameras versprach man sich zusätzliche Kunden, weswegen die meisten Hersteller sie dann auch in ihr Programm aufnahmen. Der praktische Nutzen einer Taschenkamera hielt sich aber in Grenzen, da man sie mit ihren geringen Gewicht weniger ruhig halten konnte und sich für ruhige Bilder ohnehin ein Stativ empfahl.

Mit dem ISO-160/23°-Film kamen 1973 auch XL-Kameras auf, wobei XL für existing light stand und auf eine besondere Eignung bei ungünstigen Lichtverhältnissen hinwies. Solche Kameras besaßen generell ein besonders lichtstarkes Objektiv, mitunter sogar mit einem Öffnungsverhältnis von 1:1 und zusätzlich eine längere Belichtungszeit. Hierzu wies die Sektorenblende in der Kamera nicht die üblichen 160°–180° sondern bis zu 230° auf. 180° bedeutete, der Film wird während der halben Zeit belichtet, in der übrigen Zeit verdunkelt, damit er transportiert werden kann. Bei 18 Bildern/s ergibt sich so eine Belichtungszeit von 1/18 s × 180°/360° = 1/36 s, im Falle der XL-Blende von 1/18 s × 230°/360° = ca. 1/28 s. Die kürzere Verdunkelung verlangte naturgemäß nach einem schnelleren Filmtransport und der Preis der längeren Belichtung lag in einer höheren Bewegungsunschärfe. XL-Kameras gab es bereits in der unteren Preisklasse, also mit sonst einfacher Ausstattung. Die spezielle Ausrichtung auf Nachtaufnahmen konnte man mit ungefähr 3½ bis 4 Blendenstufen Vorteil veranschlagen, was sich auf ½ Stufe für die Sektorenblende, 1 bis 1½ Stufen für das Objektiv und 2 Stufen für den hochempfindlichen Film aufteilte.

Für engagierte Filmer war ein geringer Schärfenbereich wichtig, um den Hintergrund aus gestalterischen Gründen unscharf halten zu können. Da sich mit zunehmender Brennweite die Schärfentiefe verringerte und die Brennweite für eine bestimmte Vergrößerung wiederum von der Bildgröße abhing, waren Super-8-Kameras den aktuellen Videokameras mit ihren 1/3″ oder kleineren CCD-Bildwandlern überlegen. Hinzu kamen die extrem lichtstarken Objektive, da sich mit kleineren Blendenwerten die Schärfentiefe ebenfalls verringerte. Bei CCD-Sensoren sind dem aus technischen Gründen Grenzen gesetzt; ein Öffnungsverhältnis von 1:1 lässt sich hier nicht realisieren. Allerdings sind 16- und noch vielmehr 35-mm-Kameras in puncto Schärfentiefe wesentlich überlegen.

Viele Kameras waren schon früh mit einer Belichtungsautomatik ausgerüstet, die sich oft abschalten ließ. Tonfilmkameras besaßen manchmal einen zuschaltbaren automatischen Tonverstärker, um stets eine optimale Pegelung der Aufnahmelautstärke zu ermöglichen. Einige späte Modelle (von Bell & Howell, Bolex, Canon, Chinon, Elmo, Revue und Sankyo) besaßen darüber hinaus auch einen Autofokus, der genauso wie bei heute handelsüblichen Camcordern funktionierte.

Für das Super-8-Format erschienen insbesondere um 1970 zahlreiche Kameras, sowohl von reinen Filmkameraherstellern wie z. B. Beaulieu, Bauer, Braun Nizo oder Eumig wie auch von solchen, die auch Fotokameras herstellten, wie Agfa, Canon oder Leitz. Insgesamt hielt der Weltmarkt über 1000 Modelle bereit, von denen einige aber z. B. nur in Japan oder nur in der UdSSR verkauft wurden. Der französische Hersteller Beaulieu offerierte besonders raffinierte Modelle, darunter solche mit ungewöhnlichen 80 Bildern/s für die Zeitlupe, Wechselobjektiven und mit einer speziellen Kassette, die losen Film aufnahm und über der Kamera montiert wurde. Super-8-Kameras gab es ab ungefähr 200 DM zu kaufen. Auf dem Höhepunkt der Ära boten Versandhäuser wie Neckermann oder Foto Quelle sogar Einsteigermodelle für 100 DM an.

Der entwickelte Film kam auf einer kleinen Spule mit aufgesetzter Kappe vom Labor und konnte sofort mit einem Projektor vorgeführt werden. Der übliche Weg war aber, ihn mit einem speziellen Betrachter anzusehen, in einzelne Szenen zu schneiden, diese auf einem Klemmbrett (die es auch beleuchtet gab) zu sortieren und dann aneinanderzufügen. Hierzu bedurfte es einer Klebepresse, in welcher der Film so passgenau eingelegt werden konnte, dass er bei der Projektion nicht hängen blieb. Dabei gab es zwei Verfahren, das Nasskleben und das Trockenkleben mit transparenten Klebefolien. Für das Nasskleben musste am Film eine schräge Kante erzeugt werden, was je nach Art der Klebepresse mit einem Hobel oder mit einem batteriebetriebenen Schleifkopf geschah. Zum Trockenkleben wurde ein spezieller Klebefilm beidseitig so auf den Film angebracht, dass meistens nur die erste, nicht aber die zweite Tonspur frei blieb. Trockenklebefolien haften auf allen Filmmaterialien, während das Nasskleben nicht mit Polyestermaterial funktioniert, also z. B. nicht mit den Super-8-Filmen von Ferrania/3 m oder div. Spielfilmkopien.

Für Filmtitel hielten Fotozubehörhersteller spezielle Geräte bereit: Steig- und Lauftitel entstanden mit Stoffbahnen, die von zwei Walzen bewegt und auf denen die Buchstaben befestigt wurden. Sollten Titel in ein bewegtes Bild eingeblendet werden, musste man den Film mit dem Projektor in ein spezielles Trickgerät projizieren. Dann konnte man beides, Film und Titel aufnehmen. Solch ein Trickgerät erlaubte auch das Kopieren von Filmen und somit das Umwandeln von Normal-8- in Super-8-Film. Eine einfachere Möglichkeit bestand in einem Makrohalter, den man allerdings bereits vor Ort verwenden musste: Auf eine Glasscheibe schrieb man den Titel, durch diese hindurch wurde mit kleiner Blende und somit großer Schärfentiefe die Szene gefilmt.

Super-8-Projektoren gab es ab etwa 200 DM zu kaufen. Einfache Modelle benutzten noch lange Zeit eine gewöhnliche 50-W-Niederspannungslampe, teurere eine Halogenlampe mit bis zu 100 W. Ein häufiges Ausstattungsmerkmal war ein 2-fach-Zoom, mit dem sich der Projektorstandort leicht der Leinwandgröße anpassen ließ. Stummfilmprojektoren, die nicht für die Synchronisation mit einem Tonbandgerät vorgesehen waren, hielten die Vorführgeschwindigkeit nur ungefähr ein, beispielsweise ging die Umschaltung von 24 auf 18 Bildern/s häufig dadurch vonstatten, dass Reibelemente den Motor abbremsten. Die Projektoren unterschieden sich auch durch die maximale Spulengröße; manche konnten nicht einmal 120-m-Spulen aufnehmen, andere sogar welche für 360-m-Film. Um 1972 erschienen Projektoren für spezielle Filmkassetten, die den Super-8-Film enthielten. Es gab zwei Systeme, die technisch unbegabten Anwendern entgegenkommen sollten, sich aber überhaupt nicht durchsetzen konnten. Mit Aufkommen der Selbstfangspulen brauchte man allerdings ohnehin nur noch den Filmanfang in die zugehörige Aufnahme des Projektors zu stecken.

Von den Tonfilmprojektoren erschienen zunehmend raffiniertere Modelle. Es gab welche mit eingebautem Kassettenrecorder; zunehmend verbreiteten sich aber solche, die mit bespurten Filmen arbeiteten. Besonders komfortabel ließ sich mit jenen arbeiteten, die zwei Spuren verwendeten. Dann lag auf einer Spur das Hintergrundgeräusch, beispielsweise eine Musik, und auf der zweiten Spur konnte ein Kommentar gesprochen werden. Bei der Wiedergabe stellte der Projektor den Hintergrundton während des Sprechens automatisch leiser. Mit einigen Projektoren ließ sich durch die Nutzung beider Spuren auch eine Stereo-Wiedergabe bzw. Aufnahme realisieren.

1979 versuchten Agfa und Elmo mit den Systemen „Family“ (Agfa) und „Album“ (Elmo) den Super-8-Film noch einmal zu beleben. Die Idee dabei war es, mit einer Kamera sowohl filmen wie auch fotografieren zu können. Hierzu gab es von Agfa eine extrem primitive, dafür mit 149 DM auch billige Kamera, die zwei Tasten besaß: Drückte man auf die eine, dann funktionierte der Apparat als gewöhnliche Super-8-Kamera, drückte man die andere, dann wurde ein einziges Bild auf dem Film belichtet und eine Markierung an dessen Rand hineingestanzt. Elmos „C65 Album 3600“ funktionierte ähnlich, war aber besser ausgestattet (Zoomlinse, …). Zum Betrachten gab es ein spezielles Gerät mit einer kleinen Mattscheibe (8 cm × 10 cm) und liegenden Spulen, welches im Set mit der Kamera 498 DM (Listenpreis) kostete. Später erschien dafür noch ein Vorsatz, der das Bild auf 15,5 cm × 20,5 cm vergrößerte. Der Apparat führte Super-8-Filme mit 18 Bildern/s vor und hielt den Filmtransport für 8 s an, sobald eine Markierung erschien. So konnten die Fotos betrachtet werden. Agfa stellte von vornherein den Family Print vor, der aber erst Ende 1981 lieferbar war. Ihn konnte man seitlich an das Betrachtungsgerät ansetzen, um Standbilder auf den Kodak-Sofortbildfilm PR 10 aufzunehmen. Das Format betrug 6,8 cm × 9,0 cm. Schon zuvor konnte man mit einen Faden in der Perforation markierte Bilder von einen Labor vergrößern lassen. Die Qualität von Super-8-Papierabzügen war aber generell miserabel, besaß doch bereits die Minox-Kleinbildkamera bereits ein viermal größeres Negativ. Agfa Family geriet zu einem riesigen Misserfolg. Ein ähnlich anmutendes System, allerdings ohne Standbilder, war Polavision (siehe Polaroid).

Da man noch zahlreich unbelichtete, meist sogar unausgepackte Filme bei eBay (einzeln oder zusammen mit technischer Ausrüstung) preisgünstig aus zweiter Hand ersteigern kann, die zumeist trotz abgelaufenem Haltbarkeitsdatum noch sehr gut verwendbar sind, wird hier ein Überblick über die ehemaligen Filmhersteller und die von ihnen hergestellten Sorten gegeben.

Bei jedem einzelnen Film aus zweiter Hand sind natürlich die Lagerbedingungen für die Qualität bei heutiger Verwendung ausschlaggebend; je kühler und trockener ein Film gelagert wurde, desto besser. Selbstredend sind Filme vorzuziehen, die sich noch originalverpackt in ihrer ursprünglichen, ungeöffneten Vakuumfolie befinden. Bei bereits geöffneten Filmen gibt es außer den Buchstaben EXPOSED ganz am Ende keine Möglichkeit, zu ermitteln, wie viele Meter bereits verdreht wurden, und zurückspulen kann man eine Super-8-Kassette nicht.

Kodak produziert und verkauft bis heute Super-8-Filme. Emulsionen mit dem Namen Kodachrome konnten stets ausschließlich von Kodak entwickelt werden, einzig der Kodachrome 40 sowie der Vorgänger Kodachrome 25 können heute ebenfalls von der amerikanischen Firma Dwayne’s entwickelt werden. Das hat zum Teil mit dem hochkomplizierten, patentierten Entwicklungsverfahren von Kodachrome zu tun, das eine außergewöhnliche Haltbarkeit des entwickelten Films ermöglicht. Bewegtfilme der Sorte Kodachrome haben im Laufe ihrer bisher 70-jährigen Geschichte diese Haltbarkeit ohne auch nur geringste Einbußen wie etwa Farbverschiebungen erwiesen, und wissenschaftliche Tests in physikalischen Labors (u. a. Wilhelm Imaging Research, Inc.) weisen sogar auf eine wahrscheinliche, weiter unveränderte Beständigkeit der Güte dieses speziellen Filmmaterials nach seiner Entwicklung im Laufe hunderter von Jahren hin. Ist ein Film der Sorte Kodachrome erst einmal entwickelt, hält man ein kulturelles Zeugnis in Händen, das einen aller Wahrscheinlichkeit nach unversehrt überleben wird.

Agfa verkaufte von 1965 bis 1994 Super-8-Filme, die bis 1996 auch im eigenen Hause entwickelt wurden; Agfafilme wurden oft von anderen Firmen auch unter anderen Markennamen für Super 8 verkauft, wie z. B. von Revue (Photo-Quelle) oder der englischen Firma Boots. Alle hier genannten Filmsorten für Super 8 von Agfa werden heute von Frank Bruinsmas S8 Reversal Lab entwickelt.

Revue, eine Unterabteilung von Photo-Quelle, verkaufte bis etwa 1992 nur drei aufeinanderfolgende Filmsorten für Super 8, Entwicklung heute durch Frank Bruinsmas S8 Reversal Lab.

Photo Porst verkaufte bis etwa 1990 nur eine einziger Filmsorte für Super 8, Entwicklung heute durch Frank Bruinsmas S8 Reversal Lab.

Perutz verkaufte wie Porst bis etwa 1990 nur eine einziger Filmsorte für Super 8, Entwicklung heute durch Frank Bruinsmas S8 Reversal Lab.

Natürlich gab es auch noch weitere Hersteller, wie z. B. Technicolor, Ilford, Sakura, Orwo, Svema, Ferrania/3 m, … . Zudem ist die obige Liste unvollständig: Alleine bei Kodak fehlen die Schwarzweißfilme, die Negativmaterialien, der Farbfilm Ektachrome 40, … .

Für Super 8 gab es auch fertige Filme zu kaufen, was für pornografische Werke eine erhebliche Bedeutung hatte. Es existierten aber auch Dokumentar- und Lehrfilme, beispielsweise die Zusammenfassung einer Fußballweltmeisterschaft. Selbst bekannte Spielfilme ließen sich bekommen; sie waren häufig auf 120 m, entsprechend rund 25 min, gekürzt, seltener auf mehreren Filmrollen verteilt. Dabei gab es auch schwarz-weiße Kopien von Farbfilmen, die billiger angeboten werden konnten, da man z. T. Filmmaterial aus DDR- oder osteuropäischer Produktion verwendete. Beispielsweise nahm das Angebot um 1975 im Katalog des Versandhauses Foto-Quelle eine ganze Seite ein. Man bot Längen von 15 m, 17 m, 33 m, 66 m und 120 m an, wobei viele Kunden mit dem Kauf ihrer Super-8-Ausrüstung einige kurze Filme dazunahmen, damit man den Projektor sofort ausprobieren konnte.

Einige Kauffilme wurden mit Lichtton angeboten, die einen Projektor erforderten, den man von Magnet- auf Lichtton umschalten konnte, was nur wenige Top-Modelle konnten. Der Vorteil lag in der billigeren Herstellung. Lichton wurde beim Kopieren gleich mit übertragen. Selbst ließ sich kein Lichtton erzeugen.

Die Firmen Marketing, piccolo und UFA-ATB waren die größten Anbieter von Super-8-Kauffilmen. 120-Meter-, 240-Meter- und 360-Meter-Fassungen wurden angeboten. Andere Hersteller brachten auch Komplettfassungen mit einer Länge von 600 Metern (und mehr) in Farbe und Ton auf den Markt.

Auch in der DDR wurden – ebenso wie in anderen RGW-Staaten – Super-8-Kauffilme angeboten. In der DDR wurden diese vom VEB DEFA Kopierwerk hergestellt und als sogenannte „DEFA-Heimfilme“ herausgegeben. Das Sortiment war sehr umfangreich und umfasste auf 33 oder 66 Meter Länge gekürzte Filme aus der DEFA-Produktion, aber auch gekürzte Fassungen anderer Filme aus dem sozialistischen Lager (Gustav/VR Ungarn, Hase und Wolf/Sowjetunion, Der kleine Maulwurf/CSSR) oder historischer Filme. Daneben wurden aber auch vereinzelt Filme extra für eine Veröffentlichung als DEFA-Heimfilm hergestellt. DEFA-Heimfilme waren immer Stummfilme, auch wenn die Originale Tonfilme waren. Einige Heimfilme konnte man als Farb- oder Schwarz-Weiß-Kopie erwerben. DEFA-Heimfilme hatten unabhängig vom Inhalt einen einheitlichen Preis, der sich ausschließlich am Format – es wurden auch Normal-8-Heimfilme angeboten –, an der Filmlänge und an der Ausführung (schwarz-weiß oder Farbe) orientierte.

In England stellen die Firmen Derann und Classic Home Cinema heute noch aktuelle Komplettfassungen her. 2006 gibt es in Deutschland noch ca. 2000 Super-8-Film-Sammler, die Spielfilme sammeln.

Super-8-Filmer müssen heute auf gebrauchte Geräte zurückgreifen, die allerdings zahlreich zu günstigen Preise angeboten werden.

Die 15m-Stummfilmkassetten gibt es für etwa 15 € (plus separat zu erwerbender Entwicklung) das Stück nach wie vor zu kaufen; momentan sind etwa 20 Sorten Filmmaterial für Super 8 europaweit erhältlich. Einige Filmsorten sind zudem als Meterware erhältlich, um das Füllen von Selbstladekassetten zu ermöglichen.

Aufgrund der von seiner Einführung im März 2006 an unerwartet großen Nachfrage nach dem Velvia50D alias Cinevia für Super8 sind für diesen Film jedoch inzwischen Versorgungs- und Herstellungsengpässe entstanden, die GK, Wittner und Frank Bruinsma bislang auch gemeinsam nicht bewältigen können, da keiner der drei auf das weltweite Absatzniveau vorbereitet war; soweit abzusehen, hatten offenbar die Mundpropaganda und erste dort einsehbare Testergebnisse über das Forum Filmshooting.com, auch im Vergleich zu Kodaks als technisch unterlegen angesehenen und darüber hinaus komplizierter zu handhabenden Ektachrome 64 T, ihr übriges zum Interesse an dem Fujimaterial beigetragen.

Nach Einstellung des beliebten Kodachrome 40, der als letzter Super-8-Film die Entwicklung durch Kodak im eigenen Kodaklabor im Preis beinhaltete, stellt sich die Super-8-Gemeinde zunehmend auf die Dezentralisierung des Marktes ein, wodurch Filmproduktion und -entwicklung sich zunehmend voneinander trennen. Das war bis dato im Super-8-Bereich sehr unüblich, da alle großen Firmen auf dem Markt für Super-8-Filme (z. B. Agfa, Quelle, Porst, Perutz) Kodaks Modell von Herstellung, Vertrieb und Entwicklung im selben Haus übernommen hatten.

Zwei der verbleibenden Entwicklungslabors für Super-8-Filme in Europa sind in Deutschland Andec in Berlin (geführt von Ludwig Draser) und in den Niederlanden das S8 Reversal Lab (Frank Bruinsma) in Rotterdam. Frank Bruinsma ist vor allem dem Hobbyfilmer zu empfehlen, da er recht preisgünstig arbeitet und die Entwicklung so ziemlich jedes Films anbietet, den es jemals für Super 8 gegeben hat (mit Ausnahme von Kodachromeemulsionen), so dass man leicht mit unbelichteten Filmen aus zweiter Hand (besonders von eBay und Flohmärkten) experimentieren und üben kann. Allerdings ist die Entwicklung einiger veralteter Filmsorten so teuer, dass es meistens billiger ist, neue Filme mit Entwicklungsgutschein über den Internetversandhandel zu kaufen. Andec in Berlin entwickelt vor allem schneller und mit ebenfalls professionellen Ergebnissen, jedoch nur eine begrenztere Anzahl an Filmsorten. Weitere Entwicklungslabors für Super-8-Film in Europa sind Kahl Film & TV Service in Brühl, Graficolor AG in Bern, Fotocinema srl in Rom, Color City in Champigny/Marne, Todd–AO in London und Super8.si in Slowenien.

Kodak betrieb bis September des Jahres 2006 sein eigenes Labor zur kostenfreien Entwicklung des Kodachrome 40 bei Lausanne in der Schweiz. Danach können verbleibende Filme der Emulsion, egal unter welcher Bezeichnung, gegen Entwicklungsentgelt innerhalb Europas an Wittner Kinotechnik in Hamburg geschickt werden, das zu diesem Zweck eine besondere Versandoption ohne weiter nötige Korrespondenz und unter Vermeidung weiterer Versandkosten mit der amerikanischen Firma Dwayne’s angekündigt hat, welche diese Filme zumindest noch einige Jahre weiter entwickeln wird.

In den USA entwickeln außer Dwayne’s auch die bereits genannten Spezialfirmen mit Ausnahme des Kodachrome 40 zumeist die Filme, die sie auf Antrag konfektioniert haben. Rocky Mountains Lab ist daneben ein generelles Photographicalabor, das unter zumeist großem Zeit- und Kostenaufwand für den Kunden historische Filmemulsionen entwickelt, darunter auch einige, die es für Super 8 gegeben hat; es ist auch weltweit das einzige, das außer Dwayne’s Kodaks eigene Kodachromeemulsionen (Kodachrome II ab dem Jahre 1935, Kodachrome 25, sowie Kodachrome 40) entwickeln kann, allerdings anders als Dwayne’s nur als Schwarzweißfilm, so dass auch aufgrund des großen Zeit- und Kostenaufwands der einzige Grund zur Kontaktierung des Rocky Mountain Labs ist, anderes Filmmaterial als den K40 zu entwickeln.

Die digitale Revolution macht auch vor Super 8 nicht halt. Anders als allgemein angenommen, profitiert das Format aber sogar von der zunehmenden Digitalisierung bewegter Bilder, und das nicht zuletzt, als einerseits die einfachere Handhabung eigener bewegter Bilder seit Einführung des Camcorders Anfang der 80er Jahre und andererseits (wenn auch in geringerem Maß der Super-8-Verbreitung abträglich, da der Großteil der Konsumenten schon längst zu Video abgewandert war) eine annähernd TV-artige Qualität mittels MiniDV in Verbraucherhaushalte eingezogen ist, und somit diese Gründe für den Rückgang des Super-8-Filmens sich längst ausgewirkt haben.

Die Vorteile in der Abtastung und Digitalisierung von Super-8-Filmen besonders für zunehmend hinzukommende jüngere Filmer besteht in der weitaus leichteren Handhabbarkeit, überschaubarere Kosten (im Vergleich zu 16 mm & 35 mm), Schnittarbeit und sonstigen visuellen Manipulationsmöglichkeit des Materials, wobei jedoch die Qualitätsvorteile von Film gegenüber Video (u. a. größerer Farb-, Kontrast- und Latenzumfang ohne abruptes Ausbrennen, d. h. „Umkippen“ der Werte nach oben oder unten bei hellen und dunklen Bildanteilen, progressive Vollbildaufnahme mit niedrigerer Verschlussgeschwindkeit, höhere Auflösung als PAL-SD-Video, sowie spezifische ästhetische Chakteristika einzelner Filmemulsionen) bei geringeren Kosten als bei größeren Filmformaten ungeschmälert erhalten bleiben.

Abtastung ist darüber hinaus bei den von Kodak in den neunziger Jahren extra für den Super-8-Profibereich eingeführten, inzwischen schon in der zweiten, verbesserten Generation vorliegenden Vision-Negativfilmen geboten, die nicht projiziert werden können, sondern extra für die digitale Abtastung entwickelt wurden und daher einen für Video einfacher zu erfassenden Farb- und Kontrastumfang als das traditionelle Umkehrmaterial besitzen. Inzwischen bietet auch Wittner Kinotechnik eine Reihe weiterer Negativfilme von Kodak, Fuji und Pro8mm für dasselbe Super-8-Profimarktsegment an.

Super 8 kann auf jedes beliebige analoge und digitale Videoformat abgetastet werden und spielt in der darauffolgenden digitalen Verarbeitung seine klaren Vorteile gegenüber ursprünglichem Videomaterial voll aus.

Um ein Super-8-Bild unter Ausnutzung der formateigenen Auflösung maximal abzutasten, ist laut Angaben von Kodak eine Abtastauflösung von etwa 140 Pixel/mm, entsprechend 3600 dpi erforderlich, so dass eine Auflösung von bis zu 1.120 Bildzeilen möglich ist. Super 8 ist somit nicht nur PAL- sondern auch HD-tauglich; freilich beruht die Qualität jeder einzelnen Einstellung aber auch bei Super 8 auf der Güte der jeweils verwendeten Ausrüstung sowie der Fähigkeit des einzelnen Kameramannes, diese richtig zu nutzen und zu handhaben.

Hierbei muss natürlich beachtet werden, dass HD ein anamorphotisches Aufnahmeverfahren ist. Das bedeutet, dass der Film, bei der Telecine auf HD, oben und unten Quasi abgeschnitten wird. Respektive an den Seiten schwarze Balken sind. Er muss optisch gestreckt werden, um später auf einem 16:9-TV-Monitor korrekt wiedergegeben werden zu können.

Aus diesen genannten Gründen, zu denen auch die seit den späten neunziger Jahren zu beobachtende Verlagerung des Super-8-Marktes weg vom Amateurumkehr- hin zum Profinegativbereich zählt, ist ein Rückgang an tatsächlicher analoger Projektion von Super 8 zu beobachten, so dass sich die Be- und Verarbeitung gedrehter Filme sowie auch der Super-8-Konsum zunehmend auf Fernseher, Computerbildschirme und die digitale Projektion verlagert.

Professionelle Abtastung (engl. telecine oder telecining) ist gerade aufgrund der momentan unübersichtlichen Marktlage vom einfachen Abfilmen von Super-8-Filmen streng zu trennen.

Aus diesen schwerwiegenden technischen Gründen, zu denen noch einige weitere (wie etwa Achsenverschiebung durch Standpunkt der Kamera im Verhältnis zum Projektor) hinzukommen, ist eine professionelle Abtastung von Super-8-Filmen zu bevorzugen, die mit anderen Geräten als analogen Projektoren, d. h. mit professionellen Filmabtastern arbeitet und zumeist im Rahmen von 1–4 Euro pro Filmminute incl. vorheriger Reinigung erhältlich ist.

Da der Markt jedoch, wie erwähnt, momentan nicht transparent ist, sagen die Werbeangebote auf diesem Gebiet sogar dann zumeist nicht viel aus, wenn wirklich das Wort Abtastung an sich Erwähnung findet. Anbieter beziehen sich bei zumeist oberflächlicher Beschreibung ihrer Verfahren oft einfach auf die Technik ihrer Videokamera, mit der sie projizierte Filme abfilmen, so dass z. B. von LCD- oder Linsencharakteristika die Rede ist.

Besondere Skepsis ist bei Angeboten angebracht, in denen Anbieter im vornherein das Ergebnis ihrer Leistungen damit rechtfertigen wollen, dass Super 8 geringere Qualität, etwa eine geringere Auflösung, als selbstaufgenommene VHS (das gerade mal bis zu 300 Bildzeilen erreicht) oder Video im Allgemeinen aufweise.

Neben der Abtastung gibt es aber zusätzlich noch ein weiteres Verfahren der Digitalisierung von Schmalfilmen (Super 8, Single 8, Normal 8, Doppel 8). Das ist die Erfassung des Films in kurzen Abschnitten mittels eines hochwertigen Flachbett-Scanners (mindesten 3600 dpi optische Auflösung und ein dMax von mindestens 3.2, besser 3.6 oder 4.0). Aus diesen Filmstreifen werden dann mittels eines Programms die Einzelbilder gewonnen, aus denen dann das Video erstellt wird. Dieses Verfahren bringt sehr gute Ergebnisse und ist geeignet von Amateuren im Heimverfahren durchgeführt zu werden, allerdings erfordert es einen relativ hohen Zeitaufwand, der aber durch die Resultate gerechtfertigt wird. Das Verfahren ist genau beschrieben in der Cine Film to Video WIKI die hier gefunden werden kann.

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Fliegengittereffekt

Der Fliegengittereffekt (englisch Screen Door Effect (SDE) oder FPN (Fixed Pattern Noise)) ist ein permanent sichtbares Bildartefakt bei digitalen Videoprojektoren. Dieser Effekt tritt überwiegend bei LCD-Projektoren auf, aber auch bei und D-ILA-Projektoren sind diese systembedingt vorhanden.

Der Begriff Fliegengittereffekt beschreibt den ungewollten, weil technisch bedingten schwarzen Abstand zwischen den einzelnen Bildpunkten, bzw deren projizierten Informationen und nimmt die Form eines Fliegengitters an. Dieser Abstand kommt von der Bauweise, da zwischen den einzelnen LCD-Segmenten die Leiterbahnen zur Ansteuerung verlaufen, dort das Licht geschluckt wird und somit nicht auf die Leinwand treffen kann. Bei DLPs ergeben sich durch die notwendigen schmalen Lücken zwischen den Spiegelelementen ebenfalls schwache schwarze Raster. Dies mindert zum einen die Helligkeit und den Kontrast des Bildes und lässt andererseits nur einen gewissen Betrachtungsabstand zu. Ab einer von der Abstandsdicke abhängigen Nähe zur Leinwand kann das Auge das Gitter wahrnehmen. Wird der Betrachtunsgabstand erhöht, nimmt das Auge den Fliegengittereffekt nicht mehr wahr und die feinen Linien verschwinden wieder.

Daraus ergibt sich, dass die Hersteller den Abstand zwischen den Pixeln immer weiter verkleinern. Dies wird im Verhältnis des Flächenanteiles der Pixel zur Gesamtfläche in der sogenannten Füllrate angegeben. D-ILA-Projektoren besitzen einen Füllfaktor von rund 90%, DLP-Projektoren von 80% und LCD-Projektoren von 60%. Hier wird mit der Prozentangabe die von den Pixeln ausgeleuchtete Bildfläche angegeben.

Die Verbesserung des Füllfaktors geht auch mit weiteren herstellerabhängigen Eigenschaften einher. So setzen einige Hersteller spezielle Unschärfefunktionen ein. Panasonic nennt diese Technik bei seinen Projektoren „Smooth Screen“.

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Planetarium

Mobiles Planetarium

Ein Planetarium (griech.-lat. Planetenmaschine) meinte ursprünglich ein Gerät zur Veranschaulichung des Planetenlaufs. Bis zum 19. Jahrhundert verstand man darunter einen kleinen mechanischen Apparat, den man inzwischen als „Orrery“ bezeichnet. Unter dem modernen Planetarium versteht man heute zum einen ein Gebäude mit einer halbkugelförmigen Kuppel, auf deren Innenfläche Bilder des Sternenhimmels von einem speziellen Projektor erzeugt werden. Diese Art Planetarium bezeichnet man als Projektionsplanetarium. Zu den wesentlichen Merkmalen gehört, dass der Projektor die Tages- und Jahresbewegungen zu einer beliebigen Zeit und für einen beliebigen geographischen Ort darstellen kann. Als Erfinder des modernen Projektionsplanetariums gilt der Physiker Walther Bauersfeld, der es 1919 im Auftrag von Carl Zeiss Jena entwickelte und baute. Das Projektionsplanetarium ist nicht mit einer Sternwarte zu verwechseln. Ersteres erzeugt einen simulierten Sternenhimmel, während man in einer Sternwarte die realen Himmelsobjekte beobachten kann.

Ein weiteres Instrument zur Beobachtung der realen Himmelsobjekte und zum Aufsuchen derselben ist das Handplanetarium, ein kleiner, in der Hand gehaltener Computer mit GPS-Empfänger, Lagesensoren und Visiereinrichtung. Mit dem Handplanetarium werden Himmelsobjekte wie Sterne und Planeten am realen Sternenhimmel angepeilt, das Handplanetarium identifiziert die Objekte und gibt weitere audiovisuelle Informationen über Kopfhörer und Display.

Weltweit gibt es über 3200 Projektionsplanetarien, doch diese Zahl ist vermutlich zu niedrig, da viele Schulplanetarien hauptsächlich intern genutzt werden und kaum Informationen über sie vorhanden sind. In den USA sind mindestens 1500 Planetarien bekannt. Die größten und modernsten Häuser stehen in Japan und Australien. Jährlich besuchen mehr als 100 Millionen Besucher ein Planetarium.

In Europa sind zur Zeit über 450 gelistet, wobei eine unbekannte Anzahl von Zeltplanetarien enthalten ist. Die größten europäischen Bauten mit mehr als 23 m Kuppeldurchmesser befinden sich in: Brüssel (B), Prag (CZ), Jena (D), Kopenhagen (DK), Valencia (E), Athen (GR), Budapest (H), Chorzów (PL), Lissabon (P), Moskau (RUS), Sankt Petersburg (RUS), Stockholm (S) und Kiew (UA).

Daneben existieren vier neue Bauprojekte, von denen Solingen und Paderborn das konkreteste Planungsstadium aufweisen, siehe auch Liste der Planetarien in Deutschland.

In Österreich gibt es ein Großplanetarium in Wien (Wiener Planetarium), ein Mittelplanetarium in Klagenfurt und drei Kleinplanetarien. Als erstes Planetarium weltweit erhielt das Zeiss Planetarium Schwaz am 11. Sep. 2006 eine Ganzkuppelvideoanlage des Typs Spacegate Quinto. Am 8. November 2006 wurde zuletzt in Judenburg mit dem „Sternenturm“ das modernste seiner Art eröffnet. In der Schweiz besitzt das Verkehrshaus in Luzern ein Großplanetarium, die Stadt Keuzlingen ein Planetarium mit einer 10m Kuppel. Weiterhin existieren noch fünf Kleinplanetarien.

Eine Kategorisierung wird nicht einheitlich gehandhabt. Als wichtigster Parameter gilt der Kuppeldurchmesser, doch eine Einteilung nach Sekundärparametern (Anzahl der Sitzplätze, Projektorleistung) ist ebenso möglich. Man unterscheidet Großplanetarien (Durchmesser über 18 Meter), Mittelplanetarien (Durchmesser von zehn bis 18 Meter) und Kleinplanetarien (Durchmesser unter zehn Meter). Unter einem Schulplanetarium (in der Regel mit Durchmessern unter fünf Meter) versteht man in der Regel eine Einrichtung, die vorwiegend für Lehrzwecke verwendet wird und keine öffentlichen Vorführungen anbietet.

Die größeren Planetarien des deutschsprachigen Raums werden vom Rat Deutscher Planetarien (RDP) repräsentiert. Der RDP hat im Jahr 2007 sechsundzwanzig Mitglieder. Die Leiterinnen und Leiter treffen sich zweimal jährlich zum Erfahrungsaustausch. Die Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Planetarien (ADP) steht jedem Interessierten offen. Sie trifft sich am zweiten Wochenende nach Ostern zu einer Tagung, im Jahr 2009 im Planetarium Mannheim.

Eine neue Generation von portablen Planetarien werden unter weltweiter Aufmerksamkeit von dem japanischen Planetariumsbauer Takayuki Ohira entwickelt. Die portablen Planetarien finden auf Events und Veranstaltungen wie z.B. der Aichi World Expo 2006 ihre Anwendung. Neben den professionellen Linien Astroliner und Megastar brachte Herr Ohira im August 2006 in Zusammenarbeit mit der Firma Sega Toys unter dem Namen Sega Homestar das erste Heimplanetarium auf den Markt. Im Handtaschenformat projiziert es einen realistischen Sternenhimmel von 10.000 Sternen an die Decke oder Wand. Die Programmierbarkeit eines professionellen Projektionsplanetariums wird mit diesem Gerät jedoch nicht erreicht.

Größere Projektoren werden in mobilen "aufblasbaren" Planetarien eingesetzt. Diese bestehen aus einem runden Kuppelzelt, in dem durch einen Kompressor ein leichter Überdruck erzeugt wird, der es aufrecht hält. Innen haben etwa zwanzig Menschen Platz, die sich auf Kissen sitzend am Rand des Zelts verteilen. Der Projektor steht in der Mitte der kleinen Kuppel, wo auch der Vorführer Platz nimmt. Solche Planetarien werden meist von Einzelpersonen betrieben, die sich und ihr Planetarium für Veranstaltungen aller Art buchen lassen.

Ein Beispiel für ein mobiles Planetarium, das nicht auf einen Saal mit kuppelförmiger Decke angewiesen ist, ist das Planetarium Zürich. Der Blick in den Sternenhimmel wird von computergesteuerten Projektoren auf eine Leinwand projiziert.

In vielen Städten gibt es öffentliche Planetarien mit Präsentationen für alle Altersgruppen. Ähnlich wie im Kino nimmt der Zuschauer dabei auf einem Sitz im Kuppelinnenraum Platz. Um eine gute und ergonomische Rundumsicht auf den künstlichen Sternenhimmel an der Kuppel zu gewährleisten, sind die Sitze darunter oft drehbar angeordnet. Die klassische Sitzanordnung besteht aus konzentrischen Sitzreihen rund um den zentralen Sternenprojektor. Bei neueren Bauten wird immer öfter auch eine dem Kino ähnelnde, unidirektionale Sitzordnung installiert. Oft wird die Kuppel dabei um bis zu 30° geneigt, wodurch bei filmischen Vorführungen auch Teile des Bodens zu sehen sein können, ohne dass das Bild verzerrt oder gekippt werden muss. Die Kuppel selbst besteht meist aus gebogenem Metallblech. Wie eine Kino-Leinwand kann sie perforiert (mit kleinen Löchern versehen) sein, um durchlässig für den Schall von dahinter liegenden Lautsprechern zu sein.

Unser heutiges Bild eines Planetariums-Projektors wird geprägt von opto-mechanischen Geräten in Kugel- oder Hantelform in der Mitte der Kuppel. Kern des Systems sind die Sternfeld-Projektoren. Ältere Geräte stellen die Sterne durch Lochblenden dar, neuere Generationen von Carl Zeiss arbeiten mit Glasfaser-Technik. Veränderliche Objekte wie Sonne, Mond und Planeten werden durch zusätzliche Projektoren erzeugt. Damit lässt sich die Gestalt des Sternenhimmels und auch die scheinbare Bewegung der Sterne und Planeten zueinander, über den Tag, über Jahre oder Jahrhunderte darstellen. Durch Drehung um die Hauptachse lässt sich die Tageszeit bzw. die geografische Länge des Standortes verändern, durch Neigung um eine horizontale Achse kann die geografische Breite bestimmt werden. Weitere Projektoren können die Sternbilder und deren Namen, die Milchstraße und andere nebelartige Objekte darstellen.

Als modernster Sternenprojektor der Welt gilt das Modell IX "Universarium" von Carl Zeiss Jena. Das erste Modell in Europa dieser Art wurde im Jahr 2000 im Bochumer Planetarium installiert. Nach Stuttgart im Jahr 2001 wurde 2002 auch im Wiener Planetarium und in Mannheim das Universarium eingerichtet, 2003 folgte Hamburg. Das Zeiss-Planetarium Jena wurde im Oktober 2006 mit einer Ganzkuppel-Laserbild-Projektionsanlage („All Dome Laser Image Projection“) ausgestattet, wie sie auch im Pekinger Planetarium eingesetzt wird. Diese projiziert ein nahtloses Kuppelbild mit einer erheblich verbesserten Farb- und Kontrastdarstellung.

Des Weiteren wird im Planetarium Hamburg und im Mediendom Kiel zum ersten Mal in Deutschland das System Digistar 3 der Firma Evans & Sutherland eingesetzt, welches eine 360°-Video-Projektion ermöglicht. Dieser Kosmos-Simulator ermöglicht zum ersten Mal in der Geschichte des Planetariums eine völlig freie Visualisierung komplexer Inhalte weit über die Astronomie hinaus.

Mit den Diaprojektoren kann u.a. die Silhouette einer Stadt und die Dämmerung dargestellt werden. Um zwischen Panoramen und Ganzkuppel-Bildern überblenden zu können, werden oft mehrere Projektions-Sätze installiert. Daher sind 20 und mehr installierte Diaprojektoren in Planetarien keine Seltenheit.

Um auch Bewegtbild darstellen zu können, kommen Videoprojektoren zum Einsatz. Um allen Zuschauern einen guten Blick zu bieten, sind diese oft mehrfach ausgeführt. Aufgrund des besseren Schwarzwertes werden meist Geräte mit Bildröhren (CRTs) eingesetzt. Erst die neueren Generationen von LCD- und DLP-Geräten erfüllen diesen Anspruch zufriedenstellend.

Laser bieten eine hohe Lichtstärke, brillante Farben und maximale Schärfe. In großen Häusern werden sie daher als Bild- bzw. Video-Projektoren eingesetzt (z. B. Zeiss ZULIP). Die neuesten Generationen von Laser-Projektoren (Zeiss ADLIP, E&S Digistar Laser) sind in der Lage, die Kuppel vollständig zu bespielen und Sterne in einer vergleichbaren Qualität darzustellen wie ein optomechanischer Sternenprojektor. Auch Show-Laser, wie man sie in Diskotheken findet, kommen zum Einsatz und werden - kombiniert mit Nebelmaschinen - für Musik- und Unterhaltungsprogramme genutzt. Oft wird die Anlage durch Scheinwerfer, Scanner, Stroboskope etc. ergänzt.

Auch wenn nach wie vor die meisten Häuser mit klassischen Stereo-Systemen ausgestattet sind, haben gerade die größeren Planetarien auf den Trend zu Mehrkanalton reagiert und entsprechende 5.1- oder 7.1-Kanal-Systeme installiert. Inzwischen sind sogar erste Ansätze zu echten 3-dimensionalen Tonsystemen zu finden, z. B. im Adler-Planetarium in Chicago.

Bereits in der Antike berichten Cicero, Ovid und Pappos über eine wahrscheinlich von Archimedes konstruierte mechanische Kugel aus Syrakus, die die Bewegungen von Sonne und Mond darstellen konnte.

Tellurien (von Tellus die Erde) dienen der Illustration der jahreszeitlichen Erscheinungen bedingt durch die Neigung der Erdachse, meist zusammen mit einem Lunarium, das den Mond in das Modell mit einbezieht.

Diese Geräte werden auch als Orreries bezeichnet, nach dem Grafen von Orrery, der um 1713 so ein Modell erhielt.

Ein mechanisches Modell der Galileischen Monde wird Jovilabium genannt.

Bei Armillarsphären werden die Umlaufbahnen mit Metallringen abgebildet.

Im Gottorfer Riesenglobus befindet sich ein Modell des alten, geozentrischen Weltbildes nach Ptolemäus. Es wurde zwischen 1650 und 1664 errichtet und gilt als ältestes begehbares Planetarium. Weltweit existieren vier solcher Hohlgloben.

Ein altes Mechanik-Planetarium befindet sich in Franeker (Friesland, Niederlande). Im Wohnzimmer eines wunderschönen friesischen Grachtenhauses in Franeker befindet sich dieses sich exakt bewegende Modell des Planetensystems. Es ist zwischen 1774 und 1781 vom Wollkämmer Eise Eisinga gefertigt worden: Am 8. Mai 1774 gab es einen Zusammenstand von Planeten. Es wurde behauptet, dass diese Planeten zusammenstoßen würden. Dadurch sollte die Erde aus ihrer Bahn geschleudert werden und in der Sonne verbrennen. Eise Eisinga wollte mit dem Gerät zeigen, dass es keinen Grund zur Panik gab.

Das weltweit erste Projektionsplanetarium wurde am 21. Oktober 1923 im Deutschen Museum in München der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwei Monate zuvor wurde es auf dem Zeiss-Werksgelände in Jena an einer 16-m-Kuppel getestet. Vor der endgültigen Installation wurde es von München zunächst erneut nach Jena zur Komplettierung geschickt und schließlich am 7. Mai 1925 offiziell in München in Betrieb genommen.

Die Projektortechnik wurde in Jena später entscheidend weiterentwickelt und die technische Ausstattung von Planetarien in aller Welt entwickelte sich zu einem wichtigen Exportprodukt des zu DDR-Zeiten als VEB Carl Zeiss Jena gehörenden Unternehmens.

Mittlerweile gibt es verschiedene Astronomieprogramme, die auf dem Computer-Monitor ähnliche Darstellungsmöglichkeiten bieten wie ein Planetarium.

Oft kann man sich dabei virtuell im Weltraum zwischen den Sternen bewegen und navigieren. Dazu werden Geschwindigkeit und Entfernungen angegeben, sodass man die räumliche Anordnung der wichtigsten Sterne selbst erkunden kann.

Die neuste Entwicklung sind sogenannte Handplanetarien. Hierbei handelt es sich um eigenständige kleine Computer mit GPS-Empfänger zur Bestimmung der Position und der Zeit, Magnetsensor zur Bestimmung des Azimuts, Beschleunigungsmesser zur Bestimmung der Elevation, Peilvorrichtung in Form eines einfachen Rohrs oder von Kimme und Korn und einem kleinen Bildschirm. Sie sind zum Gebrauch unter dem realen Sternenhimmel gedacht. Mit Hilfe der eingebauten Sensorik wird ermittelt, auf welches Himmelsobjekt das Handplanetarium ausgerichtet ist. Handplanetarien haben je nach Modell verschiedene Betriebsmodi. Bei allen können Himmelsobjekte angepeilt werden, auf Knopfdruck werden sie identifiziert und bei allen Objekten werden weitere Informationen auf dem Bildschirm und bei den wichtigsten Objekten als Audio-Informationen über einen Kopfhörer ausgegeben. In einem weiteren Modus können Himmelsobjekte eingegeben und mit Hilfe von Richtungsinformationen auf dem Monitor oder an der Visierung aufgesucht werden. Eines der Modelle ist in der Lage, Fernrohre mit Goto-Montierung auf das angepeilte Objekt auszurichten. Ein anderes Modell kann auf spezielle Fernrohre aus nicht magnetischen Materialien wie ein Suchfernrohr montiert werden.

Zurzeit (Mai 2008) sind zwei Modelle auf dem Markt: das mySKY™ von Meade und der SkyScout™ von Celestron.

Prinzipiell bieten Handplanetarien abhängig von den auf dem kleinen Rechner vorhandenen audiovisuellen Informationen und Datenbanken ähnliche Möglichkeiten das Weltall zu erkunden wie Projektionsplanetarien mit einer wichtigen Einschränkung: Es steht immer nur der aktuell sichtbare Sternenhimmel zur Verfügung. Neue Informationen und neue Schulungsprogramme lassen sich jederzeit per Software-Update auf das Handplanetarium überspielen. Handplanetarien sind hervorragend geeignet zum Selbststudium des Sternenhimmels. Sie bieten sozusagen geführte Touren durch die sichtbaren Himmelsobjekte. Die wichtigste Betriebsart ist hierbei die Hilfe zum Aufsuchen der Objekte und die dann wiedergegebenen Informationen.

Das mySky ist das neuere der beiden zurzeit verfügbaren Handplanetarien. Es hat Pistolenform und besitzt an der dem Bediener zugewandten Seite einen kleinen Farbbildschirm, auf dem hauptsächlich Sternenkarten, Fotos und alphanumerische Informationen angezeigt werden. Die Peilung geschieht über mit dimmbaren LEDs beleuchtetem Kimme und Korn Visir.

Die Genauigkeit der Magnetsensoren wird zurzeit vom Hersteller nicht angegeben und hängt auch stark von der Nähe zu magnetischen Objekten ab. Zumindest für die hellsten sichtbaren Sterne reicht sie aber auf Grund der auf dem Bildschirm angezeigten Sternenkarte aus. Zur Identifikation eines Objekts wird dieses in der Praxis dann mit Kimme und Korn nur noch grob angepeilt und bei höherer Zoomstufe auf der Mitte des Displays zentriert und dann mit dem Triggertaster vorne am Handgriff abgerufen. Die Ausrichtung des Instruments benötigt eine recht ruhige Hand. Wird im falschen Moment getriggert, wird ein Nachbarobjekt identifiziert.

Das Instrument besitzt für den Hobbyastronomen interessante geführte Touren. So werden z.B. die mit bloßem Auge sichtbaren Planeten aufgesucht. Die wichtigste Funktion wird ohnehin nicht das identifizieren, sondern das Aufsuchen von Objekten sein. Sie können über ein Menüsystem ausgesucht werden. Ein Pfeil auf dem Bildschirm zeigt dann die Richtung zum Objekt an. Erscheint das Objekt auf der Sternenkarte, ist ein Kreuz in einem Kreis zu zentrieren. Ist dies geschehen, befindet sich das Objekt in Richtung des Visiers. Fernrohre des Herstellers MEADE mit Autostar Goto-Montierung können auf das Objekt ausgerichtet werden.

Das Gerät ist zurzeit (Mai 2008) nur in einer englischen Sprachversion erhältlich. Der Ladenpreis beträgt in Deutschland zurzeit 499 €, in den USA 299 $. Das Gerät wurde in den USA entwickelt und wird in China hergestellt. Die Qualität lässt zu wünschen übrig. In Foren und Benutzerbeurteilungen gibt es insbesondere Klagen über defekte Taster und nicht funktionierende GPS-Empfänger. Zurzeit werden in den USA noch Geräte mit Firmwareversionen ausgeliefert, die ein Aufsuchen von Sternen am aktuellen Sternenhimmel nicht zulassen. Die korrekte Firmware ist für diese Geräte in Deutschland zurzeit nur über einzelne Internetforen erhältlich.

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Tonbildschau

Die Tonbildschau ist eine Vorführung vertonter Dias, deren Projektion durch mindestens einen Projektor auf ein Bildfeld erfolgt. Durch den Einsatz mehrerer Projektoren sind spezielle Effekte wie Überblendungen oder nebeneinander dargestellte Bilder möglich. Hierbei können die Dauer der Überblendung variabel eingestellt werden und es können weitere Effekte wie Ein- und Ausblendung, Doppelprojektion, Flimmern und vor allem das sogenannte „Dritte Bild“ genutzt werden, was der Schau einen nuancenreichen Rhythmus geben. Die multimediale Schau enthält auf einem Tonträger die passende Musik, Sprache und Geräusche.

Helmut Laux setzte die Tonbildschau zu Schulungszwecken erstmalig im Jahre 1950 in Deutschland ein. Die von ihm gegründete Laux Gesellschaft für Verkaufsförderung und Werbung mbH beeinflußte maßgebende die Methodik von Schulungen und Verkaufstrainings. Für die Laux Tonbildschau wurden eigene Laux-DuKane-Projektoren entwickelt, von denen sich einige Exemplare als Leihgabe in der Film- und Fotoabteilung des Museums Hessenpark in Neu-Anpach befinden.

Eine Variante der Tonbildschau ist die Multivision, bei der die Bilder auf mehrere Felder projiziert werden. Diese Felder können entweder an völlig unterschiedlichen Orten im Raum stehen, oder in einem Raster aneinanderstoßen (Rastermultivision). Hierdurch wird ein Gesamtbild puzzleartig mit mehreren Diaprojektoren erzeugt. Eine Verfeinerung ist die Softedge-Projektion, bei der sich die Bildfelder überlappen (meist um 50 %). Durch Verlaufsmasken in den Dias werden die einzelnen Felder räumlich ineinander geblendet, so dass mit mehreren Projektoren ein großes, zusammenhängendes Bild erzeugt werden kann. Die Technik stellt hohe Anforderungen an die Standgenauigeit der Dias und die Ausrichtung der Projektoren.

Die einfache Verbindung von Bild und Ton genügt jedoch noch nicht, um ein Diaporama zu gestalten. Diaporama bezeichnet nicht nur die Projektion von Dias mit Vertonung, sondern eine untrennbare Verschmelzung dieser Elemente, die mit Hilfe eines sinnvollen roten Fadens und durch die dramaturgische Bearbeitung durch den Autor zu einem Ganzen werden. Das Diaporama erfordert daher in besonderem Maße das intensive Hinsehen und Zuhören. Dem Zuschauer kann die Darbietung mehr vermitteln, als tatsächlich auf der Leinwand zu sehen ist.

Das Medium Tonbildschau wird heutzutage nur noch zu privaten oder künstlerischen Zwecken eingesetzt, während es in den 1970er bis in die 1990er Jahre ein wichtiges Werbe- und Präsentationsmedium darstellte, das vor allem auf Messen eingesetzt wurde.

Die Kunstform des Diaporamas stammt aus Frankreich, wo sie in den 1960-er Jahren in vielen Festivals entwickelt wurde. In Deutschland verbreitete diese multimediale Darstellung der 1975 in Frankfurt gegründete Diaporama-Club.

Die gezeigten Bilder wurden ursprünglich manuell nach einem akustischen Signal synchronisiert. Einige Systeme arbeiteten mit speziellen Geräten welche nach den Signalen auf einem Tonträger die Bildfolge synchron zur Akustik, automatisch wechselte. Ebenso gab es ca. ab den 1980er Jahren Lösungen zur digitalen Steuerung der Bildfolge und der Überblendungen mittels eines Computers. Statt analoger Signale auf dem Tonträger wurde nun eine digitale Zeitspur (Timecode) mitaufgezeichnet. Er erlaubte die Synchronisierung der Diaprojektoren zu dem Ton, selbst wenn dieser vor- und zurückgespult wurde.

Ab der Jahrtausendwende wurde neben dem Diapositiv das digitale Bild und seine Projektion mittels Beamer qualitativ so gut, dass es sich gleichberechtigt neben die analoge Technik der Diaprojektoren stellte und diese im kommerziellen Bereich völlig ablöste.

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Young-Tableau

Ein Young-Tableau oder Young-Diagramm ist ein grafisches Werkzeug der Darstellungstheorie der symmetrischen Gruppe Sn. Jedes Young-Tableau wird dabei durch eine bestimmte Zahl von Zellen (meist symbolisiert durch Quadrate) bestimmt, die von oben nach unten und linksbündig so angeordnet sind, dass deren Anzahl in jeder neuen Zeile nicht zunimmt.

Die Partition eines Young-Tableaux ist die Aufzählung der Zahl der Zellen jeder Zeile und dient der kompakten Beschreibung seiner Struktur. In den gezeigten Beispielen ergeben sich folgenden Partitionen: a) (4,2,2,1) b) (1) c) (1,1,1,1) und d) (4). Die Ordnung n des Tableaux bezeichnet die Zahl aller Zellen.

Die wichtigsten Zusammenhänge zwischen den irreduziblen Darstellungen der Sn und den Young-Tableaux der Ordnung n seien hier skizziert.

Nun werden Operatoren aus diesen Schema gebildet. Dabei bilden die Zeilen im Schema die Grundlage zur Bildung eines Operators P. Pro Zeile werden aus allen Kombinationen der Zellenindizes Permutationen gebildet und summiert. Die so entstehenden Summen von Permutationen werden multipliziert. Ganz analog bilden die Spalten im Schema die Grundlage zur Bildung eines Operators Q. Pro Spalte werden aus allen Kombinationen der Spaltenindizes Permutationen gebildet und summiert. Bei der Summation wird aber ein negatives Vorzeichen verwendet, wenn die Permutation ungerade ist. Die so entstehenden Summen von Permutationen werden multipliziert.

Ein Standardschema ist ein Young-Schema, bei dem die Nummerierung der Zellen derart durchgeführt wird, dass in jeder Spalte von oben nach unten und in jeder Zeile von links nach rechts die Zahlen größer werden.

Damit sind die Rik die Projektoren der irreduziblen Darstellungen der Sn.

Das äußere Produkt der Sn verknüpft Permutationen der Si, die auf die Indizes 1 bis i wirken, mit Permutationen der Sj, die auf Indizes i+1 bis i+j wirken und zusammen Permutationen der Si+j beschreiben. Dabei stellt sich die Frage, in welche irreduziblen Darstellungen der Si+j das äußere Produkt einer irreduziblen Darstellung von Si und Sj zerfällt. Im folgenden sei das äußere Produkt symbolisiert mit '(x)'.

Aufgrund der Konstruktionsvorschrift der Young-Tableaux bemerkt man zunächst, dass Tableaux der Form (1,1,...,1) rein symmetrischen Projektoren entsprechen. Damit hat man zumindest für das äußere Produkt zwischen einer beliebigen Darstellung und einer rein symmetrischen Darstellung die Lösung gefunden: es sind alle Standardschemata, die das Standardschema der einen Darstellung enthalten und bei denen die Zellen der symmetrischen Darstellung nicht in ein und derselben Spalte vorkommen.

Zur Bildung des äußeren Produkts zwischen beliebigen Tableaux zerlegt man zunächst eines der beiden Tableaux in eine Summe von Produkten von rein symmetrischen Tableaux nach folgender Vorschrift: Ein Tableau mit der Partition (i,j,...n,m) wird formuliert als (i,j,...n) (x) (m). Alle dabei zu viel entstehenden Tableaux werden abgezogen. Auf die so entstandene Summe wird die Prozedur rekursiv angewandt. Diese Rekursion kommt immer zu einem Ende, weil mit jedem Schritt Tableaux entstehen, die in der letzten Zeile mindestens eine Zelle weniger haben.

Nach dieser Zerlegung kann man unter Ausnutzung der Assoziativität des äußeren Produktes die eigentliche Multiplikation durchführen. Eine Anwendung des äußeren Produkts findet man bei der Zerlegung der Tensordarstellung eines Vielteilchensystems.

Darüber hinaus wird in der Elementarteilchenphysik mit der Technik der Young-Tableaux eine Dekomposition der Tensordarstellung von Mehrteilchensystemen ermöglicht. Unter anderem auf dieser Grundlage konnte über die experimentelle Bestimmung von Multiplets die Existenz der Quarks postuliert werden.

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Heimkino

HDTV-Bild im Heimkino

Das Heimkino (von englisch: Home Cinema) dient der akustischen und visuellen Nachbildung der Kinoatmosphäre in Privatwohnungen. Dabei wächst der Anspruch an die Qualität mit der Entwicklung des Kinos einerseits (Raumtonverfahren) und mit der Entwicklung der technischen Möglichkeiten der Unterhaltungselektronik andererseits.

Bereits in den 1930er Jahren gab es Schmalfilme der Firma AGFA, die mit eigens konzipierten Kameras erstellt und mit Projektoren zu Hause stumm vorgeführt werden konnten. Auch gab es zu dieser Zeit bereits Kauffilme. Also bereits professionell erstellte Filme, die in großer Stückzahl kopiert und im Fachhandel gekauft werden konnten.

In den 1960er Jahren wurde von Kodak das Super8-Schmalfilm-Format eingeführt. Daraufhin setzte ein regelrechter Boom des Heimkinos ein. Etliche Hollywood-Studios öffneten Archive, um Filme als Super8-Fassungen zu vertreiben. So wurden in Deutschland Filme des Disney-Konzerns unter der Bezeichnung "Disney Heimkino Filme" vertrieben. Der Schmalfilm-Boom endete 1982 nach Einführung des Video-Home-System (VHS), die Produktion von Schmalfilmen besteht aber bis heute noch.

In den 1960ern wurde ein einfacher Fernseher bereits als Heimkino angesehen (oder: Pantoffelkino); heute verwendete Geräte sind dagegen etwa DVD-Player, Dolby Digital/DTS-Soundsysteme sowie hochwertige, großformatige Fernseher oder Videoprojektoren.

In einigen Fällen wird der Raum auch komplett umgebaut und einem echten Kino nachempfunden. Dabei wird nicht nur auf die passende Wahl der Kinosessel geachtet, sondern auch auf den passenden Raumaufbau mit abgetrennter Kammer für das Equipment zur Geräuschreduzierung, dimmbares Licht und sogar bis zur Popcornmaschine alles im Detail eingerichtet. Moderne Kinos verfügen auch über eine System-Automation die auf Tastendruck verschiedenste programmierte Szenarien automatisiert ablaufen lässt.

In letzter Zeit werden immer mehr Heimkinos mit Heimkino-PCs, sogenannten HTPCs ausgestattet. Diese vielseitigen Systeme lassen sich leicht in das bestehende Heimkino integrieren. Diese speziellen PCs sind leicht den geforderten Wünschen anzupassen und mit der richtigen Konfiguration können Bild- und Tonqualitäten erzielt werden, die sich mit denen von hochqualitativem Equipment zu vergleichbarem Preis nicht nur messen, sondern diese auch übertreffen können. Dieser Multi-Media-PC kann entweder mit normalen Betriebssystemen wie Windows, Linux oder ähnlichen betrieben werden, oder aber mit speziell entwickelten Software-Paketen wie etwa Windows Media Center Edition, Media Portal oder VDR. Einige Hersteller haben sich auf den Bau solcher Maschinen spezialisiert und man findet zunehmend Anbieter.

Generell gibt es, wie auch schon früher in der HiFi-Szene, oft heftige und kontroverse Diskussionen über die Qualität und Sinnhaftigkeit einzelner Heimkino-Komponenten.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Kinotonstandard zu einem den Zuschauer einhüllenden Klangerlebnis mit vielen Tonspuren, wodurch beispielsweise auch von hinten nach vorne wandernde Klangeffekte oder realistischere Umgebungsgeräusche möglich sind. Im Heimkino ging die Entwicklung von Mono (ein Tonkanal) und Stereo (allgemein "räumlich", im Heimbereich meist 2 Kanäle) zu Dolby Surround bzw. Dolby Surround ProLogic. Dies ist ein 4-Kanal-Remix aus einem Stereosignal, in welches ein ohne Decoder unhörbarer hinterer Effektkanal eingemischt wurde, auch kann aus den beiden vorderen Kanälen ein zwischen diesen liegender Center-Kanal (Mittensignal) generiert werden.

Anfangs boten vorwiegend HiFi-Stereo-Videorekorder und die weniger verbreitete Laserdisc die Möglichkeit eines verbesserten Tons. Mit der Einführung der DVD 1997 mit Dolby Digital sowie DTS mit erstmals maximal sechs diskreten (unabhängig voneinander übertragen) Kanälen plus einem Subwooferkanal (LFE) für die Basseffekte ergab sich noch einmal eine Verbesserung der technischen Möglichkeiten. Dolby Digital wurde ab 1992 zunächst im Kino und auch auf Laserdiscs verwendet, bis es mit der DVD-Video große Verbreitung fand. Es kann nur über digitale Signalwege übertragen werden. Eine analoge Variante davon sind die Systeme Dolby Pro Logic II und Dolby Pro Logic IIx, welche bei zwei analogen Tonkanälen als Übertragungsweg eine ähnlich gute Qualität liefern können. Eine Weiterentwicklung von Dolby Digital ist Dolby Digital Plus.

Dies bedeutet im Heimkino die Anschaffung eines speziellen Heimkinoreceivers (AV-Receiver), der die digitalen mehrkanaligen Signale getrennt an die verschiedenen Lautsprecher weiterleitet. Übliche Systeme bestehen aus drei Lautsprecherboxen vorne ("Front"; links, Center, rechts) und zwei hinten an den Seiten (Surround links und rechts), welche oftmals etwas höher (nach THX Norm etwa 60-100 cm über Ohrhöhe) und nach innen gedreht aufgestellt sind (bei Filmen empfiehlt es sich, die Boxen diffus abstrahlen zu lassen, dh. nicht direkt auf den Zuschauer); sowie dem Subwoofer. Gibt es keinen Subwoofer, so ist eine Umlenkung des LFE-Kanals auf die Front-Lautsprecher möglich, auch der Center-Kanal kann auf diese verteilt werden. In einigen Systemen (6.1) gibt es auch einen rückwärtigen Center-Lautsprecher (Surround Back), bei 7.1-Systemen sogar zwei.

Surround-Simulationssysteme wie Virtual Dolby Surround, die auch mit zwei Lautsprechern Surround-Klang ermöglichen sollen, erreichen oft nicht die Qualität bzw. Klangfülle echter Surround-Systeme. Relativ gute Systeme sind hier Dolby Virtual Speaker und Dolby Headphone.

Mehrkanal-Tonsysteme sind mittels eines Downmix auch zu 2-Kanal-Stereo kompatibel. Umgekehrt wird bei einigen älteren Filmen auch ein Upmix auf Dolby Digital 5.1 oder andere Systeme durchgeführt.

Durch den Boom an Flachbildfernsehern werden inzwischen am Markt als Heimkino-System günstige Komplettpakete bestehend aus Verstärker Lautsprecher und integriertem DVD Player vermarktet.

Für ein wirklich großes Bild ist ein Projektor, im Heimkino fast immer digital, im großen Kinosaal meist noch analog, erste Voraussetzung. In den ersten Zeiten der Laserdisk Anfang der 80er Jahre konnte sich nur eine sehr kleine Zahl von Filmenthusiasten die damals verfügbaren sehr teuren Röhrenprojektoren leisten. Mit dem Beginn der digitalen Projektion in den 90er Jahren setzte ein Prozess des Preisverfalls ein, der auch heute noch anhält. So gibt es heute (Stand Juni 2006) bereits ab etwa 1500 € HDTV-Projektoren die mit entsprechendem Quellmaterial die Bildqualität vieler großer Kinosäle in den Schatten stellt. Die meisten Heimkinoprojektoren verwenden Lampen von 130 bis 180 Watt Leistung. Hiermit sind (je nach persönlichem Geschmack) Bildbreiten von 200 bis 300 cm möglich. In der "High-End"-Klasse gibt es aber auch deutlich stärkere Projektoren bis 700 Watt Lichtleistung, um somit Bildbreiten auch jenseits von 400 cm zu realisieren.

Die lichtstärksten Digitalprojektoren schließlich werden schon in kommerziellen Kinosälen eingesetzt bei Lampenleistungen bis 2 x 2000 Watt was Bildbreiten bis 20 Meter ermöglicht.

Obwohl der Begriff "Leinwand" nach wie vor üblich ist, werden statt Stoffen wie Leinen heute häufig Materialien wie Kunststoffe oder Glasfasern dafür verwendet. Sowohl Roll-Leinwände (zum Teil mit Motor) als auch fest montierte Leinwände sind üblich, wobei erstere zur Bildung von Wellen neigen können, dafür aber typischerweise einen besseren WAF aufweisen. Meist ist reines Weiß üblich, manche sind der Ansicht, dass ein heller Grauton die besten Ergebnisse liefert. Ein typisches Merkmal einer Leinwand ist auch der Gain-Faktor, der die Helligkeit in Abhängigkeit vom Blickwinkel beschreibt. Ein zu hoher, bzw. ein ungeeignetes Material, kann auch zur Bildung eines Hot Spots führen, also einem zu hellen Bildbereich, der den Bildeindruck stört.

Typische Bildbreiten im Heimkino-Bereich liegen in einem Bereich um die zwei Meter, meist deutlich über einem, jedoch üblicherweise unter drei, da sich durch die Leistung der Projektoren eine Grenze ergibt. Als Format ist meist 16:9 üblich, welches zum Teil mit verschiebbaren schwarzen Maskierungen auch für andere Bildformate verwendet wird.

Neben fertig zu kaufenden Leinwänden sind auch Selbstbau-Lösungen sehr verbreitet, die zum Teil recht kreativ ausfallen und eine genaue Anpassung an die persönlichen Umstände und Vorlieben ermöglichen. Gängige Komponenten sind etwa Kunststoff-Folien, die zusammen mit lichtundurchlässigem schwarzen Stoff als Untergrund auf einen Rahmen aufgespannt werden. Andere Lösungen basieren etwa auf Span- oder MDF-Platten mit Dispersionsfarbe, Kunststoffbeschichtung oder aufgespannten Folien. Allgemein üblich ist eine schwarze Umrandung von einigen Zentimetern Breite, die den Kontrast verbessern soll.

Die in der Praxis störendsten Artefakte ergeben sich bei Leinwänden durch Verschmutzung von Teilen der Projektionsfläche. Ganz leichte Wellenbildung fällt hingegen meist deutlich weniger auf. Auch der Preis einer Leinwand ist weit weniger wichtig solange diese keine Verschmutzungen aufweist, ein halbwegs vernünftiger Gainfaktor gewählt wurde und sich (bei Roll-Leinwänden) die Wellenbildung in Grenzen hält. Die günstigsten Leinwände sind einfarbige Zimmerwände, evtl. noch geglättet und mit spezieller Farbe gestrichen stehen sie den Rahmenleinwänden nicht nach. Generell sollte die Oberfläche eher matt und weniger glänzend sein, da sich sonst Hot Spots bilden können.

Bei den großen Sichtwinkeln, wie sie im Kino oder Heimkino notwendig sind, ist die Qualität des Quellmaterials von ausschlaggebender Bedeutung. Qualitativ wirklich hochwertige bewegte Bilder für Zuhause sind noch nicht lange möglich, wenn man von der in Europa nicht weit verbreiteten Laserdisc, auch Bildplatte genannt, einmal absieht. Die Farbwiedergabe, Rauschfreiheit und Auflösung der diversen Videoformate waren schon immer unterhalb von professionellen Ansprüchen, d.h. es war keine wirklich gute Großprojektion möglich.

Das bescheidene Bild änderte sich erst mit der Einführung von digitalem Fernsehen und der DVD (ab 1996). Das beste Format aber ist (seit 1992, in den USA seit ca. 1999 in größerem Maße verbreitet) das hochauflösende Fernsehen HDTV mit der bis zu fünffachen DVD-Auflösung, welches seit dem 1. Januar 2004 auch in Europa via ASTRA zu sehen ist. Zusätzlich zu der hohen Auflösung gibt es bei HDTV eine bessere Farbdarstellung sowie fast völlig fehlende Kompressionsartefakte. Beides sind Kritikpunkte die bei DVD-Material und großen Heimkinos in der Tat unangenehm auffallen.

Unterscheiden muss man in der Praxis zwischen großformatigen Displays (derzeit meist bis 50 Zoll (127 cm), zum Teil bis etwa 65 Zoll - 165 cm Diagonale) und Leinwandprojektion. Mit einem bezahlbaren HDTV-Heimkinoprojektor um etwa 1000-2000 €, welcher häufig sogar günstiger als derzeitige großformatige Flachbildschirme ist, werden mühelos Leinwandbreiten von 250 cm erreicht. Bei den üblichen Sichtabständen im Bereich von 3 bis 4 Metern wird der Sichtwinkel nunmehr so groß, dass die Auflösung des europäischen PAL-Signals (DVD, Digital-TV) für ein zufriedenstellendes Bild nicht mehr ausreichend sein kann.

Soll aber ein Erlebnis wie im Kinosaal erzeugt werden, führt dies zwangsläufig zu einer großen Leinwand in Kombination mit einem Projektor. Häufig anzutreffende Betrachtungsabstände liegen oft im Bereich um etwa 1,5 mal (zum Teil bis nahe zum Faktor 1 herunter, maximal 2) Bildbreite, gängige Sichtwinkel im Bereich von etwa 30-35° (zum Teil auch darüber).

Für solche Zwecke ist VHS-Video, ein kleiner Hobby-Camcorder sowie mit Artefakten belegter Analog-TV-Empfang nur bedingt bis nicht geeignet. Sehr gute PAL-Signale, wie von einigen DVDs oder bei 16:9-Ausstrahlungen mit hoher Bitrate von wenigen TV-Sendern beim Digitalfernsehen geboten (hierfür bekannt ist etwa das ZDF) reichen in vielen Szenen schon aus, lassen aber doch bei Szenen in der Totalen Bildschärfe vermissen. Hier ist HDTV nunmehr ein "must-have", zumindest wenn ein zu einer wirklich guten 35-mm-Kopie vergleichbarer Eindruck erzeugt werden soll. Auch mit einem HDTV-fähigen Projektor und guter Skalierung (etwa auf 720p bei den gängigen Modellen, eventuell mit einem externen Scaler) ist eine Verbesserung möglich. Neben einem DVD-Player und digitalen Satellitenreceivern sind auch Heimkino-PC, HDV-Camcorder sowie HD-DVD- und Blu-Ray-Geräte gut geeignet.

Versteht man unter "Heimkino" aber auch Installationen mit deutlich kleineren Sichtwinkeln (etwa 10°), wie bei den verschiedenen Varianten der Flachdiplays mit Bildbreiten von meist unter einem Meter, so reicht in diesem Fall die Zuspielung via DVD oder Digital-TV mit gutem PAL-Signal meist noch problemlos aus.

In der Theorie kann, je nach Programminhalt, 35-mm-Kinofilm einer HDTV-Projektion eines gut abgestimmten Heimkinos immer noch überlegen sein, in der Praxis dagegen passiert es immer wieder, dass die in Kinos gezeigten Filmkopien schlechter wirken als HD-Videos ab Blu-ray-Disc.

In Filmtheatern kommt mit dem 35-mm-Film ein Filmformat zum Einsatz, welches in den 1890er Jahren entwickelt wurde, Ende der 1920er Jahre auch für den Einsatz als Fotofilm genutzt wurde, dort aber horizontal mit doppelter Bildgröße.

Von den originalen Filmrollen der Aufnahmekameras wird, aus meist mehreren hundert einzelnen "Takes", eine Ur-Fassung (meist ohne Ton, aber bereits mit allen digitalen Effekten) zusammengeschnitten. Dies dient als Vorlage für die sogenannte "Nullkopie" (engl.: Answer Print), eine lichtkorrigierte Filmkopie des gesamten Werks mit Dialogton inklusive Musik und Toneffekten. Diese erste Filmkopie wird zur Testvorführung mit Produzenten, Regisseur und gegebenenfalls einem Testpublikum verwendet und bildet in Deutschland die Grundlage für das Leistungsschutzrecht nach § 94 des UrhG. Davon wird eine erneut eine lichtkorrigierte "Korrekturkopie" angefertigt, die als Basis für weitere Positive verwendet wird. Diese werden dann in den Kinos mittels analoger Technik auf die Leinwand projiziert, wobei je nach Sorgfalt des Kopierwerkes und je nach Sorgfalt beim Umgang mit der Kopie die Qualität erheblich schwanken kann.

Dieses Vorgehen war früher (bis in die 1980er Jahre) rein analog, d. h. es wurde ausschließlich mit Schere und Filmkitt bzw. Klebeband gearbeitet. Heute werden bei den meisten Filmen für den Schnitt alle Filmrollen digital abgetastet und in einem Computersystem gespeichert. Erst hier werden nachfolgende Schritte, wie Farb- und Helligkeitskorrekturen oder digitale Effekte, hinzugefügt. Das z. Zt. (2006) effizienteste Verfahren nennt sich "Digital intermediate" und wird bei nahezu allen großen Produktionen eingesetzt. Die beste Bildqualität ist jetzt also in digitaler Form auf einem Plattencluster mit teils weit über 100 Terabyte vorhanden als digitales Master. Leider kommt die Übertragung in die 35-mm-Form für die Kinokopien via Laserbelichter aus Kostengründen nur für das Masterband in Frage. Nur dieses Masterband und noch einige andere "Premierenkopien" transportieren auch nahezu die volle Bildqualität. Von nun an nimmt beim weiteren analogen Kopieren die Bildqualität ständig ab, so kommen etwa die gängigen Hollywood-Produktionen häufig auf 35-mm-Filmkopien in die Kinos, welche bereits die vierte oder fünfte Generation darstellen.

Da durch die Methode der Verteilung meistens eine Menge Bildschärfe und Farbbrillanz verloren geht, kann in der heutigen Praxis das 35-mm-Format im Kino eigentlich nie seine maximal mögliche Qualität liefern. Durch die kleine Filmfläche sind für das notwendige Vervielfältigen in den Schnellkopierstraßen häufig keine ausreichenden Reserven vorhanden. Dies ist der Hauptgrund für den oft deutlich besseren Gesamteindruck bei digitaler HDTV-Projektion, ob nun im Kino mit Digitalprojektion oder zu Hause. Einen ähnlichen bis besseren Eindruck erzeugen lediglich die nicht für den Massenmarkt gedachten Premierenkopien.

Dies ist auch der Grund warum ein 16-mm-blow-up, d. h. Umkopieren von 16-mm-Film (oder sogar DV) auf 35-mm-Kinokopien nicht unbedingt negativ auffallen muss.

Dass bei IMAX-Versionen die Bildqualität deutlich besser ist, liegt zum einen am größeren Filmformat (ein spezielles 70-mm-Format) als auch am Qualitätsanspruch.

Da die meisten Filme digital bearbeitet werden, manche bereits digital aufgenommen werden, liegen bereits Daten vor. Die Übertragung auf 35-mm-Film erfolgt lediglich, um mit der in den Kinos vorhandenen traditionellen Technik kompatibel zu sein.

Für Filmverleiher bringt es eine wesentliche Erleichterung, Filme digital zu verbreiten, der Bildeindruck kann in der Praxis besser sein, in größeren Kinos kann es aber auch je nach Bildauflösung des Quellmaterials und Beamers passieren, dass die digitale Projektion durch Artefakte (Pixeltreppen) negativ auffällt.

Im Moment erfolgt die digitale Verbreitung über Festplatten, die wesentlich weniger Platz beanspruchen als Filmrollen. Später ist auch eine Übertragung per Datenleitung oder Satellit denkbar.

Für den Heimkinoeinsatz werden die Filme auf Blu-ray-Discs geliefert, welche eine wesentlich geringere Kapazität als die für den Kinoeinsatz bestimmten Festplatten haben. Damit sind nur erheblich geringere Datenraten möglich, die aber trotzdem wesentlich besser sind als bei der DVD.

Der Filmgenuss im Heimkino kann im Prinzip attraktiver sein als ein Filmtheaterbesuch, bei welchem einem etliche Faktoren den Filmgenuss vermiesen können, auf welche der Zuschauer keinen Einfluss hat. Wenn man absieht von den Faktoren, die mit der Anwesenheit anderer Zuschauer zu tun haben und im Prinzip auch bei Theaterbesuchen gegeben wären, bleiben noch prinzipiell zu viel Restlicht durch ungünstig platzierte Notausgangs-Schilder sowie Faktoren, die mit der Beschaffenheit der Wiedergabeanlage und oder der Programmquelle zu tun haben, wie zu dunkle Projektion, mangelnde Bildschärfe, schlechter Ton sowie je nach verwendetem Verfahren zitterndes Bild (analog) oder Systemabstürze (digital). Hinzu kommen noch bei digitaler Filmprojektion Probleme, die mit dem digitalen Rechtemanagement zu tun haben und dazu führen können, dass eine Vorführung vom System vorzeitig abgebrochen wird.

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Carousel (Diaprojektor)

Mit Carousel werden Diaprojektoren bezeichnet, die mit einem runden Magazin arbeiten, in das die Dias kreisförmig einsortiert werden. Die bekanntesten Projektoren nach diesem Funktionsprinzip stammen von der Firma Kodak. Durch die weite Verbreitung dieser Geräte hat sich der Begriff Carousel als generischer Markenname für Projektoren mit Rundmagazin etabliert.

Kodak-Projektoren arbeiten mit Magazinen für 80 oder 140 Kleinbild-Dias und wurden in vielen Varianten seit den frühen 1970er Jahren gebaut. Die Produktion wurde 2004 mit der letzten Diaprojektorserie Ektapro eingestellt. Die Kodak-Geräte wurden mit verschiedenen Ausstattungsmerkmalen und Lampenleistungen gebaut. Die Projektoren gelten auch heute noch als extrem robust und sind nach wie vor weit verbreitete Standardgeräte.

Das runde Magazin mit den Dias wird auf den Projektor aufgesetzt und durch einen Motor schrittweise gedreht. Das aktuell zu projizierende Dia fällt nach unten in einen Schacht zwischen Projektionslampe und Objektiv. Bei einem Wechsel wird es mechanisch angehoben und das Magazin weiter bewegt, um das nächste Dia fallen zu lassen.

Vorteil dieses Prinzips ist die einfache und robuste mechanische Ausführung sowie die Möglichkeit einer Endlosprojektion ohne Pause für den bei Langmagazinen erforderlichen Rücktransport. Die Dias sind im Magazin beim Transport gegen Herausfallen gesichert. Nachteilig sind die vergleichsweise hohen Kosten für die aufwendigen Magazine und der recht große Platzbedarf bei der Lagerung.

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Real-D

Real-D ist ein digitales 3D-Projektionsverfahren, das anders als manche ältere Verfahren keine zwei Projektoren benötigt. Ein weiterer Vorteil des Real-D Systems besteht darin, dass schon vorhandene DLP-Projektoren genutzt werden können - ergänzt aber durch einen Projektor-Vorsatz, Zuschauerbrillen und besondere silberbeschichtete Leinwände (s. Abschnitt Leinwand).

Das Real-D 3D System basiert auf einem elektrooptischen Modulator genannt ZScreen, der von dem amerikanischen Erfinder Lenny Lipton erdacht wurde.

Die Technik, die Real-D nutzt ist vergleichbar zur traditionellen Methode zur 3D-Projektion, die lineare Polarisation nutzt. Bei der traditionellen Methode werden zwei linear polarisierte Bilder auf die gleiche Leinwand projiziert, die um +45° bzw. -45° gegenüber der Horizontalen geneigt polarisiert sind. Die in den gleichen Winkeln polarisierenden Brillengläser der Zuschauer sorgen dafür, dass jedes Auge nur das richtige Bild sieht. Diese Art der 3D Projektion benötigt zwei Projektoren und hat den Nachteil, dass es zu Geisterbildern kommt, wenn der Zuschauer den Kopf zur Seite neigt und damit die Winkel der Polarisationsfilter von Projektor und Brille nicht mehr genau übereinstimmen.

Real-D jedoch benötigt nur einen einzelnen Projektor, der abwechselnd das rechte und das linke Bild projiziert und zirkular polarisiertes Licht nutzt. Ein LCD-Element vor dem Projektionsobjektiv polarisiert das Licht für das eine Auge im Uhrzeigersinn und für das andere im Gegenuhrzeigersinn. Zirkulare Polarisationsfilter in den Zuschauerbrillen sorgen dafür, dass jedes Auge nur 'sein' Bild sieht und das sogar dann, wenn der Zuschauer den Kopf neigt. Die sehr hohe Bildwiederholungsrate von 72 Bildern pro Sekunde und Auge sorgt für ein flimmerfreies Bild. Da das Videosignal nur 24 Bilder pro Sekunde liefert, wird bei Real-D Cinema jedes Bild dreimal wiederholt, um Flackern zu vermeiden.

Um das Polarisationsverfahren nutzen zu können, ist jedoch eine silberbeschichtete Leinwand nötig, die das Licht reflektiert. Bei einer Projektion auf eine herkömmliche weiße Leinwand geht die Polarisation des Lichts verloren, da das Licht auf der Oberfläche der Leinwand gestreut wird, was die Polarisation zerstört. In der Regel sind herkömmliche Kinos jedoch mit einer weißen Leinwand ausgestattet. Allerdings lässt sich das Problem der zusätzlich benötigten Silberleinwand umgehen, wenn statt der Polarisation die abwechselnde Projektion der Bilder für das linke bzw. rechte Auge genutzt wird. Durch die Verwendung von Shutterbrillen, die (infrarot angesteuert) abwechselnd das eine und dann das andere Brillenglas dunkel schalten, kann die herkömmliche Leinwand verwendet werden, was die Filmvorführung für das Kino einfacher und billiger macht.

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Source : Wikipedia