Pro Natura

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Geschrieben von tron 10/04/2009 @ 02:12

Tags : pro natura, umweltschutz, umwelt, gesellschaft

Neueste Nachrichten
Bachsertal: Pro Natura testet Stiefelgeissen als Hilfskräfte im Forst - Tages-Anzeiger Online
Aktualisiert um 21:14 Uhr Im Rahmen eines Pro Natura-Projekts weiden neu sechs Geissen, zwei Gitzi und ein Bock im Bachser Wald. Es wird geprüft, ob sie die Arbeit im Forst erleichtern können. Die Stiefelgeiss war vor gut 30 Jahren fast ausgestorben....
«Pro Natura» fordert mehr Lebensraum für Wildtiere - Berner Zeitung
Die Delegierten von Pro Natura Bern haben am Samstag in Langnau eine Resolution verabschiedet, die zusammenhängende Lebensräume für Wildtiere verlangt. Der Bund müsse die Wildübergänge im Aaretal und Oberaargau rasch realisieren....
Bevölkerung laut Umfrage gegen den Abschuss von Luchsen und Wölfen - SonntagsZeitung
Eine Mehrheit der Befragten einer Umfrage von Pro Natura spricht sich dagegen aus, dass die Raubtiere abgeschossen werden, damit Wild- und Fischbestände für Jäger und Fischer erhalten bleiben. 72 Prozent lehnen es etwa ab, dass Luchse oder Wölfe...
Future Connection gestaltete Naturschutz-Seite neu - Klein Report
Die Schweizer Natur- und Umweltschutz-Organisationen Pro Natura, World Wide Fund for Nature (WWF) und BirdLife haben eine neue Website, die von der Zürcher Kommunikationsagentur Future Connection umfassend neu konzipiert, gestaltet und umgesetzt worden...
100 Jahre Pro Natura - drs.ch
Dennoch fanden sich Menschen zusammen, welche die Natur so bedrängt sahen, dass sie ihr ein Reservat errichten wollten. Um den schweizerischen Nationalpark finanzieren zu können, wurde der Schweizerische Bund für Naturschutz - heute Pro Natura...
Pro Natura: "Fang des 3-Meter-Welses ist reine PR" - grenchen.net
(mgt) - Pro Natura Solothurn verurteilt die Absichten des tschechischen Sportfischers Jakub Vagner, im Mai im Rahmen einer Erlebniswoche für Business-Leute auf der Aare bei Bettlach den drei Meter langen Wels an Land zu ziehen....
«Sprechender Bäume» zum Organisationsjubiläum - SF Tagesschau
Die Umweltorganisation Pro Natura feiert ihren 100. Geburtstag mit der Aktion «Sprechender Baum». Von Mai bis September spricht in rund 30 Städten ein ausgewählter Baum die Passanten an und gibt ihnen seine Weisheiten mit auf den Weg....
Bevölkerung ist gegen den Abschuss von Luchsen und Wölfen - BauernZeitung
Eine Mehrheit der Befragten einer Umfrage von Pro Natura spricht sich dagegen aus, dass die Raubtiere abgeschossen werden. 72 Prozent lehnen es etwa ab, dass Luchse oder Wölfe abgeschossen werden, damit der Reh- und Gemsenbestand für die Jagd konstant...
Der Schatz in der Surselva - 20minuten
Christian Geiger, Geschäftsführer von Pronatura Graubünden, äussert vor allem Bedenken, was die Deponie des Aushubs angeht: «Der Abraum wird um Potenzen höher sein, als tatsächlich Gold vorhanden ist.» Wohin also mit all dem Schutt?...
KANTON BERN: Weniger Engpässe, mehr Durchlässe - Wochen-Zeitung
14.05.2009 egs Am Samstag tagte die Delegiertenversammlung von Pro Natura Bern in Langnau. Die Delegierten verabschiedeten eine Resolution mit dem Titel «Weniger Engpässe, mehr Durchlässe – Lebensräume sollen für Wildtiere besser vernetzt werden»....

Pro Natura

Pro Natura ist eine Schweizerische Naturschutzorganisation. Sie wurde 1909 als Schweizerischer Bund für Naturschutz gegründet und beschäftigte sich zunächst damit, die Pachtzinsen für den Schweizer Nationalpark aufzutreiben. Sie betreut heute über 600 Naturschutzgebiete in der ganzen Schweiz mit einer Gesamtfläche von über 50 Quadratkilometern.

Pro Natura hatte im Jahr 2004 etwa 100.000 Einzelmitglieder. Neben dem Schweizer Nationalpark betreibt Pro Natura Naturschutzzentren in Aletsch, Champ-Pittet und Sihlwald. Daneben macht Pro Natura als Nationalverband Lobbyarbeit in der nationalen und internationalen Umweltpolitik, führt alljährlich die Kampagne zum Tier des Jahres sowie andere gezielte Kampagnen zu einem Umweltthema und bietet auch Jugendarbeit an.

Pro Natura startete 2000 eine Kampagne, neue Nationalpärke in der Schweiz zu gründen. Mit der Kampagne "Befreit unsere Flüsse" setzt sie sich für mehr Lebensraum für Fliessgewässer ein.

Pro Natura ist Teil des weltweiten Netzwerkes Friends of the Earth (FoE). Im Jahr 2009 feiert Pro Natura sein 100-Jahr-Jubiläum. Zu diesem Anlass hat ihr die Schweizerische Post eine Sonderbriefmarke im Wert von 85 Rappen geschenkt.

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Public Eye on Davos

Melanie Winiger an den Public Eye Awards 2008

Die Veranstaltung Public Eye findet seit dem Jahr 2000 alljährlich als eine kritische Gegenveranstaltung zum Jahrestreffen des World Economic Forums (WEF) in Davos statt. Die am Eröffnungstag des WEF durchgeführte Veranstaltung feierte am 28. Januar 2009 ihr 10-jähriges Jubiläum.

Es ist ein Projekt von Nichtregierungsorganisationen aus aller Welt und wird von den Schweizer Organisationen Erklärung von Bern und Greenpeace koordiniert. Bis zum Jahr 2008 war anstatt Greenpeace Pro Natura Mitveranstalter der Aktion. Das Public Eye ist eine Plattform für fundierte Kritik an einer rein Profit orientierten Globalisierung, wie sie von den am WEF vertretenen Konzernen betrieben wird.

Mit den Public Eye Awards werden Konzerne ausgezeichnet, die sich besonders verantwortungslos gegenüber Mensch und Umwelt gebärden. Der Fokus der Public Eye Awards liegt seit 2005 somit auf dem Thema Unternehmensverantwortung/Corporate Social Responsibility (CSR). Neben den Negativpreisen wird jeweils seit 2006 auch ein «Positive Award» für besonders vorbildliches Verhalten verliehen.

Wie im Jahr 2008 ging auch dieses Jahr der Global und People Award an den gleichen Preisträger. Der Preisträger ist diesmal Newmont Mining für ihr Projekt in Ostghana. Das Unternehmen plant dort eine Goldmine zu errichten ohne dabei Rücksicht auf die sozialen und ökologischen Folgen dieses Projekts zu nehmen. Für die Errichtung der Mine würden rund 10'000 Kleinbauern ihr Land verlieren, das wie die Flüsse durch Zyanid kontanimiert und damit unfruchtbar werden wird. Tausende Menschen müssten ohne angemessene Entschädigung zwangsumgesiedelt werden. Die Firma zahlte bisher lediglich lokalen Dorfvorstehern hohe Geldsummen. Zudem würde ein geschütztes Waldgebiet gerodet werden, was die lokale Tier- und Pflanzenwelt gefährden würde.

Der Schweizer Award ging diesmal an den bernischen Grossenergieversorger BKW FMB Energie AG für seine in der Schweiz propagierte Haltung für erneuerbare Energien und Energieeffizienz und sein gleichzeitig geplantes Steinkohlekraftwerk, das einen massiven CO2-Ausstoss verursacht. Da sich der Mehrheitsaktionär Kanton Bern weigert, ein solches Projekt zu finanzieren, sucht sich das Unternehmen nun einfach anderweitig Investoren für sein Projekt.

Weitere für die Awards nominierte Firmen waren BNP Paribas, Nestlé, UBS und Tesco.

Der Positive Award, der dieses Jahr an engagierte Mitarbeiter eines Unternehmens verliehen werden sollte, ging an zwei Gewerkschaftsführer der Gewerkschaft Sintracarbon aus Kolumbien für ihr Engagement für bessere Arbeitsbedingungen in der grössten Kohlemine Südamerikas El Cerrejón. 2006 wurde dadurch ein Gesamtarbeitsvertrag für die Arbeiter erreicht, über dessen Erneuerung seit November 2008 verhandelt wird. Zudem erreichten sie auch, dass bei Umsiedlungen angemessene Entschädigungen gezahlt werden.

Der Publikumspreis sowie der Global-Award wurde dem französischen Staatsunternehmen Areva für die Verschweigung der wahren Gesundheitszustände der Minenarbeiter, die für ihre Tochterfirmen Somaïr und Cominak im Norden Nigers Uran abbauen, verliehen. Die Krankenhäuser würden HIV statt Krebs, der seine Ursache in der radioaktiven Verseuchung von Luft, Wasser und Boden hat, diagnostizieren. Glencore wurde für ihre undurchsichtige Geschäftspraxis und inakzeptable Arbeiterrechte in kolumbianischen Kohleminen mit dem Swiss Award „ausgezeichnet“.

Der Positive-Award ging an das grösste deutsche Naturtextilienversandhaus Hess Natur für das soziale und ökologische Engagement des Unternehmens, das auf einen fairen Handel seiner Rohstoffe achtet.

Bridgestone erhielt den Award für die katastrophalen Arbeitsverhältnisse bei einer Tochterfirma in Liberia. Die Arbeiter müssen in Lehmhütten wohnen, die Kinder müssen bereits arbeiten gehen (Kinderarbeit) und hantieren ungeschützt mit hochgiftigen Materialien. Novartis erhielt den Award für die Patentierung des Krebsmedikamentes Imatinib, womit sie die indische Generikaproduktion stoppte. Dadurch konnten sich weltweit zehntausende Menschen das Medikament nicht mehr leisten, welches das Fortschreiten ihrer tödlichen Blutkrebs-Krankheit verlangsamt hatte – das Produkt von Novartis war zehn Mal teurer.

Coop bekam den Positive-Award für sein Engagement für biologische Produkte und Anbau in der Schweiz.

Chevron hat 30 Jahre lang aus Kostengründen in Ecuador hochgiftiges Abwasser in den Amazonas fließen lassen statt es wie zu dieser Zeit üblich in die Erde zurückzupumpen und weigert sich heute für die Folgen in der Umwelt und bei der Gesundheit der Menschen aufzukommen. citigroup erhielt seinen Award für die skrupellose Unterstützung von Steuerhinterziehern. Walt Disney produziert sein Spielzeug in China und gibt die Namen der Herstellerfirmen nicht preis und schützt diese damit vor Kontrollen.

Der Positive Award wurde für den Einsatz der drei Organisationen gegen eine widerrechtliche Schließung einer Continental-Reifenfabrik in Mexiko verliehen, an der sie alle ihre Forderungen durchsetzen konnten.

Dow erhielt den Award für die Zurückweisung jeglicher Verantwortung für die Katastrophe von Bhopal 1984, an dessen Folgen die Bewohner der Stadt bis heute leiden. Dow ist mit dem für das Unglück verantwortlichen Unternehmen fusioniert. Shell erhielt den Award für die offene Gasverbrennung in Nigeria in Wohngebieten, die Tag und Nachts läuft. Wal-Mart lehnt die Verantwortung für die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferfirmen ab und will davon nichts wissen. Und die KPMG bekam ihren Award für die Ermunterung ihrer Kunden zur aggressiven Steuervermeidung.

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Bodensee-Stiftung

Die Bodensee-Stiftung ist eine internationale Stiftung für Natur und Kultur mit Sitz in Radolfzell. Ziel ist die Sensibilisierung der Wirtschaft in der Bodenseeregion für eine umweltgerechte Entwicklung.

1994 entstand die Bodensee-Stiftung aus dem "Bodensee-Umweltschutzprojekt" der Deutschen Umwelthilfe. Weitere Stifter sind die deutschen, österreichischen und Schweizer Umweltorganisationen Pro Natura Schweiz, World Wide Fund for Nature Schweiz, der österreichische Naturschutzbund, der Naturschutzbund Deutschland und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Die Bodensee-Stiftung koordiniert zudem den Umweltrat Bodensee, ein Zusammenschluss von knapp 20 regionalen Umwelt- und Naturschutzgruppen rund um den Bodensee.

Die Bodensee-Stiftung arbeitet projektorientiert zu verschiedenen Handlungsfeldern. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind Business & Biodiversity, Kommunales Nachhaltigkeitsmanagement, Renaturierung von Auenwäldern, Naturschutzorientierte Landwirtschaft sowie Nachhaltige Biomassenutzung. Die Bodensee-Stiftung arbeitet dabei eng mit Akteuren aus Wirtschaft, Fachverwaltungen, Kommunen, Politik und weiteren Interessenvertretern zusammen. Die Bodensee-Stiftung vertritt die internationale Bodenseeregion als Gründungsmitglied im weltweiten Seenetzwerk Living Lakes.

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Allianz Stopp Atom

Die Allianz Stopp Atom ist ein Zusammenschluss von 32 Umweltorganisationen, Parteien und weiteren Interessensgruppen aus der Schweiz und ihren Nachbarländern. Sie entstand als Reaktion auf die Pläne der Schweizer Stromkonzerne Axpo, Atel und BKW zum Bau neuer Atomkraftwerke. Ihr Ziel ist die Verhinderung der geplanten Bauten und die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Sie umfasst z. B. mit der Sozialdemokratischen Partei eine Regierungspartei, die grössten Umweltorganisationen der Schweiz, wie z. B. den WWF, Pro Natura und Greenpeace und Organisationen, die im Umkreis der bestehenden Atom- bzw. Kernkraftwerke tätig sind.

Grundstein des Netzwerks ist eine im August 2007 unterzeichnete gemeinsame Erklärung. Die zusammengeschlossenen Organisationen verfolgen eine gemeinsame Strategie und stimmen ihre einzelnen Aktivitäten auf diese Strategie ab, ohne dass die Allianz bei allen Aktivitäten ihrer Mitglieder zwangsläufig namentlich auftritt. So veranstaltet z. B. die Mitgliedsorganisation Schweizerische Energiestiftung regelmässig Fachtagungen die Themen der Strategie der Allianz aufgreifen, ohne die Allianz namentlich zu nennen.

Die Allianz hat am 4. Dezember 2008 angekündigt, im Falle einer Zustimmung des Schweizerischen Parlaments zu den eingereichten Rahmenbewilligungsanträgen für den Bau von drei neuen Kernkraftwerken in der Schweiz das fakultative Referendum zu ergreifen. Sollte es ihr gelingen, die dafür notwendigen Unterschriften zu sammeln und die daraus resultierende Volksabstimmung zu gewinnen, wäre der von den Stromkonzernen Atel, Axpo und BKW geplante Neubau von Atomkraftwerken in Beznau, Gösgen und Mühleberg bis auf Weiteres nicht möglich.

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Aletschwald

Aletschwald unterhalb der "Villa Cassel (2005)"

Der Aletschwald ist ein einzigartiges subalpines Schutzgebiet, das im Schweizer Kanton Wallis auf dem Gemeindegebiet von Riederalp im Bereich oberhalb der Zunge des Aletschgletschers liegt. Der Wald befindet sich am nördlichen und nordwestlichen Hang von Moosfluh und Hohfluh in einer Höhenzone von 1600 bis 2200 m ü. M.

In seinem oberen Teil besteht der Aletschwald aus locker stehenden Arven und Lärchen, durchsetzt mit alpinen Zwergsträuchern wie Alpenrosen, Erika und Heidelbeersträuchern, mancherorts sind auch Hochmoore zu finden. Im unteren, westlichen Bereich mit dichterem Wald gesellen sich Fichten dazu.

Einzigartig am Aletschwald sind die verschiedenen Stadien der Neubesiedlung der vom Gletscher freigegebenen Seitenmoränen durch die Pflanzen. So kann man auf kurzer Distanz alle Stadien der subalpinen Pflanzensukzession von den ersten Moospolstern und Steinbrechgewächsen bis hin zu den etablierten, uralten Arvenbäumen beobachten. Charakteristische, im Aletschwald vorkommende Tierarten sind die Gämse, das Birkhuhn und der Tannenhäher.

Der 1933 unter Schutz gestellte Aletschwald ist gut erforscht. Seit Dezember 2001 gehört er zusammen mit dem Grossen Aletschgletscher zum UNESCO-Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn. Auf der Riederfurka oberhalb des Waldes steht das Naturschutzzentrum Villa Cassel der Pro Natura (vormals Schweizerischer Bund für Naturschutz SBN). Der Wald kann von Wanderern besucht werden, er ist mit schönen Wanderwegen ausgestattet, die allerdings nicht verlassen werden dürfen.

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Vallée des Ponts

Vallée des Ponts bei La Sagne

Das Vallée des Ponts, offiziell auch als Vallée de La Sagne bezeichnet (im Kanton Neuenburg praktisch nur unter letzterem Namen bekannt), ist ein rund 18 km langes abgeschlossenes Hochtal auf 1000 m ü. M. im Neuenburger Jura, im Kanton Neuenburg der Schweiz. Der Name hat nur im entfernten Sinn etwas mit Brücken zu tun. Er weist auf die Holzwege und -stege hin, die früher nötig waren, um das Hochmoor zu überqueren.

Aus geologischer Sicht bildet das Vallée des Ponts eine Synklinale zwischen zwei Juraketten, der Kette des Grand Som Martel und Mont Sagne im Westen sowie derjenigen von Mont Racine und Tête de Ran im Osten. Die völlig abgeschlossene Synklinale ist im unteren Teil mit Molasse aus dem Tertiär gefüllt. Darüber legte sich das Moränenmaterial der eiszeitlichen Gletscher. Messungen ergaben eine bis zu 400 m mächtige Sedimentationsschicht. Da einige dieser Schichten wasserundurchlässig sind, bildete sich im Lauf der Zeit ein ausgedehntes Hochmoor. Das Bois des Lattes ist das grösste gewölbte Torfmoor der Schweiz. Die Torfmoore des Vallée de la Sagne wurden bis vor noch nicht langer Zeit ausgebeutet, doch die Neuenburger Naturschützer, vorab Archibald Quartier, setzten sich vehement für den Schutz dieser Moore ein.

Das Tal erstreckt sich gemäss der allgemeinen Streichrichtung des Juras im Gebiet von Neuenburg von Nordosten nach Südwesten. Es beginnt auf rund 1150 m ü. M. auf der Höhe zwischen La Chaux-de-Fonds und dem Passübergang Vue des Alpes. Während der ersten 4 km ist der Talboden etwa 500 m breit und fällt bis auf eine Höhe von 1040 m ü. M. leicht ab. Südwestlich von La Sagne öffnet sich das Tal auf eine Breite von 1 km, um im weiteren Verlauf immer breiter zu werden, bis bei Les Ponts-de-Martel die maximale Breite von 3 km erreicht wird. Dabei ist der Talboden völlig eben auf einer Höhe von 1000 m ü. M. Den südwestlichen Abschluss bildet der Riegel von La Côte des Emposieux und Combe Varin, der nur rund 30 bis 70 m höher als der Talboden liegt. Südlich dieses Riegels fällt das Gelände steil 300 m zum unteren Val de Travers ab.

Der oberste Teil des Vallée des Ponts weist kein oberirdisches Fliessgewässer auf. Wichtigster Bach ist der Bied, teilweise auch Grand Bied, der in der Combe des Quignets, einem Erosionstal am Westhang der Tête de Ran, entspringt. Er tritt bei La Sagne mit einem kleinen Aufschüttungsfächer in das Haupttal ein und fliesst dann – heute grösstenteils korrigiert und begradigt – nach Südwesten. Bei Les Ponts-de-Martel senkt er sich leicht in die Torfschichten ein. Hier ist sein Lauf noch weitgehend natürlich mit zahlreichen Mäandern. Aus der Gegenrichtung nimmt er den ebenfalls Bied genannten Seitenbach auf und wechselt ab der Mündung seine Fliessrichtung abrupt nach Nordwesten, wobei er sich in Mäandern durch ein bis zu 10 m tiefes Tälchen windet. Bei Le Voisinage, einem Ortsteil von Les Ponts-de-Martel, verschwindet der Bach in einem Versickerungstrichter. In der Nähe dieses Trichters befinden sich nahe beieinander drei bis zu 20 m tiefe Dolinen. In einer dieser Dolinen wird mit 978 m ü. M. der tiefste Punkt des Vallée des Ponts erreicht.

Das versickerte Wasser erscheint ungefähr 4 km südlich und 270 m tiefer bei der Ortschaft Noiraigue als Karstquelle wieder an der Oberfläche und fliesst nach nur rund 500 m Laufstrecke in die Areuse.

Das Gebiet des Vallée des Ponts teilen sich drei Gemeinden: das Regionalzentrum Les Ponts-de-Martel im Westen, Brot-Plamboz im Südosten und das Strassenzeilendorf La Sagne im Nordosten. Der oberste Teil der Talschaft gehört zum Gemeindeboden der Stadt La Chaux-de-Fonds, und im äussersten Südwesten besitzt auch die Gemeinde Travers einen kleinen Anteil. Im Hochtal leben 2465 Einwohner (Ende 2003), von denen 94.5 % Französisch und 3.3 % Deutsch als Muttersprache angeben.

Erste Rodungen im Bereich des Hochtals wurden gegen Ende des 12. Jahrhunderts unter den Herren von Valangin unternommen. Weil diese das Gebiet unter ihre Herrschaft bringen wollten, sicherten sie den Kolonisten weitgehende Steuerfreiheit zu. Die Landnahme und Urbarmachung begann Anfang des 14. Jahrhunderts durch Emigranten aus dem Kanton Waadt, später kamen auch Siedler aus dem Val de Ruz hinzu. Siedlungen entstanden bevorzugt am westlichen Talrand (auf der Sonnenseite) und auf den angrenzenden Hängen, während die östliche Talseite nur kleine Hofsiedlungen aufweist.

Die Bewohner lebten hauptsächlich von der Weidewirtschaft. Seit dem 15. Jahrhundert wurde im Moorgebiet Torf gestochen, der als Brennstoff für die Herde und Öfen diente. Dies geschah zuerst nur für den Eigenbedarf, ab dem 18. Jahrhundert wurde aus dem Torf zunehmend ein begehrtes Handelsprodukt. Hauptabnehmer waren die umliegenden Städte La Chaux-de-Fonds, Le Locle und Neuenburg. Seinen Höhepunkt erreichte der Torfabbau während der beiden Weltkriege, seither nahm er stark ab und 1991 wurde er ganz eingestellt. Durch den jahrhundertelangen grossangelegten Torfabbau wurden weite Teile des Talbodens um bis zu 3 m abgetragen. Infolge der Entwässerung des Talbodens, wurde viel Wies- und Weideland gewonnen. Nur der südwestliche Teil ist heute noch moorig, und der einzige naturbelassene Teil mit Kiefern- und Birkengehölzen und typischen Hochmoorpflanzen bildet das Gebiet Bois des Lattes, das unter Naturschutz steht. Hier werden auch wissenschaftliche Untersuchungen durch die Universität Neuenburg durchgeführt.

Im Lauf des 18. Jahrhunderts wurden im Vallée des Ponts Spinnerei und Spitzenklöppelei in Heimarbeit eingeführt. Gegen Ende des Jahrhunderts kam die Uhrenherstellung dazu, deren Blütezeit während des 19. Jahrhunderts zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führte. Die Erwerbsstruktur im Tal war ganz auf die Uhrenindustrie ausgerichtet. Mit der Krise in diesem Industriezweig ab den 1930er Jahren kam es zu einem bedeutenden Bevölkerungsverlust durch Abwanderung.

Heute sichern sich die Bewohner ihren Lebensunterhalt durch die Landwirtschaft, wobei Viehzucht und Milchwirtschaft sowie Käseherstellung überwiegen. Im industriellen Bereich haben der Bau von landwirtschaftlichen Maschinen und das Baugewerbe eine gewisse Bedeutung. Viele Erwerbstätige sind auch Wegpendler und arbeiten in den umliegenden Städten.

Das Vallée des Ponts wird von der Hauptstrasse von Neuenburg über den Pass La Tourne nach Le Locle durchquert. Entlang beider Talränder führen Kantonsstrassen, welche die Siedlungen und Weiler miteinander verbinden. Les Ponts-de-Martel ist Endstation einer Schmalspurbahn, die am 26. Juli 1889 eingeweiht wurde und das Dorf mit La Chaux-de-Fonds verbindet.

Das Tal und die angrenzenden Höhen sind Ausflugsziele für Naturliebhaber und Erholungssuchende. In den letzten Jahren wurde von Pro Natura ein Moorerlebnispfad eingerichtet, der sowohl die Natur als auch die Kulturgeschichte beleuchtet. Im Winter eignet sich das Gebiet optimal für den Langlaufsport.

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Cheseaux-Noréaz

Karte von Cheseaux-Noréaz

Cheseaux-Noréaz ist eine politische Gemeinde im Distrikt Jura-Nord vaudois des Kantons Waadt in der Schweiz.

Cheseaux-Noréaz liegt 3 km östlich der Bezirkshauptstadt Yverdon-les-Bains (Luftlinie). Der Weiler Cheseaux erstreckt sich auf einer Geländeterrasse über dem Südufer des Neuenburgersees, während Noréaz am Nordabhang des Montéla an aussichtsreicher Lage rund 100 m über dem Seespiegel liegt.

Die Fläche des 6.1 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt am Südufer des Neuenburgersees. Der Gemeindeboden erstreckt sich vom Seeufer südwärts über einen breiten schilfbestandenen Uferrandstreifen und einen Steilhang bis auf die Terrasse von Cheseaux-Noréaz. Ganz im Süden umfasst das Gebiet den waldbedeckten Abhang des Montéla, an dem mit 616 m ü. M. der höchste Punkt von Cheseaux-Noréaz erreicht wird. Im östlichen Gemeindeteil befindet sich der ausgedehnte Wald Bois Clos auf dem Ausläufer des Montéla, der vom Bachlauf des Ruisseau de l'Epena begrenzt wird. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 10 % auf Siedlungen, 52 % auf Wald und Gehölze, 27 % auf Landwirtschaft und rund 11 % war unproduktives Land, darunter das ausgedehnte Schilfgebiet entlang des gesamten zur Gemeinde gehörigen Ufers des Neuenburgersees.

Cheseaux-Noréaz besteht aus den beiden Weilern Cheseaux und Noréaz. Dazwischen hat sich ein grösseres Einfamilienhausquartier entwickelt, das lückenlos mit dem Siedlungsgebiet der Stadt Yverdon-les-Bains zusammenhängt. Ferner gehören einige Einzelhöfe zur Gemeinde. Nachbargemeinden von Cheseaux-Noréaz sind Yverdon-les-Bains, Cuarny, Villars-Epeney und Yvonand.

Mit 483 Einwohnern (Ende 2007) gehört Cheseaux-Noréaz zu den kleinen Gemeinden des Kantons Waadt. Von den Bewohnern sind 92.4 % französischsprachig, 5.1 % deutschsprachig und 0.8 % englischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Cheseaux-Noréaz belief sich 1850 auf 156 Einwohner, 1900 auf 132 Einwohner. Nachdem die Bevölkerung bis 1960 auf 98 Personen abgenommen hatte, wurde eine rasante Bevölkerungszunahme mit einer Verfünffachung der Einwohnerzahl innerhalb von 40 Jahren verzeichnet.

Cheseaux-Noréaz war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Heute haben der Ackerbau und die Viehzucht nur noch eine untergeordnete Bedeutung in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze gibt es im lokalen Kleingewerbe und vor allem im Dienstleistungssektor. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich das 1975 eröffnete CESSNOV (Centre d'enseignement secondaire supérieur du Nord vaudois), ein grosses, für rund 1000 Schüler konzipiertes Schulzentrum für die Stadt Yverdon.

Der damalige Schweizerische Bund für Naturschutz (heute Pro Natura) kaufte 1984 das Schilf- und Sumpfgebiet La Grande Cariçaie entlang des Neuenburgersees sowie das nahegelegene Schloss Champ-Pittet. 1985 wurde darin ein Informationszentrum für Naturschutz eröffnet, und seit 1991 befindet sich in Champ-Pittet der Westschweizer Sitz der Pro Natura. Im Schilfgebiet wurde ein kleiner Aussichtsturm zur Vogelbeobachtung errichtet.

In den letzten Jahrzehnten hat sich Cheseaux-Noréaz am Rand der Stadt Yverdon zu einer Wohngemeinde entwickelt. Zahlreiche Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die vor allem in der Bezirkshauptstadt arbeiten.

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen, obwohl sie abseits der Durchgangsstrassen liegt. Der Autobahnanschluss Yverdon-Sud an der 1981 eröffneten A1 (Lausanne-Yverdon) ist rund 4 km vom Ortskern entfernt. Dank des Schulzentrums hat Cheseaux-Noréaz eine Busverbindung mit dichtem Fahrplan zum Bahnhof von Yverdon.

Die erste urkundliche Erwähnung von Cheseaux erfolgte 1174 unter dem Namen Chesaut, später erschien auch die Bezeichnung Chesaulx. Das altfranzösische Wort chesal bezeichnet die Ruinen eines Gebäudes. Noréaz wird 1177 erstmals als Nobraia genannt, abgeleitet vom altfranzösischen Wort noier (Nussbaum).

Cheseaux und Noréaz gehörten seit dem Mittelalter zur Herrschaft Belmont. Auch das Priorat Vautravers und seit Ende des 12. Jahrhunderts die Abtei Montheron besassen Grundrechte auf dem Gemeindegebiet. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 kamen Cheseaux und Noréaz unter die Verwaltung der Landvogtei Yverdon. Weil Cheseaux 1764 nur noch aus drei Gütern bestand und die Nachbargemeinde Noréaz sich weigerte, selbständig zu werden, kam es 1765 zur Fusion der beiden Weiler. Von 1789 bis 1798 wurde Cheseaux-Noréaz unter die direkte Verwaltung von Bern gestellt. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte die Gemeinde von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde sie dem Bezirk Yverdon zugeteilt.

Cheseaux-Noréaz besitzt keine eigene Kirche, es gehört zur Pfarrei Yverdon. Der Herrensitz Champ-Pittet wurde 1789–1791 im Stil des Klassizismus erbaut, im Auftrag von Frederick Haldimand. Heute beherbergt er ein Naturschutzzentrum von Pro Natura.

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Source : Wikipedia