Preisvergleich
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CNET
CNET Networks Inc. ist ein weltweit tätiges Medienunternehmen, die Zentrale ist in San Francisco. CNET wurde 1992 von Halsey Minor und Shelby Bonnie gegründet. Die Aktiengesellschaft war bis zur Übernahme durch CBS Corporation an der NASDAQ notiert unter dem Symbol CNET.
Am 15. Mai 2008 wurde CNET Networks für 1,8 Milliarden US-Dollar von der CBS Corporation übernommen.
CNET Networks erzielte 2007 einen Umsatz von 405 Millionen US-Dollar und einen Gewinn vor Abschreibungen in Höhe von 176 Millionen US-Dollar. 148 Millionen Nutzer erzeugen etwa 83 Millionen Seitenaufrufe am Tag. Ende 2007 beschäftigte CNET Networks weltweit 2.700 Mitarbeiter.
CNET Networks erzielt Einnahmen aus zwei Hauptquellen. Am wichtigsten sind die Marketing Services, also der Verkauf von Anzeigen, Downloads und Preisvergleichen. Zudem werden Lizenzen für Produktdaten von CNET Channel und andere kostenpflichtige redaktionelle Inhalte vergeben. Eine Nebenrolle spielte das klassische Print-Verlagsgeschäft mit Zeitschriften in China.
1992 entstand CNET, nachdem Halsey Minor (Russel Reynolds) und Shelby Bonnie (Tiger Management) gemeinsam die Idee entwickelten, eigenständige Online-Inhalte mit einem ganztägigen Kabelkanal rund um Computer und Technologie zu verbinden. 1993 stieg Shelby Bonnie komplett in das von Halsey Minor inzwischen gegründete Unternehmen CNET ein und investierte in die Geschäftsentwicklung. Das Unternehmen siedelte von New York nach San Francisco um, damit eine größere Nähe zum Silicon Valley und der expandierenden Technologie-Szene bestand.
Mitte der neunziger Jahre produzierte CNET diverse Fernsehsendungen über Computer, Technologie und das aufkommende Internet. Die Programme nannten sich CNET Central, The Web, The New Edge und später TV.com sowie News.com, das 1999 bei CNBC live ging und 2001 wieder eingestellt wurde.
1996 fand der Börsengang statt. Mit dem neuen Kapital wurden die Dienste Search.com, News.com, Gamecenter.com und Download.com gestartet. Die Internet-Domänen Kids.com, Events.com, Chat.com, Radio.com und TV.com wurden reserviert. 1997 startete mit SNAP! ein Internet-Einsteigerdienst, der sich zur Konkurrenz für AOL entwickelte und 1998 von NBC übernommen wurde. Im Jahr 1997 wurden mit Computers.com zum ersten Mal im Internet Kaufberatung und Preisvergleich in einem Dienst integriert. 1998 wurde Computers.com ergänzt um das Portal Shopper.com, welches tagesaktuelle Preisvergleiche für über 100.000 Technologie-Produkte lieferte. 1999 legte CNET den Grundstein für das Produktdatengeschäft mit der Übernahme des Schweizer Unternehmens GDT, inzwischen bekannt unter CNET Channel.
Anfang 2000 übernahm CNET Networks den Preisvergleichs-Service mySimon und Ende 2000 das Unternehmen ZDNet, das heute nichts mehr mit dem ursprünglichen Namensgeber Ziff Davis zu tun hat, der sein europäisches Zeitschriftengeschäft mit PC Professionell, PC Direkt und Internet Professionell 2001 an VNU Business Publications veräußert hat. Shelby Bonnie wechselte auf den CEO-Posten, der Gründer Halsey Minor widmete sich neuen Investments.
Als Vorsitzender des Internet Advertising Bureau (IAB) setzte Shelby Bonnie weltweit neue interaktive Werbeformen durch, die das klassische Banner ablösen konnten und heute als Industriestandard gelten. CNET gab Anfang 2001 den klassischen Rundfunk (Broadcast TV und Radio) auf und setzte voll auf Breitbandmedien (Radio, Podcasting, Streaming Video). Mitte 2001 übernahm CNET die TechRepublic von Gartner und baute diese Community für IT-Profis auf über vier Millionen Mitglieder aus. MP3.com und TV.com wurden seit Anfang 2005 neu positioniert und bildeten zusammen mit Gamespot.com und GameFAQs.com sowie Metacritic die CNET Games, Entertainment, Lifestyle Group.
Anfang 2006 ging CNET Channel mit DCI und AEINS strategische Allianzen ein, damit Shopbetreiber, Distributoren, Hersteller sowie Einkäufer verbesserte Produktdaten erhalten können.
Im Oktober 2006 übernahm Neil Ashe den CEO-Posten von Bonnie, der sich auf seine Rollen als Board-Mitglied und Investor konzentriert.
CNET verfügt über bekannte Internet-Domänen wie download.com, upload.com, news.com, tv.com, mp3.com, computers.com und search.com.
Regionale Angebote gibt es in Südostasien, Australien, Japan, Taiwan, England, Frankreich, Deutschland und Nordamerika.
Bestattung
Bestattung ist die nach dem Tod eines Menschen (seltener auch für Tiere) vorgenommene längerfristige Bewahrung des toten Körpers oder bestimmter Überreste, wie der Asche oder bestimmter Körperteile. Bestattung und Beisetzung wird im allgemeinen Sprachgebrauch nicht streng getrennt, sinnübergreifend werden auch Beerdigung und Begräbnis genutzt.
Bestattung ist der Oberbegriff, der durch Zusammensetzungen weiter untersetzt ist. So ist der besondere Prozessablauf des Einäscherns als Feuerbestattung benannt. Besondere Vorgehensweisen werden ebenfalls durch Wortzusammensetzungen genauer bezeichnet: Seebestattung, Baumbestattung.
In Deutschland gilt seit Mitte des 20. Jahrhunderts Beisetzung als Begriff für das Einbringen der Urne nach der Einäscherung. Das Einbringen des Sarges in die Gruft wird als Beerdigung, oder Erdbestattung bezeichnet. Bevorzugt im Süden des deutschsprachigen Raums ist nach Art und Weise die Bezeichnung Gruftbestattung üblich.
Die Leichenschau ist die amtliche Feststellung des Todes.
Die Bestattung beginnt mit der Abschiednahme vom Toten, dies kann durch Leichenwaschung, Ankleiden, Einsargen begleitet sein.
Der nächste Schritt der Bestattung ist meist eine würdig gestaltete, ritualisierte Zeremonie zur Erinnerung an den Verstorbenen. Diese zur Beerdigung kann als Gottesdienst in Kirche oder Kapelle oder in weltlicher Form als Totenfeier in der Feierhalle stattfinden. Hierbei wird mittels Musik oder Redner die Erinnerung an den Verstorbenen wahrgenommen. In manchen Fällen gibt es auch eigene Bestattungsformen: Begräbnis mit militärischen Ehren.
Der Prozess der Bestattung wird am Ort der Aufbewahrung - das „Aufnehmen“ - üblicherweise in der Erde, fortgesetzt. Das Herablassen des Sarges in die Gruft ist die eigentliche Beerdigung oder das Begräbnis. Ist die Gruft, die den Sarg aufnahm, geschlossen: spricht man vom Grab. Bei der Feuerbestattung ist eine Abschiednahme notwendigerweise vor dem Kremieren als Totenfeier möglich. Da vom Verstorbenen nur die mineralische Anteile verblieben ist dies keine Beerdigung im engeren Sinne. Beim Beisetzen der Urne kann noch die Grabrede mit einer Urnenfeier folgen. Beim Begräbnis kann eine weitere Zeremonie auch direkt beim Einsetzen des Sarges erfolgen: Beileidserklärung der Anwesenden gegenüber den engsten Verwandten.
Das Präparieren einer Leiche zu wissenschaftlichen oder medizinischen Zwecken ist keine Bestattung, da der Tote vorher entwidmet wird.
Die rituellen Bestattungsformen der Frühgeschichte waren ein erstes Anzeichen für Kultur und durch Grabfunde und deren Beigaben Beweis für einen Kulturkreis. Beispiele sind die Pyramiden von Gizeh und die Hockergrab-Kultur.
Beisetzung und Bestattung werden umgangssprachlich häufig gleichgesetzt. Sprachgeschichtlich ist der Begriff Beisetzen aber seit dem 15. Jahrhundert belegt und wesentlich älter als der Begriff Bestattung, denn die Grundbedeutung „etwas neben anderes hinzusetzen, hinzufügen“ geht der speziellen Bedeutung „begraben, bestatten“ um etwa 200 Jahre voraus. Die heutige Bedeutung der Bestattung kam erst im 17. Jahrhundert auf und bedeutet „den sterblichen Überresten eine Statt gebend“. Der Begriff Bestatten war allerdings im Mittelhochdeutschen schon seit dem 12. Jahrhundert im anderen Sinne eines „an die Statt bringen“, „Anstatten“ oder auch „Ausstatten“ bekannt.
Die heute etwas umgangssprachlich profane Bezeichnung des Begrabens hat sich gesellschaftlich nicht durchsetzen können, war aber früher wesentlich weiter verbreitet und ist beispielsweise im christlichen Glaubensbekenntnis („gestorben und begraben“) zu finden. Dem Substantiv von begraben, dem Begräbnis, erging es demgegenüber sprachgeschichtlich besser, es stellt auch heute noch eine populäre Sprachform dar.
Der Begriff Beerdigung leitet sich von der seit Jahrtausenden im Judentum, Christentum und Islam gebotenen Bestattungform her: Der Leichnam wird „der Erde anvertraut, damit er wieder zu Erde werde, davon er genommen ist“.. Deswegen wird vor allem der Begriff Beerdigung für eine religiös motivierte Erd-Bestattung verwendet, ist sprachlich aber gleichbedeutend.
Im nordbadischen Sprachraum und auch im Meißnischen ist „Leiche“ für die Zeremonie des Begräbnisses in Benutzung, eingeschlossen die Nachfeier. Daraus erklärt sich die Bezeichnung „Leichenschmaus“. Diese Feier steht in Ergänzung zur vorherigen Erinnerung, mit einer Rede über Toten. Das anschließende besinnliche Beisammensein dient der geselligen Erinnerung an das Leben des Verstorbenen und der Trauerbewältigung für die Hinterbliebenen.
Eine Reihe von gesetzlichen und hygienischen Vorschriften geben vor, wie Bestattungen durchgeführt werden müssen.
In Deutschland ist das Bestattungswesen durch Landesbestimmungen gesetzlich geregelt, dazu gehören Bestattungsgesetze, Friedhofsgesetze, Leichenverordnungen. Kommunal oder durch die Religionsgemeinschaft werden diese Vorschriften in Friedhofsordnungen umgesetzt. Aus diesen Regelungen geht insbesondere hervor, dass Verstorbene auf den dafür vorgesehenen öffentlichen Friedhöfen beigesetzt werden müssen. Es können Einschränkungen zum Kreis der zu Bestattenden getroffen sein. Alternative Bestattungsformen wie die Beisetzung in einem Friedwald stellen dagegen noch sehr seltene Ausnahmen dar.
In Österreich werden die Friedhofsordnungen von den Friedhofsverwaltungen erlassen. Diese können in der Hand einer Glaubensgemeinschaft oder der Kommune sein. Erst in den letzten Jahren wurde auch das Bestattungswesen dahingehend liberalisiert, dass ein jeder, der über den Befähigungsnachweis für das Gewerbe verfügt, ein Bestattungsunternehmen eröffnen kann. Bis 2002 war für die Erlangung einer Konzession der Nachweis des Bedarfs nötig. Durch diese Zugangsbeschränkung wollte der Gesetzgeber einen unschönen Konkurrenzkampf unterbinden. Der Wegfall dieser Bedarfsprüfung nützt in erster Linie großen überregional tätigen Unternehmen, welche mit finanzstarken Investoren im Hintergrund versuchen, kleinere Unternehmen „auszusitzen“. Derartige Entwicklungen sind bereits in Kärnten und der Steiermark zu beobachten.
Es ist jedem Bestattungsunternehmer in Deutschland möglich, Begräbnisse im gesamten Bundesgebiet durchzuführen. Durch die Kommerzialisierung des Gewerbes kann es aber zu internen Regelungen zum Gebietsschutz kommen. Örtlich kann vom Gewerbeamt eine Neugründung eingeschränkt sein, wenn der „Bedarf“ bereits gedeckt ist. Der zur Totenfürsorge Berechtigte kann den Bestatter frei wählen. In den meisten Fällen ist es sinnvoll ein Unternehmen aus der Nähe zu beauftragen. Preisvergleiche und Vertrauenswürdigkeit sind Auswahlkriterien. Die Bestattungsvorsorge durch den Verstorbenen hat bei der Wahl unbedingten Vorrang.
Es ist in Deutschland wie in Österreich verboten, Bestattungsfeiern zu stören. In Deutschland liegt der Strafrahmen hierfür bei maximal drei Jahren, in Österreich bei maximal drei Monaten. Rechtsgrundlage in Deutschland ist § 167a StGB.
Die folgenden Formen der Bestattung werden in Amerika, Europa und Asien praktiziert. Die Bestattung erfolgt typischerweise in würdiger Form.
Das Ritual der Bestattung dient vorrangig der Trauerbewältigung der Nachkommen. In unterschiedlichen Kulturkreisen gibt es dafür eigene Formen. Ein Teil dieser Bewältigung ist die Trauerrede oder auch gemeinsame Essen mit dem Toten oder anschließend an die Beerdigung. Je nach der Vorstellung über ein Weiterbestehen, Wiederaufleben oder Vergänglichkeit nach dem körperlichen Tod ergeben sich unterschiedliche Bestattungsgewohnheiten oder Bestattungsvorschriften.
Die Abschiednahme am offenen Sarg kann in verschiedenen Formen erfolgen. In Deutschland ist dies in Schauräumen möglich, oft wird die Zustimmung des lokalen Gesundheitsamtes gefordert. Die Begleitung im offenen Sarg bis zur Gruft ist hier nicht möglich. In Russland, in Großbritannien und in den USA bei ausgewählten Glaubensgemeinschaften ist es erlaubt oder üblich. Die Hintragung zum Grab im offenen Sarg (Armenien) oder mit einem Sargfenster über dem Kopf (etwa in Mexiko) sind kulturbedingte Varianten.
Die Bestattung ist abgeschlossen sobald das benannte Ritual endet. Nachfolgende Vorgänge gehören nicht mehr zur Bestattung. Das Aufstellen von Grabmalen in unterschiedlicher Ausführung, auch mit Aufschriften und das Anlegen von Grabanlagen gehören nicht zur Bestattung. Kommt es wegen der Umsiedlung der Nachkommen, Friedhofsschließungen oder aus anderen Gründen zur Umbettung können die Bestattungsriten wiederholt werden, wenn die Vorstellung einer Wiederbestattung besteht.
Falls der Verstorbene keiner Religionsgemeinschaft angehört hat oder eine religiöse Feier zur Bestattung nicht gewünscht wird, kann im Rahmen der Bestattung eine weltliche Trauerfeier stattfinden, die meist von einem freien Trauerredner oder auch einem Redner einer Weltanschauungsgemeinschaft geleitet wird.
Angehörige von christlichen Religionsgemeinschaften werden nach ihrem Tode üblicherweise auf Friedhöfen im Rahmen eines Aussegnungsgottesdienstes, einer Begräbnisfeier oder einer kurzen Andacht beigesetzt. Oft erfolgen in der Kirchgemeinde oder im Haus Totenwachen, im Leichenzug wird der Tote dann zum Grab getragen. Glockengeläut und letzte Worte sollen die Himmelfahrt der Seele begleiten und dienen der Trauerbewältigung. Die Unterschiede in den Gewohnheiten katholischer und evangelischer Gläubiger sind dabei wegen der allgemeinen Lebensführung nur noch marginal. Allerdings sind im katholischen Süden Deutschlands, auch in der Schweiz und in Österreich Erdbestattungen anteilig noch häufiger.
Im Islam gibt es genaue Regeln für die Begleitung beim Sterben. Die Gebete, die rituelle Waschung des Leichnams und die Beerdigung sind im Ablauf festgeschrieben. Der oder die Sterbende soll in ruhiger, respektvoller Weise an das Glaubensbekenntnis erinnert werden: »Es gibt keine Gottheit außer Allah, Mohammed ist sein Prophet.« Der Leichnam einer Frau soll von Frauen, der eines Mannes von Männern gewaschen werden. Anschließend wird er in Leinentücher gewickelt. In diesen Tüchern, also ohne Sarg, soll er ins Grab gelegt werden. Rechtsseitig oder auf dem Rücken liegend geht die Blickrichtung nach Mekka. Die Bestattung soll unverzüglich, möglichst noch am Sterbetag, erfolgen. Die Achtung vor dem Toten erfordert die Bestattung vor allen anderen Geschäften. Am Grab soll jede Geschäftigkeit unterbleiben, die Totenruhe sowie die Vermeidung von Personenkult haben Vorrang. Nahezu jede Form des Grabschmucks und der Grabpflege haben zu unterbleiben. Für gläubige Muslime ist die Erdbestattung die einzig mögliche Bestattungsform. Die Feuerbestattung ist im Islam nicht zugelassen.
Die Bestattungsriten erklären sich aus Zeit der Verkündung des Koran, als die arabischen Völker als Hirten und Nomaden in Steppen- und Wüstengebieten lebten. In Deutschland kollidieren die islamischen Bestattungsbräuche mit den rechtlichen, meist staatlichen Regeln einer Gesellschaft mit christlicher Tradition.
Die erste Generation muslimischer Migranten hatte noch starke Bindungen zu ihrer Heimat. Seit den 1970er Jahren sind Erwachsene aus der geschlossenen islamischen Kultur nach Deutschland gezogen. Den Widersprüchen zwischen islamischer Tradition und deutschen Vorschriften ausweichend ließen die Angehörigen in der Regel den Leichnam überführen. Im Heimatland wurde traditionell begraben. Mit der zunehmenden Zahl muslimischer Migranten in Deutschland entstand der Wunsch nach einer Bestattung in Deutschland. Dennoch bestanden die muslimischen Regeln für die Bestattung. Ab Ende der 1990er Jahre entstanden islamische Gräberfelder auf deutschen Friedhöfen.
Grundsätzlich ist die abweichende islamische Tradition zu beachten.
Die auf deutschen Friedhöfen gesetzlichen Ruhefristen stehen den islamischen Regeln entgegen. Das Nutzungsende könnte auf Antrag jeweils verlängert werden. Dabei ist darauf zu achten, das von Beginn an verlängerbare Grabstellen gewählt werden. Eine streng „ewige Nutzung“ ist so nicht gewährleistet. Die Religionsvorschriften schreiben zwar die ewige Ruhe nur symbolisch vor. Es darf aber keine Fläche sein, die zukünftig nicht pietätsbefangen wäre, also sonstig genutzt wird. Auf islamischen Grabfeldern sollte dies gewährleistet sein.
Das islamischen Gebot, noch am Sterbetag zu bestatten, widerspricht der gesetzlichen, also unabhängig vom Friedhof bestehenden, Vorschrift, nach dem Tod eine Wartezeit bis zur Bestattung einzuhalten, in der Regel mindestens 48 Stunden.
Nach deutschen Bestattungsgesetzen besteht neben dem Friedhofszwang auch eine Sargpflicht für Erdbestattungen. Dies kollidiert mit den religiösen Vorschriften. Meist wird in der Praxis der Leichnam bis unmittelbar ans Grab in einem Sarg transportiert, dann ohne Sarg, nur in den Leichentüchern, ins Grab gelegt. Prinzipiell sind Einzelgenehmigungen aus religiösen Gründen von der jeweils zuständigen Behörde, meist dem Gesundheitsamt, möglich.
Gesonderte Bestattungsunternehmen sind in der Lage die Grundsätze zu erfüllen. Sie verfügen oft über die notwendigen Einzelgenehmigungen. Sind besondere Grabfelder für islamische Bestattungen geschaffen, kann man davon ausgehen, dass auch die Einhaltung der Bestattungsregeln möglich ist.
Da der Tote im Grab bis zum jüngsten Tage ruht sind Erdbestattungen vorgeschrieben. Diese muss so schnell als möglich nach dem Tode erfolgen, da die Seele erst aus der ewigen Ruhe aufsteigen kann. Mit dem Tod sind alle Juden wieder gleich, die Kleider sind weiß und der Sarg eine einfache Holzkiste. Weder mit Musik noch mit Blumen wird die Beerdigung herausgehoben. Gewaschen und bekleidet wird der Tote durch die heilige Bruderschaft. Beim Begräbnis werden Psalmen zitiert und im Kadisch-Gebet die Herrlichkeit Jehovas beschworen. Die Trauergäste werfen Erde auf den Sarg. Die Trauernden werden in der sozialen Gemeinschaft gehalten, es erfolgen gemeinsame Essen und es wird Trost gespendet. Für die Einhaltung der Vorschriften gibt es gesonderte jüdische Friedhöfe, auf vielen städtischen Friedhöfen sind gesonderte jüdische Grabfelder geschaffen, um die ewige Ruhe zu ermöglichen.
So wie dieser Begriff für eine Reihe unterschiedlicher religiöser Vorstellungen und Rituale steht sind die Bestattungsregeln nach Tradition, Familie und Kaste unterschiedlich. Der Tod ist die Reise ins Jenseits, die Reise zu Gott. Der Sterbende soll nicht allein gelassen sein, durch ein Mantra soll er Gott hören. Der Körper des Toten wird gewaschen und es wird ein Totengebet gesprochen. Die Leichen der Verstorbenen werden eigentlich öffentlich verbrannt, was nach dem Bestattungsrecht in Mitteleuropa nicht möglich ist. Hindus werden immer kremiert, die Verbrennung wird in Europa im Krematorium durchgeführt. Die Totenvorbereitung erfolgt im Krematorium, was eine gesonderte Abteilung erfordert. Hindus werden oft nach Indien überführt, um sich traditionsgerecht bestatten zu lassen.
Der Ritus erfordert, dass der Tote zunächst im Hause aufgebahrt wird, auch wenn er im Krankenhaus verstorben ist. Hier erfolgt die Abschiednahme durch Nachkommen und Trauergäste in gemeinsamen Gesängen und Liedern, wie dem Herz-Sutra. Die Abschiedsfeier im Hause erfordert meist eine besondere behördliche Genehmigung. Die Anwesenheit buddhistischer Mönche bei der heimatlichen Abschiedszeremonie mit Gebeten und Ritualen wird deshalb in Mitteleuropa oft in nahegelegene Klöster verlegt. Aber auch die Trauerhalle eines Friedhofes ist grundsätzlich geeignet. Der Tote wird verbrannt und die Asche wird beerdigt, also im Wortsinn der Erde übergeben.
Die Kostentragungspflicht der Bestattung beinhaltet die Verpflichtung, die Kosten zu tragen bzw. dem zu ersetzen, der die Bestattung veranlasst hat. Diese kann öffentlich-rechtlich, so bei der so genannten Ersatzvornahme durch ein kommunales Ordnungsamt entsprechend dem Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes sein oder privat-rechtlich, so wie die Kostentragungspflicht des Erben, gem. § 1968 BGB: „Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.“.
Sind die Bestattungskosten vom Erben nicht zu erlangen, trifft denjenigen die Kostentragungspflicht, der dem Verstorbenen gegenüber unterhaltspflichtig war (§ 1615, § 1615m BGB). Für den Fall, dass eine andere Person für den Tod des Verstorbenen verantwortlich war, sind Erbe und Unterhaltspflichtiger berechtigt, von dieser Person die Bestattungskosten zurückzuverlangen (§ 844 BGB).
Eine verschuldensunabhängige Sonderregelung für tödliche Unfälle im Straßenverkehr enthält das Straßenverkehrsgesetz (§ 10 StVG). Die Krankenkasse zahlt seit 2004 kein Sterbegeld zur Deckung der Bestattungskosten.
Beim Tod der Empfänger von Renten nach dem Bundesversorgungsgesetz wird unter bestimmten Voraussetzungen ein Bestattungsgeld gewährt. Nur wenn alle Zahlungspflichtigen mittellos sind und dies nachweisen, übernimmt auf Antrag das örtliche Sozialamt die notwendigen Kosten der Bestattung (§ 74 SGB XII). Im Falle das kein Nachkomme zu ermitteln ist, der die Kosten zu übernehmen hat, ist das Gesundheitsamt zuständig, da nach deutschem Recht eine Bestattung erfolgen muss.
Wird das Erbe ausgeschlagen, sind auch keine Bestattungskosten zu zahlen. Ist der Erbe allerdings nächster Angehöriger und in dieser Eigenschaft im Rahmen der durch das Bestattungsgesetz geregelten Totenfürsorge bestattungspflichtig, trifft ihn als Bestattungspflichtigen zunächst auch die Zahlungspflicht gegenüber dem Bestatter und der Friedhofsverwaltung.
Findet sich kein anderer Zahlungspflichtiger, verbleiben die Bestattungskosten beim Bestattungspflichtigen.
Für eine nach derzeitigem Verständnis als „würdig“ anzusehende Erdbestattung werden in Deutschland ab 1800 € bis weit über 10.000 Euro aufgewandt.
Die Gebühren des Friedhofsträgers für die Grabstelle sind in Statuten und Verordnungen festgeschrieben. Bei den Gebühren sollte beachtet werden, dass teilweise jährlich Gebühren, andererseits auch eine Gesamtsumme für die Nutzungsdauer gebildet ist.
Die einmaligen Nebenkosten beim Bestatter können allerdings stark schwanken, Bestattungsunternehmen sind Wirtschaftsunternehmen. Durch Paketpreise oder Individualberatung ergeben sich höchst unterschiedliche Kalkulationen. Ein Preisvergleich bei verschiedenen Bestattern sollte nicht nur die Preise einbeziehen, sondern auch der Umgang mit den Angehörigen und eine sach- und fachgerechte Beratung. Die Kosten für den Bestatter, der alle Formalitäten erledigt, können zwischen 700 € und 4000 € liegen.
Ist eine einfache Urnenbestattung ohne Sargfeier geplant, so genügt oft ein preiswerter Verbrennungssarg für knapp 100 Euro. Die ersparten Kosten, statt über 1000 Euro eines teuren Eichensarges, können für andere Ausgaben eingesetzt werden, etwa die Trauerfeier. Der Blumenschmuck einer Urnengemeinschaftsanlage muss wegen der kleineren Fläche bescheidener sein als bei der Bestattung in einem Familiengrab, einer Doppel- oder Dreifachwahlstelle.
Besondere Bestattungswünsche verursachen mitunter höhere Kosten. Für eine Baumbestattung sind leicht abbaubare Urnen nötig, die es in sehr anspruchsvoller Ausführung gibt. Für Wiesen-, sog. Diamantbestattungen, Seebestattungen, Ballonbestattungen bieten Bestatter oft Festpreise, da sie nur Wiederverkäufer sind. Für eine sog. Kryonische Aufbewahrung (Einfrieren) entstehen Kosten bis zu 200.000 $.
Kostengünstig ist eine Körperspende, da die oben aufgeführten Gebühren vom Anatomischen Institut ganz oder teilweise beglichen werden.
Oft wird es beim aktuellen Sterbefall verdrängt, aber auch Bestattungsunternehmen müssen wirtschaftlich arbeiten. Das Bestattungswesen kennt kaum freie Bestatter, die ohne Bindung an die großen Unternehmen sind, mit entsprechenden Vor- aber auch Nachteilen. Deshalb sollte man den Bestatter auch danach wählen, wie er auf den Wunsch des Verstorbenen eingeht. Auch wenn Krankenhäuser und Pflegeheime Verträge mit Bestattungsunternehmen haben steht dem Angehörigen das Recht der freien Wahl des Bestatters zu. Wenn der Hinterbliebene nicht ausdrücklich zustimmte muss er in der Regel die Abholung durch den Vertragsbestatter nicht zu bezahlen.
Anhänger der Kryonik behaupten, dass die Kriterien, anhand derer der Tod in der heutigen Medizin festgestellt wird, fehlerhaft seien. So seien bei vielen Menschen, die für tot erklärt werden, keine körperlichen Veränderungen eingetreten, die ein Weiterleben grundsätzlich ausschlössen, sondern nur Komplikationen, die mit heutigen medizinischen Mitteln nicht behandelt werden könnten. Erst die fehlende Behandlung führe letztlich zu einer endgültigen Vernichtung des betroffenen Menschen. Deshalb konservieren die Kryoniker Menschen und hoffen, dass in Zukunft die Möglichkeit bestehen wird, die nach heutiger Definition Toten zu behandeln und danach ohne weitere Eingriffe am Leben zu erhalten. Hierbei wird häufig auf das früher angewandte Herztodkriterium verwiesen, das sich nach Einführung der Herz-Lungen Maschine als unzureichend herausstellte und durch den Gehirntod ersetzt wurde. Im Gegensatz zur gängigen Lehrmeinung halten Kryoniker einen Menschen erst dann für tot, wenn sich sein Gehirn so weit zersetzt hat, dass die darin gespeicherten Informationen endgültig verloren sind und aus prinzipiellen Gründen auch mit fortschrittlichster Technologie nicht wiederherzustellen sind. Dieser „informationstheoretische“ Tod soll unter Normalbedingungen erst einige Stunden nach dem klinischen Tod eintreten.
Kryonik ist keine Wissenschaft, sondern ein Versuch, Menschen unter Zuhilfenahme begrenzter technischer Mittel am Leben zu erhalten, bis sie von künftigen medizinischen Entwicklungen profitieren können. Die Annahmen der Kryonik können sich also erst in der Zukunft als zutreffend erweisen. Es wäre allerdings grundsätzlich möglich, sie jetzt zu widerlegen, wenn entweder das „Informationstheoretische Todeskriterium“ widerlegt würde oder gezeigt würde, dass eine informationserhaltende Konservierung unmöglich ist oder die durch die Konservierung verursachten Schäden oder die im jeweiligen Fall zutreffenden „Todesursachen“ prinzipiell nicht zu heilen sind.
Alternativ zu den bisherigen Bestattungsformen gewinnt der Gedanke des Naturschutzes Einfluss. Der Trend der Ökobestattungen findet in den USA Verbreitung, einerseits als „alkalische Hydrolyse“ und andererseits in der „Unterwasserbestattung“. Im ersten Falle wird der Verstorbene in einem Edelstahltank in Lauge eingelegt. Im anderen Fall schuf „The Neptun Society“ an der Küste Floridas das „Memorial Reef“. Das ist ein künstliches Riff für bis zu 125.000 Verstorbene, das aus der Asche und 10% Beton geschaffen wurde. Es gilt als umweltfreundlich, da es Korallen und Meerestieren einen Lebensraum bietet.
Hörgerät
Ein Hörgerät dient dazu, Hörverluste bei Schwerhörigen auszugleichen.
Es ist ein wichtiges Hilfsmittel zur sozialen Eingliederung Hörgeschädigter. Von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst, werden Hörgeräte nach einer Verordnung durch den HNO-Arzt vom Hörgeräteakustiker angepasst und sind im Medizinproduktegesetz erfasst.
Die gängigen Versorgungsformen lassen sich in drei Gruppen aufteilen: eine Standard-Versorgung mit Hinter-dem-Ohr-Geräten, Im-Ohr-Geräte für leichte bis mittelgradige Hörverluste und implantierbare Hörsysteme (Knochenleitungsgeräte) für angeborene oder hochgradige Schwerhörigkeiten.
Die Wechselwirkungen zwischen der Hörgerätetechnik und dem Höreindruck sind ein Arbeitsfeld der Audiologie. Die Auswahl, Anpassung und Einstellung von Hörgeräten ist Aufgabe von Hörgeräteakustikern.
Diese Hörgeräte werden „hinter dem Ohr“ getragen, dafür wird neben dem Hörgerät noch eine nach Maß angefertigte Otoplastik (Ohrpassstück) mit einem Schallschlauch benötigt. HdO-Geräte sind in der Lage, Hörschäden am vielfältigsten zu versorgen. Da bei HdO-Geräten mehr Platz für die Elektronik zur Verfügung steht, können bei diesen Geräten vielfältige technische Optionen sowie hohe Verstärkungsleistungen realisiert werden.
Bei starken Hörschäden wird durch den großen Abstand vom Hörgerätemikrofon zum Schallaustritt nahe am Trommelfell eine höhere Verstärkung möglich, da sich dadurch die Rückkopplungsanfälligkeit verringert. Die akustische Rückkopplung führt zu einem lästigen Pfeifen, das bei nicht passendem Ohrpassstück auftritt oder bei schlecht angepassten Geräten auch schon geschehen kann, wenn der Hörgeräteträger mit dem Hörgerät einer Wand zugewendet ist.
Bei leichten Hörschäden besteht die Möglichkeit, den Gehörgang möglichst offen zu halten. Dieses wird erreicht, indem die Otoplastik mit einer Belüftungsbohrung (Venting) versehen wird, die einen Druckausgleich möglich macht. Je nach Verstärkungsbedarf können unterschiedliche Durchmesser zur Anwendung kommen, da aufgrund der individuellen Rückkopplungsneigung Zugeständnisse an den Durchmesser der Bohrung eingegangen werden müssen.
Für den Träger entsteht dadurch generell ein angenehmeres Hörgefühl, da bei größeren Durchmessern der selbst erzeugte Körperschall, nicht mehr an der dem Trommelfell zugewandten Seite der Otoplastik reflektiert wird. Durch diese Reflexionen entsteht ein unangenehmes dumpfes Hörgefühl, da eben dieser tieffrequente Körperschall nicht über den offenen Gehörgang „abfließen“ kann und somit verstärkt wahrgenommen wird. Hierzu zählen der Grundton der eigenen Stimme sowie Kau- und Schluckgeräusche.
In den letzten Jahren ist diese „offene Versorgung“ durch Einführung spezieller Mini-HdO-Geräte mit extrem kleiner Schlauchhalterung groß in Mode gekommen. Diese Spezialgeräte ermöglichen neben der erwähnten Offenheit auch eine besonders unauffällige kosmetische Hörgeräteversorgung. Aufgrund von Schallreflexionen bei besonders gekrümmten Gehörgängen ist jedoch auch hier – trotz digitaler Rückkopplungs-Manager – in manchen Fällen eine rückkopplungsfreie Anpassung nicht möglich, weshalb dann die Anfertigung einer Maßotoplastik mit definierter Zusatzbohrung sinnvoll erscheint. Für die dünnen Schallschläuche hat sich der Fachausdruck "Slim-Tube" in der Hörgerätetechnik durchgesetzt. Neuere Entwicklungen gehen jedoch noch einen anderen Weg: Anstelle des dünnen Schlauches wird ein dünner Draht - also ein elektrisches Kabel - verwendet, und der Hörer (Lautsprecher) des Hörgerätes wird an das Ende des Schallaustritts ausgelagert. Damit handelt es sich um ein HdO-Gerät mit Außenhörer. Diese Technik hat gegenüber der konventionellen HdO-Versorgung den akustischen Vorteil, dass keinerlei Schlauchresonanzen auftreten können. Der Hörer sitzt im Ohr; er wird in den meisten Fällen in eine maßgefertigte Otoplastik eingesetzt. Dies kann durch einfache Steckverbindungen etc. geschehen. Bei Verwendung dieser Maßotoplastik ist die Rückkopplungsneigung äußerst gering, so dass die Geräte mit Außenhörer durchaus auch für stärkere Hörverluste in Frage kommen, sofern im Gerät eine entsprechende Verstärkungsreserve besteht.
Diese Hörgeräte werden „Im Ohr“ getragen. Die Elektronik des Hörgerätes ist dabei in eine individuell angefertigte Hohlschale eingearbeitet und wird in den Gehörgang eingeführt. IdO-Hörgeräte können im Gegensatz zu HdO-Geräten die anatomischen Vorteile des Außenohres nutzen.
ITE: „In-The-Ear“ Das Gehäuse des Hörsystems füllt die Ohrmuschel (Concha) vollständig aus. Das System ist deutlich zu sehen. Aus kosmetischen Gründen kann die Oberfläche auch der Hautfarbe angepasst werden und/oder mit feinen Äderchen versehen werden.
ITC: „In-The-Canal“ Das Gehäuse des Hörsystems schließt mit der Vorderkante des Gehörgangs ab. Die Frontplatte wird so weit wie möglich nach hinten gekippt, um einen großen Betrachtungswinkel für unauffälliges Tragen zu erreichen. Die Ohrmuschel bleibt frei.
CIC: „Complete-In-Canal“ Das Gehäuse endet innerhalb des Gehörganges und ist dadurch von außen kaum zu sehen. Diese Geräte haben meistens einen Nylonzugfaden, um das System wieder aus dem Gehörgang ziehen zu können. Dieses ist die kosmetisch unauffälligste Bauart. Es kommen relativ kleine Batterien mit entsprechend geringer Batterielebensdauer zum Einsatz.
Der Nachteil dieser Bauform ist die Lage im Gehörgang. Ein gewisser Durchmesser des Gehörgangs muss gegeben sein, damit die Bauteile des Gerätes Platz finden. Durch die geringe Hörgeräte-Größe bedingt, besteht nur eine geringe Belüftungsmöglichkeit (Venting). Schweiß- und Ohrenschmalzbildung wird oftmals begünstigt, was zu einer höheren Reparaturanfälligkeit führen kann. Viele Im-Ohr-Geräteträger bemängeln durch die geringere Ventgröße eine unnatürliche eigene Stimme (Verschlußeffekt) und abnorme Kaugeräusche durch Körperschall.
Eine Im-Ohr-Geräte-Versorgung ist nur für leichte bis mittelgradige Hörverluste möglich, bei starken Hörschäden entstünde durch den geringen Abstand vom Hörgerätemikrofon zum Hörer schnell eine Rückkopplung. In diesem Fall wird eine „HdO“-Versorgung vorgezogen (s.o.).
Eine heutzutage kaum noch verwendete Bauart sind Taschenhörgeräte. Diese wurden in den 1950er und -60er Jahren noch häufig genutzt, durch die Miniaturisierung der Bauteile wurden sie von den HdO- und IdO-Geräten vom Hörgerätemarkt verdrängt. Heute finden diese Geräte selten noch bei Menschen mit an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit oder Resthörigkeit Anwendung. Bei einem Taschengerät ist der Hörer an der Otoplastik angebracht. Dieser wird über ein dünnes Kabel mit dem Hörgerät verbunden. Ein Problem bei Taschengeräten ist das Rascheln der Kleidung am Gerät (Körperschall am Mikrofon).
Eine Hörbrille ist eine Brille, in deren Bügeln die Hörgerätetechnik untergebracht ist, oder an deren Bügel ein Hörgerät montiert ist. Hinten am Bügel befinden sich oft die Otoplastik und das Batteriefach. Durch die nun verfügbaren modernen und modischen Brillengestelle erlebt die Hörbrille, ausgestattet mit neuester digitaler Hörgeräte-Technologie, wieder Beachtung. Durch eine einfach bedienbare Steckverbindung kann jederzeit die Brillenfront gewechselt werden. Der früher so oft vermutete Nachteil, dass bei einer Reparatur der Brille oder des Hörgerätes der Träger unversorgt ist, trifft nicht mehr zu, da durch die Steckverbindung jederzeit ein Ersatzprodukt, schnell und unkompliziert, montiert werden kann.
Bei besonderen Erkrankungen des Ohres wird auf Knochenleitungshörsysteme zurückgegriffen. Dabei wird der Schall nicht über die Luft im Gehörgang übertragen, sondern über den Knochen zum Innenohr geleitet. (Anwendungsfälle wären z.B. ein nicht vorhandener Gehörgang bei ansonsten normalem Aufbau des Gehörs oder ein wegen Sekretbildung nicht mit HdO-Gerät/Otoplastik zu versorgendes Ohr.) Ein Knochenleitungshörgerät wandelt Schallsignale in Vibrationsschwingungen um. Der Schallwandler dieser Geräte überträgt die Vibrationen auf den Mastoidknochen hinter dem Ohr und versetzt damit das Innenohr in Schwingungen, die der Schwerhörige als Schallinformation wahrnehmen kann. Üblicherweise werden Knochenleitungshörgeräte in Brillenbügel eingebaut. Ferner gibt es die Möglichkeit, ein Taschenhörgerät mit einem Knochenleitungshörer zu tragen, der an einem Kopfbügel oder Stirnband befestigt wird. Eine weitere Variante der Knochenleitungshörgeräte sind knochenverankerte Geräte. Der HNO-Arzt implantiert hierbei eine Titanschraube im Schädelknochen. Das Hörgerät wird auf dieser Schraube befestigt (BAHA = Bone Anchored Hearing Aid). BAHA-Geräte übertragen durch die direkte Ankopplung größere Schalldrücke und können damit selbst für hochgradige Schwerhörigkeiten verwendet werden.
Die technische Entwicklung der Hörgeräteakustik wird neben der Schallverstärkung auch zur Tinnitus-Therapie genutzt. Der dabei verwendete Tinnitusmasker (auch Rauschgerät, Tinnitus-Noiser, Tinnitus Control Instrument genannt) ähnelt äußerlich und im inneren Aufbau einem Standard-Hörgerät, hat jedoch kein Mikrofon zur Tonübertragung. Das Gerät erzeugt ein in Frequenzbereich und Pegel fest definiertes Rauschen, das den Tinnitus überdecken soll.
Technisch gibt es zwischen den als Tinnitusmaskern und Tinnitusnoisern bezeichneten Geräten keinen wesentlichen Unterschied. Während jedoch ein Tinnitusmasker derart eingestellt wird, dass das Geräterauschen den Tinnitus massiv überdeckt, wird ein „Noiser“ nur auf einen gleichwertig hohen Pegel eingestellt. Das betroffene Ohr nimmt das Ohrgeräusch und das Verdeckungsrauschen gleichermaßen wahr. Das soll den eigentlichen Tinnitus empfindungsmäßig in den Hintergrund rücken.
Als Tinnitus-Instrument bezeichnet man die Kombination aus Hörgerät und Tinnitus-Noiser. In lauter Umgebung verdecken die durch das Hörgerät verstärkten Alltagsgeräusche den Tinnitus, bei abnehmendem Geräuschpegel wird das hintergündige Rauschen des Noisers zunehmend hörbar.
13 Audioeingang Hier können direkt Audioquellen wie Walkman, Telefone, Mikrolinksysteme angeschlossen werden.
14 Programmiereingang Über diesen Anschluss wird das Hörgerät vom Akustiker programmiert.
Generell besteht jedes Hörgerät aus einem Mikrofon, einem analogen oder digitalen Verstärker und schließlich einem „Lautsprecher“, der über einen Schlauch bzw. ein Röhrchen die Schallsignale an das Ohr übermittelt.
Die Stromversorgung der Geräte erfolgt über Hörgerätebatterien, in der Regel Zink-Luft Knopfzellen-Batterien. Eine solche Hörgerätebatterie hält – abhängig von der eingebauten Elektronik und der benötigten Verstärkung – etwa acht bis zehn Tage.
Technische Problemfelder bei Hörgeräten sind vor allem das Richtungshören, das Verstehen von Sprache bei Hintergrund-Geräuschen und das Benutzen von Telefonen in Verbindung mit Hörgeräten.
Das Richtungshören konnte vor allem durch die Kombination mehrerer Richtmikrofone verbessert werden. Dabei fängt mindestens ein Mikrofon Geräusche von vorn auf und mindestens ein weiteres Mikrofon Geräusche von hinten. Die Verstärkerschaltung im Hörgerät kann dadurch erkennen, woher Geräusche kommen und (Umgebungs-)Geräusche von hinten gezielt dämpfen, während Geräusche von vorn verstärkt werden. Die Richtwirkung der Mikrofone wird in besonders hochwertigen digitalen Hörgeräten auf die Richtung des Sprachsignales fixiert, um das Sprachverstehen zusätzlich zu verbessern. Dieser Effekt funktioniert bereits innerhalb der vollen 180 Grad, während frühere, „starre“ Richtmikrofone nur den Schall von vorn bevorzugten und den hinteren Bereich dämpften. Diese variablen Richtmikrofone arbeiten hier oft Hand in Hand mit digitalen Störschallunterdrückungs-Algorithmen, die das Verstehen von Sprache zusätzlich verbessern.
Um das Telefonieren zu erleichtern, haben viele Hörgeräte eine Telefonspule eingebaut. Seit 2005 gibt es auch Bluetooth-Adapter für Hörgeräte, wodurch das Telefonieren mit bluetoothfähigen (Mobil-)Telefonen erleichtert werden kann.
Die Signalverarbeitung und die Einstellung des Hörgerätes erfolgen ausschließlich digital.
Die digitale Technik benutzt Fourierfilter und besitzt in der einfachsten Variante 8 Frequenzkanäle, bei denen Amplitude und Phase eingestellt werden können. So ist es möglich, den kombinierten Frequenzgang von Hörverlust, Mikrofon, Lautsprecher und Rückkopplung auszumessen und relativ gut zu kompensieren. 2 Megabyte on chip Flash-Speicher ist Stand der Technik und erlaubt mehrere Hörprogramme sowie komplexe Verarbeitungsalgorithmen. Wie bei analogen Geräten kann die Lautstärke in der Regel manuell verstellt werden.
Hochoptimierte integrierte Schaltkreise in CMOS Technologie und niedrige Betriebsspannungen erlauben lange Batterie-Laufzeiten.
Einige digitale Hörgeräte sind mit Funktechnologie ausgestattet, mit der bei einer beidohrigen (binauralen) Versorgung beide Hörgeräte miteinander kommunizieren und sich synchron abstimmen. Somit ist dann sichergestellt, dass beide Geräte immer gleich eingestellt sind, wenn z. B. auf einer Seite das Hörprogramm gewechselt oder die Lautstärke variiert wird. Auch die Steuerung sog. adaptiver Parameter, also Algorithmen zur Erkennung von Störgeräuschen oder die Anpassung der Charakteristik von Richtmikrofonen, wird in beiden Hörsystemen synchronisiert und erhöht damit die Lokalisationsfähigkeit.
Die Leistung der Digitaltechnik steigt stetig, und so werden inzwischen sogenannte nichtlineare Techniken angewendet: Eine Anpassung an das pathologische Lautheitsempfinden des Resthörvermögens wird wie folgt realisiert: Bei einer lauten Umgebung wird die Verstärkung automatisch zurückgefahren („AGC-Schaltung“). Verschiedene Schaltungen überwachen den eingehenden und den aus dem Hörgeräteverstärker ausgehenden Pegel und regeln ab einer gewissen (vom Akustiker einstellbaren) Regelschwelle die Verstärkung oder den Ausgangspegel zurück. Dieses ist erforderlich, da das hörgeschädigte Innenohr fast immer lautheitsempfindlich ist (sog. Recruitment).
Die Rückkopplungs-Kompensation kann sich automatisch einer wechselnden Kopfbedeckung anpassen. Da nicht ermittelt werden kann, ob das Signal, das am Mikrofon ankommt, von einer fremden Schallquelle, oder vom eigenen Lautsprecher stammt, ist es sicher besser anzunehmen, dass ein endlicher Teil vom Lautsprecher stammt.
Um eine Schallquelle zu orten, braucht man mindestens zwei Mikrofone und ermittelt die relative Phase des Schalls. Da eine breitbandige Funkverbindung durch den Kopf des Trägers zu viel Strom kostet, besitzen einige digitale Hörgeräte zwei Mikrofone pro Gerät. Beim menschlichen Ohr führt die Phase zu Interferenzeffekten in der Ohrmuschel und am Kopf. Das Innenohr misst dann nur noch die Amplituden. Bei Hörgeräten geht die Phase nicht verloren, es ist aber zu beachten, das digitale Geräte den Schall erst für ein paar Millisekunden aufzeichnen, dann bearbeiten und danach an das Ohr weiterleiten, d. h. ein gutes digitales Hörgerät sollte eine möglichst geringe Durchlaufverzögerung (wenige Millisekunden) besitzen, um räumliches Hören möglichst zu erhalten. Dies ist bei einer einseitigen Versorgung besonders wichtig. Beidohrig dieselbe Durchlaufzeit gleicht sich wiederum aus. Bei analogen Geräten ist diese Problematik weniger ausgeprägt, Phasenverzerrungen ergeben sich hier durch die Verstärkungsregelung (AGC).
Fortschrittliche Hörgeräte erkennen Stör- und Windgeräusche und fahren die Verstärkung herunter. Musik, insbesondere klassische Musik, unterscheidet sich stark vom Rauschen, erkennbar durch scharfe Spitzen im Frequenzspektrum. Vom Hörgerät wird ein Programm mit linearem Frequenzgang, viel Dynamik und omnidirektionalen Empfang gewählt. Sprache wird am Dynamik-Umfang im Sekundenbereich erkannt, und ein Hör-Programm mit unterdrückten Bässen, starker Dynamik-Kompression und Ausrichtung auf den Sprecher − oder bei mehreren Sprechern auf den Sprecher vor einem − wird gewählt.
Bei der bisherigen beidohrigen Hörgeräteversorgung besteht das vielfach unerkannte Problem, dass jedes der beiden Hörgeräte sein "Eigenleben" führt. Der Einsatz der Regelschaltungen des linken und des rechten Gerätes ist nicht aufeinander abgestimmt. Es kann bei seitlich einfallenden Schallereignissen auftreten, dass das Hörgerät auf der Gegenseite die Pegeldifferenz zwischen beiden Ohren ausgleicht. Dadurch verschlechtert sich das Richtungshören des Trägers. In geräuschvoller Umgebung kann dies auch zu einer verschlechterten Sprachverständlichkeit führen. Bei der neuesten Hörgerätegeneration "kommunizieren" beide Hörgeräte miteinander. Über eine Funkstrecke besteht ein Datenaustausch zwischen beiden Geräten, wodurch der Einsatz der Regelschaltungen synchronisiert werden kann. Vereinfacht ausgedrückt: Regelt das eine Gerät, so regelt auch das andere in gleicher oder angebrachter Weise.
Ein weiterer Fortschritt in der Digitaltechnik besteht in der Einführung lernfähiger Algorithmen. Diese werden von etlichen Herstellern bereits als "Künstliche Intelligenz" angepriesen. Das Hörgerät kann speichern, in welcher Geräuschkulisse (erkennbar an der Analyse der Hüllkurve) sich der Träger vorwiegend befindet. Bei Geräten mit Programmtaster oder Lautstärkesteller kann das Hörgerät sich die am häufigsten eingestellte Trageeinstellung gewissermaßen "merken" und seine Verstärkungsstrategie künftig auf diese Werte abstimmen. Es ist verständlich, dass diese Funktionen nur in Geräten der High-End-Klasse vorzufinden sind.
Die Signalverarbeitung ist analog, lediglich die Einstellung des Hörgerätes findet digital (in der Regel über eine Programmierschnittstelle mit einem PC, in Einzelfällen mit herstellerspezifischen Programmiergeräten) statt. Diese Technik erlaubt auch die Verwendung von Richtmikrofon, automatischer oder manueller Lautstärke-Regelung, automatische oder manuelle Hörprogrammwahl, Fernbedienung, u. a. Der Hauptvorteil dieser Technologie gegenüber den analogen Hörgeräten ist es, dass sich eine theoretisch unbegrenzte Anzahl von virtuellen Stellern im System unterbringen lassen. Damit wird die Anpassgenauigkeit an den individuellen Hörverlust des Trägers erhöht. Mit dieser Technik konnten Anfang der neunziger Jahre erstmals mehrere – voneinander getrennte – Verstärkerkanäle auf einer übersichtlichen Plattform eingestellt werden. Funktionen wie Störlärmerkennung und -auslöschung oder Spracherkennung sind damit aber noch nicht umsetzbar. Da die Entwicklung volldigitaler Hörgeräte mit unterschiedlich vielen Leistungsmerkmalen in verschiedenen Preiskategorien immer weiter fortschreitet, verlieren digital-programmierbare Hörgeräteverstärker heute immer mehr an Bedeutung.
Diese speziell in der unteren Mittelklasse befindlichen Hörgeräte besitzen eine volldigitale Signalverarbeitung. Jedoch erfolgen Frequenz- und Dynamikanpassung nicht über den PC, sondern – wie bei reinen Analog-Geräten – über Trimmer (Potentiometer-Schrauben) im Gerät. Hierdurch ist eine computerunabhängige Einstellung des Hörgerätes an jedem Ort möglich. Bei diesen Geräten sind meistens eine passive Tieftonblende und eine Ausgangsbegrenzung als Trimmer vorhanden. (Aufgrund der Gehäusegröße können maximal vier Trimmer angeordnet werden. Vergleichsweise sind bei programmierbaren Digitalgeräten bis zu mehrere hundert Button-Funktionen in der Software enthalten.) Störschallunterdrückungs- oder Musikerkennungs-Algorithmen sind bei diesen digitalen Hörgeräteverstärkern nicht realisiert.
Die Signalverarbeitung und die Einstellung des Hörgerätes sind analog. D. h. die Einstellung wird meistens mit einem Miniatur-Schraubendreher vorgenommen. Auch hier gibt es Merkmale wie Richtmikrofone, automatische oder manuelle Lautstärke-Regelung. Bereits heute haben etliche Hersteller die Produktion analoger Hörgeräte aufgegeben. Sie werden in gleicher Preislage zusehends durch die digitalen Trimmergeräte ersetzt.
Einige Hörgeräte sind mit einem Funkempfänger für die sogenannte FM-Anlage ausgerüstet. Dabei kann dem Gesprächspartner ein Ansteckmikrofon und ein tragbarer Sender übergeben werden, um so bei lärmiger Umgebung, schlechter Akustik oder größerer Entfernung z. B. im Hörsaal/Unterrichtsraum die Sprache selektiv übertragen zu können.
Weil Hörgeräte in vielen Fällen als auffällige und störende Stigmatisierung empfunden werden, ist die Hemmschwelle zur Nutzung von Hörgeräten relativ hoch. Hersteller versuchen dieser Berührungsangst mit neuen Gestaltungsansätzen entgegen zu treten. „Geriatronic Design“ bedeutet, die Produkte zu verkleinern und der Ästhetik von Bluetooth-Headsets, oder -Kopfhörern anzunähern.
Die IV bezahlt nur „einfache und zweckmäßige“ Versorgungen. Je nach Fall übernimmt sie monaurale wie auch binaurale Versorgungen. Die IV geht nach dem Motto „Eingliederung vor Rente“. Bei der Erstanpassung nach dem Erreichen des Pensionsalters ist die Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV) zuständig. Sie bezahlt in jedem Fall nur monaurale Versorgungen und davon nur 75 % der IV-Vergütung. Dazu werden auch die laufenden Beratungstermine und Anpassungen der Hörgeräteakustiker seitens der IV vergütet. In den oben erwähnten Preisen ist eine Dienstleistung von 6 Jahren beinhaltet. Ein Preisvergleich zwischen der Schweiz und Deutschland zeigt, dass die Geräte in der Indikationsstufe 1 in der Schweiz teurer sind als in Deutschland. Geräte in der oberen Preisklasse kosten in Deutschland und der Schweiz etwa gleichviel.
In Deutschland können neben den Krankenkassen auch andere Einrichtungen die Kosten für Hörgeräte ganz (oder teilweise) übernehmen. Für berufstätige Menschen können öffentliche Träger wie Arbeitsamt, Rentenversicherungsanstalt oder Landeswohlfahrtsverbände ein Hörgerät als Arbeitshilfsmittel bzw. zum Erhalt der Arbeitskraft und Teilhabe am Berufsleben finanzieren.
Die Versorgungsfestbeträge (weiter unten) decken also nicht nur das Hörgerät, sondern die Beratung, die akustischen Messungen für die Anpassung, die Anpassung und die Nachsorge ab. Unter Nachsorge versteht man die Feineinstellung während der Gewöhnungsphase und die regelmäßige Nachkontrolle in einem Abstand von 3 Monaten.
Beim HNO-Arzt wird eine Gehörprüfung (Audiometrie) durchgeführt. Auch Hörgeräteakustiker können die Gehörprüfung durchführen. Wird eine Minderung der Hörfähigkeit festgestellt (Indikationsstellung durch den HNO-Arzt), wird der Patient mit einer Hörhilfe versorgt. Die Hörgeräteversorgung wird im Regelfall von einem ausgebildeten Hörgeräteakustiker oder Hörgeräteakustikermeister im Fachbetrieb durchgeführt. Alternativ kann die Anpassung durch den HNO-Arzt im sog. verkürzten Versorgungsweg durchgeführt werden.
Man muss die Anpassung bei Erwachsenen von der von Kleinkindern und Kindern unterscheiden. Während Erwachsene Rückmeldungen über ihren Höreindruck geben können, muss bei Kindern auf kleinste Verhaltens- und Bewegungsreaktionen geachtet werden. Durch die Erstellung eines Audiogramms wird die Hörleistung des Patienten ohne Hörgerät und mit Hörgerät (Aufblähkurve bei Kindern, Freifeld-Sprachtest bei Erwachsenen) festgehalten. Eine Skalierung der subjektiven Hörempfindung ist eine weitere Art, die Anpassung von Hörgeräten zu überprüfen und weiter einzustellen. Hierbei werden dem Kunden verschiedene Klangbilder vorgespielt, die der Kunde bewerten muss. Durch den Einsatz von Surround-Beispielen, kann heutzutage die Anpassung verkürzt werden, weil hier konkrete Hörsituation mit dem Hörgeräteträger probiert werden können.
Das Ton und Sprachaudiogramm bildet den Ausgangspunkt für die Auswahl des Hörgerätetyps und die Einstellung des Hörgerätes. Für die Voreinstellung der Hörgeräte lassen sich aus dem Ton- und dem Sprachaudiogramm mittels verschiedener Rechenformeln (NAL, DSL I/O) grobe Richtwerte für frequenzabhängige und pegelabhängige Verstärkung und für den maximalen Ausgangsschalldruckpegel ermitteln (sog. Frequenzanpassung und Dynamikanpassung). Allerdings sind diese Werte nur als Grundeinstellung zu betrachten, da dem subjektiven Hörgefühl des Hörgeräteträgers Vorrang gewährt werden muss. Als weitere Kontrollinstrumente verfügt der Hörgeräteakustiker noch über eine Messbox (mit verschiedenen Kupplern, die das Gehörgangsvolumen simulieren), die akustische Messungen an Hörgeräten durchführen kann; ferner gibt es eine sog. In-Situ-Messanlage, die mittels eines winzigen Schlauches eine „Vor-Ort“-Pegelmessung im Gehörgang vor dem Trommelfell des Hörgeräteträgers erlaubt. Dieses ist aufgrund verschiedener Gehörgangs-Volumina und unterschiedlicher Otoplastiken, die erhebliche frequenzabhängige Pegeländerungen hervorrufen, erforderlich.
Bei Kindern erfolgt die Anpassung im Freifeld mit der sogenannten Spielaudiometrie. Für Kinder bis etwa 14 Jahre sind nur HdO-Geräte geeignet, da ihr Gehörgang noch wächst. Die Kinder brauchen regelmäßig neue Ohrpassstücke, um ein Abdichten des wachsenden Gehörgangs zu gewährleisten. Die Kinder-Otoplastiken werden vorwiegend aus weichen Materialien gefertigt. Ein Herausfallen der Hörgeräte bei raschen Körperbewegungen (z. B. beim Herumtoben) ist mit weichen Materialien unwahrscheinlicher, da weiche Otoplastiken „anschmiegsamer“ sind. Außerdem ist die Verletzungsgefahr (Acryl-Otoplastik kann brechen) erheblich vermindert.
Das Hörgerät kann im Auslieferungszustand ab Hersteller nicht effektiv genutzt werden, sondern muss zunächst optimal eingestellt werden. Auch muss vor der Einstellung geklärt werden, wofür der Betroffene es nutzen möchte und welche Ansprüche er stellt. Es kann also sein, dass dasselbe Hörsystem beim direkten Preisvergleich bei dem einen mehr kostet, bei dem anderen weniger. Dies hängt mit den unterschiedlichen Qualifikationen des Akustikers zusammen. In der Regel ist es nicht mit einem Besuch getan, um mit einem Hörgerät versorgt zu werden, sondern es sollte sich immer mehrere Termine Zeit genommen werden.
Technische Erleichterungen für den Alltag eines Schwerhörigen sind auch Telefone mit Lautverstärkung und Einstellbarkeit der Stimmfrequenz. Weiter Wecker, die durch Lichtblitze und/oder durch Vibrationskissen den Schwerhörigen oder den Gehörlosen wecken können.
Der Licht- bzw. Blitzwecker kann in eine sogenannte Lichtsignalanlage mit integriert werden. Diese Anlage kann – ebenfalls mit einem hellen Blitzen, wie bei Erreichen der Weckzeit – und dem roten Aufleuchten des jeweiligen Symbols anzeigen, wenn es an der Türe klingelt, das Telefon läutet oder wenn Geräusche im Babyphon zu hören sind. Zudem verfügt die Anlage über einen sogenannten Rufknopf (um dem Hörgeschädigten ein Zeichen zu geben, wenn man ihn rufen möchte). Leider funktioniert die Lichtsignalanlage nicht immer zuverlässig. Und um die Anlage flächendeckend nutzen zu können, muss in jedem Raum des Hauses bzw. der Wohnung ein Signalgeber (die man in eine normale Steckdose stecken kann) gut sichtbar vorhanden sein. Früher war es üblich, Sender und Empfänger miteinander zu verkabeln, was sehr aufwendig ist. Inzwischen gibt es jedoch schon Anlagen, die mit Funkübertragung arbeiten.
Außerdem gibt es sogenannte Microportanlagen, um eine bessere Verständigung zu gewährleisten. Bei einer Microportanlage werden die sogenannten Audioschuhe (der Empfänger) an die Hörgeräte angesteckt. Der Sender wird dem Vortragenden gegeben bzw. bei einer Diskussion mitten auf den Tisch gestellt. Die Sprache wird so direkt übermittelt, die Nebengeräusche ausgeblendet.
Die ersten Hörhilfen standen im 17. Jahrhundert als Hörrohre zur Verfügung. Dabei handelte es sich um einen Trichter, der den Schall verstärkte. Die Wirkung war noch recht bescheiden, doch gelang bereits eine Verstärkung um etwa 20 bis 30 Dezibel, für einen damals Schwerhörigen gleichwohl eine beträchtliche Verbesserung.
Erst mit Verbreitung der Telefontechnik gab es auch eine Weiterentwicklung bei den Hörgeräten. Werner von Siemens erfand für Schwerhörige 1878 einen eigenen Telefonhörer. Es gediehen um 1890 so genannte Telefonhörgeräte, in denen mittels Mikrofon und Hörer einen großer Schalldruck erzeugbar war. Die Stromversorgung erforderte indessen riesige Batterien. Die Hörqualität war noch schlecht, leise Töne wurden mangelhaft verstärkt. Diese voluminösen Geräte waren im Gebrauch unhandlich. In den 1920er Jahren waren dann Röhrentischgeräte erhältlich. Sie hatten den Vorzug, dass man verschiedene Verstärkungen in den diversen Frequenzbereichen einstellen konnte. Tiefe Töne empfand der Hörende nun nicht mehr als zu laut und hohe Töne nicht mehr als zu leise. Als Nachteil schlug unverändert die Gerätegröße zu Buch und ihre Bindung an Strom aus der Steckdose, was einen mobilen Gebrauch ausschloss.
In den 1950er Jahren erreichten diese Röhrengeräte schließlich das Westentaschenformat, womit sie mitgeführt werden konnten. Normale Batterien lieferten Strom für ihren Betrieb. Die Taschengeräte waren sehr teuer, nur ein kleiner Teil der Hörgeschädigten konnte sich die Ausgabe leisten. Am 29. Dezember 1952 bot dann die Firma Sonotone Corporation in Elmsford (New York) erstmals Hörgeräte auf Transistorenbasis an. Die Miniaturisierung der Geräte kam damit wieder einen Schritt voran. Sie erreichte nun bereits die Größe einer Zigarettenschachtel.
In den 1960er Jahren erschienen jene Geräte, die wir heute kennen. Zuerst kamen einkanalige, hinter dem Ohr getragene Analoggeräte. Diese hatten relativ große Batterien, deren Stromladung teilweise nur einen Tag hielt. Im Jahr 1966 führte die Firma Siemens das weltweit erste Im-Ohr-Hörgerät ein. Die Entwicklung ging danach rasant weiter von den dreikanaligen Analoghörgeräten über die digital programmierbaren bis hin zu den heutigen volldigitalen Hörgeräten. Die Produkte gerieten jeweils kleiner und leistungsstärker.
Cinefacts
Cinefacts ist eine Website mit Filminformationen sowie einem dazugehörigen Forum.
Die Community von Cinefacts zählt zu den größten im deutschsprachigen Web. Das mögliche Themenspektrum deckt dabei alle Aspekte, auch technische, von Film und DVD ab. Einzelne Programmanbieter (wie z. B. Eurovideo, Sunfilm) stehen den Benutzern in eigenen Foren für Fragen zu ihren Produkten zur Verfügung.
Cinefacts ging am 25. April 2005 aus den beiden Internet-Seiten DVD-Inside und Movie-Inside hervor. Der Grund lag in einer Auseinandersetzung mit dem US-amerikanischen Chiphersteller Intel.
DVD-Inside wurde am 5. Dezember 1998, kurz nach der Markteinführung der DVD in Deutschland bzw. Europa, eröffnet und legte seinen Schwerpunkt auf Information über Neuerscheinungen auf DVD. Dazu zählen u. a. tägliche Nachrichten, DVD-Rezensionen, eine Vorschau auf kommende DVD-Neuheiten sowie eine DVD-Datenbank.
Movie-Inside kam einige Jahre später hinzu und ergänzte tägliche Nachrichten über Kinofilme, Filmkritiken, Kinostarttermine sowie ebenfalls eine Filmdatenbank. Alle Kinoinformationen werden automatisch auch für die DVD-Veröffentlichungen verwendet. Neben dem Kino-Bereich und DVD-Bereich verfügt Cinefacts über einen Preisvergleich und eine große deutsche Entertainment-Community.
Im Dezember 2005 ergänzte Cinefacts sein Online-Angebot um ein TV-Programm der wichtigsten deutschen Fernsehsender. Damit schloss Cinefacts die Verwertungskette des Films von Kino über DVD zu TV.
Im Oktober 2006 folgte die Integration der neuen HD-Medien blu-ray und HD-DVD. Neben den Details und den Terminen berichtet Cinefacts auch über aktuelle Neuerscheinungen in diesem Bereich in seinen News und Newslettern.
Am 6. August 2007 gab Cinefacts die Zusammenarbeit mit SevenOne Intermedia bekannt, dem Multimediaunternehmen der ProSiebenSat.1-Gruppe und u.a. Anbieter von kabeleins.de, sat1.de und Pro7.de.
Im September 2004 wurde Darius Metzner, der Gründer und Betreiber der Seite, von Intel aufgefordert, die Verwendung der Domainnamen und Begriffe „DVD-Inside“, „Movie-Inside“ und „get inside“ zu unterlassen. Grund war eine von Intel behauptete Verwechslungsgefahr mit der Marke „Intel Inside“ und des Werbeslogans „Intel Inside“ des Unternehmens. Im April 2005 einigten sich beide Seiten außergerichtlich darauf, dass Metzner die Verwendung der Begriffe unterlässt und bis spätestens Ende 2005 den Wechsel auf andere Domainnamen vollzieht. Seitdem heißt die Seite Cinefacts.
Im Februar 2006 erhielt der Betreiber von Cinefacts eine Abmahnung von einer Frankfurter Anwaltskanzlei, weil sich Mitglieder des Cinefacts-Forums kritisch zu einer Firma geäußert hatten. Dabei wurde auf ein Urteil (Az. 324 O 721/05) des LG Hamburg verwiesen. Nach Auffassung des LG Hamburg obliegt einem Forenbetreiber die volle rechtliche Haftung für online gestellte Beiträge anderer Nutzer. Einer positiven Kenntnis der rechtswidrigen Beiträge bedarf es hierbei nach Auffassung des LG Hamburg nicht. Diesem Urteil war ein Streit zwischen dem Heise Verlag und dem Unternehmen Universal Boards vorausgegangen.
Im Juni 2006 mahnte RTL die Cinefacts GmbH für die Bewerbung von Save.TV im TV-Bereich von Cinefacts ab. RTL begründet die Abmahnung mit einem Verstoß von (virtuellen) Videorecordern gegen das Urheberrecht.
Von Dezember 1998 bis Juni 2005 war die Seite ein Einzelunternehmen. Zum 1. Juli 2006 wurde dieses Einzelunternehmen erst in einen eingetragenen Kaufmann und anschließend in eine GmbH umgewandelt. Der alleinige Geschäftsführer ist Herr Darius Metzner, der Gründer der Internet-Seite. Eingetragen wurde die GmbH zum 1. Juli 2006 beim Amtsgericht in Mainz.
Der Auslöser für die Umwandlung vom Einzelunternehmen zur GmbH war der Rechtsstreit mit Intel im September 2004.
Das Angebot von Cinefacts wird gegenwärtig (Stand April 2008) von neun Servern ausgeliefert. Im Einsatz befinden sich zwei Datenbank-Server, vier Web-Server, ein Load-Balancer, ein File-Server, ein Backup-Server. Zusätzlich ist ein produktionsnahes Testsystem im Einsatz.
Apfelsaft-Paragraph
Der so genannte Apfelsaft-Paragraph ist eine Vorschrift des deutschen Gaststättengesetzes, nach der in Gaststätten mindestens ein alkoholfreies Getränk (in Österreich mindestens zwei) höchstens genau so teuer wie das günstigste alkoholhaltige Getränk sein darf. Hierbei ist nicht nur der Preis pro Glas zu vergleichen, sondern auch der auf einen Liter hochgerechnete Preis muss die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Die Regelung soll der effizienten Bekämpfung des Alkoholmissbrauchs dienen. Sie soll verhindern, dass insbesondere jugendliche Gaststättenbesucher ein alkoholisches Getränk bestellen, nur weil dieses billiger ist als die angebotenen nichtalkoholischen Getränke, obwohl sie eigentlich lieber ein alkoholfreies Getränk trinken würden. Ähnliche Regelungen existieren auch in Österreich und in der Schweiz.
Ist der Ausschank alkoholischer Getränke gestattet, so sind auf Verlangen auch alkoholfreie Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle zu verabreichen. Davon ist mindestens ein alkoholfreies Getränk nicht teurer zu verabreichen als das billigste alkoholische Getränk. Der Preisvergleich erfolgt hierbei auch auf der Grundlage des hochgerechneten Preises für einen Liter der betreffenden Getränke. Die Erlaubnisbehörde kann für den Ausschank aus Automaten Ausnahmen zulassen.
Als Vergleichsgrundlage dürfen dabei nicht beliebige Getränke herangezogen werden. So waren einige Gaststätten dazu übergegangen, "unattraktive, dem üblichen Nachfrageverhalten in der jeweiligen Gaststätte nicht angepasste Getränke" anzubieten. Nach Auffassung des Gesetzgebers stellt sich dies "als Versuch einer Umgehung dar und kann zu dem Preisvergleich nicht herangezogen werden". So gehören Milch, Kaffee und warmer Tee nicht zu den Getränken, die bei dem Preisvergleich berücksichtigt werden dürfen. Gleiches gilt für unattraktive Mengen, wie z.B. ein Liter Cola.
Für die Kontrollen ist in Deutschland vornehmlich das Ordnungsamt zuständig.
In der Schweiz bestehen der deutschen Norm vergleichbare Regelungen im kantonalen Recht. So bestimmt § 23 des Gastgewerbegesetzes des Kantons Zürich, dass alkoholführende Gastwirtschaften eine Auswahl alkoholfreier Getränke nicht teurer anzubieten haben, als das billigste alkoholhaltige Getränk in der gleichen Menge. Nach Auffassung des Schweizerischen Bundesgerichts beeinträchtigt eine solche Bestimmung weder den Grundsatz der Gewerbefreiheit noch den der Verhältnismäßigkeit.
In Österreich hat die Anhebung der Preise für Mineralwasser auf das Niveau der alkoholischen Getränke durch viele Gaststätten, was zwar der Vorschrift genüge tut, aber trotzdem den Alkohol günstiger erscheinen lässt, dazu geführt, dass nun auch ein zweites alkoholfreies Getränk gleich teuer oder billiger als Alkohol angeboten werden muss.
Mzimba
Mzimba ist eine 1.400 m hoch gelegene Stadt mit 20.000 (Schätzung 2006) Einwohnern in der Nordregion von Malawi. Sie liegt an der Straße Lilongwe-Mzuzu und ist Hauptstadt des gleichnamigen Distriktes, der eine Fläche von 10.430 km² und eine Bevölkerung von 610.944 hat.
Mzimba war einst das Zentrum der Ngoni, verlor aber seit 1940 ständig an Bedeutung. Ngoni sind Stamm aus Südafrika, der vor den brutalen Kriegen des Zuluhäuptlings Shaka (1787–1828) bis hierhin floh, auch nach Ntcheu und Mchinji. Mzimba war vor Beendigung der Bergwerksmigration in die Republik Südafrika in den 1980er Jahren ein Rekrutierungsschwerpunkt für Gastarbeiter dorthin. Diese Kontakte halten bis heute und schlagen sich vor allem im Warenangebot nieder. Eine Studie belegt, dass 61 % der Buspassagiere von Lilongwe nach Johannesburg aus Mzimba stammen. Ein Preisvergleich von Nokia 3310 Mobiltelefonen 2005, die in Johannesburg 300–400 Rand kosten, also 5.700–7.600 Malawi Kwacha, werden in Mzimba für 5.000–6.000 Malawi Kwacha verkauft, was nicht nur Bankkonten in Südafrika erfordert, sondern auch eine Zollbefreiung voraussetzt und gute Kontakte zu Gonyetis, den Fernfahrern.
Vor allem im Westen des Mzimbadistriktes ist der Ausbildungsgrad der Menschen höher als im Rest von Malawi. Obwohl die gut Ausgebildeten auf Bauern eher herabblicken, verzeichnet der Distrikt kontinuierlich hohe wirtschaftliche Wachstumsraten. Mzimba ist das Zentrum der informellen Wirtschaft Malawis. Wurden die Gastarbeiter aus Mzimba in Johannesburg von ihren Kollegen noch als "Bauerntrottel" bezeichnet, so lässt sich heute feststellen, dass sie sich an die urbane und wirtschaftliche Gewitztheit südafrikanischer Arbeiter akkulturiert haben.
Der Distrikt ist der größte in Malawi und im wesentlichen eine Hochebene auf etwa 1.200 Metern über NN, aus der die von Süden nach Norden verlaufende Kette der Viphya-Berge ragt, zu denen von Süd nach Nord der Champhila mit 1.820 Metern, der Kamwe mit 1.809 Metern, der Chikangawa mit 1.906 Metern und der Mphamphala mit 1.954 Metern am höchsten ragen. Der Viphya-Wald gilt als der größte von Menschen je gepflanzte. Die Holzwirtschaft nimmt daher eine zentrale Stellung in diesem Distrikt ein. Im Norden des Distriktes liegt das Vwaza Tierreservat, ganz im Süden der Kasungu-Nationalpark. Eine wichtige Stadt des Distriktes neben Mzimba ist Ekwendeni. Der Distrikt selbst ist stark agrarisch geprägt und lebt vom Anbau von Mais, Tabak und Baumwolle.
Mzimba verfügt über eine Flugfeld, gute Haupt- und Sekundarschulen, ein Krankenhaus und ist an das nationale Stromnetz angeschlossen.
Golem.de
Golem.de ist eine Nachrichten-Website aus dem Bereich der Computer- und Telekommunikationstechnik. Sie erreicht monatlich rund 1,2 Millionen Nutzer.
Golem.de entstand aus einem Team um den heutigen Chefredakteur Christian Klaß, welches mit einem Online-Magazin namens „Horseshoe Online“ begann. Dieses wurde in drei Teile gespalten, einer davon war das im März 1997 online gegangene Online-Computermagazin Golem. Die erste offizielle Ankündigung findet sich noch in verschiedenen Newsgroup-Archiven.
Zuerst beschränkte sich das Angebot von Golem auf Tests und Hintergrundberichte. Das News-zentrierte GNN.de (Golem Network News) ging kurz vor der CeBIT 1998 mit einem Redaktionssystem online.
Mitte Oktober 2000 wurde GNN.de aus markenrechtlichen Gründen in Golem.de umbenannt. Seitdem wurde das Nachrichten-Angebot um ein Forum, eine Stellendatenbank und einen Preisvergleich erweitert.
Im Dezember 2005 wurde Golem.de vom norwegischen Verlagshaus Orkla Media übernommen.
Im August 2007 wurde Golem.de von der Verlagsgruppe Holtzbrinck übernommen .
Kaufhaus
Ein Kaufhaus bietet Produkte aus einer oder wenigen bestimmten Warengruppe(n) in tiefer Gliederung (viele Artikel pro Warengruppe) auf einer Verkaufsfläche von mindestens 1000 m² an.
Am stärksten verbreitet sind Kaufhäuser mit Textilien (z. B. C&A, H&M, SinnLeffers etc.) und für Elektrogeräte oder Elektronik.
Kaufhausware ist demnach in erster Linie Massenware, die für einen großen Konsumentenkreis preiswert hergestellt wird.
Die Entstehung des Kaufhauses verdankte sich dem Preisvorteil durch hohen Rabatt wegen des Einkaufs großer Mengen an Waren. Daher versuchten Händler mit kleinen Ladengeschäften (Einzelhandel) von Anfang an die Expansion der Waren- und Kaufhäuser auf gesetzlichem Wege zu behindern. Seit der Ära des Internets und dem dadurch möglich gewordenen Preisvergleich und Einkauf per PC nimmt der Umsatz von Kaufhäusern beständig ab.
Umgangssprachlich werden die Begriffe Warenhaus und Kaufhaus weitgehend synonym verwendet. Beide Betriebsformen unterscheiden sich jedoch in der Sortimentsgestaltung.
Die Qualität der Waren in den drei Betriebsformen lässt sich schwer pauschalisieren. Fachgeschäfte bieten in der Regel sehr hochwertige Artikel mit einer fachkundigen Beratung an. Kaufhäuser vertreiben eher Waren für die durchschnittlichen Ansprüche, wobei aber auch hier Ausnahmen möglich sind bzw. durch Shop-in-Shop-Systeme eine Art Fachgeschäft im Kaufhaus angeboten wird.
Entstehung, Aufstieg und (möglicher) Bedeutungsverlust der Vertriebsform Kaufhaus bilden ein interessantes Beispiel für das Zusammenwirken wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Prozesse innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft. So wurde die Vorstufe des Kaufhauses, die Passage, zum Gegenstand einer bedeutenden geschichtsphilosophischen Untersuchung von Walter Benjamin („Das Passagen-Werk“).

