Ostafrika

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Geschrieben von bishop 13/04/2009 @ 22:07

Tags : ostafrika, afrika, ausland

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Ostafrika

Satellitenfoto eines Teils von Ostafrika - Auflösung 2 km

Eine eingeschränkte Definition begrenzt Ostafrika auf das Gebiet östlich des Ostafrikanischen Grabenbruchs zwischen Äthiopien und dem Fluss Rovuma, was die Länder Kenia, Tansania, Uganda, Burundi und Ruanda beinhaltet. Manchmal kommen Teile Mosambiks, Malawis und des Sudans hinzu.

Reiseveranstalter beziehen sich bei Ostafrika auf Grund touristischem Interesses oft nur auf die Safari-Gebiete Kenia, Uganda und Tansania.

Auf Grund über 200 verschiedener Völkerschaften mit 4 Sprachfamilien und großen kulturellen und sozialen Unterschieden birgt Ostafrika ein hohes Konfliktpotential, was sich in vielen vergangenen und aktuellen Kriegen und Bürgerkriegen zeigt.

Die heutigen Staaten Tansania (Festlandsgebiet ohne Sansibar), Ruanda und Burundi bildeten die ehemalige Kolonie Deutsch-Ostafrika, Kenia wurde als Britisch-Ostafrika, Mosambik als Portugiesisch-Ostafrika bezeichnet. Äthiopien, Eritrea, und Somalia wurden 1936-1941 zu Italienisch-Ostafrika zusammengefasst.

Die Grenzen vieler Staaten wurden durch die Kolonialmächte willkürlich ohne Beachtung von Kultur- oder Völkergrenzen festgelegt.

1967 gründeten Kenia, Tansania und Uganda die Ostafrikanische Staatengemeinschaft (East African Community, EAC) zur wirtschaftlichen Integration und förderten das in allen drei Ländern verbreitete Swahili als ostafrikanische Verkehrssprache, doch schon 1977 zerbrach diese Gemeinschaft an ihren Gegensätzen und gegenseitigen Einmischungen. Zur Zeit wird ihre Wiederbelebung sowie ihre Erweiterung um Burundi und Ruanda angestrebt.

Tourismus hat in Ostafrika eine sehr lange Tradition. Die ersten Touristen kamen kurz nach der Jahrhundertwende und waren Reiche aus Europa und Amerika, die auf Großwildjagd gingen. In dieser Frühphase befanden sich darunter auch Prominente wie Winston Churchill und der US Präsident Theodore Roosevelt, welcher 500 Träger für u.a. Unmengen an Champagner benötigte. Die Großwildjagd wurde in den 20er und 30er Jahre en vogue und auch Schriftsteller wie Hemingways verewigten diese Abenteuer in ihren Erzählungen, die oftmals verfilmt wurden. Die Großwildjagd blieb bis in die 60er Jahre exklusiv, wobei es hier aber schon zu einem gut ausgebautes Hotel- und Lodgenetz kam.

Der Massentourismus begann in den späten 60er Jahre und die Zahlen ausländischer Besucher stiegen von 1963 bis 1971 in Kenia von 110.000 auf 400.000. In den 70er Jahren wurde die Großwildjagd verboten und die Fotosafari 'Jagd mit der Kamera' löste diese ab. Die meisten Safaris zu den tanzanischen Attraktionen Serengeti und Ngorongoro gingen nicht von Tanzania, sondern von Kenia aus. Als dann 1977 die kenianisch-tanzanische Grenze geschlossen wurde, erlitt Tanzania den größten Schaden, denn die Besucherzahlen gingen bis 1985 von 178.000 auf 58.000 zurück. Kenias Boom dagegen hielt weiter an, so dass 1985 540.000 Touristen kamen (17% mehr als im Vorjahr) und es im Folgejahr fast 650.000 waren. Stärkste Besucherkontingente kamen aus Deutschland (1985 mit 100.000), Großbritannien, Amerika (60.000) und aus der Schweiz (40.000). 1988 verfügte Kenia über fast 30.000 Hotelbetten, damit waren 80.000 Arbeitsplätze direkt mit dem Tourismus verbunden. 1986 resultierten sich daraus Einnahmen von fast 350 Mio. US$, die die zweitgrößte Devisenquelle nach Kaffee darstellte.

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Erster Weltkrieg in Ostafrika

General Paul Emil von Lettow-Vorbeck ergibt sich den Britischen Truppen in Mbala

Die Kämpfe in Ostafrika während des Ersten Weltkrieges hielten über die gesamte Dauer des Krieges an. Diese Kämpfe wurden hauptsächlich auf dem Boden der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika, aber auch im britischen Kenia, dem portugiesischen Mosambik und anderen Nachbarländern ausgetragen.

Es standen sich dabei einerseits die deutsche Schutztruppe und andererseits verbündete Streitkräfte des Britischen Weltreichs sowie Portugals und Belgiens gegenüber. Die Mehrzahl der Beteiligten auf beiden Seiten waren Afrikaner, die als Kolonialsoldaten unter dem Befehl europäischer Offiziere gegeneinander kämpften oder als Träger für den Nachschub eingesetzt waren. Es kamen vorübergehend auch zahlreiche weiße Südafrikaner sowie Soldaten der britisch-indischen Armee zum Einsatz.

Die Streitkräfte in Ostafrika waren bei Beginn des Krieges auf allen Seiten nur schwach ausgebaut. Die Vereinbarungen der Kongokonferenz als internationales Recht sah im Kriegsfall eine Neutralität der Kolonialgebiete vor. Sinn der kolonialen Armeen war die Sicherung der Herrschaft über die unterworfene Bevölkerung, nicht die Kriegsführung gegen andere Kolonialarmeen.

So gab es in Deutsch-Ostafrika die Schutztruppe mit rund 2500 eingeborenen Askaris und 200 weißen Offizieren und Unteroffizieren, die in 14 Feldkompanien über das Land verteilt waren. Daneben gab noch eine Polizeitruppe mit 2100 Askaris und 45 weißen Polizeiführern. Die Bewaffnung war leicht – drei Kompanien verfügten über moderne Karabiner vom Typ K98, die restlichen 11 Kompanien waren mit veralteten Mausergewehren ausgerüstet. Alle Kompanien waren mit Maschinengewehren ausgerüstet, die Artillerie bestand aus wenigen Geschützen.

Die Briten hatten im Wesentlichen die auf Kenia, Uganda, Sansibar und Nyassland verteilten Bataillone der "King's African Rifles" mit 2.300 Afrikanern und 70 britischen Offizieren.

Die Force Publique im Belgisch-Kongo zählte zwar an die 16.000 Askaris, die aber überwiegend als Polizei über das gesamte riesige Gebiet verstreut waren.

Portugal und seine Kolonie Mosambik waren bis 1916 neutrales Gebiet.

Zu Beginn des Krieges spielten auch Marinestreitkräfte eine eigenständige Rolle. Die Briten konnten auf eine in Südafrika stationierte Kreuzergruppe zurückgreifen, die vor Kriegsbeginn nach Ostafrika verlegt wurde. Auf deutscher Seite gab es den in Daressalaam stationierten kleinen Kreuzer SMS Königsberg sowie das leicht bewaffnete Vermessungschiff SMS Möwe.

Am 2. August 1914 erhielt der Gouverneur Heinrich Schnee die Nachricht von der deutschen Mobilmachung in Europa. Die 1884 von den Kolonialmächten in Berlin verabschiedete Kongo-Akte verpflichtete die Kriegsparteien im Falle eines europäischen Konfliktes zur Neutralität in Afrika. Doch das War Office in London fürchtete, deutsch-ostafrikanische Häfen könnten von der kaiserlichen Marine als Basen genutzt werden, um im Indischen Ozean Jagd auf britische Fracht- und Versorgungsschiffe machen. Schnee versuchte, die Kolonie aus dem Krieg herauszuhalten und erklärte die Küstenorte zu „offenen Städten“. Der Kommandeur der Schutztruppe Paul von Lettow-Vorbeck plante jedoch, mit der Schutztruppe einen eigenen Beitrag zur Kriegsführung zu leisten und durch Angriffe auf die Uganda-Bahn möglichst viele britische Kräfte auf dem ostafrikanischen Schauplatz zu binden. Zunächst folgte er aber dem Befehl des Gouverneurs und zog seine Truppen aus der Stadt ab.

Die kriegerischen Handlungen selbst wurden schließlich durch die Kriegsschiffe beider Seiten begonnen. Der Kreuzer Königsberg erhielt im Juli den Befehl, im Kriegsfalle britische Handelsschiffe im Indischen Ozean anzugreifen. Die Königsberg verließ am 31. Juli 1914 den Hafen von Daressalaam und konnte die älteren und langsameren britischen Kreuzer abschütteln, die hier bereits zu ihrer Bewachung auf Position gegangen waren. Nach Kriegsbeginn versenkte die Königsberg am 6. August den britischen Dampfer City of Winchester vor der Küste des Oman. Am folgenden Tag tauchte der britische Kreuzer HMS Pegasus vor Daressalaam auf und nahm den Funkmast unter Beschuss, woraufhin der Gouverneur die weiße Flagge aufziehen ließ und einen Zug nach Morogoro nahm. Als Lettow mit seinen Soldaten in Abwesenheit des Gouverneurs am 8. August wieder nach Daressalaam zurückkehrte, sah er nur noch die britischen Schiffe aufs offene Meer hinausfahren.

In den folgenden Monaten beschränkten sich Kampfhandlungen auf kleinere Gefechte, da die Truppenstärken auf allen Seiten gering waren. Anfänglichen Kämpfe fanden gegen britische Einheiten entlang der kenianischen Grenze und belgische Truppen an der kongolesischen Grenze statt. Es gab einzelne Streifzüge der deutschen Seite auf die anfangs nur von britischen Polizeikräften gehaltenen Gebiete von Nordrhodesien, die aber zu keiner Besetzung führten. Gegenüber dem britischen Kenia war das Ziel von Patrouillen immer wieder die Unterbrechung der Uganda-Bahn, die parallel zur Grenze vom Nachschubhafen Mombasa nach Nairobi verläuft.

Die Schutztruppe setzte im August bewaffnete Schiffe auf dem Viktoriasee und dem Tanganjikasee ein und legte damit die englische und belgische Schifffahrt zunächst lahm. Ihr Vorstoß auf den wichtigen Bahnhof und Hafen von Kisumu wurde bei Kisii von den Briten zurückgeschlagen. Schnell über den Indischen Ozean herbeigeschaffte Boote wurden per Bahn nach Kisum transportiert und schalteten die deutschen Boote bald aus. Auf dem Tanganjikasee hingegen schuf sich die Schutztruppe mit Hilfe zweier Frachtdampfer und der Marinesoldaten von der SMS Möwe eine kleine Kriegsflotte, die bis 1916 die Vormacht auf dem See innehatte.

Am 15. August besetzte die Schutztruppe gegen geringen britischen Widerstand die kenianische Grenzstadt Taveta. Im September kehrte die Königsberg in die Kolonie zurück, versenkte am 14. September die in Sansibar für Reparaturen liegende Pegasus und versteckte sich anschließend im Delta des Rufijiflusses, für das die Briten keine Karten hatten. Die Royal Navy leitete die Besetzung der Insel Mafia und eine Seeblockade des Deltas ein.

Auf britischer Seite führte die Besetzung Tavetas zur Entscheidung, 4000 indische Soldaten nach Mombasa zu bringen, die ab September eintrafen. Im Oktober wurde weitere 8000 Mann aus Indien eingeschifft, um mit vereinten Kräften Lettows Verbände zu zerschlagen. Die Landung bei Tanga am 2. November 1914 wurde ein Desaster für die britische Seite. Lettow hatte durch Spione von der Landung Kenntnis und es gelang in der Schlacht bei Tanga, die schlecht geführten britisch-indischen Truppen zum Rückzug auf ihre Schiffe zu zwingen. Am Folgetag, dem 3. November, wurde der andere Teil der britischen Offensive bei Longido am Kilimandscharo-Massiv zurückgeschlagen. Als weitere britische Niederlage folgte eine Kapitulation indischer Einheiten, die den Grenzort Jassini unmittelbar an der Küste besetzt hatten und von Lettow mit starken Kräften angegriffen wurden, bevor sie Verstärkung erhalten konnten.

Kleinere Erfolge erzielte die britische Seite mit der Einnahme von Bukoba am 21. Juni 1915. Außerdem gelang es, die Vormacht auf dem Viktoriasee zu erringen, nachdem mit der Bahn bewaffnete Motorboote nach Port Florence (heute: Kisumu) gebracht worden waren.

1915 schloss sich die Besatzung des Kleinen Kreuzers Königsberg nach dessen Versenkung im Delta des Rufiji der Schutztruppe an. Sie brachte ihre Schiffsgeschütze mit, die auf Lafetten gesetzt wurden und deren 10,5-cm-Kanonen der deutschen Seite zur schwersten Artillerie des ostafrikanischen Feldzugs verhalfen.

Leichte Entlastung auf deutscher Seite brachten ferner die Blockadebrecher A (Dampfer „Rubens“) und 15 („Marie“), die der bedrängten Schutztruppe dringend benötigtes Material, vor allem Munition, brachten. Die Rubens, ein 6000 BRT-Frachtschiff, stach am 18. Februar 1915 von Wilhelmshaven aus in See. Das Kommando führte Oberleutnant Carl F. Christiansen. Das Schiff erreichte Deutsch Ostafrika im April 1915, wurde aber in Küstennähe vom britischen Kreuzer HMS Hyacinth so schwer beschädigt, dass es in der Mansa-Bucht nahe Tanga auf Grund gesetzt wurde und schließlich in Flammen aufging. Ein großer Teil der Ladung konnte jedoch geborgen werden und die vernässte Munition durch mühevolle Trocknung von der Schutztruppe genutzt werden. Ein zweiter Versuch, die Schutztruppe über See zu stärken, erfolgte im März 1916 mit dem Schiff "Marie", das Hilfsleutnant zur See Conrad Sörensen führte. Das Schiff erreichte unbeschädigt die Ssudi-Bucht im Süden von Deutsch Ostafrika. Die Ladung konnte gelöscht und das Schiff Richtung Südostasien wieder auslaufen.

Bis in das Jahr 1916 konnte die Schutztruppe das Gebiet Deutsch-Ostafrikas im Wesentlichen halten, da die britische Seite beschlossen hatte, nach dem Debakel bei Tanga erst einmal größere Verbände zusammenzuziehen. Auch die Belgier im Kongo benötigten Zeit, um aus den verstreuten Polizeitruppen ihrer Force Publique militärische Einheiten aufzubauen. Portugal stockte nach der deutschen Kriegserklärung im März 1916 seine Truppen in Mosambik auf und verabredete eine Beteiligung an der bevorstehenden alliierten Offensive.

Mit dem Eingreifen einer großen Streitmacht unter südafrikanischer Führung im Januar 1916 begann dann der Rückzug der deutschen Einheiten.

Die alliierten Streitkräfte waren zahlenmäßig weit überlegen, sie konnten insgesamt an die 100.000 Truppen ins Feld führen, zu denen noch ein vielfaches an nichtkämpfenden Einheiten kam. Lettow-Vorbeck hatte sich auf diese Situation gut vorbereitet und verstrickte den zahlenmäßig überlegenen Gegner in eine Mischung aus Bewegungs- und Partisanenkrieg. Der Vormarsch der alliierten Seite war damit nicht aufzuhalten, aber die Beweglichkeit der deutschen Truppen ermöglichte es ihnen, dem Gegner Verluste zuzufügen und sich meistens rechtzeitig zurückzuziehen. Stärkere Verluste als durch Kämpfe erlitten die alliierten Truppen durch Tropenkrankheiten, denen Tausende zum Opfer fielen. Hier war die deutsche Seite viel weniger betroffen, da die Mehrzahl ihrer Kämpfer Afrikaner waren, die das Klima gewohnt und gegen viele Krankheiten immun waren. Auf alliierter Seite standen ihnen überwiegend südafrikanische und indische Soldaten gegenüber, die weder Klima noch Krankheiten gewohnt waren.

Der Vormarsch der Alliierten drängte die Schutztruppe allmählich in den unwegsamen Südosten der Kolonie zurück. Entscheidend dafür war ein Wechsel in der Strategie der Briten. Anfangs hatten sie ausschließlich auf indische und britische sowie südafrikanische Truppen gesetzt. Afrikaner wurden gering geschätzt und nur als Träger eingesetzt, freilich in sehr großer Zahl, da den europäischen Soldaten und in geringerem Umfang auch den indischen Soldaten ein umfangreiches Gepäck zugebilligt wurde. Die Schutztruppe bestand von Anfang an zum größten Teil aus Afrikanern, die an das Klima gewöhnt waren und keine persönlichen Träger brauchten, wenn auch viele von ihnen Frauen und Kinder mitführten. Erst im Jahr 1916 begann der Ausbau afrikanischer Einheiten wie der King’s African Rifles aus Kenia und Uganda, die zuvor eher für den Schutz der Bahnlinie in Kenia abgestellt waren. 1917 bestand bereits die Hälfte der britischen Truppen aus Afrikanern, die einen schwierigeren Gegner für Lettow abgaben als die weißen und indischen Einheiten mit ihrem riesigen Tross.

Die Verluste der Schutztruppe stiegen an. Ein großer Verband unter Hauptmann Tafel mit 2000 Soldaten musste sich im Oktober 1917 ergeben. Die verbleibenden Kräfte Lettows wurden zunehmends in der Nähe der mosambikischen Grenze zusammengedrängt. Das letzte Funkgerät der Schutztruppe wurde zerstört, sodass es forthin keine Kommunikation mit Deutschland mehr gab.

Im November 1917 gab es noch einen Versuch, die Schutztruppe durch das Luftschiff LZ 104/L 59 von Bulgarien aus mit Nachschub zu versorgen. Nachdem britische Berichte über den Rückzug der Schutztruppe in Deutschland abgehört wurden, entschloss man sich zum Abbruch des Unternehmens, da es keine sicheren Landegebiete in Ostafrika mehr gab. LZ 104 kehrte über dem Sudan wieder um und stellte lediglich einen Langstreckenrekord (6757 Kilometer in 95 Stunden) der frühen Luftfahrt auf.

Im November 1917 fasste Lettow den Entschluss, unter Zurücklassung von Verwundeten und Kampfunfähigen den Grenzfluss Rovuma mit 280 deutschen und 1600 afrikanischen Soldaten sowie einem Tross von 5000 Trägern und Frauen zu überschreiten und sich nach Portugiesisch-Ostafrika zu begeben.

Seine Rechnung ging insofern auf, als ihm die britischen Kräfte Schwierigkeiten hatten, ihn im unwegsamen Nordmosambik aufzuspüren und die portugiesischen Kolonialtruppen kein kampfstarker Gegner waren. In Nordmosambik konnte Lettows Truppe mehrere Stützpunkte und Depots einnehmen, aus denen er Verpflegung, Waffen und Munition auffüllen konnte, die aber knapp blieben. Die Briten verlegten indes ihr regionales Hauptquartier nach Porto Amelia (heute: Pemba) und begaben sich auf die Suche nach der Schutztruppe.

In den nächsten Monaten zog die Schutztruppe ständig umher, auf der Suche nach Verpflegung und um größeren Kämpfen auszuweichen. Sie gelangte bis in die Nähe von Quelimane. Hier erreichten ihn Nachrichten, dass in der Gegend starke britische Verbände zusammengeführt wurden. Lettow beschloss, wieder nach Norden zu ziehen. Ständig von britischen Einheiten verfolgt, die ihn aber nie stellen konnten, überquerte die Schutztruppe am 28. September wieder den Rovuma und kehrte auf das Gebiet von Deutsch-Ostafrika zurück.

Hier zog sie nach Norden, entlang des Nyassa-Sees über Songea und Mbozi. Hier entschloss sich Lettow, den Marsch nach Nordrhodesien fortzusetzen, das nach seinen Informationen weithin frei von britischen Truppen war, die ihn in anderen Teilen der Kolonie vermuteten. Hier erhielt er durch britische Parlamentäre am 13. November 1918 die Nachricht vom Waffenstillstand in Europa. Am 25. November 1918 wurde in Abercorn (heute Mbala) südlich des Tanganjika-Sees die Kapitulation unterzeichnet und der nur noch 1.300 Mann starke Verband offiziell aufgelöst.

Die Alliierten hatten 210.000–240.000 Soldaten eingesetzt, die Hälfte von ihnen Afrikaner. Die Briten verloren 3.443 an Gefallenen und 6.558 Verstorbene aufgrund von Krankheiten. Die entsprechenden Verluste der Belgier betrugen 683 Gefallene und 1300 Tote durch Krankheit. Auf portugiesischer Seite starben 1734 Europäer und eine unbekannte Zahl von Afrikanern. Die Verluste der Schutztruppe betrugen 734 Europäer und 1798 Afrikaner.

Im Rahmen des Ersten Weltkrieges waren diese militärischen Verluste durchaus überschaubar, kostete doch allein der erste Tag der Schlacht an der Somme im Kriegsjahr 1916 20.000 britischen Soldaten das Leben. Weitaus schwerwiegender waren die Folgen der Kriegsführung für die afrikanische Zivilbevölkerung, die sehr viel höhere Verluste an Menschenleben ertragen musste. Bei einer Bevölkerungszahl von nur 7,6 Millionen hatte die afrikanische Bevölkerung Deutsch-Ostafrikas Hunderttausende von Toten zu beklagen.

Aus den Dörfern kamen die Träger, die von allen Kriegsparteien für Nachschub und Materialtransport im wegarmen Land eingesetzt wurden. Das britische Kolonialministerium schätzte, dass insgesamt etwa 750.000 Träger auf alliierter Seite im Einsatz waren, wozu 100.000–200.000 auf deutscher Seite kamen. 1917 zählte der britische Oberbefehlshaber 125.000 Träger, davon 80.000 aus DOA. Das britische Carrier Corps hatte über insgesamt 400.000 „offizielle“ Träger im Dienst, je zur Hälfte aus Kenia und DOA (diese Zahlen ergeben sich durch Addieren der im Laufe des Krieges verpflichteten Träger). Hinzu kamen große Zahlen örtlich verpflichteter Träger. General Northey setzte etwa 200.000 Träger für seinen Nachschub ein. Die Force Publique der Belgier hatte 260.000 Träger verpflichtet. Zusammen mit den Trägern der Deutschen schätzt, dass etwa eine Million Träger während des Krieges zum Einsatz kamen. Sie wurden zu Beginn des Feldzuges noch angeworben und dienstverpflichtet, im späteren Verlauf dann unter Gewaltandrohung in den Transportdienst gepresst. Hunger, Krankheiten und die Strapazen ihrer Zwangsarbeit kosteten 100.000–300.000 Trägern aller Seiten das Leben. Die Träger waren zugleich die jüngeren Männer, deren Arbeitskraft auf den Feldern dann fehlte. Die Züge der kämpfenden Heere verwüsteten seit 1916 das Land, Lebensmittel und Vieh wurden requiriert. Die Schutztruppe brannte oft die Felder hinter sich ab, um dem nachrückenden Gegner keine Vorräte zu hinterlassen.

Als die Schutztruppe im November 1917 den Rovuma überschritt, ließ sie im Süden der Kolonie eine große Hungersnot zurück. Im Jahre 1918 nahmen die Folgen der Verwüstung zusammen mit einer Dürreperiode katastrophale Ausmaße an.

Es gibt keine Übersicht, wie viele Menschen damals in Ostafrika verhungerten. Aus dem Bezirk Dodoma wurde für 1917/1918 ein Bevölkerungsverlust von 20 % gemeldet. Ab 1918 breitete sich unter der geschwächten Bevölkerung die internationale Epidemie der Spanischen Grippe aus uns forderte weitere 50.000–80.000 Opfer.

Die Kosten für den Krieg der Europäer mussten letztlich von den Afrikanern getragen werden.

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Afrika

Afrika aus europäischer Sicht, um 1570

Der Kontinent Afrika hat eine Fläche von 30,3 Millionen km² (22 % der gesamten Landfläche der Erde) und wird von etwa 924 Mio. Menschen (14 % der gegenwärtigen Weltbevölkerung, Stand Mitte 2006) bewohnt.

In Afrika leben viele, sehr heterogene Völker, nach europäischem Maßstab sind die meisten Menschen sehr arm. In der Weltwirtschaft spielen die größten Teile Afrikas keine Rolle.

In der Antike bezeichnete der lateinische Name Africa nur das Gebiet der gleichnamigen römischen Provinz im heutigen Tunesien, der Kontinent (zunächst nur Nordafrika westlich des Nils) wurde in der Antike oft Libya genannt. Der Name Africa wurde vom römischen Senator und Feldherrn Scipio Africanus (Eroberer Karthagos) erstmals verwendet und könnte von einem einheimischen Stamm abgeleitet sein oder auf dem phönizischen afar („Staub“), dem griechischen aphrike („unkalt“), dem lateinischen aprica („sonnig“) oder dem lateinischen Wort Afer (Plural: Afri) beruhen, was soviel wie „Afrikaner, Punier“ bedeutet.

Seltener gebrauchte Bezeichnungen für den Kontinent sind Schwarzer Kontinent, Wiege des Lebens oder sehr selten Dritter Kontinent (von Europa aus gezählt).

Afrika ist im Norden vom Mittelmeer, im Westen vom Atlantik, im Osten vom Indischen Ozean und dem Roten Meer umgeben. Die Küstenlänge beträgt 30.490 km, was gemessen an der großen Fläche relativ wenig ist. Die einzige Landverbindung zu anderen Festlandmassen, bzw. zu Eurasien, bildet der Sinai, der zwischen Afrika und der Arabischen Halbinsel liegt. Europa liegt Afrika an der Straße von Gibraltar und der Straße von Sizilien am nächsten. Der afrikanische Erdteil ist nur wenig gegliedert; er hat weniger Inseln und Halbinseln als alle anderen Kontinente.

Durch seine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größte zusammenhängende Landmasse der Tropen. 75 % der Fläche Afrikas liegen innerhalb der Wendekreise, die die mathematische Tropengrenze bilden. Der größte Teil Zentral- und Westafrikas ist von tropischem Regenwald bedeckt; das Kongobecken ist nach Amazonien das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Um die Wendekreise sind große Wüsten entstanden; die Sahara im Norden wird nur durch die Flussoase des Nil unterbrochen, im Süden befinden sich die Namib als Nebelwüste und die Kalahari als Trockensavanne. Südlich der Sahara (Sahelzone) und in Ostafrika bis Südafrika hinunter befinden sich riesige Savannengebiete. Im Bereich zweier jährlicher Niederschlagsmaxima breiten sich die Trockenwälder und Feuerökosysteme aus, beispielsweise Mopane, Miombo oder Chipya-Vegetation. Südostafrika ist durch den Einfluss des Monsun und die großen Täler von Sambesi und Limpopo fruchtbarer.

Der kleinste Staat auf dem Festland, Gambia, ist etwa so groß wie Zypern und der größte, Sudan, ungefähr siebenmal so groß wie Deutschland. Die größte Insel ist Madagaskar, die vor der Südostküste Afrikas im Indischen Ozean (Indik) liegt.

Es gibt zwei grundlegende Typen von Seen, einmal die Beckenseen, sie sind flach aber weit ausgestreckt und verändern ihre Größe durch Verdunstung sehr stark, ein Beispiel dafür ist der Tschadsee. Und dann noch die Grabenseen, sie liegen im Ost- und Zentralafrikanischen Graben, sind sehr tief und lang, aber schmal, ein Beispiel ist der Malawisee oder der Tanganjikasee. Es gibt auch noch zwei Arten von Flüssen in Afrika, die einen speisen Beckenseen, sie haben kein großes Gefälle und eine geringe Fließgeschwindigkeit, z.B. der Schari, der den Tschadsee speist. Auf der anderen Seite gibt es die Flüsse, die in das Meer münden, sie weisen ein hohes Gefälle auf und haben dadurch eine hohe Fließgeschwindigkeit, ein Beispiel ist der Nil, der in das Mittelmeer fließt.

Der größte Teil Afrikas besteht aus geologisch sehr alten (präkambrischen) Plattformen, die zu großen Teilen von jüngeren Sedimenten der Karoo-Supergruppe überdeckt sind.

Im Nordwesten Afrikas zieht sich das geologisch junge Atlas- oder Maghreb-Gebirge durch die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien, das zusammen mit den Alpen im Zuge der Annäherung der afrikanischen an die eurasische Platte entstanden ist.

Durch den Osten Afrikas zieht sich der Große Afrikanische Grabenbruch, welcher die Fortsetzung des Grabenbruchs unter dem Roten Meer ist und auf eine Abspaltung des Horns von Afrika und Arabiens vom Rest Afrikas hindeutet. Der dabei entstehende Vulkanismus hat unter anderem das Kilimandscharo-Massiv, das höchste Bergmassiv Afrikas, das Ruwenzori-Gebirge und das Mount-Kenya-Massiv geschaffen. Im weiteren Verlauf des Grabenbruchs liegen Rudolfsee, Kiwusee, Tanganjikasee und Malawisee sowie der Unterlauf des Sambesi.

Außerdem zählen der Atlas mit dem Toubkal (4.165 m ü. NN) in Marokko, der Mount Meru (4.562,13 m), ein Inselberg in Tansania, und der Kamerunberg (4.095 m), ein Inselberg in Kamerun, zu den höchsten Gebirgen, Bergmassiven bzw. Bergen des Kontinents.

Afrika hat 967 Millionen Einwohner (Stand 2008), wovon die meisten südlich der weitgehend unbesiedelte Wüste Sahara, in Schwarzafrika (subsaharisches Afrika) leben. In Nordafrika, wo hauptsächlich Berber und Araber leben, gibt es nur etwa 200 Millionen Afrikaner.

Der bevölkerungsreichste Staat ist Nigeria mit knapp 140 Millionen Einwohnern. Der bevölkerungsärmste Staat sind die Seychellen mit 80.000 Einwohnern.

Die größte Stadt Afrikas ist Kairo (Ägypten) mit 15.707.992 Einwohnern, danach folgt Lagos (Nigeria) mit 11.153.863 Einwohnern; die drittgrößte Stadt des Kontinents ist Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) mit 8.096.254 Einwohnern.

Im Norden Afrikas lebten schon Jahrtausende vor der Ankunft der Araber um das 7. Jahrhundert herum berberische Völker. Diese leben seitdem vor allem in den gebirgigen Regionen des Maghreb, wo sie vor den arabischen Invasoren Zuflucht fanden, um sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte aber deutlich mit jenen zu durchmischen und eine eigene maghrebinische Kultur zu schaffen, die einige Unterschiede zur übrigen arabischen Welt aufweist, beispielsweise in der Sprache. Auch die Völker Nordostafrikas, wie z. B. die Amharen sind semitische Völker. Die Sahara wird von nomadisierenden Tuareg bewohnt.

In Westafrika sind die Mande- und Voltaic-Völker zu nennen. Hausa und Yoruba leben im östlichen Westafrika, Wolof und Fulbe im westlichen Teil.

In Zentral- und Ostafrika sind die Bantu beheimatet, eine aus zahlreichen Völkern bestehende Gruppe. Die Khoisan-Völker im Süden Afrikas zählen zu den indigenen Völkern, wie auch die bereits genannten Berber und Tuareg in der Sahara und die Massai in Ostafrika. Größte Gruppe von im Zuge der Kolonialisierung eingewanderten Menschen sind die Buren in Südafrika. Moderne Migrationsbewegungen haben Libanesen nach West- sowie Inder und Chinesen nach Ostafrika gebracht.

Insgesamt gibt es über 2000 eigenständige afrikanische Sprachen von denen rund 50 als größere Sprachen gelten, die jeweils von über einer Million Menschen gesprochen werden. Einige der wichtigsten afrikanischen Sprachen sind Swahili, Igbo, Hausa und Fulfulde. Die ehemaligen europäischen Kolonialsprachen werden vielerorts noch gesprochen.

Zu den afroasiatischen Sprachen gehören Arabisch, Hausa und Amharisch, zu den Niger-Kongo-Sprachen zählen Bambara, Swahili, Wolof, Yoruba und Zulu. Die Khoisan-Sprachen werden von den gleichnamigen Völkern im Südlichen Afrika gesprochen; charakteristisch für sie sind Klicklaute. Auf Madagaskar werden Austronesische Sprachen wie Malagasy, Howa (Dialekt des Merina) und andere Merina-Dialekte gesprochen.

In Nordafrika, Ostafrika und Westafrika ist der Islam weit verbreitet. Zwischen 42 und 47 % aller Afrikaner (darunter in Nordafrika Araber) gehören dem Islam an. Daneben gibt es vor allem in West- und Südostafrika eine große Anzahl derer, die Animismus praktizieren. Man schätzt, dass weitere 13–20 % der Afrikaner dem Animismus anhängen. Die restlichen rund 37–45 % gehören christlichen Konfessionen an (u.a Kopten) Die Mehrheit der afrikanischen Christen lebt im Süden Afrikas. Eine Sonderrolle spielt die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, da in Äthiopien das Königreich Axum das Christentum zur Staatsreligion machte. Außerdem sind unter den nicht-afrikanischen Minderheiten auch Bahai, Judentum, Hinduismus und Buddhismus verbreitet.

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer afrikanischen Frau liegt bei 55 Jahren, die durchschnittliche Lebenserwartung eines afrikanischen Mannes bei 53 Jahren, damit ist sie weit niedriger als auf anderen Kontinenten. Afrika ist auch der von HIV/AIDS am stärksten betroffene Kontinent. Etwa 4 % der Bevölkerung sind HIV-positiv (siehe auch: HIV/AIDS in Afrika).

Die ältesten bisher bekannten menschlichen Lebensspuren fanden sich in Afrika. Es gilt als sicher, dass sich von hier aus zunächst Homo erectus und später – der aus den in Afrika verbliebenen Populationen von Homo erectus entstandene – moderne Mensch (Homo sapiens) nach Asien und Europa ausgebreitet haben. Dementsprechend entdeckte man auch die ältesten Steingeräte in Afrika: die einfachen Oldowan-Geräte des „Early Stone Age“, das in Europa als Altpaläolithikum bezeichnet wird.

Im Niltal in Nordafrika befand sich mit Ägypten eine der ersten Hochkulturen. Es gab weitere Königreiche in Westafrika wie zum Beispiel die Ashanti und die Haussa. Auch in Ost- und Südafrika gab es einige bedeutende Kulturen, wie auch im Gebiet des heutigen Sudan, damals Nubien oder Kusch genannt. Nubische Pharaonen haben auch für eine Dynastie ganz Ägypten beherrscht. Bedeutende Kulturen im Süden Afrikas waren zum Beispiel die Bewohner Groß-Simbabwes. Diese Steinburg war architektonisch für die damalige Zeit ein Meisterwerk und bedeutend für Handel zwischen den Völkern des Südens und des Ostens. Im Osten Afrikas waren die Swahili bekannt.

Nordafrika war durch das Mittelmeer mit Europa und Vorderasien eher verbunden als getrennt. Karthago, eine Gründung der Phönizier im heutigen Tunesien, war um die Mitte des 1. Jahrtausend v. Chr. die herrschende Großmacht im westlichen Mittelmeer, bis sie in den Punischen Kriegen von Rom abgelöst wurde. Dieses herrschte ab 30 v. Chr. (Eroberung Ägyptens) über ganz Nordafrika.

Schon die alten Ägypter (Königin Hatschepsut) unternahmen Fahrten nach Punt, wahrscheinlich im heutigen Somalia. Auch das Reich der Königin von Saba, welches wohl in Südarabien sein Zentrum hatte, soll sich über Teile des Horns von Afrika bis in den Norden Äthiopiens erstreckt haben. Die Herrscher Äthiopiens führten ihre Abstammung auf die Königin von Saba zurück. Herodot berichtet, dass um 600 v. Chr. phönizische Seeleute im Auftrag des Pharao Necho in drei Jahren Afrika vom Roten Meer bis zur Nilmündung umfahren hätten. Da er davon berichtet, sie hätten behauptet, die Sonne „zu ihrer Rechten“, also im Norden, gesehen zu haben, gilt dieser Bericht als glaubwürdig. Sicher ist die Fahrt des karthagischen Admirals Hanno um 500 v. Chr., der von Südspanien aus mindestens bis Sierra Leone kam.

Während der Völkerwanderung eroberten die Vandalen das römische Nordafrika von Marokko bis Libyen. Schon vor der Hedschra wanderten arabische Stämme nach Nordafrika ein. Mit dem Siegeszug des Islam wurde Ägypten 641, Marokko 670 erobert. In den folgenden Jahrhunderten wurde Nordafrika praktisch vollständig islamisiert, der Sahel, West- und Ostafrika zumindest teilweise.

1250 richtete sich der Sechste Kreuzzug gegen Ägypten (die anderen Kreuzzüge richteten sich gegen Palästina). Zwischen dem 9. und 16. Jahrhundert entwickelten sich im Gebiet des heutigen Mali mehrere mächtige, unabhängige Königreiche. Im 15. Jahrhundert wurde die Westküste Afrikas von Portugal aus erforscht. Portugal und Spanien errichteten im 15. und 16. Jahrhundert erste Stützpunkte an der Nordküste.

Nach der Entdeckung Amerikas war Afrika für die Europäer hauptsächlich als Quelle für Sklaven interessant. Ein erheblicher Anteil der Bevölkerung von Brasilien, Haiti und anderen Inseln der Karibik, aber auch der USA sind afrikanischer Abstammung. Zum Zweck des Sklavenhandels wurden Forts an den Küsten errichtet, den Transport aus dem Binnenland übernahmen meist einheimische Königreiche. Im ostafrikanischen Sklavenhandel waren bis ins 17. Jahrhundert arabische Händler vorherrschend. Das Innere des Kontinents war den Europäern weitestgehend unbekannt. Erste Forschungsreisen unternahmen Ende des 18. Jahrhunderts von der Association for Promotion the Discovery of the Interieur of Africa (Africa Association, London) ausgesandte Männer verschiedener Nationalitäten.

Nach der industriellen Revolution und dem Verbot des Sklavenhandels 1807 wurde Afrika eher uninteressant. Erst mit dem Aufkommen des Imperialismus wuchs das Interesse der europäischen Großmächte am dunklen Kontinent und der Wettlauf um Afrika führte innerhalb von weniger als 20 Jahren zur Besetzung fast des gesamten Kontinents. Auf der Kongokonferenz in Berlin wurde 1884/85 der größte Teil Innerafrikas zwischen den europäischen Mächten aufgeteilt, bis 1912 verloren die meisten afrikanischen Völker ihre Freiheit. Unabhängig blieben nur Liberia, eine Siedlungskolonie freigelassener nordamerikanischer Sklaven, sowie das alte Reich Abessinien (heute Äthiopien), welches allerdings kurz vor dem Zweiten Weltkrieg im italienisch-äthiopischen Krieg 1936 durch Hilfe aus dem nationalsozialistischem Deutschland (Giftgas und Artillerie) von Italien für ca. fünf Jahre annektiert wurde. Im Ersten Weltkrieg waren die deutschen Kolonien Kriegsschauplatz, viele Afrikaner kämpften auch in Europa. Im Zweiten Weltkrieg fanden Kämpfe vor allem in Nordafrika und am Horn von Afrika statt.

Im Zuge der Dekolonisation Afrikas wurden mehrere Staaten in den 1950er Jahren unabhängig. 1960 gilt als das Jahr der afrikanischen Unabhängigkeit, da der Großteil der französischen Kolonien in diesem Jahr in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Als letzte europäische Besitzung auf dem Festland wurde Dschibuti 1977 unabhängig. In Südafrika ist die schwarze Bevölkerungsmehrheit erst seit 1994 an der Regierung. Einige Inseln gehören bis heute verschiedenen europäischen Staaten.

Durch die künstlichen Grenzziehungen der Kolonialzeit haben die meisten afrikanischen Staaten kein Nationalgefühl entwickelt. Dies und die einseitige Ausrichtung der Wirtschaften auf Exportartikel führten u. a. dazu, dass die politische Lage in den meisten Staaten instabil ist und autoritäre Regime vorherrschen. Dadurch fällt ein großer Teil der natürlichen Reichtümer des Kontinents der Korruption zum Opfer beziehungsweise wird von internationalen Konzernen abgeschöpft. Verbunden mit unterentwickelter Infrastruktur, klimatischen Problemen, hohem Bevölkerungszuwachs und in neuerer Zeit sehr hohen AIDS-Raten führt dies dazu, dass fast ganz Afrika der Dritten Welt angehört.

Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es vergleichsweise starke Probleme bei der Durchsetzung von Demokratie und Menschenrechten. Die meisten der als gescheiterte Staaten angesehen Länder liegen in Afrika.

Mit der Gründung der Afrikanischen Union (AU) soll ein neues Kapitel in der afrikanischen Politik eingeschlagen werden; Eigenverantwortung, gegenseitige Kontrolle, gute Regierungsführung sollen die afrikanische Renaissance ermöglichen.

Die Afrikanische Union geht von der Existenz von 53 Staaten auf dem Kontinent aus, die ursprünglich alle der Organisation angehörten, später dann trat Marokko aus, und Mauretanien wurde ausgeschlossen. Während jedoch die Arabische Sahara-Republik faktisch nicht existiert (das Westsahara-Gebiet ist Marokko angeschlossen), aber von der AU als Vollmitglied anerkannt wurde, existiert bereits seit 1991 eine kontinuierliche und von Somalia faktisch unabhängige Republik Somaliland, die jedoch nicht formal anerkannt ist. Unabhängig von der politischen Sichtweise kann aber jeweils von 53 afrikanischen Staaten ausgegangen werden.

Weite Teile der Wirtschaft im mittleren und südlichen Afrika sind auf den Export ausgerichtet (z. B. Bananenplantagen, Tropenhölzer, Gold- und Diamantenminen, Kakaoplantagen). Daneben gibt es in den Städten größere Industrie- und kleinere Handwerksbetriebe, die unter anderem für den Eigenbedarf produzieren. Auf dem Lande herrscht oft Subsistenzwirtschaft vor, beispielsweise Anbau von Maniok und Batate, Fischerei, Tierzucht. Außerdem ist in manchen Gegenden der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle (z. B. Safari).

In den Staaten Nordafrikas bringt vor allem die Förderung von Erdöl und Erdgas Einnahmen. Daneben gibt es am Nil und in einigen fruchtbaren Gebieten Landwirtschaft. Die Nil-Staudämme werden zur Stromerzeugung genutzt.

Filme wurden in Afrika seit der Erfindung des Kinos gedreht, darunter ethnographische Filme und kolonialistische Propagandafilme. Eine eigene Filmindustrie entwickelte sich insbesondere in Ägypten.

Zu den wichtigsten afrikanischen Autoren gehören der nigerianische Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka und der mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnete Chinua Achebe, der „Vater“ der afrikanischen Literatur.

Weitere bedeutende Autoren sind: Mobolaji Adenubi (Nigeria), Ama Ata Aidoo (Ghana), Amadou Hampâté Bâ, Francis Bebey (Kamerun), Mongo Beti (Kamerun), Steve Chimombo (Malawi), Mia Couto (Mosambik), Amma Darko (Ghana), E.B. Dongala (Volksrepublik Kongo), Nuruddin Farah (Somalia), Nadine Gordimer (Südafrika, Nobelpreis für Literatur 1991), Bessie Head (Südafrika/Botsuana), Lília Momplé (Mosambik), Grace Ogot (Kenia), Ben Okri (Nigeria), Ousmane Sembène (Senegal), Ngũgĩ wa Thiong’o (Kenia), Yvonne Vera (Simbabwe), Naguib Mahfouz (Ägypten, Nobelpreis für Literatur 1988), Tayeb Salih (Sudan), J. M. Coetzee (Südafrika, Nobelpreis für Literatur 2003), Waris Dirie (Somalia) und Damon Galgut (Südafrika).

Die Musik spielt für viele Afrikaner eine wichtige Rolle. Viele afrikanische Kulturen haben Tonsprachen, das heißt Sprachen, in denen die Tonhöhe zur Unterscheidung von Bedeutung benutzt wird; dies hat zum Teil erheblich Konsequenzen. Zum Beispiel dadurch, dass mit auf Instrumenten gespielten Tonfolgen ein bedeutungsvoller und für die Zuhörer verständlicher Text gespielt werden kann. Aber auch, dass Tonfolgen in Vokalmusik dem Sprachton unterworfen sein können. Über afrikanische Musik kann man nicht sprechen, ohne den Tanz einzuschließen. Viele afrikanische Sprachen haben ein gemeinsames Wort für die beiden in „westlicher“ Kultur zumeist unterschiedenen Konzepte. Historische Forschungen haben gezeigt, dass afrikanische Musikkulturen niemals statisch, sondern im Gegenteil überaus dynamisch waren und sind.

Verschiedene Tonsysteme, Musiken in Verknüpfung mit Kult, Repräsentation, dörflichen Festen, städtischer Unterhaltung, seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine kommerzielle Musik-Industrie (Schellack-Platten) existieren jeweils unter lokal verschiedenen Bedingungen und sorgen so für eine große Diversität afrikanischer Musik.

Eine grobe Einteilung in Stilgebiete unterscheidet den Khoisanid geprägten Süden vom Bantusprachigen Zentralafrika und den mehr oder weniger islamisch beeinflussten Regionen Ost- wie Westafrikas.

Philosophische Inhalte werden zum Großteil noch immer über nicht-schriftliche Medien, wie beispielsweise mündlicher Überlieferung, vermittelt, da die meisten afrikanischen Völker keine Schriftform entwickelten. Dementsprechend schwierig gestaltet sich der Umgang mit dem philosophischen Erbe Afrikas. Amadou Hampâté Bâ drückte es einmal so aus; es verbrenne immer eine ganze Bibliothek, wenn ein Alter stirbt. Dichter wie Ngũgĩ wa Thiong’o schreiben zudem aus Protest gegen den ihrer Meinung nach eurozentristischen Blick hiesiger Wissenschaften und aufgrund ihres Zielpublikums in ihrer eigenen Sprache, für die oft noch keine Schriftform existierte. Schriftformen wurden erst in den letzten Jahrzehnten, häufig unter Mithilfe europäischer Missionsgesellschaften, entwickelt. Philosophen und Theoretiker sind einem europäischen Publikum meist aus dem Zusammenhang kultureller Befreiungsversuche bekannt.

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Ostafrikanischer Graben

In den Ästen des Rifts erstrecken sich Seenketten

Der Ostafrikanische Graben (engl. East African Rift System (EARS)) ist ein Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs (Great Rift Valley). Letzterer erstreckt sich über rund 9000 km Länge vom asiatischen Libanon im Norden über das Jordantal und das Rote Meer bis zum Golf von Aden. Hier beginnt im Hochland von Äthiopien der Ostafrikanische Grabenbruch, ein kontinentales Riftsystem, dessen geologische Aktivität die höchsten Berge und die tiefsten Seen Afrikas entstehen ließ. Es durchzieht in zwei großen Ästen ganz Ostafrika bis Mosambik.

Diese tiefe Narbe in der Erdkruste ist wahrscheinlich vor 20 Millionen Jahren in Folge gewaltiger vulkanischer Eruptionen entstanden. Die Sohle dieses Risses, der bis zu etwa 300 km breit ist, liegt bis zu 1000 m unterhalb des oberen Grabenrands, doch der Riss setzt sich in der Lithosphäre noch mehrere Kilometer tief fort. Zu beiden Seiten des Grabens bildeten sich Vulkane; im östlichen Ast sind dies das Kilimandscharo-Massiv und das Mount-Kenya-Massiv, das bei erneuten tektonischen und vulkanischen Aktivitäten entstand, die vor 3,5 Millionen Jahren begannen und etwa 2 Millionen Jahre andauerten. An der Grabensohle zeugen hydrothermale Quellen und magmatische Gesteine von seismischer Aktivität. Im westlichen Ast des Grabenbruchs verläuft eine Seenkette, die einige der größten und tiefsten Seen der Erde umfasst.

Der Ostafrikanische Grabenbruch beginnt im Afar-Dreieck in Äthiopien, wo drei divergente tektonische Platten auseinanderdriften: die Arabische Platte und der „nubische“ sowie der „somalische“ Teil („Somali-Platte“) der Afrikanischen Platte. Man spricht von einer so genannten Triple Junction. Hier treffen das Rote Meer, welches die Afrikanische von der Arabischen Platte trennt, der mittelozeanische Rücken des Indischen Ozeans und der Ostafrikanische Graben aufeinander. Unterhalb dieser Schwächezone der Lithosphäre befindet sich ein Manteldiapir der als Hot Spot zur Dehnung der Erdkruste an dieser Stelle beiträgt.

Der „Abessinische Graben“ teilt das Hochland von Äthiopien, das sich südlich an das Afar-Dreieck anschließt.

Der Ostafrikanische Graben setzt sich dann in einem östlichen und einem westlichen Rift fort, die beiden Äste umschließen den Victoriasee.

Die Seenkette des östlichen Rifts, beginnend mit dem Turkana-See besitzt keine Abflüsse ins Meer. Diese Seen sind flacher als die Seen im Westen, haben aber durch die vulkanischen und hydrothermalen Aktivitäten einen hohen Mineralgehalt, der durch die Verdunstung noch erhöht wird. Der Magadisee ist ein Sodasee mit einem sehr hohen Natriumkarbonat-Gehalt, auch andere Seen wie der Bogoriasee sind stark alkalisch. Im Gegensatz hierzu sind der Baringo- und der Naivashasee Süßwasserseen.

Es entstanden entlang dieses Grabensystems die Vulkane des Mount-Kenya-Massivs, des Kilimandscharo-Massivs, der Karisimbi, der Mount Meru und der Mount Elgon sowie das Kraterhochland in Tansania. Der Ol Doinyo Lengai-Vulkan ist noch aktiv und der einzige aktive Natriumkarbonatit-Vulkan der Welt.

Entlang des westlichen Rifts, erstreckt sich eine Seenkette mit dem Albertsee im Norden über den Kivusee bis zum Tanganjikasee (1470 m tief), begrenzt von einigen der höchsten Gebirge Afrikas, den Virunga-Vulkanen mit dem Nyiragongo (3462 m), dem Mitumba-Gebirge als Quellgebiet des Kongo und Sambesi und dem Ruwenzori-Gebirge (bis zu 5109 m hoch).

Im Süden setzt sich dann das Rift über den Malawisee bis nach Mosambik zur Mündung des Sambesi fort.

Das Rift Valley entwickelt sich weiter. In den nächsten zehn Millionen Jahren wird der Ozean vermutlich in das Grabensystem eindringen, entlang des Rifts wird sich neuer Ozeanboden bilden. Das östliche Afrika wird eine eigene, weiter vom restlichen Kontinent abdriftende Landmasse bilden. Der Nil wird im Oberlauf sein Flussbett ändern und möglicherweise einige seiner Quellen verlieren oder in den neu entstehenden Arm des Indischen Ozeans münden.

Das Rift Valley ist eine Region, in der zahlreiche paläoanthropologischen Funde gemacht wurden, insbesondere gilt dies für die Olduvai-Schlucht. Die rasche Erosion der Hochländer füllte das Tal mit Sedimenten, die gute Erhaltungsbedingungen für Fossilien von verschiedenen Hominiden-Gattungen boten. Erneuter Bodenverlust nach Regenfällen legt heute diese Fossilien frei, so dass beispielsweise die Teams von Richard Leakey und Meave Leakey viele Entdeckungen in dieser Region machen konnten.

Ein weiterer bekannter Hominidenfundort ist die Middle-Awash-Region im so genannten Afar-Dreieck. Aus diesem Gebiet stammt u.a. „Lucy“, das bekannteste erhaltene Skelett eines Australopithecus afarensis, das dort 1974 von Donald Johanson entdeckt wurde.

Heute wird von der Forschung als wahrscheinlich angenommen, dass die schnelle Hebung von in Nord-Südrichtung liegenden Gebirgen maßgeblich an der Entwicklung des aufrechten Ganges der menschlichen Vorfahren beteiligt war. Aufgrund der hohen Berge konnten Wolken nicht mehr ungehindert Ostafrika erreichen, was dazu führte, dass der ursprünglich vorhandene tropische Regenwald mangels Nachschub an Feuchtigkeit einer zunehmend trockenen Savannenlandschaft Platz machte, an deren Rändern sich die ersten Vertreter der aufrecht gehenden, unmittelbaren Vorfahren des Menschen (Hominini) entwickelten.

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Source : Wikipedia