Nordamerika

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Geschrieben von goldorak 04/03/2009 @ 13:10

Tags : nordamerika, ausland

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Nordamerika

Historische Karte von Nordamerika

Nordamerika ist der nördliche Teil des amerikanischen Doppelkontinentes, umgeben nördlich vom Arktischen Ozean, östlich vom Atlantischen Ozean, südlich von der Karibik und westlich vom Pazifischen Ozean.

Es ist der drittgrößte Kontinent der Erde, nach Asien und Afrika, und umfasst einschließlich Grönland, der zentralamerikanischen Landbrücke und der Karibik eine Fläche von 24.930.000 km².

Südamerika und Nordamerika wurden nach Amerigo Vespucci benannt. Er kam als Erster auf die Idee, dass das Land, das Christoph Kolumbus entdeckt und als Indien angesehen hatte, ein eigener Kontinent sei.

Die Verbindung von Nord- und Südamerika ist die Landenge von Panama. Häufig wird Zentralamerika als eigener Kontinent genannt, jedoch ist Zentralamerika höchstens eine Region wie z. B. Westeuropa und gehört zu Nordamerika.

Zu Nordamerika gehören mit Grönland, das autonom zu Dänemark gehört, Kanada, die USA, Mexiko, Zentralamerika und mehrere Inselstaaten.

Fast die gesamte Fläche Nordamerikas befindet sich auf der Nordamerikanischen Platte. Besonders erwähnenswert ist, dass ein Teil Nordamerikas auf der Pazifischen Platte liegt. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um die Halbinsel Niederkalifornien in Mexiko sowie den Küstenstreifen Kaliforniens von San Diego bis nördlich von San Francisco. Der Bruch zwischen der pazifischen und der nordamerikanischen Platte wird San-Andreas-Graben genannt. Beide Platten driften beständig nach Norden, die pazifische Platte jedoch mit einer höheren Geschwindigkeit. Dadurch gleiten beide Platten aneinander vorbei. Da dies nicht reibungslos passiert, sondern sich beide Platten an verschiedenen Stellen verhaken, kommt es sehr häufig zu Erdbeben in diesem Gebiet.

Im westlichen Teil befinden sich die Alaskakette, die Rocky Mountains, die westlichen Kordilleren und die Sierra Madre Occidental, die hauptsächlich durch den Druck der pazifischen Platte auf die nordamerikanische Platte vor ca. 80 Millionen Jahren entstanden sind. Höchster Gipfel Nordamerikas ist der in der Alaskakette gelegene Mount McKinley (6.194 m). Im Norden ist Grönland mit seinem Inlandeis und weiter südlich zwischen Kanada und den USA die großen Seen erwähnenswert, die Hinterlassenschaften der letzten Eiszeit sind. Hier befindet sich der nach dem Kaspischen Meer zweitgrößte See der Welt, der Obere See mit einer Fläche von etwa 82.000 Quadratkilometern. Auf der östlichen Seite finden sich die Appalachen, die mit einem Alter von ca. 400 Millionen Jahren zu den älteren Gebirgen der Welt gehören. Zwischen den Appalachen und den Rocky Mountains finden sich die Great Plains, eine zentrale Tiefebene, durch die der Missouri River und der Mississippi River fließen. Das Mississippital wird auch Tornado Alley genannt, da hier sehr häufig Tornados entstehen.

Seit 1931 ist Rugby, North Dakota offiziell der geographische Mittelpunkt Nordamerikas. Die Position wurde mit einem 4,5 m hohen Steinobelisken markiert.

Durch seine große Nord-Süd-Ausdehnung ist das Klima des Nordamerikanischen Kontinents von starken Gegensätzen geprägt. Im Bereich der Nordkanadischen Inseln und der Hudson Bay herrscht ein polares Tundrenklima vor, welches nach Süden und Westen von der borealen Zone begrenzt wird. Die Hudson Bay als “America's icebox” und der kalte Labradorstrom an der atlantischen Küste bewirken dabei an der Ostküste des Kontinents eine Ausdehnung der polaren Klimate nach Süden . An diese polare Zone schließen sich im Süden gemäßigte Klimate an, die jedoch hauptsächlich auf dem Gebiet der USA liegen. Dies sind die zentralen, kontinentalen Steppen und Prärien, sowie die humiden kontinentalen Klimate im Nordosten, welche sich nach Süden zu Wüstenklimaten im Südwesten bzw. humiden, subtropischen Klimaten im Südosten wandeln. Für die Kordillierenregion ist in weiten Teilen ein Hochgebirgsklima charakteristisch. Sie hat einen entscheidenden Einfluss auf die klimatische Beschaffenheit der umliegenden Gebiete. Während an ihrer Luv-Seite im Westen ein ozeanisches Klima mit intensiven Regenfällen im Winter und trockenen, kühlen Sommern (Südwesten Kanada und Nordwesten USA) bzw. ein mediterranes bis wüstenhaftes Klima (Kalifornien und Südkalifornien) herrscht, bewirkt sie auf der Lee-Seite durch ihre Funktion als Niederschlagsriegel ein arides Klima und begünstigt so in den Südwest-Staaten der USA ein trocken-heißes Wüstenklima.

Bei einem groben Überblick über den Verlauf der Isothermen in Nordamerika ergibt sich folgendes Bild: Im Zentrum des Kontinents steigt die Durchschnittstemperatur – wie zu erwarten – von Norden nach Süden relativ gleichmäßig an. Abweichungen von diesem Muster ergeben sich durch topographische Besonderheiten, beispielsweise durch die Hudson – Bay oder die großen Seen. Die durch das kontinentale Klima bedingten, großen Temperaturamplituden sind typisch ausgeprägt und erreichen im Norden Kanadas bis zu 45 K. An der Pazifikküste verhindert der maritime Einfluss solch extreme Unterschiede im Jahresverlauf und die Jahresamplituden sinken auf niedrige zweistellige Werte wie in Vancouver mit 14,2 K bis hin zu einstelligen Werten in San Francisco mit 7,6 K.

An der Ostküste des Kontinents, mit Ausnahme Floridas, ergibt sich jedoch ein völlig anderes Bild. Hier ist der Jahresgang der Temperaturen trotz der Nähe zum Atlantischen Ozean kontinental charakterisiert. Dies liegt zum einen am kalten Labradorstrom, der bis 35° N für sehr niedrige Wintertemperaturen sorgt, zum anderen an der Lage des Nordamerikanischen Kontinents in der Westwindzone, was ebenfalls zu quasi-kontinentalen Bedingungen an der Ostküste führt.

Der starke ozeanische Einfluss sorgt im Westen an der Pazifikküste für sehr hohe Niederschläge mit einem Sommermaximum. Die Niederschlagsreichsten Gebiete sind an der Luv-Seite der Kordillieren British-Columbias zu finden), nach Süden hin schwächen sich die Niederschläge deutlich ab und erreichen im semi-ariden Klima Süd-Kaliforniens ihr relatives Minimum. Innerhalb der Kordillieren ist die Niederschlagsverteilung stark von der regionalen Topographie geprägt, dennoch ist auch hier ein deutliches Gefälle von Luv- zu Leelagen zu erkennen. Der Westen des Kontinents außerhalb der Kordillierenregion ist relativ niederschlagsarm, das Spektrum reicht von ariden Regionen in den Südweststaaten der USA bis zu den semi-ariden Steppen und der kontinentalen borealen Zone in Kanada mit maximal 500 mm Jahresniederschlag. Im Osten macht sich der maritime Einfluss deutlich bemerkbar. An der gesamten Ostküste des nordamerikanischen Kontinents sind relativ hohe Jahressummen zu verzeichnen, die Intensität nimmt von Norden nach Süden zu. Insbesondere an der Küste des Golf von Mexiko sind Jahressummen deutlich über 1000 mm üblich. Die tropisch-maritimen Luftmassen, die diese Niederschläge auslösen, wirken sich auf die Niederschlagsintensität des gesamten Südostens der USA aus. Im Bereich der Great Lakes gibt es aufgrund deren Größe ebenfalls einen maritimen Einfluss, den sogenannten lake effect.

Das Wettergeschehen des Nordamerikanischen Kontinents wird von mehreren Faktoren beeinflusst. Zum einen ist seine Lage im Bereich der Westwindzone bedeutsam, deren Hauptachse in etwa entlang des 48. Breitengrades verläuft und bis in große Höhen reicht . Durch die Barrierenwirkung der Kordillieren werden diese Luftmassen dem Aleuten-Tief im Norden und dem pazifischen Hoch im Süden zugeführt. Auf der Ostseite des Kontinents wird das Wettergeschehen vom Island-Tief und dem Azoren-Hoch beeinflusst. Von großer Bedeutung ist außerdem die topographische Situation des Kontinents. Das Fehlen einer Gebirgsbarriere in West-Ost-Richtung ermöglicht einen ungehinderten meridionalen Luftmassenaustausch. Beim Aufeinandertreffen der tropisch-warmen und der polar-kalten Luftmassen mit jeweils unterschiedlicher Feuchte kommt es zur Ausbildung von Zyklonen, die dem Westwindeinfluss folgend von West nach Ost über den Kontinent ziehen. Das ungehinderte Aufeinandertreffen dieser gegensätzlichen Luftmassen ist auch die wichtigste Voraussetzung für die meisten klimatischen Extremereignisse und bedingt die große Gefährdung des Nordamerikanischen Kontinents durch sogenannte climatic hazards (engl. für Klimagefahren).

Die bereits erwähnte topographische Gliederung mit den Rocky Mountains entlang der Westküste und den Appalachen an der Ostküste die den Kontinent südwärts trichterförmig begrenzen sowie der angrenzende Pazifische Ozean im Westen, der Atlantische Ozean im Osten und das Karibische Meer bzw. der Golf von Mexiko im Süden bedingen das großräumige und häufige auftreten von extremen Wetterereignissen, das den Nordamerikanischen Kontinent auch in dieser Hinsicht als "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" erscheinen lässt). Das Auftreten dieser climatic hazards konzentriert sich dabei in erster Linie auf das kontinentale Staatsgebiet der Vereinigten Staaten von Amerika und betrifft nur in Ausnahmefällen auch den Süden Kanadas und im Falle der Hurrikans den gesamten Karibischen Raum und Zentralamerika. Alle Extremereignisse sind dabei saisonal begrenzt, variieren jedoch stark im Hinblick auf ihr Verbreitungsgebiet bzw. die Größe der betroffenen Region. So treten im Frühjahr Tornados in den Zentralen Vereinigten Staaten und Telekonnektionen von El-Niño-Ereignissen, im Sommer Schwüle und Hitzewellen, Trockenheit und Starkregen, im Spätsommer und Herbst Hurrikans und im Winter Blizzards, Schneefälle und Frosteinbrüche auf.

Die Schäden, die durch diese klimatisch induzierten Ereignisse in den USA verursacht werden, unterliegen von Jahr zu Jahr großen Schwankungen und beliefen sich im Zeitraum zwischen 1975 und 1998 auf durchschnittlich 10,47 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Außerdem forderten climatic hazards über den gesamten Zeitraum etwa 8200 Menschenleben. Dazu kommen jedoch spektakuläre Einzelereignisse, die nicht im oben genannten Zeitraum inkludiert sind und den langjährigen Durchschnitt um ein Vielfaches übertreffen können. Dazu zählen beispielsweise der Tri-State-Tornado vom 18. März 1925, der 695 Menschen das Leben kostete, die Joneston Flash Flood, die im Mai 1889 im Bundesstaat Pennsylvania ca. 2200 Opfer forderte oder als jüngstes Beispiel der Hurrikan Katrina, der in dieser Hinsicht völlig neue Maßstäbe setzte und 1833 Tote forderte sowie finanzielle Schäden in Höhe von über 100 Milliarden US-Dollar verursachte. Die Schadensermittlung ist aber mit vielen Unsicherheiten behaftet und Schätzungen insbesondere in Bezug auf den finanziellen Schaden weichen oft deutlich voneinander ab. Dies trifft vor allem dann zu, wenn neben dem direkten Schaden durch tatsächliche Zerstörungen auch der indirekte und volkswirtschaftliche Schaden in Betracht gezogen wird. Hierbei gilt, das großflächige Ereignisse wie Dürren, Überschwemmungen und Hurrikans bezüglich des Schadens schwerer zu analysieren sind als eher kleinräumige Ereignisse wie Tornados oder Flash Floods. Auch bei der Bestimmung der Opferzahl kommt es bei großräumigen Ereignissen zu deutlichen Abweichungen. Hier sind vor allem Kälteeinbrüche und Hitzewellen zu nennen, bei denen die Unterscheidung von direkten Opfern und natürlichen Todesfällen komplizierte statistische Berechnungen erfordern. Prinzipiell lässt sich jedoch festhalten, dass Überflutungen als schadensträchtigste Folge von Klimaextremen zu nennen ist, gefolgt von Hurrikans und Tornados. Überraschend ist aber beispielsweise, dass im Zeitraum von 1975 bis 1998 das zweitgefährlichste Wetterereignis für Leib und Leben in Blitzschlägen bestand.

Die Wirtschaft Nordamerikas umfasst mehr als 440 Millionen Menschen in 23 Staaten und ist geprägt von den starken Unterschieden zwischen den reichen Ländern USA und Kanada, welche zu den wohlhabendsten Staaten der Welt gezählt werden, und den armen Ländern Zentralamerikas und der Karibik. Mexiko liegt irgendwo dazwischen. Obwohl Mexiko Teil der NAFTA und der OECD ist, ist es trotzdem um einiges ärmer als die nördlichen Nachbarn.

Viele nordamerikanische Urvölker waren bei der Entdeckung durch die Europäer sesshaft und betrieben bereits ausgiebig Ackerbau und Viehzucht, einige waren Jäger und Sammler. Nachdem sich die Bevölkerungszahl der Ureinwohner aufgrund von fehlender Resistenz gegenüber aus Europa eingeschleppten Krankheiten, und Massaker durch Kolonisten an den Ureinwohnern, um etwa 90% dezimiert hatte, waren diese zahlenmäßig so stark unterlegen, dass sie kaum noch Widerstand leisten konnten. So gründeten viele Urvölker neue Stämme und Vereinigungen als Reaktion zur Europäischen Besiedlung. Bekannte Gruppen sind Wyandot, Mohawk, Apachen, Cherokee, Sioux, Mohegan, Irokesen und Inuit.

Nach heutigem Wissensstand waren die ersten Europäer, die Nordamerika erreichten (Neufundland), die Grænlendingar, welche es als Vinland bezeichneten. Sie erreichten es um das Jahr 1000. Obwohl sie einige Siedlungen errichteten, hinterließen sie nur wenige Spuren auf dem Kontinent, wie bei L’Anse aux Meadows auf Neufundland.

Nachdem Christoph Columbus 1492 Amerika entdeckte, waren die Spanier die ersten Europäer, die im südlichen Nordamerika blieben. Sie kontrollierten bald die großen Inseln der Karibik, besiegten die Azteken und erhielten auch die Kontrolle über Zentralamerika und Mexiko.

Die Entdeckung Nordamerikas, genauer gesagt des späteren Kanada, gelang in englischem Auftrag dem Italiener Giovanni Caboto (John Cabot) im Jahr 1497. Während einige kleinere Länder wie die Niederlande oder Schweden nur kleinere Besitzungen auf dem Kontinent hatten, wurde der Kontinent zwischen den Spaniern, den Franzosen und den Engländern aufgeteilt.

Die ersten englischen Siedlungen waren Jamestown und Plymouth Rock, welche jetzt Virginia und Massachusetts heißen. Die ersten französischen Siedlungen waren Port Royal und Québec in den jetzigen kanadischen Provinzen Nova Scotia und Québec.

1 Diese Staaten befinden sich sowohl in Nord- als auch Südamerika. 2 Diese Staaten / abhängigen Inseln befinden sich in Südamerika, werden aber wegen historischer und kultureller Gründe trotzdem zu Nordamerika gezählt.

Die USA und andere englischsprachige Nationen Amerikas werden als Angloamerika bezeichnet. Kanada gliedert sich in einen anglokanadischen und einen frankokanadischen Bereich. Die anderen nord- und südamerikanischen Nationen werden unter den Begriffen Lateinamerika oder Iberoamerika zusammengefasst.

Die Bezeichnung "Nordamerika" hat öfters verschiedene Bedeutung für verschiedene Menschen. Im Alltagsgebrauch in Kanada und den USA bezeichnet Nordamerika manchmal nur die USA und Kanada. Die Menschen in Mexiko sehen sich selbst aber sehr wohl als Teil Nordamerikas.

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Nordamerika Native Museum

Empfangsgebäude des Museums.

Das NONAM, Nordamerika Native Museum - Indianer und Inuit Kulturen in Zürich ist ein Völkerkundemuseum zur Kunst und Kultur der nordamerikanischen Indianervölker sowie der Inuit.

Das NONAM basiert auf der ehemals privaten Sammlung Hotz. Die Stadt Zürich erwarb die Sammlung und präsentierte sie ab 1963 im neu erschaffenen Indianermuseum in einem Schulhaus in Zürich Aussersihl. Bis 1977 stand das Museum unter der Leitung von Gottfried Hotz. Sein Nachfolger Hans Läng baute die Sammlung weiter aus.

Seit Längs altersbedingtem Rücktritt im April 1993 ist die Pädagogin und Ethnologin Denise Daenzer die leitende Kuratorin. Als stellvertretende Leiterin und Kuratorin wirkt Karin Isernhagen.

Seit 1993 werden die Wechselausstellungen aus dem Fundus der Sammlung durch thematische Sonderausstellungen ergänzt. 2003 wurde das Indianermuseum in Nordamerika Native Museum umbenannt. Gleichzeitig bezog es grössere Räumlichkeiten an der Seefeldstr. 317 beim Bahnhof Tiefenbrunnen. Dank der größeren Ausstellungsfläche können jeweils eine Wechselausstellung und zusätzlich eine oder zwei Sonderausstellungen im Jahr gezeigt werden. Der Neubau eines Pavillons über dem Empfangsgebäude im Winter 2008/2009 ermöglicht Kulturprogramme, Workshops und Angebote der Museumspädagogik.

Der neue Name des Museums NONAM, Nordamerika Native Museum - Indianer und Inuit Kulturen soll die Arbeitsbereiche des Museums verdeutlichen.

Das Museum wird zum grössten Teil noch immer von der Stadt Zürich getragen. Der Förderverein Amerindias unterstützt Veranstaltungen, Führungen, Kurse und Workshops sowie Reise- und Aufenthaltskosten von indigenen Gästen. Stiftungen und Firmen leisten punktuelle finanzielle Beiträge.

Karl Bodmer wurde am 11. Februar 1809 in Zürich geboren. Die Stadt Zürich ehrt ihn vom 8. Februar bis 9. August 2009 mit einer Sonderausstellung in dem "NONAM, Nordamerika Native Museum - Indianer und Inuit Kulturen".

Die Ausstellung mit der Bezeichnung «Karl Bodmer – ein Schweizer Künstler in Amerika» zeigt sämtliche Drucke (zum Teil in verschiedenen Versionen) aus dem Werk Reise in das innere Nord-America in den Jahren 1832 bis 1834.

Hinzu kommen wertvolle Exponate von dieser Amerikareise aus der Sammlung des Prinzen Maximilian zu Wied-Neuwied, die das Linden-Museum in Stuttgart und das Ethnologische Museum in Berlin als Leihgaben zur Verfügung stellen.

Damit dürfte dies die umfassendste Ausstellung zu Karl Bodmer sein, die je in Europa gezeigt wurde. Sie wird durch einen Katalog ergänzt, der die ausgestellten Bilder und Objekte behandelt und darüberhinausgehende grundlegende Beiträge enthält.

Der Kurator der Ausstellung ist der Amerikanist und Bodmer-Spezialist Professor Hartwig Isernhagen aus Basel.

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Pelzhandel in Nordamerika

Verschiedene Hutstile aus Biberfilz

Der Pelzhandel und die Pelzjagd in Nordamerika war die erste wirtschaftliche Nutzung des nordamerikanischen Kontinents. Die Anfänge des Geschäfts lagen im 17. Jahrhundert, der Höhepunkt im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts. Pelzjäger und -händler gehören zu den bedeutendsten Entdeckern und Wegbereitern der Besiedelung des Kontinents und sie waren entscheidend für die Kontakte zwischen den europäischstämmigen Weißen und den einheimischen Indianern.

Mit dem Pelzhandel verbunden sind Namen wie die englisch-kanadische Hudson’s Bay Company, die französisch-kanadische North West Company und der deutschstämmige Johann Jacob Astor und seine American Fur Company.

Pelzjagd und -handel auf dem Nordamerikanischen Kontinent diente immer nur zum geringsten Teil der Versorgung der eigenen Bevölkerung. Vielmehr wurden die natürlichen Ressourcen der Kolonien von Anfang an gezielt für die Nachfrage auf den europäischen Märkten erschlossen. Insbesondere Biberpelz war begehrt, weil er schon im Mittelalter keinen Kleidervorschriften unterlag und so von Adel und Bürgertum getragen werden konnte. Die größte Nachfrage bestand nach Hüten aus Biberfilz. Die Unterhaare, nach dem Auskämmen des Deckhaares, waren der ideale Rohstoff, um sie zu verfilzen und hochwertige Hüte zu fertigen.

Ab dem 17. Jahrhundert bestand die Hutmode in den wirtschaftlichen Zentren Englands und Frankreichs auf Biberfilz, unabhängig vom Stil des Hutes. Den Ausgang nahm diese Mode ab 1600 und dann insbesondere im Dreißigjährigen Krieg mit dem Aufstieg Schwedens als europäische Macht durch die zunehmende Bekanntheit breitkrempiger Hüte aus Biberfilz nach schwedischem Vorbild. Weitere Nachfrage kam in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert mit den stehenden Heeren der europäischen Nationen auf, zu deren Uniformen auch eine Kopfbedeckung aus Biberfilz gehörte.

Die europäischen Biberpopulationen gingen durch Ausbeutung der Bestände und Meliorationsmaßnahmen zur Trockenlegung von Feuchtgebieten zurück, etwa um 1600 waren auch die Bestände Russlands erschöpft und der Import aus dem Osten kam fast vollständig zum Erliegen. Genau gleichzeitig begann die Erschließung des nordamerikanischen Kontinents. Pelze waren das ideale Gut für die wirtschaftliche Nutzung der transatlantischen Kolonien: Die Gewinnung erforderte kaum Infrastruktur, die Pelze konnten von den einheimischen Indianern eingetauscht oder durch europäische Pelzjäger selbst gewonnen werden, sie waren leicht zu transportieren und brachten gute Preise.

1534/35 war der Seefahrer Jacques Cartier von Neufrankreich den St.-Lawrence-Strom bis zum heutigen Montreal hinaufgefahren und hatte bei Irokesen Biberpelze eingetauscht. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich verkaufte er sie auf dem Pariser Markt. Er gilt als der Pionier des transatlantischen Pelzhandels.

Organisiert wurde der Handel aber erst Jahrzehnte später: 1603 verlieh Heinrich IV. von Frankreich Pierre Dugua de Monts, auch Sieur de Monts genannt, einem Edelmann aus St. Malo, das königliche Privileg für Fischfang und Pelzhandel in allen französischen Besitzungen auf dem nordamerikanischen Kontinent. Er gründete mit Kaufleuten aus der Bretagne eine Handelsgesellschaft und überquerte den Atlantik. Den Winter 1604/05 verbrachte die Expedition auf Saint Croix Island, bevor sie 1605 die erste französische Niederlassung auf dem Kontinent im neuschottischen Akadien aufbaute, aus der sich die Stadt Port Royal (heute Annapolis Royal) entwickelte. De Mons Begleiter war Samuel de Champlain, der 1608 Québec gründete und so den ersten Schritt ins Innere des Kontinents machte.

Wenige Jahre später kamen Konflikte zwischen den Franzosen und südlicher siedelnden englischen Kolonisten auf. 1613 griffen die Engländer Port Royal an und brannten die Stadt nieder. Der Handel verlagerte sich nach Norden, in das kleine Tadoussac, an der Mündung des Saguenay in den St. Lawrence, wo der Indianerhandel einen Aufschwung nahm. 1627 verlieh Kardinal Richelieu der Companie de la Nouvelle France (auch als Companie des cent Associés bekannt) ein neues Patent für den Handel im nun so genannten Kanada. Die Konflikte und die Gewalt blieben. 1632 schlossen Frankreich und England den „Vertrag von St. Germain en Laye“, in dem die französischen Rechte bestätigt wurden.

Konflikte mit den Indianern führten zu einer Zweiteilung der Handelsmethoden. Einige wenige Franzosen gingen in die Wildnis und lebten mit den Indianern. Sie wurden Coureurs des Bois genannt und sind die Vorbilder der Waldläufer in der frühen amerikanischen Abenteuerliteratur. Sie lebten mit den Einheimischen aus dem Land und deckten ihre geringen Bedürfnisse an europäischen Gütern aus dem Verkauf selbstgejagter Pelze. Die offiziellen Handelsagenten hingegen errichteten feste Niederlassungen, zumeist an der Mündung von Flüssen und ließen sich von den ansässigen Indianern Pelze direkt in die Agentur liefern. Als Tauschgüter dienten überwiegend metallene Werkzeuge, Messer, Kessel und Töpfe, sowie bunte Textilien.

1660 kamen zwei der Waldläufer nach Trois-Rivières zurück, ihre 60 Kanus vollbeladen mit Pelzen. Médard Chouard, Sieur des Groseilliers und Pierre-Esprit Radisson waren im Vorjahr mit Kollegen zu den Großen Seen aufgebrochen, hatten das Gebiet erkundet und die dortigen Indianer kennengelernt. Dabei waren sie bis in das heutige Minnesota vorgestoßen und hatten dort bei den Lakota überwintert und ihnen Pelze abgekauft. Ihre Methode als unabhängige Händler die Indianer in ihren Gebieten aufzusuchen und den Handel zu ihnen zu verlagern, war in den folgenden Jahren erheblich effektiver als die Niederlassungen, aber des Groseilliers und Radisson verstießen gegen das königliche Monopol, das mittlerweile bei der Compagnie des Indes Occidentales lag. Nach nur drei Jahren griff die Compagnie durch und verbot den individuellen Handel.

Radisson und des Groseilliers versuchten am französischen Hof in Paris eine Erlaubnis zu erhalten, als ihnen diese verweigert wurde, gingen sie nach London und wandten sich an die Engländer. Prince Rupert, ein deutschstämmiger Neffe des Königs Karl I., griff die Gelegenheit auf, begeisterte Londoner Geschäftsleute und rüstete ein Schiff aus. Im Juni 1668 brach des Groseilliers auf, er ging in den Norden Quebecs und errichtete einen kleinen Stützpunkt an der James Bay, einem Ausläufer der Hudson Bay. Der Handel war außerordentlich erfolgreich. Schon 1669 konnte die erste Ladung Pelze nach London geliefert werden und 1670 erteilte Karl II. auf Betreiben Prince Ruperts den 17 Anteilseignern die Charter, ein umfangreiches Privileg nicht nur für den Handel in Kanada, sondern auch zur völligen Selbstverwaltung der damit gegründeten Hudson’s Bay Company.

Die nächsten Jahrzehnte waren geprägt von der Konkurrenz zwischen Franzosen und Engländern. Teilweise mit Gewalt ausgetragen (1686 griff Frankreich die Handelsposten der Hudson’s Bay Company in der James Bay an), aber vor allem durch die Konkurrenz um die Gunst und die Pelze der Indianervölker. Beide Handelsgesellschaften stießen systematisch nach Westen in den unerforschten Kontinent vor, Frankreich etwas südlicher als die Briten. Beide waren wirtschaftlich erfolgreich, die Engländer immer ein bisschen erfolgreicher.

Die Franzosen entdeckten dabei den Ohio River und den Mississippi River und legten an beiden Flüssen eine Vielzahl von Handelsniederlassungen an. 1683 erkundete René-Robert Cavelier, Sieur de La Salle, im Auftrag Ludwigs XIV. und zur Förderung des Pelzhandels die volle Länge des Mississippi, erreichte als erster Weißer dessen Mündung beim heutigen New Orleans und gründete die französische Kolonie Louisiana.

Im 18. Jahrhundert gingen die Erkundungen weiter. Der offizielle Auftrag von Pierre Gaultier de la Vérendrye, ab 1728 militärischer Kommandeur der Poste du Nord in Montreal, war einen Weg zum Westozean (Pazifischer Ozean) zu erkunden. De la Vérendrye stieß in zwei Expeditionen nach Westen vor. 1731 kam er bis kurz vor die Rocky Mountains ins heutige Wyoming, beim zweiten Anlauf im Jahr 1738 bis North Dakota und zum Oberlauf des Missouri Rivers. Beide Male knüpfte er Handelsbeziehungen zu den Indianern, insbesondere den Lakota und errichtete Handelsniederlassungen. Trotz großer finanzieller Erträge der Compagnie aus dem Pelzhandel in den neuen Gebieten galten seine Reisen als Misserfolge, weil er den Ozean nicht erreicht hatte.

1739 erreichten sieben französische Händler Santa Fe, das zum Vizekönigreich Neuspanien gehörte. Es gelang jedoch nicht, über den langen Weg durch die Wüsten und Steppen von New Orleans stabile Handelsbeziehungen aufzubauen. 1750 brachen die Spanier die Kontakte ab, inhaftierten alle Franzosen auf ihrem Gebiet und ließen niemanden und keine Nachrichten über ihre Grenzen hinaus.

Im Franzosen- und Indianerkrieg, den Kämpfen auf dem nordamerikanischen Kontinent im Rahmen des siebenjährigen Kriegs, verlor Frankreich 1763 alle Besitzungen östlich des Mississippi an England. Die Gebiete westlich des Flusses und die Stadt New Orleans wurden an das Königreich Neuspanien abgetreten. Die französische Compagnie gab ihre Interessen auf, die Pelzhändler Montreals wurden unabhängig tätig oder schlossen sich der englischen Hudson’s Bay Company an. In New Orleans blieben einzelne französische Händler aktiv und gründeten 1764 St. Louis, sie spielten aber für den Handel der Zeit keine große Rolle. St. Louis sollte erst im 19. Jahrhundert zum Zentrum der Pelzwirtschaft werden, dann aber unter amerikanischer Führung.

Die Pelzhandelsgesellschaften operierten in der Wildnis, jenseits staatlicher Organisation oder gesellschaftlicher Zivilisation - das jedenfalls war ihr Blickwinkel. Das bedeutet aber nicht, dass die Trapper gesetzlos gelebt hätten. Zwar waren unter ihnen viele, die vor Schulden oder Strafverfolgung geflohen waren, aber untereinander in ihrer Organisation schufen sie ihre eigenen Sitten und Gesetze und hielten eine strikte Disziplin aufrecht.

Die Gehälter waren generell gering, verglichen mit den Handelsspannen, den Gefahren und der harten Arbeit. Die besten Zahlen liegen aus dem 19. Jahrhundert im Missouri-Gebiet vor. Ein Clerk verdiente etwa 500-1.000 Dollar im Jahr, Trapper $ 250-400, Camp keepers etwa $ 150-200. Ein Voyageur bekam gerade noch 100 $, Mangeurs de lards wesentlich weniger. Neben ihrer Arbeit mussten sich die Hilfskräfte teilweise selbst aus dem Land ernähren. Sie legten kleine Felder neben den Handelsposten an und gingen gelegentlich auf die Jagd. Von Voyageurs ist überliefert, was sie an Sachleistungen erhielten: enthülsten Mais vermischt mit etwas Nierenfett oder Talg - etwas über ein Kilo am Tag, sowie zwei Baumwollhemden, ein Paar schwere Stiefel und eine Decke pro Jahr. Wollte ein Trapper oder Voyageur Tabak, Zucker oder neues Werkzeug erwerben, musste er im Lager des Postens einkaufen, zu den Preisen der Company.

Fast allen am Pelzhandel Beteiligten war gemeinsam, dass sie für den Tag lebten, Gehälter wurden zumeist schon am Zahltag ausgegeben. Die Rendezvous, große Handelstreffen im 19. Jahrhundert, waren orgienartige Feste der Verschwendung, die auch maßgeblichen Anteil an der Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten, insbesondere der Syphilis unter den Trappern und den Indianern hatten. Nur wenige Trapper schafften den Aufstieg. Jedediah Smith, der sich vom Jäger zum Captain und zum Partner einer großen Handelsgesellschaft hocharbeitete, und wenige andere erfolgreiche Kollegen, gelten als Ausnahmen.

Die Hierarchien wurden strikt eingehalten, die Disziplin war streng. Immer wieder versuchten Händler, Jäger oder Voyageurs sich mit einer Ladung Pelze abzusetzen und sie der Konkurrenz anzubieten. Sie wurden als Deserteure gejagt und schwer bestraft. Geldstrafen erhöhten die Verschuldung und banden den Angestellten noch länger an die Company, aber es gibt auch Berichte vom häufigen Einsatz der Peitsche.

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Eishockey in Nordamerika

Eishockey auf dem Rideau Canal, Kanada (1901)

Eishockey gehört in Kanada und den Vereinigten Staaten, wo es zumeist nur als Hockey bezeichnet wird, zu den vier beliebtesten Mannschaftssportarten, zu denen des Weiteren American Football, Baseball sowie Basketball gezählt werden. Mit der National Hockey League (NHL) bei den Männern sowie der National Women’s Hockey League (NWHL) bei den Frauen sind zudem die jeweils als beste Eishockeyligen angesehenen Spielklassen der Welt auf nordamerikanischem Boden anzufinden.

Populär wurde der nordamerikanische Eishockeysport in Europa vor allem durch NHL-Größen wie Wayne Gretzky, wie auch durch die vielen europäischen Legionäre in den vergangenen Jahren, die es schafften, der National Hockey League in Übersee eine größere Bedeutung einzuräumen.

Kanada gilt heute als Mutterland des modernen Eishockeys, da kanadische Studenten aus Montréal den populären keltischen Sport Shinney Ende des 19. Jahrhunderts aufs Eis übertrugen und damit den Grundstein für den modernen Eishockeysport legten. Inzwischen gilt Eishockey als der Winternationalsport Kanadas, der in der Zuschauergunst weit vor Basketball oder anderen Sportarten liegt.

Unter dem Motto „back to the roots“ (Zurück zu den Wurzeln) fand so im November 2003 auch das NHL Heritage Classic statt, ein Freiluft-Eishockeyspiel der NHL, das zwischen den Edmonton Oilers und den Montreal Canadiens im Commonwealth Stadium in Edmonton, Alberta, ausgetragen wurde. Auch im Collegesport finden diese Eishockeyspiele, die sich wieder enger an die Spiele aus den Gründungszeiten des Eishockey annähern, eine immer größere Anhängerzahl.

Auch wenn nur sechs der 30 NHL-Franchises in kanadischen Städten beheimatet sind, so ist die Anzahl an kanadischen Profispielern, die ihr Geld in der National Hockey League verdienen, rund viermal so hoch als der Anteil an US-amerikanischen Spielern. Organisiert wird das kanadische Eishockey vom Dachverband Hockey Canada. Zudem konnte mit den Montréal Canadiens eine kanadische Mannschaft die bisher meisten Stanley-Cup-Siege aller nordamerikanischen Teams feiern.

Neben den zahlreichen Profiligen leitet dieser Verband seit dem Zusammenschluss mit der Canadian Amateur Hockey Association im Jahr 1994 auch den in Kanada weit verbreiteten Amateur-Eishockeysport, dessen Teams in verschiedene Kategorien, die sogenannten Level, eingeteilt werden. Die höchste Kategorie hierbei ist der Level AAA, Ü21- und damit Senior-Teams, die diesen Status besitzen, sind berechtigt am Allan Cup, dem bedeutendsten Wettbewerb im kanadischen Amateureishockey, teilzunehmen und den offiziellen Amateurmeister des Landes auszuspielen. Bis 1984 war jedem Amateurteam die Qualifikation zu diesem Wettbewerb erlaubt, seitdem steht die Teilnahme nur noch den AAA-Teams offen.

Die kanadische Eishockeynationalmannschaft gehört sowohl bei den Männern, wo das Team bis zur Teilnahme der Sowjetunion an internationalen Turnieren als dominierende Mannschaft galt, als auch bei den Frauen, die bis auf jeweils eine Ausnahme bisher jede Weltmeisterschaft und jedes olympische Eishockeyturnier gewinnen konnten, zu den erfolgreichsten Nationalmannschaften in der Welt. Bei den ersten vier olympischen Eishockeyturnieren gewann die Herrenmannschaft jeweils die Goldmedaille, erst 1936 wurde das Team zum ersten Mal geschlagen und das auch nur, da die siegreichen Briten fast ausschließlich mit kanadischen Einwanderern aufliefen.

Insgesamt gewannen die Eishockey-Herren des Hockey Canada siebenmal Olympia-Gold, zuletzt 2002 nach 50-jähriger Durststrecke, sowie 18 Weltmeistertitel. Auch fanden bedeutende internationale Turniere wie die Olympischen Spiele 1988 sowie der Canada Cup und dessen Nachfolger, der World Cup of Hockey, den man bisher einmal gewinnen konnte, auf kanadischem Boden statt.

2008 wird zum ersten Mal in ihrer Geschichte eine Weltmeisterschaft im „Mutterland“ des Eishockeys stattfinden, nachdem der Wettbewerb zuvor nur einmal auf US-amerikanischem Boden ausgetragen worden war. Spielorte der WM 2008, die im Jahr des 100. Geburtstags des Weltverbandes IIHF stattfindet, werden Halifax und Québec City sein. Nach der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2010 an die kanadische Stadt Vancouver wurde außerdem bekannt gegeben, dass das Eishockeyturnier der Spiele im General Motors Place, dem Heimstadion der Vancouver Canucks aus der NHL, sowie im UBC Winter Sports Centre auf dem Campus der University of British Columbia ausgetragen wird.

Eine besondere Beachtung fanden die in den 1970er Jahren ausgetragenen Summit Series, in denen mit der Sowjetunion und Kanada die beiden besten Nationalteams der Welt mit professionellen Spielern in einer Reihe von Spielen gegeneinander antraten. Dies war eine Besonderheit, da es zu dieser Zeit bei den Olympischen Spielen nur Amateurspielern gestattet war, anzutreten. Vier der acht Spiele fanden dabei auf kanadischem Eis, die anderen vier in Moskau statt. 1972 gewannen die Kanadier die Serie mit vier Siegen gegenüber drei Niederlagen und einem Unentschieden, 1974 gewann man hingegen nur ein Spiel der Serie.

In den Vereinigten Staaten gilt der Eishockeysport zwar nur als viertpopulärster Sport, allerdings konzentriert sich der Sport auf vereinzelte Gebiete, unter anderem im Nordosten, im mittleren Westen sowie in Alaska. In diesen Ballungszentren erfreut sich der Sport jedoch zumeist derselben oder noch größeren Popularität als die anderen drei Nationalsportarten der Amerikaner. Zu den wichtigsten Städten im US-amerikanischen Eishockey gehören Buffalo, Detroit, Pittsburgh, Minneapolis, Chicago, Boston, New York City, Philadelphia, Tampa und Denver.

In den 1990er Jahren war man bemüht, den Sport auch in den südlichen und damit für Eishockey eher untypischen Staaten bekannt zu machen. Dies geschah vor allem durch die Expansion der NHL zwischen 1991 und 2000, die vor allem Teams aus den südlichen Regionen in die Liga aufnahm. Franchises, die in dieser Zeit in diese Gebiete umzogen oder neu gegründet wurden waren u. a. die San Jose Sharks aus San José, Kalifornien, die Florida Panthers aus Sunrise, Florida, oder die Mighty Ducks of Anaheim aus Anaheim, Kalifornien. Heutzutage hat es die NHL geschafft, in fast sämtlichen Regionen des Landes Eishockeyteams angesiedelt und somit den Sport im ganzen Land populär gemacht zu haben.

Der US-amerikanische Eishockeyverband USA Hockey ist neben der Hockey Canada der einzige Verband, der ein eigenes Regelbuch besitzt. Dieser Verband organisiert neben den zahlreichen Profiligen auch den US-amerikanischen Breiten- und Amateur-Eishockeysport, den zwar im Gegensatz zum Nachbarland Kanada deutlich weniger Sportler ausüben, der aber dennoch eine weite Verbreitung in den gesamten Vereinigten Staaten findet. Neben den zahlreichen Jugendligen für Herren und Damen, werden insgesamt zehn weitere nationale Wettbewerbe vom Seniorenalter bis hin zur Klasse der Über-50-Jährigen betrieben.

Die US-amerikanische Eishockeynationalmannschaft konnte bisher zweimal und dabei jedes Mal auf eigenem Boden (1960 in Squaw Valley, 1980 in Lake Placid) olympisches Eishockeygold gewinnen, sieben Mal gewann man Silber, einmal Bronze. In der langen Geschichte des Verbandes wurde das US-Team jedoch erst einmal Weltmeister (1933). Der größte US-amerikanische Erfolg im Dameneishockey war der Gewinn des ersten olympischen Damenturniers im Jahr 1998, bei Weltmeisterschaften trat man mit bisher neun Silbermedaillen als Dauerabonnent des zweiten Platzes hinter den Kanadiern auf, zweimal konnte die Mannschaft allerdings schon die Weltmeisterschaft gewinnen (2005 und 2008).

Neben den beiden gewonnenen Olympischen Turnieren 1960 und 1980 fanden auch die Winterspiele 2002 sowie die Weltmeisterschaft 1962 auf US-amerikanischem Boden statt.

Entgegen den meisten Vereinssportarten in Europa kennt der US-Profisport in der Regel keinen Auf- und Abstieg, das heißt, die Ligen sind in sich geschlossen und nur durch das Erfüllen bestimmter Kriterien durch die Teams zu erreichen.

Auch ist die Teamstruktur in Nordamerika anders als dies in Europa der Regelfall ist. So können die Mannschaften, die so genannten Franchises, als Wirtschaftsunternehmen betrachtet werden, die ohne größere Probleme ihren Besitzer, in manchen Fällen auch ihren Standort wechseln können. Die Franchises gehen zumeist Kooperationen mit unterklassigen Profiteams, den so genannten Farmteams ein, in denen junge Spieler auf die NHL vorbereitet und Talente gefördert werden. Zukünftige NHL-Spieler werden dabei zumeist nicht direkt von den NHL-Teams ausgebildet, so erfolgt Förderung dieser Talente in Kanada in den weit verbreitenden Nachwuchsligen, deren Teams ausschließlich in der Altersklasse 16 bis 21 Jahre operieren und somit den Nachwuchs für die NHL liefern. Besonders populär sind hierbei die drei Top-Juniorenligen der Canadian Hockey League, die LHJMQ (Ligue de hockey junior majeur du Québec), die OHL (Ontario Hockey League) und die WHL (Western Hockey League), die Profiligenstatus besitzen.

Wie auch die NBA- und die NFL-Teams beziehen die Franchises ihren US-amerikanischen Nachwuchs auch aus Colleges, deren Mannschaften in den verschiedenen Divisionen der National Collegiate Athletic Association antreten. Machen diese Collegespieler in den anderen Hauptsportarten jedoch den Großteil der Rookies aus, sind in den USA Eishockey-Juniorenligen weiter verbreitet, die vor allem darauf zielen, die starke Basis der US-amerikanischen Juniorennationalmannschaften aufzubauen.

Aufgrund der Popularität des Sportes wurde in den 40er Jahren begonnen auch den „Unterbau“ der NHL, die so genannten Minor Leagues zu professionalisieren und auszubauen. Heute ordnet man die unterklassigen Profiligen je nach Stärke in verschiedene Kategorien ein, die von High über Mid und Low Level bis hin zu semiprofessionellen Ligen reichen. So gibt es heute mit der American Hockey League (AHL) eine Elite-Minor-League, in der die Top-Farmteams der NHL-Franchises spielen. Darunter gibt es noch die East Coast Hockey League (ECHL), die Central Hockey League (CHL) und die International Hockey League (IHL).

In den 90ern ist die wirtschaftliche Bedeutung des Hockeysports in Nordamerika radikal angestiegen. Die NHL-Franchises zahlten übertrieben hohe Gehälter, so dass einige noch heute hohe Schulden haben. Das zeigte sich auch in der Verhandlung über ein neues NHL Collective Bargaining Agreement zur Saison 2004/05, die in einem Spielerstreik und Lockout endete, so dass die Spielzeit gar nicht ausgetragen wurde. Nach über einem Jahr Verhandlungen wurde eine Gehaltsobergrenze (Salary Cap) beschlossen, die die Liga ausgeglichener und spannender gemacht hat.

Eine Besonderheit im nordamerikanischen Profisport ist der Entry Draft, der auch im Eishockey durchgeführt wird. Beim NHL Entry Draft sichern sich die NHL-Teams die Rechte an talentierten Juniorenspielern, dies bedeutet jedoch nicht, dass diese Spieler auch jemals von den Teams in der NHL eingesetzt werden müssen.

Auch im Regelbereich bestehen durchaus Differenzen zwischen dem nordamerikanischen und dem europäischen Eishockey. So weicht das Spielfeld in der NHL in der Regel von den internationalen Vorgaben ab. Es ist hier meist nur ca. 26 m breit und 56 m lang und verfügt über eine andere Verteilung der Spielfeldzonen. Somit ist das Spiel in Nordamerika in der Regel etwas schneller und aggressiver als in Europa.

Auch unterscheiden sich einige Regeln in Nordamerika von denen der IIHF, so gibt es in der NHL noch das „Touch-Icing“, d. h. bei unerlaubten Weitschüssen aus der eigenen Hälfte wird das Spiel, im Gegensatz zum in Europa weit verbreiteten „No-Touch-Icing“, erst unterbrochen, wenn ein Spieler der verteidigenden Mannschaft den Puck berührt hat, erreicht ein Spieler der angreifenden Mannschaft den Puck zuerst, geht das Spiel ohne Unterbrechung weiter.

Faustkämpfe während des Spiels haben in den nordamerikanischen Staaten zudem meistens eine deutlich höhere Bedeutung, als das in Europa der Fall ist, so gibt es ausführliche Kampf-Statistiken, für die vor allem die als brutalste Eishockeyliga der Welt geltende Ligue Nord-Américaine de Hockey bekannt wurde. Als weiteres Beispiel für diese Popularität kann auch der Gordie Howe Hattrick aufgeführt werden, eine Kombination aus einem Tor, einer Vorlage und einen Kampf, der mindestens mit einer fünfminütigen Zeitstrafe bestraft wird, die in einem Spiel erreicht wurde.

In Kanada gehört Eishockey auch bei großen Teilen der weiblichen Bevölkerung zu den beliebtesten Sportarten, nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Erfolge der kanadischen Frauennationalmannschaft. Die höchste nordamerikanische Damenspielklasse ist die National Women’s Hockey League, eine seit 1999 bestehende Liga, die als die NHL des Dameneishockeys und damit als beste Spielklasse der Welt gilt. Allerdings besteht die NWHL seit ihrer Gründung bisher nur aus kanadischen Teams, dies ist nicht zuletzt auf die noch eher rückständige Dameneishockeyentwicklung des Nachbarlandes USA zurückzuführen. Dort wächst die Popularität von Fraueneishockey langsam, aber stetig. Bislang gibt es etwa 52.500 US-amerikanische Spielerinnen, die in verschiedenen regionalen sowie nationalen Ligen aktiv sind.

Im Gegensatz zu den männlichen Kollegen sind die meisten Eishockeyspielerinnen keine Profis, dies gilt auch für sämtliche Ligen in Kanada und den USA. Auch wenn die NWHL versucht, möglichst professionell zu arbeiten, ist auch diese Liga bis heute eine reine Amateurliga. Mit Manon Rheaume schaffte es 1992 die erste Frau für ein NHL-Team zu spielen, als sie am 23. September in einem Vorbereitungsspiel der Tampa Bay Lightning zum Einsatz kam. Zuvor hatte sie, ebenfalls als erste Frau, in der höchsten kanadischen Juniorenliga LHJMQ ein Spiel für die Draveurs de Trois-Rivières absolviert.

Auch im nordamerikanischen Schiedsrichterwesen sind deutliche Unterschiede zu den Offiziellen in Europa zu erkennen. So werden in der National Hockey League bereits seit Jahren Profischiedsrichter eingesetzt, die auch in einer eigenen Interessenvertretung, der „National Hockey League Officials' Association“ organisiert sind. Dies ist aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Liga ohne weiteres möglich, während eine einheitliche Einführung von Profi-Schiedsrichtern in Europa immer wieder an den höheren Kosten und den im Vergleich zur NHL geringeren Zahl an Spieltagen scheiterte, sodass es sich bei den meisten meisten Eishockeyschiedsrichtern um Amateur-Schiedsrichter handelt und nur wenige Ausnahmeschiedsrichter einen Profivertrag bekommen. Dieses System entspricht eher dem der unterklassigen nordamerikanischen Profiligen von der AHL abwärts, in der jedoch die meisten Schiedsrichter inzwischen auch schon als vollprofessionelle Schiedsrichter tätig sind.

Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass in den nordamerikanischen Profiligen, vor allem in NHL und AHL, in der Regel mit vier Schiedsrichtern, von denen zwei als Hauptschiedsrichter, zwei als Linienrichter agieren, gespielt wird, während international das Spiel mit drei Spiel-Offiziellen (ein Hauptschiedsrichter, zwei Linienrichter) üblich ist.

Die Anfangszeit des professionellen Eishockeys in Nordamerika wurde hauptsächlich durch kanadische Spieler wie Howie Morenz, Georges Vézina und Eddie Shore geprägt, die ihre Teams zu mehreren Stanley-Cup-Siegen führten. In den vierziger Jahren begann die große Zeit von Maurice „Rocket“ Richard, der als einer der besten Torjäger in die Geschichte des Eishockeysports einging und mit seinen Montréal Canadiens in den fünfziger Jahren die NHL dominierte. Das Team brachte in der Zeit noch weitere große Eishockeyspieler hervor, wie Jean Béliveau, Doug Harvey und Torhüter Jacques Plante sowie Maurice Richards jüngeren Bruder Henri Richard, der mit elf Stanley-Cup-Siegen mehr Meisterschaften in der NHL gewonnen hat als jeder andere.

Terry Sawchuk war von 1950 an ebenfalls eine feste Größe unter den Torhütern der NHL und ging mit 103 Shutouts in die Eishockey-Geschichtsbücher ein. Bobby Orr begann seine Karriere 1966, wurde als erster Verteidiger mit der Hart Memorial Trophy als wertvollster Spieler der NHL ausgezeichnet und entwickelte sich zu einem der besten Verteidiger aller Zeiten. An seiner Seite spielte damals Phil Esposito, einer der führenden Stürmer der sechziger und siebziger Jahre. Ende der siebziger Jahre rückte mit Guy Lafleur wieder ein Spieler der Montréal Canadiens ins Rampenlicht der NHL und mit Marcel Dionne gehörte ein weiterer Franko-Kanadier zu den Stars. Zudem beendete 1980 mit Gordie Howe, „Mr. Hockey“ genannt, einer der bedeutendsten Eishockeyspieler im Alter von 52 Jahren seine Karriere. Bereits 1946 gab er sein Debüt in der NHL und zog sich 1971 aus dem professionellen Eishockeysport zurück, um nur zwei Jahre später in der WHA sein Comeback zu geben und 1979 in die NHL zurückzukehren.

Mit der Fusion zwischen NHL und WHA im Jahr 1979 begann eine neue Ära, aus der Wayne Gretzky und Mark Messier hervor gingen. Gretzky dominierte den Eishockeysport in den folgenden 20 Jahren, stellte bis zu seinem Karriereende 61 Rekorde auf und gilt immer noch als der beste Eishockeyspieler aller Zeiten. Mark Messier entwickelte sich zu einem der besten Anführer der NHL-Geschichte und zusammen mit Gretzky feierte er in den achtziger Jahren große Erfolge in Edmonton. Mike Bossy erreichte im Jahr 1981 als erst zweiter Spieler die Marke von 50 Toren in 50 Spielen und feierte vier Stanley-Cup-Siege mit den New York Islanders. Mit Ray Bourque und Paul Coffey betraten zwei junge Verteidiger die Eishockeybühne und prägten die folgenden zwei Jahrzehnte. Patrick Roy begann seine Karriere 1985 in Montréal und wurde im Laufe seiner Karriere mehrfach ausgezeichnet. Er gilt heute als der beste Torhüter der NHL-Geschichte. Standen die US-Amerikaner lange Zeit im Schatten der Kanadier, so traten sie in Form von Torhüter Mike Richter, von Chris Chelios, Joe Mullen, Pat LaFontaine und Phil Housley hervor. Housley galt aber eher als tragischer Held, da er trotz großartiger Leistungen nie als bester Verteidiger ausgezeichnet wurde und mit 1.495 Spielen der Spieler mit den meisten Einsätzen ist, der nie den Stanley Cup gewinnen konnte.

In den neunziger Jahren führte Mario Lemieux seine Pittsburgh Penguins zu zwei Stanley-Cup-Erfolgen und machte Wayne Gretzky durch seine Spielweise den Ruf als bester Eishockeyspieler aller Zeiten streitig. Brett Hull trat die Nachfolge seines Vaters Bobby an und gehörte zu den schillernden Persönlichkeiten und zu den besten Torschützen während des Jahrzehnts. Luc Robitaille entwickelte sich zu einem der besten Flügelstürmer aller Zeiten und in Detroit konnten Steve Yzerman und Brendan Shanahan große Erfolge feiern. Yzerman ging 2006 in die Geschichte der NHL ein, als er nach der mit 20 Jahren längsten Amtszeit als Mannschaftskapitän seine Karriere beendete. Joe Sakic prägte sowohl die neunziger Jahre, als auch das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausend entscheidend mit, genauso wie der US-Amerikaner Mike Modano von den Dallas Stars. Diese Mannschaft stellte mit Derian Hatcher den ersten US-amerikanische Mannschaftskapitän, der den Stanley Cup gewann. Mit Ed Belfour lief wieder ein kanadischer Torhüter zu Höchstleistungen auf und Martin Brodeur führte New Jersey zu drei Stanley-Cup-Siegen und gilt als legitimer Nachfolger von Patrick Roy, dessen Status als bester Torhüter aller Zeiten durch Brodeur in Gefahr geraten ist. 2004 beendete Ron Francis seine Karriere, die ihm den Ruf als einer der besten und fairsten Defensivstürmer einbrachte. Zu den heutigen Stars zählen die Verteidiger Scott Niedermayer und Chris Pronger sowie die Stürmer Joe Thornton, Sidney Crosby, Dany Heatley und die Franko-Kanadier Martin St. Louis und Vincent Lecavalier. Bei den Torhütern gehören, neben Martin Brodeur, Roberto Luongo, Marty Turco und der aktuelle Stanley Cup Gewinner Jean-Sébastien Giguère zu den wichtigsten aktuellen Torhütern.

Ryan Smyth konnte in der Liga noch keine Meilensteine setzen, doch international machte er sich einen Namen als „Captain Canada“, da er das Team fünf Mal als Kapitän bei Weltmeisterschaften anführte und neben zwei Weltmeistertiteln auch die olympische Goldmedaille gewann.

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Source : Wikipedia