Niedersachsen

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Geschrieben von tron 25/02/2009 @ 12:25

Tags : niedersachsen, deutschland

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Niedersachsen

Flagge Niedersachsens

Niedersachsen (saterfriesisch Läichsaksen, niedersächsisch (plattdeutsch) Neddersassen) ist ein Land im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland. Flächenmäßig ist es nach Bayern das zweitgrößte deutsche Land. Die Landeshauptstadt ist Hannover. Die Agglomerationen der Stadtstaaten Bremen und Hamburg wirken weit nach Niedersachsen hinein.

Niedersachsen hat im Norden eine natürliche Begrenzung durch die Nordsee und den Unterlauf (Unterelbe) bzw. den unteren Mittellauf der Elbe. Ausgenommen hiervon sind das Amt Neuhaus, das nordöstlich der Elbe liegt, und die südelbischen Teile Hamburgs. Als Enklave auf dem Landesgebiet liegt das Land Bremen mit den Städten Bremen und Bremerhaven. Im Südosten verläuft die Landesgrenze quer durch den Harz, ein deutsches Mittelgebirge. Der Nordosten und der Westen des Landes – insgesamt rund ¾ der Landesfläche – gehören zur Norddeutschen Tiefebene, der Süden zum Niedersächsischen Bergland mit dem Weserbergland, Leinebergland, Schaumburger Land, Braunschweiger Land, Untereichsfeld, Elm und Lappwald. Im Nordosten Niedersachsens erstreckt sich die Lüneburger Heide. Während dort ärmere Sandböden der Geest dominieren, finden sich im mittleren Osten und Südosten in der Lössbördenzone äußerst ertragreiche Böden mit hoher natürlicher Fruchtbarkeit. Unter diesen Voraussetzungen (lehm- und sandhaltige Böden) ist das Land landwirtschaftlich gut erschlossen. Im Westen liegen die Grafschaft Bentheim, das Osnabrücker Land, das Emsland, das Oldenburger Land, das Ammerland, das Oldenburger Münsterland und – küstennah – Ostfriesland.

Die von Süden/Südosten nach Norden/Nordwesten verlaufenden Flüsse Ems, Weser, Aller und Elbe prägen Niedersachsen.

Der höchste Berg Niedersachsens ist der Wurmberg (971 m) im Harz. Der höchste Berg des Gesamtharzes ist mit 1141 m der Brocken, der in Sachsen-Anhalt unweit der niedersächsischen Grenze liegt. Für weitere Berge siehe: Liste der Berge und Erhebungen in Niedersachsen. Die meisten Berge und Hügel sind im Südosten des Landes zu finden. Der tiefste Geländepunkt ist mit rund zweieinhalb Metern unter dem Meeresspiegel eine Senke bei Freepsum in Ostfriesland.

Der Siedlungs-, Wirtschafts- und infrastrukturelle Schwerpunkt Niedersachsens befindet sich im Bereich der Städte Stadthagen – Hannover – Celle – Braunschweig – Wolfsburg – Hildesheim – Salzgitter und bildet mit dem in Südniedersachsen liegenden Göttingen den Kern der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Niedersachsen weist eine deutliche regionale Gliederung auf, die sich sowohl an landschaftlichen Gegebenheiten als auch an historischen und kulturellen Entwicklungslinien manifestiert. In den Regionen, die früher eigenständig waren, insbesondere im Kernbereich der früheren Länder Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Schaumburg-Lippe, findet man bis heute häufig ein ausgeprägtes Regionalbewusstsein. Im Umland der Hansestädte Bremen und Hamburg herrscht dagegen häufiger eine Orientierung in Richtung dieser Zentren vor.

Teilweise finden sich zwischen mehreren der genannten Regionen Überlappungs- und Übergangsbereiche. Einige der aufgeführten Regionen sind Teile anderer, größerer Regionen, die sich ebenfalls in der Liste finden.

Niedersachsen gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Dieser Übergang macht sich innerhalb des Landes deutlich bemerkbar: Während der Nordwesten ein atlantisches (Nordseeküste) bis subatlantisches Klima mit im Jahresverlauf vergleichsweise geringer Temperaturamplitude und einem Wasserbilanzüberschuss aufweist, wird das Klima nach Südosten hin zunehmend kontinentaler beeinflusst. Dies wird an stärkeren Temperaturunterschieden zwischen Sommer- und Winterhalbjahr sowie an geringeren und jahreszeitlich ungleich verteilten Niederschlägen deutlich. Am stärksten ist diese subkontinentale Färbung im Wendland, im Weserbergland (Hameln bis Göttingen) und im Raum Helmstedt ausgeprägt. Im Harz sind die höchsten Niederschläge zu verzeichnen, da der niedersächsische Teil die Luvseite dieses Mittelgebirges darstellt, an der sich unter anderem Steigungsregen entlädt. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8 °C (7,5 °C im Alten Land und 8,5 °C im Kreis Cloppenburg).

Angrenzende Länder sind Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Kein anderes deutsches Land hat so viele benachbarte Länder.

Niedersachsen hat eine Außengrenze zu den Niederlanden und Anteil an der deutschen Nordseeküste.

Der Name „Niedersachsen“ als Regionsbezeichnung ist sehr alt: Name und Wappen des heutigen Landes greifen auf den germanischen Volksstamm der Sachsen zurück. Dieses Volk drang während der Völkerwanderungszeit ab dem 3. Jahrhundert aus seiner Heimat in Holstein über die Elbe nach Süden vor, wo es sich im heutigen Nordwestdeutschland ausbreitete. Etwa ab dem 7. Jahrhundert hatte es einen Siedlungsraum besetzt, der etwa dem heutigen Niedersachsen und einigen angrenzenden Gebieten wie dem West- und Nordteil Sachsen-Anhalts und Westfalen entsprach. Das Stammesgebiet war in etwa 60 Gaue unterteilt. Die Friesen waren nicht in den Stammesraum einbezogen; sie bewahrten sich über Jahrhunderte in der nordwestlichsten Region des heutigen niedersächsischen Raums ihre Eigenständigkeit.

Die (Ur-)Sprache der einheimischen Bevölkerung ist das Niedersächsische, eine Varietät des Niederdeutschen. Der Zusatz „Nieder-“ stammt bereits aus der frühen Neuzeit (Niedersächsischer Reichskreis) und unterschied das alte Sachsenland von den später aus dynastischen Gründen „(Ober-)Sachsen“ genannten mitteldeutschen Fürstentümern (siehe auch →Kurfürstentum Sachsen, Geschichte Sachsens). Ein großer Teil des heutigen Niedersachsens wurde im Heiligen Römischen Reich dem Niederrheinisch-westfälischen Reichskreis zugeordnet: Hochstift Osnabrück, Grafschaft Bentheim, Grafschaft Hoya, Fürstentum Ostfriesland, Fürstentum Verden, Grafschaft Diepholz, Grafschaft Oldenburg, Grafschaft Schaumburg und Grafschaft Spiegelberg.

Geschichtlich besteht eine enge, durch die Personalunion des 18. Jahrhunderts begründete Bindung des Adelshauses in Hannover (Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg) an das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland.

Die enge geschichtliche Verbindung der historischen Teilländer des heutigen Niedersachsens bestand über Jahrhunderte vor allem in dynastischer Hinsicht. Die meisten Vorgängerstaaten des Landes waren Teilfürstentümer des mittelalterlichen welfischen Herzogtums Braunschweig-Lüneburg. Alle welfischen Fürsten nannten sich in ihren jeweiligen oft zersplitterten und immer wieder vereinigten Fürstentümern Herzöge zu Braunschweig und Lüneburg. Mit der Zeit blieben zwei Fürstentümer übrig: das Königreich Hannover und das Herzogtum Braunschweig (Hannover nach 1866 preußische Provinz, Braunschweig nach 1919 Freistaat/Land). Bis zuletzt bewahrten das Großherzogtum Oldenburg und das Fürstentum Schaumburg-Lippe ihre staatliche Autonomie (nach 1919 Freistaaten/Länder). Geografisch bildeten diese Länder Enklaven der welfischen Länder: Das Kerngebiet des Oldenburger Landes war nahezu vollständig von hannoverschem Gebiet umschlossen; ähnlich verhielt es sich mit dem Fürstentum Schaumburg-Lippe. Diese geografisch und auch teilweise institutionell schon früh miteinander verzahnten Länder sind die Vorläufer des heutigen Landes Niedersachsen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag das heutige Niedersachsen größtenteils in der britischen Besatzungszone. Mit der Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung vom 23. August 1946 „Betreffend die Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen in der Britischen Zone und ihre Neubildung als selbständige Länder“ wird auf dem Gebiet der preußischen Provinz Hannover zunächst das Land Hannover gebildet.

Am 9. Dezember 1946 trat der erste niedersächsische Landtag zusammen. Er war nicht gewählt, sondern von der britischen Besatzungsverwaltung eingesetzt (Ernannter Landtag). Am gleichen Tag wählte er Hinrich Wilhelm Kopf (SPD), den vormaligen hannoverschen Regierungspräsidenten, zum ersten Ministerpräsidenten. Hinrich Wilhelm Kopf blieb – unterbrochen von der Regierungszeit Heinrich Hellweges (1955–1959) – bis 1961 Regierungschef in Niedersachsen.

Wichtigstes Problem der ersten Nachkriegsjahre war die große Zahl von Flüchtlingen, die in dem großen Flächenland Zuflucht suchten. Niedersachsen lag am westlichen Ende der direkten Fluchtroute aus Ostpreußen und hatte die längste Grenze zur sowjetischen Besatzungszone. Noch 1950 fehlten nach offiziellen Zahlen rund 730.000 Wohnungen.

Während der Zeit der innerdeutschen Teilung wurde über den niedersächsischen Kontrollpunkt Helmstedt zur DDR, der sich von 1945 bis 1990 zum größten europäischen Grenzübergang entwickelte, die Hauptlast des Transitverkehrs nach West-Berlin abgewickelt.

Wirtschaftlich prägend für das Land wurde der Volkswagen-Konzern, der 1945 zunächst unter britischer Aufsicht wieder mit der Produktion von Zivilfahrzeugen begann und 1949 in den Besitz des neu gegründeten westdeutschen Staates (BRD) und des Landes Niedersachsen überging. Insgesamt zählte Niedersachsen mit seiner großen, ländlich geprägten Fläche und seinen wenigen städtischen Zentren lange zu den strukturschwachen Regionen der Bundesrepublik. 1960 waren 20 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt. Im übrigen Bundesgebiet lag dieser Wert bei 14 %. Auch in wirtschaftlich günstigen Zeiten blieb die Arbeitslosenquote in Niedersachsen konstant höher als im Bundesdurchschnitt.

1961 trat Georg Diederichs als Nachfolger von Hinrich Wilhelm Kopf das Amt des Ministerpräsident von Niedersachsen an. Er wurde hierin 1970 von Alfred Kubel abgelöst. Die Auseinandersetzungen um das Atommülllager Gorleben, die in der Regierungszeit von Ministerpräsident Ernst Albrecht (1976–1990) begannen, spielen in der niedersächsischen Landes- ebenso wie in der Bundespolitik seit Ende der 1970er Jahren eine wichtige Rolle.

1990 trat Gerhard Schröder das Amt des Ministerpräsidenten an. Am 1. Juni 1993 trat die neue Verfassung des Landes in Kraft, die die „Vorläufige Niedersächsische Verfassung“ von 1951 ablöste. Sie ermöglicht erstmals Volksbegehren und Volksentscheide und verankert den Umweltschutz als Staatsgrundsatz.

Das ehemals hannoversche Amt Neuhaus mit den damaligen Gemeinden Dellien, Haar, Kaarßen, Neuhaus (Elbe), Stapel, Sückau, Sumte und Tripkau sowie die Ortsteile Neu Bleckede, Neu Wendischthun und Stiepelse der Gemeinde Teldau und das historisch-hannoversche Gebiet im Forstrevier Bohldamm in der Gemeinde Garlitz wurden mit Wirkung vom 30. Juni 1993 vom Land Mecklenburg-Vorpommern zum Land Niedersachsen (Landkreis Lüneburg) ausgegliedert. Aus diesen Gemeinden wurde am 1. Oktober 1993 die neue Gemeinde Amt Neuhaus gebildet.

1998 löste Gerhard Glogowski den ins Bundeskanzleramt gewechselten Gerhard Schröder ab. Da er mit verschiedenen Skandalen in seiner Heimatstadt Braunschweig in Verbindung gebracht wurde, trat er 1999 zurück und wurde von Sigmar Gabriel abgelöst.

Seit 2003 ist Christian Wulff Ministerpräsident in Niedersachsen. Er steht einer CDU geführten Koalitionsregierung mit der FDP vor.

Zum 1. Januar 2005 wurden die vier Regierungsbezirke, in die Niedersachsen bis zu diesem Zeitpunkt gegliedert war, aufgelöst. Dies waren die Regierungsbezirke Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Weser-Ems. Der Regierungsbezirk Braunschweig war aus der Zusammenlegung des Verwaltungsbezirks Braunschweig mit Teilen des ehemaligen Regierungsbezirks Hildesheim und Teilen des „alten“ Regierungsbezirks Lüneburg, der „neue“ Regierungsbezirk Hannover aus der Zusammenlegung des „alten“ Regierungsbezirks Hannover mit Teilen des ehemaligen Regierungsbezirks Hildesheim, der „neue“ Regierungsbezirk Lüneburg aus der Zusammenlegung des größten Teils des „alten“ Regierungsbezirks Lüneburg mit dem ehemaligen Regierungsbezirk Stade, der Regierungsbezirk Weser-Ems aus der Zusammenlegung des Verwaltungsbezirks Oldenburg (Oldb) mit den ehemaligen Regierungsbezirken Aurich und Osnabrück entstanden. Anstelle der Bezirksregierungen wurden für besondere Aufgaben Regierungsvertretungen an den Standorten Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Oldenburg eingerichtet.

Der letzte Regierungswechsel erfolgte am 4. März 2003 nach den Landtagswahlen am 2. Februar 2003. Damals erlitt die SPD eine schwere Niederlage und verlor ihre Regierungsmehrheit. Wahlsieger war die CDU, die mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Wulff den Ministerpräsidenten in einer Koalition mit der FDP stellt.

Diese Koalition wurde trotz Verlusten bei der Landtagswahl am 27. Januar 2008 bestätigt. Bei dieser Wahl zog erstmals die Partei Die Linke in den niedersächsischen Landtag und somit ebenfalls erstmals in ein westdeutsches Flächenland ein. Allerdings hat Die Linke die neu gewählte niedersächsische Landtagsabgeordnete Christel Wegner, Mitglied der DKP, wegen umstrittener Stasi-Äußerungen am 18. Februar 2008 aus der Fraktion ausgeschlossen. Seitdem ist sie fraktionslos.

Die nächste Landtagswahl findet wahrscheinlich Anfang 2013 statt.

Im Bundesrat hat Niedersachsen sechs Stimmen, die höchst mögliche Anzahl, ebenso wie Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Vertreten wird Niedersachsen durch den Ministerpräsidenten Christian Wulff, seinen Stellvertreter, Wirtschaftsminister Walter Hirche, Finanzminister Hartmut Möllring, Innenminister Uwe Schünemann, Justizminister Bernd Busemann und Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen.

62 Abgeordnete vertreten die niedersächsischen Bürgerinnen und Bürger im Deutschen Bundestag: 27 von der SPD, 21 von der CDU, sechs von der FDP, fünf von Bündnis 90/Die Grünen sowie drei von der Linkspartei.

Dem Europäischen Parlament gehören zehn Abgeordnete aus Niedersachsen an: fünf von der CDU, zwei von der SPD und jeweils einer von FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Linkspartei.

Im Zuge der kommunalen Neugliederung/Gebietsreform in den 1960er bis 1980er Jahren ist die Zahl der kreisfreien Städte von 16 auf 9 und die der Landkreise von 60 auf 38 reduziert worden. Folgende kreisfreie Städte wurden in Landkreise eingegliedert: Celle, Cuxhaven, Goslar, Göttingen, Hameln, Hildesheim und Lüneburg. Folgende Landkreise wurden aufgelöst: Alfeld (Leine), Aschendorf-Hümmling, Bersenbrück, Blankenburg, Braunschweig, Bremervörde, Burgdorf, Duderstadt, Einbeck, Fallingbostel, Gandersheim, Grafschaft Hoya, Grafschaft Schaumburg, Hildesheim-Marienburg, Land Hadeln, Lingen, Melle, Meppen, Münden, Neustadt am Rübenberge, Norden, Schaumburg-Lippe, Soltau, Springe, Wesermünde, Wittlage, Wittmund und Zellerfeld. Der Landkreis Wittmund ist 1980 wieder eingerichtet worden. 2001 wurden der Landkreis Hannover und die kreisfreie Stadt Hannover zur Region Hannover zusammengeführt.

Zum 1. Januar 2005 wurden die Regierungsbezirke Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Weser-Ems aufgehoben und ihre Behörden, die Bezirksregierungen, aufgelöst. Die Zuständigkeiten der Bezirksregierungen wurden auf andere Landesbehörden und Körperschaften umverteilt. So wurde die Aufgabe der ‘‘überörtlichen Kommunalprüfung‘‘ an die 2005 neu gegründete Niedersächsische Kommunalprüfungsanstalt übertragen.

Das Land ist in 164 Städte, 54 Flecken und 804 Gemeinden (davon 735 in Samtgemeinden) sowie 25 gemeindefreie Gebiete unterteilt, die insgesamt 37 Landkreise, eine Region und 8 kreisfreie Städte bilden (Stand: 30. November 2007).

Im Vergleich mit dem BIP der EU, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreicht Niedersachsen einen Index von 101,4 (EU27: 100, Deutschland: 115,2) (2005). Damit liegt Niedersachsen knapp über dem EU-Durchschnitt, aber deutlich unter dem Wert Deutschlands.

2007 betrug die Wirtschaftsleistung im Bundesland Niedersachsen gemessen am BIP 206 Milliarden Euro.

Das industrielle Zentrum Niedersachsens befindet sich im Raum Hannover-Braunschweig/Wolfsburg mit mehreren Automobilwerken – darunter das Hauptwerk von Volkswagen in Wolfsburg und dessen Großraumfahrzeugabteilung mit Hauptsitz in Hannover – und mit der in Peine und Salzgitter ansässigen Stahlindustrie. Braunschweig ist außerdem ein bedeutender Wissenschaftsstandort.

Ein bedeutender Wirtschaftsfaktor sind die in Hannover stattfindenden Messen wie z. B. CeBIT und Hannover Messe.

Die Landwirtschaft findet in Niedersachsen sehr unterschiedliche Bedingungen vor. Die Böden in der Hildesheimer Börde und zwischen Harz und Mittellandkanal zeichnen sich durch sehr hohe Bodenzahlen aus und eignen sich besonders für den Anbau von Zuckerrüben und Getreide. In der Lüneburger Heide ist der Boden karg; Hauptprodukte sind Kartoffeln und als Spezialität Spargel. In den Marschgebieten an der Küste dominiert hingegen die Viehzucht.

Neben Getreide werden Raps, Zuckerrüben, Salat (speziell Eisbergsalat), Kohl, Möhren (Mohrrüben, Karotten) und dank des sandhaltigen Bodens Spargel in Teilen des Landes angebaut. Bekannt ist auch die niedersächsische Grünkohlkultur (in südöstlichen Regionen auch die Variante Braunkohl). Neben dem Gemüseanbau und der Viehzucht ist der Obstanbau (speziell im Norden, Altes Land) ein wichtiger Wirtschaftszweig.

An der Küste spielt die Hafenwirtschaft eine bedeutende Rolle, während die Bedeutung des Schiffbaus abgenommen hat.

Die Bundeswehr wird auch künftig ein wichtiger Arbeitgeber in Niedersachsen sein. Mit über 55.000 Soldaten und zivilen Beschäftigten wird Niedersachsen nach der geplanten Bundeswehrreduzierung das Bundesland mit der größten Zahl von Bundeswehrbediensteten sein.

Der Truppenübungsplatz Bergen Bergen-Hohne im Südteil der Lüneburger Heide ist mit 284 km² der größte Truppenübungsplatz in Europa. Er wurde ab 1935 von der deutschen Wehrmacht eingerichtet und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 von den britischen Besatzungstruppen übernommen und kontinuierlich erweitert. Seit den 1960er Jahren wird das Areal zudem von der Bundeswehr und Streitkräften der NATO genutzt.

An drei Standorten in Niedersachsen finden sich in Betrieb befindliche Kernkraftwerke: bei Lingen, bei Grohnde und bei Nordenham. Darüber hinaus hat Niedersachsen die größten Erdgasvorkommen Deutschlands. In der Küstenregion finden sich besonders gute Bedingungen für Windkraftanlagen.

Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr ist insbesondere die Nordseeküste mit Schwerpunkten im sogenannten „Cuxland“ und auf den Ostfriesischen Inseln. Wichtige Fremdenverkehrsorte sind hier Cuxhaven (mit seinen Stadtteilen Duhnen, Döse und Sahlenburg), die Samtgemeinde Land Wursten und Otterndorf an der Elbmündung. Weitere wichtige Seebadeorte befinden sich in Butjadingen, im oldenburgischen Friesland und an der ostfriesischen Küste.

Weitere Anziehungspunkte sind der Harz, die Städte Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Lüneburg, Celle und Wolfsburg mit der Autostadt, das Eichsfeld, das Weserbergland und das Leinebergland, die Lüneburger Heide, das Wendland, die Wümmeniederung, das Steinhuder Meer, das Emsland, das Osnabrücker Land, der Dümmer, das Alte Land, das Elbetal und die weiteren Flüsse Aller, Leine, Ems, Hunte und Weser. Das Brauchtum umfasst unter anderem Grünkohlessen und Schützenfeste.

Zum 31. Dezember 2006 wurde eine Schuldensumme von 48,7 Milliarden Euro ermittelt. Davon beliefen sich die Wertpapierschulden auf rund 20,5 Milliarden Euro, während die Schulden aus Schuldscheindarlehen allein bei inländischen Banken und Sparkassen rund 26,4 Milliarden Euro betrugen.

Im Jahr 2007 wurden 950 Millionen Euro neue Schulden aufgenommen. Für das Jahr 2008 ist eine Neuverschuldung von 600 Millionen Euro geplant.

Die Schuldenuhr im Landtag ist somit von 90 Euro/sec im Jahr 2003 auf 30 Euro/sec im Jahr 2007 und auf 17 Euro/sec im Jahr 2008 zurückgegangen.

Entsprechend der Bevölkerungsverteilung befindet sich ein Schwerpunkt des Verkehrsnetzes im südöstlichen Niedersachsen mit den Zentren Hannover, Braunschweig, Hildesheim und Salzgitter. In diesem Raum kreuzen sich Verkehrsströme (Eisenbahnen sowie die Autobahnen 2 und 7/27, sowie die Bundesautobahn 39, die das östliche Niedersachsen erschließen soll) vom Ruhrgebiet nach Berlin und von Süddeutschland an die Küste. Weitere wichtige Verkehrsachsen in Form von Eisenbahn und Autobahn verlaufen vom Ruhrgebiet über Osnabrück, Bremen nach Hamburg (Rollbahn und A 1 (Hansalinie)), vom Ruhrgebiet nach Emden (Bahnstrecke Münster—Emden, A 31/Emslandautobahn) sowie von Amsterdam über Osnabrück nach Hannover (A 30 und A 2, Bahnstrecke Amsterdam—Berlin).

Die für das Land wichtigsten Luftdrehkreuze sind der Flughafen Hannover-Langenhagen (HAJ) sowie die außerhalb Niedersachsens gelegenen Flughäfen Bremen (BRE) in Bremen, Hamburg (HAM) in Hamburg und Münster/Osnabrück (FMO) in Greven/Nordrhein-Westfalen.

Größte Seehäfen sind Wilhelmshaven, Nordenham, Emden, Cuxhaven und Brake. Wichtigste Binnenwasserstraßen sind der Mittellandkanal, die Weser, die Elbe und die Ems.

Bedeutende wissenschaftliche Standorte sind Göttingen, Hannover und Braunschweig mit der Georg-August-Universität Göttingen, der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, der Medizinischen Hochschule Hannover und der Tierärztlichen Hochschule Hannover sowie der Technischen Universität Braunschweig.

Weitere wichtige wissenschaftliche Einrichtungen sind die Universität Osnabrück, die Fachhochschule Osnabrück, die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, die Technische Universität Clausthal, die Leuphana Universität Lüneburg, die Universität Hildesheim, die Hochschule Vechta und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

Die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ist die größte Fachhochschule des Landes.

In kulturellen Dingen weist das Land eine große regionale Differenzierung auf und zeigt fließende Übergänge insbesondere nach Westfalen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Niedersachsen außerdem für viele Ostflüchtlinge zur neuen Heimat, die sich insbesondere in den Städten niederließen. Die vielen militärischen Einrichtungen, Industriebetriebe und Wissenschaftseinrichtungen in Niedersachsen und auch in den benachbarten Stadtstaaten führten außerdem zur Zuwanderung von Menschen aus anderen Regionen Deutschlands. Hinzu kommen viele Zuwanderer, die als sogenannte Gastarbeiter ins Land kamen sowie Neubürger aus den Ländern des ehemaligen Warschauer Paktes. Aufgrund dieser Heterogenität der Bevölkerung hat Niedersachsen keine Einwohnerschaft, die im ethnisch-kulturellen Sinne als die Niedersachsen bezeichnet werden kann. Als die Niedersachsen bezeichnet man daher am ehesten schlicht diejenigen, die ihren Wohnsitz, ihre Heimat oder Wahlheimat im Land Niedersachsen haben.

Die bereits vor Gründung des Landes Niedersachsen in den früheren Ländern Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Schaumburg-Lippe ansässigen Bevölkerungsteile weisen allerdings viele Gemeinsamkeiten auf wie beispielsweise den Gebrauch der ursprünglichen Ortsdialekte des Niedersächsischen, das umgangssprachlich zumeist als platt oder Plattdeutsch, manchmal auch als Niederdeutsch, bezeichnet wird. Im Saterland existiert mit Saterfriesisch eine alteingesessene friesische Sprachminderheit. Gemeinsam sind auch bestimmte Aspekte der vorherrschenden traditionellen Architektur und Bauweise (Backsteinbauweise) von Gebäuden (Niedersachsenhaus). Da Niedersachsen ein in weiten Teilen ländliches Land ist, wiegen in Lebenseinstellung und Mentalität häufig – unabhängig von politischer Präferenz – eher bürgerlich-konservativere Grundeinstellungen vor, insbesondere in den eher römisch-katholisch geprägten Gegenden, während in den stärker protestantischen Gegenden und größeren Städten eher eine konservativ-linke Grundeinstellung anzutreffen ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Niedersachsen eines der Hauptansiedlungsgebiete für Heimatvertriebene aus (nach Personenzahl absteigend geordnet) Schlesien, Ostpreußen, Pommern und dem Sudetenland. Nach der letzten entsprechend aufgeschlüsselten Zählung waren 30 % der Einwohner Niedersachsens Flüchtlinge, Vertriebene oder Kinder aus entsprechenden Familien. Hinzu kamen ab den 1960er Jahren deutschstämmige Aussiedler aus Siebenbürgen, ab den 1970er Jahren aus Oberschlesien und anderen Regionen Polens sowie ab den 1980er Jahren Russlanddeutsche Aussiedler bzw. Spätaussiedler mit ihren fremdsprachigen Familienangehörigen.

Darüber hinaus entstand besonders durch die vielen Industriebetriebe im Raum Hannover-Braunschweig-Salzgitter-Wolfsburg, aber auch in den nach Niedersachsen reichenden Ballungsräumen Bremen und Hamburg bereits während des Wirtschaftswunders ein hoher Bedarf an Arbeitskräften, weswegen man zahlreiche „Gastarbeiter“ aus Italien, Spanien und der Türkei anwarb, die häufig in Niedersachsen blieben.

Der größte Teil Niedersachsens ist ursprünglich durch die Evangelisch-lutherische Kirche geprägt. Landeskirchen existieren als Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers, Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe, Evangelisch-Lutherische Landeskirche in Braunschweig und Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg. Die Evangelisch-reformierte Kirche in Nordwestdeutschland hat eine große Bedeutung in Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim und verfügt über eine eigene landeskirchliche Organisation. In der gleichen Region gibt es noch evangelisch-altreformierte Kirchen. Die evangelischen Landeskirchen sind seit 1971 in der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen verbunden.

Neben den protestantischen Landeskirchen wirken auch viele evangelische Freikirchen im Bereich des Landes Niedersachsen. Die älteste unter ihnen ist die Mennonitenkirche. Ihre Wurzeln reichen in die Reformationszeit und hier in die Täuferbewegung zurück. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) besitzt in Niedersachsen drei Landesverbände: den Landesverband Niedersachsen-Ostwestfalen-Sachsen-Anhalt, Baptisten im Nordwesten und den Landesverband Norddeutschland. Eine niedersächsische Wurzel haben die Gemeinden der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Weitere Freikirchen in Niedersachsen sind u. a. die Evangelisch-methodistische Kirche, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und der Bund Freier evangelischer Gemeinden.

Das Emsland sowie der Hümmling, das Oldenburger Münsterland, die Stadt Twistringen, das Untereichsfeld, die sog. Stiftsdörfer des Hochstifts Hildesheim sind traditionell katholisch geprägt; die Städte Hildesheim und Osnabrück sowie die Dörfer des ehem. Hochstift Osnabrück sind etwa zur Hälfte katholisch; dabei gibt es auch paritätische Gemeinden. Die römisch-katholischen Gemeinden gehören zu den Bistümern Hildesheim und Osnabrück (beides Suffraganbistümer des Erzbistums Hamburg), zum Bistum Münster (Suffraganbistum des Erzbistums Köln) und zum Erzbistum Paderborn. Durch die Ansiedlung von Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg und durch den Zuzug von Spätaussiedlern existieren jedoch mittlerweile große Gemeinden der jeweils anderen großen christlichen Konfession in früher nahezu rein-konfessionell geprägten Regionen.

Nach dem Krieg kam es zur Bildung von islamischen Gemeinden vor allem für türkischstämmige Einwohner. Die meisten Moscheegemeinden gehören zur DİTİB oder zur IGMG. Daneben besitzen die Aleviten eine starke Stellung. Es bestehen noch weitere Gemeinden, unter anderem schiitische Gemeinden und Moscheevereine der Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Wie in ganz Deutschland kam es in den letzten Jahrzehnten zu einer Vielzahl von Kirchenaustritten. Durch den Zuzug vieler jüdischer Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion verzeichnen die jüdischen Gemeinden seit 1990 ein verstärktes Wachstum. Die in Niedersachsen lebenden neuapostolischen Christen werden von vier Apostelbereichen betreut, d. h. von Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und einem eigenen kleinen Bereich Niedersachsen.

Amtssprache ist Deutsch. Die Minderheitensprache Saterfriesisch, die Regionalsprachen Niederdeutsch und Niederländisch sind nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen besonders geschützt und zum Amtsgebrauch zugelassen.

Heute wird in Niedersachsen vornehmlich Hochdeutsch gesprochen. Bis ins 19. Jahrhundert spielte das Hochdeutsche in Niedersachsen nur als Schriftsprache eine Rolle. Im Lauf des 19. und 20. Jahrhunderts fand der Prozess der Ablösung der bisherigen in Niedersachsen gesprochenen Sprachen durch das Hochdeutsche statt. Dabei bestand lange neben dem „reinen“ Hochdeutsch eine Sprachform, die durch ein starkes niederdeutsches Substrat geprägt war; diese Sprachform ist in ihrer extremen Form als Missingsch bekannt. Heute ist diese „Zwischenform“ aber noch bedrohter als das Niederdeutsche.

Außer dem Hochdeutschen ist auch noch das Saterfriesische und das Niedersächsische in Ostfriesland lebendig. Besonders bedroht ist das ostfälische Niederdeutsch, das in der Region Hannover wohl schon ausgestorben ist. Die Aussprache des Ostfälischen wird in anderen Regionen des deutschen Sprachraums bis heute oft fälschlicherweise mit der modernen Aussprache des Hochdeutschen verwechselt. Dieses Missverständnis dürfte darauf zurückzuführen sein, dass sich das Hochdeutsche im ostfälischen Dialektraum sehr früh durchsetzte und die einheimischen Mundarten verdrängte. Dadurch galt die deutsche Standardsprache vielen Dialektsprechern etwa in Süddeutschland in der Folgezeit als „Mundart Hannovers“.

Als Schriftsprache dienen in Niedersachsen seit dem 16. Jahrhundert Hochdeutsch sowie im westlichen Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim Niederländisch, seit Beginn des 20. Jahrhunderts nur noch Hochdeutsch.

Bevor sich das Hochdeutsche durchsetzte, wurden in Niedersachsen vornehmlich niederdeutsche Dialekte gesprochen. Diese Dialekte sind heute als Plattdeutsch bekannt. Die einzelnen niedersächsischen Ortsdialekte werden von ihren Sprechern Platt genannt, wie auch viele Dialekte in der Mitte Deutschlands.

Außer dem Niedersächsischen gab es folgende Sprachen in Niedersachsen: die Ostfriesische Sprache, von der bis heute nur noch das Saterfriesische in der Gemeinde Saterland überlebt hat, Erzgebirgisch im Oberharz (aufgrund von Einwanderung von Bergleuten im Mittelalter), Nordthüringisch am Südrand des Harzes, bis ins 17. Jahrhundert auch Wendländisch im Wendland. Seit dem 18. Jahrhundert gab es außerdem eine kleine pfälzischsprachige Gruppe in Veltenhof, seit 1931 ein Stadtteil Braunschweigs.

Die niederdeutschen Dialekte in Niedersachsen können vier Dialektgruppen zugeordnet werden: Ostniederdeutsch im Wendland, Ostfälisch im Südosten, Westfälisch in Osnabrück und im südlichen Landkreis Osnabrück sowie Nordniedersächsisch im übrigen Land. Das Nordniedersächsische lässt sich noch in das Westniedersächsische und das übrige Nordniedersächsische teilen. Hervorzuheben ist das Ostfriesische Platt, das durch sein friesisches Substrat Besonderheiten aufweist und im Vergleich zu anderen niederdeutschen Dialekten am wenigsten vom Aussterben bedroht ist.

Die am weitesten verbreiteten Sprachen von Zuwanderergruppen (Ausländer) sind zum einen Türkisch, Kurdisch, Italienisch, Serbisch, Kroatisch, Albanisch und Griechisch sowie zum anderen Russisch und Polnisch, die von Teilen der deutschstämmigen Aussiedler gesprochen werden. Außerdem bedingt durch Truppenstationierungen im Rahmen der NATO ist Englisch in einigen Regionen verbreitet.

Nach Auflösung der Regierungsbezirke wurden zwischen dem Land Niedersachsen auf der einen Seite und den Landschaften und Landschaftsverbänden auf der anderen Seite Verträge geschlossen, nach denen diese künftig für kulturelle Belange in den jeweiligen Regionen verantwortlich sind.

Baugeschichtlich bedeutsam in Niedersachsen war die Epoche der Renaissance, die sich in vielen Bauten im Stil der Weserrenaissance widerspiegelt. Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Gärten in Herrenhausen in Hannover – die einzig erhaltenen und nie veränderten Barockgärten der Welt.

In Osnabrück finden sich viele Gebäude des Klassizismus und der Zeit des Rokoko. Sehenswürdigkeiten sind die Altstadt mit Dom und dem Rathaus des Westfälischen Friedens, zahlreiche Steinwerke wie der Ledenhof und Fachwerkhäuser. Auch Niedersachsens größtes Barockschloss, das Schloss Osnabrück, und mit St. Katharinen das höchste mittelalterliche spätgotische Bauwerk sind hier zu sehen.

Von baugeschichtlicher und kunsthistorischer Bedeutung ist die Doppelanlage von Schloss und Benediktinerabtei Iburg in Bad Iburg. Sie weist im Rittersaal mit der Arbeit von Andrea Alovisii die einzig erhaltene Deckenmalerei in perspektivischer Scheinarchitektur nördlich der Alpen auf.

Niedersachsen hat seit dem 19. Jahrhundert bedeutende Künstler von internationalem Rang hervorgebracht. Der populärste ist wohl Wilhelm Busch, der durch seine Bildergeschichten bekannt wurde. Weniger bekannt ist sein Werk als Landschaftsmaler: Er schuf mehr als 1.000 Gemälde, die aber erst posthum veröffentlicht wurden.

Zwischen den 1920er und 1930er Jahren war der hannoversche Maler und Lyriker Kurt Schwitters in Niedersachsen tätig. Er ist der Erfinder der Merzkunst, die als Weiterentwicklung des Dadaismus gilt. Schwitters bezeichnete sich selbst nicht als Dadaist sondern als Merzkünstler, arbeitete jedoch zeitweise eng mit den Berliner Dadaisten zusammen. Seine bekanntesten Gedichte sind „An Anna Blume“ und die „Sonate in Urlauten“. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ eingestuft, flüchtete der Künstler 1937 und kehrte nie mehr in seine Heimatstadt zurück. Eine Rekonstruktion seines berühmten Merzbaus ist im Sprengel-Museum in Hannover zu besichtigen.

Ebenfalls große Bekanntheit erlangte der jüdische Maler Felix Nussbaum (1904–1944). Als Maler der Neuen Sachlichkeit zählte er zur „Verschollenen Generation“ der um 1900 Geborenen. Viele seiner Werke thematisieren den Holocaust, dem er 1944 selbst zum Opfer fiel.

Erhebliche Bekanntheit erreichte auch der Maler, Zeichner, Graphiker und Bildhauer Kurt Sohns (1907–1990).

Der 1940 geborene Neodadaist, Performance- und Konzeptkünstler Timm Ulrichs erlangte internationale Bekanntheit. Er war unter anderem 1977 auf der documenta 6 vertreten. Im Jahr 2001 erhielt er den Niedersächsischen Staatspreis.

Niedersachsen verfügt über zwei Kunsthochschulen: die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und die Hochschule für Musik und Theater Hannover. Darüber hinaus existieren an der Fachhochschule Hannover ein auslaufender Fachbereich „Bildende Kunst“ und an der Fachhochschule Ottersberg die Studiengänge „Kunst im Sozialen. Kunsttherapie“, „Theater im Sozialen“ und „Freie Bildende Kunst“.

Organisatorisch sind die niedersächsischen Sportvereine eng mit denjenigen aus dem Land Bremen verzahnt.

Niedersachsen beheimatet einen Handballverein der 1. Bundesliga: HSG Nordhorn-Lingen. In der 2. Handball-Bundesliga spielen der TSV Bremervörde, die HSG Varel, der OHV Aurich, der HSV Hannover Handball, die TSV Hannover-Burgdorf, der Wilhelmshavener HV und Eintracht Hildesheim (Stand: Saison 2008/2009).

In der 1. Handballbundesliga der Frauen ist außerdem der VfL Oldenburg und der Buxtehuder SV beheimatet.

In der 1. Fußball-Bundesliga spielen die Fußballvereine Hannover 96 und der VfL Wolfsburg, in der 2. Fußball-Bundesliga der VfL Osnabrück und in der neugegründeten 3. Profiliga Eintracht Braunschweig und Kickers Emden. Populär ist daneben im Bremer Umland der SV Werder Bremen und im Hamburger Umland der HSV.

Im Frauenfußball spielt ebenfalls der VfL Wolfsburg erstklassig.

In der ersten Basketball-Bundesliga ist Niedersachsen durch die Artland Dragons (Quakenbrück), BG 74 Göttingen, die EWE Baskets Oldenburg und die New Yorker Phantoms Braunschweig vertreten. In der 2. Bundesliga Pro A spielen die Cuxhaven BasCats, in der 2. Bundesliga Pro B die Spot Up Medien Baskets Braunschweig und die Wolfenbüttel Dukes (Stand: Saison 2007/2008).

Im Raum Hannover haben die Hannover Scorpions und die Hannover Indians ihre Heimat. Außerdem bekannt sind die Grizzly Adams Wolfsburg.

An der Küste wie auch an den großen Seen und Flüssen ist der Wassersport ebenso populär wie das Angeln. Cuxhaven ist lagebedingt eine traditionsreiche Stätte des Segelns; so war es auch mal Anlegehafen des Tall Ships' Race.

Der Raum Verden (Aller), das Osnabrücker Land (hier insbesondere Hagen a. TW. und Ankum), das Oldenburger Land und das Celler Land sind bekannt als Zentren des Reitsports.

Hannover ist eine Hochburg des Rugby. Seit 1909 wurden insgesamt 62 der 83 ausgetragenen Deutschen Meisterschaften von hannoverschen Vereinen gewonnen. Spitzenreiter ist der TSV Victoria Linden mit 20 Meistertiteln. Von 1909 bis 2005 trat – mit Ausnahme von 1913 – ein hannoverscher Verein in jedem Endspiel um die Deutsche Meisterschaft an.

Niedersachsen bietet sich zum Wandern und Radfahren an. In Ostfriesland, im Emsland und im Ammerland ist das Boßeln heute noch populär.

Die höchste Auszeichnung, die das Land Niedersachsen verleiht, ist die Niedersächsischen Landesmedaille. Für Verdienste in der Landespolitik wird der Niedersächsische Verdienstorden verliehen. Außerdem vergibt der Ministerpräsident seit 2002 den Niedersächsischen Staatspreis, der früher „Niedersachsenpreis“ hieß.

Als Literaturpreis verleiht Niedersachsen jährlich den Nicolas-Born-Preis.

Der Roman „Im Westen nichts Neues“ (1929) begründete den weltweiten Ruhm Erich Maria Remarques, der am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren wurde. Er setzte sich in seinen Werken kritisch mit der deutschen Geschichte auseinander und zählt zu den meistgelesenen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts. Er starb am 25. September 1970 in Locarno. Die Verbitterung über seine Ausbürgerung aus Deutschland überwand Remarque nie.

Von 1900 bis 1902 war der bedeutende österreichische Lyriker Rainer Maria Rilke in der Worpsweder Künstlerkolonie ansässig, wo er die Bildhauerin Clara Westhoff heiratete, mit der er 1901 eine Tochter hatte. Danach verschlug es den expressionistischen Autor nach Paris.

Der neben Rilke bedeutendste niedersächsische Schriftsteller der Moderne ist Arno Schmidt. Der avantgardistischen Schriftsteller lebte von 1958 bis zu seinem Tode 1979 in Bargfeld. Schmidt schrieb neben experimentellen Romanen wie seinem Hauptwerk „Zettel’s Traum“ auch Übersetzungen, wie etwa von James Joyce, Edgar Allan Poe oder James Fenimore Cooper.

Als einer der bedeutendsten deutschen Lyriker der 1970er Jahre gilt der 1940 in Vechta geborene und 1975 bei einem Autounfall in London verstorbene Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann. Seine Werke sind beeinflusst vom Nouveau Roman und der amerikanischen Beat-Generation, um deren Veröffentlichung in Deutschland er sich verdient gemacht hat.

In Nartum, Landkreis Rotenburg (Wümme) lebte Walter Kempowski von 1965 bis zu seinem Tode 2007. Er wurde vor allem durch seine stark autobiografisch geprägten Romane der Deutschen Chronik bekannt sowie durch sein Projekt Echolot, in dem er Tagebücher, Briefe und andere Alltagszeugnisse unterschiedlicher Herkunft zu collagenartigen Zeitgemälden verarbeitete.

Literaturbüros (auch Literaturhäuser) des Landes Niedersachsen gibt es in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück.

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Gauliga Niedersachsen

Die Gauliga Niedersachsen war eine von 16 Gauligen, den obersten Fußballligen in Deutschland nach der nationalsozialistischen Machtergreifung.

Ab 1933 spielten zwölf niedersächsische Mannschaften um die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft, an der der Gauligameister teilnehmen durfte. Ein Jahr später wurde die Meisterschaft um eine Mannschaft aufgestockt, da Viktoria Wilhelmsburg aus der Gauliga Nordmark in der niedersächsischen Gauliga integriert wurde. Die Anzahl der Mannschaften blieb anschließend ein weiteres Jahr bei elf Vereinen, da der VfB Peine nach Irregularitäten in der ersten Spielzeit der Liga 1933/34, in der der Klub absteigen musste, wieder in die Liga aufgenommen wurde.

Nachdem 1937 etliche Vororte Hamburgs in die Stadt eingemeindet wurden, erfuhr das Teilnehmerfeld der Liga eine starke Durchmischung, da die Mannschaften aus diesen Orten fortan in der Gauliga Nordmark antraten. Bis 1939 spielten zehn Mannschaften um die Gaumeisterschaft. Anschließend wurde die Liga in zwei Staffeln mit jeweils sechs Vereinen aufgeteilt, wobei zunächst die Staffelsieger in Hin- und Rückspiel den Meister ausspielten. Zwei Jahre später nahmen die besten drei Mannschaften der jeweiligen Staffeln an einer Endrunde um die Teilnehmerschaft an der deutschen Meisterschaft teil.

1942 wurde die Liga endgültig gespalten und zunächst in die Gauligen Südhannover-Braunschweig und Weser-Ems geteilt, zu denen sich ein Jahr später noch die Gauliga Osthannover gesellte.

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Polizei Niedersachsen

Logistik Zentrum Niedersachsen in Hann. Münden

Die Polizei Niedersachsen ist die Landespolizei des deutschen Landes Niedersachsen. Sie untersteht dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Integration.

Die niedersächsische Polizei wird durch das Landespräsidium für Polizei, Brand- und Katastrophenschutz (LPPBK) im Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Integration (MI) geführt. Das LPPBK ist eine Abteilung im Niedersächsischen Innenministerium, das aktuell (2008) von einem Landespolizeipräsidenten geleitet wird. Es ist die oberste Führungsstelle, die die Polizeiorganisation, ihr Personal, ihren Haushalt sowie ihre Technik steuert. Auch übt das LPPBK die Dienst- und grundsätzlich auch die Fachaufsicht über die ihm nachgeordneten Polizeibehörden aus.

In Niedersachsen gibt es rund 500 Polizeidienststellen, wobei an 140 Standorten ein "Rund um die Uhr"-Schichtbetrieb stattfindet. Es werden rund 23.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, von denen etwa 18.500 verbeamtet sind. Mit etwa 6.000 Beschäftigten versieht knapp ein Drittel Schichtdienst.

Die 6 regionalen Polizeidirektionen sind für Flächengebiete zuständig und haben ihren Sitz in der jeweiligen Stadt. Jeder Polizeidirektion ist eine Zentrale Kriminalinspektion (ZKI) nachgeordnet, die in speziellen Kriminalitätsbereichen (Organisierte Kriminalität, Korruption, Banden- und Wirtschaftskriminalität) ermittelt. Darüber hinaus gibt es 33 Polizeiinspektionen (PI), die den einzelnen Polizeidirektionen unterstellt sind. Den Polizeiinspektionen sind landesweit 88 Polizeikommissariate (PK) nachgeordnet. Darüber hinaus gibt es 5 Autobahnpolizeikommissariate. Unterhalb der Ebene Polizeikommissariat gibt es in Niedersachsen 384 Polizeistationen (PSt).

Niedersachsen gehört zu den wenigen Bundesländern, in denen noch Reiterstaffeln mit Polizeipferden bestehen. Ihnen gehören in Braunschweig und Hannover etwa 50 Dienstpferde an. Darüber hinaus gibt es rund 200 Diensthunde mit Diensthundeführer. Teilweise haben die Hunde eine Spezialausbildung als Sprengstoffhund, Rauschgiftspürhund, Leichenspürhund, Rettungshunde, Fährtenhund, Brandermittlungshund.

Für den Bereich der Gefahrenabwehr ergeben sich die Eingriffsbefugnisse der Polizei aus dem Polizeigesetz des Landes Niedersachsen, dem Niedersächsischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (Nds. SOG).

Die Ermächtigung für das Einschreiten zur Strafverfolgung ergibt sich aus der Strafprozessordnung (StPO).

2007 betrug die Aufklärungsquote bei Straftaten 56,86%, was einen neuen Höchstwert für Niedersachsen darstellt. Auch die Anzahl der ermittelten Tatverdächtigen war auf einem Höchststand. 2007 gab es mit + 0,58% nur eine geringe Steigerung der Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr.

Die Kriminalitätsbelastung lag 2007 bei 7.604 Straftaten pro 100.000 Einwohner (sogenannte Häufigkeitsziffer).

2005 wurde in Niedersachsen damit begonnen, bei Polizeiuniformen auf die europäische und bundeseinheitliche Polizeifarbe Blau umzustellen. Damit wird die vom Modeschöpfer Heinz Oestergaard 1974 entworfene und Ende der 1970er Jahre eingeführte moosgrün/beige Uniform abgelöst. Die neue, blaue Uniform entspricht dem Modell, das vom Designer Luigi Colani und der Modefirma Tom Tailor für die Hamburger Polizei geschaffen wurde. In Niedersachsen soll die Umstellung auf das Hamburger Uniformmodell Ende 2008 kostenneutral abgeschlossen sein. Der Uniformwert beläuft sich in der Grundausstattung auf etwa 400 Euro.

Die Polizei Niedersachsen nutzt als Dienstfahrzeuge überwiegend Fahrzeuge der Marke Audi, Mercedes-Benz, Opel und Volkswagen. Vereinzelt kommen auch Fahrzeuge anderer Hersteller wie zum Beispiel Škoda zum Einsatz.

Aktuelle Streifenwagen sind Audi A6, Mercedes-Benz E-Klasse, Opel Omega, VW Passat und VW Touran.

Einige Fahrzeuge wurden zu Erprobungsversuchen auch mit Erdgasantrieb beschafft.

Die Bereitschaftspolizei nutzt unter anderem Fahrzeuge der Marken BMW, Fiat, Ford, Mercedes-Benz und Volkswagen, vereinzelt auch Fahrzeuge der Marke Opel.

Im Zuge der Farbumstellung werden neue Streifenwagen und Einsatzfahrzeuge künftig in der Farbgebung blau-silber bzw. blau-weiß beschafft.

Die ersten blau-silbernen Streifenwagen wurden Anfang 2005 der Polizei übergeben.

Die Polizei Niedersachsen nutzt als Teil der Landesverwaltung das weiße Niedersachsenross auf rotem Grund als Hoheitszeichen. Das Symbol wird im Rahmen des Corporate Design auf Uniformen, Briefpapier und Internetauftritten verwendet, häufig in Verbindung mit dem Polizeistern.

Zwischen 1985-1987 stand das Wildschwein Luise im Dienst der Polizei Niedersachsen. Ein Polizeihundeführer aus Hildesheim bildete das Tier analog zu Diensthunden zum Aufspüren von Rauschgift und Sprengstoff aus. Anfangs wollte das Niedersächsische Innenministerium keine Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernehmen und verbannte Luise aus polizeilichen Liegenschaften. Erst auf Intervention von Ministerpräsident Ernst Albrecht wurde das Schwein offiziell als polizeiliches Einsatzmittel unter der Bezeichnung Spürwildschwein (SWS) übernommen. Die Sucherfolge bei zahlreichen Fernsehauftritten und öffentlichen Vorführungen in Deutschland machten Luise zum Sympathieträger für die niedersächsische Polizei. Der Pressewirbel um Luise ging rund um die Welt, 1986 erfolgte ein Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde als erstes Spürwildschwein im Polizeidienst. Im selben Jahr erklärte der Bund der Steuerzahler Luise zum Sparschwein des Jahres. 1987 ging Luise gemeinsam mit ihrem Führer in den Ruhestand.

Die Polizei Niedersachsen betreibt eine Internetwache, bei der Onlineanzeigen erstattet werden können. Polizeiintern wird ein Intranet betrieben.

Das Niedersächsische Innenministerium gibt seit 1985 eine Mitarbeiterzeitung für die Polizeibediensteten heraus, die im Intranet eingestellt ist, aber auch als gedruckte Broschüre verteilt wird. Anfangs trug sie den Titel "Polizei-Extrablatt", seit 2007 "proPolizei".

In der Fernsehserie Tatort des NDR löst Hauptkommissarin Charlotte Lindholm (Darstellerin Maria Furtwängler) fiktive Mordfälle in Niedersachsen. Seit 2002 wurden bis heute (2008) 13 Sendungen ausgestrahlt. Ausgehend von ihrer Dienststelle in Hannover, wird sie im gesamten Land Niedersachsen tätig, überwiegend in Kleinstädten und Dörfern, wo sie mit örtlichen Polizeibeamten zusammenarbeitet. Die überregionale Ermittlungstätigkeit ermöglicht ein dramaturgischer Kniff, nach dem die Kommissarin für das Landeskriminalamt Niedersachsen tätig ist. Absicht des NDR ist dabei offensichtlich, Land und Leute des Flächenlandes Niedersachsen den Zuschauern näher zu bringen.

Die Entstehung und Entwicklung der niedersächsischen Landespolizei stellt die Polizeigeschichtliche Sammlung Niedersachsen in Hannover dar.

Geburtsstunde der niedersächsischen Landespolizei ist der 1. April 1951 als das Polizeigesetz Niedersächsisches Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (SOG) in Kraft trat. Allerdings reorganisierte die britische Besatzungsmacht bereits unmittelbar nach ihrem Einmarsch gegen Ende des Zweiten Weltkriegs die Polizei im Gebiet des heutigen Niedersachsen. Sie wies anfangs eine kommunale Struktur nach britischem Vorbild auf. Das vom Niedersächsischen Landtag beschlossene Polizeigesetz dagegen schuf eine einheitliche Landespolizei unter zentraler Führung durch das Innenministerium.

Durch die Auflösung der staatlichen Ordnung war unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg auch innerhalb der britischen Besatzungszone die öffentliche Sicherheit nicht mehr gegeben. Das machte sofort nach Kriegsende einen Neuaufbau der Polizei mit nationalsozialistisch unbelastetem Personal notwendig. Die britische Militärregierung schuf eine Einheitspolizei, in der die Kriminalpolizei bis 1951 untergeordneter Teil der Gesamtpolizei war. Am 1. November 1946 wurde durch Verordnung der britischen Militärregierung das Land Niedersachsen ins Leben gerufen.

Trotz polizeilicher Dezentralisierung sah die britische Militärregierung die Notwendigkeit, überregionale Polizeieinrichtungen zur Bekämpfung der schweren Kriminalität zu schaffen. Zentrale Einrichtung ihres Besatzungsbereichs wurde das "Zonal Bureau" (deutsch: Kriminalpolizeiamt für die Britische Zone) in Hamburg. Ein Ableger für die Gebiete des damals noch nicht bestehenden Niedersachsens (Länder Oldenburg, Braunschweig, Schaumburg-Lippe, Hannover) war das Anfang 1946 eingerichtete "Regional Records Bureau" (deutsch: Kriminalpolizeizentrale) in Hannover, aus dem sich später das Landeskriminalamt Niedersachsen entwickelte.

Schon 1945 wurde gemäß britischer Weisung für die Polizeiausbildung in der Region Hannover, die damals etwa dem heutigen Niedersachsen entsprach, eine Polizeischule in einer Kaserne am Welfenplatz in Hannover eingerichtet. Im Mai 1946 wurde die Polizeischule auf Befehl der britischen Militärregierung nach Hann. Münden verlegt, die nach kurzem die Bezeichnung Landespolizeischule Niedersachsen (LPSN) trug.

1947 wurde die Polizeigewalt im Land Niedersachsen von der britischen Militärregierung an deutsche Stellen übergeben. Die Polizei behielt noch bis 1951, wie von den Briten bereits kurz nach Kriegsende initiiert, ihre kommunale Struktur mit einzelnen Polizeiämtern.

Die durch Erlass des Niedersächsischen Innenministeriums 1952 festgelegte Aufgabenverteilung wurde im wesentlichen bis zur Polizeireform von 1994 beibehalten.

Die erste größere Polizeireform nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte in Niedersachsen 1974. Anlass war die seit Anfang der 1960er Jahre rasant angestiegene Kriminalität. Wesentliche Reformpunkte waren die Einführung von "Rund um die Uhr"-Lagediensten der Polizei sowie Schaffung von örtlichen Kriminaldauerdiensten.

Bei der nächsten größeren Polizeireform von 1994 wurden die Sparten Schutz- und Kriminalpolizei zusammengeführt. Außerdem wurde für die Polizeivollzugsbeamten und -beamtinnen die zweigeteilte Laufbahn eingeführt, in der es nur noch den gehobenen und den höheren Dienst gibt.

Die gegenwärtige (2008) Struktur der Polizeiorganisation in Niedersachsen entstand durch eine bedeutende Umorganisierung im Jahre 2004. Dabei wurde die Polizei aus den vier 2004 aufgelösten Bezirksregierungen (Braunschweig, Hannover, Oldenburg, Lüneburg) herausgenommen. Daraus entstanden die gegenwärtigen Polizeidirektionen in der Fläche, zuvor gab es nur zwei städtische Polizeidirektionen in den Großstädten Braunschweig und Hannover. Hinzu kamen 2004 Göttingen und Osnabrück als weitere Standorte für Polizeidirektionen in der Fläche.

Am 1. Oktober 2007 wurden die Polizeiausbildung sowie die polizeiliche Fortbildung reformiert. Die bis dahin nebeneinander bestehenden Aus- und Fortbildungseinrichtungen "Fakultät Polizei" an der Niedersächsischen Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Hildesheim sowie das "Bildungsinstitut der Polizei Niedersachsen" wurden zur Polizeiakademie Niedersachsen zusammengeführt.

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Source : Wikipedia