Niederlande

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Geschrieben von bishop 01/03/2009 @ 20:40

Tags : niederlande, europa, ausland, bobfahrer, bobsport, wintersport, sport

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Niederlande

Flagge der Niederlande

Die Niederlande (Niederländisch: Nederland) sind eine parlamentarische Monarchie und Teil des Königreichs der Niederlande. Das im nördlichen Westeuropa liegende Land wird durch die Nordsee im Norden und Westen, Belgien im Süden und Deutschland im Osten begrenzt. Zusammen mit Belgien und Luxemburg bilden die Niederlande die Beneluxstaaten.

Der offizielle und auch in der Umgangssprache übliche niederländische Name des Landes lautet Nederland (Singular), während im Standarddeutschen der Landesname Niederlande (Plural) heißt und umgangssprachlich zumeist als Holland benannt wird. Der Name Holland bezieht sich eigentlich nur auf den nordwestlichen Teil des Landes, auf die frühere Provinz Holland als bedeutendste Provinz der Republik der Vereinigten Niederlande. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist diese Provinz aufgeteilt in die zwei Provinzen Nordholland (Hauptstadt Haarlem) und Südholland (Hauptstadt Den Haag). Im Niederländischen verwendet man den Ausdruck Holland in erster Linie für diese zwei Provinzen. Ansonsten ist Holland eher eine ironische Selbstbezeichnung. Auch beim Fußball lautet die Selbstbezeichnung Holland, zum Beispiel im Schlachtenruf Hup, Holland, hup!.

Außerhalb der Niederlande werden die Niederländer zumeist als „Holländer“ bezeichnet und auch die niederländische Tourismusindustrie und sonstige Wirtschaft vermarkten das Land durchweg als Holland (sowohl im Englischen als auch im Standarddeutschen). Niederländer, die nicht aus der Region Holland stammen, hegen meist eine gewisse Abneigung gegenüber der Bezeichnung Holland für die Niederlande und Holländer für den Niederländer, da die tonangebende Region Holland in den übrigen niederländischen Landesteilen bei vielen Nicht-Holländern unbeliebt ist.

Der Landesname „Niederlande“ (im Plural) ergibt sich aus der Geschichte. Die Niederlande waren lange Zeit ein Teil des Herrschaftsgebietes des Fürstenhauses Habsburg, das sowohl am Ober- als auch am Niederrhein Herrschaftsgebiete besaß. Erstere nannten sie „die oberen Rheinlande“ (Sundgau, Breisgau, Vorderösterreich), Letztere „die niederen Rheinlande“ (Holland, Flandern, Seeland usw.). Im Laufe der Zeit entfiel die Flussbezeichnung, insbesondere auch deshalb, weil die Habsburger ihre oberrheinischen Gebiete verloren und so blieb lediglich die Bezeichnung „Niederlande”, während es seitdem sprachlich keine Oberlande (mehr) gibt.

Im Niederländischen sagt man zu den historischen Regionen auch de Lage Landen, also die tief oder niedrig liegenden Länder, da es in den Niederlanden kein Gebirge und nur wenige Erhöhungen gibt. Die nordniederländischen Provinzen der Utrechter Union (Holland, Zeeland, Utrecht, Gelderland, Overijssel, Groningen und Friesland) erklärten sich am 26. Juli 1581 unabhängig vom Landesherren Philipp II. von Spanien. In den Verträgen des Westfälischen Friedens 1648 wurde die Unabhängigkeit vom Heiligen Römischen Reich proklamiert, das Gebiet entsprach in etwa den späteren Niederlanden. Der südliche Teil des Gebietes, inklusive Flandern, verblieb hingegen beim Reich; später entstand daraus der Staat Belgien. Man sprach dann von den nördlichen und den südlichen Niederlanden.

Die englische Bezeichnung „Dutch” ist aus mittelniederländischen Formen wie duutsc entstanden. Die mittelniederländischen Formen duutsc und dietsc bezeichneten die im Volk gesprochenen westgermanischen Mundarten und dienten der Abgrenzung dieser Mundarten gegenüber dem Lateinischen - der Sprache von Verwaltung, Wissenschaft und Kirche. Die Formen Dutch und duutsc entsprechen dem standarddeutschen Wort deutsch, siehe auch Deutsch (Etymologie) und Niederländisch (Name).

Batavia ist ein früherer lat. Name für die heutigen Niederlande und bezieht sich auf den beim Rheindelta siedelnden germanischen Stamm der Bataver. Die Niederländer nannten die heutige Hauptstadt Indonesiens, Djakarta, während ihrer Kolonialzeit zuerst ebenfalls Batavia.

Ungefähr die Hälfte des Landes liegt weniger als einen Meter über, rund ein Viertel des Landes unterhalb des Meeresspiegels (gemessen bei Amsterdam). Die flachen Gebiete werden in der Regel durch Deiche vor Sturmfluten geschützt, die insgesamt eine Länge von ca. 3.000 km haben. Der höchste Punkt des Festlandes, der Vaalserberg im äußersten Süden im Dreiländereck zu Deutschland und Belgien, befindet sich 322,50 m über dem Amsterdamer Pegel. Der höchste Berg des Königreichs ist mit 877 m der Mount Scenery auf der karibischen Insel Saba, der kleinsten bewohnten Insel der Niederländischen Antillen.

Teile der Niederlande, wie z. B. fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Landgewinnung dem Meer abgewonnen. Sie werden als Polder (seltener auch als Koog) bezeichnet. Ungefähr ein Fünftel der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon das IJsselmeer den größten Teil ausmacht, eine ehemalige Nordsee-Bucht namens Zuiderzee, die 1932 durch einen 29 km langen Abschlussdeich eingepoldert wurde.

Die wichtigsten Flüsse der Niederlande (de grote rivieren - die großen Flüsse) sind Rhein, Maas und Schelde und finden sich wieder im mehr oder weniger zusammenhängenden Rhein-Maas-Delta, der größten und zentralen Landschaft des Staates. Der Rheinstrom verzweigt sich erstmals in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Der Name „Rhein“ geht im Delta bemerkenswerterweise auf weniger wichtige Deltaarme über. Der Hauptstrom des Rheinsystems heißt im Delta anfangs Waal, später Merwede, dann Noord, schließlich Neue Maas (!). Weitere große Deltaströme sind Nederrijn, Lek und Issel. Die Maas mündete früher bei Gorinchem in die Waal, seit 1904 ist sie jedoch aufgrund künstlicher Verlegung der Maasmündung mit dem Rheinsystem eigentlich nicht mehr verbunden und fließt über Bergse Maas und Amer in die ehemalige Meeresbucht Hollands Diep („Holländische Tiefe“). Von der Schelde liegt lediglich ihr Mündungsbereich nördlich des belgischen Antwerpens in den Niederlanden.

Die Hauptwindrichtung ist Südwest, daraus resultiert ein gemäßigtes maritimes Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern. Besonders im Westen des Landes, an der Nordseeküste, ist das Klima stärker atlantisch geprägt (milde Winter, kühle Sommer). Nach Osten hin nimmt der atlantische Einfluss leicht ab, sodass man in der Nähe der deutschen Grenze schon eher von subatlantischem Klima sprechen kann mit etwas kälteren Wintern (mild bis mäßig-kalt) und leicht wärmeren Sommern.

Die Niederlande gehören mit etwa 484 Einwohnern pro Quadratkilometer Landfläche zu den am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Welt (zum Vergleich: Weltweiter Durchschnitt 48, Irland 60, Deutschland 231, Nordrhein-Westfalen 528, Namibia 2,4). Im Januar 2009 hatten die Niederlande 16.493.156 Einwohner ,davon wohnte ungefähr die Hälfte in der Randstad, dem dicht besiedelten Westen des Landes.

Die Amtssprache im gesamten Staat ist die Niederländische Sprache (Standardniederländisch), die aus niederfränkischen Mundarten in den Niederlanden (niederländische Dialekte) entstanden ist. In der Provinz Friesland ist zusätzlich das eng verwandte Friesisch Verwaltungssprache.

In der südwestlichen Hälfte des Landes werden niederfränkische Mundarten gesprochen. Die Ortsdialekte des Südostens gehören zum Ripuarischen und im Nordosten zum Niedersächsischen. Niederfränkische, ripuarische und niedersächsische Mundarten werden im Dialektkontinuum staatsübergreifend auch in Deutschland gesprochen, niederfränkische und ripuarische Dialekte auch in Belgien.

In den überseeischen Reichsteilen (in der Karibik) ist Niederländisch Amtssprache, neben entweder Papiamento oder Englisch. Eine Tochtersprache des Niederländischen ist Afrikaans in Südafrika.

Die Niederländer sind statistisch das längste Volk der Welt, mit im Durchschnitt 1,83 m (Männer) und 1,72 m (Frauen). Die durchschnittliche Lebenserwartung betrug im Jahr 2005 77 Jahre für Männer und 82 Jahre für Frauen.

In den Niederlanden leben zwischen 5.000 und 10.000 Sinti und Roma. sowie ca. 30.000 sogenannte woonwagenbewoners. Sie werden abschätzig auch kampers genannt, bevorzugen selbst die Bezeichnung reizigers. Sie leben ortsfest auf Standplätzen in stationären Caravans. Viele üben ambulante Erwerbstätigkeiten aus. Ganz überwiegend gehen sie auf verarmte niederländische Bauern, Landarbeiter und Torfstecher des 18. und 19. Jahrhunderts zurück. Ihre Zahl ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Zusammenhang von Arbeitsmigration und Wohnkosten durch Zuzug aus der Mehrheitsbevölkerung erheblich angewachsen. Die gruppeninterne Sprache Bargoens ist eine niederländisch basierte Sondersprache, deutschem Rotwelsch oder Jenisch vergleichbar..

In die Niederlande sind Menschen aus der ganzen Welt eingewandert. Abgesehen von vielen Zugezogenen aus den Nachbarstaaten (u.a. aus Deutschland, Belgien und England) leben heute viele Menschen aus anderen Erdteilen hier, wie u.a. aus Marokko und der Türkei, aus den ehemaligen Kronkolonien Indonesien, Surinam und aus der Karibik.

Den Mitgliederzahlen (siehe Geloven in het publieke domein WRR ) der Kirchen zufolge ist die wichtigste Religion das Christentum: mit Katholizismus (27,0 %) und Protestantismus (16,6 %). Insgesamt sind etwa 44 % der Niederländer Mitglied einer christlichen Kirche. Etwa 5,7 % der Bevölkerung gehören dem Islam an, ca. 1,3 % sind Hindus und ebenfalls ca. 1 % sind Buddhisten. 48,4 % oder etwa die Hälfte der Niederländer fühlen sich keiner Religionsgemeinschaft zugehörig (Stand: 31. Dezember 2005).

Andere christliche Kirchen sind deutlich kleiner. Sie haben jeweils weniger Mitglieder als ein Prozent der Gesamtbevölkerung. Zu diesen gehören verschiedene reformierte Freikirchen als auch Baptisten und Mennoniten (Taufgesinnte). In der Reformationszeit waren die Niederlande eines der Zentren der Täuferbewegung (siehe Menno Simons). Andere religiöse Minderheiten sind Moslems, Juden, Hindus (vor allem aus Suriname) und Buddhisten.

Der Norden und der Westen des Landes sind traditionell protestantisch, während im Süden und Osten die Katholiken die Bevölkerungsmehrheit stellen. In der Mitte des Landes gibt es einen sogenannten Bijbelbelt („Bibelgürtel“) mit erhöhtem Anteil strenger Calvinisten. Noch immer stellen Katholiken die Mehrheit der Bevölkerung in den Gebieten südlich dieses Bibelgürtels dar (> 75 % in Limburg). Nördlich und westlich dieses Bibelgürtels sind die Konfessionslosen deutlich in der Mehrheit.

Eine Kirchensteuer wird in den Niederlanden nicht erhoben.

Die Niederlande besitzt ein gut ausgebautes Straßennetz mit einer totalen Länge von 116.500 Kilometer.

Das Schienennetz hat eine totale Länge von 2808 Kilometer und ist das am dichtesten befahrene Schienennetz Europas. Das wichtigste Verkehrsunternehmen ist die niederländische Eisenbahngesellschaft Nederlandse Spoorwegen, kurz NS. Vom gesamten Transport der Niederlande werden 44% per Straße und 30,5% per Schiene verfrachtet.

Die Flüsse Rhein, Maas und Schelde, welche aus dem europäischen Ausland durch die Niederlande in die Nordsee fließen, machen die Niederlande zu einem Knotenpunkt der europäischen Schifffahrt.

Der Hafen von Rotterdam war jahrzehntelang der größte Hafen der Welt. Diese Position verlor er jedoch im Jahre 2004 an den Hafen von Shanghai. Der Rotterdamer Hafen bleibt jedoch weiterhin der größte Hafen Europas. Weitere wichtige Hafenstädte innerhalb der Niederlanden sind Amsterdam, Eemshaven, Vlissingen/Terneuzen.

Die Niederlande hat zwei wichtige, internationale Flughäfen. Dies sind Schiphol und der Flughafen von Rotterdam. Schiphol ist jedoch der größte Flughafen in den Niederlanden und spielt auch eine große, wichtige, internationale Rolle. Er zählt zu den wichtigsten Flughäfen in Europa und ist, was die Anzahl der Passagiere betrifft, auf Rang 13 der größten Flughäfen weltweit.

Alle Straßenbahnen in den Niederlanden, etwa in Den Haag oder Rotterdam, verwenden die Normalspur. Städtische Busse dürfen offiziell den Gleiskörper mit straßenähnlichem Belag mitbenutzen, um nicht im Verkehr steckenzubleiben.

Die Niederländer benutzen meistens die Brücken vom Typ Holländerbrücke mit ihrem hoch aufgehängten Gegengewicht. Aber auch einige Schubbrücken, Drehbrücken und Hebebrücken sind noch aktiv und bei Kanal- und Gracht-Querungen im Einsatz.

In den Niederlanden ist das Fahrrad (fiets) weit verbreitet. Den Radlern stehen oft eigene Verkehrsstreifen oder ein gesondertes Radwegenetz zur Verfügung.

Nach der Aufteilung des Frankenreiches gehörten die niederen Lande zum ostfränkischen Königreich (Regnum Teutonicae) und danach zum Heiligen Römischen Reich. Unter Kaiser Karl V., der zugleich spanischer König war, war das Land in siebzehn Provinzen aufgeteilt und umfasste auch Belgien (mit Ausnahme des Fürstbistums Lüttich) und Teile Nordfrankreichs und Westdeutschlands. Am 15./16. Juli 1572 kamen Repräsentanten der meisten Städte der Grafschaft Holland in Dordrecht (im Gebäude „Het Hof“) zusammen und beschlossen ihre Unabhängigkeit von Spanien. Sie machten Wilhelm von Oranien zu ihrem Führer. Neueren historischen Forschungen zufolge gilt diese Dordrechter Ständeversammlung als eine wesentliche Keimzelle von verfassungstextlich und politisch wirksamen Grundrechten in der Neuzeit.

Nach der Utrechter Union vom 23. Januar 1579, der endgültigen Unabhängigkeitserklärung vom 26. Juli 1581 und dem Achtzigjährigen Krieg gegen die spanischen Habsburger wurde die formelle Unabhängigkeit von Spanien im Frieden von Münster als Teil des Westfälischen Friedens am 15. Mai 1648 besiegelt, der, gleichzeitig mit der Schweiz, zur Trennung vom mittelalterlichen Deutschen Reich führte. Dieses Datum gilt als Geburtstag der heutigen Niederlande.

In der Folge wuchsen die Niederlande oder die so genannten niederen deutschen Lande („de nederen duitse landen”) als Republik der Vereinigten Niederlande, zu einer der größten See- und Wirtschaftsmächte des 17. Jahrhunderts. Während dieser Zeit wurden Kolonien und Handelsposten auf der ganzen Welt errichtet.

Bekannt ist die Gründung von Neu Amsterdam (Nieuw Amsterdam), welches später in New York umbenannt wurde. In Asien schufen die Niederländer ihr Kolonialreich Niederländisch-Indien ('Nederlands-Indië'), das heutige Indonesien, welches im Dezember 1949 unabhängig wurde. Auch im nordöstlichen Südamerika (Suriname) und der Karibik entstanden die niederländischen Kolonien Aruba, Bonaire, Curaçao, Saba, Sint Eustatius und Sint Maarten; diese Inseln, Aruba und die Niederländischen Antillen (die fünf übrigen Inseln), sind heute autonomer Teil der niederländischen Monarchie (Königreich). Deswegen besteht das Königreich der Niederlande („Koninkrijk der Nederlanden“) offiziell aus drei Teilen: der Niederlande, Aruba und den Niederländischen Antillen.

1795 wurde mit französischer Unterstützung die Batavische Republik gegründet (benannt nach dem germanischen Stamm der Bataver, der das Gebiet zwischen Rhein und Maas zuerst besiedelt hatte); 1806 machte der französische Kaiser Napoleon I. daraus das Königreich Holland. König wurde Louis-Napoléon Bonaparte, ein Bruder des Kaisers.

Kaiser Napoléon war nicht zufrieden damit, wie sein Bruder das neue Königreich verwaltete. Im Juli 1810 löste er deshalb das Königreich Holland auf. Die Niederlande wurden Frankreich einverleibt.

Die Niederlande erlangten ihre Unabhängigkeit zurück im Jahre 1813. Wilhelm I. aus dem Haus Oranien-Nassau wurde souveräner Fürst der Niederlande; 1815 wurde er König. Der Wiener Kongress fügte 1815 die südlichen Niederlande, das heutige Belgien, an das Königreich hinzu. Man beabsichtigte damit, dass Frankreich in Zukunft im Norden von einem starken Staat begrenzt werde. Die damals verabschiedete Verfassung der Niederlande gilt heute noch, wenn auch mit zahlreichen Änderungen. Die wichtigste, von 1848, führte die Ministerverantwortlichkeit ein und ebnete damit den Weg zum parlamentarischen System.

Der Wiener Kongress erhob außerdem das Herzogtum Luxemburg zum Großherzogtum Luxemburg und sprach Luxemburg Wilhelm I. persönlich zu, als Entschädigung für den Verlust seiner Gebiete in Deutschland (Nassau-Dillenburg, Siegen, Hadamar und Diez). Die südlichen Niederlande erlangten nach der belgischen Revolution von 1830 ihre Unabhängigkeit, die allerdings erst 1839 von Wilhelm I. anerkannt wurde.

Der niederländische König war seit 1815 auch Großherzog von Luxemburg, wo die Lex Salica kein weibliches Staatsoberhaupt zuließ. Als Wilhelm III. bei seinem Tod 1890 nur eine Tochter (Königin Wilhelmina) hinterließ - seine Söhne waren verstorben - ging der Luxemburger Thron auf eine andere Erbfolgelinie im Haus Nassau über und Wilhelms Vetter Adolf von Nassau übernahm dort die Regierung.

Die Niederlande blieben im Ersten Weltkrieg offiziell neutral und konnten sich auch aus dem Krieg heraushalten. Sie hielten ihre Truppen aber dennoch bis zum Kriegsende mobilisiert und hatten überdies mit einer großen Flüchtlingswelle aus dem von Deutschland besetzten Belgien zu tun. Nach dem Ersten Weltkrieg gewährten die Niederlande dem bisherigen Deutschen Kaiser Wilhelm II. Exil.

Auch im Zweiten Weltkrieg versuchte die niederländische Regierung zunächst, sich neutral zu verhalten. Hitler jedoch befahl die Okkupation der Niederlande, um so Frankreich unter Umgehung der „Maginot-Linie“ von Norden her einnehmen zu können. Nach dreitägigem Kampf zwangen die deutschen Truppen am Abend des 14. Mai 1940 die Niederlande zur Aufgabe. Ausschlaggebend war hierfür das Bombardement von Rotterdam, welches zunächst noch verhindert werden sollte, da aber die Flugzeuge nicht mehr rechtzeitig zurückgerufen werden konnten, fand das Bombardement doch statt, wurde aber dann abgebrochen. Die königliche Familie war zu diesem Zeitpunkt schon nach England geflohen. Das Land wurde von da an von der Wehrmacht besetzt gehalten. Die Nationaal-Socialistische Beweging (NSB) unter Anton Adriaan Mussert arbeitete mit den deutschen Besatzungstruppen zusammen, erlangte aber keinen relevanten Einfluss in der Bevölkerung oder im Besatzungsapparat. Jedoch stellten die Niederlande mit 60.000 Freiwilligen ein bedeutendes Kontingent an ausländischen Freiwilligen in der Waffen-SS. Nach der Invasion kam es zur Judenverfolgung durch die deutschen Besatzer. Der Februarstreik 1941 gegen die Deportationen wurde blutig niedergeschlagen. Von den zu Beginn des Krieges 160.000 jüdischen Niederländern und 20.000 jüdischen Flüchtlingen lebten am Ende des Krieges nur noch etwa 30.000. Symbol für die Judenverfolgung ist der Fall der Anne Frank. Der Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau fielen auch Roma und Sinti („Manoesje“) aus den Niederlanden zum Opfer.

Am 11. Januar 1942 begann die japanische Invasion von Niederländisch-Indien. Die Niederländer kapitulierten am 1. März 1942. Der südliche Teil der Niederlande wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 von den vorrückenden Alliierten befreit; der Norden des Landes erst durch das Kriegsende. Sofort nach der japanischen Kapitulation riefen die indonesischen Nationalisten am 17. August 1945 die Unabhängigkeit aus. Erst nach militärischen Auseinandersetzungen, „Polizeiaktionen“ genannt, wurde Indonesien am 27. Dezember 1949 formal in die Unabhängigkeit entlassen. Bei den Niederlanden verblieb bis 1962 der Westteil der Insel Neu-Guinea.

Von 1949 bis 1963 waren westdeutsche Gemeinden aus dem Landkreis Geilenkirchen-Heinsberg (Selfkant) und die Gemeinde Elten (bei Emmerich) unter niederländische Verwaltung gestellt. Bestrebungen der Niederländischen Regierung, Teile Niedersachsens sowie des westlichen Münster- und Rheinlandes an die Niederlande anzugliedern (Bakker-Schut-Plan), hatten sich nicht durchsetzen können. 1952 gründeten die Niederlande mit Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien und Luxemburg die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (und damit die spätere Europäische Union). Sie waren ebenfalls Mitbegründer der NATO.

Im Februar 1953 verheerte eine Sturmflut den Südwesten der Niederlande und forderte 1853 Tote. Die Niederlande waren Gründungsmitglied der Benelux-Wirtschaftsunion (seit 1944 geplant, am 3. Februar 1958 festgelegt und am 1. November 1960 in Kraft getreten). 1980 folgte Königin Beatrix Königin Juliana nach, die im Alter von 71 Jahren abdankte.

Die Morde am Politiker Pim Fortuyn am 6. Mai 2002 und an dem Filmregisseur Theo van Gogh am 2. November 2004 erschütterten die niederländische Öffentlichkeit und führten zu heftigen Debatten über das Selbstverständnis der niederländischen Gesellschaft. Nach dem Mord an Theo van Gogh kam es in den Niederlanden auch zu Brandanschlägen auf islamische und christliche Einrichtungen.

Seit 2002 ist in den Niederlanden die Schließung von gleichgeschlechtlichen Ehen möglich. Damit waren die Niederlande der weltweit erste Staat, der über den Status der "eingetragenen Lebenspartnerschaft" zur Schaffung eines rechtlichen Rahmens für homosexuelle Beziehungen hinaus kam.

Die Niederländer wiesen am 1. Juni 2005 mit einer großen Mehrheit von 61,6 % den Vertrag über eine Verfassung für Europa zurück.

Die Niederlande sind eine parlamentarische Monarchie. Das Staatsoberhaupt ist der Verfassung zufolge die Königin, zur Zeit Königin Beatrix. Sie ernennt offiziell den Ministerpräsidenten und die Minister, zusammen formen sie die Regierung.

Das Parlament, die Generalstaaten (Staten-Generaal), besteht aus zwei Kammern. Die erste wird von Abgesandten der Provinzparlamente gebildet, die zweite wird nach Listen von den niederländischen Bürgerinnen und Bürgern gewählt. Damit ist die Zweite Kammer (Tweede Kamer) die wichtigere; sie entspricht dem deutschen Bundestag oder dem Nationalrat in Österreich und der Schweiz. Formell hat das Parlament nicht über die Zusammensetzung der Regierung zu bestimmen, tatsächlich aber ernennt die Königin die Minister nach Konsultierung der Fraktionen.

In der Zweiten Kammer mit 150 Sitzen sind seit 2006 zehn Parteien vertreten. Bislang waren aber nur relativ wenige Parteien in der Regierung vertreten. Von den großen drei Parteien, christdemokratische CDA, sozialdemokratische PvdA und rechtsliberale VVD, sind meist zwei in der Regierung, manchmal zusammen mit einer kleinen dritten Partei. Im linkspolitischen Spektrum wird in jüngerer Zeit die SP stärker, im rechtspolitischen hat die Partij voor de Vrijheid (PVV) das Wählerpotential des 2002 ermordeten Pim Fortuyn aufgefangen.

Das Land ist seit 1994 in 25 Polizeiregionen (politieregio's) eingeteilt, die je über ein Regionalkorps (regiokorps) verfügen. Daneben gibt es ein Landespolizeikorps (Korps Landelijke Politie Diensten - KLPD), bei der diverse Stellen angesiedelt sind wie Wasserschutz-, Bahn- und Autobahnpolizei, Interpol-Verbindungsbüro, berittene Polizei und ein Sicherheitsdienst für Regierungseinrichtungen und Botschaften. In den Niederlanden sind etwa 55.000 zivile Polizeibeamte im Dienst.

Die niederländische Gendarmerie namens Koninklijke Marechaussee mit ungefähr 6.800 Mitarbeitern gehört organisatorisch als eigene Teilstreitkraft zu den Niederländischen Streitkräften. Sie hat Aufgaben wie den Grenzschutz, die Bewachung der Flughäfen und den Personenschutz für die Königsfamilie.

Die allgemeine Wehrpflicht wurde 1996 auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Die Niederlande verfügen damit über eine Berufsarmee. Die Streitkräfte umfassen insgesamt 53.130 Personen, davon entfallen auf das Heer 23.150, auf die Luftwaffe 11.050 und auf die Marine 12.130 Soldaten. Daneben existiert noch die Koninklijke Marechaussee, seit 1998 als eigenständiger Teil der Streitkräfte. Die Militärausgaben betragen 1,6 % des BIP (zum Vergleich: Deutschland: 1,5 %, USA: 3,4 %).

Das niederländische Heer (Koninklijke Landmacht) ist auch durch das 1. Deutsch-Niederländische Korps mit der Deutschen Bundeswehr verbunden.

Das Land stimulierte die Einführung des Euros im Jahre 1999 (Vertrag von Maastricht) als Währungseinheit der EU. Seit dem 1. Januar 2002 ist der Euro die offizielle Währungseinheit, der den Gulden ablöste.

Die Niederlande sind ein dezentralisierter Einheitsstaat. Unterhalb der nationalen Ebene gibt es die Provinzen (niederländisch provincies). 1579 gab es zunächst sieben Provinzen. Später kamen die so genannten Generalitätslande (niederländisch Generaliteitslanden) als Provinzen Nord-Brabant und Limburg hinzu. Drenthe wurde ebenfalls eine eigene Provinz, und die dominierende Provinz Holland wurde 1840 in Nord-Holland und Süd-Holland aufgespalten. Erst 1986 wurde Flevoland als jüngste Provinz gegründet, damit sind es jetzt zwölf.

Man teilt die Provinzen oft in vier Gruppen zusammen: Utrecht, Nord- und Südholland im Westen, Zeeland, Brabant und Limburg im Süden, Flevoland, Gelderland und Overijssel im Osten sowie Drenthe, Groningen und Friesland im Norden.

Es wird darüber diskutiert, beispielsweise Rotterdam als stadsprovincie auszugliedern oder die drei Nordprovinzen zusammenzulegen. Das Recht dazu hätte der niederländische Innenminister. Allgemein aber sind die Provinzen sehr alt und traditionsreich, so dass mit einer voreiligen Änderung nicht zu rechnen ist.

Die Provinzen wiederum gliedern sich in 443 Gemeinden (gemeenten) (Stand: 1. Januar 2007). Die Stadt Amsterdam beispielsweise ist eine Gemeinde mit vierzehn Stadtteilen, ebenso ist Oude IJsselstreek eine Gemeinde, die eine Stadt sowie mehrere Dörfer und Ortschaften beinhaltet. Eine Einteilung in Kreise und kreisfreie Städte gibt es nicht. Die 443 Gemeinden gehören jeweils einer der zwölf Provinzen an sowie einer der 25 Polizeiregionen. Ferner gibt es noch die waterschappen, die sich mit Deichschutz und Wasserwirtschaft beschäftigen. So genannte plusregio's sind eine Zusammenarbeitsform, die manchmal eine Gruppe von Gemeinden für sich gewählt hat. Beispiele sind das Stadsgewest Haaglanden, die Stadsregio Arnhem-Nijmegen und die Parkstad Limburg. 2006 gab es acht solcher plusregio's.

Die Provinzen haben jeweils ein Parlament (Provinciale Staten) und eine Regierung (College van Gedeputeerde Staten). Das College besteht aus dem Beauftragten der Königin (Commissaris van de Koningin)und gewählten Vertretern des Parlamentes der Provinz. Ähnlich gibt es in den Gemeinden einen Gemeinderat und einen Gemeindevorstand (College van Burgemeester en Wethouders). Der Gemeindevorstand besteht aus dem Bürgermeister und gewählten Vertretern des Gemeinderates.

Die Beauftragten der Königin und die Bürgermeister werden mit königlichem Beschluss von der Regierung ernannt, im Allgemeinen auf Vorschlag der Staten oder des Gemeinderates. Bei den Provinzen und großen Städten wird die politische Machtverteilung im nationalen Parlament berücksichtigt. Viele Bürgermeister machen eine Karriere im Bürgermeisterberuf, in der sie nacheinander in unterschiedlichen Gemeinden Dienst tun (für eine jeweils sechsjährige Periode, die aber verlängert werden kann). Ein Bürgermeister ist also nicht der gewählte Vertreter des Gemeinderates oder der lokalen Bevölkerung. Seit Jahren gibt es Initiativen, etwa durch Referenden die Einwohner der Gemeinde an der Auswahl des Bürgermeisters zu beteiligen. Bei den bisher veranstalteten Referenden hatten die Einwohner jedoch nur die Wahl zwischen zwei Kandidaten, die derselben Partei angehörten.

Die Niederlande haben ein gut funktionierendes, eher liberales Wirtschaftssystem. Seit den 1980er Jahren hat die Regierung ihre ökonomischen Eingriffe weitgehend zurückgenommen. Mit Zustimmung von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Staat erfolgte im Land eine Lohnmäßigung. Die Arbeitslosenquote ist mit 2,8% sehr niedrig.

Beim produzierenden Gewerbe dominieren Lebensmittel (Unilever, Heineken), chemische Industrie (Akzo-Nobel, DSM), Erdölraffinerie (Shell) und die Herstellung von Elektrogeräten (Philips, TomTom, Océ) sowie LKW (Daf).

Lange vor seinen europäischen Nachbarn sorgte das Land für einen ausgewogenen Staatshaushalt und bekämpfte erfolgreich die Stagnation im Arbeitsmarkt.

Dienstleistung ist außergewöhnlich wichtig. Die großen Finanzdienstleister (ING, Fortis, Aegon), die Welthäfen Rotterdam und Amsterdam, Schiphol (Amsterdam Airport) gehören zu den 5 größten Dienstleistern in Europa.

Die hoch technologisierte Landwirtschaft ist außerordentlich produktiv: neben Getreide-, Gemüse-, Früchte- und Schnittblumenanbau - die Tulpenzüchtung beeinflusste sogar die Geschichte des Landes - gibt es noch Milchviehhaltung in großem Maßstab. Letztere liefert die Grundlage für Käse als wichtiges Exportprodukt.

Die niederländische Landwirtschaft beschäftigt nur 2% der Arbeitnehmer, trägt jedoch erheblich zum Export bei. Die Niederlande sind nach den USA und Frankreich der weltweit drittgrößte Exporteur landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Als Mitbegründer der Euro-Zone wurde in den Niederlanden für Bankgeschäfte am 1. Januar 1999 die vorherige Währung, der Gulden, durch den Euro ergänzt. Drei Jahre später, am 1. Januar 2002, ersetzten die Euromünzen und -banknoten für die Konsumenten den Gulden als Zahlungsmittel. Auf der nationalen Rückseite der Münzen ist ausnahmslos die Königin abgebildet.

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichen die Niederlande einen Index von 126 (EU-25:100) (2005).

Die Niederlande haben mit Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen.

Die Niederlande verfügen über Erdgaslager, aus denen nahe Groningen sowie in der südlichen Nordsee in großem Maßstab gefördert wird. 1996 wurden 75,8 Mrd. m³ (nach BP) gefördert. Damit stehen die Niederlande im Ländervergleich bei der Erdgasförderung auf Platz fünf, nach Russland (561,1 Mrd. m³), USA (546,9 Mrd. m³), Kanada (153,0 Mrd. m³) und Großbritannien (84,6 Mrd. m³). Weiterhin gibt es an der emsländischen Grenze kleinere Erdölreserven und größere Salzlagerstätten bei Delfzijl und Hengelo. Abgesehen von Torf (u. a. im Bourtanger Moor) verfügen die Niederlande über keine weiteren nennenswerten Bodenschätze.

In den Niederlanden gibt es keinen eigentlichen Nationalfeiertag, dafür den Königinnentag. Im Vergleich zu allen anderen europäischen Ländern ist der 1. Mai kein Feiertag, und das Ende des Zweiten Weltkriegs wird am 5. Mai (nicht am 8. Mai) begangen, da die deutschen Streitkräfte in den Niederlanden gesondert kapituliert haben.

Viele weltberühmte Maler waren Niederländer. Einer der bekanntesten frühen Künstler war Hieronymus Bosch. Die Blütezeit der Republik im 17. Jahrhundert, das so genannte Goldene Zeitalter brachte große Künstler wie Rembrandt van Rijn, Jan Vermeer, Frans Hals, Carel Fabritius, Gerard Dou, Paulus Potter, Jacob Izaaksoon van Ruisdael oder Jan Steen hervor. Berühmte Maler späterer Epochen waren Vincent van Gogh und Piet Mondrian. M. C. Escher und Otto Heinrich Treumann waren bekannte Grafiker.

Niederländische Architekten gaben wichtige Impulse für die Architektur des 20. Jahrhunderts. Hervorzuheben sind vor allem Hendrik Petrus Berlage und die Architekten der De-Stijl-Gruppe (Robert van't Hoff, Jacobus Johannes Pieter Oud, Gerrit Rietveld). Johannes Duiker war ein Vertreter des Neuen Bauens. Die so genannte Amsterdamer Schule (Michel de Klerk) leistete einen bemerkenswerten Beitrag zur expressionistischen Architektur.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg traten innovative niederländische Architekten hervor. Aldo van Eyck und Herman Hertzberger prägten die Architekturströmung Strukturalismus. Piet Blom wurde durch seine eigenwilligen Baumhäuser bekannt.

Unter den Gegenwartsarchitekten zählt Rem Koolhaas mit seinem Büro Office for Metropolitain Architecture zu den einflussreichsten Vertretern einer zeitgenössischen, auf urbanistischen Erfahrungen beruhenden Architekturrichtung (zeitweise zum Dekonstruktivismus zugeordnet), die weitere weltweit bekannte Büros wie MVRDV, Mecanoo, Erick van Egeraat, Neutelings-Riedijk beeinflussten (großenteils Schüler oder ehem. Mitarbeiter bei OMA). Niederländische Architektur hat seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts und immer noch fortdauernd einen erheblichen Einfluss auf die weltweite Architekturentwicklung genommen.

Aus den Niederlanden stammten Erasmus von Rotterdam, Baruch Spinoza, Christiaan Huygens und Antoni van Leeuwenhoek. René Descartes verbrachte den Großteil seiner Schaffenszeit in den Niederlanden. Überhaupt fanden seit der frühen Neuzeit zahlreiche verfolgte Wissenschaftler in den Niederlanden Asyl und Wirkungsmöglichkeiten.

Die moderne Soziologie verdankt ihrem niederländischen Begründer S. Rudolf Steinmetz bedeutende Anregungen. Für die Medizin der frühen Neuzeit war die Stadt Leiden ein relevantes Zentrum, von dem wichtige Impulse ausgingen.

In Noordwijk ist die Europäische Weltraumorganisation angesiedelt.

Im „Goldenen Zeitalter“ (De Gouden Eeuw) der Niederlande blühte neben der Malerei auch die Literatur, als bekannteste Vertreter wären Joost van den Vondel und Pieter Corneliszoon Hooft zu nennen.

Während der deutschen Besatzung (1940–1945) verfasste Anne Frank in Amsterdam ihr weltbekanntes Tagebuch.

Als die drei wichtigsten Autoren der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gelten Harry Mulisch („Die Entdeckung des Himmels“, auch verfilmt), Willem Frederik Hermans und Gerard Reve. Zu den auch in Deutschland etwas bekannteren gehören ferner Cees Nooteboom, Jan Wolkers und Hella Haasse.

Eine hervorragende Strömung der Renaissance war die Niederländer Schule, die jedoch wesentlich von Flamen, Hennegauern und Franzosen getragen wurde.

Das niederländische Musikleben war im Bereich der klassischen Musik lange Zeit nicht auf dem Niveau anderer europäischer Staaten organisiert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts fand eine Professionalisierung statt und es bildeten sich zahlreiche Orchester und Kammerensembles.

Wichtige niederländische Komponisten um 1800 waren beispielsweise der gebürtige Deutsche Johann Wilhelm Wilms sowie Carolus Antonius Fodor, die sich beide an der Wiener Klassik orientierten. Im 19. Jahrhundert dominierten lange Zeit von der deutschen Romantik beeinflusste Strömungen das Musikleben, u.a. repräsentiert durch Richard Hol. Bernard Zweers versuchte als erster eine spezifisch niederländische Nationalmusik zu entwickeln. Ihm folgten Julius Röntgen und Alphons Diepenbrock, mit denen die niederländische Musik den Anschluss an die internationale Musikentwicklung fand. Wichtige Komponisten im 20. Jahrhundert sind Willem Pijper, Matthijs Vermeulen, Louis Andriessen, Otto Ketting, Ton de Leeuw, Theo Loevendie, Misha Mengelberg, Tristan Keuris und Klaas de Vries (Liste niederländischer Komponisten klassischer Musik).

Die wohl bekannteste niederländische Rockband Golden Earring hatte in den 1970er Jahren ihren größten Hit mit „Radar Love“. Ebenfalls weltbekannt war in den 1970er Jahren die Classic Rock Band Ekseption um Rick van der Linden sowie Shocking Blue mit ihrem Hit „Venus“.

International bekannte niederländische Musiker sind zum Beispiel Herman van Veen, Nits, Candy Dulfer, Anouk Teeuwe, Ellen ten Damme, Tiesto oder die Gruppen Within Temptation und The Gathering (Band).

Der bekannte Pianist Bob Versteegh, der heute in Detmold, Deutschland arbeitet, stammt ursprünglich aus Arnheim.

Das jährlich veranstaltete North Sea Jazz Festival in Den Haag gehört zu den wichtigsten Jazz-Ereignissen weltweit.

Seit einigen Jahren ist nederlandstalige muziek, Musik in der Landessprache, sehr erfolgreich. Die berühmtesten Pop/Rockbands sind Bløf, die meistgespielte Band im niederländischen Radio der vergangenen Jahre, und Acda en de Munnik, ein Duo, das mit Kleinkunstprogrammen bekannt geworden ist. Noch höhere Plattenverkaufszahlen erzielen Schlagerkünstler, wie Marco Borsato, Jan Smit und Frans Bauer. Bekannte niederländische Rapper sind Ali B und Lange Frans & Baas B.

Seit den Neunzigern ist eine neue Musikrichtung in den Niederlanden entstanden, die sich in ganz Europa und Amerika immer größerer Beliebtheit erfreut. Hardcore Techno oder Gabber entstand in Rotterdam, Trance wanderte von Deutschland in die Niederlande und hat dort seine weltweit größte Popularität. Bekannte Vertreter sind Angerfist, Neophyte oder DJ Buzz Fuzz. Seit ein paar Jahren sind auch die erweiterten Musikrichtungen Jumpstyle, Hardstyle und Speedcore sehr beliebt.

Die überregionalen Tageszeitungen genießen einen erheblich höheren Stellenwert als in den meisten anderen europäischen Staaten, die bedeutendsten Traditionszeitungen sind De Telegraaf, AD, de Volkskrant, NRC Handelsblad und Trouw. Eine historisch wichtige überregionale Tageszeitung war Het Parool, die später zu einer Amsterdamer Stadtzeitung umkonzipiert wurde. 1999 erschienen mit metro und Sp!ts die ersten Gratiszeitungen in den Niederlanden, mittlerweile sind DAG und De Pers hinzugekommen. Diese und das Internet haben den Traditionsblättern zum Teil erhebliche Marktanteile abgenommen. Mit De Groene Amsterdammer, Elsevier, HP / De Tijd, Vrij Nederland erscheinen vier politische Wochenzeitschriften.

Wie in vielen europäischen Ländern, unterscheidet man auch in den Niederlanden die Fernsehlandschaft in öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender. Zu den öffentlich-rechtlichen Sendern gehören Nederland 1, Nederland 2 und Nederland 3 und für Niederländer im Ausland BVN-TV. Sie werden großteils über Steuern finanziert, teilweise jedoch noch durch das Mitgliedssystem: Ursprünglich waren die Rundfunksender von weltanschaulich orientierten Vereinen errichtet worden, wie das katholische oder das Arbeiterradio.

Die Niederlande zählen sieben Privatsender, dies sind RTL 4, RTL 5, RTL 7,RTL 8, NET 5, SBS 6, Veronica. Marktführer ist in den Niederlanden die RTL Group mit RTL 4.

Die ausländischen TV-Inhalte wie z.B. amerikanische Produktionen welche einen Großteil des niederländischen Fernsehens ausmachen, werden nicht wie in Deutschland synchronisiert sondern in Originalsprache ausgestrahlt und untertitelt. Bei Kinderprogrammen trifft dies nicht zu. Diese werden im Gegensatz zu den erwachsenen Programmen durchaus synchronisiert.

Ursprünglich unterscheidet sich die niederländische Küche nicht sehr von der deutschen, in der auch Kartoffeln, Sauerkraut und Würste eine große Rolle spielen (zum Beispiel im stamppot). Am bekanntesten sind 'frieten' oder 'patat', niederl. für Pommes Frites mit verschiedenen Saucen, wobei die wohl bekannteste Kombination aus Mayonnaise und Erdnussoße (mit Zwiebeln) besteht, die 'patatje oorlog'. Andere Spezialitäten sind Gouda-Kaas und Hollandse Nieuwe; bei diesen Matjes handelt es sich um junge, noch nicht geschlechtsreife Heringe. Durch die Vergangenheit als Seemacht kamen allerdings auch kulinarische Einflüsse aus den ehemaligen Kolonien ins Land, wie zum Beispiel der Nasibal oder Bamibal. Dabei handelt es sich um Nasi- oder Bamigoreng in Frikadellenform. Über die Grenzen hinaus bekannt sind auch der niederländische Pudding "Vla" und die Bratrollen, die "Frikandel" genannt werden (im Gegensatz zur Aussprache deutscher Touristen liegt die Betonung bei "Frikandel" auf der letzten Silbe - ähnlich der deutschen Frikadelle - und nicht auf der zweiten!).

1 Liegt größtenteils in Asien.  2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.

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Geschichte der Niederlande

Karte der 17 Provinzen der Republik der Vereinigten Niederlande und der Österreichischen Niederlande aus dem Atlas Curieux (18. Jh.)

Die Geschichte der Niederlande beginnt im eigentlichen Sinne erst mit der Neuzeit. Zuvor waren die Gebiete des heutigen Staates Niederlande auf verschiedene Herrschaften verteilt. Mit dem Aufstand von 1568 gegen die Habsburger und der Gründung der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande (1581 bis 1795) entwickelte sich der Keim des späteren Nationalstaates.

1815 vereinte der Wiener Kongress die nördlichen Niederlande mit den südlichen, ehemals habsburgisch-österreichischen, im Königreich der Niederlande. Mit diesem Jahr beginnt die Geschichte des heutigen niederländischen Staates. 1839 erkannten die Niederlande die Abtrennung des Südens an, der sich seit seiner Unabhängigkeitserklärung 1830 Belgien nennt.

Die Niederlande hatten ferner ein bedeutsames Kolonialreich, vor allem mit Niederländisch-Indien, das 1949 unabhängig wurde. Durch diesen Verlust orientierte sich das Land außenpolitisch langsam neu: Aus der neutralen Seemacht wurde ein Partner in der NATO.

Das Gebiet der heutigen Niederlande, also der westlichste Teil der norddeutschen Tiefebene, ist schon seit der Eiszeit bewohnt. Die bekanntesten Überreste beziehungsweise Funde aus dieser frühen Zeit sind die hunebedden (Hünengräber), große Grabmonumente aus Stein aus der Jungsteinzeit, in der Provinz Drenthe.

Ab 50 v. Chr. eroberten die Römer den Raum der südlichen Niederlande und gründeten hier die ersten Städte (unter anderem Utrecht, Nimwegen und Maastricht); das Gebiet wurde Teil der römischen Provinz Germania Inferior.

Der Rhein bildete die natürliche Grenze zum übrigen Germanien. Der nördliche Raum der heutigen Niederlande, das Land der Friesen und anderer Stämme, blieb daher außerhalb des römischen Reichsgebietes.

Ab etwa 290 n. Chr. drangen die germanischen Franken aus dem Südosten kommend in das Gebiet südlich des Rheins ein, insbesondere in das Scheldegebiet. Die Römer versuchten mehrmals, vergeblich, die Franken zu vertreiben. 355 gestand ihnen Julianus, der spätere Kaiser Julian Apostata, schließlich ein Gebiet zu, nämlich südlich des Rheins (der niederfränkische Raum der heutigen Niederlande, Flandern und Deutschlands) unter der Bedingung, ihm als foederati (Verbündete) zu dienen.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches folgte eine Periode der Unruhen. Die Friesen lebten an der Küste, die Sachsen im Osten und die Franken im Süden.

486 n. Chr. besiegten die Franken ihre römischen Nachbarn unter Syagrius und dehnten unter Chlodwig ihr Reich nach Süden bis zur Loire aus. Das Hauptgebiet des Frankenreichs lag im heutigen Belgien und in Nordfrankreich; die spätere Hauptpfalz (Hauptstadt) war Aachen. Danach, um etwa 700, unterwarfen die Franken auch ihre friesischen Nachbarn. In der Zeit um 800 besiegte Kaiser Karl der Große die Sachsen (ungefähr im heutigen Niedersachsen und den östlichen Niederlanden), ließ ihre heidnischen Heiligtümer zerstören und ihre Anführer ermorden. Nach der Eroberung wurden Friesland und Sachsen christianisiert.

Niederlande 5500 v. Chr.

Niederlande 3850 v. Chr.

Niederlande 2750 v. Chr.

Niederlande 500 v. Chr.

Niederlande 50 n. Chr.

Niederlande 800 n. Chr.

Das fränkische Reich wurde nach dem Tod Ludwig des Frommen, des Sohnes Karls des Großen, unter seinen Söhnen geteilt. Im Vertrag von Verdun 843 erhielt Lothar I. das Mittelreich. Nach der Prümer Teilung des Mittelreiches 855 unter Lothar II., 870 im Vertrag von Meerssen und 880 im Vertrag von Ribemont kam Lotharingien zum östlichen Teil des Frankenreiches, dem späteren Heiligen Römischen Reich.

Das östliche Frankenreich, das Land der teutonica Lingua (deutschen Sprache), blieb allerdings keine politische Einheit. Örtliche Vasallen, Herrscher von Grafschaften und Herzogtümer, verstärkten ihre Machtstellungen gegenüber dem Kaiser. Das Gebiet der heutigen Niederlande war auf verschiedene adlige Besitztümer verteilt, dem Grafen von Holland, dem Herzog von Geldern und dem Herzog von Brabant, sowie dem Bischof von Utrecht. In Friesland und Groningen im Norden regierte dagegen der niedere Adel.

Der größte Teil der heutigen Niederlande und Belgiens wurden unter dem Herzog von Burgund vereinigt. Fortan nannte man sie die niederen Lande des Hauses Burgund im Gegensatz zum französischen Stammland (siehe Burgundische Niederlande). Wirtschaftliches Zentrum waren die flandrischen Städte, später auch Antwerpen. Die Nordniederlande standen demgegenüber zurück.

Nachdem der letzte Herzog Karl der Kühne auf dem Schlachtfeld am 5. Januar 1477 bei Nancy von den Schweizern getötet worden war, verlor seine Tochter und Erbin Maria das Kerngebiet Burgund an Frankreich. Es blieben ihr die niederen Lande, die sie zusammen mit ihrem Gatten Maximilian von Habsburg von Brüssel aus regierte.

Im späten 15. Jahrhundert kam das Gebiet durch Erbschaft in den Besitz der Habsburger Dynastie unter Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Das Zeitalter der durch Martin Luther hervorgebrachten Reformation war angebrochen und auch in den niederen Landen konvertierten Teile der Bevölkerung zum Protestantismus. Karl V. und sein Sohn und Nachfolger Philipp II. von Spanien, beide strenggläubige Katholiken, ließen die Protestanten verfolgen und versuchten, sie zum Katholizismus zurückzubringen. Philipps Bemühungen, eine zentrale Verwaltung einzuführen und einheitliche Steuern und Gesetze zu erlassen, führten schließlich zum Aufstand der Provinzen.

Sieben niederländische Provinzen (Holland, Zeeland, Groningen, Utrecht, Friesland, Gelderland und Overijssel) schlossen sich 1579 zur Utrechter Union zusammen und gründeten 1581 die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Wilhelm von Oranien, eigentlich Philipps Statthalter in den Grafschaften von Holland, Zeeland und Utrecht, übernahm die Führung der Aufständischen im sogenannten Achtzigjährigen Krieg (1568–1648). Am 15. Mai 1648 kam es zur eigentlichen Geburtsstunde und damit Unabhängigkeit der Vereinigten Provinzen der Niederlande durch den Westfälischen Frieden in Münster und Osnabrück.

Bereits während des achtzigjährigen Krieges begannen die Niederlande mit einem groß angelegten Überseehandel – sie jagten Wale nahe Svalbard, betrieben Gewürzhandel mit Indien und Indonesien, gründeten Kolonien in Brasilien, Nordamerika (Nieuw Nederland), Südafrika und der Karibik. Der Reichtum, den sie aus diesem Handel anhäuften, führte im 17. Jahrhundert zum sogenannten Goldenen Zeitalter (de gouden eeuw). Die Republik wurde von einem Patriziat (Regenten) - bestehend aus wohlhabenden Bürgern und Adeligen, welche schon im ausgehenden Mittelalter in die Städte einwanderten - regiert und nicht von einem König oder hohen Edelleuten. Im Prinzip hatte jede Stadt und jede Provinz ihre eigene Regierung und eigenen Gesetze und wurde von den miteinander eng verwandten Regenten beherrscht. Die Städte und Distrikte waren weitgehend unabhängig, obwohl die südlichen, katholischen Gebiete wie Brabant und Limburg unter der Zentralgewalt standen.

1650 starb Statthalter Wilhelm II. von Oranien und hinterließ die Nation ohne mächtigen Herrscher. Im folgenden Jahr verhängte England die Navigationsakte von 1651, die vielen niederländischen Handelsinteressen schadete. Der Kampf um die Akte endete im Ersten Englisch-Niederländischen Krieg, der von 1652 bis 1654 dauerte und im Frieden von Westminster endete, worin die Navigationsakte anerkannt werden musste.

1665 erklärten die Engländer den Niederländern erneut den Krieg (Zweiter Englisch-Niederländische Krieg). Bereits zuvor hatten sie die niederländische Siedlungen in Nieuw Nederland angegriffen. Mit Unterstützung der Franzosen (die in der Zwischenzeit in die Spanischen Niederlande – heute Belgien – einmarschiert waren) erlangten die Niederländer die Überhand. Nachdem der niederländische Admiral Michiel de Ruyter einen großen Teil der englischen Flotte auf der Themse zerstört hatte, schlossen Engländer und Niederländer 1667 den Frieden von Breda; es wurde vereinbart, daß die Engländer die niederländischen Besitzungen in Nordamerika (das Gebiet um das heutige New York City) behalten durften, während die Niederländer Suriname erhielten. Auch die Navigationsakte wurde zu Gunsten der Niederlande modifiziert.

1672 ist in den Niederlanden als das Rampjaar, das Katastrohpenjahr, bekannt: Nacheinander erklärten England (Dritter Englisch-Niederländischer Krieg), Frankreich, Münster und Kurköln, die eine Allianz gegen die Niederlande gebildet hatten, der Republik den Krieg (Holländischer Krieg). Frankreich, Kurköln und Münster marschierten in die Republik ein, während die Landung der Engländer an der Küste nur knapp verhindert werden konnte.

In der Zwischenzeit wurde Wilhelm III. zum Statthalter ernannt, und Hollands vormals allmächtiger Ratspensionär Johan de Witt mitsamt seinem Bruder Cornelis von einer von oranischen Parteigängern aufgehetzten Volksmenge in Den Haag gelyncht. Mit Hilfe anderer deutscher Staaten konnten die Niederländer die Invasoren zurücktreiben, worauf mit Kurköln und Münster 1674 Friede geschlossen wurde, nachdem England im Zweiten Frieden von Westminster ebenfalls in den Friedensschluss eingewilligt.

1678 wurde mit dem Vertrag von Nimwegen auch Frieden mit Frankreich geschlossen, obgleich die spanischen und deutschen Verbündeten sich durch den in Nimwegen unterzeichneten Frieden betrogen fühlten. Als der englische König Jakob II. entthront worden war, wurde 1689 Wilhelm III. der Thron von England angeboten, den dieser annahm.

Zwischen 1714 und 1795 gehörte das Gebiet, das etwa dem heutigen Belgien und Luxemburg entspricht, als Österreichische Niederlande zur Habsburger Monarchie.

Ende des 18. Jahrhunderts wuchs die Unruhe in den Niederlanden. Zwischen den Oraniern, die Wilhelm V. von Oranien mehr Macht verleihen wollten, und den Patrioten, die unter dem Einfluss der Amerikanischen und Französischen Revolution eine demokratischere Regierung forderten, entstanden Kämpfe. Die Niederlande waren das erste Land, welches die Vereinigten Staaten von Amerika anerkannte. Großbritannien erklärte den Krieg, bevor das Land sich der Gruppe der Neutralen anschließen konnte, die sich gegenseitige Unterstützung schworen. Der Vierte Englisch-Niederländische Krieg (1780–1784) war wieder ein Desaster für die Niederlande, besonders ökonomisch. 1785 entfachte eine demokratische ("patriotische") Revolte, aber das Haus von Oranien holten ihre preußischen Verwandten zu Hilfe, um die Revolte niederzuschlagen. Viele Patrioten flohen aus dem Land nach Frankreich.

Nach der Französischen Revolution marschierte die französische Armee in die Niederlande ein und verhalf der Batavischen Republik (1795–1806) zu ihrem kurzen Dasein. Der französische Einfluss war stark, und nachdem Napoleon an die Macht gekommen war, vereinigte er die Niederlande und einen kleinen Teil Deutschlands (Ostfriesland, Jever) unter dem Königreich Holland, welches er von seinem Bruder Ludwig Bonaparte als König regieren ließ. Auch dieses Königreich währte nicht lange, da Napoleon bemängelte, dass sein Bruder die niederländischen Interessen vor die französischen stellte, woraufhin er die Niederlande 1810 dem französischen Reich einverleibte. Die französischen Interessen verlangten eine Beteiligung des Königreiches Holland an der Kontinentalsperre, die aber in den Niederlanden wie auch in anderen Küstengebieten durch Schmuggel oftmals unterlaufen wurde.

Das Haus Oranien schloss im Jahre 1796 einen Vertrag mit Großbritannien, in dem es diesem seine Kolonien in 'Sicherheitsverwahrung' überantwortete und den Gouverneuren der Kolonien Anweisung gab, sich der Herrschaft der Engländer zu beugen. Damit verloren die Niederlande einen großen Teil ihres Kolonialreiches: Guyana und Ceylon gingen nicht mehr an die Niederlande zurück, die Kapkolonie wurde zwar auf dem Papier zurückgegeben, dann aber 1806 erneut, nun endgültig, von den Briten übernommen. Die übrigen Kolonien, einschließlich Indonesien, kamen nach dem Britisch-Niederländischen Vertrag von 1814 an die Niederlande zurück. Drei Jahre zuvor kam es zu einer kriegerischen Auseinandersetzung beider Nationen um die Insel Java.

Nach der napoleonischen Zeit kamen die Niederlande wieder als Staat auf die Karte Europas zurück. Das Land hat schon immer eine Rolle als Puffer gespielt, um dem französischen Expansionsdrang Einhalt zu gebieten. Insbesondere der russische Zar wollte, dass diese Rolle von den Niederlanden wieder aufgenommen werden sollte, und auch, dass die Kolonien wieder zurückgegeben werden sollten. Ein Kompromiss wurde mit den Briten auf dem Wiener Kongress 1815 geschlossen, wonach nur Niederländisch-Indien wiedergegeben wurde, dafür aber der Norden und Süden der Niederlande wiedervereinigt werden sollte.

Am 2. Dezember 1813 proklamierten die Niederlande ihre Unabhängigkeit von französischer Herrschaft und den am 30. November zurückgekehrten Wilhelm Friedrich, Prinz von Oranien-Nassau als souveränen Fürsten. Er war der Sohn des letzten Statthalterns Wilhelm V. Das Land wurde 1814/15 eine Monarchie. König wurde der Oranierprinz als Wilhelm I. Sein Vereinigtes Königreich der Niederlande bestand seit 1815 aus den Ländern, die heute die Niederlande und Belgien bilden; hinzu kam Luxemburg, dessen Großherzog Wilhelm war.

1830 eskalierte die Situation; der Süden erhob sich in der belgischen Revolution und erklärten sich vom Norden unabhängig. König Wilhelm entsandte eine Armee, die sich allerdings nach nur wenigen Tagen zurückziehen musste, nachdem Frankreich sein Heer mobilisiert hatte. Allerdings erkannte er Belgien bis 1839 nicht an. Im Jahr 1848 brachen in ganz Europa Unruhen aus, wovon den Niederlanden allerdings der Großteil erspart blieb. Das Ergebnis allerdings war bedeutend. Der liberale Staatsrechtler Johan Rudolf Thorbecke wurde vom König beauftragt, die Verfassung der Niederlande zu reformieren. Durch die Einführung der Ministerverantwortlichkeit - genauer gesagt: die Pflicht der Regierung, dem Parlament Auskünfte zu erteilen - wurde das später sich etablierende parlamentarische System ermöglicht. Der Parlamentarismus – de facto wählt das Parlament die Regierungsmitglieder aus – hat sich endgültig 1866/68 etabliert.

Bei der Verfassungsänderung 1848 erhielten die Katholiken in den Niederlanden das Recht auf freie kirchliche Organisation. 1853 wurden die historischen katholischen Bistümer wiederhergestellt.

Am Ende des 19. Jahrhunderts, als viele Staaten Kolonien für sich beanspruchten, erweiterten die Niederlande ihre Besitzungen in Niederländisch-Indien (dem heutigen Indonesien). Max Havelaar von Eduard Douwes Dekker, eines der berühmtesten Bücher in der niederländischen Literaturgeschichte, berichtet über die Ausbeutung des Landes und seiner Bewohner durch Niederländer und einheimische Herrscher.

Nach einer Verfassungsänderung 1884 konnte das Wahlrecht ausgeweitet werden, und 1917 erhielten in einer weiteren Verfassungsänderung alle Männer das Wahlrecht. Gleichzeitig wurde das Mehrheitswahlrecht in Einerwahlkreisen durch ein Listensystem mit Verhältniswahl ersetzt. Die erste Wahl unter diesen neuen Bedingungen fand im Juli 1918 statt. 1922 durften erstmals auch Frauen wählen.

Als der Erste Weltkrieg im August 1914 ausbrach, mobilisierte die Niederlande ihre Armee, blieben jedoch neutral und konnten sich erfolgreich aus dem Krieg halten. Der Einfall Deutschlands in das ebenfalls neutrale Belgien im selben Jahr führte zu einer großen Flüchtlingswelle von über einer Million Menschen.

Die Niederlande waren von kriegführenden Ländern umschlossen. Durch die vor allem für die zivile Seefahrt unsicher gewordene Nordsee wurde die Nahrung knapp; Lebensmittel wurden nun über Lebensmittelkarten ausgegeben. Ein Fehler in der Lebensmittelzuteilung verursachte den so genannten Aardappeloproer (Kartoffelaufruhr) in Amsterdam im Jahr 1917, als Zivilisten Nahrungsmitteltransporte für Soldaten plünderten.

Im November 1918 rief der Führer der Sociaal-Democratische Arbeiders Partij (SDAP, Sozialdemokratische Arbeiterpartei), Jelles Troelstra eine sozialistische Revolution aus, die jedoch scheiterte und für längere Zeit die Sozialisten von der politischen Teilhabe ausschloss. Trotz der Einführung der Verhältniswahl änderte sich im politischen Leben noch relativ wenig: Weiterhin dominierten die konfessionellen Parteien. Es wurde als bedeutsame Neuigkeit angesehen, dass 1918 der erste Katholik Ministerpräsident wurde. Die Sozialisten kamen erstmals 1939 in die Regierung.

Kommunisten (Communistische Partij van Holland) und Nationalsozialisten (Nationaalsocialistische Beweging) blieben im internationalen Vergleich schwach.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 versuchten die Niederlande erneut, ihre Neutralität zu wahren; da sie jedoch – wie Belgien – im Spannungsfeld zwischen Frankreich, Großbritannien und dem Deutschen Reich lagen, wurden sie am 10. Mai 1940 von der deutschen Wehrmacht angegriffen und besetzt. Der Großteil des Landes wurde in kürzester Zeit besetzt, Widerstand wurde nur von einer schwach ausgerüsteten niederländischen Armee geleistet. Schon am 10. Mai flohen der niederländische Außenminister van Kleffens und der Kolonialminister Charles Welter ins Exil nach London.

Am 14. Mai gab es nur noch wenige Kampfschauplätze, unter anderem bei Rotterdam. Da die Niederländer die Stadt erst kurz vor der geplanten Bombardierung übergeben hatten, verhinderten Kommunikationsprobleme zu den Bombern den Abbruch des Bombardements: 800 Menschen kamen ums Leben, große Teile der Stadt wurden zerstört und 78.000 Einwohner wurden obdachlos. Danach kapitulierten die Niederlande. Auch die königliche Familie war u diesem Zeitpunkt bereits nach Großbritannien geflohen, unter Pieter Sjoerds Gerbrandy bildete sich eine niederländische Exilregierung.

Nach der Eroberung kam es auch in den Niederlanden zu Verfolgung und Deportation von Juden, Sinti und Roma. Zu Beginn des Krieges lebten in den Niederlanden 160.000 jüdische Niederländer, einschließlich 20.000 jüdischer Flüchtlinge. Ab 1942 wurde das 1939 errichtete Flüchtlingslager KZ Westerbork von der deutschen Besatzung als Transitlager genutzt. Weitere Lager auf niederländischem Boden waren das 1941 errichtete Durchgangslager Amersfoort sowie das KZ Vught südlich von Herzogenbusch. In Doetinchem und Barneveld wurde die Villa Bouchina, De Schaffelaar und De Biezen als Internierungslager genutzt. Am Ende des Krieges lebten nur noch etwa 30.000 der niederländischen Juden. Unter den Ermordeten befand sich auch das jüdische Flüchtlingsmädchen Anne Frank aus Frankfurt am Main; das "Tagebuch der Anne Frank" wurde später weltweit bekannt. Mit 112.000 Ermordeten verloren die Niederlande ungefähr 75 Prozent ihrer Juden, prozentual viel mehr als andere westeuropäische Länder.

Am 22. und 23. Februar 1941 gab es die erste groß angelegte Razzia: mehr als 400 jüdische Männer wurden ins KZ Mauthausen verschleppt. Die niederländischen Kommunisten riefen daraufhin einen Generalstreik aus, der als „Februarstreik“ in die Geschichtsbücher einging. Die Besatzungstruppen schlugen den Streik, der in ganz Nordholland durchgeführt wurde, blutig nieder.

Im Juli 1940 gründeten drei Männer, darunter der spätere Ministerpräsident Jan de Quay, eine Nederlandse Unie. Sie akzeptierte die Besatzung als nicht änderbare Tatsache und versprach die Zusammenarbeit mit den Besatzern, sollte aber auch einen Zulauf zur Nationaal-Socialistische Beweging (NSB) verhindern. 1941 allerdings wurde die Unie verboten, die antideutsche und antideutsche Gefühle anzog. Sie konnte ihre selbstgestellte Rolle als ausgleichende Kraft nicht erfüllen. So hatte sie aus Vorsicht Juden "empfohlen", nicht Mitglied zu werden. Außerdem wurde ihr nach dem Krieg Kollaboration und Defätismus vorgeworfen.

Nach dem Verbot aller Parteien im Verlaufe des Jahres 1941 stieg der Einfluss der NSB leicht an. Die Regierungsgewalt blieb allerdings in den Händen der Besatzer, und auch die Beliebtheit in der Bevölkerung war sehr begrenzt. Begrenzt war aber auch die Bereitschaft, aktiv Widerstand zu leisten, weswegen der Historiker Chris van der Heijden von einer "grauen Vergangenheit" spricht, statt der nach dem Krieg weitverbreiteten Einteilung in eine gute widerständige Mehrheit und eine kleine kollaborierende Minderheit. Die meisten Niederländer mussten sich auf die eine oder andere Weise mit der Besatzung arrangieren.

Nachdem die Alliierten in der Operation Overlord im Juni 1944 in der Normandie gelandet waren, stießen sie sehr schnell in Richtung der niederländischen Grenze vor. Am 5. September wurde eine gewagte Operation gestartet (Operation Market Garden), die einen schnellen Einfall in die südlichen Niederlande vorsah, um Brücken über die drei Hauptflüsse zu erobern. Die Brücke von Arnheim über den Rhein konnte allerdings nicht erobert werden (siehe dazu Die Brücke von Arnheim (Film). Die Niederländer, die dachten, die Befreiung habe bereits begonnen – der Tag, an dem die Operation startete, ist bekannt als der „Dolle Dinsdag“ („Toller Dienstag“ – „toll“ im Sinne von „verrückt“) –, mußten noch bis 1945 warten, obwohl der südliche Teil der Flüsse zu diesem Zeitpunkt bereits befreit war.

Im Winter 1944–1945 mussten viele Niederländer im noch besetzten Gebiet hungern, daher wurde er auch „Hongerwinter“ (Hungerwinter) genannt. Am 5. Mai 1945 kapitulierten die deutschen Soldaten bei Wageningen, kurz darauf folgte das Kriegsende in Europa.

Am 11. Januar 1942 begann die japanische Invasion von Niederländisch-Indien. Die Niederländer kapitulierten am 1. März, als Truppen auf Java landeten. Niederländische Einwohner wurden gefangen genommen und in Arbeitslager gebracht. Mit der japanischen Kapitulation am 15. August 1945 endete auch hier der Zweite Weltkrieg, der allerdings in einen Kolonialkrieg um die indonesische Unabhängigkeit umschlug.

Königin Wilhelmina, Symbolfigur des Widerstandes gegen die deutschen Besatzer, war nach einer fünfzigjährigen Herrschaft 1948 zugunsten ihrer Tochter Juliana zurückgetreten. Während der Besatzungszeit hatten sich Wilhelminas absolutistische Neigungen verstärkt (sie wollte selbst die Minister auswählen), die sie nach der Rückkehr in ihr Land allerdings nicht durchsetzen konnte.

1949 kam die westdeutsche Gemeinde Elten (bei Emmerich) mit Umgebung bis 1963 unter niederländische Verwaltung. Die dortigen Bewohner blieben zwar formal deutsche Staatsbürger, erhielten jedoch niederländische Pässe und wurden niederländischen Bürgern rechtlich gleichgestellt. Eine in den Niederlanden erhobene Forderung nach Angliederung von Teilen des Münsterlandes und des grenznahen Rheinlandes hatte sich nicht durchsetzen können. Ebenfalls unter niederländische Verwaltung gestellt wurde 1949 auch der Selfkant. Dies war in der Schlußerklärung der Londoner Deutschland-Konferenz so vorgesehen. Erst nach langen Verhandlungen und Zahlung von 280 Mio. DM wurde der Selfkant wieder an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben. Die durch dieses Gebiet führende N274 blieb allerdings bis 25. Februar 2002 in niederländischem Besitz. Siehe auch: Niederländische Annexionspläne nach dem Zweiten Weltkrieg.

Obwohl ursprünglich erwartet wurde, dass der Verlust von Indonesien zum ökonomischen Untergang führen würde, trat das Gegenteil ein, und in den 1950er-Jahren wuchs der Reichtum der Niederlande schnell an. 1952 gründeten die Niederlande mit Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland, Italien, Belgien und Luxemburg die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Die EGKS (oder Montanunion) war einer der Grundpfeiler für die spätere Europäische Union. Das Land ist auch eines der Gründungsmitglieder der NATO.

1953 kam es durch eine schwere Flutkatastrophe zu vielen Toten in Zeeland und Südholland. Um solch einem Unglück in Zukunft zuvorzukommen, wurde der Deltaplan aufgestellt, der Deicherhöhungen und den Verschluss von Meerarmen vorsah. Die Verwirklichung des ehrgeizigen Plans nahm mehrere Jahrzehnte in Anspruch.

Sofort nach der japanischen Kapitulation am 15. August 1945 erklärte Niederländisch-Indien seine Unabhängigkeit und nannte sich fortan Indonesien. Die Niederlande bekämpften die indonesische Republik militärisch und gaben erst durch internationalen Druck der Vereinten Nationen und der Vereinigten Staaten von Amerika auf. Das Land wurde formal am 27. Dezember 1949 unabhängig, nach dem Indonesischen Unabhängigkeitskrieg. Die westliche Hälfte von Neuguinea wurde allerdings erst 1961/62 unabhängig und dann von Indonesien annektiert.

1954 wurden die Kolonien Niederländische Antillen (in der Karibik) und Surinam (in Südamerika) mit der Verabschiedung des Statuts für das Königreich der Niederlande gleichberechtigte Partner der Niederlande. Die Zuständigkeit für Verteidigung und auswärtige Beziehungen verblieb beim Königreich. 1975 wurde Surinam zu einer unabhängigen Republik. Seitdem 1986 die Insel Aruba aus den Antillen ausgegliedert wurde, besteht das Königreich aus den Niederlanden, den Niederländischen Antillen und Aruba.

In den 1960-er Jahren erreichte die Verzuiling ihren Höhepunkt, danach wurden die Bindungen der Niederländer an ihre religiösen oder kulturellen Gruppen schwächer. In den 1970-er Jahren vereinigten sich die drei großen konfessionellen Parteien, während auf der Linken ähnliche Versuche (wie von Democraten 66) nicht fruchteten.

Am 30. April 1980 kam es zu einem Wechsel an der Spitze des Königshauses. Königin Beatrix von Oranien-Nassau wurde Königin und folgte damit Königin Juliana nach, die im Alter von 71 Jahren abdankte.

Aus den schon ab 1929 eingedeichten Poldern Nordostpolder und Flevolandpolder entstand 1986 die neue Provinz Flevoland.

In den Wahlen des Jahres 1994 stürzten die Christdemokraten dramatisch ab. Zum ersten Mal seit 1918 kam ein Kabinett ohne konfessionelle Partei zustande, und zwar von Sozialdemokraten, Rechts- und Linksliberalen. Ministerpräsident der "lila Koalition" (bis 2002) wurde der Sozialdemokrat Wim Kok. Zu den gesellschaftspolitischen Neuerungen der Koalition gehören die aktive Sterbehilfe und die homohuwelijk, die Ehe für Homosexuelle (seit 1. April 2001).

In der kurzen Zeit von 2002 bis 2004 starben die Eltern (Bernhard und Juliana) und der Ehemann (Claus) der Königin. Im Jahre 2002 sorgte die Hochzeit des Kronprinzen Willem-Alexander mit Máxima Zorreguita für Aufsehen - der Vater der Braut war während der Videla-Diktatur in Argentinien Regierungsmitglied. Er durfte bei der Hochzeit nicht anwesend sein. 2003 kam es zu einem Skandal, als eine Tochter von Beatrix' Schwester Irene, Prinzessin Margarita, der Königin und der Regierung vorwarf, sie und ihren Ehemann abgehört zu haben. Bestätigt werden konnte nur der Vorwurf, dass der finanzielle Hintergrund des Ehemanns von den Sicherheitsbehörden geprüft worden war, entgegen der üblichen Bestimmungen. Die Königin fand den Ehemann charakterlich nicht geeignet für die königliche Familie; 2006 trennte Margarita sich von ihm.

Die Morde am Politiker Pim Fortuyn, am 6. Mai 2002 in Hilversum, und an dem Filmregisseur Theo van Gogh, am 2. November 2004 in Amsterdam, erschütterten die niederländische Öffentlichkeit. Sie führten zu heftigen Debatten über eine multikulturelle Gesellschaft, das Zusammenleben mit Zuwanderern und das Selbstverständnis der niederländischen Gesellschaft. Nach dem Mord an Theo van Gogh kam es in den Niederlanden auch zu Brandanschlägen auf islamische und christliche Einrichtungen.

Die Wahlliste von Pim Fortuyn konnte bei der Wahl vom Mai 2002 aus dem Stand 17 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen, während die Regierungsparteien (vor allem die Sozialdemokratie) verloren. Der Christdemokrat Jan Peter Balkenende bildete zusammen mit Rechtsliberalen und Fortuynliste eine Koalition. Im Oktober zerbrach die Koalition bereits, und Balkenende wechselte nach den Neuwahlen von 2002 die Fortuynisten durch die Linksliberalen aus. Letztere verließen die Regierung 2006, nach den Neuwahlen im selben Jahr bildete Balkenende 2007 eine Regierung aus Christdemokraten, Sozialdemokraten und fundamentalchristlicher ChristenUnie.

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Königreich der Niederlande

Wappen des Königreichs der Niederlande

Das Königreich der Niederlande ist ein in drei Teile gegliederter Staat in Europa und in der Karibik. Die einzelnen Landesteile sind autonom und haben jeweils ein eigenes Grundgesetz und eine eigene Regierung. Zum Königreich gehören die Niederlande, die Niederländischen Antillen und die Insel Aruba.

Die Niederländische Antillen bestehen aus fünf karibischen Inseln: Curaçao, Bonaire, Saba, St. Eustatius und der südliche Teil der Insel St. Maarten.

Das Königreich der Niederlande ist eine juristische, föderationsähnliche Konstruktion zwischen den Niederlanden und den sechs genannten Karibikinseln, die alle eine eigene Kultur, Geschichte und Identität haben. Zusammengehalten werden sie durch das „Statut für das Königreich der Niederlande“. Daneben gibt es eine Verfassung der Niederlande (Grondwet) sowie Verfassungen (Staatsregeling) der Antillen sowie Arubas.

Seit dem 17. Jahrhundert besaßen die Niederlande Kolonien in anderen Weltteilen. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand eine schnelle Dekolonisation statt. Unter dem Druck der Vereinten Nationen und der Vereinigten Staaten mussten die Niederlande zustimmen, dass Indonesien ein souveräner Staat wurde. Neu-Guinea blieb jedoch noch einige Jahre unter niederländischer Verwaltung. Suriname und die Niederländischen Antillen blieben ebenso niederländisch.

Mit den Niederländischen Antillen und Surinam war es möglich, eine Übereinkunft über eine neue Konstruktion des Königreiches zu erreichen. Hierbei wurden Autonomie und Gleichberechtigung für die überseeischen Gebietsteile garantiert. Im Jahre 1954 wurden die kolonialen Beziehungen zwischen den Niederlanden, Suriname, den Niederländischen Antillen und Neu-Guinea durch das Inkrafttreten des Statutes des Königreichs der Niederlande geregelt. Suriname und die Niederländischen Antillen wurden Länder des Königreiches und erhielten innere Autonomie.

Im Jahre 1962 kam Neu-Guinea unter Verwaltung der Vereinten Nationen und wurde 1963 Indonesien übergeben. Suriname trat am 25. November 1975 aus dem Königreich aus und wurde eine unabhängige Republik. Zu diesem Zeitpunkt bestand das Königreich der Niederlande nur noch aus zwei Ländern.

1986 bekam Aruba, bis dato ein Teil der Niederländischen Antillen, den Status eines eigenen Landes innerhalb des Königreiches. Seitdem besteht das Königreich aus drei Ländern, wie vor 1975. Als Aruba seinen „Status aparte“ erhielt, war im Statut des Königreiches vorgesehen, dass Aruba 1992 aus dem Königreich ausscheiden sollte. Dieses Vorhaben wurde jedoch fallengelassen.

Das Königreich ist eine völkerrechtliche Rechtsperson. Das Königreich hat kein eigenes Vermögen.

Das Statut bestimmt, welche Organe das Königreich hat. Der König bzw. die Königin ist Oberhaupt des Königreiches und der drei Länder. Der König wird in den Niederländischen Antillen und in Aruba jedoch vertreten von einem Gouverneur, der auf Vorschlag der jeweiligen Regierung vom Monarchen ernannt wird. Das Statut kennt als weitere Organe des Königreiches zum Beispiel die Reichsregierung, den Reichsministerrat, den Staatsrat des Königreiches und die gesetzgebende Macht des Königreiches.

Das Königreich der Niederlande hat jedoch keine eigenen Organe, sondern nutzt die Organe der Niederlande. Wenn ein Organ auftritt als Organ des Königreiches, können die Regierungen der Niederländischen Antillen und Arubas ein Mitglied zum jeweiligen Organ hinzufügen. Wenn z. B. der niederländische Ministerrat auftritt als Ministerrat des Königreiches, ist auch der bevollmächtigte Minister von Aruba und der bevollmächtigte Minister der Niederländischen Antillen anwesend. Diese zwei bevollmächtigten Minister haben in Den Haag ihre ständigen Kanzleien.

Die Niederländischen Antillen und Aruba haben einen gemeinsamen Gerichtshof. Der Hohe Rat der Niederlande in Den Haag ist der Oberster Gerichtshof für die Niederlande. Auf Grund des Statuts ist der Hohe Rat ebenfalls ausgewiesen als der Oberste Gerichtshof jeweils für Aruba und für die Niederländischen Antillen.

Weil das Königreich keine eigene Organisation hat, ist es kein Bundesstaat in eigentlichem Sinne.

Angelegenheiten des Königreiches sind die Handhabung der Unabhängigkeit, die auswärtigen Beziehungen, die Verteidigung, die gesetzliche Regelung der Staatsangehörigkeit, die gesetzliche Regelung der Ritterorden, die Flagge und das Wappen des Königreiches, die Nationalität von Schiffen, gesetzliche Bestimmungen bezüglich Seeschiffen, welche die Flagge des Königreiches führen, außer Segelschiffen, die Einbürgerung und Abschiebung von Niederländern und von Ausländern und die Auslieferung. Die Sicherung der Menschenrechte und Grundfreiheiten, die Rechtssicherheit und die Tauglichkeit der Verwaltung sind ebenfalls Angelegenheiten des Königreiches. Andere Angelegenheiten können zur Angelegenheit des Königreiches erklärt werden.

Wenn Gesetze über Angelegenheiten des Königreiches erlassen werden, ist der Gesetzgeber des Königreiches zuständig. Seine Gesetze werden „Reichsgesetze“ genannt. Der Gesetzgeber des Königreiches besteht aus der Reichsregierung und den Generalstaaten, das Parlament in Den Haag. Die "Staaten", die Volksvertretungen der Niederländischen Antillen und Arubas, werden ebenfalls eingeschaltet. Die Staaten können zwar kein Veto einlegen, aber die bevollmächtigten Minister Arubas und der niederländischen Antillen können im Reichsminsterrat erklären, dass ihr Land ernsthaft benachteiligt wurde durch einen vorliegenden Gesetzesentwurf. Das Gesetz kann dann nur festgestellt werden, wenn darin bestimmt wird, dass das Gesetz keine Anwendung finden wird im Lande des diesbezüglichen Ministers, es sei denn die Einheit des Königreiches macht diese Ausnahmeposition unmöglich. Außerdem können die bevollmächtigten Minister und außerordentlichen Vertretern der jeweiligen Staaten bei der Verhandlung in den Generalstaaten Beschwerde einlegen. In diesem Falle kann das Gesetz nur mit 60% der Stimmen angenommen werden. Sonst wird die Verhandlung eingestellt und es finden weitere Konsultationen statt.

Die Staatsregelungen der Antillen und Arubas sowie das Grundgesetz der Niederlande sind dem Statut des Königreiches untergeordnet. Das niederländische Grundgesetz findet jedoch in bestimmten Aspekten auch Anwendung in den anderen Teilen des Königreiches; z.B. in der Regelung der Erbfolge des Königshauses. In diesen Fällen kann das niederländische Grundgesetz nur durch ein Reichsgesetz geändert werden. Ebenso können die Artikel des niederländischen Grundgesetzes bezüglich der Menschenrechte nur durch ein Reichsgesetz geändert werden, da die Sicherung der Menschenrechte eine Angelegenheit des gesamten Königreiches ist.

Auch eine Änderung des Statuts des Königreiches an sich ist nur per Reichsgesetz möglich. Ein Reichsgesetz zur Änderung des Status ist jedoch nur möglich nachdem erst in Aruba und in den niederländischen Antillen per Gesetz diese Ânderung beschlossen wurde.

Naturgemäß liegt der Schwerpunkt bei Gesetzgebungsverfahren und in der Verwaltung des Königreiches bei den Niederlanden, da diese das größte, bevölkerungsreichste und wirtschaftlich bedeutendste der drei Länder sind.

Das Königreich ist ein souveräner Staat. Die einzelnen Länder sind hingegen nicht souverän. Änderungen des Statuts sind nur durch alle drei Länder möglich. Daher kann keines der drei Länder sich einseitig aus dem Königreichsverband lösen.

In den vergangenen Jahren hat sich immer mehr herausgestellt, dass das Statut des Königreiches nicht länger zeitgemäß ist. Es soll deshalb neu gestaltet werden. Auf allen Inseln der Antillen haben Volksbefragungen stattgefunden. Das Inselgebiet von St. Maarten und die Insel Curaçao möchten ein „Status aparte“ wie Aruba erlangen und damit zu eigenständigen Ländern innerhalb des Königreiches werden. Die Bevölkerung der Insel St. Eustatius sprach sich jedoch für ein Fortbestehen der Niederländischen Antillen aus.

In der Volksbefragung hat sich die Bevölkerung von Bonaire und Saba für einen Anschluss an die europäischen Niederlande ausgesprochen und würde damit zu einem Teil der Europäischen Union werden.

Die Planungen gehen zurzeit dahin, dass bis Ende 2008 ein neues Statut ausgearbeitet werden soll. Der derzeitige Staatsverband soll dabei 2010 aufgehoben werden.

Am 15. Dezember 2008, dem Königreichstag wurde während einer „Runde Tafel Konferenz“ auf Curaçao ein Abkommen über die Auflösung der Niederländischen Antillen unterzeichnet. Curaçao und St. Maarten sollen zukünftig als ein neues autonomes Land, vergleichbar mit dem Status von Aruba dem Königreich angehören. Die Inseln Bonaire, Saba und St. Eustatius sollen einen besonderen Status als Gemeinden innerhalb der Niederlande erhalten ohne einer niederländischen Provinz anzugehören. Ein Datum zur endgültigen Umstrukturierung wurde nicht festgelegt, die Antillen hoffen darauf, dass das neue Statut 2010 Realität wird.

Aruba und die Niederländischen Antillen sind keine Mitglieder der Europäischen Union und gehören gemäß Art. 3 Absatz 1 Zollkodex auch nicht zum Zollgebiet der EU. Da jedoch das Staatsbürgerschaftsrecht eine Angelegenheit des ganzen Königreiches ist, sind die Bürger der überseeischen Königreichsteile dennoch EU-Bürger.

Beatrix Wilhelmina Armgard van Oranje-Nassau, Prinzessin von Oranien-Nassau, Prinzessin zur Lippe-Biesterfeld (* 31. Januar 1938 in Baarn) ist seit dem 30. April 1980 Königin des Königreichs der Niederlande.

1 Liegt größtenteils in Asien.  2 Hat zusätzliche Gebiete außerhalb Europas.

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Burgundische Niederlande

Der Begriff Burgundische Niederlande bezeichnet das Gebiet der heutigen Niederlande, Belgiens und Luxemburgs zur Zeit der burgundischen und zu Beginn der habsburgischen Herrschaft.

Im 14. Jahrhundert begann das Haus der burgundischen Valois die niederländischen Provinzen durch Heirat und Verträge unter seinem Zepter zu vereinigen: zuerst 1384 durch die Heirat mit der Erbin des Grafen von Flandern diese große Grafschaft nebst Artois und Mecheln, 1427 Namur, 1428 Holland, Friesland, Zeeland und Hennegau, 1430 Brabant und Limburg, 1443 Luxemburg. Im Besitz dieser elf Provinzen suchte Philipp der Gute (1419-67) denselben eine einheitliche Verfassung zu geben. 1437 berief er die ersten Generalstaaten, eine Versammlung von Abgeordneten der Provinziallandtage (Staaten); dieselben, allmählich immer häufiger, zuletzt fast alljährlich berufen und meist in Brüssel oder Mecheln tagend, bewilligten die Beden für die gesamten Niederlande und verteilten den Betrag auf die einzelnen Provinzen. Die Südprovinzen, vor allen Brabant, hatten das Übergewicht. In Brüssel hielten die Herzöge ihren glänzenden Hof; Brabant regierten sie selbst, die übrigen Provinzen Statthalter. Doch führten sie als Beherrscher der Niederlande noch keinen besonderen Titel, und dieselben waren noch so wenig zu einem Einheitsstaat verschmolzen, dass jede Provinz die andre als Ausland betrachtete und keinen Beamten aus derselben duldete. Nach der stürmischen Regierung Karls des Kühnen (1467-77), der Geldern und Zutphen erwarb, fielen die Niederlande durch die Vermählung seiner Erbin Maria mit Maximilian von Österreich an das Haus Habsburg.

Diesen Wechsel des Herrscherhauses benutzten die Provinzen zur Vermehrung ihrer Rechte. Maria musste sich ihre Hilfe durch große Zugeständnisse erkaufen, z. B. durch das "Große Privilegium" an die Staaten von Holland, und nach ihrem Tod (1482) brachen gegen die vormundschaftliche Regierung Maximilians für seinen Sohn Philipp den Schönen Unruhen aus: in Holland erhob sich die Partei der Hoeks wieder, die Bürger von Brügge nahmen 1488 Maximilian sogar gefangen und pressten ihm den Verzicht auf die Vormundschaft zu Gunsten der Staaten von Flandern ab. Indes mit Hilfe des Herzogs Albrecht von Sachsen, der 1491 zum Erbstadthalter von Friesland ernannt wurde, gelang es Maximilian, der Empörungen Herr zu werden und auch Artois zu behaupten, das der französische König Ludwig XI. als erledigtes Lehen einzuziehen versucht hatte. 1493 übernahm Philipp selbst die Regierung der Niederlande; unter ihm riss sich Gelderland unter Herzog Karl wieder los (1499).

Nach Philipps frühem Tod (1506) führte seine Schwester Margarete die Regierung für den sechsjährigen Karl, den späteren Kaiser Karl V., und blieb auch, nachdem derselbe 1515 mündig und Herrscher geworden, Statthalterin in den Niederlanden bis zu ihrem Tod (1531), worauf Karls Schwester, die verwitwete Königin Maria von Ungarn, ihr in der Statthalterschaft folgte.

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Source : Wikipedia