Neustadt

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Geschrieben von tron 03/03/2009 @ 23:10

Tags : neustadt, brandenburg, deutschland, hessen, rheinland-pfalz, sachsen, schleswig-holstein

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Neustadt (Dosse)

Wappen der Stadt Neustadt (Dosse)

Neustadt (Dosse) ist eine amtsangehörige Stadt des Amtes Neustadt (Dosse) im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg (Deutschland). Ihr wurde mit Wirkung vom 1. Januar 2000 die Zusatzbezeichnung Stadt der Pferde verliehen.

Sie untergliedert sich in die Stadt Neustadt (Dosse) mit dem bewohnten Gemeindeteil Kampehl, und den sonstigen Wohnplätzen Strubbergshof, Schönfeld und Fischershof, sowie die Ortsteile Plänitz-Leddin und Roddahn.

Die heutige Stadt Neustadt (Dosse) ist aus der Siedlung Goldbeck dem Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt (auch Lindenau genannt), dem Friedrich Wilhelm Gestüt, den Dörfern Köritz (mit Schönfeld und Gadenshof), Kampehl und Spiegelberg sowie der alten Stadt Neustadt entstanden. Der Vogelsang wurde erst nach der Eröffnung der Berlin-Hamburger Bahn 1846 im Zuge des Zusammenwachsens von Neustadt und Köritz bebaut. Die alte Stadt Neustadt bestand im Kern nur aus der Kirche und der heutigen Robert-Koch-Straße und der Schreymühle (Schrotmühle), einer Wassermühle am Dossestau .

Zu Roddahn, mit etwa 260 Einwohnern, gehören die Gemeindeteile Neuhof, Helenenhof, Schwarzwasser, Babe und Neuroddahn. Das Dorf Babe war ursprünglich ein Vorwerk. Nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand daraus ein Rittergut. Die Bedeutung des Namens ist nicht sicher. Zum einen gibt es die Deutung, dass es sich vom alten Wort für Weib ableitet und hier als Spottbezeichnung verwendet wurde. Allerdings nennen Forscher auch die Ableitung von einem Flurnamen mit der Bedeutung Sumpf/Morast oder in der Bedeutung Napfkuchen als Metapher für einen Berg.

Im Landbuch Kaiser Karl IV. von 1375 erscheint Neustadt als eine zur Prignitz gehörige und im Besitz der von Bredows befindliche Burg. Lippold von Bredow war 1369 Marschall des Markgrafen Otto V. und erwarb wahrscheinlich von diesem als Unterpfand für ein vorgestrecktes Kapital das Amt Neustadt. Ab 1407 befand sich Neustadt im Besitz des Grafen von Ruppin, und die Gegend wurde von Tausenden von Pilgern auf dem Weg von Berlin zur Wunderblutkirche nach Wilsnack besucht. Im Jahre 1491 besitzen die Quitzows einen größten Teil der Burg Neustadt. Zeitweise war Neustadt nicht nur an die Quitzows, sondern nach Fontane auch an die Bredows und die Rohrs verpfändet, „bis es, nach dem Erlöschen des gräflichen Hauses von Lindow-Ruppin (1524) dem Kurfürsten zufiel. Aber neue Pfandinhaber folgten, und erst 1584 kam es erb- und eigentümlich an Reimar von Winterfeld. Die Winterfelds besaßen es bis zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges …“ 1662 erwarb Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg vom Feldmarschall Graf Königsmarck Neustadt. Der Landgraf gründete eine Eisenhütte 1693 in Hohenofen und eine Spiegelmanufaktur 1688 in Spiegelberg. 1788 ließ der preußische König Friedrich Wilhelm II. das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt in Neustadt an der Dosse durch Carl Heinrich August von Lindenau auf dem Gelände des wüst liegenden ehemaligen Maultiergestüts erbauen. Das Hauptgestüt wurde bis 1945 als Friedrich-Wilhelm-Gestüt bezeichnet. Auch heute ist Neustadt Hauptort der Pferdezucht in Brandenburg. Das Gestüt wird als Stiftung öffentlichen Rechts weitergeführt. Die hier beheimatete Stutenherde gehört zu den wertvollsten und erfolgreichsten in Europa. Alljährlich findet im September die Hengstparade statt. Hier wird ein buntes Schauprogramm mit dem Pferd beziehungsweise rund ums Pferd gezeigt. Im Januar organisiert der Hamburger Herbert Ulonska das CSI Neustadt – ein internationales Springturnier, das sich zum bedeutendsten Reitsportereignius in der Hauptstadtregion entwickelt hat. Im Gestüt haben auch der Pferdezuchtverband Berlin-Brandenburg e. V. und die Mitteldeutsche Pferdemarketing GmbH ihren Sitz.

Zum 1. September 2001 ist das Gesetz über die Errichtung einer Stiftung „Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse)“ in Kraft getreten. Durch die Stiftung soll die Entwicklung zu einem modernen, wirtschaftlich orientierten Dienstleistungszentrum vorangetrieben werden.

Seit dem 15. Oktober 1999 werden in der neu gebauten Merkzweckhalle („Graf von Lindenau-Halle“) unter anderem internationale Turniere ausgetragen und Schauprogramme gezeigt. Der Name der Halle stammt vom Begründer des Gestütes – Carl Heinrich August von Lindenau.

Neustadt erhielt 1664 auf Ersuchen des damaligen Besitzers, des Prinzen Friedrich, dem späteren Landgrafen von Hessen-Homburg, das Stadtrecht. Zunächst waren Köritz, Neustadt und Kampehl nicht zu dem heutigen Neustadt (Dosse) zugehörig.

1305 wurde Köritz das erste Mal schriftlich erwähnt. Der Grund und Boden von Köritz ist von der Schwenze bis zum Neustadt Ausgangsschild. 1872 erfolgte nach der neuen Kreisordnung die Aufteilung in Amtsbereiche und Kampehl kam zum Amtsbereich Köritz hinzu. Die frühere Verwaltung von Köritz hatte ihren Sitz in einem Haus gegenüber der Köritzer Kirche (Eck-Schulze).

Neustadt wurde 1375 das erste Mal schriftlich erwähnt. Am 24. August 1664 unterzeichnete der Kurfürst Friedrich III. ein Privileg, mit dem das Dorf Neustadt zur Stadt Neustadt erhoben wurde. Das heute als Amtsfreiheit bekannt Gelände war der Sitz des Domänenrates. Das Domänenamt vergrößerte sich durch Ankäufe. Als Amt wurden seit dem späten Mittelalter die landesherrlichen, staatlichen Dienststellen der unteren örtlichen Ebene bezeichnet, die für einen Amtsbezirk die Einkünfteverwaltung, die Rechtsprechung und andere Aufgaben zu erfüllen hatten. Das Eckgebäude am Kirchplatz wurde bis 1954 als Verwaltungsgebäude genutzt. Danach diente es als Schule, Internat und wird nun bewohnt.

Das heutige Amtsgebäude wurde von 1925 bis 1954 vom Tierzuchtamt besetzt. Als Köritz im Jahre 1954 Neustadt zugeordnet wurde, wurde das Gebäude als Rathaus genutzt. Seit der Kommunalreform ist das Gebäude Sitz der Amtsverwaltung Neustadt (Dosse).

Beschreibung: In Silber ein roter Torbau mit blauem Kuppeldach, rotes Fähnchen und geschlossenem blauen Tor, links und rechts eine rote gezinnte Mauer, auf den Zinnen einander zugewandt vorne (rechts): ein aufgerichteter neunmal von Silber über Rot geteilter Löwe mit geöffnetem Rachen und ausgeschlagener Zunge, der mit seinen Vorderpranken die Kuppel berührt; hinten (links): ein schreitender roter Elch.

Neustadt wird von der B 102 (Bückwitz–Brandenburg) durchquert. Nördlich des Stadtgebiets verlaufen zudem die B 5 und B 167.

Die Stadt besitzt seit 1846 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Hamburg. Von diesem aus wurden 1887 eine Staatsbahnstrecke nach Meyenburg, 1902 die Ruppiner Kreisbahn nach Neuruppin sowie 1904 die Brandenburgische Städtebahn nach Rathenow angelegt. Während die letzten beiden zu Beginn des 21. Jahrhunderts stillgelegt wurden, verkehren auf den verbliebenen Abschnitten die Regionalexpresslinie RE4 (Wismar–Berlin–Luckenwalde) der DB Regio sowie die Regionalbahnlinie PE73 (Pritzwalk–Neustadt) der Prignitzer Eisenbahn.

Neustadt (Dosse) verfügt über zwei Gewerbegebiete. Das Gewerbegebiet Ost liegt am Bahnhof und das Gewerbegebiet Nord liegt etwas außerhalb an der Bundesstraße 5. Das Ansiedlungsprofil ist bunt gemischt. Es haben sich vor allem produzierendes Gewerbe, Handels-, Dienstleistungs- und Logistikunternehmen angesiedelt. Zu den größten Arbeitgebern zählt neben der Fahrzeugbaufirma Hüffermann die Stiftung Brandenburgisches Haupt- und Landgestüt Neustadt (Dosse).

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Neustadt in Sachsen

Wappen der Stadt Neustadt in Sachsen

Neustadt in Sachsen ist eine Stadt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen.

Neustadt liegt eingebettet im Neustädter Tal zwischen den Bergrücken des Hohwaldes und des Ungerberges nahe der Grenze zu Tschechien.

Das Neustädter Tal liegt an der Grenze zwischen Lausitzer Bergland und Elbsandsteingebirge nahe der Lausitzer Überschiebung. Wer sich aus westlicher Richtung aus Dresden oder Stolpen kommend, dem Ort nähert, überquert als erstes den Karrenberg (mundartlich Kornberg gesprochen). Obwohl der Berg heute unbewaldet ist und manchmal Getreide darauf angebaut wird, hat er seine Bezeichnung nicht vom Korn sondern von den Schubkarren, mit denen die Handelsleute im Mittelalter diesen Berg auf der alten Salzstraße überquerten. Von hier bietet sich ein schöner Blick über das Städtchen und seine Umgebung, die gut mit Wanderwegen erschlossen ist.

Südwestlich befindet sich der Ortsteil Polenz. Das gleichnamige Flüsschen bahnt sich seinen Weg erst durch Granit und dann durch Sandstein bis zum Zusammenfluss mit dem Sebnitzbach um dann nach einigen Kilometern als Lachsbach in der Nähe von Bad Schandau in die Elbe zu münden. Das Polenztal ist berühmt für das größte natürlichen Vorkommen wildwachsender Märzenbecher innerhalb Deutschlands.

Weiter südlich steigt der Bergrücken des Ungers (538m) mit dem Fernsehturm und dem Aussichtsturm an. Ein Vorberg des Unger ist die Götzinger Höhe - ein Aussichtspunkt mit Turm und Gaststätte in 425m Höhe südlich von Neustadt. Diese ist ein beliebtes Ausflugsziel der Neustädter. Man erreicht sie vom Neubaugebiet „Bruno-Dietze-Ring“ aus über den „Promenadenweg“, wo es einen Picknickplatz mit kleiner Kneippanlage (Wassertreten) gibt. Vom Turm, der aus einer Eisenkonstruktion besteht, hat man einen schönen Rundblick bis in die umliegenden Gebirge Elbsandsteingebirge, Erzgebirge, Lausitzer Bergland und bei guter Sicht auch bis ins Isergebirge und Riesengebirge. Im Winter ist die Abfahrt von der Götzinger Höhe als Rodelbahn beliebt.

Nach Osten hin geht der Blick über das Langburkersdorfer Tal, wo die Polenz entspringt. Dahinter befinden sich die Berge Nordböhmens.

Im Nordosten der Hohwald mit seiner höchsten Erhebung, dem Valtenberg (588m).

Neben dem Hauptort Neustadt in Sachsen gibt es die Ortsteile Berthelsdorf, Krumhermsdorf, Langburkersdorf, Niederottendorf, Oberottendorf, Polenz, Rückersdorf und Rugiswalde.

Im Jahr 1333 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Neustadts als Goldbergbaustadt. Die Gründer waren Freiberger Bergleute und nannten die Stadt Nuwenstad bzw. Niwenstad. Anfangs gehörte die Stadt zum Königreich Böhmen unter der Herrschaft der Berka von der Dubá. Obwohl es bis in jüngste Zeit immer wieder Versuche zum Goldbergbau in der Gegend gab und auch die Begleitminerale die Existenz von Goldadern bei Neustadt und im Hohwald vermuten ließen, wurde nie etwas gefunden.

Dass die Stadt trotzdem nicht an Bedeutung verlor, liegt daran, dass sich hier auch eine damals wichtige Kreuzung zweier Handelsstraßen, der Salzstraße von Halle (Saale) nach Prag und der Pilgerstraße von Bautzen nach dem böhmischen Wallfahrtsort Mariaschein befand. An der damaligen Pilgerstraße stand wahrscheinlich schon vor der Stadtgründung die erste Kirche, die Hospitalkirche, an der jetzigen Hospitalstraße. Bald nach der Stadtgründung wurde die Jakobikirche gebaut, die wie die Jakobikirche in Freiberg nach dem Jünger Jakobus benannt wurde. Möglich ist auch, dass der mittelalterliche Jakobsweg hier vorbei führte und die Kirche deshalb nach Jakobus benannt wurde.

Im Jahr 1451 kam die Stadt durch Kauf in den Besitz des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen und blieb von da an in sächsischem Besitz. Im Jahr 1768 schlossen die Meister der Schmiede-, Schlosser- und Wagnerinnung in Neustadt eine Wette ab, wer wohl in kürzester Zeit ein hölzernes Wagenrad fertigen könne. Das Rad wurde dann innerhalb von sieben Stunden gefertigt und auch noch vor Sonnenuntergang bis in die Residenzstadt Dresden gerollt. Eine Kopie ist heute im Heimatmuseum zu sehen. Das Original befindet sich auf Schloss Moritzburg. Von 1938 bis 1945 wurden im größten Industriebetrieb am Ort - den Heringwerken - Flak-Geschütze des Kalibers 8,8 für den Krieg gefertigt. Die Produktion unterlag strenger Geheimhaltung.

Im Jahr 1945 beschlossen Bürger, die Stadt, in der keine deutschen Truppen stationiert waren, kampflos an die heranrückende sowjetische Rote Armee und polnische Verbände zu übergeben und dies durch das Hissen weißer Fahnen, z. B. am Gebäude der heutigen Schillerschule, anzuzeigen. Das Vorhaben wurde durch einen fanatischen HJ-Führer zunichte gemacht, der sich mit einigen Hitlerjungen in der Schule verschanzte und das Feuer auf die heranrückenden Rotarmisten eröffnete, was auf beiden Seiten, wenige Tage vor Kriegsende, zu unnützen Opfern führte. Die Kampfhandlungen wurden auch mit großkalibrigen Waffen geführt. Durch den Beschuss der Roten Armee kam es zu Zerstörungen und Bränden. Die Russen und Polen begannen daraufhin, Bewohner, soweit sie nicht bereits geflohen waren, aus ihren Häusern zu vertreiben, in den Häusern Benzin auszukippen und diese in Brand zu stecken. Die Hälfte der Gebäude rund um den Markt brannte auf diese Weise ab. Nur durch den Einsatz des katholischen und des evangelischen Pfarrer, blieben die übrigen Gebäude erhalten. Sie suchten unter Lebensgefahr den sowjetischen Kommandeur auf und flehten ihn an, den Rest der Stadt zu verschonen. Hilfreich war dabei, dass der katholische Pfarrer Sorbe war und somit eine dem Russischen und Polnischen verwandte Muttersprache sprach.

Nachdem bereits Anfang der 90er Jahre die zuvor selbständigen Gemeinden Polenz und Krumhermsdorf als Ortsteile eingemeindet wurden, erfolgte am 1. August 2007 nach einem Bürgerentscheid die Eingliederung der zuvor die Gemeinde Hohwald bildenden Ortsteile Berthelsdorf, Ober- und Niederottendorf, Rückersdorf, Langburkersdorf und Rugiswalde in die Stadt.

Die Stadt pflegt partnerschaftliche Beziehungen mit den Städten Günzburg, Titisee-Neustadt und Weilheim an der Teck sowie zu den Gemeinden Meckenbeuren, Frittlingen in Deutschland sowie Kehlen in Luxemburg.

Außerdem ist die Stadt Mitglied in der größten Städtefreundschaft Europas. 36 Städte und Gemeinden aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen, der Slowakei und Tschechien, die den Namen Neustadt tragen, haben sich in der Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa zusammengeschlossen.

Zur DDR-Zeit war Krnov (Jägerndorf) in der heutigen Tschechischen Republik Partnerstadt.

Eine Sehenswürdigkeit besonderer Art ist die vor dem Museum befindliche, aus Bronze gegossene Ziege. Sie wurde 1969 für die Kindertagesstätte in der Götzingerstraße geschaffen und dort im Garten aufgestellt, wo sie von den Kindern als beliebtes Klettergerät benutzt wurde. Später wurde sie wegen der Verletzungsgefahr jedoch entfernt und fand ihren Platz auf der Götzinger Höhe. Dort wurde die Ziege auch 2008 wieder aufgestellt, nachdem sie zwischenzeitlich für etwa 10 Jahre vor dem Museum in der Malzgasse gestanden hatte.

Sehenswert ist auch eine Sandsteinfigur, die an der Ecke Böhmische Straße/ Markt in 4,50m Höhe ein Blumenmädchen darstellt und 1956 von dem Dresdner Bildhauer Albert Braun geschaffen wurde. Die nur spärlich bekleidete Figur sorgte bei ihrer Aufstellung seinerzeit für einigen Aufruhr.

An der Fassade des Gebäudes Dresdner Straße 3 - dem ehemaligen Schokoladenladen - erinnert ein Relief an die „Pfeng-Pauline“, eine Handelsfrau, die um 1900 herum eine stadtbekannte Persönlichkeit war. In ihrem Korb hatte sie stets Süßigkeiten, die sie für Pfennigbeträge (daher der Name) auf den Volksfesten der Umgebung verkaufte. Sie war stets ärmlich gekleidet, mit Holzpantinen und Kopftuch, hinterließ jedoch der Legende nach bei ihrem Tod ein stattliches Vermögen.

Das Heimatmuseum im alten Malzhaus der ehemaligen Brauerei Schmole informiert über die umliegenden Rittergüter, die Entwicklung der Kunstblumenindustrie und die Stadtgeschichte.

Seit dem 19. Oktober 2007 gibt es im Ortsteil Berthelsdorf die Erlebnisstätte "Hohwald - Gold - Mineralien und Steine". Dieses Museum entstand im Rahmen des Projektes "Gold in der Oberlausitz - ein Tourismusangebot". Es ist ein Informationszentrum über Geologie, Geschichte und Gewinnung von Gold, Mineralien und Gestein in der Region und darüber hinaus.

Anlässlich der Götzinger-Tage zum 250. Geburtstag Wilhelm Leberecht Götzingers vom 5. bis 7. September 2008 wurde ein Gastraum des Berggasthofes Götzinger Höhe als Götzinger-Stube eingerichtet.

Das Rathaus in der Mitte des Marktplatzes wurde um 1700 erbaut. Über dem Rathausportal befinden sich das Meißner und das Neustädter Wappen. Interessant ist der kupferbeplankte Rathausturm mit der Uhr. Das Gebäude ähnelt einem Hutshaus, was sich vielleicht mit der Gründungsgeschichte der Stadt durch Freiberger Bergleute erklären lässt. Unweit des Rathauses befindet sich eine Postmeilensäule aus dem Jahre 1729 von der kurfürstlich sächsischen Post mit Entfernungsangaben zu vielen umliegenden Städten in Stunden.

Das höchste Gebäude ist der Turm der 1884 im neogotischen Stil umgebauten evangelischen St.-Jacobi-Kirche. Das erste Mal erwähnt wurde die Jakobikirche 1346. Seitdem gab es an dieser Stelle mehrere Kirchenbauten aus Holz und später auch aus Stein, die zum Teil baufällig wurden, oder den Anforderungen der wachsenden Stadt nicht mehr genügten. Der älteste erhaltene Teil der Kirche ist der Altarraum aus dem 16.Jh.. in seinem gotischen Bruchsteingewölbe entdeckt man zwei Schlusssteine, die schon in sehr alten Dokumenten erwähnt werden. Die Darstellungen auf den 3 Schlusssteinen symbolisieren die Dreifaltigkeit Gottes: Vater = schlicht als Punkt bzw Kreis dargestellt Sohn = Christuskopf Heiliger Geist = Taube. Den schönen, geschnitzten Altar sollte man sich bei einem Besuch in Neustadt unbedingt ansehen. Ebenso die Renaissance - Epitaphien im Altarraum. Der Turm mit seinen 4 Zifferbättern ist weithin von den umliegenden Hügeln zu sehen und wer gute Augen hatte konnte daher auch zu Zeiten, als Armbanduhren noch nicht selbstverständlich waren, beispielsweise bei der Feldarbeit, immer die genaue Zeit ablesen. Das Schlagen der Glocken zu jeder 1/4, 1/2, 3/4 und vollen Stunde und das Festgeläut ist in der Stadt und je nach Wind auch bis in die umliegenden Dörfer zu hören.

Im Sommer ist die St.-Jacobi-Kirche meist an den Dienstagen zur Besichtigung geöffnet, nach Absprache mit dem Pfarramt sind andere Zeiten möglich. Neben den Gottesdiensten finden jährlich zahlreiche Konzerte in der Jakobikirche statt.

Das älteste Wohnhaus Neustadts ist das 1616 erbaute Pfarrhaus mit seinem Eingangsportal im Renaissancestil und seinem offengelegten fränkischen Fachwerk . Hier wohnte auch der bekannte Erforscher der Sächsischen Schweiz, W. L. Götzinger.

Die katholische St.-Gertraudis-Kirche in der Nähe des Stadtparkes wurde 1927-1928 erbaut.

Bis 1989 war Neustadt ein Zentrum des Landmaschinenbaus. Das nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen trug wesentlich zum Wachstum der Stadt bei. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich von 1948 bis 1984.

Das „Fortschrittwerk“ - aus den ehemaligen Heringwerken“ (Zweigwerk der Hering AG Nürnberg) hervorgegangen - war zu dieser Zeit der größte Arbeitgeber in der Region. Im Werk Neustadt wurden Ballenpressen und Schwadmäher gefertigt. Zum Kombinat gehörten aber auch andere Werke, wie z. B. in Singwitz, wo Mähdrescher der Reihen E 512 und später E 516 gefertigt wurden oder Kirschau (Getriebeherstellung). Die Entwicklung und der Musterbau für alle diese Maschinen, die in den typischen Firmenfarben Blau und Weiß weltweit exportiert wurden, war aber in Neustadt. Ab den 60er Jahren wurden kleinere Betriebe am Ort wie Messerfabrik oder Emaillierwerk geschlossen und in das Fortschrittwerk eingegliedert.

Es gab viele kleine Blumenfabriken, die später verstaatlicht und zusammengefasst zur „VEB Kunstblume Sebnitz“ Kunstblumen herstellten. Die Anfertigung der Blumen war häufig Frauenarbeit. Beim „Blumen machen“ oder „Laub auflegen“ wurden die ausgestantzten Blätter auf die Stiele geklebt oder Blüten aus fertig gestanzten Teilen zusammengefügt. Diese Arbeiten erfolgten oft in Heimarbeit. Die Abrechnung erfolgte nach der alten Zählweise mit Gros und Dutzend. Da die Arbeit zu Hause erfolgte und teilweise mit gefährlichen Substanzen wie Klebstoffen oder Glasgrieß gearbeitet wurde, entstanden dabei auch Gefahren speziell für die oft anwesenden Kinder. Das Ausstanzen und andere Arbeiten, die nicht zu Hause erfolgen konnten, wurden durch „Blumenmädchen“ in den Fabriken verrichtet. Nach der „Wende“ war dieser Industriezweig der Billigkonkurrenz aus anderen Ländern nicht mehr gewachsen.

Die wirtschaftliche Situation in Neustadt wird heute vor allem durch eine hohe Arbeitslosigkeit bestimmt.

Im ehemaligen VEB Fortschritt Landmaschinen Kombinat, in dem vor der Wiedervereinigung 6500 Menschen arbeiteten, nahm im November 2006 der Wohnmobilbauer „Capron“ die Produktion auf und wird ca. 150 Arbeitsplätze schaffen. Es gibt noch ein Gewerbegebiet im Norden der Stadt, welches teils auf Gemarkung der ehemals selbständigen Gemeinde Hohwald liegt. Dort siedelten sich neben einige Dienstleistungsunternehmen (z.B. Autohäuser) auch einige Industriebetriebe an, so eine Fabrik zur Kunststoffrohrherstellung und ein Werk für Stadtmöblierung, ebenso eine Firma, welche Ausrüstungen für bedeutende Landmaschinenhersteller liefert.

Neustadt verfügt über gut ausgebaute und instandgehaltene Umgehungstraßen. Im Stadtkern werden und wurden viele Straßen saniert. Die Wohngebiete sind meist durch Ring-Straßen angebunden.

Neustadt besitzt seit 1877 einen Bahnhof an den Nebenstrecken Bautzen–Bad Schandau und Neustadt–Dürrröhrsdorf. Heute besteht eine Regionalbahnverbindung nach Pirna und Bad Schandau (Sächsische-Schweiz-Ring).

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Bad Neustadt an der Saale

Wappen der Stadt Bad Neustadt a. d. Saale

Bad Neustadt an der Saale (amtlich: Bad Neustadt a. d. Saale) ist die Kreisstadt des unterfränkischen Landkreises Rhön-Grabfeld, etwa 62 km nordöstlich von Würzburg. Die Kurstadt liegt im Rhönvorland, am Zusammenfluss von Brend und Fränkischer Saale.

Bad Neustadt liegt in Unterfranken, etwa 30 km nördlich des Mains an der Fränkischen Saale. Der Untergrund der Neustädter Gegend wird von den Gesteinen des Oberen Buntsandsteins und des Unteren und Mittleren Muschelkalks gebildet.

Bad Neustadt bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Main-Rhön, in der Schweinfurt als Oberzentrum ausgewiesen ist.

Bereits 742 wird der mittlerweile eingemeindete Ortsteil Brend (Brendlorenzen) erstmals in einer Urkunde des neu gegründeten Bistums Würzburg erwähnt. Die in Brendlorenzen stehende Martinskirche (später in St. Johannes der Täufer umbenannt) wurde als eine von 25 Eigenkirchen dem Bistum geschenkt.

Ob im 9. Jahrhundert auch an der Stelle der heutigen Altstadt bereits eine Siedlung zu finden war, ist trotz umfangreicher Ausgrabungen noch nicht abschließend geklärt. In der Gegend der Stadt errichtete 790 Karl der Große die Pfalz Salz, deren genaue Lage aber nicht mehr bekannt ist. Im Jahre 878 wurde ein Ort Oberselz erstmals urkundlich genannt. Es wird vermutet, dass sich hinter der Bezeichnung das heutige Bad Neustadt verbirgt.

Erstmals wurde Neustadt als nova civitas in einer Urkunde des Bischofs von Würzburg aus dem Jahre 1232 genannt. Das Oberamt des Hochstiftes Würzburg wurde 1805 nach der Säkularisation Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern.

Den Zusatz Bad bekam Neustadt kurz nach der Machtergreifung Hitlers. Seit 1934, der Eingemeindung von Bad Neuhaus, nennt sich auch die Stadt Neustadt Bad. Neustadt war unter den ersten Städten, die Hitler zur Machtergreifung gratuliert hatten.

Ein weiterer Ort der Geschichte Neustadts ist die Salzburg. Die gewaltige Burg, die auf einer bewaldeten Höhe thront, gehört zu den größten Ganerbenburgen Deutschlands. Zwar wurde sie oft umgebaut (verschiedene Elemente der Romanik, Gotik und Renaissance zeugen davon), jedoch nie zerstört und ist heute noch in ihrer ganzen Gestalt erhalten. Allerdings sind die meisten der Ganerbensitze heute Ruinen.

Dort, wo heute die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt steht, standen früher verschiedene Kirchen, u. a. eine romanische Kirche mit Chorturm, die etwa um 1050 erbaut wurde. Die 1983/84 freigelegten Fundamentreste der in 1352 erweiterten Kirche im gotischen Stil sind heute an der Nordost-Ecke der Kirche durch entsprechende Bodenbepflasterung nachempfunden und auf einer Infotafel beschrieben. 1793 wurde die Kirche wieder abgerissen, weil es Klagen über bauliche Mängel und räumliche Enge gab. Der Hofkammerrat Alois Geigel erstellte Pläne für den Neubau, die, nach seinem Tod, 1798 der Hofarchitekt Andreas Gärtner als Bauführer umsetzte. Allerdings wollte er, "dass die vielen unnützen Säulen" wenigstens im Chor wegfallen sollten. Das widersprach jedoch dem Willen des verstorbenen Fürstbischofs Franz Ludwig von Erthal, der ausdrücklich verfügt hatte, dass der Plan Geigels in dessen Sinne umgesetzt werde. Mehrmals mussten die Bauarbeiten eingestellt werden, wegen Geldmangels, aber auch wegen der napoleonischen Kriegswirren. Mit Hilfe des Königs Ludwig I. von Bayern konnte der Bau endlich im Jahre 1834 fertiggestellt werden. Der Innenausbau erfolgte in den folgenden beiden Jahren nach den Plänen Mattlehners. Am 10. August 1836 wurde die Kirche unter dem heutigen Namen durch die Bischöfe von Fulda und Würzburg eingeweiht.

Unüblich ist die Ausrichtung der Kirche nach Westen, d. h. der Altarraum ist im Westen der Kirche. Auch ist die Richtung der Kirche gegenüber ihren Vorgängerinnen um etwa 30 Grad versetzt.

Bürgermeister ist Bruno Altrichter (Freie Wähler Gemeinschaft). Seine Stellvertreterin ist Anne Zeisner (CSU).

Die Willensbildung findet unter anderem auch über die Homepage des Jugendzentrums statt.

Das Wappen mit den steil aufsteigenden Zinnenmauern und den drei Türmen zeigt die mittelalterliche Stadtbefestigung.

Der Bischof mit dem aufrechten Schwert in der Rechten und den Bischofsstab in der Linken stellt den würzburgischen Fürstbischof als Landesherrn dar.

Bad Neustadt ist 1979 Gründer von Ein einzig Neustadt und Mitglied der daraus entstandenen internationalen Städtefreundschaft Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa mit 36 Mitgliedern aus sechs Staaten (Stand: 15. August 2008). Bad Neustadt ist dabei das einzige Neustadt mit dem Zusatz Bad.

Darüber hinaus unterhält Bad Neustadt Städtepartnerschaften mit Falaise in Frankreich, Pershore in England, Oberhof in Thüringen, Oberpullendorf in Österreich und Bílovec (ehemals Wagstadt) in Tschechien.

Mit den Partnerstädten Pershore und Falaise, sowie mit der Rochester Adams High School in Rochester Hills, Michigan finden jährliche Schüleraustausche statt.

Der populärste Sport in Bad Neustadt ist der Fußball mit ehemals zwei Vereinen (Sportfreunde und VfL). Am 1. Juli 2008 fusionierten der VfL 1860 Bad Neustadt und die Sportfreunde Bad Neustadt zum VfL 1860 Sportfreunde Bad Neustadt. Darüber hinaus haben auch die meisten der Ortsteile eigene Fußballvereine (TSV Brendlorenzen, SV Herschfeld, DJK Mühlbach, DJK Lebenhan, DJK Löhrieth). Am erfolgreichsten ist Bad Neustadt jedoch im Handball. Der HSC Bad Neustadt spielt seit mehreren Jahren in der Regionalliga . Auch der Radsport hat in Bad Neustadt in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Einen Höhepunkt bildete die Deutschland Tour 2001, bei der eine Etappe nach Bad Neustadt führte. Auch 2006 führte eine Etappe durch Bad Neustadt. Auch die Bayern Rundfahrt macht in Bad Neustadt Halt. Im Jahr 2008 findet das Einzelzeitfahren statt. Ein jährliches Großereignis ist auch der Rhöner Kuppenritt, ein überregional bekanntes Volksradfahren mit verschiedenen Strecken zwischen 30 und 220 Kilometern. Unweit des Stadtgebietes befindet sich in Maria Bildhausen ein Golfplatz.

Bad Neustadt war zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Gastgeber der Nationalmannschaft aus Anguilla. Die Mannschaft, die sich nicht für die Endrunde qualifiziert hatte, wurde als Zeichen der Gastfreundschaft innerhalb der FIFA-Familie eingeladen, da sie nach der offiziellen FIFA-Weltrangliste zum Zeitpunkt der Weltmeisterschaft die schlechteste Mannschaft war.

Seit Jahrzehnten ist auch der Flugsport in Bad Neustadt vertreten. Auf dem Grasberg bei Mühlbach/Salz ist der Aeroclub Bad Neustadt beheimatet. 1950 wurde der Verein am Fliegerstammtisch gegründet. Der jährliche Höhepunkt ist das Flugplatzfest an Pfingsten, eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Musikkapelle Mühlbach.

Die Rhön-Klinikum AG ist durch verschiedene Spezialkliniken bundesweit bekannt. Im frühen 20. Jahrhundert siedelten sich verschiedene Unternehmen an, wobei die Firma Siemens zu den bekanntesten gehört. Bad Neustadt ist Haltebahnhof der Bahnstrecke Erfurt-Mellrichstadt-Schweinfurt. Anschluss an den Fernverkehr hat Bad Neustadt seit Dezember 2005 durch die Bundesautobahn 71, die nach ihrer endgültigen Fertigstellung von Sangerhausen über Erfurt nach Schweinfurt verläuft. Bad Neustadt hatte Ende der 1990er Jahre mit das höchste Einkommensteueraufkommen unter den deutschen Städten.

Bad Neustadt ist über die Bundesautobahn 71 Erfurt–Schweinfurt (Anschlussstellen Bad Neustadt oder Münnerstadt) zu erreichen.

Ferner führen die Bundesstraße 279 (Fulda–Bad Neustadt–Bad Königshofen–Bamberg) und die Staatsstraße 2445 (Meiningen–Mellrichstadt–Bad Neustadt–Münnerstadt) durch das Stadtgebiet. [ Der Bahnhof Bad Neustadt liegt an der Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen (siehe auch Mainfranken-Thüringen-Express und UnterfrankenShuttle). Bis 1989 existierte außerdem eine Stichstrecke nach Bischofsheim.

Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen sich im Stadtgebiet die NESSI-Buslinien (NESSI 1-4), außerhalb davon mehrere Buslinien im Auftrag der Verkehrsgemeinschaft Rhön-Grabfeld (VRG) im Omnibusverkehr Franken (OVF).

Der Flugplatz Bad Neustadt hat eine 600 Meter lange Asphaltpiste, diese dient in erster Linie zum Starten und Landen der Motor- und Segelflugzeuge des ansässigen Vereins Aeroclub Bad Neustadt sowie Freiballons, Flugzeuge bis 2000 kg MPW und Hubschrauber bis 5700 kg MPW.

Die beiden meistgenutzten ansässigen Medien sind die beiden Tageszeitungen Rhön- und Saalepost sowie die Mainpost. Während die Mainpost allerdings nur einen Lokalteil Bad Neustadt und Umgebung widmet, ist die Rhön- und Saalepost auf die Lokalnachrichten für Bad Neustadt spezialisiert und dementsprechend umfangreicher in der Berichterstattung, besitzt aber keinen eigenen überregionalen Teil.

Der Sender Radio Primaton wird vom Fernmeldeturm der Telekom in der Innenstadt über die UKW-Frequenz 101,5 MHz mit 1 kW abgestrahlt.

Auf dem Jüdischen Friedhof in der südlichen Gartenstadt haben die ortsansässigen jüdischen Familien ihre Verstorbenen begraben bis 1942, als auch die letzten jüdischen Bewohner zur Vernichtung in der Shoa deportiert wurden. Eine Tafel am Eingang erinnert an dieses Geschehen.

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Neustadt (Bremen)

Stadt Bremen, Stadtteil Neustadt hervorgehoben

Die Neustadt ist ein links der Weser gelegener Stadtteil von Bremen und gehört zum Bremer Stadtbezirk Süd.

Die Bremer Neustadt liegt im Zentrum von Bremen an der linken Seite der Weser, direkt gegenüber dem Stadtteil Mitte.

Benachbarte Stadtteile sind im Norden das Zentrum, im Osten Obervieland, im Süden Huchting und im Westen Woltmershausen.

Die jetzige alte Neustadt wurde als planmäßige Stadterweiterung im 17. Jahrhundert auf der linken Weserseite angelegt und mit Befestigungsanlagen umgeben, den heutigen Neustädter Wallanlagen. Hier befinden sich der Hauptstandort der Hochschule Bremen, das Hallenbad Süd, das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen, das Polizeirevier Neustadt sowie die Schule am Leibnizplatz, in deren Gebäude auch die Spielstätte der bremer shakespeare company, das Theater am Leibnizplatz, untergebracht ist. Am Franziuseck befindet sich das Haus der Kirche, der Verwaltungssitz der bremischen evangelischen Kirche. Außerdem sind das Rote-Kreuz-Krankenhaus Bremen und das Zollamt Hohentor sowie die Unternehmen Hachez, Kraft Foods und InBev (Beck & Co.) in der Alten Neustadt ansässig.

Zur alten Neustadt zählt auch der Teerhof, die Halbinsel zwischen der Weser und der Kleinen Weser. Von dessen ursprünglicher Bebauung ist nach fast vollständiger Zerstörung im Zweiten Weltkrieg außer der jetzt als Museum für Gegenwartskunst genutzten Weserburg (Neues Museum Weserburg Bremen) nichts erhalten geblieben. Der Teerhof wurde in den 1990er Jahren neu überwiegend mit Wohnhäusern bebaut und durch eine zusätzliche Fußgängerbrücke mit der Altstadt verbunden. Ende 2007 wird auch das noch letzte unbebaute Stück an der Stirn des Teerhofs dem Firmensitz der Beluga Group, einer in Bremen ansässigen Reederei, weichen.

Östlich der jetzigen Wilhelm-Kaisen-Brücke erstreckt sich zwischen der Weser und der zum Werdersee aufgeweiteten Kleinen Weser der Stadtwerder (Werder = Insel). Dieser war Namensgeber für den Fußballverein Werder Bremen, welcher hier gegründet wurde. Das markanteste Gebäude auf dem Stadtwerder ist das unter Denkmalschutz stehende ehemalige Wasserwerk, erbaut 1871–73 im historistischen Stil. Für das aufgrund seiner äußeren Form umgangssprachlich als Umgedrehte Kommode bezeichnete Bauwerk wird derzeit eine neue Nutzung gesucht.

Der Ortsteil grenzt im Nordosten, durch die Weser getrennt, an die Stadtteile Mitte, Altstadt und Ostertor. Im Südosten verläuft die Grenze zum Ortsteil Huckelriede von der Weser über das Gebiet der Sportvereine entlang des Geländes des Wasserwerks an die Böschung der Kleinen Weser. Hier läuft sie gut 200 Meter das Ufer entlang, um dann auf der Grenze zwischen Werdersee und Kleiner Weser das Ufer zu wechseln und somit am Deichschart zu enden. Im Süden verläuft die Grenze zum Ortsteil Buntentor dann entlang des Ufers der kleinen Weser bis zur Piepe und dort den Piepebogen entlang. Der letzte, gerade Teil der Piepe bildet mit dem ersten Stück der Neustadtscontrescarpe bis zur Kreuzung mit der Friedrich-Ebert-Straße die Grenze zum Ortsteil Südervorstadt. Im Südwesten bildet die Neustadtscontrescarpe zusammen mit den Hohentorsplatz die Grenze zu den Ortsteilen Neustadt und Hohentor. Im Nordwesten bildet die Bahnstrecke Bremen–Oldenburg die Grenze zum Ortsteil Hohentorshafen (Stadtteil Häfen) und schließt so wieder an der Weser an.

Das Gebiet des Hohentor umfasst eine Fläche von etwa 500 mal 800 Metern. An seiner Nordostseite grenzt das Quartier an die Alte Neustadt. Die Langemarckstraße bildet im Südosten die Grenze zur Neustadt. Im Südwesten bildet die Neuenlander Straße die Grenze zum Ortsteil Neuenlande. Im Nordwesten bildet die Bahnlinie Bremen–Oldenburg mit dem Bahnhof Bremen-Neustadt die sichelförmige Grenze zum Stadtteil Woltmershausen.

Durch den Ortsteil Hohentor verläuft in Nordost-Südwest-Richtung die als Schnellstraße ausgebaute Hochstraße B 75 nach Oldenburg, während die Hohentorsheerstraße als ehemalige Hauptstraße in eine verkehrsberuhigte Wohnstraße umgewandelt wurde. Hier verkehrten bis zu ihrer Stilllegung in den 1960er Jahren die Straßenbahnlinie 7 nach Rablinghausen und zeitweise auch die Linie 6. Heute ist das Hohentor nur noch an seinen Grenzen an den ÖPNV angeschlossen.

Zwischen der Hochstraße und der Eisenbahnlinie Bremen–Oldenburg liegt das schmale Gewerbegebiet Neustädter Güterbahnhof.

Auch bekannt als Flüsseviertel, da die meisten Straßen in dem Gebiet mit Namen von Flüssen, wie beispielsweise Donau, Lahn, Oder, Main, Mosel und Rhein, aufwarten.

Die älteste Straße ist die Bachstraße, welche in der Frühzeit Bremens einer der wichtigsten Verbindungswege aus der Stadt in Richtung Süden war.

Die Südervorstadt grenzt östlich an den Ortsteil Neustadt (Friedrich-Ebert-Straße). Im Ortsteil stehen überwiegend Wohnhäuser, die als Bremer Häuser bekannt sind. Sie wurden um 1900 bis 1930 gebaut. Viele Straßen sind nach Philosophen benannt. Die Hauptstraßen in West-Ost-Richtung führen von der Neustadt zu den Ortsteilen Gartenstadt Süd und Buntentor. Es sind der Buntentorsteinweg, die Kornstraße, die Gastfeldstraße und die Thedinghauser Straße.

Die Gartenstadt Süd wurde in 1950/60er Jahren - zeitgleich wie die Gartenstadt Vahr - durch die GEWOBA um ein großes Neubaugebiet erheblich vergrößert. Im Zuge dieses Ausbaus entstanden die im Juni 2008 wieder abgerissene Grund- und Hauptschule an der Gottfried-Menken-Straße sowie die Schule an der Karl-Lerbs-Straße.

Die Silberwarenmanufaktur Koch & Bergfeld am Kirchweg residiert teilweise noch in historischen Gebäuden, die den Zweiten Weltkrieg überstanden haben.

Das Buntentor ist ein Stadtviertel entlang der Kleinen Weser, das durch die drei Parallelstraßen Buntentorsteinweg, Kornstraße und Gastfeldstraße erschlossen wird. Durch die Gastfeldstraße fuhr bis zu ihrer Stilllegung in den 1960er Jahren die Straßenbahnlinie 6, die am Kirchweg begann und zur Hemmstraße in Findorff führte, heute Buslinie 26/27. Die Straßenbahnlinien 4 und 5 fahren durch den Buntentorsteinweg. Auf einem ehemaligen Gewerbegelände am Anfang des Buntentorsteinweges befindet sich die Städtische Galerie Buntentor, dort wird auch der Kunstbesitz des Landes Bremen verwaltet und archiviert. Am Kirchweg ist auf dem ehemaligen Gelände der Coca-Cola-Produktion ein Beginenhof gebaut worden.

Dieser Ortsteil besteht im wesentlichen aus einem neuerdings als Airportstadt bezeichneten Gebiet, welches Standort des Flughafens Bremen ist. Außerdem beherbergt der Ortsteil den zweitgrößten Airbus-Standort in Deutschland sowie die EADS-Zentrale für alle Bereiche der bemannten Raumfahrt.

Erschlossen wird er durch die Neuenlander Straße und die neue, größtenteils als Hochstraße angelegte Bundesautobahn 281 mit der Abfahrt „Airportstadt“.

Die Airportstadt Ost ist Standort der Luft- und Raumfahrtindustrie und wird durch die hier endende Straßenbahnlinie 6 erschlossen. Die Hauptstraße wird Airbusallee heißen und die anderen neuen Straßen werden nach Flugpionieren benannt. Der Flughafen, Verwaltungsgebäude (unter anderem die Hauptverwaltung der Nordmilch AG) und logistiknahe Unternehmen befinden sich in der Flughafenstadt Mitte. In diesem Gebiet war früher auch der Großmarkt, der sich heute in der Überseestadt befindet.

In der Flughafenstadt Ost befinden sich die Kaffeerösterei Melitta, ehemals Karl Ronning, sowie um die Bochumer Straße noch Wohnbebauung.

Huckelriede ist auf der einen Seite (südlich der Kornstraße) durch eine alte Bausubstanz geprägt, auf der anderen Seite sind am Werdersee neue Wohnviertel (seit 1999) entstanden, die den Stadtteil sehr verändert haben, wie zum Beispiel die neuen Wohngebiete Am Dammacker und Buntentorsdeich am Werdersee, die früher Gewerbegebiete waren.

Am Niedersachsendamm befinden sich die Gebäude der Rolandklinik und der Bereitschaftspolizei Bremen sowie die von der Bundeswehr genutzte Scharnhorst-Kaserne.

Der Ortsteil Huckelriede ist überregional durch das Gladbecker Geiseldrama von 1988 bekannt geworden. Damals flohen zwei Bankräuber von einer Filiale der Deutschen Bank in Gladbeck nach Bremen-Huckelriede, wo sie einen Linienbus entführten und dessen Fahrgäste sowie den Busfahrer als Geiseln nahmen.

Der Beirat Neustadt tagt regelmäßig und in der Regel öffentlich im Ortsamt oder in anderen Einrichtungen wie z. B. Schulen. Der Beirat setzt sich aus den auf Stadtteilebene gewählten Vertretern der politischen Parteien zusammen. Die Beiratswahlen finden alle 4 Jahre statt, zeitgleich mit den Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft. Der Beirat diskutieren über alle Belange des Stadtteils, die von öffentlichem Interesse sind und fast hierzu Beschlüsse, die an die Verwaltung, die Landesregierung und die Stadtbürgerschaft weitergeleitet werden. Für seine Arbeit bildet er Fachauschüsse.

Das Ortsamt Neustadt/Woltmershausen ist seit 1946 eine örtliche Verwaltungsbehörde. Es unterstützt den Beirat bei seiner politischen Arbeit. Es soll bei allen örtlichen Aufgaben, die von öffentlichen Interesse sind, mitwirken. Es wird vom Beirat vorgeschlagenen und vom Senat bestätigten Ortsamtsleiter geführt.

Ortsamtsleiter ist Klaus-Peter Fischer.

Im 17. Jahrhundert wurde auf der linken Weserseite um die heutige Alte Neustadt die Festungsanlage ausgebaut. Das Gebiet wurde planmäßig erschlossen. In Ergänzung zur Altstadt entstand eine Neustadt. Huckelriede wurde 1489 als Huckelryde erwähnt. Der Name setzt sich zusammen aus höckerig und riede und bedeutet soviel wie huckelige, sumpfige Niederung. Die Namen der Ortsteile Buntentor und Hohentor kommen von den beiden früheren Stadttoren Bunte Tor und Hohe Tor. Neuenlande war die Bezeichnung für eine alte Flur und dem dortigen Straßendorf aus dem 13. Jahrhundert. Die Gartenstadt Süd und die Gartenstadt Vahr sind die beiden begrünten Ortsteile in Bremen, die nach dem Zweiten Weltkrieg entsprechend englischen und deutschen Vorbildern städtebaulich als Gartenstädte konzipiert wurden.

Im 9.Jahrhundert fand ein Dorf mit dem Namen Ledense Erwähnung, das auf dem Gebiet der späteren Neustadt lag und im 17. Jahrhundert rund 100 Einwohner hatte. Eine erste Weserbrücke an der Stelle der heutigen Wilhelm-Kaisen-Brücke wurde 1244 genannt. Als Süderort wurde das Gebiet am linken Weserufer südlich der Altstadt bezeichnet. 1303 fand eine vorgelagerte Insel als Herrn Alands Werder Erwähnung. Sie gehörte dann dem Fischeramt und war Anlegestelle und Trockenplatz für die Fischer mit der Bezeichnung Fischerschlachte. Das Gebiet der Neustadt war teils im Besitz des Erzstifts Bremen und der Grafschaft Hoya. Eine kleine Wallbefestigung - der Borchwall oder 1303 Borgwall - gab es schon im 14. Jahrhundert.

1489 wurden die Bürger verpflichtet, die Huckelryde als Straße zu finanzieren und 1563/64 konnte dann die neue Heerstraße gepflastert werden als Verbindung zur Straße Am Steinwege, heute Buntentorsteinweg.

1522 wurde zwischen der Kleinen und der Großen Weser vor der Weserbrücke eine Wallbastion gebaut mit einem Zwingturm. Der Wehrturm Herrlichkeitzwinger oder auch Braut genannt fand später als Pulverturm eine Nutzung.

Die Bremer Stadtmauer entsprach im 17. Jahrhundert nicht mehr den den neuesten wehrtechnischen Bedingungen. Der Bereich der Schlachte, jenseits der Neustadt, war unbefestigt, also eine Schwachstelle im Befestigungssystem. Für die Belagerungskriege dieser Zeit, mit stärker werdenden Kanonen, war es erforderlich, die Bremer Befestigung vollkommen umzubauen. Es erfolgte ab 1601 ein Ausbau des Befestigungssystems nach Plänen von Johan van Rijswijck, der sich für eine Befestigungsanlage „mitt sieben Bollwerken“ auf der Neustadtseite aussprach. Erst 1623 – der Dreißigjährige Krieg hatte begonnen – wurden die Anlagen links der Weser auf der Basis der Pläne von Rijswijck und Johan van Valckenburgh in Angriff genommen und 1627 mit zunächst sieben Bastionen vollendet. Es folgte 1664 ein achtes Bollwerk auf dem Tanzwerder, dem heutigen Stadtwerder. In der Neustadt gab es nur zwei Durchlässe von 1630 durch den Wall, das prächtige Hohe Tor und das schmucklose Süder-Tor, später als das Bunte Tor bezeichnet. Die Fuhrleute konnten in den Wirtshäusern am Hohen Tor Wappen von Osnabrück oder Stadt Hannover sowie im Goldenen Löwen am Bunten Tor übernachten. Heute erinnern Hohentorsplatz, Hohentorsstraße Hohentorskirche sowie der Ortsteil Buntentor und der Buntentorsteinweg an die beiden Tore und die Bastionsstraße an eine der Bastionen.

Die Bremer Neustadt wurde weniger aus Platzbedarf angelegt, vielmehr um Bremen und seinen Hafen ringsherum durch Befestigungsanlagen zu schützen. Diese Befestigungsanlage hatte nur eine Bewährungsprobe zu bestehen, als 1666 die Schweden die Stadt erfolglos auf der linken Weserseite belagerten.

Das Gebiet der heutigen Alten Neustadt war zunächst nur sehr dünn besiedelt. Da die Neustadt nur schleppend besiedelt wurde, erlässt der Bremer Rat 1642 Privilegien für die Neustadt, u.a ein unentgeltliches aber eingeschränktes Bürgerrecht. Die St.-Pauli-Gemeinde residierte seit 1635 zunächst nur in einem Wohnhaus. 1679/82 erfolgte der Bau der St.-Pauli-Kirche. Schon ab 1640 gab es nahe der Kirche die St. Pauli-Kirchspielschule. Sie erhielt 1648 ein Schulhaus. Die Besiedlung erfolgte zuerst im Bereich der Oster-, Wester- und Brautstraße Durch einen Blitzschlag explodierte 1739 der Herrlichkeitzwinger (Braut). Er wurde vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut. Brautstraße und die kleine Brautbrücke erinnern jedoch an den Turm. Noch waren große Gebiete der Alten Neustadt lediglich Gartenland.

Um 1760 begann Am Steinwege, dem heutigen Buntentorsteinweg, eine Bebauung für die Zigarrenmacher, Fuhrleute und Arbeiter.

Die Befestigungsanlagen war um 1800 nicht mehr zeitgemäß. Sie wurde ab 1802 abgetragen und es entstanden vielfach Gemüsegärten. Ab ca. 1819 standen neben den zwei Toren jeweils die 1944 zerstörten klassizistischen Säulengebäude als Wacht- und Akzise-Häuser. Das Hohe-Tor wurde 1823 und das Bunte-Tor 1861 abgerissen. 1812 hatte die Neustadt 7.521 Einwohner. 1822 entstand der noch private Buntentorsfriedhof, der 1940 von Bremen übernommen wurde.

Schulen: Die St. Pauli-Kirchspielschule erhielt 1804 einen Neubau an der Osterstraße. 1857 und 1868 folgten Erweiterungsbauten. 1909 wurde die schule von Bremen übernommen. Als Nebenschule entstanden die Bulthauptschule am Neustadtswall und die Schule am Buntentorsteinweg. Die Bulthauptschule befand sich Mitte des 19.Jh. in der Großen Johannisstraße 182, Weserstraße 77, und Westerstraße. 1862 eröffnete unter Leitung von Friedrich Heinrich Bulthaupt die Volksschule am Neustadtswall für 532 Schüler den Unterricht. Schulerweiterungen folgten 1864, 1869, 1887 und 1891. Die Schule ist 1944 zerstört worden.

Am Buntentorsteinweg wurde ab 1807 in einem angekauften Haus unterrichtet. 1825 wurde ein erstes Schulgebäude errichtet und 1862 ein 6-klassiger Neubau für 482 Schüler der ständig erweitert werden musste. Der erhaltene dreigeschossige Neubau stammt von 1909, die Turnhalle von 1890. Die öffentliche, erhaltene Schule an der Kantstraße entstand 1892 zur Entlastung der vorgenannten Freischulen.

Der Bau der Eisenbahnbrücke erfolgte 1866. Dann folgte 1872 der Bau der Kaiserbrücke an der Stelle der heutigen Bürgermeister-Smidt-Brücke. Ein Wasserwerk - die Umgedrehte Kommode - entstand 1873 auf dem Stadtwerder. 1875 fand die Eingemeindung von Buntentor statt. Der Neustadtsgraben wurde 1891 bis auf die Piepe und dem Hohentorshafen zugeschüttet und stattdessen darauf Grünanlagen, Exerzierplätze und Kasernen angelegt.

Friedrich Ebert, der spätere Reichspräsident, eröffnete 1894 in der Brautstraße eine Kneipe, die ein Zentrum gewerkschaftlicher und politischer Aktivitäten war. Das Technikum, die heutige Hochschule Bremen, entwickelte sich zunächst im Schulgebäude an der Kleinen Allee. 1906 konnte das noch bestehende Gebäude an der Langemarckstraße bezogen werden.

1905 hatte die Neustadt 13.708 und die südliche Vorstadt 28.461 Einwohner. Das Gebiet zwischen Buntentorsteinweg und Woltmershausen wurde mit Reihenhäusern unterschiedlicher Größe für die Kleinbürger und Arbeiter bebaut. Die erhaltene Schule an der Oderstraße wurde 1909 als Volksschule und die Schule an der Mainstraße 1913 als Hilfsschule (heute Förderzentrum) eingeweiht.

Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden auf dem Stadtwerder Kleingärten und der sozialen Wohnungsbaus, an der Friedrich-Ebert-Straße und der Kornstraße minderte bis 1933 die dringenste Wohnungsnot. Das Neuenland wurde 1921 in die Stadt Bremen eingemeindet. Die Industrieansiedlung und der Bau des Flughafens begann. 1923 war die Gründung der Focke-Wulf-Werke auf dem Neuenlander Feld.

Während der NS-Zeit entwickelt sich das Focke-Wulf-Werk zum Großbetrieb der Rüstungsproduktion. Der jüdische Metallwarenhändler Heinrich Rosenblum (Thedinghauser Straße) und die Fahrradhändlerin Selma Zwienicki (Hohentorstraße) wurden bei den Novemberpogrome 1938 in der sogenannten Reichskristallnacht von der SA ermordet.

Ab 1935 entstand ein Wohngebiet an der Huckelrieder Straße. Das Gebiet wurde danach bald Huckelriede genannt. Hier entstanden 1935/36 auch die Hindenburg-Kasernen. Der Bau der dritten Straßenbrücke war von 1936 bis 1939 an der Stelle der heutigen Stephanibrücke. Die Luftangriffe 1944/45 zerstörten den überwiegenden Teil der Alten Neustadt. Alle Weserbrücken wurden von der Wehrmacht in den letzten Kriegstagen gesprengt.

Wie im Bremer Westen begann in der Neustadt in den 1950er Jahren der Wiederaufbau. An der Weser dehnten sich Industrie- und Gewerbebetriebe aus, z.B. Haake-Beck, Beck & Co., Hachez, Jacobs. Ab 1956 erfolgte der Bau der Gartenstadt Süd. In Huckelriede entstand 1949 die private Roland-Klinik und ab 1952 belegte die Bereitschaftspolizei die daneben liegenden Kasernen. Der Werdersee - als Flutrinne für die Weser - wurde 1953–56 angelegt. Der dabei ausgebaggerte Sand war das Basismaterial für den neuen Huckelrieder Friedhof von 1956. Das Gymnasium und Schulzentrum Huckelriede wird in Abschnitten von 1961 bis 1967 gebaut.

Die Focke-Wulf-Werke durften ab 1956 wieder Flugzeuge produzieren. 1961 fusionierten die beiden Bremer Flugzeughersteller Focke-Wulf-Flugzeugbau GmbH und Weser-Flugzeugbau GmbH. Sie gliederten die Raumfahrtabteilungen aus und gründete die Firma ERNO.

1960 hatte die Neustadt 74.231 Einwohner.

Ab 1999 erfolgte der Umbau des Flughafens Bremen und der Ausbau des Wirtschaftsstandortes Airport City. Durch die Verlängerung der Stadtbahnlinie und dem Bau der Autobahn A 281 (2008) wurde das Gebiet besser erschlossen.

Der Teerhof - im Krieg fast vollständig zerstört - wurde von 1990 bis 2008/09 mit Wohn- und Geschäftshäusern bebaut. Eine Fußgängerbrücke verbindet seit den 1990er Jahren die Halbinsel mit der Altstadt.

Durch verschiedene neue Gebietseinteilungen besteht keine genaue Folge der Einwohnerentwicklung.

Der Ortsteil Alte Neustadt ist zu Weserseite geprägt durch die Industrie- und Gewerbebetriebe, zu denen u.a. die Brauerei Becks und Haake-Beck gehören. Außerdem sind das Zollamt Hohentor und die Unternehmen Hachez und Kraft Foods hier ansässig. Im Ortsteil Neuenland befindet sich der Flughafen Bremen mit den Großbetrieben der Flugzeug- und Raumfahrtindustrie wie Airbus und ERNO. Am Flughafen hat sich seit den 1990er Jahren eine "Flughafenstadt" mit vielen Dienstleistungsunternehmen entwickelt. Zwischen der Bundesstraße B 75/Duckwitzstraße und dem Flughafen befindet sich das große Gewerbegebiet Ochtum. Das Gewerbegebiet zwischen Warturmer Damm und Duckwitzstraße ist Standort eines großen Einkaufszentrums. An der Neuenlander Straße (Bundesstraße B 6) haben sich u.a. verschiedene Einkaufsmärkte angesiedelt.

Weiterhin sind das Rote-Kreuz-Krankenhaus an der Kleinen Weser, die Roland-Klinik in Huckelriede sowie die Bremer Straßenbahn AG am Flughafendamm größere Arbeitgeber.

Der Stadtteil Neustadt ist ansonsten ein durchmischter Wohnstadtteil mit mehreren Einkaufszonen an der Langemarckstraße, Pappelstraße, Friedrich-Ebert-Straße, Kornstraße und am vorderen Buntentorsteinweg. Viele Dienstleistungs- und kleine Handwerksbetrieben sowie Gaststätten und einige kulturellen Einrichtungen ergänzen das Stadtbild. Die Ortsteile Gartenstadt Süd, Huckelriede und der stadtfernere Bereich vom Buntentor sind Wohnquartiere.

Die Neustadt wird durch die Autobahn A 281 durchquert. Die Neustadt kann erreicht werden über die Autobahn A 1, Abfahrten HB-Arsten und Brinkum und über die Autobahn A 28 von Oldenburg via Bundesstraße 75 von Huchting über Mitte Richtung Autobahn A 27, Abfahrt HB-Überseestadt, nach Bremen-Nord und Bremerhaven. Die Haupterschließungstraßen sind neben der B 75 in der Nord-Süd-Richtung die Langemarckstraße und die Friedrich-Ebert-Straße und in der Ost-West-Richtung die Westerstraße und der Buntentorsteinweg, die Korn-/Lahnstraße sowie die Neuenlander Straße (Bundesstraße 6).

An der Kleinen Weser und vorbei am Werdesee führt auf dem Deich ein durchgehender Weg von der Neustadt via Huckelriede nach Habenhausen.

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Source : Wikipedia