Neuhaus

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Geschrieben von bishop 10/04/2009 @ 21:11

Tags : neuhaus, niedersachsen, deutschland

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Neuhaus

Neuhaus ist ein häufiger Ortsname im deutschsprachigen Raum.

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Neuhaus im Solling

Einfallstraße nach Fohlenplacken, aus Holzminden kommend

Neuhaus im Solling ist ein im Solling gelegener Stadtteil von Holzminden im Landkreis Holzminden in Niedersachsen (Deutschland).

Das als „heilklimatischer Kurort“ beworbene Neuhaus im Solling, zu dem der kleine Ortsteil Fohlenplacken gehört, erstreckt sich auf einem Gemarkungsgebiet von 5.150,84 ha Fläche und hat 1.441 Einwohner (inkl. der Zweitwohnsitze).

Das in Südniedersachsen gelegene Dorf Neuhaus im Solling liegt auf etwa 350 bis 380 m ü. NN im Hochsolling. Es befindet sich im Naturpark Solling-Vogler 9,75 km süd-südöstlich von Holzminden, knapp 2,5 km südwestlich von Silberborn, knapp 10 km östlich von Höxter, 13 km nordwestlich von Uslar und knapp 13 km west-südwestlich von Dassel (Entfernungen jeweils Luftlinie).

Durch Neuhaus im Solling verlaufen die Holzminde, ein südöstlicher Nebenfluss der Weser sowie die Dölme, ein kleiner nördlicher Zufluss der Ahle. Im Dorf kreuzt die Bundesstraße 497, die von Holzminden im Nordwesten nach Uslar im Südosten führt, die Landesstraße L 549, die von Boffzen im Westen über Silberborn nach Dassel im Ost-Nordosten verläuft. Von Uslar über Neuhaus im Solling nach Boffzen führt ein Abschnitt der Deutschen Märchenstraße („Frau-Holle-Route“).

Der zu Neuhaus im Solling gehörende Ortsteil Fohlenplacken, liegt als kleines Dorf rund 1,5 km (Luftlinie) nordwestlich vom Ortskern an der entlang der Holzminde nach Holzminden führenden Kreisstraße K 50 auf 295 bis 340 m Höhe.

Neuhaus im Solling ist umgeben von dichten Wäldern sowie von Wiesen und Weiden des Sollings. Der unweit östlich befindliche Moosberg (513 m; mit Aussichtsturm Hochsolling) ist der dritthöchste Berg des Mittelgebirges Solling, dessen höchste sind die etwas weiter nordöstlich befindlichen Berge Große Blöße (527,8 m) und Großer Ahrensberg (524,9 m).

Etwa 3 km südlich von Neuhaus – an einem großen Wiesengelände nahe der Ahlequelle – befand sich ein durch einen Mönnekendamm aufgestauter Möncheteich, der zur Planung des Klosters Hethis gehört haben soll. Kaiser Ludwig der Fromme soll hier den Platz für das erste Kloster im Sachsenland 816 bestimmt haben. Wegen der Unwirtlichkeit der Gegend wurde es allerdings 822 von den Benediktiner-Mönchen wieder aufgegeben und im Weserwinkel bei Höxter als Nova Corbeia (Corvey) neu errichtet.

Seit dem späten 16. Jahrhundert ist an der Stelle der heutigen Ortschaft Neuhaus im Solling ein landesherrlicher Viehwirtschaftshof (Molkenhaus, später Allersheimisches Amtsvorwerk) nachweisbar. Daneben erbaute Herzog Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel 1599 das Neue Haus, das älteste der eigentlichen Jagdschlösser der braunschweigischen Herzöge. Von der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten umfangreichen Anlage sind nur noch die Grundmauern des Forsthauses erhalten.

Seit den sogenannten welfischen Teilungen im 17.Jhd. verlief ungefähr entlang der Holzminde und der Dölme die Landesgrenze zwischen dem Herzogtum Braunschweig im Nordwesten und dem Königreich Hannover im Südosten. Beiderseits dieser Grenze entwickelten sich zwei voneinander unabhängige Dörfer; beide mit dem Namen Neuhaus.

1760 wurde auf der hannoverschen Seite die seit dem ausgehenden Mittelalter mit dem Schloss und Amt Nienover verbundene landesfürstliche Stüterei nach Neuhaus verlegt. In ihr wurden im 19. und 20. Jahrhundert die berühmten hannoveranischen Kaltblüter Isabellen gezüchtet.

Mit dem gesamten Königreich Hannover fiel das hannoversche Neuhaus 1866 an Preußen und gehörte fortan zur preußischen Provinz Hannover.

Im Dezember 1910 hatte das braunschweigische Neuhaus 328 Einwohner und das hannoversche Neuhaus 171 Einwohner.

Genau wie Silberborn gehörte das hannoversche Neuhaus von 1885 bis 1932 zum Landkreis Uslar. Dieser wurde 1939 in den Landkreis Northeim eingegliedert, so dass das Dorf fortan zu diesem Landkreis gehörte. Das braunschweigische Neuhaus gehörte seit 1833 zum Landkreis Holzminden.

Am 20. Mai 1956 kommt es zu einer Brandkatastrophe im Hotel Düsterdiek. In dem Fachwerkgebäude kommen 7 Personen ums Leben und 13 weitere werden schwerverletzt.

1959 übernimmt die Volksbank Holzminden eGmbH die Spar- und Darlehnskasse Neuhaus eGmbH. Ab 1970 Umbenennung in Volksbank Weserbergland eG.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1962 wurden durch Beschluss des niedersächsischen Landtages die drei Gemeinden Fohlenplacken, Neuhaus/Kreis Holzminden und Neuhaus/Kreis Northeim zusammengeschlossen und dem Landkreis Holzminden zugeordnet.

1965 hatte Neuhaus rund 1.500 Einwohner.

Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde zusammen mit Silberborn in die Stadt Holzminden eingegliedert.

Am 8. November 1982 stürzte während eines Manövers ein US-Kampfflugzeug vom Typ F-4M Phantom II im Tiefflug in einem Waldgebiet nur 150 Meter nahe der Grundschule ab. Dabei kamen die beiden Piloten Colonel Gerald R. Linn und Captain Daniel K. Raichlen vom 52. US-Jagdgeschwader ums Leben.

Auch wenn der Tourismus im Solling nicht mehr so eine dominierende Rolle spielt wie in den 1960er oder 1970er Jahren, so ist er neben der Holzwirtschaft immer noch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, denn beispielsweise locken angenehmes Mittelgebirgsklima, zahlreiche Wanderwege und der in den 1960er Jahren gegründete „Wildpark Neuhaus“ Touristen an. Zudem wird jährlich die traditionsreiche „Hubertusjagd“ mit der Niedersachsenmeute in Neuhaus im Solling ausgerichtet, die zahlreiche Besucher und Naturinteressierte anlockt. Bei dieser „Hubertusjagd“ handelt es sich um eine simulierte Parforcejagd, bei der keine lebenden Tiere gejagt werden. Im Ort gibt es einige Hotels, Pensionen und Privatquartiere.

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Neuhaus (Oste)

Wappen der Gemeinde Neuhaus (Oste)

Neuhaus ist eine an der Oste gelegene Gemeinde im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen.

Die Besiedelung fand um 1000 nach Christus auf den Wurten rund um die Aue, Oste und Elbe statt, der heutige Deich und die Deichstraße in Neuhaus gehörten auch dazu, da sie aus ehemaligen Wurten besteht. Schon 1100 wurde Bülsdorf damals „Bulcenthorp“ genannt, ein westlich gelegener heutiger Ortsteil von Neuhaus schriftlich erwähnt.

Die erste in dieser Gegend durch die Bremer Erzbischöfe gebaute Burg, die Schlickburg, („Slikborch“) wurde an der Einmündung der Aue in die Oste gebaut. Sie war der Sitz des erzbischöflichen Vogts. Diese Burg ist von 1371 bis 1389 urkundlich beweisbar, da Erzbischof Albert, ein unfähiger Regent, immer in Geldnot war und sie an die Städte Bremen, Stade und Buxtehude verpfändete, bevor sie von den Kehdingern und Hadlern zerstört wurde, um die Vorherrschaft der Bremer Erzbischöfe zu verhindern.

1404 errichtete der Nachfolger Erzbischof Otto II. am rechten Aueufer eine neue Burg mit dem Namen „dat Nygehus“ (das neue Haus), womit Neuhaus erstmals urkundlich erwähnt wurde. Auch diese Burg wurde von den Nachbarn 1420 dem Erdboden gleich gemacht. Auch wenn „dat Nyehus“ die Bezeichnung Burg trug, werden es, wie im Elbe-Wesergebiet üblich, etwas größere Fachwerkgebäude aus Holz und Ziegel mit einem Palisadenzaun und einem Wassergraben gewesen sein. Die umliegenden Marschbewohner schlossen sich 1423 zu einem förmlichen Bündnis zusammen. Dieses Bündnis umschloss das ganze Land Kehdingen mit den Kirchspielen Bülkau, Oppeln, Belum und Bülsdorf, das nur diese eine Mal als Kirchspiel bezeichnet wurde. Ob es eine Kirche im „Kirchspiel Bülsdorf“ gegeben hat, ist nicht nachzuweisen. Da ein „Kirchspiel Bülsdorf“ allerdings ohne Kirche nicht vorstellbar ist, muss sie im 15. Jahrhundert zerstört worden sein, da um diese Zeit die Kirche nach Kehdingbruch eingepfarrt wurde.

Sein Nachfolger, Erzbischof Balduin II., baute 1435 darauf hin ein Gebäude mit der Bezeichnung „Schloss“, obwohl sein Vorgänger den aufgebrachten Marschbewohnern gelobt hatte, nie wieder ein Bollwerk als Bedrohung der Kehdinger zu errichten. Es wurde an der Aue nun mitten im Dorf gebaut und ob es eher ein Schloss oder eine Burg war ist umstritten. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde es öfter von den Hadlern, Wurstner und Kehdingern zerstört und im 18. Jahrhundert nicht wieder aufgebaut. Heute ist der ehemalige Burghügel umgeben vom Schlosspark mit einem großen Kriegerdenkmal noch gut zu erkennen.

Verschiedene Kampfhandlungen sind überliefert, die wichtigste war der Kampf um das sogenannte „Land Bülkau“, in dem die Kirchspiele Bülkau, Oppeln, Kehdingbruch und Belum ihre Freiheit gegenüber dem Bremer Erzbischof Christoph von Braunschweig und die Angliederung an das Hadelner Land verwirklichen wollten. Der Hadler Landesherr, der Herzog Magnus von Sachsen Lauenburg unterstützte diese Bemühungen. Trotz dessen Hilfe gelang es dem Erzbischof, das Land Bülkau zu unterwerfen. 1516 wurden Verträge über die Abgaben der rebellischen Kirchspiele zwischen dem Erzbischof und dem von Sachsen Lauenburg geschlossen, der allerdings keine Strafe sondern nur eine Wiederherstellung alter Verträge war. Allerdings hielt sich der Herzog nicht an den Vertrag und plünderte das Erzstift und die Burg Neuhaus. Zwar wurde die Burg schnell wieder aufgebaut, da dem Erzbischof allerdings stets Geld fehlte, verpfändete er einzelne Teile des Erzstifts. Um 1540 wurde auch das Schloss Neuhaus und alle dazugehörigen Einkünfte an Johann von Münchhausen für 4000 Goldgulden verpfändet. Durch eine Sondersteuer wurde es 1544 zwar ausgelöst, allerdings schon am 9 Juni 1547 von dem protestantischen Heerführer Graf Albrecht von Mansfeld im Schmalkaldischen Krieg ohne Kampf besetzt. Fast ein Jahr später konnten die Truppen des Bremer Erzbischofs das Schloss wieder leicht zurück erobern.

Das Schloss wurde zum wichtigsten Außenposten der Bremer Bischöfe. Um ihre Macht zu stärken, wurde es zum Verwaltungssitz des „Amtes Neuhaus“ mit seinen Beamten, erst Vogt, später Amtmann oder Drost genannt, und überdauerte alle Widerstände des Mittelalters. Die Grenzen des Gebietes waren im Norden die Nordsee, im Osten das Land Kehdingen und das Kirchspiel Osten, im Süden die Börde Lamstedt und im Westen das Land Hadeln. Es umfasste die Kirchspiele Belum, Bülkau, Cadenberge, Geversdorf, Kehdingbruch, Oberndorf und Oppeln.

Die Entstehung großer Siedlungen wurde erst durch die Eindeichung der Oste 1478 möglich, wobei die vorhandene Wurt genutzt wurde, sowie durch den Bau von zwei Schleusen in der Aue. Nun siedelten hier nicht nur Bauern, Meiern und Kötnern, sondern schnell auch Schiffer und Fischer, Kaufleute und Handwerker, und eine städtische Gesellschaft entstand im Flecken Neuhaus. Weil die Oste damals der schnellste Weg nach Bremervörde, der Residenz des Erzbischofs, war, wurde Neuhaus 1502 als Zollstation ausgebaut.

Ende des 16. Jahrhunderts trug der Ortsvorsteher schon den Namen „Bürgermeister“. Von 1645 bis 1681 gehörte die „Herrlichkeit“ (heute noch ein Straße) Neuhaus als Lehen der schwedischen Krone unter der Familie von Königsmarck.

Nach den Kriegen, die Neuhaus wegen der Belumer Schanze, einem strategisch wichtigen und somit umkämpften Platz ganz in der Nähe der Ostemündung, hautnah mitbekommen hatte, begann Ende des 17. Jahrhunderts eine ruhigere Zeit.

Seit 1740 wichtige Poststation, vorher schon Verwaltungsmittelpunkt, wurde der Neuhäuser Hafen zur wichtigsten Drehscheibe der Gegend für den Handel mit Waren und Rohstoffen. Er wurde Ausgangspunkt von Reisen, die damals zu Wasser weniger beschwerlich waren als zu Land. So schätzte der in Hadeln sehr geehrte Johann Heinrich Voß den kleinen Neuhäuser Hafen in seiner Otterndorfer Zeit ab 1778 und auch später noch für Besuche.

War bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts das Fortkommen auf der Straße noch sehr mühsam, so änderte sich das danach schnell. 1847 wurde die Poststraße von Stade nach Ritzebüttel, heute ein Stadtteil von Cuxhaven, fertig gestellt, ein Vorläufer der heutigen Bundesstraße 73. Vor dieser Zeit war die Postkutsche nur zwei bis drei mal pro Woche unterwegs gewesen, nun fuhr sie täglich von Stade nach Cuxhaven. Um 1850 gab es nur die Verbindung nach Cadenberge und Otterndorf. Die Marschenstraßen waren aufwändig zu bauen und zu pflegen. Um 1860 kam die Straße über Geverstdorf nach Freiburg dazu und um 1871 die gut ausgebaute Straße nach Bülkau über Intzenbüttel und Kehdingbruch. Seit 1853 brachte in den Sommermonaten drei mal pro Woche ein Dampfschiff Reisende aus Hamburg nach Neuhaus, die per Kutsche weiter ins Hadler Land fuhren.

Der Hafen war wegen der Zollstation für Neuhaus lange Zeit die wichtigste Einnahmequelle. 1834 machten 4.804 Schiffe in Neuhaus fest. 1.629 davon waren dänisch bzw. holsteinisch, da Holstein zu jener Zeit zu Dänemark gehörte, 533 kamen aus Hamburg, 25 aus dem Oldenburgischen und 16 aus England. Der überwiegende Teil exportierte Getreide, Raps, Torf und Ziegelsteine. Nur 175 einheimische und 53 fremde Schiffe brachten Kolonial- und Manufakturwaren nach Neuhaus. Dazu gehörten roher Zucker und Tabak, Eisen, Holz und Steinkohle. Elf weitere Schiffe suchten Schutz vor dem Wetter auf der Nordsee.

Bis 1834 musste Neuhaus angelaufen und alle zu verzollende Ware in der Zollstation angegeben werden. Dadurch hatten viele Handwerker an den Schiffen verdient, Segelmacher, Pumpenmacher, Kupferschmiede und Schönfärber. Sie alle verloren durch die Einführung des Zollschiffes, das ab 1834 in der Ostemündung lag, ihr Auskommen. In den nächsten Jahren überlebten nur ein Seiler, ein Drechsler, ein Bierbrauer und ein Branntweinbrenner, die heute noch existierende Firma Ulex. Alle anderen wie Schlachter, Bäcker oder Schneider, Blechschläger oder Lohngerber, verdienten immer weniger, und die Armenlasten des Kirchspieles stiegen deutlich an.

Die Kirchenspielversammlung wie auch das Amt versuchten, das Finanzministerium zur Abschaffung des Zollschiffes zu bewegen. Sie hatten keinen Erfolg, da durch die genauere Kontrolle des Schiffsverkehrs die Einnahmen aus den verschiedenen Zöllen rapide gestiegen waren. Eine Verlegung des Zollschiffes an die Auemündung und somit dichter an Neuhaus brachte keinen Nutzen und wurde nach drei Jahren wieder rückgängig gemacht.

1858 waren nur noch 15 Seeschiffe, darunter Galeasever, Galliote sowie ein Kuffschiff, ein Schooner und eine Brigg, die bis nach England fuhren und eine Tragkraft von bis zu 262 Tonnen hatten, 1871 nur noch 8 Seeschiffe in Neuhaus beheimatet. Zu diesen Schiffen wurden nicht die Ewer gerechnet, die mit ihrer geringen Tragfähigkeit von 20 bis 40 Tonnen oft nur auf Oste und Elbe verkehrten. Ihre Anzahl wurde 1871 mit 16 Stück angegeben.

Der Rückgang ließ sich nicht aufhalten, waren es 1862 noch 570 Schiffe, so landeten 1892 nur noch 255 gedeckte Schiffe in Neuhaus an. Diese und 50 weitere offene Schiffe hatten einen Rauminhalt von 15.523 m³.

Der Neuhäuser Hafen wurde oft umgebaut (zuletzt 2005) und erweitert. 1863 bestand er nicht nur aus dem heutigen kleinen Hafen, damals zählten auch die Anlandestellen an den Außenfleten, den beiden Aueschleusen und einigen Prielen, die von diesen abführten, dazu. Am südlichen Hafen wurde auf Kosten der Kötnerrei ein „Kajung“ mit 8m hohen und sehr dicken Holzpfählen errichtet. Von diesem Kajung führten zwei Treppen zum Wasser. Ein eiserner Kran, ein großer Löschplatz und mehrere so genannte Landepfosten zum Anbinden der Schiffe rundeten den Hafen ab.

In einer Legende wird beschrieben, warum der ehemalige Neuhäuser Bahnhof der Niederelbebahn nicht im Ort, sondern zwischen Neuhaus und Kehdingbruch liegt. Es heißt, die Neuhäuser hätten Angst vor dem dampfenden Lokomotive und vor einer Explosion des Ungetüms gehabt, oder aber davor, dass die Fuhrwerkstiere scheuen und somit viel Unruhe in den Flecken bringen könnten.

Tatsächlich aber war der Grund für die Streckenführung der Bahnlinie rein wirtschaftlicher Natur. In der Planungszeit, als die Vermesser durchs Land zogen, wandten sich die Neuhäuser Amtmänner an die zuständigen staatlichen Stellen, man möge bei der Planung der Bahnstrecke zwischen Harburg und Cuxhaven den Flecken Neuhaus mit einbeziehen, da es für den Ort eine große wirtschaftliche Bedeutung haben würde. Sie versuchten, den Bahnhof dicht am Ortskern sowie einen Schienenstrang direkt in den Hafen legen zu lassen.

1872 gab es einen Briefverkehr zwischen dem Amt Neuhaus und der Cuxhavener Eisenbahn-, Dampfschiff und Hafen AG, die die Stecke bauen wollte. Sie sei nicht abgeneigt, die Strecke so zu führen, wie es die Neuhäuser wünschten, wenn die Neuhäuser sich an den Kosten der immerhin 1900 m längere Strecke beteiligen würden. Diese Beteiligung wäre zum einen die Baukosten von 100.000 Taler gewesen, plus die Mehrkosten im Betrieb von 7600 Talern pro Jahr, was bei 5% Verzinsung ca. 152.000 Taler ausgemacht hätte. Zum anderen sollten die Neuhäuser kostenlos ein Gebäude für den Bahnhof bereitstellen und Erleichterungen beim Landerwerb für die Strecke schaffen.

Die Verhandlungen mit der Eisenbahngesellschaft verzögerten den Bau der gesamten Strecke, führten aber zu keiner positiven Einigung und so wurde die kürzeste Strecke zwischen Cadenberge und Otterndorf gebaut, 2,5 km weit von Neuhaus entfernt. Die Strecke wurde am 11. November 1881 für den Betrieb freigegeben.

Die größte Ansiedlung Neuhaus wurde 1858 mit 266 Wohnhäusern und 1.904 Einwohnern gezählt. 1821 waren es erst 237 Häuser mit 1.541 Einwohnern gewesen. Zwar wurden 1885 mit 290 Häusern die meisten gezählt, allerdings nur noch 1.738 Einwohner.

Die Entwicklung von Neuhaus lässt sich am besten an den ortsansässigen Firmen ersehen. Bis 1868 bestand die Rübölfabrik des Dietrich Plate. Die Papierfabrik des Eduard Plate stellte Strohpapier für Hamburg, später auch für England und Südamerika her. 1873 produzierten hier 32 Arbeiter und 8 Arbeiterinnen mit drei Dampfmaschinen a 40 PS und zwei Papermaschinen über 525 Tonnen Papier. Als Grundstoff wurde das um Neuhaus reichlich vorhandene Roggen und Weizenstroh verwendet.

Die Tabakfabrik Wilh. Ulex produzierte zur gleichen Zeit mit 76 Arbeitern über 1450 Zentner Rauch- und Kautabak sowie 1,25 Millionen Zigarren. An diesem hohen Ausstoss waren selbständige Zigarrenarbeiter beteiligt, die schon 1691 als „Tabakspinner“ erwähnt wurden. Zur Firma Wilh. Ulex Söhne gehört bis heute eine Wein- und Spirituosenhandlung. Seit dieser Zeit wird Schnaps gebrannt, seit 2005 auch eigenes Bier.

In Neuhaus gibt es unter anderem einen Ferienpark mit Wasserskianlage und eine Bootswerft.

Die Reformation hielt früh Einzug in der Gegend. Als Neuhaus noch zum Kirchspiel Geversdorf gehörte, predigten dort die von den Eingepfarrten gewählten Vikare evangelisch, doch schließlich auch der vom Dompropst eingesetzte Pastor Arend Schmidt bis zu seinem Tode 1562 die neuen Lehren. Die Erzbischöfe in Bremen wurden 1567 evangelisch.

Kirchlich gehörte Neuhaus zu Geversdorf. Da die Einwohnerzahl zunahm, kam der Wunsch auf, eine eigene Kirchengemeinde zu bilden. 1621 genehmigte der Erzbischof Johann Friedrich von Holstein den Bau einer Kapelle. Das meiste Geld steuerten die Neuhäuser Marx Stuhr und Maes Goes bei. Der Erzbischof schenkte ein Pfarrhaus, die Gemeinde bezahlte den Prediger, der sonntags predigte und in der Woche die Jugend unterrichtete. Er durfte aber sonst keine Amtshandlungen, wie etwa Taufen oder Beerdigungen durchführen, dafür waren weiterhin die Geversdorfer zuständig. Jahrzehnte lang versuchten die Neuhäuser vergeblich, sich von den Geversdorfern zu trennen, da sie die Baukosten für die Pfarrhäuser und den Kirchturm mitbezahlen mussten.

Nach dem Dänisch-Schwedischen Krieg versuchten die Neuhäuser erneut, eine Trennung von Geversdorf zu erreichen. Gründe waren, dass 1660 die Bevölkerungszahlen von Neuhaus und Geversdorf gleich waren, der Weg zu den kirchlichen Amtshandlungen auf schlechten Marschwegen beschwerlich war, und dass die Neuhäuser auch schon ein Schulhaus samt Schulmeister hatten. Dank der Hilfe von Cord Christoph v. Königsmarck, eines Sohnes von Hans Christoph, verfügte die schwedische Regierung in Stade das Einholen eines Gutachtens. In diesem Gutachten, verfasst von der theologischen und juristischen Fakultät der Universität Jena, wurde 1667 Neuhaus zu einem eigenen Kirchspiel erhoben. Der Graf Königmarck schenkte der Gemeinde 1550 Reichstaler in Kapitalien und Ländereien für den Unterhalt des Pastors, auch ließ er ein Jahr drauf eine große Glocke gießen, seine Gemahlin stiftete den Taufstein.

Die heutige Emmauskirche wurde erst 1729 eingeweiht. In dem Selbstbewusstsein der Bürger des zu dieser Zeit bedeutenden Amtes Neuhaus wurde eine für dieses kleine Dorf sehr aufwändige Backsteinbarockkirche gebaut. Aus den Resten dieser Kapelle wurde die Eingangshalle der Emmauskirche erbaut und große Teile des Inventars übernommen. Zu diesen Kostbarkeiten gehört der Taufstein, 1989 restauriert, das alte Altarbild, die reichlich verzierten Abendmahlkelche und die Epitaphien der ersten beiden Pastoren von 1667, sowie die in Deutschland nur noch zweimal in ähnlicher Form existierenden sehr feinen Gipsschnitzereien aus den Anfängen des 18 Jahrhunderts. Sie zeigen in einem nur 48 cm langen ovalen Medaillon die Kreuzigungsdarstellung mit einer mehr als hundertköpfigen dramatisch bewegten Trauermenge vor den Toren Jerusalems. Im Jahr 1989 fanden die Restauratoren auf der Emporenbrüstung unter dem bisherigen Anstrich ein gut erhaltenes Gemälde. Die am besten und vollständigsten erhaltene Orgel des Stader Orgelbauers Dietrich Christop Gloger von 1744/45 steht in der Emmauskirche. Die Hamburger Orgelbauwerkstatt Rudolf von Beckerath restaurierte die Orgel 1972. 1990 wurden auch die vier Keilbälge der Orgel wieder hergestellt.

Im 18. und 19. Jahrhundert gab es in Neuhaus eine eigene jüdische Gemeinde. Der jüdische Friedhof lag am alten Postweg zwischen Neuhaus und Lamstedt in der Wingst.

Heute gibt es einen Königssaal der Zeugen Jehovas.

Zweimal wurde Neuhaus von der Cholera heimgesucht, beim ersten Mal im September 1834 starben 18 Personen. Fast genau 25 Jahre später, vom 28. August bis 20. September 1859 starben noch einmal 17 Menschen, darunter auch der bekannte Pastor Westphalen. Zu weiteren Cholera-Ausbrüchen kam es nicht, da es nach dem Bau des Neuhaus Bülkauer Kanals kein stehendes Wasser mehr in Neuhaus gab. Zwischen dem Amtshof und der Poststraße, der damaligen Hauptverkehrsader von Neuhaus, gab es einen schmutzigen Graben mit Namen Poggenaue, der als Grundstock für den späteren Kanal diente. Dieser Kanal brachte einen weiteren Verkehrsstrom in das Amt, auf dem nun für die nächsten Jahrzehnte Torf, Kartoffeln und andere Erzeugnisse des Umlandes transportiert wurden. Wichtigster Zweck des Kanals war aber die Entwässerung des Balksees und der Moore in Oppeln und Bülkau.

Die schwerste Sturmflut an der Nordseeküste traf auch Neuhaus. Während der Weihnachtsflut von 1717 brach der Ostedeich an vielen Stellen. Die daraus folgende Überschwemmung traf das Gebiet um die Mühle und Finkenhörne und zerstörte 11 Wohngebäude mit 5 Nebengebäuden, 24 Personen ertranken. Ihre Leichen wurden zum Teil erst Monate später gefunden. Noch am 30. Dezember stand das Wasser in der Kirche.

Im ganzen Amt Neuhaus kamen 557 Pferde, 2254 Stück Hornvieh, 929 Schweine sowie 1413 Schafe zu Tode. Aus diesen Zahlen ist auch ersichtlich, wie viel Getreide, Heu oder auch Torf und Backsteine verloren gingen und wie groß die Armut in den nächsten Jahren war. Es brauchte gut ein Jahrzehnt, um die Lage in den fruchtbaren Marschen wieder zu normalisieren.

Eine weitere schwere Sturmflut ereignete sich am 3. und 4. Februar 1825, allerdings hatte Neuhaus Glück, es wurden nur ein Speicher zerstört und einige Häuser mehr oder weniger geschädigt. So konnten die Bewohner der benachbarten Kirchspiele, die es schwerer getroffen hatte helfen. Es wurde ein Hilfsverein gegründet, besonders zeichneten sich dabei die Kaufleute Wolf und Ulex aus. Sie halfen dabei bis zum 28. Februar 533 Reichstaler, 3 2/3 gute Groschen, bares Geld sowie viele Kleidungsstücke und große Mengen Lebensmittel zu sammeln. So kamen 29 Himten Weizen, 36 Ht Roggen, 26 Ht Hafer, 26 Ht Gerste, sowie 310 Brote, über eine Tonne Bier, ein Anker Kornbranntwein sowie 83 Pfund Speck und Fleisch zusammen.

Der Ostesee ist der Altarm der Oste, liegt etwa 3 km von Neuhaus entfernt und entstand, als das Ostesperrwerk 1967 gebaut und die Oste umgeleitet wurde. Er ist ein Angler-, Surf-, und Badeparadies mit einer Wasserskianlage und einem Ferienpark. Der nördliche Teil des Sees, ca. 5 von 29 ha, ist Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden.

Das Schöpfwerk Neuhaus wurde 1936 gebaut, das Entwässerungsgebiet umfasst ca. 13.000 ha, wovon ca. 5.000 ha auf das Gebiet der Aue und ca. 7.900 ha auf den Neuhaus-Bülkauer Kanal entfallen.

Die beiden heutigen Pumpen haben zusammen eine Förderkapazität von 7.000 Liter pro Sekunde, zwei Drittel davon aus der Hauptpumpe. Sie ist die größte Pumpe im Gebiet des Unterhaltungsverbands Untere Oste (UHV). Da der schlechte technische Zustand der Pumpe nach über 40 Betriebsjahren seit längerem bekannt ist, die rund 1,2 Millionen Euro teure Sanierung jedoch nicht aus den Mitgliederbeiträgen allein finanziert werden kann, versucht der Unterhaltungsverband seit 2005 Gelder aus dem Hochwasserschutzprogramm des Landes Niedersachsen zu erhalten. Trotz Dringlichkeit wurden die Anträge vom Land 2005 sowie 2006 nicht bewilligt. Inzwischen ist eine Sanierung um so dringender geworden, nachdem im Januar 2007 ein großer mechanischer Schaden an der Hauptpumpe aufgetreten und eine Reparatur aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr zu vertreten ist. Trotzdem steht die Bewilligung des Landes für 2007 noch immer aus.

Zur Unterstützung der verbleibenden Nebenpumpe werden bis zur Grundsanierung der Anlage zwei mobile Pumpen mit einer Leistung von je 1100 Liter pro Sekunde eingebaut. Da diese Förderleistung bei extremer Witterung nicht ausreichen wird, kann im Notfall auf weitere mobile Pumpen zurückgegriffen werden. Diese sind zum Teil stromunabhängig und somit sehr schnell einsatzbereit.

Die Grundsanierung der gesamten Anlage wird nach der Bewilligung der Mittel und der Bestellung der Pumpen mindestens 15 Monate beanspruchen. Dies wird zum Teil durch die lange Lieferzeit der beiden neuen Pumpen mit je 4.500 Liter Förderkapazität pro Sekunde bedingt. Zur Grundsanierung gehört außerdem die Erneuerung der gesamten Schaltanlage sowie der Stromeinspeisung, da diese Gerätschaften ebenfalls veraltet sind.

Durch den Ausfall der Hauptpumpe ist ein Abfluss des Wassers durch den Freiflut-Siel bei hohen Wasserständen der Oste nicht mehr möglich. So kann es bei Niederschlag von großen Regenmengen in kurzer Zeit zu hohen Wasserständen in der Aue und besonders im Kanal kommen. Um dieser Gefahr entgegenzutreten, wird die Aue am Schöpfwerk stetig auf ca. 30 cm unter dem normalen Wasserstand abgepumpt, um einen ausreichenden Wasserstauraum vor den Pumpen zu bekommen.

Mit dem Wasser der Aue und des Neuhaus-Bülkauer Kanals wird versucht, den Hafen frei von Schlick zu halten, was in den letzten Jahren nicht mehr vollständig gelingt. Als Ursache wird angesehen, dass sich das Strömungsverhalten der Elbe sowie damit verbunden der Oste und deren Zuflüsse im Bereich des Tiedehubes seit der letzten Elbertiefung verändert und die Schlickablagerung zugenommen hat.

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Amt Neuhaus

Wappen der Gemeinde Amt Neuhaus

Amt Neuhaus ist eine Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Lüneburg an der Elbe, die vor allem dafür bekannt ist, früher zur DDR, seit 1993 aber zu Niedersachsen und damit einem der alten Bundesländern zu gehören.

Das Gebiet der Gemeinde liegt im Urstromtal der Elbe, zwischen den Naturparks Mecklenburgisches Elbetal und Elbufer-Drawehn. Im nördlichen Bereich wird die Gemeinde von der Sude durchquert. In die Sude mündet bei Sückau die Rögnitz, nachdem sie von Südosten auch das Gemeindegebiet durchflossen hat. Hauptfließgewässer in der Gemeinde ist neben der Elbe, die die südwestliche Gemeindegrenze bildet, die parallel dazu verlaufende Krainke. Diese entspringt bei Tripkau und fließt nordwestlich bis zur Mündung in die Sude durch die meisten Orte der Gemeinde, so durch Kaarßen, Zeetze, Stapel und Neuhaus entlang der Carrenziener Heide, einem etwa 4500 Hektar großen Waldgebiet. Dem Verlauf der Krainke folgt auch die Bundesstraße 195. Zwischen der Straße und der Elbe wird die Gemeinde durch Wiesen geprägt, die durch zahlreiche Kanäle und Gräben be- und entwässert werden. Diese Wiesengebiete liegen auf einer Höhe von ca. 10 m ü. NN. Der höchste Punkt der Gemeinde liegt mit 33 m ü. NN im Waldgebiet bei Stapel.

Die Gemeinde besteht aus den sieben Ortschaften Tripkau, Kaarßen, Stapel, Neuhaus, Haar, Dellien und Sumte.

Ortsteile sind Neuhaus, Laave, Sückau, Gülze, Niendorf, Preten, Dellien, Rosien, Sumte, Krusendorf, Neu Garge, Gülstorf, Klein Banratz, Pommau, Banke, Stiepelse, Haar, Darchau, Stapel, Vockfey, Zeetze, Gutitz, Stixe, Kaarßen, Pinnau, Tripkau, Wehningen, Bohnenburg, Wilkenstorf, Raffatz, Strachau, Gosewerder, Laake, Brandstade, Herrenhof, Bitter, Privelack, Rassau, Konau, Viehle.

Seit Beginn der Ostkolonisation gehörte das Amt Neuhaus zum Herzogtum Sachsen-Lauenburg. Nach dessen Übernahme durch das Kurfürstentum Hannover wurde 1698 das Schloss Neuhaus abgerissen (die Steine wurden für den Bau des Jagdschlosses Göhrde verwendet). Nach der Übergabe des Herzogtums an Dänemark 1815 blieb das Amt Neuhaus bei Hannover. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte fast das gesamte Gebiet des Amtes Neuhaus zur preußischen Provinz Hannover (Landkreis Lüneburg bzw. vom 1. April 1885 bis 1. Oktober 1932 zum Kreis Bleckede; der heutige Ortsteil Niendorf gehörte damals zum Land Mecklenburg). Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte das ehemals hannoversche Gebiet zunächst kurzzeitig zur britischen Besatzungszone, aus praktischen Gründen (keine Brücke über die Elbe und entsprechend zu erwartende Versorgungsschwierigkeiten) erfolgte aber eine Übergabe an die sowjetische Zone und daraus folgend eine Zugehörigkeit zur DDR.

Nach der Wende wurden im Mai 1990 in den acht alten selbständigen Gemeinden Sückau, Dellien, Neuhaus/Elbe, Sumte, Kaarßen, Haar, Stapel und Tripkau Gemeinderatswahlen durchgeführt und 1992 wurde das Amt Neuhaus aus den acht Gemeinden neu gebildet. Die acht Gemeinderäte beschlossen jeweils einstimmig einen Wechsel zu Niedersachsen. Bis zum 29. Juni 1993 gehörten sie noch zum Landkreis Hagenow des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Am 30. Juni 1993 wurden sie durch einen Staatsvertrag zwischen den beiden Bundesländern wieder Teil des Landkreises Lüneburg. Auch der historisch mecklenburgische Ort Niendorf wechselte damit nach Niedersachsen, was mit den engen Verflechtungen mit dem Ort Sumte begründet wurde. Zusammen mit den acht Gemeinden des Amts wurden auch drei Ortsteile von Teldau umgegliedert, von denen der Ort Stiepelse heute Teil von Amt Neuhaus ist. Am 1. Oktober 1993 wurden die Gemeinden Neuhaus, Sumte, Kaarßen, Haar, Stapel, und Tripkau zu einer Einheitsgemeinde zusammengefasst. Obwohl die Gemeinde damit kein Amt mehr ist, blieb der Name Amt Neuhaus als Gemeindename bestehen.

Durch den geplanten Bau einer neuen Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg soll die Gemeinde besser an die Kreisstadt Lüneburg angebunden werden.

In der Region spricht man bis heute noch häufig Plattdeutsch.

Das Wappen der Gemeinde Amt Neuhaus wird in der Hauptsatzung wie folgt beschrieben: Das Wappen ist quadriert, es zeigt vorn oben (oben links) und hinten unten (unten rechts) das Rautenkranzwappen, ein eingeteiltes Wappenschild von Schwarz und Gold und belegt mit einem grünen Rautenkranz. Vorn unten auf rotem Feld das Bild der Neuhauser Burg und hinten oben auf rotem Grund in Silber das Niedersachsenross.

Seit 2006 bestehen partnerschaftliche Beziehungen zur polnischen Kleinstadt Ryn in der Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Das Amt Neuhaus gehört, wie der gesamte Landkreis Lüneburg, zum Hamburger Verkehrsverbund. Da es aber keine durchgängigen öffentlichen Nahverkehrslinien vom Rest des Verbundgebietes in das Amt Neuhaus gibt und innerhalb des Amtes der Busverkehr überwiegend dem Schulverkehr dient, wurde entschieden, die Zeitkarten (insbesondere die Schülerkarten) des HVV in den Bussen im Amt Neuhaus anzuerkennen, aber keine Einzel- oder Tageskarten. Diese werden daher auch nicht in den Bussen verkauft.

Die Ortschaft Neuhaus besaß eine mittlerweile stillgelegte und abgebaute Eisenbahn-Stichverbindung an die Berlin-Hamburger Bahn.

Der mit Abstand wichtigste Verkehrsträger im Amt Neuhaus ist der Individualverkehr mit dem PKW. Das Amt Neuhaus wird von der Bundesstraße 195 in Südost-Nordwest-Richtung durchquert. Über Elbfähren bestehen Verbindungen an das übrige Niedersachsen. Diese Elbfähren verbinden Bleckede und dessen rechtselbischen, an das Amt Neuhaus grenzenden Ortsteil Bleckede-Wendischthun im Landkreis Lüneburg sowie Darchau und Neu Darchau im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Ein geplanter Brückenbau bei Darchau verzögert sich unter anderem aufgrund von Rechtsstreitigkeiten bereits seit Jahren.

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Source : Wikipedia