Nationalmannschaft

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Geschrieben von daneel 26/03/2009 @ 04:12

Tags : nationalmannschaft, fussball, sport, basketball, handball, volleyball

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Nationalmannschaft

Eine so genannte Nationalmannschaft vertritt bei internationalen Sportwettkämpfen einen (in der Regel) nationalen Mitgliedsverband eines Weltverbandes. Es handelt sich also de facto um eine Auswahlmannschaft eines Sportverbandes und nicht um die Mannschaft eines Landes, auch wenn dies weitestgehend in der Öffentlichkeit so aufgefasst und (auch von den verschiedenen Weltverbänden) suggeriert wird.

In der Regel tritt aus jedem souveränen Staat in jeder Sportart nur eine Nationalmannschaft an. Jedoch gibt es einige Ausnahmen, die oftmals historisch oder politisch begründet sind. So hat beispielsweise der Fußballweltverband 208 Mitglieder, obwohl es nur 193 souveräne Staaten gibt. In Großbritannien gibt es vier Fußballnationalmannschaften (England, Schottland, Wales und Nordirland). Auch in anderen Sportarten wie etwa Cricket, Curling, Hockey oder Rugby gibt es im Vereinigten Königreich eine solche oder zumindest ähnliche Aufteilung. Ein weiteres Beispiel ist die Fußballnationalmannschaft von Neukaledonien, das zu Frankreich gehört.

Umgekehrt gibt es aber auch „Nationalmannschaften“, in denen sich Spieler aus mehr als nur einem Staat befinden, wie beispielsweise die West Indies im Cricket oder Irland im Cricket, Rugby und International Rules Football (Mischung aus Australian Football und Gaelic Football).

Des Weiteren gibt es in einigen Sportarten nach Altersklassen abgestufte Nationalmannschaften, so wird im Fußball unter anderem eine U-21-Nationalmannschaft für Spieler unter 21 Jahren gebildet. Als Nationalmannschaft wird allgemein die erste Auswahlmannschaft (auch A-Auswahl), ohne Altersbeschränkung bezeichnet.

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Schweizer Fussballnationalmannschaft

Logo des Schweizerischen Fussballverbandes

Die Schweizer Fussballnationalmannschaft, kurz «Nati» (gesprochen «Natzi»), ist die Auswahlmannschaft des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) und vertritt die Schweiz auf internationaler Ebene. Sie wird seit Juli 2008 von Ottmar Hitzfeld trainiert.

Ihr erstes Länderspiel absolvierten die Schweizer 1905 gegen Frankreich. Der bisher grösste Erfolg war der Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1924. Von den 1930er- bis 1960er-Jahren prägte der Österreicher Karl Rappan den Schweizer Fussball entscheidend; er führte den Schweizer Riegel ein und betreute die Mannschaft an drei Weltmeisterschaften. Die WM 1954 fand in der Schweiz statt.

In den 1960er-Jahren begann eine Ära der Erfolglosigkeit, die fast dreissig Jahre dauerte. Nationaltrainer Roy Hodgson brachte die Mannschaft wieder in die Nähe der Weltspitze und erreichte die Qualifikation für die WM 1994 und die EM 1996. Mit Nationaltrainer Jakob Kuhn qualifizierten sich die Schweizer für die EM 2004 und die WM 2006. An der EM 2008 war man als Gastgeber gemeinsam mit Österreich automatisch teilnahmeberechtigt.

Nach dem Vereinigten Königreich war die Schweiz das erste Land Europas, in dem der Fussballsport ausgeübt wurde. Britische Studenten gründeten 1860 den Lausanne Football and Cricket Club, der möglicherweise der erste Fussballclub Kontinentaleuropas war. 1879 entstand der älteste noch heute bestehende Club der Schweiz, der FC St. Gallen. Elf Vereine gründeten 1895 im Bahnhofbuffet Olten die «Schweizerische Football-Association». Anfänglich waren vier von fünf Mitgliedern der Verbandsleitung Briten. Der Schweizer Verband gehörte 1904 zu den sieben Gründungsmitgliedern der FIFA und nannte sich 1913 in Schweizerischer Fussballverband (SFV) um. Mit der Eindeutschung des Namens sollte der damals noch immer als typisch «britisch» geltende Fussball besser in der Bevölkerung verankert werden. Darüber hinaus hoffte der Verband, mit diesem Schritt den Status einer subventionsberechtigten Organisation zu erhalten, was jedoch erst in den 1920er-Jahren gelang.

Dass sich im Schweizer Fussball nur wenige deutschsprachige Begriffe durchgesetzt haben, ist auf den starken anglophonen Einfluss in der Frühphase zurückzuführen. So wird der Elfmeter nach wie vor Penalty, die Ecke Corner, das Tor Goal und der Spielführer Captain genannt. Auch zahlreiche Vereine tragen englische Namen wie zum Beispiel die Young Boys oder die Grasshoppers.

Die weitere Verbreitung des Fussballs in Europa erfolgte hauptsächlich von der Schweiz aus, durch Absolventen hiesiger Eliteschulen und Universitäten, die das Spiel während ihrer Studienaufenthalte kennengelernt hatten und es in ihre jeweiligen Heimatländer brachten. Zu ihnen gehören unter anderem der Deutsche Walther Bensemann, der 1889 den ersten Fussballverein in Süddeutschland gründete, und Vittorio Pozzo, der das Spiel ebenfalls in der Schweiz kennengelernt hatte und entscheidend zu dessen Popularisierung in Italien beitrug. Auch Schweizer sorgten für die Verbreitung: Der Turnlehrer Georges de Rebius führte 1893 den Fussball in Bulgarien ein, Hans Gamper gründete 1899 den FC Barcelona, die Mehrheit der Gründungsmitglieder von Inter Mailand waren Schweizer. Der fast vollständig aus Schweizern zusammengesetzte Verein Stade Helvétique Marseille gewann 1909, 1911 und 1913 die Meisterschaft des grössten französischen Verbandes USFSA.

Internationale Spiele fanden ab Mitte der 1890er-Jahre zunächst auf Vereinsebene gegen Teams aus dem grenznahen Ausland statt. Am 4. Dezember 1898 spielte erstmals eine Auswahl Schweizer Vereinsmannschaften; eine süddeutsche Auswahl wurde mit 3:2 bezwungen. Das Aufgebot bestand zur Hälfte aus in der Schweiz lebenden Ausländern, die meisten davon waren Briten. Es folgten weitere Partien dieser Art, so zum Beispiel am 8. April 1901 die Begegnung mit Österreich, die in der österreichischen Fussball-Literatur als «Ur-Länderspiel» bezeichnet wird.

Ihr erstes offizielles Länderspiel trugen die Schweizer am 12. Februar 1905 in Paris gegen Frankreich aus. Das Rückspiel in Genf konnte aufgrund finanzieller Probleme des Verbandes erst drei Jahre später stattfinden. Im dritten Spiel am 5. April 1908 kamen die Schweizer zu ihrem ersten Sieg. In Basel schlugen sie die Fussballnationalmannschaft des Deutschen Reiches mit 5:3, es war zugleich das erste Länderspiel der Reichsdeutschen. Am 20. Mai 1909 war England zu Gast, die Schweizer verloren 0:9. Diese Begegnung sowie ein Auswärtsspiel gegen Ungarn im Jahr 1911 mit demselben Ergebnis sind bis heute die höchsten Niederlagen. Der Verband plante eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm, dieses Vorhaben konnte jedoch wegen Geldmangels nicht in die Tat umgesetzt werden.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs war der Spielbetrieb in der Schweiz stark eingeschränkt, so wurden über die Hälfte der Spielfelder in Äcker umfunktioniert und viele Vereine lösten sich auf, da die Spieler Militärdienst leisten mussten. Doch dem SFV gelang es nach und nach, die zunächst skeptischen Militärbehörden von der guten physischen Konstitution der zum Dienst eingezogenen Fussballer zu überzeugen. Der Spielbetrieb normalisierte sich ab 1916 weitgehend. Es konnten auch fünf Länderspiele durchgeführt werden, zwei Heimspiele gegen Österreich sowie je ein Auswärtsspiel in Italien, Österreich und Ungarn.

Das erste Nachkriegsländerspiel wurde am 29. Februar 1920 gegen Frankreich ausgetragen. Die Partie am 27. Juni 1920 in Zürich gegen das Deutsche Reich war politisch äusserst brisant. Die FIFA hatte den Kriegsverlierer mit einem Länderspielverbot belegt, den die Schweizer aber ignorierten. Frankreich drohte der Schweiz mit einem Fussballboykott, auch aus Belgien und England gab es Proteste. Der Regionalverband der Romandie untersagte seinen Mitgliedern die Teilnahme am Spiel. Dieses fand dennoch statt und endete mit einem 4:1-Sieg der Schweizer. England beantragte daraufhin den Ausschluss des Deutschen Reiches aus der FIFA, kam damit jedoch nicht durch und trat selbst aus. Der SFV hatte bereits im August 1919 beschlossen, am Fussballturnier der Olympischen Sommerspiele 1920 in Antwerpen teilzunehmen. Nur gerade eine Woche vor Turnierbeginn zog sie die Anmeldung wieder zurück. Einerseits fehlte das Geld, andererseits befürchtete man angesichts des umstrittenen Deutschland-Spiels eine Spaltung des Verbandes entlang der Volksgruppen- bzw. Sprachgrenze.

17 Spieler und drei Trainer fuhren mit dem Zug nach Paris zu den Olympischen Sommerspielen 1924. Der SFV hatte in Erwartung eines frühzeitigen Ausscheidens ein Gruppenbillett gelöst, das nur zehn Tage gültig war. Im Vorrundenspiel gewann die Schweiz gegen Litauen mit 9:0 und erzielte den höchsten Sieg ihrer Geschichte. Im Achtelfinale traf man auf die Tschechoslowakei, das Spiel endete 1:1 nach Verlängerung. Im Wiederholungsspiel setzten sich die Schweizer mit 1:0 durch. Nachdem im Viertelfinale Italien mit 2:1 besiegt wurde, rief die Zeitung «Sport» zu einer Spendenaktion auf, um die zusätzlich anfallenden Kosten für Hotelübernachtungen aufbringen zu können. Im Halbfinale trafen die Schweizer auf den Turnierfavoriten Schweden und siegten unerwartet mit 2:1. Die Sensation im Finalspiel blieb aus; man verlor 0:3 gegen Uruguay, sicherte sich aber die Silbermedaille und erhielt den inoffiziellen Titel eines Europameisters.

Nach diesem Höhenflug sank das Leistungsniveau der Nationalmannschaft spürbar. Bei den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam spielte die Schweiz nur eine einzige Partie; nach der 0:4-Niederlage gegen das Deutsche Reich schied sie bereits aus. Ebenfalls bescheiden waren die Leistungen beim Europapokal der Fussball-Nationalmannschaften, dem Vorgänger der Europameisterschaft. Bei allen sechs Austragungen klassierten sich die Schweizer auf dem letzten Platz, allerdings wurde Leopold Kielholz bei der dritten Ausgabe (1933–35) gemeinsam mit dem Ungaren György Sárosi Torschützenkönig. An der ersten Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay nahm die Schweiz wie zahlreiche andere europäische Länder aus Kostengründen nicht teil.

Die Qualifikation für die WM 1934 in Italien schafften die Schweizer nur mit Glück. Die zwei Unentschieden gegen Jugoslawien und Rumänien hätten eigentlich nicht gereicht, doch die Rumänen hatten einen nicht berechtigten Spieler eingesetzt, weshalb das Unentschieden am Grünen Tisch in einen 2:0-Forfaitsieg umgewandelt wurde. Vor Beginn der Endrunde kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem SFV und Servette Genf. Der Verein befürchtete längere Verletzungspausen seiner Spieler und forderte im Voraus eine finanzielle Entschädigung. Erst nach Androhung schwerer Sanktionen seitens des SFV gab Servette Genf nach und stellte eine Woche vor Beginn der Weltmeisterschaft die nominierten Spieler frei. Ihr erstes WM-Spiel gewannen die Schweizer mit 3:2 gegen die Niederlande und zogen ins Viertelfinale ein. Dieses ging mit 2:3 gegen den späteren Vizeweltmeister Tschechoslowakei verloren.

1931 hatte der SFV die Einführung einer Liga mit Berufsspielern beschlossen. Diese erfüllte die hochgesteckten Erwartungen jedoch nicht. Zahlreiche Nationalspieler zogen lukrativere Engagements im Ausland vor, das Zuschauerinteresse blieb bescheiden und das Hauptziel, eine Leistungssteigerung der Nationalmannschaft, erfüllte sich nicht. Zwischen 1934 und 1938 konnte nur jedes vierte Länderspiel gewonnen werden. Einflussreiche Funktionäre sahen im Professionalismus den Hauptgrund für die Missstände und idealisierten die Leistungen der Amateurzeit. 1937 wurde die Lohnobergrenze so tief angesetzt, dass die Spieler gezwungen waren, einen Beruf auszuüben. 1943 setzte der damalige SFV-Präsident Robert Zumbühl ein vollständiges Verbot des Professionalismus durch. Die strengen Bestimmungen sahen unter anderem eine einjährige Zwangspause bei einem Vereinswechsel vor und wurden erst zwei Jahrzehnte später etwas gelockert.

Im September 1937 übernahm Karl Rappan das Amt des Nationaltrainers, während des nächsten Vierteljahrhunderts sollte er den Schweizer Fussball entscheidend prägen. Seine Amtszeit war auf vier Perioden verteilt (1937–38, 1942–49, 1952–54, 1960–63). Der wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft umstrittene Deutschösterreicher führte ein ursprünglich in Ostmitteleuropa entstandenes Abwehrkonzept ein, das unter der Bezeichnung Schweizer Riegel bekannt wurde. Dabei handelte es sich um eine Mischform aus Mann- und Raumdeckung, mit der die Schweizer Nationalmannschaft in der Lage war, auch gegen stärker eingestufte Teams zu bestehen. Später entwickelte sich daraus der italienische Catenaccio.

Um sich für die WM 1938 in Frankreich zu qualifizieren, mussten die Schweizer in Mailand gegen Portugal antreten; das Spiel endete mit einem 2:1-Sieg. In der ersten Runde traf die Schweiz auf die Mannschaft des von den Nationalsozialisten beherrschten Deutschen Reiches. Drei Monate zuvor war der «Anschluss» Österreichs erfolgt, weshalb die Österreicher nicht mehr als eigenständige Mannschaft antreten durften. Das Spiel endete nach Verlängerung 1:1, weshalb fünf Tage später eine Wiederholung nötig war.

Die Wiederholung am 9. Juni 1938 ging als eines der bedeutendsten Spiele in die Schweizer Fussballgeschichte ein. Das grossdeutsche Team, das einem Zwangszusammenschluss der beiden WM-Halbfinalisten von 1934 Deutschland und Österreich entsprach und als Turnierfavorit galt, lag bis zur 40. Minute 2:0 in Führung, doch dann brach sie ein. Die Schweizer erzielten vier Tore hintereinander und siegten mit 4:2. Der Sieg über «Grossdeutschland» galt als Sensation und wurde in der Schweiz begeistert gefeiert. Drei Tage später stand das Viertelfinale gegen Ungarn auf dem Programm; das die Schweizer aber 0:2 verloren.

Nach dem Sieg über die Deutschen galten die Fussballer nicht mehr als Vertreter eines «unschweizerischen» Sports, sondern als Identifikationsfiguren. Zahlreiche Zeitungen verglichen sie mit den Helden der frühen Eidgenossenschaft. So schrieb beispielsweise die Gazette de Lausanne: «Die kleinen Schweizer haben gekämpft wie bei St. Jakob und haben einen Sieg errungen, von dem man noch lange sprechen wird». Die Schweiz, so schien es, hatte zumindest auf dem Fussballfeld das expandierende Deutsche Reich in die Schranken verwiesen. Der Fussball war nun ein Element der «Geistigen Landesverteidigung», jener Kulturpolitik, welche die demokratischen und kulturellen Grundwerte der Schweiz vor dem Einfluss der totalitären Nachbarstaaten bewahren sollte. Der Schweizer Riegel wandelte sich in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu einem mythisch überhöhten Symbol des schweizerischen Selbstbehauptungswillens. Auch in der Literatur hat das Spiel Einzug gefunden: Otto F. Walter baute in seinem Roman «Zeit des Fasans» (1988) eine längere Passage über die Radioübertragung ein, der Tessiner Autor Giovanni Orelli widmete 1991 Eugène Walaschek, einem der Torschützen, ein ganzes Buch («Il sogno di Walaschek»).

Während des Zweiten Weltkriegs konnte der Meisterschaftsbetrieb mit Ausnahme der Mobilisierungsphase aufrechterhalten werden. Nationalligaspieler hatten in der Regel keine Probleme, während des Aktivdienstes Urlaub für Meisterschaftsspiele zu erhalten. Die Nationalmannschaft trug 16 Spiele aus, elf davon gegen die Achsenmächte und ihre Verbündeten. Die Heimspiele inszenierte man als nationale Ereignisse, an einigen war auch General Henri Guisan anwesend. Zwar genossen die Achsenmächte und insbesondere Deutschland in breiten Schichten der Bevölkerung keinerlei Sympathie, doch die Partien gegen deren Nationalmannschaften dienten den Politikern dazu, das Bild der absoluten Neutralität der Schweiz aufrechtzuerhalten. Am 20. April 1941, dem Geburtstag von Adolf Hitler, gewannen die Schweizer in Bern mit 2:1 gegen das Deutsche Reich. Joseph Goebbels schrieb danach in einem Brief an Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten, es dürfe «vor allem kein Sportaustausch gemacht werden, wenn das Ergebnis im geringsten zweifelhaft sei».

Am 21. Mai 1945 hiess der erste Gegner nach dem Krieg Portugal. Am 11. November 1945 empfingen die Schweizer in Zürich die Italiener und ermöglichten damit deren Reintegration in den internationalen Fussball. Mit zwei Siegen gegen Luxemburg qualifizierte sich die Schweiz für die WM 1950. Für die Betreuung während der Endrunde in Brasilien verpflichtete der SFV den ehemaligen Nationalspieler Franco Andreoli. Zum ersten Mal überhaupt war die Nationalmannschaft ausserhalb Europas im Einsatz. Das erste Spiel gegen Jugoslawien verloren die Schweizer 0:3. Gegner im zweiten Spiel war die brasilianische Seleção. Die Partie gegen den Gastgeber und klaren Turnierfavoriten endete überraschenderweise 2:2, fünf Minuten vor Ende hätten die Schweizer beinahe das Siegestor geschossen. Der 2:1-Sieg gegen Mexiko reichte nicht für den Einzug in die Finalrunde.

Die Schweiz hatte 1948 die Deutschen beim Antrag auf Wiederaufnahme in die FIFA unterstützt, dieser war jedoch abgelehnt worden. Die drei darauf folgenden Städtespiele zwischen deutschen und Schweizer Vereinsmannschaften stiessen in ausländischen Medien, insbesondere in den Niederlanden, auf Kritik. Die Schweizer entgingen der von der FIFA ausgesprochenen Sperrandrohung nur, indem der SFV gegen die Organisatoren der Städtespiele Geldstrafen in Höhe von 500 Franken verhängte. Am 22. September 1950, wenige Tage nach der Wiederaufnahme des DFB in die FIFA, war die Schweiz in Stuttgart beim ersten deutschen Nachkriegsländerspiel zu Gast.

Dem SFV-Präsidenten und FIFA-Vizepräsidenten Ernst Thommen gelang es, die WM 1954 in die Schweiz zu holen. Um die Nationalmannschaft darauf vorzubereiten, engagierte man im November 1952 ein weiteres Mal Karl Rappan. Am 25. April 1954 übertrug das Schweizer Fernsehen erstmals ein Länderspiel live, ein Vorbereitungsspiel gegen Deutschland. Im ersten WM-Spiel gegen Italien in Lausanne konnten die Schweizer einen 2:1-Sieg feiern, während das Spiel gegen England in Bern 0:2 verloren ging. Wegen Punktgleichheit mussten die Schweizer in Basel nochmals gegen Italien antreten; mit einem 4:1-Sieg sicherten sie sich die Viertelfinalteilnahme. Die Begegnung mit Österreich entwickelte sich zum torreichsten Spiel der WM-Geschichte. Die Schweizer verloren die «Hitzeschlacht von Lausanne» mit 5:7, nachdem sie eine 3:0-Führung preisgegeben hatten.

Die Jahre nach der Heimweltmeisterschaft waren von Erfolglosigkeit geprägt. Nur noch selten gelangen Siege und mit Nationaltrainer Jacques Spagnoli verpasste man auch die Qualifikation für die WM 1958 in Schweden. Der SFV engagierte 1960 zum vierten und letzten Mal Karl Rappan. Die Nationalmannschaft erzwang nach drei Siegen und einer Niederlage in der Qualifikation zur WM 1962 ein Entscheidungsspiel gegen Vizeweltmeister Schweden. Dieses fand im November 1961 in Berlin statt und wurde mit 2:1 gewonnen; aufgrund des Mauerbaus drei Monate zuvor hatte das Spiel im isolierten Westteil der Stadt eine besondere politische Bedeutung. An der WM-Endrunde schied die Schweiz nach drei Niederlagen gegen Gastgeber Chile, Deutschland und Italien frühzeitig aus. Im Sommer 1964 erhielt die Nationalmannschaft einen prominenten Trainer, den Italiener Alfredo Foni, der 1936 Olympiasieger und 1938 Weltmeister geworden war.

Mit etwas Glück schafften die Schweizer die Qualifikation für die Endrunde der WM 1966 in England, dank eines 2:1-Sieges gegen die Niederlande und des unerwarteten Erfolgs der Albaner über Nordirland. An der WM selbst stiessen die Schweizer an ihre spielerischen Grenzen und konnten den Teams aus Deutschland, Spanien und Argentinien wenig entgegensetzen. Viel mehr Aufsehen als die Leistungen auf dem Fussballfeld erregte in den Medien allerdings eine nächtliche Autostopptour der Spieler Jakob Kuhn, Leo Eichmann und Werner Leimgruber, die daraufhin wegen ihres angeblich skandalösen Verhaltens vom Verband für mehrere Monate gesperrt wurden. Der Fall zog weitere Kreise und gipfelte in einer Ehrverletzungsklage der betroffenen Spieler gegen die Verbandsspitze. Die Klage wurde schliesslich über ein Jahr später nach einem Vergleich zurückgezogen.

Schon 1962 hatte Karl Rappan geschrieben: «Wenn wir unseren Spitzenfussball nicht umorganisieren – und zwar sofort – dann werden wir zwar hie und da mit Glück und gewissermassen als schweizerisches Fussball-Wunder das eine oder andere Länderspielchen gewinnen, aber à la longue werden wir international nicht mehr das Geringste zu bestellen haben.» Mit seiner Einschätzung lag er richtig. Dass die Nationalmannschaft und der Schweizer Fussball im Allgemeinen immer weiter hinter die Weltspitze zurückfielen, war auf mehrere Ursachen zurückzuführen.

Der Schweizer Riegel galt als veraltet und wurde auch auf Vereinsebene nicht mehr angewendet. Entlang der Sprachgrenzen entwickelte sich stattdessen eine Art fussballerischer «Röstigraben». In der Deutschschweiz herrschte eine athletische und schnörkellose, auf Abwehr bedachte Spielweise vor, die viel Kraft und Disziplin verlangte. In der Romandie und (im geringeren Masse) im Tessin hingegen favorisierten die Vereine einen technisch versierten Stil mit offensiver Ausrichtung und vielen Kurzpässen. Während eines Vierteljahrhunderts gelang es nicht, diese gegensätzlichen Spielkulturen miteinander zu verbinden. Zwischen 1967 und 1989 waren nicht weniger als zehn Nationaltrainer im Amt, die ihre vorgegebenen Ziele (WM- bzw. EM-Qualifikation) jeweils verfehlten.

In den Augen vieler war der ideale Schweizer Sportler ein Amateur oder bestenfalls ein Halbprofi. Dem reinen Berufssport, verbunden mit Kommerzialisierung und hoher Medienpräsenz, begegnete man in der Regel mit grosser Skepsis. Dazu kam, dass sich die Politik damals praktisch nicht für den Sport im Allgemeinen und den Spitzensport im Besonderen einsetzte. Das Parlament hatte 1964 sogar beschlossen, zur Dämpfung der Hochkonjunktur die Errichtung von Sportanlagen kurzfristig zu verbieten. Im Fussball wurde der Profibetrieb erst ab Mitte der 1970er schrittweise eingeführt. Beim Fussballverband dauerte die Ära der Ehrenamtlichkeit und des Halbprofessionalismus noch länger. Im Juniorenbereich werden erst seit 1995 professionelle Trainer eingesetzt.

In den 1970er-Jahren war «ehrenvolle Niederlage» ein sehr häufig verwendeter Begriff; die Nationalmannschaft verlor überproportional viele Spiele, meist aber mit nur einem Tor Unterschied. Unentschieden gegen stärkere Gegner wurden wie Siege gefeiert. Darüber hinaus besass die Nationalmannschaft bei vielen Spielern mit der Zeit einen immer geringeren Stellenwert. Erst unter Paul Wolfisberg deutete sich ein Aufschwung an. Den Schweizern gelangen in Testspielen einzelne spektakuläre Erfolge, so zum Beispiel 1982 ein 0:1-Auswärtssieg gegen den neuen Weltmeister Italien. Doch in den entscheidenden Qualifikationsspielen blieb der Erfolg weiterhin aus. Erst als Ende der 1980er-Jahre auch der mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Daniel Jeandupeux nicht die erhofften Ergebnisse erzielen konnte, leitete der SFV längst überfällige Reformen bei den Verbandsstrukturen und bei der Juniorenförderung ein.

1989 engagierte der Verband den Deutschen Uli Stielike als Trainer. Gleich bei seinem Einstand konnte er einen beachtlichen Erfolg erzielen, einen 1:0-Sieg über Brasilien. Zwar wurde die Qualifikation zur WM 1990 verpasst, allerdings benötigte der angestrebte Mentalitätswandel – weg von der bisher üblichen, in den Medien als «Abbruch GmbH» verspotteten Defensivtaktik hin zu mehr Offensive – noch Zeit. Nur ein Punkt fehlte für die Qualifikation zur EM 1992 (damals noch mit acht Mannschaften).

Der Engländer Roy Hodgson führte ab 1992 Stielikes Aufbauarbeit fort. Die Qualifikation zur WM 1994 verlief erfolgreich, die Schweizer belegten hinter Italien den zweiten Gruppenplatz und in der FIFA-Weltrangliste belegten sie im August 1993 Platz 3. Erstmals seit 28 Jahren konnten sie wieder an einer WM-Endrunde teilnehmen. Das Eröffnungsspiel gegen die USA endete 1:1. Es folgte ein 4:1-Sieg gegen Rumänien und trotz einer 0:2-Niederlage gegen Kolumbien reichte es für die Teilnahme am Achtelfinale. Dieses ging dann aber mit 0:3 gegen Spanien verloren.

Die Schweiz beendete die Qualifikation für die EM 1996 als Gruppensiegerin. Für weltweite Schlagzeilen sorgte am 6. September 1995 eine Aktion vor dem Qualifikationsspiel gegen Schweden in Göteborg. Auf Anregung von Alain Sutter hielten die Spieler während des Abspielens der Nationalhymnen ein Transparent mit der Botschaft «Stop it Chirac» hoch. Damit protestierten sie gegen die vom französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac angeordneten Atomtests im Mururoa-Atoll. Daraufhin verbot die UEFA jegliche politische Kundgebungen auf Spielfeldern. Die Spieler wurden nicht bestraft, da die Aktion in der Bevölkerung und in den Medien auf breite Zustimmung gestossen war.

Auf Hodgson, der seinen Vertrag vorzeitig beendete, folgte Artur Jorge. Von Anfang an stand der Portugiese unter Kritik. Nachdem er die beliebten Spieler Adrian Knup und Alain Sutter nicht für die EM 1996 nominiert und seinen Entscheid mangelhaft kommuniziert hatte, führte die Boulevardzeitung Blick die längste und intensivste Negativkampagne gegen einen Nationaltrainer, die es in der Schweiz je gab („Jetzt spinnt er!“). Trotz wochenlanger Polemik startete die Mannschaft gut in die EM-Endrunde und erreichte ein 1:1 gegen Gastgeber England. Nach den Niederlagen gegen die Niederlande (0:2) und Schottland (0:1) schied sie jedoch frühzeitig aus und Jorge erklärte umgehend seinen Rücktritt.

Die Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 1998 hatte den Schweizern scheinbar einfache Gegner beschert. Doch das erste Spiel unter dem Österreicher Rolf Fringer geriet zur Blamage. Die sichtbar unmotiviert wirkenden Schweizer verloren am 31. August 1996 in Baku 0:1 gegen den klaren Aussenseiter Aserbaidschan und sorgten so für eine der peinlichsten Niederlagen überhaupt, vergleichbar mit dem Fussballländerspiel Färöer – Österreich 1990.

Auf Fringer folgte 1998 der Elsässer Gilbert Gress. Die Schweizer verpassten die Qualifikation für die EM 2000 denkbar knapp. Sie hatten zwar gleich viele Punkte wie die zweitplatzierten Dänen und auch das bessere Torverhältnis, aber die schlechtere Bilanz in den Direktbegegnungen. Im Jahr 2000 übernahm der Argentinier Enzo Trossero die Nationalmannschaft, doch auch er schaffte das angestrebte Ziel (Qualifikation für die WM 2002) nicht. Für das Zwischentief um die Jahrtausendwende gab es zwei Gründe: Viele Leistungsträger waren nach der EM 1996 aus Altersgründen zurückgetreten und das Mitte der 1990er-Jahre lancierte Nachwuchskonzept hatte noch nicht genügend Talente hervorgebracht. Dies sollte sich aber bald ändern.

Nach Trosseros Rücktritt fiel die Wahl auf Jakob «Köbi» Kuhn. Von 1962 bis 1976 war er selber Nationalspieler gewesen und hatte vor seinem Amtsantritt die U-21-Nationalmannschaft betreut. Wurde Kuhn nach den ersten Spielen von den Medien noch als Fehlbesetzung bezeichnet, so war nach rund einem Jahr wieder ein deutlicher Aufwärtstrend feststellbar. Kuhn gelang es, die früher von ihm selbst betreuten Jugendspieler in die Nationalmannschaft zu integrieren und einen Generationenwechsel herbeizuführen. Die Schweizer beendeten die Qualifikation für die EM 2004 als Gruppensieger und liessen dabei unter anderem Russland und Irland hinter sich. In Portugal konnten sie ihre Leistungen aber nicht bestätigen. Nach dem 0:0 gegen Kroatien folgten zwei Niederlagen gegen England (0:3) und Frankreich (1:3). Das einzige Tor schoss der damals 18-jährige Johan Vonlanthen, der zum jüngsten Torschützen der EM-Geschichte wurde.

Die Qualifikation für die WM 2006 beendeten die Schweizer hinter Frankreich als Gruppenzweite, womit ein Entscheidungsspiel gegen die Türkei, den WM-Dritten von 2002, nötig wurde. Auf den 2:0-Sieg im Hinspiel in Bern folgte eine 2:4-Niederlage in Istanbul. Aufgrund der Auswärtstor-Regel war die Schweiz jedoch qualifiziert. Nach dem Schlusspfiff kam es auf dem Spielfeld und in den Kabinengängen durch türkische Spieler und Sicherheitskräfte zu Angriffen auf Schweizer Spieler. Mehrere türkische Spieler sowie der Schweizer Benjamin Huggel, der ebenfalls gewalttätig geworden war, erhielten Spielsperren, während die türkische Mannschaft drei ihrer Heimspiele der Qualifikation für die EM 2008 im Ausland und vor leeren Rängen austragen musste.

Bei der WM-Endrunde in Deutschland wurden die Schweizer Gruppensieger vor dem späteren Vizeweltmeister Frankreich (0:0), Südkorea (2:0) und Togo (2:0), schieden aber im Achtelfinale gegen die Ukraine mit 0:3 im Elfmeterschiessen aus. Die Schweiz ist das einzige Team in der WM-Geschichte, das ohne einen einzigen Gegentreffer in der regulären Spielzeit ausschied. Gleichzeitig ist sie auch die einzige Mannschaft, die in einem Elfmeterschiessen kein Tor erzielen konnte.

In der am 14. Januar 2007 veröffentlichten FIFA-Weltrangliste lag die Mannschaft auf dem 17. Platz. Doch folgte anschliessend ein Rückfall in der Tabelle, da die Schweiz als Mitveranstalterin neben Österreich für die EM 2008 automatisch qualifiziert war und deshalb nur Freundschaftsspiele bestreiten konnte. An der Europameisterschaft 2008 traf die Schweiz in der Vorrunde auf Tschechien, die Türkei und Portugal. Nachdem die beiden ersten Spiele gegen Tschechien und die Türkei mit knappen Niederlagen geendet hatten, schied die Schweizer Nationalmannschaft vorzeitig aus. Im dritten Gruppenspiel gelang den Schweizern gegen Portugal – das allerdings mit einer Reservemannschaft angetreten war, um sich für das Viertelfinale zu schonen – der erste Sieg an einer EM-Endrunde. Mit diesem Spiel verabschiedete sich Trainer Jakob Kuhn von der Nationalmannschaft; er ist der erfolgreichste Schweizer Nationaltrainer aller Zeiten. Für seine Nachfolge konnte der SFV Ottmar Hitzfeld gewinnen.

Seit dem ersten Länderspiel im Jahr 1905 ist die Spielkleidung der Schweizer Nationalspieler mehr oder weniger unverändert geblieben. Sie besteht bei Heimspielen aus rotem Trikot, weissen Hosen und roten Stutzen. Der rote Farbton entspricht in der Regel jenem der Flagge der Schweiz. Bei Auswärtsspielen ist die Farbzusammensetzung umgekehrt. Gelegentlich spielt die Mannschaft ganz in Rot oder Weiss. Während eines Dreivierteljahrhunderts war auf dem Trikot über der linken Brust ein markantes weisses Schweizerkreuz angebracht (beim Auswärtstrikot in einem kreisrunden roten Feld). Über die Jahre hinweg verringerte sich die Grösse des Kreuzes um etwa einen Drittel. Zu Beginn der 1980er-Jahre wurde das Kreuz durch das Logo des Fussballverbandes ersetzt. In diesem ist das Kreuz nur noch ansatzweise zu erkennen. Offizieller Teamausrüster ist Puma. Nur bei einem Freundschaftsspiel gegen Dänemark am 4. September 1999 spielte die Schweiz in blauen, am 11. Oktober 2006 gegen Österreich in goldfarbenen Trikots.

Die Schweizer Nationalmannschaft konnte bisher noch keinen Titel erringen. Der bedeutendste Erfolg ist der Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1924 in Paris, als man erst im Finale gegen Uruguay verlor. Das beste Ergebnis an Weltmeisterschaften ist das dreimalige Erreichen des Viertelfinals (1934, 1938, 1954). Bei den drei Teilnahmen an Europameisterschafts-Endrunden (1996, 2004, 2008) schied die Schweiz bereits nach den Gruppenspielen aus.

In jüngster Zeit machten vor allem die Junioren mit hervorragenden Leistungen auf sich aufmerksam. Die U-17-Nationalmannschaft wurde 2002 Europameister, durch einen 4:2-Sieg nach Penaltyschiessen gegen Frankreich (siehe U-17-EM 2002). Darüber hinaus schafften die Schweizer an der U-21-EM 2002 und an der U-21-EM 2004 jeweils die Qualifikation für das Halbfinale.

Bei der Ermittlung des Rekordnationalspielers und des Rekordtorschützen ist zu berücksichtigen, dass in den Anfangsjahren des Fussballs jährlich weitaus weniger Länderspiele absolviert wurden als heutzutage. Rudolf Ramseier war der Erste, der die Grenze von 50 Länderspielen überschritt; zwischen 1920 und 1931 kam er 59 Mal zum Einsatz. Wenig später wurde er von Max «Xam» Abegglen übertroffen (68 Spiele zwischen 1922 und 1937). Der von Severino Minelli aufgestellte Rekord (80 Spiele zwischen 1930 und 1943) galt lange Zeit als unerreichbar und wurde erst vier Jahrzehnte später von Heinz Hermann gebrochen (117 Spiele). Von den aktuellen Spielern ist Patrick Müller mit 80 Einsätzen am nächsten und liegt auf dem siebten Platz.

Die Abegglen-Brüder waren die besten Torschützen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Max Abegglen erzielte 32 Tore in 68 Spielen, André Abegglen 30 Tore in 52 Spielen. Auch bei diesem Rekord dauerte es mehrere Jahrzehnte, bis er gebrochen wurde. Kubilay Türkyılmaz traf in 60 Spielen 34 Mal und war damit ab 2001 der Rekordhalter. Alexander Frei übertraf diese Marke am 30. Mai 2008 und ist mit 37 Toren der beste Torschütze in der Geschichte der Nationalmannschaft.

Anmerkung: Eine vollständige Liste der Rekordnationalspieler mit 40 oder mehr Länderspielen sowie der Rekordnationalschützen mit 10 oder mehr Länderspieltoren ist hier bzw. hier zu finden.

Der folgende Kader ist das Aufgebot während der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010.

Eine vollständige Aufstellung sämtlicher 708 Nationalspieler seit 1905 sowie von Schweizern, die für andere Nationalmannschaften spielten, ist unter Liste der Fussball-Nationalspieler der Schweiz zu finden.

Der Nationaltrainer wird vom Zentralvorstand des SFV bestimmt. Er betreut mit seinen Assistenten die Nationalmannschaft und kann selbständig über Nominationen von Spielern entscheiden. Aktueller Nationaltrainer ist seit dem 1. Juli 2008 Ottmar Hitzfeld. Er wird vorerst während zwei Jahren tätig sein, bis Ende der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Seine Assistenten sind Michel Pont (seit 2001) und Pierluigi Tami (seit 2006).

Einen Überblick über alle Trainer der Nationalmannschaft gibt es unter Fussballnationaltrainer (Schweiz).

Die nachfolgende Tabelle zeigt jene Nationalmannschaften, gegen die die Schweiz mindestens zehn Mal angetreten ist. Insgesamt hat die Schweizer Nationalmannschaft 689 Länderspiele bestritten und dabei gegen 73 verschiedene Mannschaften gespielt. Sie gewann 221 Spiele, erreichte 147 Mal ein Unentschieden und verlor 321 Mal.

Die Schweiz besitzt nur dem Namen nach ein Nationalstadion, das Stade de Suisse (ehemals Wankdorfstadion) in Bern. Dieses wird aber momentan aufgrund des Kunstrasen-Belags von der Nati nicht berücksichtigt. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts spielte die Nationalmannschaft vorwiegend im St. Jakob-Park in Basel, was unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass dieses Stadion mit Abstand am meisten Plätze aufweist. Entsprechend dem föderalistischen Aufbau des Landes kommen auch im fussballerischen Bereich die grösseren geographischen Regionen ansonsten gleichmässig zum Zuge. Die weiteren Hauptspielstätten sind der Letzigrund in Zürich und das Stade de Genève in Lancy bei Genf.

Basel, Bern, Genf und Zürich, die vier grössten Städte des Landes, etablierten sich bereits in den ersten Jahren als Hauptspielorte. Eine weitere Hauptspielstätte, das Stade Olympique de la Pontaise in Lausanne, kam 1923 hinzu, ist aber 1999 zum bisher letzten Mal genutzt worden. Das Stade de Genève ersetzte 2003 die traditionelle Spielstätte in der Stadt Genf, das Stade des Charmilles. Bei Freundschaftsspielen, bei denen ein weniger grosses Zuschauerinteresse zu erwarten ist, kommen auch Stadien in kleineren Städten zum Zuge.

1958 beschloss die Delegiertenversammlung des SFV auf Anregung des Präsidenten Gustav Wiederkehr, eine Nationalmannschaft für Amateure aufzustellen. Dieser Schritt entsprach dem damaligen Zeitgeist, der den professionellen Sport ablehnte. Die Mannschaft bestand fast ausschliesslich aus Spielern aus der 1. Liga, der dritthöchsten Spielklasse. Das erste Spiel wurde am 3. November 1959 in Enschede gegen die Niederlande ausgetragen (1:1). Die Versuche, sich für die olympischen Turniere der Jahre 1960, 1964, 1968 und 1972 zu qualifizieren, scheiterten allesamt.

Nach dem Qualifikationsspiel am 5. November 1971 in Kopenhagen gegen Dänemark (0:4) beschloss der SFV die Auflösung der Mannschaft. Mehrere Gründe waren dafür entscheidend: Erstens blieb das Interesse der Zuschauer stets sehr bescheiden, zweitens erwies sich die Konkurrenz der Staatsamateure der Ostblockstaaten als viel zu stark und drittens entschieden sich die Leistungsträger jeweils nach kurzer Zeit für den Halbprofessionalismus, so dass die Mannschaft nie ein aufeinander abgestimmtes Team bilden konnte.

Neben der offiziellen Nationalmannschaft des SFV trug über ein halbes Jahrhundert lang eine weitere Auswahl sporadisch Landerspiele aus. Dabei handelte es sich um die Verbandsauswahl des sozialdemokratischen Schweizerischen Arbeiter-Turn- und Sportverbandes (SATUS), der in der Schweiz den Arbeitersport organisierte und sich bewusst vom «bürgerlichen» Sport abgrenzte. Die Auswahl des 1917 gegründeten Verbandes gab ihr Debut 1922 gegen Frankreich, das Spiel in Genf endete mit einer 1:3-Niederlage.

Bei der ersten Arbeiterolympiade 1925 in Frankfurt am Main gewannen die SATUS-Vertreter gegen Frankreich, verloren aber gegen Belgien und Deutschland und schieden in der Vorrunde aus. Bei der zweiten Arbeiterolympiade 1931 in Wien siegten die Schweizer gegen Lettland, doch die Niederlage gegen den späteren Turniersieger Österreich bedeutete das vorzeitige Ausscheiden. Die dritte und letzte Arbeiterolympiade fand 1937 in Antwerpen statt. Die Schweizer schlugen Finnland und schieden im Halbfinale gegen Norwegen aus.

Nach dem offiziellen Bekenntnis des SATUS zur Sozialdemokratie wurden 1929 die kommunistischen Vereine ausgeschlossen, die daraufhin die «Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit» gründeten. Diese führte 1930 eine Tour durch die Sowjetunion durch, nahm 1931 an einer verbotenen Spartakiade in Berlin und 1934 an einer «Arbeiterfussball-Weltmeisterschaft» in Paris teil. 1936 schlossen sich die kommunistischen Sportler wieder dem SATUS an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich die SATUS-Auswahl nur noch sporadisch an internationalen Anlässen, so zum Beispiel 1948 und 1958 an den Jubiläumsturnieren des französischen sowie 1960 und 1970 an jenen des belgischen Arbeitersportverbandes. Nach einem Turnier in Italien wurde 1979 der internationale Spielbetrieb mangels Interesse der Sportler eingestellt.

Auch der jüdische Sportdachverband verfügte über eine Fussballauswahl. Der Verband war 1918 gegründet worden und nannte sich ab 1938 Makkabi Schweiz. An der dritten Makkabiade, die 1950 in Tel Aviv stattfand, beteiligte sich auch eine Auswahl von Schweizer Juden. Ihr erstes Spiel gegen die Israelische Nationalmannschaft verloren sie 1:9. Es folgten eine Niederlage gegen England, ein Unentschieden gegen Südafrika und ein Sieg gegen Frankreich, womit die Schweizer den vierten Schlussrang belegten.

Bei ihrer zweiten Teilnahme 1953 mussten die Schweizer innert acht Tagen fünf Spiele austragen; zwei Partien gegen Finnland wurden gewonnen, während man gegen England, Israel und die USA verlor. 1961 beteiligten sich die Schweizer Juden zum letzten Mal am Fussballturnier der Makkabiade. Sie gewannen das erste Spiel gegen Argentinien, während das zweite Spiel gegen England aufgrund organisatorischer Probleme nicht ausgetragen werden konnte, woraufhin sich beide Mannschaften am grünen Tisch für die Finalrunde qualifizierten. Nach deutlichen Niederlagen gegen England und Südafrika resultierte der vierte Schlussrang.

Seit den 1980er-Jahren tritt Makkabi Schweiz mit einem Futsal-Team an. Die beste Platzierung an der Welt-Makkabiade war der siebte Platz im Jahr 1993. Bei den europäischen Makkabi-Spielen 1987 gelang der Gewinn der Bronzemedaille, dazu kamen 1991 und 1995 vierte Plätze.

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Neuseeländische Rugby-Union-Nationalmannschaft

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Die neuseeländische Rugby-Union-Nationalmannschaft der Männer vertritt Neuseeland auf internationaler Ebene in der Sportart Rugby Union. Sie ist weitaus bekannter unter ihrem Spitznamen All Blacks, weil die Spieler ganz in Schwarz gekleidet sind (die Spieler werden gelegentlich auch als Men in Black bezeichnet). Rugby Union ist Neuseelands Nationalsport und die All Blacks gelten als beste Mannschaft der Welt, da sie gegen jedes andere Land eine positive Bilanz aufweisen und die IRB-Weltrangliste in der Regel anführen.

Jedes Jahr treten die All Blacks beim Tri-Nations-Turnier gegen Australien und Südafrika an. Sie tragen regelmäßig Spiele gegen die besten Mannschaften Europas aus und nehmen an den alle vier Jahren stattfindenden Weltmeisterschaften teil. Obwohl sie jedes Mal zu den aussichtsreichsten Favoriten zählten, konnten sie bisher nur bei der ersten Austragung 1987 den Weltmeistertitel sichern. Die Weltmeisterschaft 2011 wird in Neuseeland stattfinden.

Bei der Integration der Māori in die britisch geprägte neuseeländische Gesellschaft spielte Rugby Union eine wichtige Rolle, da der Sport den physischen Fähigkeiten des indigenen Volks Neuseelands entgegenkam und diese rasch als gleichwertige Mitspieler akzeptiert wurden. Vor jedem ihrer Spiele tanzen die All Blacks traditionellerweise einen Haka (Ritualtanz der Māori), um die gegnerische Mannschaft einzuschüchtern und um sich selbst zu motivieren.

Verantwortlich für den Spielbetrieb auf sämtlichen Stufen ist die New Zealand Rugby Football Union (NZRFU). Neben der eigentlichen Nationalmannschaft stellt die NZRFU weitere Auswahlmannschaften auf. Die talentiertesten Jugendlichen, die noch schulpflichtig sind, bilden die Mannschaft NZ Schools. Die zwei weiteren Stufen auf dem Weg zum Kader der All Blacks sind die Juniorennationalmannschaften der U-19 und U-21. Neben diesen gemäß dem Alter zusammengesetzten Mannschaften gibt es solche, die nach besonderen Kriterien aufgestellt werden. Die Junior All Blacks sind trotz ihres Namens keine Juniorennationalmannschaft, sondern die altersunabhängige Reservemannschaft der All Blacks. Sind ausländische Mannschaften in Neuseeland zu Gast, treten diese in der Regel auch gegen die New Zealand Māori an. Um dieser Mannschaft anzugehören, muss ein Spieler zu mindestens 1/16 māorischer Abstammung sein. Die Mannschaft Heartland XV ist aus Amateurspielern zusammengesetzt.

Auf nationaler Ebene spielen Vereine nur eine lokale oder regionale Rolle. Von weitaus größerer Bedeutung sind die 26 Regionalverbände (17 auf der Nordinsel und 9 auf der Südinsel), die je eine Auswahlmannschaft in der Profiliga Air New Zealand Cup oder in der Amateurliga Heartland Championship stellen. Der nationalen Meisterschaft übergeordnet ist die zusammen mit Mannschaften aus Australien und Südafrika ausgetragene internationale Meisterschaft Super 14. Da sich die Spielzeiten nur wenig überschneiden, kommen zahlreiche Spieler in beiden Ligen zum Einsatz.

Die Statuten der NZRFU schreiben zwingend vor, dass Spieler bei neuseeländischen Mannschaften im Air New Zealand Cup und/oder in der Super 14 unter Vertrag stehen müssen, wenn sie dem Kader der All Blacks angehören wollen. Ist ein Spieler im Ausland engagiert, ist er automatisch nicht für die Nationalmannschaft spielberechtigt. Diese Regelung, die andere bedeutende Rugbynationen nicht kennen, hat zur Folge, dass die besten Spieler zunächst einige Jahre in Neuseeland bleiben und dann ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklären, um bei den meist finanzkräftigeren Vereinen der englischen Guinness Premiership und der französischen Top 14 zu spielen.

Eingeführt wurde Rugby in Neuseeland Ende der 1860er Jahre durch Charles Monro. Der Sohn des damaligen Speakers des neuseeländischen Repräsentantenhauses hatte das Spiel kennengelernt, als er Schüler des Christ's College Finchley in London gewesen war. Das erste Spiel in Neuseeland fand am 14. Mai 1870 in Nelson statt und der erste Verband, die Canterbury Rugby Football Union, wurde 1879 gegründet. 1882 wurde das erste internationale Spiel ausgetragen, als die Auswahlmannschaft der Southern Rugby Union (die spätere New South Wales Rugby Union) eine Tour durch Neuseeland unternahm. Die Australier spielten je zweimal gegen Provinzmannschaften aus Auckland und Wellington sowie einmal gegen Canterbury, Otago und die Westküste der Nordinsel; sie gewannen vier Spiele und verloren dreimal. Zwei Jahre später reiste die erste neuseeländische Auswahlmannschaft ins Ausland, sie spielte gegen verschiedene Teams aus New South Wales und gewann acht Spiele.

Die erste Begegnung mit einer britischen Mannschaft fand 1888 statt, als die British Lions auf Tournee in Australien und Neuseeland waren. Allerdings wurden keine Länderspiele im eigentlichen Sinne ausgetragen, sondern Spiele gegen Auswahlmannschaften der Provinzen.

1888 und 1889 waren die New Zealand Natives, eine von Privatleuten gesponserte, inoffizielle und fast ausschließlich aus Māori zusammengesetzte Mannschaft, die erste Auswahl aus einer britischen Kolonie, die in Großbritannien Spiele austrug. Im Jahr 1892 erfolgte die Gründung der New Zealand Rugby Football Union (NZRFU). Der Verband repräsentierte zunächst sieben Provinzen. Die Provinzverbände von Canterbury, Otago und Southland von der Südinsel traten erst einige Jahre später bei. Die erste offizielle, von der NZRFU sanktionierte neuseeländische Mannschaft reiste 1894 durch New South Wales und trug am 15. September desselben Jahres ihr erstes „internationales“ Heimspiel aus, wobei sie mit 6:8 gegen New South Wales verlor. Das erste Länderspiel im heutigen Sinne fand am 15. August 1903 in Sydney statt und endete mit einem 22:3-Sieg der Neuseeländer über Australien.

1905 reiste erstmals eine offizielle neuseeländische Auswahl durch Großbritannien, Irland, Frankreich und Kalifornien. Während dieser Tour entstand der Begriff All Blacks (dt. etwa „die ganz in Schwarz Gekleideten“), weshalb man diese Mannschaft auch als Original All Blacks bezeichnet. Sie trugen 35 Spiele aus, darunter fünf Länderspiele. Die einzige Niederlage mussten die Neuseeländer in Cardiff gegen die walisische Nationalmannschaft hinnehmen, ansonsten feierten sie ausnahmslos Siege. Mit dieser Tour begründeten die Neuseeländer ihren Ruf, eine der besten Rugby-Mannschaften der Welt zu sein. 1908 stattete eine aus Engländern und Walisern zusammengesetzte britische Auswahl Neuseeland einen Besuch ab, sie verlor zwei Spiele gegen die All Blacks und erreichte ein Unentschieden. Mit Ausnahme einer zweimonatigen Tour 1913 durch den Westen der USA und British Columbia spielten die All Blacks bis nach dem Ersten Weltkrieg ausschließlich gegen die australische Nationalmannschaft und diverse Provinzmannschaften. In den Jahren 1915 bis 1919 war der internationale Spielbetrieb eingestellt.

Die bis heute andauernde Rivalität mit Südafrika nahm im Jahr 1921 ihren Anfang, als die Springboks (wie die südafrikanische Mannschaft üblicherweise genannt wird) erstmals nach Neuseeland kamen. Die aus drei Begegnungen bestehende Länderspielserie (engl. test series) endete ausgeglichen mit je einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage. Der Gegenbesuch der All Blacks erfolgte 1928, auch diese Serie endete ausgeglichen.

Nach einer Unterbrechung von fast zwanzig Jahren organisierte die NZRFU im Jahr 1924 wieder eine Tour nach Europa, die neben 28 Spielen gegen Vereine und Provinzmannschaften auch vier Länderspiele umfasste. Die Mannschaft erhielt den Spitznamen The Invincibles („die Unbesiegbaren“), weil sie kein einziges Spiel verlor. Allerdings wurde ihr die Chance verwehrt, den ersten Grand Slam (Siege gegen alle britischen Mannschaften in derselben Saison) zu erzielen: Schottland weigerte sich zu spielen, da in der Frage der Aufwandsentschädigung keine Einigung erzielt werden konnte. Die erste wirklich repräsentative britische Mannschaft, bestehend aus Spielern aus allen vier Landesteilen und heute unter der Bezeichnung British and Irish Lions bekannt, unternahm 1930 eine Tour nach Neuseeland. Obwohl die Lions das erste Länderspiel gewannen, siegten die All Blacks nach einer Umstellung der Mannschaft in den drei weiteren Spielen und konnten die Serie mit 3:1 für sich entscheiden. Die nächste Europatour der All Blacks folgte 1935/36. Von den 30 ausgetragenen Spielen verloren sie nur drei, darunter zwei Länderspiele. Erstmals gelang dem Rugby-Mutterland England ein Sieg gegen Neuseeland, dank zwei erfolgreichen Versuchen des emigrierten russischen Fürsten Alexander Obolenski.

Als die Südafrikaner 1937 zu Besuch in Neuseeland waren, gewannen sie die Länderspielserie mit 2:1. Die All Blacks siegten zwar im ersten test match, verloren aber die zwei darauf folgenden. In der Folge wurde die 1937er-Mannschaft Südafrikas oft als die beste bezeichnet, die jemals in Neuseeland gespielt hat. In den Jahren 1939 bis 1945 konnten die All Blacks wegen des Zweiten Weltkriegs erneut kein einziges Spiel austragen.

Die nächste größere Tour außerhalb Ozeaniens folgte im Jahr 1949, als die All Blacks Südafrika besuchten. An einem Tag mussten die All Blacks gleich zwei Niederlagen in Länderspielen hinnehmen. Dies war möglich, weil Australien zur selben Zeit in Neuseeland tourte und gegen die Reservemannschaft antrat. Am Nachmittag des 3. September (neuseeländische Zeit) unterlag das B-Team in Auckland den Australiern 3:9. Am selben Nachmittag (südafrikanische Zeit) verlor die erste Mannschaft in Durban mit 6:11 gegen Südafrika. Die Viererserie in Südafrika endete mit vier Niederlagen, bis heute eine der schlechtesten Leistungen in der Geschichte der All Blacks. Die in Neuseeland verbliebene Reservemannschaft verlor auch das zweite Länderspiel gegen Australien, was dem Nachbar den erstmaligen Gewinn des Bledisloe Cup ermöglichte. Die NZRFU beschloss als Folge der Niederlagenserie, künftig die Kräfte zu bündeln und keine zweite Mannschaft gleichzeitig spielen zu lassen.

Als die Südafrikaner 1956 in Neuseeland zu Besuch waren, gelang den All Blacks die Revanche: Sie gewannen drei der vier Länderspiele und konnten die Serie erstmals für sich entscheiden. Der 3:1-Erfolg in der Länderspielserie gegen die British and Irish Lions im Jahr 1959 war der Beginn einer besonders erfolgreichen Phase. Während der 1960er Jahre dominierten die All Blacks die britischen Teams fast nach Belieben. Bei ihrer Europatour 1964 verpassten sie den Grand Slam denkbar knapp: Nach Siegen gegen Irland, Wales und England verhinderte das punktelose Unentschieden gegen Schottland den totalen Triumph. Eine weitere Chance, den Grand Slam zu schaffen, bot sich 1967. Doch nach drei gewonnenen Spielen musste die Begegnung mit Irland wegen eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche abgesagt werden. Von 1965 bis 1970 blieben die All Blacks in allen 17 Länderspielen ungeschlagen, bis heute die längste Siegesserie. Unter anderem wurden 1966 die Lions in allen vier Spielen geschlagen, als diese auf Tour in Neuseeland waren.

1971 kehrten die Lions nach Neuseeland zurück. Dieses Mal entschieden sie die Länderspielserie mit 2:1 Siegen für sich. Bis heute ist dies die einzige Serie, welche die Briten in Neuseeland gewinnen konnten. 1972/73 reisten die All Blacks erneut nach Europa und unternahmen einen weiteren Versuch, einen Grand Slam zu erzielen, doch die Iren rangen ein Unentschieden ab. 1978 waren die Bemühungen schließlich erfolgreich, als die All Blacks alle britischen Mannschaften bezwingen konnten. Das Spiel gegen Wales, das mit 13:12 endete, wurde allerdings erst in der letzten Spielminute entschieden, nachdem der Schiedsrichter einen umstrittenen Penalty pfiff. Die einzige Niederlage während dieser Tour mussten die All Blacks gegen eine Provinzmannschaft hinnehmen, als sie in Limerick mit 0:12 gegen das Team von Munster Rugby verloren. Der sensationelle Erfolg Munsters inspirierte den irischen Theaterregisseur John Breen, das Stück Alone it Stands zu schreiben, welches das Spiel zum Thema hat.

Aus rein sportlicher Sicht war die 24 Spiele umfassende Tour nach Südafrika im Jahr 1976 wenig erfolgreich: Die All Blacks verloren drei Spiele gegen Provinzmannschaften und auch drei der vier Länderspiele gegen die Springboks. Weitaus größere Auswirkungen hatte die Tour auf politischer Ebene. Wegen der Apartheid-Politik Südafrikas weigerten sich zahlreiche Māori, dort zu spielen. Seit Beginn der 1960er Jahre war immer wieder durch öffentliche Proteste und politischen Druck versucht worden, die NZRFU dazu zu bewegen, entweder überhaupt keine Māori zu nominieren oder ganz auf Spiele in Südafrika zu verzichten. Während Premierminister Norman Kirk 1973 eine Tour der All Blacks untersagte, gab sein Nachfolger Robert Muldoon die Erlaubnis dazu. Er vertrat den Standpunkt, die Politik dürfe sich nicht in den Sport einmischen.

Dieser kontroverse Beschluss hatte den Protest zahlreicher afrikanischer Staaten zur Folge, die ultimativ den Ausschluss Neuseelands von den Olympischen Sommerspielen 1976 forderten. Das Internationale Olympische Komitee ging nicht darauf ein, mit der Begründung, Rugby sei keine olympische Sportart. 28 afrikanische Staaten boykottierten daraufhin die Spiele in Montreal. Als Reaktion auf diese umstrittene Tour unterzeichneten die Regierungen der Commonwealth-Staaten 1977 die Gleneagles-Vereinbarung, die sportliche Beziehungen mit Südafrika ächtete.

Noch umstrittener war die Tour der Springboks nach Neuseeland im Jahr 1981. Von Ende Juli bis Mitte September trugen die von der NZRFU eingeladenen Südafrikaner mehrere Spiele aus, darunter drei Länderspiele gegen die All Blacks. Schon lange vorher war die Tour stark umstritten. Viele verurteilten sie als Unterstützung der weißen Herrschaft in Südafrika, während andere auf angespannte Beziehungen zu den Māori im eigenen Land hinwiesen. Erneut lehnte Robert Muldoon jegliche Einmischung ab. Die Spiele waren gut besucht, doch in zahlreichen Städten gab es zum Teil heftige Protestkundgebungen. In Hamilton rissen 350 Demonstranten die Abschrankungen nieder, stürmten das Spielfeld und erzwangen den Abbruch des Spiels. Auch in Timaru musste ein Spiel abgesagt werden. In Wellington kam es mehrmals zu Straßenschlachten und während des letzten Spiels in Auckland wurden von einem tief fliegenden Flugzeug aus Mehlsäcke auf das Spielfeld im Eden Park abgeworfen.

1985 plante die NZRFU erneut eine Tour nach Südafrika. Zwei Anwälte reichten eine Klage ein und argumentierten, dieses Vorhaben sei ein Verstoß gegen die Verbandsstatuten. Das Oberste Gericht verbot daraufhin die Durchführung dieser Tour. Zahlreiche Spieler, die sich selbst als The Cavaliers („die Kavaliere“) bezeichneten, hielten sich nicht an das Verbot und organisierten 1986 eine inoffizielle Tour nach Südafrika. Nach ihrer Rückkehr wurden sie vom Verband mit mehrmonatigen Spielsperren bestraft. Erst 1994, nach Aufhebung der Apartheid, fanden wieder Länderspiele zwischen Neuseeland und Südafrika statt.

1987 veranstalteten Neuseeland und Australien gemeinsam die erste Rugby-Union-Weltmeisterschaft. Die All Blacks wurden ihrer klaren Favoritenrolle gerecht. Nach drei deutlichen Siegen in der Vorrundengruppe 1 gegen Italien, Fidschi und Argentinien bezwangen sie ebenso deutlich Schottland im Viertel- und Wales im Halbfinale. Das Endspiel im Eden Park in Auckland gegen Frankreich gewannen sie mit 29:9. In sechs Spielen erzielten sie 43 Versuche und mussten nur 52 Punkte hinnehmen.

Die Überlegenheit der All Blacks zeigte sich auch 1988 während der Tour in Australien, als die Mannschaft unbesiegt blieb (zwölf Siege und ein Unentschieden). Noch besser lief es 1989, als die All Blacks sämtliche 19 ausgetragenen Spiele gewannen (darunter sieben Länderspiele). Im August 1990 verloren sie gegen Australien nach vier Jahren erstmals wieder ein Spiel.

Bei der Weltmeisterschaft 1991 galt die Mannschaft als überaltert. Sie gewann zwar alle drei Vorrundenspiele, konnte sich dabei aber gegen England und Italien nur knapp durchsetzen. Nachdem sie im Viertelfinale Kanada besiegt hatten, verloren die All Blacks das Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Australien. Gegen Schottland sicherten sie sich den dritten Platz. Nach Ende dieser Weltmeisterschaft gab es zahlreiche Rücktritte. Die deutlich verjüngte Mannschaft spielte vorerst nicht auf dem gewohnt hohen Niveau und verlor unter anderem 1994 zwei Heimspiele hintereinander gegen Frankreich.

Die Weltmeisterschaft 1995 fand in Südafrika statt, und wieder galten die All Blacks als Favoriten. Diese Favoritenrolle bestätigten sie mit Siegen gegen Irland und Wales in der Vorrunde. Japan wurde mit 145:17 geschlagen, dies ist bis heute der deutlichste Sieg der All Blacks. Nach dem Viertelfinalsieg über Schottland wurden sie den Vorschusslorbeeren auch im Halbfinale gerecht, als sie mit 45:29 gegen England gewannen. Doch am Tag vor dem Endspiel litt fast die gesamte Mannschaft aufgrund einer Lebensmittelvergiftung an Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe). Die geschwächten Neuseeländer verloren schließlich mit 12:15 nach Verlängerung gegen den Gastgeber Südafrika.

Im August 1995 beschloss der International Rugby Board, Rugby Union für Profispieler zu öffnen, um so der zunehmenden Abwerbung guter Spieler durch finanzkräftige Rugby League-Vereine zu begegnen. Noch im selben Jahr gründeten die Verbände Südafrikas, Neuseelands und Australiens das Konsortium SANZAR. Dieses war mit dem Zweck gegründet worden, Fernsehübertragungsrechte für zwei neu eingeführte Wettbewerbe zu verkaufen, die internationale Liga Super 12 (später Super 14) und das Tri-Nations-Turnier. Da die neuen Wettbewerbe keine Zeit für monatelange Überseetouren mehr ließen, nahm diese Tradition der Amateurära ein rasches Ende.

Die erste Austragung von Tri Nations im Jahr 1996 wurde von den All Blacks gewonnen. Dieser Erfolg hatte auch eine besondere historische Bedeutung. Erstmals überhaupt war es den Neuseeländern gelungen, eine Länderspielserie in Südafrika für sich zu entscheiden. Die All Blacks gewannen 1997 bei Tri Nations alle Spiele und verteidigten den Titel. 1998 jedoch gingen alle vier Spiele verloren. Es war das erste Mal seit 1949, dass die All Blacks vier Mal in Folge als Verlierer vom Platz gehen mussten. Am 28. August 1999 verloren sie in Sydney mit 7:28 gegen Australien, was bis heute ihre höchste Niederlage ist.

Nur knapp einen Monat später konnten sich die All Blacks während der Weltmeisterschaft 1999 in Wales wieder auffangen. Sie dominierten ihre Vorrundengruppe fast nach Belieben und siegten gegen Tonga, England und Italien. Nachdem sie sich im Viertelfinale gegen Schottland durchgesetzt hatten, trafen die All Blacks im Halbfinale auf Frankreich. Nach Ende der ersten Halbzeit lagen sie zwar 17:10 vorne, doch die Franzosen waren in der zweiten Halbzeit überraschenderweise die klar bessere Mannschaft und siegten mit 43:31. Im Spiel um Platz 3 unterlagen die All Blacks auch Südafrika.

2000 und 2001 belegten die All Blacks im Tri-Nations-Turnier jeweils den zweiten Platz, in den zwei darauf folgenden Jahren gewannen sie das Turnier. Nach dem Tri-Nations-Sieg galten die Neuseeländer im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2003 in Australien erneut als Favoriten für den Weltmeistertitel. Die Vorrundengegner Italien, Kanada und Tonga waren chancenlos, nur Wales vermochte längere Zeit Gegenwehr zu leisten, wenn auch letztlich ohne Erfolg. Nach einem deutlichen Viertelfinalsieg über Südafrika trafen die All Blacks im Halbfinale auf den amtierenden Weltmeister Australien. Neuseeland verlor das Spiel mit 10:22, der Sieg im Spiel um Platz 3 gegen Frankreich war nur noch von geringer Bedeutung.

Im Juni 2004 feierten die All Blacks zwei klare Heimsiege gegen den neuen Weltmeister England, doch das Tri-Nations-Turnier im selben Jahr beendeten sie auf dem letzten Platz. 2005 waren die British and Irish Lions auf Tournee in Neuseeland. Die All Blacks gewannen die Länderspielserie mit 3:0, gewannen im selben Jahr das Tri-Nations-Turnier und schafften ihren zweiten Grand Slam gegen die Nationalmannschaften von den Britischen Inseln. Die All Blacks wurden vom International Rugby Board als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet, Graham Henry erhielt die Auszeichnung als Trainer des Jahres und Daniel Carter jene als Spieler des Jahres. Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen waren die All Blacks als „Mannschaft des Jahres“ bei den Laureus World Sports Awards 2006 nominiert.

Die Erfolgsserie hielt 2006 weiterhin an. Nach einem klaren Turniersieg bei Tri Nations folgten Ende des Jahres deutliche Siege gegen Frankreich, England und Wales. Die All Blacks bauten ihre Vormachtstellung weiter aus und wurden folgerichtig vom IRB erneut als beste Mannschaft des Jahres geehrt. Richie McCaw konnte den Preis als Spieler des Jahres entgegennehmen. Auch 2007 waren die All Blacks bei den Laureus World Sports Awards als „Mannschaft des Jahres“ nominiert. Nachdem sie erneut das Tri-Nations-Turnier gewonnen hatten, galten die All Blacks im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2007 wiederum als meistgenannte Favoriten. Sie gewannen ihre Vorrundengruppe souverän, scheiterten dann aber im Viertelfinale überraschend an Frankreich und erzielten ihr schlechtestes WM-Ergebnis überhaupt.

Im folgenden Jahr gelang erneut der Sieg bei den Tri Nations und gleichzeitig die Verteidigung des Bledisloe Cups, der erstmals auch durch ein Spiel in Hongkong entschieden wurde. Aufgrund der zahlreichen Siege nach der WM führt Neuseeland souverän die Weltrangliste an und wird bei der Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land auf Rang 1 gesetzt sein. Die herausragende Stellung Neuseelands wurde auch vom IRB bei der Vergabe der jährlichen Awards gewürdigt. Die All Blacks wurden zur Mannschaft des Jahres ernannt und Graham Henry erhielt die Auszeichnung des besten Trainers. Luke Braid wurde zum Juniorenspieler des Jahres ausgezeichnet und DJ Forbes zum besten 7er-Spieler ernannt.

Billy Wallace, der letzte lebende Spieler der Original All Blacks von 1905/06, sagte 1955 in einem Interview, ein Journalist der Zeitung Daily Mail habe die Neuseeländer nach dem Spiel gegen Hartlepool als „all backs“ bezeichnet. Er meinte damit, die üblicherweise schweren und großen Spieler der Vordermannschaft (engl. forwards) seien im Gegensatz zu ihren Gegnern schnell und wendig und beherrschten das Passspiel ebenso gut wie die Hintermannschaft (engl. backs). Sie würden also so spielen, als ob sie alle Verteidiger wären („as if they were all backs“). Wallace behauptete ferner, wegen eines Druckfehlers in einem Artikel vor dem nächsten Spiel gegen Somerset sei die Mannschaft in der Folge von Zuschauern und Medien nur noch als „All Blacks“ bezeichnet worden. Wallaces Darstellung wird heute weitgehend abgelehnt, da sich aus dem Zeitraum 1905-06 keine einzige englische Zeitung finden lässt, die von „All Backs“ (ohne l) schreibt.

Der Begriff „All Blacks“ (mit l) erschien tatsächlich erstmals nach der Begegnung mit Hartlepool in einem Spielbericht der Regionalzeitung Northern Daily Mail, die in der Folge von der nationalen Ausgabe der Daily Mail übernommen wurde. Autor dieses Artikels ist J.A. Buttery, Rugby-Korrespondent der Daily Mail während der Tour der Neuseeländer, der mit dem Spitznamen Bezug auf die (mit Ausnahme des Silberfarns) gänzlich schwarze Spielkleidung der Mannschaft nahm.

Das aktuelle Trikot der All Blacks ist vollkommen schwarz, mit Ausnahme des weißen Logos des offiziellen Trikotsponsors adidas und des stilisierten Silberfarns (Logo der NZRFU) auf der Vorderseite und der ebenfalls weißen Rückennummer. Bei ihrer ersten Auslandsreise, der 1884er-Tour nach Australien, trugen die neuseeländischen Rugbyspieler Spielkleidung, die sich von der heutigen stark unterscheidet. Sie bestand aus einem dunkelblauen Hemd mit einem goldenen Farn auf der linken Vorderseite. 1893 beschloss die NZRFU auf ihrer jährlichen Generalversammlung, dass die Spielkleidung künftig aus einem schwarzen Hemd mit Silberfarn und weißen Knickerbockern bestehen solle. Fotos aus jener Epoche lassen jedoch darauf schließen, dass stattdessen weiße Shorts getragen wurden. Irgendwann nach 1897 gab es eine Veränderung, denn 1901 trat die Mannschaft gegen New South Wales in schwarzen Segeltuchhemden ohne Kragen, schwarzen Shorts und schwarzen Socken an. In früheren Jahren gab es bisweilen Hemden mit weißem Kragen. Heute gilt das Trikot der All Blacks als bekanntestes Rugby-Trikot der Welt.

Seit 2000 tragen die All Blacks bei Spielen gegen Frankreich Hemden mit einer auf dem rechten Ärmel aufgestickten roten Mohnblume. Damit soll den Soldaten des Australian and New Zealand Army Corps gedacht werden, die während des Ersten Weltkriegs auf den Schlachtfeldern Europas ihr Leben ließen. Äußerst selten treten die All Blacks bei Auswärtsspielen nicht in Schwarz auf, in der Regel in Spielen gegen Mannschaften, die ebenfalls dunkle Spielkleidung tragen (beispielsweise das schottische Dunkelblau). 2006 wurde das früher in solchen Fällen verwendete weiße Hemd gegen ein graues getauscht.

Vor jedem Länderspiel führen die All Blacks den Haka auf, einen Ritualtanz der Māori, um ihre Gegner einzuschüchtern und um sich selbst zu motivieren. Der Haka wird oft als Herausforderung zum Kampf beschrieben. Seit der Tour der New Zealand Natives 1888/89 ist der Haka ein fester Bestandteil des neuseeländischen Rugby. Bis 2005 wurde ausschließlich ein Haka mit dem Titel Ka Mate getanzt, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Te Rauparaha komponiert worden war, dem Stammesführer der Ngāti Toa.

Vor einem Tri-Nations-Spiel gegen Südafrika am 28. August 2005 in Dunedin führten die All Blacks einen völlig neuen Haka auf, Kapa o Pango. Dieser wurde komponiert, um die multikulturelle Zusammensetzung der neuseeländischen Bevölkerung zu betonen, insbesondere den wachsenden Einfluss der Polynesier. Der neue Haka soll nur zu besonderen Anlässen aufgeführt werden und soll Ka Mate nicht ersetzen.

Kapa o Pango endet mit einer umstrittenen, auf das gegnerische Team gerichteten Geste des „Hals-Durchschneidens“. Dies führte zu Vorwürfen, der neue Haka rufe zu Gewalt auf und sende ein falsches Signal an die Fans. Die NZRFU unterzog Kapa o Pango einer genauen Untersuchung und eine Expertenkommission kam zum Schluss, dass die Geste in der Kultur der Māori eine völlig andere Bedeutung hat. Laut Komponist Derek Lardelli steht sie für das Ziehen lebenswichtiger Energie in die Herzen und Lungen.

Im Gegensatz zu anderen bedeutenden Rugbynationen besitzt Neuseeland kein ausschließlich für die Nationalmannschaft vorgesehenes Stadion. Stattdessen tragen die All Blacks ihre Heimspiele in mehreren über das ganze Land verteilten Stadien aus. 2005 und 2006 waren dies der Eden Park in Auckland, das North Harbour Stadium in North Shore, das Westpac Stadium in Wellington, das Jade Stadium in Christchurch, das Waikato Stadium in Hamilton und Carisbrook in Dunedin.

Vor dem Bau des Westpac Stadium im Jahr 1999 war der Athletic Park die traditionelle Spielstätte in Wellington. Dort war am 13. August 1904 das erste Heimspiel der All Blacks gegen Großbritannien ausgetragen worden. Das erste Spiel außerhalb der Ballungszentren Auckland, Christchurch, Dunedin und Wellington fand am 7. Juni 1996 im McLean Park in Napier statt. Austragungsort des Finalspiels der Rugby-Union-Weltmeisterschaft 1987 war der Eden Park.

Im Hinblick auf die Rugby-Union-Weltmeisterschaft 2011 wird die Zuschauerkapazität des Eden Park und des Jade Stadium markant erhöht. Als Alternative zur Erweiterung des Eden Park hatte die neuseeländische Regierung den Bau eines Nationalstadions am alten Hafen von Auckland vorgeschlagen. Dieses Vorhaben stieß bei den Behörden von Stadt und Region Auckland auf Widerstand und wurde Ende November 2006 fallengelassen.

14 ehemalige All Blacks sind aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in die International Rugby Hall of Fame aufgenommen worden. Es sind dies Fred Allen, Don Clarke, Sean Fitzpatrick, Grant Fox, David Gallaher, Michael Niko Jones, Ian Kirkpatrick, John Kirwan, Brian Lochore, Jonah Lomu, Colin Meads, Graham Mourie, George Nepia und Wilson Whineray.

Nachfolgend sind die wichtigsten Statistiken aufgelistet, die Spieler der All Blacks betreffen. Die mit * markierten Spieler sind noch aktiv und können sich daher weiter verbessern. Der Unterschied zwischen der Gesamtanzahl absolvierter Spiele („matches“) und den Länderspielen gegen andere Nationalmannschaften („tests“) ist dadurch erklärbar, dass in der Zeit vor Einführung der Weltmeisterschaft die All Blacks weitaus mehr Spiele gegen Vereine oder Regionalmannschaften austrugen als heute üblich.

Da die Definition und Rolle der Trainer der All Blacks bis zur Tour nach Südafrika 1949 sehr stark variierte, beinhaltet die folgende Tabelle nur Trainer, die seitdem angestellt wurden.

Die All Blacks weisen gegen jede Nationalmannschaft, gegen die sie jemals gespielt haben, eine positive Bilanz auf. Sie gewannen 318 der 429 ausgetragenen Länderspiele, was einer Erfolgsquote von 74,13 % entspricht. Damit sind die All Blacks die international erfolgreichste Nationalmannschaft überhaupt. Vier Mannschaften, die vom Weltverband International Rugby Board in die erste Stärkeklasse eingeteilt worden sind, haben noch nie gegen Neuseeland gewonnen (Argentinien, Italien, Irland und Schottland). Die schlechteste Siegquote weist Neuseeland gegen Südafrika auf (55,55 %). Gegen Nationalmannschaften aus dem deutschsprachigen Raum sind die All Blacks wegen des zu großen Unterschieds bei der Spielstärke noch nie angetreten.

Als im Oktober 2003 die IRB-Weltrangliste eingeführt wurde, lag Neuseeland auf dem zweiten Platz hinter England. Im November 2003 (nach der Weltmeisterschaft) lagen die All Blacks kurzfristig auf dem dritten Platz. Ab Juni 2004 hielten sie während mehr als drei Jahren die erste Position inne und wurden nach der WM 2007 von den Südafrikanern abgelöst. Mit dem Gewinn der Tri Nations 2008 eroberte Neuseeland die Spitzenposition zurück.

Obwohl die All Blacks stets zu den meistgenannten Favoriten zählen, konnten sie den Webb Ellis Cup, die Gewinntrophäe der alle vier Jahre ausgetragenen Rugby-Union-Weltmeisterschaft, bisher erst einmal entgegennehmen, bei der ersten Austragung 1987 in Neuseeland und Australien. 1991 verloren sie das Halbfinale gegen Australien, 1995 das Finale gegen Gastgeber Südafrika. Das zweitschlechteste Ergebnis war 1999 der vierte Platz. 2003 verloren sie erneut im Halbfinale gegen Australien. Ihr schlechtestes Ergebnis erreichten sie 2007, als sie bereits im Viertelfinale gegen Frankreich ausschieden.

Die All Blacks halten mehrere Weltmeisterschaftsrekorde: Die meisten Spielpunkte in einem einzelnen Spiel (145 gegen Japan bei der WM 1995), die meisten Spielpunkte bei allen Weltmeisterschaften insgesamt (1384), die meisten Versuche (35) und Erhöhungen insgesamt (137). Mehrere neuseeländische Spieler sind ebenfalls Rekordhalter: Jonah Lomu erzielte die meisten Versuche insgesamt (15), Sean Fitzpatrick absolvierte die meisten WM-Spiele (17 zwischen 1987 und 1995), Marc Ellis erzielte die meisten Versuche in einem einzigen Spiel (6 gegen Japan im Jahr 1995) und Grant Fox hält den Rekord für die meisten Spielpunkte während eines Turniers (126 im Jahr 1987).

Das einzige jährliche Turnier der All Blacks ist das seit 1996 ausgetragene Tri Nations gegen Australien und Südafrika. Mit neun Turniersiegen und Siegen in 39 Spielen liegen die All Blacks deutlich vor ihren Kontrahenten. Neuseeland gewann das Turnier in den Jahren 1996, 1997, 1999, 2002, 2003, 2005, 2006, 2007 und 2008.

Die Punkte werden wie folgt berechnet: 4 Punkte bei einem Sieg, 2 Punkte bei einem Unentschieden, 0 Punkte bei einer Niederlage (vor möglichen Bonuspunkten), 1 Bonuspunkt für vier oder mehr erfolgreiche Versuche, 1 Bonuspunkt bei einer Niederlage mit weniger als sieben Punkten Unterschied.

Einer der traditionsreichsten Wettbewerbe im Rugby Union ist jener um den Bledisloe Cup. Er wird seit 1931 zwischen Australien und Neuseeland ausgetragen, seit 1996 im Rahmen von Tri Nations. Ebenfalls ein Teil von Tri Nations ist seit 2004 der alle zwei Jahre ausgetragene Wettstreit mit Südafrika um den Freedom Cup. Seit 2000 spielt Neuseeland außerdem gegen Frankreich um die Dave Gallaher Trophy und musste die Trophäe bisher noch nie abgeben.

Die Junior All Blacks gewannen 2006 und 2007 den Pacific Nations Cup, der im Jahr 2006 eingeführt wurde. Die New Zealand Māori konnten den Churchill Cup bisher zweimal gewinnen (2004 und 2006). Ebenfalls je zweimal wurden die Juniorennationalmannschaften Weltmeister (U-21: 2003 und 2004; U-19: 2004 und 2007).

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Fußballnationalmannschaft der DDR

Die Nationalmannschaft 1967 in Leipzig vor dem Spiel gegen Ungarn

Die Fußballnationalmannschaft der DDR war die Auswahlmannschaft des Deutschen Fußball-Verbandes, die die DDR in den A-Länderspielen auf internationaler Ebene vertrat. Neben der A-Nationalmannschaft unterhielt der DFV auch noch eine B-Nationalmannschaft, Nachwuchs- und Junioren-Nationalmannschaften sowie zeitweise eine Fußball-Olympia-Auswahl.

Ihr erstes Länderspiel absolvierte die A-Nationalmannschaft 1952 gegen Polen, gegen das sie insgesamt auch die meisten Länderspiele bestritt (19). Der größte Erfolg der Auswahl war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1974. Die Spiele zum Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal werden in der Länderspielstatistik der FIFA nicht als offizielle A-Länderspiele gewertet.

Als sich 1990 der DFV in Folge der Deutschen Wiedervereinigung auflöste, wurde auch der Spielbetrieb der Nationalmannschaft eingestellt. Bis dahin hatte die Mannschaft insgesamt 293 Länderspiele absolviert, bei denen sie 501 Tore erzielte und 345 Gegentore kassierte (ohne im Elfmeterschießen erzielte Tore). Von den Spielen gewann sie 138, spielte 69-mal Unentschieden und ging 86-mal als Verlierer vom Platz.

Obwohl das erste offizielle A-Länderspiel der DDR erst 1952 stattfand, geht die Geschichte der Auswahl bis in das Jahr 1949 zurück. Damals wurde Helmut Schön mit der Betreuung einer Ostzonenauswahl beauftragt. Offizielle Länderspiele konnten jedoch zunächst nicht durchgeführt werden, da die DDR noch nicht Mitglied des Fußballweltverbandes FIFA war.

Die Aufnahme der DDR in die FIFA war sehr lange umstritten, der Aufnahmeantrag der DDR vom 6. Februar 1951 stieß vor allem beim bundesdeutschen Fußball-Bund auf Empörung. Der damalige DFB-Präsident Peco Bauwens erklärte, dass es der Wunsch der Bundesrepublik sei, „den Sport frei von politischen Tendenzen zu halten“ und dies nur schwer möglich sei, wenn die FIFA die „eindeutig politisch geführte Fußballsportbewegung der Ostzone“ aufnehmen würde. Trotzdem erhielt die DDR am 6. Oktober 1951 die provisorische Mitgliedschaft und wurde am 24. Juli 1952 als vollwertiges Mitglied aufgenommen.

Die Abwanderung in den Westen von Auswahltrainer Helmut Schön, seinem Nachfolger Fred Schulz und vielen Spielern, die im Westen bessere sportliche Entfaltung erhofften, erschwerten die Anfänge der Nationalmannschaft. Nachdem mit Alfred Kunze der dritte Trainer der Auswahl noch vor dem ersten Länderspiel zurücktrat, übernahm Willi Oelgardt die Mannschaft. Der Nationaltrainer lernte seine Spieler schon anderthalb Monate vor dem ersten Länderspiel im Trainingslager kennen. Jedoch musste Oelgardt bei der Nominierung der Nationalspieler nicht nur sportliche Aspekte beachten. Damals galt unter anderem „patriotisches Denken und Handeln“ als eine Grundvoraussetzung, um in die Nationalmannschaft aufgenommen zu werden.

Das erste Länderspiel fand dann ausgerechnet im von Deutschland während des Zweiten Weltkriegs besetzten Polen statt. In diesem Spiel, das die DDR mit 0:3 verlor, sollte sich die Mannschaft nach Politikermeinung als „neues Deutschland“ präsentieren. Das Interesse der DDR-Bevölkerung an der Nationalmannschaft war groß, deren ersten Heimspiel am 14. Juni 1953 gegen Bulgarien, das 0:0 endete, fand vor 55.000 Zuschauern im Heinz-Steyer-Stadion in Dresden statt. Nachdem der Volksaufstand nur drei Tage später für politische Unruhen sorgte, konnte erst wieder am 8. Mai 1954 ein Länderspiel stattfinden, in dem die DDR Rumänien mit 0:1 unterlag.

Zunächst wurden weiterhin nicht unbedingt die besten Spieler nominiert. So spielten zum Beispiel am 26. September 1954 am selben Tag in der B-Nationalmannschaft ausschließlich Spieler aus der Oberliga, der höchsten Spielklasse, während die A-Auswahl mit zwei Spielern aus der zweitklassigen DDR-Liga (Buschner und Schnieke vom SC Motor Jena) gegen die polnische Nationalmannschaft unterlag. Stammplätze in der A-Nationalmannschaft gab es zu dieser Zeit noch nicht, so kamen in den ersten sechs Länderspielen insgesamt 37 verschiedene Spieler zum Einsatz. Die Gegner der Auswahl waren hingegen nicht so vielfältig, in den ersten elf Länderspielen bis einschließlich 1956 hatte die DDR mit Polen, Rumänien, Bulgarien und Indonesien nur vier verschiedene Mannschaften zum Gegner. Die geforderte „vorbildliche Repräsentation“ der jungen DDR konnte so in Sachen Fußball nur in einem eng begrenzten geografischen Raum praktiziert werden.

Unter dem 1955 engagierten ungarischen Trainer János Gyarmati wurden fast jeden Monat zwei- bis dreitägige Trainingslager in Bad Blankenburg abgehalten. Bei seinem Amtsantritt stellte Gyarmati drei Probleme fest: „Es gibt zu viele sachunkundige Funktionäre, die glauben, es besser zu wissen, es fehlt an Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Akteuren und Trainern, und die Spieler haben starke konditionelle Mängel“. Der Ungar erklärte, sich nicht von der Politik beeinflussen lassen zu wollen und ging bei der Nominierung der Nationalspieler ausschließlich nach sportlichen Kriterien vor. So gelang der DDR im siebten Spiel und dem ersten unter Gyarmati der erste Sieg, als die Mannschaft Rumänien auswärts mit 3:2 bezwang. Die Nationalmannschaft litt jedoch weiter unter der internationalen Isolation. Da die DDR weder gegen die starken Nationalmannschaften außerhalb des Ostblocks spielte, auch nicht gegen Ungarn, die damals einzige überragende Ostblock-Mannschaft, standen die Zeichen für eine Weiterentwicklung schlecht.

Erst am 10. März 1957 trat die DDR erstmals gegen die Nationalmannschaft eines „kapitalistischen“ Landes an, als das Team Luxemburg mit 3:0 bezwang. Überraschend gab die DDR im selben Jahr auch erstmals ihre Meldung für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft ab. Nachdem die Euphorie aus der Bundesrepublik nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 auch auf die Fußballanhänger aus der DDR übergriffen hatte, sah sich die DDR-Führung gezwungen, ihre Haltung gegenüber dem Fußball zu ändern und einer Qualifikationsteilnahme der DDR zuzustimmen. Das Nationalteam wurde in der Qualifikationsrunde in eine Gruppe mit der Tschechoslowakei und Wales ausgelost. Für das Auftaktspiel gegen Wales am 19. Mai 1957 im Zentralstadion Leipzig gab es rund 500.000 Kartenwünsche. Offiziell fand das Spiel mit 100.000 Zuschauern statt. Tatsächlich besiegte die DDR jedoch Wales im überfüllten Zentralstadion vor rund 120.000 Zuschauern mit 2:1. Die folgenden drei Qualifikationsspiele verlor die DDR jedoch und landete am Ende auf dem dritten und letzten Platz in der Qualifikationsgruppe.

János Gyarmati, der sich die permanenten Eingriffe der Sportfunktionäre nicht mehr bieten lassen wollte, trat nach dem Scheitern in den Qualifikationsspielen zurück. Daraufhin wurde Fritz Gödicke neuer Nationaltrainer. Unter ihm gewann die Nationalmannschaft 1959 kein einziges Länderspiel, die beiden Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft 1960 gegen Portugal gingen verloren. Nationaltrainer Gödicke, dem „Antikfußball“ vorgeworfen wurde, musste aus seiner schlechten Länderspielbilanz die Konsequenzen ziehen und das Feld für Heinz Krügel räumen. Unter Krügel zeichnete sich ein Aufwärtstrend ab, als die DDR unter anderem im August 1960 gegen die Sowjetunion, die kurz zuvor Europameister geworden war, nur knapp mit 0:1 unterlag.

Den nach Meinung vieler Experten attraktivsten Fußball spielte die DDR-Auswahl zwischen 1961 und 1966 unter der Regie des ungarischen Trainers Károly Soós, der Heinz Krügel ablöste, nachdem viele DDR-Funktionäre trotz einiger Achtungserfolge mit dessen Bilanz nicht zufrieden waren. Spielerisch überzeugende Spiele unter Soos absolvierte die Mannschaft unter anderem gegen die UdSSR (1962 – 1:2 in Moskau), gegen England (1963 – 1:2 in Leipzig), Uruguay (1965 – 2:0 in Montevideo), Schweden (1966 – 4:1 in Leipzig), Chile 1966 (5:2 in Leipzig) und die Niederlande (1967 – 4:3 in Leipzig). Geprägt wurde das System durch technisch versierte Spieler wie Peter Ducke, Manfred Kaiser, Dieter Erler, Roland Ducke und Jürgen Nöldner. Allerdings wurde die Spielweise der DDR damals auch oft als „brotlose Kunst“ bezeichnet.

In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1962 holte die Nationalmannschaft in einer Gruppe mit Ungarn und den Niederlanden nur einen Punkt, wobei ein wegen Visaproblemen abgesagtes Spiel der DDR in den Niederlanden (die Mannschaft erhielt Einreiseverbot) gar nicht erst nachgeholt wurde, nachdem dieses Spiel für die Qualifikation keine Bedeutung mehr hatte. 1962/63 eliminierte die DDR den amtierenden Vizeweltmeister CSSR in der EM-Qualifikation (2:1 zu Hause – 1:1 auswärts). Das entscheidende Tor zum 1:1-Ausgleich erzielte Peter Ducke kurz vor Schluss mit einem Schuss aus spitzem Winkel. Im Achtelfinale scheiterte man aber knapp an Ungarn (1:2 zu Hause – 3:3 auswärts). Beim alles entscheidenden Spiel in Budapest wurde die DDR-Elf durch krasse Fehlentscheidungen des Schiedsrichters Nedelkovski um den Erfolg und das Weiterkommen gebracht. Der Jugoslawe wurde später von der FIFA aufgrund dieses Spieles international gesperrt.

In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1966 scheiterte das Nationalteam seiner Gruppe mit Ungarn und Österreich als Gruppenzweiter an den Ungarn. Auch in der Qualifikation zur Europameisterschaft 1968 wurde die Mannschaft erneut nur Gruppenzweiter hinter Ungarn und qualifizierte sich wieder nicht für das Turnier, obwohl die DDR die Niederlande und Dänemark hinter gelassen hatte. Danach entschied sich Nationaltrainer Soós, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Auch er kritisierte wie zuvor sein Landsmann Gyarmati die Einmischung der Funktionäre. Diese Kritik wurde von diesen politisch interpretiert, wodurch die Arbeit für Soos immer mehr erschwert wurde.

Nationaltrainer Harald Seeger, der 1965 mit der DDR-Junioren-Nationalmannschaft das Vorläuferturnier der U-19-Fußball-Europameisterschaft gewonnen hatte, integrierte wieder mehr jüngere Spieler in die A-Nationalmannschaft. In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1970 scheiterte die DDR jedoch wieder. Zwar gelangen zwei Siege gegen Wales, doch im Heimspiel gegen Italien verhinderte der schwedische Schiedsrichter Boström einen Sieg der Seeger-Elf, indem er einen Abseitstreffer der Italiener anerkannte und einen Elfmeter für die DDR verweigerte. Erst in der 83. Minute gelang den Südländern der Ausgleichstreffer zum 2:2. Das entscheidende Rückspiel vor 90.000 Zuschauern in Neapel ging dann klar mit 0:3 verloren, alle Tore waren schon bis zur 37. Minute gefallen.

Nach zweijährigem Wirken von Harald Seeger übernahm 1970 Georg Buschner das Amt des Auswahltrainers. Er setzte verstärkt auf Sicherheitsfußball, und so kassierte die DDR 1970 in vier Länderspielen in Folge kein einziges Gegentor. Die Spielweise war nicht mehr so attraktiv wie unter Soos, trotzdem erreichte die Nationalmannschaft unter Buschners Leitung die größten Erfolge. Dies war unter anderem auch auf die Gründung der Fußballklubs als Leistungszentren in den Jahren 1965/66 zurückzuführen, denn die Spieler aus dieser Ära stammten zumeist aus diesen Kaderschmieden.

Auch Buschner musste während seiner Amtszeit gegen viele Widerstände ankämpfen. Vielen Funktionären war der Fußball nicht berechenbar genug, und so wurde der Fußball nur wegen seiner Beliebtheit bei den Fußballanhängern weiterhin gefördert und nicht wie das Eishockey in die Bedeutungslosigkeit abgeschoben. Buschner erklärte später: „Ohne die Kraft der Straße hätten die Strolche mit dem Fußball das Gleiche wie mit dem Eishockey gemacht“. Spieler von Betriebssportgemeinschaften, die in der Fußballhierarchie deutlich hinter einem Fußballklub eingestuft wurden, hatten kaum Chancen, für die Nationalmannschaft nominiert zu werden. Trotzdem hielt Buschner zum Beispiel an Jürgen Croy von der BSG Sachsenring Zwickau als Torhüter der Nationalmannschaft fest. „Ich habe mir nie reinreden lassen. Es hat sich überhaupt gar keiner getraut“ erklärte Buschner nach seiner Zeit als Nationaltrainer.

In der Qualifikation für die Europameisterschaft 1972 scheiterte die DDR als Gruppendritter hinter Jugoslawien und den Niederlanden und ließ lediglich Luxemburg hinter sich. Nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen von 1972 durch die mit der A-Nationalmannschaft identischen Olympiaauswahl gab Buschner als erster DDR-Nationaltrainer öffentlich die Qualifikation für die Weltmeisterschaft als neues höchstes Ziel aus. Damit widersprach Buschner wieder einmal den Vorstellungen vieler Funktionäre, denen Erfolge gegen Amateurnationalmannschaften aus dem Westen mit der Olympiaauswahl wichtiger waren als Erfahrungen aus Duellen gegen die besten Nationalmannschaften der Welt, die laut Buschner das Einzige waren, was die Mannschaft wirklich weiterbringen konnte. Dass der Deutsche Turn- und Sportbund damals beschloss, sich nur noch auf medaillenträchtige Sportarten zu konzentrieren, zu denen der Fußball nicht gehörte, hatte dennoch auch positive Auswirkungen auf die Fußball-Nationalmannschaft, da das Nationalteam durch die gesunkene politische Beachtung nun mehr Freiräume hatte.

In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1974 sicherte sich die DDR als Gruppenerster in einer Gruppe mit Rumänien, Finnland und Albanien erstmals die Teilnahme an einer Weltmeisterschafts-Endrunde. Die Gruppenauslosung für die Endrunde sorgte anschließend für politische Brisanz, die die Teilnahme der DDR lange ungewiss erscheinen ließ. Zum ersten Mal musste das Nationalteam der DDR gegen die Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland antreten. Nur beim Gruppengegner aus Australien hatten die DDR-Funktionäre keine politischen Bedenken. Denn auch mit dem Duell gegen das politisch suspekte Chile wurde die Situation noch verschärft. Die Mannschaft Chiles musste gegen die Sowjetunion zwei Entscheidungsspiele um die WM-Teilnahme bestreiten. Im ersten Spiel zu Hause in Moskau gab es für die Sowjetunion nur ein 0:0. Die Mannschaft trat dann zum Rückspiel in Santiago nicht an, weil das Spiel im Nationalstadion ausgetragen werden sollte, in dem nach dem Militärputsch in Chile 1973 Junta-Gegner gefoltert wurden. Die sowjetische Mannschaft wurde daraufhin von der FIFA disqualifiziert. Der Hauptgrund für eine Absage des Spiels war aber die Angst der Verantwortlichen vor einer Blamage der Mannschaft, die in den Spielen zuvor zahlreiche Niederlagen (gegen Bulgarien, England, Brasilien, Bundesrepublik Deutschland und auch der DDR) einstecken musste. Dass das Spiel gegen Chile auch noch im ebenso politisch umstrittenen West-Berlin stattfinden sollte, verschärfte die Situation noch weiter. Nur der Euphorie aufgrund der erstmals geglückten Qualifikation ist es zu verdanken, dass die DDR nicht zurückzog.

Während der Vorrunde des Turniers traf die Nationalmannschaft zuerst auf Australien und gewann mit 2:0. Vier Tage später erreichte sie nur ein 1:1 im Berliner Olympiastadion gegen Chile. Da sich aber am letzten Vorrunden-Spieltag Chile und Australien am Nachmittag vor dem deutsch-deutschen Vergleich in Berlin ebenfalls unentschieden trennten (0:0), waren sowohl die Bundesrepublik als auch die DDR schon für die 2. Runde qualifiziert. Somit war das Duell der beiden deutschen Mannschaften sportlich bedeutungslos geworden. Der DDR-Mannschaft gelang durch ein Tor von Jürgen Sparwasser ein 1:0-Sieg gegen den späteren Weltmeister Bundesrepublik Deutschland im vor 62.000 Zuschauern ausverkauften Hamburger Volksparkstadion. Nach der Ansicht der meisten Bundesbürger hat die DFB-Mannschaft von dieser Niederlage sogar profitiert, da man so einem Duell mit den starken Niederländern vorerst entging und auch gegen den amtierenden Weltmeister Brasilien und die Argentinier nicht antreten musste, während in der DDR die Partie gegen den „deutschen Bruder“ als legendäres Spiel in die Geschichte einging. Es blieb das einzige Aufeinandertreffen der beiden deutschen Nationalmannschaften.

In der zweiten Runde holte die DDR nach einer 0:1-Niederlage gegen Brasilien und einer 0:2-Schlappe gegen die Niederlande immerhin noch ein 1:1 gegen Argentinien und beendete das Turnier als Gruppendritter der Gruppe A.

Nachdem die DDR in der Qualifikation zur Europameisterschaft 1976 in eine Gruppe mit Island, Belgien und Frankreich gelost wurde, rechnete sich das Nationalteam reelle Chancen auf eine Qualifikation aus. Die Mannschaft musste jedoch als enttäuschender Gruppenzweiter den Belgiern den Vortritt überlassen. Die DDR hatte die Qualifikation vor allem in den Spielen gegen Island (1:1 in Magdeburg, 1:2 in Reykjavík) leichtfertig verspielt.

Ein besonderes Kapitel stellen die Spiele der DDR-Nationalmannschaft im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen dar. Von diesen 65 Spielen wurden 55 von einer Mannschaft bestritten, die unter der Bezeichnung „Fußballolympia-Auswahl“ ausgetragen wurden. Diese Spiele wurden von der FIFA, vom DDR-Fußballverband und später auch vom DFB nicht als A-Länderspiele gewertet und sind deshalb auch nicht in den Statistiken also solche geführt.

Ein Sonderfall sind die beiden Olympia-Qualifikationsspiele mit Rumänien im Jahre 1977. Da beide Mannschaften mit der A-Nationalmannschaft auftraten, wurden diese beiden Begegnungen auch FIFA-offiziell als A-Länderspiele gewertet.

Acht Spiele der DDR-Olympiaauswahl sind strittig. Es handelt sich um die olympischen Endrundenbegegnungen der Olympiaauswahl bei den Olympischen Spielen von 1972 und 1976, in denen der Gegner mit seiner A-Nationalmannschaft antrat. Zunächst wurden diese Spiele als offizielle A-Länderspiele gewertet, wurden aber später von der FIFA wieder aus den Länderspiel-Listen gestrichen. Die DDR hat dies stets ignoriert und auch der DFB führt diese Spiele im Konflikt mit der FIFA weiter als A-Länderspiele. Zu den strittigen Spielen gehört auch das Endspiel von 1976, in dem die DDR-Auswahl Polen mit 3:1 besiegte, die Goldmedaille gewann und damit den größten Erfolg ihrer Geschichte feierte. Leidtragender der FIFA-Haltung ist unter anderen Spielern besonders Joachim Streich, der nach DFB-Auffassung mit 102 Länderspielen im Klub der Hunderter vertreten ist, nach FIFA-Version aber nur 98 A-Länderspiele bestritten hat.

In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1978 scheiterte die DDR hinter Österreich als Gruppenzweiter vor der Türkei und Malta. Die wirtschaftliche und politische Situation in der DDR war nun für immer mehr Nationalspieler unbefriedigend. Aus diesem Grund unternahmen immer mehr Spieler Fluchtversuche, die zum Teil erfolgreich waren, wie 1976 bei Norbert Nachtweih und Jürgen Pahl beim Nachwuchs-Länderspiel in der Türkei, aber auch oft fehlschlugen. 1983 verstarb der ehemalige Nationalspieler Lutz Eigendorf drei Jahre nach seiner Flucht in die Bundesrepublik durch einen Autounfall. Nach diesem Vorfall entstanden Gerüchte, das Ministerium für Staatssicherheit wäre in den Unfall Eigendorfs verwickelt gewesen. Diese Gerüchte bestätigten sich später durch die Öffnung der Stasi-Archive. Ebenso wurde auf den zuvor als späterer Nachfolger von Georg Buschner als Nationaltrainer gehandelten Jörg Berger, der ebenfalls in den Westen flüchtete, ein Anschlag verübt. Immer öfter versuchten Funktionäre zu vermeiden, dass die Spieler die Reisen der Auswahlmannschaften für Fluchtversuche nutzten. 1981 wurden die Nationalspieler Gerd Weber, Peter Kotte und Matthias Müller kurz vor dem Abflug mit dem Nationalteam nach Argentinien aufgrund des Verdachts auf „Republikflucht“ verhaftet und für den Fußballsport gesperrt.

Doch die Politik wirkte sich auch auf andere Art und Weise negativ auf die Nationalmannschaft aus. Immer mehr wurde die Mannschaft dazu gezwungen, „den Ruhm der DDR zu mehren“. So nahm der DFV jedes Angebot für ein Länderspiel an, auch wenn sich dadurch die Termine mit Punktspielen in der DDR-Oberliga überschnitten. „Der DFV lebte nun einmal von Bilanzen und Ergebnissen“ erklärten die Sportjournalisten Uwe Karte und Jörg Röhrig später. Die Beliebtheit des Nationalteams bei den Fußballanhängern sank ebenfalls zunehmend. Die Mannschaft wurde nun sogar als „gefügiger Repräsentant“ des immer mehr verhassten DDR-Regimes bezeichnet.

In der Qualifikation zur Europameisterschaft 1980 scheiterte die DDR schließlich zum wiederholten Male, als das Nationalteam hinter den Niederlanden und Polen nur Gruppendritter vor der Schweiz und Island wurde. Die Fußballverantwortlichen konzentrierten sich nun immer mehr auf auf die Klubebene. So war die Dominanz des Serienmeisters BFC Dynamo, der von der vom Ministerium für Staatssicherheit protegiert wurde, auch nicht förderlich für die Nationalmannschaft. Die Zuschauerzahlen sanken immer weiter. So spielte die Nationalmannschaft im November 1981 gegen Malta vor nur 2.000 Zuschauern. Die Amtszeit des von Herzproblemen geplagten Nationaltrainers Buschner endete im Oktober 1981 schließlich nach elf Jahren. Nach einer Heimniederlage in der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1982 gegen den späteren Gruppensieger Polen und der damit verpassten Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1982 wurde Buschner aus „gesundheitlichen Gründen“ zum Jahresende 1981 beurlaubt.

Die Verhältnisse besserten sich vorerst, als 1983 Karl Zimmermann das Amt des DFV-Generalsekretärs übernahm. Zimmermann gelang es, den Einfluss des Staates auf den Fußball zu mindern. Neuer Nationaltrainer wurde Rudolf Krause, der zuvor die neue Olympiaauswahl trainiert hatte. Doch auch er verhinderte das Scheitern in der Qualifikation zur Europameisterschaft 1984 nicht. Die DDR konnte sich hinter Belgien und der Schweiz nur vor Schottland platzieren. Der belgische Spieler Jan Ceulemans beschrieb damals die Spielweise der DDR: „Die DDR-Mannschaft wirkt in ihrer Spielauffassung geradezu altmodisch“.Nach nur einem Jahr wurde Krause durch Bernd Stange ersetzt.

In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1986 scheiterte die DDR wieder knapp, als die Mannschaft hinter Frankreich und Bulgarien als Gruppendritter den zur Qualifikation nötigen zweiten Platz nicht erreichte und nur Jugoslawien und Luxemburg hinter sich ließ. In der Qualifikation für die Europameisterschaft 1988 wurde die DDR zwar Gruppenzweiter und stand am Ende vor Frankreich, Island und Norwegen. Den Gruppensieg holte sich jedoch die UdSSR.

Mit Wolfgang Spitzner, dem Nachfolger des 1987 verstorbenen DFV-Generalsekretärs Zimmermann, machte sich Nationaltrainer Stange einen Feind, nachdem er sich weigerte, auf Spieler des BFC Dynamo zu verzichten, „damit diese sich für den Klub schonen konnten“. Nachdem Stange im November 1988 vor einem später verlorenen Länderspiel gegen die Türkei behauptet hatte, seine Mannschaft würde in jedem Fall das Spiel gewinnen, wurde er vom Fußballverband entlassen. Stanges Nachfolger wurde Manfred Zapf, der bei den meisten Spielern unbeliebt war. Den Spielern verging die Lust für die Nationalelf aufzutreten. So kam es auch immer öfter vor, dass sich viele Spieler krank meldeten. Der damalige Nationalspieler Matthias Döschner erklärte zum Beispiel: „Er sprach uns mit Genosse an. Für uns war er ein Anti-Trainer, der selbst kaum in einen Trainingsanzug passte“.

Letzter Trainer der DDR-Nationalmannschaft war von 1989 bis 1990 Eduard Geyer. Doch die laufende Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1990 wurde immer mehr zur Nebensache, als die Wiedervereinigung immer konkreter wurde. Trotzdem spielte die DDR die Qualifikationsrunde zu Ende und landete am Ende hinter der UdSSR, Österreich und der Türkei nur auf dem vierten Platz und ließ lediglich Island hinter sich. Das letzte Pflichtspiel, verlor die Mannschaft in Wien gegen Österreich mit 0:3. Zu diesem Spiel konnten aufgrund der Öffnung der Grenze am 9. November 1989 viele DDR-Bürger fahren, die hofften, dass die Mannschaft bei einem eigen Sieg und einem Sieg oder einem Unentschieden der UdSSR gegen die Türkei die Qualifikation für die WM in Italien noch schaffen würde. Danach fanden noch sieben Spiele der A-Nationalmannschaft statt. Zahlreiche Nationalspieler spielten währenddessen bereits im Westen.

Ihr letztes Spiel bestritt die Nationalmannschaft am 12. September 1990 in Brüssel gegen Belgien und gewann mit 2:0. Beide Tore erzielte der Kapitän Matthias Sammer. Diese Begegnung war ursprünglich als EM-Qualifikationsspiel vorgesehen gewesen (in derselben Gruppe wäre die DDR übrigens am 21. November 1990 auf das bundesdeutsche Team gestoßen), da sich aber der deutsche Vereinigungsprozess schneller als erwartet vollzog, meldete der DFV seine Mannschaft aus der Qualifikation ab. Dieses erste bereits terminierte Gruppenspiel wurde dennoch als Freundschaftsspiel ausgetragen, um Schadensersatzforderungen des belgischen Fußballverbandes abzuwenden. Die ebenfalls noch für den November 1990 als Freundschaftsspiel in Leipzig geplante Begegnung der Nationalmannschaften der DDR und der Bundesrepublik wurde nicht zuletzt wegen befürchteter Zuschauerausschreitungen abgesagt.

Die Nationalmannschaft der DDR bestritt zwischen 1952 und 1990 insgesamt 283 Länderspiele und hat dabei gegen 52 verschiedene Mannschaften gespielt. Sie gewann 133 Spiele, erreichte 66 mal ein Unentschieden und ging 84 mal als Verlierer vom Platz. Zudem bestritt die Mannschaft 10 Länderspiele bei Olympischen Spielen (5 Siege, 3 Unentschieden, 2 Niederlagen), die seit 1999 von der FIFA nicht mehr als A-Länderspiele gewertet werden.

Eine vollständige Übersicht über alle Länderspiele der DDR-Auswahl findet sich in der Liste der Länderspiele der Fußballnationalmannschaft der DDR.

Die DDR besaß kein Nationalstadion, jedoch wurden mehr als ein Drittel aller Heimspiele im Leipziger Zentralstadion, dem größten Stadion des Landes ausgetragen. Daneben wurden Heimspiele häufig in Ost-Berlin, Dresden, Magdeburg sowie Rostock ausgetragen. Bei Spielen, die ein weniger großes Zuschauerinteresse erwarten ließen, kamen auch Stadien in kleineren Städten zum Zuge.

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Österreichische Fußballnationalmannschaft

M.D. Nicholson – Initiator der ersten Nationalmannschaft

Die österreichische Fußballnationalmannschaft ist die Auswahlmannschaft des Österreichischen Fußball-Bundes. Sie wird seit März 2009 vom Österreicher Dietmar Constantini betreut und trägt ihre Heimspiele meistens im Wiener Ernst-Happel-Stadion aus.

Ihr erstes Spiel bestritt die österreichische Fußballnationalmannschaft 1902 gegen Ungarn. Ihren ersten Höhepunkt erlebte sie in den 1930er-Jahren unter Teamchef Hugo Meisl: Am 16. Mai 1931 gelang es dem „Wunderteam“, Schottland die erste Niederlage auf dem europäischen Festland zuzufügen. Nach der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich, wodurch die Nationalmannschaft durch die Nationalsozialisten vorübergehend aufgelöst wurde, und nach dem Zweiten Weltkrieg gelang zunächst eine Fortsetzung der früheren Erfolge mit dem dritten Platz bei der WM 1954. Nach einer längeren Durststrecke folgte bei der WM 1978 in Argentinien der Einzug in die Runde der besten Acht, wo der amtierende Weltmeister Deutschland im Wunder von Córdoba geschlagen wurde. Der letzte Auftritt des Nationalteams bei einer Weltmeisterschaft erfolgte 1998 in Frankreich. Für die EM 2008 war man als Gastgeber gemeinsam mit der Schweiz automatisch qualifiziert.

Der Fußballsport kam Anfang der 1890er Jahre über England nach Österreich. Die beiden ältesten österreichischen Fußballklubs Cricketer und Vienna trugen 1894 ein erstes Fußballspiel zwischen zwei Vereinen auf der Döblinger Kugerlwiese aus. Um die Entwicklung des Fußballsportes in Wien kümmerte sich damals M.D. Nicholson, einst selbst englischer Nationalspieler, der aus beruflichen Gründen nach Wien versetzt worden war. Am 18. Dezember 1898 organisierte er ein Spiel zwischen „Wiener Engländern“ und Wienern im Prater. Die Österreicher traten mit weißen Leiberln und schwarzen Hosen auf – diese Dresskombination wurde später zu den Teamfarben der Nationalmannschaft, wenngleich man insbesondere in der jüngeren Vergangenheit in rot-weiß-rot auftrat. Ein erstes Länderspiel absolvierte Österreich am 8. April 1901 gegen eine Schweizer Auswahl. Dieses Spiel wird jedoch von beiden Verbänden als inoffiziell betrachtet und ist in der österreichischen Fußball-Literatur als „Ur-Länderspiel“ bekannt. Veranstaltet wurde die Begegnung von der erst ein Jahr zuvor gegründeten Österreichischen Fußball-Union, einem Vorgänger des heutigen ÖFB, deren Gründer M.D. Nicholson auch erster Präsident dieses ersten offiziellen österreichischen Fußballverbandes war. Das Urländerspiel bestritt Österreich mit Spielern der großen Wiener Vereine Vienna, Cricketer und WAC. Als Länderspiel wird es betrachtet, weil die Wiener Städtemannschaft, die bereits zuvor gegen ausländische Vereine gespielt hatte, erstmals auf eine ausländische Verbandsmannschaft traf. Viele österreichische Spieler legten sich damals, um nicht erkannt zu werden, noch Pseudonyme zu, trugen Perücken und klebten sich sogar falsche Bärte an. Ein Grund dafür war, dass damals Schülern, auch wenn sie schon 17 oder 18 Jahre alt waren, das Fußballspielen in Vereinen verboten war.

Das erste heute als offiziell anerkannte Länderspiel schrieb die Österreichische Fußball-Union damals noch als „Städtespiel Wien gegen Budapest“ für den 12. Oktober 1902 aus. Dieses Länderspiel war das erste Länderspiel zweier nicht-britischer Mannschaften der Fußballgeschichte. Österreich konnte sein Debüt mit 5:0 gewinnen, einen Hattrick erzielte hierbei Jan Studnicka, einer der ersten Stars des österreichische Fußballs. In den folgenden Jahrzehnten wiederholte man zweimal jährlich diesen sportlichen Wettstreit zwischen Österreich und Ungarn, der je einmal in Wien und einmal in Budapest stattfand. Diese Duelle waren durch eine große Rivalität gekennzeichnet und bildeten den jeweiligen Saisonhöhepunkt des Fußballjahres. Die österreichische Fußballnationalmannschaft dieser Zeit ist nur bedingt mit dem heutigen Team vergleichbar. Damals wurden alle Spieler der österreichischen Reichshälfte Cisleithanien einberufen, ungeachtet ihrer Muttersprache. So spielte insbesondere damals eine beachtliche Anzahl Tschechen für Österreich. Die erste Teilnahme des Landes an einem internationalen Wettbewerb erfolgte bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm. Siege über Deutschland, Norwegen und Italien sowie Niederlagen gegen die Niederlande und Ungarn bedeuteten letztendlich den 6. Platz des Turniers. Während des Ersten Weltkrieges wurde in Österreich der Fußballbetrieb ohne Unterbrechung fortgeführt. Verbandskapitän Hugo Meisl wurde allerdings an die Isonzofront befehligt, sodass in dieser Zeit der ehemalige Vienna-Verteidiger Heinrich Retschury die Nationalmannschaft betreute. Während des Krieges konnte der Verband jedoch nur Spiele gegen Ungarn und die neutrale Schweiz organisieren.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges versuchten mehrere Länder, angeführt von England, mit Österreich einen der laut den Pariser Vorortverträgen Hauptkriegsschuldigen aus der FIFA zu drängen. Aber auch neu entstandene Nachbarstaaten Österreichs wie die Tschechoslowakei boykottierten zunächst Spiele gegen österreichische Mannschaften. Hugo Meisl war bemüht, die alten Kontakte zu den Landesverbänden wiederherzustellen und versuchte gleichzeitig, internationale Wettbewerbe für Vereins- und Nationalmannschaften ins Leben zu rufen. In der jungen Republik erlebte der Fußball, insbesondere dank der Einführung des Achtstundentages, einen großen Aufschwung. 1921 wurde auf der Hohen Warte ein neues 80.000 Zuschauer fassendes Stadion eröffnet, 1924 wurde in Österreich als erstem kontinentaleuropäischen Land der Profifußball eingeführt. Diese Neuerungen trugen sowohl zum Erfolg der Nationalmannschaft als auch zum Erfolg der Vereine auf internationaler Ebene bei. 1926 konnte beispielsweise das Team in sechs von sieben Partien siegreich bleiben. 1927 kam es erstmals zur Austragung des Europapokals. Es handelte sich dabei um einen Vorläufer der Fußball-Europameisterschaft, der in einem Meisterschaftsmodus in einem Zeitraum von mehreren Jahren unter den teilnehmenden Nationen ausgespielt wurde. Bereits den ersten Europapokal-Wettbewerb konnte Österreich 1930 als Vize-Europameister hinter Italien abschließen.

Der Höhepunkt der österreichischen Fußballgeschichte der Zwischenkriegszeit wurde jedoch die Ära des „Wunderteams“. Als solches wird die österreichische Fußballnationalmannschaft bezeichnet, die 1931 die bis dato auf dem europäischen Festland ungeschlagenen Schotten mit 5:0 besiegte. Das Team um Kapitän Matthias Sindelar konnte in den folgenden Spielen mit weiteren Kantersiegen über europäische Spitzenteams auf sich aufmerksam machen, es schlug Deutschland 6:0 in Berlin sowie 5:0 in Wien, gewann 8:1 gegen die Schweiz und 8:2 gegen Ungarn, besiegte Belgien 6:1 und Frankreich 4:0. Zur selben Zeit konnte sich die Nationalmannschaft den Gewinn der Europameisterschaft 1932 vor den Italienern sichern. Als größter Erfolg des Wunderteams gilt jedoch dessen einzige Niederlage. Am 7. Dezember 1933 trat es gegen die englische Nationalmannschaft an, die zu Hause bislang ungeschlagen war und es auch weitere 20 Jahre bleiben sollte. Noch hatte es bislang keine Mannschaft vom europäischen Festland geschafft, mehr als ein Ehrentor gegen die Engländer zu Hause zu erzielen. Die RAVAG übertrug das Spiel live auf den Wiener Heldenplatz. Im Wembley-Stadion lagen die Österreicher jedoch bereits zur Pause mit 2:0 zurück, spielten nervös, ehe sie in der zweiten Halbzeit ihr berühmtes Kombinationsspiel aufzogen. Hugo Meisl schickte seine Mannschaft mit den Worten „Spüts euer Spüü!“ zurück auf das Spielfeld. Das Nationalteam schaffte dreimal den Anschlusstreffer, verlor am Ende jedoch 4:3, wobei Adolf Vogl kurz vor Schluss noch die Ausgleichschance vergab. Der Wechsel einiger Spieler wie beispielsweise Torwart Rudi Hiden ins finanziell lukrativere Ausland schwächte jedoch die Mannschaft entscheidend, dennoch fuhr sie als einer der großen Titelfavoriten zur Weltmeisterschaft 1934 nach Italien. Im Halbfinale wurde die österreichische Mannschaft schließlich vom Gastgeber beziehungsweise dem schwedischen Schiedsrichter Ivan Eklind gestoppt, der tags zuvor noch vom italienischen Diktator Benito Mussolini als persönlicher Ehrengast geladen war. Das einzige Tor des Spiels fiel in der 18. Minute, als mehrere Italiener den österreichischen Tormann Peter Platzer mit dem Ball in den Händen über die Torlinie stießen. Ivan Eklind griff sogar selbst aktiv ins Spielgeschehen ein, indem er eine Flanke auf den freistehenden österreichischen Stürmer Karl Zischek wegköpfte.

Die Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich am 12. März 1938 bildete das vorläufige Ende des österreichischen Fußballs. Zahlreiche Vereine wurden aufgelöst, Spieler mussten vor dem Regime ins Ausland fliehen. Die österreichische Nationalliga wurde durch die „Gauliga Ostmark“ ersetzt, der angeblich „verjudete“ Professionalismus abgeschafft. Die Mannschaften mussten vor und nach Spielen den Hitlergruß leisten und der Nachwuchsbetrieb der Vereine wurde der HJ übertragen. Die österreichische Nationalmannschaft wurde aufgelöst und mit dem deutschen Team zur großdeutschen Mannschaft verschmolzen. Österreich hatte sich zwar für die Weltmeisterschaft 1938 qualifiziert, die Spieler durften allerdings nur teilnehmen, wenn sie für das Deutsche Reich antraten. Insgesamt acht Österreicher gehörten zum Kader des Deutschen Reichs bei der WM in Frankreich. Die Einstellung zum deutschen Team war unter den Spielern allerdings durchaus gemischt, einige Stars wie Matthias Sindelar und Walter Nausch konnten es sich auf Grund ihrer Berühmtheit z. B. erlauben, ein Engagement in der deutschen Mannschaft zu verweigern. Dennoch kamen in der Zeit des Zweiten Weltkrieges 28 Österreicher im reichsdeutschen Team zum Einsatz, in vier Länderspielen standen gleich acht Österreicher im reichsdeutschen Team auf dem Platz.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die österreichische Fußballnationalmannschaft rasch reaktiviert und spielte bereits im August 1945 zweimal gegen Ungarn in Budapest. Nach der Wiederinstandsetzung des Praterstadions konnte das Team am 6. Dezember 1945 nach über acht Jahren wieder ein Heimspiel bestreiten. Als Gegner wurde Frankreich geladen, zum historischen Spiel kam, neben 60.000 Zusehern, auch FIFA-Präsident Jules Rimet. Österreich gewann das Spiel mit 4:1, Karl Decker erzielte dabei drei Treffer. Österreich schloss bald wieder an die alten Erfolge an und schlug 1951 als erstes Team des Kontinents Schottland im eigenen Stadion mit 1:0. Damit wurden wieder Erinnerungen an das Wunderteam geweckt, dem gleiches 18 Jahre zuvor in Wien gelang. Spieler wie Gerhard Hanappi, Walter Zeman und Ernst Ocwirk schafften gar den Sprung in die Weltauswahl. Höhepunkt dieser Generation war die Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz. Österreich deklassierte in seinem Qualifikationsspiel Portugal mit 9:1 und überstand die Vorrunde mit einem 1:0-Triumph über Schottland und einem 5:0-Rekordsieg über die Tschechoslowakei souverän. Zu einem der bekanntesten Spiele der österreichischen Fußballgeschichte entwickelte sich das als Hitzeschlacht von Lausanne bezeichnete Viertelfinalspiel gegen die Schweiz. Das trefferreichste Spiel in der Geschichte von Fußballweltmeisterschaften konnte Österreich mit 7:5 für sich entscheiden. Torhüter Kurt Schmied erlitt bereits zu Beginn des Spieles einen Sonnenstich, durfte jedoch nicht ausgewechselt werden. Die Schweizer gingen dadurch rasch vor knapp 50.000 heimischen Fans mit 3:0 in Führung. Kurt Schmied wurde indes von Masseur Pepi Ulrich mit zugeworfenen Schwämmen gekühlt. Ulrich stellte sich hinter das österreichische Tor und begann damit, den sich in einem tranceähnlichen Zustand befindenden Kurt Schmied bei jedem Angriff zu dirigieren. Das österreichische Team suchte bald nach der schweizerischen Führung die Flucht nach vorne und lag zehn Minuten später selbst mit 5:3 in Front. Nach einem packenden Spiel, in dem Österreich auch noch einen Elfmeter verschossen hatte, gewann das Team von Trainer Eduard Frühwirth schließlich dennoch mit 7:5 und rückte zum zweiten Mal in der Geschichte in ein Halbfinale einer Weltmeisterschaft vor, wo man sich allerdings Deutschland mit 1:6 geschlagen geben musste. Im Kleinen Finale konnte schließlich der amtierende Weltmeister Uruguay mit 3:1 geschlagen und so der 3. Platz bei der WM erreicht werden.

Bei der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden lief es weniger glücklich für die österreichische Mannschaft. Lospech – in der Finalrunde traf man auf den späteren Weltmeister Brasilien, den späteren Europameister Sowjetunion sowie auf England – und interne Zwistigkeiten verhinderten ein Weiterkommen Österreichs. Dennoch hielt die große Popularität im Lande an, unter dem neuen Trainer Karl Decker konnte in der Ära Decker zudem wieder für internationales Aufsehen gesorgt werden. Vor einer Rekordkulisse mit über 90.000 Zuschauern, ermöglicht durch den Ausbau des Praterstadions, konnten die Sowjetunion mit 3:1 und Spanien mit 3:0 geschlagen werden. Aus Geldmangel verzichtete jedoch der Verband auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 1962 in Chile, die Mannschaft zerfiel. Ein abruptes Ende der Erfolge Österreichs in der Nachkriegszeit bildete schließlich die klare 6:0-Niederlage gegen die Tschechoslowakei 1962, von der sich viele Spieler und Karl Decker selbst nicht mehr erholen konnten.

Nach dem Ende der Decker-Ära vermochte das Team lange Zeit nicht mehr an die alten Erfolge anzuschließen; diese beschränkten sich meist nur noch auf Überraschungssiege in einzelnen Spielen. Große Popularität in Österreich genießt in diesem Zusammenhang das Länderspiel gegen England im Londoner Wembley-Stadion am 20. Oktober 1965: Österreich gelang es als drittem Team des Kontinents, die englische Nationalmannschaft zu besiegen. Zwei Treffer beim 3:2-Sieg erzielte Toni Fritsch, der daraufhin den Spitznamen Wembley-Toni erhielt. Im selben Jahr verpasste die österreichische Fußballnationalmannschaft allerdings erstmals in ihrer Geschichte die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1966, man scheiterte an Ungarn und der DDR. Im Sommer 1968 übernahm mit Leopold Šťastný der slowakische Erfolgstrainer von Wacker Innsbruck die Nationalelf. Trotz der verpassten Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1970 gegen Deutschland hielten Spieler und Verband am neuen Trainer fest und konnten nach fast zehn Jahren wieder mit konstanten Leistungen des Teams aufwarten. Von einer großen Fußballeuphorie getragen, verpasste Šťastnýs Mannschaft nach zwölf WM-losen Jahren in Österreich die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland nur knapp. Die Qualifikationsrunde beschloss das österreichische Team punktgleich und mit derselben Tordifferenz mit Schweden an erster Stelle, sodass ein Entscheidungsspiel zwischen diesen beiden Mannschaften um die Qualifikation in Gelsenkirchen ausgetragen werden sollte. Um genügend Zeit zur Vorbereitung zu haben, wurde eine Meisterschaftsrunde ausgesetzt und das Quartier in Deutschland bereits fünf Tage vor dem Entscheidungsspiel bezogen. Auf schneebedecktem Boden verlor das Team allerdings mit 1:2, vergab dabei zahlreiche Chancen, traf unter anderem die Latte. Im WM-Jahr 1974 blieb die Mannschaft zudem ungeschlagen.

Aus gesundheitlichen Gründen trat Leopold Šťastný schließlich vom Amt des Nationaltrainers zurück und übergab die Mannschaft an den Slowenen Branko Elsner, der nach der gescheiterten EM-Qualifikation 1976 aufgrund einer 0:1-Niederlage gegen Wales jedoch bald wieder entlassen wurde. Unter dem neuen Trainer Helmut Senekowitsch gelang schließlich im vierten Anlauf wieder die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien. Das entscheidende Spiel gegen die Türkei gewann Österreich mit 1:0, das Tor von Herbert Prohaska wurde als „Spitz von Izmir“ berühmt. Bei der Weltmeisterschaft in Argentinien konnte sich Österreich überraschend gegen Brasilien, Spanien und Schweden als Gruppensieger durchsetzen. Somit stieg die Mannschaft unter die besten acht Teams der Welt auf, verpasste den Einzug ins Finale allerdings nach Niederlagen gegen die Niederlande, die vom Österreicher Ernst Happel trainiert wurde, und Italien. Im letzten, für Österreich bedeutungslos gewordenen Spiel der Finalrunde traf die Mannschaft auf den amtierenden Weltmeister Deutschland, der allerdings mit einem Sieg noch den Einzug ins Finale hätte schaffen können. Im Vorfeld gab es zahlreiche Sticheleien seitens deutscher Medien und Spieler. Österreich gewann das Spiel mit 3:2, Hans Krankl traf zweimal, der Deutsche Berti Vogts zudem einmal ins eigene Tor. Dieses Spiel wird heute in Österreich als „Wunder von Córdoba“ bezeichnet, in Deutschland hingegen als „Schmach von Córdoba“.

Karl Stotz übernahm den Trainerposten von Helmut Senekowitsch der, wie bereits angekündigt, sein Amt als Nationaltrainer nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft in Argentinien zurücklegte. Ihm gelang zwar klar die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1982, er wurde aber nach internen Streitigkeiten mit dem Verband noch vor dem Turnier entlassen und sollte durch Ernst Happel ersetzt werden. Man trat allerdings mit Georg Schmidt und Felix Latzke als Notlösung anstelle Happels an. Die Qualifikationsrunde begann mit Siegen über Algerien und Chile, sodass im letzten Gruppenspiel gegen Deutschland eine knappe Niederlage zum Aufstieg reichte. Deutschland selbst brauchte allerdings nach der Niederlage gegen Algerien einen Sieg gegen Österreich. Entsprechend begnügten sich beide Mannschaften nach dem 1:0 für die Deutschen in der 11. Minute damit, den Ball im Mittelfeld für die restliche Spielzeit hin und her zu spielen. Österreich und Deutschland stiegen somit auf, die beiden Mannschaften hatten allerdings mit Manipulationsvorwürfen zahlreicher Fans zu kämpfen. Den erhofften Halbfinaleinzug verhinderte schließlich eine 0:1-Niederlage gegen Frankreich, Österreich schloss das Turnier in Spanien auf dem 8. Platz ab. Trotz dieses Erfolges spürte die Nationalmannschaft jedoch noch einige Jahre den Popularitätsverlust durch den sogenannten „Nichtangriffspakt von Gijón“.

Nach den Weltmeisterschaften in Argentinien und Spanien beendeten sukzessive die Stammkräfte der österreichischen Nationalmannschaft ihre Karriere, was wiederum einen Leistungsabfall zu Folge hatte. Aufgrund der verpassten Qualifikation zur folgenden WM in Mexiko durch Niederlagen gegen Ungarn und die Niederlande mussten mit Erich Hof und Branko Elsner gleich zwei Trainer ihre Teamkarriere wieder beenden. Als Nachfolger wurde Josef Hickersberger präsentiert, der bis dato die U-21-Nationalmannschaft betreut hatte. Hickersberger berief alte Routiniers wie Herbert Prohaska zurück ins Team und stellte zu ihnen neue junge Spieler wie Andreas Herzog, der bei seinem Debüt im Team erst drei Meisterschaftsspiele hinter sich hatte. Der Kurs des neuen Trainers war erfolgreich, Österreich qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft 1990 in Italien. Das entscheidende Spiel gegen die DDR wurde mit 3:0 gewonnen, alle Tore schoss der neue Stürmerstar Toni Polster. Österreich musste allerdings bereits nach der Vorrunde nach knappen Niederlagen gegen Italien und die Tschechoslowakei sowie einem Sieg über die USA die Heimreise antreten, wobei man zunächst noch mit dem Aufstieg ins Achtelfinale rechnete. Nach dem damaligen Modus stiegen auch die besten vier Gruppendritten der Vorrunde ins Achtelfinale auf. Da Österreich nur bei sehr unwahrscheinlichen Verläufen der anderen Gruppenspielen auf diesem Wege nicht ins Achtelfinale gekommen wäre, stellte ein ORF-Team zahlreiche Kameras auf, die die jubelnden Nationalspieler filmen sollten. Zwei Tage nach dem Sieg über die USA standen alle Achtelfinalisten fest, Österreich war nicht dabei.

Kurz nach der Weltmeisterschaft 1990 nahm Hickersbergers Teamkarriere ein spektakuläres Ende. Mit der Nationalmannschaft verlor er in Landskrona gegen die Färöer mit 1:0. Zum bislang letzten Auftritt kam die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich, die Qualifikation hierfür wurde mit acht Siegen in zehn Spielen souverän bestanden, die entscheidenden Duelle mit Schweden konnten jeweils dank eines Tores von Andreas Herzog gewonnen werden. Das Team von Herbert Prohaska überstand jedoch die Vorrunde gegen Italien, Chile und Kamerun nicht, erzielte alle drei Treffer jeweils in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte. Die Möglichkeit zur Europameisterschafts-Qualifikation 2000 verpasste Österreich punktgleich mit Israel bedingt durch das schlechtere Torverhältnis, welches vor allem aus einem historischen 0:9 gegen Spanien resultierte. Unter Prohaska-Nachfolger Otto Baric gelang zwar bei der folgenden Weltmeisterschaftsqualifikation die Revanche gegen Israel, die erst in der Nachspielzeit im direkten Duell des letzten Spieltags von Rang Zwei verdrängt wurden; die Relegation ging jedoch gegen den späteren WM-Dritten Türkei verloren. Nachdem auch Hans Krankl in der WM-Qualifikation 2006 scheiterte, übernahm wiederum Josef Hickersberger am 1. Jänner 2006 die Nationalmannschaft.

Da Österreich als Gastgeber der Europameisterschaft 2008 qualifiziert war, fanden bis zum Beginn der Endrunden als Ersatz für die fehlenden Qualifikationsspiele mehrere Freundschaftsspiele sowie zwei Vier-Nationen-Turniere gemeinsam mit Co-Austrager Schweiz statt. Im direkten Duell konnte Österreich in Innsbruck 2:1 gewinnen und unterlag in Zürich mit 1:3. In der Europameisterschaft traf Österreich in Gruppe B jeweils im Ernst-Happel-Stadion auf Kroatien, Polen und Deutschland. Österreich schied als Gruppendritter nach einer Startniederlage gegen Kroatien (0:1), einem Unentschieden gegen Polen (1:1) sowie einer weiteren Niederlage (0:1) in einer in der Öffentlichkeit zur Revanche für Cordoba hochstilisierten abschließenden Partie gegen Deutschland, das seinerseits bei einer Niederlage ausgeschieden wäre, in der Vorrunde aus. Teamchef Josef Hickersberger gab daraufhin am 23. Juni seinen Rücktritt bekannt.

Am 25. Juli 2008 wurde Karel Brückner, der ehemalige tschechische Teamchef, von Friedrich Stickler als neuer österreichischer Nationaltrainer präsentiert. Das erste Spiel nach Amtsantritt Brückners war das Freundschaftsspiel gegen Italien im französischen Nizza. Dieses Spiel endete 2:2, wobei ein Eigentor einen Sieg der österreichischen Nationalmannschaft verhinderte. Karel Brückner zeigte sich jedoch trotzdem mit seinem Trainerdebüt zufrieden. Als nächstes folgte das WM-Qualifikationsspiel gegen Frankreich in Wien, das man sensationell mit 3:1 gewinnen konnte. Im nächsten beiden Gruppenspiel folgten allerdings zwei herbe Rückschläge. Österreich musste sich auswärts Litauen 0:2 geschlagen geben und auf den Färöern reichte es nur zu einem 1:1-Unentschieden, wobei die angepeilte Revanche für die Niederlage 1990 nicht gelang.

Am 2. März 2009 wurde Karel Brückner vom neuen ÖFB-Präsidenten Leopold Windtner in gemeinsamen Einverständnis vom Teamchefposten entbunden. Bereits am 4. März wurde Dietmar Constantini vom ÖFB als neuer Teamchef bestätigt.

Traditionell hatte die österreichische Fußballnationalmannschaft seit 1902 in weißen Leibchen, schwarzen Hosen und schwarzen Stutzen gespielt. Die Farben Schwarz-Weiß wurden dabei 1908 auch offiziell zu den Verbandsfarben erklärt. Nach einer erfolgreichen Intervention durch den damaligen Teamchef Hans Krankl tritt die österreichische Nationalmannschaft seit 2002 in den bisherigen Ersatzdressen mit roten Leibchen und Stutzen sowie weißer Hose an. Diese durchaus umstrittene Farbwahl wurde in Anlehnung an die österreichische Flagge getroffen. 2006 wurde die zuvor zum Auswärtsdress umfunktionierte weiß-schwarze Kombination weiter zurückgedrängt. Sie wird seitdem hinter der schwarz-goldenen (bislang einziger Einsatz am 13. Oktober 2007 gegen die Schweiz in Zürich) als Drittdress nur noch sporadisch eingesetzt. Teamausrüster des ÖFB ist seit 1976 die Firma Puma, die Wahl des Schuhwerks ist den Spielern freigestellt.

Die Österreichische Nationalmannschaft konnte bisher bei Weltmeisterschaften noch keinen Titel gewinnen, verzeichnete aber mit dem dritten Platz bei der WM 1954 und dem vierten Rang bei der WM 1934 schöne Erfolge. Im Europapokal war das Team 1932 vor Italien siegreich, gab sich selbigen 1930 und 1935 nur knapp geschlagen. Bei Europameisterschaften der UEFA gab es mit einem Viertelfinale 1960 das beste Ergebnis, eine Endrunde wurde allerdings nie erreicht.

Anmerkung: Bei der WM 1938 trat Österreich gemeinsam mit Deutschland als großdeutsches Team auf, die FIFA hielt trotzdem Österreich einen Turnierplatz frei, da sie die Auflösung des ÖFB nicht anerkannte.

In Österreich sind und waren die Titel des Rekordspielers sowie des Rekordschützen von jeher sehr begehrt, wobei man bedenken muss, dass heutzutage weitaus mehr Länderspiele alljährlich stattfinden als in den Anfangsjahren des Fußballs. Beide Rekorde hielt lange Zeit Jan Studnicka, der bis 1917 in 28 Spielen 17 Tore erzielte. Als Erster die 40er-Marke erreichte Josef Brandstätter mit 42 Partien 1924, Josef Blum verbesserte 1932 auf 51 Spiele. Seit 1962 galt Gerhard Hanappis Rekord von 93 Spielen für Österreich lange Zeit als unerreichbar, erst 1998 überholte ihn Toni Polster. Dessen Bestmarke von 95 Partien überbot 2002 schließlich Andreas Herzog.

Eine neue Torebestmarke setzten nach Studnicka 1934 Hans Horvath und Anton Schall mit 28 Treffer (in ebenfalls nur 28 Spielen), die ebenfalls bis zu Hans Krankls Bestleistung in den 80er Jahren hielt, danach allerdings noch einmal von Toni Polster überboten wurde. Eine bekannte Anekdote in Österreich erzählt hierzu, wie Hans Krankl bei einem Länderspiel auf der Tribüne zu seinem Sohn gesagt haben soll, als er im Programmheft die Rekordliste der ÖFB-Torjäger fand, die er mit 34 Toren überlegen anführte: „Schau her, Bua! Horvath – tot, Hof – spüüt nimma, Schall – tot, Sindelar – tot, Zischek – tot, Schachner – trifft nix mehr, Polster – trifft nix mehr. Wer soll mi do überholen?“.

Anmerkung: Eine vollständige Liste der Nationalspieler findet sich hier.

Eine Liste aller 757 Nationalspieler sowie eine Aufzählung von Österreichern in anderen Nationalmannschaften findet sich unter Liste der Fußball-Nationalspieler Österreichs.

Der Teamchef der österreichischen Fußballnationalmannschaft wird vom ÖFB ernannt. Er trainiert und betreut sein Team bei Länderspielen, außerdem entscheidet der Teamchef über die Einberufung von Spielern ins Nationalteam. Dies wurde ursprünglich vom 12. Oktober 1902 bis zum 14. Juni 1913 vom Österreichischen Fußballverband beziehungsweise dessen Vorgängern selbst durchgeführt. Einen Überblick über alle Trainer der Nationalmannschaft in ihrer Geschichte gibt der Artikel über die ÖFB-Teamchefs.

Die große Popularität des Fußballs führte bereits in der Frühzeit der österreichischen Fußballgeschichte zum Bau großer Stadien, die Errichtung eines eigenen Stadions für die Nationalmannschaft blieb jedoch lange Zeit meist im Planungsstadium stecken. Die ersten Länderspiele trug die Nationalmannschaft auf den größten Plätzen der Wiener Vereine aus. In den ersten Jahren handelte es sich hierbei um die Spielstätten des Wiener AC und der Cricketer im Prater, das Debütländerspiel Österreichs fand 1902 bei erstgenanntem Verein statt. Da sich die „großen“ Vereine öfters weigerten, Spieler und Plätze dem Verband zur Verfügung zu stellen, mussten mehrere Länderspiele auf den kleinen Rudolfsheimer Platz verlegt werden, der zudem ein starkes Gefälle aufwies. Mit steigenden Zuschauerzahlen bei den Länderwettkämpfen und wachsender Popularität des Teams bewarben sich jedoch zunehmend mehr Vereine um die Austragung der österreichischen Länderspiele, die auch in diesem Hinblick neue Stadien mit großem Zuschauerraum errichteten. So eröffnete der 1. Simmeringer SC im Mai 1920 ein neues Stadion für etwa 50.000 Besucher, welches neben den Meisterschaftsspielen auch der Nationalmannschaft als Heimstadion dienen sollte. Zu einem ersten langjährigen Heimstadion wurde jedoch die Wiener Hohe Warte, das Vereinsstadion der Vienna, welches ein Jahr später als damals größtes und modernstes Fußballstadion Europas eröffnet wurde. Die Hohe Warte war ein reines Naturstadion und fasste offiziell über 80.000 Zuschauer.

Zur 2. Arbeiter-Olympiade 1931 wurde mit dem Praterstadion, heute Ernst-Happel-Stadion, das heute größte Stadion Österreichs eröffnet. Zur Nachnutzung wurde es der österreichischen Fußballnationalmannschaft übergeben, die es bis heute als Heimstadion verwendet. Das erste Länderspiel im neuen Stadion wurde zwischen Österreich und Deutschland angesetzt, es sollte die Revanche für die kurz zuvor ereilte 0:6-Heimniederlage der deutschen Nationalelf werden. Österreich konnte sich allerdings abermals deutlich mit 5:0 durchsetzten, das erste Länderspieltor im neuen Stadion erzielte Matthias Sindelar bereits in der 2. Spielminute. Das Ernst-Happel-Stadion ist heute von der UEFA als 5-Sterne-Stadion ausgezeichnet. Es fasste einst 90.000 Zuschauer, mittlerweile sind die Sitzplätze allerdings auf knapp 50.000 reduziert. Bei Freundschaftsspielen wechselte das Team zunehmend öfters in kleinere Stadien in die Bundesländer aus, um sich auch dort den Fans zu präsentieren. Das erste Heimländerspiel außerhalb Wiens fand 1968 auf der Linzer Gugl statt, seitdem diente auch regelmäßig der Innsbrucker Tivoli sowie die UPC-Arena in Graz als Austragungsort von Länderspielen.

Von der Zeit der Einführung des Berufsspielertums in Österreich 1924 bis zur Annexion 1938 wurde eine eigene Amateur-Nationalmannschaft geführt. Diese sollte vor allem Spielern aus den Bundesländern die Möglichkeit geben, an internationalen Begegnungen mitzuwirken, da diese damals nicht mit ihren Vereinen an der professionelle Meisterschaft teilnahmen. Ein erstes offizielles Länderspiel der Amateurauswahl fand am 25. September 1927 in Budapest gegen Ungarn statt, jedoch wurden pro Jahr nicht mehr als durchschnittlich zwei internationale Begegnungen ausgerichtet. Für Aufsehen sorgte der Plan, die Amateur-Elf zu den Olympischen Sommerspielen 1936 nach Berlin zu entsenden, da die professionelle Mannschaft von allen Olympischen Spielen ausgeschlossen war. Trainer Jimmy Hogan und Ludwig Hussak bildeten somit aus ausschließlich drittklassigen Spielern eine Mannschaft für Berlin, die anfangs mit viel Spott betrachtet wurde. Die Amateur-Nationalmannschaft erreichte jedoch das Finale, in dem sie Italien in einem harten Spiel nur knapp mit 1:2 in der Verlängerung unterlagen. Mit dem Silbermedaillengewinner Franz Fuchsberger schaffte zudem ein Mann aus der Provinz direkt den Sprung ins Profi-Nationalteam. Den Erfolgen der Amateure wurde schließlich mit der Einführung eines bundesweiten professionellen Meisterschaftsbetriebes Rechnung getragen, sodass die österreichische Amateur-Nationalmannschaft letztmals am 19. September 1937 in Wien beim 6:3-Sieg über Ungarn auflief.

In den Anfangszeiten der Nationalmannschaft wurde dieser noch wenig Beachtung geschenkt. Die großen Wiener Vereine weigerten sich oft, ihre Spieler zu Verfügung zu stellen. Die Zeitungen widmeten den Länderspielen kaum mehr als zwanzig Zeilen. Das Interesse am Team stieg allerdings schlagartig, als 1909 bei den österreichisch-ungarischen Duellen der Anfangszeit eine große Anzahl ungarischer Schlachtenbummler nach Wien zu einem Länderspiel kam, was die Wiener aus ihrer Gleichgültigkeit gegenüber dem Team aufweckte. Bald identifizierte man sich zunehmend mit dem Team. Einen ersten Höhepunkt nahm diese Entwicklung während der Zeit zwischen den Weltkriegen sowie in der Nachkriegszeit. Die großen Erfolge der österreichischen Nationalmannschaft waren einerseits eine willkommene Abwechslung in der Zeit der hohen Arbeitslosigkeit und politischen Unruhen, andererseits stärkten sie das österreichische Selbstbewusstsein. Der damalige Unterrichtsminister Felix Hurdes schreib beispielsweise zum 50-jährigen Verbandsjubiläum: „ Die Tatsache, daß Österreich, international gesehen, im Sport eine Stellung einnimmt, die manche Nation hinter sich läßt, deren Sportler unter wesentlich günstigeren Lebensbedingungen arbeiten, hat entscheidend dazu beigetragen, dem Namen Österreich in der Welt Achtung zu verschaffen.“ Die Erfolge des Teams gingen in dieser Zeit stets mit den Erfolgen der Vereine einher, wobei in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend bevorzugt Legionäre in das Team einberufen wurden. Bis heute ist die Nationalmannschaft sehr populär geblieben, Schlagwörter wie „Córdoba“ sind auch dem nicht-fußballinteressierten Österreicher ein Begriff.

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Deutsche Fußballnationalmannschaft

Deutsche Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen Tschechien bei der EM 2004

Die Deutsche Fußballnationalmannschaft ist eine vom Bundestrainer getroffene Auswahl deutscher Fußballspieler. Sie repräsentiert den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf internationaler Ebene, zum Beispiel in Freundschaftsspielen gegen die Auswahlmannschaften anderer nationaler Verbände, aber auch bei der Europameisterschaft des europäischen Kontinentalverbandes UEFA oder der Weltmeisterschaft der FIFA.

Die DFB-Auswahl zählt zu den erfolgreichsten Fußballnationalmannschaften der Welt. Bereits siebenmal stand sie im Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Dreimal (1954, 1974 und 1990) konnte die deutsche Mannschaft den Weltmeistertitel gewinnen, viermal (1966, 1982, 1986, 2002) ging sie als Vize-Weltmeister vom Platz. Dazu kamen drei dritte Plätze 1934, 1970 und 2006 sowie ein vierter Platz 1958. Mit insgesamt elf Halbfinalteilnahmen übertrifft sie in dieser Kategorie sogar Brasilien. Mit Ausnahme der Turniere 1930 und 1950 hat die DFB-Auswahl an allen Weltmeisterschaften teilgenommen, wobei sie 1930 verzichtete und sich 1950 aufgrund des Zweiten Weltkriegs nicht qualifizieren durfte.

Deutschland stellte mit Gerd Müller und Miroslav Klose zweimal die besten Torschützen einer Weltmeisterschaft. Zudem ist der ehemalige deutsche Nationalspieler Lothar Matthäus der Spieler mit den meisten WM-Spielen, Uwe Seeler war der erste Fußballer überhaupt, der mehr als 20 WM-Spiele bestritt.

Auch bei Europameisterschaften war die DFB-Auswahl mit drei Titeln (1972, 1980, 1996) aus sechs Endspielteilnahmen äußerst erfolgreich. Die Mannschaft qualifizierte sich seit 1972 für jedes EM-Turnier. Neben Gerd Müller konnten auch Dieter Müller, Klaus Allofs und Karl-Heinz Riedle Torschützenkönig eines Turniers werden.

Die Nationalmannschaft wurde bisher achtmal zu Deutschlands Mannschaft des Jahres gewählt und ist damit in dieser Hinsicht führend.

Bereits 1899 und 1901 wurden fünf inoffizielle Länderspiele zwischen verschiedenen deutschen und englischen Auswahlmannschaften ausgetragen, die allesamt mit hohen Niederlagen für die deutschen Teams endeten. Sie werden vom DFB nicht als Länderspiele anerkannt und sind heute unter dem Namen Ur-Länderspiele bekannt. Diese Spiele waren alle von Walther Bensemann organisiert worden, den man als Gründer des Deutschen Fußballs bezeichnet.

Schon 1900 bei der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes wurde die Bildung einer ständigen Bundesmannschaft zum Ziel erklärt. Vor allem aufgrund der Probleme bei der Finanzierung einer Nationalmannschaft, scheiterte immer wieder der Versuch, ein Länderspiel zu organisieren. Doch mit der Zeit wurde der Fußball auch bei der Führungselite beliebt und so setzte man sich, nachdem man 1908 keine Mannschaft zu den Olympischen Spielen schicken konnte, das Ziel, eine Mannschaft für das Olympische Fußballturnier 1912 aufzubauen.

Acht Jahre nach der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes wurde am 5. April 1908 das erste offizielle Länderspiel in der Geschichte des deutschen Fußballs ausgetragen. Die Bezeichnung für das Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz war „freundschaftlicher Länderkampf“. Damals gewannen im Landhof-Stadion zu Basel die Schweizer mit 5:3 gegen die Nationalauswahl des Deutschen Reiches. Für die Schweiz war es das dritte Länderspiel, die ersten beiden hatten sie gegen Frankreich verloren.

Das Telegramm des ersten offiziellen Spiels der deutschen Nationalmannschaft: Schweiz – Deutschland 5:3 (3:1).

Die Schweiz ist mittlerweile traditionell der „erste Gegner“ der deutschen Nationalmannschaft, der nach beiden Weltkriegen und nach der Auflösung des DFV der DDR infolge der Wiedervereinigung als erster gegen Deutschland spielte. Gegen die Schweiz gelang auch der erste Sieg der deutschen Elf: Am 4. April 1909 besiegte man die Eidgenossen in Karlsruhe vor 7000 Zuschauern mit 1:0. Auch das Jubiläumsspiel zum 100. Jahrestag des ersten Länderspiels des DFB am 26. März 2008, welches zugleich das 800. Länderspiel der deutschen Mannschaft war, wurde gegen die Schweiz bestritten und von Deutschland mit vier Toren ohne Gegentreffer gewonnen.

Bereits vor dem ersten Länderspiel gab es jedoch einen Streit zwischen dem DFB-Spielausschuss und dem DFB-Bundesvorstand um das Auswahlverfahren. Auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag entschloss man sich schließlich nur Spieler aus jenen Teilen Deutschlands einzuladen, in denen bereits geordnet Fußball gespielt wird. Dabei durften die Landesverbände eine ihnen zugeschriebene Anzahl von Spielern nominieren, weshalb die Auswahl nicht zentral vorgenommen wurde. So wurde den Landesverbänden sogar mitgeteilt, auf welchen Positionen sie Spieler nominieren sollten, wodurch ein guter Torhüter zum Beispiel keine Chance hatte für die Nationalelf aufzulaufen, wenn sein Landesverband keinen Torhüter nominieren durfte. Diesem Auswahlverfahren kamen auch noch von vielen Spielern als chaotisch bezeichnete Umstände hinzu. So berichteten viele Spieler, dass sie von ihrer Nominierung nur aus der Zeitung erfuhren und dass sich die Anreise zu den Länderspielen oft als sehr abenteuerlich erwies. Da viele Spieler unter diesen Umständen lieber für ihre Vereine aufliefen, sagten immer mehr ihre Teilnahme an Länderspielen ab. So wurde den Spielern zuerst mit Strafen für Absagen gedroht, bis man sogar die Regelung einführte, dass Vereine, die ein Spiel verloren hatten, während ein Spieler abgestellt war, das Spiel wiederholen durften. Nachdem man mit dem festgelegten Auswahlverfahren wenig erfolgreich war, kam man auf die Idee, an einem Tag zwei Spiele durchzuführen, um 22 Spieler nominieren zu können und so den heftigen Diskussionen um die Nominierung aus dem Weg zu gehen. Zum ersten Mal wurden auf den 4. April 1909 zwei Länderspiele angesetzt. Genau an diesem Tag kam man mit einem 1:0 gegen die Schweiz in Karlsruhe zum ersten Länderspielsieg. Dieser Sieg ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass man eine Mannschaft mit ausschließlich süddeutschen Spielern aufstellte, während in Budapest Spieler aus Nord- und Mitteldeutschland spielten, die immerhin gegen Ungarn ein 3:3-Unentschieden erreichten. Dadurch, dass sich die Spieler aus den jeweiligen Gebieten kannten, waren diese Nationalmannschaften nun deutlich besser eingespielt.

Doch die Organisation der Länderspiele wurde trotz des ersten Sieges weiter in Frage gestellt. So achtete der DFB bei der Ansetzung der Spiele nicht auf wichtige Ereignisse im Vereinsfußball. 1910 fand sogar nur einen Tag nach dem Finale um die Deutsche Meisterschaft ein Länderspiel gegen Belgien in Duisburg statt. Da die Spieler aus dem Meisterschaftsendspiel absagten, hatte man eine Stunde vor Anpfiff nur sieben Spieler zusammen bekommen, weshalb man sogar Fußballer aus dem Duisburger Publikum zu Nationalspielern machte und aufstellte.

Die ersten großen Fußballturniere fanden bei den Olympischen Spielen statt, zunächst 1900 und 1904 als Demonstrationssportart, 1908 dann als offizielle olympische Sportart. Deutsche Mannschaften nahmen aber in diesen Jahren noch nicht teil. Bei den Olympischen Spielen von 1912 in Stockholm trat Deutschland gegen Österreich, Russland und Ungarn an. Während gegen Russland mit 16:0 der höchste Sieg der Länderspielgeschichte gelang, Gottfried Fuchs schoss allein zehn Tore, gab es gegen die beiden K.-u.-k.-Länder Niederlagen. Mit 1:5 wurde das Spiel gegen den Nachbarn Österreich und mit 1:3 das Spiel gegen Ungarn verloren.

1914 waren bereits zahlreiche Länderspiele angesetzt worden, die jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs hinfällig waren. Man setzte sich damals große Ziele für die geplanten Olympischen Spiele in Berlin, die eigentlich für 1916 geplant waren. Während des Krieges konnten keine Länderspiele ausgetragen werden.

Vor dem Ersten Weltkrieg herrschte noch eine freundschaftliche Stimmung bei Länderspielen. So klatschten auch Niederländische Zuschauer Beifall, als die deutsche Mannschaft 1912 und 1914 in den Niederlanden gegen die Niederländische Fußballnationalmannschaft antrat. Doch durch die erheblichen Umwälzungen der politischen Beziehungen in Europa, welche der Krieg verursacht hatte und die politische Isolierung Deutschlands drückte der Fußball nun keine Freundschaft, sondern Konflikte zwischen den Nationen Europas aus. Bevor die Schweiz sich 1920 als erste Nationalmannschaft nach dem Krieg zu einem Länderspiel gegen Deutschland bereit erklärte, drohten Großbritannien, Frankreich und Belgien den Schweizern mit einem Fußballboykott. Nachdem die Schweiz sich dadurch nicht einschüchtern ließ, beantragte England bei der FIFA den Ausschluss Deutschlands. Weil der Antrag abgelehnt wurde, trat England selbst aus der FIFA aus. Da die Schweiz versuchte Politik und Fußball zu trennen, trat sie 1922 erneut gegen Deutschland an, worauf Belgien ein Spiel gegen die Schweiz absagte. Politik und Ideologie wurden immer mehr zum Teil des europäischen Fußballs. So schrieb die österreichische Zeitschrift Das illustrierte Sportblatt 1922, dass man in den deutschen Spielern die Vertreter des mit Österreich stammesgleichen deutschen Volkes sah. 1923 trat Italien als erster der vorigen Kriegsgegner gegen die Deutschen an, deren Beispiel erst 1929 mit Schottland die zweite Mannschaft folgte. Bis dahin spielte man nur gegen neutrale Staaten wie die Niederlande, Schweden und Norwegen. 1924 erklärte man, dass aus ethischen Gründen die österreichische Nationalmannschaft mit einem Länderspielboykott belegt würde, nachdem die Österreicher den Profifußball eingeführt hatten. Dieser Boykott wurde erst 1929 aufgehoben. 1926 wurde Otto Nerz der erste Reichstrainer der Nationalmannschaft, der schnell das englische WM-System einführte.

1916 fanden kriegsbedingt keine Olympischen Spiele statt. Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland erst wieder 1928 bei Olympia zugelassen. In Amsterdam konnte zunächst der Nachbar aus der Schweiz mit 4:0 besiegt werden, ehe gegen den späteren Olympiasieger aus Uruguay mit einem 1:4 für die deutsche Mannschaft die Spiele beendet waren. Damals hatte es unschöne Szenen gegeben (zwei deutsche Spieler und ein Spieler aus Uruguay waren vom Platz gestellt worden), wonach es in der deutschen Presse eine negative Stimmung gegen Uruguay gab.

1930 trug man das erste Länderspiel gegen Frankreich aus, was erst möglich wurde, nachdem die Armee der Franzosen aus dem Rheinland abzog. Die Beziehungen zwischen den beiden Nationen waren immer noch durch den Ersten Weltkrieg belastet. So wurden die deutschen Spieler in der französischen Presse sogar mit Sturmsoldaten verglichen.

Wie einige andere europäische Nationen sagte der DFB die Teilnahme an der ersten Fußball-Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay wegen des hohen Aufwandes – allein die Anreise der vier teilnehmenden europäischen Mannschaften auf dem Seeweg dauerte über zwei Wochen – und die damit verbundenen Kosten ab. Allerdings gab der DFB keine Begründung für die Absage bekannt.

In der Zeit von 1920 bis 1933 kam die Mannschaft zu 23 Siegen, 13 Unentschieden und 19 Niederlagen. Die eher mäßigen Leistungen lassen sich durch die Zersplitterung im Deutschen Fußball begründen. Man nominierte die Nationalspieler auch in dieser Zeit nicht nur nach Spielstärke. Die einflussreichen Vertreter der verschiedenen Landesverbände im Spielausschuss wollten immer noch Spieler aus den eigenen Reihen in der Nationalmannschaft sehen.

Nachdem der damalige Reichskanzler Adolf Hitler auf den 5. März 1933 Neuwahlen ansetzte, sollte am selben Tag das erste Heimspiel der Nationalmannschaft gegen Frankreich stattfinden. Die Franzosen fürchteten um die Sicherheit der eigenen Spieler und der mitgereisten Fans in einem von den Nationalsozialisten beherrschten Land. Doch dank der Fürsprache von Jules Rimet, dem damaligen Vorsitzender der FIFA und des französischen Verbandes, fand das Spiel dennoch statt und wurde auf den 19. März verschoben. Durch einen feierlichen Empfang gelang es den Nationalsozialisten, von den wahren Vorgängen im Land abzulenken. So lobte Jules Rimet laut einem Zitat aus dem Völkischen Beobachter nach dem Spiel die „vorbildliche Ruhe und Ordnung“, die seiner Meinung nach „für den hohen Kulturstand des deutschen Volkes den allerbesten Beweis“ lieferte. Auch im Inland wurde das Spiel für Propagandazwecke genutzt. So wurde im Völkischen Beobachter die Preissenkung der Stehplatzkarten und die Ausgabe von Erwerbslosenkarten hervorgehoben.

Eine Besonderheit der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs ist, dass es an manchen Tagen zwei Länderspiele gab. So traten deutsche Nationalmannschaften am 4. April 1909 in Budapest und in Karlsruhe an. Am 15. September 1935 spielte eine Mannschaft in Breslau und eine in Stettin, am 27. September 1936 spielten Mannschaften in Prag und in Krefeld, am 21. März 1937 in Stuttgart und in Luxemburg, am 20. März 1938 in Nürnberg und in Wuppertal, am 26. März 1939 in Florenz und in Luxemburg und am 5. Oktober 1941 in Stockholm und Helsinki. Die Aufstellungen und die Gegner lassen aber die Vermutung zu, dass am zweiten Ort – mit Ausnahme des Spiels am 4. April 1909 – jeweils eine B-Mannschaft angetreten ist. Zweimal, 1923 und 1933, fanden sogar Spiele am 1. Januar statt, in beiden Fällen war Italien in Mailand beziehungsweise Bologna der Gegner.

1934 qualifizierte sich das Deutsche Reich erstmals für eine Weltmeisterschaft. Bei ihrem ersten Auftritt bei einer Weltmeisterschaft 1934 in Italien, als die Endrunde komplett im K.-o.-System durchgeführt wurde, erreichte die deutsche Mannschaft das Halbfinale. Beim 5:2 gegen Belgien gelang Edmund Conen der erste „lupenreine“ Hattrick der WM-Geschichte. Im Viertelfinale gewannen die Deutschen 2:1 gegen Schweden. Begünstigt durch mehrere Fehler des deutschen Torwarts Willibald Kreß, setzte sich die Tschechoslowakei im Halbfinale mit 3:1 gegen die deutsche Mannschaft durch, die mit einem 3:2 gegen Österreich WM-Dritter wurde.

1935 trug man siebzehn Freundschaftsspiele aus. Man wollte gute internationale Beziehungen vortäuschen. Man versuchte möglichst gegen schwächere Gegner anzutreten um mit einer guten Bilanz das nationale Selbstbewusstsein zu stärken. Zudem nahmen diese kollektiven Erfolgserlebnisse dem Volk den Schrecken vor dem neuen Regime.

Nachdem Fußball 1932 nicht im Programm der Olympischen Spiele stand, startete der WM-Dritte 1936 in Berlin mit einem 9:0 gegen Luxemburg in das Turnier, musste dann aber nach einem 0:2 gegen Norwegen die Hoffnungen auf den Olympiasieg begraben. Für das Ansehen des Fußballs bei den NS-Führern war diese Niederlage katastrophal, da die durch die Ausrichtung der Spiele erwünschte Propagandawirkung deutlich nachließ. Zudem war es das erste Länderspiel in Anwesenheit von Hitler. Es war das letzte Olympiaturnier der Deutschen A-Nationalmannschaft.

Nach den Olympischen Spielen suchte man einen Verantwortlichen für die Enttäuschung. Schließlich wurde der Reichstrainer Otto Nerz für die Niederlage gegen Norwegen verantwortlich gemacht, obwohl Felix Linnemann forderte, die Stammspieler in diesem Spiel zu schonen. So löste schließlich Sepp Herberger Nerz als Reichstrainer ab. Die Oberaufsicht wollte Nerz jedoch beibehalten. Der entstandene Machtkampf zwischen Herberger und Nerz wurde erst 1938 entschieden, als Nerz zurücktrat.

Herberger gelang mit drei Siegen gegen Estland, Finnland und Schweden die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Frankreich.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an Deutschland im April 1938 wurde ein „Verbrüderungsspiel“ zwischen den beiden Nationalmannschaften ausgetragen. Da Österreich das Spiel gewann, war man der Ansicht, dass in der neuen „großdeutschen“ Nationalmannschaft mindestens zur Hälfte Österreicher spielen sollten. Das Verhältnis zwischen den österreichischen Profispielern und den deutschen Amateurspielern war jedoch von gegenseitiger Abneigung und Misstrauen geprägt.

Bei der WM 1938 schied die Nationalelf kurze Zeit nach der Vereinigung zur „großdeutschen“ Nationalelf bereits im Achtelfinale gegen die Nachbarn aus der Schweiz aus. Reichte es im ersten Spiel noch zu einem 1:1 nach Verlängerung, musste sich die deutsche Mannschaft fünf Tage später im Wiederholungsspiel – Elfmeterschießen waren damals noch nicht erdacht – mit 2:4 geschlagen geben, was bis heute das schlechteste Abschneiden bei einer WM bedeutete. Bei diesem Turnier bekam die Mannschaft auch von den Fans der bisher neutralen Schweizer viele negative Gefühle zu spüren, welche dem NS-Regime galten.

Obwohl die Anspannung der politischen Lage immer mehr zunahm, trat man 1939 bei fünfzehn Länderspielen an, um der Bevölkerung weiterhin gute Verhältnisse zu den Nachbarn vorzutäuschen. Doch nachdem man sich noch auf die Olympischen Spiele 1940 in Helsinki vorbereitete, brach der Zweite Weltkrieg aus. Der Großteil der Spieler musste in die Wehrmacht einrücken. Die Nationalsozialisten sahen im Sport den Zweck das Volk kriegstüchtig zu machen, so wollte man auch mit den Spitzensportlern aus dem Fußball die Wehrmacht verstärken und die Bildung einer starken Nationalmannschaft erschien somit unwahrscheinlich. Das NS-Regime wollte mit der Einberufung von Nationalspielern auch dem Volk verdeutlichen, dass sich unabhängig von der gesellschaftlichen Position jeder in den Dienst der Nation stellen muss.

Allerdings wollte man die Nationalelf weiterhin zur Propaganda in neutralen Staaten nutzen; darum fanden dennoch zahlreiche Länderspiele statt. So sollte die Mannschaft des besetzten Dänemarks nicht gegen Deutschland antreten, nachdem der dänische König ein Sportverbot verhängte, da man ein Spiel der dänischen Nationalmannschaft gegen Deutschland als eine Geste der Unterwerfung betrachtete. Doch im November 1940 fand schließlich trotzdem ein solches Länderspiel statt. Durch eine Nominierung für die Nationalmannschaft konnte man nun dem Krieg entrinnen. Auch im Fußballsport sollte die in der nationalsozialistischen Ideologie verankerte Überlegenheit der „arischen Rasse“ demonstriert werden. Doch nachdem man am Geburtstag von Adolf Hitler 1940 in Bern gegen die Schweiz unterlag, schrieb Propagandaminister Joseph Goebbels in einem Brief an den Reichssportführer, es dürfe vor allem kein Sportaustausch gemacht werden, wenn das Ergebnis im geringsten zweifelhaft sei.

Im Juni 1941 wurde vom „Reichssportführer“ verfügt, alle Spiele abzusagen, nachdem man für den Überfall auf die Sowjetunion die Kräfte bündeln wollte. Beendet wurde die Sportsperre erst im Oktober durch einen direkten Befehl von Hitler, da er von einem schnellen Sieg der Wehrmacht im Osten ausging. 1942 legte Sepp Herberger dem NS-Regime eine Liste mit 20 Spielern vor, die bereits einberufen waren. Da Herberger angab, die meisten Spieler hätten bereits Orden wie das Eiserne Kreuz, oder das Sturmabzeichen erhalten, wurden diese Spieler schließlich für unabkömmlich erklärt und mussten nicht mehr fürchten, einberufen zu werden. Nach einer Niederlage gegen Schweden in Berlin verbot Goebbels Länderspiele in Berlin. Goebbels hielt es für unsinnig Länderspiele auszutragen, die das Volk nur vom Krieg ablenkten. So wollte er 1942 schließlich jeglichen internationalen Sportverkehr beenden und begründete dies mit dem „totalen Krieg“. Am 22. November 1942 fand das letzte Länderspiel Deutschlands für auf den Tag genau acht Jahre statt. Man gewann gegen die Slowakei mit 5:2.

Nachdem Deutschland seit 1942 von der FIFA ausgeschlossen war, versuchte die Schweiz den deutschen Antrag auf Wiederaufnahme 1948 zu unterstützen. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt. So trug man drei Stadtspiele zwischen deutschen und Schweizer Vereinsmannschaften in Deutschland aus. Auf diese Spiele gab es jedoch im Ausland heftige Reaktionen, wobei die FIFA den Schweizern sogar mit einer Strafe drohte, der die Schweizer nur entgingen, weil der Schweizer Verband gegen die Organisatoren der Städtespiele Strafen verhängte. Erst im Mai 1949 wurden internationale Vereinsspiele erlaubt.

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde dann schließlich auch der DFB im Januar 1950 wiedergegründet, zur selben Zeit entstand in der DDR der Deutsche Fußball-Verband (DFV). Bereits zwei Jahre hatte sich der Saarländische Fußballverband gebildet, der bereits im Frühjahr 1950 in die FIFA aufgenommen wurde. Der DFB folgte nach einer Tagung im September, der DFV wurde erst 1952 aufgenommen und nahm bis 1990 mit einer eigenen Auswahl an internationalen Wettkämpfen teil. Am 22. November 1950 fand dann schließlich nach genau acht Jahren gegen die Schweiz in Stuttgart das erste Länderspiel unter Bundestrainer Sepp Herberger statt. Man gewann mit 1:0. Vorerst trat man nun nur gegen neutrale Staaten oder ehemalige Verbündete an. Im Oktober 1952 fand zum ersten Mal ein Spiel gegen eine Nationalmannschaft der Alliierten aus dem Zweiten Weltkrieg statt. Gegen Frankreich verlor man mit 1:3 in Paris. Bundestrainer Herberger machte weiterhin seine Drohung wahr, Legionäre nicht zu nominieren. So kam zum Beispiel der berühmte Torhüter Bert Trautmann zu keinem einzigen Länderspiel.

1950 war die Nationalmannschaft der neuen Bundesrepublik Deutschland noch von der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien ausgeschlossen. Erstmals nahm man an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1954 teil. Dort konnte man sich gegen das Saarland und Norwegen durchsetzen. Im Turnier war man in der Gruppe mit den gesetzten Teams aus der Türkei, die sich in der Qualifikation durch einen Losentscheid gegen Spanien durchsetzte, und Ungarn nicht gesetzt und trat somit nur gegen die beiden gesetzten Teams und nicht gegen das ebenfalls nicht gesetzte Südkorea an. Nach einem Auftaktsieg gegen die Türkei stellte der Bundestrainer für das Spiel gegen Ungarn die Mannschaft auf vielen Positionen um und verlor 3:8. Nach dieser Niederlage, welche bis heute die höchste Pflichtspielniederlage der Nationalelf ist, wurde Herberger heftig kritisiert, während ihm später die Schonung einiger Stammspieler in diesem Spiel als Genialität zugeschrieben werden sollte. Im folgenden Entscheidungsspiel gegen die Türkei, die Südkorea bezwang, gewann man mit 7:2 und qualifizierte sich somit für das Viertelfinale, in dem man gegen Jugoslawien gewann.

Im Halbfinale konnte auch Österreich bezwungen werden und dann geschah das sogenannte Wunder von Bern, der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz durch einen 3:2-Sieg im Finale gegen die favorisierten Ungarn. Da man in der Vorrunde mit 3:8 verloren hatte, wurde von vielen ein Sieg für unmöglich gehalten. Nach acht Minuten lag die Mannschaft auch bereits mit 0:2 zurück und die Kritiker fühlten sich bestätigt. Doch Deutschland drehte das Spiel, glich bis zur Pause aus und in der 84. Minute konnte Helmut Rahn den entscheidenden Treffer erzielen. Ungarn galt damals als unschlagbar, da die goldene Mannschaft, die 1952 Olympiasieger wurde, in 32 Spielen seit Mai 1950 bis zum Endspiel in Bern nicht ein einziges mal verlor und dabei nur vier mal nicht gewann. In Deutschland wurden die Helden von Bern zu Legenden: Spieler wie Toni Turek (Tor), Fritz Walter oder Helmut Rahn sind heute noch in guter Erinnerung. Bei der WM 1954 in der Schweiz wurde die bundesdeutsche Mannschaft mit den Spielern Toni Turek, Jupp Posipal, Werner Kohlmeyer, Horst Eckel, Werner Liebrich, Karl Mai, Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter, Hans Schäfer Fußball-Weltmeister. Weil die deutschen Fans die erste Strophe des Deutschlandliedes sangen, waren viele im In- und Ausland empört. Allerdings kannten zu dieser Zeit viele noch nicht den Text der dritten Strophe, die erst zwei Jahre zuvor als die zu singende festgelegt worden war. Für mehr Empörung sorgte damals eine Rede des DFB-Präsidenten Peco Bauwens, die von der Süddeutschen Zeitung als Sieg-Heil-Rede bezeichnet wurde. Der Sender München brach die Übertragung der Rede sogar ab. Die Mannschaft wurde bei ihrer Ankunft mit dem Sonder-Triebwagen Roter Blitz triumphal gefeiert. Die Nationalmannschaft bekam durch den ersten Weltmeistertitel auch gesellschaftlich einen hohen Stellenwert in der Bundesrepublik, welche zuvor noch immer unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs litt. Viele Politologen und Soziologen betrachten den Sieg von Bern heute sogar als das eigentliche Gründungsdatum der Bundesrepublik Deutschland und einen Antrieb des Wirtschaftswunders. So erklärte zum Beispiel Hans-Joachim Winkler das Wunder von Bern sei ein Beitrag zur Entwicklung des BRD-Nationalgefühls. Als einige Spieler und auch Sepp Herberger nach der WM an Gelbsucht erkrankten, kamen Doping-Vorwürfe gegen die Weltmeistermannschaft auf, die nie vollständig aufgeklärt werden konnten. Weil der ungarische Nationalspieler Ferenc Puskás in einem Interview solche Vorwürfe von sich gab, verbot der DFB Länderspiele gegen Mannschaften, in denen Puskás spielte. Erst nachdem sich der Ungar 1960 schriftlich beim DFB entschuldigte, wurde das Verbot aufgehoben.

In den folgenden Jahren konnte die Nationalmannschaft zunächst nicht an die alten Erfolge anknüpfen, So verlor sich die Weltmeisterelf von 1954 schnell aus den Augen, und es kamen neue Spieler wie der einarmige Robert Schlienz zum Einsatz. 1955 gab es zwei politisch brisante Spiele gegen die UdSSR, gegen die man erstmals nach dem Krieg antrat. Vor dem Hinspiel in Moskau wurde der Nationalmannschaft sogar mangelndes Nationalbewusstsein vorgeworfen, weil man gegen eine Mannschaft eines Landes antrat, in dem es zu dieser Zeit noch einige deutsche Kriegsgefangene gab. Kurze Zeit später kam es aber zur Heimkehr der Zehntausend.

Bei der Fußball-WM 1958 in Schweden setzte sich die deutsche Mannschaft als automatisch qualifizierter Titelverteidiger in der Vorrunde gegen Nordirland, Argentinien und die Tschechoslowakei durch. Dabei gelang im Spiel gegen Argentinien der erste Sieg gegen eine außereuropäische Mannschaft. Im Viertelfinale bezwang man Jugoslawien. Im Halbfinale im „Hexenkessel“ von Göteborg (→ Schlacht von Göteborg) mit zuletzt nur noch neun Spielern (Juskowiak erhielt einen Platzverweis, Fritz Walter wurde verletzt) wurde man von den Schweden mit 3:1 geschlagen und verlor anschließend auch das Spiel um den dritten Platz gegen Frankreich mit 3:6. Nach der Niederlage gegen Schweden kam in Deutschland eine Anti-Schweden Stimmung auf. Da die schwedischen Fans ihre Mannschaft enthusiastisch mit Heja Sverige!-Rufen unterstützten, wurde ihnen Gehässigkeit gegenüber Deutschen vorgeworfen. DFB-Präsident Peco Bauwens sprach sogar von einer Hetze gegen die deutsche Mannschaft. Der kicker versuchte hingegen die Situation neutraler zu bewerten und stellte fest, dass das schwedische Publikum seine Mannschaft immer so enthusiastisch anfeuerte. Dennoch wurde Schweden von nun an in Deutschland das Leben schwer gemacht. Zur Verärgerung der FIFA traten die deutschen Spieler und Funktionäre bereits vor dem Endspiel und dem darauf folgenden Abschlussbankett die Heimreise an. Viele sahen später darin den Grund, dass England und nicht Deutschland den Zuschlag für die Austragung der WM 1966 bekam. Auch dem Schiedsrichter aus Ungarn wurden Fehlentscheidungen vorgeworfen, die mit der Endspielniederlage Ungarns 1954 in Verbindung gebracht wurden.

Am 28. Dezember 1958 trat die Nationalmannschaft in Kairo erstmals außerhalb Europas zu einem Länderspiel an, verlor aber gegen Ägypten mit 1:2.

Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1962 in Chile gegen Nordirland und Griechenland gelang mit vier Siegen. Kurz vor der Weltmeisterschaft ersetzte Herberger Stammtorhüter Tilkowski durch den jungen Ulmer Wolfgang Fahrian. In Chile schied das Team bereits im Viertelfinale durch ein 0:1 gegen Jugoslawien aus. In der Vorrunde konnte noch der Gruppensieg errungen werden, unter anderem durch ein 2:0 gegen den bereits für das Viertelfinale qualifizierten Gastgeber und späteren Dritten Chile. Es war das letzte Turnier bei dem Sepp Herberger als Bundestrainer die Verantwortung trug. Nach der Weltmeisterschaft wurde Herberger für die defensive Taktik und das Festhalten am überholten WM-System kritisiert. Die meisten anderen Nationen spielten schon im 4-2-4- oder 4-3-3-System. Herberger hatte sogar versucht den 41-jährigen Fritz Walter zu reaktivieren. Das relativ schlechte Abschneiden forcierte aber die Bildung der von Herberger geforderten Fußball-Bundesliga, die von den Landesverbänden lange abgelehnt wurde. 1963 trat Herberger dann von seinem Amt als Bundestrainer zurück, sein Nachfolger wurde sein Assistent Helmut Schön. Herberger hätte aber lieber Fritz Walter als seinen Nachfolger gesehen.

Mit Helmut Schön begann aber eine neue sehr erfolgreiche Ära. Mit dem ersten Sieg nach dem Zweiten Weltkrieg in Schweden gelang ihm die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in England. Bei der Fußball-WM 1966 in England startete die deutsche Mannschaft mit einem 5:0-Sieg gegen die Schweiz in das Turnier. Dabei brillierte vor allem das 20-jährige Mittelfeld-Talent Franz Beckenbauer, der sich ebenso wie Italien-Legionär Helmut Haller mit zwei Toren neben Held in die Torschützenliste eintragen konnte. Das zweite Gruppenspiel des DFB-Teams gegen Argentinien endete 0:0. Dieses Spiel war durch wenige Torchancen, dafür aber durch eine Vielzahl von Fouls gekennzeichnet. Beim 2:1-Sieg gegen Spanien im letzten Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gelang Lothar Emmerich ein schier unmögliches Tor. Der Linksaußen vollbrachte das Kunststück, nahezu von der Torauslinie den Ball am spanischen Torhüter Iribar vorbei unters Lattenkreuz ins lange Eck zu schießen. Durch einen 4:0-Viertelfinalsieg gegen Uruguay und ein 2:1 im Halbfinale gegen die Sowjetunion gelang der bundesdeutschen Mannschaft zum zweiten Mal nach 1954 der Einzug in ein Endspiel der Fußballweltmeisterschaft. Jedoch verlor sie das Finale gegen England durch das legendäre Wembley-Tor mit 4:2 nach Verlängerung.

Erstmals nahm Deutschland 1968 an der Qualifikation für eine Fußball-Europameisterschaft teil. Nach einem 6:0 gegen Albanien, einem 0:1 in Jugoslawien und einem 3:1 gegen die Jugoslawen musste am 17. Dezember 1967 in Tirana ein Sieg gegen die eher drittklassigen albanischen Spieler her, da Jugoslawien dort gewonnen hatte. Obwohl Bundestrainer Schön mit Peter Meyer den damals besten Stürmer der Bundesliga aufbot, reichte es nur zu einem 0:0, wodurch zum ersten und bisher einzigen Mal eine Qualifikation für ein großes Turnier verpasst wurde.

In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1970 hatte sich Deutschland insbesondere mit den Schotten auseinander zu setzen, gegen die Deutschland bis dahin noch nie gewinnen konnte. Das Hinspiel in Glasgow endete 1:1 und im letzten Heimspiel am 22. Oktober 1969 in Hamburg gelang mit einem 3:2 der erste Sieg gegen die Briten.

In Mexiko tat sich die deutsche Mannschaft zunächst schwer. Im ersten Gruppenspiel lag man gegen den Außenseiter Marokko nach 21 Minuten mit 0:1 zurück. Das lag auch daran, dass Schöns Taktik mit zwei Mittelstürmern (Uwe Seeler und Gerd Müller) zunächst nicht aufging und auch Helmut Haller nicht an seine Leistungen von England anknüpfen konnte. So war dies sein letztes Länderspiel für Deutschland, zur Pause wurde er ausgewechselt. Seeler und Müller fanden in der Folge aber immer besser zusammen und sorgten durch ihre Tore in der 56. und 80. Minute noch für den 2:1-Erfolg. Seeler hatte die eigentliche Mittelstürmerposition Müller überlassen und sich ins Mittelfeld zurückfallen lassen. Auf den Außenpositionen sorgten abwechselnd Grabowski, Libuda und Löhr für Druck, und so wurden auch die beiden folgenden Spiele gegen Bulgarien und Peru gewonnen, womit Deutschland der bis dahin beste Start bei der WM gelang.

Das Viertelfinalspiel gegen England wurde zu einem ganz außergewöhnlichen Spiel. In der Neuauflage des Endspiels von 1966 führten die Engländer bis zur 69. Minute 2:0, ehe die Deutschen noch in der regulären Spielzeit den 2:2-Ausgleich erzielten. Seeler gelang dabei ein kurioses Tor mit dem Hinterkopf. In der Verlängerung erzielte dann Müller das entscheidende Tor zum 3:2.

Im Halbfinale gab es eine 3:4-Niederlage in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Spiel gegen Italien, dem sogenannten Jahrhundertspiel. Die Italiener gingen bereits in der 8. Minute mit 1:0 in Führung, erst in der Schlussminute erzielte der beim AC Mailand spielende Karl-Heinz Schnellinger mit seinem einzigen Länderspieltor für Deutschland das 1:1. In der Verlängerung fielen dann noch fünf Tore. Nach dieser Niederlage erreichte die Mannschaft von Bundestrainer Helmut Schön durch einen 1:0-Sieg gegen Uruguay den dritten Platz. Torschützenkönig des Turniers wurde mit zehn Treffern Gerd Müller.

1972 wurde die nach der Meinung vieler bis heute beste deutsche Elf erstmals Europameister. Nachdem man sich in der Qualifikation gegen Polen, die Türkei und (wieder) Albanien durchgesetzt hatte, stand im Viertelfinale die Revanche von León gegen England an. Am 29. April 1972 kam es zu einem denkwürdigen Spiel im Londoner Wembley-Stadion. Durch Tore von Uli Hoeneß, Günter Netzer und Gerd Müller konnte man mit 3:1 erstmals in England gewinnen. Selbst die englische Boulevardpresse, die seinerzeit eher deutschlandkritisch eingestellt war, war von dem Spiel der deutschen Mannschaft begeistert. Im Rückspiel in Berlin reichte dann ein 0:0 zum Einzug in die Endrunde. Zur Endrunde reisten sie dann als Favorit, da sie am 26. Mai 1972 zur Einweihung des Olympiastadions in München die Sowjetunion schon mit 4:1 besiegt hatten. Bei der Endrunde in Belgien gelangen dann Siege gegen Belgien (2:1) und die Sowjetunion (3:0), wobei insbesondere im Finale Traumfußball zelebriert wurde. Unrühmlich hervorzuheben ist leider das Verhalten deutscher Hooligans – auch wenn diese Bezeichnung damals noch nicht üblich war – die randalierend durch Brüssel zogen.

Die Nationalmannschaft gewann 1974 in Deutschland zum zweiten Mal die Weltmeisterschaft. In der Vorrunde des Turniers gelang der DDR-Auswahl durch ein Tor von Jürgen Sparwasser, das in die deutsche Fußballgeschichte eingegangen ist, der 1:0-Sieg gegen den späteren Weltmeister Bundesrepublik Deutschland. Dieses Spiel am 22. Juni 1974 war das einzige Aufeinandertreffen der beiden deutschen Mannschaften. Nach dem 2:1-Sieg im Endspiel gegen die brillanten Niederländer, bedankten sich die Westdeutschen bei der DDR-Auswahl für die Niederlage, da diese der Auslöser für eine mannschaftsinterne Revolte gegen den unentschlossenen und zögerlichen Bundestrainer Helmut Schön war, bei der die Mannschaft unter Führung von Kapitän Franz Beckenbauer ihre taktischen Vorstellungen durchsetzen konnte. Bis heute wird von den Akteuren behauptet, dass der Titelgewinn ohne diese Niederlage wohl unmöglich gewesen wäre. Ein wichtiger Faktor war auch, dass die DFB-Mannschaft als Gruppenzweiter in die mit Polen, Schweden und Jugoslawien vermeintlich einfachere Zwischenrundengruppe einziehen konnte – die DDR als Gruppenerster hatte es hingegen mit den Niederlanden, Brasilien und Argentinien zu tun. Durch diesen Titelgewinn gelang es den Deutschen als bisher einziger Mannschaft, nach einem Europameisterschaftstitel auch die darauffolgende Weltmeisterschaft zu gewinnen (umgekehrt gelang es Frankreich bei 1998 und 2000).

Bundestrainer Helmut Schön setzte während des Turniers 18 Spieler ein: Sepp Maier im Tor, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Horst-Dieter Höttges, Georg Schwarzenbeck und Berti Vogts in der Abwehr; Rainer Bonhof, Bernhard Cullmann, Heinz Flohe, Ulrich Hoeneß, Günter Netzer, Wolfgang Overath sowie Herbert Wimmer im Mittelfeld und Jürgen Grabowski, Dieter Herzog, Jupp Heynckes, Bernd Hölzenbein und Gerd Müller im Sturm.

1976 wurde die Endrunde der Europameisterschaft letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen, und wieder hatte sich die deutsche Mannschaft qualifiziert. Nach dem WM-Sieg 1974 war unter anderen der WM-Rekordtorschütze Gerd Müller zurückgetreten, und trotzdem „müllerte“ es auch in Jugoslawien. In Belgrad kam es zunächst zum Halbfinale gegen Jugoslawien, in dem man nach 32 Minuten mit 0:2 zurück lag. Durch die Einwechslungen von Heinz Flohe (46. Minute), der in der 65. Minute den Anschlusstreffer erzielte, und Dieter Müller (79. Minute), der in der 80. Minute mit seinem ersten Ballkontakt in seinem ersten Länderspiel zum 2:2 traf, wurde die Verlängerung erreicht. In dieser gelangen Dieter Müller zwei weitere Tore zum 4:2-Sieg, durch den die deutsche Mannschaft wie vier Jahre zuvor im Finale stand. Aber es erging ihr wie der UdSSR, die 1964 ebenfalls nach dem Gewinn des Titels 1960 wieder im Finale stand: Der Titel konnte nicht verteidigt werden, was in der Folge auch keinem anderen Europameister gelang. Gegen die Tschechoslowakei lag man wie im Halbfinale schnell mit 0:2 zurück, allerdings gelang Dieter Müller mit seinem vierten EM-Tor schnell der Anschluss, es dauerte aber bis zur 90. Minute, ehe Bernd Hölzenbein der 2:2-Ausgleich gelang, womit es erneut zur Verlängerung kam. Nachdem diese torlos verlief, musste erstmals in der Geschichte großer Turniere ein Elfmeterschießen die Entscheidung bringen (acht Jahre zuvor hatte es noch ein Wiederholungsspiel gegeben). Nachdem die ersten vier tschechoslowakischen und die ersten drei deutschen Spieler ihre Elfmeter verwandelt hatten, trat Uli Hoeneß an, der schon zwei Jahre zuvor im Spiel gegen Polen einen Elfmeter verschossen hatte, geriet aber in Rückenlage und jagte den Ball in den Belgrader Nachthimmel. Anschließend machte Antonín Panenka mit einem schlitzohrig verwandelten Elfmeter alles klar, so dass der fünfte deutsche Schütze nicht mehr antreten musste. Wie vier Jahre zuvor Gerd Müller wurde auch Dieter Müller mit vier Toren Torschützenkönig.

Ebenfalls zur Geschichte der Nationalmannschaft gehört die sogenannte Schmach von Córdoba. Sie bezeichnet ein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien gegen Österreich. Der amtierende Fußballweltmeister Deutschland unterlag in Córdoba völlig überraschend der österreichischen Nationalmannschaft mit 2:3 und schied in der Zwischenrunde aus.

Die bundesdeutsche Mannschaft stand nach zwei Unentschieden gegen Italien und die Niederlande vor dem Österreich-Spiel mit 2:2 Punkten auf Platz drei in der Vierergruppe. Der Gruppensieger würde in das WM-Finale einziehen, der Gruppenzweite um den dritten Platz der WM spielen. Italien und die Niederlande (je 3:1 Punkte) mussten unentschieden spielen, damit Bundesdeutschland mit einem (deutlichen) Sieg gegen Österreich überhaupt noch eine Chance auf den Gruppensieg gehabt hätte. Da die Niederländer aber Italien mit 2:1 schlugen, hatte die DFB-Elf keine Chance mehr auf das WM-Finale. Es wurde im Österreich-Spiel somit nicht der Weltmeistertitel, sondern die Chance auf Platz drei verspielt. Helmut Schön trat nach der WM wie lange zuvor angekündigt von seinem Posten als Bundestrainer zurück.

Nach der WM 1978 trat Jupp Derwall die Nachfolge Helmut Schöns an. Unter seiner Leitung hatte die deutsche Mannschaft bis zur EM 1980 kein Spiel verloren, auch wenn nicht alle Resultate, zum Beispiel ein 0:0 in Malta, schmeichelhaft waren. Sie ging daher als einer der Favoriten in das Turnier. Bei der erstmals mit acht Mannschaften und einer Gruppenphase ausgetragenen EM 1980 in Italien kam es im ersten Spiel zur Revanche von Belgrad. In einem wenig spektakulären Spiel konnte sich die deutsche Mannschaft gegen die CSSR mit 1:0 revanchieren, im zweiten Spiel gegen die Niederländer führte die deutsche Mannschaft nach 66 Minuten durch drei Tore von Klaus Allofs mit 3:0, ehe es Rep (80./Elfmeter) und Willy van de Kerkhof (86.) wieder einmal spannend machten. Die deutsche Mannschaft konnte das 3:2 aber über die Zeit bringen. Im abschließenden Gruppenspiel reichte ein 0:0 gegen Griechenland zum Gruppensieg, der direkt ins Finale führte. Gegen Belgien, das sich überraschend gegen England, Spanien und den Gastgeber Italien durchgesetzt hatte, gelang Horst Hrubesch bereits nach zehn Minuten das 1:0. Aber nachdem Vandereycken in der 72. Minute durch einen Elfmeter der Ausgleich gelungen war, wurde es wieder einmal spannend. Erst in der 89. Minute war es erneut Hrubesch, der mit einem Kopfball den Siegtreffer erzielte und so Deutschland den zweiten EM-Titel bescherte. Und wieder kam der Torschützenkönig aus Deutschland – diesmal reichten Klaus Allofs die drei Tore aus dem Spiel gegen die Niederlande.

Deutschland galt zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 als einer der Favoriten, auch wenn der amtierende Europameister bei der zuvor ausgetragenen Mundialito nicht überzeugen konnte. Aber die Mannschaft hatte sich mit acht Siegen in acht Spielen problemlos qualifiziert. Dennoch verlor Deutschland bereits sein Auftaktspiel gegen Algerien sensationell mit 1:2 und konnte das Weiterkommen erst durch Siege gegen Chile und Österreich sichern. Dabei ging die Partie gegen Österreich als Nichtangriffspakt von Gijón in die Fußballgeschichte ein. Sie wurde zum Skandal, weil beiden Mannschaften nach dem Ende des Spiels zwischen Algerien und Chile ein knapper Sieg Deutschlands zur Qualifikation für die Zwischenrunde genügte. Dementsprechend lief das Spiel in Gijón dann auch ab. Nach dem 1:0 für Deutschland durch Horst Hrubesch in der 11. Minute begnügten sich beide Mannschaften damit, den Ball im Mittelfeld hin und her zu spielen, ohne dem Gegner dabei bedrohlich nahe zu kommen. Folge dieses Spiels ist es, dass seither bei allen Turnieren die Partien des letzten Gruppenspieltags zeitgleich ausgetragen werden.

In der Zwischenrunde reichten Deutschland ein torloses Remis gegen England und ein Sieg gegen Gastgeber Spanien, da sich die bereits ausgeschiedenen Spanier und England ebenfalls torlos trennten, für den Einzug ins Halbfinale, in dem mit Frankreich und seinem Glanzmittelfeld Giresse, Tigana und Platini ein schwerer Kontrahent wartete. Die deutsche Führung in der 18. Spielminute glichen die Franzosen bereits in der 26. Minute aus, so dass das Spiel mit 1:1 in die Verlängerung ging. Zuvor hatte der deutsche Nationaltorhüter Toni Schumacher den auf sein Tor zulaufenden Patrick Battiston aus vollem Lauf mit der Hüfte erwischt. Der Franzose wurde bewusstlos, verlor außerdem drei Zähne und brach sich den Halswirbel. Schumacher, der Jahre später zu Battistons Hochzeit eingeladen wurde, nährte damit das anwachsende Bild des „hässlichen“ Deutschen. In der Verlängerung führten die Franzosen schnell mit 3:1, Deutschland glich jedoch durch Rummennige und Fischer aus. Im Elfmeterschießen verschoss erst Stielike für Deutschland, ehe nach dem Scheitern von Six und Bossis ein Elfmeter von Hrubesch für die Entscheidung sorgte.

Im Finale in Madrid musste Deutschland sich gegen Italien bewähren, das zuvor den Favoriten Brasilien mit 3:2 und Polen im Halbfinale mit 2:0 bezwungen hatte (alle fünf Tore wurden vom späteren Torschützenkönig Paolo Rossi erzielt). Rossi war es auch, dem in der zweiten Halbzeit der erste Treffer der Partie gelang; zuvor hatte Italien bereits einen Elfmeter vergeben. Nach weiteren Treffern von Tardelli und Altobelli war Breitners Anschlusstreffer zum 3:1-Endstand nur noch Ergebniskosmetik, Deutschland hatte zum zweiten Mal nach 1966 ein Weltmeisterschaftsendspiel verloren.

Die Europameisterschaft in Frankreich bescherte der Deutschen Mannschaft erstmals das Aus in der Gruppenphase bei einem großen Turnier. Schon die Qualifikation verlief holprig. Nach einer 0:1-Heimniederlage im vorletzten Spiel gegen Nordirland brauchte Deutschland im letzten Spiel gegen „Fußballzwerg“ Albanien einen Sieg um sich durch das bessere Torverhältnis zu qualifizieren. Das 1:0 der Albaner in der 23. Minute konnte Rummenigge zwar postwendend in der 24. Minute ausgleichen, es dauerte aber bis zur 80. Minute ehe Gerhard Strack mit seinem einzigen Länderspieltor das erlösende 2:1 gelang. In den Gruppenspielen hätte nach einem torlosen Remis gegen Portugal und einem 2:1-Sieg gegen Rumänien der deutschen Mannschaft ein erneutes Remis gegen Spanien zum Einzug ins Halbfinale gereicht, und bis zur 90. Minute sah es auch danach aus, dann machte aber Maceda diesen Traum zunichte und sorgte so für den vorzeitigen Abschied von Bundestrainer Jupp Derwall.

Sein Nachfolger wurde Franz Beckenbauer und da dieser keine Trainerlizenz besaß wurde erstmals die Funktion des Teamchefs eingeführt. Die Qualifikation für die WM in Mexiko, stand bereits nach 6 Spielen, von denen die ersten fünf gewonnen wurden fest, so dass sich Deutschland im vorletzten Spiel gegen Portugal erstmals eine Niederlage in einem WM-Qualifikationsspiel erlauben konnte.

Bei der WM 1986 in Mexiko wurde die Mannschaft der Bundesrepublik unter der Führung von Teamchef Franz Beckenbauer erneut Vizeweltmeister und das argentinische Team durch einen 3:2-Sieg gegen die deutsche Elf zum zweiten Mal Weltmeister. Besonders unrühmlich bei dieser Weltmeisterschaft war, dass mit Uli Stein erstmals ein Spieler während des laufenden Turniers nach Hause geschickt wurde. Überzeugen konnte die Mannschaft bei der WM erst im Halbfinale, das wie vier Jahre zuvor gegen Frankreich gewonnen wurde. In der Gruppenphase belegte Deutschland nach einem Remis gegen Uruguay, einem Sieg gegen Schottland und einer Niederlage gegen Dänemark nur den zweiten Platz. Das Achtelfinale gegen die Marokkaner, die sich in ihrer Gruppe gegen die stärker eingeschätzten Portugiesen durchgesetzt hatten, wurde erst in der 88. Minute durch ein Freistoßtor von Matthäus entschieden und das Viertelfinale gegen Mexiko wurde erst im Elfmeterschießen gewonnen, bei dem Schumacher zwei Elfmeter halten konnte.

Die Europameisterschaft 1988 im eigenen Land sollte Teamchef Beckenbauer nach der Vize-Weltmeisterschaft zwei Jahre zuvor den ersten Titel bescheren, aber nach einem glücklichen 1:1 gegen Italien in der Vorrunde und zwei 2:0-Siegen gegen Dänemark und Spanien, war im Halbfinale gegen die Niederländer Endstation. Deutschland war zwar durch einen von Matthäus in der 55. Minute verwandelten Elfmeter in Führung gegangen, den Niederländern gelang aber ebenfalls durch einen Elfmeter in der 74. Minute der Ausgleich. Als sich beide Teams schon auf eine Verlängerung eingestellt hatten, nutzte Marco van Basten die einzige Unaufmerksamkeit von Jürgen Kohler zum 2:1-Siegtreffer. Im Finale in München zelebrierten die Niederländer dann Traumfußball und wurden verdient Europameister.

Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1990 führte Deutschland und die Niederlande erneut zusammen. Beide Spiele endeten remis und da Deutschland in Wales nur ein 0:0 gelang war im letzten Spiel ein Sieg gegen die Waliser notwendig um sich noch als einer der beiden besten Gruppenzweiten qualifizieren zu können. Die Waliser gingen aber in der 11. Minute in Führung. Rudi Völler in der 25. und Thomas Häßler in der 48. Minute sorgten aber letztendlich für die glückliche Qualifikation.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien starte Deutschland furios. Mit einem 4:1 gegen Geheimtipp Jugoslawien gelang ein überzeugender Start. Auch das zweite Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate wurde mit 5:1 gewonnen. Im dritten Spiel gegen Kolumbien konnte erst in der 88. Minute das 1:0 erzielt werden, durch eine Unachtsamkeit in der Schlussminute wurde der Sieg aber noch verspielt. Im Achtelfinale kam es erneut zum Aufeinandertreffen mit den Niederländern. Die Partie begann hektisch, in der 22. Minute wurden Frank Rijkaard und Rudi Völler wegen einer Unsportlichkeit vom Platz gestellt. Letztlich schwächte diese Hinausstellung die Niederländer stärker, da damit die Achse „Rijkaard-Gullit-van Basten“ gesprengt war, während auf Deutscher Seite Jürgen Klinsmann die Hinausstellung von Völler durch eine seiner besten Leistungen in der Nationalmannschaft kompensierte und in der 51. Minute das 1:0 erzielte. Nach einem Tor von Brehme in der 85. Minute gelang trotz des 1:2-Anschlusstreffers in der 89. Minute der Viertelfinaleinzug gegen die Tschechoslowakei. Dieses wurde durch ein Elfmetertor von Matthäus entschieden, die Mannschaft zeigte hierbei aber die schwächste Turnierleistung. Das Halbfinale war erneut dramatisch, nach 120 Minuten stand es gegen England 1:1 und das Elfmeterschießen musste entscheiden. Für England war es das erste Elfmeterschießen und der Beginn eines lang anhaltenden Elfmetertraumas. Nach dem mit 4:3 gewonnenen Elfmeterschießen stand die deutsche Elf als erste Mannschaft zum dritten Mal hintereinander im WM-Finale. Erneut hieß der Endspielgegner Argentinien. Mit einem knappen, aber hochverdienten 1:0-Sieg (Andreas Brehme durch Foulelfmeter) war der dritte und vorerst letzte WM-Titel perfekt. Franz Beckenbauer ragt in der Geschichte des DFB und der Nationalmannschaft seitdem besonders heraus, weil es dem „Kaiser“ gelang, in Doppelfunktion Weltmeister zu werden: als Kapitän 1974 und als Trainer 1990.

Durch den dritten Titel stieg die deutsche Mannschaft zum erfolgreichsten Nationalteam bei Weltmeisterschaften auf, da sie zu diesem Zeitpunkt die meisten Spiele der WM-Geschichte hatte (67) und durch die drei Vizeweltmeisterschaften öfter im Finale stand als Brasilien und Italien (beide ebenfalls drei Titel, aber jeweils nur drei beziehungsweise vier Endspielteilnahmen). Aber schon bei der WM 1994 wurde die deutsche Elf wieder von Brasilien abgelöst.

Nach der Weltmeisterschaft trat Franz Beckenbauer als Teamchef zurück, sein Nachfolger wurde Berti Vogts, der zuvor Nachwuchs- bzw. Jugendtrainer beim DFB war und von 1986 bis 1990 zum Trainerstab von Beckenbauer gehörte. Seine erste Aufgabe war die Qualifikation für die Fußball-Europameisterschaft 1992 in Schweden, bei der er sich gegen Wales durchsetzen konnte.

Bei der Qualifikation trat erstmals eine gesamtdeutsche Mannschaft an. Kurioserweise war die DDR zuvor in die deutsche Qualifikationsgruppe gelost worden, das Qualifikationsspiel der DDR gegen Belgien war das letzte Spiel der DDR-Nationalmannschaft. Es wurde aber nach der Wiedervereinigung und dem Rückzug der DDR-Nationalmannschaft aus der Wertung genommen. Das ursprünglich als „Fest des deutschen Fußballs“ geplante „Vereinigungsspiel“ gegen die DFV-Auswahlmannschaft am Tag der Wiedervereinigung wurde nach Gewaltandrohungen von Hooligans und auf Grund des schlechten baulichen Zustandes des Leipziger Zentralstadions abgesagt. Am 19. Dezember 1990 trat dann bei einem Spiel gegen die Schweiz in Stuttgart erstmals eine gesamtdeutsche Mannschaft an.

Nach eher dürftigen Leistungen in der EM-Vorrunde, unter anderem einem 1:3 gegen die Niederlande, erreichte die deutsche Mannschaft nach ihrem besten Spiel gegen Gastgeber Schweden zum vierten Mal das Finale einer EM. Sie gingen somit als Favorit ins Finale, denn die Dänen, die nur durch den Ausschluss Jugoslawiens nachgerückt waren, schienen schon im Halbfinale, das sie durch Elfmeterschießen gegen die Niederlande gewannen, am Ende ihrer Kräfte zu sein. Die deutsche Mannschaft fand aber in keiner Phase zu ihrem Spiel und verlor verdient mit 0:2. Immerhin konnte sich Karlheinz Riedle mit drei anderen Spielern die Torjägerkrone teilen, alle vier hatten je drei Tore geschossen.

Bei der WM 1994 in den USA, für die Deutschland als Titelverteidiger qualifiziert war, gewann die deutsche Mannschaft erstmals als amtierender Weltmeister das Eröffnungsspiel, wobei zum Sieg gegen Bolivien ein 1:0 reichte. Nach einem 1:1-Unentschieden gegen Spanien wurde Südkorea knapp mit 3:2 bezwungen und die Mannschaft Gruppenerster. Unrühmlich war das Verhalten von Stefan Effenberg, der in diesem Spiel von deutschen Fans provoziert worden war und dies mit dem ausgestreckten Mittelfinger quittierte. Für diese Geste wurde er von Bundestrainer Vogts aus der Mannschaft ausgeschlossen. Im Achtelfinale kam es gegen Belgien zu einem weiteren 3:2. Anschließend musste Deutschland im Viertelfinale gegen Bulgarien, das zuvor noch bei keiner Weltmeisterschaft über das Achtelfinale hinausgekommen war, nach anfänglicher Führung eine 1:2-Niederlage einstecken. Die deutsche Mannschaft kam somit erstmals seit der WM 1978 nicht unter die besten Vier des Turniers.

Bei der Qualifikation zur Euro 1996 trafen Deutschland und Bulgarien erneut aufeinander. Das Hinspiel in Sofia konnten wieder die Bulgaren gewinnen, diesmal mit 3:2. Im für die Qualifikation bedeutungslosen Rückspiel (beide wären auch bei einer Niederlage als einer der besten Gruppenzweiter qualifiziert gewesen) gelang Deutschland mit 3:1 die Revanche und damit die Qualifikation als Gruppensieger.

In England gewann die Mannschaft unter Nationaltrainer Berti Vogts dank des ersten Golden Goals der EM-Geschichte durch Oliver Bierhoff zum dritten und bislang letzten Mal eine Europameisterschaft und erreichte als erste Mannschaft zum fünften Mal das Finale. Das Turnier in England wurde erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen. Die Vorrunde beendete Deutschland mit einem 2:0 gegen Tschechien, einem überzeugenden 3:0 gegen Russland und einem glücklichen 0:0 gegen Italien, bei dem Andreas Köpke einen Elfmeter hielt ohne Gegentor. In einem spannenden Viertelfinale konnte Kroatien mit 2:1 besiegt werden, ehe es im Halbfinale zum erneuten Elfmeter-Krimi gegen England kam. Wie sechs Jahre zuvor bei der WM 1990 in Italien hatten auch diesmal die deutschen Spieler die besseren Nerven, so dass es im Finale zum erneuten Aufeinandertreffen mit den Tschechen kam. Diese gingen in der 59. Minute durch einen Elfmeter in Führung, und es dauerte bis zur 73. Minute, ehe Bierhoff der Ausgleich gelang. Sein zweites Tor in der Verlängerung beendete dann das Spiel vorzeitig und bescherte Deutschland den dritten Titel.

Die direkte Qualifikation zur WM 1998 gelang erst am letzten Spieltag durch ein dramatisches 4:3 gegen Albanien, die durch ein Eigentor von Kohler in der 55. Minute in Führung gegangen waren und die zwischenzeitlichen Führungen durch Helmer, Bierhoff und Marschall immer wieder ausgleichen konnten. Erst in der 90. Minute gelang Oliver Bierhoff der 4:3-Siegtreffer.

Als amtierender Europameister trat Deutschland bei der WM 1998 in Frankreich an. In einer politisch brisanten Gruppe (Deutschland hatte früh die von Jugoslawien abgespaltenen Teilrepubliken anerkannt, die USA und der Iran befinden sich seit der Islamischen Revolution in permanenter Konfrontation) mit Jugoslawien, der USA und Iran wurde Deutschland Gruppenerster: Nach dem 2:0 gegen die USA folgten ein 2:2 nach 0:2-Rückstand gegen Jugoslawien und ein 2:0 gegen den Iran. Das zweite Spiel wurde von Ausschreitungen deutscher Hooligans in Lens überschattet, bei denen der französische Polizist Daniel Nivel lebensgefährlich verletzt wurde. Ein Ausschluss Deutschlands vom Turnier stand zur Debatte. Nach einem hart erkämpften 2:1 gegen Mexiko traf Deutschland im Viertelfinale wie bereits bei der vorhergegangenen Europameisterschaft auf Kroatien. Nach einem Platzverweis gegen Christian Wörns verloren die Deutschen 0:3 – die höchste Endrunden-Niederlage seit dem 3:6 gegen Frankreich bei der WM 1958. Kurz nach der Weltmeisterschaft trat Bundestrainer Berti Vogts von seinem Posten zurück, nachdem die Nationalmannschaft in zwei Testspielen wieder nicht überzeugen konnte. Sein Nachfolger Erich Ribbeck war der einzige Bundestrainer, der keine Mannschaft bei einer WM betreute.

Der Konföderationen-Pokal – der aus dem König-Fahd-Pokal hervortrat – war für den Deutschen Fußballbund zunächst wenig interessant, passte den meisten Bundesligavereinen doch die Terminierung bei einer zunehmenden Belastung durch internationale Wettbewerbe nicht ins Konzept. Daher verzichtete der DFB auf die Teilnahme am Konföderationen-Pokal des Jahres 1997, obwohl die Nationalmannschaft als amtierender Europameister qualifiziert war. Stattdessen nahm der Vizeeuropameister Tschechien teil.

Bei der Austragung für den Konföderationen-Pokal des Jahres 1999 sah man sich im Zuge der Bewerbung für die WM 2006 „gezwungen“, als Europameister des Jahres 1996 doch an dem in Mexiko stattfindenden Turnier teilzunehmen. Die von Erich Ribbeck betreute Mannschaft nahm aber ohne große Vorbereitung die Strapazen auf sich und musste gleich im ersten Spiel gegen Brasilien eine herbe 0:4-Niederlage einstecken. Das zweite Spiel gegen den Ozeanienmeister Neuseeland wurde zwar 2:0 gewonnen, das dritte Spiel gegen die USA jedoch mit 0:2 verloren, so dass Deutschland erstmals seit 1984 bei einem Turnier in der Vorrunde ausschied.

Die Qualifikation für die Euro 2000 begann mit einer 0:1-Niederlage in der Türkei, da aber die folgenden sechs Qualifikationsspiele gewonnen wurden, reichte zur direkten Qualifikation im letzten Spiel ein 0:0 gegen die Türkei, bei dem Deutschland erstmals auf heimischem Boden ein „Auswärtsspiel“ bestritt, denn im Münchner Olympiastadion waren mehr türkische als deutsche Zuschauer.

Nachdem eine Revolte der Spieler gegen Trainer Erich Ribbeck abgewehrt werden konnte, startete man schlecht in die Fußball-Europameisterschaft 2000. Gegen den Außenseiter der Gruppe, Rumänien, erreichte man mit Müh und Not ein 1:1-Unentschieden. Im Klassiker gegen England steigerte man sich zwar kämpferisch, verlor aber aufgrund eines Treffers von Alan Shearer mit 0:1. Damit sollte das Vorrundenaus besiegelt sein, schließlich rechneten wenige Beobachter mit einem Sieg gegen Portugal bei einem gleichzeitigen Unentschieden der Rumänen gegen England. Da Rumänien aber sogar gewann, war es umso bitterer, dass die DFB-Elf gegen die B-Mannschaft der bereits qualifizierten Portugiesen eine 0:3-Niederlage einstecken musste. Diese herbe Niederlage besiegelte schließlich das Ende der Ära Ribbeck, den einige als den Totengräber des deutschen Fußballs bezeichneten. Rudi Völler übernahm daraufhin das Amt des Bundestrainers. Dass das Niveau nach Aussage Ribbecks bei Europameisterschaften aufgrund der kleineren Anzahl von Fußball-Zwergen mittlerweile höher sei als bei Weltmeisterschaften, zeigte sich auch im folgenden EM-Turnier 2004.

Mit der Niederlage gegen Portugal endete auch die Ära Matthäus, der als einziger Nationalspieler mehr als 20 Jahre in der Nationalmannschaft gespielt hatte.

Rudi Völler gelang in seinem ersten Spiel mit 4:1 gegen eine noch in der Saisonvorbereitung steckende spanische Mannschaft und einem 1:0 gegen England im letzten Spiel im alten Wembley-Stadion auch ein verheißungsvoller Auftakt. Für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft musste die Mannschaft aber in die Relegation gegen die Ukraine, da in der Gruppe nach einer 1:5-Heimniederlage gegen England und einem 0:0 im letzten Spiel gegen Finnland, auf Grund des schlechteren Torverhältnisses, nur der zweite Platz belegt wurde.

Bei der WM 2002 gelang aber der Einzug ins Endspiel, in dem erstmals die beiden Nationalmannschaften aufeinander trafen, die bis dahin die meisten WM-Spiele und die meisten Finalteilnahmen aufzuweisen hatten: Brasilien und Deutschland. Dabei konnten die Deutschen die Erwartungen, die das 8:0 im Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien auslöste, lediglich durch die Ergebnisse erfüllen. Diesem höchsten Sieg einer deutschen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft folgten ein hart umkämpftes 1:1 gegen Irland und ein 2:0 gegen Kamerun. Deutschland zog mit drei 1:0-Siegen gegen Paraguay, die USA und Südkorea in der K.o.-Runde ins Finale ein. Dank des überragenden Oliver Kahn, der mit der Lev-Yashin-Trophäe für den besten Torhüter und dem Adidas Golden Ball für den besten Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde, gelangen drei 1:0-Siege und damit der siebte Einzug in ein WM-Finale. Ohne den gelbgesperrten Michael Ballack, der im Viertel- und Halbfinale den Siegtreffer geschossen hatte, machte die deutsche Mannschaft im Finale ihr bestes Spiel in der K.o.-Runde. Erst in der 67. Minute nutzte Ronaldo einen Fehler von Oliver Kahn zum 1:0. Ein weiteres Ronaldo-Tor in der 79. Minute entschied das Spiel.

Für den Konföderationen-Pokal 2003 war man als Vizeweltmeister ebenfalls qualifiziert, verzichtete aber erneut auf die Teilnahme. Weil die WM-Ausrichtung schon in trockenen Tüchern war, konnte man sich einen Verzicht wiederum leisten.

Pikanterweise traf man in der Qualifikation für die EM 2004 auf die vom ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts betreuten Schotten. Das erste Spiel in Glasgow endete 1:1, durch ein 2:1 am vorletzten Spieltag in Dortmund gegen Schottland gelang die Qualifikation, während die Schotten in der Relegation gegen die Niederländer ausschieden. Bei der Europameisterschaft in Portugal musste die Mannschaft wieder die frühe Heimreise antreten. Hatten die deutschen Anhänger nach dem Unentschieden gegen die Niederlande Hoffnung, besiegelten schwache Leistungen beim 0:0 gegen Lettland und der Niederlage gegen die B-Elf von Tschechien das vorzeitige Ausscheiden. Rudi Völler trat anschließend von seinem Amt zurück. Dieser überraschende Rückzug zwei Jahre vor der WM im eigenen Land stellte den DFB vor die schwierige Aufgabe, einen Nachfolger zu finden. Die zu diesem Zweck gebildete „Trainerfindungskommission“ handelte sich aber viele Absagen ein (unter anderen von Ottmar Hitzfeld, Morten Olsen und Arsène Wenger). Nach wochenlanger Suche übernahm den Posten schließlich Jürgen Klinsmann, der der DFB-Führung von Berti Vogts empfohlen worden war.

Da der Confed-Cup in den Jahren vor der Weltmeisterschaft zum Testturnier für die Weltmeisterschaft umgemünzt wurde, war Deutschland 2005 verpflichtet, dieses Turnier auszurichten. Um die Stimmung im Hinblick auf die WM zu verbessern, bot Bundestrainer Jürgen Klinsmann – im Gegensatz zu den späteren Finalisten Argentinien und Brasilien – die seinerzeit nach seiner Meinung besten deutschen Spieler auf. Allerdings hatte Klinsmann die knapp ein Jahr zuvor von Rudi Völler übernommene Mannschaft verjüngt und ihr ein neues, sehr offensives Konzept gegeben. Dies führte dann gegen Australien zu einem wahren Torefestival, an dessen Ende ein 4:3-Sieg für die deutsche Mannschaft stand. Gegen Tunesien gelang es dann sogar beim 3:0, „hinten dicht zu halten“. Gegen die spielstarken, aber nicht in Bestbesetzung angetretenen Argentinier reichte es – im Übrigen ohne Kapitän Michael Ballack – „nur“ zu einem 2:2, was trotzdem den Gruppensieg einbrachte.

Da Brasilien in der anderen Gruppe überraschend gegen Mexiko verloren hatte, kam es im Halbfinale zur Revanche für das WM-Finale von 2002. Die individuelle Klasse der Brasilianer, insbesondere des bei Inter Mailand tätigen Adriano, der zwei Treffer zum 3:2-Sieg der Brasilianer beisteuerte, verhinderte erneut einen Sieg gegen den Rekordweltmeister. So reichte es nur für das „kleine Finale“, in dem die Mexikaner, die ihr Halbfinale erst im Elfmeterschießen gegen Argentinien verloren hatten, der Gegner waren. Erneut kam es zu einem „Tag der offenen Tür“, bei dem die deutsche Mannschaft nach 120 Minuten mit 4:3 die Nase vorn hatte.

Vor Beginn der Heim-WM 2006 wurden die Erfolgsaussichten des DFB-Teams in der Öffentlichkeit eher pessimistisch beurteilt, nicht zuletzt aufgrund schwacher Testspiele (wie dem 1:4 gegen Italien oder einem hart erkämpften 2:2 gegen Japan). Bundestrainer Jürgen Klinsmann, mit neuen Trainingsmethoden und einem vierköpfigen Team (Joachim Löw, Oliver Bierhoff, Andreas Köpke), dagegen erklärte das Erringen des Weltmeistertitels im eigenen Land zum Ziel.

Beim offiziellen Eröffnungsspiel gegen Costa Rica zeigte die deutsche Mannschaft über weite Strecken den vom Bundestrainer anvisierten Angriffsfußball, offenbarte aber beim 4:2-Sieg auch die bekannten Schwächen in der Abwehr. Gegen die auf ein Unentschieden spekulierende polnische Mannschaft wollte lange Zeit über kein Tor fallen, bis kurz vor Schluss der zuvor eingewechselte Oliver Neuville nach einer Flanke des ebenfalls eingewechselten David Odonkor den erlösenden Siegtreffer erzielte. Dieser erste Erfolg über eine europäische Mannschaft in einem Turnier seit 1996 und die Umstände seines Entstehens lösten in Deutschland eine Begeisterungswelle aus. Nach dem klaren 3:0-Erfolg gegen Ecuador hatte das DFB-Team die erfolgreichste Vorrunde seit der WM 1970 absolviert.

Im Achtelfinale traf man auf Schweden, das durch zwei frühe Tore mit 2:0 besiegt wurde. Im Viertelfinale lautete der Gegner Argentinien, das mit ihrem Spielmacher Juan Riquelme und starken Leistungen imponiert hatte. Das DFB-Team setzte sich nach einem 1:1 nach Verlängerung letztendlich dank zweier Paraden von Jens Lehmann mit 4:2 nach Elfmeterschießen durch. Deutschland verpasste nach einem 0:2 nach Verlängerung gegen Italien den Einzug ins Finale der WM 2006. Durch einen 3:1-Sieg gegen Portugal wurde Deutschland Dritter. Mit Miroslav Klose wurde zum zweiten Male nach 1970 (Gerd Müller) ein deutscher Spieler Torschützenkönig einer Weltmeisterschafts-Endrunde. Eine weitere Auszeichnung erhielt Kloses Sturmpartner Lukas Podolski, welcher zum besten Nachwuchsspieler der WM gewählt wurde.

Insgesamt zeigte die Mannschaft eine überzeugende Leistung und wurde von der internationalen Presse dafür gewürdigt. Im eigenen Land wurde sie als „Weltmeister der Herzen“ bezeichnet, weil sie wegen ihrer Spielfreude in einem ansonsten von der Defensive geprägten Turnier die Zuschauer begeistern konnte.

Nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft 2006 und dem Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Teamchef konnte sich die deutsche Mannschaft unter dem neuen Bundestrainer Joachim Löw als erstes Team für die Fußball-Europameisterschaft 2008 qualifizieren. Bereits nach neun absolvierten Partien war Deutschland die Teilnahme an der Endrunde nicht mehr zu nehmen. Nach der erfolgreichen Qualifikation verlor die Mannschaft aber das darauf folgende Heimspiel gegen Tschechien und wurde am Ende der Qualifikation mit zwei Punkten Rückstand Zweiter der Qualifikationsgruppe D. In der Qualifikation erzielte die Mannschaft die meisten Tore aller Teilnehmer. Prestigeträchtig war ferner ein 2:1-Auswärtserfolg im Freundschaftsspiel gegen England.

Bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 besiegte die deutsche Nationalmannschaft unter Joachim Löw in der Vorrunde zunächst Polen, unterlag dann Kroatien mit 1:2, und zog schließlich durch ein 1:0 gegen Österreich als Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein, wo sie auf Portugal traf und mit einem 3:2 zum sechsten Mal das Halbfinale einer EM erreichte. Während des Spieles konnte Löw die Mannschaft nicht betreuen, da er wegen eines Tribünenverweises im Spiel gegen Österreich für das Viertelfinale gesperrt war. Seinen vorläufigen Kader für die EM hatte Löw am 16. Mai auf dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze, benannt um sein Motto „Bergtour“ zu unterstreichen.

Am 25. Juni siegten sie im Halbfinalspiel gegen die Türkei mit 3:2 und standen damit zum sechsten Mal im Finale einer Europameisterschaft, wo sie auf Spanien trafen.

Im Endspiel gegen Spanien am 29. Juni unterlag die deutsche Mannschaft mit 0:1 und wurde somit 2008 Vize-Europameister.

Die ersten großen Fußballturniere fanden bei den Olympischen Spielen statt, zunächst 1900 und 1904 als Demonstrationssportart mit Vereinsmannschaften, 1908 als offizielle olympische Sportart. Deutsche Mannschaften nahmen aber in diesen Jahren noch nicht teil. Insgesamt war man nur bei drei von sieben Turnieren für A-Nationalmannschaften dabei.

Die Deutsche Nationalmannschaft ist nach Brasilien (fünf Titel) und Italien (vier WM-Titel) die erfolgreichste Fußballnationalmannschaft der Welt. Bereits siebenmal stand sie im Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Dreimal (1954, 1974 und 1990) konnte die deutsche Mannschaft den Weltmeistertitel gewinnen, viermal (1966, 1982, 1986, 2002) ging sie als Vize-Weltmeister vom Platz. Hinzu kommen drei dritte Plätze bei den WM-Endrunden 1934, 1970 und 2006. Mit Ausnahme der Turniere 1930 und 1950 hat das DFB-Team an allen Weltmeisterschaften teilgenommen, wobei sie 1930 verzichtete (Weltwirtschaftskrise, Aufwendungen für eine Teilnahme in Uruguay konnten nicht aufgebracht werden) und sich 1950 nicht qualifizieren durfte (der DFB gründete sich erst 1949 neu, aufgrund des Krieges wurde er 1945 aufgelöst). Zusammen mit Brasilien hat sie mit 92 Spielen die meisten WM-Spiele bestritten. Bei der WM 1974 nahm zudem die Auswahl des DDR-Verbandes DFV teil.

Die bundesdeutsche Fußballnationalmannschaft konnte sich seit 1972 für alle Europameisterschaftsendrunden qualifizieren und ist damit die Mannschaft mit den meisten Teilnahmen. Bei den ersten Turnieren 1960 und 1964 war man an einer Teilnahme allerdings noch nicht interessiert, da Bundestrainer Sepp Herberger sich durch die EM beim Aufbau für die WM gestört fühlte. Erst unter seinem Nachfolger Helmut Schön wollte sich die Mannschaft erstmals qualifizieren, scheiterte aber dabei. Bei der ersten gelungenen Qualifikation 1972 wurde dann aber sofort der erste Titel gewonnen und mit zwei weiteren Titeln ist Deutschland derzeit Rekordeuropameister. Seitdem nahm Deutschland an allen Endrunden teil und ist das einzige Land, das an allen 1980 bis 1992 mit acht Mannschaften ausgetragenen Turnieren teilnahm. Dreimal schied man aber auch in der Vorrunde aus, was jeweils zu Trainerwechseln führte. Im ersten Spiel der Endrunde der EM 2008 konnte Deutschland erstmals nach zwölf Jahren wieder ein Spiel bei einer Endrunde gewinnen, bei den Turnieren 2000 und 2004 war die Mannschaft sieglos geblieben.

Die Nationalmannschaft nahm bisher zweimal, 1999 als Europameister und 2005 als Gastgeber, am Konföderationen-Pokal teil, zweimal (1997 und 2003) verzichtete man als qualifizierter Europa- bzw. Vizeweltmeister auf die Teilnahme. Für den Konföderationen-Pokal 2009 ist Deutschland nicht qualifiziert.

Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihre Heimspiele in weißen Trikots und schwarzen Hosen, den Farben Preußens. Weiß, oft auch mit rot, war oder ist zudem auch in anderen Sportarten bei deutschen Sportlern in Gebrauch, bei den Leichtathleten, im Skisport und sogar im Motorsport (abgesehen von den Silberpfeilen). Diese Tradition stammt noch aus den Anfangsjahren der Nationalmannschaft und überstand die verschiedenen politischen Neuordnungen Deutschlands. In diesen Farben gewann Deutschland die jeweils drei WM- und EM-Titel, verlor aber auch 1966 gegen die ausnahmsweise in rot spielenden Engländer, 1970 und 1982 gegen Italien sowie 2002 gegen Brasilien. Die Paarung einer Mannschaft in Gelb-Blau-Weiß gegen eine in Weiß-Schwarz-Weiß wäre noch in den 1970er Jahren mit Rücksicht auf Schwarz-Weiß-Fernseher undenkbar gewesen.

Die Farbe des Auswärtstrikots wechselte häufiger, die meisten Auswärtsspiele – in denen es nicht möglich war mit weißen Trikots zu spielen – bestritt sie mit grünen Trikots und weißen Hosen, den Farben des DFB beziehungsweise denen eines Spielfeldes. Wichtige Spiele in diesen Farben waren zum Beispiel 1954 der 6:1-Sieg im Halbfinale gegen Österreich, 1972 der 3:1-Sieg im Wembley-Stadion oder die 2:3-Niederlage gegen Argentinien 1986 in Mexiko. Kurioserweise führten die Argentinier ihre Niederlage im WM-Finale 1990 auch darauf zurück, dass sie nun diesmal in ihren blauen Reserve-Trikots spielen mussten und nicht in ihren hellblau-weiß-gestreiften Trikots und schwarzen Hosen antreten konnten wie vier Jahre zuvor. Abgesehen von grün kamen zwischenzeitlich auch ein graues und ein schwarzes Trikot zum Einsatz. Seit dem Amtsantritt von Jürgen Klinsmann wird rot als alternative Farbe bevorzugt und anfangs und zuletzt am 27. Mai 2008 gegen Weißrussland auch in einigen Heimspielen eingesetzt. Die rote Farbe wurde gewählt, da Mannschaften in Rot temperamentvoller wirken. Für Zuschauer sind die Spieler in roten Hemden besser sichtbar als in grünen. Aber bereits am 14. April 1911 spielte Deutschland in roten Jerseys und schwarzen Hosen gegen England.

Bei den Olympischen Spielen 1928 spielte die Nationalmannschaft in weißen Hemden mit rotem Brustring und weißen Hosen.

Im Spiel um Platz drei bei der WM 1970 und bei der „Wasserschlacht von Frankfurt“ gegen Polen spielte Deutschland ganz in Weiß, also auch mit weißen Hosen.

Bis zur WM 1986 waren die „Heimtrikots“ der deutschen Nationalelf ausschließlich in Weiß und Schwarz gehalten. Erst in Mexiko gab es einen allerersten Farbklecks auf dem geschneiderten Stoff zu entdecken: Teile des Kragens waren in den Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold gehalten. Zudem wurde auch zeitweise das Markenzeichen des Ausrüsters, die „drei Streifen“, in Schwarz-Rot-Gold auf Weiß ausgeführt. Zwei Jahre später dann eine kleine Revolution: Ein schwarz-rot-goldgelber Streifen zog sich bei der Europameisterschaft 1988 im eigenen Land in Form einer Fieberkurve quer über das deutsche Trikot. Jenes Design brachte zwei Jahre später – bei der WM 1990 in Italien – noch mehr Glück. Deutschland wurde in diesem Dress Weltmeister, nach 1954 und 1974 zum dritten Mal.

1992 bei der EM in Schweden gab es weitere Neuerungen: erstmals prangte, in den US-Profiligen längst üblich, auf dem Rücken der Nachname des jeweiligen Spielers. Zudem wurde die Rückennummer zusätzlich in Kleinformat auf die Vorderseite der Trikots geflockt, bislang war nur die Hose mit der Nummer markiert. Die Schwarz-Rot-Gold-Streifen fanden sich diesmal in Höhe der Schultern wieder. Das WM-Trikot von 1994 mit dem sogenannten „Schwingen-Design“ sollte die Schwingen des deutschen Adlers symbolisieren – jene Trikots wurden allerdings kontrovers diskutiert. Zur EM 1996 besann man sich wieder alter Traditionen und trug ein rein weißes Trikot mit einem schwarzen Wappen auf der linken Brust auf dem in Weiß der Bundesadler aufgestickt war. Eine Neuerung waren die drei Sterne für die drei WM-Titel in Schwarz-Rot-Gold über dem Wappen.

1998 zur WM in Frankreich brachte der Ausrüster wieder etwas mehr Farbe auf das weiße Dress und zwar passend zum Ausrüster-Logo drei Streifen in den deutschen Nationalfarben, die quer über die Brust gingen. Unter beiden Ärmeln war ein breiter schwarzer Streifen angebracht. Für viele sehr einfallslos wirkte das Trikot zur EM 2000. Weiß und Grau waren die dominierenden Farben (weißes Hemd und graue Ärmel). Auch 2002 sparte man an Farben und lief in Asien bei der WM in strahlendem Weiß auf, einzig der Kragen und der Ärmel-Bund waren schwarz abgesetzt. Dieses Jersey sollte an die Trikots der beiden Fußball-Weltmeistertitel von 1954 und 1974 erinnern und ein gutes Omen sein. In Portugal zur EM 2004 wurden die Ärmel des Trikots zu Deutschlandfahnen, und zur WM 2006 im eigenen Land wurden geschwungene Linien in Schwarz-Rot-Gold auf dem Trikot angebracht.

Bei der WM 2006 bestritt Deutschland alle Spiele mit weißen Trikots und schwarzen Hosen. Dies wurde von der FIFA so festgelegt, obwohl bei einer WM auch der Gastgeber nicht automatisch in jedem Spiel „Heimrecht“ genießt.

Die Ausrüstung der Nationalmannschaft wird traditionell von der Firma Adidas gestellt. Ein Mitarbeiter der Firma – in früheren Jahren der Firmengründer Adolf Dassler – gehört bei großen Turnieren zum Betreuerstab der Mannschaft, bei der WM 2006 war das der frühere Bundesligaprofi Manfred Drexler. In der Vergangenheit kam es auch öfter zu Problemen mit einzelnen Spielern, wie beispielsweise Günter Netzer, wenn diese in ihren Vereinen oder durch Privatverträge Schuhe anderer Hersteller trugen. Der DFB konnte sich in diesen Fällen aber immer durchsetzen, so dass die Nationalmannschaft „einheitlich“ antrat. Seit dem EM-Qualifikationsspiel gegen Irland am 2. September 2006 ist es den Spielern freigestellt, Fußballschuhe und Torwarthandschuhe anderer Ausrüster zu tragen.

Mit dem Trikot zur Europameisterschaft 2008 lief die deutsche Mannschaft erstmals am 17. November 2007 gegen Zypern auf. Dabei erstreckt sich ein schwarz-rot-goldener Ring über die Brust. Der schwarze Streifen ist um vieles breiter, um den weiß gehaltenen Trikotnummern einen erkennbaren Hintergrund zu geben. Auch der Adler ist wie zur EM 1996 weiß auf schwarzem Grund. Das neue rote Auswärtstrikot mit einem breiten schwarzen Mittelstreifen soll an das erste Länderspieltrikot im Jahr 1908 erinnern. Die drei Sterne auf dem Trikot stehen für die drei gewonnenen Weltmeisterschaften 1954, 1974 und 1990. Im EM-Kader 2008 trugen elf Spieler der Nationalelf Schuhe von Adidas, sieben Spieler (u.a. Miroslav Klose) von Nike und vier Spieler (u.a. Mario Gómez) Schuhe von Puma. Die Schuhe von Adidas für die Spieler der Nationalelf werden in Scheinfeld in Deutschland hergestellt und sind entsprechend angefertigte individuelle Sondermodelle für die Spieler. So trägt der Schuh des Spielers Michael Ballack vom Typ Predator auch die Namen seiner drei Söhne. Rund sechs Schuhpaare für jeden Spieler wurden von Adidas für elf der Nationalspieler für die EM 2008 gefertigt. Die Handschuhe von Nationaltorhüter Robert Enke stammen vom Hersteller uhlsport.

Nach einer Regeländerung der FIFA dürfen zu den Qualifikationsspielen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 die Trikots nur noch mit Nummern von eins bis 18 versehen werden. Der DFB legte unmittelbar nach Aufkommen der Regel Protest bei der FIFA ein, da so laut Bierhoff erhebliche Vermarktungsprobleme auftreten werden (So kann z.B. Lukas Podolski seine gewohnte Nummer 20 nicht mehr tragen). Diesen Einspruch wies die FIFA allerdings zurück. Nun hofft der DFB, dass sich mehrere Verbände an einer Klage beteiligen.

Die deutsche Nationalmannschaft hat kein Nationalstadion wie z. B. die Englische Fußballnationalmannschaft mit dem Wembley-Stadion. So finden die Heimspiele seit jeher in wechselnden Stadien statt, wobei die Auswahl von der Bedeutung des Spieles und des Gegners abhängt. In einigen Fällen (WM 1974 und 2006, EM 1988) ergaben sich auch die Spielorte durch den Turnierverlauf, wenn auch im Vorhinein durch das Setzen bei der Auslosung bestimmte Orte bevorzugt wurden.

Bisher spielte die deutsche Mannschaft in 39 zum Zeitpunkt des Spieles deutschen Städten. Das erste Heimspiel und die meisten Spiele (42) fanden in Berlin statt, gefolgt von Hamburg (inkl. Altona) mit 32, Stuttgart mit 29 und Hannover mit 24 Spielen. Auch wenn der FC Schalke 04 während der 1930er Jahre einen Großteil der Nationalmannschaft stellte, fanden zu der Zeit keine Spiele in Gelsenkirchen statt, da die damalige Glückauf-Kampfbahn für Länderspiele zu klein war. Erst 1973 fand nach dem Bau des Parkstadions für die WM 1974 das erste Spiel in Gelsenkirchen statt. Ähnlich erging es Kaiserslautern, dessen 1. FC Kaiserslautern in den 1950ern einen Großteil der Nationalspieler stellte und Mönchengladbach, wo in den 1970ern viele Nationalspieler spielten. Dort fanden erstmals 1987 bzw. 2005 Länderspiele statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden die Spiele zunächst nur in den Städten der Bundesrepublik sowie in West-Berlin statt, nach der Wiedervereinigung wurden auch wieder Spiele in den neuen Bundesländern durchgeführt, erstmals am 14. Oktober 1992 in Dresden.

Zurzeit hat das Berliner Olympiastadion mit 74.228 Sitzplätzen die größte Zuschauerkapazität in Deutschland. Nach Um- und Ausbauten kann der Signal-Iduna-Park in Dortmund für internationale Spiele 65.718 Zuschauer aufnehmen. Bis zur Niederlage im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2006 gegen Italien war Deutschland dort ungeschlagen, so dass die deutsche Nationalmannschaft regelmäßig wichtige Qualifikationsspiele dort abhielt. Unter anderem fanden das wichtige Play-off-Rückspiel gegen die Ukraine zur Weltmeisterschaft 2002, das Heimspiel gegen Schottland in der Qualifikation zur EM 2004 und das Spiel gegen Russland der WM-Qualifikation 2010 in Dortmund statt.

Die deutschen Stadien gehören weltweit zu den modernsten, wurden sie doch für die Olympischen Spiele 1972, die Weltmeisterschaften 1974 und 2006 sowie die Europameisterschaft 1988 immer wieder modernisiert bzw. neu gebaut. Fünf Stadien werden von der UEFA als Fünfsternestadion eingestuft. Bis in die 1990er Jahre waren die meisten Stadien Mehrzweckbauten, in denen auch Leichtathletikwettbewerbe stattfinden konnten. Danach wurden viele Stadien in reine Fußballstadien umgebaut bzw. direkt als solche errichtet. Stadien mit 400-Meter-Bahnen sind nun die Ausnahme.

Die meisten Spiele außerhalb des heutigen Deutschlands fanden in Wien (19) statt, wobei Heimspiele der reichsdeutschen Auswahl zwischen 1938 und 1942 miteinbezogen sind. Es folgen Stockholm (17, davon drei gegen nichtschwedische Nationalmannschaften während internationaler Turniere), Budapest und Basel (je 15). Außerhalb Europas spielte Deutschland am häufigsten (8) in Mexiko-Stadt, davon nur vier gegen Mexiko. Das erste Spiel außerhalb Europas fand am 28. Dezember 1958 in Kairo gegen Ägypten statt und wurde mit 1:2 verloren. Außer in Australien/Ozeanien und der Antarktis spielte die Nationalmannschaft bisher auf jedem Kontinent.

Die größten Triumphe erlebte die Deutsche Mannschaft in Bern (Weltmeister 1954), Brüssel (Europameister 1972), München (Weltmeister 1974), Rom (Europameister 1980, Weltmeister 1990) und London (Europameister 1996).

Die meisten Zuschauer bei einem Heimspiel gab es am 22. November 1950 beim ersten Spiel nach dem Krieg: 115.000 Zuschauer wollten in Stuttgart das Spiel gegen die Schweiz sehen, das offizielle Fassungsvermögen betrug 80.000. 170.000 waren es beim Auswärtsspiel Brasilien gegen Deutschland (1:0) am 21. März 1982 in Rio de Janeiro. Die wenigsten Zuschauer (je 2.000) gab es bei den drei Spielen der Olympischen Spiele 1912 in Stockholm, von denen eins mit 16:0 gegen Russland den höchsten Sieg einer deutschen Nationalmannschaft brachte.

Der nördlichste Spielort war bisher Reykjavík auf Island, der südlichste die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Spielort mit der größten Zeitdifferenz (- 9 Stunden) war San Francisco (18. Dezember 1993).

In den ersten Jahren hatte die Nationalelf noch keinen Trainer. Die Aufstellung der Mannschaften war das Ergebnis des Proporzdenkens der Landesverbände. Zu den Länderspielen wurde weniger nach Leistung, sondern gemäß einem Quotensystem eingeladen. Dabei standen den einzelnen Landesverbänden bestimmte Positionen zu. Die Aufstellung legte der Spielausschuss fest und der Mannschaftskapitän bestimmte am Spielort die Taktik. Allerdings gab es zu dieser Zeit auch kaum ausgebildete Trainer. Von ihren ersten 58 Länderspielen konnte die Nationalelf lediglich 16 gewinnen, 12 endeten remis und 30 gingen verloren, darunter mit 0:9 die höchste Niederlage. Allerdings gelang in dieser Zeit auch der höchste Sieg. Nachdem Felix Linnemann 1925 DFB-Präsident geworden war, sorgte er dafür, dass mit Otto Nerz der erste Trainer angestellt wurde.

In den ersten Jahren ohne Trainer hatte der Spielführer die Aufgabe die Taktik vorzugeben in der das vom Spielausschuss aufgestellte Team spielen sollte. Erster Spielführer war Arthur Hiller, der es auf vier Länderspiele brachte, davon zwei als Kapitän. Der erste Spieler, der es 1924 auf zehn Einsätze als Kapitän brachte, war Adolf Jäger, damit endete aber seine Karriere in der Nationalmannschaft. Nachdem mit Otto Nerz ein Reichstrainer angestellt wurde, wurde der Kapitän zum verlängerten Arm des Trainers. Unter ihm überbot Ludwig Leinberger 1933 mit seinem letzten Spiel Jägers Rekord. Zwei Jahre später wurde dieser Rekord von Fritz Szepan überboten, der ihn bis 1939 auf 30 Spiele ausbaute. Beim letzten Spiel der reichsdeutschen Auswahl konnte Paul Janes dann den Rekord auf 31 Spiele ausbauen. Dieser hielt 28 Jahre, ehe er am 9. Mai 1970 von Uwe Seeler überboten wurde. Im selben Jahr steigerte Seeler bis zu seinem Abschiedsspiel den Rekord auf 40 Spiele. Am 19. November 1975 gelang es Franz Beckenbauer den Rekord zu überbieten und bis zu seinem letzten Spiel auf 50 Spiele, davon 47 ohne Unterbrechung auszubauen. Karl-Heinz Rummenigge gelang es 1986 im WM-Finale gegen Argentinien in seinem letzten Spiel Beckenbauers Rekord zu überbieten. Dieser hielt sieben Jahre bis ihn Lothar Matthäus überbieten und bis zum 14. November 1999 auf die derzeitige Rekordmarke ausbauen konnte. Matthäus war aber seit 1995 nicht mehr Stammkapitän und fungierte nur als Kapitän wenn Oliver Bierhoff, der damalige Stammkapitän nicht mitspielte oder ausgewechselt wurde. Nachfolger Bierhoffs wurde Oliver Kahn, der die Mannschaft zur WM 2002 und EM 2004 führte. Jürgen Klinsmann ernannte bei seiner Amtsübernahme 2004 Michael Ballack zum Kapitän. Während der Qualifikation für die EM 2008 kam er auf Grund einer langwierigen Verletzung längere Zeit nicht zum Einsatz und wurde dann überwiegend von Bernd Schneider vertreten.

Um besonders verdienstvolle Spielführer zu ehren, die lange Jahre das Amt des Spielführers ausgeübt hatten, wurde 1954 die Ehrenspielführerschaft eingeführt.

Bisher spielten 865 Spieler mindestens einmal in der Nationalelf. Mehr als ein Viertel davon kam nur einmal zum Einsatz. Geprägt wurde die Nationalelf aber durch einige herausragende Spieler. Vier Spieler spielten sogar mehr als 15 Jahre für die Deutsche Nationalmannschaft. Der erste, dem dies gelang, war Adolf Jäger. Er stand bereits im dritten Länderspiel am 3. Juni 1908 in der Mannschaft und absolvierte sein letztes Länderspiel am 14. Dezember 1924. Damit war er 16 Jahre und 190 Tage lang Nationalspieler, kam aber durch die Länderspielpause während und nach dem Ersten Weltkrieg nur auf 18 Spiele. Auch Fritz Walter, der vom 14. Juli 1940 bis zum 24. Juni 1958 für Deutschland spielte, wäre auf mehr Länderspiele gekommen, hätte der Zweite Weltkrieg nicht zu einer achtjährigen Spielpause geführt. Selbst im Alter von 41 Jahren wollte ihn Sepp Herberger noch für die Weltmeisterschaft in Chile (1962) nominieren, obwohl er seit dem 20. Juni 1959 nicht mehr aktiv war. Sein Rekord von 17 Jahren und 345 Tagen hielt bis zum 27. Mai 1998, dann wurde er von Lothar Matthäus überboten, der ihn anschließend auf 20 Jahre und 6 Tage ausdehnte und dabei mit 150 Länderspielen auch die meisten Spiele erreichte. Dabei sah es nach einem Achillessehnenriss im Januar 1995 schon so aus, als sei seine Karriere beendet. 1998 gelang ihm aber ein Comeback in der Nationalmannschaft. Ebenfalls auf mehr als 15 Jahre als Nationalspieler kam Uwe Seeler, der zwischen 16. Oktober 1954 und 9. September 1970 15 Jahre und 328 Tage aktiv war. Bei seinem Debüt war er der drittjüngste Spieler, danach gab es keinen Spieler mehr, der früher in der Nationalmannschaft begann. Auch er stand nach einem Achillessehnenriss 1965 vor einem möglichen Karriereende, war dann aber schon zum entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden wieder einsatzbereit. Selbst als mit Gerd Müller ein Nachfolger auf der Mittelstürmerposition vorhanden war, baute Bundestrainer Helmut Schön noch auf Seelers Erfahrung, und so führte er die Nationalmannschaft als leicht zurückhängende Spitze zur WM 1970. In seinem letzten Spiel gelang es ihm noch, den Rekord von Paul Janes von 71 Länderspielen zu übertreffen. Zählt man die Zeit in der DDR-Nationalmannschaft hinzu, übertrifft zudem Ulf Kirsten die Zeitspanne von 15 Jahren als Nationalspieler, wenn auch nur um 43 Tage. In dieser Zeit bestritt er 49 Spiele für den DFV und 51 für den DFB.

Bisher gelang es fünf Spielern mehr als 100 Spiele für die Nationalelf zu absolvieren, der erste war Franz Beckenbauer, dem dies weltweit erst als fünftem Spieler in einer Zeit gelang, als die Anzahl der jährlich ausgetragenen Spiele deutlich geringer war als heute.

In den Anfangsjahren wechselten sich mehrere Spieler in der Höchstzahl der Länderspiele ab oder hatten gleich viele Spiele. Nimmt man die ersten drei Spiele raus, bei denen es mehrere Spieler mit gleich vielen Spielen gab, so hatte die deutsche Nationalmannschaft in ihrer Geschichte elf Rekordnationalspieler.

Die längste Länderspielserie eines Torwarts ohne Gegentor stammt von Jens Lehmann. In Diensten des FC Arsenal überbot er zunächst beim 3:0 gegen Österreich im Februar 2008 seinen eigenen Rekord aus den Jahren 2002 bis 2005 und dehnte diesen auf 681 Minuten aus, ehe er beim 2:2 gegen Weißrussland im Mai 2008 erstmals wieder hinter sich greifen musste. Sein letzter Gegentreffer zuvor datierte vom Spiel in England im August 2007, seitdem endeten die beiden Spiele gegen Wales sowie die Partien in Irland, gegen Zypern, in Österreich und gegen die Schweiz zu Null.

Der vorherige Rekord war 68 Jahre alt, er stammte noch aus dem Jahr 1937. Hans Jakob von Jahn Regensburg spielte gegen Frankreich, Belgien, die Schweiz, Dänemark und Finnland zu Null. Insgesamt erhielt er während 482 Spielminuten kein Gegentor.

Auf 433 Minuten kommt Hans Tilkowski, der 1966 gegen Rumänien, Jugoslawien, die Schweiz und Argentinien zu Null spielte. Oliver Kahn blieb während der Weltmeisterschaft 2002 insgesamt 427 Minuten ohne Gegentor.

Sepp Maier übertraf zwei Mal die 400-Minuten-Marke. 1966/67 blieb der Bayern-Torwart bei den ersten vier Länderspielen seiner Karriere (gegen Irland, die Türkei, Norwegen und Belgien) ohne Gegentor, insgesamt 423 Minuten lang. Zwölf Jahre später verpasste er seine Bestleistung um 16 Minuten.

Der angegebene Kader umfasst die Nationalspieler, die im Aufgebot für die WM-Qualifikationsspiele gegen Liechtenstein und Wales am 28. März 2009 und 1. April 2009 stehen.

Bei großen Turnieren sind mittlerweile eine Vielzahl von Personen zur Betreuung der Nationalmannschaft beschäftigt. Dazu gehörten anfangs insbesondere Physiotherapeuten und Ärzte. Einer der ersten war Erich Deuser, der 1951 von Sepp Herberger für die Nationalmannschaft gewonnen wurde und bis 1982 tätig war. Von 1963 bis 2008 gehörte sein Kollege Adolf Katzenmeier zum Team. Seit 1996 betreut Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt als Orthopäde die Nationalspieler. Mit Beginn der Amtszeit von Jürgen Klinsmann wurde das Amt des Nationalmannschafts-Managers eingeführt und Oliver Bierhoff übernahm als erster diesen Posten. Ebenfalls auf die Initiative von Jürgen Klinsmann geht die Verpflichtung von Fitnesstrainern zurück. Die Aufgabe von Urs Siegenthaler besteht darin, gegnerische Mannschaften zu beobachten und zu analysieren um den Trainern die taktische Einstellung der Mannschaft zu erleichtern.

Seit 1988 wird der Bundestrainer in seiner Arbeit von einem Torwarttrainer unterstützt. Diese Aufgabe übernahm zuerst Sepp Maier, der in der Saison 1986/87 schon beim FC Bayern München als Torwarttrainer gearbeitet hatte und dieses Amt dann ab 1994 auch parallel zur Nationalmannschaft wieder bei Bayern München ausübte. Im Oktober 2004 wurde er nach Differenzen mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann entlassen, da sich Maier für Oliver Kahn und gegen Jens Lehmann als Nummer 1 ausgesprochen hatte. Seitdem ist Andreas Köpke Torwarttrainer bei der Nationalmannschaft.

Bereits 1954 gehörte Adolf Dassler als Zeugwart zum Team und seitdem sind der DFB und adidas Partner. Daher gehört bei Turnieren auch immer ein Mitarbeiter der Firma adidas zum Betreuerstab. Lange Zeit war dies weiterhin Adolf Dassler, derzeit ist dies Manfred Drexler, ein ehemaliger Bundesligaprofi.

Mit dem Amtsantritt von Jürgen Klinsmann im Sommer 2004 wurde auch das Amt des Nationalmannschaftsmanagers geschaffen und mit dem früheren Nationalspieler Oliver Bierhoff besetzt. Als Manager ist er Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainerstab und Verband und ist vorwiegend für die Außenwirkung des Teams sowie die Kontakte zu Sponsoren verantwortlich.

Um Spieler an die A-Nationalmannschaft heranzuführen, gab es verschiedene andere Mannschaften, in denen junge Spieler ihre ersten internationalen Erfahrungen machen konnten. Von 1951 bis 1986 war dies die B-Nationalmannschaft, in der unter anderem Franz Beckenbauer (2 Spiele 1965) und Lothar Matthäus (4 Spiele 1979 bis 1981) begannen. Von 1999 bis 2001 nannte sie sich A2-B-Nationalmannschaft, in ihr spielten z.B. Torsten Frings (5 Spiele 1999 bis 2000) und Bernd Schneider (4 Spiele 1999 bis 2001). 2002 wurde die Mannschaft im Hinblick auf die WM 2006 in Team 2006 umbenannt. Seit 2006 gibt es keine B-Nationalmannschaft des DFB mehr.

Auch die U-21-Mannschaft (ab 1979) und die Olympia-Mannschaft (1982 bis 1998) diente vielen jungen Talenten als Sprungbrett in die A-Nationalmannschaft, z.B. dem späteren Welt- und Europameister Jürgen Klinsmann.

Während die B-Mannschaften nur zu Freundschaftsspielen antraten, nahmen die U-21- und Olympia-Mannschaften auch an internationalen Wettkämpfen teil, so dass den jungen Spielern auch Wettkampfpraxis vermittelt wurde.

Bei Einführung der FIFA-Weltrangliste im August 1993 belegte Deutschland den 1. Platz, fiel aber im Folgemonat auf Rang 5, um im darauf folgenden Monat wieder Platz 1 zu belegen. Nach Platz 3 im November 1993 belegte Deutschland von Dezember bis Juni 1994 ununterbrochen Platz 1, musste sich diese Platzierung aber teilweise mit anderen Ländern teilen, da in der Anfangszeit der Rangliste diese wenig differenziert war. Nach dem Aus im Viertelfinale der WM 1994 fiel Deutschland auf Rang 3 zurück und pendelte in der Folgezeit zwischen Platz 5 und 2. Im Februar 1997 konnte noch einmal und bis heute zum letzten Mal Platz 1 (gemeinsam mit Brasilien) belegt werden. Nach dem Aus in der Vorrunde bei der EM 2000 belegte Deutschland mit Platz 11 erstmals keinen Platz unter den ersten Zehn. Den schlechtesten Platz belegte Deutschland im März 2006: Nach der 1:4-Niederlage in Italien rutschte Deutschland auf Platz 22 ab. Dafür verantwortlich war aber auch, dass Deutschland vor der WM im eigenen Land keine Qualifikationsspiele bestreiten musste und Freundschaftsspiele schwächer gewichtet wurden. Nach der WM wurde die Ranglistenberechnung modifiziert und Deutschland erreichte Platz 9. Seitdem ging es langsam aufwärts, und im August 2008 wurde wieder Platz 2 erreicht.

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Source : Wikipedia