Nördlingen

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Geschrieben von bishop 06/04/2009 @ 22:07

Tags : nördlingen, bayern, deutschland

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Nördlingen

Wappen der Stadt Nördlingen

Nördlingen ist eine Große Kreisstadt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und ehemalige Freie Reichsstadt.

Nördlingen liegt im Nördlinger Ries, dem Einschlagskrater eines Meteoriten, der vor 15 Millionen Jahren in die Alb eingeschlagen ist. Der Krater hat einen Durchmesser von 23 Kilometer; sein Rand ist ringsum als Hügelkette sichtbar. Er wird von der Wörnitz und der Eger durchflossen; erstere mündet 30 Kilometer südöstlich in die Donau.

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Nördlingen: Wallerstein, Maihingen, Oettingen, Munningen, Wechingen, Deiningen, Alerheim, Möttingen, Reimlingen, Hohenaltheim, Ederheim, Neresheim, Bopfingen, Riesbürg.

Die Nördlinger Kernstadt gliedert sich grob in Altstadt, Graben, Wemdinger Viertel, Augsburger Viertel, Talbreite, Herkheimer Viertel und Südtiroler Viertel. Die Stadtteile Baldingen und Kleinerdlingen gehen fast fließend in die Kernstadt über, während die übrigen Stadtteile sich den Charakter abgeschlossener Dörfer erhalten haben.

Funde in den Ofnethöhlen belegen, dass das heutige Ortsgebiet von Nördlingen bereits im Spätpaläolithikum besiedelt war. In den Ortsteilen von Nördlingen wurden Fundstellen aus fast allen folgenden vorgeschichtlichen Epochen entdeckt. Besonders intensiv besiedelt war ein Bereich am Ostrand des Ortsteils Baldingen, wo Siedlungen der Bandkeramik und des Jungneolithikums, der Urnenfelderkultur, der Hallstatt- sowie der Latènezeit entdeckt wurden. Hier lag auch eine römische Villa mit Brandgräberfeld.

Um das Jahr 85 n. Chr. entstand im Süden der Stadt ein römisches Kastell mit Siedlung (vicus), die jedoch im Jahre 259/260 bei der Eroberung des heutigen Süddeutschlands durch die Alamannen unterging. Der Name dieser Siedlung lautete wahrscheinlich Septemiacum. Dieser lateinische Ortsname ist durch die Peutingertafel (Tabula Peutingeriana) für die Gegend von Nördlingen zuverlässig überliefert, er kann aber bisher nicht ganz sicher der römischen Siedlung im heutigen Nördlingen zugeordnet werden. Das römische Nördlingen ist bislang generell kaum erforscht.

Im 6. und 7. Jahrhundert lässt sich eine alemannische Besiedlung nachweisen. Drei Reihengräberfriedhöfe aus dieser Epoche sind bisher in Nördlingen ausgegraben worden.

1215 erhielt Nördlingen von Kaiser Friedrich II. Stadtrechte und wurde freie Reichsstadt. In jenem Jahr wurde die erste Stadtmauer errichtet, deren Grundriss bis heute sichtbar ist. 1219 wurde die Nördlinger Pfingstmesse das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Stadt, an der Kreuzung zweier großer Handelsstraßen gelegen, stieg zum wichtigen Handelsplatz für Getreide, Vieh, Textilien, Pelze und Metallwaren auf. Neben Frankfurt war Nördlingen eine der wichtigsten Fernhandelsmessen Deutschlands.

1238 zerstörte ein Brand einen großen Teil der Stadt, von dem sich die Stadt jedoch rasch erholte. Drei Generationen später hatten sich auch außerhalb der Stadtmauern eine große Zahl von Handwerkern, vor allem Gerber und Weber, angesiedelt. 1327 wurde der heute noch bestehende Mauerring gebaut, mit dem die ummauerte Stadtfläche auf das Vierfache anwuchs. 1427 begann der Bau der St.-Georgs-Kirche.

Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) am Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens. 1555 wurde die Reformation in Nördlingen endgültig bestätigt.

Ein historischer Wendepunkt im Dreißigjährigen Krieg waren die Belagerung von Nördlingen und die darauf folgende Schlacht bei Nördlingen im Jahre 1634, in der die schwedisch-protestantischen Kräfte erstmals entscheidend von den kaiserlich-habsburgischen Truppen geschlagen wurden. Die Stadt musste sich den Siegern öffnen, wurde aber nach hohen Reparationszahlungen nicht durch die siegreichen Truppen geplündert. Allerdings büßte die Stadt während und nach der Belagerungszeit durch Hunger und Krankheit über die Hälfte ihrer Bevölkerung ein. Auch im den spanischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt durch die Auswirkungen in der Nähe stattfindenden Schlachten von Höchstädt gebeutelt.

Der Handel verlagerte sich nach dem Krieg zu den Seehäfen – ein weiterer Grund, warum Nördlingen seine Bedeutung als Handelszentrum verlor. Dieser erzwungene Stillstand ist der Grund, dass das mittelalterliche Stadtbild so gut erhalten geblieben ist.

1802 wurde die Stadt Bayern angegliedert und verlor damit ihren Status als freie Reichsstadt. Erst 1939 erreichte sie wieder ihre Bevölkerungszahl von 1618.

Am 15. Mai 1849 wurde Nördlingen mit der Inbetriebnahme der Ludwig-Süd-Nord-Bahn an das Netz der Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen angeschlossen. Am 25. Juli 1861 wurde die Eisenbahnverbindung der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen von Cannstatt über Aalen nach Nördlingen eingeweiht. Die Strecke war ab 1863 komplett befahrbar.

Seit dem Mittelalter waren in Nördlingen jüdische Familien ansässig, die ihre Toten auf dem Jüdischen Friedhof am Nähermemminger Weg begruben und sich 1885 in der Kreuzgasse 1 ihre neue Synagoge errichteten. Dieses Gotteshaus wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern verwüstet, woran eine Gedenktafel am heutigen Evangelischen Gemeindehaus erinnert. Mit einem Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof wird seit 1979 der jüdischen Bürger gedacht, die Opfer der Shoa wurden.

Bei Luftangriffen während des Zweiten Weltkriegs kamen im Frühjahr 1945 33 Menschen ums Leben. Der Bahnhof und mehrere Wohnhäuser wurden zerstört, die St.-Georgs-Kirche schwer beschädigt. Der nahezu komplette Rest der historischen Altstadt blieb jedoch verschont.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Nördlingen zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP). Das Lager wurde von der UNRRA betreut und beherbergte ungefähr 500 DPs. Die meisten von ihnen stammten aus Lettland und Litauen.

Mehr als 4500 Heimatvertriebene ließen sich nach dem Krieg in Nördlingen nieder.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern verlor Nördlingen im Juli 1972 seinen Status als kreisfreie Stadt und wurde in den neugebildeten Landkreis Nördlingen-Donauwörth eingegliedert, der am 1. Mai 1973 den heutigen Namen „Landkreis Donau-Ries“ erhielt.

Nördlingen unterhält Städtepartnerschaften mit Wagga Wagga im australischen Bundesstaat New South Wales (seit 1967), mit der französischen Stadt Riom in der Auvergne (seit 1970), mit der sächsischen Kreisstadt Stollberg/Erzgeb. (seit 1991), mit der kanadischen Stadt Markham in der Provinz Ontario (seit 2001) und mit der tschechischen Stadt Olmütz (seit 2008).

Die komplett erhaltene Stadtmauer von 1327 hat fünf Tore mit Tortürmen, elf weitere Türme und zwei Bastionen. Auch der Wehrgang ist vollständig erhalten und kann begangen werden.

Das größte Stadttor ist das Berger Tor im Süden. Im Uhrzeigersinn folgen das Baldinger Tor im Westen, das Löpsinger Tor, das auch das Stadtmauermuseum beherbergt, im Norden, das Deininger Tor im Nordosten und das Reimlinger Tor im Osten. Die Türme sind im Uhrzeigersinn Feilturm, Löwenturm, Oberer Wasserturm, Backofentürme (5), Spitzturm, Unterer Wasserturm und Reißturm. Die Alte Bastei, die in zwei Geschossen zehn Geschütze aufnehmen kann, ist vollständig erhalten. Die Neue Bastei hingegen wurde 1808–1826 abgebrochen.

Das Wahrzeichen Nördlingens ist der rund 90 Meter hohe Kirchturm der 1427–1505 erbauten gotischen St.-Georgs-Kirche, der Daniel genannt wird. Sehenswert ist auch die katholische St.-Salvator-Kirche am südwestlichen Rand der Innenstadt. Die neogotische Friedhofskirche St. Emmeram wurde 1874–1875 erbaut, geht aber auf Nördlingens erste Kirche aus dem 9. Jahrhundert zurück. Die Spitalkirche entstand im 13. Jahrhundert als Teil des Heilig-Geist-Spitals. Die Pfarrkirche St. Josef wurde 1960 bis 1962 errichtet.

Gleich nördlich der St.-Georgs-Kirche liegt der Marktplatz, auf dem sich im Mittelalter alljährlich zehn Tage lang das Messepublikum tummelte. Die Tuchhändler präsentierten ihre Ware im 1442–1444 entstandenen Brot- und Tanzhaus, dessen Obergeschoss als Festsaal diente. Mit ihm durch eine Brücke verbunden war zu Messezeiten das 1363 erbaute Fachwerkhaus Metzig, das an normalen Tagen die Verkaufsstände der Metzger beherbergte und zu Messezeiten als Erweiterung der Verkaufsfläche diente. Nördlich daran schließt sich das bereits 1304 urkundlich erwähnte Hohe Haus an.

Das Gasthaus zur Sonne auf der gegenüber liegenden Seite wurde 1350 erbaut und seit 1405 als Fürstenherberge genutzt. Um 1500 logierten dort die Kaiser Friedrich III. und Maximilian I., 1548 Karl V. 1788 war Johann Wolfgang von Goethe zu Gast, und 1970 nahmen die amerikanischen Astronauten des Apollo-Mondfahrtprogramms Quartier.

Nördlich anschließend liegt das Rathaus. Wie die St.-Georgs-Kirche und viele andere Stadthäuser ist es aus dem porösen Suevitstein des Nördlinger Rieses erbaut. Bereits 1313 ist es in einer Verkaufsurkunde belegt; in jener Zeit wurde es als Messekaufhaus genutzt. 1382 mietete die Stadt das Gebäude an und nutzt es seitdem ununterbrochen als Rathaus. Um 1500 wurde das Obergeschoss mit seinem Treppengiebel und dem Giebelerker auf das Gebäude gesetzt, 1509 wurde der Schatzturm und 1618 der repräsentative Renaissance-Treppenaufgang angebaut. Innen im großen Versammlungssal, in dem sich im 16. Jahrhundert die Abgeordneten des Schwäbischen Bundes trafen, befindet sich ein großes, wertvolles Wandfresko von Hans Schäufelin.

Die gesamte Nördlinger Altstadt beherbergt eine Fülle von liebevoll renovierten, prachtvollen Häusern aus dem Mittelalter und der Renaissance.

Wenige Schritte nordwestlich des Marktplatzes gelangt man über die Eisengasse zum Tändelmarkt und dem damit verbundenen Hafenmarkt. In der Eisengasse, die nach den früher dort niedergelassenen Eisenhändlern benannt ist, ist unter anderem das 1563 errichtete Schneidtsche Haus bemerkenswert. Im Dreißigjährigen Krieg diente es Gustav II. Adolf im September 1632 für zwei Tage als Unterkunft. Am Hafenmarkt befindet sich das Kaisheimer Haus, von 1278 bis 1802 Kastenhaus des Reichsstifts Kaisheim. Bis zu einem Brand am 3. Mai 1955 stand hier auch das Hafenhaus, ein prachtvolles ehemaliges Kaufhaus aus dem Jahr 1425.

An der Nordwestecke des Tändelmarkts fällt das große Klösterle ins Auge, ein ehemaliges Franziskanerkloster. Im Zuge der Reformation verwaiste das Kloster mehr und mehr. Die Stadt kaufte 1536 den Bau und ließ ihn 1584–1587 zu einem Kornspeicher umbauen. Der Chor wurde abgerissen und durch den heutigen großzügig angelegten Treppengiebel ersetzt.

Das westlich daran anschließende Gerberviertel beherbergt etliche der typischen Gerberhäuser mit ihrem Fachwerk und ihren großen, nach vorne kragenden Trockenböden und Galerien in den Obergeschossen. Den großen Wasserbedarf der Gerber deckte der Egerkanal, der das Viertel durchläuft. Bei der Brücke am nördlichen Ende des Viertels befindet sich das große, unterschlächtige Wasserrad der Neumühle.

Das um 1233 gegründete Heilig-Geist-Spital diente früher als Versorgungsstätte alter und armer Menschen. Wie viele ähnliche Einrichtungen jener Zeit wurde es durch Stiftungen finanziert und ausgebaut. DieSpitalkirche aus dem 13. Jahrhundert beherbergt wertvolle Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert. Heute befindet sich in seinen beiden Hauptgebäuden aus dem 15. und 16. Jahrhundert das Stadtmuseum.

Im südlichen Bereich der Altstadt ist das 1697 erbaute Wintersche Haus bemerkenswert. Der große, wohl proportionierte Fachwerkbau birgt an seiner Rückseite einen stilvollen Garten mit Blumengalerien im ersten und zweiten Stock. Am Weinmarkt befinden sich eine Reihe repräsentativer Bürgerhäuser und das große, massiv wirkende, 1541–1543 erbaute Hallgebäude. Es diente einst als Salz- und Weinlager der Stadt. Am Weinmarkt steht auch das ehemalige Gasthaus zur Krone, dessen Wirtin Maria Holl durch die Hexenprozesse berühmt wurde.

Eine Reihe bemerkenswerter Bürgerhäuser findet sich in der Polizeigasse, die den Weinmarkt mit dem Marktplatz verbindet. Darunter sind die Alte Post, das Mötzelsche Haus, das im 15. Jahrhundert von der Familie Oelhafen bewohnt wurde, und die Einhorn-Apotheke.

Östlich der Georgskirche, auf dem Rübenmarkt, steht der Kriegerbrunnen, ein Jugendstil-Bauwerk, das 1902 von Georg Wrba im Andenken an den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 geschaffen wurde.

Der Stadtgraben ist im Bereich der Frickhinger Anlagen, zwischen Ochsenzwinger und Berger Tor, als Parkanlage mit Skulpturen, exotischen Bäumen und Rosengarten (Rosarium) gestaltet.

Das Waldgebiet im Südosten der Altstadt bedeckt den Galgenberg sowie den Stoffelsberg und ist nach Marie Friederike von Preußen benannt. Die ursprünglich kahlen Hügel wurden 1834 erstmals mit Bäumen bepflanzt und seither nach und nach zum Landschaftspark gestaltet. Der Hexenfelsen auf dem Galgenberg war zur Zeit der Hexenverfolgung im Mittelalter eine städtische Hinrichtungsstätte. 1817 entstand auf der Marienhöhe der erste Bierkeller. Die drei dort heute noch existierenden Bierkeller sind beliebte Ausflugsziele. Am Südhang der Marienhöhe erstreckt sich das Nördlinger Freibad.

Die Freilichtbühne Alte Bastei in einer mittelalterlichen Bastion ist jeden Sommer Schauplatz für historische und zeitgenössische Aufführungen der Laienspielgruppe Verein Alt Nördlingen. Ein unabhängiges und regional renommiertes Theaterprojekt ist das Dramatische Ensemble Nördlingen. Während der Wintersaison treten regelmäßig Tourneetheater im Stadtsaal Klösterle auf. Kleinkunstveranstaltungen finden im Kulturzentrum Ochsenzwinger statt.

Die 1924 gegründete Knabenkapelle Nördlingen gehört zu den namhaften Jugendblasorchestern in Süddeutschland. Die jungen Musiker sind weltweit auf Tournee und gestalten regelmäßig Fußballländerspiele und Staatsbesuche musikalisch. Die Stadtkapelle wurde 1990 gegründet. Die Rieser Musikschule bietet musikalische Früherziehung und Instrumentalunterricht an. Zahlreiche Chöre (u. a. Kantorei St. Georg), Klassik- und Jazzensembles sind als Vereine in Nördlingen eingetragen. Bekannte Kammermusikensembles treten bei der winterlichen Konzertreihe der Raiffeisen-Volksbank Ries auf. Die Nördlinger Kneiptour, während deren eine Vielzahl von Rock-, Pop- und Jazzbands gleichzeitig in Nördlinger Kneipen auftritt, findet seit 1996 jedes Frühjahr statt.

Der Rieser Sportpark ist eine parkähnliche Anlage. Im Zentrum steht das Leichtathletikstadion (Gerd-Müller-Stadion) mit einem Fassungsvermögen von ca. 10.000 Zuschauern sowie mehreren Ausweich- und Trainingsplätzen. Gleichzeitig ist es auch das Heimstadion der Fußballer des TSV Nördlingen. Daneben ist die Hermann-Keßler-Halle eine weitere zentrale Anlage im Rieser Sportpark. Sie ist als eine Vierfach-Halle aufgebaut und bietet seit einer Erweiterung ihrer Kapazität im Jahre 2008 bei Heimspielen der Nördlinger Basketballer (Giants Nördlingen) bis zu 3.000 Zuschauern Platz. Für Tennisspieler stehen hier mehrere Sandplätze und drei Hallenplätze zur Verfügung. Zudem existiert in Nördlingen ein Flugplatz für Motor- und Segelflug. Der Eisplatz am Bäumlesgraben ist laut Stadtverwaltung eine der größten Natureisbahnen Süddeutschlands.

Die Stadt Nördlingen fördert den gemeinnützigen Treffpunkt der Jugend Nördlingen e.V. Sie stellt dem Verein, der sich um Angelegenheiten der offenen Jugendarbeit kümmert, die Räumlichkeiten des ehemaligen städtischen Eichamtes in der Lerchenstraße zur Verfügung. Der Verein engagiert sich z.B. in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk Nördlingen und weiteren ehrenamtlichen Helfern in einem Integrationsprojekt für Spätaussiedler aus Russland.

In Nördlingen halten Züge der Riesbahn Aalen–Donauwörth. Die Strecke nach Dombühl und die Strecke über Gunzenhausen nach Nürnberg haben ihren regulären Personenverkehr verloren, die Nebenbahn nach Wemding ist stillgelegt. Die einstige Funktion Nördlingens als Eisenbahnknoten ist damit verschwunden. Im historischen Bahnbetriebswerk ist heute das Bayerische Eisenbahnmuseum untergebracht.

Direkt nördlich der Stadt betreibt der Rieser Flugsportverein e.V. einen Sonderlandeplatz. Der Verkehrslandeplatz Aalen-Heidenheim ist 20 Kilometer von Nördlingen entfernt. Die nächsten Verkehrsflughäfen befinden sich in Nürnberg, Stuttgart, Memmingen und München.

Nördlingen ist geprägt durch eine Fülle von Betrieben der verschiedensten Branchen, die überwiegend mittelständische Strukturen besitzen. Von den ursprünglichen textilverarbeitenden Betrieben sind nur die gehobene Modemarke Strenesse vorhanden. Der örtliche Handel hat eine zentrale Rolle und deckt ein weites Einzugsgebiet im ländlich geprägten Umland ab.

Entsprechend dem hohen Alter und der einstmals enormen Bedeutung der Stadt finden sich in Nördlingen Betriebe mit teilweise jahrhundertelanger Tradition.

Nördlingens mittelalterliche Altstadt ist bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts als Touristenziel beliebt. Fremdenverkehr und Gastronomie bilden eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine Nördlingens. Im Jahr 2007 zählte die Stadtverwaltung 70.267 Übernachtungen in Nördlingen. Ein Drittel der Übernachtungsgäste kam aus dem Ausland, die meisten davon aus Italien, Südkorea, den Vereinigten Staaten und Großbritannien. Neben der Altstadt hat sich auch der geologisch einmalige und als Geopark ausgewiesene Rieskrater zum Anziehungspunkt für Touristen entwickelt. Nördlingen liegt an der Romantischen Straße, der Schwäbischen Albstraße, am Fernwanderweg vom Main zur Donau und am Jakobsweg I der Deutschen St. Jakobusgesellschaft. Der Hauptwanderweg 1 des Schwäbischen Albvereins verläuft südlich von Nördlingen am Riesrand. Der Rieskrater-Planetenweg mit dem Kuppelhelm der St.-Georgs-Kirche als Sonne erstreckt sich im Ries bis zur Plutodarstellung kurz vor Harburg.

Die örtliche Tageszeitung trägt den Namen Rieser Nachrichten und ist eine Lokalausgabe der Augsburger Allgemeinen. Des weiteren erscheinen in Nördlingen die Anzeigenblätter Extra Ran, WochenZeitung – WZ aktuell und Sonntagszeitung.

Die erste Zeitung, die in Nördlingen erschienen ist, trug den Namen Continuation der Augspurger Zeitung und wurde von Lucas Schultes gedruckt. Schultes war 1632 von Oettingen, wo er bereits seit 1627 eine Zeitung herausgegeben hatte, nach Nördlingen umgesiedelt.

Nördlingen ist Sitz eines Amtsgerichtes, das zum Landgerichtsbezirk Augsburg und zum Oberlandesgerichtsbezirk München gehört.

Nördlingens mittelalterliche Altstadt wurde mehrfach von Filmemachern als Kulisse benutzt. So sind Nördlingen-Aufnahmen in den Filmen Charlie und die Schokoladenfabrik (1970) und Bibi Blocksberg (2002) zu sehen. Die Bilderbuchstadt Kinkan, Schauplatz der japanischen Zeichentrickserie Princess Tutu, ist Nördlingen nachempfunden. Nördlinger Gebäude wie die Sankt-Georgskirche, die Alte Schranne, das Löpsinger Tor, der Kriegerbrunnen und das Klösterle sowie das Narrenbildnis am Rathaus sind hier nahezu originalgetreu dargestellt.

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Herrgottskloster Nördlingen

Das Herrgottskloster Nördlingen ist ein ehemaliges Kloster der Karmeliten in Nördlingen in Bayern im Bistum Augsburg.

Das St. Salvator geweihte Kloster wurde 1401 durch die Stadt Nördlingen gegründet. 1564 wurde das Kloster während der Reformation aufgegeben. Nach der Aufhebung diente die ehemalige Klosterkirche als protestantisches Gotteshaus, später als Militärlazarett. Seit 1825 ist die Kirche die katholische St.Salvator-Pfarrkirche. Sie wurde 1826/1829 umgebaut.

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Heinrich von Nördlingen

Heinrich von Nördlingen (* um 1310; † wohl nach 1356) war ein Mystiker.

Heinrich wirkte nach 1330 als Weltpriester u.a. in den Klöstern Ober- und Niederschönenfeld und Zimmern und bei den Dominikanerinnen in Maria Medingen. Hier lernte er die Nonne Margareta Ebner kennen. Sein Briefwechsel mit ihr ist die wichtigste Quelle über sein Leben und Wirken; sie ist die älteste erhaltene deutschsprachige Briefsammlung überhaupt.

1336 hielt Heinrich sich in Avignon auf. Sein Versuch, sich als Pfarrer von Fessenheim niederzulassen, scheiterte 1338. Nach dem Erlass Ludwigs des Bayern vom 6. August 1338 gegen das Interdikt Benedikt XII. verließ er als Anhänger des Papstes das Land und gelangte 1339 nach Basel, wo er überaus erfolgreich als Prediger wirkte und im Kreis der Basler Gottesfreunde in Kontakt mit Heinrich Seuse und Johannes Tauler stand. Immer wieder unternahm er von hier aus Reisen; 1347 überführte er im Auftrag des Basler Bistums Reliquien des Kaisers Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde von Bamberg in das Basler Münster. Vermutlich im Umkreis von Heinrich und den Gottesfreunden entstand die oberdeutsche Übersetzung des Werkes Das fließende Licht der Gottheit der Mechthild von Magdeburg aus dem Jahr 1345.

1348 floh Heinrich vor der Pest aus Basel und ließ sich in Sulz im Elsass nieder, lebte dann als Wanderprediger und kehrte 1350 nach Medingen zurück. Nach dem Tod der Margarete Ebner 1351 verliert sich seine Spur.

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Source : Wikipedia